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Full text of "Handbuch Deutsche Musik 1933-1945"

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Fred K. Prieberg 
Handbuch 
Deuische Musiker 
1933-1945 





Dieses Werk 
ist 
Judith G. Prieberg-Mohrmann, 
den Lesern 
und allen anderen Freunden 
gewidmet 


Fred K. Prieberg 


Handbuch 
Deutsche Musiker 1933-1945 


Grundlagen: Stoffsammlung, Materialauswahl, Archivreisen und Re- 
cherchen in zahlreichen Orten der BRD sowie u. a. in Amsterdam, Krakau, 
Linz, London, Prag, Stockholm, Strasbourg, Warschau, Wien, Zagreb, 
Zürich, viele Tausende Dokument- und Werkkopien, Tonband-Interviews, 
Anfragen per Post oder Telefon: 1956-2006. 


Zeit der Niederschrift mit Nachträgen, Redaktion, Korrektur: 
Aupres des Zombry, 23. Juli 1993 - 20. April 2007. 


Den beiden benutzten Apple-Computern, Macintosh Classic und 
PowerBook 5300, ermangelten alle Sonderzeichen aus Sprachen hinter 
dem einstigen "Eisernen Vorhang", als habe die Firma und ihr Chef auf 
diese dumme Weise den "Kalten Krieg" verlängern wollen. 


Freundlicherweise besorgte Oliver Kopf, M. A., Kiel, die Endredaktion 
samt Ergänzung der Sonderzeichen aus slawischen Sprachen und Rumä- 
nisch sowie die technische Umsetzung auf CD-ROM, unter besonderem 
Dank des Handbuch-Autors. 


Vorgesehen ist die Fortführung als "work-in-progress"; damit enthält 
jede neue Edition sämtliche Ergänzungen, Modifikationen und Korrekturen, 
also den jeweils aktuellsten Sachstand. Die Benutzer sind natürlich 
eingeladen, dazu beizutragen. Weitere Musikernamen können jedoch nicht 
zugefügt werden. 


Titelgestaltung: Oliver Kopf, unter Verwendung des Propaganda- 
plakats "Deutschland - das Land der Musik" (Entwurf: Lothar Heinemann, 
um 1935, Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek). 

2. Edition © Fred K. Prieberg, Aupres de Zombry 2009 

Erste Edition 2004 

Information, Kontakt und Abgabe über Internet: 

http: //www.prieberg-gesellschaft.de 

E-Mail: info@prieberg-gesellschaft.de 


ISBN 978-3-00-037705-1 


Diese CD-ROM ist kein Handelsobjekt, also nicht käuflich zu 
erwerben; sie ist eine nicht rückrufbare Dauerleihgabe ohne 
Leihgebühr, doch gegen Schutzgebühr, bleibt formell im 
Eigentum von Fred K. Prieberg oder seiner Rechtsnachfolgerin 
und kann daher weder verkauft noch entgeltlich verliehen, 
übersetzt, bearbeitet oder sonstwie kommerziell verwertet 
werden, sondern dient der Information aller zeitgeschichtlich, 
musikhistorisch und musikpolitisch Interessierten und der 
Förderung der Wissenschaft. Deswegen darf die Benutzung 
von Exemplaren in öffentlichen Archiven oder Bibliotheken 
weder direkt noch indirekt von Gebührenzahlung abhängig 
gemacht werden. Alle Rechte verbleiben bei Fred K. Prieberg 
oder seiner Rechtsnachfolgerin. 


© Fred K. Prieberg, Aupres des Zombry 2009 





Weil sich der Deutsche Bundestag bisher nicht bequemt hat, die 
Wort-Urheber von Werken auf CD durch Gesetz gegen kommerzielle 
Wiederverwerter zu schützen, war die Schutzgebühr leider unvermeidlich; 
sie bildet einen Fonds, der Rechtsmißbrauch und andere Übergriffe gegen 
das Werk abzuwehren erleichtert. 


Inhalt 


VOrWORrE een ee ee een ee 6 
Hinweise; zur Benltzung can 18 
BDRÜFZUNGEN a Na nl 19 
Böltisches Kalendarlüm. ses aseranaitan 39 
Lexikonteil 
PA a a a a a Ze ee Mate 46 
Be a et ee ee era ee a 233 
a N ee En EEE ET 928 
Deere ee ed ee ee itelbra ER 997 
RR NR ORTES TEERSSTETERRERTTRSRLSSTETTINREERN 1359 
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Fa A a BE A Een 2758 
er ee esse anne ae ee en teren ee are 3517 
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DE N a RE RENNEN 4690 
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Anhang 
Archiv-Inventar "Deutsche Musik 1933-1945" .......cccseeennnennnnnennnnnnn 8563 
NSDAP-Musiker: Parteinummern und Daten ..........seassseeeeeennnnenennnnn 9941 


Verzeichnis der Informationshelfer ..............:..222u@22 Rennen nenn nennen 9988 


Vorwort 


Bis zur Katalogisierung jener für die französische Revolution ab 1789 
charakteristischen Musikwerke verstrich rund ein Jahrhundert. Dabei 
währte jene Epoche auch nur ein Jahrdutzend und erbrachte längst nicht 
solche Fülle kreativer Echos auf die politische Situation wie die zwölf Jahre 
NS-Regime. Die Gründe dafür können hier nicht untersucht werden. Doch 
scheint ganz generell eine typische Psychologie der "Erben" darauf 
hinzuarbeiten, politische Prostitution von Künstlern rasch vergessen zu 
machen, Information zu vernichten oder vorzuenthalten und sich selbst 
gegen eine wissenschaftliche Vergegenwärtigung solcher Ausnahme- 
situationen bis aufs Äußerste zu sträuben. 


Die Entstehung dieses Werks, würde seine Geschichte denn je 
geschrieben, war immer wieder gebremst, belastet und verteuert durch 
bürokratische Machenschaften bis zur Grenze der Debilität. Handelt es sich 
um Versuche, das "garstige Lied", das politische nämlich, ein für allemal 
aus der Geschichte zu entfernen, also Täterschutz zur Methode zu 
machen? 


In diesem Zusammenhang beunruhigt das Verhalten der deutschen 
akademischen Musikwissenschaft, die jeden Versuch kritischer Aufarbei- 
tung der NS-Geschichte - nicht nur des eigenen Fachs - jahrzehntelang 
vermied, nicht zuletzt, weil sie sich mit den NS-Tätern gemein gemacht 
hatte. Zudem war sie - mit wenigen Ausnahmen - nicht interessiert oder 
nicht imstande, fachübergreifend historisch zu arbeiten. Lange bestand an 
Aufdeckung der fachintern oft durchaus bekannten Kumpanei zwischen 
Musikologie und NS-Macht kein Bedarf. Schließlich hielten zahlreiche 
"Kollaborateure" noch Jahre nach 1945 universitäre Spitzenpositionen 
besetzt. Der Nachwuchs, auf Karriere bedacht, mußte Repressalien 
befürchten und bremste etwaige aufklärerische Gelüste. Seit etwa zwei 
Jahrzehnten wandelt sich die Situation. Bis dahin war es die Stunde der 
Außenseiter, freischaffender Forscher, die sich politisch verpflichtet fühlten. 
So etwas paßte vielen etablierten Musikologen aber gar nicht: 


"Die ersten Darstellungen (...) stammten von Journalisten und 
Wissenschaftsjournalisten (Josef Wulf 1963, Fred K. Prieberg 1982 
u. a.); sie waren defizitär in mehrfacher Hinsicht: Einmal stellten sie 
die Verstrickungen als Teil einer staatlich verordneten und gelenkten 
Deformierung der gesamten Musikkultur dar, also unter einem 
zugleich unspezifischen und eingeengten Blickpunkt, zweitens 
stellten sie sie als Verstrickungen von Einzelpersonen dar; drittens 
hatten sie eine allzu schmale und ungesicherte Materialbasis, 
viertens ließen sie sich von (nur allzu verständlicher) moralischer 
Empörung leiten, hinter der die methodische Stringenz gelegentlich 
zurücktrat" (Ludwig Finscher: Musikwissenschaft und National- 
sozialismus. In: Gesellschaft für Musikforschung. Musikforschung - 
Faschismus - Nationalsozialismus. Referate der Tagung Schloß 
Engers. 8. bis 11. März 2000. Mainz, 2001. S. 1). 


Vorwort 7 





So legt ein zu spät gekommener Professor der Musikologie, Jahrgang 
1930, emeritiert vom Lehrstuhl in Heidelberg, Experte für die Epoche 
Josquins und andere der musikpolitischen Zeitgeschichte ferne Bereiche, 
Herausgeber einer zentralen Musikenzyklopädie, aber nicht zu fein, 
ausgerechnet von M. Kater abzuschreiben, die Bremser-Mentalität des 
Establishments offen. Die genannten Autoren als "Journalisten" herabzu- 
setzen, ist Malice, zudem Unwahrheit. Wulf war 1963 bereits anerkannter 
Historiker und dokumentierte zudem lediglich den antisemitischen 
Komplex des NS-Musikbetriebs; Prieberg konnte 1982 mehr als ein halbes 
Dutzend Musikbuch-Publikationen vorweisen. Beide arbeiteten mit einer 
exemplarisch sicheren und reichen Materialbasis, wie ein Musikologe sie 
sich noch heute nur erträumen kann. Finscher schweigt zudem die frühen 
Autoren der Opferseite tot, nämlich H. H. Stuckenschmidt ("Melos" Nr. 1, 
Januar 1946; "Forum" IX/108, Dezember 1962, und X/109, Januar 1963), 
privat auch Prof. Dr. Siegfried Borris, den Theatermann Dr. Hans Curjel, 
Dr. Ernst Kroll ("Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte", Juli 1959) und Dr. 
Heinrich Strobel, sämtlich ausgewiesene Musikhistoriker; sie waren die 
ersten und wirkten - zumeist durch persönliche Bekanntschaft - 
entsprechend anregend auf die nun Diffamierten. Steckte hinter dem 
Verschweigen Absicht oder Informationsmangel? Meinungsmache und 
Unwahrheit schließen jedoch historische Wissenschaftlichkeit aus. So einer 
merkt gar nicht, daß er den Verdacht aufs hohe Katheder lenkt, seine 
Selbsteinschätzung sei defizitär und die Attacke könne von Mißgunst des 
Zuspätgeborenen diktiert sein. 


Tatsächlich hatte Prieberg jahrzehntelang versucht, Interesse für 
den Stoff wachzurufen. Schon sein "Lexikon der Neuen Musik" 
(Freiburg/München, 1958) bot einen Artikel "Kulturpolitik" (S. 238-251); 
1961 folgten von Radio Bremen zahlreiche Halbstunden-Sendungen über 
"Musik und Politik", 1962/63 mehrere von Deutscher Welle und 
Bayerischem Rundfunk, 1963/64 - wieder von Radio Bremen - zehn 
halbstündige Folgen über "Musik im Dritten Reich". Weitere Sender 
folgten. Ob am Ende akademische Musikwissenschaftler nicht Rundfunk 
hören...? Aber selbst die beiden ersten - freilich lamentabel 
unzulänglichen - Dissertationen der siebziger Jahre in den USA über Musik 
im NS-Staat interessierten hier nur beiläufig. 


Diese Arbeit bedurfte, um amtlich fundiert zu sein, der Hilfe von 
Archiven und Dienststellen des Bundes, der Länder und Gemeinden, 
öffentlicher Bibliotheken und zahlreicher Privatleute. Allerdings sitzt in den 
Behörden der Exekutive und Judikative ein gewisser Prozentsatz von 
Personal, das sich immer gleichen bürokratischen Abläufen so perfekt 
angepaßt hat, daß es diese verinnerlicht und - wäre die erforderliche 
Intelligenz selbst vorhanden - denkfaul geworden und daher nicht mehr 
imstande ist, neue Situationen intellektuell zu meistern, wirklich Dienst zu 
leisten. Sie ziehen ihr - wenn auch noch so ersichtlich falsches - 
Verständnis des Gesetzes der einfachsten und dennoch legalen Lösung 
vor, da dies eigenes Denken erspart. 


Vorwort 8 





Das Handbuch beinhaltet Information für Interessenten und 
akademischen Nachwuchs u. a. aus Musikwissenschaft, Germanistik, 
Kulturgeschichte, Psychologie und Humanethologie. Es orientiert sich nicht 
an Prominenz, sondern an politischer Präsenz im Musikbetrieb - erinnert 
an rund 5500 Persönlichkeiten und Zehntausende von Werken, nennt 
jedoch auch anscheinend harmlose Volkslieder, wo deren ursprüngliche 
Funktion durch Rekrutierungen zum Militär einst - lange vor 1933 - 
abhanden kam, weil die Soldaten diese Titel als Hoffnungsträger - 
"Heimatlied" und Identifikationsstütze in der kriegerischen Fremde - 
ideologisierten. Derart verwandelten sich viele "zivile" Volkslieder unter 
dem Zwang der Aushebungen in Soldatenlieder. Die Liederbücher des NS- 
Staats druckten so etwas gern nach. Denn solches "Liedgut" spielte 
zwischen 1933 und 1945 abermals - und nun mit voller Absicht der 
Herausgeber - eine politische Rolle. Über die Musik hoffte man, 
wesentliche, vor allem "metaphysische" Inhalte der Ideologie vermitteln 
zu können, Motiv auch für die Übernahme, wenn nicht Wiederbelebung 
vieler Titel der Überlieferung. 


Die Urheber der meisten Texte und Kompositionen - unabhängig von 
der zumeist jammervollen Qualität - waren willige Helfershelfer der NS- 
Politiker. Nur in wenigen Fällen setzte politische Moral das Eigeninteresse 
matt. Dieses Engagement begann, scheinbar harmlos, mit der positiven 
Selbstdarstellung: "Wir Deutsche" sind die Größten ("Über alles in der 
Welt"), die Tüchtigsten, Tapfersten, Siegreichsten - in penetranter 
Wiederholung, sogar noch im Angesicht der ersten Kriegsniederlagen, 
verlogene Werbung für Todesbereitschaft inbegriffen. Die Urheber 
arbeiteten derart mit in einem System der propagandistischen Täuschung 
und Selbsttäuschung. Das lag allerdings nahe, weil Musik generell dazu 
herhalten mußte, den nationalen Minderwertigkeitskomplex nach dem 
Verlust des ersten Weltkriegs zu kompensieren. Mehr als dreitausend 
Textproben ermöglichen die Analyse von Inhalt und Stil in dieser Richtung. 


So wenig die psychologisch bedenkenswerte Frage zu beantworten 
ist, weswegen es kein Kriegslied gegen die USA gab, so klar stützten die 
Titel der angewandten Musik ansonsten aktuelle politischen Ziele des 
Regimes und bereiteten etwa dessen Landnahme geradezu vor: Editionen 
von Liedern aus Ostpreußen, Schlesien, Böhmen und Mähren, den 
österreichischen Provinzen, dem Elsaß, aus Lothringen - musikalischer 
und musikologischer Imperialismus, der "geistig" die Eroberungen durch 
die Wehrmacht rechtfertigte. Rassische Selbstbestätigung lief über 
Charakterstücke wie Sudetendeutsche Suiten oder "nordische" Titel, bis 
hin zu jenen Tanzliedern und Schlagern, die blonde Frauen besangen... 


Liedtitel des Gesamtrepertoires - als Einzelpublikation wie als 
Bestandteil von Anthologien - sind in diesem Werk alphabetisch 
aufgelistet, jedoch ohne Nationalhymne "Deutschland, Deutschland über 
alles" und Parteihymne "Die Fahne hoch", denn diese zierten ohnehin fast 
alle untersuchten Anthologien. 


Vorwort 9 





Alles in allem dürfte es sich um die Größenordnung von 30.000 
Titeln handeln; ein Ungefähr mit dem Vorbehalt, daß ein noch so tätiges 
Leben nicht ausreicht, alle Quellen anzuzapfen. Ergänzend schien es aber 
angebracht, auf die Übernahme beliebter "Evergreens" ins Liederbuch der 
Bundeswehr aufmerksam zu machen, die, obschon durch Urheber oder 
kulturpolitischen Einsatz vor 1945 fixiert auf antidemokratische Wirkung, 
ohne kritischen Widerspruch den Komplex "Traditionspflege" schmückten. 


Angewandte Kunst steht und fällt mit ihrer Anwendung. Schon 
geringe Veränderung im politischen Kalkül, erst recht aber ein Wechsel des 
politischen Systems reduziert dort Dutzende, hier Abertausende von Titeln 
zu Geschichtsmüll. Allerdings sind selbst Müllhaufen für die wissen- 
schaftliche Erforschung einer Epoche unentbehrlich. Ein Gesamtinventar 
der in diesem Jahrzwölft in politischem Kontext eingesetzten Musik zeigt 
auch sehr eindrucksvoll, wieviel Zeit, Energie und kreativen Willen Musiker 
in ein kurzlebiges Genre investierten und - verschwendeten. Von "ewiger 
Tonkunst" konnte keine Rede sein, und zwar nicht allein, weil das Regime 
keine tausend Jahre währte, sondern weil Überangebot und in der Regel 
schneller Wechsel der Tagesaktualitäten langfristige Repertoirebildung 
durchkreuzten... "Wegwerfmusik"! 


Generell scheint es nahezuliegen, die willige Komplizenschaft so 
vieler Musiker mit dem diktatorischen Regime auf den Umstand 
zurückzuführen, daß diese Berufsgruppe, weil das >Versinken im Meer der 
Töne< kritischen Verstand erstickt, leichter verführbar war als fast jede 
andere. Hätten die Anstrengungen des NS-Staats, das ganze Volk zu 
musikalisieren - bis in den letzten Winkel der Heime und der >Seelen<, 
dann kalkulierten Sinn gehabt, nämlich Machterhaltung durch gezielte 
Verabreichung von >happy pills< in akustischer und daher ganz 
unverdächtiger Gestalt? Andererseits: Nicht jeder, der 1933-45 publizierte 
oder auftrat, tat dies unweigerlich für das Regime oder gar in dessen 
Dienst; so muß fallweise Motivforschung betrieben werden. 


Die hier aufgelisteten Persönlichkeiten passen fast durchweg in die 
Kategorien Täter, Opfer, Mitläufer. Jedoch ist vermieden, diese griffigen 
und viel strapazierten Bezeichnungen, die ebenso bequem wie 
beweispflichtig sind, als Etikett zu verwenden. Es genügte, Tatsachen zu 
ermitteln, die dem Benutzer die Möglichkeit verschaffen, ein zutreffendes 
eigenes Urteil zu gewinnen. Vollständigkeit konnte nicht einmal angezielt 
werden, weil die Quellenlage dies illusorisch macht. Zum Beispiel nennen 
die Rundfunkprogramme selten Vornamen und enthalten viele Druckfehler. 
Wo deswegen die Identität eines Musikschaffenden nicht eindeutig 
festzumachen war konnte nur der fragmentarische Programmeintrag 
zitiert werden. Zudem ist der Verbleib von Musikern, die in Schlesien, 
Pommern, Ostpreußen und dem Sudetenland geboren sind oder wirkten, 
auch wenn sie vor 1945 bereits lexikographisch dokumentiert waren, nur 
noch festzustellen, sofern sie im Musikbetrieb Rest-Deutschlands nach 
dem Ende des Regimes Präsenz zeigten. Dies trifft oftmals auch auf 


Vorwort 10 





Künstler zu, die zwar dem rassistischen Terror des NS-Reichs durch 
Emigration entkamen, aber im Musikleben des Aufnahmelandes nicht 
mehr Fuß fassen und namhaft werden konnten. Ich bitte die Benutzer des 
Werks um Nachsicht dafür, daß Möglichkeiten und Mittel des Autors 
begrenzt waren - ungeachtet der über 40 Arbeitsjahre und eingesetzter 
Mittel in der Größenordnung von über 200.000 Euro. Die VW-Stiftung 
förderte vier Jahre hindurch das "Archiv-Inventar Deutsche Musik 
1933-1945" (siehe Anhang). Unterstützung für die lexikographische Arbeit 
gab es trotz Existenz zahlreicher Stiftungen keine; doch leisteten Freunde 
und Kollegen dankbar akzeptierte Förderbeiträge... 


Im übrigen gilt auch hier: Ein Lexikograph ist höchstens so gut wie 
seine Informationsquellen und machtlos gegen Informationslücken durch 
Unfähigkeit und Arbeitsscheu von Verwaltungspersonal. 


"Nazi" ist heute eine ideologische, diffamierende Vokabel, vage und 
vieldeutig, daher von korrekter Wissenschaft nicht benutzbar. Der Autor 
dieses Handbuchs sieht Anlaß, vor Mißbrauch der angebotenen Fakten 
zwecks politischer Denunziation postum zu warnen. Die Täter leben nicht 
mehr. So gewiß jede Meinungsäußerung den Schutz der Verfassung 
genießt, gleich ob von Psychiatrie-Patienten oder am Stammtisch, und das 
Strafrecht nur die Behauptung unwahrer Tatsachen gegen Personen als 
Antragsdelikt verfolgt, sei erinnert, daß die Verunglimpfung des 
Andenkens Verstorbener strafbar ist, und diese bestimmt sich weitgehend 
nach richterlicher Definition und Bewertung. 


Unverzichtbar schienen Angaben über Mitgliedschaft in der NSDAP 
und - stichprobenweise - ihrer Organisationen; weil rund zehn Prozent 
der Zentralkartei der NSDAP 1945 der absichtlichen Zerstörung zum Opfer 
gefallen waren, ergibt sich, daß von den hier behandelten Musiker- 
persönlichkeiten noch zahlreiche weitere zur Gefolgschaft Hitlers gehört 
haben müssen. Über Motive des Beitritts ließe sich endlos spekulieren. 
Jedoch ist daran zu erinnern, daß die Politisierung der Kunst im 
Musikbetrieb Tausende neuer Positionen schuf, oft entgeltliche, immer 
aber als Ehrung gemeinte. Diese Situation kam der Musikerpsyche 
halbwegs entgegen. In aller Regel waren Musiker, die für eine Gliederung 
der NSDAP wirkten, selber deren Mitglied; die lückenhafte Quellenlage 
erlaubt keine weniger allgemeine Aussage. Natürlich mußten auch Verlage 
verzeichnet werden, profitierten sie doch nicht nur von eifriger 
Kollaboration durch Publikation von Massen genehmer Musikwerke, 
sondern in vielen Fällen auch von billiger Übernahme enteigneter oder 
unter Druck preiswert angebotener jüdischer Musikverlage. 


Die kursive Erläuterung "Keine weitere Nachricht (nach 1945)" 
bedeutet nicht etwa, daß solche Persönlichkeiten immer auf der Flucht 
nach Westen im "Niemandsland" starben, bei der Vertreibung umgebracht 
wurden oder sonstwie in Kriegsfolge verschollen sind; sie bezieht sich nur 
auf den Nachweis musikalischer Tätigkeit nach dem Kriege und nicht auf 


Vorwort 11 





die physische Existenz. Der Hinweis auf die neue Staatlichkeit erklärt, 
warum in der Regel amtliche Quellen dieser Länder nicht verfügbar oder 
auskunftfähig waren. 


Musikforschung hat stets auch die Pflicht zur Korrektur, also zur 
Beharrung auf der im Dokument verankerten Faktizität. Solche Aufgabe 
mag befremden; doch bietet ein Werk dieser Art dazu eine kaum 
wiederkehrende Chance. So gewinnt die Rubrik "Geschichtsfälschung" - 
unterhalb der strengen Bedeutung des Worts im Deutschen Universal- 
Wörterbuch (Duden) - Berechtigung. Sie betrifft falsche, ungenaue oder 
fehlende Angaben zu Tatsachen der Musikgeschichte, mit Absicht oder 
unbewußt oder irrtümlich. Denn diese haben nämliche Wirkung wie 
vorsätzliche Fälschung: Desorientierung, Verwirrung, Verdunklung. Im 
StGB setzen Fälschungsdelikte meist "Absicht der Täuschung im 
Rechtsverkehr" voraus. Dies berührt jedoch Geschichtsschreibung in 
keiner Weise; hier geht es nur um unzutreffende oder verkürzte 
wissenschaftliche Mitteilung aus zahlreichen Ursachen. Wissenschaft 
gewährt kein Recht auf Fehler, schon gar nicht auf interpretatorische 
Mildtätigkeit und gezieltes Vergessen oder Verschweigen von Tatsachen, 
die im Dokument erhärtet sind. 


Alle Autoren - nicht nur Musikologen - verfügen über geistiges 
Potenzial und professionelles Rüstzeug, Faktengeschichte statt Märchen zu 
schreiben, möglichst alle Quellen einzuholen, zu verifizieren und zu 
gewichten. Unterlassen sie dies mit welchen - oft recht beachtlichen - 
Gründen auch immer, läßt sich die Kategorie Geschichtsfälschung nicht 
umgehen. Leider gilt es in unserer Gesellschaft als "normal", wenn jemand 
- aus Unkenntnis oder selbst mit voller Absicht wider eigenes besseres 
Wissen - die Unwahrheit veröffentlicht. Zudem sind Autoren an 
Auftraggeber und deren Wünsche gebunden, glauben diese oder jene 
Rücksicht schuldig zu sein oder berufen sich auf unzureichenden Raum. 
Zwar verletzt dies Persönlichkeitsrechte der Betroffenen; jedoch sind 
solche Rechtsverletzungen Antragsdelikte; der Geschädigte muß 
Strafantrag stellen; Richter bestimmen aber nicht über historische 
Faktizität. Überdies folgt aus "Geschichtsfälschung" keine Denunziation 
eines Urhebers als "Geschichtsfälscher"; die Sache darf nicht etwa mit der 
Person verwechselt werden. 


Geschichtsfälscher ist nur einer, der gewohnheitsmäßig und 
vorsätzlich, weil er sich aufspielen möchte, wider besseres Wissen, oft um 
sich Zeit und Kosten für unerläßliche Recherchen zu ersparen, 
unzutreffende Angaben über musikgeschichtliche Ereignisse oder Personen 
macht. "Geschichtsfälschung" im Sinne dieses Handbuchs rührt nur im 
Ausnahmefall von einem Geschichtsfälscher her. Zumeist ist sie Resultat 
von Unachtsamkeit, Irrtum, Versehen, Voreiligkeit, Übernahme frag- 
würdiger Quellen, jedenfalls nicht Absicht. Gleichwohl ist die Wirkung auf 
den Leser hier wie dort identisch, weil weder Motivation noch sonstige 
Ursachen den Sinn machen, sondern deren Folgen. Der Effekt: Leser 


Vorwort 12 





werden getäuscht, irregeführt, desorientiert, um ihr Recht auf korrekte 
Information ohne Verkürzung "betrogen" und auch noch dem Risiko 
ausgeliefert, per Zitat die Unwahrheit weiterzugeben. Autoren, zumal im 
akademischen Nachwuchs, zitieren in aller Regel nach Quellen aus der 
Feder von Fachprofessoren. Diese haben - falls ihr psychologischer 
Habitus solches überhaupt gestattet - keine Möglichkeit, eigene Fehler zu 
korrigieren; Eingeständnis von Fehlern schadet immer dem Image des 
Meisters. So verewigen sich Fehler im Weg über Sekundärliteratur und 
Nachwuchsarbeiten. Jeder Konflikt zwischen Tatsache und Erfindung 
berührt in der Regel die Moralfrage. Das Handbuch versucht dagegen- 
zuhalten. 


Das Thema Musik im NS-Staat ist seit kurzem Tummelplatz für einen 
Typus - oft amerikanischer Provenienz -, der sich faktensicherer Tat- 
sachendarstellung nicht verpflichtet fühlt. Hier sind auch Irrtümer 
einzuordnen. Meinungen, wie abstruss auch immer wären stets 
diskutierbar; falsche Angaben über musikhistorische Ereignisse und 
Persönlichkeiten bedürfen aber der Korrektur, damit Nachnutzer nicht in 
die Irre geführt werden, um so mehr als immer wieder metierfremde 
Autoren so ihr Mütchen kühlen und auf "wissenschaftlichen" Ruhm hoffen. 
Unfertiger Nachwuchs, der sich gegen etabliertes historisches Geschehen 
zu profilieren sucht, hat nur den Ausweg, Geschichte zu fälschen. Auch 
zugunsten solcher benutzt der Lexikograph pauschal den Terminus 
"Geschichtsfälschung". Träfe er nicht zu, könnte es sich nur um 
unprofessionelle platte Stümperei handeln. Eine dritte Möglichkeit ist nicht 
in Sicht. 


Die ärgerlichste Erscheinung dieses Schlages, die seit 1998 auf den 
deutschen Markt drängt, war Michael H. Kater, Jahrgang 1937, nach 
eigener Angabe - nunmehr emeritierter - Professor am Centre for German 
and European Studies der York University in Toronto und "zu den 
renommiertesten Historikern für die nationalsozialistische Zeit" gehörend, 
"Distinguished Research Professor of History" - laut Briefkopf. Vorweisen 
kann er jedoch weder musikwissenschaftliche Ausbildung noch Kenntnis 
der deutschen Musikgeschichte. Er ist Sozialwissenschaftler und für sein 
Thema "Musik im 3. Reich" Laie, daher beispiellos inkompetent. Dennoch 
spielt er sich gernegroß auf als helle Leuchte der Musikforschung, 
qualifiziert frühere Autoren selbstgefällig-arrogant als Nichtse ab, um sie 
trotzdem zu zitieren und auszubeuten, und plündert tapfer Sekundär- 
literatur, obwohl er ihr Fragwürdigkeit unterstellt. Ein Neurotiker also? Seit 
er, mit seiner Dissertation befaßt, einem im "Ahnenerbe"-Prozeß vor dem 
Landgericht Frankfurt/Main wegen Beihilfe zum Mord an 86 Juden im KZ 
Natzweiler angeklagten SS-Funktionär zwecks Entlastung gutachtlich 
andiente, es habe sich um "Befehlsnotstand" gehandelt (Gutachten mit 
Korrespondenz: IfZ München), scheint ihm der Sinn für Realität abhanden 
gekommen, obwohl "Befehlsnotstand" bei den Nürnberger Kriegsverbrech- 
erprozessen schon abgehandelt war. Ergebnis seiner "Musikforschung": 
mehr als 150 meist schwerwiegende erweislich unwahre Behauptungen 


Vorwort 13 





über Personen und historische Tatsachen. Kritische Diskussionspartner 
beschimpft er im Gassenjargon bis zur Ehrabschneidung, um sie mundtot 
zu machen. So kann ein Buch nur zum Flop geraten. Dafür zwei von vielen 
- im Text dieses Handbuchs korrigierten - Beispielen aus Kater, "Die 
mißbrauchte Muse" (München-Wien, 1998): 


Beispiel 1 (S. 463, Fußnote 22): 

"Eine repräsentative Stichprobe von 1152 Musikern wurde in der 
RMK-Abteillung des BDC aus RMK-Fragebogen gezogen. Die 
Resultate der Analyse sind mit 95%iger Wahrscheinlichkeit 
statistisch signifikant. (...) Fred K. Priebergs Schätzung, daß zwei 
Drittel aller Musiker arbeitslos waren, ist nicht belegt und völlig 
unwahrscheinlich (Musik und Macht, Frankfurt/Main 1991, S. 209)". 


Weder auf der zitierten Seite noch sonstwo in "Musik und Macht" 
steht ein Wort über arbeitslose Musiker, lediglich über Mitglieder der 
NSDAP unter Musikern. Diese Schätzung - einschließlich Mitgliedschaft in 
Organisationen der NS-Partei - folgt aus den nun in dieses Handbuch 
übernommenen parteiamtlichen Angaben. Zudem existierte im Berlin 
Document Center nie eine "RMK-Abteilung". Kater scheut also, damit er 
als der "bessere Fachmann" glänze, nicht vor Quellenfälschung und grober 
Tauschung seiner Leser zurück. Mit Schreiben an den Europa-Verlag 
München-Wien vom 15/11/99 nebst Korrektur zweier Prieberg betreffender 
Unwahrheiten für weitere Auflagen reagierte er auf eine entsprechende 
Aufforderung von dessen Rechtsanwalt. 


Der Regelfragebogen der RMK hat zwar Frage 23 "Erwerbslos" und 
"seit wann"; diese betrifft sichtlich nur den Musikerberuf, zudem 
rückwirkend, nicht sonstige zwischenzeitliche Brotarbeit und erst recht 
nicht über die gesamten zwölf Jahre. Wer nicht derart differenziert, 
verspielt jede Glaubwürdigkeit. 


Beispiel 2 (S. 27): 

"Aus einer größtenteils norddeutschen Stichprobe unter Musikern 
aller Couleur und Befähigung zwischen 1933 und 1938, von denen 
die meisten 1934 der Partei beitraten, kann geschlossen werden, 
daß rund ein Fünftel des Berufsstands vor dem Krieg in der NSDAP 
war (...)". 


Aus den in diesem Handbuch als Parteimitglieder dokumentierten 
Musikschaffenden - rund 2200 - ergibt sich authentisch und wider jeden 
Zweifel: Auf den 1/V/33, den letzten Tag vor Beitrittssperre, fielen deren 
Nr. 1.847.603 bis 3.567.803; Beitritte reichsweit zu diesem Tag: 
insgesamt über 1.700.000. Die Musiker-Beitritte zum 1/V/37, bei 
Aufhebung der Sperrzeit, beginnen mit Nr 3.805.258; es gab aber 
geringfügige Termin-Überschneidungen. In die vier Jahre Sperrzeit 
dazwischen fielen Daten und Parteinummern für ganze 67 Musiker. Zugang 
war nur in Einzelfällen bei Übertritt von Organisationen wie SA, SS und 


Vorwort 14 





"Stahlhelm" oder außerordentlichen "Verdiensten um die Bewegung" 
möglich. Kater ignoriert die damalige Tagespresse und Gerd Rühles "Das 
Dritte Reich. Dokumentarische Darstellung des Aufbaus der Nation. Das 
fünfte Jahr, 1937" (Berlin, 1938. S. 108-110), selbst jüngere 
Sekundärliteratur. Das hinderte ihn nicht, kurz vor Weihnachten 1998 per 
Telefon den arglosen PR-Mann seines Verlags prahlerisch anzufahren, er 
habe ein Standardwerk geschrieben, und eine Mitgliedersperre bei der 
NSDAP habe es nie gegeben. Frage: Wie wird einer eigentlich Professor für 
Geschichte an der Universität Toronto? 


Nicht einmal sein Fünftel trifft zu. Denn nicht zwanzig Prozent der 
insgesamt in diesem Handbuch mit Geburtsdatum dokumentierten 
Vergleichs-Gruppe der deutschen "arischen", also parteiwürdigen 3713 
Musikschaffenden, nämlich nicht 746, traten bis zum 1/1X/39 der NSDAP 
(ohne Gliederungen) bei, sondern exakt 1967, wobei zum Ausgleich des 
1945 zerstörten Teils der Zentralkartei der NSDAP hier noch zehn Prozent 
zuzuschlagen wären. Ergebnis: über 58 Prozent bekannten sich zur 
NSDAP. 


In der Tat: "Es gibt Wissenschaftler, und es gibt Schwaetzer" (Kater 
an Michael Walter, 9/X11/98, via Mailingliste im Internet - zur Kenntnis des 
beschimpften Paul Moor, des renommierten Seniors der Musikpublizistik in 
Berlin). Wissenschaftler aber sind keine ohne hohes Maß von Anstand und 
Charakter. Das deutliche Echo auf solchen bedenklichen Typus 
"Wissenschaftler": "Auch sonst zeichnet sich Kater durch teilweise recht 
großzügigen Umgang mit den Quellen aus" (Michael Wortmann: Baldur 
von Schirach, Hitlers Jugendführer. Köln, 1982. S. 235) oder "Kater 
versäumt es, Provenienz und Kontext der von ihm herangezogenen 
Quellen zu werten (...)" oder "(...) da er ein wirklich schludriger Arbeiter 
ist und sich vor allem immer an vorhandenen Studien reibt, um die 
Tatsache auch zu verdecken, dass er eigentlich nicht wirklich viel Neues 
anzubieten hat" (Univ.-Prof. DDr. Oliver Rathkolb, Wien, an F. K. Prieberg, 
11/V/05) oder "(...) Ein Problembewußtsein historischen Forschens legt 
Kater nicht an den Tag" (Heinz-Jürgen Winkler: Paul Hindemith - der 
widerwillige Emigrant? Hindemith-Jahrbuch 2005. S. 187, 199). Oder: 
"Kater (...) verfährt schon seit Jahren jenseits aller wissenschaftlichen 
Standards nach dem gleichen Muster: Behauptungen werden häufig 
entweder nicht oder gar mittels erfundener oder gefälschter Dokumente 
belegt (...) Kater schädigt mit seinen als skandalös zu bezeichnenden 
Arbeiten, emphatisch gesagt, nachhaltig den Ruf der deutschen Musik" 
(Prof. Dr. Hanns-Werner Heister: Gutachten, 15. April 2007). 

Dazu auch Ulrich Blomann: "Rufmord auf dem Affenfelsen. Karl 
Amadeus Hartmann im >Dritten Reich< in der Darstellung von M. H. 
Kater" (Duisburg 2010, Druck in Vorbereitung). Am Beispiel Hartmann 
ermittelt der Autor über hundert unwahre Tatsachenbehauptungen und 
Fälschungen des selbsternannten Musikforschers Kater und widerlegt sie 
aus dem Dokument. 


Vorwort 15 





Ein wahnwitziges Echo ist hier anzumerken. Nachdem "GEO" im 
J uniheft 2006, S. 74-84, unter dem Titel "Der Mann, der nicht vergessen 
will" über F. K. Prieberg und seine Arbeit berichtet hatte, kam der 
Redaktion ein handgeschriebener undatierter Brief von "N. N." zu, einem 
feigen, hinterhältigen Typus von lamentabler Intelligenz, der sich als 
"relativ bekannter Musiker hier in Bayern" - anonym - vorstellte. 


Zitat: 

"(...) das bisher von Frieberg[!] Veröffentlichte gilt in Fachkreisen als 
Gipfel des unsorgfältig Recherchierten, Einseitig-Tendenziösen (wie 
sie nun wirklich nicht mehr zeitgemäss ist!) und voller Häme etc. 
Eigentlich peinlich. 

(...) Es gehört in meinen (Fach-)Kreisen zum guten Ton, über 
Prieberg nicht zu sprechen. 

(...) Nur: wenn man wirklich etwas über die Musik im National- 
sozialismus erfahren will, das >Hand und Fuss< hat, empfehle ich 
das Buch von Michael H. Kater 

"Die missbrauchten Musen" (Musiker im Dritten Reich) Europa- 
Verlag, Wien+München 1998 (1. Auflage) (...)" (Fehler im Original). 


Ein Zeugnis geistiger Armut. Der Anonymus verrät nicht einmal das 
bißchen Sachkenntnis, das hinreicht, auch nur ein paar Dutzend von 
Katers über 200 unwahren Tatsachenangaben herauszufinden. Leider 
haben die - ohne deren Wissen - beschworenen "Fachkreise" bisher nicht 
die Spur eines Beweises für des "Musikers" unzutreffende, also aus StGB 8 
187 "mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe" zu 
ahndende Behauptungen erbracht. 


"Lernen Musiker eigentlich nie dazu"? (F. K. Prieberg: Musik im NS- 
Staat. Frankfurt/M., 1982. S. 406). 


Generell gilt für die Vergegenwärtigung von Geschichte dies: Wer 
Fakten ignoriert oder gar nicht erst ermittelt, schafft sich ein Vakuum, in 
dem er die absurdesten Hirngespinste wuchern lassen kann. 


Dieses Handbuch bietet lediglich einen Ausschnitt. Wer andere und 
weitere Information über die 100.000-150.000 Köpfe zählende 
Musikerpopulation 1933-45 vermißt, hat die Freiheit, sich selber zu 
bemühen und eigene Lebensarbeit nebst Vermögen dafür zu investieren. 


Zahlreiche Lücken mußte der Lexikograph in Kauf nehmen. 
Todesfälle im April/Mai 1945 waren vielfach nicht registriert, weil die 
Ämter ausfielen. Zudem fehlt ein erheblicher Teil biographischer Angaben 
und Daten nach 1945, weil ganze Familien der gewaltsamen Vertreibung, 
den Kriegswirren, nicht zuletzt den Deportationen, aber auch willkürlichen 
Greueln und privaten völkerrechtswidrigen Mordtaten der sowjetischen 
Besatzung zum Opfer fielen - ohne die Spur einer "Buchführung". 
Während das NS-Regime nach Möglichkeit seine Opfer bürokratisch 


Vorwort 16 





registrierte - und damit zumeist auch den Täterkreis identifizierte -, 
blieben Verbrechen im Besatzungsgebiet der UdSSR undokumentiert und 
heute, über ein halbes Jahrhundert danach, immer noch strikt vertraulich. 
Artikel für Hunderte von Berliner Künstlern behielten Lücken, weil die 
geldgierige Legislative des Landes Berlin eine Verwaltungsgebühren- 
ordnung (27/V1/72) erließ und Auskünfte aus dem Melderegister für 
"grundsätzlich gebührenpflichtig" erklärte, je Anfrage beim Landes- 
einwohneramt mit 18 bis 23 DM - seither 11,76 Euro - und für historische 
Forschung keine Ausnahme zuläßt. Ein Schreiben (20/1X/99) zum 
Persönlichen Referenten des Innensenators änderte nicht die 
"Rechtsauffassung" - gez. Hochmann (8/X1/99). Aber Politiker prahlen wie 
eh und je mit dem "Wissenschaftsstandort" Deutschland. Die Kulturfeind- 
lichkeit allein schon der Hauptstadt läßt sie kalt... 


Zweitens liegt es nicht nur an solcher Art "höherer" Gewalt. Generell 
beweist die Werkgeschichte, daß Personenlexika im angeblichen 
Kulturstaat BRD nicht mehr erscheinen und Lexikographen nicht mehr 
arbeiten können, obwohl das Grundgesetz - Artikel 2 Absatz 1 - 
nachwirkend allen Künstlern die postume Präsenz im Kulturleben durch 
Lexikoneintrag ermöglicht und Artikel 12 ungehinderte Berufsausübung 
garantiert, auch dem Lexikographen. Diese bedarf, wo sonstige Quellen 
wegen der kurzsichtigen provinziellen Meldegesetze der Länder versagen, 
biographischer Daten, die von Standesämtern verwahrt werden. Rund 500 
deutsche Standesämter haben solche Auskünfte in mehr als tausend 
Fällen geduldig erteilt. Eine Minderheit von fünf Prozent - wie deren 
Einlassungen verraten, der Bodensatz an behinderten Intelligenzen - 
verweigerte dies. Die dagegen angerufene Judikative bestätigte - mit drei 
Ausnahmen - die Verweigerung in den ersten beiden Instanzen. Diese 
Beschlüsse trugen die Unterschriften von Richtern, die sich aufführten, als 
wollten sie sich ein Armutszeugnis ausstellen und in der Öffentlichkeit als 
ungebildete, banausische Zeitgenossen und Totengräber des bisherigen 
Kulturstaats Deutschland eingeschätzt werden. Also ignorieren sie, daß 
bereits - auf Grabsteinen - öffentliche Information nicht mehr 
geheimgehalten werden kann, was längst sogar für Staatsgeheimnisse 
höchstrichterlich geklärt ist ("Spiegel"-Affäre). Jeder Richter jedoch, der 
den Parteien per Beschlußbegründung vorspiegelt, im Rechtsstaat sei es 
möglich und gestattet, mit einfachem Gesetz (PStG) das Grundrecht des 
Lexikographen auf ungehinderte Berufsausübung, ja überhaupt seinen 
Beruf zu liquidieren, kollidiert mit dem Verfassunggeber, sabotiert das GG 
und interessiert Öffentlichkeit und Medien für seine professionelle Qualität, 
ja erlaubt diesen, bis zum Gegenbeweis zu unterstellen, es könne sich 
vielleicht um Rechtsbeugung, einen Amtseid als Hohlformel oder um 
geistige Insolvenz handeln. Daher steht die grundgesetzliche Garantie für 
lexikographisch darzustellende Künstler und für Lexikographen in der BRD, 
weil Personalfrage, nur auf dem Papier. Die bisherige Existenz der BRD als 
Kulturstaat - Rechtsstaat? - findet hier ihr klägliches Ende. 


Vorwort 17 





Provinzielle Gesetzgeber legten so wenig Vernunft an den Tag, daß 
sie - mit einer Ausnahme - Fristen für Aufbewahrung von 
Meldeunterlagen nach Tod oder Wegzug eines Bürgers dekretierten, ohne 
daß irgendwo die Landes-Rechtsaufsicht eingriff. Nach Ablauf von 20 
(DDR), 30 (Berlin), 35 (Hessen), 75 (Schleswig-Holstein), sonst 50 Jahren 
sollen Meldekarten zerstört werden. Das schlägt sofort gegen die Opfer 
von Krieg, Verfolgung und Vertreibung zurück. Hamburg, dessen alte 
Meldeunterlagen 1945 im Bombenfeuer verbrannten, geht positiv voran, 
indem das Amt für zentrale Meldeangelegenheiten seither ohne Zerstörung 
die personengebundene Forschung fördert. Einige Städte veranlassen 
immerhin die Abgabe dieses Materials an ihre Stadtarchive; das 
Landeseinwohneramt Berlin legt ab und an Material mit einem 
Menschenalter Verspätung im Landesarchiv ab. Mindestens so prohibitiv 
wie die Meldegesetze wirkt auch Nachlässigkeit bei den Standesämtern, 
die oft und gegen das Gesetz die Rückmeldung von Todesdaten an das 
zuständige Geburtsregister unterlassen. Behebt die BRD nicht diese 
unwürdigen Zustände, die den Vorwurf des Täterschutzes begünstigen, 
bleibt ihr die Gemeinschaft der Kulturstaaten und Standorte der - 
historischen - Wissenschaft versperrt. 


Vermutlich handeln Verweigerer - abgesehen vom tröstlichen Gefühl 
der eigenen Macht und Bedeutung - mit einer psychologisch zu 
erklärenden Motivation, nämlich unter dem Zwang einer Emotion, die den 
etwa vorhandenen klaren Verstand trübt. Es ist der Neid auf 
Persönlichkeiten des Öffentlichen Lebens, weil ein Lexikograph diese, 
zumindest geistig, für das Gedächtnis der Nachwelt rettet. Solche Chance, 
postum wirkend "weiterzuleben", hat kein Bürokrat der Verwaltung, 
Richter inklusive. 


Der angebliche "Datenschutz" war nur geeignet, NS-Täter vor 
Ermittlung zu schützen. Im Kulturbereich liquidiert er die postume geistige 
Präsenz und historische Existenz von Persönlichkeiten des Öffentlichen 
Lebens und rottet ihr Andenken gegen jeden bürgerlichen Anstand aus. 


PS. Alle Verweigerer stehen im Text mit Namen, damit sie ihrer 
Verantwortung gegenüber Dienstherren und Offentlichkeit nicht 
ausweichen, sich nicht in Anonymität verkriechen können. 


Hinweise zur Benutzung 


Die sogenannte "neue" Rechtschreibung widerspricht der Bildung 
und Neigung des Autors, weil sie von "Reformern" ohne Gehör erfunden 
und von unzuständigen und unfähigen Kultusministern per Dekret von 
oben "verordnet" ist und man Anfängen wehren muß, sonst kommt es 
dahin, daß der Staat demnächst wieder die musikalische Textfassung 
bestimmt. Ein Kotau vor dem Ausland und den inländischen Legastheni- 
kern, typisch deutsch, erübrigt sich. 


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a) Namen und Vornamen, bei Pseudonymen Verweis auf den 
bürgerlichen Namen. - b) Lebensdaten. - c) Biographisches. - d) politi- 
sche Mitgliedschaften und Funktionen. - e) chronologische Auflistung vor 
allem der nach 1945 verschwiegenen Werke, Kompositionen oder 
Schriften mit Rezensionen und Textbeispielen, bei Anthologien mit 
Inhaltsangabe. Fortlaufende Numerierung in Klammer ( ) bezieht sich auf 
mehrere Ereignisse am selben Datum; dieses steht in der Zeile oberhalb 
von (1). - f) Selbstaussagen oder Zitate politischer Art, Bemerkungen. - 
g) Information über ergänzende Lexikographie, Korrekturen, Probleme der 
biographischen Quellensicherung und Archivmängel. 


Fettsatz hebt bedeutsame Werktitel hervor; Kursivsatz kennzeich- 
net Kommentare, Erläuterungen und (in Zitaten eingeklammerte) Zusätze 
des Autors; in Zitaten stehen beide Satzformen wie im jeweiligen Original. 


Information zu Personen und Sachen mußte auch außerhalb der 
jeweiligen Hauptartikel plaziert werden. Diese zu finden, ist die Suchfunk- 
tion des Adobe Reader hilfreich. 


Wo bei Inhaltsangaben von Liedanthologien nach Titeln ein Textautor 
fehlt, ist dieser im Namensartikel des Komponisten oder im alphabetischen 
Eintrag der Titel ersichtlich. 


So nicht anders angegeben, stammen Übersetzungen von Zitat- 
texten in Amerikanisch, Englisch, Französisch, Holländisch, Italienisch, 
Russisch und Schwedisch von Fred K. Prieberg. 


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beiten" -> "Kopieren"; in der Zielanwendung "Bearbeiten" -> "Einfügen". 


Abkürzungen 


Aufgelistet sind Abkürzungen im Text außerhalb von Zitaten 
[ ] = Verlagsangaben 


Ad) 


AdK 


ADMV 
AdR 
[AF] 
[Afa] 
AH 
[AH] 
[Ai] 
AJM 


[Ak] 

[Al] 

AM 
AMdRMK 
AMZ 

AO 


Alt(stimme) 

Ausland, Abt. des RMVP 

Eduard Alert, Berlin-Hoppegarten 

Archiv der Berliner Philharmoniker e. V. im Staatlichen Institut 
für Musikforschung Berlin 

Abteilung 

Archives du Centre de Documentation J uive Contemporaine, 
17, Rue Geoffroy-I'Asnier, Paris 4. 

Bedeutendes Material über den antisemitischen Komplex der 
NS-Kulturpolitik, besonders aus Provenienz des Amts 
Rosenberg. 

Archiv der deutschen Jugendbewegung, Burg Ludwigstein, 
37214 Witzenhausen 1. 

Aufschlußreiches Material - Dokumente, Korrespondenz, 
Aufzeichnungen, Sekundärliteratur - auch über Jugendmusik 
und ihre Köpfe. 

Archiv der Akademie der Künste, Robert Koch-Str. 10, 

10112 Berlin. 

Wichtige Sammlung zum Bereich Jüdische Kulturbünde - diese 
mit Findbuch - und jüdische Musikemigration, ferner 
Personalakten von Mitgliedern der Akademie, Bereich Musik, 
und zahlreiche Nachlässe und Sammlungen zur Musik nebst 
Bestandsverzeichnis. 

Allgemeiner Deutscher Musikverein 

Archiv der Republik siehe: ÖStA. 

Adolph Fürstner, Berlin 

Afa-Musikverlag H. Dünnebeil, Berlin 

Adolf Hitler (in Verbindung mit SS-Leibstandarte AH) 

Alfons Holzschuh, Ravensburg 

Josef Aibl, Musikverlag, Wien 

Archiv der Jugendmusikbewegung, Rosenwall 16, 

38300 Wolfenbüttel. 

Reiches Material zur Geschichte der Jugendmusikbewegung 
und ihrer Köpfe, Textpublikationen, Liedanthologien, 
Schulmusikbücher vor und nach 1945. Dazu detailliertes 
umfangreiches Findbuch mit Register von Personen, Orten und 
Gegenständen. 

Akla-Musikverlag, Erich Plessow, Berlin 

Albers Musikverlag, Berlin-Lichterfelde-Ost 

(amtlicher) Armeemarsch 

Amtliche Mitteilungen der Reichsmusikkammer 

Allgemeine Musikzeitung 

Auslandsorganisation der NSDAP, Dachorganisation für die im 
Ausland lebenden Parteimitglieder. 


Abkürzungen 20 





[AO] Joh. Andre, Offenbach 

AP Archiv Prieberg. 
Hauptsächlich biographisches Material, originale Korrespon- 
denz mit Musikschaffenden nach 1945, zahlreiche Partituren 
und Noten, Sammlung von über 2000 Musiker-Karten (Kopien) 
aus der NSDAP-Mitgliederkartei der NSDAP. Das Gros der im 
Archiv-Inventar im Detail verzeichneteten Schriftdokumente 
anderer Provenienz ist hier in Kopie oder auf Mikrofilm 
gesichert. AP befindet sich seit August 2005 als Legat in Obhut 
des Instituts für MW der Universität Kiel und kann nach 
Erschließung dort benutzt werden. 


[Ar] Arcadia-V, Berlin 

AR Artillerieregiment 

ARR Amt Reichsleiter Rosenberg 

[aS] MV am Schubertring, Wien 

[AS] Arwed Strauch, Leipzig 

[Ass] Hermann Assmann, Burscheid 

[Au] A. Auers Musik- und Buchverlag, Stuttgart 

aufgez. aufgezeichnet 

[AV] Apollo-Verlag Paul Lincke, Berlin 

[AW] Astoria-Verlag (Emil W. Maas), Wien 

[AWM] Astra-Verlag Walter Meyer, Berlin 

B Baß 

[B] Bärenreiter-Verlag, Karl Vötterle, Kassel-Wilhelmshöhe 
[Ba] C. R. Bahar, Berlin (Edition Baltic) 

BA Bundesarchiv Berlin. Postfach 450569, D-12175 Berlin 


(Finkensteinallee 63, D-12205 Berlin). 

Bestände mit vielen Musikbezügen, besonders: 

Neue Reichskanzlei (R 43 II) 

Persönlicher Stab des Reichsführers-SS (NS 19 neu) 
Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion (R 3) 
Reichsprotektor in Böhmen und Mähren (R 30) 

Deutsche Arbeitsfront/Arbeitswissenschaftl. Institut mit 
Presseauswertung, auch zu Musik, 13 Findbücher (NS 5 VI) 
Kanzlei Rosenberg (NS 8) 

Persönl. Adjutantur des Führers und Reichskanzlers (NS 10) 
Parteiamtliche Prüfungskommission zum Schutze des NS- 
Schrifttums (NS 11) 

Hauptamt für Erzieher/Reichswaltung des NSLB (NS 12) 
ARR, Kulturpolitisches Archiv/Amt Musik (NS 15) 
Reichspropagandaleiter der NSDAP (NS 18) 

SS-Forschungs- und Lehrgemeinschaft "Ahnenerbe" (NS 21) 
Reichsorganisationsleiter der NSDAP (NS 22) 

Hauptarchiv der NSDAP (NS 26) 

Hitler-Jugend (NS 28) 

Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (NS 30, Findbuch) 
Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (R 55; 
2 Findbücher, eines speziell für Abt. T, Prüfung und 


Abkürzungen 


21 





Bar 
[Bav] 
[B&B] 
BBF 


[B&C] 
BDC 


[Be] 
bearb. 
[BF] 
[BG] 
[BH] 
[B&H] 


Beurteilung von Werken, doch kaum brauchbar) 
Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und 
Volksbildung (R 4901) 

Reichskulturkammer (R 56 I, R 56 II) 

Reichskartei der NSDAP (3100), Gau-/Ortsgruppenkartei der 
NSDAP (3200; beide auf Mikrofilm) 

Archiv des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (ZB; 
zunächst in Berlin-Hoppegarten) 

Von historischer Wichtigkeit sind, wo im jeweiligen Bereich 
ausgefertigte Dokumente zu einem bestimmten Betreff 
fehlen, Gegenstücke in anderen Bereichen oder zu weiterer 
Veranlassung dorthin abgegebene Dokumentkopien. 
Nachweise für Rund NS sind hier hinter dem Querstrich, also 
vor der Ordnernummer, durch eine Leerstelle aufgelockert. 
Die zuvor in den Abteilungen Bonn, Potsdam (ehedem 
Zentrales Staatsarchiv der DDR) und Berlin (ehedem Berlin 
Document Center) verstreuten Bestände R = Reich und NS 
hat man 1996/97 nach Berlin-Lichterfelde umgelagert. Obwohl 
die Arbeit an diesem Handbuch Jahrzehnte währte, sind 
Standorte und Bestandssignaturen möglichst aktualisiert. 

Der zum BA gehörige Bestand ZB enthält u. a. zahlreiche 
Dokumente zu Musikbelangen aus dem RSHA. 

Alle Namensakten, wo nicht anders vermerkt, stammen aus 
dem Bestand Reichskulturkammer. Die Bezeichnung bezieht 
sich stets auf den dargestellten Musiker. Verblieben im Text 
als Quelle BA-Bestände - z. B. NS 8, 12, 15, 19, 26, 30 - bzw. 
Aktenstücke ohne Paginierung, so fehlte diese zur Zeit der 
Recherche noch. 

Bariton 

Bavariaton-V, Berlin 

Ed. Bote & Bock, Berlin 

Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen 
Instituts für Internationale Pädagogische Forschung, Archiv, 
Warschauer Str. 34-38, 10243 Berlin. 

Zum Archivbestand gehören u. a. wichtige Personalunterlagen 
zahlreicher Musiklehrer aus Preußen (Ostpreußen, Pommern 
und Schlesien). 

Bosworth & Co, Leipzig 

Berlin Document Center. 

Dieses von der US-Besatzungsmacht angelegte und betreute 
Dokumentenzentrum gab bis 1995 den gesamten Bestand an 
das BA und andere Staatsarchive, auch Landesarchive ab. 
Albert Bennefeld, MV, Berlin 

bearbeitet 

Georg Bratfisch, Frankfurt a. d. O. 

Dr. Josef Butz, Bad Godesberg 

Anton J. Benjamin, Hamburg, dann Leipzig 

Breitkopf & Härtel, Leipzig 


Abkürzungen 


22 





[Bi] 
[BK] 
[BKV] 
[B&K] 
[BL] 
[B&M] 
[Bo] 
[Boc] 
[BP] 
BR 
BRD 
Brückner/ 
Rock 


[B&S] 
BStB 


Richard Birnbach, Berlin 

H. Bohne, Konstanz 

Berliner Konzert-Verlag Erich Zielke, Berlin-Steglitz 

Bischof & Klein Verlag, Lengerich 

Benjamin, Leipzig ("arisiert" von Sikorski) 

Boysen & Maasch, Hamburg 

Boosey & Hawkes, London (Filiale Leipzig bis 1939) 
Boccaccio MV, Richard Birnbach, Berlin 

St. A. Braun-Peretti, Bonn 

Bayerischer Rundfunk München (bis 1934, nach 1945) 
Bundesrepublik Deutschland 

Judentum und Musik. Mit dem ABC jüdischer und nichtarischer 
Musikbeflissener (München, 1935; ?1936, °1938). 

Das erste antisemitische Musikerlexikon, das zwar ein 
aktuelles politisches Postulat erfüllte, doch bis zuletzt von 
Fehlern wimmelte. 

Anton Böhm & Sohn, Augsburg 

Bayerische Staatsbibliothek. 80539 München, Ludwigstr. 16 
(Alle Bücher der BStB weist der Online-Katalog "OPACplus" 
nach). 

Außer den damals fortlaufend eingestellten Musikausgaben 
verfügt die BStB über die Archiv-Bestände des Zentralverlages 
der NSDAP Franz Eher Nachfolger, etwa 500 Titel mit den 
Signaturen Mus. pr. 89.141 - 89.208, sowie 4 Mus. pr. 
89.1231 - 89.1439. Zahlreiche Nachlässe betreffen Musiker. 
Bellmann & Thümer, Waldheim 

Bataillon 

Burckhardthaus-Verlag GmbH, Berlin-Dahlem 
Beboton-Verlag, Berlin (= ab 1937 Sikorski) 
Celesta-Musikverlag A. Koschke, Berlin 

Carmen-Verlag, Berlin-Steglitz 

Capitol-Verlag Berlin. 

W. Crüwell, Dortmund (Olpe) und Breslau 

Carl Haslinger, Wien 

Chor 

A. Cranz GmbH, Leipzig 

Carl Meyer/ Gustav Prior, Hannover 

Colosseum, Berlin-Charlottenburg 

Carl Rühle-MV, Leipzig 

Crescendo-Theaterverlag, Berlin 

L. Doblinger (Ludwig Herzmansky), Wien 

G. Danner Verlag, Mühlhausen/ Thüringen 

Deutsche Arbeitsfront 

Deutsche Allgemeine Zeitung 

Deutsches Bühnenjahrbuch, jährlich 

Deutsche Bühnenkorrespondenz 

Der braune Musikverlag Inh. Carl Seitz, Berlin 

Verlag Deutsche Christen, Weimar 


Abkürzungen 


23 





DDFL 
Dd) 


DDR 
Dgt. 
DHB 
[Di] 
[DJ] 
[DJ V] 
[DK] 
[DL] 
[DM] 
DMK 


Das Deutsche Führerlexikon 1934-35 

Die deutsche J ugendmusikbewegung in Dokumenten ihrer Zeit 
von den Anfängen bis 1933. Hrsg.: Archiv der J ugendmusik- 
bewegung e. V., Hamburg (Wolfenbüttel, 1980). 

Ein Abriß der Vorgeschichte bis 1933, nur etwas wortkarg, je 
näher der Termin der "Machtübernahme" rückt. 

Wichtige Kurzbiographien auf S. 1008-1024, über Konrad 
Ameln, Richard Baum, Walter Blankenburg, Albert Braunstein, 
Hermann Braunstein, Wilhelm Ehmann, Heinrich Eppinger, 
Hermann Erpf, Walter Erzgraeber, Oskar Fitz, Hermann 
Fuhrich, Rolf Gardiner, Carl Gerhardt, Walter Gerwig, Werner 
Gneist, Georg Götsch, Karl Gofferje, Hans Grischkat, Grete 
Hahn, August Halm, Carl Hannemann, Peter Harlan, Günter 
Hellwig, Olga Hensel geb. Pokorny, Walther Hensel, Reinhold 
Heyden, Paul Hindemith, Hilmar Höckner, Adolf Hoffmann, 
Hans Hoffmann, Silvester Hohmann, Wilhelm Hopfmüller, Fritz 
Jöde, Herbert Just, Georg Konrad Kallmeyer, Wilhelm Kamlah, 
Ludwig Kelbetz, Hans Klein, Armin Knab, Ernst Lothar von 
Knorr, Walther Lipphardt, Martin Luserke, Gerhard Maasz, Karl 
Marx, Hans Mersmann, Walter Merzdorf, Felix Messerschmid, 
Hermann Moeck, Richard Möller, Helmut Mönkemeyer, Joseph 
Müller-Blattau, Klemens Neumann, Ekkehart Pfannenstiel, 
Hermann Pfautz, Richard Poppe, Walter Pudelko, Th. Herman 
Reichenbach, Walter Rein, Fritz Reusch, Erwin Schaller, 
Berhard Scheidler, Ernst Schieber, Max Martin Schlensog, Fritz 
Schmidt, Hinrich Schumann, Gerhard Schwarz, Adolf Seifert, 
Heinrich Spitta, Alfred Stier, Walter Sturm, Kurt Sydow, 
Robert Treml, Wilhelm Twittenhoff, Karl Vötterle, Erich 
Vogelsang, Theodor Warner, Ludwig Weber, Helmut Weiss, 
Gustav Wirschung und Eduard Zuckmayer. 

wo diese Persönlichkeiten das Kriegsende überlebten, reichen 
die Angaben über 1945 hinaus; über politische Funktionen 
oder engagiertes Musikschaffen im NS-Staat fällt nicht einmal 
eine Andeutung. 

Deutsche Demokratische Republik (1949-89) 

Dirigent 

Deutscher Handlungsgehilfen-Bund 

Dionysos-Verlag, Margarethe Thulke, Berlin 

Eugen Diederichs, Jena 

Deutscher J ugend-Verlag, Berlin 

Dreiklang-Drei Masken Verlag, Berlin 

D. Domkowsky (Robert Wächtler), Leipzig 

Joh. Dennerlein, Bayerischer MV, München 

Deutscher Musikerkalender, Jg. 1933 bis 1944, ab Jg. 64 
(1942) hgb. im Auftrag der RMK 

Dieses nicht mehr vollständig in deutschen Bibliotheken 
vorhandene Standardwerk gibt mit staunenswerter 
Vollständigkeit Wirkungsorte, Funktionen und Adressen der 


Abkürzungen 


24 





DML 


DMMZ 
DNML 
DNVP 

DÖW 


DRA 


DRPOoH 


DSB 
[DSB] 
DSBZ 
DtidS 
[DT] 


[Dt. MV in 
der NSKG] 
DTV 

[DV] 
DVFP 
[DVG] 
[DVV] 
[DVW] 


Musikschaffenden an, zunächst als Hesses Musikerkalender. 
E. H. Müller, Deutsches Musiker-Lexikon (Dresden, 1929) 
Der Autor vermerkte Wohnadressen und Religionszugehörig- 
keit der Dargestellten nach deren Angaben; wenige Jahre 
später erleichterte dies die Verfolgung der sich als "mosaisch" 
bekennenden Musiker. 

Deutsche Militär-Musiker-Zeitung 

Alfred Einstein, Das neue Musiklexikon (Berlin, 1926) 
Deutschnationale Volkspartei 

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, 
Wien, Wipplinger Str. 6-8 (Altes Rathaus). 

Deutsches Rundfunkarchiv. D-60320 Frankfurt am Main, 
Bertramstr. 8, und D-14482 Potsdam-Babelsberg, Marlene- 
Dietrich-Allee 20. 

In Frankfurt sind u. a. die erhaltenen Tonaufnahmen 
archiviert, sowohl Mitschnitte von Musikveranstaltungen wie 
Umschnitte von Schallplatte und Rundfunkproduktionen, 
neuerdings vielfach schon digitalisiert. Es handelt sich um 
einen bislang für die Forschung wenig genutzten Bestand. 
Dazu ein lückenhaftes unzureichendes Findbuch "Politische 
Musik in der Zeit des Nationalsozialismus. Ein Verzeichnis der 
Tondokumente (1933-1945)" (Potsdam, 2000), in dem Titel 
mit BOO-Nummern fehlen. Mehrere Signaturen unter einem 
Titel betreffen unterschiedliche Interpreten bzw. Besetzungen. 
Da hier nur die zur Identifizierung der Tondokumente 
nötigsten Angaben gemacht sind, empfiehlt es sich, wegen 
Information über Urheber, Datierung, Aufführung, Text, 
Besetzung und Interpreten im Handbuch "Deutsche Musiker 
1933-1945" nachzuschlagen. Altershalber weisen die 
Tondokumente natürlich erhebliche Qualitätsunterschiede auf. 
"Distinguished Research Professor of History", von Universitä- 
ten in USA und Canada vergebene titelgleiche Ehrung für 
akademische Lehrer, nicht laufend nachgeprüft, daher ohne 
Belang; em. = emeritiert, emeritus. 

Deutscher Sängerbund 

Verlag des Deutschen Sängerbundes, Berlin 

Deutsche Sängerbundes-Zeitung (vor und nach 1945) 
Deutschlandsender 

Musikverlag Deutscher Ton, Walter Noack, Berlin-Karlshorst, 
1940 Berkenbrück 

Deutscher Musikverlag in der NSKG 


Deutscher Tonkünstler-Verband 

Deutscher Verlag für Musik, München 
Deutsch-Völkische Freiheitspartei 

Danziger Verlagsgesellschaft, Danzig 

Deutscher Volksverlag, Dr. E. Boepple, München 
Deutscher Verlag für Jugend und Volk, Wien 


Abkürzungen 


29 





[E] 
[EA] 


EA 
[EB] 
[EBr] 
[LEc] 
[E&C] 
[EfB] 
[EG] 
[EHB] 
[EHP] 
[EI] 
[EK] 
[EKB] 
[EL] 
[EIK] 
[E&L] 
[EM] 
[EMe] 
[EMz] 
[EP] 
ERR 
[ES] 
[ESt] 
[Eu] 
[LEW] 
[EWM] 
F 

FA 


FA2 


FAD 
[FB] 
[FF] 
[FK] 
[FL] 
FIHKdtr 
[FM] 


Carl Engels, Mülheim/ Ruhr 

Edition Accord, Verlag und Vertrieb für Internationale Musik, 
Berlin 

Erstaufführung 

Edition Bloch, Berlin 

Edition Bristol AG, Wien 

Echo MV, Berlin 

W. Ehrler & Co, Leipzig 

Efi-Ton-Verlag, Berlin 

Edition Gabriel, Berlin 

Erik Heinrich Becker, Wuppertal-Barmen 

Edition Huhn, Potsdam 

Edition Intro, Berlin 

Ernst Klett, Stuttgart 

Elli Krause (E. K. B.), Braunschweig 

Rudolf Erdmann & Co, Leipzig 

Elka-Verlag, Köln 

Enßlin & Laiblin, Reutlingen 

Edition Metropol, Martha Czichon, Berlin 

Edition Meisel & Co, Berlin 

Carl Elbling, Mainz 

Edition Paoso, Pasing 

Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg 

Eugen Schneider, Ludwigsburg 

Edition Standard, Berlin 

Ernst Eulenburg, Leipzig 

Edition Wipermo, Berlin, Augsburg 

Emil W. Maass, Wien 

Film, Abt. des RMVP 

Frank/Altmann, Kurzgefaßtes Tonkünstlerlexikon. Für Musiker 
und Freunde der Musik, begründet von Paul Frank. Neu 
bearbeitet und ergänzt von Wilhelm Altmann (Regensburg 
141936, unveränderter Neudruck Wilhelmshaven '°1971) 
Der Herausgeber der Ausgabe '*1936 vermerkte regelmäßig, 
wenn ein Künstler "Frontkämpfer" war, oft auch den 
Offiziersrang; dies bedeutet mehr als die Mitteilung, jemand 
habe wegen Kriegsdienst Jahre seiner künstlerischen 
Entwicklung verloren. Er, selber "Halbjude", verzichtete jedoch 
auf Kennzeichnung von Musikern als jüdisch. 

idem, 2. Teil, Ergänzungen und Erweiterungen seit 1937 
(Wilhelmshaven, 1974) 

Freiwilliger Arbeitsdienst 

Fidelio-Verlag Arthur Orth, Berlin 

Friedrich Friede, Berlin-Tegel 

Sudetendeutscher Verlag Franz Kraus, Reichenberg 

Robert Forberg, Leipzig 

Fliegerhorstkommandantur 

Fritz Müller (Süddeutscher Musikverlag), Karlsruhe 


Abkürzungen 


26 





[For] 
[FP] 
[Fr] 
FrCh 
[FS] 
FSt. 


gemcCh 
Gerigk/ 
Stengel 


GG 
GG 
[GH] 


Musikverlag Fortuna, Heydebreck, OS. 

Neuer Münchner Musikverlag Franz Pollak 

F. W. Fröhlich, Berlin 

Frauenchor 

F. Schubert jr., Leipzig 

Funkstunde 

Faunton, Berlin 

Feldwebel 

Gloria Musikverlag Wilhelm Lenz, Berlin/ Frankfurt a. M. 
Gustav Bosse, Regensburg 

Genossenschaft Deutscher Tonsetzer 

vor 1933 und nach 1945 Gesellschaft für Verwertungsrechte 
der Musikurheber 

gemischter Chor 

Lexikon der Juden in der Musik. Mit einem Titelverzeichnis 
jüdischer Werke. Zusgest. i. A. der Reichsleitung der NSDAP 
(Veröffentlichungen des Instituts der NSDAP zur 

J udenfrage, Band 2. Berlin, 1940, 12.-14. Tsd., 1943) 
Dieses von Musikwissenschaftlern erarbeitete parteiamtliche 
Denunziationslexikon erschien erst, als die "Judenfrage" schon 
weitgehend beantwortet und die "Endlösung" vorbereitet war. 
Generalgouvernement (im besetzten Polen) 

Grundgesetz 

E. Grossmann, Hamburg-Altona 


GI des DNTGeneralintendanz des Deutschen Nationaltheaters, Dienstakte, 


[GL] 
[GIB] 
[GM] 
GMD 
[Goe] 
[G&P] 
[GR] 
[Gri ] 
[GrL] 
[GrM] 
[Gru] 
[G&S] 
GSA 


Thüringisches Hauptstaatsarchiv, 99423 Weimar, Marstallstr. 2 
W. Gebauer, Leipzig 

Globus-Verlag, Berlin 

E. Grosch, Mannheim 

Generalmusikdirektor 

Franz Goerlich, Breslau 

Göbel & Pach, Breslau 

G. Richter, Leipzig 

Joh. Gross, Innsbruck 

Philipp Grosch jr., Leipzig 

Grosch, Mannheim 

Grunert, Leipzig 

F. W. Gadow & Sohn, Hildburghausen 

Geheimes Staatsarchiv, 14195 Berlin, Archivstr. 12-14. 
Dokumente zur Preußischen Staatsoper und zur Finanzierung 
des Berliner Philharmonischen Orchesters. 

Gloria-MV, Werner Lenz, Frankfurt am Main, Berlin 
Günther Wolff, Plauen 

Haushalt, Abt. des RMVP 

Hochstein & Co, Heidelberg 

Harth, Großdeuben bei Leipzig 

Hauptabteilung, Hauptamt 

F. W. Haake, Bremen 


Abkürzungen 


27 





HAbt 
[HaK] 
[Hal] 
HarM 
[HB] 
[H&C] 
[HD] 
HdK 


[He] 
[HeL] 
[HF] 
[HG] 
[HH] 
[HHB] 
[Hi] 
[HiB] 
[HK] 
[HL] 
HM 
[HM] 
[Ho] 
[Hoc] 


[HoK] 
[HÖöM] 
[HP] 
[HT] 
[Hu] 
[HV] 
[HVA] 
[HW] 
[Hy] 


[HZ] 
[IB] 
IfZ 


Handschriftenabteilung in Bibliotheken 

Musikverlag Harmonie, Konstanz 

Fr. Hanemanns MV, Iserlohn 

Harmoniemusik (nur in Besetzungsangaben) 
Harmonie-Verlagsgesellschaft, Berlin-Halensee 

Gebr. Hug & Co, Leipzig 

Josef C. Huber, Diessen 

Hochschule (Universität) der Künste, Hochschulbibliothek, 
Abt. Musik und darstellende Kunst, Archiv (jetzt: UdK). 

Die UdK verfügt über 16 Nachlässe und Teilnachlässe, 90 
Sammelmappen und 10 Kartons mit Material über 
Persönlichkeiten des Berliner Musiklebens, im Bereich 
Allgemeines/Geschichte Dokumente aus der Sektion Musik der 
Preußischen Akademie der Künste, ferner zur Kgl. Hochschule 
für Musik und dem 1922 begründete Seminar für Musikerzie- 
hung, sowie dem Stern "schen Konservatorium, schließlich 
über Autographe von Boris Blacher und Franz Schreker. 
Helvetia, Berlin 

J. H. Heise, Freyburg/Unstrut und Laucha 
Hofmeister-Figaro-Verlag, Wien 

Verlag Rudolf Hack, Göttingen 

Hampe (Musik-Hampe), Hannover 

H. F. Hennig, Berlin 

Max Hieber, München 

Heinrich Hiob, Berlin-Lankwitz 

Wilhelm Halter, Karlsruhe 

Musikalienverlag W. Huhn, Lüdenscheid, ab 1939 Berlin 
Heeresmarsch, Heeresmärsche 

Heinrichshofen-Verlag, Magdeburg 

Friedrich Hofmeister, Leipzig 

Paul Hochmuth (Deutsche Kultur-Wacht, Propaganda-Verlag), 
Berlin 

Heinrich Hohler, Karlsbad-Donitz 

Höfling, München 

Friedrich Hänssler, Plieningen 

Matthias Hohner, Trossingen 

A. Huhle, Dresden 

Hausen Verlagsgesellschaft, Saarlouis/Saarlautern 
Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg 

Joh. Hoffmanns Wwe., Prag 

Verlags-Anstalt Hymnophon (Hermann Augustin & Sohn), 
Berlin 

Helbling, Zürich 

Verlag Ed. Intro, Berlin 

Institut für Zeitgeschichte, Archiv, München 

Es verfügt u. a. über eine Sammlung von Biographien 
emigrierter Künstler, darunter zahlreiche Musiker, ferner - auf 
Mikrofiche - eine von den National Archives, Washington, 


Abkürzungen 28 





übernommene Liste von 1936/37 mit den Namen der für den 
Rundfunk gesperrten bzw. mit Sondergenehmigung 
arbeitenden Künstler, darunter zahlreiche Komponisten, 
Instrumentalisten und Sänger (Signatur: 4/8-3/13, OMGUS); 
ferner Material aus dem ARR, Hauptamt Wissenschaft, auf 
Mikrofilm aus dem YIVO-Institut New York, so (Signatur: MA 
141) Zeitungsartikel, Korrespondenzen, Manuskripte, etc. von 
und mit Hochschullehrern, 1934-1944, auch Musikologen, 
weiterhin (Signatur: MA 116) Korrespondenzen des ARR mit 
der Parteikanzlei, eigene Gutachten und solche des NSD- 
Dozentenbundes anläßlich von Berufungen, Ernennungen, 
Ehrungen, 1941-1944, auch von Musikwissenschaftlern. 
Internationale Gesellschaft für Neue Musik 

IR Infanterie-Regiment 


[IR] Iris-Musikverlag, Recklinghausen 

Jantzen I Hinrich Jantzen, "Namen und Werke. Biographien und 
Beiträge zur Soziologie der Jugendbewegung". Bd. 2, 
Frankfurt/M. 1974. 

J antzen Il wie zuvor, Bd. 3, Frankfurt/ M. 1975. 


J antzen III wie zuvor, Bd. 4, Frankfurt/ M. 1977. 
J antzen IV wie zuvor. Bd. 5, Frankfurt/ M. 1982. 


Sämtliche Jantzen-Bände sind nicht empfehlenswert, weil sie 
Selbstfreisprüche der Dargestellten unkritisch weitertragen. 
Julius Bauer, Braunschweig 


Jh Jahrhundert 

UL] Otto Junne, Leipzig 

[Jü] K. Jüterbock & Co (Willy Kohl), Königsberg i. Pr. 

JZ] Johann Zientner, Augsburg 

K. kommissarisch(-e, -er) 

[K] Georg Kallmeyer, Wolfenbüttel 

[KaD] Musikhaus Hermann Kanitz, MV Donauquelle, Donaueschingen 

Kater I M. H. Kater: Carl Orff im Dritten Reich ("Vierteljahreshefte für 
Zeitgeschichte" XLIII, 1, Januar 1995). 

Kater II Michael H. Kater: Die mißbrauchte Muse. Musiker im Dritten 
Reich. München-Wien, 1998. 
Dieser Titel eines Autors ohne musikgeschichtliche Ausbildung 
und Kenntnisse steckt voller falscher Tatsachenbehauptungen 
und schadet dem Ansehen der Forschung. 

Kater III Michael H. Kater: Komponisten im Nationalsozialismus. Acht 
Porträts. Berlin, 2004. 
Dieser Titel eines Autors ohne musikgeschichtliche Ausbildung 
und Kenntnisse steckt voller falscher Tatsachenbehauptungen 
und schadet dem Ansehen der Forschung. 

[Kaw] Kawi-Verlag Karl Wilke, Berlin-Wilmersdorf 

[KB] Kamp, Bochum 

[KC] C. A. Klemm, Chemnitz 

KD "Künstlerdank", Goebbels-Stiftung für Sozialzwecke zugunsten 


der Künstlerschaft 


Abkürzungen 


29 





KdF 


KDLK 
KDMK 


[Ke] 
[KF] 
KfdK 
[KFU] 
[KHF] 
[KK] 
[KL] 
KMD 
[Kö] 
[KoK] 
KP 
[Kr] 
[K&S] 
[KT] 
KVK 
[KW] 
KZ 
[L] 
LA 

LB 
[LB] 


LBA 
LBI 


LdCh 


LdBl 


"Kraft durch Freude", NS-Gemeinschaft (NSG) innerhalb der 
Deutschen Arbeitsfront 

Im Text ist die Organisation zu NSG "Kraft durch Freude" 
verkürzt. 

Kürschners Deutscher Literatur-Kalender 

Kürschners Deutscher Musiker-Kalender (Berlin, 1954) 

Das Werk fußt auf Angaben der Dargestellten; diese betrieben 
politisch absolvierende Selbstdarstellung. 

Kellermann, Hohenschäftlarn 

E. H. Köhler, Freiburg im Breisgau 

Kampfbund für deutsche Kultur (in Zitaten auch "KfDK") 

K. F. Ullrich, Berlin 

K. H. Frank, Karlsbad-Leipzig 

Kommissionsverlag Klein, Kempten 

C. F. Kahnt, Leipzig 

Kirchenmusikdirektor 

Adolf Köster, Berlin-Lichterfelde-Ost 

Kollitsch, Klagenfurt 

Kulturpersonalien, Abt. des RMVP 

Ludwig Krenn, Wien 

Fr. Kistner &C. F. W. Siegel, Leipzig 

Hans Kessler, Trier 

Kriegsverdienstkreuz 

MV Johann Kliment, Wien 

Konzentrationslager 

Henry Litolff's, Braunschweig, ab 1939 Leipzig (= Petschull) 
Landesarchiv 

Landesbibliothek 

Robert Lienau, Berlin-Lichterfelde/ Leipzig 

Die Firma, die auf dem 1864 erworbenen jüdischen 
Musikverlag Adolf Martin Schlesinger gründete, legte den 
"untragbaren" jüdischen Namen im Herbst 1935 ab und 
firmierte fortan als Lienausche Musikverlage (!). 
Lehrerbildungsanstalt 

Leo Baeck Institute, New York, Archiv. 

Information vornehmlich zu emigrierten oder im Reich 
verbliebenen (jüdischen) Musikern. 

F. J. Ewens, "Lexikon des Chorwesens" (Mönchengladbach, 
21960) 

Autor Franz Josef Ewens bemühte sich, das Wort Emigration 
zu unterlassen und umschrieb die Flucht Verfolgter derart, daß 
dem Leser ein harmloses Auslandsengagement oder ein 
normaler Wohnsitzwechsel vorgespiegelt wird. 

Wolfgang Suppan, "Lexikon des Blasmusikwesens" (Freiburg i. 
Br., 1973) bzw. "Das neue Lexikon des Blasmusikwesens" 
(Freiburg, ?1988) 

Der Musikwissenschaftler Wolfgang Suppan, Jg. 1933, 
verschwieg oder verfälschte konsequent sämtliche politisch 


Abkürzungen 


30 





[Le] 
LGKdo 


LKrsKdo 


[Li] 
[Lim] 
[LL] 
[LöB] 
LÖUM 


MGGS 


MGV 

[MiD] 
Mi) uV 
MilMus 


anrüchigen Werktitel; damit täuschte er systematisch über die 
engen Beziehungen der Blasmusik zu Militarismus und NS- 
Ideologie hinweg. 

C. F. Leede, Leipzig 

Luftgaukommando, territoriale Dienststelle der Luftwaffe; 
1940 elf im Reich, dann noch sechs weitere. 
Luftkreiskommando, beim Aufbau der Luftwaffe 1935 hießen 
so - analog zum Wehrkreiskommando des Heeres - ihre 
ersten sechs territorialen Dienststellen. 

Konrad Littmann, Breslau 

Wilhelm Limpert, Berlin 

F. E. C. Leuckart, Leipzig 

Hermann Löffler, Berlin 

Siegfried Lang, "Lexikon österreichischer U-Musik-Komponisten 
im 20. Jahrhundert" (Wien, 1986) 

Der Autor meidet die Erwähnung politischer Bedingungen. 
Lucas, Wuppertal 

Luftwaffe 

Lausch & Zweigle, Stuttgart 

Musik, Abt. des RMVP 

Ehe dieser Betreff 1938 eine eigene Abteilung erhielt, 
bearbeitete ihn Abt. T mit. 

Edition Majestic, Berlin (= W. Meisel) 

Musikabteilung in Bibliotheken 

Willi Martin, Nürnberg-Kleinreuth 

Maximilian Müller, Berlin, 1939 Wien 

Hermann Moeck, Celle 

Männerchor 

Ministerialdirektor 

mündlich... 

Alfred Mehner, Leipzig 

Edition Meisel, Berlin 

"Musik in Geschichte und Gegenwart" (Kassel und Basel, 1949- 
1968, 14 Bände) 

Das Werk verschwieg, verharmloste oder verfälschte politisch 
anstößige Sachverhalte und informierte entgegen seinem Titel 
nicht über Musik im NS-Staat. 

Die 2. Auflage ab 1994, die immer noch viele politische Mängel 
zeigt, ist hier nicht generell mitverwertet. 

idem, Supplement (Band 15, 1973; Band 16, 1979; Band 17, 
1986) 

Männergesangverein 

Mitteldeutscher Musikverlag Willy Richter, Döbeln 

Musik in Jugend und Volk 

Militärmusik (nur in Besetzungsangaben) 

Mitteldeutsche Rundfunk-AG., Leipzig (bis 1934) 

Musikkorps, Kapelle von Wehrmachteinheiten 

Merseburger & Co, Leipzig 


Abkürzungen 31 





MM Musikmeister (mit Dienstrang Leutnant) 

MM2 H. J. Moser, Musiklexikon (Berlin, völlig umgearbeitete ?1943) 
MNN Münchener Neueste Nachrichten 

[Mo] Molitor, Leipzig-Wien 

[Mö] F. Mörike (Inh. Hans Gützkow), Stettin 

[MöK] Möller, Köln-Deutz 


[MöW] Möseler, Wolfenbüttel, nach 1945 Rechtsnachfolger des 
Kallmeyer-Verlags 


[MR] August Mallmann, Recklinghausen 

[MS] Metzler, Stuttgart 

[MU] Musik-Universum, Berlin-Steglitz 

MV Musikverlag, Musikalienverlag 

[MVA] Musikverlag Accelerando, Ohrdruf 

[MVE] Musikverlag Erato W. Baldamus, Berlin 
[MVF] Musikverlag Florida, Berlin 

[MVH] MV Harmonika, Georg Herrmann, Berlin 
[MVO] Musikverlag Der Osten, Breslau 

MW (mw) Musikwissenschaft (musikwissenschaftlich...) 
MZ Musikzug, Kapelle einer Parteiorganisation 


NL Furt- Wichtiger Bestand der StBB, teils noch in Privathand, zur Zeit 
wängler Prof. Dr. Andreas Furtwängler, Universität Halle. 


[NdM] Verlag Neue deutsche Musik, Leipzig 

[NG] Noten-Günther (= Josef Günther), Dresden 

[NH] Adolph Nagel, Hannover 

NIOD Nederlands Instituut voor Oorlogsdocumentatie, NL-1017 CA 


Amsterdam, Herengracht 474. 

Der Bestand DVK bietet reichhaltiges Material zur Musikpolitik 
der deutschen Besatzungsmacht in Holland mit Hilfe des 
Departement für Volksaufklärung und Künste 1940-45. 


[N)JV] NS-J ugendverlag, München 

NL Nachlaß 

[nML] Verlag für nationale Musik, Leipzig 

NN oder nomen nescio, unbekannt, keine Information oder Namen 
N. N. nach Erfordernis einzusetzen 

Norag Norddeutsche Rundfunk-AG., Hamburg (bis 1934) 

NS Nationalsozialismus, Nationalsozialistisch/-e/-er/-es 
NSBO Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation 

NSDAP Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter-Partei 


NS-Hago Nationalsozialistische Handwerks-, Handels- und 
Gewerbeorganisation 


NSKG Nationalsozialistische Kulturgemeinde 

NSKK Nationalsozialistisches Kraftfahrerkorps 

NSKOV Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung 
NSLB Nationalsozialistischer Lehrerbund 

NSOG Nationalsozialistische Opfergemeinschaft 
NSRSO Nationalsozialistisches Reichs-Sinfonieorchester 


NWDR Nordwestdeutscher Rundfunk, Hamburg (nach 1945) 
O Ost, Abt. des RMVP 


Abkürzungen 


32 





[0] 

[OG] 
[OH] 
[LOK] 
OKH 


[ost] 
ÖStA-AdR 


[PB] 
Pers 
Pg 


[Ph] 
PH 


Louis Oertel, Hannover 

Otto Gaumer, Leipzig 

Otto Haase, Kamenz 

Otto Koch, Rudolstadt 

Oberkommando des Heeres 

Oberkommando der Luftwaffe 

Oberkommando der Wehrmacht 

Fritz Oltersdorf, Hameln 

Obermusikmeister (mit Dienstrang Oberleutnant) 

ohne nähere Angaben (zum Autor von Musik/ Text) 
Österreichische Nationalbibliothek Wien, Musiksammlung. 
Der Bestand enthält zahlreiche Musikernachlässe, u. a. einen 
Teilnachlaß Hans Pfitzner mit reichhaltiger Korrespondenz 
(Signatur: F 68 Pfitzner). 

Ostdeutsche Rundfunk-AG., Königsberg (bis 1934) 
Orchester, auch in Zusammensetzungen 

Oberregierungsrat 

Oberste SA-Führung 

Otto Stollberg, Berlin 

Österreichisches Staatsarchiv - Archiv der Republik, Wien. 
In diesem Teil des Österreichischen Staatsarchivs liegen 
Gauakten des Bundesministeriums für Inneres, Wien, so 
Personalakten auch über Musikschaffende. 

Der Bestand Reichsstatthalterei III enthält zahlreiche 
Musikdokumente aus dem Bereich der Reichsstatthalter 
Bürckel und Schirach, 1938-1945. 

Organisation Todt 

Otto oder C. F. Teich, Leipzig 

A. Oertel, Würzburg 

Fr. Portius, Leipzig 

P. Pabst Nachf., Leipzig 

Pädagogische Akademie 

Personalakte aus dem Bereich Volksbildung 

Thüringisches Hauptstaatsarchiv, 99423 Weimar, Marstallstr. 2 
Politisches Archiv des Auswärtigen Amts, Werderscher Markt 1, 
10117 Berlin (Post über Auswärtiges Amt, 11013 Berlin). 
Bedeutsame Information von Schnittstellen zwischen Musik 
und Politik: Berichte der Auslandsvertretungen über Gastspiele 
deutscher Musiker in ihrem Bereich und das Echo der NS- 
Musikpolitik im Ausland. Die Bestände sind wegen 
Kriegsverlust meist lückenhaft. 

Arthur Parrhysius, Berlin 

Personal, Abt. des RMVP 

Parteigenosse 

Damalige Schreibpraxis bildete den Plural Pgg, weil das 
korrekte Pgn schon weiblich besetzt war. 

Phöbus-Verlag, Wien 

Pädagogische Hochschule 


Abkürzungen 


33 





[PL] 
[PM] 
PO 
[PP] 
[Pr] 
[PR] 


Pro 
[PS] 
PStG 
[PW] 

R 

[R] 
[Ra] 
RAVAG 
[RB] 


[R&E] 
[Rei] 
REM 


Rfk 
RGBl. 
Rgt, Rgts 
[RH] 
[RhW] 
RIAS 
RIOD 
[RK] 
RKK 

RKK 
Namens- 
akte... 


RLB 
[RL] 
RLM 
[RM] 
RMI 
RMK 
RML 


RMLE 
RMVP 
[RN] 
[Ro] 
[RoW] 


Paul A. Preil (PAP), Leipzig 

J. Preißler, München 

Politische Organisation 

Paul Paasch, Florida-Musikverlag, Berlin 

Reinhold Prinz MV, Berlin- Neukölln 

Paul Raasch (Kolonialliederverlag, MV Neues Deutschland), 
Berlin 

Propaganda, Abt. des RMVP 

Paul Schmidt, Berlin 

Personenstandsgesetz 

P. Westphal, Berlin-Karlshorst 

Recht, Abt. des RMVP 

Edmund Rachner, Gelsenkirchen 

Rather, Leipzig (= Sikorski) 

Radio-Verkehrs-AG., ab 1924 der österreichische Rundfunk 
J. Rieter-Biedermann, Leipzig (zu MV Peters-Petschull 
"arisiert") 

Ries & Erler, Berlin 

Gebrüder Reinecke, Leipzig 

Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und 
Volksbildung 

Rundfunk, Abt. des RMVP 

Reichsgesetzblatt 

Regiment, Regiments 

Richard Hoppe, Berlin 

Rheingold, Wesel 

Rundfunk im amerikanischen Sektor (Berlins) 

siehe NIOD. 

MV Rheingold Karl Jacobs, Koblenz 
Reichskulturkammer 

Nach 1945 von der US-Besatzungsmacht aus der erhaltenen 
Überlieferung zusammengetragener Mischbestand 
verschiedener Provenienzen zum Zweck der politischen 
Beurteilung von Kulturschaffenden, der sich im BA befindet. 
Keine Paginierung ex post. 

Reichsluftschutzbund 

W. Reissbrodt, Leipzig 

Reichsluftfahrtministerium 

Anna Ruthe, Magdeburg 

Reichsministerium, Reichsminister des Innern 
Reichsmusikkammer 

Riemann Musiklexikon. Personenteil (Mainz, '?1959) 
Musikpolitische Sachverhalte sind hier ignoriert. 

idem, Ergänzungsband. Personenteil (Mainz, 1972) 
Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda 
Fred Richter, Naunhof bei Leipzig 

MV Rotköpfchen, Berlin 

Adolf Robitschek, Wien 


Abkürzungen 


34 





RVgemChe 


[RW] 

S 

SA 

[Sa] 
[Sal] 
SaxStn. 
[SB] 
SBZ 


[Sc] 
[Sch] 
[Scha] 
[SchB] 
[SchD] 
[SchL] 
[Sch&C] 
[S&C] 
[SD] 

SD 


Deutscher Verlag Richard Pach, Breslau 
Reichspropagandaamt/ämter 

Reichspropagandaleitung 

Reichsparteitag 

Regierungsrat 

Rudi Roonthal, Köln 

Reichs-Rundfunk-Gesellschaft 

Reichssender 

Reichssendung (als politisch wichtig geltende Programme 
liefen zeitgleich über alle Sender) 
Reichssicherheitshauptamt 

Reichsschrifttumskammer 

Risi-Ton-Verlag, Richard Siedentopf, Berlin 
Reichstheaterkammer 

Robert Rühle, Berlin 

Reichsverteidigung, Abt. des RMVP 

Reichsverband der gemischten Chöre Deutschlands 
Rühle & Wendling, Leipzig 

Sopran 

Sturmabteilung 

Musikverlag Saxonia, Dresden 

Sander, Leipzig 

Saxophonstimmen 

MV Sanssouci (Wilke & Co), Berlin 

Sowjetische Besatzungszone; von der Roten Armee bei 
Kriegsende besetztes und verwaltetes deutsches Gebiet bis zur 
Gründung der DDR 1949. 

Musikverlage B. Schotts Söhne, Mainz 

Schaeffers, Berlin 

Albert Schaper, Berlin 

Schlesinger, Berlin 

L. Schwann, Düsseldorf 

M. Schauenburg, Lahr 

Schulenburg & Co, Berlin 

J. Schuberth & Co, Leipzig 

Franz Suppan, Düsseldorf 

Sicherheitsdienst 

Süddeutscher Rundfunk Stuttgart (nach 1945) 

Oskar Seifert MV, Leipzig 

Interpretation des Urhebers (nach Dgt. o. ä.) 

Sender Freies Berlin 

Sondergenehmigung (in Zitaten) 

Musikalienhandlung E. Simon (Inh. Alfred Döring), Stettin 
N. Simrock, Leipzig (= Sikorski) 
Staatliches Institut für deutsche Musikforschung, Berlin 
W. Simon, Kassel 

Hans Sikorski Musikverlage (u. a. Benjamin, MV City, Emil 
Grunert, D. Rahter, N. Simrock), Leipzig 


Abkürzungen 


33 





[SM] 
SML 


[So] 
[SoV] 
SPD 
[SR] 


Ss 


[St] 

[Sta] 
Stagma 
(STAGMA) 
StAr 

StBB 


[StG] 
Stiftung 


[StL] 
StMM 
[St&R] 
[StS] 
[StV] 
[Su] 
[SuB] 
Südfunk 
Suppan | 


Serano, München 

Horst Seeger, Musiklexikon in 2 Bänden (Leipzig, 1966) 

Der Autor erwähnt und kritisiert politisches Fehlverhalten nur, 
wenn Musiker nach 1945 entweder nicht Bürger der DDR 
waren oder nicht als Freunde der DDR galten. 

Soltanscher Verlag Ferdinand Bischof, Frankfurt a. M. 
Solisten-Verlag, Wien 

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 

Sonderreferat Truppenbetreuung beim Reichskommissar Den 
Haag 

Schutzstaffel 

Die Abkürzung bediente sich häufig der Siegrune. 

Albert Stahl, Berlin 

Staufen-Verlag, Göttingen. 

1933-45 staatliche Gesellschaft für Aufführungsrechte der 
Musikurheber 

Stadtarchiv 

Staatsbibliothek zu Berlin, Musikabteilung, Unter den Linden 8, 
10117 Berlin. 

Hier befinden sich u. a. 120 Nachlässe, darunter auch von 
Musikschaffenden wie Hans-Joachim Moser, Ernst Pepping und 
Friedrich Smend, ferner ein Depositum GEMA mit 
Korrespondenz der STAGMA, inzwischen auch ein Großteil des 
Nachlasses Wilhelm Furtwängler. 

"Die Deutsche Musiksammlung (...) hat im Krieg einen Verlust 
von etwa 10% erlitten. Genau wissen wir das nicht, da der bei 
uns vorhandene Teil wegen der Umstellung in ein 
Komponistenalphabet (mangels Katalog) nie einer Revision 
unterzogen werden konnte. Titel, welche die Deutsche 
Staatsbibliothek als >verlagert< bezeichnet, sind häufig bei 
uns anzutreffen, die Fälle, daß sie auch hier nicht nachweisbar 
sind, sind allerdings gar nicht so selten. Sie sind dann als 
verschollen anzusehen" (Staatsbibliothek Preußischer 
Kulturbesitz, Dr. Helmut Hell, an Fred K. Prieberg, 10/IX/91). 
MV Siegfried Stanberg, Graz und Wien 

Das "Dritte Reich" und die Musik. Hgb. von der Stiftung 
Schloß Neuhardenberg in Verbindung mit der Cite de la 
musique, Paris. Berlin, 2006. 

Steingräber-Verlag, Leipzig 

Stabsmusikmeister (ab 12/1V/38 mit Dienstrang Hauptmann) 
Steigerwald & Rothaug, Würzburg-Höchberg 

Stahlberg, Stuttgart 

Steirische Verlagsanstalt, Graz 

Sunnwend-Verlag, Leipzig 

W. Sulzbach, Berlin 

Süddeutscher Rundfunk, Stuttgart (bis 1934) 

Wolfgang Suppan: Steirisches Musiklexikon (Graz, 1962- 
1966). 


Abkürzungen 


36 





[SV] 
[SVL] 
SWF 


[Sy] 
7 

. 

[T] 
[TB] 
[TD] 
[ThF] 
[T&J ] 
[TL] 
[TM] 
[Tr] 
[Tri] 
TrK 


Selbstverlag 

Standarten-Verlag, Leipzig 

Südwestdeutscher Rundfunk, Frankfurt (bis 1934; nach 1945 
Südwestfunk Baden-Baden, zuletzt Südwestradio). 
Symphonie-Verlag, München 

Tenor 

Abt. Theater des RMVP 

P. J. Tonger, Köln 

Tauentzien MV, Berlin 

Thiele & Sohn, Dresden 

Theodor Herbert Fritsch jun., Leipzig 

Tischer & Jagenberg, Köln 

C. F. Teich, Leipzig 

Edition To-Ma, Berlin 

Trowitzsch, Berlin und Frankfurt a. d. O. 

Trio-Verlag W. Moß, Berlin-Tempelhof 

Trompeterkorps 

Teo-Ton Verlag, Berlin 

Verlag Der Turner-Musikant, Heinz Wolfensteller, Leipzig 
Taunus-Verlag, Hans Lothar Grahl, Frankfurt am Main; Hans 
Grützner, Bad Homburg 

Edmund Ullmann, Reichenberg 

Uraufführung 

Universitätsbibliothek 

Ufaton-Verlagsgesellschaft, Berlin 

Überlieferung 

Universität der Künste, Berlin; früher Hochschule der Künste 
Universal-Edition, Wien (ab 1939: Dr. Johannes Petschull) 
unabkömmlich (für den Wehrdienst) 

F. Ullrich, Bad Godesberg 

Union, München 

Ursendung, Rundfunk-Uraufführung 

Verlag 

Ludwig Voggenreiter-Verlag, Potsdam 

Völkischer Beobachter 

Chr. F. Vieweg, Berlin-Lichterfelde 

Volksbund für das Deutschtum im Ausland; 1938 unter Leitung 
von SS-Obergruppenführer Werner Lorenz, zugleich Leiter des 
Hauptamts Volksdeutsche Mittelstelle beim Reichskommissar 
für die Festigung deutschen Volkstums, Reichsführer-SS 
Himmler. 

Verband Deutscher Komponisten und Musikwissenschaftler 
(DDR) 

Volkseigener Betrieb (DDR) 

Verlag für deutsche Musik Paul Lincke (Robert Rühle), Berlin 
Verwaltungsgerichtshof 

Verlag für Jugend und Volk, Leipzig 

B. F. Voigt, Leipzig 


Abkürzungen 


37 





[VM] 
[VNM] 
[VS] 
[VV] 
[VVD] 
[VVF] 
[W] 
WASt 


[WB] 
[WBo] 
[W&C] 
[WD] 
WDR 
[WE] 
Werag 
WFA 


ZKNSDAP 


Jos. Viegener, Münster 

Verlag für Neudeutsche Musik, Leipzig 

Ludwig Vahlberg, Stuttgart 

Völkischer Verlag Reinhold von Hunnius, Stettin 

Völkischer Verlag, Düsseldorf 

Volkstümlicher Verlag Margarethe Frisch, Chemnitz 

Otto Wrede (Regina-Verlag), Berlin 
(Wehrmachtauskunftstelle) Deutsche Dienststelle für die 
Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen 
der deutschen Wehrmacht 

Otto Wernthal, Berlin-Lichterfelde-Ost 

Wiener Boheme-Verlag, Berlin 

Wilke & Co (Sanssouci), Berlin 

Wildts MV (Inhaber Franz & Josef Wildt), Dortmund 
Westdeutscher Rundfunk, Köln (nach 1945) 

Willi Webels, Essen 

Westdeutsche Rundfunk-AG., Köln (bis 1934) 
Wilhelm-Furtwängler-Archiv bei der Musikabteilung der 
Staatsbibliothek zu Berlin. 

Enthält Korrespondenzen, Entwürfe, Aufzeichnungen, 
Adreßbuch, Taschenkalender von W. Furtwängler. Dazu von 
Mireille Geering ein Register der Briefsammlung. 

Wilhelm Hansen, Leipzig 

W. Hendriock, Berlin-Steglitz 

Winterhilfswerk, als Sozialwerk geplant und propagiert, doch 
immer mehr zweckentfremdet, so für Kriegsaufgaben des DRK 
wie Betreuung von Verwundeten. 

Weltkrieg (I, II) 

Wilhelm Lüdecke, Bismark/ Altmark 

MV Willi Müller, Heidelberg 

Wachtmeister (Feldwebel in bestimmten Waffengattungen) 
Willi Pinkert, Berlin 

Westpreußen 

Völkischer Verlag W. Uttikal, Breslau, bis 1933 Steinberg& 
Uttikal 

Willy Würges, Köln 

Joseph Wulf: Musik im Dritten Reich. Eine Dokumentation 
(Gütersloh, 1963) 

Widukind-Verlag Alexander Boß, Berlin-Lichterfelde 

Josef Worall, Wien 

Zeitschriftenpresse, Abt. des RMVP 

Zimmermann, Frankfurt a. M. 

Zeitschrift für Musik 

Zentralkartei der NSDAP, zunächst im Berlin Document 
Center, heute auf Mikrofilm im Bundesarchiv Berlin (Bestand 
31XX), ergänzend eine Ortsgruppenkartei (Bestand 32XX). 
Ausländer, Nichtarier, "nichtarisch Versippte" konnten der 
NSDAP nicht angehören. 


Abkürzungen 


38 





[ZL] Wilhelm Zimmermann, Leipzig 
[ZLö] Zell Musikverlag, Lörrach 
[Zs] P. Zschocher, Leipzig 


[ZVNSDAP] Zentralverlag der NSDAP, Franz Eher Nachf., München 


Politisches Kalendarium 


Häufig standen Ereignisse im Kontext von politischen Gedenk- und 
Feiertagen, dienten zur Ausgestaltung des "de tempore der völkischen 
Lebensordnung " (O. Brodde). Zu beachten ist, daß häufig Daten um die 
Ereignistermine herum, oft schon - als Einstimmung - "Vorabende", für 
Aufführungen genutzt wurden. 


Ein Asterisk (*) im Text kennzeichnet jeweils den möglichen politi- 
schen Einsatz einer Aufführung, Ehrung oder Publikation, in örtlichem 
Rahmen auch politische Morgenfeiern, Veranstaltungen von lokalen NS- 
Organisationen, Kulturtage und Gaukulturwochen der NSDAP. 


16/1/1935 Tag der Deutschen Saar 

10/1/1920 Danzig wird vom Deutschen Reich getrennt 

12/1/1893 Hermann Göring und Alfred Rosenberg, Geburtstag 

13/1/1935 Saarabstimmung 

17/1/1937 Tag der Deutschen Polizei 

18/1/1871 Gründung des 1. Deutschen Reiches 

24/1/1933 Ermordung des Hitlerjungen Herbert Norkus in Berlin 

28/1/1923 1. Parteitag der NSDAP in München 

28/1/1938 Tag der Deutschen Polizei 

29/1/1939 Tag der Deutschen Polizei 

30/1/1933 Tag der "Machtübernahme"; Mord an SA-Sturmführer Hans 
Maikowski in Berlin 

11/11/1934 "Tag des Rundfunks" 

21/11/1937 Heldengedenktag 

23/11/1930 Tod von Horst Wessel 

24/1l/1920 Verkündung des Programms der NSDAP 

25/11/1934 Heldengedenktag 

27/1l/1925 Wiederbegründung der NSDAP 

1/111/1935 Tag der Heimkehr der Saar; Tag der Luftwaffe 1935 

2/1ll/1943 Tag der Luftwaffe 1943 

5/1l1/1933  Reichstagswahl mit Wahlsieg der Regierung Hitler 

8/111/1917 Graf Zeppelin verstorben 

8/l11l/1936 Heldengedenktag (bis 1939 am 5. Sonntag vor Ostern, 
Reminiscere) 

10/111/1940 Heldengedenktag 

11/111/1945 Heldengedenktag 

12/111 Heldengedenktag 1933 und 1944 

13/111 Heldengedenktag 1938 und 1939 

13/111/1938 "Anschluß" Österreichs ans Reich ("Heimkehr der Ostmark") 

14/111 Heldengedenktag 1943, von Hitler auf den 21/11 verlegt 

15/111 Heldengedenktag 1942 

16/111 Heldengedenktag 
(ab 1939 - wenn Sonntag, oder ein Sonntag vor diesem) 

16/111/1939 Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren 

16/111/1935 Hitler verkündet die "Wehrfreiheit" 

16/111 Heldengedenktag 1941 


Politisches Kalendarium 


40 





17/111 

19/111 
19/11/1936 
21/111/1933 
21/111/1868 
23/111/1933 
23/111/1939 
21/11 

27/11 
1/1V/1815 
1/1V/1933 
9/1V/1865 


9/1V/1940 


10/1V/1935 
10/1V/1938 
19/1V/1937 


20/1V/1889 
21/1V/1918 


29/1V/1933 
1/V 
5/V/1941 
6/V/1934 
9/V/1937 
12/V/1935 
13/V/1934 


Heldengedenktag 1935 

"Tag der Wehrmacht" 

Volksbefragung über Hitlers Politik 

"Tag von Potsdam" 

Dietrich Eckart geboren 

Der Reichstag verabschiedet das Ermächtigungsgesetz 
Eingliederung des Memelgebiets 

Heldengedenktag 1943 

Tag der Verpflichtung der J ugend 

Bismarck geboren 

Das Panzerschiff "Deutschland" wird in Dienst gestellt 
Ludendorff geboren 

Der General (1865-1937), Thema und Widmungsträger in 
mehreren Musiktiteln, prominent in der deutschen "völki- 
schen Freiheits-Bewegung", beteiligt am Pusch Hitlers in 
München 1923, gründete mit seiner Frau eine politisch- 
religiöse Bewegung. Der Bayerische VGH sprach Recht in 
Sachen Ludendorff-Bewegung: 

"(...) Das angeforderte Urteil wird extrem datengeschützt: 
sowohl der Sektengründer Ludendorff wie auch seine Gattin 
und die leitenden Funktionäre waren mit dickem Filzstift 
übermalt. Aber auch die Zeitschrift der Bewegung und sogar 
der Gott Jahwe waren schützenswerte Persönlichkeiten..." 
(Frank Flechtmann an F. K. Prieberg, 15/V/93). 

Deutsche Landung in Narvik 

Zahlreiche Titel feiern diese und die folgenden verlustrei- 
chen Kämpfe um die nordnorwegische Hafenstadt, den 
Endpunkt der schwedischen Erzbahn, im April/Mai zwecks 
Sicherung der Erzlieferungen und Zurückwerfung der Briten. 
Diese schlossen die deutsche Landegruppe, die 8. Gebirgs- 
Jäger-Division unter Führung von General Dietl, mit einer 
Gegenlandung nördlich der Stadt zunächst ein, sodaß Hitler 
die Aufgabe befahl, zogen sich aber zurück, als Diet! die 
Landverbindung nach Drontheim herstellte. 

Heirat Göring-Sonnemann 

Volksabstimmung über die Ostmark 

Gründung des NS-Fliegerkorps anstelle des Deutschen 
Luftsportverbandes 

Hitler geboren 

Todestag des Jagdfliegers Manfred von Richthofens, von 
Hermann Göring 1935 zum "Tag der Luftwaffe" bestimmt 
Gründung des Reichsluftschutzbundes 

Maifeiertag 

Muttertag 

Tag der Saar 

Muttertag 

Muttertag 

Muttertag 


Politisches Kalendarium 4] 





15/V/1938 
16/V/1943 
18/V 0.3. 
19/V/1935 
21/V/1944 
21/V/1921 


21/V/1935 
26/V/1923 


28/V/1933 
31/V/1916 


Muttertag 

Muttertag 

Muttertag 

Erstes Autobahnteilstück F-DA fertig 

Muttertag 

Eroberung des Annabergs durch Freikorps 

Wegen der deutsch und polnisch gemischten Bevölkerung 
legte der Völkerbund zur Sicherung der Abstimmung 
französische, britische und italienische Truppen nach 
Oberschlesien. Um nicht reversible Fakten zu schaffen, ließ 
der Nationalpole und Reichtagsmitglied in Berlin, Wojciech 
Korfanty (1873-1939), im Mai 1921 polnische Freischärler 
einrücken. Die Deutschen wehrten sich mit dem 
Sturmbataillon Heinz, in dem Schlageter eine 
Sturmkompanie befehligte. Die Alliierten sahen zu oder 
stoppten den deutschen Selbstschutz an der alten Grenze zu 
Polen. Die Abstimmung führte zur Teilung Oberschlesiens. 
Zahlreiche Musiktitel erinnern daran. 

Wehrgesetz 

Hinrichtung Albert Leo Schlageters 

Zahlreiche Titel feiern den Offizier Albert Leo Schlageter 
(1894-1923), der im Untergrund Privatkrieg gegen die 
französisch-belgisch-italienische Ruhrbesetzung führte, 
welche die nachlassenden Reparationslieferungen an Kohle 
und Stahl aus dem Versailler Vertrag sichern sollte, und 
dafür von einem französischen Militärgericht zum Tode 
verurteilt und auf der Golzheimer Heide bei Düsseldorf 
erschossen wurde. Der NS stilisierte den Rechtsbrecher zum 
Nationalhelden. 

1924 fällte der Staatsgerichtshof Leipzig das Urteil gegen 
eine Femegruppe, weil sie bei Parchim einen "linken" 
Volksschullehrer als angeblichen Verräter des "Ruhrkämp 
fers" viehisch totgeschlagen hatte; der Rädelsführer und 
Hauptbeteiligte brauchte von der zehnjährigen Zuchthaus 
strafe nur vier Jahre abzusitzen, da er unter die Amnestie 
von 1928 fiel. Es war Rudolf Höß, Pg. Nr. 3240. 

Sieg der NSDAP bei der Danziger Volkstagswahl 
Seeschlacht im Skagerrak 

Zahlreiche Titel feiern die einzige große Seeschlacht des 
Wk. I, dieam 31. Mai und 1. Juni 1916 in dem Skagerrak 
genannten Teil der Nordsee zwischen 37 Großkampfschiffen 
der britischen Grand Fleet unter Admiral Jellicoe und 21 der 
deutschen Hochseeflotte unter Admiral Scheer stattfand und 
ohne Entscheidung endete. Dabei sanken 115.000 Tonnen 
englischer Schiffsraum, 61.000 deutscher; etwa 10.000 
Seeleute verloren ihr Leben. Berlin wertete das als großen 
Sieg, weil sich die Briten, um Material und Personal zu 
schonen, zurückzogen. 


Politisches Kalendarium 42 





17/V1/1922 
20/V1/1933 


21/VI 
21/VI 
21/V1/1919 


26/V1/1935 
27/V1/1937 
28/V1/1914 
28/V1/1919 
1/V11/1934 
10/V11/1937 
10/V11/1938 
10/V11/1939 
15/V11/1939 
26/V11/1902 
30/V11/1898 
1/V111/1914 
2/VI11/1934 


16/V111/1717 
19/V111/1934 


25/V111/1937 
27-29/VIIl/ 
1914 


Teilung Oberschlesiens 

Die NSDAP übernimmt die Regierung der Freien Stadt 
Danzig 

Sommersonnenwende 

"Tag der deutschen Jugend" 

Admiral von Reuter läßt die von den alliierten Siegern in 
Scapa Flow sequestrierte deutsche Flotte versenken 
Mehrere Titel feiern diesen Versuch, den Alliierten diese 
Kriegsbeute, immerhin 80 Schiffe, zu entziehen. 

Andere feiern den Erfolg von Kapitänleutnant Günther Prien, 
der mit seinem U-Boot am 13. Oktober 1939 unbemerkt in 
den "völlig sicheren" britischen Heimathafen der Home 
Fleet, Scapa Flow in Schottland, einlief, das Schlachtschiff 
"Royal Oak" durch Torpedotreffer versenkte und den 
Schlachtkreuzer "Repulse" anschoß. Wie alle Helden starb 
der 33-jährige Ritterkreuzträger verfrüht, nämlich am 7/III/ 
41, als sein Boot von britischen Seestreitkräften zerstört 
wurde. 

RAD-Gesetz (macht RAD zur Pflicht), Tag des RAD 
Deutscher Liedertag 

Mord in Sarajewo 

Friede von Versailles 

Kolonialgedenktag 

(16-18/VIl) Tag der Deutschen Kunst, München 

Tag der Deutschen Kunst, München 

Tag von Tannenberg 

Tag der Deutschen Kunst, München 

Albert Forster, Gauleiter von Danzig, geboren 

Bismarck verstorben 

Beginn des Wk. |. 

Tod Hindenburgs 

Zahlreiche Titel feiern Paul von Beneckendorff und 
Hindenburg (1847-1934), Generalfeldmarschall und 1914 
Oberbefehlshaber der Armee, Sieger der Schlacht bei 
Tannenberg gegen die Russen, 1925 zum Reichspräsidenten 
gewählt, 1932 wiedergewählt; er setzte Hitler am 30/1/33 
als Reichskanzler ein. 

Prinz Eugen schlägt die Türken bei Belgrad 
Volksabstimmung zur Bestätigung Hitlers als 
Staatsoberhaupt 

Tag der deutschen Militärmusik 

Schlacht bei Tannenberg 

Zahlreiche Titel feiern die Schlacht bei Tannenberg, bei der 
die deutsche 8. Armee unter Generaloberst von Hindenburg 
zwischen 27. und 29 August 1914 die 2. Russische 
(Narew-)Armee unter Alexander Samssonow schlug, der 
den Freitod der "Schande der Niederlage" vorzog. 
Tatsächlich spielte sich die Schlacht im Raum Hohenstein- 


Politisches Kalendarium 43 





1/1X/1939 
15/1X/1935 
18/1X 
19/1X 
22/1X 
27/\X/1939 
1/X/1938 
1/X 

2/X 
2/X/1847 
3/X 


15/X/1933 
24/X/1934 
28/X/1916 
29/X/1897 
1/X1/1914 
4/X1/1921 
9/X1/1923 
10/X1/1914 


11/X1/1918 


Gilgenburg-Ortelsburg-Soldau ab und verlegte den Russen 
den Weg nach Allenstein. Sie erzwang den Rückzug der 
nach der Kriegserklärung des Zaren tief in Ostpreußen 
eingedrungenen russischen Truppen. Die deutschen Militärs 
benannten sie jedoch nach Tannenberg, um die dortige 
Niederlage der Deutschordensritter 1410 gegen Polen und 
Litauer zu kompensieren. Bei Tannenberg entstand, 
begonnen 1927, ein Monumentalbau als Feierstätte. 
Überfall auf Polen, Beginn des Wk. II 

Nürnberger Gesetze 

Tag des deutschen Volkstums 1938 

Tag des deutschen Volkstums 1937, 1939 

Tag des deutschen Volkstums 1935 

Einmarsch der Wehrmacht in Warschau 

Eingliederung des Sudetengebiets 

Erntedanktag 1944 

Erntedanktag 1938 

Geburtstag Hindenburgs 

Erntedanktag 1937, 1943 

Erntedanktag 1936 

Erntedanktag 1941 

Erntedankfest auf dem Bückeberg 

Erntedanktag 1940 

Tag der Deutschen Kunst 

Die "Deutsche Arbeitsfront" wird Pflichtorganisation 

Tod des J agdfliegers Oswald Boelcke 

Geburtstag von Josef Goebbels 

Hindenburg wird zum Oberbefehlshaber Ost ernannt 
Gründung der SA 

NS-Putschversuch in München; "Tag der Kämpfer" 
Langemarck-Tag 

Zahlreiche Titel feiern einen sinnlosen verlustreichen 
Sturmangriff des XXIII. Reservekorps bei dem flandrischen 
Dorf Langemarck in Belgien am 10. November 1914 durch 
kaum ausgebildete junge Kriegsfreiwillige; nach dem vom 
Generalstab am 11/X1/14 herausgegebenen Heeresbericht 
seien sie mit dem Deutschlandlied auf den Lippen 
gestorben. Der NS baute darauf einen Opfer-Mythos auf: 
"Was dort in Flandern geschah, als in späten Oktobertagen 
neunzehnhundertvierzehn mitten im schon regnenden Feuer 
des Feindes unter dem nächtlichen Himmel, überglüht von 
wildem in rotem Achatschliff erstarrtem Gewölk, Scharen 
von jungen Männern aus kaum vertieften Gräben, aus 
Furchen, von flacher Erde plötzlich emporsprangen und, den 
Gesang eines brausenden Liedes auf den Lippen, den Sturm 
gegen die feindlichen Linien trugen, war ein 
Unvergleichliches" (Rudolf G. Binding). 

Waffenstillstand im Wk. I 


Politisches Kalendarium 





12/X1/1933 Reichstagswahl (Entscheidung für Hitler) 
15/X1/1920 Danzig erhält den Status einer "Freien Stadt" 


15/XI Tag der deutschen Hausmusik 1937 
17/X1/1935 Reichsbauerntag in Goslar 

18/Xl Tag der deutschen Hausmusik 1941 
19/xl Totensonntag 1939 

20/XI Totensonntag 1938 

21/XI Totensonntag 1943 

22/X| Totensonntag 1936, 1937, 1942 
23/XI Totensonntag 1941 

24A/X|I Totensonntag 1935, 1940 

25/XI Totensonntag 1934 

26/XI Totensonntag. 1933, 1944 


27/X1/1933 Gründung der NS-Gemeinschaft "KdF" 
6/X11/1849 Mackensen geboren 

21/XlIl Wintersonnenwende ()J ulfest) 
26/X11/1923 Tod Dietrich Eckarts 


Lexikonteil 


A 


A!la!a!Das Kindlein lieget da. Volkslied. 
In: 
Singkamerad, Anhang München (1939). 


A, a, a, der Winter der ist da. Kinderlied. 
In: 
Singkamerad, Anhang München (1939). 


Aba Haidschi bumbaidschi, schlaf lange (T: Luise Döbereiner). 
Wiegenlied aus dem Sudetenland. 
Vgl. Aber Heidschi bumbeidschi. 
In: 
Lieder zur Weihnachtszeit (1935, 1944); RJF, Hohe Nacht der klaren 
Sterne (1938); Singkamerad, Anhang München (1939); Tut auf das Tor 
(1939). 


ABC, das Kätzchen lief in'n Schnee. Kinderlied, in ganz 
Deutschland bekannt. 
In: 
Lieder des Volkes (61936); Klingend Erbe (1941). 


A Baurabüable mag inet. Volkslied aus Schwaben. 
Vgl. Es Burebüebli. 
In: 


Schwäbisches Liederbuch (41938). 


Abel, Bernhard 
Heil Deutschland. Album für Konzert-Zither, hgb. von Bernhard Abel 
(1934) [DL]. 

Abel, Otto 


Kirchenmusiker in Berlin (1942) NO 55, Tresckowstr. 36. Kantor und 
Chordirigent der Immanuelkirche. 


Gelegentlich Leiter der Rundfunkspielschar 3 der H]. 
14. April 1940: 


O. Abel leitet die Rundfunkspielschar 3 im Morgensingen der Jugend, 


A 47 





Motto "Die Erde braucht Regen" (DtldS/RS Berlin, 14/1V/40). 
Willi Jahn: Wir traben in die Weite. Kriegslied. Satz: O. Abel. 
In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 25 (März 1941). 

Droben im Oberland. Volkslied. Satz: Otto Abel. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 25 (März 1941). 

Ich bin ein freier Wildbretschütz. Volkslied. Satz: O. Abel. 
In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 25 (März 1941). 

Ein Tiroler wollte jagen. Volkslied. Satz: O. Abel. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 25 (März 1941). 


Abendläuten = Bim, bam, bim, bam! 


Abendrot, Abendrot, leuchtest ins Torpedoboot; wie im Schoße der 
Familie lebten wir auf der Flottille. "Torpedobootslied", zur Melodie 
"Morgenrot" (Silcher). 

Textprobe (2. Strophe): 

"Heldenmut, Heldenmut, 
bei der Nordsee Ebb' und Flut; 
lief auch mancher mal vom Essen fort 
und beugt kreidebleich sich über Bord, 
das wird alles wieder gut". 

In: 

Liederbuch der SA-Marine (1934). 


Abendroth, Hermann 
Berlin, 9. Oktober 1882 - Bevensen, 5. Februar 1951. 
Ursprünglich Elektrotechniker, dann Kabarettsänger in Hamburg, 
"artistischer Vortragskünstler", Texter. 
Nach 1945 zuletzt in Bevensen. 
Werke: Couplets, Schlager auf eigene Texte, Tänze und Märsche, so "Sei 
kein Frosch - und quake nicht" (1937). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. RSHA, 6/X11/41: Nachteilige Notierungen (in 
politischer Hinsicht) liegen nicht vor. 
Mein Mädel, ade, ich fahre zur See! (T: 0nA). Seemanns-Marschlied, 
für Gesang und Klavier (1935) [GH]. 
Knorke-Marsch (DtldS, *21/V/38). 
In einer kleinen Garnison (eigener T). Soldatenmarschlied (1943) 
[GH]. 

Information: FA. Den Todesfall beurkundete das Standesamt Bevensen, 
Nr. 25/1951. 





Abendroth, Hermann 

Frankfurt a. M., 19. Januar 1883 - Jena (DDR), 29. Mai 1956 
Sohn eines Buchhändlers; Dirigent, GMD, Städt. Musikdirektor in Köln und 
Leiter des Gürzenich-Orchesters (Konzertgesellschaft), 1933-1934 
Direktor der Musikhochschule Köln, jedoch auf Betreiben des Gauleiters 
der NSDAP abgesetzt; 1934-1945 in Leipzig Chefdirigent des 
Gewandhaus-Orchesters, dazwischen - Stand 1938 - am Hessischen 
Landestheater Darmstadt. 

1945 auf der "Schwarzen Liste" der US-Militärregierung. Dann 
Professor an der Musikhochschule Weimar, Leiter der Thüringischen 
Staatskapelle, ab 1946 GMD, 1947 in Weimar Musikal. Oberleiter des 
Nationaltheaters und Direktor der dortigen Musikhochschule, und 1949 
Chefdirigent des Mitteldeutschen Rundfunks Leipzig, von dem er 1956 mit 
einem Mozart-Konzert schied, 1953 auch des Berliner Rundfunk- 
Sinfonieorchesters. Mitherausgeber von "Der Musikerzieher" [Sc]. Er 
erhielt 1949 den Nationalpreis der DDR und 1954 den "Vaterländischen 
Verdienstorden" in Silber und war Mitglied der Dt. Akademie der Künste in 
Berlin (DDR). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.893.094. KfdK. Ab November 1933 Leiter der 
Fachschaft Musikerzieher und Chorleiter in der RMK (= Fachschaft Ill der 
Reichsmusikerschaft); Mitglied des Verwaltungsausschusses der RMK. Er 
leitete nach dem Abgang Ludwig Kormanns im Februar 1935 
vorübergehend das Orchester der Kulturpolitischen Abteilung der NSDAP, 
Kreis Leipzig. 1938 vom Präsidenten der RMK für den Reichskultursenat 
vorgeschlagen. Staatsrat. 

Im Rechnungsjahr 1938 subventionierte die Auslandsstelle der RMK 
den Dirigenten aus Mitteln des RMVP u. a. für Gastspiele in Aussig und 
Danzig mit 3.096, 40 RM. 1941 von Gauleiter Sprenger zum 
Chefdirigenten des Rhein-Mainischen Landesorchesters Frankfurt berufen. 
Am *30/1/44 erhielt er das KVK II ohne Schwerter. RSHA, 26/V1/44: 
"Nachteilige Notierungen in politischer Hinsicht liegen nicht vor". 


1933 
*21. März 1933: 

Vor Beginn des 9. Konzerts der Saison 1932/33 dirigiert Abendroth 
das GürzenichOrch, das "zur Feier der nationalen Erhebung" stehend das 
Deutschlandlied spielt, während das Publikum begeistert mitsingt (Quelle: 
"Westdeutscher Beobachter", 25/111/33). 

31. März 1933: 

Der Leipziger Oberbürgermeister Goerdeler wendet sich an den 
Kölner Oberbürgermeister Riesen und bezeichnet Abendroth als einzig 
geeigneten "wirklich deutschen und national empfindenden Kapellmeister" 
zur Nachfolge von Bruno Walter (Quelle: Historisches Archiv der Stadt 
Köln, Signatur: Best. 46 Nr. 40/4). 

11. April 1933: 

Dr. Goerdeler erfährt aus Köln, daß Abendroth nach Entlassung von 

Braunfels die Leitung der Musikhochschule übertragen sei, sodaß kein 


A 49 





Urlaub gewährt werden könne. 
26. Mai 1933, Rehabilitierung: 

"Professor Hermann Abendroth hat wieder die gesamte Leitung der 
Hochschule für Musik in Köln übernommen, nachdem der Kommissar 
Walter Trienes auf Grund der Verfügung des Ministers Göring über die 
Zurückziehung besonderer Kommissare seine Tätigkeit an der Staatlichen 
Hochschule für beendet erachtet hat" ("AMZ" LX/21, 26/V/33. S. 
295-296). 

2. September 1933: 

Der KfdK bittet Abendroth, zur Eröffnung der "Deutschen Kulturtage 
am Rhein" am 6. Oktober Musiker aus dem Orchester zur Verfügung zu 
stellen. 

Abendroth lehnt dies mit Hinweis auf eine gleichzeitige Sonderprobe 
ab. 

17. November 1933, Rassenfrage: 

"(...) Professor Abendroth wies auf das Grundsätzlich Neue in der 
Musikerziehung hin. Die körperliche Schulung werde von der geistig 
politischen Seite her vertieft. Damit seien der Studentenschaft Aufgaben 
größten Ausmaßes gestellt. Die Probleme der Kultur-, Sozial-, Innen- und 
Außenpolitik dürften dem Musikstudenten nicht unbekannt bleiben, 
sondern er habe sich in sie zu vertiefen. Vor allen Dingen müsse die 
Rassenfrage eine Stellung erhalten, die ihr gedanklich und sachlich 
zukomme. (...)" (Bericht über Abendroths Einführung in die 
Vorlesungsreihe "Musikgeschichte im Lichte der Rassenforschung" von 
Walter Trienes. "Westdeutscher Beobachter" Nr. 293, 17/X1/33). 

30. Dezember 1933: 

"(...) Zunächst vertraulich Folgendes: es handelt sich darum, im 
Rheinland für die Fachschaft der Reichsmusikerschaft Musikerzieher einen 
Landesleiter zu bestellen. Wenn ich auch weiß, daß Sie mit solchen und 
ähnlichen Ämtern und Pflichten bereits reichlich bedacht sind, habe ich 
dennoch Sie in Vorschlag gebracht. Ich bitte Sie, mich darob nicht allzu 
sehr zu schelten und vorbereitet zu sein, wenn von Berlin ein also 
gehaltener Ukas an Sie herantritt. Es wäre denkbar, daß die fragliche 
Position noch eine kleine Erweiterung erfährt. Auch für diesen Fall habe ich 
niemand Anderen und - Besseren als Sie zu präsentieren gewußt" (H. 
Abendroth an Hermann Unger, 30/X11/33. Quelle: Hermann-Unger-Archiv, 
Lohmar, Band 15). 

Sichtlich suchte der bereits zur Entlassung vorgesehene Abendroth 
Rückendeckung durch den einflußreichen Parteimann und musikpolitischen 
Funktionär Unger. 


1934 
Ende Februar 1934: 

SA sprengt ein Treffen von Professoren der Musikhochschule Köln 
gegen die Entlassung Abendroths. Die Rabauken verprügeln Prof. Boell 
und Emge derart, daß beide für mehrere Monate krankgeschrieben werden 
müssen. 


A 50 





6. März 1934: 

(1) 

Drohung: 

In einem Schreiben untersagt Gustav Havemann den Kölner 
Hochschuldozenten weitere Sympathiebekundungen für Abendroth und 
droht mit der Gestapo (Quelle: Bibliothek der Hochschule für Musik Köln, 
NL E. J. Müller, ohne Signatur). 

(2) 

Verteidigung: 

"(...) Man macht Abendroth den Vorwurf, er habe im Laufe der 
letzten Jahre zu viel jüdische Künstler engagiert, zu viel ausländische oder 
jüdische Werke gebracht. Ich habe die beigelegten Programme daraufhin 
angesehen. Der Vorwurf ist unberechtigt. Selbstverständlich ist, dass das 
repräsentative Ausland bei einer großen Konzert-Gesellschaft wie Köln 
immer mit einem gewissen Prozentsatz vertreten sein muss. 
Selbstverständlich ist, dass die junge Generation, eben weil sie einmal da 
ist - sie wurde meistens auch von der Presse entsprechend verlangt - in 
ihren markantesten Vertretern zu Worte kommt. Selbstverständlich ist 
auch, dass Virtuosen von internationalem Rang und 
überdurchschnittlichem Können zu Worte kommen müssen, auch wenn sie 
Juden sind, (zumal in den in Frage kommenden Jahren, wo der Staat nur 
allzu judenfreundlich eingestellt war.) 

Abendroth persönlich daraus einen Vorwurf zu machen, geht nicht 
an (...). 

Wenn tatsächlich die in dem Brief des Gauleiters von Groh& 
erwähnten Dinge dazu führen sollten, dass ein Mann wie Abendroth seine 
Stellung verliert, so erachte ich es für meine Pflicht als Staatsrat, darauf 
zu bestehen, dass auch die andern namhaften Musiker, die sich 
gegenwärtig in bedeutenden Stellungen befinden, mit Rücksicht auf ihre 
Vergangenheit vor dem Umsturz und ihre Beziehungen zu linksradikalen 
Kreisen oder Regierungen untersucht werden" (Furtwängler, Denkschrift, 
6/111/34. Laut Mitteilung an Dr. Goebbels vom 2/1V/34 an den Preußischen 
Innenminister geschickt. Quelle: NL Furtwängler). 

Gauleiter Groh& hatte Abendroth u. a. auch beschuldigt, 1918 einen 
sozialistischen Aufruf mitunterschrieben und positive Reiseeindrücke aus 
der Sowjetunion in der "Kölnischen Zeitung" veröffentlicht zu haben. 


21. März 1934, Echo: 

"(...) Man war nämlich dahinter gekommen, daß der Professor - 
obwohl er sich nie mit Politik befaßt und beweisen konnte, daß seine 
Ahnen frei von semitischen Flecken waren - vor einigen Jahren ein oder 
das andere links aussehende Kunst-Manifest mitunterzeichnet hatte. Und 
es ist doch selbstverständlich, nicht wahr, daß ein derartiger Frevler 
unmöglich an der Spitze eines bedeutenden Unterrichts-Instituts für Kunst 
stehen kann. Außerdem warteten verschiedene treue Parteigenossen mit 
Ungeduld darauf, den Platz dieses gewissenlosen Verbrechers 
einzunehmen. Aber es gibt, scheint es, doch noch Deutsche, die sich die 
neue >Kultur< nicht so eins, zwei, drei zu eigen gemacht haben. Es 


A 5] 





scheint da noch flegelhafte Studenten zu geben, die ein Wörtchen 
mitreden wollten und die sich gegen die Entfernung ihres Professors zur 
Wehr setzten. Sie streikten sogar! Und, wahrhaftig, auch die Kollegen des 
Künstlers protestierten. Nun wurde es aber denn Nazis zu viel. Sie 
sandten S.A.-Leute hin, deren Devise lautete: wer nicht hören will, muß 
fühlen, und ließen zwei der protestierenden Professoren unbarmherzig 
durchprügeln. Ja, ja, solche Sachen kommen vor, aber das wird bald 
aufhören, wenn die deutsche >Kultur< die Barbaren gänzlich besiegt hat 
(oder umgekehrt!)" ("Het Volk", Abendausgabe, Amsterdam, 21/111/34. 
Übersetzung der Dt. Gesandtschaft. Quelle: BAR 55/ 1181. Blatt 149). 

Die Presse des Auslandes informierte in der Regel, wie hier ein 
sozialdemokratisches Blatt, auf Grund erweislich wahrer und oft im Reich 
vertraulicher Information. 

2. April 1934, Intervention: 

"Wenn z. B. heute die Stadt Köln versucht, um den ihr aus 
irgendwelchen Gründen nicht genehmen Generalmusikdirektor Abendroth 
los zu werden, das altberühmte Institut der Gürzenich-Konzerte eingehen 
zu lassen und durch die Oper aufzuschlucken (nach Vorschlag des 
Oberbürgermeisters Rieser), so ist das nur ein Beispiel für viele. In 
anderen Städten, wie in Düsseldorf, Hamburg, usw., wo seit vielen 
Jahrzehnten die Stellungen des Konzert- und Opern-Dirigenten getrennt 
vergeben wurden und wo deshalb zwei Dirigenten tätig waren, ist diese 
Zusammenlegung schon erfolgt" (Furtwängler an Minister Dr. Goebbels, 2/ 
IV/34. Quelle: NL Furtwängler). 

4. Oktober 1934: 

Im Rahmen der Gaukulturwoche Köln/ Aachen dirigiert Abendroth 
sein Debutkonzert mit dem GewandhausOrch Leipzig: 1. Beethoven: 
"Egmont"-Ouvertüre. - 2. Schubert: Unvollendete Sinfonie. - 3. Bruckner: 
Sinfonie Nr. 7. 

18. Oktober 1934: 

Abendroth leitet als Gewandhauskapellmeister sein erstes Konzert: 
1. Bach: 3. Brandenburgisches Konzert. - 2. Beethoven: 1. Sinfonie. - 3. 
Brahms: 4 Sinfonie. 

29. November 1934: 

Abendroth dirigiert letztmalig bis 1945 eine Komposition von Felix 
Mendelssohn-Bartholdy, das Violinkonzert E-moll; Solist: Kurt Stiehler, 
Konzertmeister des GewandhausOrch. 


1935 

14. März 1935: 

Das GewandhausOrch Leipzig, Dgt. H. Abendroth, bietet die Mozart- 
Variationen von Philipp Jarnach (UA). 
*30. Juni 1935: 

Das GewandhausOrch, Dgt. H. Abendroth, bietet ein Sonderkonzert 
zum 2. Sächsischen Sängerfest: 1. Weber: Ouvertüre zu "Freischütz". - 2. 
Schubert: Unvollendete. - 3. Brahms: 2. Sinfonie. 
27. September 1935: 

"In Berlin habe ich mit Raabe gesprochen. Er lässt Ihnen sagen, Sie 


A 52 





möchten jetzt ja nicht die Geduld verlieren. Sie sollen überzeugt sein, daß 
er tun werde, was in seiner Macht stünde. Nur müsse man ihm Zeit 
lassen. Das seien Dinge, die nicht übers Knie gebrochen werden können 
und dürfen. 

Es ist für mich ohne Zweifel, daß Raabe in einem Ihnenhelfen nicht 
das als Lösung ansieht, Ihnen den Jüdischen Kulturbund zugänglich zu 
machen, sondern wenn es ihm gelingt, für Sie positiv zu wirken, wird m. 
E. eine Aehnlichkeit mit dem von Hausegger erwähnten Fall für Sie nicht in 
Frage kommen. (...)" (Hermann Abendroth an Günter Raphael, 27/1X/ 35. 
Quelle: NL Raphael, Faksimile in Thomas Schinköth: "Musik - Das Ende 
aller Illusionen? Günter Raphael im NS-Staat". Hamburg, 1996. S. 69). 

Ziel der Intervention war es, das Berufsverbot für Raphael 
unwirksam zu machen. 

*11. November 1935: 

Das BPhO mit Sprechchor des RAD Potsdam unter Thilo Scheller und 
einer Sängerschar, Dgt. H. Abendroth, bietet in der Philharmonie - 
erstmals in Berlin - für Berliner Konzertgemeinde und Konzertring der 
NSKG das Chorwerk "Einer baut einen Dom" (T: C. M. Holzapfel) von 
Hansheinrich Dransmann. Solisten: Margarete Arndt-Ober (A), Joseph Witt 
(T), R.Watzke (Bar). 


1936 
3. Januar 1936: 

Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, bietet für Berliner Konzertgemeinde 
und Konzertring der NSKG u. a. Winfried Wolfs Variationen über ein Thema 
von Poglietti (UA). 

14. März 1936: 

Abendroth sendet einen Empfehlungsbrief an Günther Raphael, um 
ihm beim Kampf gegen das Berufsverbot den Rücken zu stärken. 
20. Mai 1936: 

Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, beginnt eine Gastspielreise, die bis 
28. Mai dauert und die Städte Budapest, Bukarest, Sofia, Belgrad und 
Zagreb berührt. 

4.) uni 1936: 

Abendroth leitet das BPhO in einem Meisterkonzert für die NSG 
"Kraft durch Freude"; Solist: Eduard Erdmann. 

1. November 1936: 

Zu den Reichsmusiktagen der HJ in Braunschweig leitet Abendroth 
gemeinsam mit Gerhard Maasz die Landestheaterkapelle Braunschweig in 
einem Sonderkonzert mit Gebrauchsmusik zur Feiergestaltung für 
Orchester, so von G. Maasz die "Feierliche Musik", die Partita Op. 25 von 
H. Spitta, "Tafelmusik" von K. Schäfer, Concerto grosso von C. Bresgen. 


1937 
Mit der Staatskapelle Berlin spielt Abendroth die Ouvertüre zu 
"Iphigenie in Aulis" von Gluck für die NSKG-Schallplatte ein. 
3. März 1937, Goebbels als Musikkritiker: 
"Gewandhaus: Euryanthe-Ouvertüre, Lieder von Marx, z. T. 


A 93 





wunderbar schön, gesungen von der Ursuleac. Und dann die 2. von 
Brahms. Aber die sagt mir nicht allzuviel. Zu konstruiert und an einigen 
Stellen zu gekonnt. Das Gewandhaus-Orchester spielt unter Abendroth 
sehr gut. Natürlich keine Philharmonie. Das Programm ist etwas 
unglücklich für diese so heterogene Zuhörerschaft zusammengestellt. Man 
müßte mehr todsichere Standardwerke spielen. Und vor allem dürfte dabei 
Beethoven nicht fehlen. Ich sage das nachher auch Abendroth. Er sieht es 
sofort ein" (Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 3/111/37. S. 65). 

Der Minister spielte gern "seine" Berliner Philharmoniker gegen 
andere Spitzenorchester aus; daß er schnelle Zustimmung des Dirigenten 
zu seiner Kritik registriert, spricht für die Ahnungslosigkeit des NS- 
Politikers hinsichtlich einfachster Psychologie. 

11. Mai 1937: 

Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, bietet zu den Berliner Kunstwochen 
für die NSG "Kraft durch Freude" einen romantischen Abend mit Werken 
von Schubert und Schumann. Solist: Arthur Troester. 

*8. November 1937: 

Das 2. Konzert im Hessischen Landestheater am Vorabend des 
Gedenktages zum 9. November 1923, Dgt. H. Abendroth, bietet Werke 
von Haydn, erstmals die Sinfonische Musik für Orch von Dransmann, 
sowie die 3. Sinfonie "Eroica" von Beethoven. 


1938 
*24. Februar 1938: 

Das GewandhausOrch Leipzig, Dgt. H. Abendroth, bietet zum 
Gedenktag der Verkündung des NSDAP-Programms am 24/11/20 u. a. die 
Feiermusik von C. Bresgen. 

18. März 1938: 

Ein Meisterkonzert des BPhO für die NSG "Kraft durch Freude", Dgt. 
H. Abendroth, bietet Werke von Glasunow und Tschajkowskij und die 
Sinfonische Musik für Orch von H. Dransmann. 

9. April 1938, Bekenntnis: 

"Haydn, Mozart, Schubert, Bruckner haben zu allen Zeiten ebenso 
zum Glaubensbekenntnis des deutschen Musikers gehört wie Bach, 
Händel, Beethoven, Wagner; das heißt: in der Musik gab es niemals eine 
Trennung zwischen Deutschland und Oesterreich. Daß diese 
Zusammengehörigkeit dank der einzigartigen Tat des Führers nunmehr 
auch politisch vollzogen ist, dafür wird gerade die deutsche Musikerschaft 
dem Führer Dank wissen, und sie wird diesen Dank geschlossen abstatten 
am 10. April!" ("Die Musik-Woche" VI1/15, 9/1V/38. S. 243). 

*28. Mai 1938: 

Das Festkonzert des BPhO zu den Reichsmusiktagen Düsseldorf, Dgt. 
H. Abendroth, bietet die Neunte von Beethoven. Mitwirkende: Ria Ginster 
(S), Lore Fischer (A), Walter Ludwig (T), Rudolf Watzke (B) und der 
Kittelsche Chor aus Berlin. 

5. Juni 1938, Absage: 

"In Erwiderung Ihrer Zuschrift bedaure ich Ihnen mitteilen zu 

müssen, daß ich nicht gewillt bin, dem von Ihnen geplanten 


A 54 





Ehrenausschuß beizutreten. Zwar bin ich Arier von Geburt, und auch 
meine Weltanschauung ruht auf dieser Basis, ich bin aber nicht gewillt, 
mich an einem Unternehmen zu beteiligen, das das Judentum planmäßig 
boykottiert. Die Juden sind Menschen wie wir, und es geht nicht an, die 
ganze Rasse leiden zu lassen für die Fehler und Vergehen einzelner 
Schädlinge, die schließlich in jeder Menschengattung auftreten (...)" 
(Abendroth an Vortragsbühne des Westens, Berlin, 5/V1/38. Quelle: Archiv 
der Hochschule für Musik Leipzig. Zitat in: Thomas Schinköth, Hrsg., 
"Musikstadt Leipzig im NS-Staat", Altenburg 1997. S. 256). 

*24. Juni 1938: 

In Heidelberg leitet Abendroth das Vereinigte Heidelberger und 
ReichsstudentenOrch im Festkonzert zum 1. Großdeutschen 
Studententag. Im Programm: Bruckner, 4. Sinfonie in Urfassung. 

*8. und 9. Juli 1938: 

Abendroth dirigiert ein Konzert des BPhO zum Tag der Deutschen 
Kunst 1938 in München. 

*10. Juli 1938: 

Das GewandhausOrch, Dgt. Abendroth, bietet am Tag der Deutschen 
Kunst im Kaiserhof der Münchner Residenz die Fünfte von Bruckner. 

5. September 1938, Reichskultursenator?: 

Der Präsident der RMK, Raabe, schlägt u. a. H. Abendroth für den 
Reichskultursenat vor. 

21. Dezember 1938: 

Abendroth dirigiert in München das NSRSO für den Konzertring 
"Kraft durch Freude". 


1939 
*18. Mai 1939: 

H. Abendroth leitet bei den Reichsmusiktagen in Düsseldorf 
zusammen mit H. Just die Arbeitstagung der Fachschaft Musikerzieher der 
RMK für Leiter und Dozenten von Schulungslagern. 

Das Konzert als kulturelle Aufgabe. Vortrag (Düsseldorf, *20/V/39, 
auf der Reichstagung Konzertwesen der Reichsmusiktage). 

Das Konzert als kulturelle Aufgabe ("Leipziger Neueste Nachrichten" 
Nr. 151, 31/V/39). 

*16. Juli 1939: 

Abendfroth leitet ein Konzert des BPhO zur Eröffnung der Großen 
Deutschen Kunstausstellung in München; Hitler nutzte diese Gelegenheit 
für eine Rede. 

Leitspruch ("Der Musikerzieher" XXXVI/1, Oktober 1939). 
Zitat: 

"Ernste Wolken sind über unserem Deutschen Vaterland aufgezogen. 
Wieder gilt es, einen uns aufgezwungenen Krieg zu bestehen. Das 
Deutsche Volk ist dem Ruf seines Führers gefolgt, es steht in Waffen und 
kämpft mit unvorstellbarem Heldenmut. Aber das alte Wort >Inter arma 
silent Musae< hat im heutigen Deutschland keine Gültigkeit mehr! Das 
Leben geht weiter, und mit ihm sollen die hohen kulturellen Güter unserer 
Nation lebendige Kraft behalten. Darum, Musikerzieher, seid und bleibt am 


A ss 





Werk auch in dieser ernsten Zeit, sorgt dafür, daß die Nachwuchsquellen 
unserer Kunst nicht versiegen, setzt Euere ganze Kraft dafür ein, daß die 
heranwachsende Jugend neben ihrer körperlichen Ertüchtigung nicht den 
Sinn verliere für das Wahre, Schöne und Gute in der Kunst, zieht ein 
junges Geschlecht heran, dem die Musik Herzenssache ist und das für das 
große Weltgeschehen aus den Deutschen Geistesgütern Kraft und Stärke 
zu schöpfen vermag". 

Die ständige Großschreibung des Adjektivs "deutsch" spiegelt den 
mystisch-nationalen Enthusiasmus jener Tage und Wochen. 


1940 
11. und 12. Februar 1940: 

Abendroth übernimmt das 8. Philharmonische Konzert des BPhO, 
wofür Ernest Ansermet engagiert war, der jedoch nach Kriegsausbruch 
gebeten hatte, ihn von der Verpflichtung zu entbinden. 

*3, März 1940: 

Das GewandhausOrch, Dgt. H. Abendroth, bietet zur Eröffnung der 
Leipziger Messe in Anwesenheit von Dr. Goebbels das "Festliche 
Präludium" von R. Strauss. 

19. Juli 1940: 

H. Abendroth führt das BPhO auf eine Gastspielreise, die am 26. Juli 
endet und die Städte Kopenhagen, Älborg, Vyborg, Ärhus und abermals 
Kopenhagen berührt; seine fünf Wehrmachtskonzerte standen auch der 
dänischen Bevölkerung offen. 

Zum Tag der deutschen Hausmusik ("Der Musikerzieher" XXXVI1/2, 
November 1940). 
Zitat: 

"Der uns aufgezwungene Krieg fordert die Zusammenfassung aller 
ideellen und materiellen Kräfte unseres Volkes. Das Kunstleben im 
vergangenen Winter hat den Beweis erbracht, daß das Wort >inter arma 
silent musae< im neuen Deutschland nicht gilt. Darin bewährt sich der 
Idealismus unseres Volkes in einzigartiger Weise, daß es zugleich mit den 
höchsten Anstrengungen um den Endsieg über den Gegner die Kraft 
aufbringt, sich mit liebevoller Sorgfalt der Kunst und im besonderen Maße 
unserer Musik hinzugeben. Diese Kraft zu fördern und zu steigern ist 
unsere Aufgabe am diesjährigen >Tag der deutschen Hausmusik<. Die 
Hausmusik als Macht der seelischen Stärkung unseres Volkes und als 
unbedingte Voraussetzung für die Erhaltung des großen Erbes unserer 
musikalischen Vergangenheit zu wahren, sei unsere Pflicht" (S. 17). 

Reichsminister Goebbels hatte 1933 per Erlaß den Tag der 
Hausmusik eingeführt, erstmals am 21/XT/33. 


1941 
24. März 1941: 

Der Konzertring der Stadt Gießen kündigt für diesen Tag ein 
Orchesterkonzert des Rhein-Mainischen LandesOrch, Dgt. H. Abendroth, 
im Stadttheater an: 1. Mozart: Vorspiel zu "Idomeneo". - 2. Mozart: 
Violinkonzert in A-dur. - 3. Bruckner: 4. Sinfonie Es-dur. Solist: Kurt 


A 56 





Stiehler (Violine). 

Deutsches Hausmusikgeschehen seit dem ersten Hausmusiktag ("Der 
Musikerzieher" XXXVIIl/2, November 1941. S. 17-18). 

Zitat: 

"(...) Der erste >Tag der deutschen Hausmusik<, am Vorabend der 
großen deutschen Revolution fiel zwar in Not-und Kampfzeit, uns aber 
wirkt er heute wie ein Signal für die kulturelle Erhebung, die dann mit 
dem 30. Januar 1933 endgültig ihren Anfang nahm. 

(...) Die Verbundenheit der Hausmusikidee mit dem kulturellen 
Aufbauplan des Dritten Reiches geht aus der Tatsache hervor, daß 
Reichsminister Dr. Goebbels in einem Erlaß zum 21. November 1933 zur 
Pflege der Hausmusik aufrief und damit Veranlassung für weitere Erlasse 
der einzelnen Landesministerien gab. Der neue Staat setzt die 
Familiengemeinschaft wieder an den Anfang des volklichen Lebens; 
auch die Musik mußte von hier ihren Ausgang nehmen. 

(...) Zum Hausmusiktag rüsten wir uns im Bewußtsein der 
entscheidenden Bedeutung, die der Hausmusikpflege für die seelische 
Stärkung unseres Volkes gerade im Kriege zukommt. Die Kunstpflege 
gehört so notwendig zu unserem nationalen Leben wie Politik und 
Wirtschaft! Diese Erkenntnis, von den führenden Männern des Reiches 
immer wieder ausgesprochen, ist zum allgemeinen Besitz des Volkes 
geworden. Und wenn wir den Hausmusiktag gerade in lichtlosen 
Novembertagen feiern, so mag dies ein Sinnbild sein: die lebendige Kraft 
der Musik überwindet dunkle Mächte, das Kommen der neuen Lichtzeit - 
erwartungsvoll erhofft - kündigt sich an" (S. 17, 18). 

1. November 1941, Frankfurt am Main: 

"(...) sowie 12 Orchesterkonzerte des Rhein-Mainischen 
Landesorchesters an. Die Berufung des Gewandhauskapellmeisters Prof. 
Hermann Abendroth zum Leiter des letzteren (ein besonderes Verdienst 
des Gauleiters Sprenger) dürfte wohl zu einem edlen Wetteifern der 
beiden Instrumentalkörper führen. 

(...) Das Städtische Orchester (Opernhaus- und Museumsorchester) 
sorgt neben dem Theaterdienst für die Aufrechterhaltung einer uralten 
Musiktradition, während das Rhein-Mainische Landesorchester im 
Mittelpunkt der >Kraft durch Freude<-Arbeit steht, vollendete Kunst für 
die Schaffenden auch in die weitesten Bezirke des Gaues tragend. 

(...) Das erste Konzert des Rhein-Mainischen Landesorchesters unter 
Abendroth leitete die >Vaterländische Ouvertüre< von Reger ein" (Wolf 
Heins: Auftakt in Frankfurt a. M. "Die Musik-Woche" 1X/33, 1/X1/41. S. 
345). 

*11. November 1941: 

Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, bietet P. Graeners Variationen über 
"Prinz Eugen der edle Ritter" Op. 108. 

12. November 1941, Aufruf: 

"Zum Tag der deutschen Hausmusik am 18. November hat der 
bekannte Dirigent Professor Hermann Abendroth als Leiter der Fachschaft 
Musikerziehung in der Reichsmusikkammer folgenden Aufruf erlassen: 

>Am Hausmusiktag 1941 sind zu den bisherigen Aufgaben neue 


A 57 





getreten: Instrumente und Noten sollen unseren Soldaten gesandt 
werden, damit sie in ihren kurzen Ruhestunden sich am eigenen 
Musizieren erfreuen können. Der soeben erlassene Aufruf des Präsidenten 
der Reichsmusikkammer richtet sich an alle deutschen Musiker und 
Musikfreunde, Musikinstrumente und Noten zu spenden. Aber auch zu 
Verwundeten sollen Hausmusikgruppen den Soldaten in Lazaretten 
Freude und Erholung bringen. Urlauber sind zu den Hausmusikfeiern 
geladen, die anläßlich des Hausmusiktages stattfinden. In der Heimat 
vertritt auch in der Musik vielfach die Frau die Stelle des Mannes und sorgt 
dafür, daß der Quell lebendigen Musizierens nicht versiegt. Niemals kann 
es eine Gewalt geben, die den deutschen Menschen von der Musik zu 
trennen vermag. So sind auch im Zeichen der Hausmusik Front und 
Heimat über weite Räume hinweg eng miteinander verbunden<" 
(Hausmusik für Front und Heimat. Ein Aufruf Hermann Abendroths. 
"Krakauer Zeitung" Nr. 267, 12/X1/41). 
Dezember1941: 

Zum Mozartfest - Feier des 150. Todestages - in Paris nimmt La Voix 
de son Maitre Regers Mozartvariationen Op. 132 auf zwei Platten auf. 
Mitwirkende: das Orch des Konservatoriums, Dgt. H. Abendroth. 


1942 
*13. März 1942: 

Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, bietet den Politischen Leitern des 
Gaus Berlin der NSDAP ein Sonderkonzert. Veranstalter: RPL der NSDAP: 
1. Weber: "Oberon"-Ouvertüre. - 2. R. Strauss: "Don Juan". - 3. Wagner: 
"Tannhäuser"-Ouvertüre. - 4. Beethoven: 7. Sinfonie. 

Aufruf zur Hausmusik ("Von deutscher Hausmusik". Berlin 1942. S. 9). 
Zitat: 

"Der uns aufgezwungene Krieg fordert die Zusammenfassung aller 
ideellen und materiellen Kräfte unseres Volkes. Das Kunstleben im 
vergangenen Kriegswinter hat den Beweis erbracht, daß das Wort >inter 
arma silent musae< im neuen Deutschland nicht gilt. Darin bewährt sich 
der Idealismus unseres Volkes in einzigartiger Weise, daß er zugleich mit 
den höchsten Anstrengungen um den Endsieg über den Gegner die Kraft 
aufbringt, sich mit liebevoller Sorgfalt der Pflege der Kunst und im 
besonderen Maße unserer Musik hinzugeben. Diese Kraft zu fördern und 
zu steigern ist unsere Aufgabe am >Tag der deutschen Hausmusik<. Die 
Hausmusik als Macht der seelischen Stärkung unseres Volkes und als 
unbedingte Voraussetzung für die Erhaltung des großen Erbes unserer 
musikalischen Vergangenheit zu wahren, sei unsere Pflicht". 

Der Text ist identisch mit dem von 1940. Musikpolitische 
Botschaften aus gleichem Anlaß neigten zum Stereotyp. 

10 Jahre "Tag der deutschen Hausmusik" ("Von deutscher 
Hausmusik". Berlin 1942. S. 17-22). 


1943 
16. Januar 1943, Laudatio: 
"Hermann Abendroth, der Kapellmeister des Leipziger 


A 58 





Gewandhauses, wird am 19. Januar 60 Jahre alt. Hermann Abendroth, der 
blonde, hochgewachsene deutsche Künstler, der lange Jahre als 
Generalmusikdirektor der Stadt Köln, Direktor und Professor an der 
Musikhochschule amtierte, ist eine scharf umrissene Persönlichkeit, der 
jene alte schöne Sachlichkeit eigen ist, die jedem Werk zum Lichte hilft. 
Die Vereinigung von durchdringender Geistigkeit und zwingender 
Musikalität läßt Beethoven oder Schubert, Brahms oder Reger großartig 
erklingen" ("General-Anzeiger" Nr. 13, Wuppertal, 16.-17/1/43). 

J uni/J uli 1943: 

Das Beethovenfest im Theätre National du Palais de Chaillot in Paris 
mit dem KonservatoriumsOrch, Dgt. H. Abendroth, bietet u. a. die Neunte. 
Mitwirkende außer Elly Ney, Alfred Cortot, Ginette Neveu und Wilhelm 
Kempff in der Aufführung der Neunten frz. Chöre und Gesangssolisten. 

18. Juli 1943, Bericht: 

"(...) Viel wichtiger erscheint, dass Eigenart und Eigenwert seines 
Musizierstiles von Presse und Publikum erfasst, lebhaft anerkannt und 
vielfach gegenüber Mengelberg positiv abgegrenzt wurden. Der Zweck des 
Beethoven-Festivals, der hiesigen verfranzösischten Beethoven-Tradition 
einmal eine gründliche deutsche Interpretation des deutschen Meisters 
gegenüberzustellen, hat sich damit erfolgreich gerechtfertigt" 
(Generalkonsul Knothe an Auswärtiges Amt, 18/V11/43. Quelle: PAA, 
Bestand Dt. Botschaft Paris, Nr. 1113/1). 

3. Oktober 1943: 

Das BPhO unter Abendroth beginnt eine Gastspielreise, die am 15. 
Oktober endet und die Städte Krakau, Bukarest, Kronstadt, Budapest und 
Agram berührt. 

28. Oktober 1943: 

Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, bietet u. a. erstmals das Cellokonzert 

von Bernhard Hamann; Solist: Adolf Steiner. 


1944 

28. Januar 1944: 

Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, bietet u. a. erstmals die Suite "Minna 
von Barnhelm" vonR. Siegel. 
2. April 1944: 

Abendroth gastiert im besetzten Belgien bei der Philharmonie 
Brüssel und bietet u. a. - erstmals - Pfitzners Klavierkonzert sowie die 
Vierte von Schumann. Solistin: Mathilde Malengre. 


Geschichtsfälschung |, 1991: 

In ihrer Studie "Ein Stück deutsche Musikgeschichte. Der Kölner 
Dirigent Hermann Abendroth (In: Ibykus. Zeitschrift für Poesie, 
Wissenschaft und Staatskunst X/1991. S. 59-65) behauptet Ingrid 
Knierbein, Abendroth habe in die NSDAP eintreten "müssen", um in 
Leipzig das Gewandhaus übernehmen zu können (S. 62). 

Dies ist eine typische Verdrehung der Tatsachen - mangels Kenntnis 
der Musikgeschichte. Gewandhauskapellmeister war Abendroth schon 
1934, trat aber erst 1937 der Partei bei; deutsche Orchesterchefs waren 


A 37 





keineswegs durchweg Parteimitglieder. 
Geschichtsfälschung II, 2006: 

"(...) So erweist sich der Musiker mit seiner letztlich ungebrochenen 
Karriere im NS-Staat, als Profiteur desselben, als dessen Repräsentant 
und als Funktionär, sogar bis in musikalische Fragen hinein als Kost- und 
Parteigänger des Systems. 

(...) Aber sollte dem Dirigenten nicht aufgefallen sein, dass in den 
vom ihm dirigierten Konzerten kein Jude mehr im Publikum saß, kein J ude 
mehr in den von ihm dirigierten Orchestern spielte, kein jüdischer 
Komponist in den von ihm selbst zusammengestellten Programmen mehr 
auftauchte?" (C. Böhm: "Ein wirklich deutscher, national empfindender 
Kapellmeister". Zum 50. Todestag Hermann Abendroths. 
"Gewandhausmagazin" Nr. 50, Frühjahr 2006. S. 40. Fehler im Original). 

Claudius Böhm, Jg. 1960, "verantwortlicher" Redakteur des 
"Gewandhausmagazins", absolvierte kein Studium irgendeines Fachs, das 
ihm korrekte Urteile über Musik und Musikpolitik im NS hätte vermitteln 
können. 

Abgesehen davon, daß der Mißbrauch von Information aus diesem 
Handbuch zwecks zu später politischer Scharfrichtersprüche aus der 
ahnungslosen Feder von unbedarftem Nachwuchs gegen den Willen des 
Urhebers Prieberg läuft, verrät sich Böhm in seiner Wortwahl. Er posaunt 
gegen Abendroth hinaus, was den Großteil der Musikerpopulation betrifft - 
rund die Häfte NSDAP-Mitglieder, oft Funktionäre. Die bösartige Phrase 
"Kostgänger des Systems" unterstellt, daß Abendroth nicht von seiner 
Arbeit lebte, sondern das "System" ihn fütterte. Im zweiten Absatz kommt 
es noch schlimmer. Der Judenboykott ab 1938 stand in der Presse, mußte 
also keinem auffallen. Da im BPhO noch 6 Nichtarier - mit des Ministers 
Sondergenehmigung - bis 1945 mitwirkten und Abendroth auch dieses 
dirigierte, ist der weitere Teil des Relativsatzes ebenso unbedarft. Und: 
Der Judenboykott gestattete ihm gar keine "selbst zusammengestellten 
Programme" mit jüdischen Werken, denn alle Programme waren amtlich 
kontrolliert. Böhm schießt - absichtlich? - fehl. 

Geschichtsfälschung Ill, 2006: 

"(...) Ein bitteres Resümee, dem nach 1945 denn auch alles 
Mögliche entgegengehalten wurde. So heißt es beispielsweise, Hermann 
Abendroths Frau Elisabeth sei es nicht gelungen, ihre arische Abstammung 
zu belegen. Deshalb sei ihr Mann in die Partei eingetreten, um sie zu 
schützen. Durch irgendein Dokument belegt ist diese Behauptung jedoch 
bis heute nicht (...)" (Böhm, wie oben. S. 40). 

Claudius Böhm, Jg. 1960, nach eigenen Angaben Studium der 
Philosophie/ Theologie und des wissenschaftlichen Bibliothekswesens, seit 
1991 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Gewandhaus. Derartige 
"Wissenschaft" - made in DDR - versagt, wo NS-Politik ansteht, die 
anordnete, daß Zutritt zur NSDAP spätestens ab 1937 immer den 
"arischen Nachweis" auch für die Ehefrau erforderte. Abendroth hätte eine 
als Nichtarierin verdächtige Gemahlin nicht schützen können, weil er nicht 
"parteiwürdig" gewesen wäre. Deshalb existiert kein Dokument dazu, 
abgesehen davon, daß Böhm sich nicht etwa zumutete, in den Staats- und 


A 60 





Landesarchiven nach Material zu suchen. Die Pose des "Chefs" verlockt 
dazu, selber publizistisch zu glänzen, statt das Thema einem erfahrenen 
Leipziger Musikologen zu überlassen. 

Information: DNML, DML, FA, MM2, KDMK, RML, SML, MGG. In einer 
Rezension (September 2005) macht Albrecht Dümling darauf 
aufmerksam, daß Abendroth vor seiner Ernennung zum alleinigen Direktor 
der Kölner Musikhochschule schon zuvor diese Funktion in Gemeinschaft 
mit Walter Braunfels ausübte. Dies sei mit Dank nachgetragen. 


Abendroth, Walter 

Hannover, 29. Mai 1896 - Fischbachau bei Hausham, 30. September 
1973. 
Musikschriftsteller und Komponist in Berlin-Steglitz, 1929-34 Redakteur 
der "Allgemeinen Musikzeitung", 1934-1944 1. Musikreferent des Berliner 
"Lokal-Anzeiger", 1939-41 verantwortl. Schriftleiter der kurzlebigen, aus 
"Deutsches Volkstum" hervorgegangenen "Monatsschrift für das deutsche 
Geistesleben", zuletzt in Dresden. 

1945 freischaffend in Hamburg; die dortige Spruchkammer stufte 
ihn als "unbelastet" ein. 1948-55 Feuilletonchef und Musikredakteur der 
"ZEIT", dann Kulturkorrespondent in München, zuletzt i. R. 

Abendroth wurde von Hans Pfitzner testamentarisch zum Inhaber 
und Verwalter der Rechte am künstlerischen und literarischen Nachlaß 
bestimmt. 

Werke: Buchpublikationen, so Biografien über Pfitzner (München, 1935; 
Leipzig, 1941) und Brahms (Berlin, 1939), "Deutsche Musik der 
Zeitwende". Eine kulturphilosophische Persönlichkeitsstudie über Anton 
Bruckner und Hans Pfitzner (Hamburg, 1937), "Selbstmord der Musik? Zur 
Theorie, Ideologie und Phraseologie des modernen Schaffens", 
Streitschrift (Berlin, 1963), "Ich warne Neugierige", Autobiographie 
(München, 1966), "Schopenhauer" (Reinbek, 1967), "Kleine Geschichte 
der Musik" (Frankfurt a. M., 1959, und - Taschenbuchausgabe - Kassel, 
1974), "Rudolf Steiner und die heutige Welt" (Hamburg, 1977); je drei 
Lieder Op. 2 und 3; Streichquartett A-dur Op. 8 (1942); Bratschenkonzert 
Op. 9 (1940); Sinfonien (1. Sinfonie Op. 11, 1941, 2. Sinfonie Op. 13, 
1942); Konzert für Orch Op. 14 (1943); Passacaglia über "Der Schnitter 
Tod" Op. 17 ; Sinfonietta Op. 32. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 


1933 

Musik und Rasse ("AMZ" LX/1, 6/1/33. S. 1-2). 
Zitat: 

"Wenn man die Vielseitigkeit und Gründlichkeit der heutigen 
Musikwissenschaft betrachtet, so muß es eigentlich Erstaunen 
hervorrufen, daß sie, die so Vieles ernst, gar Manches ohne Zweifel 
überernst nimmt, sich bisher nicht damit befaßt hat, der Forschungsarbeit 
vom historischen, ethnologischen, biologischen, soziologischen Standpunkt 


A 61 





aus auch eine durchdachte Phänomenologie nach rassenkundlichen 
Gesichtspunkten zu gesellen. 

(...) Die tatsächliche teilweise Uebereinstimmung im 
Entwicklungsbild der neueren gesamteuropäischen Musikgeschichte - ein 
weiterer Grund für die Unterschätzung der Rassenbedeutung innerhalb der 
geschichtemachenden Kulturkreise - ergab sich ebenfalls nicht aus der 
Aufhebung der rassischen Kräfte durch Mischung, sondern aus der 
Vorherrschaft und Führerschaft einer Rasse in Europa: nämlich 
der nordischen, deren gewaltiger Vorstoß im Völkerwanderungszeitalter 
bis tief in die südlichen und westlichen Nachbargebiete hinein ja 
allbekannt ist. 

(...) Die Bedeutung der Rassengegensätze für die Gestaltung der 
Kulturphysiognomie in allen ihren Zweigen und Blüten zu leugnen, ist 
Torheit oder Verschleierungswille. Sie aber einzusehen und dennoch das 
Problem von der wissenschaftlichen Durchleuchtung auszuschließen, ist 
auf alle Fälle unverantwortlich, Nur ernstes Forschen ergibt klares Wissen. 
Und Wissen ist - gerade im modernen, mit komplizierten, intellektuell 
geschärften und hochexplosiven oder unsichtbar vergiftenden Waffen 
geführten Kampf der Geister: Kraft. Die geistige Kraft aber bedingt, 
je länger je mehr, das Siegen oder Unterliegen einer Kultur" (S. 1, 2). 

Abendroth bezieht sich - drei Wochen vor Etablierung des NS- 
Regimes - schon auf das neue Buch "Musik und Rasse" des Bochumer 
Studienrats Richard Eichenauer und stellt Arnold Schönberg und Hans 
Pfitzner rassistisch einander gegenüber. 

Musik im neuen Staat ("Berliner Lokal-Anzeiger", Morgenausgabe, 
4/111/33) (Abdruck: Wulf, S. 57-58). 
5. Mai 1933: 

Die "AMZ" LX/18 bringt einen politisch-denunziatorischen Angriff 
gegen Fritz Jöde, u. a. mit Unterschrift von W. Abendroth. 
Konjunkturwende ("AMZ" LX/24-25, 16/V1/33. S. 320- 322). 

Zitat: 

"Wo vordem die >völkerverbrüdernde< internationale Fratze des 
J azztänzers grinste, lächelt mit einem Male die bieder deutschtümelnde 
Maske eines angeblich guten Nationalisten. Wer noch vor kurzem mit 
neusachlichen Kakophonien um sich warf, entdeckt jetzt sein 
urromantisches Komponistenherz; ein musikalischer J ugendführer, der 
jahrelang Mühe und Schweiß darauf verwandte, die deutsche Romantik 
und ihre großen Werke herabzusetzen, der in seinem Einflußbereich die 
ungeschminktesten bolschewistischen Tendenzen wuchern ließ, sucht jetzt 
seine patriotischen Verdienste nachzuweisen; Journalisten, denen der 
Name Wagner ein lächerlicher Begriff, das Wort >deutsch< ein rotes Tuch 
war, denen die bloße Vorstellung nationaler Kunst wieherndes Gelächter 
auslöste, beeilen sich, Wagners Größe zu rühmen, den Kunstsinn des 
neuen Kanzlers zu preisen und Hoffnungen zu verkünden, die sie auf das 
nationale Deutschland setzen; als hätten sie vierzehn Jahre lang nichts 
anderes getan, als auf das dritte Reich gewartet. 

(...) Die nationalsozialistische Partei, die in ihren besten Führern ein 
scharfes und klares Auge für die Gefahren des Konjunkturzulaufs hat, will 


A 62 





eine Art >Bewährungsfrist< für neue Mitglieder einführen. Ein kluger 
Gedanke. Warum sollte es auf kulturellem Gebiete nicht auch möglich 
sein, den nach Qualität und Charakter durchaus noch 
Unbewährten erst einmal Geltungsmöglichkeiten zweiten 
Grades zuzubilligen, den erwiesenermaßen Bewährten 
hingegen die Auswirkung zu sichern, auf die sie 
Anspruch haben? Zu bewähren haben werden sich sowohl die neu 
aufgetauchten Köpfe - doch diese wird man immerhin verhältnismäßig 
schnell nach Nam' und Art erkennen können - als auch ganz besonders die 
>Bekehrten<. Deserteure und Überläufer in Reih und Glied zu stellen mit 
ehrlichen Soldaten ist vor allem eine unverdiente Kränkung für letztere. 
Man wird verstehen, wenn diese ängstlich besorgt und darauf bedacht 
sind, mit jenen nicht auf ein Niveau gestellt zu werden" (S. 321, 322). 
Organisation der Musikerschaft ("AMZ" LX/28-29, 14/V11/33). 

Zitat: 

"(...) wie unklar die Verhältnisse auf dem Gebiet der Musiker- 
Organisation noch liegen und wie schwer, fast unmöglich es dem einzelnen 
Musiker gemacht wird, sich ein Bild zu machen, woran er ist und wie er 
sich verhalten soll, was er zu tun, und was er zu lassen hat. Es wäre an 
der Zeit, daß endlich eine authentische Regierungsstelle, d. h. das 
zuständige Ministerium selbst, energisch eingriffe, um den Dingen ein 
klares Gesicht und den Zuständen die Möglichkeit wirklicher organischer 
Entwicklung zu geben! (S. 381). 

Das junge Deutschland in der Musik. Zwei Festkonzerte in Bad 
Pyrmont am 16. und 17. August ("AMZ" LX/34-35, 25/VI11/33. S. 417). 

Hier streicht Abendroth die vom KfdK veranstaltete "Heerschau des 
Jungen, d. h. nationalsozialistisch gesonnenen" musikalischen Deutschland 
heraus. 

Neue Zeit - neue Wege ("Berliner Lokal-Anzeiger", Morgenausgabe, 22/ 
IX/33). 

Abendroth wendet sich gegen problematische neue Musik und rät 
deren Urhebern, das Komponieren lieber ganz zu lassen (Teilabdruck: 
Wulf, S. 74-75). 


1934 
Kunstmusik und Volkstümlichkeit ("Die Musik" XXVI/6, März 1934. S. 
413-414). 
Zitat: 


"(...) Wir haben uns jetzt in Deutschland befreit von jenem überall in 
Europa umgehenden Kulturverfallsprodukt, das unter dem Namen >Neue 
Musik< der arteigenen, volkseigentümlichen Kunstmusik am Leben fraß 
und gerade bei uns schon fast alle gesunden Keime zerstört, die etwa 
noch vorhandenen jedenfalls auf einen allerkleinsten Lebensraum 
zurückgedrängt hatte. Daß diese >Neue Musik< ihrem Geiste und Wesen 
nach nicht nur deshalb unvolkstümlich sein mußte, weil sie jedes 
natürliche Bedürfnis nach Wohllaut und Schönheit, Sinn und Verstand 
durchaus unbefriedigt ließ, sondern vielmehr noch deshalb, weil sie 
wissentlich und absichtlich jede Bezogenheit auf gesundes Fühlen und 


A 63 





Wollen, wie es in einem starken, selbstbewußten Volke lebt, verachtete 
und womöglich durch ihre eigenen Ausdrucksmittel auch offen verächtlich 
und lächerlich machte, liegt auf der Hand. Sie war ein Fäulnisbazillus, den 
volksfeindlicher Zersetzungswille mit Witz und Berechnung dem 
Kulturkörper eingeimpft hatte" (S. 413). 

Der politisierte Betrachter leugnete, daß Neue Musik statistisch stets 
ein Minderheitsprogramm war und scheute nicht den Denkfehler: Wäre sie 
nämlich wirklich imstande gewesen, die "normale" Musik zu verdrängen, 
wäre Ja doch sie die stärkere, volkstümlichere. 

Hier spricht die Hitler-)J ugend: Hans Pfitzner, der Deutsche. Zum 
65. Geburtage des Meisters am 5. Mai" ("Die Musik" XXV/8, Mai 1934. S. 
561-565). 


1935 
Hans Pfitzner. Erste authentische biographische Darstellung (1935) 
[Langen/Müller, München]. 
Zitat: 

"Alfred Einstein ist unter allen Musikwissenschaftlern des damaligen 
Deutschland der konsequenteste und fanatischste Bekämpfer alles 
Deutschen und der einseitige, programmgetreueste Wegbereiter seiner 
Rasse gewesen" (S. 408). 

1935, Rezension: 

"In der Gegenwart nimmt das Buch den Rang einer 
ausgesprochenen Verteidigungsschrift ein. Für unser Gefühl ist seine 
defensive Haltung zu stark betont, man gewinnt bei der Lektüre beinahe 
den Eindruck, als ob mit Ausnahme des Verfassers und weniger 
persönlicher Freunde Pfitzners noch niemand dessen künstlerische 
Bedeutung so recht begriffen hätte. Zudem mutet es einen sonderbar an, 
wenn heute noch mit einer Erbitterung sondersgleichen immer wieder 
gegen die >Neudeutschen< gezetert wird, als ob wir noch mitten in 
Auseinandersetzungen stünden, die, was ihre geistige Aktualität anlangt, 
bereits 1914 endgültig erledigt waren. Gänzlich abzulehnen sind die 
theoretischen Überlegungen in bezug zu Pfitzners Stellung zur Judenfrage. 
Entweder man erkennt den rassischen Standpunkt an oder nicht. 
Abendroth hat mit der betonten Darstellung jener rabulistischen 
Unterscheidung zwischen >deutschnationalen Juden und dem Judentum 
schlechthin< dem Meister keinen Dienst erwiesen" (Werner Egk: 
Bücherschau. "Völkische Kultur" IIl/3, März 1935. S. 140. Fehler im 
Original). 

Diese "rabulistische Unterscheidung" geht auf Pfitzner selbst zurück; 
der Biograph mußte nichts dazuerfinden; er schilderte den selektiven 
Rassismus des Künstlers, wie er tatsächlich war. 


1936 
Um Reinheit und Würde der Kritik ("AMZ" LXIII/1, Januar 1936. S. 
1-4). 
Abendroth wendet sich gegen jegliche Einschränkung der Kritik. 
Opernideale der Rassen und Völker ("Die Musik" XXVIIl/6, März 


A 64 





1936. S. 417-425). 
Zitat: 

"(...) Offensichtlich hat das musikalische J udentum sich, wie 
überhaupt, so auch im Bereiche der Oper, innerhalb der romanischen 
Kulturkreise bei weitem nicht so wesenszersetzend auswirken können, wie 
in Deutschland. Die leere Effektsucht und der Ausstattungsbluff eines 
Meyerbeer beispielsweise mochte im Lande der großen historischen Oper 
nicht halb so artentfremdend wirken, wie im Lande des >Freischütz<; und 
die genialisch-freche Spottlust eines Offenbach (wenn wir in diesem 
Zusammenhang die sozusagen >heroische< Operette - so etwas konnte 
nur ein Jude erfinden - einbeziehen dürfen), der Götter und Helden 
Cancan tanzen ließ, mußte auf französischem Boden sogar recht 
anheimelnd empfunden werden, während sie bei uns das ganze 
Lebenswerk des gewaltigen deutschen Zeitgenossen in Frage stellte. Dort 
Mythos als Farce - hier Mythos als neugewonnener Lebensquell einer 
nationalen Kunst! (...)" (S. 424). 

Abendroth diffamiert das jüdische Element des Operntheaters als 
"Aneignungstalent" und hebt das "schmutzige Bänkelsängertalent" Kurt 
Weills hervor (Teilabdruck: Wulf, S. 361-362). 

Der "gewaltige deutsche Zeitgenosse" war natürlich Wagner. 
Abendroth entging die Folgerung: Wie schwach muß Wagners Oeuvre 
gewesen sein, wenn Offenbach es in Frage stellen konnte. 

Ein Beispiel deutschen Kritikertums. Paul Zschorlich zum 60. 
Geburtstag am 8. April 1936 ("ZfM" CIll/5, Mai 1936). 
Zitat: 

"(...) Was das zweite kritische Aufgabengebiet, das kulturpolitische, 
betrifft, so will es gegenwärtig manchem scheinen, als sei dieses nunmehr 
völlig gegenstandslos geworden, nachdem ein autoritativer Staat die 
geltenden kulturpolitischen Richtlinien endgültig festgelegt und ihre 
Befolgung mit Einsatz aller ihm zur Verfügung stehenden Machtmittel 
selbst unter seine Überwachung genommen habe. Inwiefern diese 
Schlußfolgerung irrig und oberflächlich ist, das dürfte jedem Sachkenner 
klar sein; denn wenn auch die parteipolitischen Kulturkämpfe zur Ruhe 
gekommen sind, die bis vor wenigen Jahren einen beträchtlichen Teil der 
kritischen Tätigkeit in Anspruch nahmen - im weiteren Rahmen des 
grundsätzlich durchgesetzten Kulturwillens bliebe auch hier einer fachlich 
begründeten Vermittlung zwischen den verschiedenen Trägern und 
ausführenden Organen dieses Willens einerseits und der aufnehmenden 
Öffentlichkeit andererseits genug zur Klärung, Läuterung, Durchsetzung 
und Befestigung der leitenden Ideen beizutragen. Mögen hierüber heute 
noch nicht durchweg hinreichende deutliche Vorstellungen herrschen, so 
zeigt sich wenigstens die kulturpolitische Bedeutsamkeit berufener Kritik 
im hellsten Lichte beim Rückblick auf die Vergangenheit. Man darf 
behaupten, daß die Hinüberrettung eines einigermaßen verläßlichen 
Unterscheidungsvermögens zwischen Gut und Böse, Echt und Unecht, 
Kunst und Kitsch, Geist und Intellektualismus aus früheren Zeiten 
über die seelisch-totkranke Nachkriegsepoche in unsere Tage 
kaum gelungen wäre ohne die hochgemute Überzeugungstreue und 


A 65 





unerschrockene Widerspruchsfreude einer verschwindenden Minderheit 
verantwortungsbewußter Kritiker" (S. 589). 

Abendroth zählte nicht nur Paul Zschorlich zu dieser Minderheit 
konservativer Kritiker, sondern auch sich selber. 

Mehr deutsches Volkstum in den Opernhäusern ("Deutsches 
Volkstum" XVIll, Mai 1936. S. 394-396). 
Zitat: 

"(...) Aber nun das Merkwürdige! -: solange deutsche Musiker um 
ein derartiges deutsches Opernideal rangen (es ist ja wirklich ein zutiefst 
dem deutschen Geiste verpflichtetes Ideal, das nicht allein dem Ernste 
deutscher Musikauffassung, sondern auch der mythischen Bedeutung 
artgemäßer Theaterkunst gerecht werden will), solange deutsche Musiker 
sich darum bemühten, stießen sie auf die völlige Gleichgültigkeit, noch 
mehr: auf die ausgesprochene Gegnerschaft des deutschen Publikums. 

(...) Wenn aber etwa ein Volk wie das deutsche von heute durchaus 
nicht willens wäre oder wenigstens durch Anleitung wieder dazu zu 
bringen sein sollte, die Forderungen, die ihm verpflichtenderweise von 
seinen großen Schöpferpersönlichkeiten aufgegeben werden, zu erfüllen, 
wenn es durchaus >Kultur< nur als Genuß und Luxus, nicht als geistige 
Aufgabe und Arbeit am eigenen Geist verstehen wollte, so wäre dies ein 
Zustand, der in unerklärlichem Widerspruch zu allen Erscheinungen seines 
neuen politischen Daseinsgefühls stände und bei dem man es nicht 
bewenden lassen könnte, ohne jenem politischen Aufschwung die tiefere, 
innere Bedeutung zu nehmen!" (S. 395, 396). 

Neue Musik aus neuer Gesinnung ("Deutsches Volkstum" XVII, Juli 
1936. S. 554-556) (Teilabdruck: Wulf, S. 211). 
Zitat: 

"(...) Die neue Weltanschauung wirkt sich als künstlerische Zucht 
aus, nicht aber als Tendenz und grobe Stofflichkeit. Darin bekundet sich 
gesunde Geistigkeit, die zu Hoffnungen berechtigt" (S. 556). 

Musik aus sportlichem Geist. Das Olympische Konzert auf der Dietrich- 
Eckart-Bühne ("Berliner Lokalanzeiger", 18/VIIl/36). 

Was die deutschen Opernspielpläne verraten ("Deutsches Volkstum" 
XIX, Dezember 1936. S. 861-865) (Teilabdruck: Wulf, S. 275-276). 

Zitat: 

"(...) Wie müßten nach menschlichem Ermessen heute die 
Auswirkung jenes autoritären Kulturwillens, seine Richtung und seine 
bisher entwickelte Kraft aus dem Bilde des deutschen Opernspielplans 
ablesen können. Dabei ist allerdings zu bedenken, daß die Kulturpolitik 
des neuen Staates und der neuen Behörden in bezug auf das 
Operntheater zunächst noch eine andere, zweifellos vordringliche Aufgabe 
zu erfüllen hatte: nämlich überhaupt erst wieder ein Opernpublikum zu 
schaffen, nachdem das alte, frühere, zum Teil ausgestorben, zum Teil 
durch die Experimentierwut und die Werkentstellungskünste der 
Nachkriegszeit abgeschreckt und vertrieben worden war. Man mag daher 
bei der Betrachtung der Spielplanstatistik einstweilen den Grundsatz 
gelten lassen, daß es vom diplomatischen Standpunkte ausmgerechtfertigt 
erscheint, dem ungeschulten Geschmack des Publikums am anfang 


A 66 





größere Konzessionen zu machen und erst, wenn es Vertrauen gefaßt hat, 
mit der Bildung dieses Geschmacks im wünschenswerten 
nationalkulturellen Sinne einzusetzen. 

(...) Die Erfahrungen aus einer Statistik wie gerade derjenigen der 
Berliner Volksoper müssen kulturpolitisch genutzt werden. Es soll 
keineswegs das Ansehen und die Geltung romanischer Opernkunst bei uns 
geschmälert werden (übrigens wird diese Gefahr niemals bestehen); es 
soll nur immer klarer und bestimmter der deutschen Kunst im 
deutschen Kulturraum der gebührende Vorrang erzwungen werden" (S. 
862-863, 865). 


1937 
Musik und Rasse ("Deutsches Volkstum" XIX, April 1937. S. 296-301). 
Zitat: 

"(...) Überhandnehmen solcher musikwissenschaftlichen 
Einstellung zur Musik - auch außerhalb der eigentlichen Fachkreise - hat 
sehr viel dazu beigetragen, den Prozeß der Entseelung, der inneren 
Verödung und damit äußeren Zersetzung des Musikschaffens zu 
beschleunigen und zu vervollständigen. Denn Musikwissenschaftler 
wurden auch wieder die Lehrer der Musikschaffenden. Das bedeutet aber, 
daß diese Schaffenden ungefähr in der Weise über Sinn und Wesen ihres 
künftigen Tuns unterrichtet wurden, in der ein Anatom über das Mysterium 
der Liebe auszusagen vermag. Denn immer hat es im übertriebenen 
Selbstgefühl der Wissenschaft gelegen, zu meinen, es könne in keiner 
Sache einen ihr unzugänglichen, geheimnisvollen Rest geben (...). 

Wie alles, was nicht nur Eigenschaft der Substanz, was nicht 
Außenseite, Funktion des dienenden Stoffes ist, kann aber dieses Artliche, 
insonderheit das am meisten umfassende Rassische, ebenso wie das 
Persönliche, nur festgestellt, nicht erklärt, nicht begründet werden, weil es 
eben im Rahmen der uns erkennbaren Welt den fraglos hinzunehmenden 
Grundgegebenheiten zugehört. Allein seine Feststellung ist doch an 
Beschreibung und Charakteristik der übereinstimmenden, 
außerpersönlichen, gemeinschaftseigenen Merkmale gebunden, die wieder 
in sich höchst wichtige Mittel der artlichen, volklichen, rassischen 
Selbsterkenntnis bergen. Auf diese aber aknnzungewissen Zeriten 
-und unsere Zeit ist bekanntlich durchaus eine solche - sehr viel, wenn 
nicht alles ankommen. 

(...) Wenn Musikerpersönlichkeiten von starkem Instinkt wie Richard 
Wagner oder sogar in noch jüngerer Zeit Hans Pfitzner mit besonderem 
Nachdruck das J udenproblem aus der verfälschenden Hülle einer 
Religionsangelegenheit in das Helle Licht der rassischen Untersuchung 
rückten, so wurde dies von den >gesetzten<, >objektiven< 
Wissenschaftlern teils aus ehrlicher Überzeugung, teils aus 
wohlerwogenen Rücksichten privatem Unmut, gehässiger Leidenschaft, 
ohnmächtigem Erfolgsneid zugeschrieben. Andererseits brachte es die 
ausnehmende Bedeutung gerade dieses Problems im modernen 
Musikbetrieb mit sich, daß nach dem Ujmbruch das Thema >Musik und 
Rasse< langehin fast einzig unter dem Gesichtspunkte der J udenfrage 


A 67 





erörtert wurde (...)" (S. 297, 298). 

Positive Besprechung eines Vortrags von Paul Treutler, Fritz Metzler 
und Richard Eichenauer für den NSD-Studentenbund in Berlin (Abdruck: 
Wulf, S. 319-320). 

"Der deutscheste Musiker" ("Deutsches Volkstum" XIX, Oktober 1937. 
S. 724-728. Quelle: BLB, Signatur: ZA 3819). 


Zitat: 

"(...) Allein ich weiß, daß es sehr viele Menschen in Deutschland gibt 
- beste Deutsche von edelster Art und echtester Gesinnung -, die Wagner 
mit aller Entschiedenheit und leidenschaftlicher Überzeugiung ablehnen. 
Ich denke da weniger an diejenigen, die mit fachästhetischen 
Begründungen die Wagnerschen Musik an sich einer negativen Wertung 
unterziehen, sondern an solche, deren Ablehnung auf rein gefühlsmäßiger, 
sozusagen instinktiver Abneigung, ja Abgestoßenheit, beriht, indem sie 
den hohen Kothurn, das rauschende Pathos, den allgemeinen 
Superlativismus in Empfindungs- und Ausdrucksstil der Wagnerschen 
Kunst (Musik und Dichtung) als nicht dem tieferen deutschen Wesen 
entsprechend verneinen. 

(...) Ist es somit schwer, aus der Wirkung nach außen einen 
zuverlässigen Schluß auf das >Deutsche< in der Musik zu ziehen, so fällt 
ein solcher Schluß aus der Unzugänglichkeit für Nichteutsche immerhin 
leichter und verspricht klarere Einsichten. Es gibt aber ein noch besseres 
Mittel, um festzustellen, ob ein musikalisches Werk in einem tieferen 
Sinne >deutsch< sei oder nicht. Es liegt in der einfachen Frage: kann 
man sich vorstellen, daß ein nichtdeutscher Künstler 
dieses Werk geschaffen hätte, und welcher Nationalität hatte er 
sein müssen? - Die Beantwortung dieser Frage setzt natürlich einige 
Kenntnisse und noch mehr Urteilskraft voraus; aber dafür verbürgt sie in 
einem hohen Grade wirklichen Aufschluß. Aufschluß nicht nur über die 
Deutschheit des betreffenden einzelnen Werkes, sondern über jene 
berühmte, eingangs zitierte Kardinalfrage >Was ist deutsch?< überhaupt 
(...)" (S. 725-726, 728). 

Abendroth kritisiert nicht nur die Fragestellung generell, wenn auch 
ziemlich hilflos, sondern unfundierte Ideologisierungen, die u. a. 
Beethoven als "deutschesten Musiker" darstellen. 


1938 
Fest der musikalische Volksgemeinschaft ("Berliner Lokal-Anzeiger", 
Morgenausgabe, 24/V/38). 
Abendroth berichtet über die Eröffnung der Reichsmusiktage in 
Düsseldorf. 


1939 
Februar 1939: 
Der "Berliner Lokal-Anzeiger" bringt unter dem Titel "Mythos der 
Aufopferung" Abendroths Besprechung der Opern-UA "Die Bürger von 
Calais" von Wagner-Regeny. 


A 68 





30. März 1939: 

Das 1. Orchesterkonzert des 4. Internationalen Musikfestes Baden- 
Baden, Dgt. G. E. Lessing, die Sinfonietta von W. Abendroth (UA). 
Würde und Unterhaltung ("Deutsches Volkstum" XX1/7, Juli 1939. S. 
253-254. Teilabdruck: Wulf, S. 274). 


1942 

16. April 1942: 

Die Dresdner Philharmonie, Dgt. Paul van Kempen, gastiert für die 
NSG "Kraft durch Freude" im Gewandhaus und bietet u. a. die Leipziger EA 
der Sinfonie A-dur, Op. 11. von Abendroth. 
27. Oktober 1942: 

Das 1. Vormiete-Konzert B der Stadt Dortmund, Dgt. W. Sieben, 
bietet - "zum ersten Male" - die Kleine Orchestermusik von Abendroth. 


1943 
10. März 1943: 

Das 6. Städt. Konzert in Remscheid, Dgt. Horst-Tanu Margraf, bietet 
- erstmals - die 2. Sinfonie von Abendroth. 

31. März 1943: 

"(...) Ich denke nach und will noch weiter nachdenken, was sich in 
Ihrer Sache machen lässt. Aber ich bitte Sie zu bedenken, dass ich ein 
armer Hund bin und meine Empfehlungen in den allermeisten Fällen ohne 
jede Wirkung sind. Was spiele ich denn für eine Rolle an den deutschen 
Opernhäusern? Ich wüsste tatsächlich kein einziges Theater in der Welt, 
bei dem meine Stimme von Einfluß wäre. Ausserdem ist ein 
Operndramaturg so ziemlich das unnützeste Möbel, welches in der 
Kunstwelt denkbar ist. 

(...) Ich finde es nämlich mehr als gewagt, jetzt in dieser Kriegszeit, 
wo es meines Wissens bis zu einem gewissen Grade direkt verboten ist, 
den Beruf zu wechseln, Ihre sichere Position verlassen zu wollen. Zweitens 
haben Sie meines Wissens noch niemals unterrichtet; es wird also schwer 
sein für Sie irgendwelche Belege für Ihre Eignung zu diesem wichtigen 
Berufe vorzubringen. Ich weiss nicht, ob komponierte Werke als Beweis 
gelten. Drittens steht Ihnen in dieser Zeit mehr als sonst Ihr Alter im 
Wege. Mit 40 Jahren ist der Berg erstiegen und ich fürchte sehr, ob man 
einem c. 50-jährigen das Vertrauen entgegenbringt, den Beruf erfolgreich 
zu wechseln. Schliesslich und viertens habe ich Bedenken, dass Sie an 
dergleichen Anstalten wie Hochschulen usw sich über gewisse 
Formalitäten schwer werden hinwegsetzen können. (...)" (Pfitzner an 
Abendroth, 31/111/43. Fehler im Original. Quelle: ÖNB, Musiksammlung, 
Signatur: F 68 Pfitzner 4/203). 


Ein Brief, 1963: 

"Sie würden wahrscheinlich staunen, wer alles von denen, die sich 
heute als Verfolgte, Geschädigte, Gerügte und Verbotene aufblähen, in 
Wirklichkeit damals im Ganzen ziemlich ungeschoren geblieben ist. Man 
darf sich die nazistische Kulturmacherei nicht so einschichtig vorstellen, 


A 69 





wie sie heute erscheinen kann. Es gab vielmehr mindestens drei mit 
einander rivalisierende Instanzen, die einander mehr oder weniger offen 
entgegenarbeiteten: Goebbels, Rosenberg und Schirach. Was der eine 
protegierte, verbellten die andern, und so reihum. Den verschiedenen 
Machtbereichen entsprachen verschiedene publizistische Organe, Kritiker 
u.s.w. Auf diese Weise ist es sehr wohl möglich, daß sich heute einer als 
Verfolgter, Verbotener, Unterdrückter mit entsprechenden Zeitungsbelegen 
brüsten kann, während er klug genug ist, zu verschweigen, welche 
Förderungen er von der nazistischen Gegenseite genossen hat" (Walter 
Abendroth an Fred K. Prieberg, 19/111/63, Typoskript). 


Geschichtsfälschung |, 1973: 

"(...) Der alte Artikel wurde von Herrn Karl Riebe für das 
Supplement der ersten Auflage der MGG verfaßt (Bd. 15, Sp. 8 f.) und 
besitzt hinsichtlich Abendroths nationalsozialistischer Vergangenheit einen 
blinden Fleck (...)" (Dr. Ulrich Tadday, Fachbeirat von MGG, an Fred K. 
Prieberg, o. Dat. = 19938). 

Geschichtsfälschung II, 1995: 

"1939/40 wurde er von den Nationalsozialisten mit Berufsverbot 
belegt. Seit 1945 lebte er als freier Komponist in Hamburg (...)" 
("Deutsche Biographische Enzyklopädie", München, 1995). 

Abendroth, Mitglied der RKK, war bei seiner Zeitung bis zu deren 
Einstellung 1944 angestellt; "Berufsverbot" ohne Ausgliederung aus der 
Kammer verstieß gegen Gesetz, auch wäre dann kein Werk mehr 
aufgeführt worden. Die Technik des Lexikographen ist deutlich: Seine 
Leser sollen glauben, Abendroth sei 1939 bis 1945 "verboten", also 
Antifaschist gewesen. 

Geschichtsfälschung Ill, 1995: 

Im Sommer 1995 plazierte die Wochenzeitung "Die Zeit" beim 
Siedler-Verlag in Berlin ein Buchmanuskript ihres Autors Karl Heinz 
Jansen, "Die Zeit in der Zeit. 50 Jahre einer Wochenzeitung". Darin ist 
auch der frühere ZEIT-Musikredakteur Walter Abendroth erwähnt. Um 
diesen als "antifaschistischen" Helden zu adeln, hieß es, er habe eine 
Biografie Pfitzners geschrieben, der im 3. Reich als "Judenknecht" 
gegolten und daher unter Verbot gestanden habe. 

Geschichtsfälschung IV, 2004: 

"(...) ein Speichellecker Pfitzners, der nationalsozialistische Kritiker 
Walter Abendroth (...)" (Kater Ill. S. 193, ähnlich S. 230, 366). 

Dem "Distinguished Research Professor of History" fehlt mangels 
Karteikarte in der ZKNSDAP ein dokumentarischer Beweis für den "NS- 
Kritiker". Wer als Historiker geachtet werden möchte, darf niemand 
"Speichellecker" nennen, denn auch dies ist nicht beweisbar, zudem als 
Formalbeleidigung strafrechtlich riskant. 

"Zeit"-Folgen, 2006: 

"Am 1. April 2005 bat der Beschuldigte um ein Rezensionsexemplar 
(dieses CD-Handbuchs) für die Feuilleton-Redaktion DIE ZEIT. 

Am 5. April erledigte Herr Kopf dies über Bestellschein und fragte 
am 19. Juli, da nichts geschah, ob und wann die Rezension erschienen sei. 


A 70 





Die Sekretärin Christiane Behrend bat am gleichen Tag um Geduld, Herr 
Spahn werde sich melden. Wieder geschah nichts. 

Am 7. September 2006 forderte ich von hier aus Spahn zur 
Rückgabe des CD-Exemplars auf, setzte eine Frist und kündigte bei deren 
Verfall straf- und zivilrechtliche Weiterungen an. Abermals geschah nichts, 
sodaß der Verdacht entsteht, Spahn habe eine Rezension nicht realisieren 
können und sich die CD einfach angeeignet (...)" (aus der Strafanzeige 
gegen den Redakteur Claus Spahn bei der Staatsanwaltschaft Hamburg, 
6/X/2006). 

Die Staatsanwaltschaft Hamburg stellte am 2/V/07 das beantragte 
Ermittlungsverfahren ein, weswegen der Täter solche amtliche Kumpanei 
begrüßt haben dürfte; die Beschwerde wies die 
Generalstaatsanwaltschaft, Staatsanwältin Onnen, am 11/VI/07 zurück, 
indem sie die deutlich dokumentierte Tatsache ignorierte, daß das 
Handbuch im Eigentum des Autors bleibt und nur als Dauerleihgabe 
ausgegeben wird. Damit bescheinigte sie dem Täter und sich selber 
Legathenie oder Rechtsbruch und betonte, dieser habe erst nach Erhalt 
der CD erfahren, daß die Redaktion keine Rezension wünsche, kam aber 
nicht auf die Idee, daß ehrliche Redakteure dies vor einer Bestellung 
erfragen. 

"Die Zeit" ist in diesem Handbuch noch mehrmals als Helfer für 
Geschichtsfälschungen genannt, sodaß der Verzicht auf Rezension als 
lachhafter Racheakt erscheint. 

Information: FA, MM2, KDMK, SML, RMLE, MGGS. 


Abendspruch = Abendstille überall. 


Abendstille überall, nur am Bach die Nachtigall (T: dänisch, dt. 
Fassung onA). Text und Melodie: Hardenack Otto Conrad Laub, 
1805-1882, Bischof zu Viborg. Kanon zu 4 Stimmen. Dreistimmig auch in 
Die Singstunde 57 (Jöde, 1933) mit unzutreffender Urheberangabe 
Thomas Laub. Titel: Abendspruch. 

In: 
RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938; 
Kanon); Lied über Deutschland (?1941). 


Aber, Adolf 
Apolda, 28. Januar 1893 - London, 21. Mai 1960. 

Dr. phil., Berlin 1919 (Die Pflege der Musik unter den Wettinern und 
Wettinischen Ernestinern... bis zur Auflösung der Weimarischen Hofkapelle 
1662), Musikschriftsteller in Leipzig, bis 1933 Mitarbeiter des MV 
Hofmeister und Musikkritiker der "Leipziger Neuesten Nachrichten". 

Von Brückner/Rock (I, Ill) und Gerigk/Stengel (Spalte 15: "Bekannt 
als einer der korruptesten Vertreter des Musikjournalismus") als Jude 
denunziert. 





1936 emigrierte Aber nach Großbritannien und war in London 
Abteilungsleiter des MV Novello & Co. und Vertreter deutscher 
Musikverlage. Im September 1939 stufte ihn das Enemy Aliens' Tribunal 
als "friendly alien" ein. 1958 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. 


1939, Denunziation: 

"So steht ein Herr Adolf Aber als >DJ <, lies Deutscher Jude (!) in 
dem neuen Riemann. Dieser >deutsche< Jude, früherer Leipziger Kritiker, 
jetziger Londoner Großgeschäftemacher in Musik, ist mit seinen 
sämtlichen >Verdiensten< aufgeführt, obschon selbst die verjudete 
musikwissenschaftliche Zunft der Systemzeit bereits die Kläglichkeit seiner 
Veröffentlichungen, beispielsweise seines >Handbuchs der 
Musikliteratur<, festgestellt hatte; obwohl dieser üble wissenschaftliche 
Hochstapler von Alfred Heuß längst vor 1933 moralisch vernichtet war und 
nur von einem sturen Zeitungsverleger aus >Prestige<-Gründen gehalten 
wurde" (Hans Schnoor: Peinliche Ehrenrettung des "Riemann". "Dresdner 
Anzeiger" Nr. 73, 14/111/39). 

Information: DNML, DML, FA, KDMK, RML, SML, MGGS. 


Aber erst Gräber schaffen Heimat (T: E. Bertram). Titel: Die 
Berggräber. 

Mehrfach vertont, so von Hugo Herrmann, Th. Jung, H. Kinzel, K. 
Marx, Q. Rische, E. Sauerstein, H. Spitta. 


Aber geah, Diandl, spreiz di nit. 
In: 
Hellau! (1942). 


Aber heidschi bumbeidschi. Wiegenlied. 
Vgl. Aba Haidschi bumbaidschi. 
In: 


Lied über Deutschland (?1941); Im Kerzenschimmer (1944). 


Aber immer mit frischem, frohen Mut. Soldatenlied. Titel: Der 
junge Reservemann. 
In: 
Singen (?1937). 


Aber Schützler, heint müaß mer am Gamsberg giahn. 
In: 
Hellau! (1942). 





Abert, Anna Amalia 
Halle/Saale, 19. September 1906 - Kiel, 4. Januar 1996. 

Tochter eines Universitätsprofessors; Musikwissenschaftlerin, Dr. phil. 
Berlin 1934 (Die stilistischen Voraussetzungen der Cantiones sacrae von 
Heinrich Schütz). Habilitation1943. Zunächst wissenschaftl. Hilfskraft am 
Institut für MW der Universität Kiel, 1943 Dozentin. 

1946 von der brit. Militärregierung entlassen. 1950 hier 
außerplanmäßige Professorin. Mitarbeiterin der MGG-Redaktion im 
Bärenreiter-Verlag. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 3.982.964; 1938 Musikreferentin der NS- 
Frauenschaft, 1941-42 Gausachbearbeiterin für Lied und Chorgesang in 
der Gaufrauenschaftsleitung Kiel, 1940 NSV-Blockwalterin, NS- 
Reichsdozentenbund ab 1939. 

Information: MGG. 


Abert, Karl 


Uns trennte des Siegers tyrannische Hand (T: Walter J äntsch), 
Trutzlied zur Saarfrage. 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 
"Man nimmt uns die Kohlen aus felsigem Schacht, 
man nimmt unsre Schätze mit frevelnder Macht, 
das lothringer Eisen, im Saarländer Tal 
macht's höhnend der Franzmann 
zu blinkendem Stahl. 
Doch fügt er zur Knechtschaft noch Jahr um Jahr, 
wir rufen's nur lauter: Deutsch bleibt die Saar! 


Man raubt unsres Berglandes waldige Zier, 
man plündert die Höhen mit fränkischer Gier, 
wohl bricht man der Bäume knorriges Holz, 
doch nicht unsrer Seelen trotzigen Stolz! 
Hier stehen wir, hier weichen wir 

nicht um ein Haar, 
so lange wir leben! Deutsch bleibt die Saar!" 

Daß es sich um Kompensation für die im Krieg gegen Frankreich von 
den Deutschen angerichteten Schäden handelte, blieb unerwähnt. 
In: 

Saarvolk singt (1934). 


Abgesessen von den Pferden (Setzt zusammen die Gewehre). 
Soldatenlied. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


A 73 





Abraham, Paul 

Apatin (Ungarn), 2. November 1892 - Hamburg, 6. Mai 1960. 
Bis 1933 Kapellmeister und Komponist in Berlin; er emigrierte nach Paris, 
dann weiter über Kuba in die USA. Da seine Musik hier nicht gefiel, 
verarmte er, wurde gemütskrank und 1946 in einer Nervenheilanstalt 
untergebracht. Obwohl er bald genas, ließen ihn Bevollmächtigte und 
Verleger weiter bis 1952 dort festhalten. Erst 1956 konnte er nach 
Deutschland zurückkehren. 


Musik zum Film Rakoczy-Marsch, deutsch-ungarisch-österreichische 
Gemeinschafts-Produktion, unter Verwendung ungarischer Melodien (UA: 
15/X11/33). 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

Der rassistische Boykott reduzierte die Aufführungen seiner 
Operette "Die Blume von Hawai" von 1725 in der Saison 1932/33 auf 8 in 
der Saison 1933/34, der Operette" Viktoria und ihr Husar" entsprechend 
von 500 auf 45 Aufführungen. 

Information: FA, RML, SML, LdBl. 


Äbr i fähr, äbr i fahr, äbr i fähr mit der Post. Volkslied aus Kärnten. 
Astimmig in: Hans Neckheim, "222 echte Kärtnerlieder" (Wien). Titel: Der 
Postknecht. 

In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 26 (18. März 1937); DAF, Singendes Volk 13 
(August 1942). 


Abromeit, Ernst 


Kämpfer (Texte: Max Dinklage, Conrad Grotian, Herbert Molenaar, Willi 

Zimmermann), für Soldatenchor und Blaskapelle (RS Königsberg, 

8/1V/37). 

Richthofen (T: M. Dinklage). Marsch mit Lied (RS Böhmen, 23/X11/40). 
Der Titel feiert den Jagdflieger des Wk. I Manfred von Richthofen 

(1892-1918), der viele Gegner abschoß und dabei selber das Leben 

verlor. 


Abschied = Gott g’segn' dich, Laub 


Abschied = Das Hakenkreuz auf unsrer Flagge 


Abschied = OD Mädel weine nicht, mich ruft die heilge Pflicht 





Abschied des Bosnierkriegers = Lebewohl, liebe Mutter 
Abschiedslied = Nun lebt denn wohl, ihr altbekannten Räume 
Abschiedslied = Reicht, ihr Lieben, mir die Hand 


Abschiedsmarsch. 
In: 
Deutsche Soldaten-Liedermärsche 1 (1933). 


Abschied-Wanderlied = Wenn i heit af die Wiesn geh 


Absenger, Anton 
1820 - 1899 


Rosegger-Marsch, zus. mit Hans Kliment. 
Der Titel feiert den steiermärkischen Erzähler und Heimatdichter 
Peter Rosegger (1843-1918) 
In: 
Marschperlen II (1943). 


Abt, Franz 
1819 - 1885 


Nimm deine schönsten Melodien aus tiefster Brust hervor (T: Johann 
Jakob Sprüngli). Vaterländisches Lied. 

In: 

Von Vaterland, Heimat, Helden und Soldaten (1933). 

Weihelied: Brüder, weihet Herz und Hand freudig gern dem Vaterland 
(T: Kübler). 

In: 

Nationalsozialistisches Volks-Liederbuch (1934). 

Blümlein auf der Heide: So viel der Mai auch Blümlein beut zu Trost 
und Augenweide (T: H. v. Fallersleben). 

In: 

Liederbuch für Dt. Frauen und J ungmädchen-Verbände (1934; 
"Volkslied"). 

Ein Römer stand in finstrer Nacht am deutschen Grenzwall Posten (T: 
V. von Scheffel). Ballade. 

In: 


Die weiße Trommel (21935). 





A Busserl is a schnuckrig Ding. Lob des Kusses, onA. 
In: 
Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934, nur T). 


A Büxerl afn Ruckn. Jägerlied. 
In: 
Hellau! (1942). 


Ach, ach, ach, was für ein harter Schluß, weil, weil, weil ich von 
euch scheiden muß! Abschiedslied, aus: Georg Dinges, "Wolgadeutsche 
Volkslieder" (Leipzig, 1932). 

In: 
Der Ring (1935). 


Ach, Bauer, was ich dir will sagen. Reiterlied, 2. Strophe von 
"Was helfen mir tausend Dukaten". Aus Schlesien, nach Hoffmann-Richter. 
Titel: Reiters Abschied. 
In: 
Soldatenlieder (1934); Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Ach bittrer Winter, wie bist du kalt, du hast entlaubet den grünen 
Wald (T: Ambraser Liederbuch, 1582). Melodie 1640. Einstimmig, auch 
A4stimm. oder mit Instrumenten. Titel: Ein Reigen auf den Winter. 
In: 
Der Ring (1935); NSLB, Unser Lied 2 (21935); Lobeda-Singbuch für 
Frauenchor (1936); Lobeda-Singeblatt 39 (1937); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938); Lied über Deutschland (?1941); Die Weihenacht ist 
kommen (1937); Singebuch für Frauenchor (21940). 


Ach, du mein lieber Gott, muß ich schon wieder fort. 
Handwerkerlied. 
In: 
Klingend Erbe (1941). 


Ach, Elslein siehe: Johann Ott 


Ach, englische Schäferin, gewähr mir ein Bitt. Volkslied aus 
Lothringen. Aus: Louis Pinck, "Verklingende Weisen". 
In: 
Ihr Deutschen, wollt ihr wachen! (1938). 


76 





Ach Gott, vom Himmel sieh darein und laß dich des erbarmen. 
Der 12. Psalm (Erfurt, 1524). 


In: 
Christliche Kampflieder der Deutschen (1933); NSLB, Unser Lied 2 
(21935). 


Ach Gott, wem soll ich's klagen. Volkslied. 
In: 
Schwäbisches Liederbuch (*1938). 


Ach Gott, wie hat so lange Zeit der Widerchrist regieret. 
Protestantisches Kampflied "Wider den Antichrist", onA. 
In: 
Christliche Kampflieder der Deutschen (1933). 


Ach, gut Gesell, nun ziehst du aus. Abschiedslied. 
In: 
NSLB, Unser Lied (21935). 


Ach herzeliebe Bauers-Frau. 
In: 
Unser das Land (1937). 


Ach Himm!'l, es ist verspielt. Tiroler Volkslied aus dem 
Vintschgau. Titel: Andreas Hofers Abschied vom Leben. 
In: 
Singkamerad, Anhang München (1939); Im gleichen Schritt und Tritt 
(1941); Hellau! (1942). 


Ach, in Stücke möcht ich mich zerreißen! Ins Wasser möcht ich 


springen (T: volkstüml., Fassung: C. Clewing), auf eine Volksmelodie. 
In: 
Liederbuch der Luftwaffe (1939, Klavierausgabe 1940). 


Ach ja, ich fühl es. Zwischengesang. 
In: 
Soldatenliederbuch (41940). 


A 74 





Ach, J ungfer, ich will ihr was auf zu raten geben. Rätsellied aus 
Schlesien. 
In: 
Singkamerad (31935, 81937); NSLB, Unser Lied 1 (31935); Stimmt an! II 
(1939); Lied über Deutschland (?1941). 


Achleitner, Rudolf 
1864 - 1909 


Seyffertitz-Marsch (BR, 15/VI11/33; RS Wien, 7/X/38). Bearbeitung: 
Hans Kliment (1938) [K]. 

Tiroler Adler. Marsch (RS Wien, *20/1V/39, NSDAP-GauMZ Wien, Dgt. 
Sepp Weber; RS Hamburg, 1/VI11/39). 

In: 

Marschperlen II (1943). 

Zweier Landesschützen-Marsch (RS Wien, 6/VI11/39). 
Reinsperg-Marsch. Der 3er Tiroler Kaiserjäger-Regimentsmarsch 
(1939) [K]. 

In: 

Marschperlen I (1943). 


Ach, lieber Schuster du. Kinderlied. 
In: 
Klingend Erbe (1941). 


Ach, mein lieber Bruder, ich will dir was Neues sagen. Scherzlied, 
Melodie aus Franken. 
In: 
Lieder des Volkes (61936). 


Ach Mutter, liebe Mutter, mein Kopf tut mir so weh. Aus 
Brandenburg. Nach: Büsching und von der Hagen, "Sammlung deutscher 
Volkslieder" (1807). Auf diese Melodie wird auch "Es waren zwei 
Königskinder" gesungen. 

In: 
Lieder unseres Volkes (1943). 


Ach, Schatz, wenn du über die Gasse gehst, schau unser Haus 
nicht an. Volkslied aus Lothringen, aus: Louis Pinck, "Verklingende 
Weisen" I (1928). 

In: 
Unser das Land (1937); RJF, Liederblatt der HJ 101/102 (1941; onA); RJF, 
Musikblätter der HJ) 101/102 a (1941); Lieder unseres Volkes (1943). 


A 78 





Ach Schatz, wenn du zum Tanz willst gehen, tanz auch einmal 
mit mir. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Ach, schönster Schatz, wär ich bei dir = Auf dieser Welt 
hab ich kein Freud 


Ach Tannenbaum, ach Tannenbaum, du bist ein edler Zweig (T: 
nach dem Bergliederbüchlein um 1740). Melodie im Liederbuch von 
Melchior Frank (1611). Gesungen in Westfalen, Schlesien und im 
Odenwald. Titel: Das Lied vom Tannenbaum. 

Vgl. O Tannenbaum. 
In: 
Unser das Land (1937). 


Achtelik, Josef 
Bauerwitz/OS, 7. April 1881 - Leipzig (DDR), 30. Dezember 1965. 

Sohn eines Hutfabrikanten; Schüler u. a. von Franz Wüllner und W. von 
Bausznern, Musikjournalist und Dirigent; Stand 1932: 1. Vorsitzender des 
Reichsverbandes Dt. Tonkünstler und Musiklehrer, Ortsgruppe Leipzig. 
Professor, zunächst Kapellmeister in Köln und Glogau, dann in Leipzig 
Musikpädagoge, Musikschriftsteller und Komponist. 

Nach 1945 weiterhin in Leipzig, zuletzt i. R. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.430.648. Dirigent des Chors der NSDAP Leipzig, 
1934 Leiter der Kreismusikerschaft der RMK Leipzig, dann der 
Ortsmusikerschaft. 

Eine Besprechung ("ZfM" CIl/5, Mai 1935. S. 540). 

Zitat: 

">Die Jugend möge ihre Begeisterung für Volk und Heimat in diese 
Kantaten hineinlegen und die älteren von uns mögen die selbsterlebten 
Zeiten den großen Krieges wieder aufleben lassen< schreiben die 
Herausgeber. Beide Kantaten sind leicht ausführbar und sehr geeignet, 
große vaterländische Veranstaltungen wirkungsvoll einzuleiten und zu 
beschließen". 

Hier ging es um die bei Tonger, Köln, erschienenen Kantaten "O 
Deutschland hoch in Ehren" von Heinrich Lemacher und "Der gute 
Kamerad" von Otto Stein. 

Josef Reiter: Festgesang an den Führer des Deutschen Volkes 
("ZfM" CV/12, Dezember 1938. S. 1365-1367). 
Zitat: 

"(...) Die Idee der deutschen Freiheit, die unbändige Liebe zur 
deutschen Heimat, das völlige Aufgehen in dem Dienst an der deutschen 
Kunst sind die Charaktermerkmale dieses, in Braunau am Inn geborenen, 
Oberösterreichers. Der Inhalt vieler Chorwerke und der Titel manches 


A 12 





Instrumentalwerkes geben Zeugnis von seinem innersten Sehnen: daß das 
deutsche Volk allzeit aufrecht stehe - daß es nicht nach alter Weise durch 
Zwietracht in Ohnmacht gerissen werde - daß es übe deutsche Sitte und 
Treue! Kein Wunder, daß dieser Josef Reiter sich von Anfang an zu Adolf 
Hitler bekennt, und kein Wunder, daß er dem Führer des endlich geeinten 
deutschen Vaterlandes einen Festgesang komponiert. 

(...) Von erfahrener Meisterhand sind diese 440 Takte zu einem 
Festgesang geformt, über dem, wohl mit beziehungsvoller Absicht, 
Rienzi-, Lohengrin- und Meistersingerstimmung liegt. Schön wäre es, 
wenn am 20. April 1939 in jeder Stadt Groß-Deutschlands dieser 
Festgesang erklingen würde als Gruß und Dank aller Deutschen an 
Denjenigen, der die deutsche Zwietracht bezwang, der ein tausendjähriges 
Sehnen aller wahren Deutschen erfüllte: das Sehnen nach einem starken 
und einigen Deutschland!" (S. 1365, 1367). 
Vgl. Josef Reiter. 

Der Wunsch nach einer Menge Aufführungen zum Führergeburtstag 
blieb unerfüllt. 

Information: DNML, DML, FA, MM2, RML, LdCh, SML, MGGS. 


Achtung, DAF!: Achtung, DAF! Die Roten sind bezwungen, am 
Boden liegt das ganze Bonzenpack. NS-Kampflied, onA. 
Vgl. Achtung, SA! 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Wir halten fest Horst Wessels Werk in Händen, 
wir sind ein Volk,ein Führer und ein Reich, 
und wer es wagt, das heil'ge Werk zu schänden, 
den trifft die Rache, uns'rer Femeid. 
Ihr Spießer, ihr Bonzen, wir sind auf der Wacht, 
wir sind die alten noch heut. 
Wir haben geblutet, gekämpft und geschafft 
für Deutschland, doch niemals für euch! 
Drum vorwärts, drum vorwarts, die Straße frei! 
Ihr Spießer, schert euch nach Haus. 
Wir schlagen euch sämtliche Knochen entzwei 
und räuchern die Tempel euch aus!" 
In: 
Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934). 


Achtung! Links! Rechts! Tritt gefaßt! Laßt Gesang jetzt hören (T: 
Kurt Oskar Bark, aus der Zeitschrift "Der Kamerad"), "Marschlied der 
Frontring-Verbände", zur Melodie "Ist es denn nun wirklich wahr". 
Textprobe (2. Strophe): 
"Hakenkreuz im weißen Schild 
auf den roten Fahnen: 
daß es unser Leben gilt, 
sollen sie uns mahnen! 





Rums widibums, widirallerallera". 
In: 
Durch Kampf zum Sieg! (71926); Unter Hitlers Fahnen (1932). 


Achtung SA! Die Roten sind bezwungen, am Boden liegt das 
ganze Bonzenpack. SA-Kampflied, 0onA. 
Vgl. Achtung, DAF! 
Textprobe (2. Strophe): 
"Horst Wessel fiel und mit ihm tausend Helden, 
im Kampf fürs neue deutsche Morgenrot, 
doch nicht für euch, ihr vollgefressenen Wänste, 
färbte das Blut das kalte Pflaster rot. 
Ihr Spießer, ihr Bonzen, wir sind auf der Wacht, 
wir sind die alten noch heut‘, 
wir haben gekämpft, geblutet, geschafft, 
für Deutschland, doch niemals für Euch. 
In: 
Was die SA singt (1935). 


Acht Worte Schullatein = Cato, Cicero 


Acht zeitgemäße effektvolle Märsche. Für Blasmusik leicht 
spielbar, onA (1936) [E&C]. 

Karl Krebs: 1. Sonnenfeuer. - 2. Die Fackelträger. - 3. Tempo der 
Zeit. - 4. Wehr und Heer. - Hermann Behr: 5. Licht empor. - Karl Krebs: 
6. NSKK-Marsch und Lied. - Hermann Behr: 7. Flammenzucken. - 8. Ein 
Heldenherz. 


Ach wär ich ein Vöglein (T: R. Reinick), onA. Titel: Ich wüßt, was 
ich tät. 
In: 
Lieder für die Mutter (1934); Deutsche Lieder (1940). 


Ach weh wie fällt der Tau. Mährisches Volkslied. 
In: 
Brünn ist nit hin (1939). 


Ach, wenns nur der Hauptmann auch wüßt. Soldatenlied. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 





Ach, wie ist diese Zeit so schwer, die wir haben erlebet. 
Protestantisches Bittlied, 0nA. 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 
"Die Welt ist jetzt gar umgekehrt, 
daß man sich muß verwundern; 
alles wird wüst und ganz verheert, 
niemand kann sich da sondern 
vor Einfall und der Fährlichkeit der Feinde, 
so sich schon zum Streit wider uns stark gerüstet. 


Die deutsche Freiheit leidet Not, 
will uns nicht wieder werden, 
das klagen jetzt dem lieben Gott 
viel Gwaltige auf Erden; 
das allgemeine Vaterland 
muß leiden gar ein schweren Stand. 
Des laß Dich, Gott, erbarmen!" 

In: 

Christliche Kampflieder der Deutschen (1933). 


Ach, wie ists möglich dann, daß ich dich lassen kann, wo meine 
Wiege stand, mein Heimatland (T: Helmina von Chezy, 1812). 
Volksmelodie. Zuweilen ist Alexander Roß oder Rost als Textautor genannt. 

Mehrfach vertont, so von F. \W. Kücken, Fr. Wilhelm, Ludwig Böhner 
und Ernst Rudorff. 

In: 

Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); Liederbuch für Dt. 
Frauen und J ungmädchen-Verbände (1934; nur T); Singkamerad (31935, 
81937); Lobeda-Singebuch 1 (1936); Flieger-Liederbuch (1938); Stimmt 
an! Il (1939). 


Ach, wir haben Hunger sehr, darum bringt das Essen her (T: onA 
= W. Cramm). Tischlied für Vorsänger und Chor, zu einer Melodie aus der 
"Bauernkantate" BWV 212 von J. S. Bach [V]. 

In: 
Der Kilometerstein (?1937); RJF, Wir Mädel singen (1937); Lied über 
Deutschland (?1941); Lieder unseres Volkes (1943). 


Acker, Arnold 


Did da-did did: \Wvenn wir marschieren durch das Städtchen, wie 
leuchten hell die Augelein (eigener T). Funkerlied, entstanden bei der 
Nachrichtentruppe in Königsberg, Neumark (1937). 

In: 

Liederbuch der Luftwaffe (1939, Klavierausgabe 1940). 





Ackermann 


Niedersachsentreue. Marsch (Norag, 2/VI/33, aus Bremen). 
Hanseatenblut. Marsch (Norag, 4/VI/33, aus Bremen). 

Information: Mutmaßlicher Urheber: Rudolf Ackermann, 1. Trompeter 
im NiedersachsenOrch Hannover. 


Adam, Franz (Josef Johannes Maria) 

München, 28. Dezember 1885 - München, 21. September 1954. 
Sohn - unter 12 Kindern - eines auf Pferdebilder spezialisierten 
Kunstmalers; Schüler von Anton Beer-Walbrunn und Felix Mottl, 
Klarinettist und Kapellmeister, 1912 2. Kapellmeister des KurOrch Bad 
Ems, dann am Stadttheater Gießen bis 1914, dazwischen und dann wieder 
1919-1922 musikal. Leiter der vom Konzertverein St. Gallen gestellten 
Kurkapelle Ragaz, dann beim BR, bald Künstlerischer, dann Musikalischer 
Leiter. 1924 mit Aufstellung eines Funkorchesters für die neugeschaffene 
Deutsche Stunde in Bayern betraut, aber 1928 hinausgedrängt. Gründer 
des Münchener TonkünstlerOrch und bis 1934 dessen Leiter. 1934-35 
Abteilungsleiter Musik und Film im Städtischen Kulturamt München. Am 
30/1/38 von Hitler zum GMD ernannt. 

Nach 1945 fast 3 Jahre in Internierungslagern, so Peiting am Lech, 
Altenstadt, Garmisch-Partenkirchen und Regensburg, dann ohne 
Anstellung weiterhin in München, auf der "Schwarzen Liste" der US- 
Militärregierung. 1948 stufte ihn die Spruchkammer München in Gruppe 
Ill (Minderbelastete), darauf in Gruppe IV (Mitläufer) ein. 1949 
Kapellmeister der 7701 Eucom Band Training School der US-Armee, 1950 
Theorieprofessor der 7701 USAREUR Bandsmen School bis 1953, dann bis 
zum Ableben abermals arbeitslos. 

Werke: 2 Sinfonien, Konzert-Ouvertüre (u. a. BR/ RSdg, 23/1/36); 
Ständchen für Orch (Oberammergau, Febr.1944); Kammermusik, so 
Menuett für Streichtrio (1909), Streichquartett G-dur (1909); Hörspiel- 
Musiken, so "Spiel von der Auferstehung des Herrn" von Helmut 
Habersbrunner nach einem Osterspiel des Mittelalters (BR,4/1V/26), 
"Leonce und Lena" von Büchner (BR. 4/VIIl/26) oder "Heilige Nacht", 
Weihnachtslegende von Ludwig Thoma (BR, 24/X11/26); Bühnenmusik, 
Singspiele; "Das Paradies der Liebe", Schwankoperette (Zwickau, 1941); 
"Heilige Nacht", Weihnachtslegende von L. Thoma (1926; BR, 24/X11/33); 
vier Lieder Op. 3 (1909), Lieder für Sopran und Orch auf Texte von 
Brentano, Storm und Roland Henning (UA: November 1942); Tanzweisen- 
Folge für Klavier Op. 12 (1947). 


NSDAP seit 1/1/30 (eigene Angabe: 1/XI/30), Nr. 348.967. KfdK seit 1931. 
DAF, NSV, NSKOV, Reichskolonialbund, 1933 SA, 1943 ehrenhalber SA- 
Sturmbannführer. 1934 in der Reichsleitung der NSDAP, Mitglied des 
Stabes des Stellv. des Führers als Sachbearbeiter für Musikfragen, 
Hauptstellenleiter Musik in der Parteikanzlei. 1935 Präsidialrat der RMK. 
Leiter des NS-Reichssinfonieorchesters, in dem bis Kriegsende ein 


A 83 





halbjüdischer Soloflötist (Sebastian Deuring) mitwirken durfte. Stand 
27/V/38: Reichskultursenator. 


1932 
10. Januar 1932: 

Im Zirkus Krone, München, findet das Debutkonzert des NSRSO, 
Dgt. Adam, statt. Das Programm: 1. Weber Euryanthe-Ouvertüre. - 2. 
Wagner: Vorspiel zu "Meistersinger". - 3. Bruckner: 4. Sinfonie. 

Das zunächst für den 16/XII/31 angesetzte Gründungskonzert war 
mit Hinweis auf den Weihnachtsfrieden von Ministerpräsident Held (SPD) 
und Polizeipräsident Koch verboten worden. 

12. Januar 1932, Echo: 

"Der weite Raum des Zirkus war voll besetzt, Parteigenossen, 
Freunde und Anhänger der Bewegung aus allen Schichten und Kreisen des 
Volkes bekundeten durch begeisterte Zustimmung und freudigen Beifall 
ihre Dankbarkeit für die Hochwertigkeit der gebotenen Vortragsfolge und 
deren ausgezeichnete Durchführung, darüber hinaus aber auch ihre Liebe 
und Treue zum Nationalsozialismus, der die Förderung der wahren 
Volksgemeinschaft besonders auch durch vermittlung unserer deutschen 
Kulturgüter erstrebt" ("VB", 12/1/32; Zitat in Britta Hanke: Der Dirigent 
Franz Adam und das Nationalsozialistische Reichs-Symphonie-Orchester. 
Magisterarbeit, München 2004. S. 53). 

Februar 1932: 

Abt. Rasse und Kultur der NSDAP entsendet das Münchener 
TonkünstlerOrch, Dgt. F. Adam, zu einem viertägigen Gastspiel, das 
Günzburg, Ulm, Kempten, Memmingen und Kaufbeuren berührt. 

März 1932, Nachricht: 

"In München, dem Geburtsort der Nationalsozialistischen Deutschen 
Arbeiterpartei, hat sich unter Führung von Professor Gaston Freytag, dem 
Sohn des Verfassers von >Soll und Haben< und Leiter der Abt. Rasse und 
Kultur der NSDAP, ein aus 75 Künstlern bestehendes, in den Streichern 
stark besetztes nationalsozialistisches Orchester gebildet. Dirigent ist 
Franz Adam" (Tageschronik. "Die Musik" XXIV/6, März 1932. S. 478). 

11. Juni 1932: 

Im Kursaal von Berchtesgaden hört Hitler erstmals ein Konzert des 
eilends zusammengerufenen Orchesters und verspricht Hilfe. F. Adam 
bietet u. a. die 4. Sinfonie von Bruckner. 

1932, Wirkung: 

"(...) Menschen, die unter dem Einfluss verleumderischer Lügen über 
die deutsche Freiheitsbewegung in den Nationalsozialisten eine Horde 
roher, mordgieriger oder doch mindestens rauflustiger Gesellen zu sehen 
erwarteten, sahen zu ihrem Erstaunen eine Schar wohldisziplinierter, sich 
in ihre Aufgabe mit Hingebung und vollem Eifer versenkenden Musiker vor 
sich und mußten erkennen, daß der Nationalsozialismus, weit entfernt 
davon, dem ihnen gezeigten Zerrbilde zu gleichen, der Träger heiligster 
deutscher Kulturgüter ist" 

(Zweck und Ziel des Nationalsozialistischen Reichs-Symphonie-Orchesters. 
Vorwort. Drucksache o. Ort = München, 1932. Quelle: BA, Bestand NSD 


A 84 





70/ 63; Zitat auch bei Britta Hanke, wie oben. S. 50). 


1933 
27.)Januar 1933, Denunziation: 

"Bei der Gründungsversammlung im Oktober 1931 mußte ich 
feststellen, daß Adam ganz einfach das >Münchener Tonkünstler 
Orchester< zu diesem Zwecke übernommen hatte, das Orchester der I. S. 
M. (Interessengemeinschaft Süddeutscher Musiker), deren Mitglieder zum 
Teil rechtsgerichtet sind, zum anderen Teil aber mit Nationalsozialismus 
nichts gemein haben, wie aus der Einstellung vieler Orchestermitglieder 
deutlich zu erkennen ist. (Ich erinnere daran, welchen Kampf und welche 
Geduld es gekostet hatte, die Leute in den ersten Konzerten zum Tragen 
des Parteiabzeichens zu überreden!). 

Nachdem Herr Adam die Sozialdemokratie und die Bayerische 
Volkspartei ohne Dauererfolg absolviert hatte, schwenkte er zum 
Nationalsozialismus über, und nachdem es ihm hier gelungen war, seine 
Absicht der Gründung eines Nationalsozialistischen Symphonieorchesters 
zur Sicherstellung seiner eigenen Existenz auszuführen, nahm er dazu das 
>Münchener Tonkünstler Orchester der Interessengemeinschaft 
Süddeutscher Musiker< --, ein Akt der Erkenntlichkeit gegen diese 
Organisation, die ihn nach seiner Entlassung aus den Diensten des 
Bayerischen Rundfunks und nach dem Theaterkrach in Landshut, wo er 
eingeschriebenes Mitglied der S.P.D. gewesen war, durch seine 
schlimmsten Jahre mit durchgebracht hatte. 

(...) Adam bedeutet für das Vorwärtskommen des N.S.R. 
Symphonieorchesters die größte Hemmung. 

Wie mir bekannt ist, haben, als die Frage der Orchesterleitung des 
N.S.R. Symphonieorchesters akut wurde, namhafte Münchener 
Musikfachleute dringend von Herrn Adam abgeraten und Dirigenten von 
Ruf und Können vorgeschlagen; nur durch Befürwortung eines Generals 
gelang es Herrn Adam den heutigen Posten zu bekommen" (Willy Huebner, 
München, an Alfred Rosenberg, 27/1/33. Quelle: BA NS 8/ 125. Blatt 122, 
124). 

Adam hatte dem Geiger Huebner, NSDAP Nr. 571.886, am 17/1/33 
wegen dessen häufigen Beschwerden gekündigt. Dieses zwölfseitige 
Schreiben an Rosenberg war die Rache; jedoch blieb Adam im Amt, 
obwohl Huebner nach bewährter Denunziantenmanier unter gleichem 
Datum einen fast inhaltsgleichen Brief auch an Göring richtete. 

27. Juni 1933: 

Das Orchester, Dgt. Adam, beginnt auf Einladung von Gauleiter 
Sprenger und von ihm begleitet eine Konzertreise durch Hessen-Nassau, 
die Kissingen, Darmstadt, Frankfurt. Gießen, Worms und Mainz berührt, 
aber auch die pfälzischen Orte Frankenthal, Bad Dürckheim, Neustadt, 
Kaiserslautern, Landau, Bergzabern, Speyer und Ludwigshafen einbegreift, 
am 15/VII sogar Auftritte in Saarbrücken, Saarlouis, Merzig, Neunkirchen, 
Homburg und St. Ingbert, also ins noch französisch besetzte Saargebiet 
vordringt, ohne die Besatzungsmacht aufzustören, und am 22/V11/33 
endet. 


A 85 





Förderer des NSRSO waren Se. kgl. Hoheit der Herzog von Coburg, 
Se. Durchlaucht Max Egon zu Fürstenberg und Dr. h. c. Walcker, 
Orgelbauer in Ludwigsburg. Der Entwurf des braunen Musiker-Fracks 
stammte von Hitler selbst. 

1. September 1933: 

"(...) Das Adamsche Orchester spielt sich einen Mist zusammen. (...) 
Letzter Akt >Meistersinger<. Dann Diplomatenempfang. (...) Aufführung 
sehr schlecht. Orchester und Sänger dritter Klasse. Ich bin sehr 
deprimiert. Respektlos! Hier mußte erste Klasse hin" (Goebbels Tagebuch 
II, Eintrag vom 2/1X/33. S. 463). 

Es ging um einen Auftritt des NSRSO unter Franz Adam bei der 
Kulturtagung des RPT 1933. 

12. November 1933: 

Das Orchester, Dgt. Adam, beginnt eine Konzertreise durch Italien; 
diese berührt Cremona, Bologna, Pesaro, Ancona, forli, Milano, Perugia, 
Rom, Neapel, Lucca, Firenze, Pisa, Venezia, Triest, Torino, Verona, 
Modena, Parma und Genova. Als Pressereferent reist Dr. Erwin Bauer mit, 
als Pianist mit Liszts Klavierkonzert Erich Kloss. 

Dezember 1933, Gastspiel in Mailand: 

"Das Mailänder Konzert des Hitler-Orchesters wurde von Publikum 
und Presse mit großer Sympathie und herzlichem Beifall aufgenommen. 
>Popolo d'Italia< schreibt dazu, daß der Dirigent Adam und das Orchester 
den geistigen Sturmtrupp des Dritten Reiches darstellten, der mit wahrer 
Kunst an die menschliche Seele rühre. Es fand ein Empfang im Rathaus 
und im Hause des Fascio statt, wo das Orchester die Märtyrer der 
faschistischen Revolution mit Kranzniederlegung und dem Liede vom 
guten Kameraden ehrten. In Ansprachen wurde die Gemeinsamkeit des 
neuen Glaubens bekräftigt" ("Die Musik" XXV1/3, Dezember 1933. S. 
239). 

18. Dezember 1933, Kritik: 

"(...) Nationalsozialistisches Orchester (München) reist in Italien als 
>Hitler-Orchester< unter Leitung Adam. Ins Ausland dürfen nur die 
besten Leistungen" (Aufzeichnung W. Furtwänglers für eine Audienz bei Dr. 
Goebbels am 18/X11/33. Quelle: Leihgabe Andreas Furtwängler). 

Organisatorisch war das Ensemble bald Teil der NSDAP, dessen 
Musiker im Gau Oberbeyern eine eigene Ortsgruppe bildeten. 


1934 
*5, September 1934: 

Zur Kulturtagung der NSDAP beim RPT im Apollotheater zu Nürnberg 
dirigiert Adam vor der Hitler-Rede das NSRSO mit Beethovens "Weihe des 
Hauses". 

16. September 1934: 

In der Tonhalle Trier bieten Saarsängerbund und NSRSO, Dot. 
Matthias Beck, A. Bruckners Tedeum, deutsche Fassung. Mitwirkende: 
Hedwig Cantz (S), Willi Lorscheider (T), Johannes Willy (B) (Quelle: 
Schallaufnahmen der Reichs-Rundfunk G. m. b. H., Signatur: Ffm 
21053/55). 


A 86 





Oktober 1934: 

Das Münchener TonkünstlerOrch legt diesen Namen ab und nennt 
sich fortan Nationalsozialistisches Reichs-Symphonie-Orchester. 

Dies bedeutete keine Angliederung an die Partei, doch 
wirtschaftliche Abhängigkeit von ihr. 
*9, November 1934: 

Das NSRSO, Dgt. Adam, bietet eine Musikalische Weihestunde. 
Mitwirkende: Hetty Haelssig (Klavier) (RS München, *9/X1/34). 


1935 

Ministerialrat Ott verständigt das RMVP, Abt. X, laut Pressenotiz sei 
das NSRSO von "KdF" übernommen worden (Quelle: BAR 55/ 540. Blatt 
94). 

12. Juli 1935: 

Franz Adam, Stab des Stellv. des Führers, bittet in einem streng 
vertraulichen Schreiben an den RKK-Geschäftsführer Moraller, zu erwägen, 
ob Stein im Präsidialrat der RMK belassen werden kann, da die 
Präsidialräte erprobte Nationalsozialisten sein sollen und er bei einer 
Zusammenarbeit mit Stein größte Bedenken habe (Abdruck: Wulf, S. 
98-99). 

Albert Jung: Festmusik. Bearbeitung zum RPT: F. Adam. 
*1]0. September 1935: 

"Das Nationalsozialistische Reichs-Symphonie-Orchester brachte 
anläßlich der Eröffnung des Reichsparteitages zu Nürnberg die 
>Festmusik< von Albert Jung zur Aufführung, ein Werk, das dieser 
Zeitgenosse für die Einleitung großer Veranstaltungen geschaffen hat. 

Nachdem den Proben des Orchesters der Führer selbst wiederholt 
beigewohnt hatte, hörten sich auch die Reichsminister Dr. Goebbels und 
Kerrl, sowie Reichsleiter Bormann die >Festmusik< an. Die herkömmliche 
Einleitung durch das Vorspiel zu einer Oper ist damit endlich zu Gunsten 
eines zeitgenössischen Komponisten verlassen worden. 

In der Kongreßhalle zu Nürnberg wurde eigens eine große Orgel 
(Walcker, Ludwigsburg) aufgestellt, die zur Besetzung des etwa 150 Mann 
starken Orchesters gehört. Die Aufführung stand, wie die übrigen 
musikalischen Umrahmungen der großen Kongresse in Nürnberg, unter 
der Leitung von Meister Franz Adam, den altbewährten Dirigenten der 
NSDAP., der die >Festmusik< für die Aufführung zum Reichsparteitag 
bearbeitet hat (...)" (Max W. Morstadt: Die Festmusik zum 
Reichsparteitag. "Die Musik-Woche" 111/37, 14./1X/35, S. 1. Fehler im 
Original. Zitat in Britta Hanke: Der Dirigent Franz Adam und das 
Nationalsozialistische Reichs-Symphonie-Orchester. Magisterarbeit, 
München 2004. Anhang, S. Ixxiv). 

Das Orchester war zu diesem Anlaß verstärkt worden. Den Orgelpart 
spielte G. Ramin. 

*16. September 1935: 

Zur Schlußsitzung des RPT zu Nürnberg dirigiert Adam das NSRSO. 
Beim Fahneneinmarsch erklingt Wagners Nibelungenmarsch, dann folgt 
die "Rienzi"-Ouvertüre. 





1936 
*15. Januar 1936: 

Zur Gaukulturwoche, Gau Köln-Aachen der NSDAP, gastiert das 
NSRSO, Dgt. F. Adam, erstmals in Köln-Deutz in der Großen Messehalle: 
1. Händel: Orgelkonzert G-moll. - 2. Reger: Vaterländ. Ouvertüre. - 3. 
Brahms: 1. Sinfonie. Eingelassen ins Programm: Begrüßungsreden, so für 
Gauleiter Groh&, und ein Vortrag von W. Stang über die NSKG. 

21. März 1936: 

Auf Vorschlag von Rudolf Heß, dem ersten Vorsitzenden des Vereins 
Nationalsozialistisches Reichs-Symphonie-Orchester bis 1940 schließt 
dieses mit der NSG "KdF" (DAF) einen ersten Leistungsvertrag, der 
zusammen mit dem Zuschuß vom RMVP zur finanziellen Sicherung des 
Ensembles ausreicht (Quelle: BStB, Signatur Ana 559 C.l.12.b). 

Der Jahresetat lag knapp unter einer Million RM, in den vierziger 
Jahren bei 1.100.000. 

Mai 1936: 

Bei seiner Nordland-Konzertreise gibt das NSRSO, Dgt. Adam, auch 
ein Werkkonzert in der Deutschen Werft (siehe: "Der Angriff" Nr. 112, 13/ 
V/36). 

August 1936: 

Das NSRSO, Dgt. F. Adam, debütiert zu den Olympischen Spiele in 
der Berliner Philharmonie: 1. Schubert: Unvollendete. - 2. Liszt: 
Klavierkonzert. - 3. Reger: Ballett-Suite Op. 130. - 4. Wagner: Vorspiel zu 
"Die Meistersinger von Nürnberg". Solist: E. Kloss (Klavier). RMK- 
Präsident Raabe sprach einleitende Worte. Am nächsten Tag folgten ein 
J ugendkonzert und Werkkonzerte bei Siemens und Borsig. 

29. August 1936 

"(...) Adams musikalische Auffassung ist die eines hochtalentierten 
Menschen. Er reflektiert nicht, er empfindet naiv. Er schöpft den Gesang 
aus sich, und sein Gefühl vermittelt ihm die großen Akzente. (...) (Liszt) 
Dann jedoch, wie nach ungeheuerer Energiezusammenraffung, ersteht 
dieses Konzert in einzigartiger Geschlossenheit, herrlich sauber und 
bravourös in den Passagen, beherrscht und doch füllig-sinnlich, im 
Rhythmus wie im Anschlag voll männlicher Kraft, und dazu die geistige 
Vertiefung, wie sie Liszt gebührt (...)" (Alfred Burgatz in "Die Musik- 
Woche" IV/35, 29/VIIl/36, S. 8-9). 

*10. September 1936: 

Vor der 2. Sitzung des RPT zu Nürnberg dirigiert Adam das NSRSO 
mit der Ouvertüre zur Oper "Freischütz" von C. M. von Weber. 
*]]. September 1936. 

Vor der 4. Jahrestagung der DAF beim RPT zu Nürnberg dirigiert 
Franz Adam das NSRSO mit "Vorspiel für eine nationalsozialistische Feier" 
von K. Ehrenberg. 

17. Dezember 1936: 

Der "VB", Beilage "Kulturpolitik und Unterhaltung", berichtet, das 
NSRSO habe seit Bestehen des Leistungsvertrages mit "KdF" schon 204 
Konzerte gegeben, darunter 14 Jugendkonzerte, zwei Konzerte in 
Kasernen und 39 Werkkonzerte. Damit war der Vertrag übererfüllt. 


A 88 





18. Dezember 1936: 

Den Festakt zum ersten Jahrfünft des NSRSO im Odeon München 
leitet G. Ramin ein mit Bachs Präludium und Fuge Es-dur für Orgel; 
danach bietet F. Adam: 1. Beethoven: 8. Sinfonie. - 2. Weber: Ouvertüre 
zu "Freischütz". - 3. Wagner: "Meistersinger"-Vorspiel. Am Ende spielt E. 
Kloss das Klavierkonzert von Liszt und dirigiert vom Flügel aus. 

1936/37: 

"Das Nationalsozialistische Reichs-Symphonie-Orchester besuchte 
auch in dieser Spielzeit auf Einladung durch das Amt >Feierabend< der 
NS-Gemeinschaft >Kraft durch Freude< die Städte aller deutscher Gaue, 
welche bisher nicht in der Lage waren, ernsthafte Musik durch 
repräsentative Kulturorchester ersten Ranges allen Volksschichten zu 
bieten. In Regensburg findet am 18. Oktober ein großes Symphonie- 
Konzert unter Leitung von Erich Kloß statt, in welchem dieser junge 
Meister das Orchester vom Flügel aus leitet. Die Konzertreise durch die 
Bayerische Ostmark beginnt am 2. Oktober und endet am 30. 
Oktober in Passau. Leitung: Franz Adam und Erich Kloß, 
München" (Annonce in "ZfM" IV. S. 1269). 


1937 

(1) 

Die Vermögensverwaltung der DAF schließt mit dem NSRSO für das 
laufende Jahr einen zweiten Vertrag, über 210 Konzerte einschließlich 
Sonderkonzerte, dessen 8 5 bestimmt: "Für die Mitwirkung am 
Reichsparteitag und für die Feier des 9. November wird das NSRSO 
freigehalten" (Quelle: BStB, NL Adam, Signatur Ana 559). 

(2) 

Adam spielt mit dem NSRSO für Grammophon eine Schallplatte mit 
Regers Ballettsuite Op. 130, Satz 4 und 5, ein. 

(3) 

Dr. Goebbels führt eine Namensänderung des Ensembles ein; das 
NSRSO darf fortan nur als "Nationalsozialistisches Symphonieorchester" 
firmieren. 

Grund dafür dürfte sein, daß das Ensemble nicht dem RMVP, also 
dem Reich, angeschlossen, sondern stark an die DAF und dessen Chef Dr 
Robert Ley gebunden war, zu dem der Minister in Rivalität stand. 


*18. Juli 1937: 
Zum "Tag der deutschen Kunst" in München nimmt das NSRSO, Dot. 
Adam, an der musikalischen Ausgestaltung teil. 

Feiermusik zum Appell der Politischen Leiter auf dem RPT mit den 
Sätzen Weihefanfaren - Fahnenlied - Hymnus (Nürnberg, *10/1X/37). 
*13. September 1937: 

Vor Hitlers Schlußrede beim des RPT in Nürnberg dirigiert Adam das 

NSRSO mit Wagners "Meistersinger"-Vorspiel. 

23. September 1937: 

Das NSRSO, Dgt. Adam, gastiert in Offenburg mit einem 
Volkskonzert: 1. Beethoven: 4. Sinfonie. - 2. Liszt: Klavierkonzert A-dur. - 


A 89 





3. Weber: "Oberon"-Ouvertüre. - 4. Grieg: Lyrische Suite. - 5. Lanner: 
Walzer "Die Schönbrunner"; Solist: Otto Voß (Klavier). 


1938 

Mit dem NSRSO spielt Adam den Walzer "Die Schönbrunner" für 
Grammophon ein, ferner für die Schallplatte zwei Sätze aus Regers 
Ballettsuite Op. 130. 

März 1938: 

Das NSRSO, Dgt. Adam, geht abermals auf Konzertreise durch die 
Bayerische Ostmark und soielt in Schwarzenbach, Waldsassen, 
Tirschreuth, Vohenstraß, Zwiesel, Passau und Landshut. 

Der Auftritt in Grenznähe machte Sinn: Die Tschechoslowakei 
verstärkt ihren Grenzschutz; Flugzeuge der Luftwaffe verletzen die Grenze 
mehrfach; Konrad Henlein und K. H. Frank melden in Berlin verstärkte 
Waffenlager bei Staatspolizei- Kommandanturen und Bezirks- 
Gendarmerie-Kommandos im Sudetenland. Musik im deutschen 
Grenzgebiet schien geeignet, die nationale Identität stärken. 

*23. Mai 1938: 

Das NSRSO, Dgt. Adam, bietet im ersten Werkkonzert der 
Reichsmusiktage in den Schieß-Defries-Werken, Düsseldorf, die 
Unvollendete von Schubert, den 1. Satz aus dem Violinkonzert von 
Brahms, die Waldmusik von P. Graener und den Kaiserwalzer von ]. 
Strauß. Solist: Michael Schmid (Violine). 

*27. Mai 1938: 

Das NSRSO, Dgt. Adam, bietet im vierten Werkkonzert der 
Reichsmusiktage bei der Rheinischen Bahngesellschaft Wagners 
"Meistersinger"-Vorspiel, den ersten Satz der 4. Sinfonie von Bruckner, 
Regers Ballett-Suite, die Ouvertüre zu "Donna Diana" von Reznicek und ]. 
Lanners Walzer "Die Schönbrunner". 

10. Juli 1938: 

"Es lag etwas Weihevolles schon in der Stimmung des 
Wittelsbacherplatzes, den das NS.-Reichs-Symphonieorchester 
sich zum Konzertraum auserkoren hatte. Die Hunderte flimmernder, 
bunter Lämpchen ließen den bedeckten Himmel wie ein dunkelviolettes 
Zeltdach erscheinen, dazu das verschwommene Raunen des Straßenlärms, 
der freilich gelegentlich allzu vorlaute Hupenkonzerte beisteuerte, ...es 
war etwas Neues, in der Art noch nicht Gewesenes, was zu besonderer 
Andacht stimmte. Es war aber auch etwas ganz Außerordentliches, was 
Franz Adam mit seinem ausgezeichneten Orchester darbot: eine 
Wiedergabe der Es-dur-Symphonie von Anton Bruckner (Urfassung): Um 
es gleich vorweg zu sagen: eine so in wirklich Brucknerschem Geiste 
gehaltene Wiedergabe dieser Symphonie hat man hier nicht oft gehört. 
Schlicht, natürlich, ohne alle Mätzchen stellte Franz Adam das herrliche 
Werk durchaus grundmusikalisch vor die beglückten Hörer hin; es war ein 
echt deutsches, inniges Musizieren, das durch ausgezeichnete 
Temponahme und wohltuende Ruhe auffiel" (Roderich von Mojsisovics: Die 
Musik am Tage der Deutschen Kunst - Das NS.-Reichssymphonie- 
Orchester. "Münchner Neueste Nachrichten", 11/VI1/38). 


A 90 





*6. September 1938: 

Beim RPT in Nürnberg bietet das NSRSO, Dgt. F. Adam, zum Einzug 
der Standarten den Nibelungenmarsch, danach die Ouvertüre zu "Rienzi" 
von Wagner (siehe: Festliche Musik der Reichsparteitage. "VB" Nr. 251, 
8/1X/38). 

*10. September 1938: 

Zur Jahrestagung der DAF beim RPT bietet das NSRSO, Dot. F. 
Adam, das Vorspiel zu einer nationalsozialistischen Feier von Karl 
Ehrenberg. 


1939 
8. Januar 1939: 

"(...) Gern folge ich Ihrer Aufforderung, mich über das Reichs- 
Sinfonieorchester noch einmal schriftlich zu äußern. 

Ich muß offen gestehen, daß meine Erwartungen nicht sehr 
hochgespannt waren, hatte ich doch bisher nie Gelegenheit gehabt, die 
kontrapunktierenden Meinungen, ja mitunter auch abfälligen Urteile über 
das Orchstester selbst nachzuprüfen. Sei es nun, daß das Orchester in den 
letzten Jahren aus eigener Kraft wirklich einen solchen >Gradus ad 
Parnassum< getan hat - denn an mangelnder musikalischer Leistung hatte 
es ja nicht gelegen - sei es, daß solche harten Urteile der uns 
eingeborenen Lust am Kritisieren entsprungen sind, kurz, ich stelle 
nunmehr mit Freude fest, daß ich ein Orchester vorfand, das schon jetzt 
es mit den besten Landesorchestern es aufnehmen kann, und das sich bei 
seiner beneidenswerten Jugend - falls ihm dazu die künstlerisch 
notwenigen Voraussetzungen gegeben werden - sehr bald einen ersten 
Platz an der wärmenden Sonne Apolls erkämpfen dürfte. 

Ich vermag solche Vergleiche mit anderen Orchestern zu ziehen, da 
ich am darauffolgenden Tage dasselbe Chopinkonzert mit dem Bad. 
Staatsorchester spielte, also einer Gemeinschaft, in der noch die Tradition 
eines Felix Mottl lebendig ist. Wenn ich sagen kann, daß das 
Reichssinfonieorchester mit seiner Leistung in keiner Weise den 
Karlsruhern nachstand - weder was die Klangkultur noch die absolute 
Präzision und Anpassung betrifft -, so ist dies wohl das schönste Lob für 
den Dirigenten und das Orchester. Das gefürchtete Hornsolo am Schluß 
wurde in München >spielend< gebracht, wie überhaupt die Bläser und 
unter ihnen besonders die Holzbläser (eine Klippe aller Orchester wegen 
des allmählichen Aussterbens dieser Gattung) ausgezeichnet vertreten 
sind. 

Es wäre darauf zu achten, daß bei Neubesetzung der frei werdenden 
Stellen nur erstklassige junge Kräfte nachrücken, denen vorher 
Gelegenheit gegeben werden sollte, ihre künstlerischen Fähigkeiten 
womöglich öffentlich unter Beweis zu stellen. Denn der Wille, das höchste 
zu leisten, beseelt Dirigenten und Orchester, das habe ich in der Probe 
feststellen können - in diesem Orchester wird nicht nach der Uhr 
geprobt... 

Möge das Reichssinfonieorchester weiterhin an große Aufgaben 
herangeführt werden unter der aufopfernden Leitung ihrer beiden 


A Al 





Dirigenten, und mögen seine Kräfte sich nicht in allzu weitverzweigte 
Einzelaufgaben verschwenden, die kleineren Orchestergemeinschaften der 
einzelnen Landesgruppen vorbehalten sein sollten. (...)" (Wilhelm Kempff 
an Verbindungsstab der NSDAP, 8/1/39. Fehler im Original. Quelle: NL 
Erich Kloss; Provenienz: Sylvia Brennicke-Kloss, mit Dank). 

Der Brief erreichte Reichsminister Heß, den 1. Vorsitzenden des 
Vereins NS-Reichssymphonie-Orchester. 

28. Januar 1939: 

(1) Gespräch 

"(...) Doch wir wollen im Drange der Zeit auch schnell noch einiges 
von der Gründung und den früheren Schicksalen des 
nationalsozialistischen Orchesters, dem eigentlichen Lebenswerk 
Franz Adams, erfahren. >Sechs Jahre ohne einen Pfennig Geld!< ruft 
er aus. >Da hieß es kämpfen, arbeitem und entbehren! Oft wußte 
mancher von uns nicht einmal, wo er das Geld für die Straßenbahnfahrt 
zur Musizierprobe hernehmen soll. Und doch wurde es geschafft. Seit dem 
ersten Konzert Anfang Jänner 1932 im >Zirkus Krone< in München ist 
es dann ständig aufwärts gegangen, zuerst langsam und mühsam dann 
rascher. Von den 1000 Konzerten, die mit dem Wiener Gastspiel erreicht 
werden, fallen 626 innerhalb der letzten zweidreiviertel Jahre!< 

Ob das Reiseorchester auch zufrieden mit der Aufnahme in der 
Ostmark sei? >Begeisterung wo wir hinkommen!< Und das sprichwörtliche 
Musikverständnis der ostmärkischen Gaue hat sich auch diesen Gästen 
aus dem Altreich zugewandt: >Was brauche ich Ihnen da zu sagen? Das 
wissen Sie ja selbst am besten. Es ist das Land der Musik!< 

Doch schon stimmen die Instrumente. Das Zeichen zum neuen 
Beginn ertönt. Es heißt also Abschied nehmen. Mit freundlichem >Auf 
Wiedersehen in Wien!< was wir herzlich erwidern, reicht uns 
Generalmusikdirektor die Hand und schon hört man im Theatersaal die 
beifallsfreudigen Hände regen. Da nähert sich uns einer der >braunen 
Musiker<, der zurückgeblieben ist und sagt: >Ich konnte es ihnen vor ihm 
nicht sagen, aber Sie müssen es doch erfahren: Wir nennen Herrn Adam 
nur >unsern Vater<!" (Dr. R. T. = Roland Tenschert: Von der 
Klarinette zum Dirigentenstab. Gespräch mit Generalmusikdirektor Franz 
Adam. "Neues Wiener Tagblatt" Nr. 26, 28/1/39. Fehler im Original). 

(2) 

Jubiläum in Wien: 

"Im großen Musikvereinssaal Wien fand am Sonnabend 
das 1000. Konzert des NS.-Reichssymphonie-Orchesters unter Leitung des 
Generalmusikdirektors Franz Adam statt. Das NS.-Reichssymphonie- 
Orchester, das sich augenblicklich auf einer Gastspielreise durch die 
Ostmark befindet, kam damit zum ersten Male nach Wien. Das 
künstlerische Wien wußte die symbolische Geste des Reichssymphonie- 
Orchesters, dieses J ubiläaumskonzert gerade in der alten Kultur- und 
Musikstadt an der Donau zu veranstalten, wohl zu würdigen. So sah man 
im Zuschauerraum alles, was auf dem Gebiet der Musik und Kunst in Wien 
Rang und Namen hat, ferner auch zahlreiche Vertreter von Partei, Staat 
und Wehrmacht. Unter der Stabführung Generalmusikdirektors Franz 


A 22 





Adam kam das Vorspiel zu Webers Oper >Oberon<, die c-moll-Symphonie 
Beethovens sowie das herrliche Tongemälde der Böcklin-Suite Max Regers 
und schließlich Richard Wagners Vorspiel zu >Tannhäuser< in 
berauschender Schönheit und Klangfülle zum Ausdruck. 

In der Pause richtete der stellvertretende Leiter von KdF., Pg. 
Stemmer, an den Dirigenten des Orchesters Begrüßungsworte, worauf 
die anläßlich des 1000. Konzerts eingelangten Glückwunschtelegramme 
zur Verlesung kamen. Unter ihnen befanden sich Glückwünsche des 
Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß, von Reichsleiter Dr. Ley und - 
wie bereits gemeldet - von Reichsleiter Alfred Rosenberg. 

Von Wien aus tritt das Reichssymphonie-Orchester sofort die 
Rückreise ins Altreich an, um am 10. Februar eine Konzerttournee nach 
Thüringen, Merseburg und Anhalt zu unternehmen, worauf im März eine 
solche in die Rheinlande erfolgt" (Tausendstes Konzert des 
Reichssymphonie-Orchesters. "VB" Nord Nr. 31, 31/1/39). 


10. März 1939, Bericht: 

"Das Nationalsozialistische Symphonie-Orchester ist das Orchester 
der Partei, damit das Orchester des Führers und des Reiches. In seinem 
Namen liegt schon die Verpflichtung für seine kulturpolitische Aufgabe. Es 
spielt nicht für den engen, zufälligen Rahmen einer gesellschaftlich 
irgendwie gebundenen Hörergemeinde. Es spielt für alle deutschen 
Volksgenossen. Damit ist auch schon sein Wirkungsbereich gegeben. Es 
gibt im mitteldeutschen Raum Städte und Städtchen, in denen keine 
Gelegenheit geboten ist, im allgemeinen Musik für großes Orchester zu 
hören. Diesen spürbaren Mangel zu beseitigen, ist eine der schönsten 
Aufgaben des Nationalsozialistischen Symphonie-Orchesters. Gerade hier 
setzt die Arbeit des Generalmusikdirektors Franz Adam und seiner 
Getreuen ein. Hier vermittelt er die großen Werke deutscher Meister jenen 
Volksgenossen, die man in der Systemzeit aus der Gemeinschaft 
abdrängte und denen man die Schätze deutscher Kulturwerte vorenthalten 
zu müssen glaubte, weil sie infolge >mangelnder Bildung< doch keinen 
Zugang zu ihnen hätten. Mit diesem Ausschluß von den adeligen Werten 
deutscher Tonkunst weckte man bewußt Minderwertigkeitsgefühle" (R. 
Sonner: Mit dem Nationalsozialistischen Symphonie-Orchester unterwegs. 
"VB" Nord Nr. 69, 10/111/39). 

Mai 1939: 

Das NSRSO, Dgt. F. Adam, wirkt mit bei der Max-Reger-Gedenkfeier 
in Weiden. 
*15. Mai 1939: 

Zu den Reichsmusiktagen in Düsseldorf bietet das NSRSO, Dgt. F. 
Adam, das erste nichtöffentl. Werkkonzert in den Klöckner-Werken 
Oberbilk: 1. Siegfried Wagner: Ouvertüre zur Oper "Der Bärenhäuter". - 
2. P. Graener: "Turmwächterlied". - 3. P. Scheinpflug: "Tagebuch". - 4. C. 
M. von Weber: "Aufforderung zum Tanz". 

*16. Mai 1939: 

Zu den Reichsmusiktagen in Düsseldorf bietet das NSRSO, Dgt. F. 

Adam, das zweite nichtöffentliche Werkkonzert in den Mannesmann- 


A 93 





Röhrenwerken, Abt. Rath: 1. A. Jung: Festliche Musik. - 2. P. Höffer: 
Alemannische Suite. - 3. H. Blume: Konzert für Horn und Orch. - 4. Liszt: 
Ungarische Rhapsodie Nr. 2. Solist: Hans Schaller (Horn). 

Schaller war Mitglied des Orchesters und trat wiederholt solitisch 
auf. 

November 1939, Gastspiel: 

"Kurz nach der Befreiung Ost-Oberschlesiens besuchte das NS- 
Symphonieorchester den deutschen Osten. In Sagan, Glogau, Fraustadt, 
Hindenburg, Bolkenhain, Beuthen, Breslau, Kattowitz, Königshütte u. a. O. 
wurden GMD Franz Adam und Staats-Kapellmeister Erich Kloß mit ihren 
Musikern herzlichst begrüßt und stürmisch gefeiert" ("ZfM" CVI/11, 
November 1939. S. 1136). 

24. November 1939: 

"Zu den wahrhaft volkstümlichen Werken gehört heute auch die V. 
Symphonie Beethovens in c-moll, die sogenannte Schicksals-Symphonie. 
Wenn auch ihr kunstvoller, aus einem kleinen Motiv, eben dem nach 
Beethovens eigenen Worten das Pochen des Schicksals sinnbildlich 
andeutenden Klopfmotiv, sich entwickelnder Aufbau in seiner 
musikalischen Grossartigkeit beim ersten Anhören vom Laien nicht immer 
ganz überschaut werden kann, so trug die meisterliche, die Grundhaltung 
im einzelnen einprägsam herausarbeitende Ausdeutung durch 
Generalmusikdirektor Adam doch dazu bei, das Wesentliche des 
gewaltigen Werkes so den Zuhörern nahe zu bringen. Wir gestehen, das 
Scherzo mit seinem wilden Fugato und das anschliessende sieghafte Finale 
kaum je mächtiger gehört zu haben" (Erwin Bareis in "Stuttgarter Neues 
Tageblatt", 24/X1/39. Zitat in Britta Hanke: Der Dirigent Franz Adam und 
das Nationalsozialistische Reichs-Symphonie-Orchester. Magisterarbeit, 
München 2004. Anhang, S. Ixxvi). 


1940 

(1) 

Zur Süddeutschen Tonkünstlerwoche in München bietet das NSRSO 
(alle in UA ): 1. Franz Höfer: Vorspiel "Gyges und sein Ring" - 2. Josef 
Rauch: Sinfonie. - 3. Karl Prestele: "Alte Landsknechte" für Baß-Solo, 
Männerchor und Orch. 

(2) 

Ernst Krienitz schreibt in "Die Musik-Woche" VIll/Februar 1940, S. 
58-59, über "Die braunen Musiker des Führers" mit Selbstaussagen von 
Adam und Kloss. 


13. März 1940: 
Im Gewandhaus gastiert das NSRSO für die NSG "Kraft durch 
Freude", Kreis Leipzig, mit Werken von Reger, Liszt und Brahms. 


1941 
Januar 1941: 
Adam führt das NSRSO auf ein Reisegastspiel, das Regensburg, 
Siegen, Werdohl, Plettenberg, Altena, Coesfeld, Bielefeld, Bückeburg, 


A 94 





Minden, Rheine, Weimar, Erfurt, Arnstadt, Gotha, Eisenach, Seebach, 
Nordhausen, Marburg, Kassel, Eschwege, Hersfeld und Fulda berührt und 
am 22. Januar endet. 

7. Januar 1941: 

F. Adam führt das NSRSO auf fünftägige Gastspielreise in den Gau 
Düsseldorf, wo er Werkkonzerte bei der I.G. Farbenindustrie A. G. 
Dormagen, den Deutschen Edelstahlwerken Krefeld, der Bergischen 
Stahlindustrie Remscheid, Kaiser's Kaffeegeschäft Viersen, Firma Kiekert 
Söhne in Heiligenhaus, in Düsseldorf bei Henkel & Cie. Reisholz, 
Rheinmetall-Borsig, Mannesmann, in Wuppertal bei Stadtverwaltung und 
Deutscher Reichsbahn leitet. 

*20. April 1941: 

GMD Adam bietet in Nürnberg zu Hitlers Geburtstag ein Konzert des 
NSRSO (RSdg, *20/1V/41). 

14. bis 17. Mai 1941: 

Das NSRSO, Dgt. Adam, gastiert für Soldaten der Wehrmacht im 
Empire-Theater im besetzten Paris. Solist: Michael Schmid (Violine). 

Schmid war 1. Konzertmeister des Ensembles. 

24. Mai 1941: 

Das NSRSO, Dgt. Adam, gastiert im besetzten Brüssel für Soldaten 
der Wehrmacht. 
9. Juni 1941: 

Im 1. Orchesterkonzert der Süddeutschen Tonkünstlerwoche bietet 
das NSRSO die Sinfonie "F.C.D." Op. 36 von Crusius, ferner Ph. Schicks 
"Passacaglia". 

1. September 1941, Tournee in Sachsen: 

"Das NS-Symphonieorchester hat unter GMD Franz Adam soeben 
eine Reise durch den Gau Sachsen beendet, die am 1. September mit 
einem Konzert in Reichenbach im Vogtland begonnen worden war. Mit 
dieser Reise eröffnete das NSSO seine Winterspielzeit, die im Dezember 
ihren Höhepunkt mit dem 1500. Konzert aus Anlaß der Zehnjahresfeier 
seines Bestehens finden wird. Die Reise durch Sachsen umschloß 17 
Konzerte in insgesamt 16 Städten, darunter Chemnitz, Meißen, Dresden 
mit zwei Konzerten und Bautzen. Werkpausen-, Betriebs- und 
Abendkonzerte wechselten einander ab. Alle Säle waren überfüllt, der 
Beifall überwältigend. Während dieser Reise dirigierte Franz Adam zum 
ersten Male >Passacaglia und Fuge nach einem Thema von Frescobaldi< 
von Karl Höller in sechs Städten. Der Halberstädter Pianist Kurt Gerecke 
setzte sich in der gleichen Zahl der Konzerte für das Klavierkonzert von 
Max Seeboth ein, das ebenso wie Höllers Orchesterwerk mit großem 
Beifall aufgenommen wurde. Die Hauptwerke bildeten Schuberts Sinfonie 
in C und Mozarts Sinfonie in Es. Auch die beiden Solisten des Orchesters 
traten wieder erfolgreich hervor: Kammervirtuos Michael Schmid in 
Mozarts A-dur-Konzert und der Solocellist des Orchesters Philipp Schiede 
in dem Cellokonzert von Anton Dvorak. Die Reise wurde unter der Leitung 
von Staatskapellmeister Erich Kloß im Gau Niederschlesien fortgesetzt" 
("Die Musik" XXXIV/1, Oktober 1941. S. 35). 


A 95 





Dezember 1941: 

Das Festkonzert Im Zirkus Krone, München, zum zehnjährigen 
Bestehen des NSRSO, Dgt. F. Adam und E. Kloss, bietet: 1. Liszt: Les 
Preludes. - 2. Grieg: Klavierkonzert A-moll. - 3. Beethoven: 5. Sinfonie. 
15. Dezember 1941, Propaganda: 

"Als propagandistisch im besten Sinn des Wortes erwiesen sich auch 
die Auslandsreisen des Orchesters. Es bereiste mit größtem Erfolg Italien, 
Frankreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, und das Protektorat. Im 
letztvergangenen Jahr gaben Gastkonzerte in Paris, Gent, Brügge, Brüssel 
eine reiche gegenseitige Ausbeute an künstlerischen Eindrücken, von 
denen man erwarten darf, daß sie im Dienste der Völkerverständigung für 
beide Teile von glücklichen Folgen begleitet sein werden" (Siegfried 
Kallenberg: Zehn Jahre NS.-Symphonie-Orchester. Eine erstaunliche 
Bilanz. "MNN", 15/X11/41). 

Der Schreiber schämte sich nicht, Sympathiewerbung für Hitlers 
Besatzer in den eroberten Ländern dummfrech "Völkerverständigung" zu 
taufen. 


1942 
NSRSO, Personalbestand: 

Konzertmeister: Michael Schmid, Franz Meier. 

1. Violine: Hans Betz, Hans Böhm, Hilarius Danner, Hans Döbrich, 
Georg Erlacher, Hans Haimerl, Franz Hösl, Ernst Keßler, Andreas Kristl, 
Anton Meisenberger, Albert Pöll, Walter Riester, Josef Wankmüller, Fritz 
Wrobel. 

2. Violine: Heinrich Beer, Adolf Böhm, Thomas Duchacek, Hans 
Hahn, Walter Hoenes, Quirin Huber, Josef Kneitlinger, Willy Körper, Fritz 
Mimietz, Ernst Müller, Franz Niklas, Heinrich Ort, Josef Pitscheneder. 

Viola: Heinrich Appel, Hugo Kästl, Karl Kraft, Wilhelm Niklaus, Karl 
Pfänder, Ludwig Schäffler, Arthur Schroeder, Emil Sturm, Hans Wurm. 

Cello: Philipp Schiede, Theodor Banholzer, Paul Fischer, Arthur 
Hammer, Hermann Horn, Hans Lacher, Nikolaus Perreiter, Josef 
Petermann, Karl Rocher, Kurt Weiß. 

Kontrabaß: Hugo Bierl, Josef Kautzner, Kurt Kreibich, Florian 
Prößner, Julius Radt, Paul Schwieger, Hans Theiß. 

Harfe: Kuno Oßberzger. 

Flöte: Sebastian Deuring, Friedrich Kirschner, Jakob Moser. 

Oboe: Franz Xaver Ecker, Wilhelm Grimm, Josef Zaus. 

Klarinette: Hans Langguth, Richard Santner, Otto Schneider. 

Fagott: Karl Kalteis, Werner Maruschat, Max Probst, Gustav 
Schroeder. 

Trompete: Josef Bock, Sebastian Klotz, Alfons Rittner, Joef Wiendl. 

Horn: Fritz Mößner, Johann Schaller, Otto Stimmer, Hans 
Wagenhuber, Hans Wolf. 

Posaune: August Hausmann, Franz Huber, Josef Jakl, Ludwig 
Schottenheim. 

Tuba: Franz Späth. 

Pauke: Heinrich Ackermann, Walter Lypold. (Quelle: DMK 1942, Jg. 


A 96 





64. S. 168-169). 

Die Auflistung der Quelle, hgb. im Auftrag der RMK, nennt 85 
Mitglieder des Orchesters außer den beiden Dirigenten Adam und Kloss. 
Februar 1942: 

Das NSRSO unternimmt eine Konzertreise durch die Gaue 
Mainfranken, Düsseldorf, Essen und Westfalen, die 27 Tage dauert und 25 
Konzerte bietet, darin vor allem die Fünfte von Beethoven. 

Juli 1942: 

(1) KdF-Konzert 

"Mainz: Im Rahmen der KdF.-Meisterkonzerte gastierten (...) das 
NS-Symphonieorchester unter Franz Adam mit der jungen kroatischen 
Pianistin Branka Musulin" ("Die Musik" XXXIV/10, Juli 1942. S. 332). 

(2) 

In diesem Monat gibt das NSRSO, Dgt. F. Adam, - wie schon früher 
im Jahr (in Lüttich, Brüssel, Gent, Antwerpen, Breda, Den Haag, 
Rotterdam, Amsterdam, Hilversum, Amersfoort, Hertogenbosch, 
Eindhoven, Tilburg, Nymwegen und Arnhem) - zwölf weitere Gastkonzerte 
im besetzten Holland. Solisten: Hans Bork (Klavier), Anny van Kruyswyk 
(Sopran). 

1942, Vorschau: 

"1942/43 

Nationalsozialistisches Symphonieorchester 

München 
Generalmusikdirektor Franz Adam. Staatskapellmeister Erich Kloss 
veranstaltet in Verbindung mit der NS-Gemeinschaft >Kraft durch 
Freude< Konzerte in den Gauen: Oberschlesien, Niederschlesien, 
Wartheland, Halle-Merseburg, Magdeburg-Anhalt, Ost-Hannover, 
Westmark, Düsseldorf, Essen, Westfalen-Nord, Westfalen-Süd, Hessen- 
Nassau, Kurhessen, Süd-Hannover-Braunschweig, Schwaben, Württemb.- 
Hohenzollern, Mainfranken, Franken, Bayer. Ostmark, Brandenburg, 
Sudetenland. 
In München: 
Konzert >Feldgraue Komponisten<. Leitung: Generalintendant Dr. Heinz 
Drewes, drei Konzerte f. d. Konzertring der NSG. >Kraft durch Freude<. 


Zur Aufführung sind u. a. folgende zeitgenössische Werke vorgesehen: 

R. Trunk: Divertimento; F. Adam: Lieder für Sopran und Orchester, 
Urauff. (Helene Werth, Hamburg); H. Erdlen: Introduktion und Chaconne 
für Violine und Orchester (Michael Schmidt); G. Kiessig: Saga, 
Uraufführung; C. Ehrenberg: Romantische Suite; M. Trapp: Allegro deciso; 
P. Graener: Festliches Vorspiel; H. Pfitzner: Cellokonzerte (Sigrid Succo); 
E. von Dohnänyi: Cellokonzert (Max Spitzenberger); Klavierkonzerte von 
W. Niemann (der Komponist), Max Seeboth (Kurt Gerecke), und K. 
Thomas (August Leopolder). 

Als Solisten sind ferner vorgesehen: O. A. Graef, Prof. S. Grundeis, Prof. ]. 
Hobohm, K. Remann-Förster, Hans Leygraf, Prof. J. Pembaur, Aldo Schoen, 
Hugo Steurer, I. v. Zschurtschenthaler (Klavier); Karoline Kraus, E. von 
Voigtländer, Hans Pastor, Willy Stuhlfauth (Geige)." (Vorankündigung in 





A 97. 





der "Allgemeinen Musikzeitung" 1942). 
Zschurtschenthaler = Tschurtschenthaler. 


1943 
3. Dezember 1943: 

Das NSRSO, Dgt. Adam, bietet in Müchen für die NSG "KdF" ein 
Konzert: 1. M. Seeboth: Toccata-Adagio-Fuge für gr. Orch (EA). - 2. von 
Reznicek: Violinkonzert E-moll. - 3. Beethoven: 7. Sinfonie. Solistin: Alice 
Schöngeld, (Violine) Musikpreisträgerin der Reichshauptstadt. 


1944 
Mai 1944: 
Auf einer Konzertreise bietet das NSRSO, Dgt. Adam, in Wien 
abermals u. a. Seeboths Toccata-Adagio-Fuge. 


Geschichtsfälschung |, 1995: 

"Eine weitere politische Einrichtung in München war das NS 
Reichssymphonieorchester, das 1932 im Zirkus Krone debütierte. Es 
wurde mit braunen Fräcken ausstaffiert und fühlte sich zum Künder der 
echten deutschen Musik berufen (Fußnote 20: so berichtete Dr. Kurt 
Dorfmüller dem Verfasser). Trotz oder vielleicht gerade wegen des 
offiziellen Parteipatronats waren der Standard und die künstlerischen 
Erwartungen dieses Ensembles nie mehr als mittelmäßig. (...)" (Andrew 
D. McCredie: Karl Amadeus Hartmann. Komponisten in Bayern, Band 27. 
Tutzing, 1995. S. 32). 

Der kanadische Musikforscher hätte nicht den fragwürdigen 
"Zeugen" Dorfmüller, Jahrgang 1922, sondern Tonaufnahmen des 
Orchesters hören sollen, die einen beachtlichen Standard verraten. 
Geschichtsfälschung II, 1998: 

"(...) Das Nazi-Orchester wurde um 1931 in München von Franz 
Adam gegründet (...). 

Es ist für die Qualität des Orchesters bezeichnend, daß keiner von 
Deutschlands angesehenen Solisten jemals darin mitwirkte und daß Adam 
(oder später sein Stellvertreter Erich Kloss) keinen Dirigenten von Rang zu 
Gast hatte" (...) (Kater Il. S. 69-70). 

Der "DRPoH" verschweigt, daß nicht Adam Gründer des Orchesters 
war, er jedoch wegen Sparzwang kaum Weltgrößen gastieren lassen 
konnte, dennoch - s. o. - recht namhafte Dirigenten und Solisten gewann, 
sogar Wilhelm Kempff. 

Information: FA, MM2. 


Adam, Hans 


Christnacht im ersten Hitlerjahr. Eine Christfeier mit 
Weihnachtsgesprächen, Gesängen, Gedichten, Lebenden Bildern, 
dramatischen Zwischenspielen und Reigen für Schule und Gemeinde des 
3. Reiches (1933) [Neuer Berliner Buchvertrieb]. 





Der gleiche Verlag publizierte Ende 1933 "Nationalsozialistische 
Feiern im Rahmen eines Hitlerjahres". 

Weihnacht im 3. Reich (Umarbeitung von "Christnacht im 1. Hitlerjahr" 
unter Berücksichtigung der neuesten Verhältnisse). Eine Weihnachtsfeier 
mit Weihnachtsgesprächen, Gesängen, Gedichten, Lebenden Bildern, 
dramatischen Zwischenspielen und Reigen für Schule und Gemeinde des 
3. Reiches (1934) [Neuer Berliner Buchvertrieb]. 

Daß "Christnacht" nun "Weihnacht" heißt, zeigt, wie gut sich der 
Herausgeber nach Jahresfrist den "neuesten Verhältnissen" anzupassen 
verstand. 

Zitat: 

"Am Schluß der >Weihnacht<, nachdem der Engelreigen auf Seite 
29 beendet ist, kann eine Hitlerjugendgruppe mit der Hitlerfahne 
aufmarschieren und den 

Hakenkreuzreigen 
aufführen, der im >Kinderfest in der Schule des 3. Reiches< (Neuer 
Berliner Buchvertrieb, Berlin N. 113, Pr. RM. 1,-) auf Seite 6 zu finden ist. 
Er besteht aus einem Tanz- und Sprechchor, ist für Knaben wie auch für 
Mädchen geeignet und wird dem Ganzen einen vaterländischen Abschluß 
geben. Die große Trommel der Hitlerjugend darf dann nicht fehlen" (S. 2). 

Dem Autor bot eine "Nationalsozialistische Weihnachtsfeier", wie auf 
dem Titelblatt steht und durch die Auswahl der penetranten Werbetexte 
abgesteckt ist, bis zur Predigt des Weihnachtsengels: "Er führet euch, er, 
der große Führer Adolf Hitler! Ihm folget, ihm vertrauet. Keine Besserer 
hat je für Euch und Deutschland gestritten und in Arbeit und Entsagung 
gesiegt" (S. 28). 

Inhalt (nur Lieder): 
Vom Himmel hoch, da komm ich her. Nur T. - zur Melodie "Treue Liebe": 
(Gelöbnis an Hindenburg) Hindenburg, wir nahn mit Danken Dir in ernster 
Trauerstunde. - Es ist ein Ros' entsprungen. - Stille Nacht, heilige Nacht 
(oder: Ihr Kinderlein kommet, Kommet, ihr, Hirten, ihr Männer und 
Frau'n). - Schlaf wohl, du Himmelsknabe du (oder: Ihr Kinderlein 
kommet). - Strophe aus dem Kirchenlied "Wach auf, mein Herz": Du willst 
ein Opfer haben, hier bring' ich meine Gaben. - Morgen, Kinder, wird's was 
geben. - O Tannenbaum (oder: Der Christbaum ist der schönste Baum). - 
O, du fröhliche, o du selige. 


Adam, Karl Ferdinand 
1806 - 1867 


Abend wird es wieder! Über Wald und Feld säuselt Frieden nieder (T: 
H. v. Fallersleben). Abendlied. 

Weitere Textvertonung von Christian Heinrich Rinck. 
In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933; onA zur Melodie); Unsere 
Lieder (71938). 
Mein Lieben: Wie könnt ich dein vergessen! Ich weiß, was du mir bist 


A 99 





(T: H. von Fallersleben). Vaterländisches Bekenntnislied. 
Textprobe (1. Strophe): 
"Ich weiß, was du mir bist, 
wenn auch die Welt ihr Liebstes 
und Bestes bald vergißt. 
Ich sing es hell und ruf es laut: 
Mein Vaterland ist meine Braut! 
Wie könnt ich dein vergessen!" 
In: 
Vaterlandslieder und Freiheitsgesänge (1933; "Bismarcks Lieblingslied"); 
Volk und Vaterland im deutschen Lied (1933). 


Adam, Max 
Mannheim, 14. November 1903 - Mannheim-Feudenheim, 19. März 
1980. 
Pianist, Begleiter und Chormeister in Mannheim, Dirigent des Mannheimer 
Volkschors, Musikdirektor. Stand 1967: Bundeschormeister des Badischen 
Sängerbundes e.V. Erhielt 1969 für Verdienste um den Chorgesang das 
Bundesverdienstkreuz. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.352.737, auf Antrag vom 29/V1I/37. Leiter der 
Ortsmusikerschaft Mannheim (RMK), dann auch der Kreismusikerschaft. 
*30. Januar 1941: 

Max Adam leitet zum Tag der Machtübernahme eine Chorfeier in 
Mannheim, an der mehrere Männerchöre, der Mannheimer Volkschor, ein 
Jugendchor aus HJ) und BDM, das NationaltheaterOrch, ein Sprecher und 
an der Orgel Arno Landmann mitwirken. Die Feier besteht aus den Teilen 
Aufbruch - Kampf - Erfüllung. 

Totenklage (T: Maria Kahle). Chorwerk für FrCh (Mannheim, *30/1/41, 
Chorfeier zum Tag der Machtübernahme). 
Mai 1941, Besprechung: 

"(...) ein Werk von starker Eindringlichkeit, das in ebenso 
gekonntem Chor- wie Orchestersatz die Stimmung von tiefer Trauer über 
schmerzliche Auflehnung bis zur festen Entschlossenheit des Opfers 
gestaltet (...)" (Carl J. Brinkmann in: "Die Musikpflege" XIl/2, Mai 1941. 
S. 26). 

Information: LdCh. Das Stadtarchiv Mannheim vermochte 1996 nur 
eine Abmeldung nach München festzustellen - 1923. Den Todesfall 
beukrkundete das Standesamt Mannheim-Feudenheim, Nr. 9/1980. 


Adams, Wilhelm 
Hamborn, 17. Januar 1896 - Rheydt, 29. September 1984. 
Sohn eines Organisten; Schüler u. a. von Richard Hagel und Kurt 
Schubert, Dirigent und Konzertsänger (Baßbariton), zunächst in Osterfeld, 
dann bis 1933 Leiter von Städt. Musikverein und Kammerorchester 
Coesfeld, auch Städt. Musikdirektor in Oberhausen; 1937 Kapellmeister, 


A 100 





Chorleiter und Sachbearbeiter am RS Köln, 1941-44 Operndirektor im 
besetzten Charkow. 

Nach 1945 freier Mitarbeiter beim NWDR/WDR Köln. Wohnsitz 
Rheydt, hier Leiter des Städt. MGV. 1970 Chordirektor ADC 
(Arbeitsgemeinschaft Dt. Chorverbände). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. Dgt. des NS-SinfonieOrch Oberhausen- 

Osterfeld; Leiter der Ortsmusikerschaft Oberhausen der RMK. 1934-35 

hier Städt. Musikbeauftragter. 

Nächtlicher Saarschwur, für MCh, Kinderchor und gr. Orch 

(Oberhausen, 1934). 

Musik zur Hörfolge Das heilige Reich der Deutschen von Heinrich 

Lützeler für Solostimmen, gemCh. und gr. Orch (RS Köln, *2/VI11/35). 
Information: DML, FA, KDMK (ohne obige Titel), LdCh. 


Ade, Erich 
Stuttgart, 21. Februar 1907 - Stuttgart, 22. August 1978. 
Sohn eines Kirchenmusikdirektors; Musikpädagoge, Musiklehrer, Organist 
und Kantor an der ev. Stadtkirche sowie Pianist in Stuttgart-Bad 
Cannstadt, Kapellmeister, Musikreferent der "Württembergischen 
Landeszeitung". 
Nach 1945 weiterhin in Stuttgart, zuletzt i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Musik zur Hymne an die Toten Was sterblich ist, das stirbt, die Tat 
bleibt leben von P. E. Felger (RS Stuttgart, *21/11/37 und *20/X1/38, 
Dgt: selbst). 

Solche Aufführungen dienten der politischen Umfunktionierung des 
ursprünglich christlichen Totensonntags. 
Information: LdCh. Das Amt für öffentl. Ordnung Stuttgart, 

Zentralmeldestelle (11/X/99), fand keinen Meldevorgang zu Erich Ade. 


Ade, ade! Ich scheide nun (T: von Ditfurth mitgeteilt). 
Abschiedslied, zur Melodie "Ich lieg jetzt da und sterb dahin". Titel: 
Studentenabschied. 

In: 
Wohlauf Kameraden (1934); Glück ab, Kameraden! (1935). 


Ade, du stattliche Kaserne. Reservistenlied, zur Melodie "Was 
blinkt so freundlich". 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


A 101 





Ade, mein Feinsliebchen. Volkslied aus Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Ade, mein Liebchen, ich muß fort. Soldatenabschiedslied. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Adenstedt, Helmut 
Braunschweig, 13. April 1902 - Braunschweig, 15. März 1945. 
Musikpädagoge; Oberlehrer, Musikschullehrer, zunächst in Braunschweig 
Gesangslehrer an der Raabe-Schule und Leiter des Schubert-Chors, auch 
am Lehrerinnenseminar und der Staatl. Großen Schule. Ab 1935 in 
Wolfenbüttel an der Oberschule für Jungen in Aufbauform, Harztorwall 15. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.551.733. Kreischormeister Braunschweig-Harz 
im Chorgau V Niedersachsen des RVgemChe Deutschlands (RMK). Leiter 
des Bannorchesters der HJ und des Chors der NS-Frauenschaft 
Wolfenbüttel. 


Ade (nun) zur guten Nacht, jetzt wird der Schluß gemacht. 
Abschiedslied aus Franken, Sachsen, Rheinpfalz, 1848. Aus: Erk-Böhme, 
"Deutscher Liederhort" (1856/1893 ff.). 

In: 

Das Soldatenlied (1932); Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 
41934); Blut und Ehre (1933); Heil Hitler! (1933); Deutsche Volks und 
Kampflieder für die HJ) und das Jungvolk (1933); Unsere Lieder (21933); 
Singendes Volk 2 (1933); Trum, trum (21933); S.A. Liederbuch (1933); 
Wir wollen singen (1933); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Uns geht 
die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Liederbuch des BDM 
(1934); Jungvolk-Lieder (1934, 21934); Wohlauf Kameraden (1934); 
Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); DSB, 
Singendes Volk 3 (1934); Arbeitsdienst-Liederbuch (1934); Vorwärts! 
Vorwärts... (1935); Deutsches Frauenliederbuch (1935); Singkamerad 
(31935, 81937); NSLB, Unser Lied 2 (?1935); Glück ab, Kameraden! 
(1935); Deutsche Lieder für die Jugend (?1935); Niederdeutschland 
(1936); Werkleute singen (1936); Unser das Land (1937); Neues 
Deutschland 2 (1937); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Die 
Fahrt (1937); Wir marschieren (1937); Kommt, singt und klingt (1937); 
Wir wandern und singen! (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938; 
Variante "Ade nun zur"); Unsere Lieder (71938); Marschierende J ugend 
(21938); Liederbuch der SA (91938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); 
Neues Singen 3 (1938); Das neue Soldaten-Liederbuch 2 (1939); SA- 
Liederbuch (?1939); SS-Liederbuch (61940, 91941); Alte und neue 


A 102 





Soldatenlieder (1940); Liederbuch der Kriegsmarine 1 (1940); Das neue 
Soldaten-Liederbuch für Akkordeon (1940); Das zweite neue Soldaten- 
Liederbuch (1940); RJF, Unser Liederbuch (1941); Deutsche Musik A, B 
(1941; mit 2 V oder Vi, Va); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941); Lied 
über Deutschland (?1941); Hellau! (1942); Lieder unseres Volkes (1943); 
Deutsche Jugend im Osten 1 (1943); Mein Schätzlein hör ich singen 
(1944); Singt alle mit! (1944). 


Aders, F. 
Einsender in Altona. 


Propaganda ist not, Marsch, und Blühende Heide, Walzer, 0onA, am 
12/X/34 mit Widmung an Dr. Goebbels eingereicht. 


A Deutschmeister bin i, a fescher Soldat. Soldatenlied, onA. Titel: 
Der Deutschmeister. 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Adler 


Deutschlands Schwur. Marsch (RS Köln, 6/1X/34). 
Information: Mutmaßlicher Urheber: Ignaz Adler (Jg. 1877) in 
Bielefeld. 


Adler, Guido 
Eibenschütz/Mähren, 1. November 1855 - Wien, 15. Februar 1941. 

Sohn eines Arztes; Dr. jur. 1878 und Dr. phil. Wien 1880 (Die historischen 
Grundklassen der christlich-abendländischen Musik), Musikwissenschaftler 
und Universitätsprofessor in Wien. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 
Die NS-Behörden beschlagnahmten nach dem Tode Adlers seine kostbare 
Bibliothek. 

Information: DNML, DML, FA, RML, SML, MGG. Gerigk/Stengel gab 

den 1/X/1855 als Geburtsdatum, den 14/XII/33, Wien, als Todesdatum 
an! 


Adler-Liederheft. Feldausgabe des Liederbuchs der Luftwaffe 
(Berlin, 1941) [VB]. 
Vgl. Clewing. 


A 103 





Adolf Hitler hat unsere braune Armee geschweißt aus des 
Volkes Not. SA-Kampflied, onA. Titel: Marschlied der SA-Reserve. 
Textprobe (2. Strophe mit Refrain): 
"Das junge Blut steht in Reih' und Glied 
mit dem sturmerprobten Soldat. 
Hier bringt keiner Titel und Würden mit, 
hier gilt nur die befreiende Tat. 
SA-Reserve marschiert voran, 
SA-Reserve steht ihren Mann. 
Wer unsrem Führer ins Aug' gesehn, 
muß siegen oder untergehn". 
In: 
Vorwärts SA. (21933). 


Adolf Hitler, unserm Führer, reichen wir die Hand. NS-Kampflied, 
onA. 
Mehrfach vertont, so von Robert Klaebe. 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Wird die letzte Schlacht geschlagen, 
Waffen in die Hand, 
laßt die Freiheitsbanner flattern 
durch das deutsche Land. 
Dann soll'n alle Feinde zittern, 
Deutschland aufersteh'! 
Hurra! Heil, du, Adolf Hitler, 
immer vor uns geh'!" 
In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); SA-Sturmlieder 
(1933); NSBO-Kampflieder-Buch (1933); Sturm- und Kampflieder-Buch 
(1933); Schlesisches SA-Liederbuch (31933); Heil Hitler Dir! 1 (41933); 
Heil Hitler Dir! 2 (1933); Deutsche Kampf- und Volkslieder (1933); 100 
ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934), Lieder der SS 
Pommerns (1934); Lieder der Pommerschen SA (31934). 


Adolf-Hitler-Lied = Ihr Brüder, nun senket in Trauer 


Adolfi, Franz 
Chemnitz, 15. Juli 1876 - Zwickau, 18. September 1934. 
Sohn eines Opernsängers, eigentlich Spreitzer; Schüler u. a. von Felix 
Draeseke, Opernkapellmeister in Bielefeld, Stettin, Magdeburg, Chemnitz 
und Zwickau. 
Von Brückner/Rock als Jude Adolf Spritzer denunziert. 
Information: DML, FA. 


A 104 





Adoramus. Passionslied. 
In: 
Lobeda-Singebuch 1 (1936); 


Adorno, Theodor W. 

Frankfurt a. M., 11. September 1903 - Brig-Visp, Kanton Wallis (CH), 6. 
August 1969. 
Sohn eines Weinhändlers und einer Sängerin, eigentlich Wiesengrund; Dr. 
phil. Frankfurt a. M., 1924, 1931 Habilitation über Sören Kierkegaard. 
Soziologe, Komponist - Schüler von A. Berg und B. Sekles - und 
Musikschriftsteller in Frankfurt. 1930 Mitarbeiter des Instituts für 
Sozialforschung, jedoch 1933 entlassen. Stand 1932: Leiter des 
Musikstudios der Ortsgruppe Frankfurt des Verbandes der Konzertierenden 
Künstler Deutschlands. e.V. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als jüdischer Mischling 
Wiesengrund-Adorno denunziert, "einer der betriebsamsten Wortführer 
der jüdischen Neutöner" (Gerigk/Stengel, Spalte 315). 

1934 emigrierte er zunächst nach England, dann in die USA, hier 
1938-41 Musikdirektor des Princeton Radio Research Project. 1950 wieder 
in Frankfurt, o. Professor an der Universität. 1957 Inhaber des 
universitären Lehrstuhls für Philosophie, auch einer der beiden 
geschäftsführende Direktoren des Instituts für Sozialforschung 

Notiz über Wagner ("Europäische Revue" Nr. 7, Juli 1933. S. 439-442). 

Adorno empfielt Entmythologisierung Wagners und die 
Konzentration auf das rein Musikalische. 

Mai 1934, Der Rezensent I: 

"(...) das Ganze gewürzt durch einen Serrenissimus-Humor, der vor 
dem Ernst dessen, was heute in Deutschland geschieht, anders als zynisch 
nicht genannt werden darf. Das Machwerk kam - am Tag vor der Wahl in - 
einer sehr mäßigen Aufführung heraus (...)" (Theodor Wiesengrund- 
Adorno über E. Kalmans Operette "Herzogin von Chicago". In: "Die Musik" 
XXVI/8, Mai 1934). 

Juni 1934, Der Rezensent II: 

"Aus den jüngsten Chorpublikationen des Verlages Merseburger, 
meist Festchören zu deutschen Anlässen, hebt sich weit heraus der Zyklus 
von Herbert Müntzel. Nicht bloß weil er durch die Wahl der Gedichte 
Schirachs als bewußt nationalsozialistisch markiert ist, sondern auch durch 
seine Qualität: ein ungewöhnlicher Gestaltungswille. Es geht nicht um 
patriotische Stimmung und vage Begeisterung, sondern die Frage nach 
der Möglichkeit von neuer Volksmusik selber wird, durch die Komposition, 
ernst gestellt (...). 

Kriegerverein und Neoklassik sind beide negiert, und es wird dem 
Bild einer neuen Romantik nachgefragt; vielleicht von der Art, die 
Goebbels als >romantischen Realismus< bestimmt hat" (Theodor 
Wiesengrund-Adorno in: "Die Musik" XXV1/9, Juni 1934. S. 712). 

Besprechungen solcher Art erklären sich aus dem Versuch, in der 
Bedrängnis durch antisemitische Aktionen Rückendeckung zu finden; dies 


A 105 





gelang allerdings höchstens vorübergehend. In der Frankfurter Zeitschrift 
"Diskus" XIII/1, Januar 1963, entfesselte ein historisch wenig bedarfter 
Student eine Diskussion darüber. Adorno am 3/1/63: 

"Daß ich jene Kritik damals schrieb, bedaure ich aufs tiefste. 
Anstößig ist vor allem, daß es sich um Gedichte von Schirach handelt. 

(...) Auch den Goebbels'schen Begriff romantischen Realismus< 
hätte ich nicht in den Mund nehmen dürfen. 

(...) Der wahre Fehler lag in meiner falschen Beurteilung der Lage; 
wenn Sie wollen, in der Torheit dessen, dem der Entschluß zur Emigration 
unendlich schwer fiel. Ich glaubte, daß das Dritte Reich nicht lange dauern 
könne, daß man bleiben müsse, um herüberzuretten, was nur möglich 
war". 


Rückblick, 1963: 

"Ich bin aus Deutschland 1934 emigriert, nachdem man mir im 
September 1933 auf Grund des sogenannten Gesetzes über die 
Wiederherstellung des Berufsbeamtentums die Venia legendi an der 
Frankfurter Universität entzogen hatte. Bis zur Emigration habe ich an 
einer Reihe von Zeitschriften und Zeitungen weiter mitgearbeitet, ohne 
übrigens ein Pseudonym zu benutzen; unter anderem auch an der 
>Musik<, in der ich versuchte, auch nach der Gleichschaltung etwas für 
die neue Musik zu tun - woraus mir dann, wie Sie vielleicht wissen, just 
von Herrn Melichar ein Vorwurf gemacht worden ist. Meine Mitarbeit an 
der >Musik< habe ich freiwillig eingestellt. 

(...) Abgesehen davon, daß man mich von der Universität verjagte, 
haben die Nazis bereits im Mai oder Juni 1933 bei mir Haussuchung 
veranstaltet. Sie ist aber glimpflich verlaufen" (Adorno an Fred K. 
Prieberg, 14/11/63). 

Geschichtsfälschung, 1994: 

"(...) 1933 Emigration in die USA" (Siegmund Helms/ Reinhard 
Schneider/ Rudolf Weber, Hgb.: Neues Lexikon der Musikpädagogik. 
Personenteil. Kassel, 1994). 

Emigrationsjahr war 1934, Ziel zunächst England, später USA. 

Information: FA, KDMK, LdCh, RML, SML, MGGS. 


Af der Älm is koan Bleibn. 
In: 
Hellau! (1942). 


Af der Umbrücklerälm. Titel: Die Kasermanndl. 
In: 
Hellau! (1942). 


A 106 





Agans 


Werke: z. B. Wandervogellieder; Potpourri für Chor, Mandolinen, Gitarren 
und Hörner (1933); "Lustig ist die Jägerei", Potpourri (Schallplatte); 
Weihnachtsliederpotpourri (1933). 


Deutschland im Lied. Ein Liederpotpourri (RS Königsberg, 1/VI1/38, von 
Schallplatte). 


A gar schians Täl isch das Sarntäl. 
In: 
Hellau! (1942). 


Agop, Rolf 

München, 11. Juni 1908 - Hilchenbach, 15. Oktober 1998. 
Dirigent, bis 1934 ausgebildet an der Akademie der Tonkunst in München, 
dann Dirigent des Münchner Symphonieorchesters; 1935-381. 
Kapellmeister der Bayer. Landesbühne, dann bis 1940/41 
Opernkapellmeister und Chordirektor des Kärntner Grenzlandtheaters 
Klagenfurt, 1941/42 Musikal. Oberleiter und 1. Kapellmeister der 
Sommerspielzeit des Niederschlesischen Landestheaters J auer im 
Kurtheater Bad Altheide; 1942/43 Kapellmeister und Komponist der 
Schauspielmusik am Stadttheater Nürnberg, dann zur Wehrmacht 
einberufen. 

1945-48 Musikal. Oberleiter der Vereinigten Stadttheater Nürnberg- 
Fürth, 1948-52 künstler. Leiter der Nordwestdeutschen Philharmonie in 
Bad Pyrmont und Herford, zeitweise auch Dozent in der Dirigentenklasse 
der Musikakademie Detmold, ab 1952 städt. GMD in Dortmund, zugleich 
Chefdirigent des Siegerlandorchesters in Siegen und Hilchenbach. Später 
i. R. in München, zuletzt in Hilchenbach.. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Musik zum Schauspiel Thors Gast von Otto Erler (Bayerische 
Landesbühne München, EA, *31/1/38; Veranstaltung des SS- 
Oberabschnitts Süd). 

Information: KDMK. Die Meldekarte im Stadtarchiv München (6/X/03) 
registriert nur die Abmeldung nach Klagenfurt am 17/IX/38. Laut Kreis- 
verwaltungsreferat, Bürgerbüro (26/IX/03), sei Agop im Datenbestand 
des Melderegisters nicht zu ermitteln. 


A herzigs flächshoorets Büabl. Wiegenlied. 
In: 
Hellau! (1942). 


A 107 





Ahlbrand, K. 


Musik zur Werkfeier "Wir wollen uns auf unsere Kraft besinnen" (RS 
Frankfurt, 2/1/39, aus der Voigt & Haeffner AG, Frankfurt). 


Ahle, Johann Georg 
1651 - 1706 


Die güldene Sonne bringt Leben und Wonne, die Finsternis weicht (T: 
Philipp von Zesen, 1619-1689). Morgenlied (1671). 

In: 

Wir wollen singen (1933); Liederbuch des BDM (1934); Die 
Müttersingstunde (1935; onA); Lieder des Volkes (61936); Das Lied im 
Deutschen Arbeitsdienst (1937); DSB, Liederbuch für Männerchor (1938); 
Volksliedsingen im Schulfunk 4 (25. Mai 1939); DSB, Singendes Volk 31 
(1939); Stimmt an! Il (1939); Kernlieder des REM (1940); Deutsche 
Lieder (1940). 


Ahle, Johann Rudolph 
1625 - 1673 


Lob der Musik: Was mag doch diese Welt in ihrer Schönheit prangen, wo 
alle Macht zerfällt (1660). 

In: 

Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938). 

Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte (T: 
Christian Knorr von Rosenroth, 1636-1689). Kirchenlied (1662). 
In: 

Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937; nur T). 

Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang gleichermaßen. 
Kirchenlied (1664). 

In: 

Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940). 


Ahlgrimm, Hans 
Wien, 10. November 1904 - Neu-Zittau bei Erkner, 23. April 1945 
(gefallen im Fronteinsatz). 
Dr. phil. Wien (über Pierre Rode), Orchestermusiker in Berlin-Wilmersdorf, 
1930-45 Geiger im BPhO; auch Komponist. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
31. Oktober 1940: 

Der 1. zeitgenössische Abend der Gewandhaus-Konzerte zu Leipzig, 
Dgt. H. Abendroth, bietet - erstmals - das Trompetenkonzert von 


A 108 





Ahlgrimm; Solist: Heinrich Teubig. 
Information: FA (Nachtrag), LdCh (ohne Todesdatum), FA2. 


Ahlow, Franz 


SS-Hauptscharführer, MZF der SS-Standarte 42, Berlin-Tempelhof, 
Borussiastr. 1. 


Einigkeit macht stark. Marsch (u. a. DtldS, 13/V1/37, MZ der SS- 
Standarte 42, Leitung: selbst). 


Ahoi, nun heißt die Segel! Mann Spill! Hiew rund! (T: Kapitän zur 
See a. D. Ernst Schulze). Matrosenlied, zur Melodie "Heißa, ich bin ein 
Middy". 
In: 
Deutsches Marine-Liederbuch (1935). 


Ahrens, Erich 


Fallschirmjäger voran! (T: Ernst Behrens-Kollmar). Kriegslied (1941) 
[AB]. 


Ahrens, Joseph 
Sommersell/Westfalen, 17. April 1904 - Berlin, 21. Dezember 1997. 
Kirchenmusiker in Berlin-Charlottenburg, Organist an St. Marien; 1934-43 
Domorganist an der St. Hedwigs-Kathedrale, 1928 Lehrer, ab *30/1/36 
Professor an der Akademie für Kirchen- und Schulmusik in Berlin; 
Orgelsachverständiger für das Bistum Berlin und beim REM. 

1945 Organist der Salvatorkirche, ab 1950 o. Professor für kath. 
Kirchenmusik an der Musikhochschule Berlin, 1953 deren stellv. Direktor. 
Er erhielt 1955 den Kunstpreis der Stadt Berlin, ab 1963 Mitglied der 
Akademie der Künste Berlin, 1965 Ritter des päpstlichen Gregorius-Ordens 
und 1968 Ehrengast der Villa Massimo, Rom. 

Werke: vor allem Kirchenmusik, nach 1945 auch dodekaphone. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. Fachberater für kath. Kirchenmusiker und 
Referent der RMK. 
Toccata eroica für Orgel, komponiert 1932 (1935; UA: Berlin, 19/X1/34, 
Ahrens an der Orgel der St. Hedwigskirche) [Sc]. 

Information: FA (Nachtrag), MM2, KDMK, RML, LdCh, SML, MGGS. Die 
für den Geburtsort zuständige Standesbeamtin Doran, Nieheim (9/IV/98), 
verweigerte die Angabe des Todesdatums mit Berufung auf das 
verfälschte PStG 8 61, also grundordnungswidrig. Damit raubte sie dem 
Künstler das postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt 


A 109 





und betrog den Lexikographen um das Grundrecht auf ungehinderte 
Berufsausübung. 


Ahrens, Rudolf 


Deutsche Suite zum *5. März 1933: 1. Deutsche Kraft - 2. Deutsche 
Innigkeit - 3. Deutscher Frohsinn - 4. Deutsche Zuversicht - 5. Deutsche 
Treue. Für SinfonieOrch (Norag, 23/1V/33, Hamburger Philharm., Dgt. 
Secker). 

Zur 8. Reichstagswahl an diesem Tag gewann die NSDAP 288 von 
647 Sitzen. 


Ähre und Spaten. Lieder vom Arbeitsdienst. Hgb. vom NS- 
Arbeitsdienst, Arbeitsgruppe 54 Swinemünde, Arbeitsgau 5 (1-21934) 
[VV]. 

Inhalt (11934): 

mit Noten: 

1. Decker: Heiliges Feuer brennt in dem Land. - 2. Nach Ostland geht 
unser Ritt, hoch wehet das Banner. - 3. Wir tragen das schwarze Banner 
und singen das Lied der Not. - 4. von Hertzberg: Wir sind die Männer vom 
Bauernstand . - 5. Marsch, marsch, marschiert, die Trommel gerührt. - 6. 
Altendorf: Hört ihr das Gellen in Straßen und Gassen. - 7. Altendorf: Wir 
zieh'n auf stillen Wegen. - 8. (Götz): Die Bauern wollten Freie sein. 

nur Text: 

Die Fahne hoch. - Deutschland, Deutschland, über alles. - (Gättke): Und 
wenn wir marschieren. - (Pardun): (Volks ans Gewehr) Siehst du im Osten 
das Morgenrot. - (Gläser): Flamme empor. - (Depolo): Es tönt auf grüner 
Heide. - (Bauernnot 1931) Schwarz ist die Sorge. - Auf, auf, zum Kampf, 
zum Kampf sind wir geboren. - Brüder, zur Sonne, zur Freiheit! - Brüder in 
Zechen und Gruben. - (Mahrer): Es pfeift von allen Dächern. - 
(Borgmann): Unsere Fahne flattert uns voran. - Es zog ein Hitlermann 
hinaus. - Als die gold'ne Abendsonne. - (Götz): Von allen den Kameraden 
war keiner so lieb und so gut. - Im Pommernland marschieren wir. - 
(Knott oder Götz): (Der Trommelbube) Wir ziehen über die Straßen. - 
(Sotke): Wilde Gesellen vom Sturmwind umweht - (Jahn): Kamerad, nun 
laß dir's sagen. - Morgen marschieren wir in Feindesland. - 
(Büchsenschütz): Pommersche Heide, pommerscher Sand - (Geusenlied) 
Gleichwie die Möwe ruhlos hastet. - (Götz): (Heia Safari) Wie oft sind wir 
geschritten - (Jahn): Wir traben in die Weite - (Zahn): Wohlauf, 
Kameraden, aufs Pferd. - Weit ist der Weg zurück ins Heimatland. - W. 
Kutschbach: Görg von Frundsberg führt uns an. - (Thum): Vom Barette 
schwankt die Feder. - Wir sind des Geyers schwarze Haufen. - (Sotke): 
Das Kalbfell klingt, der Landsknecht schwingt. - (Gättke): (Die 
Wallensteiner) Trum, trum, terum, tum, tum, die Landsknecht ziehn im 
Land herum. - (Gättke): Wenn die Landsknecht trinken. - (Stuntz): Das 
Käuzlein laß ich trauern. - (Wendelmuth): Die Glocken stürmten vom 


A 110 





Bernwardsturm. - (Friedrich der Große): (Der Hohenfriedberger Marsch) 
Auf, Anspach Dragoner. - Es blühen die Rosen, die Nachtigall singt. - Ich 
habe Lust, im weiten Feld. - Die blauen Dragoner. - Wenn die Soldaten 
durch die Stadt marschieren. - 0onA: Manöver im Land, der Weckruf 
erschallt. - Mein Regiment, mein Heimatland. - Ich bin ein Gardeschütz, 
trag auch die Gardelitz. - Wenn des Morgens früh die Sonne aufgeht. - 
Steig ich den Berg hinan, das macht mir Freude. - Wohlan, die Zeit ist 
kommen, mein Pferd, es muß gesattelt sein. - (Götz): Aus grauer Städte 
Mauern. - Schwarzbraun ist die Haselnuß. - Auf nach Pommern ziehn wir 
heut‘, ziehn wir voller Lust und Freud'. - (Koch): Heiß ist die Liebe. - Ein 
Heller und ein Batzen. - Das Schönste auf der Welt ist mein Tiroler Land. 
- Kehr ich einst in meine Heimat wieder. - Es zogen auf sonnigen Wegen 
drei lachende Mädel vorbei. - Ein Jäger aus Kurpfalz. - Der Jäger in dem 
grünen Wald. - Auf, auf zum fröhlichen Jagen. - Einst ein Jäger wollte 
jagen einen Gemsbock silbergrau. - Auf der Lüneburger Heide. - Als ich 
gestern einsam ging auf der grünen, grünen Heid'. - Von Osten kamen 
Kiele kampfeslüstern. - Heut geht es an Bord. - Wer will mit, juchhe, über 
See? - Der mächtigste König im Luftrevier. - Leise über sanfte Wogen zieht 
ein Schifflein seinen Lauf. - Dunkel war die Nacht, und kein Sternlein 
wacht. - Frei ist die See, wenn die Eisberge ziehn. - Einst sind wir so 
freudig geschritten. - Ich hab' mich ergeben. - auf die Melodie "O 
Deutschland hoch in Ehren" (Pierson): Es klingt wie eine Sage aus längst 
vergangner Zeit. - (Silcher): Ich hatt einen Kameraden. - Soldat, du bist 
mein Kamerad. - zur Melodie "Die Bauern wollten Freie sein" (Sotke): Volk 
will zu Volk. - Hurra, nun zieht unsre Schar nach der Heimat. - Auf, 
marsch, marsch! Durch Mühen und Gefahren. - auf die Melodie "Glück 
auf": Deutsch ist die Saar. - (Ramrath): Im Feldquartier auf hartem Stein. 
- Es dunkelt schon in der Heide. - Ich weiß einen Lindenbaum stehen in 
einem tiefen Tal. - (Götz): Jenseits des Tales standen ihre Zelte. - Kein 
schöner Land in dieser Zeit. 


Aicher, Th. W. 


Heil dem Führer. Konzertmarsch (Saalfelden am Steinernen Meer, 
1939). 
Gebirgsjägermarsch (Salzburg, 1940). 


Ailbout, Hans (Johann) Franz 
Krefeld, 2. Juli 1879 - Berlin-Wilmersdorf, 1. September 1957. 
Musikpädagoge und Dirigent in Berlin-Wilmersdorf, Leiter eines 
Konservatoriums und 1933 des Potsdamer Tonkünstlerorchesters. 
Ailbout galt als "Halbjude", durfte jedoch mit Sondererlaubnis des 
Ministers tätig sein. 
Nach 1945 weiterhin in Berlin, nun i. R. 
Werke, auch unter Pseudonymen wie E. Becker, E. Brandt, F. K. Huber, 
H. Lange, Hannes Rhin: zumeist U-Musik, z. B. Operetten; "Chinesische 


A LE] 





Fantasie"; "Katalanische Rhapsodie"; "5-Uhr-Tee im Froschteich"; 
Filmmusik. 


1928 
Hoch Deutschland! Marsch für Militärmusik (vor 1928) [J äger, Berlin]. 


1933 
Steh' ich in finstrer Mitternacht. Soldatenlied. Für Männerquartett und 
Blasorch: H. Ailbout. 

Tondokument - von 1933 - im DRA: 1890833-17. 

Der Gott, der Eisen wachsen ließ. Marsch unter Verwendung des 
Liedes von A. Methfessel (BR, 15/111/33). 

Die Potsdamer Linde: Zu Potsdam an der langen Brück. Marschlied, 
Fassung: E. Gutzeit. 

In: 

Neues Sanssouci 1 (1933). 

Grüßt mir die Heimat, den schönen Rhein! Lied (u. a. FSt. Berlin, 28/ 
V/33, Erwin Hartung mit Gesangsquartett, von Schallplatten) 

An mein Vaterland (Vaterländische Festouvertüre) (FSt. Berlin, 
16/V1/33, Potsdamer TonkünstlerOrch, Dgt. selbst; Orag, 21/X1/33) [St]. 
Besprechung: 

"Als Rahmen mag ein >patriotischer Bockbier-Anstich< gedacht 
sein. Orchester und tausendköpfige Hörerschaft ringen um das 
Gehörtwerden. So tritt das verborgene >Freiheit, die ich meine< nicht in 
das Bewußtsein. Endlich besiegt das Fortissimo des Liedes: >Der Gott, der 
Eisen wachsen ließ< die Polyphonie der Diskussionen und ein 
hundertprozentiges Ja im tosenden Beifall krönt den Erfolg des Werkes. Es 
ist nicht unwesentlich, bei solchem Anlaß wieder auf den Zusammenhang 
von Musik und Wirtschaft hinzuweisen, denn der Bierverbrauch hält sich 
auf der Höhe des Beifalls, welchen die Musik erringt" (Arthur Egidi in: 
"Musik im Zeitbewußtsein" 1/10, 16/X11/33. S. 16). 

16. Juni 1933: 

Das Potsdamer TonkünstlerOrch, Dgt. Ailbout, bietet ein 
Blaskonzert: 1. Gutzeit: "Immer mit Feuer", Marsch. - 2. Wrede: "Klar 
zum Gefecht", Marsch. - 3. Ailbout: "An mein Vaterland", Ouvertüre. - 4. 
Meyer-Helmund: "Zauberlied". - 5. Häusler: "Fackeltanz". - 6. Ailbout: 
"Chinesische Fantasie" (Ernster Zug - Tanz und Lied der Okuesan. - 
Tempelglocken - Pagoden). - 7. Siede: "Puppe und Hampelmann". - 8. 
Lindsay-Theimer: "Alle Tage ist kein Sonntag. - 9. Wismar: Rheinländer- 
Potpourri. - 10. a) Geisler: "Berlin ist richtig", Marschlied; b) 
Lautenschläger: "Trinkt aus, Kameraden, die Nacht wird kühl" (FSt. Berlin, 
16/V1/33). 

Im Rosengarten von Sanssouci. Charakterstück (FSt. Berlin, 
14/V11/33, von Schallplatten). 

Wir präsentieren! = AM |, 93, Präsentiermarsch der SA-Standarte M 33 
Dresden (1912; FSt. Berlin, 9/VI11/33; RS Leipzig, 22/1V/34; RS 
Hamburg, 9/V/38) (vor 1928) [Scherl, Berlin]. Im Wettbewerb des Scherl- 
Verlags mit dem 1. Preis ausgezeichnet. 


A 1.12 





Tondokument - vom 26/VI/4A0 - im DRA: BO03119739, B003159814. 


In: 
HM 2 (1933). 
1934 
HJ marschiert! Marsch (Ostmarken-Rundfunk, 8/111/34; RS Berlin, 
24/V1/34). 


Musik zum J ungenfilm Die Bande von Hoheneck (UA: 25/1V/34; 
Prädikat: Volksbildend). 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 


1936 
1936/37: 
Ailbout steht mit sämtlichen Pseudonymen auf einer Schwarzen Liste 
des RS Berlin (Quelle: National Archives Washington, Record Group 260- 
OMGUS, ICD, Box 229, File 26). 


1938 
Annekathrein. Marschlied (RS Frankfurt, 8/1/38). Auch "Anna-Kathrin". 
Berlin - Wien. Marsch (1933; RS Hamburg, 26/1V/38; RS Königsberg, 2/ 
V/38). Bearbeitung: F. Rönnfeldt [He]. Titel auch: Wien-Berlin. 
Was nützet mir ein schönes Mädchen? Marsch (RS Frankfurt, 
7/VI1/38, Rhein-Mainisches LandesOrch, Dgt. F. Cuje). 
Soldatenliebe: Das schönste Leben auf der Welt. Marsch nach dem 
Soldatenlied "Steh ich in finstrer Mitternacht" (RS Königsberg, 23/V11/38). 
Tondokument - von 1933 - im DRA: 1890833-17. 

Information: DML, FA, KDMK, LdBl (ohne Todesort). Das Standesamt 
Krefeld-Mitte (9/X/97) teilte mit, ein Geburtseintrag Ailbout habe nicht 
gefunden werden können. 


Akkordeon-Trümpfe (Anthologie) siehe: Kurt Mahr 


Albersheim, Gerhard 
Köln, 17. November 1902 - Basel (CH), 19. Oktober 1996. 
Dr. phil. Wien 1938 (Zur Psychologie der Ton- und Klangeigenschaften 
unter Berücksichtigung der "Zweikomponenten-Theorie" und der 
Vokalsystematik); Musikwissenschaftler in Wien, bis 1938 noch Schüler u. 
a. von Heinrich Schenker an der Universität, bis 1939 Privatmusiklehrer. 
Dann wegen rassistischer Verfolgung emigriert, ab 1940 in den USA, 
Musikpädagoge und Konzertbegleiter in Los Angeles, 1947 Lehrer am L. A. 
Conservatory for Music and Arts. 1968 emeritiert und i. R. in der Schweiz. 
Information: KDMK, RML, MGGS, FA2. 


A 113 





Albert 


Hauptmann-Göring-Marsch (Werag, 2/1X/33, MZ der SA-Standarte 
369, Witten, Dgt. Heinrich Schmidt). 

Der Titel feiert den letzten Kommandanten des Jagdfliegergeschwa- 
ders Richthofen ab Juni 1918 bis Kriegsende, den damaligen Hauptmann 
und späteren Generalfeldmarschall und Preuß. Ministerpräsidenten 
Hermann Göring (1893-1945). 


Albert, Eugene d' 
1864 - 1932 


28. November 1934, Boykott: 

"(...) Umstritten ist das Problem >Tiefland<; die Oper wurde von 
mehreren Ortsverbänden abgenommen. Der Textdichter ist J ude, Dr. 
Rudolf Lothar (Spitzer) mit Namen. Das Kulturpolitische Archiv hat die 
Bühnenleiter, vor mehreren Wochen auch die Parteipresse auf Anfrage auf 
jüdische Mitautorschaft hingewiesen. Es wird nicht verkannt, dass Tiefland 
mit seiner veristischen Musik eine Oper des Kassenerfolgs ist. Dadurch 
allein jedoch lässt sich die Auswahl für die Mitglieder der NS- 
Kulturgemeinde nicht rechtfertigen. (...)" (K = Kraemer: Bericht des 
Kulturpolit. Archivs für Abt. Programmüberwachung während der Monate 
Oktober und November 1934, 28/X1/34. Quelle: BA NS 15/ 86). 

Der Boykott scheiterte. In der Saison 1935/36 boten die Bühnen. im 
Reich 176 Aufführungen der Oper "Tiefland". 

19. April 1937, Ausnahme: 

"Das Textbuch von d’Alberts Oper >Tiefland< stammt zwar von 
einem Juden, aber schon vor längerer Zeit ist vom Propagandaministerium 
grundsätzlich entschieden worden, dass wertvolle Werke der deutschen 
Musik nicht deshalb ausgeschaltet werden sollen, weil der Text von Juden 
bearbeitet wurde. Sie können daher >Tiefland< als Pflichtvorstellung für 
Ihre Mitglieder einsetzen, ohne jedoch den Besuch besonders zu forcieren" 
(NSKG, Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, an Ortsverband Halle, 19/1V/37. 
Quelle: ACDJC, Document CXLV-603). 

15. Juni 1939: 

"Unter Berufung auf unsere heutige Unterredung möchte ich Sie 
nochmals bitten, mich doch freundlichst in der Bemühung zu unterstützen, 
die der Aufgabe dient, die Opern d'Alberts vor der Vergessenheit zu 
bewahren. Wenn dies ja auch von >Tiefland< kaum zu befürchten ist, so 
würde dem Künstler d’Albert doch zweifellos ein Unrecht geschehen, wollte 
man seine verschiedenen übrigen Opernwerke geringer einschätzen, 
zumal es sich um bühnenwirksame und erwiesen zugkräftige Opern 
handelt, die sich seinerzeit auf den deutschen Bühnen Heimatrechte 
erworben hatten, und die in den kritischen Jahren nur durch die Werke 
musikalischer Modernisten verdrängt wurden. Ich zweifele nicht daran, 
dass der Opernspielplan durch die Aufnahme der d'Albertschen Opern zu 
bereichern ist und Gewinn davon haben wird. Von der Musikliteratur wird 


A 114 





d'Alberts Werk der deutschen Musik zugeteilt, wie d'Albert selbst sich ja 
immer als Deutscher Komponist gefühlt und bekannt hat. Es bedarf gewiss 
nur eines Hinweises und einer Erinnerung, um die Leiter der deutschen 
Opernbühnen zu veranlassen, d'Alberts Opern - und nicht nur sein 
>Tiefland< - im Spielplan wieder den ihnen gebührenden Platz 
einzuräumen und den Künstlern damit dankbare Aufgaben zu bieten. (...)" 
(Hilde d'Albert an RMVP, Lange, 15/V1/39. Quelle: BA R 55/ 20200. Blatt 
263). 

17. Oktober 1939: 

"(...) Zwei Jahre vor seinem Tode hat Eugen d’Albert meine Komödie 
in drei Akten Die Witwe von Ephesus als Komische Oper vertont. 

(...) Die ERBIN seiner Manuskripte, Fräulein J olanthe (Violanthe) 
d'Albert holte nun die Partitur der Witwe von Ephesus von Schott ab 
und...... seither ist diese Partitur verschwunden und von Frl. d'Albert auf 
keine Weise heraus zu bekommen. 

Seither sind etwa 10 Jahre vergangen. 

Abgesehn von dem persönlichen Schaden, der mir durch diese 
geflissentliche Zurückhaltung der Partitur d'Alberts erwächst, glaube ich 
sagen zu müssen, dass auch dem deutschen Opernpublikum durch die 
VORENTHALTUNG einer erstklassigen Komposition d'Alberts ein arger 
kultureller Schaden zugefügt wird, der umso größer ist als unsere 
Opernbühnen nach guten komischen Opern geradezu HUNGERN. 

Ich bitte daher diese Sache in die Hand zu nehmen. (...)" (SA- 
Standartenführer Freiherr Karl-Michael von Levetzow, Auspitz/ Nieder- 
donau, an den Präsidenten der RKK, 17/X/39. Fehler im Original. Quelle: 
BAR 55/ 20200. Blatt 264). 

Nach Monaten war die Adresse der Tochter endlich ermittelt, die 
Jedoch die Partitur in dem noch in Kisten verpackten Nachlaß vorgeblich 
nicht fand. Es stellte sich heraus, daß sie das Werk für pornographisch 
und daher schädlich dem Andenken des Vaters hielt. Das RMVP riet dem 
Texter am Ende zur Klage auf Schadensersatz. 


Albert, F. 


Zwei Lieder der nationale Erhebung, für Harmonium: 1. 
Heldengesang des deutschen Volkes (Horst-Wessel-Lied), Fassung: F. 
Albert. - 2. J. Haydn, Deutschland über alles (1933) [P]. 


Albert, Hanns 

Altötting, 6. Juni 1905 - Altötting, 20. Juni 1965. 
Sohn eines kgl. Rats und Kapellstiftungsadministrators, Dr. phil. München 
1927 (Über Leben und Werke des Komponisten Abraham Megerle, 
1607-1680), Komponist und Musikpublizist, 1928-31 in Berlin Musik-, 
Theater und Filmkritiker für "Germania" und "Märkische Volkszeitung", 
Mitarbeiter der "Signale für die musikalische Welt". 1931-32 Direktor der 
Abt. Verlag im Seraphischen Liebeswerk Altötting in Oberbayern, dann 


A 118 





Hauptschriftleiter des "Oettinger und Burghauser Anzeigers" und Kultur- 
und Lokalschriftleiter der "Vereinigten Heimatblätter", bis zur Einberufung 
zur Wehrmacht 1941. 

1946-48 im Internierungslager, dann Sachbearbeiter der Altöttinger 
Musikgemeinde, ab 1948 Dirigent des Pfarrchors, ab 1949 der Liedertafel 
Altötting 1846, bald auch des Werkchors und Werkorchesters Gendorf der 
Farbwerke Höchst; 1954 Lokalredakteur des "Alt-Neuöttinger Anzeigers", 
einer Bezirksausgabe der Neuen-Presse-Verlags-GmbH in Passau. 1965 
vom Bischof von Passau als Laienvertreter in die Kirchenmusik- 
Kommission der Diözese geholt. 

Werke: "Gotenzug" (T: F. Dahn) für Baritonsolo, Chor und Bläser (1927); 
"Die 7 Worte Jesu Christi am Kreuze" für gemCh, Streicher und Orgel 
(1928); Komposition zur Tilly-Feier 1932; Männerchöre, ein 
Streichquartett; Das Altöttinger Wallfahrtsspiel (1933); Eucharistischer 
Hymnus für Jugendchor (1949); Bauernpsalm für Tenor und Klavier 
(1951); "Friede und Freude" für Chor und Orch (1959). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP oder NSLB. 1937 Städt. Musikbeauftragter für 
Alt- und Neuötting. 

Der Hohenfriedberger Marsch. MCh mit eigenem "Text zeitgemäßer 
Prägung" (Altötting, 1933). 

Op. 16. Nr.1. Der unbekannte Soldat: Wir berichten Ihnen die 
Geschichte vom unbekannten Soldaten (eigener T). Kantate für 4- 
8stimm. MCh, Sprechchor, Baritonsolo und Blasinstrumente (Altötting, 25/ 
X1/33, für das WHW; Nürnberg,1935, Heldengedenkfeier des DSB). 

27. November 1933, Rezension: 

"(...) In tragischer Größe erhebt sich das Schicksal des unbekannten 
Soldaten aller Jahrhunderte und Jahrtausende über den flüchtigen Alltag, 
helleuchtend dargestellt in der überzeitlichen Opfergröße dieser 
namenlosen Helden: ein Mahnmal, dem in seiner vorzüglich 
übereinstimmenden textlichen und musikalischen Formung die 
künstlerische Weihe verliehen ist" ("Öttinger Anzeiger", 27/X1/33). 

9. November 1923 (T: Hitler). Heroische Kantate für Sprechchor, 
Solosprecher, MCh, Bläser und Schlagzeug (UrS: RS München, *9/X1/34, 
Ausführende: verstärkter Funkmännerchor, Dgt. E. Zengerle, Gaukapelle 
der NSDAP München, Dgt. G. Lange, Sprechchor, A. Wiesheu-Martens, 
Sprecher). 


Nachruf, 1965: 

"(...) Er war durch und durch >Musiker< und eine echte 
Künstlernatur. In vielen wertvollen Kompositionen hat er seine hohen 
musikalischen Qualitäten bewiesen. Seine große Begabung als Chorleiter, 
Dirigent und Organist kamen vornehmlich dem Altöttinger Pfarr- 
Jugendchor, aber zugleich dem Kapellchor zu Nutzen. Mit all seinem 
künstlerischen, musikalischen Schaffen aber wollte Dr. Hanns Albert 
vornehmlich der Altöttinger Gnadenmutter und ihrer Wallfahrt dienen; ihr 
zur höheren Ehre und den Pilgern zur Herzensfreude und Erbauung. In 
diesem Geiste sang und spielte er in aberhundert Pilgermessen in der 


A 116 





Basilika, in aberhundert Gottesdiensten in der Stiftskirche und 
Gnadenkapelle. (...)" (Plötzlicher Abschied eines treuen Dieners U. L. Frau. 
"Altöttinger Liebfrauenbote", 27/V1/65. S. 510). 


Albert, Heinrich 
1604 - 1651 


Lied der Freundschaft: Der Mensch hat nichts so eigen, so wohl steht 
ihm nichts an, als daß er Treu erzeigen und Freundschaft halten kann (T: 
Simon Dach, 1640) (1640). Titel: Lob der Freundschaft. 

In: 

Schaffendes Volk (1934); Das Männerlied (1934); Liederbuch für Dt. 
Frauen und J ungmädchen-Verbände (1934); Lobeda-Singebuch 1 (1936); 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 23-27 (1939), 43-49 (1942). 
Annchen von Tharau ist(s), die mir gefällt (T: nach Simon Dach, 1637, 
hochdeutsche Fassung von Herder, 1778). Melodie und Satz in H. Alberts 
"Geistlichen und weltlichen Arien" (1642). 

Vgl. F. Silcher. 

In: 

Die Singstunde 56 (1933); Liederbuch der NS-Frauenschaften ((?1933, 
41934; Melodie onA); Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen- 
Verbände (1934); Der Ring (1935); NSLB, Unser Lied 2 (21935); Lieder 
des Volkes (61936); Lied über Deutschland (?1941). 

Waldfahrt: Die Lust hat mich bezwungen, zu fahren in den Wald (T: 
Simon Dach). Titel: Frühjahrsliedchen. 

In: 

Das Männerlied (1934); Deutsche Volkslieder 2 (1935); Der Ring (1935); 
Vorwärts! Vorwärts... (1935); Lieder des Volkes (61936); Lobeda- 
Singebuch 1 (1936); DSB, Singendes Volk 21 (1937); Deutsche Musik A 
(1941). 

Jetzund heben Wald und Feld wieder an zu klagen (T: Simon Dach). 
Herbstlied. 

In: 

DSB, Singendes Volk 23 (1937). 

Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist. 
Kirchenlied (1642). 

In: 

Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940). 

Eine von allen ist, die mir gefällt (T: nach Simon Dach) zur Melodie 
"Anke van Tharau". 

In: 

Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 23-27 (1939), 43-49 (1942). 


Geschichtsfälschung, 1959: 

"Zu Simon Dachs Hochzeitsliedern und Brauttänzen, auf die 
nachweislich polnisches Brauchtum eingewirkt hat, gehört jenes Gedicht, 
das er zur Vermählung des ehrwürdigen Pfarrers Johann Partatius mit der 


A 117 





J ungfer Anna Neander geschaffen haben soll und das nun seit dreihundert 
Jahren als unvergängliches Liebeslied im Volke fortlebt. Es war zunächst 
kein Volkslied, sondern verrät sich durch sein samländisches Platt, durch 
seine liebkosenden, typisch ostpreußischen Verkleinerungsformen als ein 
bestelltes Gelegenheitsgedicht. Aber wenn wir es lesen oder lieber singen, 
verstehen wir, weshaölb es zum Volkslied geworden ist. Das Volk, das 
breite, unverbildete Publikum, hatte einen feinen Instinkt für den über alle 
Zeitmoden erhabenen inneren Wert des Gedichtes, dessen warme 
Herztöne uns unmittelbar ergreifen: Ännchen von Tharau ist's, die mir 
gefällt; sie ist mein Leben, mein Gut und mein Geld (...)" (Hans Friese: 
Unsterbliches Liebeslied. "Thüringer Tageblatt" Nr. 91, Weimar, 21/1V/59). 

Der DDR-Schreiber erfindet zu diesem Lied "polnisches Brauchtum" 
- Kotau vor den Siegern nebst Anhang war zeittypisch - und verschweigt, 
daß der Sachse Heinrich Albert sich in seiner Heimat vom "Ennelein von 
Torgau" oder "Torgen" anregen ließ, daß je ein Ännchen oder Kätherlein 
von Torgau und von Dornig existiert und dieser Ort identisch sein dürfte 
mit dem belgischen Tournay im Hennegau, wie die niederrheinische 
Version lautet. Keine Spur Polnisches. 


Albert, Herbert 
Bad Lausick/ Sachsen, 26. Dezember 1903 - Bad Reichenhall, 15. 
September 1973. 
Orchesterdirigent und Klaviervirtuose, bis 1933 in Wiesbaden städt. 
Kurkapellmeister. Ab 1934 GMD in Baden-Baden, Leiter des Sinfonie- und 
Kurorchesters; hier 1936 Gründer der Internationalen Musikfeste, die 
zeitgenössische Musik boten und nach seinem Weggang nach Stuttgart 
unter Leitung von Gotthold Ephraim Lessing standen. 1937-44 GMD und 
Musikal. Oberleiter der Staatsoper Stuttgart, 1944 desgleichen in Breslau. 
1945 Kapellmeister am Gewandhaus Leipzig, 1948 am Stadttheater 
Graz, 1952-63 GMD am Nationaltheater Mannheim und Leiter der Musikal. 
Akademie. Dann zog er sich, immer wieder gastweise dirigierend, nach 
Bad Reichenhall in die Nähe von Salzburg zurück. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
3. April 1936: 

Im Rahmen des ersten Internationalen zeitgenössischen Musikfestes 
in Baden bietet H. Albert im 1. Orchesterkonzert: 1. Lars-Erik Larsson: 
Werk 13. Konzertouvertüre Nr. 2. - 2. K. Höller: Werk 20. Sinfonische 
Phantasie über ein Thema von Girolamo Frescobaldi. - 4. Petro Petridis: 
Griechische Suite für gr. Orch. 

An dritter Stelle im Programm stand die Geigenmusik von W. Egk, 
Dgt. der Komponist. 

4. April 1936: 

Zum Musikfest bietet das Sinfonie- und Kurorchester Baden-Baden, 
Dgt. H. Albert, ein Kammerkonzert: 1. Conrad Beck: Serenade für Flöte, 
Klarinette und StreichOrch. - 2- W. Fortner: Konzert für Cembalo und 
StreichOrch. - 3. P. Graener: Werk 78. Konzert für Violoncello mit 


A 118 





KammerOrch. - 4. Jean Francaix: Concertino für Klavier und Orch. - 5. 
Strawinsky: Concerto per due pianoforti-soli. Solisten: Li Stadelmann 
(Cembalo), Paul Grümmer (Cello), J. Francaix (Klavier), ferner I. und 
Soulima Strawinsky (Klavier). 

5. April 1936: 

(1) 

Die Kammermusik des Musikfestes Baden-Baden mit dem Stross- 
Quartett bietet: 1. Knudäge Riisager: Op. 28a. Concertino für 5 Violinen 
und Klavier. - 2. Ernst Pepping: Sonatine für Klavier. - 3. Pepping: Zwei 
Romanzen für Klavier. Solist: Adrian Aeschbacher. - 4. Wilhelm Maler: 
Streichquartett in G. - 5. Hindemith: Sonate in E für Violine und Klavier. - 
6. Albert Moeschinger: Op. 41. Fantasie und Variationen über das Berner 
Volkslied "Es isch kei sölige Stamme" für Klavier, 2 Violinen, Bratsche und 
Cello. 

(2) 

Das 2. Orchesterkonzert des Musikfestes Baden-Baden, Dgt. H. 
Albert, bietet: 1. G. Frommel: Suite für kleines Orch. - 2. Ermanno Wolf- 
Ferrari; Op. 18. Venezianische Suite (UA). - 3. Josip Slavenski: Film-Musik 
(UA). - 4. F. Malipiero: Sinfonia (EA). - 5. Max Trapp: Op. 32. Konzert für 
Orch. 


1. Dezember 1936: 

Ein Meisterkonzert des BPhO für die NSG "Kraft durch Freude", Dot. 
Albert, bietet Werke von Max Trapp, Weber, Mozart und Brahms. Solist: 
Wilhelm Strienz (Baß). 

26. Januar 1937: 

Für den Ständigen Rats für die Internationale Zusammenarbeit der 
Komponisten bietet Albert in Zürich ein Konzert mit deutschem Programm 
im Austausch für das schweizerische Konzert am 18/XI1/36. 

18. März 1937: 

Das 1. Orchesterkonzert des 2. Internationalen Musikfestes in 
Baden-Baden, Dgt. H. Albert, bietet: 1. R. Kattnigg: Scherzo (UA). - 2. 
Arthur Bliss: Musik für StreichOrch. - 3. W. Maler: Violinkonzert in A. 
Solist: W. Stross. - 4. Henry Barraud: Concerto di Camera. - 5. Fortner: 
Sinfonia concertante. 

19. März 1937: 

Das 2. Orchesterkonzert des 2. Internationalen Musikfestes in 
Baden-Baden, Dgt. H. Albert, bietet: 1. von Reznicek: "Schuld und 
Sühne", Ouvertüre-Fantasie. - 2. Helmut Degen: Variationen über ein 
Geusenlied (UA). - 3. Hendrick Willem Osieck: Concertino für Klavier und 
Orch (UA). Solist: der Komponist. - 4. K. Riisager: "Zum Geburtstag", 
Suite über dänische Kinderlieder. - 5. F. Malipiero: Seconda Sinfonia 
(l'’elegica). 

20. März 1937: 

Der Ballettabend des 2. Internationalen Musikfestes in Baden-Baden, 
Dgt. H. Albert, bietet: 1. G. Frommel: "Der Gott und die Bajadere", 
Tanzlegende (UA). - 2. H. Reutter: "Die Kirmes von Delft", Tanzspiel (UA). 


A 119 





21. März 1937: 

(1) 

Die Kammermusik des 2. Internationalen Musikfestes in Baden- 
Baden, Leitung H. Albert, bietet: 1. Johannes Przechowski: Streichquartett 
C-dur. - 2. Edward Staempfli: Duo für Violine und Klavier - 3. Yrjö 
Kilpinen: Op. 89. Suite für Klavier (UA). - 4. Kilpinen: Op. 86. Sonate für 
Klavier. Solistin: Margaret Kilpinen. - 5. Josef Ingenbrand: Op. 28. 
Streichquartett (UA). 

(2) 

Das 3. Orchesterkonzert des 2. Internationalen Musikfestes in 
Baden-Baden, Dgt. H. Albert, bietet: 1. Kurt Atterberg: Op. 18. Suite aus 
der Musik zu "Sturm" von Shakespeare (UA). - 2. Karl Schäfer: Suite für 
Violine und KammerOrch (UA). Solistin: Maria Neuß. - 3. A. Casella: 
Introduzione, Corale e Marcia. - 4. B. Bartök: Musik für 
Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta. - 5. M. Trapp: Op. 33. 5. 
Sinfonie. 

3. Oktober 1939: 

Das BPhO, Dgt. Albert, bietet für NSG "Kraft durch Freude" und 
Berliner Konzertgemeinde Werke von Cherubini, Liszt, R. Strauss und R. 
Schumann. Solist: Päl Kiss. 

5. Mai 1940: 

Albert dirigiert in Stuttgart die szenische Kantate "Kampfwerk 39" 
von Marc Andre Souchay (UA). 
8. November 1942: 

Albert gastiert im besetzten Belgien bei der Philharmonie Brüssel mit 
dem Gr. Orch des Senders Brüssel: 1. Schoemaker: "Sinfonia breve". - 2. 
R. Strauss: "Till Eulenspiegel". - 3. Beethoven: 3. Sinfonie. 

28. Februar 1943: 

Albert gastiert im besetzten Belgien bei der Philharmonie Brüssel u. 
a. mit Reger, "Vaterländische Ouvertüre". 

30. Januar 1944: 

Albert gastiert im besetzten Belgien bei der Philharmonie Brüssel: 
Beethoven: "Egmont"-Ouvertüre und 5. Klavierkonzert. - Bruckner: 7. 
Sinfonie. 

30. April 1944: 

Albert gastiert im besetzten Belgien bei der Philharmonie Brüssel mit 
Weber, Karl Bleyle, Debussy und Brahms. 

Information: FA (Nachtrag), KDMK, RML, SML, FA2. 


Albert, Wilhelm August 
Reiterswiesen Amt Kissingen, 29. Januar 1890 - Ruhpolding, 29. 
Dezember 1981. 
Schulpädagoge; Hauptlehrer für Deutsch und Zeichnen in Nürnberg. 
Nach 1945 weiterhin in Nürnberg im Schuldienst, zuletzt Rektor, seit 
1955 i. R.; das Bundesverdienstkreuz 1958 belohnte "seine Verdienste um 
die geistige Entwicklung der Jugend". Zuletzt in Ruhpolding. 


A 120 





Kein Eintrag in ZKNSDAP. Die Reichsleitung lehnte am 15/11/38 den 
beantragten Beitritt des früheren Freimaurers ab und legte eine Warnkarte 
an. NSLB seit 1/V/33. 
Sonnwendfeier. Sammlung von Feuersprüchen, Bekenntnissen, Liedern 
und chorischen Feiern. Hgb. zus. mit Hans Belstler (1940)[DVW]. 
Information: Das Einwohneramt Nürnberg (19/VIII/98), gez. Richter, 
beantwortete eine Anfrage in diesem und acht weiteren Fällen mit der 
Forderung eines Kostenvorschusses von 180 DM. Den Antrag an den 
Oberstadtdirektor auf Erlaß der Gebühr lehnte das "Direktorium Recht und 
Sicherheit" der Stadt Nürnberg (18/IX/98), Dr. Frommer, ab, weil "kein 
hinreichender Grund" dafür vorliege; das beweist allerdings nur, daß das 
Verwaltungspersonal in Nürnberg Geld höher einschätzt als das kulturelle 
Image der Stadt. Aus Rechtsgründen verbot sich die Zahlung. Das 
Stadtarchiv Nürnberg (13/IX/01) teilte dem Institut für MW, Universität 
Kiel, eine "Hauptwohnung ab 17.05.1969 Traunstein, Obb., Haslacherstr. 
45" mit! 


Alberti, Werner 
Berlin, 21. Januar 1863 - Berlin, 29. November 1934. 
Sänger (Tenor), 1934 Kammersänger a. D., Gesangslehrer in Berlin W 50. 
Vorübergehend in Prag. 
Von Brückner/Rock als Jude denunziert. 
Information: FA (ohne Todesmeldung). 


Alberty, Wolfgang (Pseudonym) siehe: Albert Wolfgang 


Albin, Harry 


Kunstmaler in Berlin-Britz, Eberstadtallee 9 (1933/34), Stand 1939: 
Rungiusstr. 31. 


Hymne der Arbeit, onA, im Juni 1933 dem RMVP eingereicht (Quelle: 
BAR 55/ 1159). 

Albrecht 
Schneidige Matrosen. Marsch für Zitherduo (RS Leipzig, 29/VI11/39, 
aus Dresden). 

Albrecht, Erich 


Hart sei, wer den Sieg begehrt: Herrgott, sorge für die Saaten (T: 


A 121] 





Fritz Michel). Kampflied. 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 
"Gib dem Flug der deutschen Waffen 
neue Ehre, neuen Ruhm. 
Laß die Männer wagend schaffen 
gegen Haß und Krämertum. 


Herrgott, mach zum letzten Schlage 
scharf und glühend unser Schwert. 
Keine Klage, keine Frage... 
hart sei, wer den Sieg begehrt". 

In: 

Ernte des Jahres (1944). 


Albrecht, Hans 

Magdeburg, 31. März 1902 - Kiel, 20. Januar 1961. 
Sohn eines Oberingenieurs; Dr. phil. Berlin 1925 (Die Aufführungspraxis 
der italienischen Musik des 14. Jahrhunderts), Habilitation 1942 in Kiel. 
Musikwissenschaftler, Musikkritiker; Lehrer an der Folkwangschule Essen 
1933-37, Mitarbeiter von "Deutsche Bühnenkorrespondenz", 1938-39 in 
Köln, 1939-31/X11/44 in Berlin wissenschaftl. Mitarbeiter am Staatl. 
Institut für Dt. Musikforschung, seit 1/X/40 hier Professor und ab 1942 
dessen k. Leiter als Nachfolger von Prof. Dr. Max Seiffert bis Schließung, 
jedoch zur Betreuung und Pflege des nach Schlesien ausgelagerten 
Inventars des Instrumentenmuseums - Karteien, Mikrofilme, Bestände - 
im Frühjahr 1944 in Schloß Seifersdorf/Liegnitz Land. Im Februar 1945 
zum Wehrdienst einberufen. 

1947 Dozent an der Universität Kiel und Leiter des dortigen 
Landesinstituts für Musikforschung, 1955 apl. Professor. 1947-58 Mitglied 
der Schriftleitung der Enzyklopädie "Musik in Geschichte und Gegenwart", 
1948 Chefredakteur von "Die Musikforschung". 1951-61 Direktor des 
J ohann-Sebastian-Bach-Instituts Göttingen, 1954-59 Leiter des Dt. 
Musikgeschichtlichen Archivs Kassel. 


NSDAP seit 1/1V/33, Nr. 1.691.130; vom1/VI/33 bis 1/1/34 Blockwart und 
Ortsgruppenkulturwart; 1934 Leiter der Landesmusikerschaft Rheinland 
der RMK, November 1935-37 Landesleiter der RMK Gau XII Köln-Aachen. 
1938 Referent in Abt. M des RMVP in Berlin. 


1943 

26. Dezember 1943: 

"Aus einer Notiz in der Kölnischen Zeitung ersehe ich, daß vor kurzer 
Zeit der bedeutende französische Musikforscher Andre Pirro verstorben ist. 
Pirro zeichnete sich vor allem dadurch aus, daß er den größten Teil seiner 
Arbeit der deutschen Musik gewidmet hat, zu deren überzeugten 
Verehrern in Frankreich er gehörte. Seine Studien über Buxtehude, Schütz 
und besonders auch über Johann Sebastian Bach haben auch in 


A 122 





Deutschland mit Recht viel Beachtung gefunden und zeugen von dem 
tiefen Verständnis ihres Verfassers für deutsches Wesen, das auch aus 
seiner Abstammung zu erklären ist. (Pirros Vater stammte aus 
Deutschlothringen). Infolge seiner inneren Neigung zur deutschen Musik 
hat Pirro denn auch stets Fühlung zur deutschen Musikwissenschaft 
gehabt und ist manchem deutschen Musikforscher bei Studien in 
Frankreich und über französische Musik ein hilfsbereiter Berater gewesen. 

Ich habe die Absicht, im >Archiv für Musikforschung< einen Nachruf 
auf den verstorbenen französischen Kollegen bringen zu lassen, und darf 
um Weisung bitten, ob dieser Nachruf erscheinen kann" (Albrecht an REM, 
26/X11/43. Quelle: BAR 4901/ 11058. Blatt 5). 


1944 
15. Juni 1944: 

Albrecht fragt beim REM an, ob Dr. Ernst Fritz Schmid, Augsburg, als 
Mitherausgeber der vom Staatl. Institut für dt. Musikforschung zu 
betreuenden Gesamtausgabe Philipp Emanuel Bachs verwendet werden 
dürfe, nachdem seine Verurteilung in Österreich 1937 wegen 
homosexueller Beziehungen vom Reichsjustizminister getilgt worden sei 
(Quelle: BAR 4901/ 11058. Blatt 98). 

Das REM holte die Entscheidung der Parteikanzlei der NSDAP ein, 
die am 7/XII/44 positiv erging. 

17. Juni 1944: 

"(...) Die Vorbereitungen der Hauptstelle Musik im Amt Rosenberg 
zur Schaffung eines Forschungsinstituts für Musik in Leipzig waren mir 
bisher unbekannt. Es entzieht sich infolgedessen auch meiner Kenntnis, 
welche großzügigen Planungen der Leiter dieser Stelle, Herr Dr. Gerigk, 
hegt. Die Zurückhaltung, die Herr Dr. Gerigk mit der Befolgung der 
Anordnung des Führerbefehls begründet, hätte kein Hinderungsgrund für 
eine Verständigung mit dem Staatlichen Institut für deutsche 
Musikforschung über die beiderseitigen Absichten zu sein brauchen. 

(...) Wenn nun die meisten Unternehmungen von den Verlegern und 
anderen Stellen finanziert werden, so haben diese wohl das Recht, für ihre 
Pläne zu werben. Wie weit derartige Werbungen zulässig sind, müssen die 
entsprechenden Fachschaften in der Reichskulturkammer beurteilen 
können, denen meines Wisses die Prospekte vorgelegt werden müssen, 
mit denen das Staatliche Institut aber unmittelbar nichts zu tun hat. Von 
dieser Seite aus ist aber offenbar die Anwendung der Führeranordnung, 
auf die sich Herr Dr. Gerigk auch für wissenschaftliche Pläne beruft, nicht 
in Erwägung gezogen worden. Rein sachlich dürften sich 
Forschungsplanungen aller Art überhaupt nicht mit anderen großen 
Friedensplanungen vergleichen lassen. Es ist die Eigenart besonders der 
wissenschaftlichen Quellenerschließung, daß man hier immer nur auf 
lange Jahre im voraus planen kann. Das Staatliche Institut steht nun auf 
dem Standpunkt, daß die Musikforschung nicht deswegen die Hände in 
den Schoß legen muß, weil im Augenblick die Herstellungsmöglichkeiten 
für musikwissenschaftliche Literatur auf das Mindestmaß herabgesetzt 
sind. (...)" (Albrecht an REM, 17/V1/44. Quelle: BA R 4901/ 11058. Blatt 


A 123 





132-134). 
7. September 1944: 

Albrecht teilt dem REM mit, daß die Weiterführung der Geschäfte des 
Staatl. Instituts für dt. Musikforschung nach Einschränkung des 
Sachbereichs wegen des totalen Krieges von weniger Personal zu leisten 
sei und macht Vorschläge dazu (Quelle: BA R 4901/ 11058. Blatt 150). 
29. Dezember 1944: 

Albrecht bittet das REM um eine Bescheinigung, mit der die nach 
Schloß Seifersdorf ausgelagerten Bestände des Instituts gegen 
unsachgemäße Behandlung gesichert werden können (Quelle: BAR 4901/ 
11058. Blatt 176). 


1945 
7. Januar 1945: 

Albrecht übersendet dem REM seinen von der Abt. Kulturpresse des 
RMVP erbetenen Bericht "Zehn Jahre Staatliches Institut für deutsche 
Musikforschung" in zwei Versionen (Inland, Ausland) (Quelle: BA R 4901/ 
11058. Blatt 181-183). 

17. Februar 1945: 

"(...) Von dem K. Leiter des Staatl. Instituts, Prof. Dr. Albrecht, liegt 
hier die letzte Nachricht aus Seifersdorf vom 22. Jan. ds. Js. vor. Er deutet 
an, dass die dort sichergestellten Materialien des Staatl. Instituts vor 
drohenden Kriegsgefahren wegen Mangels an Transportmitteln an Ort und 
Stelle belassen werden mussten. Nach den Wehrmachtsberichten dürfte 
Seifersdorf inzwischen Kriegsgebiet geworden sein. Ich muss nach den 
Umständen annehmen, dass Prof. Dr. Albrecht seitdem nicht mehr in der 
Lage ist, seine Aufgaben, im Hinblick auf die von hier aus zu besorgenden 
Verwaltungsgeschäfte, wahrzunehmen. (...)" (Staatliches Institut für 
deutsche Musikforschung, Regierungsoberinspektor Hanisch, an REM, 
17/11/45. Quelle: BAR 4901/ 11058. Blatt 195). 

Diese Bestände des Instituts nebst Instrumentenmuseum - 17 
Kisten mit 1400 Instrumenten, dazu 51 Klavier- und Orgelinstrumente, 18 
Harfen und große Streichinstrumente, sowie ein großer javanischer 
Gamelan, ferner 18 Kisten wertvollste Bücher - sind als Kriegsverlust 
abzubuchen. 


Verschwiegene Biographie, 1959: 

"(...) Da seine Absicht, sich in Köln oder Bonn zu habilitieren, wegen 
der dort voll besetzten mw. Disziplinen nicht zu verwirklichen war, 
übernahm er außerwissenschaftliche Aufgaben in Köln, später in Berlin" 
(Hans Albrecht über sich selbst in: MGG, Spalte 302). 

Gemeint waren die Funktionen des RMK-Landesleiters und des 
Referenten im RMVP. Ein Verlag - hier Bärenreiter, Kassel -, der nach 
1945 Lexikonartikel auch von den Darzustellenden verfassen ließ, 
begünstigte deren Unwahrhaftigkeit zum Schaden des Nachschlagwerks. 

Information: DML, MM2, KDMK, RML, SML, MGG. 


A 124 





Albrecht, Josef 
Wien, 27. November 1894 - Hamburg-Harburg, 10. Juli 1966. 

Sohn eines Schriftstellers und einer Schauspielerin; Theatersänger, 
1919-32 1. Charakterkomiker und Spielleiter an der Volksoper und am 
Operettenhaus Hamburg, 1933 Oberspielleiter der Operette an der 
Schiller-Oper Altona, Stand 1943: in gleicher Funktion am Theater an der 
Reeperbahn, 1944 nicht mehr im Engagement. 

Nach 1945 weiterhin in Hamburg am Operettenhaus St. Pauli, 
zuletzt in Harburg i. R. 


NSDAP seit 1/X1/31, Nr. 791.665. Gründer der Fachgruppe Hamburger 
Theater der NSBO. 

Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Hamburg- 
Harburg, Nr. 69/1966. 


Albrecht, (Bernhard August Karl) Kurt 
Ricklingen bei Hannover, 1. November 1895 - Rommelshausen, 23. 

Februar 1971. 
Sohn eines Pfarrers; 1928-30 Kinokapellmeister in Stuttgart, dann bis 
1934 freischaffend für den Rundfunk als Organist, Pianist, Cembalist und 
Dirigent in Vaihingen und Rohr, ab 1937 wieder in Stuttgart. Während des 
Krieges wegen Bombenschaden Übersiedlung nach Göppingen, hier 
Privatmusikerzieher. 

Im Oktober 1945 gab er in Göppingen erste Kirchenkonzerte, 1950 
lebte er in Stuttgart-Wangen, zuletzt i. R. in Rommelshausen. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.917.706; Leiter der Kreismusikerschaft 
Stuttgart, 1943-45 Landesleiter der RMK Gau Württemberg. 

Information: Standesbeamtin Dangelmaier, Stuttgart (24/III/98), 
stellte für diese Auskunft und sieben weitere ohne die gesetzlich 
bestimmte Absprache 50 DM "Ermittlungs- und Suchgebühr" in Rechnung 
und setzte sie auf Antrag nicht aus. Aus Rechtsgründen verbot sich die 
Zahlung. 


Albrecht, Max Richard 

Chemnitz, 14. März 1890 - Dresden, 14. Februar 1945 (durch 
Luftangriff). 
Sohn eines Kaufmanns; Schüler u. a von Fritz von Bose, Hans Sitt und 
Max Reger, seit 1916 Komponist und Chordirigent in Dresden. 
Werke: u. a. die Opern "Rama und Sita", Op. 20, und "Die Brücke" 
(Chemnitz, 13/V1/36); "Heroische Ballade" Op. 12, Oratorium (1925); 
Schauspielmusiken, so zu "Faust". 


NSDAP seit 1/X11/31, Nr. 766.596. 
Information: DML, FA, MM2, RML, LdCh (ohne Todesmeldung). 


A 123 





Albrecht, Maximilian (Ernst Paul Max) 
Dachwig/Krs. Erfurt, 16. Februar 1887 - ? 
Zunächst Theaterkapellmeister und Konzertdirigent u. a. in Dortmund, 
Kassel und Freiburg i. Br., bis 1931 in Berlin Chordirigent der Funkstunde, 
1933-34 in einer Schneehütte im Schwarzwald bei Hinterzarten; dann 
Kapellmeister und Komponist in Berlin; ab August 1936 städt. 
Musikdirektor in Stettin, 1938-1941/42 in Salzburg-Lehen, am 
Landestheater Salzburg, auch Lehrer für Korrepetieren am Mozarteum. 
Nach 1945 weiter in Salzburg, seit 30/1V/52 in die USA 
übergesiedelt. 


NSDAP seit 27/11/32, Nr. 1.103.954. 1932 KfdK Groß-Berlin und Referent 
für Chor in dessen Gruppe Musik, Abt. Nachschaffende. 
9. März 1933: 

Chor und Orch der Funkstunde Berlin, Dgt. Maximilian Albrecht, 
bieten die Messe in G-dur von Schubert. Mitwirkende: Mary Wurm- 
Meisenberg (S), Heinz Marten (T), Georg Höllger (B), Hans Georg Görner 
(Orgel) (Quelle: Schallaufnahmen der Reichs-Rundfunk G. m. b. H., 
Signatur: Bin 303.0901/07). 

Information: FA, MM2. Laut der für den Geburtsort zuständigen 
Urkundenstelle Erfurt-Land in Sömmerda (12/VIII/97) ist dem 
Geburtseintrag kein Todesvermerk beigeschrieben. Solche Daten aus den 
USA zu beschaffen, ist nicht möglich. 


Albus, Hermann Reinhard 
Bühle-Arolsen, 3. Juli 1908 - ohne Ort, 16. Juli 1944 (vermißt im 
Fronteinsatz und vom AG Arolsen am 1/VII/54 für tot erklärt) 
Organist der Stadtkirche und Komponist in Arolsen, Am Driesch (1942). 
Dann zur Wehrmacht einberufen. 


Deutschland Heil! Marsch (Werag, 7/111/33). 


Alex, Josef August (Joe) 
(?), 1895 - (?), 1972 
Unterhaltungsmusiker, Saxophonist in Berlin-Britz (1937), Germania- 
Promenade 10. 


Wir fahren heut' mit KdF ins schöne Land hinein (eigener T). 
Tondokument - ohne Datum - im DRA: 4213601-02. 
Ausführende: Richter-Duett und Jo Alex mit seinen Solisten. 
Textprobe (1. Strophe): 

Me) 

und wer nicht mitfahren will, 
der bleibe nur daheim. 

Die liebe Sonne lacht dazu 
vom Himmel warm herab, 


A 126 





wie fahren heut' mit KdF 
bergauf und auch bergab!" 
Geburtstagsständchen (RS Königsberg, *20/1V/39, Rundfunk- 
Tanzkapelle, Dgt. Erich Börschel). 
Information: Alex ist bei der GEMA nicht registriert. 


Alexander, Max 
(?), 26. April 1885 - KZ Maidanek, verschollen nach NS-Aktion. 
Mitglied des Opernchors Frankfurt a. M. 
Während des Krieges zwecks "Endlösung der Judenfrage" ins 
Vernichtungslager Maidanek deportiert. 


Alexander, der große, große Held (T: nach Erk-Böhme, 
"Deutscher Liederhort", 1856/1893), zur Melodie "Frisch auf, ihr Tiroler, 
wir müssen ins Feld" (1809). 

Der Titel feiert Zar Alexander I. Pawlowitsch, für den der Feldherr 
Michail Kutusow am 6. und 7. September 1812 die mit 500 000 Mann in 
Rußland eingefallenen und bis Moskau vorgestoßenen Franzosen unter 
Napoleon an der Moskwa vernichtend schlug. 

Textprobe (1. Strophe): 

"C..) 
schlug den Napoleon auf offenem Feld; 
bei Moskau war die große Schlacht, 
Napoleon verlor seine Heeresmacht. 
Hurrah, hurrah, hurrah! 
Die Kosacken, die sind da! 
Sie tragen lange Bärte, 
wie der Teufel sind sie da". 
In: 
RJF, Musikblätter der H) 31/32 (1935); RJF, Liederblatt der HJ 42 (1938; 
onA); RJF, Unser Liederbuch (61941). 


Alldeutschlands Lied, o alter schöner Sang. NS-Siegeslied, 0nA. 
Textprobe (1. Strophe): 
ee) 

der die Brust so freudig durchtobt 
und immer neu zu Mut und Glut entfacht: 
Nun erwach' zu neuer Pracht! 
Und es braust durch den 

deutschen Eichenhain 
und landauf, landab jauchzend 

stimmt alles ein! 

Triumph! Frei weht nun ganz 
die Hakenkreuzfahne im Sonnenglanz! 
Vom Fels zum Meer schallt's 


A 127 





>Siegheil! Siegheil!< 
hoch und hehr in festlichen Akkorden! (...)" 
In: 
HM-Liederbuch (1933/34). 


Alle Birken grünen in Moor und Heid (T: H. Löns). 
Vertont u. a. von Fritz Jöde, Ernst Licht. 
In: 


Marschierende Jugend (21938; onA); Liederbuch der SA (91938). 


Alle Birkenzweige schwenken fröhlich nun ihr Maiengrün. 
In: 


Lied über Deutschland (?1941). 


Alle Buabn, machts enk au. Titel: Höttinger Voglfängerlied. 
In: 
Hellau! (1942). 


Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn (T: M. Claudius). 
Tischlied, zu einer Melodie vom Schluß eines Dankliedes um 1800. Titel: 
Vor Tisch. 

In: 
Der Ring (1935). 


Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank. Kirchenchoral, zunächst 
lateinisch, vorreformatorisch, von Nikolaus Decius, 1539. 
In: 
Das Männerlied (1934); NSLB, Unser Lied 2 (21935); Evangelisches 
Feldgesangbuch (1939, 1940). 


Alle Jahre wieder kommt das Christuskind siehe: F. Silcher 


Alle Leut', alle Leut' gehen jetzt nach Haus. Gehn in ihr 
Kämmerlein, lassen fünf gerade sein. Abschiedslied aus Kärnten. 
In: 
DSB, Singendes Volk 10 (1935); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); 
Marschierende Jugend (21938; onA); Volksliedsingen im Schulfunk 6 (23. 
Juni 1938); Unsere Lieder 10 (1938); Deutsche Lieder (1940); Lied über 
Deutschland (?1941). 


A 128 





Alle Leut, alle Leut stehen früh auf. Morgenlied. 
In: 
Klingend Erbe (1941). 


Alle Leute sollen leben, die uns was zu essen geben. Tischlied aus 
Ostpreußen. 
In: 
Der Kilometerstein (51937). 


Alle Männer her an Bord: Heho! Heho! (T: K. Seidelmann). Kanon, 
auf eine nordische Melodie. 
In: 
Liederbuch der Kriegsmarine 3 (1941). 


Alle meine Entchen schwimmen auf dem See. Kinderlied. 
In: 
Singkamerad (31935, 81937); Die Müttersingstunde (1935; onA); Lieder 
für die Grundschule (1938). 


Allen voran! Leichtes Marsch-Album. Die 27 bekanntesten und 
beliebtesten volkstümlichen und vaterländischen Märsche. Für Klavier, 
leicht gesetzt von Rudolf Bender (1933). Hierzu Violinstimme [Sc]. 


Allerlei Handwerk = Wie machen's denn die Schneider 


Allers, Franz 
Karlsbad, 6. August 1905 - ? 
Sohn eines Rechtsanwalts; Schüler u. a. von Gustav Havemann und Julius 
Prüwer, Dirigent, ab 1927 und bis 1933 an den Vereinigten Stadttheatern 
in Elberfeld-Barmen. 

1933 emigrierte Allers in die Tschechoslowakei und war in Aussig 
Opernchef am Stadttheater, 1938 weiter nach Monte Carlo, hier bis 1945 
Kapellmeister beim Ballet Russe de Monte Carlo. Ab 1945 Gastdirigent in 
den USA mit Wohnsitz New York. Stand 1963: 1. Kapellmeister und 
Musikal. Oberleiter am Theater des Westens in Berlin. 1973-76 
Chefdirigent am Gärtnerplatz-Theater München. 

Information: DML, KDMK, FA2. Das Landesarchiv Berlin (9/IV/03) 
benötigte fast 11 Monate zur Feststellung, man habe nichts über Allers. 


2 Alles ist vergänglich, währt nur kurze Zeit. Nach volkstüml. 
Überlieferung aus Schlesien. Titel: Des Lebens lichte Quelle [HVA]. 


A 122 





In: 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 57 (1944). 


Alles schweige! Jeder neige ernsten Tönen nun sein Ohr (T: 
August Niemann, 1781). Vaterländ. Lied, auf eine Volksweise um 1770. 
Mehrere Textvarianten. Titel: Deutsches Bundeslied oder Weihelied. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Deutschlands Söhne, 

laut ertöne 

euer Vaterlandsgesang! 

Dem Beglücker seiner Staaten, 

dem Vollender großer Taten 

töne unser Rundgesang". 

Textprobe, Schwarz-Reiflingen (2. Strophe): 

"Deutschlands Söhne, 

laut ertöne 

euer Vaterlandsgesang! 

Vaterland! Du Land des Ruhmes, 

weih zu deines Heiligtumes 

Hütern uns und unser Schwert! 
In: 
Das Soldatenlied (1932; onA); Vaterlandslieder und Freiheitsgesänge 
(1933); Wir wollen singen (1933); Volk und Vaterland im deutschen Lied 
(1933); Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); 
Volk singt (1934); Lieder der Arbeit (1934); Deutschland im Lied (1936); 
Lobeda-Singebuch I (1936); Lieder für Schulfeiern 1b (1936; "Weihelied 
von 1801"); Und wenn wir marschieren (31937); Stimmt an! Il (1939). 


Alles schweiget, Nachtigallen locken mit süßen Melodein (Der 
Nachtigallenkanon) (Urheber unbekannt). Kanon zu 3 Stimmen, früher W. 
A. Mozart, dann Joseph Haydn zugeschrieben. 

In: 

Treu unserm Volke (1934); Liederbuch des BDM (1934; Komponist: ]. 
Haydn); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Liederbuch des Turner- 
Musikant (1934); Deutsches Frauenliederbuch (1935); Lobeda-Singebuch 
1 (1936; Komponist: Mozart); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst 
(1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Unsere Lieder (71938); 
Komponist: Mozart); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Deutsche Lieder 
(1940); Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); Lied über Deutschland 
(?1941). 


Alles, wat von Flaorhusen kump. Lied aus Oldenburg. 
In: 
Niederdeutschland (1936). 


A 130 





Alle Vöglein sind schon da, alle Vögel, alle! (T: H. v. Fallersleben, 
1835). Kinderlied. 
In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); Liederbuch für Dt. 
Frauen und J ungmädchen-Verbände (1934; nur T); Lobeda-Singeblatt 3 
(1934); Singkamerad (31935, 81937); Die Müttersingstunde (1935); 
NSLB, Unser Lied 1 (31935); Lieder für die Grundschule (1938); Stimmt 
an! I (1939). 


Alle Wege schreiten, alle Flüsse gleiten, alle Winde reiten (T: K. 
Erik Forsslund, dt. Nachdichtung: Karl Seidelmann). Neueres schwedisches 
Volkslied (Wanderlied). Aus: Schulten, "Schwedische Volkslieder". 
In: 
Der Ring (1935); Lieder für Werk-Frauengruppen 2 (1936); RJF, Wir Mädel 
singen (1937, 21938); Lied über Deutschland (?1941); Auf großer Fahrt 
(1938); Unsere Lieder 8 (1938). 


Alleweil ein wenig lustig siehe: V. Rathgeber 


Alleweil kann mer net lustig sei, alleweil hot mer kei Freid. 
Volkslied aus Schwaben. 
In: 
Schwäbisches Liederbuch (*1938); Lied über Deutschland (?1941). 


Alle Welt springe und lobsinge Christ, dem neugebornen. Alter 
Weihnachtsruf nach dem Paderborner Gesangbuch, 1609. 
In: 
Lobeda-Singeblatt 2 (1934); NSLB, Unser Lied 2 (?1935). 


Alle Wiesen sind grün. Tanzlied für BDM, onA. Titel: Tanz im 
Freien. 
In: 
Freude ins Leben 3 (1934). 


Allgemeine Musikzeitung. Wochenschrift für das Musikleben der 
Gegenwart. Rheinisch-Westfälische Musikzeitung. Süddeutscher Musik- 
Kurier. Jg. LX/3, 20/1/33. Wöchentlich freitags, zwischen 15. Juli und 1. 
September vierzehntäglich. Auflage (Stand 1934): 1200. 
Hauptschriftleiter: bis 1939 Paul Schwers, später R. Petzoldt. Das 
Erscheinen endete mit Jg. LXX/6, März 1943 [B&H]. 


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Allmacht, die furchtbar und gnadenvoll über uns schaltet (T: 
Ludwig Eichrodt, 1871). Vaterländ. Hymnus, zu einer Melodie aus 
Stralsund, 1665. Titel: Reichschoral. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Vater, o Vater, gib, 
daß wir nicht Schuld auf uns laden! 
Schrecke die Feinde ringsum, 
so da sinnen zu schaden! 
Führe das Reich, 
Führer und Völker zugleich, 
schenk ihm die Fülle der Gnaden!" 
In: 
Schutz- und Trutz-Lieder-Buch (1934); Lieder für Schulfeiern 12 (1936). 


Allmächt'ger Herr der Heere, zieh du mit unser Schar. Choral zur 
Melodie "Valet will ich dir geben" (Melchior Teschner, Leipzig 1615). 
In: 
Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940). 


All mein Gedanken, die ich hab', die sind bei dir. Liebeslied aus 
dem Lochamer Liederbuch, Nürnberg 1451-60. 
In: 
Singkamerad (?1934, 31935, 81937); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); 
NSLB, Unser Lied 2 (21935); Deutsche Lieder für die Jugend (21935); 
Deutsches Frauenliederbuch (1935); Lieder des Volkes (61936); Lobeda- 
Singebuch 1 (1936); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Unsere Lieder 
(71938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Marschierende Jugend 
(21938); SA-Liederbuch (21939); Chorliederbuch für die Wehrmacht 
(1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); Deutsche Musik A, B (1941); Lied 
über Deutschland (?1941); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 
43-49 (1942); Lieder unseres Volkes (1943). 


Allmers, Hermann 


Friesensang: Ihr Freunde, stimmt an unser Friesenlied (eigener T). 
Vaterländisches Heimatlied für Klavier und Gesang, Mch, auch mit Orch, 
Blasmusik, Zither etc.) [CR]. 

In: 

Einig Volk/ Einig Sang (1934). 


Allvater hat mit milder Hand bedeckt mit Segen rings das Land 
(T: K. Kreis). Alter Bergreihen, Wittenberg 1537. Titel: Erntelied. 
In: 
Lieder für Schulfeiern 8 (1936). 


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All voll, keiner leer, Wein her! Trinklied, 0onA. Titel: Die 
Maulbronner Fuge. 
In: 
Niederdeutschland (1936). 


All willen nah Island gahn. Lied aus Flandern. Originale 
Dialektfassung. 
Vgl. Wer will mit nach Island gehn? 
In: 
Niederdeutschland (1936). 


Allzeit so so. 
In: 
Stimmt an! II (1939). 


Almrausch. 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Alms, Georg Friedrich 
Diepholz, 17. Februar 1878 - Bad Segeberg, 16. März 1971. 
Chorleiter in Bad Segeberg, dort Leiter des Männer- und gemischten 
Chors. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Trompeter, blas! (T: H. Böhme). MCh (u. a. Kiel, *22/V1/35, zum]1. 
Nordmark-Liederfest des DSB). 
Ich bin ein Span von deinem Stamm (T: A. Petzold). MCh (u. a. Kiel, 
*22/V1/35). 
Die Trommeln und die Pfeifen (T. H. Löns). für einstimm. Chor mit 
Klavier, Trompete und Trommel (u. a. Kiel, *22/V1/35). 

Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Bad 
Segeberg, Nr. 79/1971. 


Alpar, Gitta 
Budapest, 5. März 1903 - Palm Springs, Cal. (USA), 17. Februar 1991. 

Tochter eine Kantors, Operetten- und Tonfilmsängerin in Berlin, so an der 
Staatsoper und am Metropol-Theater. 1932-34 mit dem Schauspieler 
Gustav Fröhlich verheiratet, der sich jedoch unter politischem Druck 
scheiden ließ. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel (Spalte 18: "gesch. Stan- 
gel") als Jüdin denunziert. 

1936-38 in Wien, dann in die USA emigriert, wo sie als 


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Operettensängerin und im Film wirkte. 1987 kam sie auf Einladung des 

Bundesinnenministers erstmals wieder nach Berlin zu Besuch. 
Information: RMLE, FA2. Gerigk/Stengel hat Geburtsdatum 5/II/03, 

Meyers Jahresreport 1991 Geburtsjahr 1904 (?) ohne Datum und Ort. 


Alpert, Ernst 
Creuzburg, 31. Januar 1885 - Hartmannsdorf bei Krossen (DDR), 
8. November 1955. 
Kapellmeister, Musikdirektor in Gera, Leiter des Städt. Orchesters, auch 
Privatmusikerzieher für Klavier. 
Nach 1945 zuletzt in Hartmannsdorf bei Krossen. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.198.399. SA; Stand 1938: Sturmführer. MZF der 
SA-Standarte 153 in Gera. 


Als Burlala geboren was, da was hei noch ganz lütt. Volkslied aus 
Norddeutschland. 
In: 
Liederbuch der SA-Marine (1934, Variante: "As Burlala"); Der 
Kilometerstein (1937; Variante: "Als Burlala ers boren wör, da was hei 
noch so lütt"); Marschierende Jugend (21938; onA, nur T); Lied über 
Deutschland (?1941; Variante: "Buerlala"); Liederblätter, LGKdo 
Westfrankreich 2 (1942). 


Als der Großvater die Großmutter nahm. Aus dem 17. Jh. 
In: 
Niederdeutschland (1936; Titel: Der Kehraus). 


Als der Mond überm Hügel stand, der Wind fuhr sachte übers 
Land. Bündisches Lied, onA. 
In: 
Heijo, der Fahrwind weht (1933). 


Als Deutschland geknechtet am Boden lag, war schon die SA 
auf dem Posten. SA-Kampflied, onA. Titel: Lied der Sturm-Abteilung. 

Textprobe (1. Strophe mit Refrain): 

) 

getreu ihrem Führer Tag für Tag 

im Norden, im Süd, West und Osten, 

und sich ein Häuflein Getreuer nur fand, 

marschiert schon die Losung 

>Heil Hitler< durchs Land; 
und die SA, und die SA, 


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und die SA, und die SA". 
In: 
Was die SA singt (1935). 


Als die Briten frech geworden, fuhren sie einmal nach Norden, 
kamen bis vors Skagerrak (T: Korvetten-Kapitän Spieß). "Das Skagerrak- 
Lied", zur Melodie "Als die Römer frech geworden" (Gung|). 

Textprobe (12. Strophe): 

"Drum, ihr Briten, laßt euch sagen, 

redet nicht von Rattenjagen, 

nehmet nicht das Maul so voll! 

Denn sie schlägt sich wundervoll, 

unsere deutsche Flotte". 
In: 
Liederbuch der SA-Marine (1934; nur T, onA); Deutsches Marine- 
Liederbuch (1935). 


Als die Fanfare in Deutschland erklang, die uns zum Kampfe 
rief, fragten wir nicht nach Lohn und Dank (T: Hans Gerber). SA- 
Kampflied, onA. Titel: SA! 

Textprobe (5. und 6. Strophe): 

"Wo unsre Fahne, das Hakenkreuz weht, 
blüht jetzt dies neue Geschlecht, 

das seinen Mann treu-mutig steht, 

gilt es ein neues Gefecht. 


Ruft die Fanfare einst wieder zum Streit, 
stehen auch wir wieder da; 
Deutschland soll sein in Ewigkeit 
Mutter der Braunen SA!" 
In: 
Vorwärts SA. (21933). 


Als die goldne Abendsonne (Über Gräber vorwärts): Als die 
goldne Abendsonne sandte ihren letzten Schein, zog ein Regiment von 
Hitler in ein kleines Städtchen ein (T: K. H. Muschalla, 1925). Kampflied 
der SA, eingerichtet von Karl Heinz Muschalla auf ein Gesellenlied der 
Überlieferung (u. a. Harz, *30/1V/33, zur "Deutschen Mainacht" von HJ 
und BdM; RSdg, *9/X1/37; RS Hamburg, *20/1V/39, Sängerchor des 
Sturms 14/45 und MZ der SA-Standarte 45, Dgt. H. Ohlendorf). Mehrere 
Fassungen, so von Kurt Rehfeld. Titel: Der Hitler-Kamerad [VfdM]. 

Tondokument - vom 10/1V/33, 30/1V/33, 18/V/38 - im DRA: 
1570010-01, 1820112-37, 1870639-03. 

Ausführende: 1) SA-Chor des Sturms 33 mit Mitgliedern des Chors 
der Standarte 1, Gr. BlasOrch, Dgt. C. Woitschach; 2) HJ) aus Wolfenbüttel, 


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Blankenburg und Goslar; 3) MZ der SA-Standarte 1/119, Dgt. Rudolf 
Hanker. 
Tondokument - vom 8/V111/33 (Schallaufnahmen der Reichs- 
Rundfunk G. m. b. h., Signatur: Bin 4525). 
Ausführende: Nikolai Knüpffer (Knabensopran), Fritz Neumeyer 
(Cembalo). 
Textprobe (4. Strophe): 
"Trotzig wehten ihre Fahnen, 
als sie senkten ihn ins Grab, 
und sie schwuren ew'ge Rache 
für den Hitlerkamerad". 
Aus dem Text für Mädchen (Heraus, Ihr Kampfgesellen, 1. und 2. 
Strophe): 
"(...) zogen frische deutsche Mädel 
in ein kleines Städtchen ein. 


Fröhlich klangen ihre Lieder 

durch die kleine stille Stadt, 

denn sie wollten Freude bringen, 

hatten längst das Klagen satt". 
In: 
Deutschland erwache! (551932); Unter Hitlers Fahnen (1932); Was der 
Deutsche singt (1932; "mündlich überliefert"); Liederbuch der NSDAP 
(211933); Zum Kampfe für die Freiheit! (1933; nur T, Komponist: Karl H. 
Muschalla); Schlesisches SA-Liederbuch (?1933); Vorwärts SA. (21933); 
Horst-Wessel-Marschalbum I (71933); Sieg-Heil! (1933); Liederbuch der 
NS-Frauenschaften (21933, 41934; nur T, 0onA); Trum, trum (21933); 
Deutsche J ugend heraus (1. Folge, 1933); Liederbuch Hamburgischer SA 
(61933); Sturm- und Kampflieder-Buch (1933); Heil Hitler! (1933); S.A. 
Liederbuch (1933); Deutsche Kampf- und Volkslieder (1933); Deutsche 
Volks- und Kampflieder für die HJ und das J ungvolk (1933); Das kleine 
SA-Sturm-Liederbuch (1933); SA-Sturmlieder (1933); Die Fahne hoch! 
(1933); Heil Hitler Dir! 1 (41933); Jung Deutschland | (1933); 
Freiheitslieder des Dritten Reiches für Schulen (1933); Heil Hitler Dir! 2 
(1933); Deutschland über alles! (21933, 51933; zuerst onA des Texters); 
Singendes Volk 7 (1933); 50 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder 
(1934); Flieger-Lieder, Flieger-Landesgruppe II (1934; nur T); Stimmt an! 
(1934); Saarvolk singt (1934); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, 
Textausgabe 1941); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934; dazu T für 
Mädchen); Volk singt (1934); Wohlauf Kameraden (1934); Liederbuch der 
SA-Marine (1934; nur T, Komponist: Muschalla); 100 ausgewählte SA- 
Sturm- und Marschlieder (1934); Lieder des neuen Deutschland (1934); 
Stahlhelm- und Vaterlands-Lieder (1934); Ähre und Spaten (1934; nur T, 
onA); Lieder der SS Pommerns (1934; nur T, 0onA); Wir singen (1934); 
Singkamerad (21934, 31935, 81937; "nach K. H. Muschalla"); Deutsche 
Lieder der NSBO und der DAF (21934); Lieder der Pommerschen SA 
(21934); J ungvolk-Lieder (21934); Einig Volk/ Einig Sang (1934); Lieder 
von heute (1934; "Altes Studentenlied" mit Hinweis, daß darauf obiger 


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Text gesungen wird); Arbeitsdienst-Liederbuch (1934; nur T, Komponist: 
H. Muschalla); Schutz- und Trutz-Lieder-Buch für die deutsche J ugend 
(1934); Was die SA singt (1935); Deutsche Lieder für die Jugend (?1935); 
Vorwärts! Vorwärts... (1935; "Komponist unbekannt, Dichter unbekannt"); 
Glück ab, Kameraden! (1935); RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936; 
nur T); Was Deutschland singt (1936); Wir werden weitermarschieren 
(1936); Schlesische J ugend singt (1936; "nach einer Volksweise"); Sturm- 
und Kampfliederbuch (21937; nur T); Und wenn wir marschieren (31937); 
Neues Deutschland 2 (1937); Singen (?1937); Das Lied im Deutschen 
Arbeitsdienst (1937); SS-Liederbuch (21937, 61940, 91941); Wir wandern 
und singen! (1937; Musik: Muschalla); Flieger-Liederbuch (1938); 
Liederbuch der SA (91938); Singend marschieren wir (1938; Musik: 
Muschalla); Siehst du im Osten das Morgenrot (1939; nur T); Liederbuch 
der Luftwaffe (1939); SA-Liederbuch (21939); Hellau! (1942; "nach einem 
Volksliede", T: "SA-Kampfdichtung 1925"). 

Information: "Dieses Lied ist aus Blutopfern der Bewegung geboren. 
Es erklang öffentlich zum ertsen Male am Grabe des Berliner SA- 
Kameraden Renz (t 21. Februar 1926), den Reichsbannerhorden 
erschlagen hatten. Der erste Gausturmführer von Großberlin, Kurt 
Daluege, stimmte es seinem toten Kameraden an. Das Lied war vor 
einem halben Jahr von dem SA-Mann Karl-Heinz Muschalla geschaffen 
worden. (Anlaß: ein Jude schoß auf dem Kurfürstendamm einen 
Kameraden nieder!) An der Arbeitsstätte des Schmiedelehrlings Renz, 
beim Sarg neben dem lodernden Schmiedefeuer, hielt Muschalla die 
Totenwacht; sein Lied aber flog wie ein Lauffeuer durchs ganze Land" 
(Bemerkung in "Siehst du im Osten das Morgenrot. Lieder des Volkes". 
Königsberg, 1939. S. 16). 


Als die goldne Abendsonne sandte ihren letzten Schein, zogen 
einst zwei Kanoniere. Melodie und Text vor 1910, nach dem Gesang der 
Truppe bei der 4./AR 50 aufgez. Titel: Manöver-Liebe. 

In: 
Die Wehrmacht singt (1939). 


Als die Preußen marschierten vor Prag (T: onA). Kriegslied aus 
dem Siebenjährigen Krieg, Melodie und Text 1757. Melodie bei 
Kretzschmer/ Zuccalmaglio, "Deutsche Volkslieder" (1838/40), Text bei L. 
Erk, "Der alte Fritz im Volksliede" (Berlin, 1851)(u. a. Mirag, 16/V11/33, 
Satz: Hans Saddey). Mehrere Textvarianten. Auch in: "Der 
Zupfgeigenhansl" (111915). 

Vgl. F. Silcher. 

Der Titel feiert den Angriff Friedrichs II. gegen die bei Prag 
verschanzten Österreicher unter Prinz Karl am 6. Mai 1757, wobei der 
Angreifer siegreich blieb, jedoch seinen General Graf von Schwerin verlor; 
knapp sechs Wochen später unterlag Friedrich bei Kollin. 


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Textprobe (2. Strophe): 

"Darauf rückte Prinz Heinrich heran 

wohl mit achtzigtausend Mann: 

Meine ganze Armee wollt ich drum geben, 

wenn mein Schwerin noch wär am Leben. 

Ist das nicht eine große Not! 

Schwerin ist geschossen tot". 
In: 
Die Fahne hoch! (1933); Soldatenlieder (1934); Wohlauf Kameraden 
(1934); Schutz- und Trutz-Lieder-Buch (1934); Kämpfende Mannschaft 
(1934); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Singkamerad (31935, 81937); 
Glück ab, Kameraden! (1935); RJF, Liederblatt der HJ) 23 (1935); NSLB, 
Unser Lied 2 (?1935); Lieder des Volkes (61936); Liederblätter der NSG 
"Kraft durch Freude" 32-33 (1937); Lied über Deutschland (1937, >1941); 
Flieger-Liederbuch (1938); Singende Mannschaft (1940); Lied über 
Deutschland 3 (1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); Heute wollen wir 
ein Liedlein singen (41941); RJF, Unser Liederbuch (61941). 


Als die Römer frech geworden siehe: J. Gungl 


Als die wunderschöne Anna auf dem Breitensteine saß. Volkslied 
aus Hessen. 

Ballade vom grundlosen Mädchenmord durch einen Fähnrich. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Als ich an einem Nachmittag im grünen Wald im Schatten lag. 
Soldatenlied, onA. Titel: Hinter Metz, vor Paris, bei Chälons. 
Vgl. den folgenden Titel. 
In: 
Einig Volk/ Einig Sang (1934); Deutsches Marine-Liederbuch (1935; nur 
T. 


Als ich an einem Sommertag (Wir fahren mit der Eisenbahn). 
Soldatenlied. 
Vgl. den vorigen Titel. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Als ich bei meinen Schafen wacht, ein Engel mir die Botschaft 
bracht. In: "Auserlesene, Catholische, Geistliche Kirchengesäng..." (Cölln, 
1623, bei Peter von Brachel gedruckt). 


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In: 
DSB, Singendes Volk 7 (1934); NSLB, Unser Lied 2 (21935); Das 
Kindelwiegen (1943; T: G. Blumensaat). 


Als ich ein J unggeselle war, nahm ich ein steinalt Weib (Ach, 
lieber Tod von Basel). Aus: F. Nicolai, "Eyn feyner kleyner Almanach" 
(Berlin, 1777). Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 

In: 
Wir singen (1934); Kommt, singt und klingt (1937); Flieger-Liederbuch 
(1938; nur T, onA); Unsere Lieder (71938); Singende Mannschaft (1940). 


Als ich einmal reiste in das Sachsen-Weimarland, da war ich 
der Reichste, das ist der Welt bekannt. Volkslied aus Thüringen 
In: 


Niederdeutschland (1936; onA); Lied über Deutschland (?1941). 


Als ich einmal spazieren ging in einem grünen Hain, begegnet 
mir ein Mägdelein. Volkstanz. 
In: 
Wir wollen singen (1933). 


Als ich gestern einsam ging auf der grünen, grünen Heid (Ja, 
grün ist die Heide) (T: H. Löns). Liebeslied. 

Mehrfach vertont, so von H. Blume, H. Heeren, Ernst Scholz. 
In: 
Wir wollen singen (1933; Melodie onA); Liederbuch für Dt. Frauen und 
Jungmädchen-Verbände (1934; nur T, Melodie onA); Liederbuch der SA 
(91938). 


Als ich wohl einmal reiste. 
In: 


Deutsche Lieder für die Jugend (21935). 


Als Säer wir kamen in saatlose Wildnis (T: W. Pleyer). 
Bekenntnislied für die Sudetendeutschen, zur Melodie des 
"Niederländischen Dankgebets" (Valerius). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Wir schafften und rafften, 
vergessen des Geistes, 

da traf uns, o Herr, 

deine richtende Hand! 
Nun sehn Dein Gebet wir, 


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nun danken der Not wir 
und beten nur um eins: 
Herr, schirm unser Land!" 
In: 
Wir marschieren (1937; Melodie: "Niederländisches Siegeslied 1597"). 
Als Soldat, da lebt sichs fein. Soldatenlied. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Als vom Speere das Banner so kühn hat geweht. 
Bekenntnislied, onA, 1932. 
Das Lied behandelt eine bündische Fahrt zu den Volksdeutschen in 
der Zips. 
Textprobe (1. Strophe): 
"Ja, wir wollen Hüter der Heimat sein 
und das Zipser Land schirmen in Treue, 
fest stehn wie die Väter in alter böser Zeit, 
unerschütterlich wie die Felsen der Tatra". 
In: 
Folget der Fahne und dem Führer (1934). 


Als wir jüngst in Regensburg waren, sind wir über den Strudel 
gefahren. Aus Bayern, zuerst in: Kugler/ Reinick, "Liederbuch für deutsche 
Künstler" (1833). 

In: 

Wir wollen singen (1933); Stahlhelm- und Vaterlands-Lieder (1934); 
Liederbuch des Turner-Musikant (1934); Liederbuch des BDM (1934); 
Liederbuch für Dt. Frauen und J ungmädchen-Verbände (1934); Lobeda- 
Singebuch 1 (1936; Titel: "Donaustrudel"); Unsere Lieder (71938); 
Flieger-Liederbuch (1938); Lied über Deutschland (?1941); RJF, Unser 
Kriegs-Liederbuch (71941); Lieder unseres Volkes (1943); Deutsche 
Jugend im Osten 1 (1943); Singt alle mit! (1944). 


Als wir nach Frankreich zogen, wir waren unser Drei (T: Joseph 
von Lauff, 1914). Kriegslied, Komponist unbekannt, aus dem Wk. I. Zuerst 
in: W. Gollhardt, "Sankt Georg" (1931). 

Textprobe (4. Strophe): 

"Zwei Brüder und zwei Herzen 
begrüßten Tau und Tag. 

Am Abend purpurfarben 

zu Longwy in den Garben 

die Fahne >Amen< sprach". 

Im August 1914 fielen die deutschen Armeen durch das neutrale 
Belgien und Luxemburg in Frankreich ein. Bei Longwy in Lothringen 
begegneten sie, so das IR 47 aus Posen, verbissener Verteidigung. 


A 140 





In: 

Blut und Ehre (1933); Trum, trum (21933); Deutschland über alles! 
(21933; "Dichter unbekannt"); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, 
Textausgabe 1941; "aus neuer Zeit"); 100 ausgewählte SA-Sturm- und 
Marschlieder (1934); Jungvolk-Lieder (21934); nur T); HJ singt (1934); 
Wohlauf Kameraden (1934; Fassung: G. Pallmann); Schutz- und Trutz- 
Lieder-Buch (1934; "Dichter und Komponist unbekannt"); Liederbuch der 
SA-Marine (1934); 50 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934); 
Volk singt (1934); Unsere Fahne flattert uns voran! (1934; "Neuere 
Soldatenweise. Dichter unbekannt"); Was die SA singt (1935); Die weiße 
Trommel (21935); Vorwärts! Vorwärts... (1935); Glück ab, Kameraden! 
(1935; "nach mündlicher Überlieferung der SA", Fassung: G. Pallmann); 
Liederblatt der HJ 2 (1935; mit entschärftem Text "Als wir 
hinausgezogen"), 83/84 (1939); Soldaten singen (1936); Wir werden 
weitermarschieren (1936); Was Deutschland singt (1936); Soldaten- 
Liederbuch (1936); Singen (?1937); Soldaten singen alte und neue Lieder 
(1937); Und wenn wir marschieren (21937); Wir wandern und singen! 
(1937); Lied über Deutschland (1937, >1941); Marschierende Jugend 
(21938); Soldaten-Liederbuch (1938); Unsere Lieder (71938); 
Kameradschafts-Lieder (1939); Siehst du im Osten das Morgenrot (1939; 
nur T); Liederbuch der Luftwaffe (1939, Klavierausgabe 1940); SA- 
Liederbuch (?1939); RJF, Musikblätter der H) 83/84 (1939); SS- 
Liederbuch (61940, 91941); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941); RJF, 
Unser Liederbuch (61941); Soldatenliederbuch (41940; "in neuer Zeit 
entstanden"); Im gleichen Schritt und Tritt (1941); Hellau! (1942); RJF, 
Liederblatt HJ (1943; nur T). 

Information: "Während nach 1918 ästhetische Zirkel um die 
Erneuerung des Volksliedes >rangen< - mit Jud Kestenberg und 
Logenbruder Rud. Steiner im Bunde! - rissen diese echten Volkslieder des 
großen Krieges eine instinktgesunde Jugend mit" (Bemerkung in Mandig, 
"Siehst du im Osten das Morgenrot", Königsberg 1939, S. 92, zu "Wir 
traben in die Weite" und "Als wir nach Frankreich zogen"). 


Alt, Michael 
Aachen, 15. Februar 1905 - Dortmund, 20. Dezember 1973. 
Dr. phil. Köln 1935 (Eine Darstellung der Typen des musikalischen 
Genießens und Wertens beim Jugendlichen und ihrer pädagogischen 
Bedeutung). Musikpädagoge, bis 1934 Studienassessor in Köln, dann bis 
1936 in Linz/Rhein, danach in Unkel; 1938 Dozent, 1939 Professor an der 
Hochschule für Lehrerbildung in Oldenburg, dann Hannover. 

1953 mit Lehrauftrag für Musikerziehung an der Folkwangschule 
Essen, 1959 Professor für Musikdidaktik an der PH Ruhr in Dortmund. 
Werke: u. a. "Die Erziehung zum Musikhören" (Leipzig, 1935); 
"Deutsche Musikkunde"; "Das musikalische Kunstwerk"; "Didaktik der 
Musik"; "Empirische Forschung in der Musikpädagogik". 


A 141 





NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.084.732; 1936-38 Städt. Musikbeauftragter für 
Linz/Rhein. 

Richard Wagner nationalsozialistisch gesehen ("Die Musik" 
XXVIIl/11, August 1936., S. 844-845). 

Zur Gestaltung der Schulfeier ("Die Deutsche Höhere Schule" V, 1938. 
S. 68). 

Musikerziehung in der deutschen Schule (in: "Internationale 
Zeitschrift für Erziehung" VIIl/5-6, 1939. Sonderheft 
"Schulmusikerziehung der führenden Kulturstaaten"). 

Zitat: 

"(...) So bindet das deutsche Lied, vor allem das Volkslied, die 
singenden Liedträger allemal aus innerer Notwendigkeit zur Gemeinschaft 
aneinander. Es entspricht also nur der dem deutschen Volksgesang 
immanenten Form, wenn der Nationalsozialismus ihn bewußt als Mittel der 
Gemeinschaftsbildung in der Erziehung einsetzt. So erhält die in den 
früheren J ugendbünden mit einem esoterischen Akzent versehene 
Wendung von der >gemeinschaftsbildenden Kraft< des Singens und 
Musizierens in der nationalsozialistischen Erziehung, der alles, was auf die 
Bildung der Volksgemeinschaft zielt, von höchster Bedeutung ist, einen 
umfassend volkspolitischen Sinn. (...)" (S. 330). 

Information: RMLE, FA2. 


Altbayerischer Grenadiermarsch (1323; BR, 20/VI111/33, 
Standmusik aus der Feldherrnhalle, MK der Landespolizei München, Dgt. 
Max Windisch). 


Altdeutscher Fahnenspruch = Vertrau auf Gott 


Alte deutsche Volkslieder (Anthologie) siehe: Gewecke-Berg 


Alte Kameraden auf dem Kriegespfad schlossen Freundschaft 
felsenfest und treu. Marschlied, onA. 
Vgl. Carl Teike. 
In: 
Heil Hitler! (1933); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934; nur 
T). 


Alte Kühe, faule Fisch. Lied für gesellige Stunden. Titel: O 
Lamentatione. 
In: 
Lobeda-Singebuch 1 (1936). 


A 142 





Altemark, Joachim 
Berlin, 28. Dezember 1906 - Berlin, 5. Juni 1963. 
Musikpädagoge in Berlin-Tempelhof, Oberschullehrer für Musik, 1933 
Leiter des Chors des Werkkreises Groß-Berlin deutschchristlicher 
Kirchenmusiker, Pianist, 1933-43 Gründer und Leiter des Werkkreises für 
ev. Kirchenmusik, Organist und Dirigent des Gemeindechors der 
Glaubenskirche in Tempelhof; 1938 Leiter der Musikschule für Jugend und 
Volk am Klindworth-Scharwenka-Konservatorium; 1943 im besetzten 
Drontheim (Norwegen) Domorganist und Leiter der Dt. Singgemeinschaft. 
1947 in Braunschweig zunächst Kantor an St. Katharinen, ab 1949 
Musiklehrer an der Gauß-Oberschule, dann Leiter des Bachchors und 1953 
Leiter des Knabenchors der Stadt Braunschweig. 
Werke: Die evangelische Choralmusik in praktischen Ausgaben (Berlin, 
1937); musikalische Hörspiele für den Rundfunk; Bearbeitungen. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. Leiter des Kammerorchesters der HJ- 
Rundfunkspielschar 14 beim Dt. Kurzwellensender Berlin. 


1938 
H. ©. Borgmann: Großdeutschland bist du genannt. Satz: J. Altemark. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 3 (12. Mai 1938). 
F. Sotke: Die Zeichen brennen. Satz: J. Altemark. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 3 (12. Mai 1938). 
P. Dorscht: Volk will zu Volk. Für Violine, Viola und Cello: J. Altemark. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 3 (12. Mai 1938); 24 (1940). 
Trompetertusch der Stadttürmer von Eger. Fassung: J. Altemark. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 17/18 (24. November 1938). 


1939 
Wir kommen angetreten. Volkslied. Für Flöte, Klarinette, Violine und 
Cello: J. Altemark. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 23 ( 16. Februar 1939). 
Laub an der Linden. Volkslied. Satz: J. Altemark. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 23 ( 16. Februar 1939). 
Rau, Rau! Rummelpöttchen. Faselnachtslied. Für Flöte, Klarinette, 
Violine, Viola und Cello: J. Altemark. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 23 (16. Februar 1939). 
Ein läppisch Mann. Narrentanz. Für Knaben- und Männerstimmen, 
Klarinetten und Fagott: J. Altemark. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 23 (16. Februar 1939). 


A 143 





Musik deutscher Städte. Fassung: J. Altemark. 

In: 

RJF, Musikblätter der H) 124 (1939). 

Beethoven: Adagio assai. Für 4 Blockflöten (oder andere Instrumente) 
und ein Begleitinstrument nach dem Autograph der Berliner 
Staatsbibliothek: J. Altemark. 

In: 

RJF, Musikblätter der H) 127/129 (1939). 

E. M. Henning: Nun brennen viele Kerzen. Neuheidnisches 
Weihnachtslied. Für Flöte o. ä&. mit Klavier: J. Altemark. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 18 (Dezember 1939). 

Klinge lieblich und sacht. Wiegenlied. Mit Klavier oder anderen 
Instrumenten: J. Altemark. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 18 (Dezember 1939). 


1940 
J. S. Bach: Musik für zwei Soloinstrumente und unbezifferten Baß. 
Fassung nach dem Autograph der Berliner Staatsbibliothek: J. Altemark. 
In: 
RJ FF, Musikblätter der HJ) 134 (1940). 
„.der g'larten wirt hie nit gedacht! Ein Bündel fertig gestalteter 
Musikabende für die Arbeit an den Musikschulen, in den Formationen, bei 
der NSG. "Kraft durch Freude" und für sonst in der Musikarbeit Tätige zum 
Gebrauch, vor allem aber zur eifrigen Nachahmung geboten (1940) [VB]. 
5. Mai 1940: 

Altemark leitet ein Morgensingen der HJ-Rundfunkspielschar Berlin, 
Motto "Wach auf, wach auf, der Tag bricht an..." (DtldS/RS Berlin, 
5/V/40). 

Neues Musikschrifttum zu Fragen der Gegenwart ("Schulrundfunk" 
1940-41, Heft 4, 12/V/40). 
Zitat: 

"(...) wenn es um die Frage nach den Wechselbeziehungen zwischen 
>Rasse und Musik< geht. Selten ist aber die Klärung einer Frage mit so 
viel Verwirrung begonnen wie diese. Wir wollen uns hier nicht mit den 
eilfertigen Tagesschwätzern beschäftigen, die der >geistigen Mode der 
Zeit< entsprechend gesellschaftliche Konversation eben jetzt mit diesem 
Gegenstand zu pflegen belieben, mündlich und schriftlich. Diesen kann ja 
die Musik zum >Sommernachtstraum< eben nur >typisch jüdisch< 
erscheinen, weil sie inzwischen erfahren haben, daß Felix Mendelssohn- 
Bartholdy Jude war. Diesen ist selbstverständlich jede moderne Musik, die 
sich nicht in den Rahmen genehmigter Schulharmonik fügt, ein Ausdruck 
jüdischen Intellekts und Zersetzungsgeistes. 

(...) Leider sind ähnliche Fehldeutungen auch im Denken sich 
durchaus ernst bemühender Männer zu finden, deren kritisches Denken 
jedoch leider nicht mit ihrem Ernst wetteifern konnte, und die so nicht nur 
ungewollt die heillose Verwirrung auf einem so heiklen Gebiet 


A 144 





begünstigten, sondern sogar schon eine starre Unduldsamkeit gegen 
jeden Widerspruch verbreitet haben. Allein, Bedenken gegen die 
Handhabe von rassischen Faustregeln anzumelden, galt schon zeitweilig 
als Verrat gegen die nationalsozialistische Sendung. War man sich doch in 
den seltensten Fällen darüber klar, daß zunächst einmal eine Forderung 
gestellt, ein Ziel gegeben war, zu dem unzählige Marschtage noch hinter 
uns zu bringen sind. Denken wir doch nur daran, daß noch nicht einmal 
die biologischen Grundlagen zu einer allgemein anwendbaren Rassenlehre 
feststehen" (S. 66-67. Sperrungen sind eliminiert). 

Eine der späten und scharf kritischen Rezensionen gegen Richard 
Eichenauer und Guido Waldmann, die Friedrich Blume den Rücken stärkte 
und Zweifel an der Wissenschaftlichkeit der rassistischen Eiferer weckte. 

Wir sitzen hier im Unterstand. Kriegslied. Für Flöte, Gesang und 
Instrumente: J. Altemark. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 2 (April 1940). 

Ginner: An unseren Alpenmonturen. Kriegslied. Für Flöte, Gesang und 
Streichinstrumente: J. Altemark. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 2 (April 1940). 

A. Sporer: Gott Mars beherrscht die ganze Welt. Kriegslied. Für 
Gesang und Bläser: J. Altemark. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 2 (April 1940). 


1941 
Das Deutschlandlied, für Orch im Satz von J. Haydn nach dem 
Autograph der Wiener Nationalbibliothek für den praktischen Gebrauch 
hgb. von J. Altemark. 
In: 
RJ F, Musikblätter der H) 537 (1941). 
Nordische Volksweisen: Im Frühtau zu Berge - Schlafe, schlafe, 
Kindlein - Wie sich der Stern am Himmelszelt - Klein Karin diente am Hofe 
- Es wachsen blaue Beer'n - Ich zäume die Schuhe - Hans Spielmann - 
Ringrang, falladirang. Für Klavier oder andere Instrumente. 
Zusammenstellung und Instrumentalssätze: J. Altemark. 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 111/112 (1941); RJF, Musikblätter der H) 111/112 
(1941). 
Suite alter Militärmusik. Nach 7 handschriftl. Instrumentalstimmen der 
bayrischen Staatsbibliothek bearbeitet von J. Altemark (1941) [VB]. 


1942 
Musik zu ernsten Feiern für StreichOrch und Klavier, Heft 1. Alte 
Militärmusik und Fanfarenmärsche, hgb. von J. Altemark (1942). 


1943 
Napiersky: Land der ewigen Gedanken. Für Orgel: J. Altemark. 


A 145 





In: 
Das Orgelbuch (1943). 
Information: KDMK. 


Altenburg, Johann Michael 
1584 - 1640 


Gustav Adolfs Feldlied: Verzage nicht, du Häuflein klein, wenn auch die 
Feinde willens sein, dich gänzlich zu verstören (FSt. Berlin, 3/111/34, im 
Historischen Konzert der SS, Oberabschnitt Ost und Leibstandarte). Für 2 
und 3 Stimmen: F. Reuter (1935) [StL]. 

In: 

Unsere Kampflieder (1933; Urheber: Joh. Ott, 1534, T: J. M. Altenburg); 
Christliche Kampflieder der Deutschen (1933; onA); Stimmt an! (1934); 
Heilig Vaterland (1934); Die weiße Trommel (21935); Liederbuch der 
Luftwaffe (1939); Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940; onA). 


Altendorf, Werner 

Neuruppin, 24. November 1906 - Bad Kleinen/ Mecklenburg, 3. Mai 
1945 (Freitod durch Schußwaffe). 
Anfangs J urastudent, dann Schriftsteller und Liedkomponist, zunächst in 
Breslau, seit 1935 in Bad Kleinen, dann in Wismar, zuletzt wieder in Bad 
Kleinen. 
Werke: u. a. Laienspiele, so "Trutz Teufel und Tod", ein Spiel von Freiheit 
und Gesetz (1935), "Es ward ein Volk" (1936) mit Liedbeilage, und 
"Hitlerjiungens im Kampf" (31938). 


NSDAP (siehe: MM2, S. 18), jedoch kein Eintrag in ZKNSDAP. HJ; 
Gebietsführer, 1931 für Schlesien, 1935 für Mecklenburg, hier seit *20/1V/ 
42 Obergebietsführer; in Schlesien auch Bezirksredner der NSDAP. 1933 
Mitglied des Preuß. Landtags, NSDAP-Fraktion, 12/X1/33 im Reichstag für 
die NSDAP, Wahlkreis Mecklenburg, später - Stand 1944 - Reichsamtsleiter 
in der RPL; ein Kriegseinsatzbefehl im November 1944 zur Verwendung als 
k. Kreisleiter im Gau Oberschlesien wurde sofort wieder aufgehoben. 


1930 
Jungvolk, steh auf! (1930). 


1932 
Nachtmarsch: Wir ziehn auf stillen Wegen, die Fahnen eingerollt 
(eigener T). Kampflied, entstanden in der Verbotszeit (u. a. RS Hamburg, 
*20/1V/39, Chor der SA-Standarte 11, Dgt. W. Erzgräber), auch in: "Ein 
junges Volk steht auf" [DJV, dann V]. Titel: Denn wir marschieren oder 
Sturmlied der Schlesier oder Sturmlied der schlesischen Braunhemden. 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Nun dämmert schon der Morgen, 


A 146 





die Glocke ruft vom Turm. 
Zerweht sind unsre Sorgen, 
sie ruft uns ja zum Sturm! 
Denn wir marschieren, marschieren 
in langen Reihen zu vieren 
aus Not und Schmach und Schand 
ins freie Vaterland". 
In: 
Unter Hitlers Fahnen (1932; nur T, onA); Blut und Ehre (1933); Heil Hitler! 
(1933); S.A. Liederbuch (1933); Trum, trum (21933; onA); SA- 
Sturmlieder (1933); Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934; 
nur T, onA); Deutsche Jugend heraus (1. Folge, 1933); Vorwärts SA. 
(21933; nur T, onA); Deutsche Marsch- und Fahrtenlieder (1933; Melodie 
onA "nach mündlicher Überlieferung"); Schlesisches SA-Liederbuch 
(21933); Freiheitslieder des Dritten Reiches für Schulen (1933); Sturm- 
und Kampflieder-Buch (1933); Singkamerad (21934, 31935, 81937); 100 
ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934; nur T, Melodie onA); 50 
ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934); Lieder der SS 
Pommerns (1934); Wohlauf Kameraden (1934); Uns geht die Sonne nicht 
unter (1934, Textausgabe 1941); Volk singt (1934); Wir singen (1934; 
onA); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934); Ähre und Spaten 
(1934); Lieder der Pommerschen SA (31934; Titel s. 0.); Heilige Heimat 
(1934); Deutsche Kampf- und Volkslieder (1934; onA); Heraus, ihr 
Kampfgesellen! (1934); Liederbuch der SA-Marine (1934; nur T, onA); 
Deutsche Jugend zur Sonne, zur Freiheit (1935); Vorwärts! Vorwärts... 
(1935); Glück ab, Kameraden! (1935); Die Singstunde 80 (1935); 
Kameraden, wir marschieren (1935); NSLB, Unser Lied 2 (21935); Wir 
werden weitermarschieren (1936); Singen im NSKK (1936); Soldaten 
Kameraden (1936; "schon 1931 und 1932 in den Arbeits- und Wehrlagern 
der Studentenschaft viel gesungen"); Was Deutschland singt (1936; nur T, 
onA); Niederdeutschland (1936); RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark 
(1936); Soldaten singen (1936); Und wenn wir marschieren (31937); 
Lieder der Mannschaft 7 (1937); Lied über Deutschland (1937, >1941); 
Wir wandern und singen! (1937); Neues Deutschland 2 (1937); Singen 
(?1937); Marschierende Jugend (21938); Liederbuch der SA (91938); 
Stimmt an! II (1939); Morgen marschieren wir (1939); SA-Liederbuch 
(21939); Siehst du im Osten das Morgenrot (1939; nur T); 
Soldatenliederbuch (41940); Lied über Deutschland 3 (1940); SS- 
Liederbuch (61940, 91941); RJF,Unser Liederbuch (61941); Das neue 
Soldaten-Liederbuch 3 (1941). 
Hitlerjungs in Schlesierland: Noch leis durch Schlesiens Wälder heut 
unser Lied aufschwirrt (eigener T). Kampflied, auch in: "Ein junges Volk 
steht auf". 
Textprobe: 
"Und wenn die Glocken mahnen 
zum Sturm um Recht und Brot, 
dann stürmen unsere Fahnen 
uns auch voran in Sieg und Tod. 


A 147 





Und ob unser Siegen und Sterben 
auch den Muckern 

und dem Teufel nicht gefällt, 
uns jungen Hitlersoldaten, 
heißa, uns gehört die Welt". 


In: 
Unter Hitlers Fahnen (1932; nur T, 0onA); Heil Hitler! (1933); Blut und Ehre 
(1933); Schlesisches SA-Liederbuch (21933); nur T); Liederbuch der NS- 
Frauenschaften (21933, 41934); Trum, trum (21933; onA); 50 
ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934; nur T, onA); Deutsche 
Lieder der NSBO und der DAF (21934); 100 ausgewählte SA- Sturm- und 
Marschlieder (1934; nur T, Melodie onA); Was Deutschland singt (1936; 
nur T, onA); Wir werden weitermarschieren (1936; nur T, 0onA); RJF, 
Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); RJF, Liederblatt der HJ) 51 (1938); 
Singkamerad, Anhang München (1939); SA-Liederbuch (21939); Lied über 
Deutschland 3 (1940); Lied über Deutschland (?1941). 
Revolution: Hört ihr es grollen durch Straßen und Gassen (eigener T). 
Kampflied (1932) [DJV, dann V]. In: "Ein junges Volk steht auf". 
Tondokument - vom 11/V11/37 - im DRA: 1870669-06. 
Ausführende: Chor des SA Sturms 21/81. 
Textprobe (1. Strophe mit Refrain): 
a) 
seht ihr die Männer die Sturmfahnen fassen, 
hört ihr den klirrenden gellenden Ton? 
Revolution! Revolution! 
Und wir recken zum Himmel die Hand, 
und es gellt als ein Schwur durch das Land 
unser Schrei: Wir tragen Hunger und Schmerzen, 
die hemmen nicht unsern Schritt, 
wir tragen in hämmernden Herzen 
den Glauben an Deutschland mit!" 
In: 
Blut und Ehre (1933); Lieder der Pommerschen SA (31933; Variante: 
"Hört ihr das Gellen in Straßen und Gassen"); Uns geht die Sonne nicht 
unter (1934, Textausgabe 1941); Musikantenblätter der Hitler-)J ugend 4 
(1934); Lieder der SS Pommerns (1934; Variante "Gellen"); Ähre und 
Spaten (1934; Variante s.o.); Liederbuch der SA-Marine (1934; nur T, 
Variante s. 0.); Wir singen (1934); 100 ausgewählte SA-Sturm- und 
Marschlieder (1934; nur T, Variante s. 0.); Wohlauf Kameraden! (1934); 
Kameraden, wir marschieren (1935); Glück ab, Kameraden! (1935); 
Vorwärts! Vorwärts... (1935); RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); 
Lieder der Mannschaft 4 (1936); Deutsche Jugend heraus (3. Folge, 
1936); Niederdeutschland (1936); Volksliedsingen im Schulfunk 17 (19. 
November 1936); Lieder für die Landjugend 2 (1937); Lied über 
Deutschland (1937, >1941); RJF, Liederblatt der HJ) 50 (1938); Lieder vom 
Führerthing (1938); Liederbuch der SA (91938); SA-Liederbuch (21939); 
Siehst du im Osten das Morgenrot (1939); SS-Liederbuch (61940); RJF, 


A 148 





Unser Liederbuch (61941). 


1933 

Weihespruch, für 4Astimm. gemCh und Lauten, zus. mit Helmut 
Haselbach (1933) (Schles. FSt., 2/V11/33). 

Lieder mit Klavier auf eigene Texte: 1. Denn wir marschieren. - 

2. Hitlerjungs im Schlesierland. - 3. Rollt nun die blutigroten 
Fahnen auf. - 4. Der Himmel grau und die Erde braun (1933) 
[Gauverlag NS-Schlesien, Breslau]. 

Motor-SA-Schlesierlied: Was rattert und knattert (eigener T). 

Textprobe (1. Strophe mit Refrain): 
"(...) und donnert daher, 
als käme der Teufel gefahren, 
durchs Schlesierland wohl die Kreuz und Quer? 
Ein braunes, ein wildes, verwegenes Heer! 
Und fragt ihr, was sind das für Scharen? 
Dann klingt es im J ubel tari tara, 
das ist Hitlers schlesische Motor-SA. 
Auf guten und schlechten Wegen 
fährt keiner so verwegen 
wie Hitlers Motor-SA!" 
In: 
S.A. Liederbuch (1933). 

Rollt nun die blutigroten Fahnen auf, Kameraden zu den Waffen! 
(eigener T). Kampflied, erstmals gesungen am Abend vor Aufhebung des 
SA-Verbots. In: "Ein junges Volk steht auf". Titel: Die Freiheit zu schaffen! 
[V]. 

Tondokument - vom 27/111/38 - im DRA: 1870669-09. 
Ausführende: Chor der SA-Standarte 11 Breslau, Dgt. W. Erzgräber. 
Aus dem T (2. Strophe mit Refrain): 
"Auf geht die Sonne aus der tiefen Nacht, 
Kameraden, zu den Waffen! 
Nah ist der Tag, da unser Deutschland erwacht, 
die Freiheit zu schaffen! 
Tretet an, drauf und dran! 
Nah ist der Tag, da unser Deutschland erwacht, 
die Freiheit zu schaffen" 

In: 

Blut und Ehre (1933); Schlesisches SA-Liederbuch (31933); Heil Hitler! 
(1933; nur T, 0onA); Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); 
Vorwärts SA. (21933; nur T, onA); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, 
Textausgabe 1941); Wohlauf Kameraden (1934; "Sturmfahnen-Lied"); 
Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934; nur T, 0onA); Lieder der 
Pommerschen SA (>1934.); Lieder der SS Pommerns (1934); Glück ab, 
Kameraden! (1935); RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); Lied über 
Deutschland (1937, ?1941); Wir wandern und singen! (1937); RJF, 
Liederblatt der HJ 62 (1937); RJF, Musikblätter der HJ 62 (1937); Lieder 
der Mannschaft 9 (1938); RJF, Unsere Lieder-Weimar (1938); RJF, Junge 


A 149 





Gefolgschaft 2 (1938); Volksliedsingen im Schulfunk 21 (13. Januar 
1938); Das Bannorchester (1939); Siehst du im Osten das Morgenrot 
(1939; nur T); SA-Liederbuch (21939, 91941); RJF, Unser Liederbuch 
(61941). 
Der Himmel grau und die Erde braun, da schritten die Männer zum 
Sturme (eigener T). Kampflied (RS Breslau/ RSdg "Das Antlitz der 
kämpfenden Mannschaft", *9/X1/36), auch in "Ein junges Volk steht auf". 
Titel: Sturm-Lied [V]. 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Die Nacht war schwarz und die Flamme rot, 

da stritten sie um die Fahne. 

Da kamen die Feinde, da kam der Tod, 

der streckte sie auf die Fahne. 


Und die war rot, und die war weiß 

und das Zeichen schwarz in der Mitten; 

noch einmal grüßten die Lippen leis, 

sie starben wie sie gestritten". 
In: 
Blut und Ehre (1933); Wohlauf Kameraden! (1934; "Sturmlied"); 100 
ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934; nur T, onA); Uns geht die 
Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Die weiße Trommel 
(21935); NSLB, Unser Lied 2 (21935); Glück ab, Kameraden! (1935); 
Kameraden, wir marschieren (1935); Lieder für Schulfeiern 3, 14/15 
(1936); Singen im NSKK (1936); Soldaten Kameraden (1936); Was 
Deutschland singt (1936; nur T, onA); Volksliedsingen im Schulfunk 16 (5. 
November 1936), 14 (13. Oktober 1938); Soldaten-Liederbuch (1936); 
RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); Die Fahrt (1937); Wir werden 
weitermarschieren (1936; nur T, 0onA); Lied über Deutschland (1937); Wir 
wandern und singen! (1937); Unsere Lieder 4 (1937); Lieder der 
Mannschaft 7 (1937); Neues Deutschland 2 (1937); RJF, Wir Mädel singen 
(1937, 21938); RJF, Liederblatt der HJ) 27 (1938); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938); Marschierende Jugend (21938); RJF, Junge 
Gefolgschaft 4 (1938); RJF, Junge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); 
SA-Liederbuch (21939); Morgen marschieren wir (1939); Siehst du im 
Osten das Morgenrot (1939; nur T); DSB, Singendes Volk 32 (1939); 
DSB, Kernlieder (1939); Lieder der Bewegung für Blasorchester 13 
(1939); Stimmt an! II (1939); Kernlieder des REM (1940); Singende 
Mannschaft (1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); Deutsche Lieder 
(1940); Es leben die Soldaten 27 (1941); RJF, Unser Liederbuch (61941); 
Kameradschaft im Lied 14 (1941); Das neue Soldaten-Liederbuch 3 
(1941); RJF, Liederblatt HJ) (1943); DAF, Singendes Volk 4 (November 
1941); 15/16 (1943); Das Orgelbuch (1943). 
Zwei Lieder der deutschen Revolution (eigener T): 1. Was fragt ihr 
dumm. - 2. Hört ihr es grollen durch Straßen und Gassen? Für 
Singstimme und Klavier/ BlasOrch (1933) [ZVNSDAP]. 
In: 
Lieder der Bewegung für Blasorchester 7 (1937). 


A 150 





An die ewig Gestrigen: Was fragt ihr dumm, was fragt ihr klein, warum 
wir wohl marschier'n (eigener T) (1933). In: "Ein junges Volk steht auf" 
[V]. 
Textprobe (1. Strophe mit Refrain): 
en) 
Setzt nicht vergebens Mühe dfrein, 
ihr werdet's doch nicht spür'n. 
J a, hört doch unsre Hörner schreien, 
hört doch unsere Trommeln groll'n! 
Ja, dann wißt ihr, wer wir seien, 
ja, dann wißt ihr, was wir woll'n. 
Denn nach dem Teufel frag'n wir nicht, 
und unser Herrgott zürnt uns nicht 
daß wir woll'n Freie sein!" 
In: 
Vier Lieder (1935); Lieder der Mannschaft 4 (1936); Uns geht die Sonne 
nicht unter, Neue Folge 1 (1936, Textausgabe 1941); Lieder für die 
Landjugend 2 (1937); Die Fahne der Gemeinschaft 1 (1937); Lied über 
Deutschland (1937, >1941); Die Fahrt (1937); Volksliedsingen im 
Schulfunk 22 (27. Januar 1938); RJF, Liederblatt der HJ 36 b (1938); RJF, 
Unsere Lieder-Weimar (1938; nur T); RJF, Junge Gefolgschaft 3 (1938); 
SA-Liederbuch (21939); Das Bannorchester (1939); RJF, Junge 
Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); Morgen marschieren wir (1939); SS- 
Liederbuch (61940, 91941); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 
37-38 (1941); RJF, Unser Liederbuch (61941); RJF, Unser Kriegs- 
Liederbuch (71941). 


1934 

Hitler-J)J ugend marschiert! (T: W. Blachetta), Spiel (1934). 
Ein junges Volk steht auf! (T: onA = W. Altendorf) Kampflieder, 
einstimmig mit Lautenbezifferung (1934, erweiterte 21936) [V]. 

Die 1. Auflage enthält noch nicht Nr. 4, 5, und 6. 

Inhalt: 

1. Kampfspruch: Was ist uns Leben und Sterben wert?. - 2. Ein Volk in 
Not. - 3. Mein Kamerad im Braunhemd, du! - 4. Hitlerjungs im 
Schlesierland: Noch leis durch Schlesiens Wälder. - 5. Schlesisches 
Land: Wir marschieren mit fliegenden Fahnen. - 6. Der Nachtmarsch: 
Wir ziehn auf stillen Wegen. - 7. Rollt nun die blutigroten Fahnen auf! 
- 8. Revolution: Hört ihr es grollen durch Straßen und Gassen. - 9. Wir!: 
Was fragt ihr dumm. - 10. Ein junges Volk steht auf. - 11. Der Himmel 
grau und die Erde braun. - 12 Weihespruch: Brüder, laßt der Liebe 
Flammen. 
Ein junges Volk steht auf, zum Sturm bereit, reißt die Fahnen höher, 
Kameraden! (eigener T). NS-Kampflied aus: "Ein junges Volk steht auf", 
auch mit BlasOrch [V]. 

Verwendet auch in der Kantate "Lob der Gemeinschaft" von P. 
Höffer. 

Tondokument - von 1942 - im DRA: 1681206-04. 


A 181 





Ausführende: Chor der HJ -Rundfunkspielschar Berlin mit MK der 
FIHKdtr Gatow, Dgt. Willi Träder. 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Und welcher Feind auch kommt mit Macht und List, 
seid nur ewig treu, ihr Kameraden! 
Der Herrgott, der im Himmel ist, 
liebt die Treue und die jungen Soldaten. 
Vor uns marschieren mit sturmzerfetzten Fahnen 
die toten Helden der jungen Nation, 
und über uns die Heldenahnen. 
Deutschland, Vaterland, wir kommen schon!" 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 25 b (1935); RJF, Musikblätter der HJ 16 (1935), 
576/578 (1942); Vier Lieder (1935); Lieder für Schulfeiern 1 b (1936); 
Soldaten-Liederbuch (1036); Uns geht die Sonne nicht unter, Neue Folge 1 
(1936, Textausgabe 1941); Lieder für die Landjugend 1 (1936); RJF, 
Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); Unsere Lieder 4 (1937); Die Fahrt 
(1937); Volksliedsingen im Schulfunk 8 (15. Juli 1937), 14 (12. Oktober 
1939); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 14-15 (1937); Unsere 
Lieder (71938); Lieder der Mannschaft 9 (1938); Auf großer Fahrt (1938); 
Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Liederbuch der SA (91938); RJF, Junge 
Gefolgschaft 3 (1938); RJF, Junge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1938); 
Marschierende Jugend (21938); Singkamerad, Anhang München (1939); 
Morgen marschieren wir (1939); Siehst du im Osten das Morgenrot 
(1939); SA-Liederbuch (21939); SS-Liederbuch (61940, 91941); Lied über 
Deutschland 3 (1940); Soldatenliederbuch (41940); Frisch gesungen, 
Musikbuch A (291941); Musikbuch A, B (1941); Die Fahne der 
Gemeinschaft 3 (1941); RJF, Unser Liederbuch (61941); RJF, Unser Kriegs- 
Liederbuch (71941); Lied über Deutschland (?1941); Heute wollen wir ein 
Liedlein singen (41941); DAF, Singendes Volk 6 (Januar 1942), 15/16 
(1943); Hellau! (1942); Kernlieder der NSDAP (1942/43); Fest und Feier 
im RAD 4 (1943); Deutsche J ugend im Osten 1 (1943); Kameradschaft im 
Lied 29 (1943); Singt alle mit! (1944). 
Mein Kamerad im Braunhemd du, laß unser Banner weh'n (eigener T). 
SA-Kampflied, aus: "Ein junges Volk steht auf". 
Textprobe (2. und 5. Strophe): 
"Und wenn uns Adolf Hitler ruft 
zum letzten großen Streit, 
ja dann sind seine Sturmsoldaten 
mit frohem Mut zum Kampf bereit. 


Mein Kamerad im Braunhemd du, 

laß unser Banner wehn, 

der Sturmsoldat will rote Fahnen 

und schwarze Hakenkreuze sehn!" 
In: 
Unter Hitlers Fahnen (1932; onA); Heil Hitler! (1933; onA); Schlesisches 
SA-Liederbuch (21933); S. A. Liederbuch (1933); Deutsche Lieder der 


A 152 





NSBO und der DAF (21934; onA); Lieder der Pommerschen SA (21934); 
Lieder der SS Pommerns (1934); SA-Liederbuch (21939). 
Schlesisches Land: Wir marschieren mit fliegenden Fahnen durchs 
lachende schlesische Land (T: onA). Kampflied aus: "Ein junges Volk steht 
auf". 
Textprobe (4. Strophe mit Refrain): 
"Und marschieren hinaus in den Morgen, 
ganz gleich, wie der Kampf vor uns steht, 
weil ja hoch über all unsren Sorgen 
der Name des Führers steht. 
Schlesisches Land, 
du Land auf der Wacht, 
Schlesisches Volk hab acht". 
In: 
Zwanzig Lieder (1938). 


1943 
Volk, tritt vor die Welt (eigener T) [V]. 
Textprobe (3. und 4. Strophe): 
"Volk, nun sei groß 
vor den Enkeln und Ahnen 
zugleich, 
dir ward das Los. 
zu bauen das ewige Reich. 
Du deutsches Volk, nun sei groß. 
bau das ewige deutsche Reich. 


Volk, tritt vor die Welt. 
pflanz die Fahne der Ehre auf. 
Judas Macht zerschellt 
vor deinem Siegeslauf. 
Du deutsches Volk, tritt vor die Welt, 
pflanz die Fahne der Ehre auf". 
In: 
RJF, Junge Gefolgschaft 6 (1943). 
Jugend Europas: Hebe nun also die Fahnen zusammen (eigener T) [V]. 
Textprobe (Refrain): 
"Völker erwachen und gehn zur Tat, 
nehmen ihr Land und baun ihren Staat. 
Uralte Kraft geht neu wieder auf, 
junges Geschlecht nimmt kühn 
seinen Lauf. 
Schranken brechen und Ketten entzwei. 
Sehen und Sehnen wird uns frei. 
Altes Europa aus Traum und Nacht, 
ewges Europa ist aufgewacht". 
In: 
RJF, Junge Gefolgschaft 6 (1943). 


A 153 





Information: MM2. Standesbeamtin Beuler, Neuruppin (28/X/97), 
verweigerte mit Berufung auf das verfälschte PStG 8 61, also 
grundordnungswidrig, die Angabe des Todesdatums, lenkte auf Vorhalt 
Jedoch ein. Später stellte sich heraus, daß beim Standesamt Neuruppin 
nur das Datum der Beurkundung (Nr. 3/1948) im damaligen Hohen- 
Viecheln vorliegt, die erst dreieinhalb Jahre nach Ableben aufgrund einer 
Nachricht der Kreispolizeibehörde Wismar erfolgte. 


Alter bayerischer Präsentiermarsch (Berlin, 12/VI11/36, Militär- 
Festkonzert zur Olympiade, MK der Wachtruppe Berlin, Dgt. F. Ahlers). 


Alter Jägermarsch aus den Befreiungskriegen (1813; DtlidS, 
10/V11/33; Berlin, 12/VII1/36, Militär-Festkonzert zur Olympiade, MK der 
Wachtruppe Berlin, Dgt. F. Ahlers). 

In: 
Jung Deutschland I (1933); [Sc] Neue Marschmusik II (1934). 


Alter Landsknechtsmarsch 
In: 
[Sc] Neue Marschmusik II (1934). 


Alter norwegischer Jägermarsch (DtldS, 29/V11/33, von 
Schallplatten). 


Alter Zapfenstreich (Anfang des 18. Jh; Berlin, 12/VI11/36, Militär- 
Festkonzert zur Olympiade, MK der Wachtruppe Berlin, Dgt. F. Ahlers). 


Altes Burschenlied = Ich trag ein frischen frohen Mut 


Altes Sonnwendlied = Nun kommt daher die Sonnenwend 


Alte und neue Soldatenlieder. Mit Spielanleitung für diatonische 

Handharmonika in leichter Bearbeitung von A. Holzschuh (1940) [SL, AH]. 
Inhalt: 

1. Es leben die Soldaten. - 2. Wenn die Soldaten durch die Stadt 
marschieren. - 3. Ein Heller und ein Batzen. - 4. Morgen will mein Schatz 
verreisen. - 5. Regiment sein Straßen zieht. - 6. Wenn wir marschieren (Ei 
darum wink mein Madel). - 7. Des Morgens zwischen drein und vieren. - 
8. Musketier' sind lust'ge Brüder. - 9. (Lisa) Des Morgens um halb viere. - 
10. Schatz, mein Schatz, reise nicht so weit von hier. - 11. Mein Regiment 


A 154 





mein Heimatland. - 12. Es wollt ein Mädchen früh aufstehn. - 13. Ist alles 
dunkel. - 14. Drei Lilien. - 15. Heut geht es an Bord. - 16. Ein Schifflein 
sah ich fahren. - 17. Silcher: Steh ich in finstrer Mitternacht. - 18. C. M. v. 
Weber: Was glänzt dort vom Walde? - 19. J. Haack: Wir sind die alten 
Krieger. - 20. Ginner: An unseren Alpenmonturen. - 21. Wer steht auf 
stillem Posten. - 22. A. Hauert: Blaugrau mit dem roten Spiegel. - 23. K. 
Schiefer: Wir sind die Flaksoldaten. - 24. W. Steinmetzger: Vom Osten bis 
zum deutschen Rhein. - 25. Peter Schmitz: Glutrot sank die Sonn'. - 26. 
Wir sind Kanoniere im blaugrauen Kleid. - 27. W. Becker: Im Herbst die 
Vögel flogen. - 28. Pallmann: Die Nacht ist still und dunkel. - 29. 
Pallmann: Wir sind die Funker der Deutschen Armee. - 30. Wübbecke: Alle 
aufgepaßt. - 31. Wir sind die Männer vom Nachrichtenkorps. - 32. W. 
Bischoff: Frühmorgens, wenn der Tag erwacht. - 33. Wir sind die Pioniere. 
- 34. H. Tschage: Wo schimmernd weit die Weichsel fließt. - 35. 
Kameraden, auf zu Pferde. - 36. W. Kutschbach: Wenn das dritte Bataillon 
Harzer Jäger. - 37. Wir sind vom ersten Steirischen Schneeschuh- 
Bataillon. - 38. W. Scherf: Kameraden, aufgesessen. - 39. Heydemarck: 
Und ziehen wir durchs Städtchen. - 40. Pallmann: Jetzt Mützen ab, es 
steigt ein Lied. - 41. R. Bender: Das Meer ist unsre Liebe. - 42. Ade zur 
guten Nacht. - 43. Auf dem Berge so hoch da droben. - 44. Hamburg ist 
ein schönes Städtchen. - 45. Heute scheid' ich, morgen wand'r ich. - 46. 
Mayer: Es donnern die Motoren. - 47. G. Rath: Es donnern unsre Motoren. 
- 48. Heute gehts zum Fliegen raus. - 49. Knoppe: Hell soll es erklingen. - 
50. W. Schubert: Seht ihr die weißen Möven? - 51. H. Otten: Fliegen, hei, 
wie ist das schön! - 52. G. Rath: Hört ihr den Donner heulender Motoren. - 
53. Pallmann: In silberner Bläue und Wolken. - 54. Eines Abends in der 
Dämmerung. - 55. Die See ist schwarz. - 56. Mein Herz gehört der 
Fliegerei. - 57. Pallmann: Nach England wolln wir fliegen. - 58. v. Müller: 
Heraus, Kameraden, und frisch ans Werk. - 59. Pallmann: Soldaten, hei, 
die müssen singen. - 60. v. Müller: Die Tochter vom Kantinenwirt. - 61. Im 
Vorfeld grunzt das Minenschwein. - 62. v. Müller: Zur Sommerszeit im 
Heidekraut. - 63. R. Küssel: Wer kennt nicht die dicke Kathrine. - 63. 
Lippe-Detmold. - 64. Küssel: Entzückt hat mich dein Fahrgestell. - 65. Es 
kann ja der K-Einze. - 66. Pallmann: Nun, Tambour, stramm das Fell 
gerührt. - 67. Deutsche Krieger müssen singen. - 68. Der Frühling ist 
gekommen. - 69. Kameraden, wir marschieren. - 70. H. Krause: Weine 
nicht, Angelika. - 71. G. Heiler: Holde Maid, schön war die Zeit. - 72. Bei 
Sedan auf der Höhe. - 73. Leb wohl, Rosmarie. - 74. K. Straesser: Wenn 
im Tal die Rosen blühn. - 75. M. Möckel: Das Leben ist ein Würfelspiel. - 
76. O. Vaupel: Am Bergeshang ein Häuschen steht. - 77. Jetzt kommt die 
Zeit. - 78. W. Lachner: In einem kleinen Unterstand. - 79. Zehendner: Ich 
steh auf Wacht. - 80. H. Stahl: Bei Mlawa war der erste Strauß. - 81. An 
der Weichsel gegen Osten. - 82. Götz: Wildgänse rauschen. - 83. Wolters: 
Es leuchten am Himmel die Sterne. - 84. H. Ernst: Bei den Soldaten 
drunten. - 85. K. Keßler: Im Ostland nachts am grauen Stein. - 86. ]. 
Jäschke: Es liegt ein Grab in Polenland. - 87. Silcher: Morgenrot. - 88. 
Silcher: Ich hatt einen Kameraden. - 89. Gläser: Flamme empor! - 90. 
Deutschland über alles. - 91. Wir treten zum Beten. Für 2 Spieler. - 92. G. 


A 155 





Piefke: Preußens Gloria. - 93. Egerländer Marsch. - 94. W. Thiele: Unsere 
Marine. 


Althessischer Reitermarsch siehe: Hessen 


Althoff 


Durchs Brandenburger Tor. Marsch (RS Königsberg, *20/1V/35, MZ 
der SS-Standarte 36, Dgt. Korpsführer Knüppel). 


Althoff, Fritz (Friedrich) 

Duisburg, 15. März 1892 - Mülheim/Ruhr, 11. Februar 1967 (Freitod). 
Sohn eines Handwerkers; Musikpädagoge, 1912-54 Volksschullehrer für 
Musik in Duisburg, u. a. an der Ev. Schule Neuenkamp und an der 
Mozartschule Neudorf. 

Nach 1945 Mitglied des städt. Musikausschusses in Duisburg 
Werke: z. B. Sinfonie, "Rondo burlesque"; Volksliedbearbeitungen, 
Feuerwehrmarsch. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. NSLB ab 1/VI11/33, NSV und RLB. 
Unter der Fahne schreiten wir (T: Max Barthel), für 3stimm. Kinder- 
oder FrCh mit Klavier (1943) [E]. 

Information: LdCh (Geburtsdatum: 15/V/92). 


Altmann, Georg 
(?) - (?), 1974. 
Militärmusiker; zunächst Musikoberfeldwebel in Dresden, ab 1/111/38 
Musikmeisteranwärter, ab 1/VIIl/38 MM. Dann Leiter des Musikkorps der 
l./ Flak-Rgt 23 in Dresden, dann Merseburg, später Radebeul, das im März 
1939 nach Bildung des "Reichsprotektorats Böhmen und Mähren" in die 
annektierte Tschechoslowakei verlegt war. 


Lied des Flugmeldedienstes: Im Unterstand, auf hohem Turm (eigener 
T). Kriegslied, Satz: Gefr. Finken (1940). 

Information: Laut Historischem Stadtarchiv Merseburg (19/1/98) 
konnte Altmann in den Einwohnerbüchern zwischen 1929 und 1945 nicht 
gefunden werden. 


Altmann, Karl]. 
Flörsheim bei Mainz, 15. Oktober 1883 - Frankfurt-Höchst, 
9. November 1965. 
Schulmusiker und Chorleiter in Frankfurt a. M., hier seit 1931 Dirigent des 
Altmannschen Frauenchors. 


A 156 





Nach 1945 weiterhin in Frankfurt, seit 1948 i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Deutschland, steig auf: Steig auf, ein Bergesflammenzeichen (T: ]. 

Kamp). Ein nationaler Weihegesang für MCh (1934) [AO]. 
Information: FA, LdCh. 


Altmann, Wilhelm 

Adelnau/Provinz Posen, 4. April 1862 - Hildesheim, 25. März 1951. 
Sohn eines Superintendenten; Dr. phil. (Geschichte), Musikologe und 
Musikschriftsteller in Berlin-Friedenau, zuletzt Direktor der Musik-Abt. der 
Preuß. Staatsbibliothek, ab 1927 i. R. Nach 1933 Mitarbeiter des Jüdischen 
Kulturbundes, ab Spielzeit 1933/34 Kapellmeister und Solorepetitor der 
Kulturbundoper. 
Werke: u. a. Editionen von Partituren und Briefen, so "Karl Maria von 
Weber, Schriften in Auswahl" (1936); Werkkataloge, so das Verzeichnis 
von Werken für Klavier vier- und sechshändig sowie für zwei und mehr 
Klaviere (Leipzig, 1943); Tonkünstlerlexikon (1912-14). 

Von Gerigk/Stengel als "Halbjude" denunziert. 

Altmann durfte jedoch mit Sondergenehmigung des Ministers 
arbeiten. 

Für einen deutschen Opernspielplan ("Die Musik" XXV/12, September 
1933). 
9. Juli 1934: 

Altmann sendet die Libretti "Helga" und "Das Nothemd" des 
"Dichterkomponisten Pg. Prof. Dr. Victor v. Woikowsky-Biedau" an Dr. 
Goebbels mit Bitte, sich für die Aufführung dieser Opern einzusetzen 
(Quelle: BAR 55/ 1168. Blatt 127). 

April 1937, Laudatio: 

"(....) Erwähnt man zu diesen zahlreichen Veröffentlichungen noch 
die ausgedehnte editorische Tätigkeit, die laufenden, von weiten musikali- 
schen Kreisen beachteten Opernstatistiken und die zahlreichen Aufsätze 
(...), erwähnt man ferner, daß Prof. Altmann selbst an der Gründung der 
>Musik< beteiligt und jahrelang deren Konzertreferent war, so ist damit 
ganz kurz und nicht einmal vollständig das Lebenswerk eines Forschers 
und Musikers umrissen, der in seinem fast unerschöpflichen Willen und 
rastlosen Schaffensdrange, in der Sachlichkeit und Klarheit seiner Schreib- 
weise, in seiner stets bekundeten völkisch-nationalen Gesinnung und als 
lauterer, stets hilfsbereiter Mensch der jungen Generation ein Vorbild ist. 
Wir wünschen ihm noch viele gesegnete Jahre!" (Hermann Killer: Wilhelm 
Altmann, der Fünfundsiebzigjährige. "Die Musik" XXIX/7, April 1937). 

Mit Unrecht zu wenig berücksichtigte oder vergessene Opern 
("Deutsches Musikjahrbuch" 1937. Berlin, 1937). 
Zitat: 

"(...) Daß neuerdings Bittners einaktiges deutsches Singspiel >Das 
höllische Gold< (1916) nicht mehr gegeben wird, liegt unstreitig nur 
daran, daß darin die Figur eines edlen jungen Juden vorkommt, dem die 


A 157 





Wuchergeschäfte seines Vaters ein Greuel sind; man braucht aus dem 
Juden nur einen nach Deutschland verschlagenen Armenier oder Griechen 
zu machen, um den Anstoß zu beheben" (S. 68). 

Information: DNML, DML, FA, SML. 


Altpreußische Heeresmärsche. Hgb. in Originalbesetzung von 
Johann Wolfgang Schottländer (1942) [V]. 


Altstadt - Grupp (-Schütze), Grete 
Mainz, 17. Juni 1900 - Wiesbaden, 16. November 1983. 
Tochter eines J uweliers; Schülerin u. a. von W. von Bausznern und B. 
Sekles, Konzertpianistin und Musiklehrerin in Wiesbaden, ab 1928 auch 
Musikreferentin von "Zeitschrift für Musik" und "Wiesbadener Tagblatt". 
Nach 1945 weiterhin Klavierpädagogin und ab 1954 wieder 
Musikkritikerin in Wiesbaden, gründete sie 1952 die Ortsgruppe Mainz- 
Wiesbaden des Verbands der Gemeinschaften der Künstler und 
Kunstfreunde (Gedok). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 1930-33 Leiterin der MA des KfdK, Ortsgruppe 
Wiesbaden. 
Mai 1932: 

Grete Altstadt wirkt als Solistin mit im KfdK, Ortsgruppe Wiesbaden, 
bei dessen erstem Abend mit altklassischer Vokal- und Instrumentalmusik 
im Anschluß an den Vortrag "Der Kampf um die deutsche Seele" von Dr. 
Werner Kulz, Leiter Westdeutschland des KfdK. 

5. September 1933: 

Das FunkOrch Frankfurt, Leitung R. Merten, bietet das 
Klavierkonzert Op. 12 von d'Albert. Solistin: Grete Altstadt (SWF, 
5/1X/33). 

Information: DML, KDMK. Laut Ordnungsamt Wiesbaden (14/VII/98) 
gebe es keinen Meldeeintrag zu Altstadt-Schütze. 


Alwers, Fred 


Gebt Raum, ihr Völker, unserm Schritt (T: F. Dahn). Aus: Gollhardt, 
"Sankt Georg" (1931). 
Textprobe (4. Strophe): 
"Wir ziehen, ein gebrochen Heer, 
aus Romas falschen Toren, 
wir tragen nur den König mit, 
die Krone ging verloren". 
In: 
Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941). 


A 158 





Volkers Nachtlied: Die lichten Sterne funkeln (T: E. Geibel). 
Textprobe (5. Strophe): 
"Ihr Kön'ge, sonder Zagen 
schlaft sanft, ich halte Wacht; 
ein Glanz aus alten Tagen 
erleuchtet mir die Nacht. 
Und kommt die Früh im blut'gen Kleid: 
Gott grüß dich, grimmer Schwerterstreit! 
dann magst du, Tod zum Reigen 
uns geigen!" 
In: 
Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Wir singen 
(1934; onA). 


Alwin, Karl 
Königsberg i. Pr., 15. April 1891 - Mexico City, 15. Oktober 1945. 

Dirigent in Wien, Schüler von H. Kaun, ab 1920 Kapellmeister an der 
Staatsoper, 1924 Professor. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als ") ude Alwin Pinkus" 
denunziert. 

Seit der Emigration 1938 zunächst Begleiter von Jan Kiepura, dann 
Dirigent in Mexico City. 

Information: DNML, DML, FA, RML, SML. 


Am Abend, eh ich schlafen geh. Aus dem Elsaß und Lothringen. 
In: 
RJF, Musikblätter der HJ] 101/102 a (1938); RJF, Liederblatt der HJ 
101/102 (1941). 


A Mädle hot a'd'Gäs eitao. Volkslied, Schwaben. 
In: 


Schwäbisches Liederbuch (41938). 


Amar, Licco 
Budapest, 4. Dezember 1891 - Freiburg i. Br., 19. Juli 1959. 
Sohn eines Kaufmanns; Schüler von Henri Marteau, Geigenvirtuose in 
Frankfurt a. M., Gründer und bis zur Auflösung 1929 Primarius des Amar- 
Quartetts, seit 1927 Konzertmeister des Frankfurter Sinfonieorchesters, 
1930 zeitweise Lehrer am Konservatorium Ankara. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

Amar emigrierte 1933 zunächst nach Paris, war ab 1935 Professor 
am Konservatorium Ankara und kehrte 1957 als Lehrer an der 
Musikhochschule Freiburg nach Deutschland zurück. 

Information: DNML, DML, FA, KDMK, RML, SML, MGGS. 


A 15% 





Ambrosch, Anton 
1839 - 1886 


Parade-Defiliermarsch. 
In: 
Marschperlen III (1943). 


Ambrosius, der brave Kosake = Am Ural 


Ambrosius, Hermann 
Hamburg, 25. Juli 1897 - Engen, 25. Oktober 1983. 

Sohn des Abteilungsleiters einer Oberpostdirektion; Schüler u. a. von HH. 
Pfitzner, Musikpädagoge und Komponist. Seit 1926 Theorielehrer am 
Konservatorium Leipzig, 1925-42 Referent und Tonmeister der Mirag, dann 
RS Leipzig. Weil seine Einnahmen aus "ernsten Konzerten" 1942/43 auf 
Null zurückgegangen waren, erhielt er 1.000 RM aus dem Staatszuschuß 
für E-Komponisten. 1943-45 Lehrer für Klavier, Theorie und Ensemblespiel 
an der Städt. Musikschule für Jugend und Volk; 1939-40 und 1944-45 zur 
Wehrmacht einberufen. 

1945 Privatmusiklehrer und Chordirigent in Engen/Hegau. 
Werke: u. a. "Balders Tod" Op. 61 nach Texten der Edda für 
Solostimmen, MCh und Orch; bis 1935 7 Sinfonien, 9. Sinfonie ("Die 
Gotische") (1944); "Menschenwandern" (T: K. Eggers), Chorwerk (1934); 
Titel für MandolinenOrch, auch sonstige Zupfinstrumente. 


NSDAP seit 4/111/33, Nr. 2.994.125; 1936 k. Gauobmann Mitte der RMK. 


1934 
Deutsche Tanz-Suite für Orch (Leipzig, 12/1V/34, Konzert der 
Kulturpolit. Abt. der NSDAP) [S&C]. 
Arbeit - Freiheit (T: K. Eggers), Chorzyklus in 3 Teilen für MCh und Orch 
(Leipzig, 4/X1/34). 
Junge Aktivisten: Seht unsre Fahne wehen, schwarz wie der Tod (T: K. 
Eggers). MCh aus dem Zyklus "Arbeit - Freiheit" (u. a. Leipzig, *28/V1/35, 
beim 2. Sächs. Sängerfest, Ausführende: Mche des Kreises 5, Dgt. G. 
Wohlgemuth). 
Textprobe: 
"(...) Wer sich der Fahne der Freiheit verschreibt, 
muß kämpfen und wandern, wohin sie ihn treibt. 


Wir formen die Zukunft, 

wir tragen das Licht, 

wir sind Deutschlands Priester, 

wir klagen nicht. 

Wenn uns das Opfer das Leben nimmt, 
wir sind die Boten zum Siege bestimmt". 


A 160 





Abschied (T: K. Eggers). MCh aus dem Zyklus "Arbeit - Freiheit" (u. a. 
Leipzig, *28 und *29/V1/35, zum 2. Sächs. Sängerfest, Dgt. R. Wächter). 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 
"Wir kämpfen weiter im blutigen Streite 
und schreiten fort durch Leid und Nacht. 
Du fehlst uns, Kamerad, zur Seite, 
du fehlst uns in der letzten Schlacht. 


Wir beten noch einmal, Kamerad, 

und geloben vor Gott aufs neue, 

vor Gott, der den Kampf befohlen hat, 

dem Volke und dir die Treue" 
Arbeitssoldaten: Die deutsche Not schickt uns ins Land (T: K. Eggers). 
MCh aus dem Zyklus "Arbeit - Freiheit" (1935; u. a. Leipzig, *29/V1/35, 
zum 2. Sächs. Sängerfest, Dgt. R. Wächter). 

Textprobe (1. Strophe): 

Al) 

und gibt uns Axt und Spaten, 

drückt uns das Fähnlein in die Hand, 

uns Arbeitskameraden. 

Wir ziehen von den Städten aus, 

darin die Menschen sterben, 

und bauen selbst ein neues Haus 

für unsrer Sehnsucht Erben". 
In: 
Die Feier der jungen Front 3 (1935). 
Das große Schweigen - Menschenwandern (T: K. Eggers) aus dem 
Zyklus "Menschenwandern" (UA: Leipzig, 3/XI1/34, Neue Leipziger 
Singakademie, Dgt. ©. Didam). 
5. Dezember 1934, Bericht: 

"(...) Daß Ambrosius den klassischen und vorklassischen Stil 
beherrscht, konnte man erneut feststellen. Offenbar strebt er auch mit 
diesen Werken einem überpersönlichen Ausdruck zu; aber hier liegen zwei 
Gefahren, die sich denn auch deutlich offenbarten: einmal wird aus dem 
überpersönlichen allzu leicht ein unpersönlicher Stil, zum andern geraten 
solche Werke unversehens in eine instrumentale, also nicht vokale 
Stimmführung. Ist schon die weite Lage des >Menschenwandern< eine 
Klippe für den Chorgesang, so zeigt die Fuge >Das große Schweigen< 
durch die notwendig werdende Instrumentalunterstützung, daß die 
Klangvorstellungen des Komponisten sich mit Bedingtheiten des 
Chorgesanges nicht immer decken. (...)" (sch. = Kurt Schwerdt: Leipziger 
Chor-Komponisten. "Neue Leipziger Zeitung", 5/X11/34). 


1935 
21. Februar 1935: 
Das GewandhausOrch Leipzig, Dgt. Paul Schmitz a. G., bietet "zum 
ersten Male" das Sinfonische Vorspiel von Ambrosius. 
Arbeiter, Bauern, Soldaten (T. K. Eggers). NS-Kampflied (u. a. Leipzig, 


A 161 





*29/V1/35, zum 2. Sächs. Sängerfest, Dgt. R. Wächter). 
Textprobe (1. und 2. Strophe): 
) 
Zukunft steht fordernd vor euch: 
Hammer, Gewehre und Spaten 
schaffen das neue Reich, 
ihr dürft nicht feiern, nicht warten, 
ihr müßt zusammen nun stehn. 
Laßt eure Freiheitsstandarten 
trotzig im Winde wehn! 


Lassen auch bittere Sorgen 

oftmals das Herz traurig sein, 

glaubt an das Deutschland von morgen. 

Deutschland wird euer sein. 

Nehmt die Gewehre, die Spaten 

in eure schwielige Hand! 

Arbeiter, Bauern, Soldaten, 

kampft für das deutsche Land". 
Die Halle des Ruhms: Wir gaben eurer Stimme Gewalt (T: H. Böhme). 
Kantate für gem. Chor, Volkschor, Sprechchor, Bariton und BlasOrch (UrS: 
RS Leipzig/ RSdg, *9/X1/35, Arno Schellenberg (Bar), Sprechchor der HJ, 
Funkchor und Leipziger SinfonieOrch, Dgt. Curt Kretzschmar; DtldS, RS 
Leipzig, Breslau, Hamburg, Saarbrücken, Stuttgart, *9/X1/38). 
1. November 1935, Einführung: 

"Der Tod ist jedem Menschen gewiß. Wer aber die Gemeinschaft und 
ihre Idee höher achtet als sein Leben, aus dessen Opfertod entspringt 
neue Lebenskraft, die die Gemeinschaft im Glauben an ihre Idee fest 
zusammenschweißt und sie befähigt, selbst auch unter größten Opfern 
ihrer Idee den Sieg zu erfechten. Dies ist das wunderbare Mysterium der 
Toten an der Feldherrnhalle, die für die Bewegung am 9. November 1923 
ihr Leben opferten. 

Herbert Boehme hat dies Geschehen in Form einer Kantate zu einem 
künstlerischen Erlebnis gestaltet, das den Hörer unmittelbar in den 
Bannkreis nationalsozialistischen Opfergeistes einfängt. Unterstrichen wird 
diese künstlerische ethische Wirkung durch die Musik von Hermann 
Ambrosius, die in klarer und reiner Ausdrucksform dieser Dichtung eine 
der musikalischen Kunst gemäße monumental-sinfonische Gestalt gibt. 
Die Neugestaltung eines Geschehens von innen heraus in einer Kunst, die 
ihre eigenen Gesetze hat, wie dies bei der Musik der Fall ist, entsteht nicht 
dadurch, daß man Kompromisse schließt zwischen diesen Gesetzen und 
den durch die Dichtung vorgeschriebenen stimmungsmäßigen oder 
bewegungsmäßigen Grundlagen, sondern die Musik muß auf Grund der 
Dichtung sich von selbst eigengesetzlich gestalten. Hermann Ambrosius 
drückt ihr den Stempel des Neuen auf, das für den Aufbau der 
musikalischen Kunst fruchtbarer sein will, als alle Stilexperimente" ("RRG- 
Presse-Mitteilungen" Nr. 483, 1/X1/35. Blatt 15-16). 


A 162 





1936 
Das Lied der Tat (T: R. Oehring), Kantate für S, T, B, Sprecher, gemCh. 
und Orch (RS Leipzig, 29/1V/36). 
Festmusik für Volksinstrumente (Bremen, 1936, Gaukulturwoche der 
NSDAP Weser-Ems; Karlsruhe, *5/V1/37, Fest der Volksmusik, AEG- 
SinfonieOrch Berlin, Verein zur Förderung der Zupfmusik Berlin, 
Spielgruppe des Konservatoriums der Reichshauptstadt, Dgt. E. G. 
Naumann). 


1937 
Die Leipziger Musiktage 1937 ("Mitteilungsblatt der NS- 
Kulturgemeinde" Leipzig XVI/9, Maien 1937. S. 5-6). 
Zitat: 

"Wie war es doch noch vor wenigen Jahrzehnten mit der Kunst? Von 
Jahr zu Jahr wurde dem deutschen Volke eine andere Mode als das neue 
non plus ultra angepriesen, jedes Jahr wurde ein neues >Genie< entdeckt 
und >gemacht<, und jedes Jahr mußte immer wieder festgestellt werden, 
daß es höchste Zeit wurde, es nächstes Jahr anders zu machen. Und mit 
einer bewundernswerten Geduld blieb das musikliebende Publikum 
dennoch den Konzertsälen treu, immer von dem Willen beseelt, endlich 
doch zu verstehen, was die >neue Musik< eigentlich zu bedeuten hatte, 
und was deren Schöpfer damit besagen wollten. Bis es schließlich offenbar 
wurde, daß die Kunst wie auch viele andere geistige Gebiete ausgenutzt 
werden sollte, um im Volke den Boden für den jüdischen 
Kulturbolschewismus vorzubereiten. Da blieb das Publikum den 
Konzertsälen bei neuen Werken fern, an diesem Ungeist wollte es keinen 
Teil haben. 

Heute ist nun freilich die Sachlage eine völlig andere, auch für den 
Künstler. Er schafft, beseelt von dem Glücksgefühl, ein Berufener zu sein, 
zur Mitarbeit an dem großen kulturellen Aufbauwerk des Neuen Reiches. 
Sein Werk gehört dem Volke, und das Volk kann und darf das Vertrauen 
haben, daß die heutige künstlerische Schaffenskraft im Deutschen Reiche 
im Dienste des Volksganzen steht. Die heutige Kunst soll nicht mehr etwas 
Fremdes für den deutschen Volksgenossen sein. (...)" (S. 5-6). 

*10. Mai 1937: 

Die Leipziger Musiktage, veranstaltet von NSKG und NSG "Kraft 
durch Freude" bieten die 8. Sinfonie für Orch von Ambrosius (UA). 

Fünf Stücke für Bläser. 1. Feierliches Vorspiel - 2. Deutscher Tanz - 3. 
Lied - 4. Deutscher Tanz - 5. Fuge (Teilaufführung: Karlsruhe, *6/V1/37, 
Fest der Dt. Volksmusik, Musikverein Durlach, Dgt. MZF Dankwardt) [VB]. 
In: 

Frisch geblasen! 9. 


1938 
Festliches Vorspiel für Militärmusik (1938; UA: Leipzig, *12/1/39, 
Konzert für das WHW) [EL]. 





1939 
*15. Mai 1939: 

In der Volksmusikveranstaltung der Reichsmusiktage Düsseldorf ist 
Ambrosius mit zwei Werken vertreten: Konzert für zwei Solo-Mandolinen, 
Solo-Mandola und ZupfOrch und "Bunte Folge". 

Musik zum Hörspiel Der Schicksalsweg der Grete Minde von Peter 
Huchel (RS Leipzig, 22/V1/39). 
7. Dezember 1939: 

Das 8. Gewandhauskonzert, Dgt. H. Abendroth, bietet - erstmals - 

die "Deutsche Tanzsuite" von Ambrosius. 


1942 
15. Oktober 1942: 
Das 4. Anrechtskonzert des Gewandhauses Leipzig, Dgt. H. 
Abendroth, bietet die Konzertante Sinfonie für Klavier und Orch von 
Ambrosius (UA); Solist: selbst. 


1943 
Musik für Lebensfeiern, für Orgel (1943) [P]. 


1944 
Feiermusik für Streichquartett (1944) [P]. 
1. Geburtsfeiern: Pastorale - - Danza gagliarda. - 2. Ehefeiern: Canto 
solnenne. - Tempo di Minuetto. - 3. Totenfeiern: Elegia (D-moll). - Marcia 
funebre. - Canto mesto (E-moll). 
Information: DNML, DML, FA, MM2, KDMK (mit nur drei der oben 
genannten Titel), RML, LdCh, LdBl (31988, ohne Todesmeldung), MGGS. 


Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum (T: Wilhelm 
Müller, 1823). 
Vgl. F. Schubert. 
In: 
Heil Hitler! (1933); Wir wollen singen (1933); Liederbuch für Dt. Frauen 
und Jungmädchen-Verbände (1934, nur T, 0onA); Liederbuch der NS- 
Frauenschaften (21933, 41934); Singkamerad (31935, 81937); Deutsche 
Lieder für die Jugend (21935); Was Deutschland singt (1936; nur T, onA); 
Flieger-Liederbuch (1938; nur T, 0nA). 


Ameln, Heinz (Heinrich) 
Kassel, 16. November 1901 - Offenbach, 8. August 1980. 

Sohn eines Privatsprachschuldirektors; 1919 mit einer Wandervogel- 
Hundertschaft beim schlesischen Grenzschutz, 1923 Chorleiter für die 
Jugendmusikbewegung und 1925 Geschäftsführer der Vereinigung zur 
Erhaltung der J ugendburg Ludwigstein. 1929 übernahm er vom Vater die 
Berlitz-Schule in Kassel, siedelte am 1/1X/32 nach Hannover über und 
gründete hier die Berlitzschule, seit 1/1/33 vorübergehend in Kassel und 


A 164 





ab 15/X/33 abermals in Hannover. Seit 1/XI1/41 in Berlin-Grunewald. 1939 
zur Wehrmacht einberufen und ab 1941 mit der kulturellen 
Truppenbetreuung für den Südabschnitt der Ostfront betraut, 1944 in 
sowjet. Kriegsgefangenschaft in Rumänien. 

1946 nach Deutschland entlassen und in Wiesbaden Sprachenlehrer 
an der Sprachenschule des Vaters, hier Kirchenchorleiter an der 
Bergkirche und in Wiesbaden-Bierstadt. Leiter von Singewochen und 
Chorwochenenden der Evangelischen Kirche von Hessen-Nassau. 1950 
Geschäftsführer des Amtes für Kirchenmusik in Frankfurt a. M., hier auch 
wohnhaft, zeitweise verantwortlich für Vorbereitung und musikalische 
Gestaltung der ev. Morgenfeiern im HR. Zuletzt i. R. in Offenbach. 

NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.515.216. 1933-41 Musikreferent bei der 
Gauleitung Südhannover-Braunschweig der NSG "Kraft durch Freude". 
Werkleute singen. Lieder der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" 
(mit Geleitwort vom Reichsleiter der DAF, Dr. Robert Ley), hgb. im Auftrag 
des Gaues Südhannover-Braunschweig von Heinz Ameln (1936) [B = B.A. 
Nr. 999]. Viele Sätze stammen von W. Hensel. 

Im Bibliotheksexemplar der PH Ludwigsburg sind die Seiten 2-4 - 
eben der deutlich NS-belastete Text - herausgeschnitten. 

Titelohne Nummer = nur Text. 

Inhalt: 
1. Hensel: So gelte denn wieder Urväter Sitte. - 2. Deutschland, 
Deutschland, über alles. - 3. Die Fahne hoch. - 4. Melodie 1578, bei 
Valerius: Uns ward das Los gegeben. - 5. auf die gleiche Melodie nach 
Hensels Vorschlag: Wenn alle untreu werden. - Volk ans Gewehr - Brüder 
in Zechen und Gruben. - Brüder, zur Sonne, zur Freiheit. - 6. nach einer 
Melodie von 1836: Es sei mein Herz und Blut geweiht. - 7. F. Dietrich: 
Nimmer wird das Reich zerstöret. Kanon zu 3 Stimmen. - 8. J. Walther, 
1561: Wach auf, wach auf, du deutsches Land. - 9. K. Ameln: Wir wollen 
ein starkes, einiges Reich. - 10. Melodie 1767: Ich habe Lust, im weiten 
Feld. - 11. aus der Arbeitsfront: Markt und Straßen sind voll Jubel. - 12. 
um 1700: Wer jetzig Zeiten leben will. - 13. Hannabach: Wir fragen nicht 
nach Rang und Stand. - 14. E. Sommer: Wir stehn am Werk. - 15. aus der 
Arbeitsfront: Männer der Arbeit. Kanon. - 16. zur Melodie "Wann wir 
schreiten Seit an Seit": Nicht Gerede, nicht Geschrei - 17. Wirdel: 
Wanderer sind wir ins Morgenrot. - 18. W. Rahlfs: Wir sind die Kolonnen 
der Straße, wir roden uns Bahn in das Weit.- 19. Hensel: Wir stehn zu dir 
in Glück und Leid. - 20. Schüler, 1934: Wir alle durch Blut und Boden 
verwandt. - 21. Napiersky: Es dröhnet der Marsch der Kolonne. - 22. 
Spitta: Heilig Vaterland. - 23. Baumann: Wer zur Fahne rennt. - 24. Lied 
und Tonsatz 16. Jh: Wir zogen in das Feld. - 25. Hensel: Die Trommeln 
und die Pfeifen. - 26. Melodie 1556: Unser liebe Fraue vom kalten 
Brunnen. - 27. Fliegendes Blatt, 18. Jh: Sollt ich einem Bauern dienen. - 
28. Regiment sein Straßen zieht. - 29. Zahn: Reiterlied. - 30. Riehl: 
Kameraden, wir marschieren . - 31. aus Hannover: Aus Lüneburg sein's 
wir ausmarschiert. - 32. vom Niederrhein, zur Melodie der "Rewelge": Es 
leben die Soldaten. - 33. im gleichen Ton: Des Morgens zwischen drein 
und vieren. - 34. Melodie von 1915: Herzog Öls. - 35. aus dem 


A 165 





Schönhengstgau: Ein Knab von achtzehn Jahren. - O Straßburg. - 36. aus 
Schwaben: Ein schwarzbraunes Mädchen. - 37. fränkisch: Vivat, jetzt 
gehts ins Feld. - Lippe-Detmold. - 38. in Ostpreußen viel gesungen: Der 
Preußen König. - nach L. Ch. Erk: Ihr lustigen Hannoveraner. - 39. aus 
Flandern: Wer will mit uns nach Island gehn. - 40. aus Nordmähren: Es 
ritten drei Ritter wohl über den Rhein. - 41. aus dem Glatzer Ländchen: 
Glückauf! Der Steiger kommt. - 42. aus Franken und Thüringen: Wir 
Bergleute hauen fein. - 43. Hensel: Kohle, schwarze Kohle graben wir. - 
(Hertzberg): Wir sind die Männer vom Bauernstand. - 44. aus 
Nordmähren: Im Märzen der Bauer (Satz: Hensel). - 45. nach einem alten 
Ansingelied: Guten Tag auch zu diesem Fest. - 46. Melodie überliefert: 
Nun kommen wir gegangen. - 47. alte Melodie aus Böhmen: Die Zeit ist 
reif, es dreht das Sonnenrad. - 48. Gläser, 1791: Flamme empor! - 49. 
Chr. Praetorius, 1574: Flamme empor. Kanon zu 4 Stimmen. - 50. F. 
Dietrich: Flamme lodre. Kanon zu 2 Stimmen. - 51. in der DAF 
entstanden: Wo wir auch weilen. Kanon der KdF-Urlauber. - 52. Valerius, 
1626: Wir treten zum Beten. - 53. nach Silcher, 1836: Kein seligr Tod ist 
in der Welt. - 54. aus dem Paderborner Gesangbuch, 1617: Der grimmig 
Tod mit seinem Pfeil. - 55. Fliegendes Blatt, 1638: Es ist ein Schnitter. - 
56. Gneist: Es tagt, der Sonne Morgenstrahl. - 57. Hensel: Wohlauf, 
wohlan! - 58. Mitteldeutschland: Ade zur guten Nacht. - 59. in ganz 
Deutschland: Kein schöner Land in dieser Zeit. - 60. 17. Jh: Hört, ihr 
Herrn! - 61. J. A. P. Schulz: Der Mond ist aufgegangen. - 62. OÖ. Rummel: 
Der Tag steht an der Wende. - 63. um 1600: Der Winter ist vergangen. - 
64. aus dem Rheinland: Jetzt fängt das neue Frühjahr an. - 65. 16. Jh: 
So treiben wir den Winter aus. - 66. aus Bayern und Franken: Heut ist ein 
freudenreicher Tag. - 67. aus Franken: Auf, du junger Wandersmann. - 68. 
W. Hensel: Jetzt geht es in die Welt. - 69. aus Mitteldeutschland: Es, es, 
es und es. - 70. in ganz Deutschland verbreitet: Gehn wir mal in grünen 
Wald. Kanon. - Auf der Lüneburger Heide. - 71. Hensel: Wie lustig ist's im 
schönen, grünen Wald. Kanon. - 72. Nordböhmen: Mein Büchslein am 
Arm. - Der Jäger in dem grünen Wald. - Ein Jäger aus Churpfalz. - 73. aus 
Mitteldeutschland: Es blies ein Jäger wohl in sein Horn. - 74. 
niederdeutsch: Gut'n Abend, gut'n Abend. - 75. mdl. überliefert: Froh zu 
sein. - 76. Melodie überliefert: (Quodlibet) So geht es im Schnützelputz 
Häusel. - 77. Schlensog: Laß regnen. Kanon. - 78. mdl. überliefert: Ich 
armes welsches Teuflein. - 79. mdl. überliefert: Schlaget eine Nachtigall . 
- 80. K. G. Hering: C-a-f-f-e-e. Kanon. - 81. F. Dietrich: Ein Ochs ging auf 
die Wiese. Kanon. - 82. Dietrich: Der Müller tut mahlen. Kanon. - 83. aus 
dem Bergischen: Auf einem Baum ein Kuckuck. - 84. aus Pommern: Ich 
will euch erzählen. - 85. Rundgesang, 1609: Ihr lieben Brüder mein. - 86. 
norddeutsch: Von'n Pastor sin Kauh. - 87. fränkisch: Wie sind mir meine 
Stiefel geschwolln. - 88. Tanzlied, Dithmarschen: Ich weiß ein fein brauns 
Mägdelein. - 99. Nordböhmen: Jetzt fahrn wir übern See. - 90. 
Schönhengstgau: Es wollt ein Fuhrmann fahren. 

Satz: F. Dietrich (12, 29), W. Hensel (42, 48), ©. Rummel (62). 
Nachwort: 

"Die Frage nach der Notwendigkeit der Herausgabe eines >KdF<- 


A 166 





Liederbuches wird von all denen, die in der volkskulturellen Arbeit in der 
NS-Gemeinschaft >KdF< stehen, ohne weiteres bejaht werden. Den sich 
aus der Feierabendgestaltung des schaffenden Menschen ergebenden 
Anforderungen sind die vorhandenen Liederbücher nur teilweise 
gewachsen. Wir benötigen aber gerade in der KdF-Arbeit eine 
Liederauswahl, die den noch nicht lange in der volkskulturellen Arbeit 
stehenden Helfern richtungweisend an die Hand gegeben werden kann. Es 
versteht sich, daß dem einstimmigen Lied der Vorzug gegeben wurde, weil 
ja für die KdF-Singkreise vornehmste Aufgabe ist, das erarbeitete Liedgut 
an die Betriebs- oder Dorfgemeinschaft weiterzugeben und Wegbereiter 
für die >singende Gemeinschaft< zu sein. Daneben wurden auch die 
besonderen Aufgaben der Werkscharen, der kulturellen Kerntruppen in 
den Betrieben, berücksichtigt und zur Anregung einige mehrstimmige 
Sätze aufgenommen. Diese Sätze stammen meist von Walther Hensel, 
dem wir für seine jahrelange Pionierarbeit auf dem Gebiete des deutschen 
Volksliedes gerade heute besonders zu danken haben. 

Die getroffene Auswahl der Lieder erfolgte auf Grund der 
Erfahrungen in der Liedarbeit der letzten beiden Jahre im Gau 
Südhannover-Braunschweig. Das hierbei Erreichte ist der tatkräftigen 
Mithilfe der NS-Formationen und der DSB-Chöre bei den 
Gemeinschaftssingen wesentlich zu verdanken. Ihnen möge dieses 
Liederheft, das unter Mitarbeit von Dr. Konrad Ameln herausgegeben 
wurde, ein Zeichen des Fortschreitens der Arbeit und damit ein Dank für 
ihren Einsatz zum Besten des deutschen Liedes sein. 

Hannover, im April 1936 / Heinz Ameln" (S. 61). 
September 1936, Besprechung: 

"Ein in der Auswahl gediegenes Liederheft, das neben dem 
deutschen Volkslied der Vergangenheit neue Kampf- und Bekenntnislieder 
und andere neue Weisen auf zeitnahe Texte bringt. Verwunderlich bleibt, 
daß in einem für die Deutsche Arbeitsfront bestimmten Liederbuch so 
wenig von unseren schönen und oft fröhlichen Handwerkerliedern zu 
finden ist" (Walter Rein: Werkleute singen. "Die Musikpflege" VII/6, 
September 1936. S. 265). 

Information: Helga Holle, Tochter von Heinz Ameln, beantwortete 
eine Anfrage vom 26/IIl/98 erst ein halbes Jahr später; der Leiter des 
Stadtarchivs Lüdenscheid, Dieter Saal, beschaffte inzwischen 
dankenswerterweise Ort und Datum des Ablebens von Heinz Ameln. 


Ameln, Konrad 
Neuß, 6. Juli 1899 - Lüdenscheid, 1. September 1994. 

Sohn eines Direktors, Dr. phil. Freiburg i. Br. 1924 (Beiträge zur 
Geschichte der Melodien "Innsbruck, ich muß dich lassen" und "Ach Gott, 
vom Himmel zieh darein"); Musikpädagoge, Komponist, Herausgeber und 
Musikschriftsteller, zunächst Dozent für Musik an der PA Elbing, 1932 an 
der PA Dortmund, 1933 nimmt Ameln an der Führerkonferenz der beiden 
Zweige der Jugendmusikbewegung mit W. Blankenburg, F. Jöde, H. Just, 
Katharina Liegnitz, F. Reusch, K. Vötterle und Hermann Zenck teil, die so 


A 167 





"im neuen Reich" zusammengefaßt werden sollen. 1933 jedoch aus 
politischen Gründen beurlaubt. 1935 Chordirigent und Orchesterleiter in 
Lüdenscheid, auch Leiter von Singwochen des Arbeitskreises für 
Hausmusik; 1939-45 bei der Waffen-SS Kriegsteilnehmer . 

Nach 1945 in Lüdenscheid führend im Arbeitskreis für Hausmusik 
und bis 1973 Leiter des Kammerorchesters der Lüdenscheider 
Musikvereinigung. 1949-1957 Dozent an der Landeskirchenmusikschule 
Hannover und Rheinland. 

Werke: u. a. Ausgaben alter Musik; "Das Morgenlied". Gesammelt und 
mit einer Einführung in die Bedeutung und Geschichte der Morgenfeier, 
hgb. von K. und Thomas Ameln (1927). 
NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.261.371, auf Antrag vom 15/V1/37. 
Das Lied vom neuen Reich: Wir wollen ein starkes, einiges Reich, 
wofür unsre Väter gefallen (T: H. Claudius, 1933), für 3 gleiche Stimmen 
(1934) [B]. 
Textprobe (Refrain der 2. Strophe): 

"Dafür marschieren wir, ich und du, 

und hunderttausende dazu. 

Und wollen dafür sterben". 
In: 
Wohlauf Kameraden! (1934); Das Männerlied 14 (1934); "Fränkische 
Sängerzeitung" IX/14 (15/V11/34, S. 150); Kameraden, wir marschieren 
(1935); Glück ab, Kameraden! (1935); Deutsches Frauenliederbuch 
(1935); Werkleute singen (1936); Neue Lieder des deutschen Volkes 2 
(1936); Unser das Land (1937); Singkamerad, Anhang München (1939); 
Der junge Chor 1 (1940); Volksliedsingen im Schulfunk 21 (Januar 1940). 
16. Mai 1933, Vorgabe: 

"(...) Sie wissen, dass die >Singgemeinde< als ein Organ des aus 
der Böhmerland-Bewegung herausgewachsenen >Finkensteiner Bundes< 
von Anbeginn eine völkische und nationale Haltung eingenommen hat und 
dass diese sich in unserer Einstellung zu allen Fragen der Volksmusik stets 
ausgewirkt hat. Diese stille völkische Arbeit ist unter einer sozialistischen 
Regierung stets durchgeführt worden und war damals nicht nur schwierig, 
sondern auch besonders notwendig. Es wäre aber meiner Ueberzeugung 
nach falsch zu glauben, dass sie heute minder wichtig oder gar überflüssig 
geworden sei. Vielmehr halte ich sie jetzt für nötiger als je, denn wenn 
jetzt nicht der nationalen Führung eine von unten her aufbauende Arbeit 
für unser Volkstum entgegenkommt, dann besteht die grosse Gefahr, dass 
die äusserlich >Gleichgeschalteten< das Wesen unseres Volkes 
bestimmen, dass wir in dem äusserlichen nationalen >Betrieb< stecken 
bleiben und der von den Führern gewollte nationale Aufbau nicht gelingt, 
weil er von der Gefolgschaft vielfach nicht begriffen wird. 

Ich glaube, dass wir deshalb ein gewisses Recht haben, uns als 
Mitkämpfer zu fühlen, die es nicht nötig haben, sich heute äusserlich 
gleichzuschalten, wie dies beispielsweise einige Leute aus dem Kreis um 
Jöde zu tun versuchen, dass wir auch nicht in den aufgeregte Ton der 
Tagespresse zu verfallen brauchen, sonderen in aller Ruhe und Festigkeit 
sagen sollten, was wir im gegenwärtigen Augenblick zu sagen haben. (...)" 


A 168 





(Konrad Ameln an Hugo Distler, 16/V/33. Quelle: Stiftung Konrad Ameln, 
Sängermuseum Feuchtwangen). 
15. Juli 1934, Empfehlung: 

"Das Lied vom neuen Reich. 

Zu dem glaubensstarken Lied von Hermann Claudius, dem als 
Dichter bekannten Enkel des Wandsbecker Boten Matthias Claudius, schuf 
eine aus der Singwochenarbeit des >Reichsbundes Volkstum und Heimat< 
bekannte Persönlichkeit, Konrad Ameln, eine eindrucksvolle Weise" 
("Fränkische Sängerzeitung" IX/14, 15/V11/34. S. 150). 

Unsern Toten, die fürs Vaterland gefallen (T: H. Claudius). Chorlied 
zum Gedächtnis der Gefallenen, einstimmig (1935) [B]. 

Feuersprüche (Texte: G. Stammler) (1935) [B]. 

In: 

Singend wollen wir marschieren (21936). 

Feuerspruch: Mein erster Spruch heißt: Heil dem Manne, der nicht dem 
Wind vertraut wie diese Glut! (T: G. Stammler), für Vorsänger oder 
einstimm. Chor. Aus: "Feuersprüche". 

Textprobe (4. Strophe): 

"So sage ich Heil! Heil allem Offenbaren, 

das aus des Lebens reiner Tiefe stammt! 

Heil jedem Brand, der durch die Not zum Klaren, 

aus Qualm und Asche in den Himmel flammt!" 
In: 
Deutsches Frauenliederbuch (1935); Neue Lieder des deutschen Volkes 14 
(1936); DSB, Singendes Volk 27 (1938). 
Werkleute singen. Lieder der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" 
(1936), hgb. von Heinz Ameln. Mitarbeit: Konrad Ameln. 


Rückblick, 1963: 

"Es erschien damals am 3. I. 33 in der National-Zeitung (Essen, 
Dortmund, Münster u. a. Orten) unter der Überschrift >Personalpolitik an 
der Pädagogischen Akademie< ein Artikel, der unter Berufung auf das 
Buch von Walter Kühn, >Die deutsche Tonkunst im Aufbau der deutschen 
Kultur<, mich als unfähigen >Musikpädagogen< bezeichnete, den 
angeblich die Studenten >ganz offiziell< ablehnten. In Wirklichkeit hatte 
ich aber - gemeinsam mit anderen Dozenten, z. B. Hermann Schafft, Hans 
Pflug u. a. - mich gegen die Machenschaften der Anhänger des 
Nationalsozialismus gewehrt. Bei der sog. Machtergreifung wurden wir 
dann zeitweise von SA in Haft genommen, später >beurlaubt< und 
schließlich aufgrund des >Gesetzes zur Wiederherstellung des 
Berufsbeamtentums< entlassen" (Konrad Ameln an Fred K. Prieberg, 
16/VI11/63). 

Information: DML, FA, MM2, KDMK (ohne Angabe von Werktiteln), 
RML, LdCh, MGG. 





Am Holderstrauch. Volkslied aus Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Am kühlen Strande. Volkslied aus Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Am Morgen, am Morgen, da wandert sichs so schön. Soldatenlied 
nach dem Manöver, onA. 


In: 
Soldatenlieder (1934). 


Am Necker, am Necker, dö ischt a jedes gern (T: Friedrich Richter, 
1811-1865). Aus Schwaben, für 2 Singstimmen. 
In: 
Lieder für die Grundschule (1938); Schwäbisches Liederbuch (*1938). 


Am Ural, da bin ich geboren, bin eines Kosaken Sohn. Wort und 
Melodie aus der Wetterau, 1892. Titel: Kosakenlied oder Ambrosius, der 
brave Kosake. 

In: 
Heijo, der Fahrwind weht (1933); Der Kilometerstein (31937). 


Am Walde, da kam ich vorüber. Volkslied aus Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Am Weihnachtsbaume die Lichter brennen; wie glänzt er 
festlich, lieb und mild (T: Hermann Kletke, 1841). Titel: 
Weihnachtsspruch. 

In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934; nur T). 


Anacker, Walter 


Nun hebt ein neuer Frühling an (T: H. Anacker). Eine kleine 
Feierkantate für mehrstimm. Mannschaftschor, Bläser, Pauken (auch 
Trommeln) und Sprecher (1939) [ZVNSDAP]. 

Lied der Panzerdivision: Der dunklen Wagen lange Reih, die 


A 


170 





Panzerdivision (T: Hugo Fischer). Kriegslied. 
Textprobe (3. Strophe): 


In: 


"Die Division liegt vorne an 

mit Schneid und mit Gewalt. 

- Der Panzer ist des Führers Mann; 
nicht Panne gibts noch Halt! 

Marie, Marie, das Herz wird warm. 
Zu Ende geht der Krieg. 

Dann legt das Glück dir in den Arm 
den Panzer und den Sieg". 


Neue Kriegslieder (1940). 


Matrosenliebe: Der Ozean, das ist kein Teller Suppe (T: M. Barthel). 


Kriegslied. 
In: 


Blaujacken-Lieder (1941). 
Englandflug: Gepanzert in schimmernde Wehre (eigener T). Kriegslied. 
Fassung: G. Pallmann. 


In: 


Volk in Waffen (1941). 


Willst du der letzte sein?: Der Würfel ist gefallen (T: H. Fischer). 
Kriegslied. 


Textprobe (1. und 3. Strophe): 


In: 


"(...) die Fehde angesagt; 
den Frieden uns zu stören, 
hat Rußland frech gewagt. 
Die Juden und die Yankees 
und Englands Krämerpack, 
die soll der Teufel holen! 
Wir tun sie in den Sack, ja Sack. 


Ihr Männer und ihr Frauen 

im weiten deutschen Reich, 

ihr Buben und ihr Mädel: 

Wer tuts dem Führer gleich? 

Er trägt für uns das Schwerste, 
wer tritt da noch nicht ein, 

der Führer ist der Erste, 

willst du der Letzte sein?" 


Landser-Lieder (1942). 


An blauer Ostsee weißem Strand, wo rauh die Winde wehen, 
liegt Pommern (T: Ulrich Schmidt, Flieger-Ortsgruppe Stralsund), zur 


Melodie "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" (Becker). 


In: 


Flieger-Lieder, Flieger-Landesgruppe II (1934); (1934; nur T). 





Anday, Rosette 
Budapest, 22. Dezember 1902 - Wien, 18. September 1977. 
Tochter eines Universitätsprofessors; Schülerin u. a. von E. Hubay, seit 
1921 Opernsängerin (Alt) an der Staatsoper Wien, 1932 Österreich. 
Kammersängerin. 

Von Brückner/Rock als J üdin denunziert. 

1938 in Emigration, ab 1945-61 wieder an der Wiener Staatsoper, 
zuletzt i. R., Trägerin des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die 
Republik Österreich. 

Information: DML, FA, KDMK, RMLE. Das DBJ 1941, Register, 
verzeichnet die Sängerin als Mitglied der Städtischen Wiener Volksoper, 
doch ist sie hier nicht erwähnt. 


An den Rhein, an den Rhein, zieh' nicht an den Rhein, mein Sohn. 
In: 
Flieger-Liederbuch (1938; nur T, 0onA). 


An der böhmischen Grenz hats an Fuhrmann verwaht. Scherzlied 
aus Bayern. 
In: 
Der Kilometerstein (51937). 


Anderluh, Anton 

Klagenfurt/ Kärnten, 11. März 1896 - Klagenfurt (A), 4. Januar 1975. 
Sohn eines Werkführers; Musikpädagoge und Volksliedforscher in 
Klagenfurt, Oberstudienrat, 1930 Veranstalter bzw. Leiter von Singwochen 
in Tanzenberg, ab 1932 am Turnersee, 1935-37 in Drauhofen, dann auch 
in Klagenfurt; seit 1922 Musiklehrer an der Bundes-LBA (Lehrer- und 
Lehrerinnen-Akademie), später dessen Direktor bis 1945, Bratschist im 
Klagenfurter Streichquartett und Musikreferent der "Klagenfurter 
Zeitung", 1939 vorübergehend zur Wehrmacht eingezogen, zuletzt 
Hauptmann. 

Nach 1945 weiterhin in Klagenfurt, Lehrer an der Realschule und am 
Realgymnasium. Vom österr. Bundespräsidenten mit dem Titel Professor 
geehrt. 

Werke: Bearbeitung und Edition kärntner Volksmusik, so 30 
Kärntnerlieder, für gemischten Viergesang gesetzt (Wien, 1937), Lieder 
und Tänze aus Kärnten (Klagenfurt, 1942) und Kärntner Lieder für 3 
gleiche Stimmen (Wien, 1942), auch "Kärntens Volksliederschatz" in zwölf 
Bänden (Klagenfurt, 1960-1974); Bühnenmusik; Lieder, so 
Kindergartenlieder (1953); Präludien und Fugen für Orgel; Aufsätze über 
Volkslied und Volksmusik in Kärnten. 


NSDAP seit 1/V/38, Nr. 6.161.770, auf Antrag vom 19/V/38. 1939-45 
Landesleiter der RMK Gau Kärnten, und Beauftragter des Gauleiters für 


A 172 





das Kärntner Musikschulwerk, Leiter des Gauausschusses für Volksmusik 
in Kärnten, u. a. im August/ September 1938 Dozent bei der 
volkskundlichen Schulungswoche der NSG "Kraft durch Freude", Gau 
Kärnten, in Drauhofen. 
Volkslied und Schule ("Das deutsche Volkslied" XL/1-2, Januar-Februar 
1938). 
Zitat: 

"(...) Der Volksschullehrer und alle Singlehrer unseres Volkes haben 
im Volksliede aufzuwachsen, haben mit ihm groß und reif zu werden, 
haben, wenn sie als Jünger unter das Volk gehen, aus vollen Händen und 
übervollem Herzen zu schenken. Sie alle haben vom heiligen Feuer wahrer 
Liebe zu unserem Volksliede zu lodern, denn nur wer brennt, kann 
zünden. Der Lehrer ist der Mittler zwischen den Geschlechtern, er hat den 
Faden wieder zu knüpfen, wenn er gerissen, er hat der Wahrer des Guten 
und aller wirklichen Werte unseres Volkes zu sein. Er hat die Wahl, in 
seine Hand ist das Schicksal unserer Volkslieder gelegt, und für die 
Jugend, für das Volk ist das Beste gut genug" (S. 6). 
Lieder aus Kärnten für unsere Soldaten, hgb. von A. Anderluh 
(Klagenfurt, 1941). 

Information: DML, FA. 


Anders, Erich 
Teutschenthal bei Halle, 29. August 1883 - Hamburg, 8. Januar 1955. 

Pseudonym von Erich Freiherr Wolff von Gudenberg, Sohn eines 
Gelehrten; Schüler u. a. von M. Reger; 1923-24 in Berlin Musikreferent im 
Reichsinnenministerium, 25-26 Pressechef der Städt. Oper, später 
zunächst 1933/34 Intendant des Altmärk. Landestheaters Stendal, dann 
wieder in Berlin Komponist und Disponent des Bühnennachweises für 
Kapellmeister, auch selbständiger Bühnenvermittler. 

1945-48 Leiter der Konzertdirektion J. A. Böhme in Hamburg, 
danach freischaffend. 
Werke: die Opern "Venezia" Op. 16 (Frankfurt a. M., 1917), "Anselmo" 
Op. 18, "Mandragola" Op. 19, "Tod und Leben" Op. 25 (Szene für Musik; 
Hannover, 1920), "Kormak", "Maria" (auf eigene Dichtung, 1934); 
Schauspielmusik; Lieder, so auf Texte von Arno Holz, R. Euringer, St. 
George (1940); Streichquartett; Suiten und andere Orchesterwerke, so 
"Figaro-Figurinen" Op. 65 (1936), Gotische Rhapsodie Op. 73 und 
"Rokoko-Miniaturen" Op. 81 (1939); Instrumentalkonzerte, so 
Oboenkonzert Op. 68 (1937); auch Opernbearbeitungen. 


NSDAP seit 1/1/32, Nr. 893.993; Referent der RMK, Fachschaft Dirigenten, 
1935 Abteilungsleiter in der RTK. 

Musik zum Hörspiel Horst Wessel von Paul Beyer nach dem Buch von H. 
H. Ewers (RSdg, *20/1V/33). 

Im Dom. Bekenntnislied für Bariton und Orch (Schles. FSt., *1/V/33; 
FSt. Berlin, 7/VII/33, zur Sendung "Neue vaterländische Lieder"). 


A 173 





28. Oktober 1935: 

Das 1. städt. Kammerkonzert im Alten Rathaussaal zu Dortmund, 
Dgt. W. Sieben, bietet - "zum ersten Male"- die "Spitzwegbilder" von 
Anders für Tenor und Orch. 
17. November 1937: 

Das 2. Sinfoniekonzert der Weimarischen Staatskapelle, Dgt. Paul 
Sixt, bietet das Capriccio von Anders (UA). 

Op. 76. Landsknechtskantate: Die wilden Magdelin laß ich stahn (T: R. 
Euringer), für Bariton und Orch (1938; UrS: RS Köln, 20/V1/38) [ZL]. 
*16. Mai 1939: 

Zu den Reichsmusiktagen 1939 in Düsseldorf bietet das Städt. Orch 
Essen, Dgt. A. Bittner, das Konzert für Oboe und Orch Op. 68 
(Neufassung) von Anders. Solist: Baptist Schlee (Oboe). 

1. Februar 1940: 

Das Städt. Orch Zwickau, Dgt. K. Barth, bietet "Figaro-Figurinen" 
Op. 65 von Anders. 

18. November 1940: 

Das 2. Sinfoniekonzert des Dt. Nationaltheaters Osnabrück, Dgt. 
Willy Krauß, bietet - erstmals - "Rokoko-Miniaturen" von Anders. 

5. Dezember 1940: 

Ein Städt. Konzert in Zwickau, Dgt. K. Barth, bietet Konzertino für 
Orch von Anders (UA). 

9. Dezember 1940: 

Das 4. Anrechtskonzert der Stadt Flensburg, Dogt. Otto Miehler, 
bietet - "zum ersten Male" - "Spitzwegbilder" von Anders. 
10. März 1941: 

Das 4. Sinfoniekonzert der Gauhauptstadt Posen, Dgt. H. Roessert, 
bietet "Spitzwegbilder" von Anders; Solist: H. Roswaenge. 

1944: 
Peter Raabe dirigiert auf Schloß Burg die Schloßmusik Op. 97 (UA). 
Information: DNML, DML (Geburtsdatum: 29/VII), FA, MM2, KDMK, 
RML, LdCh, MGGS. 


An der Saale hellem Strande siehe: F. E. Fesca 


Andersch, Hans Günther 
Breslau, 3. Dezember 1906 - ? 
Schüler von L. Kreutzer und L. Schrattenholz, Pianist und Musiklehrer in 
Berlin-Steglitz, Thorwaldsenstr. 36 (1937). Während des Krieges zur 
Wehrmacht einberufen, zuletzt - Stand 27/1X/44 - Stammkompanie des 
Panzer-Pionier-Ersatz-Btl. 208. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Ein einig Volk. Marsch (RS Breslau, *2/X/38, 17/X/38). 
Information: FA. Laut WASt (9/VI/00) keine weitere Nachricht. 


A 174 





An der Weichsel. Marsch. 
In: 
Deutsche Soldaten-Liedermärsche 2 (1933). 


An der Weichsel gegen Osten da stand ein Soldat auf Posten (T: 
volkstümlich). Soldatenlied, Melodie nach 1831. Titel: Auf Posten. 

Das Kopfthema diente dem Sender Danzig 1934 als Pausenzeichen. 
Textprobe (4. und 5. Strophe): 

">Bist du treu dem Vaterlande, 

so gibt mir einen Kuß zum Pfande<. 

>\Wirst vom Pferd absteigen müssen, 

wenn du meinen Mund willst küssen<. 


>Küssen muß ich dich auf Posten, 

soll es gleich mein Leben kosten. 

EiÄ, so mag uns Gott bewahren 

vor so vielen Feindesscharen<." 
In: 
Deutsche Wehr- und Soldatenlieder (1933); Deutschland über alles! 2 
(1934); Jungdeutschlands Lieder (1934); Soldatenlieder (1934); 
Soldaten-Liederbuch (1936); Soldaten singen alte und neue Lieder 
(1937); Neues Deutschland 2 (1937); Singen (?1937); Soldaten- 
Liederbuch (1938); Kameradschafts-Lieder (1939; nur T); Alte und neue 
Soldatenlieder (1940). 


An der Weichsel gegen Osten stand ein Hitlermann auf Posten. 
"Altes Soldatenlied", Titel "Auf Posten". Textparodie, Melodie des vorigen. 
In: 

Schlesisches SA-Liederbuch (31933; nur T, Variante: "An der Oder"); 
Deutsche Kampf- und Volkslieder (1933). 


An die Abendsonne = Goldne Abendsonne 


An die deutsche Nation = Frisch auf in Gottes Namen 


An die Knarren, auf die Karren! (T: Winter, Motorsturm 6/M 10). 
Eingereicht zum SA-Sturmlieder-Wettbewerb. Einstimmig und mit 
Klavierbegleitung [VV]. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Über Felder, durch die Wälder braust die M.S.A. 
Kleine Pannen, große Kannen, Spiritus ist da. 
Platzt auch hinten mal der Schlauch, 

valleri juchheirassa, besser dort 


A 1785 





als vorn im Bauch, valleri, juchhei!" 
M.S.A. = Motor-SA. 
In: 
Lieder der Pommerschen SA (31934). 


An die Mutter = Wenn du noch eine Mutter hast 


An die Natur = Süße heilige Natur 


Anding, Johann Michael 
1810 - 1879 


Mein Vater war ein Wandersmann und mir steckt's auch im Blut (T: 
Friedrich Sigismund).Wanderlied. 

In: 

Deutsche Lieder (1940). 


Andre, Johann 
1741 - 1799 
Bekränzt mit Laub (T: M. Claudius). 


In: 
Singende Mannschaft (1940). 


Andre, Ludwig 


1858 - 1924 
Unter deutscher Flagge. Marsch (u. a. SWF, 16/V/33; Schles. FSt., 28/ 
V/33). 
Andreas Hofer = Zu Mantua in Banden 
Andreas Hofers Abschied (vom Leben) = Ach Himm!l, es ist 


verspielt. 


Andreß, Walter Josef 
Wien, 2. Februar 1904 - Wien, 2. Juli 1932. 
Sohn des Obmanns des Männerchors der Wiener Staatsoper, Klarinettist 
und Komponist in Wien, bis 1935 auch Theaterkapellmeister und 
Gastdirigent. 
Auch nach 1945 in Wien, zuletzt i. R. 


A 176 





Werke: u. a. "Matteo Falcone", Oper, Op. 56; Prolog Op. 40; Sinfonien. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Kriegsmarsch (RS Wien, 28/111/40). 
Information: KDMK (mit falschem Nachnamen: Andres). 


An einem Bach, der da rauschend floß. Volkslied aus Hessen. 


In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


An einem Bach, der rauschend schoß. Aus Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


An einem schönen Morgen, an einem Montag sehr früh, da sah 
ich die schöne Mallone. Spinnstubenlied aus Loschkeim, Kissitten, Liesken 
und Kanoten, Ostpreußen, um 1930 aufgezeichnet. Titel: Die schöne 
Mallone. 

In: 
Unser das Land (1937). 


An einem Sonntagmorgen in aller Herrgottsfruah. Wanderlied, 
oNA. 
In: 
Heijo, der Fahrwind weht (1933). 


An Gamsbock han i g'schoss'n. Jägerlied. Titel: Der lustige 
Schütz. 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Anger, Pepi (Josef) 
Graslitz/ Böhmen (Österreich), 21. Februar 1887 - ? 
Kapellmeister, Leiter des Saxofonorchesters der Firma V. Köhlerts Söhne 
in Hübelpeint bei Graslitz/Sudetenland; auch Leiter des MZ der 
Kameradschaft "Kyffhäuser-Bund 1858" (1/38). 


NSDAP seit 1/X1/38, Nr. 6.645.747, auf Antrag vom 5/1/39. 
Egerländer Liedermarsch, für SaxofonOrch (RS München, 20/V/39, aus 
Bayreuth). 

Der Titel feiert die von Hitler erzwungene Abtretung des 


A 177 





Sudetenlandes durch die Tschechoslowakei im Oktober 1938. 
Information: Keine weitere Nachricht; das damalige Graslitz gehört 
wieder zu Tschechien 


Anheisser, Siegfried 
Düsseldorf, 9. Februar 1881 - Berlin, 16. Juni 1938. 
Dr. phil., Musikforscher, Dramaturg und Oberspielleiter in Köln, bis 1933 
auch Sendeleiter des Westdeutschen Rundfunks (Werag), dann in Berlin 
Übersetzer französischer und italienischer Opernlibretti. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Eindeutschungen und Neuübersetzungen jüdischer oder von Juden 
bearbeiteter Operntexte, z. B. zu Werken Mozarts. 

1935, Förderung: 

"So fördert die NS.-Kulturgemeinde die Neubearbeitungen 
Mozartscher Opern durch Siegfried Anheißer, der in vorbildlicher Weise 
auch den von jüdischen Librettisten geschriebenen Text erneuert und von 
semitischen Floskeln befreit hat" (Walter Stang: "Grundlagen 
nationalsozialistischer Kulturpflege". Berlin, 1935. S. 31). 

Stang war Amtsleiter des Amtes für Kunstpflege in der Reichsleitung 
der NSDAP und Leiter der NSKG. Das Zitat stammt aus seiner Rede zur 
Eröffnung der 2. Kulturtagung der Reichstagung der NSKG 1935 in 
Düsseldorf. 

17. Februar 1937, Anheißers Kampf: 

"Es denkt in Deutschland kein Mensch daran, die alten Da-Ponte- 
Texte durch neue zu ersetzen, ebensowenig wie etwa den der 
>Zauberflöte< mit ihren freimaurerischen Anklängen. Es handelt sich um 
die deutschen Übersetzungen der italienischen Texte Da Pontes, die von 
Hermann Levi, einem Juden, stammen, und die wie fast alle älteren 
Opernübersetzungen sehr schlecht sind. Das ist von je allgemein 
anerkannt worden, ja diese elenden Opernübersetzungen haben für uns 
den schrecklichen Begriff des >Operndeutschs< entstehen lassen. So gilt 
auch Anheißers Kampf seit etwa zwölf Jahren der Ausrottung dieses 
Operndeutschs (...). 

Daß der frühere schlechte Übersetzer des Deutschen Mozart der 
Jude Hermann Levi ist, kann uns in unserm Kampfe nur bestärken; ist 
doch auch Anheißers Erneuerungswerk von je durch Juden und 
J udengenossen angegriffen worden! - Und jeder Deutsche wird uns 
beipflichten, daß es heute wirklich als >ein Schandfleck für Deutschland< 
anzusehen ist, wenn es immer noch deutsche Bühnen gibt, die die 
schlechten Levischen Übersetzungen spielen, wo eine gute deutsche 
Übersetzung vorliegt, nur, weil in ihren Mauern >mehr oder weniger 
“Prominente” verzweifelt vor dem Umlernen bangen, mit einigen ewig 
Gestrigen den Namen ihres Schutzpatrons Levi auf die Türen malen und 
mit dem Worte “ Tradition’, auf deutsch Schlendrian, dem frischen Luftzug 
deutschen Geistes jede Ritze verstopfen möchten<." ("Gleichgeschalteter 
Mozart". Deutsche Theater-Zeitung" Nr. 21, 17/11/37; in Anlehnung an: 


A 178 





"VB", 13/11/37). 

Hat Casanova am Textbuch von Mozarts "Don Giovanni" 
mitgearbeitet? ("Die Musik" XXX/5, Februar 1938. S. 303). 
Februar 1938, Belanglos: 

" Es ist auch belanglos, daß Mozarts >Don Giovanni< oder >Cosi fan 
tutte< unter Mitwirkung des Juden da Ponte als Textschreiber entstanden. 
Abgesehen davon, daß hier nicht nur die Musik, sondern ebenso der Text 
den Stempel mozartischen Geistes trägt, während der Jude nur 
Handlangerdienste geleistet hat, wäre auch bei einer anderen Sachlage 
ein Angriff auf diese Werte abwegig. Es überschreitet die Grenze des 
Zulässigen in jedem Falle, wenn tantiemehungrige Bearbeiter sich klüger 
dünken als eins der größten musikdramatischen Genies und ganz oder 
teilweise veränderte Handlungen unterlegen und überhaupt mit dem 
überlieferten Organismus des Werkes nach Gutdünken verfahren. Hier ist 
eine Lücke im Schutzsystem für das Kunstwerk, die möglichst bald 
geschlossen werden muß" (Herbert Gerigk: Musikpolitische Rundschau. 
"NS-Monatshefte" 1X/83, Februar 1938. S. 182). 

16. Dezember 1938, Ablehnung: 

"Dr. Lange verwies darauf, daß auch der Minister bereits aufgrund 
des Vortrages von Dr. Drewes die Angelegenheit geprüft und gebilligt 
habe. Er stützte sich ferner darauf, daß für das Ministerium die Ablehnung 
Anheissers durch einige prominente Theaterleiter, er nannte Tietjen und 
Clemens Krauss, bestimmend gewesen sei für die Ablehnung Anheissers. 
Mein Einwand, daß wir uns seit Jahren vergeblich darum bemühen, die 
Argumente dieser Künstler gegen Anheissser kennen zu lernen, glaubte 
Dr. Lange damit entkräftigen zu können, daß die Künstler der Praxis eben 
nicht gewohnt seien, ihre Gedanken konkret zu benennen. 

(...) Er war sehr überrascht von mir zu hören, daß ich im Anschluß 
an das soeben erschienene nachgelassene Buch von Anheisser, in dem er 
sich in streng wissenschaftlicher Weise mit sämtlichen bisherigen 
Mozartübersetzungen auseinandersetzt, eine erneute Propagierung 
Anheissers in weltanschaulicher und kulturpolitischer Richtung vorbereite. 
Er fürchte, daß damit ein Gegensatz zu der Entscheidung des 
Propagandaministeriums in Erscheinung treten könne" (Betrifft: 
Mozartübersetzungen. Bericht von Dr. Gerigk über ein Gespräch mit Dr. 
Lange, 16/X11/38. Quelle: BA NS 8/ 243. Blatt 5). 

Fritz Chlodwig Lange war neuer Referent für musikal. Opernfragen 
in Abt. M des RMVP. In der Frage der "Entjudung" Mozarts stimmten 
Goebbels und Rosenberg überein, stritten aber um die Kompetenz. Dieser 
setzte mit eifriger Hilfe Gerigks auf Anheisser, jener auf die neue 
Übersetzung von Schünemann. Daß Schünemann einige Jahre später für 
das Amt Rosenberg tätig war, könnte taktisch geplant gewesen sein. 
1939, Nachruf: 

"Schon vor der Machtübernahme ging Anheißer daran, die 
Operntexte Mozarts von allen Verfälschungen und allem Ballast zu 
reinigen, der immer wieder die Wirkung dieser Meisterwerke der 
deutschen Oper hemmte. Sein Ziel war es, der deutschen Sprache auch in 
den Opern Mozarts, die er unter dem Zwang der Mode italienisch 


A 


179 





schreiben mußte, endlich zu ihrem wohlverdienten Recht zu verhelfen. 
Anheißer durfte es noch erleben, wie in den letzten J ahren trotz aller 
anfänglichen Widerstände sein >deutscher Mozart< mehr und mehr auf 
den Bühnen heimisch wurde. Mit der Neugestaltung der >Gärtnerin aus 
Liebe<, deren Fragment er durch den Fund des Urtextes wiederherstellen 
konnte, begann sein Lebenswerk. >Don Giovanni<, >I| re pastore<, 
>Figaros Hochzeit< und >Cosi fan tutte< folgten (...). 

Auch Rossinis >Barbier von Sevilla< hat Anheißer bearbeitet und die 
bisher von jüdischer Hand eingefügten Rezitative neugeformt" ("Deutsches 


Bühnenjahrbuch" 1939, S. 118). 


Information: FA. 


Anke van Tharaw 


An meine Mutter 


An mein Mädchen 


An mein Vaterland 


Anna Susanna 


Ännchen von Tharau 


siehe: F. Silcher 


= Königin, herzlich mir 


= Ich hab auf Wacht im Feindesland 


= Von des Rheines Strand 


= Lütt Anna Susanna 


siehe: F. Silcher 


Annemarie: Im Feldquartier, auf hartem Stein siehe: K. Ramrath, 


F. Hollaender. 


Annemarie, wo geht die Reise hin? Soldatenlied mit 
aktualisierenden Textvarianten. Titel: Herzigs Marianderl. 


Textprobe (5. bis 9. Strophe): 


"Annemarie, was wird dein erster Sohn? 
>Mein Sohn wird Kommunist, 
weil er ein Raufbold ist<. 


Annemarie, was wird dein zweiter Sohn? 
>Mein Sohn wird Staatsparteiler, 
die hab'n die größten Mäuler<. 


Annemarie, was wird dein dritter Sohn? 
>Mein Sohn wird Pazifist, 
weil er ein Feigling ist<. 


A 180 





Annemarie, was wird dein vierter Sohn? 
>Mein Sohn wird Präsident, 
weil er den Barmat kennt<. 


Annemarie, was wird dein fünfter Sohn? 
>Mein Sohn wird Demokrat, 
weil er 'nen Vogel hat<". 

Julius Barmat war Unternehmer beim Bau der Berliner U-Bahn, 
wobei es Unregelmäßigkeiten gab, die 1928 im Geschenk einer teuren 
Villa an ihn gipfelten und zum öffentlichen Skandal führten. 

In: 

Heil Hitler! (1933); Soldatenlieder (1934); Deutsche Lieder der NSBO und 
der DAF (21934); Soldaten singen (1936); Soldaten singen alte und neue 
Lieder (1937); Singen (?1937); Soldaten-Liederbuch (1938); Liederbuch 
der Luftwaffe (1939; Variante: "wo gehst du hin"); Du und deine 
Harmonika (1940). 


Annmarie, kumm danz mit mi, ik schenk di ok en Ei! Tanzlied, 
niederdeutsch. 
In: 
NSLB, Unser Lied 1 (31935); Unser das Land (1937). 


Anno 48 = Gehts, Buam, trinkt's a weng 


An Österreich = Du deutsches Brudervolk 


Anrath, Herbert (Edmund) 

Markneukirchen, 17. Dezember 1900 - Köln, 16. Dezember 1982 
Sohn eines Friseurs; Schüler u. a. von W. Davisson, Orchestermusiker in 
Köln. Geiger, ab 1926 1. Konzertmeister des Städt. Orchesters; Primarius 
des Gürzenich-Quartetts, Lehrer an der Musikhochschule Köln. 

Nach 1945 weiterhin in Köln. 


NSDAP seit 1/X11/31, Nr. 769.201. 
Information: DML, KDMK. 


Anraths, Heinz 
Aachen, 15. September 1903 - Mönchengladbach, 19. Januar 1965. 
Dirigent, zunächst in Wuppertal, 1933/34 in Allenstein 1. Kapellmeister 
und Chordirektor des Landestheaters Süd-Ostpreußen, 1935/36 
Gastdirigent und Chorleiter in Krefeld mit Wohnsitz Wuppertal, 1937 
Operndirektor in Oberhausen; 1939 Städt. Musikdirektor in München- 
Gladbach, Leiter des Städt. Musikvereins "Liedertafel", des Städt. 


A 181 





Orchesters, des Städt. Gesangvereins "Cäcilia", und Direktor der 
Jugendmusikschule und der Volksmusikschule. 
Auch nach 1945 weiterhin in München-Gladbach/ Mönchengladbach. 


NSDAP seit 1/111/33, Nr. 1.578.888; 1939 Städt. Musikbeauftragter für 
München-Gladbach. 
Information: KDMK, LdCh. 


An Rhein und Ruhr marschieren wir = Durch Groß-Berlin... 


An Schlosser hot an G'sellen g’'hot (T: J. Grübel, 1800). Aus 
Nürnberg, u. a. in: Erk, "Die deutschen Volkslieder" II (1841). 
Textvarianten. Titel: Meister und Gesell. 

Vgl. K. F. Zelter. 

In: 

Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Lobeda- 
Singebuch 1 (1936); Wir wandern und singen! (1937). 


Anschütz, Fritz (Friedrich) 
Neunkirchen, 3. August 1889 - Neunkirchen, 24. Januar 1958. 
Er kam 1912 aus Stuttgart nach Neunkirchen, hier Generalagent einer 
Versicherung und Amateurkomponist; 1935-48 städtischer Angestellter. 


NSDAP seit 1/V1/33, Nr. 2.699.372. 

Alle Titel Manuskript. 
Bringt die Gründe zum Erklingen! (T: Hans von Langermann), MCh/ 
gemcCh (1933). 
Lied der deutschen Front an der Saar: Unser Deutschland (T: G. 
Schüler), für gemCh (1934). 
Mahnung an die deutsche Saar: Die Kette zerbrach (T: Adolf 
Kirschner). MCh (1934). 


Ansingelied = Veile, Rose, Bliämelein! 


Ansorge, Joachim 
Weimar, 24. Juli 1893 - Wien, 22. Juli 1947. 
Sohn des Komponisten und Klaviervirtuosen Konrad Ansorge; Pianist und 
Klavierpädagoge, Lehrer am Institut für Schul- und Kirchenmusik in 
Königsberg, 1938 Professor an der Musikhochschule Berlin. 
Nach 1945 zuletzt in Wien. 


NSDAP seit 1/111/33, Nr. 1.512.061, und SA. 


A 182 





13. Dezember 1938, Mitkämpfer: 

"Dem bekannten Pianisten und Pädagogen Joachim Ansorge hat der 
Führer und Reichskanzler die Dienstbezeichnung Professor für die Dauer 
seiner Tätigkeit an einer deutschen Musikhochschule verliehen. J. Ansorge, 
der seit Jahren am Hochschulinstitut für Musikerziehung in Königsberg 
tätig war, hat kürzlich eine Berufung an die Staatlich-Akademische 
Hochschule für Musik in Berlin erhalten, Ansorge ist alter Parteigenosse 
und hat bereits vor der Machtübernahme in den Reihen der SA. 
mitgekämpft" ("VB" Nord Nr. 347, 13/X11/38). 

Information: FA. 


Antolitsch (Antolic), Hans (Johann) 

Wien, 18. April 1905 - Wien-Ottakring, 21. April 1996. 
Kapellmeister, Stand 1933/34: am Stadttheater Liegnitz, dann bis 1940 
am Stadttheater Neiße; 1940-44 Musikalischer Oberleiter des 
Staatsorchesters und 1. Kapellmeister des Staatstheaters des 
Generalgouvernements in Krakau. Ab 22/1/45 wieder in Wien. 

Nach 1945 weiterhin in Wien, zuletzt i. R. 


NSDAP seit 31/111/33, Nr. 1.533.217. 
Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Wien 
Ottakring, Nr. 888/1969. 


Anton, F. Max 
Bornstedt bei Eisleben, 2. August 1877 - Bonn, 18. August 1939. 
Schüler u. a. von James Quast, Dirigent, 1922-32 Städt. GMD in Bonn, 
dann hier i. R. 
Werke: u. a. Konzert für Cello und Orch C-dur Op. 35 (1933). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Op. 22. Ekkehard. Ein Mysterium für sechs Solostimmen, Chor und Orch 
(eigener T) (UA: Remscheid, 1933; RS München, *30/1/35, Sprecher, 
mehrere Sänger, der verstärkte Funkchor, FunkOrch, Dgt. Hans A. 
Winter). 

Information: DNML, DML, FA, RML, LdCh. 


Anton, Karl 
Worms, 2. Juni 1887 - Weinheim, 21. Februar 1956. 
Sohn eines Kaufmanns; Dr. phil. Halle 1912 (Beiträge zur Biographie Carl 
Loewes). Pfarrer und Musikwissenschaftler, seit 1919 Professor, Dozent an 
der Hochschule für Musik und Theater in Mannheim, Musikreferent der 
Zeitschrift "Badische Kirchenmusik" u. a. 
Nach 1945 in Weinheim an der Bergstraße. 


NSDAP seit Februar 1933, Nr. 2.543.200. 


A 183 





Information: DML, FA, KDMK, RML. 


Anton, R. 


SA-Lieder-Marschalbum für Harmoniemusik (1933) [HK]. 
1. Auf, auf zum Kampf. - 2. Es zog ein Hitlermann hinaus. - 3. Brüder in 
Zechen und Gruben. - 4. Mein Regiment, mein Vaterland. 
Auf Adlers Flügeln. Fliegermarsch (RS Hamburg, *8/111/38, aus 
Bremen). 
In: 
Standard-Marsch-Album (1935) [HK]. 

Information: Mutmaßlich identisch mit Konzertmeister Richard Anton 
im Städtischen Orchester Mainz. 


Antonius, Richard 


Bearbeiter und Komponist. 
Werke: u. a. Zyklon-Galopp; "Singvögelchen", Polka für zwei 
Piccoloflöten; Völkerversöhnungsmarsch (Ravag, 1933). 


In Treue vereint. Marsch (Norag, *26/V/33; Sender Danzig, *20/1V/38; 
DtldS, 28/X11/38, Mittagskonzert des MK der Schutzpolizei der Freien 
Stadt Danzig, Dgt. E. Stieberitz). 
W. Finger: Weckruf an Bord. Marsch. Für Orch: R. Antonius (1935) 
[VfdM]. 
Am Hünenstein. Ouvertüre (Sender Danzig, 20/V11/38, *19/1V/39, MK 
der Schutzpolizei des Freistaats Danzig, Dgt. E. Stieberitz). 
F. Seelhorst: Mit Kraft durch Freude. Marsch. Für Blasmusik: R. 
Antonius (1938) [GH]. 
Klänge aus Italien. Marsch (Sender Danzig, 8/VI11/39). 
Argentinischer Marsch (Sender Danzig, 15/V11/39). 

Information: Der Wirkungsort des Komponisten - Danzig oder ein 
ostpreußischer Ort - ließ sich bislang nicht ermitteln. 


Antwerpen, stolze Magd, laß jetzt die Freier ein (T: L. Thoma). 
Kriegslied, onA, vielleicht vom Hogb. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Du allerschönste Zier, 
nach dir steht unser Sinn, 
weil wir dich so begehren, 
was hilft dir all dein Wehren, 
dein Trotz geht bald dahin". 
Antwerpen fiel am 9. Oktober 1914 in die Hände der deutschen 
Angreifer und mußte im November 1918 wieder geräumt werden. 


A 184 





In: 
Vor uns das Reich (31933). 


An Weichsel, San und Warthe (Anthologie) siehe: G. Waldmann 


Anzer, Hans (Pseudonym) = Peter Arenz 


Apel, willi 

Konitz/ Westpreußen, 10. Oktober 1893 - Bloomington, Ind. (USA), 
14. März 1988. 
Schüler von L. Kreutzer, B. Eisner, M. Meyer-Mahr und Edwin Fischer. 
Mathematiker, Pianist und Musikschriftsteller, zunächst ab 1928 
Gymnasiallehrer in Berlin, noch bis 1936. Dr. phil. Berlin 1936 
(Akzidentien und Tonalität in den Musikdenkmälern des 15. und 16. 
Jahrhunderts). 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel ("Willi Appelbaum") als Jude 
denunziert. 

1936 in die USA emigriert, 1936-43 an der Longby School of Music 
in Cambridge, Mass., dann 1938 zugleich dort Lektor an der Harvard 
University, 1950-63 Professor für MW an der Indiana University in 
Bloomington, 1972 deren Ehrendoktor in Musik, 1982 Ehrendoktor der 
Universität von Padua. 

Information: KDMK, RML, SML, FA2. 


Apitius 


Altdeutscher Fanfarenmarsch für Heroldstrompeten und Kesselpauken 
(BR, 18/VI/33, von Schallplatten; u. a. Paris, 15/XI1/41, Großkonzert zum 
Besten des Kriegs-WHW, StMML. Klamberg). 


Apsel, Erich 
Groß-Steegen, 13. September 1897 - ? 
Versicherungsanwalt in Pillau, 1939 in Braunsberg, 1940 in Königsberg, 
1942 in Warschau, 1943 in Krakau, 1944 wieder in Braunsberg. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.536.080; MZF der NSDAP-Ortsgruppe Pillau bis 
1939. 
Mein Memelland. Marsch (RS Königsberg, 15/X1/35). 

Information: Keine weitere Nachricht; das damalige Braunsberg fiel 
an Polen. 





Aramesco, Leonardo 
Bukarest, 27. Januar 1898 - ? 

Sohn eines Kaufmanns; 1927 Iyrischer Tenor an den Städt. Bühnen Essen, 
dann Rundfunktenor in Köln-Langenberg bis 1933. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

Danach emigrierte Aramesco. 

Information: DML. Über Aramescos Verbleib fehlt jede Nachricht. Yad 

Vashem, Gedenkstätte und Informationszentrum, ignorierte eine Anfrage 
vom 7Z/VII/01. 


Arbeit = Ruhm und Ehre 


Arbeit is ut. Feierabendlied. 
In: 
NSLB, Unser Lied 1 (31935). 


Arbeiter, Bauern, sie schmieden aufs neu'. Kanon zu 4 Stimmen, 
onA. 
In: 
Lieder für Schulfeiern 5 (1936). 


Arbeiter-Bundeslied = Der Gott, der Eisen wachsen ließ 
Arbeiterkampflied = Auf, Arbeitsmann! Laß unsmarschieren! 
Arbeiterlied = Der Hammer ruht, es schweigt das Erz 
Arbeitsdienst = In Sonnenglut und Sonnenglast. 
Arbeitsdienst = Wir lagen lange auf der Straße 


Arbeitsdienst-Liederbuch (Anthologie) siehe: Paul Schmidt 


Arbeitsmannen, schließt die Reihen (T: Erich Weber). NS- 
Arbeitsdienstlied, zur Melodie "Strömt herbei, ihr Völkerscharen" (Peters). 
Textprobe (4. Strophe): 
"Wenn uns aber Schicksalswalten 
einst in aller Welt zerstreut, 


A 186 





woll'n wir uns're Treue halten 
bis in alle Ewigkeit. 
Wo wir wirken, wo wir streben, 
wo im Lebenskampf wir steh'n: 
Hitlers Geist bleibt in uns leben, 
Hitlers Geist wird nie vergeh'n!" 
In: 
Wir singen (1934). 


Archimed von Syrakusa (T: mdl. überliefert). Scherzlied auf das 
Schicksal des Archimedes, zur Melodie "Als die Römer frech geworden" 
(Gung|). 

In: 
Die weiße Trommel (21935). 


Archiv für Musikforschung. Hgb. mit Unterstützung des 
Staatlichen Instituts für deutsche Musikforschung von der Deutschen 
Gesellschaft für MW, Jg. I, 1 (1936). Vierteljährlich. Redaktion: Rudolf 
Steglich, ab Jg. VI (1941) Hans Joachim Therstappen. Die Publikation 
endete mit dem Doppelheft VIIl/2-4, 1943 [B&H]. 


Arconi, F. 


Vaterland, Heimatland, Vaterland (T: Kurt S. Richter). Marschlied. 
Singblatt, zus. mit N. Schultze: Panzer rollen in Afrika vor (1941) [SL]. 


Arend, Max 
Köln-Deutz, 2. Juli 1873 - Köln, 4. März 1943. 
Sohn eines Kaufmanns; Dr. jur., seit 1918 in Köln Rechtsanwalt am 
Oberlandesgericht, Schüler u. a. von F. Wüllner und A. Mendelssohn, 
Musikschriftsteller und Gluck-Forscher in Köln-Braunsfeld, auch Begründer 
einer Gluck-Gesellschaft und 1913 einer "Gluckgemeinde". 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
5. Oktober 1937, Appell: 

"(...) Der Stil Glucks, der auf künstlerischer Wahrheit und Reinheit 
und auf unerbittlichem Vordringen zu den höchsten Zielen seiner heiligen 
Kunst gegründet ist, der sich in seherischer Inspiration uns fremder 
Kunstmittel von zurückhaltender Keuschheit bedient, kann uns nicht 
geläufig sein, weil die Bühnen nur selten eine Aufführung, und es darf 
gesagt werden, noch seltener eine gute Aufführung bringen. Dieser Stil ist 
natürlich auch nicht, wie leichte Ware, schnell oberflächlichem Sinn 
zugänglich, sondern erschließt sich nur dem, der sich ihm voll hingibt. Um 
voll zu wirken, hat diese Kunst nötig, ihren Stil in der Beleuchtung einer 


A 187 





Reihe von verschiedenen Werken in Erscheinung treten zu lassen und 
damit einen tiefen und dauernden Eindruck zu schaffen" (Max Arend an 
Dr. "Göbbels", 5/X/37. Quelle: BAR 55/ 20108. Blatt 72). 

Arend warb für intensive Ehrungen zum 150. Todestag Glucks, 
kollidierte jedoch mit den Interessen des Ministers, weil er zugleich 
vorschlug, Gluck durch eine Briefmarke zu feiern, die ausgerechnet die 
von dem französischen Bildhauer Jean-Antoine Houdon geschaffene 
Porträtbüste abbilden sollte. 

Information: DNML, DML, FA. Das Historische Archiv der Stadt Köln 
(11/V/98) kündigte "für die Bearbeitung von schriftlichen Anfragen" eine 
Forderung von 40 DM "pro halbe Stunde aufgewandter Arbeitszeit" an, 
obwohl das Grundgesetz unbehinderte Information verspricht, setzte die 
Forderung auf Antrag jedoch aus. Das Amt für Statistik, Einwohnerwesen 
und Europaangelegenheiten in Köln (23/IX/98) verlangte für Auskunft aus 
archivierten Meldeunterlagen je 30 DM. Der an den Oberstadtdirektor 
gerichtete Antrag vom 6/X/98 ging "zur weiteren Bearbeitung" ans 
Dezernat Wirtschaft und Stadtentwicklung; dieses antwortete nicht, brach 
also Verwaltungsrecht. Erst der erneute Antrag zum Oberstadtdirektor 
erbrachte Aussetzung der Gebühren. 


Arendt, Paul 

Zwickau, 30. März 1903 - Bamberg, 23. Mai 1994. 
Textilkaufmann, seit 1923 in Sulzbach/ Oberpfalz, hier Gründer eines 
Versandhandels für Ausrüstungen, Fahnen und Abzeichen, Spezialhaus, in 
dem er NS-Waren - so Hitlermützen, Sturmfahnen, Heeresgut aller Art, 
Parteiabzeichen, Hakenkreuz-Bierzipfel, Hitlerbilder, Hitler-Füllbleistifte, 
Hitler-Zigarettenspitzen, aber auch Stahlruten und Schlagringe - führte. 
Später Begründer eines Modehauses mit Filialen in Nürnberg, Bamberg 
und Altenburg, ab 1936 in Nürnberg. 1934-36 Bürgermeister von 
Sulzbach-Rosenberg. Auch Autor, Herausgeber und Verleger, der für 
seinen Verlag schon spätestens 1932 mit dem Schlagwort "Nazi-Verlag" 
warb. 
Werke: u. a. "Die Hitler-Bewegung räumt auf - mit Bonzen, Prassern und 
Großverdienern!" (280.-330. Tsd., Sulzbach 1933); "Macht Deutschland 
vom Bonzen frei"; "Eiserne Front oder Braune Front"; "So sieht das dritte 
Reich aus". 


NSDAP seit 5/11/26, Nr. 29.514. Stand 1926: Mitglied des Bezirkstages 
Oberpfalz für die NSDAP. 
Das kleine Nazi-Liederbuch. Herausgeber (1923) [SV]. Später als: 
Deutschland erwache! Das kleine Nazi-Liederbuch. Ausgabe A (1923, 
291931, 551932), Ausgabe B ( 51931). Nur Texte [Nationalsozial. 
Sportversand Arendt, Sulzbach]. 

Die Ausgabe B, 8. Auflage, enthielt die Zeilen "Rosa Luxemburg 
schwimmt im Kanal, Karl Liebknecht hängt am... Baum" (Vgl. Braunbuch 
über Reichstagsbrand und Hitler-Terror. S. 163). 





Inhalt (551932): 
Horst-Wessel-Lied. - (Sturmsoldaten: ) Ihr Sturmsoldaten jung und alt (mit 
Schwärzungen wegen Verbot). - (Gansser): Noch ist die Freiheit nicht 
verloren. - (Mahrer): (Deutsches Arbeiter-Lied) Es pfeift von allen 
Dächern. - (Schulten): (Landsknechtslied) Weit laßt die Fahnen wehen. - 
In Sowjet-Rußland, im hohen Norden. - Wir sind das Heer vom 
Hakenkreuz. - Brüder in Zechen und Gruben. - (Borkum-Lied) Wir grüßen 
heut' im frohen Lied dich, Borkums schönen Strand. - Als die gold'ne 
Abendsonne. - alte Landsknechtsmelodie: (Lärm an!) Das alte Reich 
zerrissen, entehrt die blanke Wehr. - zur Melodie "Kamerad, reich mir die 
Hände": (Sturmlied) Grau durch die müden Gassen schreitet der Alltag 
her. - zur Melodie "Ich schieß den Hirsch": Gebt Raum, des Hitlers braune 
Schar. - zur Melodie "Kamerad reich mir die Hände": (Siegen oder 
Sterben) Kommt herbei, ihr Streiter, nehmt das Gewehr zur Hand. - zur 
Melodie "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" (V. E. Becker): 
(Hakenkreuzlied) Wir tragen stolz das Hakenkreuz und fordern unsre 
Rechte. - (Rheinlied) Auf, zum Rhein, ihr deutschen Brüder. - (Kunoth): 
(Borkumer Allerlei) Laßt tönen laut den frohen Sang, hinaus in alle Welt. - 
zur Melodie "In Anhalt liegt ein Städtchen": (Sturmlied der 59er) 
Seehausen ist ein Dörfchen im teuren Sachsenland. - (Gansser): 
(Deutschland erwache) Sturm! Sturm! Sturm! Los ist die Schlange. - zur 
"In Freiburg sind viele gefallen": (Den Toten des 9. November 1923) In 
München sind viele gefallen. - zur Melodie "Strömt herbei, ihr 
Völkerscharen" (Peters): (Hessen-Weckruf) Hessenvolk, du Volk der Treue. 
- zur Melodie "Da streiten sich die Leut herum" (Kreutzer): Weil unser Volk 
den Kopf verlor. - (Depolo): (Hitlerjäger) Wir Jäger lassen schallen ein froh 
gewaltig Lied. - Es zog ein Regiment vom Oberland herauf. - zur Melodie 
"Zu Mantua in Banden": (Hitler-Garde) Das Vaterland braucht Männer, es 
liegt in argem Streit. - zur Melodie "Bin ein fahrender Gesell" (Waldmann): 
(Sturmkolonnen) Heil, mein Lieb, der Morgen graut. - (Barmat- und 
Kutisker-Lied) Ich bin ein Jude, kennt ihr meine Nase? - zur Melodie "Es 
geht bei gedämpfter Trommel Klang" (Silcher): (Adolf Hitler-Lied) Ihr 
Brüder, nun senket in Trauer das Haupt. - zur Melodie "Der Gott, der Eisen 
wachsen ließ" (Methfessel): Gabs darum eine Hermannsschlacht und all 
die Türkenkriege. - Ein Heldengesang nach der Weise "Zu Mantua in 
Banden": (Schlageterlied) Bei dumpfem Trommelwirbel, zu Benrath an 
dem Rhein. - zur Melodie des Horst-Wessel-Liedes: Sei mir gegrüßt, Du 
starbst den Tod der Ehre! 
Durch Kampf zum Sieg! Kampf- und Freiheitsliederbuch vom 
Erwachenden Großdeutschland. Gewidmet "Dem großen Volksmann Hitler 
Dem großen General Ludendorff Dem deutschen Helden Schlageter und 
unseren 11 deutschen Blutsbrüdern vom 8/9. November 1923". 
Herausgeber (1-71926) [SV]. 

Inhalt (nur Texte): 
(Hitler-Lied) Kamrad reich mir die Hände, fest wolln zusamm wir stehn 
(Hakenkreuz am Stahlhelm). - zur Melodie "Kamerad reich mir die 
Hände": (Das neue Hitlerlied) Kommt herbei ihr Streiter, nehmt das 
Gewehr zur Hand. - zur Melodie "Ich schieß den Hirsch": Gebt Raum, des 


A 189 





Hitlers tapfre Schar. - zur Melodie "Der Gott, der Eisen wachsen ließ" 
(Methfessel): (Hitler-Lied) Ein herrliches Vermächtnis ruht in unsern 
jungen Herzen. - zur Melodie: "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" 
(Becker): (Hakenkreuzlied) Wir tragen stolz das Hakenkreuz und fordern 
unsre Rechte. - zur Melodie des Deutschlandliedes: (Rheinlied) Auf, zum 
Rhein, ihr deutschen Brüder. - zur Melodie "Zu Mantua in Banden": (Hitler- 
Garde) Das Vaterland braucht Männer, es liegt in argem Streit. - zur 
Melodie "Feinde ringsum" (K. L. Gläser, 1791): (Kampflied aller 
Völkischen) Flamme empor! Leuchte, du loderndes Zeichen. - zur Melodie 
"Heil dir im Siegerkranz" (Carey): (Ludendorff-Hymne) Heil dir, du 
deutscher Held! - zur Melodie "Ich hatt einen Kameraden" (Silcher): (Heil 
Ludendorff-Hitler) Heil, Hitler, kühner Degen, du hast den Sturm gefreit. - 
zur Melodie "Bin ein fahrender Gesell" (Waldmann): (Sturmkolonnen) Heil, 
mein Lieb, der Morgen graut, Tambour schlägt mit Wonnen. - zur Melodie 
"Es geht bei gedämpftem Trommelklang" (Silcher): (Adolf Hitler-Lied) Ihr 
Brüder, nun senket in Trauer das Haupt. - zur Melodie "Zwei Freunde 
ziehen Hand in Hand" (Waldmann): (Hitler-Marschlied) Nun rührt die 
Trommel rüstig an, das Hakenkreuz laßt wehn. - zur Melodie des DHB- 
Marsches "Steht fest zusammen": (Befreiungsmarsch) Steht fest 
zusammen, haltet aus. - zur Melodie "Wie ein stolzer Adler" (Spohr): 
(Hakenkreuz voran) Steiget mit der Sonnen Hakenkreuz empor, ziehn die 
Sturmkolonnen. - zur Melodie "Der Gott der Eisen wachsen ließ" 
(Methfessel): Gabs darum eine Hermannsschlacht und all die 
Türkenkriege. - (Kunoth): (Borkumlied) Laßt tönen laut den frohen Sang. 
- zur Melodie "Wohlauf, Kameraden" (Zahn): Die Rache wird kommen, wir 
sagen es frei! Wir sind keine J udenknechte. - (Gansser): (Sturmlied der 
NSDAP) Sturm! Sturm! Sturm! Los ist die Schlange der Höllenwurm. - zur 
Melodie "Ich schieß den Hirsch": (Freikorpssoldaten) Wir sind der Rache 
schwarzes Korps! Wir gehn zum Sturme vor. - zur Melodie "Wohlauf, 
Kameraden, aufs Pferd" (Zahn): (Kampflied) Wir tragen am Arme das 
Hakenkreuz im schwarz-weiß-roten Bande. - zur Melodie "Da streiten sich 
die Leut herum" (Kreutzer): Weil unser Volk den Kopf verlor und seine 
Wehr zerbrach. - Oberlandlied I (Depolo): Wir Jäger lassen schallen ein 
froh gewaltig Lied. - Es zog ein Regiment vom Oberland herauf. - zur 
Melodie "Prinz Eugen": (Hermann) Preis dir, Hermann, Volkserretter. - 
Oberlandlied Il: Marie, Marie werde ich genannt, meine Mutter hab ich nie 
gekannt (Annemarie). - zur Melodie "Stimmt an mit hellem hohen Klang" 
(Methfessel): (Kampflied der Nationalsozialisten) Wir sind das Heer vom 
Hakenkreuz. - (Jungdeutsches Ordenslied) Über unsern Häupten wehet 
unsre Fahn' vom Wind bewegt. - zur Melodie "Kein schönrer Tod"(Silcher): 
(Schlageterlied I) Kein größer Schmach als Feind' im Land, die deutsche 
Frauen schänden. - zur Melodie "Zu Mantua in Banden": (Schlageterlied 
II) Bei dumpfem Trommelwirbel zu Benrath an dem Rhein. - (Wilhelm): 
(Die neue Wacht am Rhein) Es braus' ein Ruf wie Donnerhall. - Es lebt der 
Schütze froh und frei (Vom Schlesischen Beobachter Breslau eingesandt). 
- (Thum): Vom Barette schwankt die Feder. - (Loewe): Fridericus Rex, 
unser König und Herr. - zur Melodie "Wie ein stolzer Adler"(Spohr): (Lied 
des Blücherbundes) Wie aus alten Sagen leuchtet Siegfrieds Schild. - 


A 190 





Deutschland über alles. - Ich hab' mich ergeben mit Herz und mit Hand. - 
Wir treten zum Beten vor Gott, den Gerechten. - (Hakenkreuz am Arme) 
Freunde kommt, reicht uns die Hände, fest woll'n beisammen wir steh'n. - 
zur Melodie "Stimmt an mit hellem hohen Klang" (Methfessel): 
(Arbeiterlied - Deutschösterreich) Der Hammer ruht, es schweigt das Erz. 
- zur Melodie "Der Gott, der Eisen" (Methfessel): (Arbeiter-Bundeslied) 
Der Gott, der Eisen wachsen ließ, auch deutsche Arbeit wollte. - zur 
Melodie "Ich bin ein Preuße" (Neithardt): (Scharnhorstmarsch) Ich bin 
beim Scharnhorst, Bund der jungen Mannen. - zur Melodie "Steh ich in 
finstrer Mitternacht" (Silcher): (Wehrwolfwache) Steh ich als Werwolf in 
der Nacht weit fern von Hause auf der Wacht. - zur Melodie "Vom Barette 
schwankt die Feder" (Thum): (Hitlerjugend) Mit dem schwarz-weiß-roten 
Banner, Hakenkreuz auf Eichenblatt. - zur Melodie "Kamerad, reich mir die 
Hände": (Lied der rheinischen Jungens) Wir sind die rhein'schen Jungen, 
Hitler ist unser Held. - Du junger Tambour schlage ein, es gilt jetzt tapfer 
zu marschieren! - zur Melodie "O Deutschland hoch in Ehren" (Pierson): 
(Denkt dran) Es klingt wie eine Sage aus längst vergangner Zeit. - zur 
Melodie "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" (Becker): (Marschlied der 
S. A.) Frisch auf Genossen seid zur Hand, die ihr Feldgrau getragen! - zur 
Melodie "Du kleiner Tambour" (Wehrwolf-Sturmlied) Wir sind die schwarze 
Schar der Not, der Totenkopf ist unser Zeichen. - zur Melodie "Vom 
Barette wallt die Feder" (Thum): (Lied der Roßbach-Radfahr-Kompagnie) 
Unsre Räder blitzen in der Sonne, wenn wir fahren über Berg und Tal. - 
zur Melodie "Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd" (Zahn): (Freiheitslied) Es 
brauset der Sturm, das Hakenkreuz weht. - zur Melodie "Es braust ein Ruf 
wie Donnerhall" (Wilhelm): (Rheintreue) Es gellt ein Schrei durchs 
deutsche Land: Der Franzmann greift mit frecher Hand. - zur Melodie 
"Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" (Becker): (Du Arbeitsmann wach 
auf!) Du Arbeitsmann der Stirn, der Faust, wach auf aus deinen Träumen! 
- zur Melodie "Wir traben in die Weite" (Jahn): (Schlageter-J ugend) Wir 
kämpfen für die Freiheit, für Vaterland und Volk. - (Hymnus der 
nationalsoz. Freiheitsbewegung Großdeutschland) Heil unserm Hitler, Heil! 
Die Freiheit sei sein Teil! - zur Melodie "Ist es denn nun wirklich wahr": 
(Marschlied für Frontring-Verbände) Achtung! Links! Rechts! Tritt gefaßt! - 
zur Melodie "Es braust ein Ruf wie Donnerhall" (Wilhelm): (Die Wacht 
unterm Hakenkreuz) Es hallt ein Ruf durchs deutsche Land: Wir schwören 
fest in Hitlers Hand. - zur Melodie "Stimmt an" (Methfessel): 
(Kreuzritterlied) Von Gau zu Gau dröhnt Glockenklang, die 
Deutschkreuzfahnen rauschen. - zur Melodie "Lustig ist das 
Zigeunerleben": (Freikorps-Lied) Lustig ist das Freikorps-Leben, horido- 
horido. - zur Melodie "Vom Barette schwankt die Feder" (Thum): 
(Republike) In der freien Republike, nebenbei >das Vaterland<, macht der 
J ude die Musike. 
Liederbuch der NSDAP, hob. im Auftrag der Parteileitung (91930). 
Neuauflage von "Durch Kampf zum Sieg" [ZVNSDAP]. 
1933, Die Arisierung: 

"Mit dem Köfferle ging ich dann in die Kronenstraße von Berlin, das 
war damals die große Konfektionsstraße, zur Firma Glas und Grätz, und 


A 191 





dort habe ich die 200 000 RM bei einem Notar unseren jüdischen 
Vorgängern übereignet mit der Bitte, möglichst schnell abzuhauen aus 
Deutschland. Und die haben es auch getan. Damals zahlte man nur 15% 
Reichsfluchtsteuer. Und es hätte jeder jüdische Mann und jede jüdische 
Frau unter 15% Reichsfluchtsteuer damals ausreisen können. Fünfzig 
meiner Freunde, denen ich dazu geraten habe, haben es gemacht (...)" 
(Rede Paul Arendts beim 50jährigen Firmenjubiläum. "Wenn", Monatsblatt 
der Arendtleute, Nr. 13, Oktober-November 1973. S. 13). 

In seiner Rede vergaß Arendt zu erwähnen, daß die Reichsmark eine 
Binnenwährung unter Ausfuhrverbot war, weswegen emigrierende Juden 
das Geld - nicht zuletzt als "Reichsfluchtsteuer" - zurücklassen mußten, 
und ob er etwa nach 1945 den "entjudeten" Betrieb den rechtmäßigen 
Eigentümern oder ihren Erben zurückerstattete. 


Arens, Paul (Pseudonym) = Richard Eichel 


Arensberg 


Das Spiel beginnt. Marsch (Norag, 31/111/33). 
In: 
Potsdamer Blasmusik 1 (1933). 


Arenz, Peter 
Godesberg, 8. Februar 1888 - Wachtberg, 8. September 1979. 
Komponist und Musikpädagoge, Musiklehrer, auch Textautor in Bad 
Godesberg. 
Nach 1945 zuletzt i. R. in Wachtberg. 
Werke unter Pseudonym Hans Anzer: U-Musik. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.617.192, auf Antrag vom 24/X11/37. 
Fliege zur Sonne, deutscher Aar!: Glorreicher Tag tilgte die Schmach 
(eigener T). Klavierlied (1934) [BP]. 
Die Trommel ruft. Chor. 
F.J. Hanselmann: Es ziehn am weiten Himmelsband (Flieg, kühner 
Flieger, flieg!). Fliegermarsch. Für Harmoniemusik mit SaxStn.: H. Anzer 
(1941) [Hanselmann, Zennern]. 

Information: FA. 


Argonnerwald um Mitternacht, ein Pionier steht auf der Wacht 
(T: Franz Buschhaus, 1892-1925). Kriegslied, dessen Urheberrechte lange 
von H. A. von Gordon, Hamburg, beansprucht wurden, tatsächlich 
komponiert vom Hornisten Steinhaus aus Lethmate, Lothringisches IR 
1/135 (RS Breslau/ RSdg "Das Antlitz der kämpfenden Mannschaft", 
*9/X1/36). Titel: Argonnerwald 1915 oder Argonnerlied [Sc]. Fassung: 


A 192 





Anton Häussler. Mehrere Textversionen. 

Tondokument - vom 30/V1/37, 8/VI1/40 - im DRA: 1570010-06, 
1931328-19. 

Ausführende: 1) Singschar der Kradschützenkompanie der 
Aufklärungsabteilung 3, Stahnsdorf, mit BlasOrch Kurmark; 2) MCh der RS 
Stuttgart und Frankfurt, MCh der Württembergischen Staatstheater, RAD- 
GauMZ 26, Dgt. Otto Wendt. 

Aus dem von Ludwig Andersen hinzugedichteten neuen Text (4. und 
5. Strophe): 

"Er frug nicht lang warum und wie, 
tat seine Pflicht wie alle sie. 

In keinem Liede ward's gehört, 

ob er geblieben oder heimgekehrt. 


Du Pionier um Mitternacht, 

heut steht ganz Deutschland auf der Wacht: 

in Treue fest, im Wollen rein, 

als eine neue, starke Wacht am Rhein!". 

Ludwig Andersen = Pseudonym für Dr. Ludwig Strecker, Chef des 

MV Schott, Mainz. 
In: 
Liederbuch der NSDAP (211933); Heil Hitler Dir! 1 (41933); Heil Hitler Dir! 
2 (1933); S.A. Liederbuch (1933); Deutsche Lieder im Wehr- und 
Arbeitsdienst (1933); Heil Hitler! (1933); Blut und Ehre (1933; "1915 an 
der Westfront entstanden"); Liederbuch Hamburgischer SA (61933); 
Deutsche Kampf- und Volkslieder (1933); SA. SS.-Liederbuch (1933); SA- 
Sturmlieder (1933); Schlesisches SA-Liederbuch (31933); Uns geht die 
Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941, "Worte und Weise von Dr. H. 
A. von Gordon"); Lieder von heute (1934); 100 ausgewählte SA-Sturm- 
und Marschlieder (1934); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF 
(21934); Lieder der Pommerschen SA (51934); Volk singt (1934; T: 
"Hermann A. v. Gordon"); Lieder der SS Pommerns (1934); Deutschland 
über alles! 2 (1934; Text und Musik: H. A. von Gordon); NS-Volks- 
Liederbuch (?1934; mit unrichtiger Urheberangabe: Gordon für den Text, 
Hermann Männecke für die Melodie); Wir singen (1934); Was die SA singt 
(1935); Deutsche Lieder für die Jugend (?1935); Deutsche Jugend zur 
Sonne, zur Freiheit (1935; Urheber: H. A. von Gordon); Mit Herz und 
Hand fürs Vaterland (1935); Singkamerad (31935, 81937); Soldaten- 
Liederbuch (1936); Was Deutschland singt (1936); Soldaten singen 
(1936); RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); Soldaten singen alte 
und neue Lieder (1937; Urheber: von Gordon); Singen (?1937); Und 
wenn wir marschieren (31937); Soldaten-Liederbuch (1938); SA-Lieder- 
buch (21939; "Das Lied entstand im November 1914 im Pionierbataillon 
30 im Kreise der Kameraden um den Pionier Andreas Schott nach einer 
älteren Matrosenweise"); Kameradschafts-Lieder (1939); Liederbuch der 
Luftwaffe (1939); Heidelberger Liederblatt (1940; "Pionierlied aus dem 
Weltkrieg, 1914"); Soldatenliederbuch (41940); Das neue Soldaten- 
Liederbuch für Akkordeon (1940); Lied über Deutschland 3 (1940); SS- 


A 193 





Liederbuch (61940, 91941; "Pionierlied aus dem Weltkriege"); Musikbuch 
A, B (1941; Gordon zugeschrieben); Lied über Deutschland (?1941); Im 
gleichen Schritt und Tritt (1941); RJF, Unser Liederbuch (61941; 
"Pionierlied aus dem Weltkrieg, 1914"); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch 
(71941; nur T). 

Information: Regelmäßig werden die beiden tatsächlichen Urheber 
totgeschwiegen. Laut GEMA (10/V/88) ist das musikalische Original des 
Liedes frei, Textdichter: Hermann Albert von Gordon, Rechtsinhaber für 
den Text: MV B. Schotts Söhne. Dies bedeutet, daß bei den Entgelten des 
ehedem vorgeblichen Musikurhebers der Verleger mitkassierte. 


Argonner Marsch, onA (Reichsprogramm aus Berlin, *12/X1/44). 
Der Titel stammt von Hermann Männecke. 


Arguto, d' siehe: Rosebery d'Arguto 


Arierfarben = Blauer Himmel - goldne Sonne 


Arlt, (Richard Arthur) Gerhard 
Rauscha/ Krs. Görlitz, 28. August 1899 - München, 5. März 1968. 

Konzertsänger (Bar) und Musikpädagoge in Liegnitz, Dirigent der 
Singakademie und des Lehrergesangvereins, akadem. Musiklehrer an der 
Herzog-Heinrich-Oberrealschule, 1939 Studienrat. 

1945-47 Dozent an der PH Göttingen, seit 16/X/47 Studienrat an 
der Mädchenoberschule Holzminden. Seit 1962 in Grünwald. Zuletzt i. R. 
in München. 


NSDAP seit 14/1X/37, Nr. 4.943.098, auf Antrag vom 14/1X/37. 
Kreischorleiter im DSB. 
Deutschland, Vaterland. Lied (RS Breslau, 20/1/35). 

Information: DML, KDMK. Laut Standesamt Görlitz (12/XI/97) liege 
der Geburtsort im jetzigen Polen; die Register befänden sich beim 
Standesamt I Berlin, doch gäbe es keinen Todesvermerk. Das 
Einwohnermeldeamt Grünwald (4/III/98) verlangte für die Meldeauskunft 
15 DM Gebühr; der Antrag vom 12/III/98 auf Aussetzung der Forderung 
blieb gegen Verwaltungsrecht unbeschieden. Aus Rechtsgründen verbot 
sich die Zahlung. 


Armeemärsche siehe: Heeresmärsche 





Arnals, Alexander d' 

Hamburg, 29. Juni 1871 - Berlin-Schöneberg, 29. Dezember 1947. 
Theatersänger, Regisseur, Professor; 1925-27 stellv. Intendant am 
Stadttheater Düsseldorf, anschließend Gesangslehrer in Berlin- 
Schöneberg, bildete u. a. Tino Pattiera, Leo Schützendorf, Willi Domgraf- 
Fassbaender, Cläre Dux und Elisabeth Rethberg aus; seit 1/1V/33 
Spielleiter, dann Oberregisseur am Dt. Opernhaus Berlin bis zur 
Pensionierung am 1/V11/44. 1933-40 auch Lehrer an der Musikhochschule. 

Nach 1945 auf der "Schwarzen Liste" der US-Militärregierung. 


NSDAP seit 1/V1/32, Nr. 1.363.867; förderndes Mitglied der SS seit 
1/1V/34, Nr. 909.507; KfdK und Beisitzer in dessen Fachgruppe Oper, 
Berlin. 

Lebenslauf: 

"C...) In Düsseldorf herrschten unterschiedlich politische Störungen. 
Durch die Festinszenierung der Jahrtausendfeier im Malkasten trat ich sehr 
stark in die Öffentlichkeit und meine deutsche, allen jüdischen Elementen 
starke feindliche Gesinnung, welche besonders in der Zeit der 
Franzosenherrschaft, ungeschminckt dem Treiben dieser 
Unterweltmenschen gegenüber zum Ausdruck kam, schürte die 
Feindseligkeit gegen mich sehr. Mit knapper Not entging ich damals einer 
Verhaftung durch die Franzosen. Bald siegte die jüdische Verhetzung und 
ich hatte die Konsequenzen zu ziehen: ich ging (...)" (Fehler im Original. 
Quelle: BA Bestand RKK, Namensakte d'Arnals; ferner BAR 55/ 973). 

22. Juni 1933, Einladung: 

"Ich bitte Sie, dem neugegründeten deutschen Bühnen- und Film- 
Klub im Haus der Presse die Freude zu machen, unserem Ehren-Vorstand, 
der von Ihnen keine weitere Arbeit verlangt, beizutreten. Eine Liste der 
anderen Ehren-Vorstands-Mitglieder liegt zur gefl. Einsicht bei" (Bund 
nationalsozialistischer Bühnenkünstler, Benno von Arent, an Alex d'Arnals, 
22/V1/33. Quelle: BAR 55/ 973. Blatt 104). 

Information: Laut Referat für Meldeangelegenheiten, Paß- und 
Ausweiswesen beim Polizeipräsidenten in Berlin (9/IV/84) als in Berlin 
gemeldet gewesen nicht zu ermitteln. Die Genossenschaft Deutscher 
Bühnenangehöriger, Hamburg, Herr Dräger, teilte der Notenarchivarin der 
Deutschen Oper Berlin, Frau Wenkel, mit, in den Sterbelisten sei d’Arnals 
nicht aufzufinden. 


Arndt - Ober, Margarete 

Berlin, 15. April 1885 - Bad Sachsa, 17. März 1971. 
Schülerin vor allem ihres Gatten Arthur Arndt, Sängerin (Alt), zunächst an 
der Berliner Hofoper, 1913-17 an der Metropolitan Opera New York. 
Fürstlich Lippische Kammersängerin und als solche 1937 mit einer auf den 
23/ll/12 rückdatierten Genehmigung von Hitler bestätigt. Mitglied der 
Deutschen Staatsoper Berlin bis 1944, war sie auch im Sommer 1942 für 
die letzte Saison der Richard-Wagner-Festspiele in der Zoppoter Waldoper 
engagiert. 


A 128 





Nach 1945 i. R. in Bad Sachsa/Harz. 


NSDAP seit 1931, Nr. 855.882. NSBO der Staatsoper; KfdK, Beisitzerin der 
Fachgruppe Oper, Berlin. 
14. Januar 1933: 
Der KfdK beruft u. a. Margarete Arndt-Ober in sein 
Leitungsgremium. 
Information: DNML, FA2. 


Arnika = Auf der Älm, dä blüaht 


Arnold 
MZF der HJ Niederschlesien in Haynau. 


Wir ziehn auf stillen Wegen. Walzer (Schles. FSt., 2/V111/33, 
Monstrekonzert der vereinigten Stadtkapellen J auer-Wohlau-Haynau- 
Münsterberg, Dgt. des Titels: selbst). 

Der Titel orientiert sich am gleichnamigen SA-Lied von W. Altendorf. 


Arnold, Friedrich Wilhelm 
1810 - 1864 


Gottvertrauen: Der alte Gott, der lebet noch.! Was willst du, Herz, 
verzagen (T: onA). 
In: 
Stimmt an! (1934; "nach F. W. Arnold"). 


Arnold, H. 


Frisch auf, Alemannen! (T: Emil Ritter). NS-Kampflied (1933) [NSDAP- 
Liederbuch]. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Frisch auf, Alemannen! Mit eisernem Mut 
befrein wir die Heimat vom Wahne! 
Wir schirmen und grüßen in heiliger Glut 
den Geist um die Hakenkreuzfahne". 
In: 
S.A. Liederbuch (1933); Lieder der nationalen Erhebung (1934). 


Arnold, Ilse siehe: Ilse Lang 





Arnold, Richard 
Walheim am Neckar, 16. September 1875 - Ludwigsburg, 1. April 1951. 
Musikpädagoge und Chorleiter, zunächst Lehrer in Ludwigsburg. Stand 
1932: Dirigent des Vaterländischen Gesangvereins "Ehrenfeld" in 
Stuttgart; in Ludwigsburg Leiter des MGV. 
Werke: Männerchöre, Volksliedbearbeitungen. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.340.848. 
Der brave Kamerad: Wir fragen nicht nach Rang und Stand (T: C. 
Wanner). MCh [ES]. 
Halt Wacht!: Schreit unser Los auch himmelwärts (T: H. Baum). MCh 
[ES]. 
Treueschwur: Der Fahne treu in Not und Nacht (T: onA). MCh [ES]. 
Marschlied der Deutschen Arbeitsfront: Laßt die alten Götzen sterben 
(T: Raban Sylvius). MCh (1933) [L&Z]. 
Und wieder ward es Maäienzeit nach langer, langer Wintersnot (T: 
Franz Mäding). MCh (u. a. Stuttgart, *J uli 1938, beim Schwäb. Liederfest 
des DSB). 
Liebe und Wein: Hoholla! Frau Wirtin, den Laden tu auf und grüße den 
fröhlichen Zecher (T: W. Daniel) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. 
Liederfest des DSB). 
Das Vaterlandslied: Ich weiß ein Lied, das tönet (T: Emil Schimpke). 
MCh (u. a. Stuttgart, *J uli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB) [Sta]. 
Textprobe (3. Strophe): 

"Und hab ich einst geendet, 

dies sei mein letztes Wort, 

bestattet meine Reste 

an einem kühlen Ort; 

nicht Trauerlieder singet 

an meines Grabes Rand, 

singt meiner Lieder Liebstes: 

Das Lied vom Vaterland". 
Ein schwarzbraunes Mädchen hat ein Feldjäger lieb. Volkslied. Für 
MCh: R. Arnold (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest des 
DSB). 
Marschiert, Kameraden, marschiert (T: Raban Sylvius). MCh (1938) 
[L&Z]. 
Das Ganze sammeln! Fanfarenmarsch (RS Hamburg, 28/1X/38). 
Bleib deutsch, du herrlich Land am Rhein! (T: Fritz Carl Ferber). 
Chorlied (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB; 
RS Stuttgart, 14/V/39). 

Information: FA, LdCh. 


Arnstein, Klara (Cläre) 
Hannover, 24. Juni (Mai?) 1910 - KZ Auschwitz, verschollen nach NS- 
Aktion. 
Chansonniere in Berlin, ab 1934 Auftritte beim Jüdischen Kulturbund als 


A 197 





"Mädel mit der Ziehharmonika". 

Während des Krieges zwecks "Endlösung der Judenfrage" nach 
Auschwitz deportiert. 

31. Juli 1940, Kontrolle: 

"(...) Von mir geprüfte Chansons, wie im Falle Arnstein, können 
durchgegeben werden, doch bin ich für die Vorprüfung auf Eignung 
persönlich voll verantwortlich. (...)" (Rücksprache im RMVP am 31/VI1/40 
Aufzeichnung von Fritz Wisten. Quelle: Archiv der Akademie der Künste 
Berlin, Signatur 74/86/5001,75). 

Es handelte sich um eine Anordnung von Erich Kochanowski. 


Aronson, Willy Max 
Königsberg, 23. September 1893 - KZ Auschwitz, verschollen nach NS- 
Aktion. 
Sänger, Bariton, in Berlin. Ab 1933 mitwirkend im Jüdischen Kulturbund, 
in der Spielzeit 1938/39 Chormitglied der Kulturbundoper. 
Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 
Während des Krieges zwecks "Endlösung der Judenfrage" nach 
Auschwitz deportiert. 


Aronstein geb. Spanier, Hilde (Hildegard) 
Geseke, 3. Mai 1904 - Minsk, verschollen nach NS-Aktion. 
Konzert- und Opernsängerin in Wuppertal. 
Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jüdin denunziert. 
Während des Krieges zwecks "Endlösung der Judenfrage" in den 
Osten deportiert. 
Information: Gerigk/Stengel nennt den 1/IX/02 als Geburtsdatum! 


Artillerie mit schwarzen Kragen, Fels in Schlachten, kühn im 
Wagen. Kriegslied, zur Melodie "Prinz Eugen der edle Ritter". 
In: 
Kameradschafts-Lieder (1939; nur T). 


Artillerie-Lied = Das Feuerrohr aus Erz gegossen 


Artilleristen sind lust'ge Brüder, haben frohen Mut (T: angelehnt 
an "Musketier seins lustge Brüder"). Soldatenlied onA zur Melodie, aber 
wohl gesungen auf "Musketier seins lustge Brüder". 

In: 
Kameradschafts-Lieder (1939; nur T). 





Asche, Alfred (Bernhard) 
Stephanshain/ Krs. Schweidnitz, 16. J uni 1888 - ? 
Sohn eines Kgl. Hegemeisters und Revierförsters; Musikpädagoge, Am 
Ohlauufer 8 (1942), seit 1921 Lehrer an der öffentlichen Volksschule 
Breslau, 1925 akadem. Musiklehrer am Elisabeth-Gymnasium und 
Chordirigent in Breslau, 1931 Mittelschullehrer, 1936 Leiter des Deutschen 
Chors, dann eines eigenen, 1939 Oberschullehrer an der Viktoria-Schule. 


NSDAP seit 1/1V/33, Nr. 1.685.003; 1919-20 beim Grenzschutz Ost, 2. 
MGK, Schützen-Rgt 93. 1934 Chorkreisführer des RVdGemChe 
Deutschlands (RMK). 

Information: DML. Keine weitere Nachricht; das damalige Breslau fiel 
an Polen. 


Aschenborn 


Der Fliegerkamerad. Marsch (RS Hamburg, 28/1/39). 
Stolze Luftfahrt. Marsch (RS Berlin, 28/111/39, MK des Luftgau- 
Nachrichten-Rgts. 7, Dgt. MM Gustav Maiß). 


Ascher, Leo 
Wien, 17. August 1880 - New York, 15. Februar 1942. 
Dr. jur. in Wien; Schüler von R. Fuchs und F. Schmidt, Kapellmeister und 
Operettenkomponist in Wien. 
Von Brückner/Rock ("verh. mit d. Tochter Luise des Rabbi Frankl") 
und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 
1938 emigrierte Ascher in die USA. 


Fanfare militaire (Orag, 2/IV/33, MK der SA-Standarte 128, Dgt. G. 
Meinke). 

Diese Aufführung ist ein Beispiel dafür, daß zunächst durchaus noch 
Stücke jüdischer Komponisten ins Programm kamen. Dies hörte mit der 
Tätigkeit der RMK fast gänzlich auf. 

Information: DNML, DML, FA, RML. Das rororo-Musikhandbuch 
(1973) hat das Todesdatum 25/II/42. 


A Schlosser hot an Gsellen ghot. Spottlied aus Schwaben und 
Franken. 
In: 
Der Kilometerstein (31937; Textvariante: "hat ein G'sellen g'hat"); Lied 
über Deutschland (?1941; "Lied in Nürnberger Mundart von J. K. Grubel, 
1800"). 


A 199 





A schöns, schöns Häusel. 
In: 
Lied über Deutschland (?1941). 


As ick lest to Markt güng. 
In: 
NSLB, Unser Lied 1 (31935). 


As in Harfst ik riden müßt ut Schwerin (T: Willy Seemann), Fassung 
nach einem hessischen Volkslied: G. Pallmann. Titel: Winterlied. 
In: 
Kriegslieder des deutschen Volkes (1939). 


A's schönste Bleamerl. Aus der Truppe. 
In: 
Soldatenliederbuch (41940). 


Asshauer (Assauer) 


Adjutanten-Marsch (RS Köln, 9/V1/37, aus Oeynhausen, 27/V11/39 aus 
Bad Driburg, Städt. Orch Recklinghausen, Dgt. B. Hegmann). 


Assmann, Hermann 
Solingen, 23. Dezember 1890 - Burscheid, 24. Dezember 1954. 
Chordirigent und Komponist, 1919 Gründer des Assmann-Musikvereins in 
Frankfurt a. M., später Orchesterdirigent in Burscheid bei Köln, auch 
Musikverleger. 
Werke: u. a. Oper und Operette; Suite für Violine und Klavier; 
Sinfonietta für StreichOrch; Männerchöre. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Das ewige Deutschland: Ewig Deutschland, schmerzdurchläutet (T: 
Reinh. Brauer). MCh (1938) [K&S]. 

Information: LdCh, FA2. 


Assmus (Kalau vom Hofe-Assmus), Karl 
Wiesbaden, 21. November 1888 - Baden-Baden, 1. Juni 1954. 
Dirigent, Schüler von Hans Sitt am Konservatorium Leipzig, zunächst 
Orchestermusiker, Geiger, dann Konzertmeister, zuletzt Städt. 
Kapellmeister in Baden-Baden, 1. Kapellmeister der Städt. Schauspiele bis 
1940. 
1950-53 mit Wiederaufbau des Symphonie- und KurOrch Baden- 


A 200 





Baden - in Stärke von 36 Musikern - beauftragt, auch Sachbearbeiter und 
Kapellmeister am SWF, 1953 i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Musik zum Weihespiel Der Runenstein von Albert Herzog (Baden-Baden, 
26/V11/33). 

26. August 1933: 

Assmus leitet ein Mittagskonzert des Städt. KurOrch Baden-Baden 
mit Rundfunk-Übertragung: 1. Fürst: Badenweiler Marsch. - 2. Boieldieu: 
Ouvertüre zu "Die weiße Dame". - 3. Blon: "Strandbilder" (In den Dünen - 
Traumweben - Wellenspiel - Tanz der Fischermädchen). - 4. Großmann: 
Czardas aus der Oper "Der Geist des Woiwoden". - 5. Wagner: Einleitung 
zum 3. Akt und Brautchor aus "Lohengrin". - 6. Schreiner: "Ein 
Schumann-Album", Fantasie. - 7. Ziehrer: "Wiener Mad'In", Walzer 
(Südfunk, 29/VI11/33). 


Ast, Max W. 
Wien, 3. September 1875 - Wien, 9. April 1964. 
Schüler von R. Fuchs, Musikdirektor in Wien, seit 1924 musikal. Leiter der 
RAVAG, des österr. Rundfunks, dann i. R., doch zeitweise am privaten 
Horak-Konservatorium für musikgeschichtliche Vorträge engagiert. 
Auch nach 1945 in Wien. 


NSDAP seit 1/VI1/40, Nr. 8.122.321, auf Antrag vom 5/1IV/40. 
Am Lagerfeuer. Marsch (?) (RS Wien, 2/IV/40). 
Information: FA. 


Attenhofer, Carl 
1837 - 1914 


Mein Vaterland, wach auf!: Noch ruhn in weichem Morgenglanz die 
Taler weit (T: Fr. Rohrer) (u. a. Stuttgart, *)J uli 1938, beim Schwäb. 
Liederfest des DSB). 
Aus dem Text (3. Strophe): 

"Doch wenn des Krieges Fackel glüht, 

der Freiheit Aar, von Gott gesandt, 

weit hin durch Feld und Auen zieht, 

dann klinge laut der Ruf durchs Land: 

Wach auf, mein liebes Heimatland, 

mein liebes Vaterland, wach auf!" 
Am Rhein: Es schlagen des Rheines Wellen melodisch an den Strand (T: 
Otto Hausmann) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest des 
DSB). 
Waldkönig: Im grünen Wald bin ich zu Haus, ein freier Jägersmann (T: 
Jos. Huggenberger) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest 
des DSB). 


A 201 





Auch jenseits der Grenze viel Brüder leben noch (T: onA), zur 
Melodie "Es rauschen im Winde". 
Textprobe (3. Strophe): 
"Komm her, deutscher Bruder, 
wir reichen dir die Hand! 
Hilf bauen das neue, 
das freie Vaterland". 
In: 
Siehst du im Osten das Morgenrot (1939; nur T). 


Auer, Albert (Eugen) 

Wittershausen über Horb, 1. Mai 1868 - Ludwigsburg, 26. Januar 1958. 
Sohn eines Pfarrers; Musikalienhändler und Inhaber des Musik- und 
Buchverlages A. Auer in Stuttgart. Schloß sich am 1/V/35 mit Lausch & 
Zweigle zu einem Großsortiment mit Konzertagentur zusammen. 

Von Brückner/Rock I fälschlich als Jude denunziert. 
Nach 1945 weiterhin i. R., zuletzt in Ludwigsburg. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.230.836; 1930-34 in der DNVP. Bis 1935 
Bezirksobmann der Reichsfachschaft Musikalienhändler Gau Württemberg 
(Reichsverband der Deutschen Musikalienhändler in der RMK). 
Ein einig Volk, Chorwerk, onA, im Juni 1933 dem RMVP eingereicht. 
10. Juli 1936, Richtigstellung: 

"In dem von uns herausgegebenen >Handbuch der J udenfrage< 
(39. Auflage 200 000) wurde die Konzert-Agentur Albert Auer, Stuttgart, 
in der Reihe der jüdischen Unternehmungen an zwei Stellen aufgeführt. 
Wir haben uns in der Zwischenzeit überzeugt, daß der Gründer dieser 
Firma Albert Auer, Stuttgart, wie auch die derzeitigen Inhaber, die Herren 
Friedrich und Alfred Zweigle und Franz Lausch rein arischer Abstammung 
sind. Die Aufführung der Konzert-Agentur Albert Auer in der Reihe der 
jüdischen Unternehmungen ist also zu Unrecht erfolgt und wird in den 
kommenden Auflagen des >Handbuch der Judenfrage< gestrichen. 
Hammer-Verlag Theodor Fritsch, Leipzig" (Annonce in mehreren 
Musikzeitschriften, z. B. "AMZ" LXIII, 10/VIl/36. S. 473). 

Information: Standesbeamtin Dangelmaier, Stuttgart (24/III/98), 
stellte für diese Auskunft und sieben weitere ohne die gesetzlich 
bestimmte Absprache 50 DM "Ermittlungs- und Suchgebühr" in Rechnung 
und setzte sie auf Antrag nicht aus. Aus Rechtsgründen verbot sich die 
Zahlung. 


Auerbach, Alfred 
Stuttgart, 6. September 1873 - Stuttgart, 31. Januar 1954. 
Schauspieler; ab 1899 an den Städtischen Bühnen Frankfurt a. M., 1905 
zunächst Lehrer für Schauspiel am Hochschen Konservatorium, seit 1906 
hier Leiter der Sprech- und Mimikklassen. Zum 31/V111/33 vom Ausschuß 
zur Reorganisation des Dr. Hochschen Konservatoriums aus rassistischen 


A 202 





Gründen gekündigt. 

In den folgenden Jahren widmete er sich dem Sprech- und 
Musiktheater im Jüdischen Kulturbund als Dramaturg, Sprecher bei 
konzertanten Opernaufführungen, Autor von musikalischen Hörspielen und 
Theaterstücken und von Texten für Rosy Geiger-Kullmann. Mit Hilfe von 
Th. Mann gelang ihm 1940 die Emigration in die USA. 

1951 kehrte Auerbach nach Deutschland zurück und ließ sich in 
Stuttgart nieder. 

Werke: u. a. Text der Kantate "Ruth und Boas" von Rosy Geiger- 
Kullmann für Klavier, S, A und Bar (UA: Frankfurt a. M., 18/111/36, im 
Jüdischen Kulturbund). 

Information: Das DBJ 1933/34 verzeichnet Auerbach noch in den 
Rubriken Nachweis über gastierende und zeitweise unbeschäftigte 
Bühnenangehörige" und "Nachweis über frühere Bühnen-Künstler und 
-Künstlerinnen, Vorstände usw.". Jochen Martini, "Jüdische Musikerinnen 
und Musiker in Frankfurt 1933-1942" (1992), nennt Geburtsdatum 
9/VI/1873. 


Auerbach, Cornelia-Charlotte 
Breslau, 24. August 1900 - Berlin-Zehlendorf, 21. Oktober 1997. 

Tochter eines Musikpädagogen und Konzertbegleiters; Schülerin von Max 
Reger und Julius Weismann, Dr. phil. Freiburg i. Br. 1928 (Die deutsche 
Clavichordkunst des 18. Jahrhunderts), zeitweise in Rostock. Pianistin, 
Musiklehrerin und Musikwissenschaftlerin in Berlin-Zehlendorf. Ihr letzter 
öffentlicher Auftritt als Blockflötistin mit dem Harlan-Trio lag knapp vor 
Weihnachten 1933. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als J üdin denunziert. 

Sie überlebte das Regime - wiewohl 1934 aus der RMK 
ausgeschlossen - unter dem Schutz der "privilegierten Mischehe" seit 1929 
mit dem Bratschisten Hans Schröder. Durch eine List gelang es, vom 
Reichssippenamt bescheinigt zu bekommen, daß sie nur "Halbjüdin" sei; 
dies erleichterte ihre Lage so weit, daß sie 1944-52 - illegal bis zum Ende 
des Regimes - als Organistin in dem mecklenburgischen Dorf Dargun 
wirken konnte; sie arbeitete ab 1945 im Kulturbund zur demokratischen 
Erneuerung mit. Dann wieder in Berlin, hier 1954-59 Leiterin der Sektion 
Musik an der Deutschen Akademie der Künste der DDR. Bald nahm sie 
ihren Wohnsitz in Berlin-West und lehrte nach 1961 an dortigen 
Volksmusikschulen. 


Erinnerung 1983: 

Man habe verabredet, den erlösenden Status der "Halbjüdin" durch 
einen - das Regime beschämenden - Trick zu gewinnen; Cornelias Mutter 
habe einen J ugendfreund aufgetrieben und mit dessen freundlicher Hilfe 
eine Eidesstattliche Versicherung abgegeben, daß Cornelia nicht die 
leibliche Tochter ihres Ehemannes sein könne. Allerdings sei das rote J in 
den Papieren auf dem Polizeirevier doch stehengeblieben, so daß sie hier 
immer noch als "Volljüdin" galt (Gespräch Fred K. Priebergs mit Cornelia 


A 203 





Schröder, 3/X1/83) 

Dieser Hergang erklärt die Sondergenehmigung und endliche RMK- 
Würdigkeit. 

Information: DML. Das Landesarchiv Berlin (9/IV/03) benötigte 
zehneinhalb Monate für die Feststellung, man habe nichts über C. 
Auerbach. Eine Anfrage beim zuständigen Bezirksamt (13/X/03) ging - 
ohne Abgabenachricht - weiter ans Landeseinwohneramt Berlin, das 
korrekt Auskunft gab (21/X/03), doch 11.76 Euro Verwaltungsgebühr 
forderte. Mit der Mahnung stieg der Betrag auf 16.76 Euro. Aus 
Rechtsgründen verbot sich die Zahlung. 

Es ist politisch kriminell, daß die Stadt Berlin die lexikographische 
Würdigung eines NS-Opfers durch eine verfassungswidrige Sondersteuer 
für Berufsausübung des Lexikographen bestraft oder unterbindet, aber 
zugleich Millionen in protzige Monumente für Opfer steckt. 


Auerbach, Ernst 
Chordirigent in Leipzig. 


NSDAP (siehe: "Die Musikpflege" V/6, September 1934. S. 233); jedoch 
kein Eintrag in ZKNSDAP. 1934 Leiter des Chorkreises 1 Leipzig des 
RVgemChe Deutschlands. 

Information: Fehlt im DMK 1942. 


Auerbach, Eugen 
Elberfeld, 5. August 1898 - KZ Auschwitz, 6. Januar 1944 (ermordet 
von SS). 
Sohn eines Kaufmanns; Komponist und Theorielehrer in München. 
Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 
Information: DML, FA. 


Auers, Otto (Hans Georg) 
München, 9. Februar 1883 - Zandt, 3. Juni 1965. 
Diplomlandwirt in Neuhof-Treptow/ Rega, Amateurkomponist. 
Nach 1945 zuletzt in Zandt/ Oberpfalz. 


NSDAP seit 1/V/32, Nr. 1.143.415. 
Dr. Goebbels-Marsch, onA, am 8/V/33 dem RMVP eingereicht. 
Vgl. Otto Auers jun. 

Das Promi gab das Werk ans Preuß. Ministerium für Wissenschaft, 
Kunst und Volksbildung weiter. Dieses schaltete die Musikabteilung der 
Preuß. Akademie der Künste ein, pauschales Urteil, 3/V11/33: 

"Wir sind nicht in der Lage über jede der Kompositionen ein eigenes 
Gutachten abgeben zu können, weil diese Werke jeder individuellen Züge 
entbehren. Kompositionen dieser Art werden zu Hunderten verfertigt und 


A 204 





kommen in Bezug auf künstlerische Qualität gar nicht in Frage. Die 
patriotische Einstellung der Einsender ist unverkennbar, leider entspricht 
diesem Wollen kein entsprechendes Können" (Quelle: BAR 55/ 1160. Blatt 
27). 

Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Zandt, Nr. 
4/1965. 


Auers, Otto Georg 
München, 20. Oktober 1906 - ? 
Sohn des vorigen; Musiker in München, Jutastr. 10 (1937). 


NSDAP seit 1/111/33, Nr. 1.508.147. 
Hinaus aufs freie Meer. Marsch (RS München, 7/X/38). 
Die Zuordnung ist unsicher, vielleicht stammt der Marsch auch von 
Auers sen. 

Information: Kein Eintrag in DMK 1942. Das Stadtarchiv München 
(17/IX/98) hat nach 1937 keinen Meldeeintrag mehr; bei der WASt (9/VI/ 
00) befinden sich keine Aufzeichnungen. Anderweitig meldete das 
Kreisverwaltungsreferat München, Einwohnermeldewesen (26/IX/01, 
26/VI/02), O. Auers sei im Melderegister nicht zu ermitteln. Das 
Geburtsstandesamt München hat keinen Todesvermerk. 


Auf Adlers Schwingen. Marsch. 
In: 
Deutsche Soldaten-Liedermärsche 1 (1933). 


Auf am Wasa graset d'Hasa, ond em Nekker gampet d'Fisch. Aus 
August Lämmle, "Württembergische Volkslieder". 
Vgl. Aufm Wasa. 
In: 


Schwäbisches Liederbuch (41938); SS-Liederbuch (61940, 91941). 


Auf, Ansbach-Dragoner. Kriegslied. 
Vgl. Preußen, Friedrich II., König von 
In: 
Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Volk singt (1934); Jungvolk-Lieder 
(21934); Soldatenlieder (1934); Singkamerad (31935, 81937); RJF, 
Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); Soldaten singen alte und neue Lieder 
(1937); SA-Liederbuch (21939); Lied über Deutschland 3 (1940). 


Auf, Arbeitsmann! Laß uns marschieren! (T: 0onA). 
"Arbeiterkampflied", zur Melodie des Wolgaliedes. 


A 205 





Textprobe (3. und 4. Strophe): 
"Woll'n keine J udenführer haben! 
Das soll ein deutscher Arbeitsmann! 
Der wird wie wir gehungert haben, 
der so wie wir auch schuften kann! 
Warum denn das, du Arbeitsmann? 
Ein deutsches Herz nur helfen kann! 


Mit Bank und Börse knechten Juden 

den Arbeitsmann der ganzen Welt! 

Sie schuften nicht, sind wie die Luden, 

die unser Schweiß lebendig hält. 

Und geht es, Arbeitsmann, dir schlecht, 

das nennt der Jude Menschenrecht!". 
In: 
Liederbuch der NSDAP (211933); SA-Sturmlieder (1933); SA. SS.- 
Liederbuch (1933); NSBO-Kampflieder-Buch (1933); Das kleine SA- 
Sturm-Liederbuch (1933); Heil Hitler Dir! 2 (1933); Deutsche Kampf- und 
Volkslieder (1933); Sieg-Heil! (1933; Bearbeitung: L. Weninger); Lieder 
der Arbeit (1934); Lieder der Pommerschen SA (1934); Lieder der SS 
Pommerns (1934). 


Auf auf, du junger Stoßtruppmann = Ihr Sturmsoldaten, 
jung und alt 


Auf, auf, ich bin bereit, zum Reisen kommt die Zeit. Wanderlied 
aus Zobten bei Löwenberg. Aus: Hoffmann und Richter, "Schlesische 
Volkslieder" (Leipzig, 1842). Titel: Ausfahrt. 

In: 
Der Ring (1935). 


Auf, auf, ihr Brüder und seid stark. "Das Afrikalied". Vom Anfang 
des 19. Jh. 
Textprobe (4. Strophe): 
"An Deutschlands Grenze füllen 
wir mit Erde noch die Hand. 
Drum segeln wir gelassen fort, 
denn Gott ist hier und Gott ist dort. - 
Es ruft der ferne Strand". 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 56 (1937); RJF, Musikblätter der HJ 56 (1937); Ihr 
Deutschen, wollt ihr wachen! (1938); Lied über Deutschland 3 (1940); 
Lied über Deutschland (?1941). 


A 206 





Auf, auf, ihr Brüder von der Infanterie. Soldatenlied. 
In: 
Soldatenlieder (1934; Variante: "von der Artillerie"); Im gleichen Schritt 
und Tritt (1941). 


Auf, auf, ihr Brüder, wann bekommen wir ein Geld? Altes 
Soldatenlied. 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Auf, auf, ihr deutschen Mannen, es geht zum letzten Streit (T: 
Horst Neumann, SA-Standarte 4/6), zur Melodie "Ich hab mich ergeben". 
Textprobe (2. und 4. Strophe): 
"Das Hakenkreuz muß siegen 
nach all der bitt'ren Not. 
Auf unsrer Fahne steht es, 
für Freiheit, Arbeit, Brot. 


Standarten und Fahnen 

flattern uns voran. 

Auf, auf, ihr Volksgenossen, 

der Führer zeigt die Bahn!" 
In: 
SA-Sturmlieder (1933); SA. SS.-Liederbuch (1933; Melodie angebl. von 
Paul Fischbach); NSBO-Kampflieder-Buch (1933); 100 ausgewählte SA- 
Sturm- und Marschlieder (1934; nur T). 


Auf, auf, ihr Hirten, nit schlofet so lang. Weihnachtslied aus Tirol. 
In: 
DSB, Singendes Volk 18 (1936); Deutsche Lieder (1940); Das 
Kindelwiegen (1943). 


Auf, auf, ihr Tiroler und spannt eure Büx. 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941); Hellau! (1942). 


Auf, auf, ihr Wandersleut, zum Wandern kommt die Zeit! 
Wanderlied aus Nordböhmen, nach: Hoffmann und Richter, "Schlesische 
Volkslieder mit Melodien" (Leipzig, 1842); auch in Adolf König, 
"Heimatlieder aus Nordböhmen" und W. Hensel, "Strampedemi" (Kassel, 
1929). 

In: 
Das Soldatenlied (1932); Unsere Lieder (51933); Wir wollen singen 


A 207 





(1933); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); 

J ungvolk-Lieder (21934); Voran in Reih und Glied! (1934); Neues Singen 1 
(1934); Lobeda-Singeblatt 4 (1934); Liederbuch des Turner-Musikant 
(1934); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Singkamerad (31935, 81937); 
Deutsches Frauenliederbuch (1935); NSLB, Unser Lied 1 (31935); Die 
weiße Trommel (21935); Lieder des Volkes (61936); Volksliedsingen im 
Schulfunk 3 (30. April 1936); Lobeda-Singebuch 1 (1936); 
Niederdeutschland (1936); Lied über Deutschland (1937, >1941); Das 
Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 
21938); Wir wandern und singen! (1937); Und wenn wir marschieren 
(21937); Lieder der Frauenschaft 4 (1938); RJF, Liederblatt der HJ 38 
(1938); Lieder für die Grundschule (1938); Unsere Lieder (71938); Das 
neue Männerchor-Liederbuch des DSB (1938); RJF, Unser Liederbuch 
(61941); Klingend Erbe (1941); Liederblätter der NSG "Kraft durch 
Freude" 39-42 (1942). 


Auf, auf Kameraden, brav Soldaten! Frisch drauf, jetzt ist die 
Zeit. Aus einer Handschrift, 1690. Titel: Lied der kaiserlichen Soldaten. 
Textprobe (8. Strophe): 
"So müßt ihr marschieren, avancieren, 
auch durch Eisen, Blut und Flamm 
erhöhen eures Kaisers Nam". 
In: 
Kämpfende Mannschaft (1934); Soldatenlieder (1934); Soldaten, 
Kameraden (1935); Lied über Deutschland 3 (1940); Steirisches 
Liederblatt 1 (1940); Lied über Deutschland (?1941); Lieder unseres 
Volkes (1943; Kanonfassung: Ch. Lahusen). 


Auf, auf Kameraden, brav Soldaten! Frisch darauf, jetzt ist die 
Zeit! "Nach einem alten Soldatenliede", Kanon zu 3 Stimmen. 
In: 
Es leben die Soldaten 2 (1940). 


Auf, auf, Tiroler Schützen, und ladet eure Büchsen. Kriegslied. 
Vgl. Auf, auf, ihr Tiroler. 
In: 
Hellau! (1942). 


Auf, auf zum fröhlichen Jagen, auf in die grüne Heid! (T: G. B. 
Hanke, 1724). Jägerlied für das Hubertusfest des Grafen von Sporck mit 
einer später von K. Liebleitner im Metnitztal aufgez. Melodie aus Kärnten, 
erstmals gesungen am 30/X/1723. Ursprünglich Weise des frz. Jagdliedes 
"Pour aller a la chasse, faut ötre matineux", einer neuen Nutzung des 
Liedes "O la folle entreprise du prince de Cond&" (1568) zur Belagerung 


A 208 





von Chartres, das auch dem Lied "Wilhelmus von Nassauen" 
zugrundeliegt. Nachdruck u. a. in: W. Hensel, "Der singende Quell" 
(1925). 

In: 

Lieder der Deutschen (1932); Das Soldatenlied (1932); Wir wollen singen 
(1933); Lager-Lieder (1933); Unsere Lieder (21933); Singendes Volk 4 
(1933); Das Lied des Arbeitsdienstes (1933); Soldatenlieder (1934; 
Variante: "Frischauf zum"); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, 
Textausgabe 1941); Liederbuch des Turner-Musikant (1934); Ähre und 
Spaten (1934); Lieder für alle 15 (1934); Stimmt an! (1934); Deutsche 
Lieder der Nation und des Volkes (1934); Wir singen (1934); Heraus, ihr 
Kampfgesellen! (1934); Wohlauf Kameraden (1934); Glück ab, 
Kameraden! (1935); Deutsches Frauenliederbuch (1935); Die weiße 
Trommel (21935); NSLB, Unser Lied 2 (21935); Neues Singen 2 (1935); 
Lieder des Volkes (61936); Niederdeutschland (1936; Text: 1727); Lieder 
für Werk-Frauengruppen 1 (1936); Lobeda-Singebuch 1 (1936); Das Lied 
im Deutschen Arbeitsdienst (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 17-18 (1937), 39-42 (1942); 
Unsere Lieder 2 (1937); RJF, Liederblatt der HJ) 38 (1938); Unsere Lieder 
(71938); Marschierende Jugend (21938); RJF, Unsere Lieder-Weimar 
(1938); RJF, Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel (1938); Liederbuch 
der SA (91938); SA-Liederbuch (?1939); Das neue Soldaten-Liederbuch 2 
(1939); Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 17-18 (1939); 
Stimmt an! II (1939); Das zweite neue Soldaten-Liederbuch (1940); 
Singende Mannschaft (1940); Lied über Deutschland 3 (1940); 
Soldatenliederbuch (41940); Deutsche Lieder (1940); Kernlieder des REM 
(1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); Im gleichen Schritt und Tritt 
(1941); DAF, Singendes Volk 3 (Oktober 1941); RJF, Unser Liederbuch 
(61941); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941); Lieder unseres Volkes 
(1943); Mein Schätzlein hör ich singen (1944). 


Auf, auf zum Kampf, zum Kampf sind wir geboren. Soldatenlied 
nach mdli. Überlieferung sächsischer Regimenter und aus Oberhessen und 
der Wetterau, vor 1892; später unter Beibehaltung der zwei ersten 
Strophen als Kampflied der SA adaptiert in Umdichtung von Adolf Wagner 
(u. a. Harz, *30/1V/33, zur "Deutschen Mainacht" von HJ und BdM). Auch 
in "Stolz ziehn wir in die Schlacht" (1915). Ferner 1941 Kriegsversion von 
H. Niel. Aufnahme: NS-Schallplatten-Industrie 2004 (1933). 

Tondokument - vom 30/1V/33 und vom 11/1X/41 (Kriegsversion) - 
im DRA: 1820112-33, 1820112-39, 1870683-16. 

Ausführende: 3) Chorsänger von Staatsoper Berlin und Dt. 
Opernhaus, BlasOrch des RAD-ReichsMZ, Dgt. H. Niel. 

Textprobe (1. und 6. Strophe): 

"C..) 
auf, auf zum Kampf, zum Kampf fürs Vaterland! 
Dem Adolf Hitler haben wirs geschworen, 
dem Adolf Hitler halten wir die Treu 


A 209 





(reichen wir die Hand). 


Wir fürchten nicht den Donner der Kanonen, 

ob er uns gleich zum Untergange droht. 

Drum wollen wirs noch einmal wiederholen: 

Der Tod im Feld ist doch der schönste Tod". 
Textprobe, SA-Version (6. Strophe): 

"Horst Wessel fiel, ja fiel, das Opfer roter Horde, 

die viehisch ihn in Berlin erschossen hat. 

Doch können sie den Freiheitswillen nicht morden, 

schon wendet sich ja das Schicksalsblatt". 
Textprobe, Kriegsversion von Herms Niel (3. und 4. Strophe): 

"Wir fürchten nicht des Satans Divisionen, 

wir fürchten nichts, nicht einmal große Welt, 

auch Herr Stalin wird nicht mehr lange thronen, 

und dann wird Churchill restlos kaltgestellt. 


Der Frontsoldat steht fest wie eine Eiche, 

der Frontsoldat hat manches schon erlebt, 

und wär er auch schon morgen eine Leiche, 

er kämpft und siegt, damit die Heimat lebt". 
In: 
Was der Deutsche singt (1932; "Soldatenlied"); Heil Hitler! (1933); 
Liederbuch der NSDAP (211933); S.A. Liederbuch (1933); Neues 
Deutschland 1 (1933); Jung Deutschland I (1933); Deutsche Wehr- und 
Soldatenlieder (1933; onA); Sturm- und Kampflieder-Buch (1933); SA- 
Sturmlieder (1933); Deutsche Volks- und Kampflieder für die HJ und das 
J ungvolk (1933); SA. SS.-Liederbuch (1933); NSBO-Kampflieder-Buch 
(1933); Das kleine SA-Sturm-Liederbuch (1933); Freiheitslieder des 
Dritten Reiches für Schulen (1933); Heil Hitler Dir! 2 (1933; nur T, in 
beiden Versionen); Schlesisches SA-Liederbuch (31933); Vorwärts SA. 
(21933); Soldatenlieder (1934); 50 ausgewählte SA-Sturm- und 
Marschlieder (1934); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934); 
Lieder von heute (1934); Lieder der Pommerschen SA (31934); 100 
ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934); Einig Volk/ Einig Sang 
(1934); Wir singen (1934); Lieder der SS Pommerns (1934); Stahlhelm- 
und Vaterlands-Lieder (1934); Arbeitsdienst-Liederbuch (1934); NS-Volks- 
Liederbuch (?1934); Ähre und Spaten (1934); Mit Herz und Hand fürs 
Vaterland (1935); Vorwärts! Vorwärts... (1935; onA); Deutsche Lieder für 
die Jugend (21935); Was die SA singt (1935); RJF, Liederbuch Gebiet 
Nordmark (1936); Was Deutschland singt (1936); Soldaten Kameraden 
(1936); Wir wandern und singen! (1937); Das Lied im Deutschen 
Arbeitsdienst (1937); Singen (?1937); Sturm- und Kampfliederbuch 
(21937); Singend marschieren wir (1938); Siehst du im Osten das 
Morgenrot (1939; nur T); SA-Liederbuch (21939); SS-Liederbuch (61940, 
91941). 


A 210 





Geschichtsfälschung, 2000: 

"(Das SA-Kampflied "Auf, auf zum Kampf") geht auf das 
gleichnamige Arbeiterlied auf Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg 
zurück, die am 15. Januar 1919 ermordet wurden. Das Arbeiterlied selbst 
basiert auf einem sechsstrophigen Soldatenlied aus dem Ersten Weltkrieg, 
das ebenfalls den Titel >Auf, auf zum Kampf< trägt. Die Struktur des NS- 
Liedes zeigt, daß Wagner für seine Parodie nicht das Soldatenlied, sondern 
das Arbeiterlied als Vorlage benutzt hat" (Korrekturbogen, S. 22, zum 
DRA-Katalog "Politische Musik in der Zeit des Nationalsozialismus. Ein 
Verzeichnis der Tondokumente 1933-1945". Potsdam, 2000). 

Die Behauptung der Kommentatoren ist Wunschdenken, kein 
Beweis. 


Auf, bleibet treu und haltet fest, so wird euch mehr gelingen (T: 
E. M. Arndt, 1813). Treuelied, zur Melodie "Der Gott, der Eisen wachsen 
ließ" (Methfessel). Ursprüngliche Melodie: Martin Luther. 


In: 
Stimmt an! (1934; nur T). 


Auf, bleibet treu und haltet fest, so wird euch mehr gelingen (T: 
E. M. Arndt, 1813). Treuelied, zur abgeglichenen Melodie "Ein neues Lied 
wir heben an" (Luther, 1523). 
Vgl. M. Luther. 
Textprobe (3. Strophe): 

"Denn Treue steht zuerst, zuletzt 

im Himmel und auf Erden: 

Wer ganz die Seele dreingesetzt, 

dem soll die Krone werden. 

Drum mutig drein und nimmer bleich! 

Denn Gott ist allenthalben. 

Die Freiheit und das Himmelreich 

gewinnen keine Halben". 
In: 
Mein Vaterland (1934); Schutz- und Trutz-Lieder-Buch (1934); NS-Volks- 
Liederbuch (21934); Deutschland über alles! 2 (1934); Wohlauf 
Kameraden (1934); Glück ab, Kameraden! (1935; "Weise nach Martin 
Luther"); NSLB, Unser Lied 2 (?1935); Singkamerad (81937); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938); Von deutschem Glauben (21939); Evangelisches 
Feldgesangbuch (1939, 1940). 


Aufblick = Wachet auf, ihr deutschen Lieder 


A 271 





Auf, Brüder, auf, beginnt das Lied der Weihe (T: K. Pfaff). 
Festgesang, zur Melodie "Wo Mut und Kraft". Titel: Des Deutschen Schwur. 
In: 

Von Vaterland, Heimat, Helden und Soldaten (1933; nur T). 


Auf, Brüder, auf zum Streit! Soldatenlied. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Auf, Brüder, schließt die Reihen und stehet Mann für Mann (T: 
onA). Lied für den Freiwilligen Arbeitsdienst, zur Melodie "O Deutschland 
hoch in Ehren" (Pierson). 

Textprobe (2. Strophe): 

"Seid wahr in Wort und Taten, 
kämpft gegen Trug und Schein, 
das Vaterland, es rief nach euch, 
drum schließet fest die Reih'n. 
Verliert nicht aus den Augen 
das große, hehre Ziel, 
dem Vaterland zu dienen, 
nichts sei euch da zuviel. 
Unentwegt 
Hände regt 
in der neuen großen Zeit, 
allezeit dienstbereit 
für des Reiches Herrlichkeit. 
Laßt fahren Bruderhaß und Neid, 
all' Zwietracht und Uneinigkeit! 
Gebt wieder Herz und Hand 
dem teuren Vaterland". 
In: 
Das Lied des Arbeitsdienstes (1933; nur T, "mündlich überliefert"); Lieder 
der Arbeit (1934). 


Auf, Christenmensch, auf, auf zum Streit (T: Johann Scheffler, 
1624-1677). Geistliches Kampflied aus einem Gesangbuch aus Dresden, 
1694, zur Melodie von Bartholomäus Gesius (1605) oder Hermann Schein 
(1628). 

Textprobe (1. Strophe): 

st) 

auf, auf zum Überwinden! 

In dieser Welt, in dieser Zeit 

ist keine Ruh zu finden. 

Wer nicht will streiten, trägt die Kron 
des ewgen Lebens nicht davon". 


A 212 





In: 
Wehr und Waffen (1936). 


Auf dem Berg so hoch da droben, da steht ein Schloß. 
Volkstümliches Heimatlied, 19. Jh. Titel: Bodenseelied. Auch in Gollhardt, 
"Sankt Georg". 

In: 

Heil Hitler! (1933); Alte deutsche Volkslieder (1933); Deutsche J ugend 
heraus! (Kassel, 1933); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934); 
Niederdeutschland (1936); Soldaten-Liederbuch (1936); Unsere Lieder 
(71938); Das neue Soldaten-Liederbuch 2 (1939); Liederbuch der 
Luftwaffe (1939, Klavierausgabe 1940); Alte und neue Soldatenlieder 
(1940); Das zweite neue Soldaten-Liederbuch (1940); Lied über 
Deutschland (?1941); Hellau! (1942). 


Auf dem Berge, da wehet der Wind, da wiegt die Maria ihr Kind. 
Marienlied aus Oberschlesien. Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 
In: 

Liederbuch des BDM (1934; Variante: "gehet"); NSLB, Unser Lied 2 
(21935); Singkamerad (31935, 81937); Das Lied im Deutschen 
Arbeitsdienst (1937); Das Kindelwiegen (1943). 


Auf dem Bergle bin ich gsessen (T: Goethe, "Schweizerlied", 
hochdeutsche Version). Kanon. 
In: 
Liederbuch des BDM (1934); Singkamerad (31935, 81937). 


Auf dem Meer bin ich geboren. Matrosenlied. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Auf dem Rheinstrom bin ich gefahren. in dem schönen Monat Mai. 
Schifferlied, u. a. am Oberrhein. 
In: 
Lieder von heute (1934). 


Auf dem Schlachtfeld, fern im Osten neigt der Tag dem Abend zu 
(T: onA). Nach dem Gesang der Truppe im Wk. I bei der 1 Schwadron des 
Husaren-Rgts. 18 aufgez. 
In: 
Die Wehrmacht singt (1939). 


A 213 





Auf dem Wedding und in Moabit, in Lichtenberg und in Neukölln 
(T: Hans Brüssow). SA-Kampflied, onA. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Auf dem Wedding und in Moabit, 

in Lichtenberg und in Neukölln 

wir riefen zum Kampf, 

da marschierten sie mit, 

und die Nacht, die muß sich erhell'n. 
Prolet von Berlin, du reihest dich ein. 
Kamerad, sei bereit, 

es kommt die Zeit, 

und Deutschland muß unser sein!" 

Der Text nennt die traditionell kommunistischen Stadtviertel Berlins 
und die Tatsache, daß hier am Ende viele "rote" Gegner zur SA überliefen. 
In: 

Zum Kampfe für die Freiheit! (1933); 100 ausgewählte SA-Sturm- und 
Marschlieder (1934; nur T). 


Auf den Feldern ziehn die Pferde, onA. 
In: 
Volk singt (1934). 


Auf den Rabenklippen bleichen Knabenrippen. Studentische 
Schauerballade. Titel: Um Mitternacht zu singen. 
In: 
Der Kilometerstein (51937). 


Auf der Alm = Meine größte Freud ist die 


Auf der Älma geits Kälma. 
In: 
Hellau! (1942). 


Auf der Älm, dä blüaht a groaße Blum-blum-blum. Blumenlied aus 
Tirol. 
In: 
Hellau! (1942). 


Auf der Älm, dä gibts koa Sünd. 
In: 
Hellau! (1942). 





Auf der Back ist alles wohl, Laternen brennen. Auf deutschen 
Segelschiffen Ruf des Ausguckpostens beim Glasen, nach Aufzeichnung 
von Obermaat Rinkel. Titel: Die Wache ruft. 

In: 
Liederbuch der Kriegsmarine 3 (1941). 


Auf der grünen Wiese hab ich sie gefragt. Scherzlied. 
In: 
Der Kilometerstein (51937). 


Auf der Lüneburger Heide, in dem wunderschönen Land (T: H. 
Löns, 1911). Jägerlied, onA zur Melodie. 

Mehrfach vertont, so von L. Rahlfs, H. Heeren, F. Jöde. 
In: 
Heil Hitler! (1933); Deutsche Lieder im Wehr- und Arbeitsdienst (1933); 
Zum Kampfe für die Freiheit (1933); Arbeitsdienst-Liederbuch (1933); Wir 
wollen singen (1933); Deutsche Volks- und Kampflieder für die HJ und das 
Jungvolk (1933); Ähre und Spaten (121934); Liederbuch für Dt. Frauen 
und Jungmädchen-Verbände (1934); Was die SA singt (1935); Soldaten- 
Liederbuch (1936); Werkleute singen (1936); Was Deutschland singt 
(1936); Singen (?1937); Liederbuch der SA (91938); RJF, Pflichtlieder des 
Bundes Deutscher Mädel (1938); Stimmt an! Il (1939); Kameradschafts- 
Lieder (1939). 


Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt 'ne kleine Wanzen. Scherzlied. 
In: 
Der Kilometerstein (51937). 


Auf der Schanzen von Lublin = Und auf der Schanzen 


Auf der schwäbschen Eisenbahne. Volkslied aus Schwaben. 
In: 
RJF, Musikblätter der HJ) 6/7 (1935). 


Auf der Wanderschaft = Mit frohem Mut und heiterm Sinn. 


Auf der Wildbahn: Auf der Wildbahn bin's ich gefahren. 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


A 218 





Auf de schwäbsche Eisebahne gibt's gar viele Haltstatione. 
Volkslied (Dialektfassung). 
In: 
RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936; nur T); Der Kilometerstein 
(?1937); Unsere Lieder (71938); Liederbuch der Kriegsmarine 3 (1941); 
Lied über Deutschland (?1941). 


Auf, deutsche Schmiede (Text und Musik: onA). Lied der HJ. Titel: 
Gott, Freiheit, Vaterland. 
In: 
Wir schreiten über die Straßen 2 (1935). 


Auf, deutsche Volksgenossen, nehmt Meißel, Axt und Stein (T: 
onA). Arbeitslied, zur Melodie "Wir traben in die Weite" (Jahn). 
Textprobe (2. Strophe): 
"Wir haben es geschworen 
dem Führer, der uns rief, 
daß wir zum kampf geboren, 
zum Kampfe und zum Sieg". 
In: 
Siehst du im Osten das Morgenrot (1939; nur T). 


Auf Deutschlands Bergen wehen Hitlerfahnen (T: Albert 
Sauerland). Huldigungslied, zur Melodie "Ich bin ein Preuße" (Neithardt). 
Titel: Des Volkes Lied. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Dem Deutschen Volke ward ein Held gegeben, 
der Not und Hader siegreich überwand. 
Er rief es auf zu neuem reinen Leben. 
Er rettet es von des Verderbens Rand. 
Sein Reich kann nicht vergehen, 
Gott selbst läßt es erstehen. 
Durch Gott ward unserm Volk der Held gesandt. 
Heil Hitler! Heil! Heil Volk und Vaterland!" 
In: 
Heil Hitler Dir! 1 (41933; nur T). 


Auf die Martinsgans = Martin, lieber Herre 


Auf die Reeperbahn bin ich gegangen (Auf Urlaub bin ich 
gegangen). Soldatenlied. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


A 216 





Auf dieser Welt hab ich kein Freud, ich hab ein Schatz, der ist 
sehr weit (T: aus "Des Knaben Wunderhorn"). Soldatenabschiedslied, zu 
einer Volksmelodie aus Thüringen. Titel: Ach schönster Schatz, wär ich bei 
dir. Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 

Vgl. Einst ging ich über Berg und Tal. 

In: 

Lager-Lieder (1933); Soldatenlieder (1934); Soldaten-Liederbuch (1936); 
Wir wandern und singen! (1937); Singend marschieren wir (1938); Es 
leben die Soldaten 55 (1942); Singt alle mit! (1944). 


Auf, dreh' dich, mein Rädchen, noch fehlt am Gewand (T: nach R. 
Koch). Frauenlied. 
In: 
HM-Liederbuch (1933/34). 


Auf, du junger Wandersmann, jetzo kommt die Zeit heran. 
Gesellenlied; Melodie und Text um 1840 von Ditfurth in Franken aufgez. 
und gedruckt in "Fränkische Volkslieder" (1855), später in: W. Hensel, 
"Finkensteiner Liederbuch" (1923), neu gefaßt. Identisch mit: "Auf, ihr 
Brüder, seid wohl dran!" 

In: 

Das Soldatenlied (1932); Wir wollen singen (1933); Liederbuch der NS- 
Frauenschaften (21933, 41934; "aus Böhmen"); Unsere Lieder (51933); 
Liederbuch des BDM (1934); Wohlauf Kameraden (1934); Heraus, ihr 
Kampfgesellen! (1934); Jungvolk-Lieder (21934); Glück ab, Kameraden! 
(1935); Deutsches Frauenliederbuch (1935); DSB, Singendes Volk 8 
(1935); NSLB, Unser Lied 1 (31935); Singkamerad (31935, 81937); 
Niederdeutschland (1936); Werkleute singen (1936); Lieder des Volkes 
(61936); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); RJF, Liederblatt der HJ 58 
(1937); RJF, Musikblätter der HJ) 58 (1937); Das Lied im Deutschen 
Arbeitsdienst (1937); Wir wandern und singen! (1937); Unser das Land 
(1937); RJF, Unsere Lieder-Weimar (1938); Lieder der Frauenschaft 4 
(1938); Marschierende Jugend (21938); Liederbuch der SA (91938); 
Unsere Lieder (71938); Singend hinaus (1938); Stimmt an! Il (1939); 
Volksliedsingen im Schulfunk 6 (22. Juni 1939); Singende Mannschaft 
(1940); Kernlieder des REM (1940); Deutsche Lieder (1940); RJF, Unser 
Liederbuch (61941); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 39-42 
(1942); Lieder unseres Volkes (1943). 


Auf einem Baum ein Kuckuck saß. Bergisches Lied, aufgez. um 
1830, aus: Erk-Irmer, "Deutsche Volkslieder" (1838) und Erk-Böhme, 
"Deutscher Liederhort" (1856/1893). Titel: Kuckuck und Jägersmann oder 
Der arme Kuckuck. 

In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); Uns geht die Sonne 


A 217 





nicht unter (1934, Textausgabe 1941); NSLB, Unser Lied 1 (31935); 
Singkamerad (31935, 81937); Deutsches Frauenliederbuch (1935); 
Werkleute singen (1936); Lieder des Volkes (61936); Lieder für Werk- 
Frauengruppen 4 (1937); Unser das Land (1937); Lieder für die 
Grundschule (1938); Marschierende Jugend (21938); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938); Stimmt an! Il (1939); Lied über Deutschland 
(?1941); RJF, Unser Liederbuch (61941); Lieder unseres Volkes (1943). 


Auf einem hohen Berge, da liegt ein blauer Stein. Kinderreigenlied 
aus Westfalen. 
In: 
Lieder des Volkes (61936). 


Auf einem schönen grünen Wasen ließ Prinz Karl zur Tafel blasen 
(Prinz Karls Feldzug 1796 gegen die Revolution). Aus Vorarlberg. 

Der Titel feiert die Kämpfe des österreichischen Erzherzogs Karl im 
zweiten europäischen Koalitionskrieg gegen Bonaparte. Eine Textvariante 
(aus: "Des Knaben Wunderhorn") mit Bezug auf den kurmainzischen 
Hofkanzler und Minister von Albini, der den Kampf des Mainzer 
Landsturms gegen die französischen Eindringlinge 1799 anführte. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Posaunen und Trompeten schallen, 

alle Kanonen auf einmal knallen, 

daß sich erhebt die ganze Welt. 

Bomben und Haubitzen blitzen, 

die Festung Straßburg muß Blut 

schwitzen; 

durch das Feuer wird sie verzehrt". 
In: 
Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Wir 
marschieren (1937); Hellau! (1942). 


Auf einsamen Wegen und Stegen, wer reitet bei Tag und bei 
Nacht. "Lied der Baltischen Landwehr (1919)". Aus: W. Gollhardt, "Sankt 
Georg" (1931). Titel: Baltische Wacht. 

Das Lied feiert die Freikorpszeit. 

Textprobe (Refrain): 

"Ja, das ist die ja die Baltische Wacht. 

Marsch voran alle Mann, 

und wir ziehen weiter, 

hurtig sind, wie der Wind 

Engelhardtsche Reiter". 
In: 
Folget der Fahne und dem Führer (1934); Singkamerad (21934, 31935; 
onA, Textvariante); Soldaten singen (1936); Soldatenliederbuch (41940; 


A 218 





Textvariante). 


Auferstanden, auferstanden ist der Herr aus Grabesnacht! Titel: 
Auferstanden! (Ostern 1933), onA. 
In: 
Lieder der christlichen Kampfschar (1933). 


Auf, es lacht der Frühlingsmorgen. Wanderlied, zur Melodie 
"Setzt zusammen die Gewehre". 
In: 
Unsere Lieder (71938). 


Auf Frankreichs Feldern = Es war auf Frankreichs Feldern 


Auf gellt ein Schrei, J] ungvolk herbei! Vaterländisches Kampflied. 
Titel: Jungvolk steht auf. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Not ruft uns auf: Jungvolk zuhauf! 
Die Lande durchbrausen soll es: 
J ungvolk steht auf! 
Und wir lassen uns nicht beugen 
und nicht brechen unsern Mut, 
für das Vaterland zu zeugen 
mit dem letzten roten Blut. 
Jungdeutschland, zuhauf! 
Jungvolk steht auf!" 
In: 
Trum, trum (21933; nur T, 0nA). 


Aufgesessen, Kanoniere - zugleich, zugleich!. Marsch der 
deutschen Batterien, Kriegslied, onA. 

Tondokument - von 1941 - im DRA: 1801834-08.. 

Ausführende: Chor mit MK des Luftnachrichten-Rgts. beim 
Oberbefehlshaber der LW, Dgt. E. Kiesant. 


Aufgesessen, weiße Reiter, faßt das scharfe Christusschwert. 
"Lied der weißen Reiter" (1927), onA. 
In: 
Lieder der christlichen Kampfschar (1933). 


Auf großer Fahrt (Anthologie) siehe: G. Nowottny 





Auf, grüner J ung, reck deine Glieder (T: Karl Seidelmann). 
Matrosenlied, von G. Schulten zur englische Seemannsweise "What shall 
we do with a drunken sailor". In: "Die schwarze Fahne der Piraten" 
(1933). 

In: 
Die weiße Trommel (21935); Der Kilometerstein (21937); Lied über 
Deutschland (1937); Liederbuch der Kriegsmarine 1 (1940). 


Auf grün Heid = Es saß ein schneeweiß Vögelein 


Auf Heid' und Sand in Hammerstein keimt eine junge Saat (T: Paul 
Lang). Arbeitsdienstlied, zu den Melodien "Ich schieß den Hirsch im wilden 
Forst" und - Zwischenverse - "Von Berg und Turm läut' an die Glocken 
Sturm". Titel: Lied der Arbeitsfreiwilligen. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Der deutschen Arbeit hohes Lied 
stimmt, Brüder, mit mir an. 
Aus deutscher Schmiede kam das Schwert, 
ihr Brüder, denkt daran. 
Es wächst herauf ein neu' Geschlecht, 
das nichts vergessen hat. 
Stimmt, Brüder, mit mir an das Lied 
vom grauen Heer der Tat". 
In: 
Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937; nur T). 


Auf, Hitlerleute, schließt die Reihen! Zum letzten Kampf sind wir 
bereit (T: unbekannt), als "Lied vom Nationalen Sozialismus" seit 1930 zur 
Melodie der "Internationale". Titel auch: Deutschlands Nationale oder 
Hitlernationale. 

Textprobe (1. Strophe): 

"Auf rotem Grund in weißem Felde 

weht unser schwarzes Hakenkreuz (...). 

Der nationale Sozialismus 

wird Deutschlands Zukunft sein". 
In: 
Was der Deutsche singt (1932; auf eine "Volksweise"); Unter Hitlers 
Fahnen (1932); Sturm-und Kampflieder-Buch (1933; nur T, Variante: 
"Nun, Hitlerleute"). 


Auf, ihr Brüder, auf und singt. Kanon zu 4 Stimmen, aus: F. Jöde, 
"Der Kanon" III. 
In: 
Lieder für Werk-Frauengruppen 2 (1936); Liederbuch der Kriegsmarine 1 


A 220 





(1940; onA); Lied über Deutschland (?1941). 


Auf, ihr Brüder, seid wohl dran! Jetzo kommt die Zeit heran, die 
Wanderzeit. Wanderlied aus Würzburg, zuerst in: Ditfurth, "Fränkische 
Volkslieder" (1855). Identisch mit "Auf, du junger Wandersmann". 

In: 
Der Ring (1935). 


Auf, ihr Buben, könnts denn schlafen. Weihnachtslied aus Ebensee, 
Oberösterreich. 
In: 
Lieder des Volkes (61936). 


Auf, ihr Hirten, von dem Schlaf bei so schöner Zeiten. 
Weihnachtslied aus Tirol. 
In: 
Deutsche Lieder (1940). 


Auf, ihr Jäger, auf und wacht und seid auf die Jagd bedacht. 
Jägerlied, aus Ditfurth, "Fränkische Volkslieder". Variante des vorigen. 
In: 

Lied über Deutschland (21941). 


Auf, ihr wilden Männer, wacht und seid auf die Jagd bedacht! 
Melodie und Text um 1840 von Ditfurth in Franken aufgez. 
In: 
Wohlauf Kameraden (1934); Glück ab, Kameraden! (1935); NSLB, Unser 
Lied 2 (21935); Niederdeutschland (1936; onA). 


Auf, J ungmädchen und Jungmannen (T: O. Michelet), zur 
Melodie "Strömt herbei, ihr Völkerscharen" (Peters). Titel: Lied der 
deutschen Jugend. 

In: 
Deutsche Jugend heraus (2. Folge, 1933); Deutsche Lieder für die Jugend 
(21935). 


Auf, Kameraden, mutig voran. Die Fahne flattert stolz im Wind. 
Bekenntnislied, onA. Titel: Lied der Standarte 51. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Hitler soll unser Führer sein, 
er führet uns hinauf zum Licht. 


A 22] 





Er brannt' ins deutsche Herz hinein 
mit glühender Flammenschrift: 
Frei sein soll unser Vaterland, 
frei sein und stark und rein. 
Fest steh'n wir mit erhob'ner Hand, 
frei muß die Heimat sein!" 

In: 

Schlesisches SA-Liederbuch (31933; nur T). 


Auf, Kameraden, schließt die Reihen. Schwäbisches SA- 
Kampflied, onA. 

Textprobe (3. und 4. Strophe): 
"Herren soll'n im deutschen Reiche 
künftig auch nur Deutsche sein! 
J üd'scher Würger, du entweichel 
Unser Volk sei stark und rein! 
Schwäb'sche Dichter, schwäb'sche Denker 
sangen deutscher Treue Ruhm. 
Herr der Schlachten, Himmelslenker, 
sieh dies junge Heldentum. 


Ob auch Mord und Lüge wüten, 
gläubig wir zum Führer stehn. 
Nie kann man den Geist verbieten! 
Für Groß-Deutschland kämpft Sturm Zehn. 
Im Vernichtungshaß der Klassen 
J udas goldener Thron besteht. 
Drum heraus zum Kampf der Rassen, 
daß das dritte Reich ersteht". 
In: 
S.A. Liederbuch (1933). 


Auf Kreta im Sturm und im Regen (1941; Quelle: Axel Jockwer: 
Unterhaltungsmusik im Dritten Reich. Dissertation, Konstanz 2005. S. 
607, onA zu Urheber und Provenienz). 

Textprobe (1. Strophe, mit Refrain): 

a) 

da steht ein Fallschirmjäger auf der Wacht, 

er träumt ja so gerne von der Heimat, 

wo ihm ein holdes Mädchenherze lacht, 

die Sternlein funkeln vom Himmel in die Nacht. 
Grüß mir die Heimat. 
grüß mir mein Mägdelein aus blut'ger Schlacht". 


A 222 





Auf, laßt uns singen, singen im Chor (T: F. Jöde). Kanon zu 3 
Stimmen, zu einer Melodie von L. Cherubini. Aus: Jöde, "Der Kanon". 
In: 
Lieder der Werkschar (1935; T onA); Lieder des Volkes (61936); Auf, laßt 
uns singen! (1936); Stimmt an! II (1939); Deutsche Lieder (1940); 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940). 


Auf, laßt uns singen! Liedblatt, hgb. vom Musikreferat Gau 
Kurhessen für die Musikpflege in der NS-Frauenschaft (Gau Kurhessen), 
Kassel (1936) [K]. 

Inhalt: 
1. Volkstümlich: Fangt euer Handwerk fröhlich an. - 2. Baumann: Und die 
Morgenfrühe, das ist unsere Zeit. - 3. Weberlied, aus Nordmähren: Es 
ritten drei Reiter wohl über den Rhein. - 4. aus Franken: Schäfer sag, wo 
tust du weiden. - 5. Kommt, das Essen ist bereitet. Kanon. - 6. Rabsch: 
(Alter Erntespruch) Neues Brot im neuen Jahr. Kanon. - 7. Baumann: 
Hohe Nacht der klaren Sterne . - 8. Sydow, 1934: (Lied des 
Märchenmanns) Märchenmann, erzähl uns was. - 9. aus dem 
Münsterland: (Dornröschen) Surre, surre, Rädchen, schnurre. - 10. Wir 
wolln zum guten Meister gehn und seine fleißge Arbeit sehn. - 11. 
volkstümlich: (Zum Beschluß) Laßt euch nicht verdrießen, einmal muß 
man schließen. Kanon. - 12. Baumann: Der Mond hat leis gelacht. 


Auf, marsch, marsch! Durch Mühen und Gefahren rennen wir. 
Kampflied, onA. 
Textprobe (3. und 4. Strophe): 
"Auf zum Sieg laßt uns die Streiter rufen, 
ohne Rast empor die steilen Stufen. 
Jo hei jo! 


Unsre Burg soll unser Wollen weisen, 
alle, die uns helfen, woll'n wir preisen. 
Jo hei jo!" 
In: 
Ähre und Spaten (1934; nur T). 


Aufm Wasa graset d'Hasa. Scherzhaftes Liebeslied, schwäbisch. 
Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 
Vgl. Auf am Wasa. 
In: 
Hellau! (1942). 


Auf nach Pommern ziehn wir heut', ziehn wir voller Lust und 
Freud'. Heimatlied, entstanden 1932 im Lager Klein Zastrow bei 


A 223 





Greifswald. Titel: In dem schönen Pommernland. 
Textprobe (1. Strophe): 

Yeye,) 

Nach dem schönen Pommernland 

sei dieser Marsch benannt. 

O du schönes Pommernland, 

du bist in der ganzen Welt so weit 

und breit bekannt; 

ein jeder mag dich seh'n so gern. 

Drum eilen die Leut' von nah und fern". 
In: 
Ähre und Spaten (1934); Lieder der Pommerschen SA (51934; nur T). 


Auf nach Ungarn! = Wir suchen die schimmernden Weiten 


Auf, nun schwinget euch im lustigen Tanz. Tanzlied aus 
Schweden. Aus: Schulten, "Schwedische Volkslieder". 
In: 
RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Lied über Deutschland (?1941). 


Auf Posten = An der Weichsel gegen Osten 
Auf silbernen Rossen = Nächtens auf silbernen Rossen 


Auf, singet und trinket den köstlichen Trank. Nationales 
Triumphlied, Volksmelodie. Titel: Teuts Söhne. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Noch schnarchten Roms Krieger, 
besieget vom Wein, 
noch wähnten sie, Sieger 
der Deutschen zu sein, 
da stürmten wie Wetter, 
wie Wirbel im Meer 
des Vaterlands Retter, 
Teuts Söhne, daher. 
Juvivallerallerallera, 
beim Bierkrug von Stein". 
In: 
Schutz- und Trutz-Lieder-Buch (1934). 


Auf stiller Wacht = Es war auf der Polen Erde 


A 224 





Auf, Sturmsoldaten, jung und alt = Ihr Sturmsoldaten 


Auf tirolerischen Almen. 
In: 
Hellau! (1942). 


Auf unsrer Wiese gehet was, watet durch die Sümpfe (T: H. v. 
Fallersleben, 1843). Volksmelodie, scherzhaftes Rätsellied. 
In: 
Singkamerad (31935, 81937); Lieder für die Grundschule (1938); Klingend 
Erbe (1941). 


Auf Urlaub bin ich gegangen = Auf die Reeperbahn 


Auf, Volk der Frei'n und Frommen, hell leuchtet dir der Tag (T: 
Hermann Ohland). Vaterländisches Lied, zu einer Melodie aus Leipzig, 
1615. 

In: 
Von deutschem Glauben (21939). 


Auf zum Rhein, ihr deutschen Brüder, hin zum Rheine laßt uns 
ziehn! Hakenkreuz und Sturmeslieder soll'n an deinen Ufern wehn (T: 
Franz Müller). "Rheinlied", zur Melodie des Deutschlandliedes. 

Textprobe (5. Strophe): 

"Seht, die Judenknechte zittern, 

der Verräter sinkt in Staub, 

Frankreich wird im Sturm zersplittern, 

wenn der Freiheitsmorgen graut". 
In: 
Durch Kampf zum Sieg! (71926); Deutschland erwache! (551932); Was 
der Deutsche singt (1932; nur T, 0nA). 


Auguste-Viktoria-Marsch (RS Leipzig, 11/1/38). 
Der Titel feiert die letzte deutsche Kaiserin (1858-1921) und steht 
im Rundfunkprogramm unter dem Urhebernamen Funk. 


Auler, Wolfgang 
Dortmund, 21. Mai 1904 - Bad Münstereifel, 20. August 1986. 
Musikpädagoge, Chorleiter und Organist, auch Cembalist; ab 1927 
Organist in Berlin, so an der St. Jacobi-Kirche, und Chordirigent, 1936-39 
Lehrer an der Hochschule für Lehrerbildung Hirschberg, 1939-41 am 


A 225 





Bruckner-Konservatorium Linz, 1941-45 an der Staatsmusikschule 
Braunschweig, zugleich Staatsdomorganist. 

1945-48 weiterhin an der Staatsmusikschule Braunschweig, 1949-53 
Leiter des Instituts für ev. Kirchenmusik an der Musikhochschule Köln, 
dann Organist und Kantor der Johanniskirche in Witten/ Ruhr. 1961 KMD. 
Ab Mai 1969 i. R. zuletzt im Seniorenzentrum in Bad Münstereifel. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.075.918, jedoch 1934 gestrichen. 1938 Mitglied 
der Orgelarbeitsgemeinschaft im Kulturamt der RJF. 
20. Mai 1933, Bekenntnis: 

"Auf der Grundlage beiliegender Thesen fühlen wir uns gedrängt, 
offen auszusprechen, dass einzelne Berater der nationalen Bewegung, 
insbesondere der Glaubensbewegung >Deutsche Christen<, Bestrebungen 
vertreten, die, wenn sie sich durchsetzen sollten, nicht nur eine 
Verkennung der eigentlich tragenden Kräfte des deutschen Volkstums und 
des nationalen Wollens bedeuten würden, sondern auch ernstesten 
Schaden für die Kirche mit sich bringen müssten. Insbesondere beklagen 
wir, dass mancherorts augenblicklich mit falscher Front, nämlich gegen 
unsere dem neuen Geist innerlich verwandte Erneuerungsbewegung 
gekämpft wird, wobei mit Bedacht Namen ausgespielt werden, die mit der 
religiösen Grundidee und dem liturgischen Stil unserer Bestrebungen nicht 
das geringste zu tun haben. 

Die unverantwortlichen Angriffe der Herren Hans Georg Görner und 
Oberingenieur Herzberg in Wort und Schrift zwingen uns zu der Erklärung, 
dass wir aus Verantwortung für die Sache der evangelischen Kirchenmusik 
davor warnen, diese Herren als Berater der nationalen Bewegung und der 
Deutschen Christen zu verwenden. Ihr Kampf gegen die deutsche 
Orgelbewegung bedeutet eine starke Gefährdung wahrhaft deutscher 
Kirchenmusik" (Wolfgang Auler im Auftrag der Unterzeichner an Dr. 
Goebbels, 20/V/33. Quelle: BAR 55/ 1138. Blatt 37). 

Die unterzeichneten Kirchenmusiker, u. a. Karl Straube, Wolfgang 
Reimann, Günther Ramin, Erwin Zillinger, Christhard Mahrenholz, Oskar 
Söhngen, Walter Kraft, Paul Kickstat, Fred Hamel, OscarWalcker, Richard 
Liesche, Gerhard Schwarz, Wilibald Gurlitt und Hugo Distler, wollten sich 
nicht durch Görner und Genossen auf der nationalen Schiene überholen 
lassen und legten ein zweckdienliches Bekenntnis ab: 

"Wir bekennen uns zu der gemeinschaftsgebundenen Kraft aller 
Kirchenmusik, wie wir sie vor allem in der Musik unserer evangelischen 
Kirche von Luther über Schütz bis Bach und an den Meisterorgeln dieser 
Zeit erlebt haben. Unsere Bewegung ist nicht zuletzt im Kampfe gegen 
zersetzende Kräfte des Liberalismus und Individualismus entstanden. Wir 
lehnen es ab, daß unserem Volk eine bürgerlich-liberale Kunst als 
Kirchenmusik dargeboten wird, die nicht aus der Gemeinschaft 
herausgeboren ist. Eine zuchtlose, selbstgenießerische Musik, die den 
einzelnen nicht über sich selbst hinaus in die Gemeinde hineinstellt, hat in 
der Kirche kein Heimatrecht und hat auch mit dem künstlerischen Wollen 
des jungen Deutschland nichts gemein. Wir bekennen uns zur volkhaften 
Grundlage aller Kirchenmusik. Wir lehnen es ab, daß unserem Volk eine 


A 226 





nichtbodenständige, kosmopolitische Kunst als deutsche evangelische 
Kirchenmusik dargeboten wird" (Abdruck: Die Orgelbewegung im neuen 
Deutschland. "Lübecker Anzeiger und Zeitung", 13/V11/33). 

Diese Erklärung vom 17./18. Mai 1933 bezog sich auf das Flugblatt 
"Kirchenmusik im dritten Reich". 

Zur Stellung der Tasteninstrumente innerhalb der gegenwärtigen 
Musikübung ("Deutsche Musikkultur" IV/1, April-Mai 1939. S. 40 ff.). 
Zitat: 

"(...) Im Neuaufbau der deutschen Musikkultur ist dadurch die 
Orgelkunst, neben dem Chor das wichtigste Fundament derselben, vor 
Konzert und Oper in den Hintergrund getreten. Das ist bedauerlich genug, 
um so mehr, als sich in den Kämpfen um eine klangliche Neuorientierung 
der Orgel die deutsche Organistenwelt als einer der aktivsten Teile unserer 
Musiker überhaupt bewährt hat. Es hieße sich der Kräfte einer 
jahrhundertealten Tradition berauben, wenn nicht auch dieser Teil der 
deutschen Künstlerschaft voll in den Aufbau eingesetzt würde. Hier liegen 
noch offene Fragen, die gelöst werden müssen, in Hülle und Fülle vor. Vor 
allen Dingen braucht die Orgelkunst wieder einen umfassenden Auftrag, 
der ihr in der gegenwärtigen Lage wohl nur von der politischen 
Gemeinschaft gegeben werden kann. (...)" (S. 41). 

Auler sah im kirchlichen Bereich, der den Kulturpolitikern zwar 
unangenehm aber noch nicht abzuschaffen war, keine Arbeitschance mehr 
und rief daher nach Staat und Partei. 

Information: KDMK, RML, FA2. Der DMK 1942 führt Auler weder als 
Lehrer der Staatsmusikschule Braunschweig noch im Adressenverzeichnis. 
Das Stadtarchiv Witten (7/X/97) teilte mit, es habe kein Sterbedatum 
ermitteln können. Das Standesamt Dortmund ignorierte eine Anfrage vom 
28/XI/97, brach also Verwaltungsrecht. 


Aulich, Bruno 

Duisburg, 19. Mai 1902 - Gauting, 24. Oktober 1987. 
Nach abgebrochenem Studium der MW, Pädagogik und Literaturgeschichte 
in München nebst unvollendeter Dissertation über das "klassisch-epigonale 
Streichquartett" zunächst Musiker - 3. Bratscher - im studentischen 
Münchner Orchesterverein Studentenhaus, dann dessen 1. Konzertmeister. 
1929 Ansager, 1933 in München Programmreferent des Bayerischen 
Rundfunks als Leiter der Tanzmusik; hier baute er das 
Rundfunktanzorchester auf und gründete die Münchner Funkschrammeln. 
1936 holte ihn Intendant G. O. Stoffregen als Leiter der Abt. Unterhaltung 
zum Deutschlandsender nach Berlin, wo er u. a. die großen 
Opernsendungen betreute. 1939-40 wirkte er beim Neuaufbau des 
Senders Danzig mit. Dann, wieder in Berlin, musikal. Berater in der 
Reichssendeleitung, 1942 schließlich in der Programmredaktion des 
Großdeutschen Rundfunks Vertreter des Gruppenleiters "Ernste, aber 
allgemein verständliche Musik" (Schulz-Dornburg), ab Oktober des J ahres 
auch für die deutsch-italienischen Austauschkonzerte des 
Reichsrundfunks zuständig, 1944 selber Gruppenleiter. 


A 227 





Zum 15/X1/45 erhielt Aulich seine Entlassung wegen "faschistischer 
Artikel" in mehreren Heften des "Reichsrundfunk". Im November 1947 
lehnte die Berliner Entnazifizierungskommission seinen Antrag auf 
Entlastung ab; er habe zwar weder der NSDAP noch einer ihrer 
Gliederungen angehört, jedoch nationalsozialist. Gedankengut verbreitet. 
1950 versuchte der neue Musikabteilungsleiter des Berliner Rundfunks, 
Harry Goldschmidt, Aulich als stellv. Hauptabteilungsleiter durchzusetzen. 
Er durfte dann im Funkhaus Grünau, einer Außenstelle des DDR- 
Rundfunks, als Aufnahmeleiter, Dirigent und Violinsolist arbeiten. Hier 
dirigierte er u. a. die Musik-Umrahmung der Feierstunden zum Jahrestag 
der Oktoberrevolution (5/X1/49), zum 70. Geburtstag Stalins (20/X11/49) 
und zum Andenken an die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl 
Liebknecht (21/1/50). Zuletzt lebte Aulich i. R. in Gauting. 


Werke: "Das stillvergnügte Streichquartett", Mitautor Ernst Heimeran; 
Fassung von D. Schostakowitschs "Weltfriedenslied" (1948); 
Hörspielmusiken im DDR-Rundfunk, so zu "Mort pour la France" (1950) 
über Rekrutierungen für die Fremdenlegion in Westdeutschland oder "Die 
letzte Schicht" (1952) über den Wettbewerb zweier Stahlarbeiterbrigaden 
um Steigerung der Produktion von Grobblech; "Festlicher Auftakt zu 
Stalins Geburtstag 1949" für gr. Orch; Musik zur Revue "An beiden Ufern 
der Spree" über den Aufbau in Berlin/ DDR, zus. mit P. Dessau und E. 
Roters (UA: Berlin, 25/1/52); "Der Kohlenhändler Thomas Britton, 
1643-1714" (musikliterarische Sendung, Abdruck in: "Radio Bremen 
Hausbuch 1963" S. 72- 77). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
28. Juni 1934: 

Aulich leitet das TanzfunkOrch in der Sendung "Von der 
ausgerechneten Banane bis zur pfeifenden Johanna" von Peter Paul 
Althaus (RS München, 28/V1/34). 

Kleine Musikkunde für jedermann. Sendereihe von B. Aulich (RS 
München, vierzehntäglich ab Januar 1936). 
Zitat: 

"Den drei Jahren nationalsozialistischer Herrschaft verdankt eine 
gute, neuentstandene Unterhaltungsmusik ihre Entstehung und eine Reihe 
von Begabungen haben sich ihren Platz im Melodiengedächtnis 
unseres Volkes erobert. Wer das leugnet und nicht wahr haben will 
und sich auf frühere Zeiten beruft, wo es auch keine Unterhaltungsmusik 
gegeben haben soll, dem sei gesagt, daß gerade in den Zeiten, da der 
Höhenflug einzelner Genies die Erde nicht mehr sah, die Volksmusik 
sich handfest auf den Boden der Tatsachen stellte. Wenn man 
diese Unterhaltungsmusik mit der heutigen vergleicht, so braucht 
bei gerechter Würdigung der sozialen Zusammenhänge gar kein Minus für 
unsere Zeit dabei herauskommen. (...)" ("Kleine Musikkunde für 
jedermann". RRG-Presse-Mitteilungen" Nr. 488. Blatt 9) 

Volkstümliche Musik im Äther ("Deutsches Musikjahrbuch" 1937. S. 
130-135). 


A 228 





Zitat: 

"(...) Wenn wir vorurteilsfrei und ehrlich sei wollen: das Volk singt 
den sogenannten Schlager, seine Tanzmusik ist die rhythmisch betonte 
neue deutsche Tanzmusik. Den Schlager könnte man als das Volkslied 
unserer Tage bezeichnen. Die Feinde und Bekämpfer dieser Anschauung 
gehören entweder der älteren Generation an oder sind durch ihre 
persönliche Neigung zur Kunstmusik und Musik unserer Vergangenheit so 
befangen, daß es ihnen unmöglich ist, den wirklich herrschenden 
Tatsachen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. (...)" (S. 133). 

In Sachen Tanzmusik ("Volksfunk" VII/14, 4/IV/37). 
Zitat: 

"Ungerechterweise hat man die rhythmische Musik den Negern 
zugeschoben. Wer diese Musik als die der Ureinwohner Afrikas ansieht, 
beweist mir, daß er nie eine echte Negermusik gehört hat. Der neue Stil 
dieser Musik ist typisch amerikanisch. Der Neger - an und für sich 
musikalisch sehr lernfähig - hat diese Musik dem Amerikaner vormachen 
müssen. Das geschah nicht aus rassischen Gründen, denn ein Amerikaner 
wird sich von einem Neger nie etwas aufzwingen lassen, sondern der 
Neger verstand diese Musik am besten zu verkaufen. Verkaufen kann man 
nur, wenn man Absatz für seine Waren hat. Das wußten auch die Juden, 
und es ist daher kein Wunder, daß im Jahre 1933 fast die gesamte mit der 
Erzeugung des Schlagers beschäftigte Industrie - anders kann man diese 
Tätigkeit nicht nennen - in den Händen dieser Leute war, denen an der 
Tanzmusik alles gleichgültig war, was nicht geschäftlichen Charakter trug. 
Es stellte sich dann auch sofort heraus, daß nach dem Umschwung eine 
bewußt deutsche Tanzmusik nur in ganz geringem Umfang vorhanden war. 
Um alle Mißverständnisse auszuschließen: Die Juden hatten weder diese 
Musik erfunden, noch ihren Stil bestimmt; sie hatten sie lediglich 
verschachert und ihre Haltung auf einen Tiefstand gebracht, der am 
besten aus der Seichtheit der den Tanzliedern zugrundeliegenden Texte 
sich bestimmen läßt. 

(...) Es ist selbstverständlich, daß diese Musik in einer Zeit, wo die 
Postkutschen durch Deutschland fuhren, einen anderen Charakter haben 
mußte wie heute, wo rhythmisch stampfende Maschinen, Rennwagen und 
Flugzeuge das Lebenstempo der Menschen bestimmen. Die neue deutsche 
Tanzmusik tut weiter gar nichts, als diesem Umstand sowohl in der 
Klangfarbe, als dem ihr eigentümlichen starren Rhythmus Rechnung zu 
tragen. Infolgedessen sind es vorzugsweise die jungen Menschen, die die 
Wesensart dieser neuen Musik begreifen, schätzen und lieben gelernt 
haben, während die ältere Generation die gemütliche und nach ihren 
Begriffen wohllautende Musik nicht missen mag. 

Wer heute behauptet, daß der deutsche Rundfunk >] azz<-Musik 
spielen läßt, soll sich darüber klar sein, daß er über zeitnahe 
Unterhaltungsmusik nie gründlich nachgedacht hat, und daß er kein 
Verständnis für die gegenwärtige Einstellung des Menschen zur Maschine 
und zum Tempo unserer Umwelt gefunden hat" (S. 28). 

29. Februar 1940, Beurteilung: 
"(...) Ein ganz unrühmliches Kapitel ist ein Herr der 


A 229 





Programmgestaltung. Aulich ist sein Name, er sitzt seit einigen Jahren 
hier in Berlin, kam aus München und soll schon die tollsten Dinge hier 
verbrochen haben. Wenn ich persönlich nicht das Glück gehabt hätte 
diesen Herrn vor dem besten Funkorchester kennenzulernen, wäre ich nie 
im Stande gewesen zu glauben, dass es Menschen gibt, die sich mit einer 
derartigen Frechheit und Dirigentenunfähigkeit vor ein Kulturorchester 
stellen können und die ersten Kräfte belehren wollen, wie man diese oder 
jene Stelle auf einem Blas- oder Streichinstrument zu spielen hat. An 
praktischer Kulturarbeit kann der Mann nachweisen., dass er eine 

J azzkapelle im Münchner Sender leitete und mit aller Raffinesse einige 
Hörspiele, nach dem Muster >Man nehme< zusammenstellte. (...)" (Fritz 
Straub an R. Schulz-Dornburg, 29/11/40. Quelle: DRA Potsdam- 
Babelsberg. Historisches Archiv, Signatur NL 17/11). 

Der Absender, 1. Hornist im Großen RundfunkOrch Berlin mit 
zeitweiligem Kapellmeisterdienst, monierte, daß Aulich ans Pult strebte, 
ohne irgendeine dirigentische Ausbildung vorweisen zu können. 

27. November 1942 : 

"(...) Zur Umbesetzung in der Leitung des Großen 
Rundfunkorchesters ist zu bemerken, daß Rother vor vor einiger Zeit es 
als untragbar erklärt habe, wenn Schmidt-Isserstedt an seine Stelle 
im Deutschen Opernhaus käme. Durch die Berufung Artur Rothers zum 
Rundfunk, bei der auch Kreise aus dem Propagandaministerium eine Rolle 
gespielt haben, hat Schulz-Dornburg, der sich zurzeit an der Front 
befindet, die Leitung des Orchesters verloren. Er leitet noch die Gruppe 
Musik. Zu seinem Vertreter hatte er Burghardt bestimmt, es wurde jedoch 
Aulich eingesetzt. Man wird annehmen können, daß Aulich diesen Posten 
nicht wieder aufgeben wird" (Der Chef der Sicherheitspolizei und des SD, 
Abt. Ill, Dr. Wr.: Vermerk, Betreff: Das Große Rundfunkorchester. Quelle: 
BAR 58/ 1090. Blatt 62). 

5. Mai 1943: 

Das Reichspropagandaamt Berlin macht per Rundspruch Nr. 44/43 u. 
a. aufmerksam auf Aulichs Artikel "Komponisten dirigieren" in der 
Zeitschrift "Reichsrundfunk", Heft 2, 1943 (Kulturpolitische Information Nr. 
16/43, 5/V/43. Quelle: BA ZSg. 115/17). 

14. Mai 1943: 

"(...) Aulich beabsichtigt zum >Tag der Hausmusik< ein 
Preisausschreiben, mit dem Herr Hinkel sich einverstanden erklärt. 

(...) Bei einer Rundfunkaufnahme hat sich der Hornist Berger von 
der Staatsoper besonders disziplinlos verhalten; Aulich gibt hierüber 
schriftlichen Bericht. (...)" (Protokoll der Rundfunksitzung am 14/V/43. 
Quelle: BAR 55/ 696. Blatt 146). 

Berger = Hans Berger, Kammermusiker. 

23. Januar 1944: 

Im besetzten Brüssel leitet Aulich ein Konzert der Philharmonie 
Brüssel außer Abonnement mit Musik zu Tanz und Ballett. 

11. Oktober 1944, Aufgabe: 

"(...) Herr Aulich sollte einen neuen Komponisten für das Anacker- 
Lied suchen. Herr Traeder hat ein Lied von Kurt Eggers, das viel mehr die 


A 230 





Situation trifft als das Anacker-Lied. Die Angelegenheit Anacker ist damit 
erledigt (...)" (Fritzsche-Sitzung im Haus des Rundfunks, 11/X/44, 
Protokoll. Quelle: BAR 55/ 556. Blatt 74). 

Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Gauting, Nr. 
271/1987. 


Aus deinen blauen Augen. Volkslied aus Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Aus dem Himmel ferne, wo die Engel sind, schaut doch Gott so 
gerne her auf jedes Kind (T. W. Hey). Kinderlied, Melodie von F. Silcher. 
In: 

Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934; nur T). 


Aus der Heimat in die Weiten. Kampflied. 
In: 
Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934). 


Aus der J ugendzeit, aus der J ugengzeit klingt ein Lied mir 
immerdar (T: F. Rückert, 1830). Heimatlied. 

Mehrfach vertont, so von Moritz Hauptmann (Op. 49 Nr. 6) und 
Robert Radecke (Op. 22 Nr. 1, 1859). 
In: 
Heil Hitler! (1933); Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934; nur 
T, onA); Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934; 
nur T, 0onA); Deutsche Lieder für die Jugend (21935). 


Aus der Kraft des Glaubens vom völkischen Sieg. Feier des 
NSD-Studentenbundes (Berlin, *30/1/39, in der Musikhochschule) mit 
Texten u. a. von Hitler, E. M. Arndt, Hutten, E. Fichte, Baldur v. Schirach; 
Musik: H. Spitta, W. Rein und G. Maasz. 

Die sieben Teile: 1. Zeit um Ulrich von Hutten - 2. Zeit des 30jährigen 
Krieges - 3. Nationale Not und Selbstbesinnung um 1813 - 4. Dunkle Zeit 
im 19. Jahrhundert (Vorbereitung des Weltkrieges) - 5. Der Weltkrieg - 6. 
Heimkehr (Vorbereitung des dritten Reiches) - 7. Aufruf zum Mitgestalten 
der Gegenwart. 


Aus dunkler Nacht auflodern hell die Flammen (T: nach Emil 
Heß, aus "Der Tag", 26/111/33). NS-Huldigungslied, zu einem Präludium 
von J. S. Bach, Fassung: E. Dahlke. 


A 231 





Textprobe (2. Strophe): 
"Mit Hakenkreuz die Fahnen wehen 
und feiern Deutschlands Auferstehen". 
In: 
Deutsche Marsch- und Fahrtenlieder (1933); Lieder für Schulfeiern 13 
(1936). 


Aus einer Ziege werden zwei (T: Walter von Müller), zu einer 
ungenannten Melodie von F. Kuhlau. Titel: Frühling in der Rhön. 
In: 
Flieger sind Sieger (31941). 


Ausharren = Wer ausharrt bis ans Ende 


Aus hochbetrübtem Mut und Herz ein klagend Lied zu singen. 
Lied über den 30jährigen Krieg, onA. Titel: Ein Lied von deutscher Not und 
Hoffnung. 
Textprobe (4. Strophe): 
"O Jammer groß, o Herzeleid! 
Aus Gsang in Klag und Heulen 
verkehrt hat sich zu dieser Zeit 
dein Freud 
in Gschrei der Eulen. 
Tausendsechshundertzwanzig Jahr 
deins Leids Anfang die J ahrzahl war, 
dein Freud ist weggenommen. 
Wo ist die teutsche Einigkeit, 
deins Heldenmuts Standhaftigkeit, 
die Lieb deinr selbst hinkommen?" 
In: 
Kämpfende Mannschaft (1934). 


Aus Lüneburg sein's wir ausmarschiert, zu Schleswig sein wir 
einquartiert. Kriegslied aus Hannover um 1864, zum Andenken der 
Schlacht bei Schleswig gegen die Dänen am 8. Mai jenes Jahres. Erstdruck 
in: "Der Zupfgeigenhansel" (101913). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Und als der andre Tag anbrach 
und wir das Schlachtfeld genau besahn, 
da waren alle Berge so rot 
von lauter, lauter Dänenblut. 
Sie mußten sterben mit Hurra." 
In: 
Das Soldatenlied (1932); Die Fahne hoch! (1933); Trum, trum (21933); 


A 232 





Blut und Ehre (1933); Wir wollen singen (1933); Uns geht die Sonne nicht 
unter (1934, Textausgabe 1941); Jungdeutschlands Lieder (1934; 
"Volksweise" aus Hannover); Soldatenlieder (1934); Die weiße Trommel 
(21935); Singkamerad (31935, 81937); Niederdeutschland (1936); RJF, 
Liederblatt der HJ 28 (1936); Soldaten singen (1936); Werkleute singen 
(1936); Neues Deutschland 2 (1937); Lied über Deutschland (1937, 
>1941); Soldaten-Liederbuch (1938); RJF, Unser Liederbuch (61941). 


Aus meines Herzens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser 
Morgenstunde (T: Georg Niege, 1525-1588). Choral, Hamburg, 1598. 
In: 
NSLB, Unser Lied 2 (21935); Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940). 


Ausreden = Wenn man dir nichts beweisen kann 


Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen 
(T: M. Luther, 1524). Kirchenchoral auf den 130. Psalm, zur Melodie "Herr, 
wie du willst, so schicks mit mir", Straßburg, 1525. 
In: 
Christliche Kampflieder der Deutschen (1933); NSLB, Unser Lied 2 
(21935); Lobeda-Singebuch 1 (1936); Evangelisches Feldgesangbuch 
(1939, 1940). 


Autenrieth, Otto 
Hornberg/ Schwarzwald, 6. September 1868 - Heidelberg, 15. Oktober 
1942. 
Sohn eines Oberlehrers; Musikpädagoge in Heidelberg, Oberstudienrat, 
Organist an der Johanneskirche und Lehrer an der Staatlichen LBA. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP; NSLB, aber kein Eintrag, Gaufachschaftsleiter 
und Musikreferent des NSLB, Gau Baden, und stellv. Gauführer des DSB. 
Information: DML. 


Ave Maria. Geistlicher Kanon. 
In: 
Lobeda-Singebuch 1 (1936). 


Baarz, Wilhelm (Hermann) 

Göllen, 5. Januar 1871 - Zepernick, 29. April 1941. 
Militärmusiker und Pistonvirtuose; ab 1/X/99 Stabstrompeter und MM 
beim Trompeterkorps des FeldAR 19, ab 1/X11/03 beim 1. Garde- 
Dragoner-Rgt in Berlin, am 1/XI/10 OMM, jedoch 1918 demobilisiert. Nach 
Kriegsende leitete er eine Freikorpskapelle, später - Stand 1932 - das 
eigene "Baarz-Orchester" in Bochum; danach in Berlin Inhaber der Kneipe 
"Zum Schultheiß am Kreuzberg", auch Leiter eines Musikkorps der 
Sicherheitspolizei. 1936 reaktiviert als StMM und Leiter des Musikkorps 
des Flak-Rgts. 12 in Berlin-Lankwitz. Stand 1938: bei der 2. Abteilung, 
Flak-Rgt 22 Döberitz. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Fahnenruf. Marsch für Heroldstrompeten und Kesselpauken (Berlin, 
1935; DtldS, 25/11/38, 19/VI1/39). 

Unsere Fußartillerie. Marsch für Heroldstrompeten (Berlin, 1935; DtldS, 
19/VI1/39). 

Information: LdBl. Das Stadtarchiv Bochum ignorierte eine Anfrage 
vom 12/VI/98, teilte auf Erinnerung am 16/VII/99 nur mit, es könne keine 
Angaben über Baarz machen; laut Einwohneramt Bochum, Zentraler 
Auskunftsdienst (2/VIII/99), sei keine Auskunft möglich, da Kriegswirkung 
die Meldeunterlagen vor 1/VI/45 vernichtet habe. 


Bacchus soll uns Führer sein. Titel: Deutsches Trinklied. 
In: 
Lobeda-Singebuch 1 (1936). 


Bach, Carl Philipp Emanuel 
1714 - 1788 


Gott ist mein Lied, er ist der Gott der Stärke (T: Ch. F. Gellert). 
Vgl. Beethoven. 

In: 

Singkamerad (31935, 81937); Stimmt an! II (1939). 

Neujahrslied: Er ruft der Sonn und schafft den Mond, das Jahr darnach 
zu teilen (T: Ch. F. Gellert). Frei nach der geistlichen Ode "Am neuen 
Jahre" bearb. von Erwin Lendvai. 

In: 

Lobeda-Singebuch 1 (1936). 


Bach, E. (Pseudonym) = Erich Wintermeier 


B 234 





Bach, Erwin Johannes 
Hildesheim, 13. Oktober 1897 - Berlin (DDR), 9. August 1961. 
Lehrersohn; Klavierpädagoge und Kompositionslehrer an der Hochschule 
für Musik in Berlin. 

Von Gerigk/Stengel als J ude ("eigentlich Hirsch") denunziert. 

1934 emigrierte Bach nach Swerdlowsk, hier Professor am 
Staatskonservatorium, 1935-38 am Staatskonservatorium Odessa, 
1938-40 an Staatlichem Musiktechnikum und Universität Tomsk, dann bis 
1942 am Staatlichen Wissenschaftlichen Institut für Musik und Theater in 
Leningrad, nach Taschkent evakuiert und hier bis 1947 Lehrer am 
Staatskonservatorium. 1947 in Berlin (Ost) Leiter der Internationalen 
Musikleihbibliothek. 

Information: DML, FA, KDMK. 


Bach, Johann Sebastian 
1685 - 1750 


Vgl. Aus dunkler Nacht auflodern hell die Flammen. 


1932 
Dudelsackweise aus der Gavotte II der G-moll-Suite, für 3 Flöten oder 
Geigen oder Tastenspiel. 
In: 
Lieder der Deutschen (1932). 


1933 
Befiehl du deine Wege. Choral (Mirag, *20/1V/33, MZ der SS-Standarte 
48, Dgt. Max Pausch). 


1934 
BWV 79. Zum Beschluß: Nun laßt uns Gott dem Herren Dank sagen und 
ihn ehren (T: Ludwig Helmbold, 1532-1598). Aus der Kantate "Gott der 
Herr ist Sonn und Schild". 
In: 
Die Singstunde 62 (1934). 
5. Juli 1934, Urphänomen des Deutschtums: 

"Die von Alfred Rosenberg geleitete >Nationalsozialistische 
Kulturgemeinde< (...) hält ihre erste Reichstagung in Eisenach ab, Die 
Wahl dieser schönen thüringischen Stadt, die ein bedeutendes 
geschichtliches Erbe mit gegenwartslebendigem Sinn verwaltet, erscheint, 
wenn man das Ziel der NS-Kulturgemeinde, dem Geist unserer Zeit wieder 
eine eigene deutsche Form zu geben, ins Auge faßt, nicht zufällig. Denn 
Eisenach ist der Geburtsort eines deutschen Genius, der dem Geist seiner 
Zeit eine so überwältigend deutsche Gestalt zu geben vermochte, wie es 
in der ganzen so reichen deutschen Geistesgeschichte vielleicht kein 
zweites Mal mehr der Fall gewesen ist, und der eben darum über seine 
Zeit hinaus in die Ewigkeit und über sein Land hinaus in die ganze Welt 


B 239 





drang, in der gestalteter Geist überhaupt zu den wirkenden Mächten des 
Daseins gehört: Johann Sebastian Bachs. Bach ist ein Urphänomen der 
Musik und ein Urphänomen des Deutschtums; in seiner Musik kann sich 
nur deutscher Geist verkörpern, es gibt auf der Welt nichts andres, was 
als überindividuelles Bewußtsein hinter der Matthäus-Passion, der H-Moll- 
Messe, der >Kunst der Fuge< stehen könnte. 

(...) Es ist für die NS-Kulturgemeinde vergleichsweise leicht, ihr 
Programm an der Auswahl derjenigen unsrer vorhandenen Kulturgüter zu 
orientieren, die für die deutsche Gegenwart von besonderer Bedeutung 
sind. Der weitaus schwierigere Teil der Aufgabe besteht darin, die 
künstlerischen Kräfte zu wecken, die in der Gegenwart selbst schlummern. 
Auch von ihnen bergen vielleicht manche einen >Schrecken< in sich, den 
zu überwinden im Augenblick noch nicht jedem gegeben ist, selbst wenn 
er dem alten deutschen Schrecken Luthers und Bachs verwandt ist. Das 
große geistige Werk wächst immer, das haben Hitler und Goebbels 
zahllose Male ausgesprochen, im genialen Einzelmenschen; Aufgabe des 
Staates ist es, ihm die Möglichkeiten des Schaffens nach Kräften frei zu 
halten, Aufgabe einer Kulturgemeinschaft aber, in ihren Mitgliedern die 
Empfänglichkeit und Ehrfurcht dafür zu wecken, den Boden zu bereiten, in 
dem das Werk des großen Einzelnen hineinwächst in die Tiefe des Volkes" 
(KHR = Karl Heinz Ruppel: Kulturarbeit im neuen Deutschland. Erste 
Reichstagung der NS-Kulturgemeinde. "Kölnische Zeitung", Abendblatt, 5/ 
V11/34). 


1935 

Die Monatsschrift der Nordischen Bewegung, "Rasse" Il/9, August 
1935, S. 331-333 f., bringt unter dem Titel "Werk und Rasse bei Johann 
Sebastian Bach" die Beiträge "Nordische Wesenszüge der Bachschen 
Kunst" von R. Eichenauer und "Rassenmerkmale in der körperlichen 
Erscheinung Johann Sebastian Bachs" von Michael Hesch. 

Januar 1935: 

Der Berliner Musiklehrer Paul Neubert verlangt in seinem Aufsatz 
"Für eine Neu-Dichtung der Kantatentexte Bachs?" in "Die Musik" 
XXVIIl/4, Januar 1935, neue Texte für die Kantaten von Bach. 

27. Juli 1935, Ehrung: 

"Am 27. Juli ließ die NS-Kulturgemeinde Leipzig zum 185. Todestage 
Johann Sebastian Bachs an der ehemaligen Wirkungsstätte des Meisters in 
Leipzig eine Gedenktafel anbringen, die ein Werk des Leipziger Bildhauers 
Zalisz ist" (Ehrungen. "ZfM" CII/10, Oktober 1935. S. 1066). 

August 1935, Auszeichnung: 

"Der Führer und Reichskanzler zeichnete das 3. Orchesterkonzert im 
Rahmen des Reichs-Bachfestes unter Leitung von Prof. Abendroth mit 
seiner Anwesenheit aus. Dem Führer wurde bei dieser Gelegenheit die neu 
gestiftete Bach-Plakette überreicht, die in Zukunft den um die Pflege der 
Werke Bachs besonders Verdienten verliehen werden soll" ("ZfM" CI1/8, 
August 1935. S. 840). 

*9, November 1935: 
Zum Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung leitet Buschkötter 


B 236 





mit Kammerchor und Gr. Orch des RS Köln eine "Festliche Musik", u. a.: 
Bach, "Brandenburgisches Konzert" Nr. 3, erster Satz, und Konzert in D- 
moll für 2 Violinen, gespielt von August Kreuter und Rudi Rhein (RS Köln/ 
RSdg, *9/X1/35). 

Dezember 1935, Einzig deutsche Lebenshaltung: 

"Diese neue Bachschau findet die Möglichkeit ihrer Verwirklichung 
durch die neue Einstellung zur deutschen Geschichte, die durch die 
nationalsozialistische Revolution eingeleitet ist. Diese 
Geschichtsbetrachtung sucht nicht nach Stilen, sondern nach der 
Erkenntnis des übergeordneten deutschen Wertes. 

(...) Für ihn stand nicht der Mensch im Mittelpunkt des Tuns, der 
sich aus freier gegenseitiger Übereinkunft in eine staatliche Ordnung 
begibt und seine natürlichen Rechte beansprucht, für ihn war im 
mittelalterlichen Sinne Welt und Obrigkeit die gültige und sinnvolle 
Spiegelung der >Ordnung von Gott<, für ihn war der größte Meister nicht 
ein Einzelfall menschlicher Begabung, sondern, wie er selbst, nur ein Glied 
in der >prästabilierten Harmonie<, die der Urheber aller Dinge als 
Ausgang und Ende alles Erkennens und Seins ist. Die Musik Joh. Seb. 
Bachs ist uns heute Beispiel der einzig deutschen Lebenshaltung, die alle 
ihre Lebensfunktionen aus einer übergeordneten Idee sich speisen läßt, in 
der die Person in den geheimnisvollen Ring von Blut und Glauben 
zurückschwingt, in der die Kunst nicht dem privaten Bekenntnis, der 
privaten Idee, sondern dem dienenden Bewähren in der deutschen 
Gemeinschaft verpflichtet ist" (Werner Korte: Johann Sebastian Bach. Der 
Weg seines Werkes bis zur Gegenwart. "NS-Monatshefte" V1/69, 
Dezember 1935. Auch Sonderdruck). 


1936 
Bourree, 2stimmig, aus dem Notenbüchlein der Anna Magdalena Bach. 
In: 
Feiernd Volk 1 (1936). 
16. März 1936: 

Im 6. Sinfoniekonzert 1935/36 der NSKG Leipzig bietet das 
Leipziger SinfonieOrch, Dgt. H. Weisbach, "Die Kunst der Fuge" von Bach, 
Fassung: W. Graeser. 

27. März 1936, "Volkstümlich": 

"Im Dritten Reich ist Bach volkstümlich geworden" (Bildlegende 
unter dem Foto einer Bach-Büste, in "Die Musik-Woche" IV/13, 27/111/36. 
S.6). 

*9, November 1936: 

Zum Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung leitet Hermann 
Stange ein Morgenkonzert des Gr. Orch des DtldS, u. a. Bachs 
Violinkonzert in E-dur, Solist G. Kniestädt (Violine) (DtidS/ RSdg, 
*9/X1/36). 


B 237 





1937 
Trinkspruch. 
In: 
DSB, Singendes Volk 22 (1937). 
BWV 212. Bauernkantate: Einleitungsmusik - Mer hahn en neue 
Oberkeet - Wir gehn nun, wo der Tudelsack. Bearbeitung: G. Nowottny. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 23 (11. Februar 1937). 


1938 
Feierliche Musik. Nach dem Notenbüchlein für Anna Maria Bach, 
Fassung: R. Heyden. 
In: 
RJF, Musikblätter der H) 76 (1938). 
Sonata aus der Kantate Nr. 182. 
In: 
RJ F, Musikblätter der H) 114 (1938). 
Oktober 1938, Johann-Sebastian-Bach-Preis: 

"Die Reichsmessestadt Leipzig hat einen alljährlich zu vergebenden 
Musikpreis in Höhe von 5000 RM für eine Sinfonie oder sinfonische 
Dichtung, für eine Oper, für Kammermusik oder für eine 
zusammenhängende Liedfolge geschaffen, der als Johann-Sebastian-Bach- 
Preis der Reichsmessestadt Leipzig jeweils am 21. März, dem Geburtstage 
des Meisters, zur Verteilung gelangt. Zur Bewerbung sind Komponisten 
deutschen Blutes zugelassen" ("ZfM" CV/10, Oktober 1938. S. 1071). 


1939 
*1]1. Februar 1939: 

Der RS Leipzig überträgt aus der Thomaskirche zu Leipzig die 
Bachfeier der Reichsmusiktage der HJ. Mitwirkende: Thomanerchor, 
Mitglieder des GewandhausOrch, Günter Ramin (Orgel), Dgt. Karl Straube 
(RS Leipzig mit DtIS, RS Köln, Saarbrücken, Stuttgart, Wien und Sender 
Danzig, *11/11/39). 


1940 
Musik für zwei Soloinstrumente und unbezifferten Baß. Nach dem 
Autograph in der Berliner Staatsbibliothek bearbeitet von J. Altemark. 
In: 
RJF, Musikblätter der HJ) 134 (1940). 
BWV 244. Wenn ich einmal soll scheiden. Choral aus der 
"Matthäuspassion". 
In: 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940). 


1941 
Die "Zeitschrift für Deutschkunde" 1941, S. 330-332, bringt von 
Ehrenfrid Muthesius den Aufsatz "Bach und der deutsche Geist". 
Muthesius behauptet u. a., die Polyphonie Bachs sei 


B 238 





"unüberbietbare, ewig gültige Verwirklichung nordisch-germanischer 
Geistesart im deutschen Volk" (Teilabdruck: Wulf, S. 233). 

BWV 212. Ach, es schmeckt doch gar zu gut. Aus "Bauernkantate". 
In: 

Lied über Deutschland (?1941). 

BWV 212. Mer hahn ne neue Oberkeet. Aus "Bauernkantate". 

In: 

Lied über Deutschland (?1941). 

BWV 212. Fünfzig Taler bares Geld trockner Weise zu verschmausen. 
Aus "Bauernkantate". 

In: 

Lied über Deutschland (?1941). 

BWV 212. Wir gehn nun, wo der Tudelsack in unsrer Schenke 
brummt. Aus "Bauernkantate". 

In: 

Lied über Deutschland (?1941). 

Toccata und Fuge in D-moll für Orgel. Für LW-Orch: SS-Schütze L. Stiel 
(1941). 


1942 
BWV 244. So kommt nun her an den Mittagstisch (T: W. Cramm), auf 
eine Melodie aus "Bauernkantate". 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Spielmusik für drei bis vier Instrumente: Kanon - Sinfonia - Sinfonia - 
13. Fuge aus dem "Wohltemperierten Klavier" - Kanon aus "Das 
musikalische Opfer". 
In: 
RJF, Musikblätter der H) 579/580 (1942). 
Sechs Fughetten aus der Klavierübung, 3. Teil, für Orgel, Klavier oder 
Instrumentalgruppen. 
In: 
RJF, Musikblätter der HJ) 581/582 (1942). 
Zwei Sinfonien für Streichorch, aus den Kantaten 198 und 68. 
In: 
RJ F, Musikblätter der H) 583/584 (1942). 
8. Februar 1942, Beistand: 

"C...) Es gibt Augenblicke im Menschenleben, in denen man Beistand 
braucht. Bach kann ihn geben und baut mit an dem inneren Gesetz deines 
Lebens: und das bedeutet für den Gefolgsmann des Führers: Pflicht, 
Opfer, Sieg! 

Bachs Musik kommt aus Ewigkeiten voll Kraft und Schönheit und 
Siegesgewißheit und wird manchem - das weiß ich als Teilnehmer des 
Weltkrieges - wiedertönen in der Stunde der Entscheidung!" (F. A. 
Hauptmann: Ansprache vor Junkern der Waffen-SS und Verwundeten in 
der Thomaskirche zu Leipzig, 8/11/42. Abdruck unter dem Titel "Johann 
Sebastian Bach und wir" in: "ZfM" CX, 1943. S. 104). 

BWV 205. Herbst-Kantate. Textliche Neufassung der Kantate "Der 


B 232 





zufriedengestellte Aeolus" von Theodor Häring im Auftrag von H. Grischkat 
unter Benutzung einer Umdichtung von Wilhelm Voigt (Stuttgart, 
September 1942, zum Bachfest). 

Frühlings-Kantate. Textliche Neufassung der Kantate "Schleicht, 
spielende Wellen" von Theodor Häring im Auftrag von H. Grischkat unter 
Benutzung einer Umdichtung von Wilhelm Voigt (Stuttgart, September 
1942, zum Bachfest). 

Präludium und Fuge in H-moll für Orgel (Leipzig, *8/X1/42, zur 
Einleitung der Feierstunde zum 9. November, Organist Hans Strobach). 

*9, November 1942, Bericht: 

"Die von der Kreisleitung Leipzig der NSDAP. veranstaltete 
Feierstunde vereinigte im Großen Festsaal des Gewandhauses neben 
zahlreichen Ehrengästen die gesamte Führerschaft der Partei und ihrer 
Gliederungen, um der für Großdeutschland gefallenen Helden zu 
gedenken. Während rings um das Podium die Fahnen der Bewegung einen 
eindrucksvollen Abschluß des sonst nur schlicht, aber eben deshalb 
einpragsam geschmückten Raumes bildeten, marschierten nach 
Fanfarenruf aus der Ferne die in Leipzig beheimateten Feldzeichen ein. ]. 
S. Bachs Präludium und Fuge in h-moll, bewegt und kraftvoll gespielt von 
Hans Strobach, klang auf und verlieh der Feierstunde die ernst- 
männliche Einstimmung, auf die das anschließende Führerwort einging, 
das vom Opfer aller Helden sprach, die für Deutschland fielen. (...)" 
(Feierstunde des 9. November. "Leipziger Neueste Nachrichten" Nr. 313, 9/ 
X1/42). 

14. November 1942, Hausmusik: 

"In diesem Jahr wird der Tag der Deutschen Hausmusik zum 
zehntenmal begangen. Er findet am 14. November statt und steht im 
Zeichen Johann Sebastian Bachs" ("Die Musikpflege" XIl1/1, April 1942. S. 
21). 


1943 
Assoziationen: 

"Aus dem vertiefenden Erlebnis des Kampfes, in dem er als 
mitverantwortliches Glied wirkt, empfindet gerade der einfache, 
unverbildete Mann ohne viel Worte, daß auch die Musik unserer großen 
Meister aus einem Ringen mit dem Schicksal hervorgegangen ist, selbst 
da, wo sie lächelnd und unbeschwert scheint. Der Zucht, Lebendigkeit und 
Klarheit etwa der Brandenburgischen Konzerte Bachs fühlt er sich innerlich 
zugehörig, da er aus ihnen den soldatischen Geist des großen Königs in 
gleicher Weise hört, wie er ihn im eigenen militärischen Tagewerk ständig 
erlebt" (Generalmajor Paul Winter: Musikpflege in der Wehrmacht. 
"Jahrbuch der deutschen Musik" 1943. S. 57-58). 

Ein feste Burg ist unser Gott (T: M. Luther), für Orgel. 
In: 
Das Orgelbuch (1943). 


Geschichtsfälschung, 2006: 
"(...) Martin Krapf wurde aus der Hitlerjugend ausgeschlossen, 


B 240 





nachdem er sich für Bach stark gemacht hatte, der als >jüdischer 
Komponist< in Ungnade gefallen war. (...)" (Gertrude Siefke: "Was hätten 
wir als Kirche für eine Chance gehabt..." Zeitzeugengespräch zur 
Bonhoeffer-Ausstellung im Ritterhaus thematisiert die Rolle der Kirche 
während der Nazizeit. "Badische Zeitung", 6/1V/06). 

Dieses Gespräch in Offenburg, Moderation Dekan i. R. Martin Wahl, 
präsentierte die Dekane i. R. Frido Ritter und Martin Krapf; dieser tischte 
den gläubigen Zuhörern seine Hirngespinste auf. Empfohlen sei ein Blick 
in die Programme der HJ-Musik. 

Keiner der Zuhörer fragte nach dem "Juden" Bach oder weswegen 
Krapfs Vater, immerhin ein Pfarrer, den Knaben in die HJ gelassen hatte, 
obwohl die Mitgliedschaft erst 1939 durch Reichsgesetz obligatorisch war. 
Sowohl die Journalistin wie der zuständige Redakteur haben allen Anlaß, 
sich dieses unkorrigierten Unfugs zu schämen. 


Bach, Wilhelm 
Bad Homburg, 10. Dezember 1891 - Gießen-Wieseck, 17. Februar 
1950. 
Sohn eines Kriminalassistenten; Kapellmeister und Musikpädagoge, 1921 
Leiter des Städtischen Orchesters Hanau, dann Freikorpskämpfer 
(Oberland, 1922-28), später freischaffender Musiker. 
Nach 1945 zuletzt in Gießen. 


NSDAP seit 1/VI11/32, Nr. 1.276.390. 1932 polit. Leiter; SS seit 20/V/33, 
1935 Untersturmführer und MZF SS-Standarte 2 Frankfurt a. M. 1933 
Leiter der Ortsgruppe Hanau des Reichskartells der deutschen 
Musikerschaft; 1934 Leiter der Kreismusikerschaft Hanau, Gelnhausen 
und Schlüchtern der RMK. 

Information: Das Standesamt Gießen-Wieseck beurkundete den 
Todesfall, Nr. 10/1950. 


Bach, Wilhelm Friedemann 
1710 - 1784 


Kein Hälmlein wächst auf Erden, der Himmel hat's betaut (T: onA). 
Vgl. W. Baumgartner. 
In: 
Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934). 
Zwei Sonaten für 2 Flöten oder Flöte und Violine. 
Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht" ( 21942) als Notentip. 


Bachmann, (?) 


Zwei Rappen zieh ich aus dem Stall (T: onA). Titel: Frühlingsfahrt. 


B 24] 





In: 
Freude ins Leben 13 (1935). 


Bachmann, (Eduard Hermann) Rudolf 
Zwickau, 26. Februar 1897 - Essen-Werden, 6. August 1966. 

Kapellmeister in Duisburg, Solorepetitor, ab 1933 in Trier Leiter des 
Orchesters Trierer Berufsmusiker, ferner Dirigent des gemischten Chors 
"Liederkranz Trier 06" und Privatmusikerzieher für Klavier, Violine und 
Dirigieren. 1940 nach Homberg/ Krs. Mörs übergesiedelt. 

Nach 1945 weiterhin in Homberg, aber am 15/V11/46 abgemeldet 
nach Breslau (!). Später und zuletzt i. R. in Essen-Werden. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.851.742, jedoch 1934 ausgetreten; 
Wiedereintritt zum 1/VI11/35. 

Marsch 1930 (eigener T), onA, am 31/VI1l/33 an Dr. Goebbels 
eingesandt (Quelle: BA R 55/ 1160). 

Junges Deutschland. Marsch für Harmoniemusik/ Kavalleriemusik/ 
Orch/ Salonorch (Werag, 23/1X/33). 

Mackensen-Marsch (RS Frankfurt, 29/VI11/35). 

Der Titel feiert Generalfeldmarschall August von Mackensen 
(1849-1945), im Wk. I Armeeführer im Osten, in Serbien und Rumänien; 
er sympathisierte mit Hitler und war Ehrenvorsitzender des NS-Deutschen 
Frontkämpferbundes bis 1935. 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 

Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Essen- 
Werden, Nr. 256/1966. 


Bachmeier, Lorenz 
Pfarrkirchen, 9. September 1879 - München, 18. Mai 1942. 
Musikpädagoge, Studienrat am Ludwigs-Gymnasium München. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP oder NSLB. 
Und ihr habt doch gesiegt! Chor, 3-5stimmig, mit StreichOrch und 
Klavier (u. a. München, *19/111/36, in der Städtischen Singschule). 


Back, Gilbert 
Philippopel/ Mazedonien, 10. Januar 1902 - Santa Monica, Cal. (USA), 

11. Dezember 1967. 
Orchestermusiker, Geiger im BPhO. 

Von Brückner/Rock (B/R I: "Gilbert Bach") und Gerigk/Stengel als 
J ude denunziert. 

Back schied zum 31/X11/35 wegen rassistischer Verfolgung als 
"Volljude" aus, erhielt jedoch 15.625 RM Abfindung. Er emigrierte nach 
Ankara, dann in die USA. 


B 242 





19. August 1935, Ausschluß: 

"Gemäß 8 10 der I. Durchführungsverordnung zum 
Reichskulturkammergesetz vom 1. November 1933 (RGBl. I-S. 797) lehne 
ich Ihren, mir zur endgültigen Entscheidung vorgelegten Aufnahmeantrag 
ab, da Sie die nach der Reichskulturkammergesetzgebung erforderliche 
Eignung im Sinne der nationalsozialistischen Staatsführung nicht besitzen. 

Durch diese Entscheidung verlieren Sie mitsofortiger Wirkung 
das Recht zur weiteren Berufsausübung auf jedem zur Zuständigkeit der 
Reichsmusikkammer gehörenden Gebiete. 

Gegen diese Entscheidung steht Ihnen das Recht der schriftlichen 
Beschwerde bei dem Herrn Präsidenten der Reichskulturkammer, Berlin W 
8, Wilhelmplatz 8-9, zu" (Der Präsident der RMK, Raabe, an Back, 19/VIIl/ 
35. Quelle: BA Namensakte Back). 

Mit Rückendeckung von Furtwängler spielte Back entgegen der 
Bedingung der Ausschlußverfügung noch bis Jahresende weiter im 
Orchester. 





Erinnerung, korrekt, 1947: 

"(...) daß meine jüd. Kollegen und auch ich das Orchester freiwillig 
verlassen haben. 

Furtwängler tat alles um uns weiter in unseren Stellungen halten zu 
können, obwohl dies keinesfalls ohne Risiko u. Gefahr für ihn möglich war. 
Als ich darauf bestand, das Orchester zu verlassen, setzte Furtwängler bei 
den Behörden eine Abfindungssumme für mich durch, die es mir 
ermöglicht hätte, einige Jahre zuwarten zu können, um mir eine neue für 
mich geeignete Existenz zu schaffen. Furtw. bewirkte sogar die 
Bewilligung für mich, den Betrag ins Ausland zu transferieren, was in 
dieser Zeit bereits als fast ausgeschlossen galt. Ich möchte dazu noch 
bemerken, daß es Ende 1935 in Deutschland fast als Hochverrat galt, 
Juden in irgendeiner noch so geringen Weise behilflich zu sein" (Back, 
Notarielle Erklärung an Eides Statt, Los Angeles, 27/1/47. Quelle: AP). 


Backbord hing am Arm ein Mädchen mit 'nem schlanken 
Fahrgestell (T: Günter Praus). Fliegerlied, zur Melodie "Liegt ein Dörflein 
mitten im Walde". Titel: Flieger Emil vom Urlaub zurück. 

In: 
Flieger sind Sieger (31941). 


Backe, backe Kuchen. Kinderlied. 
In: 
Singkamerad, Anhang München (1939). 


B 243 





Backes, Lotte 
Köln, 2. Mai 1901 - Berlin (DDR), 12. Mai 1990. 
Tochter eines Ingenieurs und einer Amateurkomponistin; Pianistin und 
Komponistin in Düsseldorf, ausgebildet in Berlin, so von Georg Schumann 
und Max Trapp, ab 1936 ständig in Berlin W 35. Ihre Manuskripte fielen 
1945 dem Krieg zum Opfer. 

Nach 1945 weiterhin in Berlin, nun Berlin (Ost), dann in den Westteil 
der Stadt übergesiedelt. Sie erhielt 1983 das Bundesverdienstkreuz. 
Werke: u. a. Oratorien, so "Sankt Dominikus" (UA: Budapest, 1934, bei 
der Festveranstaltung des Dominikanerordens zur 700-J ahrfeier der 
Heiligsprechung des Ordensgründers), Psalmen und Motetten; Orgelmusik 
und Klaviermusik; Kammermusik wie Sonate für Trompete und Orgel oder 
Ballade für Flöte, Harfe und Klavier (1960). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Lied des unbekannten Soldaten: Nun liegst du bleich und stumm (T: 
L. Streil), für gemCh (1940) [St]. 

Information: FA. Standesbeamtin Niewerth, Köln (10/11/98), 
verweigerte das Todesdatum und berief sich rechtsordnungswidrig auf das 
verfälschte PStG 8 61. Damit raubte sie dem Künstler das postum 
weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog den 
Lexikographen um das Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. Das 
Historische Archiv der Stadt Köln (11/V/98) kündigte "für die Bearbeitung 
von schriftlichen Anfragen" eine Forderung von 40 DM "pro halbe Stunde 
aufgewandter Arbeitszeit" an, obwohl das Grundgesetz unbehinderte 
Information verspricht, setzte die Forderung auf Antrag jedoch aus, sah 
sich aber (18/VI/98, Dr. Illner) zu Angaben außerstande, "da keine 
Kongruenz zwischen dem angebenen Geburtsdatum, -ort bzw. Zeitrahmen 
vorliegt oder herzustellen ist". 

Das Frauenarchiv Musik ignorierte eine Anfrage vom 20/X/98. 


Backhaus, Wilhelm 
Leipzig, 26. März 1884 - Villach/ Kärnten (A), 5. Juli 1969. 
Pianist - Schüler von Eugen d'Albert - und Klavierpädagoge in Berlin W 9, 
zeitweilig in Bioggio bei Lugano. 
Nach 1945 auch freischaffend, dann i. R. in Lugano. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. Reichskultursenator (Stand: 27/V/38); 
Präsidialbeirat der Kameradschaft der deutschen Künstler e.V. 
Mai 1933: 

Backhaus begleitet Hitler auf Einladung auf dem Flug nach München. 
1. Juni 1933: 

Backhaus gibt auf Hitlers Wunsch ein Sonderkonzert in der 
Philharmonie Berlin. 
März 1934: 

"Der 1. Juni 1933 war nach Backhaus' Worten der Ehrentag seiner 
Laufbahn, denn hier spielte er in der Philharmonie zu Berlin vor Adolf 


B 244 





Hitler. Der Führer hatte Backhaus im Mai bei einer Gesellschaft 
kennengelernt und war seinem Spiel mit solcher Aufmerksamkeit und 
Hingerissenheit gefolgt, daß er ihm mit dem Dank zugleich die 
Aufforderung übermittelte, ein Konzert zu geben, dem er beiwohnen 
werde" (Friedrich W. Herzog: Der Pianist der Totalität. Wilhelm Backhaus 
zum 50. Geburtstag. "Die Musik" XXVI/6, März 1934. S. 401). 
*30. Januar 1935: 

Zum Jahrestag der Machtergreifung konzertiert Backhaus in Kiel. 

Im Namen der Solisten! ("Die Musik-Woche" IV/13, 27/111/36. S. 6). 

Zitat: 

"Niemand liebt die deutsche Kunst und insbesondere die deutsche 
Musik glühender als Adolf Hitler. Deutsche Musik und vaterländischer Wille 
sind untrennbar miteinander verbunden. Alle deutschen Musiker müssen 
und werden einmütig am 29. März Adolf Hitler ihre Stimme geben". 

Es handelte sich um Wahlwerbung zum 29. März. 

*20. April 1936: 

Hitler ernennt Backhaus zum Professor. 
September 1937: 

Backhaus erhält vom Adjutanten des Führers eine Einladung als 
Ehrengast zum RPT 1937. 

6. April 1939, Tagung: 

"Während der Tagung gewährte Prof. Wilhelm Backhaus, der als 
Pianist die von der jungen Generation angestrebte Vereinigung des 
vollendeten Virtuosen und der künstlerischen Persönlichkeit darstellt, eine 
Unterredung, in der vordringliche Kulturfragen zur Sprache kamen. 
Backhaus wehrte sich gegen die Ansicht, daß der qualifizierte 
künstlerische Nachwuchs heute nicht mehr vorhanden sei und betonte, 
daß vielmehr die zur Erhaltung der großen Tradition notwendigen 
berufenen jungen Künstler nur nicht immer ausreichend Gelegenheit 
haben, ihre Leistung der Öffentlichkeit darzubieten. Dies sei ein äußerer, 
leicht ausgleichbarer organisatorischer Mangel und nicht etwa ein 
Anzeichen für das Ausbleiben des künstlerischen Schöpfertums. Auf 
Einladung von Backhaus nahmen die Hochschulgruppenführer geschlossen 
an seinem Beethovenabend in der Philharmonie teil" (Musikfragen der 
Gegenwart. Arbeitstagung der Musikstudentenführer der Musikhoch- und 
Fachschulen. "VB" Nord Nr. 96, 6/1V/39). 

Geist des Lebendigen. Abschluß der Salzburger Kulturtage (der 
Hitlerjugend) ("MNN", 18/V/42). 
Information: DNML, DML, FA, MM2, KDMK, RML, SML, MGG. 


Bade, Wilhelm 
De Eikbom (T: Fritz Reuter). 


In: 
Wir wandern und singen! (1937). 


B 245 





Bader, Ernst 

Stettin, 7. Juni 1914 - Hamburg, 10. August 1999. 
Sohn eines landwirtschaftlichen Kaufmanns; Texter, Schauspieler, 
Komponist und Kabarettist in Berlin; 1936 zur Wehrmacht einberufen, im 
Kriege zuletzt Oberleutnant und Ordonnanzoffizier beim Armeestab des 
Panzer-Rgts. 3, am 15/VI1/45 an der britisch-sowjetischen 
Demarkationslinie von den Briten sistiert und schließlich nach Berlin 
entlassen. 

Nach Hamburg übergesiedelt, wieder Musik- Kabarettist und 
Confererencier, so im "Trichter" auf der Reeperbahn und - auch als 
künstler. Leiter - im "Colibri" auf der Großen Freiheit. 1951 Werbechef 
des Sikorski-Verlages. 1958 freier Autor und Schlagertexter in Garstedt 
bei Hamburg. 1970-88 Dozent an der Hochschule für Musik und Theater, 
doch verkaufte er sein Garstedter Haus und lebte seither im Altenheim 
Scheel in Norderstedt. 

Werke: vornehmlich deutsche Fassungen von Schlagertexten, u. a. "Am 
Tag als der Regen kam" (1959; Gilbert Becaud), "Milord" (1961; Edith 
Piaf), "Mein Ideal" (1962; Charles Aznavour); Operettenfassung von 
"Charleys Tante". 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Wir sind die schwarzen Soldaten: Hell strahlt die Sonne, es lacht uns 
die Welt (eigener T). Kriegslied. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Stehn wir am Feind im erbitterten Krieg, 
halten wir eisern zusammen. 
Deutschland ist unser und unser der Sieg, 
steht auch die Erde in Flammen. 
Vorwärts im Panzer bei Tag oder Nacht, 
fürchterlich trifft unser Schlag". 
In: 
Singende Front (21941). 
Information: RMLE, FA2. 


Baeker (Baecker), Carl (Karl) 


Militärmusiker; zunächst Musikleiter beim Garde-Jäger-Bataillon, 1933 in 
Potsdam, zeitweise Verleger in Grünheide, Mark Brandenburg, dann 
Oberfeldwebel und Musikleiter der Fliegerhorstkommandantur 
Nordhausen, 1937 zur Musikmeisterausbildung an die Musikhochschule 
Berlin abkommandiert. Seit 1/VII1/39 MM, ab 1/11/42 OMM. 1939-44 
Leiter des Musikkorps des 1. Btl, Luftnachrichten-Rgt 2 Braunschweig- 
Querum. 


1933 MZF der SA-Standarte 252 Nordhausen; Stand 1935: der SA-Brigade 
38 Halle. 
Heil-Hitler-Marsch: Aus tiefster deutscher Not heraus (eigener T). MCh 


B 246 





(1933; RS Leipzig, *20/1V/34)) [VNM]. 

Baeker reichte das Werk am 21/111/33 und nochmals am 9/V/33 
dem RMVP ein. 

Das Promi gab es ans Preuß. Ministerium für Wissenschaft, Kunst 
und Volksbildung weiter. Dieses schaltete die Musikabteilung der Preuß. 
Akademie der Künste ein, pauschales Urteil, 3/V11/33: 

"Wir sind nicht in der Lage über jede der Kompositionen ein eigenes 
Gutachten abgeben zu können, weil diese Werke jeder individuellen Züge 
entbehren. Kompositionen dieser Art werden zu Hunderten verfertigt und 
kommen in Bezug auf künstlerische Qualität gar nicht in Frage. Die patrio- 
tische Einstellung der Einsender ist unverkennbar, leider entspricht diesem 
Wollen kein entsprechendes Können" (Quelle: BAR 55/ 1160. Blatt 27). 
Anker-Propeller. Marsch (1941; RS Böhmen, 12/XI1/40) [EKB]. 

Information: Die Gemeindeverwaltung Grünheide ignorierte die 
Anfrage vom 25/IX/97 und brach damit Verwaltungsrecht; das 
Stadtarchiv Braunschweig (8/VII/98) bedauerte, keine Angaben machen 
zu können. 


Baentsch, (Wilhelm Otto) Helmuth 
Mägdesprung, 6. November 1895 - Tutzing, 15. Dezember 1973. 
Konzertpianist und Komponist in München. 
Nach 1945 weiterhin in München, seit April 1947 in Tutzing, zuletzt 
hier i. R. 
Werke: u. a. Tanzliedspiel (München, 1939). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.942.039. 
Marsch der Arbeit (RS München, 24/V/37). 

Information: Der Standesbeamte Eisenschenk, München I (12/XI/97), 
berief sich auf das verfälschte PStG 8 61 und behauptete zudem, der 
Sterbeeintrag könne "ohne Angabe von näheren Daten" nicht ermittelt 
werden. Das Kreisverwaltungsreferat München, Einwohnermeldestelle, 
Frau Scheinost, ließ wissen (26/XI/97), Meldeauskünfte kosteten je 20 
DM. Rechtsgründe verboten die Zahlung. Den Todesfall beurkundete das 
Standesamt Tutzing, Nr. 172/1973. 


Baer, (Max Ewald) Hans 
Wansleben, 9. November 1883 - Halle/ Saale (DDR), 2. Oktober 1960. 
Militärmusiker; MM, ab 1/X1/36 OMM und Leiter des Trompeterkorps der 
Nachrichten-Lehr- und Versuchs-Abteilung Halle, zum 1/1V/39 StMM. 
Nach 1945 weiterhin in Halle i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Heil, Deutschland! Marsch (RS Leipzig, 4/X1/35, TrK der 
Nachrichtenschule Halle, Dgt: selbst). 

Acht zeitgemäße effektvolle Märsche, für Blasmusik leicht spielbar 
(1936) [E&C]. 


B 247 





Darin: Licht empor! - Flammenzucken - Ein Heldenherz. 
Information: Hesses Musikerkalender 39 nennt ihn Hans Behr. 


Bahar's Schlager, Heft 3, für Gesang und Klavier (1944) [Bal. 
Darin u. a.: 
Bochmann: Tausend Schiffe, tausend Masten wiegt die weite See (T: H. U. 
Metzger), Lied. - Bochmann: (Die alte Segelmarie) Aber wir, wir singen 
das alte Lied (T: H. U. Metzger). Seemannslied. 


Bahl, Harry 


Die Türen auf, die Fenster auf, SA zieht durch die Stadt (T: Erich 
Niere). SA-Lied. 
Textprobe (2. Strophe): 
"SA, SS marschieren fest, 
bis an die graue Front. 
Das Volk aus alter Knut' 
befrei'n, das ist es, was uns frommt. 
Die Faust geballt, zum Schlag bereit, 
wenn uns ein Unhold naht; 
so kämpfen wir für Euer Wohl 
und für den deutschen Staat". 
In: 
Wir singen (1934). 


Bahl, Harry 
Altona, 20. März 1894 - Hamburg-Nord, 3. Februar 1968. 
Schiffsmusiker in Hamburg. 
Nach 1945 weiterhin in Hamburg, ab 1959 i. R. 


NSDAP seit 1/1/34, Nr. 3.397.181. 

Seefahrt ist not. Marsch (RS Frankfurt, 25/VI11/38, aus Bad Orb). 

Mit Volldampf voraus! Marsch (RS Frankfurt, 9/V1/39, aus Bad Orb). 
Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Hamburg- 

Nord, Nr. 447/1968. 


Bahlmann, Otto 
Braunschweig, 22. Oktober 1878 - Wiesbaden, 18. Juni 1951. 
Musikverleger in Leipzig - Inhaber des Verlages J. Schuberth & Co. - und 
Leiter des Konzertvereins für Volksmusik. 
Nach 1945 zuletzt i. R. in Wiesbaden. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Freiheitsgeist. Marsch für MandolinenOrch (Orag, 18/111/33; RS Leipzig, 


B 248 





8/V111/39). 
Berchtesgadener Marsch (RS Leipzig, 13/VI1/35, MZ der RAD-Gruppe 
161, Dgt. Horst Wolf). 

Information: FA (mit Geburtsmonat November). Das Geburtsdatum 
hier folgt Sächsischem Staatsarchiv Leipzig (17/VI/98) und Standesamt 
Wiesbaden (20/XII/99). 


Bähre, August 
Wietzen bei Nienburg, 10. Januar 1888 - Hannover, 30. Januar 1986. 
Musikpädagoge und Komponist in Hannover; Schulmusiklehrer - Stand 
1932: an der Leibniz-Schule; Dirigent des MGV Hannover-Groß-Buchholz. 
Werke, teils unter dem Pseudonym Erich-Lutz Marten: U-Musik, so 
Charakterstücke, Intermezzo für Blasmusik. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. Er beantragte vergebens Künstlerdank-Beihilfe. 
Komposition onA, im Juni 1933 dem Preuß. Ministerium des Innern 
angeboten (Quelle: BAR 55/ 1159). 

Unsere J ugend marschiert voran! Elite-Marsch (1935; RS Hamburg, 
19/X/34) [O0]. 

Hurra, unser Luftschutz! Marsch (RS Hamburg, 24/V111/35). 

Unter deutschen Fahnen. Marsch (RS Stuttgart, 18/X1/35). 

Unser Rhein. Elite-Marsch (1935) [O]. 

Furchtlos und treu. Marsch (1935) [O]. 

Deutsches Morgenrot. Marsch (RS Hamburg, 7/11/36). 
Kameräadentreue. Marsch (RS Köln, 25/X/37; RS Breslau, *20/1V/39, 
Kl. RundfunkOrch, Dot. E. J. Topitz) [O]. 

Soldatentreue. Bundesmarsch der Gruppe XI des Deutschen 
Soldatenbundes (RS Hamburg, 19/1X/37). 

Unsere Kleinsten exerzieren. Charakterstück. Für Blechmusik: M. 
Schröder (1937) [BK]. 

Vier Fanfarenmärsche über deutsche Lieder: 1. Up ewig ungedeelt. - 2. 
Heil dir, o Oldenburg. - 3. Westfalenruf. - 4. Mein Niedersachsen. 
Für Harmoniemusik: M. Schröder (1937) [Fritz Horst, Altona]. 
Fliegerkameraden. Marsch. Für Militärmusik: F. J. Breuer (1938; RS 
Frankfurt, 3/V11/39) [E&C]. 

Wehrmacht voran! Marsch (RS Frankfurt, 3/1V/39). 


Geschichtsfälschung, 1988: 

Der Lexikograph Wolfgang Suppan ("Das neue Lexikon des 
Blasmusikwesens". Freiburg-Tiengen, ?1988. S. 34) erspart sich bis auf 
zwei Werktitel auch noch den Vornamen und die biographischen Daten. 

Information: FA2, LdBl (ohne Vornamen, Biografisches und 
Lebensdaten). 


B 249 





Bajer, Hans 
Nürnberg, 19. Oktober 1890 - Berlin, ? 
Musikpädagoge, im Brotberuf Bankbeamter; Musiklehrer, seit 2/VI1/40 in 
Blankenfelde/ Krs. Teltow, auch Komponist, Dirigent, Musikreferent und 
Musikschriftsteller in Berlin. 
Nach 1945 in Berlin-Wilmersdorf. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. SA seit 1930, auch mit Führerrang; NSKK seit 
1934. 


1930 
Das Liederbuch der NSDAP, im Auftrag der Parteileitung hgb. (1930, 
241934) [ZVNSDAP]. 


1932 
Was der Deutsche singt. Deutsche Kampf- und Freiheitslieder und 
andere. Zusammengestellt, bearbeitet und hgb. von Hans Bajer (SA- 
Liederbuch) (1932) [Nationaler Schallplatten-Dienst, Berlin]. 

Inhalt: 
1. Soldatenlied (Kampflied der SA): Auf, auf zum Kampf. - 2. Die 
Hitlernationale (Volksweise): Auf, Hitlerleute, schließt die Reihen. - 3. 
eigene Melodie (= Hans Buchner?): Braun ist unser Kampfgewand 
(Herbstlied der SA). - 4. Liebetraut, nach Motiven der blühenden goldenen 
Zeit: (Hitlers Getreue) Braun sind die Hemden. - 5. zur Melodie "Brüder in 
Zechen und Gruben": Brüder, formiert die Kolonnen. - 6. eigene Melodie: 
Brüder in Zechen und Gruben. - 7. zur Melodie "Brüder in Zechen und 
Gruben": Brüder, zur Sonne und Freiheit. - 8. zur Melodie "Zu Mantua in 
Banden": (Hitlergarde) Das Vaterland braucht Männer (T: F. M.). - 9. 
eigene Melodie (= Gansser): (Männer und Buben) Das Volk steht auf, der 
Sturm bricht los. - 10. Methfessel: (Weckruf) Der Gott, der Eisen wachsen 
ließ. - 11. zur Melodie "Ich schieß den Hirsch": (Treu zu Hitler) Der Schwur 
erschallt, der Sturm bricht los. - 12. zur Melodie des Deutschlandliedes: 
(Deutsche Freiheit) Deutsche Schwestern, deutsche Brüder. - 13. eigene 
Melodie (= Bruno Schestak): (Heil Hitler dir) Deutschland erwache aus 
deinem bösen Traum. - 14. Horst-Wessel-Lied. - 15. zur Melodie "Wir sind 
die Sturmkolonnen": Die Fäuste fest geschlossen. - 16. zur Melodie "So 
scheiden wir": (Hitlerscharen) Die Hitlerscharen heißen wir. - 17. zur 
Melodie "Argonnerwald": (SA marschiert) Durch Groß-Berlin marschieren 
wir. - 18. zur Melodie "Du kleiner Tambour, schlage ein": Entrollt die 
Fahnen blutgetränkt. - 19. H. Sandhop: (Das Lied vom braunen Hemd) 
Erdbraun ist unser Sturmgewand. - 20. eigene Melodie oder zur Melodie 
"Wir sind die Sturmkolonnen": Es braust durch unsre Tage. - 21. zur 
Melodie "O Deutschland hoch in Ehren"(Pierson): (Kampflied der SA) Es 
braust ein Ruf durchs weite Land, das deutsche Volk erwacht . - 22. zur 
Melodie "Es braust ein Ruf wie Donnerhall" (Wilhelm): (Hinein in die SA) 
Es braust ein Ruf mit aller Macht. - 23. C. Wilhelm: (Hitlerwacht am 
Rhein) Es braust ein Ruf wie Donnerhall. - 24. eigene Melodie (Fritz 
Mahrer): (Berliner J ungarbeiter-Lied) Es pfeift von allen Dächern. - 25. zur 


B 250 





Melodie "Brüder in Zechen und Gruben": Marschlied. - 26. Melodie vom 
Sturm 62 (Bezirk Burg Reichenfels in Thüringen): Fest steht der Sturm 
gegründet. - 27. zur Melodie "Feinde ringsum" (Gläser): (Kampflied) 
Flamme empor, leuchte du loderndes Zeichen. - 28. zur Melodie "Der Gott, 
der Eisen wachsen ließ" (Methfessel): Gab's darum eine 
Hermannsschlacht? - 29. zur Melodie "Ich schieß den Hirsch": Gebt Raum 
des Hitlers tapfrer Schar. - 30. zur Melodie "Wohlauf, die Luft geht frisch 
und rein" (Becker): Heil Hitler rufts in allen Gau'n, ein großes 
Volkserwachen. - 31. eigene Melodie (H. Bajer) oder zur Melodie "Es pfeift 
von allen Dächern": (Wir sind die Sturmkolonnen) Heraus, ihr 
Kampfgesellen in eurer braunen Tracht. - 32. Florian Majewski: (Das Lied 
der Sturmkolonnen) Heraus, verführte Volksgenossen. - 33. eigene 
Melodie (nach H. Bajer): Herbei zum Kampf, ihr Knechte der 
Maschinen. - 34. zur Melodie "Ich bin ein Preuße" (Neithardt): (Unsere 
Fahne) Ich führ das Hakenkreuz auf weißem Grunde. - 35. eigene Melodie 
(= Giovinezza): (Hitlerleute) In dem Kampfe um die Heimat. - 36. zur 
Melodie "Im Wald und auf der Heide": In harten Kampfestagen, da gilt nur 
kühnstes Wagen. - 37. eigene Melodie (Depolo): (Die Hitlerleute, Lied des 
Sturm 5) Kamraden, laßt erschallen ein sturmgewaltig Lied. - 38. zur 
Melodie "Kamerad, reich mir die Hände" (= nach Ernst Hanfstaengl): 
(Siegen oder Sterben) Kommt herbei, ihr Streiter. - 39. zur Melodie "Ich 
schieß den Hirsch": Laßt, Brüder, hoch das Banner wehn - 40. 
Volksmelodie: (Bürger-Weckruf) Mahnend rufen wir durch das Land. - 41. 
S. Breu: (Vor dem Wettkampf) Mit gleichem Schritt in Reih und Glied. - 
42. zur Melodie "Wann wir schreiten" (Englert): Nicht Gerede, nicht 
Geschrei. - 43. zur Melodie "Im grünen Hain": Nur ein Ruf gilt, das ist der 
Ruf "Erwacht"! - 44. zur Melodie "Vom Barette schwankt die Feder" 
(Thum): Rot wie Blut ist unsre Fahne, Marschlied. - 45. zur Melodie 
"Brüder in Zechen und Gruben": (Sturm Hilmerich) Schaffendes 
Deutschland, erwache. - 46. A. Pardun: Siehst du im Osten. - 47. Ganßer: 
(Deutschland erwache) Sturm, Sturm, Sturm! - 48. zur Melodie des 
Hohenfriedberger Marsches: (Sturmfanal) Vom Sturmwind bewegt unser 
Hakenkreuzpanier. - 49. eigene Melodie: War einst ein junger 
Sturmsoldat . - 50. zur Melodie "Lützows wilde Jagd" (Weber): (SA 
marschiert) Was zieht dort unten die Straße herauf . - 51. Volksweise: Wer 
will mit uns zum Kampfe ziehn, wenn Hitler kommandiert. - 52. eigene 
Melodie (nach H. Bajer): Wir einfachen Männer der Arbeit sind immer 
zum Kampfe bereit. - 53. zur Melodie "Zu Mantua in Banden": (Feme- 
Lied) Wir fordern für die Feme. - 54. zur Melodie "Stimmt an mit hellem 
hohem Klang" (Methfessel): (Kampflied der Nationalsozialisten) Wir sind 
das Heer vom Hakenkreuz. - 55. W. Hann, Nauen: Wir sind das letzte 
Aufgebot (eigener T), auch zur Melodie "War einst ein junger 
Sturmsoldat". - 56. zur Melodie "Ich bin ein Preuße" (Neithardt): 
(Sturmkolonnen) Wir sind des Hitlers braune Sturmkolonnen . - 57. zur 
Melodie "Wir sind des Geyers schwarze Haufen" (Sotke): (Drauf und 
dran!) Wir sind des Hitlers braunes Heer . - 58. eigene Melodie (nach H. 
Bajer): (Kampflied der SA) Wir sind die Sturmkolonnen, wir gehen 
drauf und dran. - 59. zur Melodie "Wir traben in die Weite" (Jahn): 


B 25] 





(Berittene SA) Wir traben in die Weiten, im Wind der Wimpel weht. - 60. 
zur Melodie "Brüder in Zechen und Gruben": (Freiheitslied) Wir tragen das 
Banner der Freiheit. - 61. zur Melodie "Wohlauf, die Luft geht frisch und 
rein" (Becker): (Hakenkreuz-Lied) Wir tragen stolz das Hakenkreuz. - 62. 
zur Melodie "Wir traben in die Weite" (Jahn): (Siegreiches Hakenkreuz) 
Wir ziehn'n in dichten Reihen, die Fahne weht im Wind. - 63. auf eine alte 
Landsknechtsmelodie: (Lärm an) Das alte Reich zerrissen, entehrt die 
blanke Wehr. - 64. eigene Melodie (W. Kieling): (Des Kaisers Reiterei) Der 
Wind streicht über Felder. - 65. (Sotke): (Landsknechtslied) Die Bauern 
wollten Freie sein. - 66. Gättke: (Die Landesknechtstrommel) Trum, trum, 
terum tum tum . - 67. eigene Melodie (Willi Jahn): Wir traben in die 
Weite. - 68. eigene Melodie (nach K. H. Muschalla): Der Hitlerkamerad 
(Über Gräber vorwärts): Als die goldne Abendsonne. - 69. zur Melodie "Zu 
Mantua in Banden": (Schlageter-Lied) Bei dumpfem Trommelwirbel. - 70. 
zur Melodie des Wolgaliedes: (Letzte Ehre) Bruder, der von uns 
geschieden. - 71. zur Melodie des Deutschlandlieds: (Neues Deutschland) 
Deutschland, auch durch Nacht und Nöte. - 72. Haydn: Deutschland, 
Deutschland über alles (T: Fallersleben, 4. Strophe von A. Matthäi). - 73. 
zur Melodie des Deutschlandliedes: (Deutschland erwache) Deutschland, 
Deutschland über alles war dein stolzes Losungswort. - 74. Volksmelodie: 
Es zog ein Hitlermann hinaus. - 75. zur Melodie "Heil dir im Siegerkranz" 
(Carey): (Nationalhymne des Dritten Deutschen Reiches) Heil dir, du 
deutscher Aar. - 76. zur Melodie des Niederländischen Dankgebets: 
(Deutsches Bittgebet) Herr, der du gegeben hast . - 77. H. Höhne: 
(Deutscher Kriegschoral) Herr Gott! Du großer Herre Gott! - 78. 
Volksmelodie: Das Lied vom guten Kameraden. - 79. zur Melodie "Es geht 
bei gedämpfter Trommel Klang" (Silcher): (Adolf-Hitler-Lied) Ihr Brüder, 
nun senket in Trauer das Haupt. - 80. nach H. Bajer oder zur Melodie "In 
Freiburg sind viele gefallen": (Den Toten des 9. November 1923) In 
München sind viele gefallen . - 81. auf die Melodie des 
Niederländischen Dankgebets: (Deutscher Notschrei) In tiefster Not 
treten. - 82. zur Melodie "Ich bin ein Preuße" (Neithardt): (Preußenlied der 
braunen Bataillone) Mein armes Preußen, deine neuen Farben. - 83. 
Ganßer, 1925: Noch ist die Freiheit nicht verloren. - 84. zur Melodie "Es 
geht bei gedämpfter Trommel Klang" (Silcher): (Das Lied der schwarzen 
Fahne) Schwarz ist die Sorge . - 85. Bajer: Sieh dort die heil'ge Stätte, 
Horst Wessels letzte Ruh (Horst Wessel) (T: Elke Heimdall; Bajer fügte die 
Strophen 1, 6 und 10 hinzu). - 86. S. Breu: (Die deutsche Arbeit) So weit 
wie Falken fliegen . - 87. zur Melodie "Ich hatt einen Kameraden" 
(Silcher): (Dem Gedenken Albert Leo Schlageters) Treu bis zur letzten 
Stunde . - 88. eigene Melodie (nach H. Bajer oder von R. Götz): 
(Sturmführer Wessel) Von all unsren Kameraden . - 89. eigene Melodie 
(= M. Englert): Wann wir schreiten Seit an Seit. - 90. Franz Ohlhanns: 
(Das neue Lied vom Rhein) Was wallest du stumm durch den blühenden 
Hain. - 91. Volksmelodie: (Erneuter Schwur) Wenn alle untreu werden. - 
92. Melodie des Niederländischen Dankgebets: (Deutsches Gebet) Wir 
heben die Hände. - 93. eigene Melodie: (Lied der Standarte 4, Berlin) Du 
kleiner Tambour, schlage ein. - 93. eigene Melodie (H. Heeren): ( Der 


B 252 





Reitersmann) Es blühen die Rosen, die Nachtigall singt . - 94. eigene 
Melodie (nach H. Bajer): (Auf Frankreichs Feldern) Es war auf 
Frankreichs Feldern dicht bei der Festung Metz. - 95. eigene Melodie 
(H. Bajer) oder auf "Es pfeift von allen Dächern": (Wir sind die 
Sturmkolonnen - Lied der Standarten): Es ziehen die Standarten hinaus 
zum alten Tor. - 96. Volksmelodie: Es zog ein Regiment vom Oberland 
herauf. - 97. zur Melodie "Bin ein fahrender Gesell" (L. Waldmann): Heil, 
mein Lieb, der Morgen graut.. - 98. eigene Melodie (nach H. Bajer): (Lied 
des Sturms 2, Berlin) So hell das Auge, so ehern die Stirn (T: Horst 
Wessel). - 99. zur Melodie "Ich schieß den Hirsch": (Radfahrkompanie) Wir 
sind die Radfahrkompanie . - 100. zur Melodie des Deutschlandliedes: 
(Rheinlied) Auf zum Rhein, ihr deutschen Brüder. - 101. zur Melodie 
"Strömt herbei, ihr Völkerscharen" (Peters): (Lied der Deutsch- 
Österreicher) Durch die Lüfte rauscht ein Mahnen. - 102. zur Melodie "O 
Deutschland hoch in Ehren" (Pierson): Es klingt wie eine Sage. - 103. 
Volksmelodie: (Schützenlied) Es lebt der Schütze froh und frei. - 104. zur 
Melodie "Zu Mantua in Banden": (Südtiroler Freiheitslied) Es starrt von 
Feindeshorden . - 105. zur Melodie des Deutschlandlieds: (Bayernlied) 
Gott mit dir, du Land der Bayern. - 106. J. Wagner, Bochum: (Sturmlied 
der westfälischen Nationalsozialisten) Hab acht, du Welt, ein neuer Geist 
(eigener T). - 107. zur Melodie "Laßt tönen laut den frohen Sang" 
(Kunoth): (Kampflied der Friesen) Heil dir, du stolzes Friesenland. - 108. 
zur Melodie "Strömt herbei, ihr Völkerscharen" (Peters): (Hessen-Weckruf) 
Hessenvolk, du Stamm der Katten. - 109. A. H. Neithardt: Ich bin ein 
Preuße, kennt ihr meine Farben. - 110. eigene Melodie (Peters): 
(Westfalenlied) Ihr mögt den Rhein, den stolzen, preisen. - 111. 
Volksmelodie: (Schlesierlied) Kehr ich einst zur Heimat wieder. - 112. 
eigene Melodie (Büchsenschütz): Märkische Heide. - 113. zur Melodie "O 
Straßburg": (Treue um Treue) O Danzig, o Danzig . - 114. Bellmann: 
Schleswig-Holstein, meerumschlungen. - 115. zur Melodie "O Straßburg": 
Verraten, erschlagen. - 116. zur Melodie "Freiheit, die ich meine" (Groos): 
(Das Pommernlied) Wenn in stiller Stunde Traume mich umwehn. - 117. 
zur Melodie "Laßt tönen laut" (Kunoth): (Borkumlied) Wir grüßen heut im 
frohen Lied. - 118. zur Melodie "Der Gott, der Eisen wachsen ließ" 
(Methfessel): (Hitler-Lied) Ein herrliches Vermächtnis ruht. - 119. zur 
Melodie "Bin ein fahrender Gesell" (Waldmann): Hitler-J ugend, stolz und 
frei. - 120. eigene Melodie (Carl Strauß) oder zu "Wir sind die 
Sturmkolonnen" oder "Es pfeift von allen Dächern": (Lied der HJ) Hört ihr 
die Trommel schlagen. - 121. zur Melodie "Im grünen Hain": (Unser die 
Zukunft!) Ihr zwingt uns nicht (T: aus "Der unbekannte SA-Mann"). - 122. 
zur Melodie "Im schönsten Wiesengrunde": Im festen Tritt marschieren 
wir. - 123: E. Volker: (Thüringer Schulgebet) Vater, in deiner allmächtigen 
Hand. - 124. zur Melodie "Wohlauf, Kameraden" (Zahn): Wir Jungen 
marschieren mit wuchtigem Schritt. 

Märsche von H. Bajer: 125. Horst-Wessel-Marsch. - 126. Horst- 
Wessel-Gedenkmarsch. - 127. Marsch der Sturmkolonnen: Heraus, 
verführte Volksgenossen (Melodie: Florian Majewski, T: K. H. Muschalla). - 
128. Sturmmarsch der westfälischen SA (Melodie und T: Adolf 


B 253 





Wagner). - 129. Brandenburger Marsch (Melodie und T: G. 
Büchsenschütz). 

Lieder von H. Höhne: 130. Die blauen Dragoner. - 131. (Bruder 
Straubinger) Die Stadt muß ich verlassen. - 132. Leichter Sinn. - 133. (Ein 
freier Mann) Eine Mark noch in der Tasche. - 134. (Sehnsucht) Hundert 
weiße Möven.- 135. (Leichter Sinn) Ich schere mich den Teufel was. - 136. 
(Wiederkehr) Im Zickzack geht mein Spielmannsweg. - - 137. (Irgendwo) 
Irgendwo am Wiesensaume. - 138. (Gebet) Laß mich nicht drunten 
sterben. - 139. (Valet) Nun trinket Valet. -140. (Der Vagabund) Staubig 
die Stiefel und schmutzig der Rock. 

Aus dem Vorwort: 

"Zum Geleit! 

Wieder wandert ein bunter Strauß Melodien hinaus in die Welt, nicht mit 
heiteren, frohen Klängen für ein lustiges, sorgenloses Völkchen, sondern 
geboren aus einer Zeit tiefster Erniedrigung und härtester Unterdrückung 
für ein mutiges J ungdeutschland, das den eisernen Willen in sich trägt, 
dem heiligen Vaterlande unter Führung der Besten der Nation selbst unter 
Einsatz des Lebens den alten Ehrennamen und die frühere Achtung in der 
Welt zurückzuerobern. Unsere gefallenen Kameraden lauschen den 
trutzigen Kampf- und Freiheitsliedern, welche die letzten Schläfer 
wachrütteln sollen für den deutschen Freiheitsmorgen. 

(...) Mögen sich diese Lieder Eingang verschaffen in die deutschen 
Herzen und den Weg bereiten helfen für Deutschlands großer Zukunft! Das 
walte Gott!" 

Handschriftliche Notizen des Herausgebers, nämlich Verlags- und 
Autorenvermerke, aus dem Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek 
sind hier mit eingearbeitet. Die Textausgabe (1.-10. Tsd, 1932) weicht 
etwas von Bajers Klavierausgabe ab und enthält noch: 

a) zur Melodie "Es pfeift von allen Dächern" (Wir sind die 
Sturmkolonnen): Wir sind die deutsche Jugend, des Vaterlandes Hort (T: 
Peter Holm). - b) Pardun: Siehst du im Osten das Morgenrot (Kampflied 
der Standarte 7) (eigener T). - c) Paul Pietzner-Clausen: 
Hakenkreuzschwur (T: H. M. Eckert). 


1933 

Bajer leitet das NSD-MarschOrch in der Funkaufnahme von P. 
Pietzner-Clausens "Triumphmarsch der erwachten Nation" und 
"Hakenkreuzschwur". Solist: Heinz Marten (Tenor). 

Tondokument im DRA: 1570018-02, 1570012-05. 
Horst-Wessel-Marsch (Schles. FSt., 26/111/33, SA-Standartenkapelle 22 
Gleiwitz, Dgt. MZF Georg Sturm) [VfdM]. Bearbeitung u. a. für Akkordeon 
[HT]. 

Mutmaßlich identisch mit folgendem Titel. 

Tondokument - ohne Datum - im DRA: 1570012-16. 

Ausführende: Kapelle der Obersten SA-Führung-Ost, Dgt.: selbst. 

Horst-Wessel-Gedenkmarsch über "Die Fahne hoch". Für SalonOrch 
u. a.: Max Schröder (1933; Orag, *20/1V/33, "Treuschwur der SA mit 
einleitenden Worten über Horst Wessels Tod"; RS Leipzig, *23/11/35, von 


B 254 





Schallplatte) [VfdM]. 
Vom Verlag Parrhysius als "Musik der nationalen Erhebung" 
empfohlen. 
In: 
Jung Deutschland II (1933); Ruhmreiche Banner I (1934). 
Lisa: Des Morgens, des Morgens um halb viere weckt uns der 
Unteroffizier. Marsch und Scherzlied [VfdM]. 
Aus dem angepaßten Text (Kehrreim und 5. Strophe): 
"(...) zwölf Jahr‘, dann geht's der Heimat zu. 
Lisa, Lisa, nun schenke dem Hitlermann 
das Feuerwasser ein! 


Der Hauptmann kam geritten 

auf einem Ziegenbock, 

da dachten die Rekruten, 

es wär der liebe Gott". 
In: 
Neues Deutschland 1 (1933); SA. SS.-Liederbuch (1933); Jung 
Deutschland II (1933); 100 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder 
(1934); Liederbuch der SA-Marine (1934; nur T, onA); 50 ausgewählte 
SA-Sturm- und Marschlieder (1934); [Sc] Neue Marschmusik I (1934); 
Was Deutschland singt (1936; nur T, 0nA). 


1934 
Treuschwur. Fanfarenmarsch und Lied, zus. mit Florian Majewski. Für 
Militärmusik: H. Krüger-Burghardt (1934) [VfdM]. 
Denkt dran: Es klingt wie eine Sage aus längst vergangner Zeit (T: 
onA). 
In: 
Wir singen (1934). 
Nicht Gerede, nicht Geschrei (T: onA). 

Bajer war nicht der Urheber der Melodie; diese ist identisch mit 

Michael Englerts "Wann wir schreiten Seit an Seit". 

In: 

Wir singen (1934). 

Seit an Seit: Wann wir schreiten Seit an Seit (T: H. Claudius). 

Nicht Bajer, sondern M. Englert war Urheber der angebenen 
Melodie. 

In: 

Wir singen (1934; T onA). 

Altniederländisches Dankgebet oder deutsches Gebet? ("Die Musik" 
XXVIl/l, Oktober 1934. S. 39-41). 

Zitat: 

"(...) Man erkannte, daß es sich um eine ganz artfremde 
Textformung handelte, die aus der echten, blutsmäßigen Schöpfung eines 
uns stammverwandten Volkes etwas gemacht hatte, was mit dem 
ursprünglichen Werk nichts mehr zu tun hatte. 

(...) Weyl war vermutlich jüdischen Blutes und Geistes, sein 


B 239 





eifrigster Förderer hieß Saphir, sein Biograph heißt Frenkel; er tat sich 
besonders als Übersetzer leichtfertiger französischer Stücke und als 
allbeliebter, federgewandter Gelegenheitsdichter hervor. 

Kann es wundernehmen, daß der Feder eines solche Mannes nur ein 
uns innerlich fremdes, berechnend-gesinnungstüchtiges Produkt 
entstammen kann? (S. 39, 40). 

Bajer empfiehlt, das Niederländische Dankgebet durch Ernst Volkers 
"Vater, in deiner allmächtigen Hand", eines der Frickschen Schulgebete, 
zu ersetzen. 

Deutschland erwache! Horst-Wessel-Marschalbum (121934) 
[ZVNSDAP]. 


1936 
Wie das erste SA-Liederbuch entstand ("Die Musik" XXIX/1, Oktober 
1936. S. 26-28). 
Zitat: 

"Der Gedanke, unsere schönsten SA-Lieder allen Stürmen unseres 
Vaterlandes zugänglich zu machen, bewog mich im Sommer 1930, ein 
erschöpfendes SA-Liederbuch für Klavier herauszubringen. Bislang 
bestanden nur kleine Texthefte, meist ohne Noten. 

(...) Es gab wohl ein paar Marschalben für Klavier, die neben 
Soldatenliedern und -Märschen höchstens ein halbes Dutzend SA-Lieder 
enthielten (Eher-Verlag, Sunnwend-Verlag), ein ausgesprochenes SA- 
Liederbuch für Klavier existierte aber noch nicht. Der Plan war gefaßt, nun 
ging es an die Arbeit. Zunächst wurden die Lieder aufgezeichnet, die ich in 
unserem sangesfreudigen Niederschönhauser Sturm kennengelernt habe. 
Außerdem sammelte ich wertvolles Material bei anderen Berliner Stürmen, 
indem ich mir die neuen Lieder von meinen Kameraden vorsingen ließ, sie 
gleichzeitig zu Papier brachte und anschließend den Männern auf der im 
Sturmlokal meist vorhandenen >Drahtkommode< mit voller Begleitung 
vorspielte. Etwaige kleine Unebenheiten in der Melodie wurden sofort 
ausgemerzt. Auf diese Weise erhielt ich eine Sammlung von wahrhaft 
volksverbundenen Weisen, d. h. die nach dem Gehör aufgezeichneten 
Lieder entsprachen in jeder Hinsicht der Wort- und Tonfassung, wie sie 
sich die SA geformt hat. 

(...) Mein nordisch-germanisches Rassegefühl war mir maßgebend, 
daß keine volks- und artfremden Singweisen aufgenommen wurden, wie 
wir sie heute in manchen Liederbüchern jüngeren Datums wiederfinden, 
deren neue Liedschöpfungen angeblich einen neuen deutschen Liedstil 
ankündigen, im Grunde ihres Wesens aber nichts anderes sind als der 
Abklatsch des altrussischen Volksliedes sowie des gregorianischen 
Kirchen- und synagogalen Tempelgesanges. 

(...) Das Liederbuch schien seinen Weg zu machen, bis mich im 
Oktober 1932 die Nachricht vom Konkurs des Schallplatten-Dienstes 
überraschte. Damit war der Vertrieb des Buches sowie das mühsam 
aufgebaute Exportgeschäft der ersten nationalsozialistischen Schallplatten, 
die auch meinen Namen als Komponist und Dirigent in alle Welt 
hinaustrugen, mit einem Schlage besiegelt. Die noch vorhandenen 


B 256 





Restposten des Liederbuches wurden in Berlin und Leipzig reißend 
abgesetzt. 

(...) >Was der Deutsche singt< ist heute nirgends mehr erhältlich" 
(S. 26, 27, 28). 

Ruhmesblätter in der Geschichte des SA.-Liedes I ("Die Musik" 
XXIX/3, Dezember 1936. S. 169-176). 
Zitat: 

"Trotziger Stolz und heilige Glaube sind die Lieder eines hoffenden 
Volkes. Adolf Hitler. 

Mit diesen Worten, dem parteiamtlichen Liederbuch der NSDAP. zum 
Geleit gegeben, hat der Führer die Kampf- und Freiheitslieder der 
Bewegung für alle Zeiten eindeutig gekennzeichnet. Darum ist eine SA.- 
Liedersammlung kein Liederbuch im üblichen Sinne des Wortes. Während 
man zum letzteren oft greift, um sich eine Mußestunde am Klavier oder 
mit der Klampfe unterhaltsam zu gestalten, erfüllte das SA.-Liederbuch in 
der Kampfzeit einen weit höheren Zweck: Dieses Vademekum in der 
Brusttasche aller Braunhemden bedeutete für uns SA.-Männer gleichsam 
eine heilige Schrift von kraftspendender Wirkung. In unseren Liedern 
besaßen wir unsere treuesten Kameraden, die uns immer aufs neue 
aufrichteten und uns inneren Halt gaben, auch Mahner zugleich, 
auszuharren in treuer Gefolgschaft zu unserem Führer. Es schien von den 
kernigen Texten und stählernen Rhythmen eine geheime Kraft 
auszugehen, die uns stets anspornte zu unermüdlichem Kampfesmut und 
größter Opferbereitschaft. Kein Buch vermag von jener Epoche mit all 
ihren Gefahren und Entbehrungen, Prüfungen und Hoffnungen eine so 
getreue Vorstellung zu erwecken wie gerade ein SA.-Liederbuch, dessen 
Lieder in glühender Sprache mit dem Herzblut ihrer Verfasser 
niedergeschrieben worden sind, nicht ein Erzeugnis ihrer freien Fantasie, 
sondern wahrstes Erlebnis im Kampfe gegen die Feinde des Vaterlandes" 
(S. 169-170). 


1937 
Das Lied der SA. ("NS-Monatshefte" VIIl/82, Januar 1937. S. 24 ff.). 
Ruhmesblätter in der Geschichte des SA.-Liedes II ("Die Musik" 
XXIX/4, Januar 1937. S. 257-267). 
*20. April 1937: 
In der Laienmusizierstunde des RS Berlin mit Liedern der Bewegung, 
gibt Bajer Auskunft über die Geschichte einiger NS-Kampflieder. 


1938 
Militärmarsch (DtldS, *21/V/38). 
Verbotene Lieder der Bewegung in der Kampfzeit ("Die Musik" XXX/ 
12, September 1938. S. 800). 


1939 
Heraus, ihr Kampfgesellen: Wenn Hitlerleut marschieren (T: H. 
Anacker). Eigene Melodie [ZVNSDAP]. 
Vgl. A. K. 


B 257 





Textprobe (2. Strophe mit Refrain): 
"Du Bursch mit graden Knochen, 
zieh mit als Kamerad! 
Daß Deutschlands Not gebrochen, 
ist keiner je zu schad. 
Die Lerchen jubilieren, 
Trompeten schmettern drein. 
Wenn Hitlerleut marschieren, 
da lacht der Sonnenschein, 
ja wenn Hitlerleut marschieren, 
ei, da lacht, ei, da lacht 
der Sonnenschein!" 
In: 
SA-Liederbuch (21939). 
Zur Geschichte des ersten SA.-Liederbuches ("Völkische 
Musikerziehung" V/1, Januar 1939. S. 38). 
Lieder machen Geschichte ("Die Musik" XXX1I/9, Juni 1939. S. 
586-597) (Teilabdruck: Wulf, S. 244-247). 
Das Lied der SA ("Leipziger Tageszeitung" Nr. 29, *29/1/39, S. 41-42). 
Information: Laut Referat für Meldeangelegenheiten, Paß- und 
Ausweiswesen beim Polizeipräsidenten in Berlin (9/IV/84) als in Berlin 
gemeldet gewesen nicht zu ermitteln. Das Landeseinwohneramt Berlin 
(23/1/04) ließ wissen, zu Bajer gebe es in den wegen Kriegswirkung nur 
zu geringen Teilen erhaltenen Meldeunterlagen vor Mai 1945, den 
Meldeunterlagen aus Berlin (West) und der neu erstellten Meldedatei 
keine Angaben. Obwohl der Antrag mehr als drei Monate vorher nicht 
beim Landeseinwohneramt, sondern bei einem Bezirksamt gestellt war 
und Abgabenachricht nicht erfolgte, verlangte man 6, 14 Euro Gebühren. 
Aus Rechtsgründen verbot sich die Zahlung. Das Standesamt Nürnberg 
(6/IIl/2007), Schmidt, teilte auf Amtshilfeersuchen der Universität Kiel, 
Institut fürMw, mit, beim Standesamt Nürnberg habe weder 
Geburtseintrag noch Sterbefall ermittelt werden können. 


Bajuvarische Hungerserenade = \Narum gibt's denn koane 
Weißwurst 


Balbus 


Belgrad-Marsch (RS München, 5/1V/39, MK des IR 63, Ingolstadt, Dgt. 
OMM Karl Wildner). 


Baldamus, Willy 
Berlin, 4. Oktober 1890 - ? 
Kapellmeister in Berlin, Inhaber des Erato-Verlages. 
Werke: u. a. Serenade, Tanz- und Stimmungslieder, Operette, Märsche 
etc. 


B 258 





NSDAP seit Dezember 1932, Nr. 1.399.700. Er erhielt 1937 300.- RM 
Künstlerdank-Zuwendung; ein weiterer Antrag wurde abgelehnt. 
Deutschlands Heil! Marsch (Orag, 7/V/33; BR, 7/1X/33, von 
Schallplatten). 

Unter Fahnen und Standarten. Marsch. Für versch. Besetzungen: Willy 
Ortleb (1937) [MVE]. 

Reichspommernlied: Heilge Sehnsucht meiner Lieder (T: Walter 
Schröder). 

In: 

Singend marschieren wir (1938). 

Deutsche Fliegerhelden: Kamerad, nun heißt es starten (eigener T). 
Kriegslied. 

Tondokument - vom 18/V11/42 - im DRA: 1870683-07. 

Ausführende: Chor eines Landesschützen-Btl, MK des Rgts. General 
Göring, Dgt. Hans Friess. 

Information: FA. Laut Landesarchiv Berlin (30/VII/98) enthält die 
historische Einwohnermeldekartei von Berlin den Vermerk vom 18/Il/48: 
"Haus ausgebombt, Verbleib nicht feststellbar". 

Das Standesamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin (5/X1/03), 
Schurig und Witt, teilte mit: "(...) zur Ermittlung der von Ihnen gesuchten 
Personenstandsbeurkundung werde ich eine Umfrage bei allen Berliner 
Standesämtern durchführen. 

Diese Umfrage ist gebührenpflichtig und beträgt für diesen/diese zu 
suchenden Personenstandsfall/Personenstandsfälle insgesamt 20,00 Euro. 

Insofern ist es auch in Ihrem Interesse, die Überweisung der Gebühr 
so bald wie möglich zu veranlassen, da die Ermittlungen erst nach Eingang 
der von Ihnen gezahlten Gebühr eingeleitet werden. (Bearbeitungszeit 
durch die einzelnen Standesämter ca. 8 Monate)" (unterstrichener Text ist 
zusätzlich fett gesetzt). 

Für den Bürger ist die Behörde nicht kontrollierbar; wer kann sicher 
sein, nicht "mangels Eintrag" negativ beschieden zu werden, sodaß er die 
Gebühr ersatzlos verliert. 











Bald fällt von diesen Zweigen das letzte Laub herab (T: H. v. 
Fallersleben). Volksmelodie, 2stimmig. 
In: 
Deutsche Lieder (1940). 


Baldij, Zia 
Hauseigentümerin in Berlin, türkische Staatsbürgerin. 
Deutsch-türkischer Freundschaftsmarsch, onA, am 13/V1/34 mit 


Widmung an Dr. Goebbels eingesandt. 
Information: Das Adreßbuch 1939 nennt Zia Baldij nicht mehr. 


B 259 





Bald gfreut mi die Älma = | bleib nimmer alloan 


Bald gras i am Acker. Volkslied aus Schwaben. 
In: 
Schwäbisches Liederbuch (*1938). 


Bald gras' ich am Neckar, bald gras' ich am Rhein (T: aus "Des 
Knaben Wunderhorn"). Volkslied, eine Textvertonung stammt von Gustav 
Mahler. 

In: 
Wir wollen singen (1933); Flieger-Liederbuch (1938; nur T, 0nA). 


Bald scheiden wir aus diesem Kreis(e) und legen ab den 
Ehrenrock (T: onA). Reservistenlied. Auch in: "Stolz ziehn wir in die 
Schlacht" (München, 1915). Variante: Bald scheiden wir. 

Textprobe (6. Strophe): 

"Und ruft das Vaterland uns wieder 

als Reservist und Landwehrmann, 

so legen wir die Arbeit nieder 

und folgen unserer Fahne dann". 
In: 
Soldatenlieder (1934); Deutsches Marine-Liederbuch (1935); 
Kameradschafts-Lieder (1939); Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Balke, Rudolf 
Schwelm, 19. April 1874 - Lübbecke, 6. März 1958. 
Kaufmann, Ingenieur, zuletzt Rentner in Rostock, ab 29/X/29 in Bad 
Oeynhausen, Amateurkomponist. 
Ab 7/V/45 wegen Räumung der Innenstand für die britische 
Besatzungsmacht in Schnathorst, 1952 wieder in Bad Oeynhausen, 
schließlich ab 26/X1/53 in Lübbecke, zuletzt hier i. R. 


Neues Deutschland. Lied, 0onA, im Juni 1933 dem RMVP eingereicht 
(Quelle: BAR 55/ 1160). 

Information: Laut Einwohnermeldeamt der Stadt Bad Oeynhausen (2/ 
X/97) sei Balke weder bei ihm noch beim Standesamt zu ermitteln 
gewesen; das war die Unwahrheit, denn Stadtarchivar Quaschny 
(4/III/02) entnahm der vorhandenen Einwohnerkartei mehrere An- und 
Abmeldungen mit Geburtsangaben. 


B 260 





Ball, Karl Willy 

Güsten, 10. Dezember 1873 - ? 
Militärmusiker; seit 15/V/97 Musikleiter beim IIl./IR 75, ab 3/V1/01 
Stabstrompeter und MM beim Ulanen-Rgt 15, später beim Ulanen-Rgt 16 
in Salzwedel, 1919 noch an die Brigade-Nachrichten-Abteilung 2 der 
Reichswehr abgegeben, doch in Ruhestand versetzt, Kgl. Musikdirektor a. 
D., dann in Wiesbaden, Mittelheimer Str. 15 (1934/35), Dirigent des 
Musikvereins. 
Werke: u. a. "Mein Deutschland, dich liebe ich, für dich kämpfe ich", 
sinfonische Dichtung; "Dramatisches Vorspiel" (UA: Wiesbaden, 6/V1/36, 
Ausführende: KurOrch Wiesbaden). 


Frei der Rhein. Marsch (RS Frankfurt, 14/V/39). 
Der Titel feiert die Aufhebung der Besetzung des Rheinlandes durch 
die Sieger des We. I. 
Mit Mut und Kraft. Marsch (RS Frankfurt, 22/V/39). 
Information: Nicht im DMK 1942. Stadtarchiv Wiesbaden und 
Hessisches Hauptstaatsarchiv (21/VI/00) verfügen über keine Information 
zu Ball. 


Ballade vom Wassermann = Es freit ein wilder Wassermann 


Baltische Wacht = Auf einsamen Wegen und Stegen 


Baltzer, Erwin 

Babelsberg-Nowawes, 22. April 1907 - ? 
Sohn eines Beamten, Konzertpianist und Dirigent, zunächst in Mühlheim; 
1933/34 Repetitor am Hamburgischen Staatstheater; 1934/35 Leiter des 
Städtischen und Theater-Orchesters Greifswald, dann ohne Engagement, 
1937 gastierender Künstler in Berlin-Wilmersdorf; 1937/38 Korrepetitor an 
der Berliner Staatsoper; 1941/42 1. Kapellmeister am Opernhaus Graz; 
1942/43-44 Kapellmeister und stellv. Musikal. Oberleiter am Opernhaus 
der Stadt Wien. 

Nach 1945 weiterhin in Wien, 1955 nach Ludwigshafen abgemeldet, 
hier Gastdirigent der Staatsphilharmonie Rheinland Pfalz und des 
Mannheimer Nationaltheater-Orchesters. Verzogen nach Unbekannt am 2/ 
X11/60. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.899. 573. 

Musik zu Shakespeares Sommernachtstraum unter Verwendung von 

Material aus Webers "Oberon" (Stadttheater Greifswald, 1934). 
Information: Laut Stadtverwaltung Ludwigshafen (3/VIII/99) enthalte 

Einwohnerdatei wie Archivkartei nichts zu Baltzer; dies war unwahr, denn 

später (10/V/04) kannte man plötzlich das Abmeldedatum. Laut Mitteilung 

des Standesamts Ludwigshafen (11/IX/03) an Universität Kiel, Institut für 


B 261 





MW, stehe beim Heiratseintrag 1956 kein Todesvermerk. Das Rathaus 
Potsdam, Ingrid Matthies (5/III/07) beschied ein Amtshilfeersuchen der 
Universität Kiel, Institut für MW, es gäbe im Standesamt Potsdam keinen 
hinweis auf den Tod. 


Balzer, Hugo 
Duisburg, 17. April 1894 - Ratingen, 3. April 1985. 

Sohn eines Industriellen; Schüler von Fritz Steinbach, Dirigent, 1929-33 
Opernkapellmeister in Freiburg i. Br. Die NSDAP-Fraktion im Rathaus 
verlangte schon im September 1932 - vergeblich - aus wirtschaftlichen 
Erwägungen, die Stelle des GMD abzuschaffen. Pressedruck führte dann 
dazu, daß der Oberbürgermeister ihm mit Vertragsablauf, also zum 
31/VI11/33 kündigte. Balzer hatte jedoch nach Probedirigieren in 
Düsseldorf Anfang März - zunächst mit Dreijahresvertrag - bereits die 
Stelle des dortigen GMD erhalten. Seit 1/1/35 Leiter des aus dem Buths- 
Neitzel-Konservatorium gebildeten Robert-Schumann-Konservatoriums der 
Stadt Düsseldorf; Hitler verlieh ihm zum Tag der Deutschen Kunst am 
*15/V11/39 den Titel Professor. Balzer leitete den Städtischen Musikverein 
und war mit Gastvertrag vom 13. Februar bis 13. Juli 1944 1. 
Kapellmeister am Deutschen Theater im besetzten Den Haag. 

1945-48 Dirigent des Städt. Orchesters Detmold, dann Musikal. 
Oberleiter des Stadttheaters Düsseldorf. In Hösel i. R. mit Gastkonzerten 
befaßt. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.973.664. 1934 Ratsherr der NSDAP und 
Fachgruppenreferent für Musik bei der NSKG Gaugruppe, Düsseldorf; 
1936 Städt. Musikbeauftragter für Düsseldorf. 


1933 
31. März 1933, Nachricht: 

Balzer setzt die im Frühjahr 1933 in Freiburg schon zur Uraufführung 
angenommene Oper "Christophorus" von F. Schreker nach Rücksprache 
mit diesem "bis auf weiteres" ab ("AMZ" LX/13, 31/111/33. S. 195). 

Eine Zweckmeldung, da keine Rücksprache dokumentiert ist. 
Antijüdische Aktion ging ohne Einwilligung der Betroffenen vor sich. 


1935 
Februar 1935: 

"Die Stadt Düsseldorf eröffnete am 1. Januar eine eigene 
Musikschule, ein Robert-Schumann-Konservatorium, in dem das Buths- 
Neitzel-Konservatorium mit dem größten Teil seiner Lehrer aufgeht, und 
das ein eigentliches Konservatorium, ein Musikseminar, eine Opernschule 
und eine Volksmusikabteilung umfassen wird. Die Gesamtleitung liegt in 
den Händen von GMD Hugo Balzer" (""ZfM" CIl/2, Februar 1935. S. 244). 
3. April 1935: 

Balzer leitet das vierte der fünf Konzerte des BPhO für die NSKG. 
Solist: Alfred Hoehn, Klavier. 


B 262 





*6. Juni 1935: 

Zur Reichstagung der NSKG in Düsseldorf leitet Balzer das 1. 
Festkonzert: 1. A. Jung: Passacaglia für gr. Orch und Orgel. - 2. R. 
Wagner-R&egeny: Sommernachtstraum-Musik (UA). - 3. H. Dransmann: 
"Einer baut einen Dom". Mitwirkende: Städt. Orch, Chor des Städt. 
Musikvereins, Düsseldorfer MCh, Sprechchor des Arbeitsdienstlagers 
Rhein-Wupper, Rudolf Watzke (Bar), Henk Noort (T), Hildegard Hennecke 
(A). 

*11., Juni 1935: 

Zur Reichstagung der NSKG in Düsseldorf leitet Balzer das 2. 
Festkonzert: 1. J. Weismann: Vorspiel zum "Sommernachtstraum" (UA). - 
2. Otto Straub: "Altdeutsche Minnelieder" für S, Bariton und acht 
Instrumente. - 3. E. Peeters: Konzertmusik für Klavier und Orch (UA). - 
4. A. Jung: Festmusik für Orch. Mitwirkende: Elsa Wieber (S), G. Hüsch 
(Bar) und Heinrich Nelting (Klavier). 


1936 
27. Februar 1936: 

Das BPhO, Dgt. Balzer, konzertiert für Berliner Konzertgemeinde und 
Konzertring der NSKG. Solist: W. Gieseking (Klavier). 

April 1936, Einsatzbereitschaft: 

"Überaus günstig ist die Entfaltung des Düsseldorfer Musiklebens vor 
sich gegangen, dem auch die NS.-Kulturgemeinde eine besondere 
Aufmerksamkeit schenkt. Hugo Balzer hat die Führung der Oper und des 
Konzerts mit Energie und Umsicht seit 1933 in die Hand genommen und 
der langen und verhängnisvollen Rivalität von Weisbach und Horenstein 
eine Ende bereitet. 

(..) Zugleich bekundete er mit seiner aktiven Teilnahme an der 
Düsseldorfer Reichstagung der NS.-Kulturgemeinde 1935 seine 
Einsatzbereitschaft für das Kulturschaffen der neuen Zeit und den 
Kulturgedanken des nationalsozialistischen Staates" (Richard Litterscheid: 
Dirigenten im deutschen Westen. "Die Musik" XXV111/7, April 1936. S. 
494-495). 


1937 
*3, November 1937: 
Im Opernhaus Düsseldorf bietet H. Balzer zur Rheinischen 
Gaukulturwoche die Oper "Magnus Fahlander" von F. von Borries (UA). 


1938 
*22. Mai 1938: 

(1) 

Das Städt. Orch Düsseldorf, Dgt. H. Balzer, bietet zur Eröffnungsfeier 
der Reichsmusiktage 1938 Paul Graeners "Feierliche Stunde" (UA) vor den 
Ansprachen des Oberbürgermeisters der Stadt und des Präsidenten der 
RMK Raabe, danach den ersten Satz der C-dur-Sinfonie von R. Wagner. 

(2) 

Das Städt. Orch Düsseldorf, Dgt. H. Balzer, konzertiert zu den 


B 263 





Reichsmusiktagen: 1. ©. Besch: Ostmark-Ouvertüre. - 2. J. Rietz: 
Rhapsodie für Orgel und Orch. - 3. H. J. Sobanski: Romantisches Konzert 
für Bratsche und Orch. - 4. P Juon: Rhapsodische Sinfonie (alle in UA). 


*24. Mai 1938: 

Das Städt. Orch Düsseldorf, Dgt. H. Balzer, bietet im 2. 
Orchesterkonzert der Reichsmusiktage: 1. A. Irmler: Sinfonische Fantasie 
nach Rilkes "Weise von Liebe und Tod". - 2. Josef Marx: Klavierkonzert 


"Castelli romani". - 3. B. Blacher: Geigenmusik. - 4. H. Bullerian: 
Passacaglia und Fuge. Solisten: W. Gieseking (Klavier), Max Strub 
(Violine). 

*25. Mai 1938: 


Zu den Reichsmusiktagen in Düsseldorf konzertieren Städtisches 
Orch, Chor der Städtischen Bühnen und Chor des Städt. Musikvereins, 
Dgt. H. Balzer: H. Pfitzner: "Von deutscher Seele" , Kantate. Solisten: 
Helene Fahrni (S), Elisabeth Hoengen (A), August Seider (T) und Helmut 
Schweebs (B). 

*29. Mai 1938: 

Das 3. Sinfoniekonzert der Reichsmusiktage in Düsseldorf, Dgt. H. 
Balzer, bietet: 1. Max von Schillings: "König Ödipus", Sinfonischer Prolog. 
- 2. W. Egk: "Natur - Liebe -Tod", Kantate. - 3. Th. Berger: Capriccio und 
Fantasie. - 4. M. Trapp: Cellokonzert. - 5. G. Schwickert: Sinfonietta (alle - 
außer Nr. 4 - in UA). 


1939 
*1]4. Mai 1939: 

(1) 

Das Städt. Orch, Dgt. H. Balzer, bietet zur Eröffnungsfeier der 
Reichsmusiktage in Düsseldorf als Auftakt zu den Reden von Gauleiter 
Florian und Staatssekretär Hanke die "Uraufführung" der Einleitung zum 2. 
Akt und des Marsches aus "Tarpeja" von Beethoven. 

(2) 

Das 1. Sinfoniekonzert der Reichsmusiktage, Dgt. des Städt. Orch H. 
Balzer, bietet: 1. P. Juon: Violinkonzert Op. 88. - 2. M. Trapp: 2. 
Orchesterkonzert Op. 36 (UA). 


*20. Mai 1939: 

Das 3. Sinfoniekonzert der Reichsmusiktage, Dgt. des Städt. Orch H. 
Balzer, bietet: 1. E. Wolff-Ferrari: Triptychon für Orch Op. 19. - 2.H. 
Erdlen: Introduktion und Chaconne für Violine und Orch (UA). - 3. H. 
Simon: Sinfonische Gesänge nach Nietzsche-Dichtungen für Bariton und 
Orch (UA). - 4. P. Höffer: Sinfonie der großen Stadt. Die Solisten: H. H. 
Nissen (Bar) und S. Borries (Violine). 

*21. Mai 1939: 

Das Städt. Orch, Dgt. H. Balzer, bietet zur Kulturpolit. Kundgebung 
der Reichsmusiktage in Düsseldorf von Paul Graener "Prinz Eugen, der 
edle Ritter" Op. 106 (UA). 


B 264 





1940 

17. Dezember 1940. 

Balzer leitet ein Gastspiel der Oper Düsseldorf im besetzten Brüssel 
und bietet "Fidelio". 

Eine Wiederholung fand am 19/XII/40 statt. 
18. Dezember 1940: 

Balzer führt Städt. Orch und Orch der Oper Düsseldorf zu einem 
Gastspiel ins besetzte Brüssel und bietet Werke von Weber und Brahms. 


1941 
9. Januar 1941: 

Das 6. Konzert der Stadt Düsseldorf, Dgt. H. Balzer, bietet das 
Klavierkonzert Nr. 3 in C-dur Op. 26 von S. Prokofjew; Solist: Karlrobert 
Kreiten. 

25. Februar 1941: 

Bei einem Gastspiel der Oper Düsseldorf im besetzten Brüssel bietet 
Balzer "Die Fledermaus" von J. Strauss. 

27. Februar 1941: 

Bei einem Gastspiel der Oper Düsseldorf im besetzten Antwerpen 
bietet Balzer abermals "Die Fledermaus". 
2. März 1941: 

Bei einem Gastspiel im besetzten Antwerpen beim dortigen 
Philharmonischen Orch bietet Balzer "Tod und Verklärung" von R. Strauss, 
das 5. Klavierkonzert von Beethoven und Bruckners Vierte. Solist: Eugen 
Traey. 


1942 
18. Dezember 1942: 
Das BPhO, Dgt. H. Balzer, bietet - erstmals - die Toccata von O. 
Gerster. 


1944 

29. Februar 1944: 

Bei einem Gastspiel der Oper Düsseldorf im besetzten Antwerpen 
bietet Balzer den "Rosenkavalier" von R. Strauss. 
15. Mai 1944: 

Im besetzten Belgien bietet Balzer a. G. ein Konzert der 
Philharmonie Antwerpen mit Werken von Bach-Respighi, Weber, Haydn 
und Beethoven. 


Geschichtsfälschung |, 1972: 

In seiner Dissertation "Die nationalsozialistische Kulturpolitik in 
Düsseldorf 1933-1945" (Düsseldorf, 1972), S. 61, behauptet Walter 
Rischer, Balzer habe sich "fern von jeder Weltanschauung" gehalten. 
Geschichtsfälschung II, 1981: 

"In Anerkennung seiner pädagogischen Leistung, wie Dekan 
Kirchmeyer hervorhob, wurde Balzer 1939 der Professortitel verliehen. 
Eine Auszeichnung, die nur für Angehörige großer Musikschulen oder 


B 265 





Parteigenossen in Frage kam, beides traf für ihn nicht zu" (Karlheinz 
Welkens: Späte Ehrung für Gründer Prof. Balzer. "Rheinische Post", 
1/X/81). 

Es geschah gar nicht so selten, daß sich ein Musikhistoriker - 
Hellmut Kirchmeyer war zuvor als solcher überzeugend ausgewiesen - in 
das üble Spiel der Geschichtsfälscher einschaltete, obwohl er das 
Instrumentarium zur Feststellung der Fakten meisterte. Wenn er schon 
nicht wußte, daß Balzer Mitglied der NSDAP war, hätte ihn doch die 
Tatsache nachdenklich machen müssen, daß lediglich Hitler den Titel 
zuerkennen konnte. Überdies gab es 1935 keine andere Partei als die 
NSDAP, für die Balzer Ratsherr hätte sein können. 

Geschichtsfälschung Ill, 1983: 

"(...) Von den Nazis wurde er aus seiner Stellung gedrängt, konnte 
jedoch in dem damaligen Dirigentenkarussell infolge des nationalsozialisti- 
schen Umbruchs den Posten des GM für Oper und Konzert in Düsseldorf 
erhalten" (Dr. Theodor Hundt, Troisdorf, an Fred K. Prieberg, 30/V111/83). 

Dr. Hundt war zu der Zeit Mitarbeiter einer Kölner Kulturzeitschrift 
und gab - ohne eigene Recherche - wieder, was ihm Balzer in Interviews 
erzählt hatte. 

Information: DML, FA, MM2, KDMK, RML, SML. 


Bamberg 


Deutschlands Heldenheer. Marsch (Orag, 27/VIIl/33, TrK der 1. Preuß. 
Nachrichten-Abt., Dgt. Koruhn). 


Bamberger, Carl 
Wien, 21. Februar 1902 - New York, 19. Juli 1987. 

Sohn eines Fabrikanten; Dirigent, Schüler von H. Schenker und F. 
Buxbaum. 1927 2. Kapellmeister unter Karl Böhm am Landestheater 
Darmstadt, später 1. Kapellmeister am Raimund-Theater in Wien, 1930-35 
Gastspiele in der UdSSR, 1936 an der Kairoer Oper. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

Bamberger emigrierte 1937 in die USA und war hier dann Leiter des 
Orchesters und der Opernschule am Mannes College of Music in New York 
City. 

Information: DML, KDMK, FA2, RMLE. 


Bamert 
Mein Deutschland. Marsch für Volksinstrumente (RS Hamburg, 


26/X11/36). 
Pommerntreue. Marsch für Volksinstrumente (RS Hamburg, 26/X11/36). 


B 266 





Bammer, Johannes 
Nikolsburg/ Mähren, 31. Mai 1888 - Bonn, 17. März 1988. 
Sohn eines Weinbauern und Gastwirts; Dr. jur. Prag 1913, Jurist und 
Volkswirt, ab 1920 Syndicus von Arbeitgeberverbänden in Rumburg in 
Nordböhmen, 1939 Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der 
deutschen Industrie im Sudetenland, Sitz Reichenberg. Nebenberuflich 
Komponist, als solcher u. a. Schüler von H. Gäl, A. Häba und V. Noväk. 
Mit dem "Abschub" der Sudetendeutschen aus der Tschechoslowakei 
zunächst 1946-49 in Löbau/ Sachsen, 1949 in Rüdesheim, 1958 in 
Frankfurt a. M., 1963 in Höchberg bei Würzburg, seit 1975 in Bonn. 
Werke: Klavierstücke, Lieder, besonders Kinderlieder, und Chöre; 
Kammermusik 


NSDAP (It. BDC 1980), jedoch kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Zwölf Lieder der Zeit, nach neuen Texten, für Gesang und Klavier (1937) 
[FK, dann T]. 

Texte, wo nicht anders angegeben, von A. Nicanders, zuweilen auch 

Nieanders genannt. 

Inhalt: 
1. Spruch. - 2. Kameraden: Kameraden, ihr seid Träger. - 3. Ein Sturm 
ging über heiliges Land. - 4. Den Riegel zurück. - 5. Bauernlied: 
Wenn wir hinterm Pfluge schreiten. - 6. Und unsere Pflüge sind 
stählerne Scharen. - 7. Der Herr schuf die Erde. - 8. Wir singen 
nach ewigen Noten. - 9. Wir legen unsere Hände. - 10. Aufbruch: 
Das Dunkel ist gewichen (T: B. Landeck). - 11. Wir tragen ein Licht (T: 
F. Höller). - 12. Die Tat steht groß. 
Wir tragen ein Licht (T: Franz Höller). Chorversion (u. a. Teplitz- 
Schönau, 21/V/38, bei den Sudetendeutschen Musikfesttagen). 

Nachdem der Chor beendet war, mußte das Eröffnungskonzert 
wegen Intervention der tschechoslowakischen Behörden abgebrochen 
werden. Textdichter Höller war Kulturbeauftragter von Hitlers 
sudetendeutschem Wegbereiter Konrad Henlein. 

Wacht auf: Kläglich ich schrei, ihr Deutschen: Wacht auf! (T: Christoph 
Hosmann von Elbogen, um 1565), für einstimm. Chor, 2 Trompeten und 2 
Posaunen. Trutzlied für die Sudetendeutschen. 

In: 

Männerweisen 3 (1938). 


Geschichtsfälschung, 1982: 

In Widmar Haders Monografie "Der Komponist Johannes Bammer" 
fiel das Werk "Wacht auf" weg (Schriftenreihe zur sudetendeutschen 
Musik 4, Dezember 1982. S. 41-53). 

Information: DML, FA, MM2, KDMK, LdCh. 





Bannack, Ernst 
Essen, 19. Oktober 1897 - Essen, 9. Mai 1969. 
Kapellmeister und Privatmusikerzieher für Cello, Posaune, Klavier in 
Essen. 
Auch nach 1945 in Essen, zuletzt i. R. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.470.297, auf Antrag vom 24/V1/37. 
Es zog ein Hitlermann hinaus. Marsch (Werag, 17/V11/33, MZ der SS- 
Standarte 25 Essen, Dgt. E. Gedenk). 

Information: Standesbeamter Stuhldreier, Essen I (8/X/97), 
verweigerte mit falscher Zitierung des PStG, also rechtswidrig, die Angabe 
des Todesdatums. Damit raubte er dem Künstler das postum 
weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog den 
Lexikographen um das Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. Den 
Todesfall beurkundete das Standesamt Essen I, Nr. 627/1969. 


Bannerlied = Wir singen das Lied von der Fahne 


Bannerlied des Arbeitsdienstes = Laßt nur die Bonzen in Amt 
und Stuben brüten 


Banthau, Arthur 
Danzig, 29. Juli 1885 - Münster, 21. November 1948. 
Angestellter in Münster, Laienkomponist. 


NSDAP seit 1/1V/40, Nr. 7.958.799, auf Antrag vom 7/1/40. 
Unser Zeppelin. Marsch (Werag, 2/11/33). 

Die Fahne hoch! Marsch (Werag, 8/V1/33). 

Marsch der Landsknechte (\Werag, 21/V1/33). 


Bär, Lothar 
Bodenbach/Böhmen, 6. August 1901 - Mainz, 25. November 1979. 

Schüler von K. Striegler und P. Büttner, Komponist und Musiklehrer in 
Kötzschenbroda bei Dresden, zeitweilig in Berlin, hier 1940/41 einer der 
Musikvorstände der kurzlebigen Märkischen Operettenbühne. 

Nach 1945 in Wiesbaden, ab 1/1V/57 dann in Mainz. 
Werke: Operetten und Revuen, so "Um uns dreht sich Berlin" (1937); 
Kammermusik, Orgelstücke, Lieder und Chöre. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein (T: N. Becker). 
Trutzlied. 

Vgl. Sie sollen ihn nicht haben. 

In: 

Deutsche Wehr- und Soldatenlieder (1933; T: onA). 


B 268 





Hell lohen Freiheitsflammen hinauf zum Himmelszelt (T: Gustav 
Reeck jr., Berlin). Bekenntnislied (1933). 
Textprobe (2. Strophe): 
"Des Reiches ruhmbedeckter Schild 
glänzt neu in alter Pracht; 
und die Nationen merken auf, 
ein Volk ist nun erwacht! 
Es hat die Fesseln abgelegt, 
mit Macht das Steuer sich bewegt, 
den rechten Kurs zum Ziel!" 
In: 
NS-Volks-Liederbuch (21934). 
Information: DML, FA, KDMK, LdCh. 


Barber, Walter 
Berlin, 17. April 1889 - Leipzig (DDR), 12. Oktober 1967. 

Kapellmeister und Komponist in Leipzig. 

Nach 1945 weiterhin in Leipzig, zuletzt i. R. 
Werke: Märsche. 
Kein Eintrag in ZKNSDAP. MZF des RLB Leipzig. 

Mein Sachsenland. Marsch für Militärmusik (1934). 
Hitler-Göring-Marsch (RS Leipzig, 18/V1/35, MZ des RLB Leipzig, Dgt.: 
selbst). 
Op. 12. Luftschutz, mein Stolz! Festlicher Marsch für Militärmusik 

(1937) [P]. 

Der Titel feiert ein Vorhaben des NS-Staats, das bald nach 1933 
begann und dem Volk vorspiegeln sollte, der - bereits vorbereitete - 
Luftkrieg sei ja gar nicht so schlimm. 

Op. 13. Spielmannslust. Signalmarsch für Spielmannszug und MK 
(1937) [P]. 


Bärenreiter - Verlag siehe: Karl Vötterle 


Baresel, Alfred 
Leipzig, 10. Januar 1893 - Frankfurt a. M., 7. November 1984. 
Major der Reserve; Musikpädagoge und Musikschriftsteller und -kritiker in 
Leipzig, 1921-39 Klavierlehrer am dortigen Konservatorium und ab 1922 
Musikreferent der "Neuen Leipziger Zeitung", 1925/26 deren 
Feuilletonredakteur, dann Redakteur im Verlag Wilhelm Zimmermann. 
Nach 1945 zunächst Musikkritiker, 1946 beim "Südostkurier" in 
Reichenhall, ab 1951 Lehrer am Händelkonservatorium in München, dann 
in Berchtesgaden-Schönau, 1956 Redakteur der "Frankfurter Neuen 
Presse" in Frankfurt a. M., dann i. R. 
Werke u. a.: "Jazzbuch" (Leipzig, 1925, 61928); Biographien über Haydn 
und Verdi (beide 1930); auch Libretti, so zur Operette "Das Mädchen aus 


B 269 





dem Jenseits" von Kurt Schildt (Jauer, 1/111/33); "Robert Teichmüller und 
die Leipziger Klaviertradition" (Leipzig, 1939). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.336.171, auf Antrag vom 1/X11/37. 


Geschichtsfälschung, 1999: 

"(...) "Alfred Baresel, der von Gerigk seltsamerweise nicht 
aufgeführt wird (...). Unter seinen seit 1953 erschienenen 
Musikerkurzbiographien wirkt besonders die über Richard Strauss 
merkwürdig unpolitisch für einen Autor, dem von den Nazis so übel 
mitgespielt worden war (...)" (Eva Weissweiler in ihrem Kommentar zum 
Reprint von Stengel/Gerigks "Lexikon der Juden in der Musik". Köln, 1999. 
S. 89, 90). 

Die Autorin unterließ es, ihre Quelle zu verifizieren, und fiel daher - 
anders als Dr. Gerigk - prompt auf die falsche Angabe zu Baresel bei 
Joachim Bake ("Die Juden in der deutschen Tagespresse von 1918-1933", 
Berlin, 1940. S. 46) herein, der sie noch eigene - blind und falsch 
geratene - Zutaten über politische Unterdrückung des Pg. Baresel anfügte. 


Barmas, Issay 
Odessa (Rußland), 2. Mai 1872 - London, 3. Juli 1946. 

Schüler von Joseph Joachim, Violinpädagoge in Berlin, u. a. am 
Klindworth-Scharwenka-Konservatorium, Professor und Primarius seines 
eigenen Streichquartetts. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

1933 emigrierte Barmas nach England. 

Information: DNML (Geburtsdatum: 19/IV), DML, FA, RML. 


Barmat- und Kutisker-Lied = Ich bin ein Jude 
Barner, A. 
1835 -1910 
Waldkonzert: Konzert ist heute angesagt im frischen grünen Wald (T: G. 
Ch. Dieffenbach, 1822-1901), für zwei oder mehrere Singstimmen. 
In: 
Lieder für die Grundschule (1938). 
Barner, Willi 
Maschinen-Hauptgefreiter der Kriegsmarine, Gelegenheitskomponist. 


Vorpostenlied: Wer fährt dort einsam sein Karree (eigener T). 


B 270 





In: 
Blaujacken-Lieder (1941). 


Barre 


Schlageters Mahnung: Deutschland erwache! (T: Bussewitz). Marsch 
und Lied (Südfunk, 3/V111/33, von Schallplatte). 
Tondokument - von 1933 - im DRA: 1570010-18. 
Ausführende: Mannschaftschor mit Kapelle des SS-Sturmbanns XII, 
Untergruppe Ost, Berlin, Dgt. M. Ewers. 
Textprobe (1. Strophe): 
"(...) Deutschland erwache; 
hell strahlt das Morgenrot, 
es lautet das Gebot: 
Deutschland erwache, Deutschland erwache; 
Brüder, vereinigt euch im Dritten Reich". 


Bartelmann 


Stramm und schneidig. Marsch (Orag, 26/111/33, Orch des 
Opernhauses Königsberg, Dgt. Hrubetz, *8/X1/33). 

Information: Das Rundfunkprogramm buchstabiert zuweilen auch: 
Bartelmus. 


Bartelmäs, Eugen Frieder 

Kornwestheim, 10. Januar 1910 - ohne Ort und Datum, 1945 (im 
Fronteinsatz vermißt und zum 31/X1I1/45 für tot erklärt). 
Ursprünglich Chemotechniker in Mettingen, dann in Stuttgart, 1936 in 
Berlin und in Kornwestheim; Laienkünstler, Autor und Komponist. 
Werke: u. a. "Die Brautfahrt", Tanzspiel mit Gesang und Instrumenten 
(1934); Spiele; "Gott, Freiheit, Vaterland", Sprechchöre der Hitlerjugend, 
hgb. zus. mit Richard Noethlichs (1934; 61936); Text zur Deutschen 
Landsknechtskantate "Das Fähnlein der schwarzen Knechte" von H. 
Majewski (1935). 


NSDAP seit 1/V11/28, Nr. 93.526. Er erklärte am 31/VIll/29 seinen 
Austritt, trat aber am 1/1X/31 erneut ein, 1936 wegen unterlassener 
Monatsmeldung gestrichen, jedoch am 19/V1/39 wiederaufgenommen. 
Wir schreiten über die Straßen. Lieder der Hitlerjugend, Gebiet 
Württemberg, hgb. (Stuttgart, o. J. = 1935). 

Heft 1. 
u.a. W. Altendorf: Wir ziehn auf stillen Straßen. - W. Gättke: Und wenn 
wir marschieren. - Maritta Vohrer: Das Lied der Hitlerjugend (T: 
Bartelmäs). - (Götz): Der Trommelbube. - H. Brucklacher: Der Fahn han 
ichs geschworen (T: Oskar Riegraf).- onA = H. Stephani, Op. 66, 3: 


B 27] 





Hörst du den Sturm durch die Wälder reiten? - M. Vohrer: (Nachtfahrt) Wir 
schreiten durch tiefdunkle, schweigende Nacht (T: Bartelmäs). - onA = 
Eberhard Fröhlich: Froh laßt unsre Wimpel flattern. - F. Alwers: Laßt euch 
nicht irren (T: H. Kutzleb). 
Heft 2 (i. A. des Gebietes Württemberg). 

u. a. onA: (Gott Freiheit Vaterland) Auf, deutsche Schmiede. - Hans 
Dannenmann: Das letzte Aufgebot (T: Bartelmäs). - Chr. Wirsching: 
Schwarz ist die Nacht (T: R. Noethlichs). - onA = Blumensaat: Unser die 
Sonne. - M. Vohrer: (Jungvolk voran!) Strahlendes, flutendes Sonnengold 
(T: Bartelmäs). - Vier Lieder der Mädel: 1. Wir sind die braune 
Mädchenschar (T: A. Klickermann), 2. Hans Dannenmann: Wo deutsche 
Männer kämpfen, stehen wir Frauen bereit (T: Bartelmäs), 3. H. Dannen- 
mann: Deutschland, Deutschland, als alle dich quälten (T: ©. Wendnagel), 
4. M. Dannenmann: Auch wir Frauen wollen helfen (T: Bartelmäs). 
Die Reichssturmfahne. Geschichten, Lieder und Balladen um das Reich 
(1936) [AS]. 

Information: Laut Standesamt Kornwestheim (20/III/00) sei dem 
Geburtseintrag (Nr. 5/1910) kein Todesvermerk beigeschrieben. Die WASt 
(26/1II/03) hat keinen Eintrag. 


Bartelmus siehe: Bartelmann 


Bartels, Heinz 


Kapellmeister der Operette, Korrepetitor an den Vereinigten 
Landestheatern Gotha-Eisenach. Im Kriege - Stand 1940/43 - zur 
Wehrmacht einberufen. 


Über endlos stillen Weiten (eigener T). Kriegslied. 
Textprobe (1. Strophe): 
( ) 


schallt der Marschtritt durch die Nacht. 
Kämpfer sind es, die da schreiten, 
stärker als des Satans Macht. 
Heißa, das sind Kerle, 
die da ziehn in den Morgen hinein. 
Sie holn herunter die Sterne, 
um ihr Leben, ihr Leben 
neuen Kämpfen zu weihn". 
In: 
Landser-Lieder (1942; Bearbeitung: G. Pallmann). 

Information: Im Kreis- und Stadtarchiv Gotha existierte nach 
Auskunft (25/VIII/97) des Landratsamts Gotha, Zentralamt, nicht einmal 
in den Adreßbüchern ein Heinz Bartels. Das Theater Gotha ignorierte eine 
Anfrage vom 14/XI/97. Laut Einwohnermeldeamt Gotha (17/VIII/98) 
seien weder im laufenden Register noch im Archiv zu Bartels Unterlagen 


B 212 





vorhanden. Die WASt (8/III/04) hat keine Meldung. 


Barth, Hermann 

Luxemburg, 30. April 1866 - Ruhlsdorf (SBZ), 6. Juni 1946. 
Sohn eines Kgl. Garnisonverwaltungs-Oberinspektors; sprachkundiger 
Autor, Bühnendichter und Lyriker in Ruhlsdorf über Bernau bei Berlin, 
früher Pfarrer, nun i. R. Amateurkomponist. 
Werke: Biographien, so "Johann Sebastian Bach" (Berlin, 1901, 1902), 
"Göring" (1933) und "Kube" (1933, über Gauleiter Wilhelm Kube); 
"Sommersonnenwende" (1933); Gedichte, so "Der heilige Rausch" (1935, 
1936), "Deutsches Heim" (1936); religiöse Literatur, so "Aus dem Gesetz 
zum Glauben" (Siegen, 1938) und "Christus ist die Mitte" (Siegen, 1939); 
Übersetzungen aus dem Arabischen, Persischen, Türkischen usw. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Adolf Hitler: Auf, auf, mein Volk! (eigener T). Huldigungslied, "Eigene 
Tonweise des Verfassers" (1933) [PS]. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Ein echter Mann, ein fester Mann, 
zweischneidig Schwert sein Wort, 
ein Mann, der mir das Herz gewann 
und wird der Freiheit Hort. 
Heil, Adolf Hitler, nun wird 
mein Sehnen wahr: 
Deutschland wird, das neue, 
du bringst uns das deutsche Jahr". 
In: 
Deutschland glaub' an's Glück (1933). 
Information: KDLK 1943. Den Todesfall beurkundete das Standesamt 
Ruhlsdorf, Nr. 11/1946. 


Barth, Karl 
Swinemünde, 4. Januar 1889 - ? 
Komponist in Berlin. Am 24/X1/44 zur Wehrmacht abgemeldet. 
Werke: u. a. Unterhaltungs- und Filmmusik; Romantische 
Orchestersuite; Lieder. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Nordische Ballade. Konzertstück für SalonOrch (1944) [HT]. 
Information: FA. 


Barth, Kurt 
Breslau, 4. Mai 1888 - Zeitz (DDR), 12. Februar 1971. 
Schüler von G. Riemenschneider, Dirigent, bis 1933 Musikdirektor in 
Flensburg, 1934 Leiter der Sommerkonzerte der Dresdner Philharmoniker 


B 273 





in Bad Pyrmont, ab 1935/36 Städt. Musikdirektor in Zwickau mit Wohnsitz 
Bockwa. 

1948-60 Musikdirektor und Musikal. Oberleiter am Theater der Stadt 
Zeitz, hier Leiter der Singakademie, auch des Riedelchors Leipzig. 1960 
GMD. 

Werke: u. a. Kammermusik und Orchesterwerke, so "Heitere Sinfonietta" 
(1937); "Von den letzten Dingen", Mysterium; Psalm 103 für gemCh; 
"Karfreitag", sinfonische Legende mit MCh; "Symphonia vitae" (1963). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.773.188, auf Antrag vom 17/V1/37. 
*15. Februar 1940: 

"Zum Heldengedenktag im März" bietet das Städt. Orch Zwickau, 
Dgt. K. Barth, "Tod und Verklärung" Op. 24 von R. Strauss und die 3. 
Sinfonie "Eroica" Op. 55 von Beethoven. 

*30. Januar 1941: 

Das Städt. Orch Zwickau, Dgt. K. Barth, bietet eine Wagner- 
Gedächtnisfeier - "Zum 10. Todestage von Frau Cosima Wagner am]l. 
April 1940 und zum 10. Todestage von Siegfried Wagner am 4. August 
1940" - mit Werken von Siegfried Wagner und R. Wagners "Siegfried- 
Idyli". 

Das Gedenken an Cosima und Siegfried ließ sich passend auf den 
Tag der Machtübernahme Hitlers legen. 

*20. März 1941: 

Das Städt. Orch Zwickau, Dgt. K. Barth, bietet zum 
Heldengedenktag einen Beethoven-Abend: "Egmont"-Ouvertüre, 
Violinkonzert und Fünfte; Solist: Walter Davisson (Violine). 

*6. November 1941: 

Das Städt. Orch Zwickau, Dgt. K. Barth, bietet "Zum Gedenktag für 
die Gefallenen der Bewegung" die 3. Sinfonie "Eroica" von Beethoven und 
das "Schicksalslied" von Brahms. 

*12. März 1942: 

Das Städt. Orch Zwickau, Dgt. K. Barth, bietet "Zum 
Heldengedenktag am 15. März": 1. E. Wolf-Ferrari: "Triptychon" 
(Vorgesang - Den toten Helden - Gebet) (erstmals). - 2. Kröhne: "Tod fürs 
Vaterland" für Alt, Chor und Orch (mit dem Kammerchor). - 3. Brahms: 
Rhapsodie für Alt, MCh und Orch. Solistin: Louise Richartz. 

Glaube an Deutschland. Oratorium für Sopran, Bariton, gemCh, 
Soldatenchor, Kinderchor und Orch mit den Teilen Auferstehung - Berufung 
- Erfüllung. Dem Oberbürgermeister von Zwickau gewidmet (UA: Zwickau, 
7/V142). 

13. Mai 1942, Bericht: 

"(...) wie der glücklich gewählte Titel des äußerst wirksamen Werkes 
lautet, pulsiert in den schlichten Soldatenweisen, in der durchsichtigen 
Dreistimmigkeit der Kinderchöre und steigert sich zu hinreißender Wucht 
in den polyphon gehaltenen Massenchören. Er ist auch das Leitmotiv in 
den Solopartien. Barth (...) weiß mit diesem großen Chorwerk dem Geist 
der Zeit ergreifenden Ausdruck zu geben" (E. O. Matthes: Kurt Barth: 
"Glaube an Deutschland". "Leipziger Neueste Nachrichten" Nr. 138, 


B 274 





18/V/42). 
*5,. November 1942: 

Der Beethoven-Abend der Stadt Zwickau "zum Gedenken der 
Gefallenen der Bewegung", Dgt. K. Barth, bietet Leonoren-Ouvertüre Nr. 
3, 3. Klavierkonzert - Solist G. Puchelt - und 5. Sinfonie. 

*11. März 1943: 

"Zum Heldengedenktag" der Stadt Zwickau bietet K. Barth: 1. K. 
Striegler: "Heldische Musik", Lieder mit Orchester (erstmals). - 2. H. 
Bräutigam: "Tänzerische Suite" (erstmals). - 3. P. Gerhardt: "Heldenfeier 
und Totenklage" - dem gefallenen Helmut Bräutigam gewidmet (UA). 

*4. November 1943: 

Das Konzert zum "Gedenken der Gefallenen der Bewegung" der 
Stadt Zwickau, Dgt. K. Barth, bietet das Violinkonzert von Beethoven und 
Bruckners Fünfte. 

*2. März 1944: 

Das Konzert "Zum Heldengedenktag" der Stadt Zwickau, Dgt. K. 
Barth, bietet: 1. Gluck: Ouvertüre zu "Iphigenie in Aulis". 2. Reger: "An 
die Hoffnung", Led. - 3. Schubert: Orchesterlieder. - 4. Beethoven: Eroica. 
Solistin: Gertrude Pitzinger (Alt). 

Information: FA, LdCh. 


Barth, Paul 
Herold im Erzgebirge, 20. Januar 1893 - Karl-Marx-Stadt (DDR), 27. 
Mai 1970. 
Musikpädagoge, Studienrat an der Adolf-Hitler-Schule in Chemnitz. 
Nach 1945 weiterhin in Chemnitz, später Karl-Marx-Stadt, 1958 i. R. 
Werke: u.a. ein Singspiel, Klavierstücke, Lieder und Männerchöre. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.409.407, Polit. Leiter der NSDAP. NSLB seit 
1/1V/33. 
Musik als Ausdruck der Rassenseele. Vortrag (Leipzig, 24/1V/39, vor 
der Gesellschaft für Rassenhygiene). 

Information: FA (ohne Geburtsdatum). Den Todesfall beurkundete das 
Standesamt Cheminitz, Nr. 403/1970. 


Barthe, Engelhardt (Ernst) 

Hamburg, 29. September 1906 - Hamburg-Wandsbeck, 9. Januar 1977. 
Schüler von E. Lendvai und J. Haas, Organist in Hamburg-Groß-Flottbek, 
1928-31 in Bergedorf an St. Petri und Pauli, KMD der Probstei Altona, 
1931 Kantor von St. Katharinen; 1939 Leiter der Singakademie Altona und 
der Volksmusikschule, auch Dirigent des Chors der Hamburger 
Volksbildungsstätte, dann deren Musikabteilunggsleiter. 

Auch nach 1945 in dieser Funktion, 1953 KMD und Organist der 
Verheißungskirche in Hamburg-Niendorf, seit 1965 i. R. 
Werke: Lieder, Kantaten, geistliche Konzerte; Volkslied- und 
Choralbearbeitungen. 


B 275 





Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Totendienst: Unter der Erde, unter den Wassern liegen der Toten viele 
Geschlechter (T: R. G. Binding). Der Text ist zu sprechen und durch die 
Liedmelodie "Wir wollen uns verschweigen" zu umrahmen (193]). 
In: 
Die Singstunde 120 (1938). 
Zur Arbeit: Pack zu, pack zu, nimm ihn in deine Faust (T: G. Zemke). 
Werklied (1933). 
In: 
Die Singstunde 78 (1935). 
Wozu such ich den Weg. MCh. 
In: 
DSB, Liederbuch für Männerchor (1938). 
Information: FA ("Engelbert"), KDMK, RML, LdCh, FA2. Den Todesfall 
beurkundete das Standesamt Hamburg-Wandsbek, Nr. 118/1977. 


Bartholemy, Josef 
Aachen, 15. Juli 1896 - Bonn, 16. Januar 1970. 
Musikpädagoge, Gymnasialmusiklehrer in Siegburg an der Staatlichen 
Oberschule für Jungen; ab 1939 in Bad Godesberg Lehrer an der Städt. 
Oberschule für Jungen, auch Leiter der städtischen Konzerte. 
Nach 1945 zuletzt in Bonn. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.133.428, und NSLB seit 1/1V/33; 1939 Städt. 
Musikbeauftragter für Bad Godesberg. 

"Ein neues Volkslied" (eigener T), onA, am 12/1X/33 an Dr. Goebbels 
eingereicht (Quelle: BAR 55/ 1164). 

Festlicher Marsch (RS Köln, 15/11/40). 

19. Februar 1942: 

Die Textautorin Hanna Schaffganz-Spindler überreicht dem 
Reichsdramaturgen ihr Textbuch zu Bartholemys Operette "Das Gelächter 
zu Kolberg"; jedoch lehnte die Reichsmusikprüfstelle es als nicht gelungen 
ab (Quelle: BA R 55/ 20206 a. Blatt 271-272). 


Bartök, Bela 
Nagyszentmiklös, 25. März 1881 - New York, 26. September 1945. 


Ungarischer Komponist, der im NS-Staat immer wieder zu hören war, da 
Ungarn als befreundetes Land galt. 

Da die Ungarn hervorgegangen sind aus den ehedem im Ural 
beheimateten nomadischen Magyaren, zudem avarisches und hunnisches 
Blut aufgenommen hatten, sich erst Ende des 9. Jahrhunderts in der 
ungarischen Ebene ansiedelten und einer finnisch-ugrischen Sprachgruppe 
zugehören, neigten die NS-Rassentheoretiker zu mißtrauischer 
Zurückhaltung, ob und wie weit die Ungarn als "arisch" einzuordnen seien. 
Dabei orientierte sich das Land Mitte der dreißiger Jahre an Deutschland 


B 276 





und Italien und erhielt nach Liquidierung der Tschechoslowakei 1939 im 
Gegenzug die Karpatho-Ukraine. 

Bartök verabscheute die NS-Ideologie und gab sich wiederholt in 
Fragebögen von Musikverlegern oder Urhebergesellschaften im Reich als 
"Nichtarier" aus. 

Ein Boykott setzte erst und sehr zögerlich ein, als der Komponist 
1940 in die USA emigrierte. 


1933 
6. Oktober 1933: 

Das Sendekonzert "Ungarische Musik" des SWF Frankfurt bietet u. a. 
von Bartök "Bilder aus Ungarn" und "Tänze aus Siebenbürgen". 
Ausführende: FunkOrch, Dgt. H. Rosbaud (SWF, 6/X/33). 

1933/34: 

In einem Kammerkonzert zeitgenössischer Musik in Nürnberg bietet 

A. Kalix die Klaviersuite Op. 14 von Bartök. 


1936 
24. Januar 1936: 
Im 3. Kammerkonzert für zeitgenössische Musik in Nürnberg spielt 
A. Kalix - erstmals - 15 ungarische Bauernlieder für Klavier von Bartök. 


1937 
21. März 1937: 

Das Internationale Musikfest Baden-Baden, 3. Orchesterkonzert, 
Dgt. H. Albert, bietet die Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und 
Celesta von Bartök. 

Herbst 1937: 

Bartök verurteilt - aus Rechtsgründen - scharf die Sendung einer 
seiner Klavieraufnahmen vom Ungarischen Rundfunk durch den deutschen 
und italienischen Rundfunk. 

8. November 1937: 

Beim Zeitgenössischen Musikfest der Stadt Lübeck bietet H. Dressel 

die Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta von Bartök. 


1938 

In seinem Buch "Die Wunderwelt der Oper" (Berlin, 1938) bietet 
Hans Renner mit der Einschränkung "Sein Stil ist äußerst eigenwillig, seine 
Bedeutung umstritten" eine Kurzbiographie des Komponisten und die 
Inhaltsangabe seiner Oper "Herzog Blaubarts Schloß" (S. 77). 

30. und 31. Januar 1938: 

Das 7. Philharmonische Konzert, Dgt. Furtwängler, bietet - erstmals 
- die Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta von Bartök. 
12. März 1938. 

"(...) Das große Ereignis aber war die >Musik für 
Streichinstrumente, Celesta und Schlagzeug< von Bartok. Dieser ist der 
Führer der modernen Ungarn. Sein Stil, hart an der Atonalität, geht 
konzessionslos eigene Wege, sowohl rhythmisch wie harmonisch gibt diese 


B 277 





Musik manches Rätsel auf. Die Problematik ist indes nur imstande, das 
Interesse an solchen Werken zu erhöhen, weil aus diesen abseits der 
breiten Straße laufenden Schöpfungen neue Anregungen geschöpft 
werden können (...)" (F. J. Ewens: Aus dem Berliner Musikleben. "DSBZ" 
XXX/11, 12/111/38. S. 149). 

Es ging um die Wiedergabe im 7. Philharmonischen Konzert. 

28. März 1938: 

"Diesem ungerechten, widersinnigen und einzig aus materiellen 
Gründen diktierten Verfahren gegenüber, bleibt mir nichts anderes üprig, 
als gegen jede Aufführung meiner Werke in Deutschland Protest zu 
erheben in denen Volkslieder und Volkstänze benutzt sind und solche 
Aufführungen soweit es mir möglich ist zu verhindern (...)" (Zitat bei 
Sophie Fetthauer: Musikverlage im "Dritten Reich" und im Exil. Hamburg, 
2004. S. 58-59; kursiv wie im gedruckten Zitat). 

Die STAGMA hatte entschieden, für autonome Kompositionen auf 
der Basis ungarischer Volksmusik nur den kargen Bearbeiterbetrag zu 
zahlen, nicht den vollen Urheberbetrag. 

13. April 1938: 

"(...) Was nun meine spezielle Lage anbetrifft, so ist sie vorläufig 
eine ziemlich böse, denn nicht nur mein Verlag (U. E.) ist jetzt ein 
Naziverlag geworden (man hat die Inhaber und Leiter einfach 
hinausgeworfen), sondern auch die A. K. M. (Gesellschaft für die 
Aufführungsrechte), der ich angehöre (auch Kodäly), ist ja eine Wiener 
Gesellschaft, die jetzt - ebenfalls >nazifiziert< wurde. Eben vorgestern 
erhielt ich den berüchtigten Fragebogen, mit Fragen über Großväter usw., 
dann: >Sind sie deutschblütig, rassenverwandt oder nichtarisch?< 
Natürlich wird dieser Fragebogen weder von mir noch von Kodäly 
ausgefüllt: unser Standpunkt ist, daß solche Fragerei (!) rechts- und 
statutenwidrig ist" (Bartök an Müller-Widmann, 13/1V/38. Zitat bei Sophie 
Fetthauer, wie oben. S. 60). 

22. April 1938: 

Das 1. Orchesterkonzert des 3. Internationalen Musikfestes in 
Baden-Baden, Dgt. G. E. Lessing, bietet Fünf ungarische Volkslieder von 
Bartök (EA für Deutschland). Solistin: Yella Hochreiter (Mezzosopran). 
23. April 1938: 

Der Westend-Chor Leipzig, Dgt. Joseph Schwinn, bietet einen 
Zyklus slowakischer Volkslieder im Satz von Bartök. 


1939 
1. Juni 1939: 
Der Rundfunk bietet "Bilder aus Ungarn" von Bartök (RS Breslau, 1/ 
V1/39). 


1940 
(1) 
Bartök geht aus politischen Gründen in die USA und erhält am 
25/X1/40 den Doktorgrad h. c. in Musik der Columbia-Universität, New 
York. 





(2) 
Das 3. Konzert der Staatskapelle Berlin, Dgt. Karajan, bietet das 2. 
Klavierkonzert von Bartök. 


31. März 1940: 

Der Rundfunk sendet Bartöks Volkslied "Von meinem schönen 
Vaterlande" (RS Wien, 31/111/40). 
11. Oktober 1940: 

Im 2. Freitagskonzert der Saison, Dgt. F. Konwitschny, bietet das 
Frankfurter Opernhaus- und MuseumsOrch Bartöks Musik für 
Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta. 


1941 
20. Januar 1941: 

Im Sendeprogramm stehen die "Siebenbürgischen Tänze" von 
Bartök (RS Böhmen, 20/1/41). 

5. Februar 1941: 

Im Sendeprogramm steht der Schnelltanz aus den "Rumänischen 
Volkstänzen" von Bartök (RS Böhmen, 5/11/41). 

3. Mai 1941: 

"(...) Nach neuester Information ist es nicht ganz ausgeschlossen, 
daß eine Maßnahme gegen die Aufführung Bartokscher Werke erfolgt. Bei 
Vergebung von Aufführungen ist deshalb vorläufig Vorsicht geboten, vor 
allen Dingen nach Berlin. Es darf einstweilen auch innerhalb 
Großdeutschlands keinerlei Reklame für Bartok gemacht werden (...)" (UE, 
Abt. Leipzig, E/CK, an UE Wien, 3/V/41. Quelle: Sächsisches Staatsarchiv, 
Leipzig, Bestand Peters 4645. Zitat bei Sophie Fetthauer, wie oben. S. 
263). 

7. Juni 1941: 

"Ich werde den Vorgang bei sich bietender Gelegenheit noch einmal 
in Berlin besprechen. Aus dem Schlußpassus des Briefes Bartok könnte 
immerhin auf ein Ressentiment gegen Deutschland und Italien 
geschlossen werden, zumal wenn der Briefschreiber sowieso mit einem 
gewissen Fragezeichen versehen wird. 

Bis auf weiteres muß, wie gesagt, eine Werbung oder Aufführung 
von Bartok an sichtbarer Stelle vermieden werden" (UE, Abt. Leipzig, 
E/CK, 7/VI/41. Quelle und Zitat wie oben). 

Bartök hatte aus politischen und rechtlichen Gründen - allerdings 
erfolglos - Aufführungen seiner Werke unter Verwendung ungarischer 
Volksmusik mit Protestbriefen zu verhindern gesucht. 





1943 

Beurteilung: 

"(...) ist heute vor allem durch tiefes Eingreifen in die bodenständige 
Volksmelodik und ihre tänzerische Rhythmik der repräsentativste 
Tonsetzer der Magyaren. B. ist zugleich namhafter Volksliedforscher, hat 
sich aber leider sehr deutschfeindlich eingestellt" (MM2. S. 63). 


B 272 





29. Januar 1943: 

Am Vorabend des Zehnjahresfeier der Machtübernahme bieten die 
Münchener Philharmoniker, Dgt. Kabasta, - erstmals - die Musik für 
Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta von Bartök. 

1. Februar 1943: 

Die UE Wien verständigt die UE Leipzig von Bartök-Aufführungen: 2. 
Streichquartett, gespielt vom Vegh-Quartett, und Musik für 
Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta in Wien, Berlin und München. 
7. Juli 1943: 

"Aus Wien erhalte ich folgende Äusserung zu der Frage Bartok: Im 
Januar 1938 hat bereits Bartok selbst gegen ein Gerücht, er habe sich an 
Aufführungen in Deutschland und Italien desinteressiert gezeigt, oder 
solche sogar verbieten wollen, folgendermassen wörtlich Stellung 
genommen: 

Vor vier Wochen erhielt ich vom Ungarischen Radio ein 
Engagementsformular, in welchem ich als Pianist zu mehreren 
Aufführungen verpflichtet wurde und welches die ganz merkwürdige 
Bestimmung enthielt, dass die Radio-Direktion sich das Recht vorbehält, 
meine solistischen Produktionen sowohl direkt als auch auf Wachsplatten 
ausländischen Radio-Gesellschaften ohne Entgelt anzubieten. Ich habe in 
meinem Brief diesen Punkt in Bezug auf Italien und Deutschland nicht 
angenommen. Ich musste dies tun, weil ich von den Radio-Stationen 
dieser zwei Länder noch niemals zu pianistischen Leistungen eingeladen 
worden bin. Es geht nicht an, dass Radio-Gesellschaften, die sich für 
meine pianistischen Leistungen nicht interessieren, meine pianistischen 
Leistungen von unserem Radio evtl. als Austauschobjekt erhalten sollen. 
(...)" (RMVP an Auswärtiges Amt, 7/V11/43. Quelle: BAR 55/ 20608. Blatt 
503). 


1944 
7. März 1944: 
Die UE Wien stellt bei der RMK, Fachschaft Musikverleger, Antrag auf 
Druckgenehmigung für "Ungarische Bauernlieder" und "Tanz-Suite" von 
Bartök. 


Geschichtsfälschung, 1990: 

"(...) Bela Bartök hatte im Jahre 1939 Einspruch dagegen erhoben, 
daß man ihn bei den >entarteten< Komponisten vergessen hätte (...)" 

( Georg Meerwein: Ein Stück Vergangenheit. "Tageszeitung", Berlin, 
29/VI1/90). 

Für die immer wieder kolportierte Beschwerde Bartöks, weil er in 
der Ausstellung "Entartete Musik" 1938 fehlte, ist nie ein 
dokumentarischer Beweis aufgetaucht. Die Ausstellung wollte nur 
"Musikjuden" anprangern; sie meinte nicht jemand, der sich auf 
ungarische Volksmusik stützte und Nichtjude war. 


B 280 





Bartsch, Franz 
Dirschau, 9. November 1892 - ? 
1930 Lehrer an der kath. Schule Eduardstraße in Mülheim/ Ruhr, 1934 in 
Duisburg Hamborn, seit 16/111/40 in Bromberg, dann in Wirsitz/ Gau 
Danzig, Lubichau/ Krs. Preußisch Stargard und in Dirschau. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.486.789. NSV, NSLB seit 1/1V/33. 
Lied onA, am 20/VI1/33 dem RMVP angeboten (Quelle: BAR 55/ 1161). 
Information: Keine weitere Nachricht; das damalige Dirschau fiel an 

Polen. Das Bürgeramt Mülheim/ Ruhr (4/III/98) verlangte für eine 
Meldeauskunft 20 bis 30 DM an Gebühren und lehnte (20/III/98), gez. 
Schneider, den Antrag auf Aussetzung der Gebühren ohne Begründung 
ab. Auf Widerspruch vom 7/VII/98 gegen einen weiterhin ablehnenden 
Bescheid des Oberstadtdirektors Predeick durch Herrn Gehl entschied die 
Bezirksregierung Düsseldorf, (17/IX/98), Frau Hümbs, ebenfalls negativ. 
Dies belegt, daß Geld dort wichtiger ist als Kultur und die 
Persönlichkeitsrechte des Grundgesetzes! 


Barysch, Kurt 
Maschinen-Obergefreiter der Kriegsmarine. 


U-Boot bei Nacht: Wenn über des Ozeans Wogen das Silber der Sterne 
erwacht (eigener T). Kriegslied. 


Textprobe (4. und 5. Strophe): 
"Geschärft sind nun all unsre Waffen, 
jetzt, Tommy, jetzt komm nur heran, 
stumm schauen aus unseren Klappen 
Torpedos dich liebevoll an. 
Ja so kämpfen wir, ja so kämpfen wir, 
ja wir kämpfen gegen Engelland. 


So kämpfen Großdeutschlands Männer 
gegen Engellands Tyrannei 
und brechen dem britischen Löwen 
die Knochen im Leibe entzwei. 
Ja so siegen wir, ja so siegen wir, 
ja so siegen wir über Engelland". 

In: 

Blaujacken-Lieder (1941). 


Basan, Alfred 
(?), 24. Mai 1897 - (?), 1943 
Militärmusiker; zunächst - Stand 1925 - Musikmeisteranwärter, seit 
1/1V/27 MM, Leiter des Musikkorps des Ausbildungsbataillons des IR5 in 


B 28] 





Greifswald, dann beim Musikkorps des IIl./ IR 1 in Stettin, Ab 1/1V/37 
OMM und Leiter des Musikkorps des IIl./ IR 92, wieder in Greifswald. Seit 
1/1/41 StMM. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Pommern-Marsch (RS Hamburg, 18/X1/34, MK des IIl./ IR 1, Dgt.: 
selbst). 

Standarte 49. Marsch (RS Hamburg, 18/X1/34, MK des IIl./ IR], Dgt.: 
selbst; die Nummer der Standarte ist im Programm wohl verdruckt). 
Die Jäger kommen. Marsch mit Benutzung des 27er Jäger-Marsches 
von Sibelius (UA: Greifswald, 30/111/38). 

Die Militärmusik im Dritten Reich | ("DMMZ" LXI/4, 28/1/39. 
S.37-38). 

Die Militärmusik im Dritten Reich || ("DMMZ" LXI/5, 4/11/39. S. 
52-53). 

Die Militärmusik im Dritten Reich ("Militär-Musiker-Kalender" 1939 
XXXVIl. Jahrgang. Berlin, 1939. S. 127-132). 

Zitat: 

"Als durch unseren Führer das große Werk vollendet wurde, als die 
Stunde anbrach, die uns als das geschichtliche Datum des 30. Januar 
1933 immer in Erinnerung bleiben wird, begann auch für die deutsche 
Militärmusik eine neue Zeit. Ein neuer Militärmarsch erklingt. Seine 
wuchtigen Klänge begleiten die Nation auf ihrem großen Marsche. Im 
Rhythmus dieser ersten Melodie des Dritten Reiches marschiert das neue 
deutsche Volk im gleichen Schritt und Tritt" (S. 127). 


Basedow 
Komponist in Stralsund. 


SA marschiert. Marsch (RS Hamburg, 29/VI1/34). 


Baser, Friedrich 
Metz, 24. Februar 1893 - Baden-Baden, 4. Juni 1990. 
Sohn eines Unternehmers; Musiklehrer und Musikreferent in Heidelberg, 
Violinvirtuose und zeitweise in Stutgart Mitglied des Württembergischen 
Landestheaterorchesters, Mitarbeiter von "Die Musik", "VB" und "Der 
Führer". Ab 1943 in Berlin. 

Ab 1946 Musikkritiker in Baden-Baden beim "Badischen Tagblatt" 
und freischaffender Musikschriftsteller mit Spezialgebiet Brahms und 
örtliche Musikgeschichte. Er erhielt 1982 auf Gemeinderatsbeschluß den 
mit 5000 DM dotierten Preis der Stadt Baden-Baden. 


NSDAP seit 1/1/41, Nr. 9.217.952, auf Antrag vom 11/XI1/41. 1942 Lektor 
für Musik im ARR, Hauptstelle Musik, dann Hauptamt Schrifttum. 
Richard Wagner als Künder der arischen Welt ("Die Musik" XXVI/2, 


B 282 





November 1933. S. 85) (Teilabdruck: Wulf, S. 283). 

Hector Berlioz und die germanische Seele ("Die Musik" XXVI/4, 
Januar 1934). 

Bruckners Siegeszug an den Rhein ("Die Musik" XXVI/6, März 1934). 
Zitat: 

(...) Um so inniger wollen wir beim Bruckner-Fest am Rhein der 
schicksalsverbundenen Brüder an der Donau gedenken, da sie um ihr 
Deutschtum kämpfen müssen, wie wir vor zehn Jahren an Rhein und Ruhr. 
Aus ihren Reihen erwuchsen uns Anton Bruckner und Adolf Hitler: sie 
werden sich freimachen. Dann soll durch beide große Schlagadern 
deutscher Kultur, Donau und Rhein, ein einziger Herzschlag pulsen". 

Die Musik bei den Heidelberger Festspielen 1934 ("Signale für die 
musikalische Welt" XC11/36-37, 5/1X/34). 

Händel als sozialer Standeskamerad ("DMMZ" LVII/12, 23 /I11/35. S. 
165). 

Musik zwischen den Völkern und Rassen ("Die Musik" XXVIIl/6, März 
1936). 

Rasse und Geschichte in der Oper ("Deutsche Dramaturgie" 1/6, Juni 
1942. S. 125 f.). 

Zitat: 

"(...) Diese Verfälschung wurde dann bald ganz offen 
hinübergetragen in neue Opern, wie Marschners >Templer und Jüdin<, 
wobei der Templer nur als gewissenloser Lüstling hingestellt wurde, vor 
dem die unnahbare, ach so keusche Jüdin erst durch den von ihr zur Hilfe 
gerufenen Ivanhoe, den stolzen, angelsächsischen Helden, gerettet 
werden konnte. Solche Blüten konnte der Toleranztaumel seit 1789 selbst 
bei Walter Scott in seinem >Ivanhoe< treiben (...)" (S. 127). 

Das Ringen um die deutsche Volksoper ("Deutsche Dramaturgie" 
l/12, Dezember 1942). 
Zitat: 

"Voraussetzung einer Volksoper bleibt aber der große 
Verschmelzungsprozeß zur deutschen Volksgemeinschaft, die gestählt und 
gegen alle Wetter erhärtet aus den Gluten dieses Weltkriegsabschlusses 
hervorgehen wird. Damit wächst zugleich der Mythos unserer Zeit in all 
unser Fühlen, Träumen, Denken und Handeln hinein, lebendig 
weiterwirkend in unserer Kunst. Sie befruchtet wiederum unsere großen 
national-sozialistischen Feiern, die das Erhabene des 
Gemeinschaftserlebens im größten Rahmen spiegeln; ihr buntfarbiges 
Gegenstück, das Erhabene ergänzend durch die bunte Fülle des Lebens, 
ist dann die Volksoper, die in Klängen, Gestalten, Tänzen, Bildern und 
aufeinanderprallenden Gegensätzen samt ihren Lösungen all das einfängt, 
was oft unbewußt die Volksseele bewegt und durch symbolische 
Opernkunstmittel ins Bewußtsein gehoben werden soll" (S. 287-288). 

Information: FA. Der Nachruf von rei-: Sein Leben galt der 
Musikgeschichte ("Badische Neueste Nachrichten", 8/VI/90) sparte 
sorgsam Basers Berliner Zeit und jede Erwähnung seiner antisemitischen 
Arbeiten und politischen Funktionen aus. 


B 283 





Bassalig, Erwin (Franz Felix) 

Thorn, 7. Januar 1903 - Palma de Mallorca (E), 22. Oktober 1981. 
Volksschullehrer - Schulamtsbewerber - in Breslau, seit 1932 an der 17. 
Volksschule. Im Kriege Soldat und Gefreiter der Wehrmacht in einem 
Baubataillon, am 1/1/45 Zugang zur 1. Kompanie, Bau-Pionier-Btl. 101. 

Nach 1945 zunächst in Bodenkirchen Landkreis Vilsbiburg, ab 4/I11/ 
70 in Landshut, dann ab 7/1V/78 zur Klimakur auf Mallorca. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.206.671, auf Antrag vom 25/V/37. 
Bausoldaten-Marsch: Schipp, schipp, hol weg, schlag zu! (Mit Hacke 
und mit Spaten in braungebrannter Hand) (eigener T). 

In: 

Bautruppen-Liederbuch (1941). 


Bassermann geb. Rothschild, Florence 
London, 5. Juli 1863 - Frankfurt a. M., 6. Februar 1942 (durch Freitod 
angesichts der Deportation). 
Pianistin, Schülerin von Clara Schumann, und Klavierpädagogin, bis 1933 
Musiklehrerin (Klavier) an Dr. Hochs Konservatorium in Frankfurt. 
Information: DML. 


Bassermann, Hans 

Frankfurt a. M., 20. September 1888 - Cincinnati, Ohio (USA), 12. 
Februar 1978. 
Sohn eines Violinvirtuosen und einer Pianistin; Schüler von Henri Marteau 
und Carl Flesch, Geiger, Konzertmeister des BPhO, dann des 
Gewandhausorchesters Leipzig, bis Herbst 1933 in Weimar Musikpädagoge 
und Professor, danach in Frankfurt a. M. für den Jüdischen Kulturbund 
Konzertmeister von dessen Orchester und Primarius des Kulturbund- 
Quartetts. Bassermann schrieb noch 1933 polemisch gegen JÖöde und 
gegen Dofleins Geigenschulwerk ("ZfM" C/10, Oktober 1933, S. 1069 f.). 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als jüdischer Mischling 
denunziert. 

Gleichwohl emigrierte Bassermann nicht sofort. 1936-37 
Konzertmeister in Genf bei E. Ansermet, 1937-38 in Palästina beim 
jüdischen Orchester Toscaninis, 1944 in den USA, ab 1952 Professor am 
Florida Southern College in Lakeland mit Wohnsitz Winter Park, Florida. 
5. Mai 1933: 

Die "AMZ" LX/18 druckt einen politisch-denunziatorischen Angriff 
gegen Fritz Jöde, u. a. mit Unterschrift von Hans Bassermann. 

21. Juli 1933: 

In der Sendung Virtuose Violinmusik spielt Bassermann, am Flügel 
begleitet von Bruno Hintze-Reinhold, Werke von Mozart, Brahms, Reger, 
Manuel de Falla und Sarasate (DtldS, 21/V11/33). 

2. Oktober 1933, Ein Fremdling?: 
"(...) Diese Eliminierung berührt einen Menschen wie grausame 


B 284 





Ironie, der niemals - weder innerlich noch äußerlich - etwas mit dem 
Judentum zu tun hatte. 

(...) Wie zwecklos und lächerlich ist überhaupt meine Leistung! Über 
den Furtwänglerbeschimpfer Stuckenschmidt, bis zur Revolution 
zersetzender Faktor, heute Beethovenschwärmer, dem Schillings 
vergebens das Handwerk zu legen versuchte, regte ich mich in Wort und 
Schrift auf. Heute schreibt Herr Stuckenschmidt noch frisch und gesund, 
und Niemand nimmt ihm etwas übel; ich aber, der ich stets konzessionslos 
und unbeirrt eine anständige musikalische und streng nationale Richtung 
verfolgte, werde nach jahrzehntelanger irriger Meinung, ein Deutscher zu 
sein, wegen "Überfremdung" abgebaut, bin also ein Fremdling" (Hans 
Bassermann an Gustav Havemann, ohne Datum = etwa 2/X/33. Quelle: 
BA Namensakte Havemann). 

Information: DML, FA, KDMK. 


Bastian, Albert 
Saarbrücken, 29. August 1898 - Saarbrücken, 16. September 1975. 

Unterhaltungsmusiker, Kapellmeister, und Privatmusikerzieher für Klavier 
in Saarbrücken, Musikdirektor, Dirigent des MGV von 1865 in St. Arnual 
und des MGV von 1887 in Scheidt/ Saar; Organist der ev. Kirche in 
Scheidt. 1940 im besetzten Norwegen. 

Nach 1945 Chorleiter in Leipzig, dann wieder in Saarbrücken und ab 
1951 Kapellmeister der Bergkapelle Fischbach. 
Werke: u. a. Tanzmusik (Tangos); Ouvertüren wie "Lachende Jugend" 
und "Die Hochzeit des Pierrot" (1939). 


NSDAP seit 1/1X/32, Nr. 1.293.022. 1940 in Oslo beim Reichskommissar 
für die besetzten norwegischen Gebiete Sachbearbeiter für Schallplatte 
und Reichsrundfunkgesellschaft. 
23. Februar 1936: 
Das Rundfunk-UnterhaltungsOrch Saarbrücken, Dgt. Bastian, bietet 
Hans Gäls "Intermezzo" (RS Saarbrücken, 23/11/36). 
Lied der Männer vom Westwall: Jetzt haben wir Schippe und Hacke 
geschwungen (T: Richard Kunze und die 12. Kompanie des IR 118), für 
Gesang und Klavier (1939) [ZVNSDAP]. 
Tondokument - vom 12/X11/39 - im DRA: 1801834-02. 
Das Aufnahmedatum lautet im DRA-Katalog "Politische Musik in der 
Zeit des Nationalsozialismus" (Potsdam, 2000) nunmehr: 12/XII/38. 
Ausführende: Kurt Mühlhardt (Gesang), MCh, gr. BlasOrch. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Wir standen nicht abseits als Deutschlands Soldaten 
in dieser schweren, großen Zeit. 
Wir reichten die Hände den Männern des Spaten 
und waren zu jeder Stunde bereit. 
Wir haben mit Liebe zum Führer geschaut, 
und wir haben für Deutschland die Festung gebaut. 
Wir wolln sie schützen, wir Männer in Grau, 


B 285 





wir siegen, sterben im Westwallbau". 
In: 
Heute wollen wir ein Liedlein singen (41941). 
Information: LdCh, LdBl. 


Bathe, Fritz 


Deutschland, Vaterland! (T: M. Barthel). MCh (1937) [WD]. 
Kampflied: Schlagt die Pauken, schlagt die Trummen, schwenkt die 
Fahnen hoch im Wind (T: F. D. C. Weber). Bekenntnislied zum *29. März 
1936 für einstimm. Chor mit Klavier/ Orch (1937) [WD]. 
Textprobe (1. Strophe): 

ns) 

Heute soll die Welt es hören, 

daß wir abermals beschwören, 

daß wir wieder Deutsche sind". 
In: 
Lieder für Schulfeiern 12 (1936). 
O, du mein Deutschland! (eigener T). Marsch für einstimm. MCh mit 
Klavier/ Orch (1937) [VM]. 
Deutschlands Tote: Sie trugen in ihren Seelen (T: Maria Kahle). MCh 
(1939) [H]. 
Steh fest, Germanenreich!: So lang der grüne Rhein erbraust (T: 
Robert Hamerling). MCh (1941) [E]. 


Batterie-Lied = Es kann ja der K-Einze den Aufsatz nicht lassen 


Batzem, August 
Köln, 26. August 1889 - Köln, 29. Januar 1976. 
Sohn eines Versandmeisters; Schüler von Josef Becker, Volkssänger in 
Köln, im bürgerlichen Beruf Betriebsbeamter und Kameralist, 1944 in 
Oberkassel bei Düsseldorf. 
Nach 1945 abermals in Köln, hier zuletzt i. R. 
Werke: Rheinlieder und Karnevalslieder, so "Annemarie" 


NSDAP seit 1/1V/33, Nr. 1.760.077. 
Erinnerungen an den bunten Rock. Potpourri (Südfunk, 26/1V/33, von 
Schallplatte). 

Information: FA. Das Historische Archiv der Stadt Köln (11/V/98) 
kündigte "für die Bearbeitung von schriftlichen Anfragen" eine Forderung 
von 40 DM "pro halbe Stunde aufgewandter Arbeitszeit" an, obwohl das 
Grundgesetz unbehinderte Information verspricht, setzte die Forderung 
auf Antrag jedoch aus. Das Amt für Statistik, Einwohnerwesen und 
Europaangelegenheiten in Köln (23/IX/98) verlangte für Auskunft aus den 
archivierten Meldeunterlagen je 30 DM. Der an den Oberstadtdirektor 


B 286 





gerichtete Antrag vom 6/X/98 ging "zur weiteren Bearbeitung" ans 
Dezernat Wirtschaft und Stadtentwicklung; dieses antwortete nicht, brach 
also Verwaltungsrecht. Erst ein erneuter Antrag zum Oberstadtdirektor 
erbrachte Aussetzung der Gebühren. 


Bauer, A. 


Heilige Flamme: Hört die Walzen, hört die Pressen! Wie das Eisen 
knirscht und kracht (T: F. Oppenberg). 

In: 

Lied der Werkscharen 17 (1937); DSB, Singendes Volk 35 (1939). 
Wir Arbeitskameraden: Die Trommel gellt, Terumtumtumtum; die 
schweren Schritte hallen (T: F. Oppenberg). 

In: 

Lied der Werkscharen 19 (1937); DSB, Singendes Volk 35 (1939). 
Wir sind in eins verschworen und stehn in Reih und Glied (T: Fritz 
Fink). 

In: 

Lied der Werkscharen 24 (1938/39). 


Bauer, Anton 

Mallersdorf/Niederbayern, 23. Januar 1893 - Freising, 30. Oktober 
1950. 
Musikpädagoge in München, 1924 in Rosenheim, dann Studienrat am 
Gymnasium Freising, Komponist und Privatmusikerzieher (Gesang, 
Streichinstrumente), Tanzforscher und -sammler. 
Werke: Lehrbuch für atonale Satztechnik (1923); Klavierstücke im 
atonal-futuristischen Stil (1924); Messen; Chöre und Lieder, so "Das neue 
Deutschland" (1926); Hgb. von Volkstänzen, so Oberbayerische 
Schuhplattler. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.014.370, auf Antrag vom 14/1X/37. 
Hitler-Hymne: Heil dir im Führerglanz (T: A. Huber), für Gesang und 
Klavier (1935) [HD]. 
Marschbuch für Spielleute der SA und der Hitler-)J ugend. 40 
Marschlieder und 10 Märsche, für 2 Flöten (Querpfeifen) und Trommel 
bearbeitet (1935) [HD]. 

Information: DML, FA, MM2, KDMK, RML, LdCh. 


Bauer, (Franz) August (auch: August Franz) 

Mönchberg/ Amt Obernburg, 7. Dezember 1883 - ? 
Volksschullehrer, dann Hauptlehrer in Würzburg, Friedrichstr. 6 (1942), 
Organist, Chordirigent, Leiter des Liederkranz Würzburg. 

Werke: u. a. eine Deutsche Pfingstmesse. 


B 287 





NSDAP (It. BDC-Auskunft 1980), jedoch kein Eintrag in ZKNSDAP; NSLB, 
Gausachbearbeiter für Musikerziehung im NSLB Gau Mainfranken. 1938 
Landschaftsleiter der Fachschaft Volksmusik der RMK (Reichsverband für 
Volksmusik), Gau Mainfranken, sowie Bezirksleiter für Würzburg. 
Singkamerad. Schul-Liederbuch der deutschen Jugend. Hgb. von der 
Reichsamtsleitung des NSLB. Anhang für den Gau Mainfranken, bearbeitet 
i. A. der Reichswaltung des NSLB für den Schulgebrauch von Franz August 
Bauer (1937) [ZVNSDAP]. 

Bauer zehrte zwecks Stärkung der regionalen Identität in erster 
Linie von Volksliedsammlungen des 19. Jh., vergaß aber auch 
Soldatenlieder nicht. 

Vgl. NSLB, Singkamerad 

Nun fanget an. Kanon zu 3 Stimmen. 

In: 

Singkamerad, Anhang Mainfranken (1937). 

Auf und laßt uns fröhlich singen. Kanon zu 3 Stimmen. 

In: 

Singkamerad, Anhang Mainfranken (1937). 

Der Ruf von der Grenze (T: H. Menzel). Kantate für Sprecher, Chor und 
Orch (Bayreuth, 17/V11/37, Weihehalle des Hauses der deutschen 
Erziehung, Eröffnungsfeier der Austauschlager 1937 des NSLB, gleichzeitig 
DtldS). 

19. Juli 1937, Bericht: 

"(...) Nach der Ansprache des Gauleiters trugen das Gau- 
Streichorchester Bayerische Ostmark und ein Chor der HJ und der Erzieher 
des NSLB, Kreiswaltung Bayreuth, die Kantate Herybert Menzels >Der Ruf 
von der Grenze< in der Vertonung von August Bauer, Würzburg, vor. Unter 
der Leitung des Komponisten gestaltete sich diese wohlgelungene 
Aufführung zu einem wirklichen Erlebnis. Der wunderbare Zusammenklang 
von Chor, Sprecher und Orchester, die festlich-ernste Stimmung in einem 
Haus, das in der Geschichte des neuen Deutschlands einen so 
hervorragenden Platz einnimmt, und die hier neugewonnene Erkenntnis 
von der Sendung unseres Volkes im Osten des Reiches ließen allen 
Zuhörern die politische und kulturelle Bedeutung der Austauschlager des 
NSLB bewußt werden. (...)" (Grenzlandarbeit der deutschen Erzieher. 
"Bayerische Ostmark" Nr. 166, 19/VI1/37). 

Erd ist Leben, Erd ist Tod! (T: L. Finkh). Kanon zu 2 Stimmen. 

In: 

Die Fahne der Gemeinschaft 3 (1941). 

Acker der Grenzmark: Hie hebet an das Lied von den heiligen Ackern 
der Grenzmark (T: Hermann Gerstner). Kantate für Chor, Sprecher und 
Blasinstrumente. Gauleiter Fritz Wächtler gewidmet (1942; Eßlingen, 
14/V/38, Großkundgebung des NSLB) [DV]. 

Information: Der Standesbeamte Schuster beim Bürgermeisteramt 
Mönchberg (15/X/87) teilte mit, Bauer sei nicht am 7/XII/83 in 
Mönchberg geboren, wie der Meldebogen im Stadtarchiv Würzburg aber 
ausweist. Das Amt für öffentliche Ordnung (23/XII/97), Sachgebiet 
Meldewesen, der Stadt Würzburg, gez. Oehrlein, konnte Bauer "weder aus 


B 288 





unseren derzeitigen noch den Archiv-Unterlagen" ermitteln, stellte jedoch 
für diese Auskunft 15 DM Gebühr in Rechnung. Weitere Nachfrage 
(19/VIII/99) begegnete einer neuen Forderung, die jedoch auf Antrag 
ausgesetzt wurde unter Mitteilung, Bauer habe im Einwohnerbestand 
Würzburgs nicht ermittelt werden können. Laut Friedhofsverwaltung 
Würzburg (20/II/01) nicht in der Grabkartei nachweisbar. 


Bauer, Fritz 
Kassel, 21. November 1877 - Kassel, 7. Dezember 1938. 
Komponist in Kassel. 
Werke: Lieder, Chöre und Märsche; viel Unterhaltungs- und Tanzmusik 
für Handharmonika, so "Weihnachtsmanns Ankunft" (1943) oder das 
Intermezzo "Hans im Glück" (1943); Harmonikalehrgänge. 


NSDAP (It. BDC1980), jedoch kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Heil und Sieg: Dem Heer, aus deutschem Geist geboren (T: onA). SS- 
und SA-Marsch für Gesang mit Klavier/ SalonOrch/ Militärmusik (1933; RS 
Frankfurt, 2/111/35, 4/VII/36, *30/1V/38) 
Die braune Armee: Einst ein Häuflein von Getreuen (T: H. Vockrodt). 
Marsch für Gesang und Klavier/ SalonOrch/ gr. Orch/ Militärmusik (1933; 
Mirag, 17/VIIl/33; RS Frankfurt, *20/1V/37) [PW, dann PB]. 
Textprobe (1. Strophe): 

Re) 
- heute ein Millionenheer! 

Männer, die den Kampf nicht scheuen, 

schaut die braune, stolze Wehr! 

Durch der Besten Blut verbunden 

mit dem Führer bis zum Tod, 

haben wir den Weg gefunden, 

der herausführt aus der Not". 
Deutsche Ostfront. Marsch (RS Frankfurt, 18/X11/35). 


Bauer, Georg 
Schlüsselfeld/Oberfranken, 1. März 1892 - Bamberg, 30. Juni 1973. 
Musikpädagoge, Lehrer in Bamberg, dann hier Musikstudienrat; auch 
Chorleiter, so des "Bamberger Liederkranz". Zeitweise Mitglied des 
Musikausschusses des Fränkischen Sängerbundes. 
Nach 1945 weiterhin in Bamberg, zuletzt i. R. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 3.971.044. 
15. April 1936, Selbstlob: 

"Das Bestreben, wieder aus dem unerschöpflichen Born des 
Volksgutes zu schöpfen, veranlaßt auch unsere Chorvereinigungen mehr 
denn je, die Pflege des Liedes wieder auf das Volk zu beziehen, die 
volkhaften seelischen Kräfte wieder freizulegen und eine neue echte 
Volkskunst zu schaffen, die in dem Madrigalstil der vorbachischen Zeit ihre 


B 287 





Wurzeln hat. Von diesem Gesichtspunkt ausgehend unternahm es der 
verdienstvolle Dirigent des >Bamberger Liederkranz<, Georg Bauer, seine 
Sänger und - eine leider nur recht spärlich erschienene Zuhörerschaft mit 
einem eigenen Abend in Geist und Wesen dieser klingenden 
Renaissancekunst einzuführen. Vor jeder Nummer gab der Chorleiter eine 
kurze, treffende Erläuterung über den betreffenden Meister und sein Werk. 
Daß er für diese musikkundlichen Einführungen, bei denen er geschickt 
jede trockene Lehrhaftigkeit vermied, das nötige Rüstzeug mitbringt, 
bewies er mehr als durch Worte durch die Tat: Die von ihm stammende 
Fassung des alten Volksliedes >Waldvögelein< atmet in ihrem 
ausgezeichnet geschriebenen Satz ganz und gar den Geist des Madrigals, 
tragt die künstliche Patina einer von den Kirchentonarten her bestimmten 
Harmonisierung und wird auch dem alten Stilprinzip gerecht, daß die 
Textunterlegung sich nach der motivischen Imitation zu richten hat. (...)" 
(Georg Bauer: Ein Abend mit alter Musik in "Liederkranz" Bamberg. 
"Fränkische Sängerzeitung" X1/8, 15/1V/36. S. 91). 

Mit dem Liederkranz Bamberg bot Bauer am 17/VII/36 beim 
Fränkischen Sängerfest dann auch Madrigale von Luca Marenzio, 
Baldassare Donati und Giovanni Gastoldi. 


Bauer, Hannes (Johann) 
Jonsdorf/Zittau, 20. Februar 1890 - ? 
Schüler von Albert Fuchs und S. Karg-Elert, Musikpädagoge und 
Chordirigent, seit 1911 städt. Musikfachlehrer und Komponist in Leipzig, 
Dresdner Str. 33 (1942), dann Breitenfelder Str. 10. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.798.692, auf Antrag vom 23/X1/37. 

Op. 30 Nr. 3. Die heilige Flamme: Wir, aus Erde, staubgeboren (T: H. 
Lersch), für FrCh (1933) [D]. 

Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an (T: Schiller), für Gesang mit 
Klavier/gemCh/ MCh (1936) [ML, 1933, dann Ho]. 

Information: FA, LdCh (beide mit falschem Geburtsdatum). Laut 
Urkundenstelle beim Landkreis Löbau-Zittau in Zittau (6/II/98) fehle beim 
Geburtseintrag der Todesvermerk. Die Einwohnermeldebehörde der Stadt 
Leipzig (9/VIII/00) teilte mit, Bauer sei in den Meldeunterlagen nicht zu 
ermitteln. Auch beim Standesamt Leipzig und beim Sächsischen 
Staatsarchiv existiert kein Hinweis. Das Sächsische Staatsarchiv 
(15/IX/00) hat nur die Abschrift einer undatierten Meldekarte mit obigen 
Wohnadressen, doch ohne sonstige Angaben. Das Friedhofsamt Leipzig 
(28/XI/02) gab Fehlanzeige. 


Bauer Hermann 


Einsender in Karlsruhe, Gartenstr. 44 (1942), Dr. med., prakt. Arzt und 
Stadtarzt. 


B 290 





Lied der Deutschen, onA, im Mai 1933 dem RMVP angeboten (Quelle: 
BAR 55/ 1158). 

Information: Bis 1942 im Adreßbuch Karlsruhe, danach nur noch 
seine Witwe. Der Standesbeamte Lieder, Karlsruhe (7/VII/98), teilte mit, 
ein Sterbefall Bauer sei 1941-43 nicht beurkundet, und stellte für diese 
Auskunft und fünf weitere ohne Ankündigung des Gebührenanfalls 36 DM 
in Rechnung, verzichtete nach Antrag jedoch. Im Amt für Einwohnerwesen 
der Stadt Karlsruhe (11/IX/98) war - auch im Archiv - keine Anmeldung 
zu ermitteln. 


Bauer, Otto 


Deutsche Lieder der Nation und des Volkes. Ergänzungsheft zum 
Liederbuch für Lyzeen, Oberlyzeen, Frauenschulen und Studienanstalten, 
sowie für mittlere und höhere Mädchenschulen. Zusammen mit Gustav 
Kühn und Paul Mies hgb. 31 Seiten (1934) [Quelle & Meyer, Leipzig]. 
Vgl. Deutsche Lieder der Nation und des Volkes. 


Bauer, Rudolf 
Hameln, 29. Februar 1880 - Tübingen, 20. Oktober 1971. 

Sohn eines Bankiers und einer Konzertsängerin; Orchestermusiker, 
zunächst in Hannover, seit 1907 in Kiel, hier bis 1944 Bratschist und 
Kammermusiker im Städtischen Orchester, Privatmusikerzieher für Geige 
und Viola, auch Mitarbeiter der Zeitschrift "Die Musikwoche". Seit 
23/V11/44 in Bad Homburg. 

Nach 1945 weiterhin in Bad Homburg, hier i. R., doch auch noch 
Musikreferent beim "Taunusboten", 1959 im Seniorenheim Rind'sches 
Bürgerstift, zuletzt in Tübingen im Pauline-Krone-Heim. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Vom Wesen deutscher Musikauffassung ("Die Musikwoche" VII, 
2/X11/39. S. 637). 

Bauer wendet sich gegen "artfremde", "entartete" und 
"fremdrassische" Musik und unterstreicht das seelische Tonalitätsgefühl 
(Teilabdruck: Wulf, S. 332-333). 

Information: KDMK (ohne Geburtsdatum). Weder das Rind'sche 
Bürgerstift noch die Stadthistorikerin Bad Homburgs, Gerta Walsh, 
konnten 1996 irgendwelche Informationen über Rudolf Bauer ermitteln; 
das Standesamt Bad Homburg ignorierte eine Anfrage vom 25/IX/97, 
erteilte dann (12/V/99) Fehlanzeige; das dortige Einwohnermeldeamt (8/ 
VI/98) gab an, Bauer sei nicht gemeldet gewesen und berief sich auf 
Verluste von Unterlagen - 1945! Der dortige Stadtladen (16/VI/98) 
erklärte, Bauer sei nicht gemeldet gewesen und auch im Archiv nicht zu 
finden. Das Standesamt Hameln (Poststempel 21/VII/98), teilte mit, die 
"Geburt eines Rudolf Bauer ist im Jahr 1880 in Hameln" nicht 
beurkundet", eine, wie sich herausstellte, korrekte Auskunft, da der 


B 29] 





Geburtsname nicht Bauer lautete, sondern Silberschmidt. Den Todesfall 
beurkundete das Standesamt Tübingen, Nr. 961/1971. 


Bauer, bind den Pudel an. Kinderlied. 
In: 
Klingend Erbe (1941). 


Bauerfeld, Fritz (Friedrich) 

Voigtstett/Krs. Sangerhausen, 31. Oktober 1872 - Rostock, 3. Mai 1945 
(durch Freitod). 
Militärmusiker; ab 4/X11/91 Stabshoboist und zum 15/111/00 MM beim 
Deutschen Ordens-IR 152 in Marienburg, seit 21/XI1/I1 OMM, ab 11/VIII/ 
12 beim 1. Garde-Rgt Potsdam. Nach 1918 beim Musikkorps des IIl./ IR 5 
Rostock, ab 1/1V/36 StMM. Seit 31/111/39 i. R., zuletzt von Hitler zum 
Musikinspizienten ernannt.. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Das 3. Bataillon. Signalmarsch (Doberan, 1933). 
Dezember 1933: 

Zugunsten des WHW bietet Bauerfeld Curt Hotzels Festspiel "Ins 
Feld, in die Freiheit gezogen" mit sechs Sprechern, der Musik des 
Reichswehrbataillons Rostock, dazu Spielmannszug und Soldatenchor. 
Deutschlands Aufbruch. Marsch (NDR, 4/111/34, MK des IIl./ IR5, 
Dgt.: selbst). 

Im Dritten Reich. Signalmarsch (u. a. Warnemünde, 1935). 
21. September 1935, Besprechung: 

"(...) Sein Marsch >Im Dritten Reich<, ein Signalmarsch, bei 
dem auch die Spielleute mitwirken, ist recht und schlecht eine Vertonung 
des Aufbruches der Nation. Er wird beherrscht von einer hinreißenden und 
kampfesfreudigen Melodie. Der jetzt von uns allen erlebte und 
empfundene moralische Aufstieg und die Entschlossenheit des deutschen 
Volkes sind in diesem Marsch sozusagen ehern verkörpert. Der Marsch 
wird sicherlich auch weiterhin im Lande ertönen und mit Begeisterung 
gehört werden. (...)" (A. R.: Großkonzert in Warnemünde. "DMMZ" LVII/ 
38, 21/1X/35). 

19. August 1938: 

Bei Hitlers Besuch auf dem Truppenübungsplatz Groß-Born leitet 
Bauerfeld den musikalischen Teil des Großen Zapfenstreichs, erhält dafür 
ein signiertes Bild des Führers mit Einladung zu den Bayreuther 
Festspielen. 

Oberst von Tippelskirch. Marsch. 

Der Titel feiert den nachmaligen General der Infanterie Kurt von 
Tippelskirch, später Chef der Heeresgruppe Weichsel, deren Reste er 1945 
der US-Armee übergab. 

Tondokument - vom Juli 1941 - im DRA: BO03500743. 


B 292 





Bauermann, Willy (Wilhelm Gottlieb) 

Halle/Saale, 21. April 1876 - Frankfurt a. M., 19. September 1961. 
Kapellmeister, Musikdirektor und Privatmusikerzieher in Offenbach am 
Main, seit 1944 in Oberursel. 

Nach 1945 zunächst noch in Oberursel, dann i. R., seit 1946 in 
Wenkheim bei Werbach, seit 30/1V/52 in Frankfurt. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Einig und treu. Marsch (RS Frankfurt, 22/X1/38). 


Bauernlied. 
In: 
Singendes Volk 18 (1934). 


Bauernstand = Merket auf, ihr Christenleut 


Baum, Edgar 


Jungvolkmarsch: Seht, wie die Wetter sich ballen (T: Ferdinand Wilkes), 
bearbeitet für Klavier. 
Tondokument - ohne Datum - im DRA: 1870641-18. 


Baum, Immo 
Einsender in Leipzig. 


Erwachen deutscher J ugend (T: Pg. Max Käppler). Marschlied 0onA, 
am 28/VI1/33 an Dr. Goebbels eingesandt. 


Baum, Wilhelm 


Parademarsch im Schritt = HM Ill A, 64 (aufgenommen 1933). 
In: 

HM 5. 

Marsch im Trabe des FeldAR Nr. 12 = HM III B, 38 (aufgenommen 
1933). 

In: 

HM 3 (1927), HM 5. 

Marsch im Galopp des FeldAR Nr. 12 = HM III B, 47 (aufgenommen 
1933). 

In: 

HM 3 (1927); HM. 


B 293 





Baumann, Anton 
Wien, 30. Juli 1890 - in seinem Landhaus am Attersee, 7. Februar 
1941. 
Sohn eines Bezirksvorstehers; Opernsänger, 1933/34 an der Städtischen 
Oper Berlin, von Hitler am *30/1/37 zum Kammersänger ernannt, ab 1938 
Intendant der Städtischen Volksoper Wien. 


NSDAP seit 4/111/33, Nr. 1.387.548. 
28. März 1940: 

"Über das Dirigier-Gastspiel Gilbert Gravina, der an unserem Institut 
am Sonntag, dem 24. ds. die >Meistersinger< dirigierte, kann ich 
berichten, dass Graf Gravina das Werk in hervorragender Wiedergabe 
herausbrachte. Aus diesem Grunde möchte ich den Grafen öfter zu 
Gastspielen an der städtischen Wiener Volksoper heranziehen. (...) Die 
Reisekosten übernimmt die Wiener Volksoper" (Intendant Baumann an 
RMVP, 28/111/40. Quelle: BA R 55/ 20503. Blatt 451). 


Baumann, Hans 

Amberg, 22. April 1914 - Murnau, 7. November 1988. 
Sohn eines Beamten; Lehrer, Dichter und Musiker, ohne musikalische 
Fachausbildung bis auf Klavier- und Orgelunterricht an der LBA, 1933 
Lehrer an der einklassigen Volksschule in Voithenberg, Bayerischer Wald, 
1934 in Berlin, 1935-37 zur Wehrmacht in Potsdam einberufen, zuletzt 
Feldwebel d. R., 1939 in Passau, dann Leutnant im IR 82 und als 
Kompanieführer Kriegsteilnehmer Zum *9/X1/41 verlieh ihm der 
Reichsstatthalter und Gauleiter von Hamburg die Hälfte des Dietrich- 
Eckart-Preises. Gegen Kriegsende in frz. Kriegsgefangenschaft, doch bald 
entlassen. 

Nach 1945 in Murnau erfolgreicher Kinderbuchautor unter 
Pseudonym Hans Westrum, erhielt er 1956 den Friedrich- Gerstäcker-Preis 
für sein Buch "Die Höhlen der großen Jäger" (1953), 1958 den New York 
Herald Tribune Award, 1962 für den Gerhart-Hauptmann-Preis der Berliner 
Volksbühne vorgesehen, doch aus politischen Gründen fallengelassen. 
Werke: u. a. Gedichtbände, so "Wir zünden das Feuer", und Dramen wie 
"Alexander" oder "Der Turm Nehaj" (UA: Wien, 31/X/41); Mütterkantate 
(1936); die Schauspiele "Kampf um die Karawanken" (1938), das 
Passauer Nibelungenspiel "Rüdiger von Bechelaren" (UA: Feierstätte 
Passau, 1/V11/39), die Soldatenlegende "Der Bärenhäuter" (UA: Bielefeld, 
25/X/42). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.662.179. HJ, Fähnleinführer. 1934-35 
Hauptreferent und Sachbearbeiter für Jungvolkfragen im Amt für 
weltanschauliche Schulung der RJF in Berlin, 1937 Referent für 
auslandsdeutsche Kulturarbeit im Kulturamt der RJF. 1935 Bewerber beim 
SS-Sturm 11/75, 1937 SS-Anwärter, 1941 von der SS-Polizeidivision zur 
Schutzpolizei Hamburg entlassen. 


B 294 





Alle Texte, wo nicht anders angegeben, stammen vom Komponisten. 


1933 
Macht keinen Lärm. Gedichte ohne Melodien, "Den schweigsamen 
Werkleuten am Dom des Reiches" gewidmet (1933) [J. Kösel & F. Pustet, 
München]. 
Darin - S. 46 - "Und heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze 
Welt", 
Kameraden fragen nicht lange: woher? nicht lange: wo bist du 
geboren? (1933 für sein Fähnlein im Bayerischen Wald). Dann auch in: 
"Trommel der Rebellen" (1935), "Horch auf, Kamerad" (1936) und "Die 
Morgenfrühe" (1936). 
Textprobe (3. Strophe): 

"Kameraden fragen nicht lange: Warum? 

Warum die Haut denn wagen? 

Denn Deutschland ist stolz 

und Deutschland ist stumm 

und läßt sich von keinem erst fragen". 
In: 
Vier Lieder (1935); RJF, Liederblatt der HJ 22 b (1935); Lieder für die 
Landjugend 1 (1936); Wir werden weitermarschieren (1936); Lied über 
Deutschland (1937, ?1941); Die Fahrt (1937); RJF, Junge Gefolgschaft 2 
(1938); Die Singstunde 118 (1938); Lieder vom Führerthing (1938); 
Volksliedsingen im Schulfunk 16 (10. November 1938); RJF, Junge 
Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); Das Bannorchester (1939); 
Kameradschaft im Lied 10 (1940); Sing- und Spielmusik für Jugend und 
Volk 13 (1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); Es leben die Soldaten 22 
(1941); RJF, Unser Liederbuch (61941); Das Orgelbuch (1943); 
Musikblätter der Reichsfrauenführung 16 (1944). 
Horch auf, Kamerad, die Trommel ruft, und die Fahne weht dort im 
Winde. Trutzlied (1933). Dann auch in "Trommel der Rebellen" (1935) und 
"Horch auf, Kamerad" (1936). Für MZ: A. von Beckerath [V]. 

Textprobe (2. Strophe): 

"C..) 

Horch auf, Kamerad, die Trommel ruft, 

daß jeder seinen Platz wohl finde! 

Kamerad, und fall ich, so stehst du für zwei 

und wirst meinen Leib auch noch decken. 

Dann will ich schlafen, bis Deutschland frei, 

dann sollt ihr mich wieder wecken". 
In: 
Die Singstunde 80 (1935); RJF, Musikblätter der HJ 13 (1935); RJF, 
Liederblatt der HJ 9 (1935); RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); RJF, 
Junge Gefolgschaft 1 (1936); Lied über Deutschland (1937, >1941); 
Volksliedsingen im Schulfunk 8 (15. Juli 1937), 16 (1939); Die Fahrt 
(1937); Lieder der Mannschaft 11 (1938); Stimmt an! I (1939; 
"Neufassung"); Lieder der Bewegung für Blasorchester 12 (1939); Das 
Bannorchester (1939); RJF, Junge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); 


B 295 





RJF, Unser Liederbuch (61941); Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 1 
(1942). 
Pflug und Schwert: Schwinget den Hammer (1933). In: "Die 
Morgenfrühe" (1936). 
Textprobe (1. Strophe): 
us) 
das Eisen ist rot, 
den Pflug für den J ammer, 
das Schwert für die Not! 
Eisern sind beide, 
so sind sie sich gleich, 
so wollen wir schmieden 
ein Deutsches Reich!" 
In: 
RJF, Liederblätter der HJ 57 (1937); RJF, Musikblätter der HJ) 57 (1937); 
Die Singstunde 118 (1938); Lied über Deutschland (?1941); RJF, Unser 
Liederbuch (61941). 
Siegeslied: Es zittern die morschen Knochen der Welt vor dem roten 
Krieg (1933), aus: "Unser Trommelbube" (1934), "Horch auf, Kamerad" 
und "Die Morgenfrühe" (1936) (RSdg, *9/X1/37, MZ der SA-Brigade 30, 
Dgt. J. Fuhsel) [V]. 
Tondokument - vom 29/111/38 und 15/X11/38 - im DRA: 
1570011-14, 1870596-02. 
Ausführende: 1) Soldatenchor mit RAD-ReichsMZ, Dgt. H. Niel; 2) 
SoldatenCh mit MK des II./IR 39. 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Und liegt vor dem Feind in Trümmern 
die ganze Welt zu Hauf, 
das soll uns den Teufel nicht kümmern, 
wir bauen sie wieder auf. 
Wir werden weiter marschieren, 
wenn alles in Scherben fällt, 
denn heute gehört uns Deutschland 
und morgen die ganze Welt". 
Landgewinn, also Expansion der Grenzen und der Macht war ein 
typischer Topos der NS-Ideologie. 
In: 
Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Was die SA 
singt (1935; nur T, onA); Vorwärts! Vorwärts... (1935); Glück ab, 
Kameraden! (1935; onA, "aus dem Kameradschaftshaus der Kölner 
Studentenschaft mündlich überliefert, mitgeteilt von Dr. Karl Segler"); RJF, 
Liederblatt der HJ 16 (1935), 118 (1943); RJF, Musikblätter der HJ 13 
(1935); Die weiße Trommel (21935); Singen im NSKK (1936); RJF, 
Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); Deutsche J ugend heraus (3. Folge, 
1936); Wir werden weitermarschieren (1936); Lieder für die Landjugend 1 
(1936); Lieder für Schulfeiern 14/15 (1936); Ruhmreiche Banner II 
(1936); Soldaten Kameraden (1936); RJF, Junge Gefolgschaft 1 (1936); 
Liederbuch der SA (61936; nur T, 0onA); Lieder der Mannschaft 3 (1936); 


B 296 





Singkamerad (81937); Lied über Deutschland (1937, ?1941); Neues 
Deutschland 2 (1937; mit neuer 4. Strophe); Lieder der Zeit 1 (1937); 
Unsere Lieder 4 (1937); Flieger-Liederbuch (1938; nur T, 0onA); SA- 
Liederbuch (?1939); Siehst du im Osten das Morgenrot (1939; nur T); 
Stimmt an! II (1939; Variante: "Wir werden niemals weichen, marschieren 
Mann für Mann"); Soldatenliederbuch (41940); Lied über Deutschland 3 
(1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); Volk in Waffen (1941); Das neue 
Soldaten-Liederbuch 3 (1941; Refrain entschärft: "Die Freiheit stand auf 
in Deutschland und morgen gehört ihr die Welt"); Hellau! (1942); 
Kernlieder der NSDAP (1942/43). 
Eine neue vierte Strophe sollte 1936 den negativen politischen 
Effekt deutscher Aggression und Expansion abbauen: 
"Sie wollen das Lied nicht begreifen, 
sie denken an Knechtschaft und Krieg 
- derweil unsre Äcker reifen. 
Du Fahne der Freiheit, flieg! 
Wir werden weitermarschieren 
wenn alles in Scherben fällt; 
die Freiheit stand auf in Deutschland 
und morgen gehört ihr die Welt!" 
Die Strophe täuscht, denn nach wie vor ist die Expansion der NS- 
Macht mitgedacht. 
Es zittern die morschen Knochen. Marsch-Fantasie über ein 
Kampflied. 
Tondokument vom 24/11/38 im DRA: 1570011-13. 
Ausführende: MK des Wach-Rgts Berlin, Singschar der 
Kradschützenkompanie, Aufklärungs-Abt. 3 Stahnsdorf, Dgt. F. Ahlers. 


1934 
1934, Selbstbiografie: 

"Mitten in der Steinpfalz, in der neunhundertjährigen Stadt Amberg, 

hat mich 1914 die beste Mutter der Welt geboren. Ein mächtiger 
Aprilsturm war mein erstes Wiegenlied. Als mein Vater zum erstenmal aus 
dem Krieg heimkam, konnte ich schon auf seine Schultern klettern. Dabei 
stieß ich meinen Kopf gegen seinen Stahlhelm. Diese Eisenhaube, ein 
verrostetes Seitengewehr, zerfetzte Handgranaten und Soldaten waren 
meine ersten Freunde, da ich sieben Jahre in einer Kaserne aufwuchs. Im 
letzten Jahr war ich Waldschulmeister in einem Holzhauerdorf des 
Böhmerwaldes. Baldur von Schirach hat mich nach Berlin berufen. Aber 
das Bauernblut in mir läßt mir keine Ruhe. Ich werde schaffen und 
schaffen, bis ein Stück Boden mir gehört" (In: Herbert Böhme, "Rufe in 
das Reich", Berlin 1934. S. 365-366). 
Den Müttern: Setzt ihr euren Helden Steine, baut ihr einem Mann das 
Mal. Lied zum Muttertag (1934). Auch in "Horch auf, Kamerad" (1936) und 
"Die Morgenfrühe" (1936) [V ]. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Und so fanden sie das Leben 
mitten aus Gewalt und Tod, 





und so konnten sie es geben 
einem Volk als Morgenrot". 
In: 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 6 (1937), 57 (1944); RJF, Wir 
Mädel singen (1937, 21938); Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch 
Freude" 6 (1937); Unser das Land (1937); RJF, Liederblatt der HJ 53, 64 
(1937); RJF, Musikblätter der HJ 64 (1937); Unsere Lieder 3 (1937); Die 
Singstunde 118 (1938); Lieder der Frauenschaft 1 (1938); RJF, Junge 
Gefolgschaft 4 (1938); Lieder vom Führerthing (1938); Volksliedsingen im 
Schulfunk 14 (13. Oktober 1938), 17 (1939); Das Bannorchester (1939); 
Singende Mannschaft (1940); Singebuch für Frauenchor (21940); 
Liederbuch der Kriegsmarine 3 (1941); Musikbuch A, B (1941); SS- 
Liederbuch (91941); RJF, Unser Liederbuch (61941); Frisch gesungen, 
Musikbuch A (291941); DAF, Singendes Volk 10 (Mai 1942); Das 
Orgelbuch (1943); Mein Schätzlein hör ich singen (1944); Von Volk und 
Reich (1944); Musikblätter der Reichsfrauenführung 16 (1944). 
Soldaten tragen Gewehre, Soldaten tragen den Stahl. Marschlied, auch 
mit BlasOrch (1934; u. a. Braunschweig, 23/X/36, zur Eröffnung des 3. 
Reichsmusikschulungslagers der HJ), aus: "Trommel der Rebellen" (1935), 
"Die Morgenfrühe" (1936), dann auch in "Horch auf, Kamerad" (1936). 
1936 für Blasmusik: E. Lauer, dann für Spielschar: K. Brüggemann [V ]. 
Tondokument - vom 28/111/38 - im DRA: 1870637-13. 
Ausführende: Chor der HJ-Rundfunkspielschar Berlin mit 
Streichquartett, Dgt. G. Nowottny. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Und hebt der Tod seine Hand 
einst zum Gruß an des Helmes Rand, 
dann stürmen Soldaten das Sterben 
und bauen aus Sternen ihr Land". 
In: 
Vier Lieder (1935); RJF, Liederblatt der HJ 22 b (1935); RJF, Liederbuch 
Gebiet Nordmark (1936); Lieder der Bewegung für Blasorchester 2 
(1936); Lieder der Mannschaft 1 (1936); Lieder für Schulfeiern 2 (1936); 
Wir werden weitermarschieren (1936); RJF, Eine Flamme ward gegeben 
(1936); Lied über Deutschland (1937, >1941); Volksliedsingen im 
Schulfunk 25 (10. März 1938); Lieder vom Führerthing (1938); RJF, Junge 
Gefolgschaft 2 (1938); Das Bannorchester (1939); SA-Liederbuch 
(21939); RJF, Junge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); Lieder unseres 
Volkes (1940, 1943); Sing- und Spielmusik für Jugend und Volk 13 
(1940); Lied über Deutschland 3 (1940); RJF, Unser Liederbuch (61941). 
Choral: Nun laßt die Fahnen fliegen in das große Morgenrot. 
Bekenntnislied (1934; RS Breslau/ RSdg "Das Antlitz der kämpfenden 
Mannschaft", *9/X1/36). Dann in: "Trommel der Rebellen" (1935), "Die 
Morgenfrühe" (1936) und "Horch auf, Kamerad" (1936). Für Musikzug: G. 
Blumensaat [V ]. 
Verwendet auch in der Kantate "Lob der Gemeinschaft" von P. 
Höffer. 
Tondokument - von 1936, September 1938 - im DRA: 1890828-27, 


B 298 





1820113-32. 
Ausführende: 1) Bielefelder Kinderchor mit Orgel, Dgt. Friedrich 
Oberschelp. 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 
"Denn mögen wir auch fallen, 
wie ein Dom steht unser Staat. 
Ein Volk hat hundert Ernten 
und geht hundertmal zur Saat. 


Deutschland, sieh uns, wir weihen 

dir den Tod als kleinste Tat, 

grüßt er einst unsre Reihen, 

werden wir die große Saat". 
In: 
Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); RJF, 
Liederblatt der HJ 24 (1935), 118 (1943); Der Ring (1935); Lieder für 
Schulfeiern 9, 14/15 (1936); RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); 
Lieder des Volkes (61936); Lieder für die Landjugend 1 (1936); Uns geht 
die Sonne nicht unter, Neue Folge 1 (1936); Deutsche Jugend heraus (3. 
Folge, 1936); Die Fahne der Gemeinschaft 1 (1937); Lieder der 
Mannschaft 8 (1937); Singkamerad (81937); Die Fahrt (1937); 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude 14-15 (1937), 57 (1944); 
Fahne der Kameradschaft (1937); Lied der Werkscharen 16 (1937); RJF, 
Wir Mädel singen (1937, 21938); Männerweisen 1-2 (1938); Liederbuch 
der SA (91938); RJF, Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel (1938); 
Volksliedsingen im Schulfunk 22 (27. Januar 1938); RJF, Junge 
Gefolgschaft 2 (1938); Unsere Lieder (71938); Marschierende J ugend 
(21938); Das völkische Lied (1939); DSB, Kernlieder (1939); DSB, 
Singendes Volk 33 (1939); SA-Liederbuch (21939); RJF, Junge 
Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); Evangelisches Feldgesangbuch 
(1939, 1940); Stimmt an! Il (1939); Siehst du im Osten das Morgenrot 
(1939; nur T); Lieder unseres Volkes (1940, 1943); Kernlieder des REM 
(1940); Singende Mannschaft (1940); Deutsche Lieder (1940); Lieder für 
Frauengruppen 25 (1940); Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); SS- 
Liederbuch (61940, 91941); Frisch gesungen, Musikbuch A (291941); 
Musikbuch A, B (1941); RJF, Unser Liederbuch (61941); RJF, Unser Kriegs- 
Liederbuch (71941); Lied über Deutschland (?1941); RJF, Musikblätter der 
HJ) 576/578 (1942); Kernlieder der NSDAP (1942/43); Das Orgelbuch 
(1943); Neues Orgelbuch (1943); Singt alle mit! (1944). 
Unser Trommelbube. Neue Lieder in Wort und Weise von H. Baumann 
(1934) [V]. 
Empfehlung: 

"Zackige Lieder, Sprüche und Kanons aus dem Leben der 

J ungvolkfähnlein". (Verlagswerbung in: Cleff, "Die weiße Trommel", 
21935). 
Vor Tische: Herrgott, du weißt um alle Not. Aus: "Unser Trommelbube" 
(1934). Titel: Bei der Mittagsrast. 


B 299 





In: 
Der Ring (1935); Unser das Land (1937). 
Nun reißen wir am Glockenstrang, ihr alle sollt uns hören. Aus "Unser 
Trommelbube" (1934) [V]. 
Textprobe (1. Strophe): 

Ga) 

und mit uns für ein Leben lang 

den Schwur für Deutschland schwören. 

Wir haben Deutschland 

tausend Jahr ersehnt 

und heut’ erhalten! 

Reißt an, reißt an am Glockenstrang, 

nur heut noch muß er halten!" 
In: 
Die weiße Trommel (21935); Lied über Deutschland (1937); Unsere Lieder 
1 (1937); Volksliedsingen im Schulfunk 17/18 (24. November 1938). 
Der Mond hat leis gelacht, weil er sich bis zum Morgen die halbe Sonn 
mußt borgen. Aus: "Unser Trommelbube" und "Die helle Flöte" (1939) 
[V1. 
In: 
Auf, laßt uns singen! (1936); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); 
Zwanzig Lieder (1938); SS-Liederbuch (61940, 91941). 
Trimpele, willst unter die Soldaten gehn, mußt du dir einmal unsre 
Stiefel ansehn. In: "Unser Trommelbube", auch in: "Horch auf, Kamerad". 
In: 
Lied über Deutschland (1937, ?1941); Kinderliedersingen 11 (1937); 
Lieder unseres Volkes (1940, 1943). 


1935 

Das Jahr überm Pflug. Liedersammlung, nur Texte. 
Bergbauernweihnacht (1935, 1944). Lieder, Melodie- und 
Instrumentalausgabe vom Komponisten, mit Sätzen für ein bis drei 
Singstimmen, zwei Flöten und Gitarre von F. Biebl [K]. 

Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht" ( 21942) als Notentip. 

Die Ausgabe 1944 ist von Fritz Jöde für Klavier mit überlegtem Text 
gesetzt und mit kleinen Vor-und Nachspielen versehen. 
1, Schau nur, wie hell heut. - 2. Neamd hat gwacht - 3. Geh, Joseph, 
mach Tür zu. - 4. Kinderl mein. - 5. Schlaf doch, mein Kinderl. - 6. Schau 
nur an, ich scheuch dir. - 7. Jetzt schlafst bald. - 8. Grüß dich Gott. - 9. 
Kinderl, wann ich dich anschau. - 10. Ihr heilign drei König. - 11. Wir sind 
die drei König von irgendwoher.- - 12. Kaum ist das Kinderl in d'Krippen 
einzogn. 
Neamd hat gwacht, wie auf dNacht s heilige Kinderl is wordn. Aus: 
"Bergbauernweihnacht" (1935, 1944) und "Die helle Flöte" (1939). 
In: 
Lieder unseres Volkes (1943). 
Schlaf doch, mein Kinderl, und strampfel nit bloß. Aus 
"Bergbauernweihnacht" und "Die helle Flöte" (1939). 


B 300 





In: 
Zünde an die Kerzen (1939). 
Jetzt schlafst bald, sonst britsch ich dir'n Hintern gscheit voll. Aus 
"Bergbauernweihnacht" (1935, 1944) und "Die helle Flöte" (1939). 
In: 
Das Kindelwiegen (1943). 
Einfahrt: Schwer von den Garben schwanken die Wagen, hott, ho-hott! 
Erntelied, aus "Bauernlieder" (1935). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Nun mag der Winter über uns wachsen, 
hott, ho-hott! 
Heut' liegt ein ganzes Jahr auf den Achsen, 
hott, ho-hott!" 

In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 10/11 (27. August 1936); Lieder für die 
Landjugend 2 (1937); Unser das Land (1937); Lied über Deutschland 
(1937, 1941); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 4-5 (1937); 
Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 1 (1937); RJF, Wir 
Mädel singen (1937, 21938); RJF, Liederblatt der H) 48 (1938), 97/98 
(1940); RJF, Musikblätter der H) 97/98 a (1940); RJF, Unser Liederbuch 
(61941); DAF, Singendes Volk 12 (Juli 1942). 
Der Ruf aus dem Osten. Kantate und Thingspiel für die Feierstätte vor 
der Veste Oberhaus bei Passau (1935). 
In den Ostwind hebt die Fahnen, denn im Ostwind stehn sie gut . Aus 
"Ruf aus dem Osten" (1935), hier mit Posaune und drei Trompeten. Dann 
auch in "Horch auf, Kamerad" (1936) und "Die Morgenfrühe" (1936) [V]. 

Tondokument - vom 25/V/39, von 1941 - im DRA: 1570012-21, 81 
U 3839/006. 

Ausführende: 1) BlasOrch Carl Woitschach, Dgt. C. Woitschach; 2) 
MK des Wach-Btl. Großdeutschland, Dgt: Guido Grosch. 

Textprobe (1. Strophe): 


dann befehlen sie zum Aufbruch, 

und den Ruf hört unser Blut. 

Denn ein Land gibt uns die Antwort, 

und das trägt ein deutsch Gesicht, 

dafür haben viel geblutet, 

und drum schweigt der Boden nicht". 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 26 (1935), 83/84 (1939); Lieder für die 
Landjugend 1 (1936); Unsere Lieder 4 (1937); Lied über Deutschland 
(1937); Unser das Land (1937); Volksliedsingen im Schulfunk 9/10 (12. 
August 1937), 10/10 a (17. August 1939); Lieder für Frauengruppen 5 
(1937), 11 (1938) 25 (1940); Die Fahne der Gemeinschaft 1 (1937); 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 14-15 (1937); Fahne der 
Kameradschaft (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); RJF, Unsere 
Lieder-Weimar (1938; nur T); RJF, Junge Gefolgschaft 3 (1938); Auf 
großer Fahrt (1938); Unsere Lieder (71938); RJF, Pflichtlieder des Bundes 


B 301 





Deutscher Mädel (1938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Das 
Bannorchester (1939); Siehst du im Osten das Morgenrot (1939; nur T); 
RJ F, Junge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); RJF, Musikblätter der HJ 
83/84 (1939); Die Bläserkameradschaft (1940); SS-Liederbuch (91941); 
RJF, Unser Liederbuch (61941); An Weichsel, San und Warthe (1941); RJF, 
Unser Kriegs-Liederbuch (71941); Landser-Lieder (1942); DAF, Singendes 
Volk 14 (September 1942); 15/16 (1943); Musikblätter der 
Reichsfrauenführung 10/11 (1942); Kernlieder der NSDAP (1942/43); Das 
Deutsche Hausbuch (1943); Mein Schätzlein hör ich singen (1944). 
Trommel der Rebellen. Meist einstimmige Lieder in Melodie und Text, 
gewidmet "Dem jungen Orden", dazu Gedichte und Sprechchöre, so "Die 
Feier des jungen Ordens", Marienburg 1935 (1935) [V]. 
Inhalt (nur Lieder): 
1. Als J ungen wurden wir Soldaten. - 2. Nun laßt die Fahnen fliegen. - 3. 
Soldaten tragen Gewehre. - 4. (Die neue Ritterschaft) Hört ihr das ferne, 
das schwere Gewittern. - 5. (Kameraden) Kameraden fragen nicht lange: 
woher? - 6. (Das Lied von der ewigen Schlacht) Unsre Fahne um tausend 
Tote brennt. - 7. (Ritterliches Morgenlied) Zu Pferde! Sonst kommt uns 
der Morgen zuvor. - 8. (Fahnenruf) Unsre Fahne fällt erst mit dem letzten 
Mann. - 9. (Der junge Orden) Wir tragen das Erbe aus alter Zeit. - 10. 
Horch auf, Kamerad, die Trommel ruft. - 11. Wir bauen wieder Burgen 
durchs ganze Land. - 12. (Bauerntrotz) Brechen könnt ihr uns. - 13. Dies 
Land bleibt deutsch. - 14. Wer zur Fahne rennt. - 15. Das Werk ist unsre 
Feier. - 16. (Den Toten und doch Lebenden) An euch rührt kein Feiger. 
Rebellen: Als Jungen wurden wir Soldaten, die niemals die Fahne 
verraten. Aus: "Trommel der Rebellen" (1935). 
Textprobe (2. Strophe mit Refrain): 

"Den einen Schwur, den wir schwören, 

der soll dem Führer gehören: 

Rebellen! Rebellen! 

haben den Tod und den Teufel zu Gesellen. 

Rebellen haben das Gestern vergessen, 

sie bauen das Morgen, 

vom Glauben besessen: 

vom Glauben ans ewige Reich". 
In: 
Uns geht die Sonne nicht unter, Neue Folge 1 (1936, Textausgabe 1941); 
RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); Singkamerad (81937); Hellau! 
(1942); RJF, Liederblatt HJ) (1943; nur T, "Verfasser unbekannt"). 
Die neue Ritterschaft: Hört ihr das ferne, das schwere Gewittern, spürt 
ihr den Boden von Kolonnen erzittern?. Aus: "Trommel der Rebellen" 
(1935). 
Das Lied von der ewigen Schlacht: Unsre Fahne um tausend Tote 
brennt, doch wir sind ein Heer, das den Tod nicht kennt. Aus: "Trommel 
der Rebellen" (1935) und "Horch auf, Kamerad" (1936). 
Ritterliches Morgenlied: Zu Pferde! Sonst kommt uns der Morgen 
zuvor - wir wollen entgegen ihm reiten!. Aus: "Trommel der Rebellen" 
(1935) und "Horch auf, Kamerad" (1936). 


B >02 





Textprobe (2. Strophe): 
"Uns aber kämmt nun der Nachtwind durchs Haar, 
wir teilen die nebligen Wellen. 
Dem Mutigen wird zum Freund die Gefahr, 
sie werden die besten Gesellen". 
In: 
RJF, Junge Gefolgschaft 3 (1938); Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 
7 (1943). 
Fahnenruf: Unsre Fahne fällt erst mit dem letzten Mann. Aus: "Trommel 
der Rebellen" (1935) und "Horch auf, Kamerad" (1936). 
In: 
RJF, Junge Gefolgschaft 1 (1936). 
Der junge Orden: Wir tragen das Erbe aus alter Zeit: Ein 
Schwerterorden hat uns geweiht. Aus: "Trommel der Rebellen" (1935). 
Textprobe: 
2) 
Ostland, wir hören den Schrei - 
Ostland, wir stürmen dich frei". 


In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 10/10 a (17. August 1939). 
Wir bauen wieder Burgen durchs ganze Land. Kanon, aus: "Trommel 
der Rebellen" (1935) und "Horch auf, Kamerad" (1936). 
Bauerntrotz: Brechen könnt ihr uns, doch biegen sollt ihr uns niemals. 
Aus: "Trommel der Rebellen" (1935) und "Horch auf, Kamerad" (1936). 
In: 
Lied über Deutschland (1937, >1941). 
Dies Land bleibt deutsch, denn wir halten die Wacht. Kanon zu 3 
Stimmen, in: "Trommel der Rebellen" (1935). 
Fahnenchoral: Wer zur Fahne rennt, wem die Fahne brennt. Aus: 
"Trommel der Rebellen" (1935) und "Horch auf, Kamerad" (1936). 
Textprobe (4. Strophe): 

"Wer zur Fahne schwört, 

wer die Fahne hört, 

kann durch Feindesschwert 

leicht verderben. 

Dennoch wirst du wehn, 

weil wir auferstehn 

und in unserm Volk 

niemals sterben". 
In: 
Der Ring (1935); Kameraden, wir marschieren (1935); Werkleute singen 
(1936); Wir werden weitermarschieren (1936); Lieder des Volkes (61936); 
Lied über Deutschland (1937, ?1941); RJF, Junge Gefolgschaft 2 (1938); 
Der junge Chor 1 (1940). 
Das Werk ist uns Feier, wir beten mit glühenden Hämmern, zum Dom 
wird das Reich Kanon zu 3 Stimmen, aus: "Trommel der Rebellen" (1935) 
und "Horch auf, Kamerad" (1936). 


B 303 





Den Toten und doch Lebenden: An euch rührt kein Feiger, für ihn dürft 
ihr tot sein. Kanon zu 4 Stimmen mit zwei Geigen, Bratsche und Cello, in 
"Trommel der Rebellen" (1935) und "Horch auf, Kamerad" (1936). 
In: 
Der Ring (1935); DAF, Singendes Volk 4 (November 1941); Musikblätter 
der Reichsfrauenführung 16 (1944). 
Und ihr rufenden Fanfaren findet die J ungen all, die sich das Stürmen 
bewahren (1935). Auch in: "Horch auf, Kamerad" (1936). 
Textprobe (3. und 4. Strophe): 

"Und ihr rufenden Fanfaren 

findet das weite Feld, 

ruft, ihr guten Fanfaren: 

Jungen gehört die Welt! 


Und ihr leuchtenden Fanfaren 
findet das Morgenrot, 

findet uns treu in Gefahren 
stehen in Leben und Tod". 


In: 
RJF, Musikblätter der H) 28/29 (1935); Volksliedsingen im Schulfunk 7 
(22. Juni 1936); Lied über Deutschland (1937, ?1941); RJF, Liederblatt 
der H) 41 (1938); RJF, Junge Gefolgschaft 3 (1938); Das Bannorchester 
(1939); RJF, Junge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); Die 
Bläserkameradschaft (1940); RJF, Unser Liederbuch (61941). 
Im ganzen Land marschieren nun Soldaten, Helm und Gewehre 
bereit. Kriegslied (1935; u. a. RS Köln/ RSdg "Kampflieder einst und 
jetzt", *9/X1/37). Aus: "Horch auf, Kamerad" und "Die Morgenfrühe" 
(1936). 
Textprobe (4. Strophe mit Refrain): 
"Und so marschieren wir trotz Tod und Teufel, 
Stolz wird im Herzen uns laut, 
stolz tragen wir Helm und die Gewehre, 
weil uns die Heimat vertraut. 
Aber nun horch: da vorne die Trompete! 
Das ist ein heller Schrei. 
Laßt allen Gram getrost im Graben liegen, 
das macht die Herzen frei". 

Baumann reagierte mit diesem Titel auf die Wiedereinführung der 
Wehrpflicht, die Hitler am 16. März 1935 verkündete, und die 
"Wiedergewinnung der Wehrhoheit". 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 7 (22. Juni 1936); Liederblätter der NSG 
"Kraft durch Freude" 29 (1937); RJF, Liederblatt der HJ) 41 (1938); RJF, 
J unge Gefolgschaft 3 (1938); Lieder vom Führerthing (1938); Lieder der 
Mannschaft 11 (1938); Das Bannorchester (1939); Das neue Soldaten- 
Liederbuch 2 (1939); SA-Liederbuch (21939); R)F, Junge Gefolgschaft, 
Bläserausgabe (1939); Die Fahne der Gemeinschaft 2 (1939); Lied über 


B 304 





Deutschland 3 (1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); Das zweite neue 
Soldaten-Liederbuch (1940); Kameradschaft im Lied 4 (1940); Heute 
wollen wir ein Liedlein singen (41941); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch 
(71941); Lied über Deutschland (?1941); RJF, Unser Liederbuch (61941). 
Hohe Nacht der klaren Sterne. Lied zur Wintersonnenwende, in: "Horch 
auf, Kamerad" (1936), "Die Morgenfrühe" (1936) und "Die helle Flöte" 
(1939). Für Musikzug: A. Beckerath [ZVNSDAP]. Tondokument - 
von 1938, vom 15/X11/40, von 1942, 27/X1/42, Dezember 1942, 
7/X11/42, 18/X11/43, 21/X11/43 - im DRA: 1570017-04, 1870621-20, 
1870679-04, 4214157-01, 1681206-03, 1870670-25, 4217142-01. 
4319696-01. 

Ausführende: 1) Chorkameradschaft der Musikhochschule Berlin mit 
KammerOrch, Dgt. G. Blumensasat; 2) Bielefelder Kinderchor, Dgt. F. 
Oberschelp; 3)Kinderchor mit Instrumentalgruppe; 4) Mozartchor der 
Berliner HJ; 5) eine HJ-Rundfunkspielschar Berlin, Dgt. W. Träder; 6) 
ungenannter Chor; 7) Kammerchor Waldo Favre, Chor des HJ -Bannes 24, 
Mozartchor der Berliner HJ, Rundfunkspielschar 3 der HJ und Gr. Berliner 
RundfunkOrch, Dgt. Hermann Lüddecke; 8) Wiener Sängerknaben und 
Wiener Philharmoniker. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Mütter, euch sind alle Feuer, 

alle Sterne aufgestellt, 

Mütter, tief in euren Herzen 

schlägt das Herz der weiten Welt". 
In: 
Lieder zur Weihnachtszeit (1935, 1944); Volksliedsingen im Schulfunk 
19/20 (17. Dezember 1936), 18 (2. Dezember 37), 18 a (8. Dezember 
1938), 18 (Dezember 1939); RJF, Liederblatt der HJ 53 (1936), 77 
(1939), 99/100 (1940); Auf, laßt uns singen! (1936); RJF, Musikblätter 
der H) 53 (1936), 77 (1939), 99/100 a (1941); Instrumentalblätter der 
NSG "Kraft durch Freude" 7-9 (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 
21938); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 7-9 (1937); Die 
Singstunde 109 (1937); Lieder für die Landjugend 2 (1937); Unser das 
Land (1937); Lieder der Mannschaft 8 (1937); Unsere Lieder 6 (1937); 
RJF, Junge Gefolgschaft 4 (1938); RJF, Hohe Nacht der klaren Sterne 
(1938); Liederblatt der Ostmark 15 (1938); Lieder der Frauenschaft 1 
(1938); RJF, Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel (1938); Lieder der 
Bewegung für Blasorchester 11 (1938); Unsere Lieder (71938); 
Marschierende Jugend (21938); Das völkische Lied (1939); Tut auf das 
Tor (1939); SA-Liederbuch (21939); Siehst du im Osten das Morgenrot 
(1939); DSB, Singendes Volk 34 (1939); Von deutschem Glauben 
(31939); Stimmt an! Il (1939); Nun brennen viele Kerzen (1939); Lieder 
unseres Volkes (1940, 1943); Sing- und Spielmusik für Jugend und Volk 
13 (1940); Kameradschaft im Lied 11 (1940); Deutsche Lieder (1940); 
Sonnwendfeier 3 (1940); Kernlieder des REM (1940); Singebuch für 
Frauenchor (21940); Lied über Deutschland (?1941); SS-Liederbuch 
(91941); Es leben die Soldaten 24, 45/46 (1941); DAF, Singendes Volk 5 
(Dezember 1941), 15/16 (1943); RJF, Unser Liederbuch (61941); RJF, 


B >05 





Unser Kriegs-Liederbuch (71941); Kernlieder der NSDAP (1942/43); Das 
Kindelwiegen (1943); Das Orgelbuch (1943); Neues Orgelbuch (1943); 
Wir singen zu Weihnachten (1943); Unsere Weihnachtslieder (1943); 
Deutsche Kriegsweihnacht (31943, 41944); Singt alle mit! (1944); Mein 
Schätzlein hör ich singen (1944); Weihnacht macht die Türen weit (1944); 
Im Kerzenschimmer (1944). 
Die Weihnacht kommt gegangen und macht die Fenster auf. Jullied in: 
"Der helle Tag" (1938). 
Textprobe (4. Strophe): 
"Wir zünden froh die Kerzen 
mit unsern Händen an, 
und haben unsre Herzen 
den Sternen aufgetan". 
In: 
Lieder zur Weihnachtszeit (1935, 1944); Unsere Lieder 11 (1938); RJF, 
Liederblatt der HJ) 77 (1939), 99/100 (1940); RJF, Musikblätter der H) 77 
(1939), 99/100 a (1940); Tut auf das Tor (1939); Volksliedsingen im 
Schulfunk 19 (Dezember 1940); Liebliche Weihnacht, Wunder des 
Leuchtens (1940); Das Kindelwiegen (1943); Weihnacht macht die Türen 
weit (1944). 
Wandert alle Welt zu einem guten Stern. "Weihnachtslied" in: "Die 
helle Flöte" (1939). 
Tondokument - von 1941 - im DRA: BO03134970. 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 
"Wandern wir zum Wald und zu der Nacht hinein, ja, 
schneit vom hohen Himmel her der Schnee und helle 
Schein. 


Wandern wir in dieser stillen Nacht zum Kind, ja, 
weil in seiner kleinen Hand die Stern geborgen sind". 
In: 
Lieder zur Weihnachtszeit (1935, 1944); Volksliedsingen im Schulfunk 
19/20 (Dezember 1939); RJF, Liederblatt der HJ) 99/100 (1940); RJF, 
Musikblätter der HJ 99/100 a (1940); Das Kindelwiegen (1943); 
Weihnacht macht die Türen weit (1944). 
Es schneit, was da nur schneien kann, es wettert blank vom Himmel 
drein. Winterlied, in: "Der helle Tag" (1938). 
Textprobe (2. Strophe): 

"Da schneit es lauter Sterne her, 

der Berg hat seine böse Last, 

da schneit ein Stern auf jeden Ast, 

nun wird dem Wald die Krone schwer". 
In: 
Lieder zur Weihnachtszeit (1935; 1944); Tut auf das Tor (1939); RJF, 
Liederblatt der HJ 107/108 (1941); RJF, Musikblätter der HJ) 107/108 
(1941). 
Tut auf das Tor, und mit dem Morgenschein so tretet in die hohe Halle 
ein (1935). In: "Horch auf, Kamerad" (1936) und "Die Morgenfrühe" 


B 306 





(1936). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Von diesem klaren Feuer überloht - 
glaubt es, daß Leben stärker ist als Tod". 
In: 
Lieder zur Weihnachtszeit (1935, 1944); RJF, Musikblätter der HJ 30 
(1935), 53 (1936); RJF, Liederblatt der HJ) 53 (1937); Die Singstunde 109 
(1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); RJF, Hohe Nacht der klaren 
Sterne (1938); RJF, Junge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); Das 
Bannorchester (1939); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 23-27 
(1939), 43-49, 50-54 (1942); Tut auf das Tor (1939); SS-Liederbuch 
(61940, 91941); Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 23-27 
(1940); Kameradschaft im Lied 12 (1941); RJF, Unser Liederbuch (61941); 
Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 3 (1942); Das Kindelwiegen 
(1943); Das Orgelbuch (1943); Von Volk und Reich (1944); Im 
Kerzenschimmer (1944). 
Am Feuer zu singen zur Wintersonnenwende: Ihr habt uns das Brot 
genommen. 
Textprobe (3. Strophe): 

"Und hättet ihr alles genommen, 

was man uns nehmen kann, 

so fingen wir morgen zu bauen 

und morgen zu pflügen an. 

Ihr habt uns die Nächte dunkler 

als selbst der Winter gemacht. 

Doch wir glauben an eine Sonne 

auch in der finstersten Nacht". 
In: 
Liederblätter der Deutschen Glaubensbewegung 3 (1935). 


1936 
Das Feuertor. Thingspiel für die Feierstätte vor der Veste Oberhaus bei 
Passau (1936). 
Fahnenlied, 3stimmig. 
In: 
Lieder der Zeit (1936). 
Nun laßt die Fahnen fliegen, für 3 Instrumente. 
In: 
Feierlieder (1936). 
Die Morgenfrühe. 53 Lieder (1936; Neudruck 1939, >1941) [V]. 
Und die Morgenfrühe, das ist unsere Zeit, wenn die Winde um die 
Berge singen (1936). Auch in: "Der helle Tag" (1938) und "Die helle Flöte" 
(1939). 
Tondokument - vom 10/111/37 - im DRA: 1870567-03. 
Ausführende: Rundfunkspielschar der HJ Berlin. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Wie ein blanker Acker ist die Erde jetzt. 
Her zu uns, daß wir die Saat beginnen! 


B 307 





Ein Hunger ist in die Augen gesetzt, 
neue Lande, neue Lande 
wollen wir uns gewinnen". 

Landgewinn, also Expansion der Grenzen und der Macht, war ein 
typischer Topos der NS-Ideologie. 

Das Lied ist nach 1945 in der BRD neu veröffentlicht worden, so von 
Heiner Wolf (Hgb.) in "Unser fröhlicher Gesell". Ein Liederbuch für alle 
Tage (Wolfenbüttel, 1964) - stets unter Weglassung der 4. Strophe. 

In: 

Auf, laßt uns singen! (1936); RJF, Liederblatt der HJ 54 (1937); RJF, 
Musikblätter der HJ) 54 (1937); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 
4-5 (1937); Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 1 (1937; 
Kleiner Marsch und Lied); Lieder für Frauengruppen 6 (1937), 25 (1940); 
Musikblätter der Reichsfrauenführung 1 (1937), 10/11 (1942); 
Volksliedsingen RS Berlin 2 (1937); Lieder für die Landjugend 2 (1937); 
RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Lied über Deutschland (1937); 
Volksliedsingen im Schulfunk 4 (20. Mai 1937); Lieder der Arbeitsmaiden 
(1938); RJF, Unsere Lieder-Weimar (1938); Unsere Lieder 9 (1938); 
Lieder vom Führerthing (1938); Unsere Lieder (71938); RJF, Junge 
Gefolgschaft 4 (1938); Lieder der Frauenschaft 1 (1938); Zwanzig Lieder 
(1938); Die Singstunde 118 (1938); Auf großer Fahrt (1938); DSB, 
Singendes Volk 31 (1939); RJF, Junge Gefolgschaft, Bläserausgabe 
(1939); Die Fahne der Gemeinschaft 2 (1939); Stimmt an! Il (1939); 
Lieder unseres Volkes (1940, 1943); Deutsche Lieder (1940); Singende 
Mannschaft (1940); Kernlieder des REM (1940); RLF, Unser Liederbuch 
(61941); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941); DAF, Singendes Volk 12 
(Juli 1942); Kernlieder der NSDAP (1942/43); Das Deutsche Hausbuch 
(1943); Mein Schätzlein hör ich singen (1944); Liederbuch der 
Bundeswehr (1958, 1963). 

Der helle Tag ist aufgewacht, nun laßt die Träume in der Nacht. 
Schlachtreiterlied (1936). In: "Der helle Tag" (1938) [V]. 

Tondokument - vom 10/111/37 - im DRA: 1890832-17. 

Ausführende: Rundfunkspielschar der HJ, Berlin. 

Textprobe (3. und 5. Strophe): 

"Nun hebt die Schwerter in das Licht, 
einen Tapfern läßt der Himmel nicht, 
wer's ehrlich meint, wird nicht fallen, 
wer es ehrlich meint, ist mit uns vereint, 
wer's ehrlich meint, wird nicht fallen. 


Einen Kameraden für die Schlacht, 
der getreu ist über Tag und Nacht - 
und die Erde muß uns gehören. 
Wer nicht treu kann sein, 

muß zum Tod hinein, 

und das Leben wird uns gehören" 


B 308 





In: 

RJF, Liederblatt der HJ 54 (1937), 83/84 (1939); RJF, Musikblätter der HJ 
54 (1937), 83/84 (1939; Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 4-5 
(1937); Lieder für die Landjugend 2 (1937); Instrumentalblätter der NSG 
"Kraft durch Freude" 1 (1937); Volksliedsingen RS Berlin 3 (1937); Die 
Fahrt (1937); RJF, Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel (1938); RJF, 
Unsere Lieder-Weimar (1938); Lieder der Frauenschaft 5 (1938); RJF, 

J unge Gefolgschaft 4 (1938); Lieder vom Führerthing (1938); Das 

Bannorchester (1939); RJF, Junge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); 
Soldatenliederbuch (41940); Lieder unseres Volkes (1940, 1943); 
Singende Mannschaft (1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); Lied über 
Deutschland (?1941); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941); RJF, Unser 
Liederbuch (61941); Deutsche Jugend im Osten 1 (1943); Liederblätter 
des Reichsarbeitsdienstes 7 (1943). 

Nur der Freiheit gehört unser Leben, laßt die Fahnen dem Wind!. 
Bekenntnislied (1936), in: "Horch auf, Kamerad" (1936) und "Der helle 
Tag" (1938). Für Musikzug von G. Blumensaat [V]. 

Tondokument - vom 8/X11/36, 3/11/39, Februar 1943 - im DRA: 
1870637-15, 1890827-25, 1681206-05. 

Ausführende: 1) Chor der Rundfunkspielschar der HJ Berlin mit MK 
des Rgts. General Göring, Dgt. Paul Haase; 2) Josef Müller-Blattau (Bar); 
3) Rundfunkspielschar der HJ Berlin mit MK der FIHKdtr Gatow, Dgt. Willi 
Träder. 

Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 

"Daß dem Lande die Sorgen versinken, 
darum stehen wir auf; 
unsre Helme das Morgenrot trinken, 
eure Herzen reißt auf! 

Freiheit ist das Feuer, 

ist der helle Schein, 

so lang sie noch lodert, 

ist die Welt nicht klein". 

Texte wie diese spiegeln die sinnverfälschende Aneignung der 
Vokabel "Freiheit" durch die Hitlerdiktatur zwecks Täuschung des Volkes 
und zumal der Jugend. 

In: 

Lieder der Mannschaft 3 (1936); Volksliedsingen im Schulfunk 16 (5. 
November 1936), 22/22 a (2. Februar 1939); RJF, Liederblatt der HJ 54 
(1937); Die Fahne der Gemeinschaft 1 (1937); RJF, Musikblätter der HJ) 54 
(1937), 576/578 (1942); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 1-2 
(1937); Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 2 (1937); 
Lieder für die Landjugend 2 (1937); Die Fahne der Gemeinschaft 1 
(1937); Lied über Deutschland (1937, >1941); RJF, Wir Mädel singen 
(1937, 21938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); RJF, Pflichtlieder des 
Bundes Deutscher Mädel (1938); Unsere Lieder (71938); RJF, Unsere 
Lieder-Weimar (1938; nur T); RJF, Junge Gefolgschaft 4 (1938); Lieder 
der Frauenschaft 2 (1938; onA); Lieder vom Führerthing (1938); 
Marschierende Jugend (21938); Auf großer Fahrt (1938); Stimmt an! II 


B 309 





(1939); Siehst du im Osten das Morgenrot (1939; nur T); RJF, Junge 
Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); Das Bannorchester (1939); SA- 
Liederbuch (21939); Lieder unseres Volkes (1940, 1943); Heute wollen wir 
ein Liedlein singen, Ergänzungsblatt 1 (1940); Soldatenliederbuch 
(41940); Lieder für Frauengruppen 19, 25 (1940); Liederbuch der 
Kriegsmarine 1 (1940); Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); SS- 
Liederbuch (61940, 91941); Musikbuch A, B (1941); RJF, Unser Liederbuch 
(61941); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941); DAF, Singendes Volk 12 
(Juli 1942), 15/16 (1943); Musikblätter der Reichsfrauenführung 10/11 
(1942); Hellau! (1942); Kernlieder der NSDAP (1942/43); Deutsche 
Jugend im Osten 1 (1943); Das Orgelbuch (1943); Neues Orgelbuch 
(1943); Singt alle mit! (1944). 

Die Trommel ruft zur Fahne: Ein Ruf an alle, die noch ruhn! (RS 
München, *20/1V/36). 

Horch auf, Kamerad. Liedersammlung (1936, ?April 1937) [V]. 

Zitat des Nachworts: 
"Ein Wort zu den Liedern 

Die Erde ist zu allen Zeiten sparsam gewesen mit gewaltigen Dingen und 
wenn ein Mann eine Tat auf sich nimmt, die der Rede wert ist, so will die 
Welt der Vielen zumeist nichts davon wissen, kriegt es mit einer 
Heidenangst zu tun und läßt sie so etwa hinter ihrem Rücken geschehen. 
Und wenn ihr die Sache über den Kopf hinauswächst, dann beginnt sie von 
ihr reden wie von einem Wunder und will ihr damit das Gewaltigste 
abfeilschen wie ein Händler: Daß diese Tat so einfach ist wie der Wille, der 
sie in die Welt setzte und daß es zu jeder Tat nichts weiter braucht als 
einen Mann, der einer aus dem Ganzen ist. Jene eine Tat hat diese Lieder 
aufgeweckt. So sollen sie auch nichts weiter, als diese Sache des Einen 
Mannes, die keine andere ist als die Sache unseres Volkes, von allen 
geringen Zweifeln und aller Unklarheit reinhalten helfen. Sie sollen aber 
auch nichts weniger. 

Am Todestage Horst Wessels Potsdam 1936" (S. 91). 

Inhalt: 

1. Horch auf, Kamerad, die Trommel ruft. - 2. Kameraden fragen nicht 
lange woher? - 3. Mein Vater war ein guter Soldat. - 4. Soldaten tragen 
Gewehre. - 5. Unsre Fahne um tausend Tote brennt. - 6. Es zittern die 
morschen Knochen. - 7. Vier Jahre waren wir alle grau. - 8. Falbhannes 
ist gut mannesgroß. - 9. Du fremder Soldat, auch nach dir fragt eine 
Mutter jeden Tag. - 10. Im ganzen Land marschieren nun Soldaten. - 11. 
Wieder stehen nun Burgen auf. - 12. Jungen, laßt euch nicht irren. - 13. 
Und ihr rufenden Fanfaren findet die Jungen all. - 14. Wir sind gekommen 
mitten her aus Nacht und Sorgen. - 15. Junges Volk, tritt an vor deiner 
Stunde. - 16. Wo wir stehen, steht die Treue. - 17. Wer zur Fahne rennt, 
wem die Fahne brennt. - 18. Wir treten ohne Gewehre an. - 19. Zu Pferde! 
Sonst kommt uns der Morgen zuvor. - 20. Eh daß der Bauer untreu wird, 
eh muß die Erd vergehen. - 21. Jungbauern her! Hier wartet die Fahne. - 
22. Wenn Bauern marschieren, ist schwere Zeit. - 23. Ans Herrentor den 
Fehdebrief. - 24. Ruf: Brüder in Deutschlands Grenzen. - 25. Antwort: 
Brüder jenseits der Grenzen. - 26. In den Ostwind hebt unsre Fahnen. - 


B 310 





27. Im Osten steht unser Morgen. - 28. Unsre Fahne fällt erst mit dem 
letzten Mann. - 29. Wir bauen wieder Burgen durchs ganze Land. - 30. 
Ans Werk! Und laßt die Hämmer singen. - 31. Das Werk ist uns Feier. - 32. 
An euch rührt kein Feiger. - 33. Setzt ihr euren Helden Steine. - 34. Hohe 
Nacht der klaren Sterne. - 35. Tut auf das Tor und mit dem Morgenschein. 
- 36. Der Mensch gewann das Feuer von der Erde. - 37. Unter Sternen ist 
gut schweigen. - 38. Stürmt eure Berge! - 39. Haltet eurer Herzen Feuer 
wach. - 40. Du Feuer, flieg in jedes Haus. - 41. Der Berg ist lange stumm 
und tot. - 42. Feuer steh auf dieser Erde. - 43. Nun laßt die Fahnen fliegen 
in das große Morgenrot. - 44. Als Wächter sind wir hergestellt. - 45. Nun 
steht der Dom, nun steht er ganz im Licht. 

September 1936, Besprechung: 

"Es wird schon selten sein, daß ein Liederbuch schon vor seinem 
Erscheinen in seinem besten Teile lebendiger Besitz der singenden Jugend 
ist. Und es wird selten sein, daß einer - Dichter und Liedersänger in einer 
Person - rund 50 Lieder schafft, von denen die allermeisten kraftvoll und 
eindringlich sind. Gewiß ist der stoffliche Umkreis des Liederbuches 
begrenzt, aber innerhalb dieser Begrenzung dringt Hans Baumann zu 
einer Echtheit und darum Stärke des Ausdrucks vor, die ihn zum Sprecher, 
zum Liedersänger der Jugend gemacht haben. Es sind Lieder der jungen 
Generation, kämpferisch und gläubig, gewachsen aus dem tiefen und 
echten Erleben einer großen Zeit" (Walter Rein: Hans Baumann, Horch auf 
Kamerad. "Die Musikpflege" VIl/6, September 1936. S. 265). 

Mein Vater war ein guter Soldat, und ich muß noch ein besserer 
werden. Militärisches Werbelied in: "Horch auf, Kamerad" (1936). 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 22 (28. Januar 1937); Lied über Deutschland 
(1941). 
Unsre Fahne um tausend Tote brennt. Bekenntnislied, in: "Horch auf, 
Kamerad" (1936) (RS Frankfurt, 3/1/38). 
Vier Jahre waren wir alle grau, wir sind durch vier Winter gegangen. 
In: "Horch auf, Kamerad" (1936). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Vier Jahre waren wir alle grau, 
nur die Erde ist rot geworden. 
Dies rote Band geht von Ost nach West 
und geht von Süden zum Norden". 
In: 
Lieder der Mannschaft 11 (1938). 
Falbhannes ist gut mannesgroß, läuft schneller als eines Bauern Roß. 
Kriegslied aus: "Horch auf, Kamerad" (1936). 
Du fremder Soldat, auch nach dir fragt eine Mutter jeden Tag. 
Kampflied in: "Horch auf, Kamerad" (1936). 
Wieder stehen nun Burgen auf wie immer wenn Deutschland erwacht: 
J ungvolk stellt seine Fahne auf. In: "Horch auf, Kamerad" (1936). 
Textprobe (4. Strophe): 
"Wieder krachen die Tore auf, 
von innen sind sie gesprengt. 





J ungvolk hebt seine Fahnen auf, 
daß sie kein Feind mehr beengt". 
In: 
RJF, Junge Gefolgschaft 4 (1938); RJF, Liederblatt der H) 36 b (1938). 
Jungen, laßt euch nicht irren! Wer unser Feuer raubt, hört unsre 
Waffen klirren. J ung ist, wer mit uns glaubt. In: "Horch auf, Kamerad" 
(1936). 
Wir sind gekommen mitten heraus aus Nacht und Sorge. In: "Horch 
auf, Kamerad" (1936). 
Textprobe (Refrain): 
"Für unsre Fahnen stürmen wir 
ein helles Morgen, 
und unsre Fahnen tragen wir 
in neues Licht". 
Junges Volk, tritt an zu deiner Stunde, eine zweite wird dir nicht 
gegeben. Sturmlied, in: "Horch auf, Kamerad" (1936). 
Textprobe (2. Strophe): 
"Junges Volk, Marschieren heißt dein Beten, 
dein Choral erbraust mit Hammerhieben". 
In: 
RJF, Junge Gefolgschaft 3 (1938); RJF, Liederblatt der HJ) 27 (1938). 
Wo wir stehen, steht die Treue, unser Schritt ist ihr Befehl. Marschlied 
(1935; RS Breslau/ RSdg "Das Antlitz der kämpfenden Mannschaft", 
*9/X1/36). In: "Horch auf, Kamerad" (1936) und "Die Morgenfrühe" 
(1936). Für Militärmusik. Für Musikzug: G. Blumensaat [V]. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Wenn wir stürmen, singt die Treue, 
und ihr Singen zündet an, 
und wir glühen wie die Fahne, 
daß ihr jeder folgen kann". 
In: 
Die Fahne der Gemeinschaft 1 (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 
21938); RJF, Musikblätter der HJ 28/29 (1938); RJF, Liederblatt der HJ 41 
(1938); RJF, Junge Gefolgschaft 3 (1938); Unsere Lieder (71938); RJF, 
Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel (1938); Auf großer Fahrt 
(1938); Marschierende Jugend (21938); Das Bannorchester (1939); RJF, 
J unge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); SS-Liederbuch (61940, 
91941); Lieder unseres Volkes (1940, 1943); RJF, Unser Liederbuch 
(61941); Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 1 (1942); Neues 
Orgelbuch (1943); Das Orgelbuch (1943); Von Volk und Reich (1944); 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 57 (1944). 
Wir treten ohne Gewehre an, marschieren ohne Waffen. Marschlied 
(1936). In: "Horch auf, Kamerad" (1936). Für Musikzug: G. Blumensaat 
[V]. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Die Toten gehn bei der Fahne mit, 
solang wir weitermarschieren, 
die Toten haben den festen Tritt, 





daß wir den Schritt nicht verlieren". 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 25 b (1935); RJF, Musikblätter der HJ 16 (1935); 
Lieder für die Landjugend 1 (1936); Uns geht die Sonne nicht unter, Neue 
Folge 1 (1936, Textausgabe 1941); Liederblätter der NSG "Kraft durch 
Freude" 14-15 (1937); Lied über Deutschland (1937, ?1941); RJF, Junge 
Gefolgschaft 3 (1938); RJF, Wir Mädel singen (21938); RJF, Junge 
Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); Das Bannorchester (1939); RJF, 
Unser Liederbuch (61941). 
Eh daß der Bauer untreu wird, eh muß die Erd vergehen. Treuelied, in: 
"Horch auf, Kamerad" (1936) und "Bauernlieder". 
Textprobe (2. Strophe): 
"Eh daß der Bauer untreu wird, 
eh muß er selbst verderben - 
doch Bauerntreu und Bauerntrotz 
sind stärker als das Sterben". 
In: 
Uns geht die Sonne nicht unter, Neue Folge 1 (1936, Textausgabe 1941); 
Lieder für die Landjugend 2 (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); 
Unser das Land (1937); RJF, Liederblatt der H) 48 (1938); Lieder vom 
Führerthing (1938); Singende Mannschaft (1940); Lieder unseres Volkes 
(1940, 1943); Das Orgelbuch (1943); Liederblätter der NSG "Kraft durch 
Freude" 57 (1944). 
J ungbauern her!: J] ungbauern her! Hier wartet die Fahne. 
Bauernmarsch, in: "Horch auf, Kamerad" (1936). 
In: 
Lieder für die Landjugend 2 (1937); Unser das Land (1937). 
Wenn Bauern marschieren, ist schwere Zeit, dann werden die 
schwarzen Fahnen weit. Kampflied, in: "Horch auf, Kamerad" (1936). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Und stehn wir auf, ist das Reich in Not - 
war keiner bereit, der ihm Waffen bot. 
Dann schreiten wir unsern Mäherschritt 
und schneiden das Unkraut 
mit weitem Schnitt". 
In: 
Unser das Land (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938). 
Ans Herrentor den Fehdebrief, auf den Turm das schwarze Tuch! Der 
Bauer bricht vor, der bis heute schlief. Kampflied, in: "Horch auf, 
Kamerad" (1936). 
In: 
Lied über Deutschland (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); 
Marschierende Jugend (21938). 
Ruf: Brüder in Deutschlands Grenzen, ihr kennt die Sehnsucht nicht. 
Auslandsdeutsches Bekenntnislied, in "Horch auf, Kamerad" (1936). 
Textprobe (5. Strophe): 
"Deutschland, wir hüten das Erbe, 
daß hier dein Wort nicht vergeht - 





Deutschland,das Reich ist größer, 
als es in Grenzen steht". 
In: 
Unser das Land (1937). 
Antwort: Brüder jenseits der Grenzen. Deutsches Bekenntnislied, in 
"Horch auf, Kamerad" (1936). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Brüder, in eurem Ringen 
seid ihr den Besten gleich - 
Brüder, solang ihr euch treu bleibt, 
steht ihr auch mitten im Reich". 
In: 
Unser das Land (1937). 
Im Osten steht unser Morgen, steht Deutschlands kommendes Jahr. 
Landnahmelied in: "Horch auf, Kamerad" (1936). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Dort wartet gute Erde, 
die niemals Saaten trug, 
dort stehn keine Höfe und Herde, 
dort ruft das Land nach dem Pflug". 
Der Text spiegelt vor, im Osten warte leeres Land geradezu auf 
deutsche "Kultivierung". 
In: 
Lieder für die Landjugend 2 (1937); Unser das Land (1937); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938); Lieder für Frauengruppen 19, 25 (1940); Die 
Fahne der Gemeinschaft 3 (1941); Landser-Lieder (1942); Liederblätter 
des Reichsarbeitsdienstes 1 (1942); Musikblätter der Reichsfrauenführung 
10/11 (1942); Das Orgelbuch (1943); Lieder der Mannschaft 1 (1944). 
Unsre Fahne fällt erst mit dem letzten Mann. Trutzruf, in: "Horch auf, 
Kamerad" (1936). 
Ans Werk! Und laßt die Hämmer singen, der helle Morgen bricht 
herein. Arbeitslied, in: "Horch auf, Kamerad" (1936). 
In: 
Lieder für Werk-Frauengruppen 2 (1936). 
Der Mensch gewann das Feuer von der Erde, so ward sie Acker und 
zu seinem Herde. Feuerlied, in: "Horch auf, Kamerad" (1936). 
Unter Sternen: Unter Sternen ist gut schweigen, denn ihr Wort ist 
Ewigkeit. Aus: "Horch auf, Kamerad" (1936). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Unter Sternen wachsen Taten 
nach der Sterne Ebenmaß, 
die der Erde Atem leihen, 
wenn ein Fieber sie zerfraß". 
In: 
Unser das Land (1937); RJF, Hohe Nacht der klaren Sterne (1938); Die 
Singstunde 118 (1938); Tut auf das Tor (1939); Liederblätter des 
Reichsarbeitsdienstes 7 (1943). 
Stürmt eure Berge! Feuer befehlen euch und rufen, daß ihr nicht stehen 


B 314 





bleibt an den Stufen. Feuerlied, in: "Horch auf, Kamerad" (1936). 
Lied des Wächters: Haltet eurer Herzen Feuer wach durch alle schwere 
Not. Feuerlied in: "Horch auf, Kamerad" (1936) und "Die Morgenfrühe" 
(1936) [V]. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Haltet eurer Herzen Feuer 
heilig über alle Zeit, 
künden muß es, daß ihr treuer 
als die hellsten Sterne seid". 
In: 
RJF, Musikblätter der H) 20 (1935); RJF, Eine Flamme ward gegeben 
(1936); Lieder für Schulfeiern 4 (1936); RJF, Liederblatt der H) 29 (1936); 
RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Liederblätter der NSG "Kraft durch 
Freude" 1-2 (1937); Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 2 
(1937), 23-27 (1940); Unser das Land (1937); RJF, 
Hohe Nacht der klaren Sterne (1938); Tut auf das Tor (1939); SS- 
Liederbuch (61940, 91941); Ein Menschlein ward geboren! (1942); 
Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 3 (1942), 7 (1943); Liederblätter 
der NSG "Kraft durch Freude" 50-54 (1942), 57 (1944); Kernlieder der 
NSDAP (1942/43); Neues Orgelbuch (1943); Das Orgelbuch (1943); Von 
Volk und Reich (1944). 
Du Feuer, flieg in jedes Haus (1936). Feuerlied in: "Horch auf, 
Kamerad" (1936) und "Die helle Flöte" (1939). Für Chor und 
KammerOrch: G. Blumensasat. 
Tondokument - von 1938 - im DRA: 1570016-25. 
Ausführende: Chorkameradschaft und KammerOrch der 
Musikhochschule Berlin, Dgt. G. Blumensaat. 
In: 
RJF, Musikblätter der HJ 20 (1935); RJF, Liederblatt der HJ 29 (1936); 
Deutsche J ugend heraus (3. Folge, 1936); RJF, Eine Flamme ward 
gegeben (1936); Lied über Deutschland (1937, ?1941); RJF, Wir Mädel 
singen (1937, 21938); Unser das Land (1937); Die Singstunde 118 
(1938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Das Bannorchester (1939); 
Sing- und Spielmusik für Jugend und Volk 13 (1940); RJF, Unser 
Liederbuch (61941); Von Volk und Reich (1944). 
Ankunftslied am Feuer: Der Berg ist lange stumm und tot, da wir ihn 
ganz vergessen. Nun soll er wieder werden rot. Feuerlied, in: "Die 
Morgenfrühe" (1936) und "Horch auf, Kamerad" (1936) [V]. 
In: 
Musikblätter der HJ 20 (1935); RJF, Eine Flamme ward gegeben (1936); 
RJF, Liederblatt der HJ 29 (1936); Liederblätter der NSG "Kraft durch 
Freude" 1-2 (1937); Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 2 
(1937); Unser das Land (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); 
RJF, Das Bannorchester (1939); SS-Liederbuch (61940, 91941); RJF, 
Unser Liederbuch (61941). 
Deutschland drüben, dir gehören diese Berge, die uns tragen. Lied für 
Auslandsdeutsche, aus: "Die Morgenfrühe" (1936) und "Der helle Tag" 
(1938). 


B 315 





Textprobe (3. Strophe): 
"Deutschland drüben, unsre Feuer 
dürfen nicht mehr lodernd gehen. 
Doch ein Brand geht ungeheuer: 
Feuer uns im Herzen stehen, 
Glocken uns im Blute gehen - 
das ist mehr!" 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 74 (1938); RJF, Musikblätter der HJ 74 (1938); 
Volksliedsingen im Schulfunk 16 (November 1939); RJF, Unser Liederbuch 
(61941). 
Feuer steh auf dieser Erde. Sonnenwendkantate (1936). In der Reihe 
"Junges Volk" [ZVNSDAP]. 
Feuerchoral: Feuer steh auf dieser Erde wie ein aufgerichtet Schwert, 
das den Neid und alles Unheil weit von diesem Acker wehrt. Feuerlied in: 
"Horch auf, Kamerad" (1936). 
Textprobe (3. und 4. Strophe): 
"Deutschland, wie sie dich verstehen: 
Tausendmal bist du verkannt! 
Doch du schweigst und stehst im Werke, 
bis du allen Spott gebannt. 


Trägst das Feuer deines Glaubens 

mitten in die Dunkelheit, 

bis die Glut die Menschen aufruft 

und das Land den Sternen weiht". 
In: 
RJF, Musikblätter der H) 20 (1935; RJF, Eine Flamme ward gegeben 
(1936); RJF, Liederblatt der HJ) 29 (1936); Lieder der Mannschaft 8 
(1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Unser das Land (1937); 
DSB, Singendes Volk 27 (1938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Stimmt 
an! II (1939); Sonnwendfeier 1 (1940); RJF, Unser Liederbuch (61941). 
Als Wächter sind wir hergestellt mitten ins Herz der alten Erde: Ein 
junges Volk, daß Freiheit werde. In: "Horch auf, Kamerad" (1936). 
Nun steht der Dom, nun steht er ganz im Licht, wir haben eine neue 
Burg bekommen. In: "Horch auf, Kamerad" (1936). 


1937 
Kamerad, gib mir die Hände. 
In: 
Lied über Deutschland (1937, ?1941); RJF, Liederblatt der HJ 76 (1938); 
RJF, Musikblätter der HJ) 76 (1938). 
Spruch von Morgen und Abend: Wir schauen stumm ins Morgenrot, 
wir trotzen auch der schwersten Not. 
In: 
Unser das Land (1937). 
Land unter diesen Sternen, die hoch wie die Treue sind. In: "Der helle 
Tag" (1938) und "Die helle Flöte" (1939) [V]. 





Textprobe (3. und 4. Strophe): 
"Land über tausend Jahren, 
die Ströme nach den Meeren gehn, 
und heben sich Gefahren, 
du wirst gehütet stehn. 


Du Land aus unserm Herzen, 
in deinen Bergen wächst das Erz. 
Sieh uns, wer dich will treffen, 
der trifft in unser Herz". 
In: 
Unsere Lieder 6 (1937); Volksliedsingen im Schulfunk 3 (13. Mai 1937); 
Lied über Deutschland (?1941); Das Orgelbuch (1943); Von Volk und 
Reich (1944). 
Die neuen Burgen. Drei Kantaten junger Mannschaft (1937) [V]. 
Und haben wir die Treue und nichts sonst auf der Welt, das ist genug 
(1937. In: "Der helle Tag" (1938). 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 76 (1938); RJF, Musikblätter der HJ 76 (1938), 
574/575 (1942); RJF, Wir Mädel singen (21938); RJF, Unser Liederbuch 
(61941); RJF, Liederblatt HJ (1943); Das Orgelbuch (1943); Musikblätter 
der Reichsfrauenführung 16 (1944); Liederblätter der NSG "Kraft durch 
Freude" 57 (1944); Von Volk und Reich (1944). 
Ruf aus dem Osten. Kantate für Posaune und 3 Trompeten (1937; RS 
Königsberg, 12/X/37). 
Wollt ihr mich etwa hören, ich blas, was mir gefällt [V]. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Ich hab nen dicken Schädel, 
und meine Flöt ist gut - 
ich pfeif auf alle Mädel, 
denn das ist eine Brut!" 
In: 
Lied über Deutschland (1937, >1941). 
Ei, du kleines Peterle, was bist du dumm!. In: "Die helle Flöte" (1939) 
[IV]. 
In: 
Lied über Deutschland (1937, ?1941); Kinderliedersingen 11 (1937); SS- 
Liederbuch (61940, 91941). 
Heinerle, dir laufen ja die Gänse nach, hast du epper Haberkorn in 
deinem Sack. Kanon zu 3 Stimmen. 
In: 
Lied über Deutschland (1937, ?1941); Kinderliedersingen 11 (1937); 
Klingend Erbe (1941). 
Bauernnot: Kind, die Sterne gehen weit, du hast große Augen. In: 
"Bauernlieder". 
Textprobe (4. Strophe): 
"Kaltes Haus und hartes Brot - 
laß das Fragen gehen. 





Einmal wirst du alle Not 

gut und recht verstehen". 
In: 
Unser das Land (1937); RJF, Hohe Nacht der klaren Sterne (1938); Tut 
auf das Tor (1939). 
Bauernruf: Der Herrgott gibt's Leben, wir geben das Brot, drum stehen 
wir Bauern am nächsten bei Gott. Kanon zu 2 Stimmen. 
In: 
Unser das Land (1937); Lieder für die Landjugend 2 (1937); RJF, Wir 
Mädel singen (1937, 21938). 
Bauernwiege: Wind vom Acker und vom Korn klopft an unsre Mauer. In: 
"Bauernlieder". 

Textprobe (3. Strophe): 

"Viele Not und schlechte Zeit 

in dreihundert Jahren, 

und viel Bauern wurden groß 

mitten in Gefahren". 
In: 
Lieder für die Landjugend 2 (1937); Unser das Land (1937); RJF, Hohe 
Nacht der klaren Sterne (1938); RJF, Wir Mädel singen (21938); Tut auf 
das Tor (1939); SS-Liederbuch (91941); Ein Menschlein ward geboren! 
(1942); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 50-54 (1942). 
Ein Jahr muß nun vergehen in alle Welt verschneit. Neujahrslied 
(1937). In: "Der helle Tag" (1938) und "Die helle Flöte" (1939) [V]. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Ein Jahr wird nun verloren 

in unsrer Erde Schoß, 

wird neu und jung geboren 

und leuchtet, leuchtet groß". 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 19/20 (22. Dezember 1938), 20/21 (Januar 
1941); Unsere Lieder 11 (1938); Liebliche Weihnacht, Wunder des 
Leuchtens (1940); RJF, Liederblatt der HJ) 99/100 (1940), 109/110 
(1941); RJF, Musikblätter der H)] 99/100 a (1940), 109/110 (1941); Lied 
über Deutschland (?1941); RJF, Unser Liederbuch (61941); Das Orgelbuch 
(1943); Deutsche Kriegsweihnacht (31943); Unsere Weihnachtslieder 
(1943).; Weihnacht macht die Türen weit (1944). 


1938 
Wir werden weiter marschieren. Marschfassung des Liedes "Es zittern 
die morschen Knochen" für Musikzug (u. a. RSdg, *30/1/38). 
Ihr rufenden Fanfaren. Eine Liedkantate: 1. Und ihr rufenden Fanfaren 
- 2. Im ganzen Land marschieren nun Soldaten - 3. Soldaten tragen 
Gewehre - 4. Wo wir stehen, steht die Treue. 
In: 
RJF, Musikblätter der HJ) 28/29 (1935). 
Der helle Tag. Lieder (1938, 61940, 81942) [V]. 





Inhalt: 
1. Der helle Tag ist aufgewacht. - 2. Der Nebel steigt im Fichtenwald und 
rücket vor den Himmel. - 3. Und die Morgenfrühe, das ist unsere Zeit. - 4. 
Da kommt der helle Tag herein zur Tür und zu dem Tor. - 5. Am Weg dort 
hinterm Zaune blüht eine eigene Welt. - 6. Von allen blauen Hügeln reitet 
der Tag ins Land. - 7. Im Wald ist schon der helle Tag. - 8. Herrgott, 
bewache unsern Zorn, erhalt uns tapfre Seelen. - 9. Daß morgen ein 
fröhliches Wetter werd, macht die Teller leer und blank. - 10. Der Mond 
hat leis gelacht. - 11. Wenn kein Nacht nimmer käm, könnt kein Tag nit 
bestehn. - 12. Gute Nacht, Kameraden, bewahrt euch diesen Tag. - 13. 
J ung sind die Birken und leuchten am Wege weit in ihrer blanken Reih. - 
14. So fröhlich wie der Morgenwind ist unser Herz bestellt. - 15. Es geht 
eine helle Flöte. - 16. Morgen, du hast ein großes Tor, die Nacht muß da 
hinaus. - 17. Was kommen die Wolken so hoch gezogen. - 18. Es schneit, 
was da nur schneien kann. - 19. Das Korn, das leuchtet im Sommerwind. - 
20. Das Brot bleibt uns das ganze Jahr. - 21. Wir schneiden das silberne 
Korn. - 22. Hinterm Lusen funkelt der Wald und die Fichten blitzen bald. - 
23. Die Weihnacht kommt gegangen und macht die Fenster auf. - 24. 
Weihnacht macht die Türen weit, Himmel stehen offen. - 25. Ein ganzes 
J ahr ist wie ein Korn. - 26. Ein Jahr muß nun vergehen in alle Welt 
verschneit. - 27. Immer wandern wir zu Sternen. - 28. Ein fröhlich Herz, 
ein fester Sinn, das ist ein rechter Anbeginn. - 29. Der Fröhlichkeit die 
Türen auf. - 30. Jüngst warn die Sterne am Arberwald. - 31. Der hölzerne 
General, ja was hat der für eine Schlacht geschlagen. - 32. Die Brandung 
ruft, es braust der Strand. - 33. Nun laßt um die Masten die braunen 
Segel schlagen. - 34. Frei wie die See, wie der Himmel blank. - 35. Eine 
dunkle Flöte kommt den Berg hervor. - 36. Ein Bauer fährt in die Tannen, 
zu schlagen altes Holz. - 37. Wir graben, wir graben das dunkle Erz. - 38. 
Steigt der Morgen über den Wald, kommt er zu den Soldaten. - 39. Du 
Land, deine Adler sind wach. - 40. Land unter diesen Sternen, die hoch 
wie die Treue sind. - 41. Bald werden die Burschen reiten, auf den Feldern 
bleibt das Korn. - 42. Tapferes Baltenland, deine leuchtenden Felder 
schweigen. - 43. Der Nebel fällt ins Jahr und in das helle Land. - 44. 
Neben unsern Birken große Wälder dunkeln. - 45. Es hat der Krieg ein 
großes Feld, er sät und erntet wacker. - 46. Was glänzt so weit über Moor 
und Sand, wenn die Nebel schweigen. - 47. Fähnlein Norkus, tritt an! - 48. 
Ihr Brüder im Lande, am sicheren Feuer. - 49. Deutschland drüben, dir 
gehören diese Berge. - 50. Ihr lieben Hügel Böhmens, behaltet euer Licht. 
- 51. Böhmen, bleibe treu, du alte Krone. - 52. Und haben wir die Treue 
und nichts sonst auf der Welt. - 53. Burgen müssen stehen, daß das Recht 
im Rechte bleibt. - 54. Nur der Freiheit gehört unser Leben. - 55. 
Kameraden, hebt die Fahne, laßt die Trommeln brausend gehn. - 56. 
Morgen, Kameraden, bleibt uns nur der graue Tag. 
Der Nebel steigt im Fichtenwald und rücket vor den Himmel, da reiten 
durch das Tal, da reiten vor den Berg neunhundert blanke Schimmel. 
Reiterlied (1938), in: "Der helle Tag" (1938). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Der Nebel steigt, der Nebel fällt, 





ein Jahr kommt nach dem andern. - 
Wir reiten durch die Welt, 
wir haben unser Feld 
in Böhmen und in Flandern". 
In: 
Lieder der Frauenschaft 5 (1938); RJF, Unsere Lieder-Weimar (1938); 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 28-29 (1939); RJF, 
Liederblätter der HJ) 71/72 (1938); RJF, Musikblätter der HJ) 71/72 (1938); 
Das Bannorchester (1939); RJF, Junge Gefolgschaft 5 (1940); RJF, Unser 
Liederbuch (61941); Lied über Deutschland (>1941). 
Es geht eine helle Flöte, der Frühling ist über dem Land. In: "Der helle 
Tag" (1938) und "Die helle Flöte" (1939). 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 4 (2. Juni 1938); Die Singstunde 1138 
(1938); RJF, Liederblatt der HJ) 71/72 (1938), 91/92 (1940); RJF, 
Musikblätter der HJ 71/72 (1938), 91/92 a (1940); RJF, Wir Mädel singen 
(21938); Singebuch für Frauenchor (21940); Lied über Deutschland 
(1941). 
Das Korn, das leuchtet im Sommerwind. Sommerlied. In: "Der helle 
Tag" (1938). 
In: 
Klingend Erbe (1941). 
Da kommt der helle Tag herein. In: "Der helle Tag" (1938) 
In: 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 39-42 (1942). 
Von allen blauen Hügeln reitet der Tag ins Land, er reitet mit 
wehenden Zügeln. In: "Der helle Tag" (1938). 
Textprobe (4. Strophe): 
"Nun stößt seine blitzende Klinge 
der Morgen ins Firmament, 
entfaltet sein blaues Banner, 
darinnen die Sonne brennt". 
In: 
RJ F, Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel (1938); RJF, Liederblatt der 
HJ) 81 (1939); Lied über Deutschland (?1941); Liederblätter des 
Reichsarbeitsdienstes 7 (1943); Mein Schätzlein hör ich singen (1944); 
Liederbuch der Bundeswehr (1958). 
Im Wald ist schon der helle Tag, hoe-tjo-i-ri, und funkelt auf den 
Lärchenschlag. Morgenlied aus: "Der helle Tag" (1938) und "Die helle 
Flöte" (1939). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Jetzt kommt herein die beste Stund, hoetjoiri, 
die Tannen blitzen auf im Grund, hoetjoiri. 
Der Kuckuck schreit im Holze draußen, 
unser fröhlicher Gesell, 
im Morgenwind die Gipfel sausen, hoetjoiri!" 
In: 
RJ F, Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel (1938); RJF, Liederblatt der 


B 320 





HJ 81 (1939), 91/92 (1940); Volksliedsingen im Schulfunk 6 (22. Juni 
1939); RJF, Junge Gefolgschaft 5 (1940); Lied über Deutschland (?1941); 
Liederbuch der Bundeswehr (1958, 1963). 
Daß morgen ein fröhliches Wetter werd, macht die Teller leer und 
blank. Tischlied, in: "Der helle Tag". 
In: 
Lied über Deutschland (?1941). 
Ein fröhlich Herz, ein fester Sinn. In: "Der helle Tag" (1938). 
In: 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 39-42 (1942). 
Wenn kein Nacht nimmer käm, könnt kein Tag nit bestehn. Kanon zu 3 
Stimmen, aus "Der helle Tag" (1938). 
Textprobe: 
Mc) 
wenns kein Regen nit hätt, 
wär die Sonn auch nit schön, 
und das Leid ist wohl da, 
daß wir d'Freud recht verstehn". 
In: 
RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938; Dialektfassung: "Wann koa Nach 
nimmer kam"); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Unsere Lieder 10 
(1938); RJF, Unser Liederbuch (61941); Lied über Deutschland (?1941). 
Gute Nacht, Kameraden, bewahrt euch diesen Tag (1938), aus: "Der 
helle Tag" (1938) und "Die helle Flöte" (1939) [V]. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Gute Nacht, Kameraden, 
bewahrt ein festes Herz! 
Und Fröhlichkeit in euren Augen, 
denn fröhlich kommt der Tag 
daher wie Glockenschlag, 
und für ihn sollt ihr taugen". 
In: 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 21-22 (1937); Lieder der 
Frauenschaft 5 (1938); Volksliedsingen im Schulfunk 8/9 (4. August 
1938); RJF, Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel (1938); RJF, Unsere 
Lieder-Weimar (1938); RJF, Liederblatt der H) 71/72 (1938), 83/84 
(1939); Lieder für Frauengruppen 13 (1938), 25 (1940); RJF, Musikblätter 
der HJ 71/72 (1938); 83/84 (1939), 539 (1941); Unsere Lieder 12 
(1939); Das Bannorchester (1939); Instrumentalblätter der NSG "Kraft 
durch Freude" 21-22 (1939); Lieder unseres Volkes (1940); Singende 
Mannschaft (1940); Liederbuch der Kriegsmarine 1 (1940); SS-Liederbuch 
(61940, 91941); Lied über Deutschland (?1941); Heute wollen wir ein 
Liedlein singen (41941); RJF, Unser Liederbuch (61941); RJF, Unser 
Kriegs-Liederbuch (71941); Es leben die Soldaten 57 (1942); Hellau! 
(1942); Musikblätter der Reichsfrauenführung 10/11 (1942); Kernlieder 
der NSDAP (1942/43); Deutsche Jugend im Osten 1 (1943); Liederblätter 
des Reichsarbeitsdienstes 7 (1943); Das Orgelbuch (1943); Mein 
Schätzlein hör ich singen (1944); Liederbuch der Bundeswehr (1958, 


B 321 





1963, 1976). 

Jung sind die Birken und leuchten am Wege weit in ihrer blanken Reih. 
Frühlingslied, in: "Der helle Tag" (1938). 

In: 

Lied über Deutschland (21941). 

So fröhlich wie der Morgenwind ist unser Herz bestellt (1938). 
Frühlingslied, in: "Der helle Tag" (1938) und "Die helle Flöte" (1939). 

In: 

RJ F, Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel (1938); RJF, Liederblatt der 
HJ) 81 (1939), 91/92 (1940); RJF, Musikblätter der HJ 81 (1939), 91/92 a 
(1940); Volksliedsingen im Schulfunk 25 (16. März 1939); Lied über 
Deutschland (?1941); RJF, Unser Liederbuch (61941; mit Variante: "So 
glücklich"); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 39-42 (1942). 
Hinterm Lusen funkelt der Wald und die Fichten blitzen bald. Aus: 
"Der helle Tag" (1938) und "Die helle Flöte" (1939). 


In: 
RJ F, Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel (1938); RJF, Liederblatt der 
HJ 77 (1939); RJF, Musikblätter der HJ) 77 (1939); Volksliedsingen im 
Schulfunk 18 (Dezember 1940); Lied über Deutschland (?1941); Das 
Kindelwiegen (1943). 
Weihnacht macht die Türen weit, Himmel stehen offen. Aus: "Der 
helle Tag" (1938). 
Textprobe (1. bis 3. Strophe): 

Du OL 

und ein Licht voll Fröhlichkeit 

hat die Erd getroffen. 


Weihnacht macht die Fenster hell, 
zündet an die Kerzen, 

und die Sterne sind zur Stell, 
wandern in die Herzen. 


Weihnacht macht das Herz bereit, 
hört es lauter pochen, 
mitten aus der Dunkelheit 
wird ein Jahr gebrochen". 
In: 
Unsere Lieder 11 (1938); Weihnacht macht die Türen weit (1944). 
Ein ganzes Jahr ist wie ein Korn in dieser großen Zeit und Welt. Aus: 
"Der helle Tag" (1938). 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 1/2 (28. April 1938). 
Der Fröhlichkeit die Türen auf, ein Lied für den Abend gesungen. 
Abendlied, aus: "Der helle Tag" (1938). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Es gehn die Sterne jede Nacht, 
wie die Wolken im Winde treiben, 


322 





doch wer sein Herz 
nur recht bewacht, 
dem werden die Sterne bleiben". 
In: 
Unsere Lieder 13 (1940). 
Die Brandung ruft: Die Brandung ruft, es braust der Strand, nun 
werden die Segel gerichtet. Aus: "Der helle Tag" (1938). 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Ade, du Heimat, wer liebt dich mehr 
als wir über brausendem Grabe, 
denn wir ersegeln das Meer; das Meer - 
es wird deine Morgengabe. 
Die Herzen richten wir wetterwärts. 
Wir sind unter Sternen geboren, 
uns braust im Blute ein stürmender März, 
wir haben kein Segel verloren". 
In: 
Liederbuch der Kriegsmarine 2 (1940). 
Nun laßt um die Masten die braunen Segel schlagen, wir wollen im 
Wetter den blanken Hans befragen. Seemannslied (1938), aus "Der helle 
Tag" (1938). 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Leb wohl, alte Liebe! 
Die Flut ist kühl am Grunde. 
Im wandernden Sande, 
da wartet unsre Stunde. 
Heho! Kappt die Taue, 
der Sturm gibt unsre Herzen frei. 
Wir segeln an tausend Gefahren 
und lachend am Tod vorbei". 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 86 (1939); RJF, Musikblätter der HJ 86 (1939); 
Liederbuch der Kriegsmarine 1 (1940); RJF, Junge Gefolgschaft 5 (1940); 
Lied über Deutschland (?1941); RJF, Unser Liederbuch (61941). 
Tapferes Baltenland, deine leuchtenden Felder schweigen. In: "Der 
helle Tag" (1938). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Tapferes Baltenland, 
Rigas Türme zum Himmel ragen, 
Herrgott, heb deine Hand, 
daß sie bald unsre Feuer tragen. 
Denn wir wissen die Feuer noch, 
die weit über Kurland verlohten, 
sie schlagen in unseren Herzen hoch 
und fordern dies Land für die Toten". 
In: 


Landser-Lieder (1942). 
Der Nebel fällt ins J ahr und in das helle Land, wir reiten nach den 


B 323 





Birken vom Memelstrand (1938), aus: "Der helle Tag" (1938). 
In: 
Lied über Deutschland 3 (1940); RJF, Unser Liederbuch (61941). 
Es hat der Krieg ein großes Feld, er sät und erntet wacker. Kriegslied, 
in: "Der helle Tag" (1938) und "Morgen marschieren wir" (1939). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Und blitzt das Schwert 
beim letzten Schlag, 
dann wird die Nacht zerspringen, 
und heller als derWind am Tag 
ist unsrer Kinder Singen. 
Wir reiten in den Tod, 
wir reiten für das Leben, 
so ist uns jede Not 
in unsre Hand gegeben". 
In: 
Volksliedsingen im Schufunk 5 (1940); Lied über Deutschland 3 (1940); 
Hellau! (1942). 
Wir tragen die Spaten: Was glänzt so weit über Moor und Sand, wenn 
die Nebel schweigen. Für den baltischen Landdienst. Aus: "Der helle Tag" 
(1938). 
Textprobe (2. Strophe mit Refrain): 
"Dies Land behält das Angesicht, 
das wir ihm gegeben, 
das verwischen die Jahre und Zeiten nicht, 
das wächst über unser Leben. 
Wir tragen die Spaten in das Licht, 
ins Neuland auf schwankenden Pfaden, 
daß morgen Brot aus der Erde bricht, 
morgen, Kameraden". 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ) 74 (1938); RJF, Musikblätter der HJ) 74 (1938); RJF, 
J unge Gefolgschaft 5 (1940); Lieder unseres Volkes (1940, 1943); 
Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 1 (1942); Lieder der Mannschaft 1 
(1944). 
Ihr Brüder im Lande, am sicheren Feuer. Aus: "Der helle Tag" 
(1938). 
In: 
Musikblätter der Reichsfrauenführung 16 (1944). 
Ihr lieben Hügel Böhmens, behaltet euer Licht. Geschrieben für die 
Sudetendeutsche Partei. In: "Der helle Tag" (1938). 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 93/94 (1940); RJF, Musikblätter der HJ) 93/94 a 
(1940). 
Böhmen, bleib treu! Marsch über das gleichnamige Lied (RS Böhmen, 
5/X11/40). 
Kameraden, hebt die Fahnen, laßt die Trommeln brausend gehn. 
Kriegslied, in: "Der helle Tag" (1938) und "Morgen marschieren wir" 


B 324 





(1939). 
Textprobe (2. Strophe mit Refrain): 
"Kameraden, neue Straßen 
wachsen unsern Strömen nach, 
gläubig die Fanfaren blasen, 
denn in uns bleibt Deutschland wach. 
Führer gib die Marschbefehle, 
die uns kein Zweifel bricht. 
Leuchtend steht vor unsrer Seele 
Deutschland groß im Morgenlicht". 
In: 
Die Fahne der Gemeinschaft 2 (1939); RJF, Junge Gefolgschaft 5 (1940); 
Lied über Deutschland 3 (1940); Volksliedsingen im Schulfunk 24 (Februar 
1941); Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 1 (1942); Lieder der 
Mannschaft 1 (1944). 
Im Wald ist schon der helle Tag. Kleine Morgenmusik auf das Lied. 
In: 
RJF, Musikblätter der HJ) 81 (1939); 91/92 a (1940). 
Burgen müssen stehen. Für Orgel. 
In: 
Neues Orgelbuch (1943). 


1939 
Die helle Flöte. Liedersammlung auf eigene Texte (1939) [V]. 
Inhalt (politisch entschärfte Edition, 1950): 

Morgenlieder 
1. So fröhlich wie der Morgenwind. - 2. Und die Morgenfrühe, das ist 
unsere Zeit. - 3. Von allen blauen Hügeln reitet der Tag ins Land. - 4. Jung 
sind die Birken und leuchten am Wege. - 5. Es geht eine helle Flöte. - 6. 
Im Wald ist schon der helle Tag. - 7. Was kommen die Wolken so hoch 
gezogen. - 8. Im Korn da leuchtet der Sommerwind. 

Frühjahrslieder 
9. Sag, warum scheint im Frühjahr die Sonne so hell. - 10. Wars das 
Schneeglöckchen, das silbern schlug. - 11. Schlüpft das wespenflinke 
Wiesel durch Hecke und Zaun. - 12. Vöglein kann sich wohl schwingen in 
den Wipfel. - 13. Wer von den Vögeln ist der allergrößte Schalk? - 14. 
Grün sind die Blätter, rot sind die Rüben. - 15. Waren von Silber, stäuben 
jetzt von Gold. - 16. Die Grille kann geigen auf silberner Geige. 

Liebeslieder 
17. Falken sind geschwind, hurtig ist der Wind. - 18. Hast du dein 
Häubchen am Abend verloren. - 19. Am Weg dort hinterm Zaune blüht 
eine eigene Welt. - 20. Noch stehn die Zweige kahl und sind noch blind. - 
21. Goldner Wein, du sollst versöhnen. - 22. Wie ein Vogel ist meine Lieb. 
- 23. Die Sonn hat ein goldnes Gesicht. 

Wiegenlieder 
24. Kommt gelaufen ohne Schnaufen. - 25. Fällt ein Sternlein vom 
Himmel. - 26. Schlaf nur, mein Schätzchen. - 27. Vöglein im Windgebraus 
hat doch sein Nest. - 28. Vöglein fliegt fort, Vöglein kommt wieder. - 29. 


B 329 





Bienlein fliegt und nimmer seine Flügel schont. - 30. Schau nur an, ich 
scheuch dir weg a jede Fliegn. - 31. Schlaf mein Kindchen, schlaf ein. - 
32. Jetzt schlafst bald, sonst britsch ich dir'n Hintern gscheit voll. - 33. 
Sonne ist schon aufgegangen. 
Kinderlieder 
34. Wenns Kindlein greint, die Wolke weint. - 35. Hab ein Schifflein, keine 
Segel. - 36. Siebenhundert Schimmel, hühott hühott hühott. - - 37. 
Osterhas, Osterhas legt in das grüne Gras Eier gemalt. - 38. Ei, du kleines 
Peterle. - 39. Sonn erwacht, Bienlein macht gleich sich auf die Reise. - 40. 
Der Käfer im Panzer, wie stellt er es an. - 42. Auf der Kugweid, wo Kühlein 
grasen. - 43. Was schlüpft durch die Bäume. - 44. Wenns Äpfel regnet, 
wenns Birnen schneit. - 45. Wer baut die breiteste Brück aus einem Stück. 
- 46. Sagt nur, wieviel weiße Hemden hat der Schneemann an. - 47. Nur 
dem Spatzenvolk geschieht es recht. - 48. Bin nur ein Räuplein. - 49. 
Schleicht der rote Fuchs ums Haus. - 50. Wollt im Winter ein Brieflein 
schreiben. 
Abendlieder 
51. Die weiten Wälder schlafen schon. - 52. Der Mond hat leis gelacht. - 
53. Wo die Sterne glühen still. - 54. Gute Nacht, Kameraden, bewahrt 
euch diesen Tag. 
Winterlieder 
55. Der Winter hat über Nacht. - 56. Aus dem verschneiten Wald kommt 
der Knecht Ruprecht bald. - 57. Jüngst warn die Sterne am Arberwald. - 
58. Meislein ans Fenster pickt. - 59. Hinterm Lusen funkelt der Wald. - 60. 
Du Feuer, flieg in jedes Haus. - 61. Ein Jahr muß nun vergehen in alle Welt 
verschneit. 
Weihnachtslieder 
62. Wird wieder sein, daß Sternenschein. - 63. Gehn wir den Steig, tief 
verschneit. - 64. Wandert alle Welt zu einem guten Stern. - 65. In 
allerliebster Nacht ist nun das Jahr gefangen. - 66. Hohe Nacht der klaren 
Sterne. - 67. Hohe Zeit der großen Lieb! - 68. Welken die Zweig in der 
Stubenmitt. - 69. Nur noch die Elstern. 
Bergbauernweihnacht 
70. Schau nur, wie hell heut der Himmel ausschaut! - 71. Kinderl, wann 
ich dich anschau. - 72. Ihr heilign drei König, ihr habt ein Stern. - 73. 
Neamd hat gwacht wie auf dNacht. - 74. Kinderl mein, deck dich mit 
Strohbüscherl zu. - 75. Geh Joseph, mach Tür zu. - 76. Schlaf doch, mein 
Kinderl, und strampfel nit bloß. - 77. Grüß dich Gott, mein liebs Kinderl. - 
78. Kaum ist das Kinderl in dKrippen einzogn. - 79. Wir sind die drei König 
von irgendwo her. 
Ferner weitere Lieder auf Texte von Goethe, Mörike, Eichendorff, C. 
F. Meyer, J. P. Hebel, M. Claudius, P Rosegger, Max Mell. 
Kommt gelaufen ohne Schnaufen, liebe Männer und Fraun. In: "Die 
helle Flöte" (1939). 
Textprobe (2. Strophe): 
"Laß die Stern' am Himmel funkeln, 
heller leuchtet ein Schein, 
vor den Augen eines Kindes 


B 326 





ist das Sternenlicht klein". 
In: 
Ein Menschlein ward geboren! (1942); Liederblätter des 
Reichsarbeitsdienstes 2 (1942); Liederblätter der NSG "Kraft durch 
Freude" 50-54 (1942); Unsere Weihnachtslieder (1943). 
In allerliebster Nacht ist nun das Jahr gefangen. Julfeierlied, in: "Die 
helle Flöte" (1939). 
In: 
Lied über Deutschland (?1941); Das Kindelwiegen (1943); Weihnacht 
macht die Türen weit (1944). 
Das J ahr überm Pflug. Ein Bauernchor (21939) [ZVNSDAP]. 
Vor dem Führer: Wir kommen im Morgenlicht geschritten auf den Plan. 
Lied zum Geburtstag Hitlers (1939). 
Textprobe (2. Strophe): 

"Wir kommen im jungen Jahr, 

die Stirnen klar vom Wind, 

das Wagnis und die Gefahr 

die Weggefährten sind. 

Des Himmels Banner wehn 

und grüßen unser Land, 

da wir vor dem Führer stehn 

in der Herzen hellstem Brand". 
In: 
Liederbuch der Kriegsmarine 3 (1941); RJF, Musikblätter der HJ) 574/575 
(1942); Das Orgelbuch (1943). 
Morgen marschieren wir. Liederbuch der deutschen Soldaten, im 
Auftrag des Oberkommandos der Wehrmacht hgb. von H. Baumann. 
Melodieausgabe (1939, Klavierausgabe von Ferdinand Lorenz 1942; 
zugleich Sonderdruck für das OKW, Abt. Inland, nur zum Gebrauch 
innerhalb der Wehrmacht) [V]. 

Darin von Baumann (auf eigenen T): 

Morgen marschieren wir. - Im ganzen Land marschieren nun 
Soldaten. - Der Nebel steigt im Fichtenwald (1938). - Der helle Tag 
ist aufgewacht (1936). - Es hat der Krieg ein großes Feld. - Junge 
Regimenter. - Der Nebel fällt ins Jahr. - Verwegne Fallschirmjäger. 
- Schweigen die Hörner. - Gute Nacht, Kameraden. - Horch auf, 
Kamerad. - Kameraden, hebt die Fahnen. - Nur der Freiheit gehört 
unser Leben. - Nun laßt die Fahnen fliegen. - Es zittern die 
morschen Knochen (Originalfassung). - Kameraden fragen nicht 
lange. - Soldaten tragen Gewehre. - In den Ostwind hebt die 
Fahnen. - Setzt ihr euren Helden Steine. - Hohe Nacht der klaren 
Sterne. - Wo wir stehen, steht die Treue. 
Ferner u.a.: 
Napiersky: Jetzt müssen wir marschieren. - Jahn: Kamerad, nun laß dir 
sagen. - Altendorf: Was fragt ihr dumm? - Jahn: Wir traben in die Weite. - 
Kluge: Graue Kolonnen ziehen in der Sonnen. - Napiersky: Es dröhnet der 
Marsch der Kolonne. - Leis: Kamraden, die Trompete ruft. - Marquardt: 
Eine Kompanie Soldaten. - Spree: Es fuhr ein Zug Soldaten (T: W. Vesper, 


B 327 





Gedicht "Vom Untergang des Regimentes L." = List, das Regiment 
Hitlers). - Götz: Wildgänse rauschen durch die Nacht . - Götz: Stelzt vor 
dem Zuge ein langer Mann. - Heeren: Morgen marschieren wir in 
Feindesland. - Blumensaat: Die dunkle Nacht ist nun vorbei. - von Knorr: 
Hart dröhnt der Schritt der Bataillone. - Schulten: Es tropft von Helm und 
Sabel. - Bräutigam: Viel hunderttausend Soldaten. - E. E. Buder: Weit ist 
der Weg zurück ins Heimatland. - Lauer, 1940: Soviel Rosen blühn im 
Garten. - Kieling: Der Wind weht über Felder. - Götz: Es klappert der Huf 
am Stege. - Vom oberschlesischen Grenzschutz mdl. überliefert: Das Heer 
zog durchs Gebirge. - Götz: Wie oft sind wir geschritten. - Zschiesche: 
Wenn die bunten Fahnen wehen. - Spitta, 1937: Jede Kugel, ja die trifft 
nicht. - Volkslied aus der Grafschaft Glatz: Der Fleischer mit der 
Fleischbank (S. 126: "Es steht nichts im Wege, statt >Himmelloch< 
>Luftschutzkeller< oder >Unterstand< zu setzen und militärische 
Strophen anzufügen"). - H. Lang: Scheinen die Sterne. - Spitta: Heilig 
Vaterland. - Spitta, 1937: Deutschland muß leben. - Pardun: Siehst du im 
Osten das Morgenrot. - Altendorf: Wir ziehn auf stillen Wegen. - Spitta: 
Lang war die Nacht. - Altendorf: Der Himmel grau und die Erde braun. - 
Altendorf: Ein junges Volk steht auf. - Sotke: Auf, hebt unsre Fahnen. - 
Napiersky: Lasset im Winde die Fahnen wehn. - Blumensaat: Die roten 
Fahnen brennen im Wind. - Gättke: Und wenn wir marschieren. - P. 
Hermann: Und ist unser Banner vom Sturme zerfetzt. - Spitta: (Der 
Führer hat gerufen) Das Banner fliegt. - Kinzel: Ich zieh in einen heiligen 
Krieg. - M. Bischoff, 1937: Herrgott, wenn einst zum letzten Schlag. - H. 
Niel: Heute wollen wir ein Liedlein singen. - Niel: Kamerad, wir 
marschieren im Westen. - Brendel: Im Osten hat begonnen ein neuer Tag 
zu blühn. - Hagemeister: Nach Ostland geht unser Ritt. - Kinzel, komp. in 
Krakau, September 1939: Wir stoßen unsre Schwerter nach Polen tief 
hinein. - Spitta: Bei Tuchel in der Heide. - Lauer: Ich weiß ein Grab in 
Flandern. - Spitta, 1935: Nichts kann uns rauben. - Spitta: Erde schafft 
das Neue. - Decker: Wir tragen das Vaterland in unsern Herzen. - 
Blumensaat: Deutschland, heiliges Wort. - von Knorr, 1934: Wir Werkleute 
all. - Spitta, 1935: Morgensonne lächelt auf mein Land. - Deutschland 
über alles. - Horst-Wessel-Lied. 
Morgen marschieren wir, rüstet Mann, Geschütz und Pferde!. 
Kriegslied aus: "Morgen marschieren wir" (1939). 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Morgen marschieren wir, 

in den Sattel, unerschrockne Reiter! 

Winde wandern um die Erde, 

Feinde wittern unsre Pferde, 

ja, die heiße Schlacht. 

Morgen marschieren wir. 


Morgen marschieren wir, 

in den Morgen schwanket unser Banner. 
Fliegt ein Adler, wenn wir reiten, 

mahnt uns, für das Land zu streiten, 


B 328 





daß das Banner bleibt. 
Morgen marschieren wir". 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 95/96 (1940), 113/114 (1942); Lieder unseres 
Volkes (1940, 1943); Lied über Deutschland 3 (1940); RJF, Junge 
Gefolgschaft 5 (1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); RJF, Musikblätter 
der HJ) 95/96 (1940), 113/114 (1942); Lied über Deutschland (?1941); 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Schweigen die Hörner, verhallen die Rufe. Kriegslied aus: "Morgen 
marschieren wir" (1939). 
Textprobe (3. Strophe): 

"Trauern die Felder. Über die Tannen 

weht der verglühende Atem der Schlacht. 

Reiter horchen empor und bannen 

neuen Trotz in die Lichter der Nacht". 


In: 
Lied über Deutschland 3 (1940); Lied über Deutschland (?1941); RJF, 
Liederblatt der HJ) 113/114 (1942); RJF, Musikblätter der HJ) 113/114 
(1942); Kameraden laßt uns singen (21942); Hellau! (1942). 
Junge Regimenter fechten tapfer am Weichselstrand. Kriegslied aus: 
"Morgen marschieren wir" (1939). 
Textprobe (3. Strophe): 

"Junge Regimenter grüßen England 

mit nacktem Schwert, 

aufwacht ein Stürmen; keiner, 

der die Fahrt uns wehrt". 
In: 
RJF, Junge Gefolgschaft 5 (1940); Volksliedsingen im Schulfunk 5 (Juni 
1940); Lied über Deutschland 3 (1940); SS-Liederbuch (91941); 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Verwegne Fallschirmjäger. Kriegslied aus: "Morgen marschieren wir" 
(1939). 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 


1940 
28. Mai 1940: 

Unter dem Titel "Der große Wagen" singen die J ungmädel der 
Rundfunkspielschar 12 die neuesten Lieder von Baumann mit fröhlichen 
Zwischenversen. Dgt. Ruth Driebes (RS Danzig, 28/V/40). 

Silberne Wolken laden blitzend zum Englandflug. Kriegslied. 

In: 

Kameraden laßt uns singen (21942). 

Wir Flieger grüßen Engelland mit Tod und heißem Erz. Kriegslied. 
In: 

Kameraden, laßt uns singen (21942). 

Das Meer haßt Engelland (U-Bootlied): Graue Fluten schlagen über das 


B 327 





stählerne Boot. Kriegslied. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Stürmend vorzubrechen gegen Übermacht, 
bis zur letzten Heimkehr uns die Sonne lacht! 
Das Herz ist entbrannt, 
Furcht verbannt, 
das Meer haßt Engelland". 
In: 
L1942); RJF, Liederblatt der HJ) 115/116 (1942); RJF, Musikblätter der HJ 
115/116 (1942). 
Englands dämmernde Küsten weckte ein Drachenkiel. Kriegslied. 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 
"Englands schimmernde Kreide 
küßte Oraniens Mund, 
Schwerter und Helme sanken 
in der blutigen Felder Grund. 


Die Eisensaat ist verdorben, 

heimlich wandert ein Brand, 

von deinem Haß umworben, 

kommen wir wieder, Engeland!" 
In: 
Lied über Deutschland 3 (1940); Volksliedsingen im Schulfunk 8/9 (Juli 
1940), 24 (Februar 1941); Kameraden laßt uns singen (21942). 
Hebt euch, Gefährten, von der kühlen Erd. 
In: 
RJF, Junge Gefolgschaft 5 (1940); Kameraden laßt uns singen (21942). 
Nun legt euch ruhig schlafen, der Mond mit seinen Schafen hält eine 
gute Wacht [V ]. 
In: 
SS-Liederbuch (61940, 91941). 
Vaterland, wir kommen. Neue Lieder (mit T)von Hans Baumann (1940, 
1942) [V]. 

Es handelt sich um fünf Lieder aus Anlaß der Umsiedlung der 
Bessarabien-Deutschen ins Generalgouvernement. Nr. 2 entstand am 11. 
Oktober 1940 an Bord des Donaudampfers "Passau", der für diese Aktion 
eingesetzt war. 

Inhalt: 
1. Maisfelder Bessarabiens im Morgenschein, Herbstsonne brennt, wir 
lassen die Höfe allein. - 2. Alte Heimat hinterm Pruth, Sonnenland am 
Meere. 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 
"Freudig leisten wir Verzicht, 
lassen Hof und Erde, 
aus dem Strome funkelt Licht, 
und im Aug brennt Zuversicht. 


B 330 





Glaube macht die Herzen stark, 
Führer, laß uns bauen, 
daß aus Feldern, arm und kar, 
wächst des Reiches neue Mark. 
Deutschland ruft die Söhne heim, 
Abschied wird genommen, 
Donau rauscht ihr altes Lied, 
Vaterland, wir kommen!" 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 105/106 (1941); RJF, Musikblätter der HJ) 105/106 
a (1941); Lied über Deutschland (?1941). 
3. Schwingt ein Schiff die Donau nieder, Tag und Nacht hinab zum 
Meer. 
In: 
Lied über Deutschland (?1941). 
4. Nebel raucht im Morgengrauen, aus den weiten Donauauen steigt 
die Sonne schön. - 5. Wehen Winde vom Osten, funkelt der Tag, blitzt 
die Nacht. 
Das graue Heer umdämmert im Morgenschein der Krieg, in unsre 
Herzen hämmert des Führers Ruf den Sieg. Kriegslied. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Des Führers Hände halten 
das Banner unversehrt, 
vor allen Feindgewalten 
bewacht ihn unser Schwert. 
Das junge Heer umwittert 
der alten Feinde Haß. 
Wenn die Heerfahrt dröhnt 
und zittert, 
wird Englands Kreide blaß". 
In: 
RJF, Junge Gefolgschaft 5 (1940); Lied über Deutschland 3 (1940); 
Liederbuch der Kriegsmarine 2 (1940); Volksliedsingen im Schulfunk 24 
(Februar 1941); Das neue Soldaten-Liederbuch 3 (1941); Kameraden laßt 
uns singen (21942). 
Im ganzen Land marschieren nun Soldaten. Kriegslied. Für 3stimm. 
MCh: E. L. von Knorr (1940) [T]. 


1942 
Vorwärts nach Osten!: Wir standen für Deutschland auf Posten. 
Kriegslied. 
In: 


Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 1 (1942; nur T). 

Auf wird gesessen. Neue Lieder (Melodie mit Text): 1. Geschwind zu 
Pferd. - 2. Wolkenverhangen ist der Himmel. - 3. Polen rasch 
durchreiten. - 4. Zu raschem Ritt bestellt (1942) [V]. 

Geschwind zu Pferd. Aus "Auf wird gesessen" (1942). Kriegslied [V]. 


B 331 





Textprobe (3. Satz): 
"Uns lockt der Flüsse blaues Band, 
uns rufen hell die Weiten, 
für unser liebes Vaterland 
ins Morgenrot zu reiten". 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942); RJF, Junge Gefolgschaft 6 (1943). 
Hohe Nacht. Weihnachtslieder in Sätzen für Gesang und Klavier von 
Franz Biebl und Paul Winter (1942) [V]. 
1. Hohe Nacht der klaren Sterne. Satz: P. Winter. - 2. Die Weihnacht 
steigt ins Tal. Satz: P. Winter. - 3. In allerliebster Nacht. Satz: F. 
Biebl. - 4. Ein Jahr muß nun vergehen. Satz: F. Biebl. 
Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht" ( 21942) als Notentip. 
Die Weihnacht steigt ins Tal. J ulfeierlied. 
In: 
Deutsche Kriegsweihnacht (31943). 
Junge Regimenter. Neue Lieder (Melodie mit T) (1942) [V]. 
1. Junge Regimenter fechten tapfer. - 2. Morgen marschieren wir. - 
3. Nebel deckt die Wiesen. - 4. Hebt euch, Gefährten. 
Junge Soldaten. Neue Lieder (Melodie mit Text) (1942) [V]. 
1. Als Jungen wurden wir Soldaten. - 2. Kamerad, gib mir die 
Hände. - 3. Geraubtes Land erkämpft das Reich. - 4. Schweigen die 
Hörner. 
Nach Ostland zu fahren. Neue Lieder (Melodie mit Text) (1942) [V]. 
1. Nach Ostland zu fahren. - 2. Wo Deutsche kämpfen. - 3. Nun 
wird zu eng das weite Land. - 4. Erde, dir zu eigen 
Nach Ostland zu fahren, entbrennt der Mut. Kriegslied. 
Textprobe (3. Strophe): 
"(..) Das Reich beginnt, 
wo Fechter sind, 
die feindumringt bewahren 
Deutschland als Herz 
der Welt". 
In: 
Kameradschaft im Lied 19 (1941); Kameraden laßt uns singen (21942). 
Nun wird zu eng das weite Land. Kriegslied. 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Nur der Freiheit gehört unser Leben, für Klavier mit Text bearbeitet 
von Fritz B. Metzger (1942) [V]. 
Haltet das Schwert bereit. Kriegslied. 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Die Weihnacht kommt. Weihnachtslieder, mit einfachen Sätzen für 
Tasteninstrumente oder Flöten und Geigen von H. Baumann [V]. 
Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht" ( 21942) als Notentip. 
Stille Zeit der Zuversicht. Neue Lieder (Melodie mit Text) (1942) [V]. 
1. Winter kommt geschritten. - 2. Die Weihnacht steigt ins Tal. - 3. 


B 332 





Hohe Zeit der großen Lieb! - 4. Der Winter verweht, die Finsternis 
geht. - 5. Alle Bangnis, alle Sorgen. 

Die Weihnacht steigt ins Tal im klaren Wind. Aus: "Stille Zeit der 
Zuversicht". 

In: 

Weihnacht macht die Türen weit (1944). 

Jung sind die Birken. Lieder in Sätzen für 2 bis 3 gleiche Stimmen. 
Bearbeitung und Vorwort: F. Biebl (1942) [V]. 

1. Tut auf das Tor. - 2. Von allen blauen Hügeln. - 3. So fröhlich wie der 
Morgenwind. - 4. Morgen, du hast ein großes Tor. - 5. Jung sind die 
Birken. - 6. Es geht eine helle Flöte. - 7. Das Korn, das leuchtet im 
Sommerwind. - 8. Was kommen die Wolken. - 9. Hinterm Lusen funkelt 
der Wald. - 10. Der Mond hat leis gelacht. 


1943 
Hoch am hellen Himmel sich die Stern bewegen. 
Textprobe (2. Strophe): 
"In den hellen Himmel 
wandern die Gedanken, 
hell sind uns're Sterne, 
daß wir nimmer wanken". 
In: 
Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 7 (1943). 


1944 
Bergbauernweihnacht, für Klavier mit überlegtem Text gesetzt und mit 
kleinen Vor- und Nachspielen versehen, mit Vorwort von Fritz Jöde (1944) 
[K]. Das gleichnamige Liederheft erschien erstmals 1936. 

Die Lieder: 
1. Schau nur, wie hell heut. - 2. Neamd hat gwacht. - 3. Geh, Joseph, 
mach Tür zu. - 4. Kinderl mein. - 5. Schlaf doch, mein Kinderl. - 6. Schau 
nur an, ich scheuch dir. - 7. Jetzt schlafst bald. - 8. Grüß dich Gott. - 9. 
Kinderl, wann ich doch anschau. - 10. Ihr heilign drei König. - 11. Wir sind 
die drei König von irgendwoher. - 12. Kaum ist das Kinderl in d'Krippen 
einzogn. 
Ja, liebe nur den Baum. 
In: 
RJF, Junge Gefolgschaft 7 (1944). 
Wirbelt Schneegestöber. 
In: 
RJF, Junge Gefolgschaft 7 (1944). 
Wären nicht die lieben Sterne. 
In: 
RJF, Junge Gefolgschaft 7 (1944). 
Mütter, nun treten wir vor euch an. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Müssen wir von euch zum Sturme gehn, 
ihr habt uns niemals verloren, 


B 333 





tragen wir in uns euer Ehrenmal, 
denn ihr habt Soldaten geboren". 


In: 

RJF, Junge Gefolgschaft 7 (1944). 

Stille Stund'. 

Textprobe (1. Strophe): 

Man) 
willst den Mund 
siegeln mit den Himmelszeichen, 
laß den Atem Gottes streichen 
und die Seele offen sein!" 

In: 


RJF, Junge Gefolgschaft 7 (1944). 
Nur der Freiheit gehört unser Leben. Lieder. Hgb. von der 
Propagandakompanie der Armee Busch. Melodie mit Text: 
1. Nur der Freiheit gehört unser Leben. - 2. Nach Ostland zu 
fahren. - 3. Nun laßt die Fahnen fliegen. - 4. In den Krieg will ich 
reiten. - 5. Und die Morgenfrühe das ist unsere Zeit. - 6. In den 
Ostwind hebt die Fahnen. - 7. Wind vom Wolchow bläst uns ins 
Gesicht. - 8. Kamerad, gib mir die Hände. - 9. Wolkenverhangen ist 
der Himmel. - 10. Die hohe Zeit der Lieb. - 11. Wo die Sterne 
glühen still in Gottes Hand. - 12. Heut ist der allerliebste Tag. - 13. 
Hast du dein Häubchen am Abend verloren. - 14. Winter kommt 
geschritten. - 15. Kommt gelaufen ohne Schnaufen. - 16. Hohe 
Nacht der klaren Sterne (1943). [Alemannen-Verlag, Stuttgart]. Nicht 
im Handel. 
In den Krieg will ich reiten. Kriegslied aus: "Nur der Freiheit gehört 
unser Leben" (1944). 
Textprobe (5. Strophe): 

"Dann reiten wir singend durchs herbstliche Feld 

und gewinnen im Sattel die leuchtende Welt". 
In: 
RJF, Junge Gefolgschaft 7 (1944). 
Der ganze Berg fängt an zu singen. Lieder (1944). Für Mädelstimmen: 
G. Wolters. 
Im Osten steht unser Morgen. Sechs Ostlandlieder, für Gesang mit 
Klavier oder versch. Instrumenten. Bearb.: P. Winter. 
1. Nun wird zu eng das weite Land. - 2. Nach Ostland zu fahren. - 
3. In den Ostwind hebt die Fahnen. - 4. Im Osten steht unser 
Morgen. - 5. Wo Deutsche kämpfen. - 6. Erde, dir zu eigen (1944) 
[V]. 


Geschichtsfälschung |, 1962: 

"Mit Ausnahme der morschen Knochen (nachweisbar eben kein 
Hitlerjugendlied, auch wenn es die Hitlerjugend später sang, aber was 
sang sie nicht alles...) und von einem Gedicht, das damals kein Mensch 
kannte, in dem jedoch ein Vers von einem >Führer< (also doch wohl: 
>dem Führer<) zu singen versucht, habe ich bei sorgfältigem 


B 334 





Durchblättern aller Lieder, die je unter dem Namen Baumann gedruckt 
wurden, kaum eines gefunden, das nicht gradsogut heute gedruckt 
werden könnte. 

(...) Aber daß Hans Baumann >HJ-Kampflieder< geschrieben habe, 
ist eine Behauptung, die einer Nachprüfung nicht standhält. Hat er nicht" 
(Rudolf Walter Leonhardt: Der Dichter und Dramatiker Hans Baumann. 
"Die Zeit" Nr. 9, 2/111/62). 

Leonhardt hat leider einäugig gelesen. Baumanns Mengen von HJ- 
und NS-Kampfliedern sind dokumentiert. Eine ganz andere Sache ist, daß 
Baumanns Frau, die Geigerin Liesl Zoglmann, 1943 - während er an der 
Ostfront stand - ihre jüdische Lehrerin Lotte Harburger versteckte, ohne 
sie allerdings retten zu können. 

Rückblick, 1963: 

"Wie eng die Verzahnung Bündische J ugend-H.). war, zeigt z. B. 
folgendes: Ich trat 1935 in die damals offiziell nicht mehr bestehende 
Deutsche Freischar (Eichhof) in Berlin ein, die als Teil der Berliner 
Rundfunkspielschar weiterlebte. Wir mieteten uns ein Haus am Deutschen 
Ring in Tempelhof und lebten dort bündisch" (H. Baumann an Fred K. 
Prieberg, ohne Datum = 1963). 

Geschichtsfälschung II, 1975: 

"(...) Widerstandstätigkeit: Eintritt in die verbotene Freischar, 
Gruppe Eichhof, 1934; Nichterscheinen, als ihm NS-Literaturpreise 
verliehen werden sollten" (Jantzen Il. S. 22). 

Nachdem Winfried Mogge, Leiter des Archivs der deutschen 
Jugendbewegung, im Jahrbuch Nr. 15 dieses Archivs (1986) die miserable 
Praxis der politischen Verschleierung durch Jantzen generell angegriffen 
hatte, brach dieser "unter Protest" den Kontakt zum Archiv ab. 

Die Gruppe Eichhof war nach Auflösung der Jugendbünde 1933 zur 
HJ übergetreten und bis 1936 eigenständige Gebietsspielschar. 
Geschichtsfälschung Ill, 1984: 

"In den Jahren 1933/34 war B. nach seiner Ausbildung Lehrer und 
Hitlerjungenführer im Bayerischen Wald und betätigte sich anschließend 
als Mitarbeiter für J ugendZzeitschriften, für den Berliner Rundfunk und in 
der Abt. Laienspiel der Reichsjugendführung. Er begann ein 
Universitätsstudium und unternahm Reisen in östliche Länder und nach 
Nordafrika (...)" (Margarete Dierks: Hans Baumann. In: Klaus Doderer, 
Hgb.: Lexikon der Kinder- und J ugendliteratur. Weinheim/Basel 1984. 
Band I, S. 116 ff. Zitat in: Dr. Gudrun Wilcke. "Vergessene 
J ugendschriftsteller der Erich-Kästner-Generation". Dissertation. 
Frankfurt/M., 1999. S. 261). 

Weglassen und Entscheidung für harmlos lautende Ausdrücke sind 
erprobte Techniken der politischen Falsifikation. Meinen die "Reisen in 
östliche Länder" etwa Baumanns Einsatz bei der Wehrmacht? 
Geschichtsfälschung IV, 1997: 

Einer der eifrigen Untersucher des HJ-Lieds behauptet, in den 
Liederblättern der Hitler-) ugend seien elf Prozent des Gesamtangebots mit 
Baumann-Liedern besetzt gewesen (Richard Klopffleisch: Lieder der 
Hitlerjugend. Eine psychologische Studie an ausgewählten Beispielen. 


B 338 





Frankfurt/M., 1997. S. 177). 

Der Psychologe hat gar nicht oder falsch gezählt. Auf insgesamt 409 
Titel entfallen 54 von Baumann, also mehr als 13 Prozent; u. a. Dr. Gisela 
Probst-Effah verließ sich auf den Experten und schrieb ohne Gegenprobe 
ab - im MS "Musik und Rassismus" fürs WS 2003/04. 

Erinnerung, 1980: 

"(...) die neue Zeit, der neue große Aufbruch verlangte einen neuen 
Ausdruck, der im Vergangenen nicht mehr gefunden werden konnte. Sie 
fanden ihn in neu geschaffenen Liedern, die die Frische des Morgens 
hatten, des Morgens einer neuen Zeit. Zu dieser Jugend gehörte die 
Morgenfrühe, das Erwachen des Tages. Diesen Morgen sangen sie an. 
>Und die Morgenfrühe, das ist unsere Zeit<, dichtete Hans Baumann. So 
wurde die neue Zeit dieser Jugend in den neuen Liedern schöpferisch. 
Plötzlich sind Dichter da, in der Uniform der Jugend, der Hitler-Jugend, die 
dichten können, und so echt im Herzton wie das alte Volkslied. Das ist 
eines der Phänomene der Zeit!... 

(...) Als Obergebietsführer und Amtschef hielt ich meine Hand über 
ihn, der seiner besonderen Katholizität wegen so oft aus seinem Gebiet 
angeschossen wurde. Ich sagte: >Wer so dichten kann, der kann auch so 
katholisch sein<. Ich nannte ihn den >Wälderbub<. Er kam ja aus dem 
Bayerischen Wald. In der Großstadt Berlin meinte ich durch ihn das 
Rauschen der unendlichen Wälder zu hören, wie sie Adalbert Stiffter 
gedichtet hat. Es war so etwas Naiv-ursprüngliches in ihm, was das zu 
hoch gegriffene Wort vermied. Der Naturton und Herzton klangen durch. 
In ihnen dichtete er, ohne irgendwo im Wort steigern zu müssen. Wohl 
ihm, wohl uns, wenn es so war! Herzinnigkeit trat mit ihm zu der 
aufgeblasenen Phrase, mit der andere dichteten, die aber nicht zur Jugend 
gehörten (...)" (Hellmut Stellrecht: Die Hitler-) ugend - Wesen und Werk. 
MS um 1980, unveröffentlicht. S. 233, 234. Quelle: Archiv der deutschen 
Jugendbewegung, Burg Ludwigstein). 

Information: MM2, RML, LdCh, SML. 
Zitat aus RML (121959), hgb. von Prof. Dr. Joseph Müller-Blattau, S. 119, 
nur Andruck, nicht publiziert: 

"B. ist einer der bedeutendsten >politischen Sänger< unserer Zeit. 
Worte und Melodie eines Liedes fügen sich ihm in selten zu findender 
Einheit. Viele seiner Lieder wurden bereits wenige Wochen nach ihrer 
Entstehung in allen deutschen Gauen diesseits und jenseits der 
Reichsgrenzen gesungen und halfen mit, die politische Gegenwart zu 
gestalten" (Quelle: AP). 


Baumann, Ludwig 
Eggenstein bei Karlsruhe, 26. Juni 1866 - Karlsruhe, 30. Oktober 1944. 
Sohn eines Chirurgen; Schüler von Philipp Wolfrum. Musikpädagoge, 
Studienrat, Musikdirektor und Musikschriftsteller. Seminarmusiklehrer, 
Hoforganist und Chordirigent in Karlsruhe, 1935 in Säckingen, 1936 in 
Baden-Baden, zeitweise in Achern und Sasbachwalden. 
Werke: vielgesungene Chöre, z. B. "Mein Badnerland", "Deutsche 


B 336 





Männer, treu und bieder", Trinkspruch. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.547.806. NSLB seit 1/1/34. 

Deutsches Gelöbnis: Auf, lasset uns niederringen (T: onA). MCh [FM]. 

Die deutsche Seele: Mein Vaterland, mein Vaterland, wie lieb ich dich 
(T: J. Fiekinger). MCh (1936) [SD]. 

Arbeitskameraden: Kamerad, schlag zu! (T: Max Steege). MCh (1937) 
[H]. 

Liedessegen: Auf ihr Brüder, ehrt die Lieder, sie sind gleich den guten 
Taten (T: Goethe, aus "Deutscher Parnaß") (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, 
beim Schwäb. Liederfest des DSB). 

Der Morgen: Im Nebelschleier ruht die Welt (T: M. Schneider) (u. a. 
Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB). 
Walderwachen: Noch liegt der Wald im tiefen Traum (T: F. Wildt) (u. a. 
Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB). 

Nacht auf dem Meer: Brausende Winde, schäumender Gischt! T: Georg 
Richter) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB). 

Information: DML, FA, LdCh. 


Baumert - Ossadnik, Edith 
Liegnitz, 21. September 1902 - ? 
Tochter eines Kaufmanns; Konzert- und Oratoriensängerin (Sopran) und 
Gesangspädagogin in Liegnitz, dann in Breslau, Kronprinzenstr. 84 (1942), 
und hier auch Mitglied des Chors des Reichssenders. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.546.717, auf Antrag vom 9/V11/37. Leiterin des 
Singekreises der NS-Frauenschaft in Liegnitz. 

Information: DML. Keine weitere Nachricht; das damalige Breslau fiel 
an Polen. 


Baumgarten, Kurt (Curt) 


Stand 1933: Schauspieler, Sänger und Sprecher beim Leipziger Rundfunk. 
1934 Referent für Bunte Abende in der Abt. Unterhaltung des RS Köln, 
auch Spielleiter, wohnhaft in Köln, Hülchrather Str. 3; 1940 SS- 
Kriegsberichterstatter. 


8. August 1933: 

Baumgarten leitet die Stunde der Nation "Der deutsche 
Waffenschmied. Ein Lebensbild Alfred Krupps" (Werag/ RSdg, 8/V111/33). 
9. August 1933: 

Baumgarten besorgt die szenische Leitung der (Werag, 
9/VI11/33).Sendung "Deutscher Tanz in Dichtung und Musik" 

Für Deutschland, Kamerad (Texte: H. J. Nierentz, K. Bröger, H. 
Anacker u.a.). Liedzyklus (etwa 1935), begutachtet im Lektorat der 
Hauptstelle Musik des ARR. 


B 337 





Wir braunen Soldaten marschieren (T: Helmut Jährling). SA-Lied 
[ZVNSDAP]. 
Textprobe (5. und 6. Strophe): 
"Wenn jemals von ruchlosen Händen 
das Reich unsres Führers bedroht, 
dann stehen wir braunen Soldaten. 
Marschieren ins Morgenrot. 


Und Sieg weht von unseren Fahnen! 

Das Hakenkreuz leuchtet voran, 

darüber die Heerschar der Ahnen. 

Auf, vorwärts! Mein Deutschland, tritt an!" 
In: 
Lieder der Mannschaft 4 (1936); SA-Liederbuch (21939). 

Information: Das Amt für Statistik, Einwohnerwesen und 
Europaangelegenheiten in Köln (23/IX/98) verlangte für Auskunft aus den 
archivierten Meldeunterlagen je 30 DM. Der an den Oberstadtdirektor 
gerichtete Antrag vom 6/X/98 ging "zur weiteren Bearbeitung" an das 
Dezernat Wirtschaft und Stadtentwicklung; dieses antwortete nicht, brach 
also Verwaltungsrecht. Erst ein erneuter Antrag zum Oberstadtdirektor 
erbrachte Aussetzung der Gebühren, jedoch keine biographischen Daten. 
Das Sächsische Staatsarchiv (11/X/O00) teilte mit, in der alten Meldekartei 
Leipzigs sei Baumgarten nicht enthalten. Keine Meldung im WASt (19/XII/ 
01). Weder im Bestand des DRA Potsdam-Babelsberg noch des DRA 
Frankfurt/M. (30/1/03) ist Baumgarten nachweisbar. 


Baumgartner, Wilhelm 
1820 - 1867 


An mein Vaterland: O mein Heimatland, o mein Vaterland! wie so innig, 
feurig lieb ich dich! (T: Gottfried Keller). 

Hier besang der Schweizer Keller nicht die Schweiz, sondern 
Germania, Deutschland! 

In: 

Von Vaterland, Heimat, Helden und Soldaten (1933). 

Noch ist die blühende, goldene Zeit, o du schöne Welt, wie bist du so 
weit! (T: Otto Roquette). 

In: 

Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934; nur T). 
Kein Hälmlein wächst auf Erden, der Himmel hat's betaut (T: Emil 
Brachvogel, 1824). 

Als Textautor verzeichnet Julius Lerche, "Das Wort zum Lied", 2000 
der beliebtesten Konzertlieder im Texte (Berlin, 31930) Friedemann Bach, 
dem auch eine Vertonung zugeschrieben wurde. Diese, mit Fragezeichen 
abgedruckt in Fritz Jöde, "Frau Musica" (Berlin, 1929), ist identisch mit 
der später für den Urheber Wilhelm Baumgartner angegebenen. 


B 338 





Die korrekte Version Baumgartners gibt: Ignaz Heim, "Sammlung 
von Volksgesängen für gemischten Chor", 1. Band (52. Ausgabe für 
Deutschland, Zürich, 0. J. = ca. 1900), S. 220. 

In: 

Singendes Volk 18 (1934); Singkamerad (21934, 31935, 81937); 
Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938; als Textautor ist der Komponist genannt). 


Baumhof, Josef (Roland Philipp) 
Köln, 22. April 1909 - Konstanz, 23. September 1983. 
Schüler von Heinrich Lemacher und Wilhelm Maler, Musikpädagoge. Stand 
1935: Studienrat an der Knabenoberschule Köln-Deutz. Auch 
Musikreferent des "Westdeutschen Beobachters". 

Nach 1945 Lehrer an der Heimschule Klosterwald, 
Landerziehungsheim Wald-Hohenzollern, dann i. R., zuletzt in Konstanz. 
Werke: z. B. Musik für Klavier und kleines Orch (1932); Kantaten und 
Volksliedsätze. 


NSDAP seit 1/1V/40, Nr. 7.584.438. 
Musikalische Ausgestaltung der Edda-Frühlingsfeier (T: Erich 
Bockemühl) (WDR, 24/111/34). 
Die Trommel ruft (T: Hannes Kraft). Kantate für Sprecher, Sprechchor, 
Singechor, drei Melodieinstrumente und Trommel (Köln, 1936). 
Der Trommelbube: Bin der Trommelbube, zieh dem Zug voran (T: 
Hannes Kraft). Aus "Die Trommel ruft". 
Textprobe (2 Strophe): 
"Klingt in meinem Blute 
harter Trommelschlag. 
Müssen wir verderben - 
werd als erster sterben, 
ob ich auch nit mag". 
In: 
Uns geht die Sonne nicht unter, Neue Folge 1 (1936, Textausgabe 1941). 
J ungen folgen der Trommel Klang: Immer im Schritt (T: Hannes 
Kraft). Aus "Die Trommel ruft". 
Textprobe (2. Strophe): 
"Trommel singt immer das gleiche Lied. 
Immer im Schritt. Immer im Schritt. 
Führt uns Jungen dem Sieg entgegen. 
Dahin, wo uns die Freiheit glüht. 
Kamerad, komm mit". 
In: 
Uns geht die Sonne nicht unter, Neue Folge 1 (1936, Textausgabe 1941). 
Wir Jungen: Wir J ungen sind alle von gleicher Art (T: Hannes Kraft). HJ - 
Lied aus "Die Trommel ruft" 
Textprobe (3. Strophe): 
"So dröhne, du Trommel, und rausche, du Tuch. 


B 3327 





Und Führer, so sollst du uns sehen; 
im Kampf gegen Schande und Teufel und Tod, 
so folgen wir Jungen des Führers Gebot, 
und werden ewig so stehen!" 
In: 
Uns geht die Sonne nicht unter, Neue Folge 1 (1936, Textausgabe 1941). 
Kampfruf: Morgen umlodert die Höhen, und unsre Banner wehen ((TT: 
Hannes Kraft). HJ-Lied aus "Die Trommel ruft". 
Textprobe (2. Strophe): 
"Trommeln durchdröhnen die Lande. 
Wir Jungen, wir hassen die Schande. 
Die Schande schlagen wir tot! 
Und müssen auch Tausende sterben, 
und müssen wir alle verderben - 
wir folgen des Führers Gebot!" 
In: 
Uns geht die Sonne nicht unter, Neue Folge 1 (1936, Textausgabe 1941). 
Der Väter Gut: Zu Lehen, zu eigen! (T: Carola Schiel, geb. 1898 in 
Berlin). Eigener Satz. 


In: 
Unser das Land (1937). 
Es leben die Soldaten! Drei Soldatenlieder (1938). 
Neue Musik zur Feier ("Die deutsche Schulfeier", Leipzig, 1938. S. 
247). 
Die Sonne ist gesunken, der Riese Tag legt sich zur Ruh (T: H. 
Claudius). 
Textprobe (1. Strophe): 
Aa) 
Er deckt sich mit den dunklen Wolken 
schläfrig zu. 
Die Menschen stecken eilig Licht nun an bei Licht. 
Der Tag ist eingeschlafen. Ihn kümmert es nicht. 
Er hebt die Hand im Schlafe bis an die Sterne weit 
und mißt mit stummem Finger sein Stück 
Unendlichkeit". 
In: 
Liebliche Weihnacht, Wunder des Leuchtens (1940). 
Schlaflied: Trockne, trockne deine Zähren (T: H. Paesler). Wiegenlied zur 
J ulfeier. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Lieder füll'n die Segel prall, 
weit die Wimpel bauschen. 
Lächle du, lächle du, nach überall 
Bug und Steuer rauschen. 
Schattental und Sonnenland 
breiten ihren Hafen. 
Schlaf, mein Kind, schlaf, mein Kind. 


B 340 





Knirscht dein Traumboot 
durch den Sand, 
wirst du ruhig schlafen". 
In: 
Liebliche Weihnacht, Wunder des Leuchtens (1940). 

Information: LdCh. Die Standesbeamtin Adam, Köln (8/1/98), wollte 
Nachweise eines "Öffentlichen Auftrags" mit Auftraggeber, 
Standesbeamtin Seidel, Köln (4/XI/99), Nachweis des rechtlichen 
Interesses (Schuldtitel, Grundbuchauszug, Kontoeröffnungserklärung, 
Bestallung, Pflege- oder Betreuungserlaubnis, Kreditvertrag oder 
Versicherungsschein) - als ob GG Art. 12 nicht existiere. Das Historische 
Archiv der Stadt Köln (11/V/98) kündigte "für die Bearbeitung von 
schriftlichen Anfragen" eine Gebühr von 40 DM "pro halbe Stunde 
aufgewandter Arbeitszeit" an, obwohl das Grundgesetz ungehinderte 
Information verspricht, setzte die Forderung auf Antrag jedoch aus, sah 
sich aber (18/VI/98, Dr. Illner) zu Angaben nicht imstande, "da keine 
Kongruenz zwischen dem angebenen Geburtsdatum, -ort bzw. Zeitrahmen 
vorliegt oder herzustellen ist". Bedarf es akademischer Ausbildung, um 
Arbeitsunlust so zu demonstrieren? 


Bausznern, Waldemar von 
1866 - 1931 


Hinaus in die stürmische, schäumende See! Lebt wohl nun, ihr 
Städte und Dörfer (T: Max Bewer). Kriegslied, Erstdruck: Kriegsliederheft 
1 [DJ]. 
Textprobe (2. Strophe): 

"Wie stürmt unser Panzer so kühn und so schnell, 

wie leuchten die Augen so frisch und so hell! 

Wie schön, für Deutschland zu fahren! 

Und sind auch die Meere vom Feinde erfüllt, 

der rings mit Geschützen entgegen uns brüllt, 

wir treiben ihn donnernd zu Paaren!" 
In: 
Soldatenlieder (1934). 
Der Sturm brach ein in deutsches Land, nehmt kaltes Eisen in die 
Hand (T: Rudolf Herzog). Kriegslied, Erstdruck: Kriegsliederheft 1 [ DJ]. 
Die Garde marschiert - Grenadier, Füsilier! Übern Rhein, übern 
Rhein, übern Rhein! (T: Hans Brennert). Kriegslied, erstmals in 
Kriegsliederheft 1 [DJ]. 
Von erst so wölln wir loben Marjam. Reiterlied, 16. Jh. Satz, 
3stimmig: von Bausznern. 
In: 
Die weiße Trommel (21935). 
Es geht wohl zu der Sommerzeit. Kriegslied, 17. Jh. Satz, 3stimmig: 
von Bausznern. 


B 341 





In: 
Die weiße Trommel (21935). 
Deutschland: Deutschland! O heil'ger Name, o süßer Klang! (T: H. von 
Fallersleben), für Gesang und Klavier/ diverse Chorbesetzungen (u. a. 
Düsseldorf, *23/V/38, bei den Reichsmusiktagen; RS Frankfurt, 29/V/38, 
Vereinigter MCh Triberg, Dgt. A. Meisterhans; Stuttgart, *Juli 1938, beim 
Schwäb. Liederfest des DSB). In: Bausznern, Zehn Lieder für unsere 
deutschen Kinder (1936); Deutscher Liedergarten 4 (1938) [H]. 
Textprobe (3. Strophe): 

"Deutschland! Deutschland! Daheim und ferne, 

stets denk ich dein; 

dein ist mein Leben, 

dein soll es, soll es sein! (...)" 
In: 
Deutsche Marsch- und Fahrtenlieder (1933); Wegweiser zur Musik 2 
(1933); Von Vaterland, Heimat, Helden und Soldaten (1933); Heraus, ihr 
Kampfgesellen! (1934); Deutsche Feierklänge (1935; Astimm. Satz); 
Schlesische Jugend singt (1936); Und wenn wir marschieren (31937); 
DSB, Liederbuch für Männerchor (1938); Marschierende Jugend (21938); 
Stimmt an! II (1939); Deutsche Lieder (1940). 
Die sel'ge Stadt: Es hallen silberne Glocken (T: Friedrich Lienhard) (u. 
a. Stuttgart, *J uli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB). 


Bautruppen-Liederbuch (Anthologie) siehe: E. Keppler 


Bayer, Anton 
Wien, 2. Mai 1896 - Regensburg, 28. März 1941. 
Schüler u. a. von R. Heuberger, F. Schreker und Franz Schmidt, Dirigent 
und Komponist in Wien, seit 1927 Kapellmeister am Stadttheater 
Regensburg. 
Werke: Bühnenmusik, Kammermusik, Klavierstücke; Lieder, auch mit 
Orch. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Präsentiermarsch (BR, 30/X1/33). 
Dr.-Otto-Schottenheim-Marsch (u. a. Regensburg, April 1937, Konzert 
des MK des IR 20, Dgt. Fritz Maas). 
Unsere Wehrmacht. Marsch (?) (RS Böhmen, 1/11/41). 
Information: DML, FA. 


Bayer, Friedrich 
Wien, 22. März 1902 - Wien, 26. Oktober 1954. 
Sohn eines städtischen Hauptkassenvizedirektors; Dr. phil. Wien 1926 
(Über den Gebrauch der Instrumente in den Kirchen- und 
Instrumentalwerken von W. A. Mozart). Schüler von R. Heger und J. Marx, 


B 342 





Komponist, Musikpädagoge und Musikreferent, so für den "VB" Wien. 
1938 Hauptfachlehrer - Professor - für Theorie an der Reichshochschule 
für Musik in Wien. 

Werke: u. a. die Oper "Dorothea" (Wien, 14/V1/40); Ballettsuite für Orch 
(1939); "Das Erntefest", Ballett (Dresden, 3/IV/41); Sinfonietta (1936); 
Sinfonien; Klavierkonzert B-moll (1934); Kammermusik und Lieder; 
Streicherserenade (1937); Burgenländer Tänze für Orch (1938). 


NSDAP seit 27/1X/32, Nr. 1.214.540; 1932 Leiter des Ringes völkischer 
Tondichter bei der NS-Künstlerschaft, Gau Wien. 1938 Leiter des "Bundes 
deutscher Komponisten aus Österreich", der den aufgelösten, weil jüdisch 
geleiteten "Österreichischen Komponistenbund" ablöste. 

Deutschland. Sinfonische Dichtung für gr. Orch (Wien, UA: *18/1V/33, 
Festkonzert für Hitler). 

Deutsche Kantate (T: Hans Stolzenburg). Kantate für MCh, Bariton- 
Solo, Orch und Orgel (Wien, 1936). 

Generalfeldmarschall Göring in der Staatsoper ("VB" Wien, 
28/111/38). 

Zitat: 

"(...) Fidelios Siegesfinale ist eine Prophetie, eine Vorahnung, fast 
möchte man sagen eine Vorwegnahme des Aufbruches der Nation im 
deutschen Reich des 20. Jahrhunderts. Kein Wunder, daß sich die helle 
Begeisterung des festlich gestimmten Publikums gegen Schluß zu 
frenetischem Jubel steigerte wie ihn die schönsten Abende der Staatsoper 
nur ganz selten zu erleben in der Lage waren. Gleichlaufend mit der 
Handlung des Stückes erlebte man noch einmal die einzelnen Phasen und 
den endgültigen Sieg der nationalsozialistischen Revolution. Es war eine 
erhebende Befreiungsfreier, ein Gottesdienst zum Dank an den Schöpfer, 
der uns arme, kleine, gequälte Menschen mit dem Genie des Führers 
beschenkt hat. Stürmische Hervorrufe der Mitwirkenden, Ovationen für 
den Generalfeldmarschall und unsere Regierung, das war das 
abschließende, äußere Bild dieser Festvorstellung". 

Der Mißbrauch gerade Beethovens als musikalisches Symbol für NS- 
Staat und NS-Geschichte - hier in Wien am 27/1IIl/38 - war ständige 
Erfahrung, und kaum ein Kunstbetrachter schämte sich, derart penetrant 
zu politisieren. 

Der Applaus des Publikums spiegelte politische Hoffnungen: Die 
Leute sprangen auf, drehten sich zur hakenkreuzgeschmückten Mittelloge 
um und brachten mit erhobenem Arm den Hitlergruß dar. NS-Funktionäre, 
so Reichsstatthalter Seyß-Inquart, und Wehrmachtoffiziere grüßten 
zurück, der Generalfeldmarschall mit erhobenem Marschallstab. 

Die Wiener Symphoniker - Wegbereiter neuer deutscher Musik ("VB" 
Wien, 31/111/38). 

Deutsches Heldenlied für Orch (1937; RS Wien, *21/V/38; Wien, 16/1/ 
40, im Veranstaltungsring der HJ ,Wiener Symphoniker, Dgt. H. Weisbach). 

Das Werk enthält eine Verarbeitung des Horst-Wessel-Liedes und 
erhielt dennoch 1937 (!) den Preis der Wiener Konzerthausgesellschaft. 
Richard Wagner und der Nationalsozialismus ("VB" Nr. 71, Wien, 26/ 


B 343 





V/38). 

Bericht über den "tiefgründigen" Vortrag gleichen Titels von Max 
Millenkovich-Morold. 

1938: 

"Die Musik" XXXl, S. 109, bringt den Aufsatz "Friedrich Bayer, ein 
Wiener Sinfoniker" von Andreas Ließ. 

Salzburg ehrt J osef Reiter ("VB" Nr. 168, Wien, 1/1X/38). 

Zweites Konzert des NS.-Symphonieorchesters ("VB" Nr. 31, Wien, 
31/1/39). 

Willes "Königsballade". Zur bevorstehenden Uraufführung an der 
Wiener Staatsoper ("VB" Nr. 31, Wien, 31/1/39). 

Zitat: 

"(...) Am Donnerstag, den 2. Februar, wird das neueste Bühnenwerk 
eines jungen Tondichters an der Wiener Staatsoper aus der Taufe 
gehoben. Der bekannte Wiener Dichter und Dramaturg des Deutschen 
Volkstheaters, Otto Emmerich Groh, hat in seinem Roman 
>Königsballade< (>Harald Haarfager<) die völkisch-politische Einigung 
Norwegens behandelt. Nun arbeitete er sein Buch über Anregung von 
Kammersänger Helge Roswaenge, einem Nordländer, zu einem 
dreiaktigen, in fünf Bildern gestalteten Opernlibretto um, für dessen 
Vertonung der junge Komponist und Kapellmeister Rudolf Wille aus 
Dessau gewonnen wurde. Die Handlung spielt in der zweiten Hälfte des IX. 
Jahrhunderts. Ort der Handlung ist Norwegen und Jütland. 

Der Wiener Staatsoper sind die besten verfügbaren Mitarbeiter 
gerade gut genug, um das Werk in würdiger Form herauszubringen. Die 
Hauptrollen wurden mit Helge Roswaenge in der Titelrolle, Esther 
Rethy, Alfred Jerger, Georg Monthy, Dora Komarek, Luise 
Hellletsgruber, Franz Worff und anderen besetzt. Die musikalische 
Einstudierung liegt in den Händen des bewährten Theaterfachmannes und 
ausgezeichneten Bühnendirigenten Generalmusikdirektor Professor 
Leopold Reichwein. Wie wir hören, wird der Komponist, der seit einigen 
Wochen in Wien weilt und an den Proben seines Stückes teilnimmt, die 
Premiere selbst dirigieren, während Professor Reichwein die 
darauffolgenden Repertoirevorstellungen übernehmen wird. 

Ulrich Rolller hat zu dem Werk in intensivster Zusammenarbeit mit 
Professor Kautsky prächtige Dekorationen und Kostüme geschaffen, die 
sich durch besonders strenge Stilreinheit auszeichnen. Erich von 
Wymetal, der Oberspielleiter der Staatsoper, ließ es sich angelegen sein, 
die Handlung des Stückes durch kunstvoll gestellte, wohldurchdachte 
Regie herauszuarbeiten. (...)" 

In der Saison 1940/41 wurde Wille, inzwischen in Berlin, zur 
Wehrmacht eingezogen, doch Ende 1942 entlassen. Der Bühnenbildner 
Roller fiel 1941. 

Hans Pfitzner und sein Werk ("VB" Nr. 124, Wien, 4/V/39). 
Atonalismus als artfremde Musik ("VB" Nr. 126, Wien, 6/V/39). 
Zitat: 

"(...) Das Bestreben jedes Komponisten, in seinen Werken Talent, 

technisches Können und Phantasie zu zeigen, erscheint uns als 


B 344 





Selbstverständlichkeit. Bei den atonalen Tonsetzern ist das nicht der Fall. 
Vergeblich sucht man in ihren Werken das Spiegelbild der künstlerischen 
Persönlichkeit. Diese Art von Selbstentäußerung kann nicht echt sein, muß 
zu denken geben. Welche Schlußfolgerung liegt daher näher als die, es mit 
musikalisch mittelmäßig oder gar Unbegabten zu tun zu haben? 

Zusammenfassend kann folgendes festgestellt werden: Das 
Tonsystem des Atonalismus beruht nicht auf naturgegebenen Gesetzen, 
sondern stellt ein künstliches Gebäude, eine Konstruktion dar, die von 
einigen wenigen Unentwegten ad hoc ersonnen wurde (daher durchaus 
nicht gerade so beschaffen sein muß, wie sie eben ist, sondern ebensogut 
auch anders gebaut sein könnte). Dadurch unterscheidet sich der 
Atonalismus wesentlich von der naturgebundenen, arteigenen Tonalität. 

(...) Die durch fremdrassige Elemente geleitete oder zumindest 
wesentlich beeinflußte geistige Führung unseres Musiklebens vor dem 
Umbruch, die zu einer außerhalb des Volkes stehenden musikalischen 
Richtung hinleitete, läßt es als selbstverständlich erscheinen, daß die 
Erfinder, Verfechter und Förderer des Atonalismus in den Reihen jenes 
jüdischen >Gastvolkes< zu suchen sind, dem wir alle >Fortschritte< der 
demokratischen Ära zu danken haben. Wem die Natur Musikbegabung in 
die Wiege gelegt hat, der wird sein >Talent< richtig verwalten und 
entfalten. Wem dies nicht gegeben war und wer trotzdem Komponisten- 
ruhm ernten wollte, der versuchte auf außermusikalischem Weg Karriere 
zu machen. Das war der Ursprung der entarteten Musik" (S. 6, 7). 

Bayer, promovierter Musikwissenschaftler, der es besser wissen 
mußte, verschweigt geflissentlich, daß die zwölfstufige temperierte 
Tonleiter, auf der auch die "tonale" Musik beruht, ohnehin ein 
Kunstprodukt ist, weswegen Charakterisierungen wie "naturgegeben" oder 
gar "arteigen" keinen Sinn machen. 

Ostmarktänze, für gr. Orch (1940) [LL]. 
Dorothea. Oper (Wien, 14/VI/40). 
1940, Bericht: 

"(...) Der Textdichter Max Morold (Hofrat Millenkovich) hatte dem 
Komponisten ein Buch zur Verfügung gestellt, das an einem persönlichen 
Einzelschicksal den Aufbruch des deutschen Volkes in den 
Freiheitskämpfen 1813 wider den korsischen Welteroberer formt und das, 
gerade im Hinblick auf die großen weltgeschichtlichen Ereignisse, die sich 
heute durch den Einmarsch unserer siegreichen deutschen Truppen in 
Paris vollenden, von ungeheurer zeitgemäßer Bedeutung wurde" (Willibald 
Bertl in: "Neuigkeits-Weltblatt", Wien; Nachdruck in: "Deutsche Theater- 
Zeitung" Nr. 51, 1940. S. 2). 

8. April 1941, "Erntefest": 

"Eine schlichte Handlung, die Willy Fränz| und Robert Kautsky 
entworfen haben, zieht im >Erntefest< vorüber. Inmitten bäuerlicher 
Umwelt entfaltet sich ein zärtliches Liebesspiel mit glücklichem Ausgang, 
reizvoll hineingestellt in die farbig urwüchsige Tracht Tirols. Eine getanzte 
Dorfkomödie gleichsam, deren musikalische Illustration von Friedrich 
Bayer, dem Wiener Kunstbetrachter stammt. Seine Musik atmet bewußt 
Volksnähe. Sie ist frei von einer zergrübelten Tiefe, dafür spritzig, 


B 345 





melodiös, gesund, natürlich. KeinWunder, daß solche Einfälle die Dresdner 
Staatsoper zu sinnfälliger, tänzerischer Ausformung locken. (...)" (Günter 
Hausswald: In Dresden: "Das Erntedankfest". "Hamburger Tageblatt", 
8/IV/41). 

23. April 1942: 

Musikverlag und Bühnenvertrieb J. Oertel übersendet dem RMVP den 
Klavierauszug des Balletts "Erntefest" von Bayer und bittet, Interessenten 
darauf aufmerksam zu machen (Quelle: BAR 55/ 20207. Blatt 171). 

Information: DML, FA. 


Bayerischer Avanciermarsch. 
Vgl. Adolph Scherzer 
In: 
Horst-Wessel-Marschalbum | (71933); Soldatenlieder (1934; mit T von 
Wilhelm Bornemann, 1767-1851). 


Bayerischer Präsentiermarsch = AM |, 102 (aufgenommen 
1925). Fahnenmarsch von 1822/23. 
In: 
HM 2 (1933). 


Bayerischer Zapfenstreich = AM ||, 245 (aufgenommen 1925). 
In: 
HM 2 (1933). 


Bayernlied = Gott mit dir, du Land der Bayern 


Bayreuth im Dritten Reich. Ein Buch des Dankes und der 
Erinnerung. Zeichnungen: W. Knoth, Vorwort: Wolfgang Golther (1933) 
[Alster-Verlag, Hamburg]. 

Vgl. S. Scheffler. 


B(*)au ich af dea Goßn kimm. Mährisches Volkslied. 
In: 
Brünn ist nit hin (1939). 


Becce, Giuseppe 
Longino/Vicenza (Italien), 3. Februar 1887 - Berlin, 5. Oktober 1973. 
Dr. phil., Kapellmeister und Komponist in Berlin-Halensee. 
Werke unter Pseudonymen wie Francesco Ambra, Dr. Bechstein, 
Consalvo: Operetten, U-Musik und Filmmusik, so "Richard Wagner" 


B 346 





(1913), "Ich heirate meine Frau" (UA: 16/X1/34), "Symphonie der Liebe" 
(UA: 8/1/35), "Frau im Strom", Frauenroman in Wien (UA: 13/X/39), 
"Clarissa" psycholog. Frauenroman in Berlin (UA: 8/IX/41); "Allgemeines 
Handbuch der Filmmusik" (Berlin, 1927). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Musik zum Film Der Rebell, zus. mit Erik Meyer-Hellmund, Regie u. a. 
Luis Trenker (1932). 

Der Film - Stoff von Trenker - behandelt dramatisches Geschehen 
während des Befreiungskampfes der Tiroler gegen die französische 
Besatzung 1809. 

Unsere Zeit ist endlich gekommen. Marsch und Marschlied (u. a. FSt. 
Berlin, 16/V/33, 2/VI11/33; Schles. FSt., 12/V1/33, von Schallplatte: 
StaatsOrch Berlin, Dgt. Franz Alfred Schmidt, Georg Gutzmer, Tenor, mit 
Chor) aus dem Film "Der Rebell". Aufnahme: NS-Schallplatten-Industrie 
Nr. 2038 (1933). 

Musik zum Horst-Wessel-Film Hans Westmar, einer von vielen, zus. 
mit E. Hanfstaengl (UA: 13/X11/33). Zunächst unter dem Titel "Horst 
Wessel", jedoch in dieser Form von der Filmprüfstelle verboten, da er 
"weder der Gestalt Horst Wessels noch der nationalsozialistischen 
Bewegung als Trägerin des Staates gerecht wurde"; zugelassen erst nach 
Umarbeitung und Neutitelung. 1945 Verbot durch Alliierte 
Militärregierungen. 

Der Film auf der Basis des Horst-Wessel-Buchs von H. H. Ewers 
feiert einen am Ende namenlosen Märtyrer der NS-Bewegung. 

Musik zum Film Der verlorene Sohn, Regie: L. Trenker (UA: 6/1X/34; 
Prädikat: Künstlerisch besonders wertvoll). 1945 Verbot durch Alliierte 
Militärregierungen. 

Der Film schildert ein Auswandererschicksal zwischen Tirol und New 
York. Der NS-Staat hintertrieb die Auswanderung junger arbeits- und 
wehrfähiger Bürger. 

Musik zum Ufa-Film Der ewige Traum, historische Erzählung um 
Hochgebirge und Bergsteiger (UA: 20/X1/34; Prädikat: künstlerisch). 

Musik zum Terra-Film Wunder des Fliegens (UA: 14/V/35; Prädikat: 
Staatspolitisch wertvoll, volksbildend). 1945 Verbot durch Alliierte 
Militärregierungen. 

Der Film propagiert unter Mitwirkung Ernst Udets die NS-Idee "Volk, 
flieg du wieder", welche die Luftrüstung des Regimes unterstützen sollte. 

Fliegerkameraden. Marsch und Marschlied (1935; RS Königsberg, 3/1X/ 
35) aus "Wunder des Fliegens". Titel auch "Udet-Marsch" [PB]. 

Musik zum Luis-Trenker-Film Der Kaiser von Kalifornien (1936; 
Prädikat: Staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll). 1945 
Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 

Der Film rühmt eine kolonisatorische deutsche Großtat unter 
Auswanderern im Kalifornien der Goldgräberzeit. 

Musik zum deutsch-italienischen Historienfilm Condottieri, Regie L. 
Trenker (UA: 24/111/37; Prädikat: Staatspolitisch und künstlerisch 
wertvoll). 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 


B 347 





Der Film schildert vor historischem Hintergrund Taten von Söldnern 
und ihren Anführern im Italien des 14. Jh. 
Musik zum Film Salonwagen E 417, zeitgeschichtliches Episodenstück, 
Regie P. Verhoeven (UA: 14/1V/39). 1945 Verbot durch Alliierte 
Militärregierungen. 

Der Film erzählt die Geschichte eines Eisenbahnwagens. 
Musik zum Luis-Trenker-Film Der Feuerteufel"(UA: 5/111/40). 1945 
Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 

Der Film handelt vor dem historischen Hintergrund der 
Befreiungskämpfe gegen Napoleon in Kärnten. 
Wir Kameraden der Berge: Fest und stark hält uns ein Band 
umschlungen (T: H. Knorr). Bergsteigerlied. 
In: 
Soldatenliederbuch (41940). 
Musik zum Film Krischna, Abenteuerstück um einen Elefantentreiber in 
Indien und seine Familie (UA: 17/X/41; Prädikat: Volksbildend). 

Information: DML (Geburtsangabe: Padua, 3/II/81), FA 

(Geburtsangabe: Padua, 3/XII/81), RMLE. 


Becher 


Der deutsche Ozeanflieger. Marsch (Werag, 23/11/33). 


Becher, Eduard 


O du Heimat, lieb und traut, wonnig dich mein Auge schaut (eigener 
T). Schlesisches Heimatlied. 
Textprobe (6. Strophe): 

"Wo die Katzbach schäumend braust, 

wo einst Blüchers Heldenfaust, 

als der Freiheitskampf entbrannt, 

arge Schmacvh in Sieg gewandt, 

da bist du, mein Schlesierland". 
In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 31934); Schlesisches SA- 
Liederbuch (31933); Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen- 
Verbände (1934; nur T). 


Bechmann, Hans siehe: Erich Neumann 


Beck, Curt 
Rostock, 4. März 1910 - Bremen, 22. Oktober 1989. 
Zunächst Buchhändler, dann Komponist in Rostock - Musikpreis der Stadt 
Rostock 1938.; während des Krieges bei der Wehrmacht. 


B 348 





1945-48 Dramaturg an den Theatern Rostock und Wismar, bis 1957 
Musikkritiker der Rostocker Presse, 1958-76 bei Radio Bremen 
Programmgestalter und Leiter der Abt. Oper und Symphonie. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Soldatenhymne für Bariton und Orch (1939), gewidmet dem Gauleiter 
von Mecklenburg, Friedrich Hildebrandt. 

Information: Das Stadtamt Bremen (23/IV/98) korrigierte den 
Vornamen in Kurt. 


Beck, Georg 
Fürth, 5. Januar 1896 - Nürnberg, 5. Juni 1980. 
Musikpädagoge, am Konservatorium Nürnberg ausgebildet, Chormeister in 
Nürnberg. 
Nach 1945 später - Stand 1954 - in Fürth, ab 1969 in Nürnberg. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.715.448. 
Der Glaube an das Vaterland, Partitur onA, am 16/V/33 dem RMVP 
eingereicht (Quelle: BA R 55/ 1160). 

Information: KDMK. Das Einwohneramt Nürnberg (19/VIII/98), gez. 
Richter, beantwortete eine Anfrage in diesem und acht weiteren Fällen mit 
der Forderung eines Kostenvorschusses von 180 DM. Den Antrag an den 
Oberstadtdirektor auf Erlaß der Gebühr lehnte das "Direktorium Recht und 
Sicherheit" der Stadt Nürnberg (18/IX/98), Dr. Frommer, ab, weil "kein 
hinreichender Grund" dafür vorliege; das beweist allerdings nur, daß das 
Verwaltungspersonal in Nürnberg Geld höher einschätzt als das kulturelle 
Image der Stadt. Aus Rechtsgründen verbot sich die Zahlung. 


Beck, Karl E. 

Mohlsdorf bei Greiz/ Thüringen, 11. September 1902 - Westenholz bei 
Delbrück/ Krs. Paderborn, 1. April 1945 (im Fronteinsatz gefallen). 
Musikpädagoge; Volksschullehrer, 1923 in Rositz, 1935 in Meuselwitz; 
auch Chorleiter. Während des Krieges zur Wehrmacht einberufen. 
Werke: Lieder, Chöre und Kantaten. 


NSDAP seit 1/111/30, Nr. 213.977. 
Erntedank (T: Fritz Fink). Kantate für MCh, 3 Trompeten und 2 Posaunen 
(Breslau, *Juli 1937, beim 12. Dt. Sängerbundesfest) [Zs]. 

Information: LdCh. 


Beck, Matthias 
Temmels an der Mosel, 20. Dezember 1887 - Bingen, 18. November 
1957. 
Sohn eines Bildhauers; Musikpädagoge. Musikoberlehrer am Gymnasium 
Homburg/Saar, hier auch Leiter der Sängervereinigung. 


B 349 





Nach 1945 zuletzt i. R. in Bingen. 
Werke: Männerchöre, Frauenchöre und Lieder, zumal Heimatlieder. 


NSDAP seit 1/V1/33, Nr. 2.694.380. 

Saarhymne: Wie schlagen deine Pulse (T: Just). (1933) [H]. 

Saarlied: Gottes Erde, weit und prächtig (T: Fr. Thamerus). 

In: 

Deutsch ist die Saar! (1934; nur T). 

Liederblätter des Gaues XIV im Deutschen Sängerbund, Nahe-Mosel- 
Saar. Im Auftrag der Gauleitung hgb. (Blatt 1-6 1934, Blatt 7 1935) [H]. 
Blatt 1. 

Wir zogen in das Feld. Für Astimm. MCh und Trompete/ Klarinette: W. 
Leib. - Schenkenbachs Reiterlied: Vorerst so wölln wir loben. Für 3stimm. 
MCh: M. Beck. 

Blatt 2 (Für Astimm. MCh: W. Leib). 

Unser lieben Frauen vom kalten Bronnen. - Schatz, mein Schatz, reise 
nicht so weit von hier. 

Blatt 3 (Für Astimm. MCh: W. Leib). 

L. Senfl: Mit Lust tät ich ausreiten. - L. Senfl: (Trabe dich Schimmel, trab) 
Ich soll und muß ein Buhlen hab'n. - Wohlauf, ihr lieben G'sellen. 

Blatt 4. 

H. von der Saar (= Hans Bongard): (Eines Volkes Stimme) Nun stehet 
Mann für Mann (T: F. H. = Fritz Hochstein). - Wir kommen heim ins 
Vaterland (T: F. H.). - An der Saar die deutsche Front: Land vereinsamt 
und in Ketten (T: F. H.). - Glück auf der Saar!: Wir rufen (T: F.H.). 

Blatt 5. 

Ph. Stilz: Wir wollen heim. 

Blatt 6. 

W. Rein: (Arm Saarvögelein) An der Brück an der Saar. - Deutsches 
Saarlied. Das Saarland steht in Blüten. 

Blatt 7. 

Hans Lang, Lied der Saardeutschen: Auf dem Winterberg steht. Ein- und 
zweistimmig mit Klavier. 

Wille zum Sieg (T: H. Anacker). Hymne für gemCh, Orgel, Bläser und 
Fanfaren (Karlsbad, 1942). 

Juli 1942, Bericht: 

"(...) Anackers >Wille zum Sieg< steigerte sich in der Komposition 
Matthias Becks zu unerhörter Wirksamkeit; das zeitnahe Werk zeigt die 
sichere Beherrschung aller hymnischen Chormittel durch den 
Komponisten. Vom musischen Standpunkt interessant ist die Steigerung 
des Werkes aus der Pentatonik der Alten zu modernster Klangführung, die 
den Grundgedanken des Werkes ausdrückt: der Wille zum Sieg ist 
Krönung aller Erkenntnis, Entwicklung der Werte aus der Frühzeit unseres 
Volkes! Orgelstimme, Bläser und Fanfaren führen und tragen den 
strahlenden, festlichen Glanz der Stimmen" (Margret Mainx: Uraufführung 
in Karlsbad. "Die Musikpflege" XI11/4-5, Juli-August 1942. S. 93). 

Den Müttern (T: H. Baumann). Kantate für Männer-, Frauen- und 
gemcCh, Sprecher und Instrumente (1944) [HoK]. 


B 350 





Information: DML, FA, LdCh. 


Beck, Oskar 
Webmeister in Bromberg/ Polen, Amateurkomponist. 


Deutsches Volkslied onA, im Juli 1933 dem RMVP eingereicht (Quelle: 
BAR 55/ 1160). 

Information: Keine weitere Nachricht; das damalige Bromberg gehört 
seither wieder zu Polen. 


Beck, (Imanuel Heinrich Hans) Reinhold 
Hannover, 10. Januar 1881 - Thale (DDR), 11. Juli 1968. 
Sohn eines Königlichen Ballettdirigenten; zunächst Pharmazeut, dann 
Schauspieler, Chormeister und Kapellmeister, ab 1927 schließlich 
freischaffender Tonsetzer und Privatmusikerzieher in Thale/Harz. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Op. 31. Eine deutsche Ouvertüre, für gr. Orch (um 1920; UrS: Norag, 
14/V/33; MS). 
Op. 54. Feldlagerlieder aus dem 30jährigen Krieg (T: Börries von 
Münchhausen) (UrS: RS Hamburg, 22/V/34; MS). 
Op. 63. Drei Militärmärsche. MS. 

Information: DNML, DML, FA, KDMK, LdCh. Den Todesfall 
beurkundete das Standesamt Thale, Nr. 160/1968. 


Beck, (Peter) Walter (Walther) August 

Magdeburg, 10. Juni 1890 - Kassel, 29. J uni 1966. 
Sohn eines Privatiers; ausgebildet am Konservatorium Compes de la Porte 
in Halle. Dirigent, Kapellmeister in Regensburg, Würzburg, Darmstadt, seit 
1924 GMD in Magdeburg, jedoch im April 1933 zugleich mit dem 
Intendanten, dem 1. Kapellmeister, dem Dramaturgen und dem 
Verwaltungsdirektor aus politischen Gründen amtsenthoben; 1934-41 
GMD am Staatstheater Bremen, 1941 in Hannover, 1942 in Berlin- 
Schöneberg, wo er bei Eduard Spranger und Nicolai Hartmann Philosophie 
studierte. 1943/44 an der Pfalzoper Kaiserslautern. 

Nach 1945 auf der "Grauen Liste" der US-Militärregierung, Wohnsitz 
Kassel, ab Herbst 1945 Gastdirigent von Sinfonieorchester Hannover und 
Niedersächsischem Sinfonieorchester Hannover, ab 1947 Gastauftritte in 
Kassel und anderswo mit Wohnsitz Hannover-Herrenhausen. Zuletzt i. R. 
in Kassel. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.448.524, auf Antrag vom 19/X1/37. 
3. Mai 1942: 
Im besetzten Belgien leitet Beck im Opernhaus Gent eine Aufführung 


B 351 





der "Entführung aus dem Serail" bei den Flämischen Mozarttagen. 
4. Mai 1942: 

Im besetzten Belgien leitet Beck ein Konzert der Flämischen 
Mozarttage im Opernhaus Gent. 

14. Mai 1942: 

"(...) Die Propaganda-Abteilung Belgien vermittelte Herrn Beck eine 
>Lohengrin<-Aufführung in Antwerpen, eine >Carmen<-Vorstellung am 
Deutschen Theater Lille, die Neueinstudierung der >Entführung< in Gent 
(vier Vorstellungen) und ein Symphonie-Konzert, ebenfalls in Gent, im 
Rahmen des flämischen Mozart-Festes. 

Es muss leider gesagt werden, dass Herr Beck weder menschlich 
noch künstlerisch zu den flämischen Künstlern Kontakt gefunden hat, 
obschon er sich verhältnismässig lange in Flandern aufhalten konnte. - Er 
ist der irrigen Auffassung, dass die Flamen >falsch< sind, weil sie ihm aus 
dem Wege gehen. Niemand versagt ihm Achtung in künstlerischer und 
menschlicher Hinsicht, aber er fällt hier auf die Nerven und enttäuscht 
künstlerisch insofern, als er keineswegs eine Führerpersönlichkeit am Pult 
ist, die man hier ohne weiteres voraussetzt, wenn ein Deutscher als Gast 
ins Ausland geht. 

Es wird daher geraten und gebeten, von einem ständigen und einem 
gelegentlichen Aufenthalt Walter Becks in Flandern Abstand zu nehmen" 
(Quelle: BAR 55/ 20495. Blatt 325). 

Der Bericht beleuchtet die Situation des Künstlers - eines jeden 
Künstlers - im Gefolge der Wehrmacht in einem besetzten Land, wo ihn 
die Einheimischen "schneiden", obwohl er eine Führerrolle schon gar nicht 
hervorkehrt. 

18. Mai 1942: 

Das RMVP, Abt. Zeitschriftenpresse, leitet dem Deutschen 
Kulturdienst eine Pressenotiz zu, nach der Beck bei seinem Flandern- 
Gastspiel "großen Erfolg" erzielt habe (Quelle: BA R 55/ 20495. Blatt 331). 
29. Mai 1944, Problem: 

"Anläßlich einer Konzertreise traf ich in Kaiserslautern den 
>Generalmusikdirektor< Beck, der diesen Titel in Magdeburg u. Bremen 
vertraglich hatte, als Generalmusikdirektor auch im Auftrage des Prop- 
Ministeriums in Italien und Holland Gastspielopern dirigierte. 

Jedermann kennt ihn als >Generalmusikdirektor< u. tituliert ihn so. 
Da er im kommenden Winter in Kaiserslautern auch die Sinfoniekonzerte 
dirigieren muß, kam für Propagandazwecke die Titelfrage zur Sprache. Von 
der Stadtverwaltung erhielt er den Bescheid, daß laut Anordnung des 
Vertreters des Prop. Min. Pg. Hellriegel in Neustadt (Weinstraße) Beck, der 
als Operndirektor in Kaiserslautern verpflichtet ist, den 
>Generalmusikdirektor< nicht führen dürfe. Er fragte mich um meine 
Meinung. Da der >Generalmusikdirektor< als Titel verliehen wird, mußte 
ich Eurem Vertreter in N. Recht geben. Denn seine frühere Titelführung 
bezog sich auf Bremen u. Magdeburg. In der Öffentlichkeit ist er ohne 
diesen Titel gewissermaßen degradiert. Er hat um die Pfalzoper in 
Kaiserslautern große Verdienste, die von Publikum u. Presse anerkannt 
werden. 





B 332 





Vieleicht besteht eine Möglichkeit ihn den Titel mit Rücksicht auf 
seine langjährige Tätigkeit als >Generalmusikdirektor< weiter führen zu 
lassen. 

Ich versprach Beck Dir diese Angelegenheit zu unterbreiten" 
(Havemann, handschriftlich, an Hinkel, 29/V/44. Fehler im Original. 
Quelle: BA Namensakte Havemann). 

Solche Titel wurden in Friedenszeiten ausschließlich von Hitler 
verliehen. Dieser hatte jetzt andere Sorgen; die Invasion der 
Westalliierten stand bevor. 

Information: DML, FA, MM2, KDMK. 


Becker, ? 


Der freie deutsche Mann. MCh (u. a. BR, *18/VI/33, 17. Sängerfest 
des Sechsämter-Sängerbundes Schirnding). 
Mein Heimatwald (u. a. BR, *18/VI/33). 


Becker, ? 


Heil Hitler-Marsch (RS Leipzig, 27/XI1/34, von Schallplatte). 


Becker, ? 


Frisch, ganze Kompanie. Marsch (RS Wien, 22/111/39). 


Becker, ? 


SS-Rottenführer. 
Wir alle (T: SS-Obersturmführer Hanig). Kriegslied (Quelle: "Hilf mit!" 
V111/10-11, Juli-August 1942. S. 217. Provenienz: Gudrun Wilcke- 
Pausewang; mit Dank). 
Vgl. G. Wilcke: Die Kinder- und Jugendliteratur des Nationalsozialismus 
als Instrument ideologischer Beeinflussung (Frankfurt/M., 2005). S. 76. 
Textprobe (1. und 2. Strophe, jeweils mit Refrain): 
Wir alle tragen das gleiche Kleid 
in Feldgrau mit silbernen Schnüren. 
Wir alle stehen zum Kampfe bereit, 
wenn Runen und Totenkopf führen. 
Sollen wir klagen, wenn dunkelste Nacht 
wieder den Glauben an dich hat gebracht, 
Deutschland, mein Deutschland? 


Wir alle haben die gleiche Pflicht. 
Wer wollte sein Los je bereuen; 


B 393 





Soldaten gehören sich selber nicht 
im Willen. ein Reich zu betreuen. 
Sollen wir klagen, wenn Morsches zerfällt? 
Großdeutsche Taten erobern die Welt! 
Deutschland, mein Deutschland!" 
Information: Der Titel dient in jener "Illustrierten deutschen 
Schülerzeitung", hgb. von der Reichswaltung des NSLB, der Werbung für 
die Waffen-SS, steht aber in keiner der hier erschlossenen Anthologien. 


Becker, Adolf 

Berlin, 16. Dezember 1870 - Berlin, 18. Juni 1941. 
Militärmusiker; 1897 Stabshoboist beim IR 150, MM beim Kaiser-Franz- 
Garde-Grenadier-Rgt 2 in Berlin bis 1919, nun ans Pionier-Btl. 15 der 
Reichswehr überwiesen, zuletzt OMM in Berlin bis 1925, dann außer Dienst 
gestellt und Dirigent einer eigenen Unterhaltungskapelle. 
Werke: hauptsächlich Märsche, so "Maxim-Marsch" nach Motiven von 
Victor Hollaenders Revue "Die Herren von Maxim", "Rosenberg-Marsch". 


NSDAP seit 1/1V/33, Nr. 1.770.784. 

Der Fahnenschwenker. Marsch (Norag, 28/V11/33). 

Zapfenstreich im Biwak. Marsch (Mirag, 9/111/33). 
Katzbach-Marsch. Neugestaltung eines alten Marschs des Yorckschen 
Korps von A. Becker (Orag, 25/111/33). 

Der Titel feiert die Schlacht an der Katzbach in Schlesien am 26. 
August 1813, als ein Heer der Verbündeten unter dem Kommando 
Blüchers die Streitmacht Napoleons endgültig aus Schlesien vertrieb und 
103 Kanonen, 250 Wagen, zwei Adler erbeutete und 18.000 Gefangene 
machte; die Franzosen ließen mehr als 12.000 Tote und Verwundete auf 
dem Schlachtfeld. Das Original ist ein traditioneller Marsch des Yorckschen 
Korps. 

Kreuz und Krone. Marsch (u. a. Berlin, 11/V111/36, Militär- Festkonzert 
zur Olympiade, gesamtes MK der Wachtruppe Berlin, Dgt. StMM Ahlers). 
Der Zehnkämpfer. Marsch für Blasmusik mit SaxStn. (1938; Berlin, 10/ 
VI11/38, MK des Wach-Btl. Berlin, Dgt. StMM Ahlers) [Bi]. 

Junge Front. Marsch für Blasmusik mit SaxStn. (RS Breslau, 26/X/38, 
RAD-GauMZ 10 Niederschlesien, Dgt. R. Horschler; RS Berlin, 8/1/39) 
[Bi]. 

Feldparade. Marsch für Blasmusik mit SaxStn. (1938) [Bi]. 

9. August 1941: 

Die "DMMZ" LXI11/32, S. 376-377, veröffentlicht Georg Kandlers 
Aufsatz "Das Geheimnis Adolf Beckers". 

Information: FA, LdBl. 


B 354 





Becker, Albert 
1834 - 1899 


Sommergesang: Geh aus, mein Herz und suche Freud (T: Paul 
Gerhardt) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, vom Schwäb. Liederfest des DSB). 


Becker, E. (Pseudonym) = Hans Ailbout 


Becker, Erik Heinrichs 


Komponist und Textdichter in München; im Kriege zur Wehrmacht 
einberufen, u. a. Kanonier einer schweren Feldhaubitzen-Batterie in 
Landshut. 

Werke: u. a. Unser Tag. Sprüche zum Tageslauf, 1939 [V]; Liedertexte 
(so für W. Stumme und H. Kohlheim). 


Alle Titel im [ZVNSDAP]. 
Wenn wir durch die Stadt marschieren, fliegen schnell die Fenster 
auf. Kriegslied (Kanonierlied). 
Textprobe (2. Strophe): 
"Werden wir dem Feind begegnen, 
wird er fliehen wie der Wind, 
und es wird Granaten regnen, 
wo wir mit Kanonen sind. 
Denn der Feind, der wird geschlagen, 
das ist so Soldatenart. 
Müssen wir das Leben wagen, 
Deutschlands Ehre bleibt gewahrt". 
In: 
Das Lied der Front 2 (1940); Soldatenliederbuch (41940). 
Von Kanonieren ist ein Lied erklungen, wenn sie marschieren, wird 
der Feind bezwungen (eigener T). Kriegslied, "Meiner schweren 
Feldhaubitzen-Batterie gewidmet". 
Textprobe (2. Strophe): 
"An den Geschützen 
wolln wir mutig stehen, 
die Rohre blitzen, 
was auch mag geschehen. 
Granaten fliegen, 
wir müssen siegen, 
das Land zu schützen, 
das wir liebend sehen. 
In allen Städtchen 
gibts schöne Mädchen 
und der Soldat hat gerne einen Schatz. 
Wenn wir zum Sturme gehn 


B 330 





und vor dem Feinde stehn, 
ist >Barbara!< der letzte Ruf und Satz". 

Die heilige Barbara galt als Schutzpatronin der Artillerie, absurdes 
Beispiel für den Mißbrauch religiöser Vorstellungen durch das Militär. Noch 
gegen Ende des 19. Jahrhunderts hieß das Munitionsmagazin auf 
französischen Kriegsschiffen "Sainte-Barbe". 

In: 

Soldatenliederbuch (41940). 

Lied der Infanterie: Wer stürmt auf den staubigen Straßen vor (eigener 
T). Kriegslied. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Wer kennt keine Furcht und keinen Schreck, 
da bleibt selbst dem Feinde die Spucke weg. 
Wer ist die Elite der ganzen Armee, 
bekannt von den Alpen bis an die See? 
Die Infantrie! 
Infantrie greift an, allzeit frisch voran, 
Mann für Mann!" 
In: 
Soldatenliederbuch (41940). 
Schön ist das Soldatenleben, würd es keinen Fußdienst geben (eigener 
T). Kriegslied. 
Textprobe (4. Strophe mit Refrain): 
"Ist der Englischmann bezwungen 
und der deutsche Sieg errungen, 
ziehen freudig wir nach Haus. 
Über Zeit und Raum 
noch im tiefsten Traum 
tönt das Lied heraus. 
Sprung auf marsch, marsch 
und hingelegt, 
daß hell der weiße Sand auffegt, 
Soldaten, ja Soldaten, 
Soldaten müssen sein!" 
In: 
Soldatenliederbuch (41940). 
Greift die Fahne, Kameraden, die in Purpurfarben facht (T: aus "Lied 
der Getreuen"). Kampflied. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Schlagt die Trommel, Kameraden, 
harter Schwur ist jeder Schlag. 
Schreitet vorwärts, Kameraden, 
Freiheit ist der neue Tag!" 
In: 
Soldatenliederbuch (41940). 
Die Trommel hat gerufen mit aller ihrer Macht (eigener T). Kriegslied. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Wir müssen nun marschieren, 


356 





ob uns die Sonne lacht, 
ob Kugeln uns umschwirren, 
der Tod die Runde macht. 
Ihr Liebsten sollt es tragen, 
im Osten wird es tagen: 
die Trommel hat geschlagen 
mit aller ihrer Macht". 
In: 
Soldatenliederbuch (41940). 
Die Trommeln, die dröhnen bei Tag und bei Nacht (eigener T). 
Kriegslied. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Trompeten nun gellen 
und Hörner, die schrein. 
Und wir, wir marschieren 
ins Frührot hinein. 
Wir müssen marschieren, 
und nichts, das uns hält. 
Wir ziehen für Deutschland, 
für Deutschland zu Feld". 
In: 
Soldatenliederbuch (41940). 


Wenn die Geschosse spritzen, ist hohe Kriegeszeit (eigener T). 


Kriegslied. 
Textprobe (Refrain): 

"Wir sind die Kanoniere 
der schweren Artillrie, 
in Landshut kennt ein jeder 
bald unsre Batterie". 

In: 

Soldatenliederbuch (41940). 


Becker, Heini 
Geiger. 


Mitglied der H). 


Der Mann, der einen Hammer schwingt (eigener T). Vaterländisches 


Arbeitslied, Lied der Arbeitsfront. Auch für Gesang mit Klavier: Adolf 


Becker (1936) [VfdM]. 
Textprobe (3. Strophe): 

"Wir stehn im schlichten Arbeitskleid 
und rufen: Kameraden, das Ziel noch weit, 
die Kraft so nah', jetzt auf zu neuen Taten. 
Und ich mit euch und Ihr mit mir, 
marschiern wir Hand in Hand. 
Die Ehre dir und mir, 


B 337 





für unser Vaterland". 
In: 
Wir wandern und singen! (1937); Siehst du im Osten das Morgenrot 
(1939). 


Becker, Heinrich 
Im Krieg Unteroffizier der Wehrmacht. 


Bausoldaten: Man rief uns zum Wall in stählerner Zeit (T: Gefreiter Adolf 
Laub). Kriegslied. 

In: 

Bautruppen-Liederbuch (1941). 


Becker, Heinz (Heinrich Hermann) 

Mülheim/Ruhr, 10. August 1910 - Oberhausen, 23. Januar 1980. 
Schüler von M. Scheunemann, C. Ehrenberg und R. Trunk an der 
Musikhochschule Köln bis 1933; Chorleiter, Bearbeiter und Vereinsdirigent, 
so des Werkchors der Brotfabrik Knäpper, des MGV Rhenania in Duisburg- 
Kaßlerfeld. Später in Mülheim-Styrum. 

Nach 1945 weiterhin in Mülheim, zuletzt i. R. in Oberhausen. 
Werke: u. a. Vier deutsche Volkslieder, für MCh bearbeitet, Op. 12 
(1935). 


NSDAP seit 1/1/40, Nr. 7.914.810, auf Antrag vom 7/XI1/39. 
Op. 16. Nr. 1. Kamerad, schlag zu! (T: Max Steege). - Nr. 2. Volk: Volk, 
baue dein Vaterland (T: M. Steege) (1937). - Nr. 3. Bekenntnis: Nicht 
klagen und zagen, beginnen und wagen (T: M.Barthel) (1938). - Nr. 4. 
Werkfeierlied: Tritt heran, Arbeitsmann (T: H. Lersch). MCh (1938) 
[H&C]. 
Op. 18. Vom Bauern: Nr. 1. Der Dengler (T: H. Burte). - Nr. 2. 
J ungbauernlied (T: W. Brockmeier). - Nr. 3. Heimaterde (T: Walter 
Quix). MCh (1939) [B&S]. 
Op. 21. Nr. 1. Dem deutschen Arbeiter: Kamerad, deine Hände sind 
rauh (H. Anacker). Zum Arbeitsjubiläum. MCh (1939) [H&C]. 
Information: KDMK (mit einigen Werken nach 1945), LdCh. Das 
Bürgeramt Mülheim/Ruhr (4/IIIl/98) verlangte für eine Meldeauskunft 20 
bis 30 DM an Gebühren, obwohl Becker auch in Altbeständen nicht zu 
ermitteln ist, und lehnte (20/III/98, gez. Schneider) den Antrag auf 
Aussetzung der Gebühren ohne Begründung ab. Auf Widerspruch vom 
7/VII/98 gegen einen weiter ablehnenden Bescheid des 
Oberstadtdirektors Predeick durch Herrn Gehl entschied die 
Bezirksregierung Düsseldorf (17/IX/98), Frau Hümbs, ebenfalls negativ. 
Dies bedeutet, daß Geld dort wichtiger ist als Kultur und die 
Persönlichkeitsrechte des Grundgesetzes! Aus Rechtsgründen verbot sich 
die Zahlung. 


B 338 





Becker, Otto 
Breslau, 24. Februar 1870 - Berlin, ? 
Sohn eines Tischlermeisters; seit 1910 Organist und Glockenist an der 
Garnisonkirche in Potsdam, Kiezstr. 24, zeitweise Orgellehrer an der 
Musikhochschule Berlin. 1939 i. R., jedoch im August 1940 anstelle des 
zum Wehrdienst einberufenen Nachfolgers im Organistenamt Fritz Werner 
vertretungsweise wieder eingesetzt. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP 
Zehnkämpfer. Marsch (1938; Berlin, 10/VI111/38, zum Militär-Festkonzert 
im Zoo). 
Es geht gegen Engelland! (T: Lotte Rose). Kriegslied. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Wir schießen die besten Flieger dir ab, 
wir senken die Schiffe ins Meeresgrab. 
Die Zeit deiner Herrschafz, England, ist um! 
Wir reißen das Rad des Schicksals herum". 
Information: DML, FA, KDMK (nur Totenliste), LdCh (letztere beide 
mit falschem Todesdatum). 


Becker, Paul 
Worms, 23. Mai 1881 - Kiel, 11. September 1963. 
Sohn eines Studienrats; Schüler von A. Prüfer und L. Thuille, zunächst 
Marinegerichtsrat, ab 1920 in Kiel Musikreferent der Kieler Zeitung, auch 
Komponist. 
Werke: u. a. gesangspädagogische Publikationen für die Grundschule 
nach der Tonwortlehre von Carl Eitz; Lieder und Klavierstücke. 


Feuerleich: Ihr, versammelt im geweihten Kreis (T: E. Leibl), für 3 
gleiche oder gemischte Stimmen mit Vor-, Zwischen- und Nachspiel für 3 
Hörner oder andere Instrumente (1934) [VB]. 
In: 
Die Silberlanze (1934; Melodie und Text). 
Gläser: Flamme empor! 3stimmig: Becker. 
In: 
Mein Vaterland (1934). 
Lied der Schar: Es wirbeln die Trommeln (T: E. Leibl). Bekenntnislied 
(1935). 
Textprobe (2. Strophe): 
"Ihr, unsere Wimpel, seid sieghafte Zeichen 
des jungen aufsteigenden Geschlechts. 
Wir wollen nicht modern, 
nein, brennen und lodern! 
Wir blicken gradaus 
und nicht links und nicht rechts! 
Hie Manneszucht! Hie Treue, hart und klar! 
Und unser Glaube stark, unwandelbar: die Schar!" 


B 337 





In: 

Wir wandern und singen! (1937). 

Ruf: Du mein heilig Land (T: E. Leibl). Für gemCh (1936) [VB]. 
Information: DML, FA, KDMK (nur Zitat aus DML). Nicht im DMK 

1942. Das Standesamt Worms ignorierte eine Anfrage vom 20/X1I/99, 

brach also Verwaltungsrecht, verwies auf Erinnerung jedoch nach Kiel. 

Das Einwohnermeldeamt Kiel ignorierte eine Anfrage vom 13/IV/O00 und 

reagierte erst auf Erinnerung vom 7Z/IX/O00. 


Becker, Reinhold 
1842 - 1934 


Hochamt im Walde: Wie ist's im Wald so kirchenstill (T: F. Brunold) (u. 
a. Stuttgart, *J uli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB). 


Becker, Rolf 


Mitglied des RAD, Arbeitsgau 23 Thüringen. 
Ehre deutscher Arbeit! (eigener T). 

In: 

Singend wollen wir marschieren (21936). 


Becker, Valentin Eduard 
1814- 1890 


Wohlauf, die Luft geht frisch und rein, wer lange sitzt, muß rosten (T: 
J. V. von Scheffel). Wanderlied. Titel: Lied der fahrenden Schüler. 

In: 

Wir wollen singen (1933); Liederbuch der NSDAP (211933; nur T, 

onA); Heil Hitler! (1933; nur T, 0onA); Das Lied des Arbeitsdienstes (1933); 
Deutsche Volks- und Kampflieder für die HJ und das J ungvolk (1933; nur 
T, onA); S.A. Liederbuch (1933); Singkamerad (21934, 31935, 81937); 
Liederbuch für Dt. Frauen und J ungmädchen-Verbände (1934); Liederbuch 
des Turner-Musikant (1934); Wir singen (1934); Arbeitsdienst-Liederbuch 
(1934); Vorwärts! Vorwärts... (1935); Was Deutschland singt (1936; nur 
T, onA); Wir wandern und singen! (1937; "nach V. E. Becker"); Das Lied 
im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Flieger-Liederbuch (1938; nur T, 
onA); Liederbuch der SA (91938); Unsere Lieder (71938); DSB, 
Liederbuch für Männerchor (1938); SA-Liederbuch (21939; "Weise nach 
Valentin Eduard Becker"); Das neue Soldaten-Liederbuch 2 (1939); 
Kameradschafts-Lieder (1939; nur T, onA); Das zweite neue Soldaten- 
Liederbuch (1940); Deutsche Lieder (1940); Soldatenliederbuch (41940; 
"nach V. E. Becker"); SS-Liederbuch (61940, 91941); Singt alle mit! 
(1944). 

Was die Welt morgen bringt, ob sie mir Sorgen bringt, Leid oder 


B 360 





Freud? (T: R. Baumbach). 
In: 
Wir singen (1934; Text onA). 


Becker, W. 


Die von der Panzerkompanie: Im Herbst die Vögel flogen gen Süden 
übers Land (T: Gefreiter Hans Linden). Kriegslied, zus. mit W. Tolksdorf. 
Auch auf Textpostkarte [K]. 

Textprobe (3. und 4. Strophe ohne Refrain): 
"Gen Prag ging es in Schnee und Eis, 
es war ein hartes Stück, 
und kehrten wir von dieser Reis’ 
zu Ostern nicht zurück. 


Als wieder Herbst im weiten Feld, 

lag Polens Macht und Wehr 

besiegt, geschlagen und zerspellt, 

war's auch mitunter schwer". 
In: 
Das Lied der Front 1 (1940); Alte und neue Soldatenlieder (1940); 
Sechzehn neue Soldatenlieder (1940). 


Becker, Wilhelm 
Göttnitz/ Krs. Bitterfeld, 24. Juli 1885 - Heilbronn, 17. Januar 1955. 
Orchestermusiker, Kanzleisekretär und Musikdirektor, als Posaunist 
Mitglied des Städtischen Orchesters Heilbronn. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.461.124. MZF der SA-Standarte 122 Heidelberg. 


Beckerath, Alfred von 

Hagenau/Elsaß, 4. Oktober 1901 - München, 7. Januar 1978. 
Sohn eines Rittmeisters; Schüler u. a. von J. Haas, seit 1933, 
freischaffend, Musikpädagoge und Komponist in München, zunächst bis 
1932 in Berlin Kapellmeister und Berater bei den Musikaufnahmen der 
Tobis-Film. 1937-42 Musiklehrer am deutsch-englischen Landheim von 
Specht in Ambach in Oberbayern. 1942-46 zur Wehrmacht einberufen mit 
anschließender Kriegsgefangenschaft. 

1946 wieder in München; 1952 Träger des Münchner Musikpreises; 
1955-63 musikal. Leiter des Stadttheaters Ingolstadt; 1958 Musikvorstand 
des Theaters der Jugend in München. 

Werke: mehrere Opern; Lieder mit Klavier und anderen Instrumenten; 
Kammermusik (3 Quartette, 2 Trios); Stücke für alte Instrumente 
(Blockflöten, Gamben, Cembalo); Stücke für Orch mit und ohne Solo; 
Musik für Rundfunk und Schauspiel, sowie zahlreiche Blasmusiken für 


B 361 





Feier und Marsch, so Sinfonie für BlasOrch (1942); Filmmusik, so "Mit Dir 
durch dick und dünn" (UA: 9/111/34). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 


1933 
Musik zu Das Reich rettet Wien, Hörbild von Alfons von Czibulka (BR, 
26/V11/33). Die Teile: 1. Türken vor Wien. - 2. Fest in Nymphenburg. - 3. 
Reich geht vor Land. - 4. Das Reich marschiert. 


1934 
Berghoch am Walde (T: H. Wirth), nach einer alten Melodie, für 
Singstimme oder Chor mit kl. Orch oder Klavier. Vorspiel, Nachspiel und 
Satz: A. von Beckerath (1934) [V]. 


1935 
Es zittern die morschen Knochen. Marschfantasie über ein Kampflied 
von H. Baumann (1935). 


1936 
Zwei Feiermärsche für BlasOrch, Fanfaren und Pauken (1936) 
[ZVNSDAP]. 
Zwei Lieder zur Sonnenwende. Für Blasmusik [ZVNSDAP]. 
1. Gläser: Flamme empor! (T: Joh. H. Ch. Nonne). - 2. Lauer: Wir stehen 
um den Flammenstoß (T: H. Böhme), Sonnwendchoral. 


In: 
Lieder der Bewegung für Blasorchester 4 (1936). 
Langemarck: Wir haben ein Grab gegraben. Auf den Tod der jungen 
Kriegsfreiwilligen (T: Will Vesper). Für einstimm. Chor und Bläser 
(1936). Auch als Liederblatt der Reihe ") unges Volk" [ZVNSDAP]. 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Sie haben so brav gestritten, 

den bittren Tod erlitten, 

getrunken, als wäre er Wein. 

Sie liefen mit Gesange, 

es war ihnen gar nicht bange, 

weit in den Feind hinein. 


Sie trieben ihn über die Eyser, 
da blühten die Lorbeerreiser 
rings auf dem flandrischen Feld. 
Und noch im Taumel des Falles 
klang Deutschland über alles, 
über alles in der Welt". 

In: 

Lieder der Mannschaft 11 (1938). 


B 362 





1937 
Musik und musikalische Einrichtung für elf Teile der Hörfolge "Das 
deutsche Jahr". Ein Bericht vom Aufbau des Reiches. Buch: Andreas 
Weinberzger. 
. Folge: Bis zum Anbruch (RS München, *28/1/37). 
. Folge: Fanget an (RS München, 26/11/37). 
. Folge: Volk ans Gewehr (RS München, 30/111/37). 
. Folge: Der Führer (RS München, *20/1V/37). 
. Folge: Unsere Fahne ist die neue Zeit (RS München, 29/V1/37). 
. Folge: Die Kunst im 3. Reich (RS München, *14/V11/37). 
Gesendet im Hinblick auf den Tag der Dt. Kunst. 
8. Folge: Neue Wege - neue Kräfte (RS München, 18/VI11/37). 
9. Folge: Reich mir die Hand, Kamerad (RS München, 24/1X/37). 
10. Folge: Erde schafft das Neue (RS München, 27/X/37). 
11. Folge: Brüder, formiert die Kolonnen! Vom einsamen Heldenopfer 
zum gemeinsamen Volksopfer (RS München, *25/X1/37). 
12. Folge: Das Reich und die Welt (RS München, 30/X11/37). 
In den ausgedruckten Programmen differiert die Zählung etwas 
gegenüber den Hörspielakten im Bestand Reichsrundfunk des BA. 
Zwei Musiken für Blasorchester. 1. Seid Soldaten! (T: H. Kohl; 
Werkscharlied 9). - 2. Horch, die Sirenen, die mahnen zur Tat! (T: G. 
E. Voß; Werkscharlied 10) (1937) [V]. 
Ich habe Lust im weiten Feld. Musik über ein altes Kriegslied [V]. 
Morgens rufen die Sirenen Marschmusik mit Liedstrophe von Erik 
Heinrichs, für BlasOrch [V]. 
Erntelied: Gutes Korn gab uns das Jahr (T: W. Brockmeier). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Lobt die Ernte, lacht der Not: 
Sonne, Erde, Wind und Wolke 
brachten gutes Brot dem Volke! 
Ehrt und brechet stumm das Brot!" 


NSNOPWNMHM 


In: 
Fahne der Gemeinschaft (1937; "Wolfgang Brockmeier"); Das völkische 
Lied (1939). 
Bauernlied: Wir Bauern wallen zum Bückeberg (T: Hermann Koch). 
Textprobe (4. Strophe): 

"Voran dem Volke der Bauer geht, 

der Sämann, der Wahrer des Blutes. 

Solang das Geschlecht der Bauern steht, 

du Deutschland, sei frohen Mutes. 

Zum Schwure die Hand laßt uns heben 

aufs neu, 
wir schwören dem Führer des Volkes Treu: 
Bauer voran!" 

In: 
Fahne der Gemeinschaft (1937). 
Bauernehre: Über die Scholle, an der wir so hangen (T: A. 
Huggenberger). 


B 363 





In: 

Fahne der Gemeinschaft (1937). 

Zur Jahreswende: Unter Frost und Schweigen reift neues Leben 
(eigener T). Kanon. 

In: 

Fahne der Gemeinschaft (1937). 


1938 

Vier Soldatenlieder. 1. Spree: Es fuhr ein Zug Soldaten. - 2. Kluge: 
Graue Kolonnen ziehn in der Sonnen. - 3. Heeren: Morgen marschieren 
wir in Feindesland. - 4. Schulten: Weit laßt die Fahnen wehen. Liedsätze 
für BlasOrch: von Beckerath (1938, 1940) [V]. 
Horch auf, Kamerad! Marsch mit dem Lied von H. Baumann, für 
Blasmusik (1937; RS Frankfurt, 3/V/38). In der Sammlung "Neue 
Marschmusiken" I [V]. 
Musik zu Ein amerikanisches Schicksal. Tatsachenspiel aus dem Leben 
Horace Tabors und seiner Frau, für den Funk von Kurt Bork (RS München, 
8/111/38). 
Musik zu Völkischer Beobachter. Geschichte einer Kampfzeitung von 
Andreas Weinberger. Musikalische Leitung: selbst (RS München, 29/111/38; 
RS Köln, *20/1V/38). 
Der Himmel grau. Feierlicher Marsch mit dem Lied von W. Altendorf, für 
Blasmusik (1938) [V]. 
Drei Lieder für unsere Weihnachtsfeiern, für BlasOrch/ Gesang und 
Klavier (1938) [ZVNSDAP]. 
1. Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne. - 2. Lauer: Sonne kehr 
wieder (T: H. Böhme). - 3. Wirth: Berghoch am Walde. 
Es zittern die morschen Knochen. Marsch mit dem Lied von H. 
Baumann, für Blasmusik (1938) [V]. 
Zwei Lieder unseres Glaubens. Für Gesang mit Klavier. Für BlasOrch: 
A. von Beckerath [ZVNSDAP]. 
1. Henning: In unseren Fahnen lodert Gott (T: H. Menzel). - 2. Neubert: 
Deutschland, heiliges Deutschland (T: H. Menzel). 
In: 
Lieder der Bewegung für Blasmusik 8 (1938). 
Wohlan, die Fahne weht! Musik über ein altes Kriegslied (RS Köln, 14/ 
V11/38, Kölner Rundfunk-BlasOrch, Dgt. R. Schulz-Dornburg) [V]. 

Der Titel des Liedes beginnt: "Ich habe Lust im weiten Feld zu 
kämpfen mit dem Feind". 
Übung zum Einstimmen für Blaskapellen, zus. mit Heinz Brandes. 
Sonderdruck aus "Die Volksmusik" (Ausgabe A, Juli 1938) [K]. 


1939 
Gedächtnismusik, für BlasOrch (1939) [L]. 
Die Verlagswerbung empfahl den Titel zum Heldengedenktag. 
1939, Selbstbiografie: 
"Ich wurde 1901 im Elsaß als Offizierssohn geboren und verlebte 
dann meine Kindheit und Schulzeit in Frankfurt am Main. An den 


B 364 





Universitäten Freiburg und Frankfurt studierte ich Musikwissenschaft. 
Später wurde ich Schüler von Professor Joseph Haas an der Münchener 
Akademie der Tonkunst. Von 1925 bis 1932 arbeitete ich als Kapellmeister 
und Korrepetitor an verschiedenen Theatern und als Musikberater für 
Musikaufnahmen beim Tobis-Film, Berlin. Seit 1933 lebe ich in München 
als freier Komponist. - 

Meine Arbeiten umfassen: Lieder mit Klavier und anderen 
Instrumenten, Kammermusik (3 Quartette, 2 Trios usw.), Musiken für alte 
Instrumente (Blockflöten, Gamben, Cembalo), Musiken für Orchester mit 
und ohne Solo. - Viele Musiken für Rundfunk, Film und Schauspiel, sowie 
zahlreiche Blasmusiken für Feier und Marsch, >Volksliedsuite<, 
>Feiermärsche<, >Gedächtnismusik<, >Langemarck< (mit Chor), 
>Turmmusiken<. Eine Sinfonie ist in Arbeit" (Quelle: Lauer, "Das völkische 
Lied". München, 1939. S. 228). 


1940 
1940, Beurteilung: 

"Beckerath schickt mir seine >Kompositionen<. Das Komponieren 
scheint heutzutage ein Gesellschaftsspiel. Nur freilich hat die Gesellschaft 
kein Vergnügen daran, sondern ausschließlich der Komponist" 
(Furtwängler: Kalendernotiz im Taschenkalender 1940-Il, Blatt 16. Quelle: 
StBB, Musikabteilung, Wilhelm-Furtwängler-Archiv). 

Jetzt ist die Mittagspause zuende, gleich geht es wieder weiter! 
Kanon zu 4 Stimmen. 

In: 

Liederbuch der Kriegsmarine 1 (1940). 

Ich habe Lust, im weiten Feld. Für Bläser: A. von Beckerath. 

In: 

Die Bläserkameradschaft (1940). 


1942 
An meinen Feind: Nun liegst du bleich und stumm vor mir (T: Ludwig 
Streit, als Oberleutnant im Westen gefallen). Kriegslied. 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Landwehr: Als wir halbe Buben waren (T: J. Linke). Kriegslied. 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Lied der Schnellboote: Die Nacht droht schwarz, und weit ist die See 
(T: Jan Günn). Kriegslied. 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 


1943 
Lied der Flak: Wir sind gar flinke Soldaten (T: Rudolf Schmitt-Sulzthal), 
für Gesang mit Klavier (1943). Kriegslied [DM]. 


B 365 





1944 
Tabak: Der Tabak ist ein edles Kraut, das jeden rechten Mann erbaut. 
Doch sehr das Leben es erschwert, wenn man es tagelang entbehrt 
(eigener T). Kanon zu 2 Stimmen. 

Der Titel spielt auf die kriegsbedingten Versorgungsnöte an, obwohl 
die Wehrmacht Vorrang hatte; der Rückzug setzte jedoch manche Regel 
außer Kraft. 

In: 
Ernte des Jahres (1944). 

Information: DML, FA, KDMK (Beckerath verschwieg dem 
Herausgeber sämtliche oben aufgelisteten Werke), RML, LdCh, LdBl 
(31988, ohne Todesdatum), MGGS. 


Beckes, Erich 


Arbeitsdienstlied: Wir sind der Arbeit Soldaten und bauen auf 
deutschem Land (T: onA). 
Textprobe (4. Strophe mit Refrain): 
"So wir ein Mägdlein fragen: 
wer ist der Liebste dein? 
Er muß, wird sie dann sagen, 
vom Arbeitsdienste sein. 
Wir sind die Kämpfer der Arbeit, 
die Künder der neuen Zeit". 
In: 
Wir singen (1934). 


Becking, Gustav 

Bremen, 4. März 1894 - Prag, 9. Mai 1945 (ermordet). 
Sohn eines Großkaufmanns; Dr. phil. Berlin 1920 (Studien zu Beethovens 
Personalstil: Das Scherzothema), Musikwissenschaftler, ab 1930 o. 
Professor und Inhaber des Lehrstuhls für MW an der Deutschen Karls- 
Universität Prag. Obmann der Abt. Tonkunst in der Deutschen Gesellschaft 
der Wissenschaften und Künste, sowie der Deutschen Kammermusik- 
Vereinigung Prag. 1938 richteten sich massive Vorwürfe von NS-Seite 
gegen ihn, weil er nach 1933 aus dem Reich emigrierte jüdische 
Studenten der MW als Doktoranden akzeptiert hatte; jedoch vermittelte 
Gaupropagandaleiter Höller. Gegen Kriegsende zum Volkssturm geholt. 


NSDAP seit 1/1V/39, Nr. 7.165.012, auf Antrag vom 13/1V/39. 
Kleiner Beitrag zur musikalischen Kultur- und Stammeskunde der 
Sudetendeutschen ("Ackermann aus Böhmen" VI/1938. S. 457-462). 
Die Lage der sudetendeutschen Musik ("ZfM" CV/6, Juni 1938. S. 
574-576). 
26. Januar 1941, Festrede von Becking: 

"In seiner Ansprache wies er auf die kulturelle Bedeutung der 


B 366 





mährischen Landschaft als der Wiege einer immer wiederkehrenden 
Verjüngung der deutschen Kultur hin. Er verwies auf Richter und Stamitz 
als derartige verjüngende Geister, streifte Mozart, der sich ein halbes 
Leben lang gegen den Ansturm solcher traditionsloser Kräfte wehrte, 
bevor er in die Geschlechterfolge der großen deutschen Musiker 
hineinwuchs, sprach von Schubert als dem bedeutendsten Blutserben 
mährischen Geistes in der Musik. Er zeigte auf, wie immer wieder der Sinn 
für lebendigen Klang das Schaffen dieser mährischen Meister befruchtet 
und reihte hier den Preisträger, Felix Petyrek, in die Folge dieser 
verjüngenden klangfrohen Komponisten ein" (H.H.S. = Hans Heinz 
Stuckenschmidt: Festakt im Klementinum. Petyrek empfängt den 
Eichendorffpreis. "Der Neue Tag" Nr. 26, Prag, 26/1/41). 

Beurteilung, 1966: 

"(...) seine zahlr. nach 1933 verf. Schriften standen immer deutlicher 
im Zeichen der >Heim-ins-Reich<-Parolen der sudetendeutschen 
Faschisten" (SML, Bandl, S. 92). 

Abgesehen davon lebten im Sudetenland keine Faschisten, sondern 
nur Nationalsozialisten. Schon vor 1933 retteten sich Sozialisten und 
Kommunisten, um das Monopol auf "ihren" Sozialismus zu behalten, in 
Geschichtsfälschung durch den italienischen Namen, der mit NS nichts zu 
tun hatte und diesen eher verharmlost. 

Information: DNML, DML, FA, MM2, RML, SML, MGG. Tschechische 
Quellen klammern sich immer noch an das Märchen, Becking sei im Kampf 
gegen - tschechische - Aufständische gefallen. Zeugen erhärteten jedoch, 
daß Becking und andere Deutsche aus der Hanspaulka festgenommen, 
ausgeraubt und in einen Luftschutzbunker gesperrt wurden. Morgens am 
9/V fuhren Sowjetpanzer vorbei. Leute vom "Volksausschuß" verhörten 
die Sistierten und schickten einige nachhause. Mehr als 40, darunter 
einige Tschechen, starben unter den Feuerstößen einer Maschinenpistole, 
die ein Tscheche von einem Rotarmisten ausgeliehen hatte. Die Leichen 
wurden verscharrt und später verbrannt (Quelle: Peter Brömse: Das Fach 
Musikwissenschaft an der Prager Deutschen Universität 1869-1945. In: 
Musik und Musikwissenschaft. Veröffentlichungen der Sudetendeutschen 
Akademie der Wissenschaften und Künste. Band 10. München, 1980. S. 
13-35). 


Beckmann, Hermann 
Einsender in Herford. 


Unserem Hindenburg. Lied onA, im J uni 1933 dem RMVP angeboten 
(Quelle: BAR 55/ 1159). 

Der Titel feiert Paul von Beneckendorff und Hindenburg 
(1847-1934), Generalfeldmarschall und 1914 Oberbefehlshaber der 
Armee, Sieger der Schlacht bei Tannenberg gegen die Russen, wurde 
1925 zum Reichspräsidenten gewählt, abermals 1932; er setzte Hitler am 
30/1/33 als Reichskanzler ein. 


B 367 





Information: Da derzeit in Herford drei Bürger dieses Namens lebten, 
mußte die Identität offen bleiben. 


Beeneken, Adolf = Marc Roland 


Beero, Beero! Volkslied aus Schwaben. 
In: 


Schwäbisches Liederbuch (41938). 


Beese, Albert 
J atznick/ Uckermark, 16. November 1884 - ? 
Orchestermusiker; bis 1929 Leiter der Stahlhelmkapelle in Pasewalk, 
1932-34 Geiger, dann Konzertmeister im Kulturorchester Magdeburg, 
1937 Aushilfe im Stadttheater-Orchester. 


NSDAP seit 1/VI1/31, Nr. 572.210, jedoch 1936 wegen "wilder Ehe" 
ausgeschlossen; sein Antrag auf Künstlerdank-Zuwendung wurde 
abgelehnt. Beese arbeitete zeitweise für die Gaudienststelle der NSG 
"Kraft durch Freude" als Geiger und Komponist von Bühnenmusiken gegen 
eine Monatsgage von 500 RM.. 
Huldigungs-Fanfare für gr. BlasOrch, am 22/1X/33 dem RMVP 
eingereicht mit der Bitte, "mir die Genehmigung erteilen zu wollen, 
dieselbe unter dem Titel: >Huldigungs-Fanfare< für den Kanzler und 
Führer des Volkes Adolf Hitler erscheinen zu lassen ev. mir einen, dafür in 
Frage kommenden Verlag, nachweisen zu wollen" (Quelle: BAR 55/ 1164. 
Blatt 17). 

Das Ministerium lehnte die Stellungnahme ab. 

Information: Laut Stadtarchiv Magdeburg (28/1/98) sind keine Melde- 
unterlagen vor 1953 überliefert. Das für den Geburtsort zuständige 
Standesamt Pasewalk (5/V/98) teilte mit, Auskunft aus den Geburten- 
büchern sei wegen Kriegsverlust nicht möglich. Das Ordnungsamt, 
Einwohnermeldeabteilung, Magdeburg (18/VIII/98) ließ wissen, zu Beese 
seien keine Melde- und Archivunterlagen mehr vorhanden. 


Beethoven, Ludwig van 
1770 - 1827 


Der Komponist, der sich nicht mehr wehren konnte, war schon lange vor 
1933 politisch mißbraucht, wie das folgende Beispiel zeigt: 
5. Oktober 1918: 

"Beethovens >neunte<s, die tiefste Offenbarung musikalischen 
Geistes, klingt aus in einem J ubelhymnus an die Freude. 

Wenn dereinst der >schöne Götterfunke< des Friedens erstrahlt und 
das >Seid umschlungen Millionen< den nach treuester Pflichterfüllung 


B 368 





Heimkehrenden entgegenklingt, so braucht D u nicht beschämt beiseite 
stehen, sofern auch Du deine Pflicht getan! 

Deine Pflicht: Zeichne!" (Text neben einer Zeichnung von 
Beethovens Porträt. "Preußisches Verwaltungs-Blatt". Band 40, Nr. 1, 5/X/ 
18. S 1. Provenienz: Ulrich Blomann, mit Dank). 

Zweck war die Zeichnung von Kriegsanleihe, also von privaten 
Mitteln zur Fortsetzung des verlorenen sinnlosen Krieges - obwohl die 
deutsche Regierung zwei Tage zuvor ein Waffenstillstandsangebot an 
Präsident Wilson gerichtet hatte und der Krieg knapp vier Wochen später 
zu Ende war. Die Anleihe - seit 1914 rund 98 Milliarden Mark - ging 
natürlich in Verlust. 

Vgl. Leopold Hirschberg: Wie Beethoven Krieg und Sieg besang ("Der 
Zeitgeist", Beiblatt zum "Berliner Tageblatt" Nr. 24, 14/VIII/14). 


1927 
26. März 1927: 

Der "VB" bringt den Artikel "Beethoven" von Alfred Rosenberg; 
dieser betont die "Vorherrschaft des Deutschen Beethoven" und daß der 
Musiker "für uns den treibenden Willen zu deutscher Gestaltung abgeben 
kann und muß". 


1932 

1932, Nordisch gefärbtes Heldentum: 

"(...) Daß ihn auch außerhalb der großen Symphonien vor allem die 
Welt nordisch gefärbten Heldentums anzog, beweisen u. a. die Gestalten, 
die ihn zu musikalischem Schaffen anregten: Prometheus, Coriolan, 
Leonore, auch Egmont - um diese erhabene Welt kreisen seine 
Künstlergedanken. Und überkühne Bezwingerträume rangen in seinem 
Geiste noch um Geburt und Formung, als ihm der Allbezwinger unter Blitz 
und Donner den Meißel aus der Hand riß; wir wissen es aus den Entwürfen 
zu einer zehnten Symphonie. (...)" (Richard Eichenauer: "Musik und 
Rasse". München, 1932. S. 212). 


1933 

Marsch des Yorkschen Korps 1813 = AM Il, 37. Militärmarsch Nr. lin 
F-dur (1809; u. a. Orag, DtldS, FSt. Berlin, SWF, Norag, Werag, Mirag, 
*1/V/33, MK der 1. Preuß. Nachrichten-Abt., Dgt. OMM Koruhn; RS Köln/ 
RSdg, *20/1V/37, *30/1/38; Paris, 15/XI1/41, Großkonzert zum Besten des 
Kriegs-WHW, StMM Klamberg). Aufnahme: NS-Schallplatten-Industrie Nr. 
2038 A (1933). 

Tondokument - vom 2/VI/40 - im DRA: BO03122610, B003148473. 
In: 
HM 1 (1933); Horst-Wessel-Marschalbum | (71933); [Sc] Das goldene 
Marschbuch (1933); Sieg-Heil! (1933); [Sc] Neue Marschmusik Il (1934); 
Marsch-Musik I (1937); Kamerad sing mit! (1940). 
*18. April 1933: 

In der Philharmonie zu Berlin leitet J ulius Prüwer u. a. die 9. Sinfonie 
von Beethoven. Mitwirkende: Gertrud Baumann, Maria Peschken, Robert 


B 369 





Bröll und Günther Baum, der Bruno Kittelsche Chor und das BPhO. 

Op. 55. Sinfonie Nr. 3 "Eroica" (Berlin, *20/1V/33, zur Morgenfeier der 
Städtischen Oper nach der Geburtstagsrede von Dr. Goebbels; München, 
*6/X1/35; "Zum Gedächtnis der Gefallenen an der Feldherrnhalle"; RS 
Leipzig/ RSdg, *9/X1/35, Leipziger SinfonieOrch, Dgt. H. Weisbach; RS 
Breslau, *13/111/38, Das gr. RundfunkOrch, Dgt. E. Prade; Zwickau, 
*2/111/44, Städt. Orch, Dgt. Kurt Barth, zum Heldengedenktag; Berlin, 
*19/1V/44, BPhO, Dgt. Knappertsbusch, zum Geburtstag Hitlers). 

Op. 67. Sinfonie Nr. 5 in C-moll (Berlin, *20/1V/33, zur Morgenfeier des 
KfdK in der Staatsoper; RSdg, *9/X1/33; München, * 7/111/36, Konzert der 
NSKG als "Auftakt zum Heldengedenksonntag 1936"; RSdg, *9/X1/37). 
Op. 72 a. Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 (BR, *20/1V/33; FSt. Berlin, 
*9/X1/33; Nürnberg, *5/1X/34 zur Kulturtagung des RPT nach Hitlers 
Rede, NSRSO, Dot. F. Adam). 

Triumphmarsch aus "Tarpeja" (Schles. FSt., *1/V/33). 

Op. 193 add. Germanias Wiedergeburt: Germania, Germania! Wie 
willensstark stehst du jetzt da! (T: H. von Treitschke). Vaterländisches Lied 
aus dem Singspiel "Die gute Nachricht" (1814). Bearbeitung: W. 
Herrmann [VB]. 

In: 

Deutschland über alles! (21933, 51933); NS-Volks-Liederbuch (21934); 
Deutsche Lieder der Nation und des Volkes (1934). 

Op. 124. Die Weihe des Hauses. Ouvertüre (u. a. DtldS, *2/X/33; 
Nürnberg, *5/1X/34, zur Kulturtagung des RPT vor der Rede Hitlers, 
NSRSO, Dgt. F. Adam; RSdg, *30/1/38). 

Op. 84. Ouvertüre zu Goethes Trauerspiel "Egmont" (FSt. Berlin, * 28/VI/ 
33, FunkOrch Berlin, Dgt. Eugen Jochum; DtldS, *2/X/33; Berlin, *15/Xl/ 
33, zur Feier der Eröffnung der RKK, BPhO, Dgt. Furtwängler; SWF, *9/XI/ 
33; Nürnberg, *11/1X/35, zur Kulturtagung des RPT; RS Stuttgart, 
*21/1V/36, BPhO, Dgt. Julius Prüwer, von Schallplatte; Nürnberg, 
*9/|X/38, beim RPT; RS Frankfurt, *9/X1/38; Nürnberg, *9/1X/38, beim 
RPT; RS Frankfurt, *9/X1/38). 

Op. 145 add. Zwei Märsche in F-dur (1809; Mirag, *9/X1/33; Berlin, 
*18/1V/34, im Frühlingskonzert der SS). 

Op. 48 Nr. 4. Die Ehre Gottes in der Natur: Die Himmel rühmen des 
Ewigen Ehre (T: Ch. F. Gellert, 1757) (1803; Orag, *9/X1/33; RSdg, 
*9/X1/37). 

In: 

Liederbuch für Dt. Frauen und J ungmädchen-Verbände (1934; nur T); 
Singkamerad, Anhang München (1939); Stimmt an! Il (1939); 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); RJF, Unser Liederbuch (61941). 
Op. 62. Ouvertüre zu "Coriolan" (Norag, *9/X1/33, Hamburger 
Philharmon., Dgt. Jose Eibenschütz; Nürnberg, *7/1X/38, beim RPT). 
Freundschaft ist die Quelle wahrer Glückseligkeit. Kanon zu 3 Stimmen. 
In: 

Lobeda-Singebuch 2 (1933); DSB, Singendes Volk 25 (1938); 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); Deutsche Musik A, B (1941). 
Op. 52 Nr. 7. Marmotte: Ich komme schon durch manches Land avec 


B 370 





que la marmotte. 
In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934). 


1934 

(1) Sinfonie der nationalen Erhebung: 

"(...) So wäre denn die c-moll-Symphonie, sollte auch sie mit einem 
Worte bezeichnet werden, im Sinne unseres Programms als 
Symphonie der nationalen Erhebung anzusprechen. 

(...) Wir träfen den Sinn daher ebensogut, wenn wir sie 
>Revolutionssymphonie< benennen und in dem im Finale gezeichneten 
Helden jenen Bonaparte sehen, den Beethoven - wie ich im 
Beethovenjahrbuch ausgeführt - mit der Eroica zwar mit einer Widmung 
erfreuen, aber nicht als unmittelbaren Gegenstand der Dichtung 
betrachtet wissen wollte. Diese Tatsache, sollte sie weiterhin Stützen 
finden, würde unsere innere Einstellung zu beiden Symphonien ganz 
erheblich beeinflussen, und das vage >Per aspera ad astra< in der c-moll- 
Symphonie würde, umgedeutet in das Bild des Existenzkampfes eines 
Volkes, das einen Führer sucht und endlich findet, sich in ein Sinnbild 
verwandeln, das gerade uns Deutschen der Gegenwart in voller Tageshelle 
entgegenleuchtet" (Arnold Schering: Zur Sinndeutung der 4. und 5. 
Symphonie von Beethoven. "Zeitschrift für Musikwissenschaft" XVI, 1934. 
S. 83. Zitat bei Heribert Schröder: Beethoven im Dritten Reich. Eine 
Materialsammlung. In: Beethoven und die Nachwelt. Bonn, 1986. S. 196). 

(2) 

Im Rahmen der Veröffentlichungen des Beethoven-Hauses in Bonn 
erscheint die Arbeit "Die Gestaltung weltanschaulicher Ideen in der 
Volksmusik Beethovens" von L. Schiedermair. 

Freu dich des Lebens. Kanon zu 2 Stimmen. 

In: 

Treu unserm Volke (1934); Liederbuch des Turner-Musikant (1934). 
Freude, schöner Götterfunken (T: Schiller). 

In: 

Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); Und wenn 
wir marschieren (31937; 2stimmig). 

1934, Das Heroische: 

"Nordisch ist vor allem das Heroische, Heldische seiner Werke, das 
nicht selten zu titanischer Größe sich erhebt. Es ist bezeichnend, daß 
heute in einer Zeit nationaler Erneuerung Beethovens Werke am 
häufigsten gespielt werden, daß man fast bei allen Veranstaltungen 
heroischen Inhalts seine Werke hört. Die Eroica, die Fünfte und Neunte 
Symphonie, die Egmont- und Coriolan-Ouvertüre, sind zum typischen 
Ausdruck heroischer Gesinnung geworden. - Nordisch ist Beethoven in der 
völligen Selbständigkeit, mit der er seine eigenen Wege in der Musik geht. 
Er macht unter alles bis dahin Gewesene einen Strich. Nordisch ist ganz 
besonders sein Zug zur reinen Instrumentalmusik, zur absoluten Musik, in 
der er bisher das Größte geleistet hat. Nordisch ist, daß er alles ins 
Ungewöhnliche, Außerordentliche erhebt. Fast alles, was Beethoven 


B 37] 





schreibt, trägt den Stempel des Großartigen. - Nordisch ist das 
Tiefphilosophische seiner Musik. Beethoven ist der Philosoph der Musik, 
man könnte ihn ihren Platon nennen. Er führt die Musik aus dem Bereich 
des bloßen Tonspiels in das Reich der Ideenwelt" (Walther 
Rauschenberger: Rassenmerkmale Beethovens und seiner nächsten 
Verwandten. "Volk und Rasse" IX, 1934. S. 194-203). 

Rauschenberger war Bibliotheksdirektor, also musikalischer Laie. Ein 
Großteil der damaligen musikideologischen Auslassungen stammte vom 
Typus des Nichtfachmanns im Metier Musik. Die Zeitschrift gehörte dem 
Reichsausschuß für Volksgesundheitsdienst und der Deutschen 
Gesellschaft für Rassenhygiene. 

Februar 1934, Der "Revolutionär": 

"(...) Umstürzler und Aufbauer zugleich, wurde er von seiner 
eigenen Zeit bewundert als der große Klassiker, der die Tore der Romantik 
erschlossen, von der nächsten als der große Romantiker, dem es 
gelungen, Romantizismus und Klassizismus zu schönster Einheit zu 
verschmelzen. Unserer eigenen Zeit aber erscheint er wie ein Leuchtturm, 
der dem von wirren Stürmen umhergeschleuderten Schifflein der Musik 
immer wieder den Weg zum sicheren Hafen einer nicht der Zeit und der 
Mode unterworfenen Kunst weist. Uns aber mehr als allen Früheren war es 
beschieden, den Menschen Beethoven in seiner ganzen geistigen und 
seelischen Größe zu erfassen. So klammerten wir uns in den Jahren 
schwerster nationaler Bedrängnis an ihn, der in höchsten Nöten doch 
seinen Glauben an die Menschheit und ihre Bestimmung nicht verlor, und 
so schöpfen wir aus ihm die Gewißheit, daß auch uns ein neuer Frühling 
beschieden ist" (Gustav Ernest: Beethoven, der Revolutionär. "Die Musik" 
XXVI1/5, Februar 1934. S. 355). 

Op. 125. Sinfonie Nr. 9, Sätze 1 bis 3 (Berlin, *25/11/34, zum 
Heldengedenktag; München, *27/X1/35, zur Feier der Gründung der NSG 
"Kraft durch Freude", die Münchener Philharmon., Dgt. H. Weisbach; 
Düsseldorf, *21/V/39, Ausklang der Reichsmusiktage; München, *Juli 
1939, Fest der Dt. Kunst; Berlin, *18/1V/43; Konzert des BPhO, Dgt. 
Knappertsbusch, zur Vorfeier von Hitlers Geburtstag). 

Die Mehrzahl der Aufführungen dieses Werkes schmückte jedoch 
nicht Staats- und Parteifeiern, sondern begleitete zivile Festtage, so 
Weihnachten, Sylvester oder Ostern. 

*9, April 1934: 

Das Orch der Kulturpolit. Abt. der NSDAP, Dgt. H. L. Kormann, bietet 
ein Konzert des Kreises Leipzig der NSDAP zum Besten des Hilfswerks 
"Mutter und Kind", so u. a. Beethovens "Wellingtons Sieg oder Die 
Schlacht bei Vittoria". 

*20. April 1934: 

Das Stadttheater Freiburg bietet zum "Geburtstag des Führers" 
Beethovens Oper "Fidelio". 

Gott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke (T: Chr. F. Gellert, 1757). 
In: 

Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934; nur T). 
Op. 26. Sonate in As-dur, Marcia funebre (Thingplatz Stolzenau/ Weser, 


B 372 





16. September 1934, als Begleitmusik zur Douaumont-Szene mit toten 
deutschen und französischen Soldaten bei der Uraufführung des 
Thingspiels "Die heilige Straße" von Albrecht Bergmann). 

Dieses "chorische Spiel für nationale Feste", das wenig Musik bot, 
benutzte das erste - römische - Reich und das zweite, die kurzlebige 
Republik, zu einer Apotheose des Dritten, des "ewigen" Reiches, das durch 
Hakenkreuzfahnen und Horst-Wessel-Lied dargestellt war 
16. Dezember 1934: 

Der "VB" bringt von P. Zschorlich den Artikel "Beethoven und wir", 
der den Komponisten der "Verehrung eines gereinigten Deutschlands" 
versichert (Abdruck: Wulf, S. 210). 

Zschorlich mißbraucht den Meister als "Zeugen" gegen den 
"musikalischen Bolschewismus" der Kurt Weill, Alban Berg und Arnold 
Schönberg. 


1935 
*13. Januar 1935: 

Zur Saarabstimmung bietet das Stadttheater Freiburg die Oper 
"Fidelio" von Beethoven. 

Op. 92. Sinfonie Nr. 7, "Trauermarsch" (Bayreuth, *9/111/35, zur 
Totenfeier für Gauleiter und Staatsminister Hans Schemm). 

Signor Abbate! lo sono, io sono, io sono ammalato. Kanon zu 3 
Stimmen. 

In: 

Die weiße Trommel (21935); Lobeda-Singebuch 1 (1936); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938). 

Op. 121 b. Opferlied: Die Flamme lodert, milder Schein durchglänzt den 
düstern Eichenhain (T: F. von Matthisson, 1788) (1795; u. a. Kiel, *21/VI/ 
35, zum 1. Nordmark-Liederfest; Freiburg i. Br., *4/VI/39, zur Feierlichen 
Kundgebung des Volksmusikfestes für den Gau Baden, Fassung: A. 
Lühmann, als Auftakt zur Ansprache von Reichsstatthalter Gauleiter 
Robert Wagner). 

In: 

Deutsche Feierklänge (1935; für Singstimme und Klavier/ Orgel); Lieder 
für Schulfeiern 7 (1936). 

Oktober 1935: 

"(...) Die Musik zu >Fidelio< gehört nach wie vor zu denjenigen 
Offenbarungen eines überragenden Geistes und einer tiefveranlagten und 
verantwortungsbewußten Seele, deren ewige Schönheit durch Worte nicht 
zu fassen ist. Eine rein musikalische Zergliederung kann wohl dem 
Wunderbau des technischen Gefüges einigermaßen gerecht werden. Der 
Adel und die sittliche Kraft indes, die diesen Tönen Beethovens 
innewohnen, erschließen sich nicht dem kalt abwägenden Verstande, 
sondern nur den Menschen, die mitzufühlen gewillt sind. (...)" (R. = Paul 
Rubardt: "Fidelio". Zur Aufführung im Neuen Theater. "Mitteilungsblatt der 
NS-Kulturgemeinde", Ortsverband Leipzig, XV/1, Gilbhardt 1935. S. 6). 


B 373 





*9, November 1935: 

(1) 

Zum Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung bieten 
Kammerchor und Gr. Orch des RS Köln, Dgt. Buschkötter, eine "Festliche 
Musik", u. a. Beethoven, Leonoren-Ouvertüre Nr. 2 (RS Köln/ RSdg, 
*9/X1/35). 

(2) 

Zum Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung bieten Chor und 
Gr. Orch des RS München, Dgt. Hans A. Winter, einen "Feierlichen 
Ausklang", u. a. Beethoven, "Coriolan"-Ouvertüre (RS München/ RSdg, 
*9/X1/35). 


1936 
Der ideelle Bund: 

"(...) Wenn eine brutal-sinnliche, rassefremde Musik uns eine 
Zeitlang des unlösbaren Zusammenhangs von hoher Musik und hoher 
Dichtung zu entfremden gedroht, so möge es jetzt Beethoven sein, der 
diesen ideellen Bund aufs neue stiftet und damit die uns nie 
verlorengegangene Überzeugung festigt, daß der wahre schöpferische 
Musiker nur unter dem Titel eines Dichters begriffen werden kann. Das 
Buch sei dem jungen Deutschland gewidmet, von dem ich glaube, daß es 
berufen sein wird, das jetzt erst in Umrissen erkennbare neue Bild 
Beethovens weiter auszuführen, zu ergänzen und zu bewahren" (Arnold 
Schering: Beethoven und die Dichtung. Neue Deutsche Forschungen, 
Abteilung Musikwissenschaft, Band 77. Berlin, 1936. Zitat aus dem 
Vorwort). 

Was für eine abstruse Hoffnung des Musikwissenschaftlers, der 
versuchte, das Oeuvre des Komponisten hermeneutisch als eine Art 
Programm-Musik nach poetischen Vorlagen zu deuten. Inhaltsästhetik 
diesen Schlages kam der NS-Kunstauffassung sehr nahe. 

14. Januar 1936: 

Bei der zweiten Kundgebung der RTK zur Kulturwoche des Gaus 
Köln-Aachen erklingt nach dem Fahneneinmarsch ein Satz aus Beethovens 
Streichquartett in A-Moll 
28. Januar1936, Neufassung I: 

Op. 136. Der glorreiche Augenblick. Kantate für vier Solostimmen, 
gemcCh, Kinderchor und Orch. Textlich umgearbeitet von R. Schulz- 
Dornburg, mit den Personen: Die deutsche Freiheit - Seherin - Genius - 
Führer des Volkes. (Stuttgart, *28/1/36, Festkonzert des SS-Abschnitts X; 
RS Köln, *20/1V/38; RSdg, *30/1/39). Mitwirkende: E. Schlüter, E. 
Hoengen, Kurt Rodeck, G. Hüsch, Gr. Orch und verstärkter Chor des RS 
Köln, die Eschweiler Singschar. Dgt. R. Schulz-Dornburg 

13. Februar 1936, Besprechung: 

"(...) Die Worte hatte Schulz-Dornburg mit Geschick und 
Geschmack der Gegenwart angepaßt" (SS als Förderer deutscher Kunst. 
"Das Schwarze Korps", Folge 7, 13/11/36). 

*20. April 1936: 
Im letzten Philharmonischen Konzert Furtwänglers bietet das BPhO 


B 374 





u. a. die 3. Sinfonie von Beethoven. 

Op. 125. Sinfonie Nr. 9, Schlußsatz (Berlin, 1936, als Ausklang des 
Festspiels "Olympische Jugend"). 

Die Tonleiter: So singet, ich bitt euch, singt mir die Tonleiter vor. Kanon 
zu 3 Stimmen. 

In: 

Schlesische J ugend singt (1936). 

3. September 1936: 

Der "VB" druckt unter dem Titel "Neue Beethovendeutung?" von F. 
W. Herzog eine massive Kritik von Arnold Scherings Studie "Beethoven 
und die Dichtung". 

Op. 68. Sinfonie Nr. 6 (Nürnberg, *10/1X/36, nach der Rede Alfred 
Rosenbergs zum RPT). 
*9, November 1936: 

Zum Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung leitet Hermann 
Stange ein Morgenkonzert des Gr. Orch des Deutschlandsenders, u. a. 
Beethoven, "Coriolan"-Ouvertüre (DtldS/ RSdg, *9/X1/36). 

Dezember 1936, Verfälschung: 

"(...) Erst unserer Zeit blieb es vorbehalten, das Beethovenbild zu 
verfälschen. Dem jüdischen Musikliteraten Paul Bekker, der vor mehr als 
einem Jahrzehnt der Musikpapst der >Frankfurter Zeitung<war, gelang es, 
seine Theorie vom Programmusiker Beethoven in einem vielbeachteten 
Buch zu popularisieren und unheilvolle Verwirrung zu stiften. Heute 
können wir über diese Systemgröße, der es sogar zum 
Staatstheaterintendanten des schwarz-roten Preußen brachte, zur 
Tagesordnung übergehen. Paul Bekker ist emigriert und aus dem 
deutschen Kulturleben ausgemerzt. Eine ernsthafte Auseinandersetzung 
mit ihm dürfte schon von nationalpolitischen Gesichtspunkten aus 
überflüssig sein. Da berührt es immerhin merkwürdig, wenn ein deutscher 
Gelehrter im vierten Jahr der nationalsozialistischen Revolution den Juden 
wieder exhumiert und sich in einem Buch >Beethoven und die Dichtung< 
mit ihm auseinandersetzt, ohne zu betonen, daß es sich bei Bekker um 
einen Juden handelt. Denn aus der Rasse Bekkers erklärt sich ohne 
weiteres seine >Methode<!" (Friedrich W. Herzog: Schering contra 
Beethoven. "Die Musik" XX1X/3, Dezember 1936. S. 187). 


1937 

*30. Januar 1937: 

Das Badische Staatstheater Karlsruhe bietet zum "Tag der 
Machtübernahme" die Oper "Fidelio" von Beethoven. 
*17. Februar 1937: 

Zum Volkstrauertag bietet das Stadttheater Freiburg die Oper 
"Fidelio" von Beethoven. 
2. April 1937: 

Walther Vetter veröffentlicht seinen Beitrag "Eine politische 
Beethoven-Betrachtung" ("Festschrift Arnold Schering zum 60. 
Geburtstag. Berlin, 1937. S. 247 f.). 


B 379 





18. und 19. April 1937: 

In der Berliner Philharmonie leitet Furtwängler ein Sonderkonzert 
mit der 9. Sinfonie von Beethoven. Mitwirkende: Erna Berger, G. Pitzinger, 
W. Ludwig und R. Watzke, der Bruno Kittelsche Chor und das BPhO. 

Anlaß der Aufführung war die Osterzeit, doch verstand die NS- 
Presse sie meist als Auftakt zu Hitlers Geburtstag. 

*20. April 1937: 

In der Feierstunde "zum Geburtstag des Führers" in Jena bietet das 
Städt. SinfonieOrch, Dgt. Ernst Schwaßmann, die 9. Sinfonie von 
Beethoven. 

April-Mai 1937, Ewig nordisch: 

Die "Deutsche Musikkultur" I1/1, April-Mai 1937, S. 75, bringt Erich 
Wintermeiers Aufsatz "Beethoven? - Ja, Beethoven!", in dem er den 
"tragischen und darum ewig nordischen Heroismus" des Komponisten 
hervorhebt. 

Juli 1937, Denkmalspflege: 

"Der Führer und Reichskanzler hat vor einiger Zeit eine Summe von 
22 000 Reichsmark zur Verfügung gestellt für das von Prof. Breuer 
entworfene neue Beethoven-Denkmal in Beethovens Geburtsstadt Bonn, 
das sogenannte Ewigkeitsdenkmal des sitzenden Beethoven. Mit der 
Ausführung des Denkmals ist Prof. Dietrich beauftragt worden. Dietrich 
wird das Denkmal in einer Höhe von 2.50 Meter und einer Tiefe und Breite 
von 3 Meter in Granit aushauen. Die Ausführung dürfte bald vollendet 
sein. Alsdann wird das neue Denkmal einstweilen im Bonner Stadtgarten 
Aufstellung finden" ("ZfM" CIV/7, Juli 1937. S. 848). 

*16. Juli 1937: 

Zur Eröffnung des Tages der deutschen Kunst bietet das 
GewandhausOrch Leipzig, Dgt. R. Trunk, vor der Festrede von Gauleiter 
und Staatsminister Adolf Wagner die "Leonoren-Ouvertüre" Nr. 3 Op. 72 
von Beethoven. 

*10. Oktober 1937: 

Zur Gaukulturwoche bietet das Stadttheater Freiburg die 9. Sinfonie 
von Beethoven. 

*9, November 1937: 

Stadttheater Freiburg und Württemberg. Staatstheater Stuttgart 
bieten zum Gedenken für die Gefallenen der Bewegung die Oper "Fidelio" 
von Beethoven. 

Marsch aus "Die Geschöpfe des Prometheus" (u. a. RS Köln/ RSdg 
"Kampflieder einst und jetzt", *9/X1/37). 
*26. November 1937: 

Zum Jahrestag der NSG "Kraft durch Freude" bietet das Stadttheater 

Freiburg die Oper "Fidelio" von Beethoven 


1938 
(1) 
Ouvertüre zur Oper Fidelio. Für Militärmusik: B. Kutsch [EL]. 
(2) 
Josef Schmidt-Görg veröffentlicht seinen Aufsatz "Beethovens 


B 376 





Ahnenerbe" ("Der deutsche Erzieher", Ausgabe Gau Westfalen-Nord. Der 
westfälische Erzieher VI, 1938. S. 140) und äußert darin Zweifel an den 
widerspruchsvollen Ergebnissen der musikalischen Rasseforschung. 


Schlacht. Aus "Die Schlacht von Vittoria" (RS Köln, *13/111/38, Kölner 
RundfunkOrch, Dgt. R. Schulz-Dornburg). 

Op. 92. Sinfonie Nr. 7 in A-dur (RS Hamburg, *20/1V/38, Gr. 
RundfunkOrch, Dgt. J. Röder). 

22. April 1938: 

Das MK des IR 109, Dgt. J. Heisig, bietet eine Morgenmusik aus 
Karlsruhe, u. a. Beethovens "Marsch des Yorckschen Korps". 

*20. bis 22. Mai 1938: 

In Bad Wildbad veranstaltet die RJF ein Beethoven-Fest der HJ unter 
Teilnahme prominenter Musiker. 

*28. Mai 1938: 

Das Festkonzert des BPhO, Dgt. H. Abendroth, bei den 
Reichsmusiktagen in Düsseldorf bietet die 9. Sinfonie von Beethoven. 
Mitwirkende: Ria Ginster (S), Lore Fischer (Alt), W. Ludwig (Tenor), R. 
Watzke (Baß) und der Kittelsche Chor aus Berlin. 

Juli 1938: 

Elly Ney schreibt einen begeisterten Aufsatz über ihre Erfahrungen 
beim Beethovenfest in Wildbad (Elly Ney: Das Erlebnis des Beethoven- 
Festes der Hitler-J ugend. "ZfM" CV/7, Juli 1938. S. 734 f.). 

10. Juli 1938: 

Das Festkonzert des Schwäb. Liederfestes des DSB in Stuttgart, Dgt. 
W. Nagel, bietet von Beethoven: "Die Ehre Gottes aus der Natur" für MCh 
mit Bläserbegleitung. 

16. Juli 1938, Fidelio aktuell: 

"(...) Da fühlte das Grenzvolk, das der Bühne in gerader Ebene 
gegenüber oder auf terrassenförmig ansteigenden Sitzen gegen die 
Wehrmauer hin den weiten Burghof füllte, w ir sind diese Gefangenen, wir 
Leute von Eupen-Malmedy, denen man das Licht des Lebens, die teure 
Heimat geraubt hat, die man absperrt von der Freiheit, von der 
Vereinigung mit den Brüdern jenseits der Grenzen! J etzt genießen wir für 
ein paar Stunden die Freiheit, das Licht, wiedervereint mit unseren 
Brüdern; aber bald müssen wir wieder zurückkehren in den Kerker, in die 
Knechtschaft. Stumm saßen sie da, der Mann des Volkes und der Mann 
der Wissenschaft, und hatten nur einen Gedanken: Licht! Freiheit! Und 
ihre Brüder diesseits der unnatürlichen, aufgezwungenen Grenze, die 
Leute aus Monschau, Aachen, aus dem ganzen Rheinland, sie jubelten und 
sie seufzten mit ihren gefangenen Brüdern. 

Da verstand ein jeder, warum das gewaltige Werk Beethovens 
gerade hier die Tiefe der Seelen tiefer als irgendwo aufwühlen mußte, 
warum gerade diese Hohelied der Treue hier oben ein so stürmisches Echo 
erwerben mußte. (...)" (Ludwig Mathar: Grenzland und Grenzvolk in 
Beethovens >Fidelio<. "Kölnische Volkszeitung" Nr. 192, 16/V11/38). 

Die Oper kam zur Aufführung in der Weihestätte auf Burg 
Monschau, Spielleitung Anton Ludwig, musikalische Leitung Otto Söllner. 


B 377 





25. Juli 1938: 

Das Sinfonieorchester der Obersten SA-Führung und der SA-Gruppe 
Hochland, Dgt. Franz Ständer, spielt im Rahmen der Uraufführung des 
Appells "Das Großdeutsche Reich" von Herbert Böhme die Coriolan- 
Ouvertüre - vor dem Fahnenspruch - und als Abschluß einen Satz aus der 
Sinfonie Nr. 5 von Beethoven. 

10. August 1938: 

Das Militär-Festkonzert des MK des Wach-Btl. Berlin, Dgt. StMM 
Ahlers, bietet u. a. von Beethoven den Großen Militärmarsch (1816), 
Marsch (Zapfenstreich) für türkische Musik (1809), Marsch des Yorkschen 
Korps. 

Oktober 1938, Der neue Mensch: 

"(...) eine junge Generation, künstlerisch und in ihrem Seelenleben 
an Beethoven ausgerichtet, wird keine Unsicherheit mehr kennen in der 
Bewertung künstlerischer, menschlicher Dinge. Sie wird sich und ihren 
Weg diesen und ihr ähnlichen Erscheinungen anpassen. Das ergibt aber 
eine Vereinigung von natürlicher Unbestechlichkeit der Jugend mit einem 
geläuterten Willen der Jugend, und eines Tages wäre der geläuterte 
deutsche Mensch, der Mensch, der von allen liberalistischen und 
fremdartigen Einflüssen und Erbgaben befreit ist, Wirklichkeit, der 
nationalsozialistische Mensch, der Nachwuchs, der die Zukunft tragen 
wird, wäre geschaffen. (...)" (Artur Haelßig: Ein Beethoven-Orchester der 
Hitler-) ugend als Folgerung aus dem Beethovenfest der Hitler-) ugend in 
Bad Wildbad. "ZfM" CV/10, Oktober 1938. S. 1094-1096). 

Haelßig, der Festspieldirigent, schlug vor, ein Beethoven-Orchester 
der Hitlerjugend als Reise-Ensemble zu gründen, um der Jugend die 
Kraftquelle Beethoven zu erschließen. 

Op. 80. Chorfantasie (RS Köln/ RSdg, *9/X1/38; Chor und gr. Orch des 
RS Köln, Dgt. R. Schulz-Dornburg). 
*9, November 1938: 

Das Badische Staatstheater Karlsruhe und das Opernhaus Köln 
bieten zum Gedenken für die Gefallenen der Bewegung Beethovens Oper 
"Fidelio". 

Zwei Militärmärsche. Für Harmoniemusik und SaxStn.: E. Schmidt- 
Köthen (1938) [O]. 
10. Dezember 1938: 

Die "DMMZ" LX/60, S. 633 f., bringt "Beethoven im Sudetenland" 
von Hans Engel, der zur Angliederung des Sudetenlandes daran erinnert, 
daß der Meister zur Kur gewöhnlich nach Teplitz, Karlsbad und 
Franzensbad gefahren sei. 


1939 
L. Schiedermair veröffentlicht seinen Artikel "Beethoven" ("Ewiges 
Deutschland". Monatsschrift für die deutschen Volksgenossen IV, 1939. S. 
266). 
*29. Januar 1939: 
Das Stadtorchester Wiener Symphoniker, Dgt. Anton Konrath, 
schließt sein von NSDAP und DAF veranstaltetes Konzert "Tondichter der 


B 378 





Ostmark" mit Beethovens Leonoren-Ouvertüre Nr. 3; davor im Programm: 
E. Seidler: Lustspiel-Ouvertüre. - P Königer: Metamoirphosen. - G. 
Bunkau: Variationen über ein altdeutsches Liebeslied für Sopran und Orch. 
- E. L. Uray: Slawische Impresssionen. - Schubert: 7. Sinfonie H-moll, 
"Unvollendete". 

*30. Januar 1939, Festaufführung: 

"Der festlichen Erhöhung der sechsten Wiederkehr des Tages der 
nationalsozialistischen Erhebung, des 30. Januar, sollte nach dem Willen 
der Veranstalter, der Kreisleitung der NSDAP. Iserlohn, die Aufführung der 
9. Symphonie im Rahmen eines großen Festkonzertes dienen. 

(...) Den Sinn und die Bedeutung dieser Feier- und Weihestunde im 
Geiste des großen Tonmeisters und in der Erinnerung an unsere 
Gegenwart, der durch das Werk und die Taten des Führers des deutschen 
Volkes der Charakter einer säkularen Größe gegeben worden ist, umriß 
nach dem triumphalen Ausklang der Beethovenschen "Phantasie" für 
Pianoforte, Soli, Chor und Orchester, die das Festkonzert eingeleitet hatte, 
Kreisleiter Pg. Menze, indem er nach herzlicher Begrüßung der Gäste und 
Künstler das musikalische Erlebnis dieses Abends in Beziehung setzte zu 
seinem eigentlichen Anlaß, der Feier des 30. J anuar. 

(...) Die Aufführung der >Neunten Symphonie< bot eine noch 
überzeugendere Gelegenheit, das prachtvolle Zusammenwirken von Chor 
und Orchester zu bewundern. Es war, wie man sie auch betrachten mag, 
eine glänzende Leistung (...)" (Eine Feier- und Weihestunde. "Allgemeine 
Sänger-Zeitung" XXXIl1/3, März 1939. S. 33). 

Mitwirkende: Bergisches Landesorchester und Städt. Musikverein 
Iserlohn, Dgt. Franz Hanemann. 

26. Februar 1939: 

L. Schiedermair hält zur Fünfzigjahrfeier des Vereins Beethovenhaus 
in Bonn in der Redoute zu Godesberg die Gedenkrede und betont, die 
Beethovenforschung habe "die nordische Haltung seines Geistes erkannt" 
(Abdruck in: "Neues Beethoven-J ahrbuch" 9, hgb. von Adolf Sandberger. 
Braunschweig, 1939. S.11). 

Laut Bericht darüber (A. Henseler: 50-Jahrfeier des Vereins 
Beethovenhaus Bonn. "Kölnische Volkszeitung", 1/III/39) spielte bei der 
Feier ein Streichquartett vor einem blumenbekränzten Führerbild. 

*10. April 1939: 

Anton Konrath leitet das Konzert der Wiener Symphoniker zum 
Jahrestag der Volksabstimmung in der Ostmark und beginnt mit 
Beethovens Ouvertüre zu "Egmont" 

Tarpeja. Einleitung zum 2. Akt und Marsch ("UA": Düsseldorf, *14/V/39, 
bei Eröffnung der Reichsmusiktage vor Begrüßung durch den 
Oberbürgermeister und den Ansprachen von Gauleiter Florian und 
Staatssekretär Hanke). 

Adagio assai, bearbeitet von J. Altemark nach dem Autograph der 
Berliner Staatsbibliothek für 4 Blockflöten (oder andere Instrumente) und 
ein Begleitinstrument. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ) 127/129 (1939). 


B 372 





10. Juni 1939, Neufassung II: 

"Die große Kulturkundgebung beim Gautag der NSDAP. brachte 
unter Hans Gahlenbecks Leitung noch eine besondere Überraschung: 
Beethovens >Glorreichen Augenblick< in der textlichen Neufassung 
durch die Rostockerin Marie-Luise Buschmann. Mit Glück hat sie das Werk 
aus seiner Gebundenheit an die Wiener Kongreßzeit erlöst und es sinnvoll 
zu dem geschichtlichen Tag von Potsdam 1933 in Beziehung gebracht" 
(Erich Schenk in: "AMZ" LXVI/35, 1/1X/39. S. 516). 

*8. November 1939: 

Die Wiener Symphoniker, Dgt. Kabasta, bieten am Vorabend des 
Gedenktags für die Opfer von 1923 ein Beethoven-Programm: Leonoren- 
Ouvertüre Nr. 3, Violinkonzert und Fünfte. 

Op. 72. Fidelio (Stadttheater Darmstadt, Stadttheater Dortmund zur 
Feier der Opfer des *9. November 1923). 


1940 

In "Nationalsozialistisches Bildungswesen" V, 1940, S. 247, erscheint 
der Aufsatz "Wehrgeistige Erziehung in der Musik", von Kurt Walther, 
Gaufachberater für Musik des NSLB, in dem er Beethoven für die 
Erziehung zu kämpferischem Ethos empfiehlt. 

Im Arm der Liebe ruht sichs wohl (T: Ueltzen). Kanon zu 3 Stimmen. 
In: 

Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); Deutsche Musik A, B (1941). 
Die C-Dur-Skala. Kanon. 

In: 

Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940). 

*21. April 1940: 

In der Berliner Philharmonie leitet H. Knappertsbusch die 9. Sinfonie 
von Beethoven. Mitwirkende: Esther Rethy, E. Hoengen, Rudolf Dittrich 
und Marjan Rus, der Bruno Kittelsche Chor und das BPhO. 

*9, November 1940: 

Das Stadttheater Freiburg bietet zum Gedenken der Gefallenen der 
Bewegung Beethovens Oper "Fidelio". 

17. Dezember 1940: 

Kurt Varges veröffentlicht seinen Artikel "Beethoven, der Deutsche" 
("Neues Wiener Tageblatt", 17/X11/40). 


1941 
Geist des Heldentums: 

"(...) Beethovens Dritte Symphonie ist nicht deshalb ein Denkmal 
germanischen Heldentums, weil sie den Namen >Eroica< führt, sondern 
weil aus ihren Tönen der Geist des Heldentums spricht. 

(...) Mendelssohn ist nicht deshalb ein Vertreter jüdischer 
Musik, weil er einen >Elias< komponiert hat - denn altstamentliche 
Oratorien hat ein Händel reihenweise geschaffen -, sondern weil der 
Geist seiner TöneJ udentum atmet" (Richard Eichenauer: Musik - ein 
Ausdruck der Rasse. "Die Gesundheitsführung". Ziel und Weg. 
Monatsschrift des Hauptamtes für Volksgesundheit der NSDAP, Jahrgang 


B 380 





1941. S. 8). 
26. Januar 1941: 

In seinem Artikel "Ludwig van Beethoven" ("Stuttgarter Neues 
Tageblatt", 26/1/41) nennt H. J. Moser den Chorsatz der 9. Sinfonie von 
Beethoven "die Idee einer Menschheit schlechthin - und das war so 
deutsch wie möglich gedacht". 

*3]. Januar 1941: 

Vor Uraufführung des Dokumentarfilms "Sieg im Westen" im Ufa- 
Palast am Zoo in Berlin bieten Heeresmusikschüler der Musikhochschule, 
Dgt. OMM Oswald Glied, den Triumphmarsch aus der Musik zu "Tarpeja" 
von Beethoven. 

10. Mai 1941: 

Zur feierlichen Eröffnung des Dt. Theaters Lille bietet dessen eigenes 
Ensemble Goethes "Egmont" mit der Musik von Beethoven. 

Die Sätze: 1. Ouvertüre. - 2. Lied: Die Trommel gerühret. - 3. 


Zwischenakt I. - 4. Zwischenakt II. - 5. Lied: Freudvoll und leidvoll. - 6. 
Zwischenakt Ill. - 7. Zwischenakt IV. - 8. Clärchens Tod. - 9. Melodrama. - 
10. Siegessinfonie. 

7. Juni 1941: 


In seinem Artikel "Ludwig van Beethoven" ("Hamburger 
Fremdenblatt", 7/V1/41) erhebt H. J. Moser den Komponisten zum "Geist 
voll nordischer Tiefe". 


1942 

(1) Wehrertüchtigung: 

"Eine unerbittliche Kampfbereitschaft und eine überwältigende 
Siegesgewißheit strahlt uns aus seinen Werken entgegen. Sie spiegeln die 
gleichen Spannungen und Schwingungen wider, die wir auch in der 
heutigen Zeit so stark erleben. 

Briefe unserer Soldaten beweisen, daß gerade sie durch das Erleben 
Beethovenscher Musik mitten im Kampfgeschehen berührt und gepackt 
werden von der unverletzten Darstellung des ewigen Gesetzes, welches 
ihren fanatischen Kampf- und Siegeswillen stärkt" (Elly Ney: Bekenntnis 
zu Ludwig van Beethoven. In: "Von deutscher Tonkunst", Leipzig 1942. S. 
55). 

(2) Siegeszuversicht: 

"Wenn auch das Bekenntnis zur Tragik des deutschen Menschen, das 
einzelne deutsche Dichter und Musiker von heute in ihren Werken ablegen, 
von ihrem Standpunkt aus verständlicherweise anders lautet und ihr 
ethisches Verhalten zu den Schatten des Lebens außerhalb transzendenter 
Vorstellungen der musikalischen deutschen Klassik liegt, so wird dadurch 
Beethovens tragische Auffassung doch keineswegs in Frage gestellt. Auch 
Äußerungen aus den Reihen unserer heldenhaften Wehrmacht, die ja alle 
unsere großen Kulturgüter verteidigt, lassen keinen Zweifel, was ihnen 
Beethovens tragische Sinfonie nach wie vor bedeutet: Beispiel, Ansporn 
und Mahnung, Zuversicht des Sieges über die dunklen Dämonen, die das 
deutsche Leben umkreisen (...)" (Ludwig Schiedermair: Zu Beethovens 
Schicksalsidee. In: "Von deutscher Tonkunst", Leipzig 1942. S. 70). 


B 381 





(3) H. J. Therstappen veröffentlicht in "Völkische Musik-Erziehung" 
VIII, 1942, S. 195, seinen Aufsatz "Beethoven und die Gegenwart" und 
ernennt den Komponisten zum "Symbol deutscher Selbstbehauptung". 

(4) G. Schünemann veröffentlicht in "Die Volksmusik" VII, 1942, S. 
74, seinen Aufsatz "Beethoven - Symbol deutscher Kraft" und erklärt den 
Komponisten zum "Sieger im Zeichen deutscher Kraft und 
Selbstbehauptung". 

1. Februar 1942: 

Hermann Unger veröffentlicht in der "Rheinisch-Westfälischen 
Zeitung", Essen, seinen Artikel "Feierstätte des deutschen Genius. In 
Beethovens Geburtshaus in Bonn". 

25. März 1942, Schonzeit für die Neunte: 

"Herr Hinkel gab dann eine Bestimmung des Herrn Ministers 
bekannt, daß im Bereich der ernsten Musik keine Werke aufzuführen sind, 
die sich nicht schon bewährt haben. Neue problematische Werke sollen 
nicht gebracht werden. Eine Aufführung der Neunten Symphonie soll für 
die nächste Zeit im Rundfunk ebenfalls unterbleiben" (Protokoll der 
Programmsitzung am 25/111/42. Quelle: BAR 55/ 695. Blatt 115). 

Dennoch hatte der Reichsrundfunk das Werk am 19/IV/42, dem 
Vorabend von Hitlers Geburtstag, wieder im Programm. 

*19. April 1942: 

Zur Feierstunde der NSDAP in Berlin leitet Furtwängler die 9. 
Sinfonie von Beethoven im Anschluß an eine Geburtstagsrede von Dr. 
Goebbels. Mitwirkende: Erna Berger, G. Pitzinger, H. Roswaenge und R. 
Watzke, der Dt. Philharmonische Chor und das BPhO. 

*20. April 1942: 

Das Badische Staatstheater Karlsruhe bietet zum "Geburtstag des 
Führers" Beethovens Oper "Fidelio". 

5. Juli 1942: 

Die "DMMZ" LXIV/13-14 druckt den Aufsatz "Wenn ich Beethoven 
höre, werde ich tapferer", eine Untersuchung zum Thema "Kriegsmusik" 
von H. Unger (S.105-107). 

*27. September 1942: 

Die Dresdner Philharmonie, Dgt. van Kempen, bietet am 3. 
Jahrestag der Besetzung Warschaus durch die Wehrmacht und zur 
Eröffnung der 3. Deutschen Kulturtage in Warschau vor der Festrede des 
Stellvertretenden Leiters des Arbeitsbereichs Generalgouvernement der 
NSDAP Dr. Fischer die "Egmont"-Ouvertüre von Beethoven. 

9. Dezember 1942: 

"Nach einer hier vorliegenden Meldung sollte die Strassburger 
Hochschulwoche mit einer Aufführung der Oper >Fidelio< von Beethoven 
eröffnet werden. Von Seiten der Gaupropagandaleitung seien gegen die 
Aufführung des >Fidelio< aber Bedenken erhoben worden, da in dieser 
Oper Gefangene in Ketten vorkommen und dies falsch ausgedeutet 
werden könne. Über die Auffassung herrsche unter den Beteiligten 
Verwunderung. Man vertrete die Auffassung, daß Beethovens Meisterwerk 
von solchen Einwänden unberührt bleiben müsse. (...)" (Der Chef der 
Sicherheitspolizei und des SD an RMVP, Dr. Schlösser, 9/X11/42. Quelle: BA 


B 382 





R 55/ 20219. Blatt 40). 

Die Untersuchung ergab, daß es sich um ein Mißverständnis 
handele, das Werk weder abgesetzt noch von Demonstrationen gestört 
worden sei. 

Duo für Viola und Violoncello. 
Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht" ( 21942) als Notentip. 
Drei Duos für Klarinette und Fagott (auch Violine und Violoncello). 

Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht" ( 21942) als Notentip. 
Trio für drei Violinen. 

Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht" ( 21942) als Notentip. 


1943 
Neufassung III: 

R. Schulz-Dornburg erarbeitet eine textliche Neufassung von 
Beethovens Kantate auf den Tod Kaiser Franz Josephs unter Benutzung 
von Texten Schillers, um ein "erschütterndes Requiem auf unsere 
Gefallenen" zu schaffen (Quelle: DRA Potsdam-Babelsberg, Historisches 
Archiv, NL 17/11). 

*18. und *19. April 1943: 

Das Staatstheaterorchester in Stuttgart, Dgt. H. Albert, bietet die 9. 
Sinfonie von Beethoven. 

*20. April 1943: 

Das Stadttheater Freiburg bietet zum "Geburtstag des Führers" 
Beethovens Oper "Fidelio". 

Feierliche Musik (Equale) für 4 Posaunen, auch andere Bläser oder 
Streichinstrumente. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ) 590 (1943). 

Op. 72. Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 (Berlin, *26/1X/43, zur Gedenkfeier 
für den gefallenen Dichter und SS-Frontberichter Kurt Eggers). 
Yorkscher Marsch. Militärmarsch Nr. 1 in F-dur (Berlin, *26/1X/43, 
Gedenkfeier für Kurt Eggers). 

Op. 61. Violinkonzert (Zwickau, *4/X1/43, Konzert des Städt. Orch 
Zwickau zum Gedenktag der Gefallenen der Bewegung, Dgt. Kurt Barth, 
Solist: Max Strub). 

1943/44: 

Alfred Zscheile veröffentlicht den Artikel "Riga erlebt Beethoven" 
("Ostland". Monatsschrift des Reichskommissars für das Ostland, I1/12, 
1943/44. S. 8). 

Anlaß war die Festaufführung der 9. Sinfonie in Riga zu Hitlers 
Geburtstag. 

1943: 

Max Unger veröffentlicht seinen Aufsatz "Beethovens vaterländische 
Musik" ("Musik im Kriege" I1/9-10, Dezember 1943-J anuar 1944. S. 
170-175). 


1944 
Allegro und Menuett, für 2 Flöten. 


B 383 





In: 
RJ F, Musikblätter der H) 594 (1944). 
*30. Januar 1944: 

Das Stadttheater Freiburg bietet zum "Tag der Machtübernahme" 
Beethovens Oper "Fidelio". 

18. Juli 1944, Welt von Feinden: 

"Noch immer hat das musikalische Kunstwerk als Ausdruck einer 
schöpferischen Persönlichkeit über alle philologischen Deutungsversuche 
triumphiert. Noch immer gilt Beethovens ehernes Bekenntnis: >Musik ist 
höhere Offenbarung denn alle Religion und Philosophie". Darum weiß das 
erlebnisfähige Herz nichts vom Zwiespalt zwischen den Instrumentalsät- 
zen und dem gewaltigen Chorfinale der >Neunten<. Es lauscht im 
Widerspiel des eigenen Ichs den mitreißenden Klängen eines ringenden, 
kämpfenden und singenden Titanen. Das erfassen und das mitempfinden 
zu können, haben vergangene Generationen uns geholfen. Aber erst das 
aufrüttelnde Erlebnis des ersten Weltkrieges hat der >Neunten< den Weg 
ins Volk gebahnt; und heute in abermals bewegter Zeit, wo es gilt, in 
verschworener Gemeinschaft einer Welt von Feinden zu trotzen, da wollen 
wir uns freuen, wenn Braunschweigs Staatstheater alljährlich eine der 
großartigsten Schöpfungen deutschen Geistes zu Gehör bringt. (...)" 
(Albert Trapp: Die "Neunte" im Staatstheater. "Braunschweiger 
Tageszeitung" Nr. 166, 18/VI1/44). 

21. Oktober 1944: 

Dr. Herbert Gerigk wendet sich an ARR, Abt. Überstaatliche Mächte, 
und bittet um Auskunft über die Neigung Beethovens zur Freimaurerei 
(Quelle: ACDJC, Document CXLV-642). 


Geschichtsfälschung, 1945: 

"(...) Einem Volk, das die Untat zuletzt zum Heldentum verfälsht 
sah, wird endlich, sollte man glauben, offenbar, was das geistige 
Heldentum dieses Mannes meinte und bedeutete: Kampf gegen die 
Schlangen, die das Bessere im Menschen ersticken und erdrücken wollen, 
Kampf gegen die Dämonen, die in der eigenen Brust sich bergen; Kampf 
aber auch gegen das Schicksal in unzerbrechlicher Zuversicht, wenn es 
den Unschuldigen und zum Höhern Strebenden anfällt, daß er stärker und 
reiner durch die auferlegten Prüfungen hindurchgehe" (...) (Richard Benz: 
Beethovens geistige Welt. Rede/ gehalten zur Frankfurter Beethovenfeier/ 
9. Dezember 1945. Heidelberg, 1946. S. 17-18). 

Der Philosoph redet - aber kein Wort darüber, daß jede 
Interpretation Beethovens nur den Mißbrauch zudeckt, den der NS mit 
seiner eigenen volksverdummenden Deutung als Symbol von Kampf und 
Sieg so lautstark betrieb. 


B 384 





Beez, Wilhelm 
1856 - 1929 


Hacketäuer-Marsch (18836), zwischen 1933 und 1945 häufig gespielt 
(u. a. Werag, 13/X/33). T: O Hannes, wat en Haut! [T]. 
Der Titel feiert das 3. (Westfälische) IR Nr. 16 "Freiherr von Sparr", 
das diesen scherzhaften Beinamen trug. 
In: 
Das goldene Marschbuch (1933) [Sc]. 
Information: LdBl. 


Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt (T: Paul 
Gerhardt). Kirchenchoral, bei B. Gesius (1603) und G. Ph. Telemann 
(1730). 

In: 
Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Evangelisches 
Feldgesangbuch (1939, 1940). 


Befreiungslied = Die Rache wird kommen 
Befreiungsmarsch = Steht fest zusammen, haltet aus 
Behle, Adolf 


Karlsruhe, 30. April 1894 - Karlsruhe, 9. November 1951. 
Chorleiter, Dirigent des Gesangvereins Liederkranz in Knielingen bei 
Karlsruhe. 

NSDAP seit 1/1/40, Nr. 7.857.994, auf Antrag vom 23/VI11/39. 
Fürs Vaterland. Chor (Südfunk, 25/V/33). 


Behnke, Johannes 
Lauenburg/Pommern, 26. Juni 1888 - ? 
Musiker und Dirigent in Stettin, zeitweise Leiter des Stettiner 
Konzertorchesters. 1943 erhielt er das KVK II ohne Schwerter. 


NSDAP seit 1/1X/32, Nr. 1.290.101; SS seit 1/X11/32, 1934 
Untersturmführer, 1935 Obersturmführer, 1937 Hauptsturmführer. MZF 
der SS-Standarte 9 Stettin. 
*20. April 1939: 
Behnke leitet eine Morgenmusik des Stettiner KonzertOrch zum 

Geburtstag Hitlers (RS Hamburg, *20/1V/39). 

Information: Keine weitere Nachricht; das damalige Stettin fiel an 
Polen. 


B 385 





Behnke, Kurt (Gustav August) 
Greifswald, 16. Januar 1905 - ohne Ort, Westfront, 30. Juli 1941 (im 
Fronteinsatz gefallen). 
Bankbeamter und Herausgeber in Greifswald, 1935 in Stettin, 1939 in 
Koblenz. 
Werke: z. B. Front Heil! Eine Auswahl deutscher Lieder, 
zusammengestellt von Kurt Behnke - J ungstahlhelm Greifswald (21929). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.541.032; SA, hauptamtlich mit Führerrang. 1939 
Mitarbeiter der Gauleitung Moselland der NSDAP in Koblenz. 
Heil Hitler! Ein deutsches Liederbuch, hgb. von Kurt Behnke, "Meinem 
Oberführer Theuermann gewidmet" (1.-10. Tsd., 1933) [G&P]. 
Lediglich Texte mit wenigen Notenbeispielen. Die 2. Auflage ist im Inhalt 
identisch bis auf den Austausch des Heine-Textes "Ich weiß nicht, was soll 
es bedeuten" nebst Parodie darauf zur Melodie "Wer will unter die 
Soldaten" (S. 52, Nummern 88 und 89). 

Titel mit Melodie sind numeriert. 

Inhalt: 

Ade zur guten Nacht. - Als die goldne Abendsonne. - Als ich gestern 
einsam ging. - Alte Kameraden auf dem Kriegespfad. - Am Brunnen vor 
dem Tore. - Annemarie, wo geht die Reise hin. - Argonnerwald. - Auf! 
Auf zum Kampf. - Auf dem Berg, so hoch da droben. - Auf der 
Lüneburger Heide. - Aus der J ugendzeit. - (Götz): Aus grauer Städte 
Mauern. - Bei Sedan auf den Höhen. - (Waldmann): Bin ein fahrender 
Gesell. - Brüder in Zechen und Gruben. - Burschen heraus. - (Stuntz): 
Das Käuzlein laß ich trauern. - Das Lieben bringt große Freud. - Das 
schönste Land der Welt. - (Pietzner-Clausen): (Das Lied der Deutschen 
Arbeitsfront) Auf Brüder, folgt den stolzen Fahnen zur Arbeitsschlacht. - 
(Zöllner): Das Wandern ist des Müllers Lust. - Das schwarzbraune Bier. - 
(Methfessel): Der Gott, der Eisen wachsen ließ. - Der mächtigste König 
im Luftrevier. - Der Mai ist gekommen. - Der Mensch soll nicht denken. - 
zur Melodie "Der mächtigste König": Der Spießer, der prahlend. - 
(Kieling): Der Wind weht über Felder. - Des Morgens um halb vier. - Des 
Morgens, wenn ich früh erwach. - Deutschland, Deutschland über alles. - 
1. Die Bauern wollten Freie sein. - 2. Die blauen Dragoner. - Die Fahne 
hoch. - Die Trommeln und die Pfeifen. - Drei Lilien, drei Lilien. - Drüben 
am Waldesrand. - zur Melodie "Argonnerwald": Durchs Pommernland 
marschieren wir. - zur Melodie von J. W. Lyra. 1942, auch von H. Reyher: 
(Reiselied) Durch Feld und Buchenhallen. - Ein Fähnrich zog zum Kriege. - 
Ein Heller und ein Batzen. - Ein Mägdlein wollte früh aufstehn. - Ein 
Schifflein sah ich fahren. - Ein feste Burg ist unser Gott. - Eine Seefahrt, 
die ist lustig. - Einst ein Jäger wollte jagen. - zur Melodie "In Hamburg, 
da bin ich gewesen": Einst sind wir so freudig geritten. - Es blühen die 
Rosen. - Es braust ein Ruf. - (Blumensaat): Es dröhnen die Trommeln (T: 
Baldur von Schirach). - (Silcher): Es geht bei gedämpfter Trommel Klang. 
- zur Melodie "O Deutschland hoch in Ehren" (Pierson): Es klingt wie eine 
Sage. - Es lebt der Schütze froh und frei. - Es liegt eine Krone. - 
(Mahrer): Es pfeift von allen Dächern. - Es stehen drei Birken auf der 


B 386 





Heide. - Es steht an der Ostsee die eiserne Schaar. - Es war ein Knab 
gezogen. - Es war ein Mädel jung an Jahren. - Es war einmal 'ne Müllerin. 
- Es welken alle Blätter. - Es war einst ein Fähnrich. - zur Melodie "Wir 
traben in die Weite" (Jahn): Es ziehen die Standarten. - 3. Es zog ein 
Hitlermann hinaus. - Es zog ein Regiment vom Ungarland. - Es zogen 
drei Burschen. - (Gläser): Flamme empor. - Glückauf, der Steiger kommt. 
- Gold und Silber lieb ich sehr. - Hab mei Wage voll gelade. - Harre 
meine Seele. - zur Melodie: "Wohlauf, die Luft geht frisch und 
rein"(Becker): Heiho! Die Schüsse knallen hell. - Heimat, o Heimat. - 
(Koch): Heiß ist die Liebe. - Heute wollen wir ein Liedlein singen. - Heut 
geht es an Bord. - Horch, was kommt von draußen rein. - Ich bete an die 
Macht der Liebe. - Ich bin ein Gardeschütz. - Ich bin ein lust'ger 
Grenadier. - Ich ging einmal spazieren. - Ich habe Lust, im weiten Feld. - 
Ich hab mich ergeben. - (Silcher): Ich hatt” einen Kameraden. - Ich 
schieß den Hirsch. - Ich weiß einen Lindenbaum stehen. - Ihr Brüder, 
seid gegrüßt am Belt. - Ich weiß nicht, was soll es bedeuten. - zur 
Melodie "Wer will unter die Soldaten" als Parodie: Ich weiß nicht, was soll 
es bedeuten. - Ick weit einen Eikboom. - Ihr Jäger laßt erschallen. - Ihr 
Sturmsoldaten jung und alt. - (Ramrath): Im Feldquartier. - Im grünen 
Wald. - Im Krug zum grünen Kranze. - Im schönsten Wiesengrunde. - Im 
Wald, im grünen Walde. - Im Wald und auf der Heide. - In dem Kampfe 
um die Heimat. - In einem kühlen Grunde. - In München sind viele 
gefallen. - Melodie "Polenmädchen": In Pommern liegt ein Städtchen. - Ist 
alles dunkel. -(Jahn): Kam'rad, nun laß dir's sagen. - Kam'rad, reich mir 
die Hände. - Kehr ich einst in meine Heimat wieder. - Kein Tropfen im 
Becher mehr. - Kein schöner Land. - Kennt ihr nicht die schwarzen 
Uniformen. - Liebster Schatz, gestatte mir. - zur Melodie "Feinde 
ringsum"(Gläser): Heimzug. - Lippe-Detmold. - Lustig ist das 
Zigeunerleben. - (Büchsenschütz): Märkische Heide. - 4. Mein Kamerad im 
Braunhemd du. - Mein Regiment, mein Heimatland. - zur Melodie: 
"Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" (Becker): (SS-Marschlied) Mit 
schwarzer Mütze, Totenkopf. - Morgen marschieren wir zu dem Bauern ins 
Nachtquartier. - Morgen marschieren wir ins Feindesland. - Morgen muß 
ich scheiden. - (Silcher): Morgenrot. - Musketier seins lust'ge Brüder. - 
Muß i denn. - Nach der Heimat möcht ich wieder. - Nach Ostland geht 
unser Ritt. - 5. (Altendorf): Noch leis' durch Schlesiens Wälder. - Nun ade, 
du mein lieb Heimatland. - Nun, kleiner Tambour, schlage an. - (Silcher): 
Nun leb wohl, du stille Gasse. - (Pierson): O Deutschland hoch in Ehren. - 
O Straßburg. - Regiment sein Straßen zieht. - (Altendorf): Rollt nun die 
blutigroten Fahnen auf! - Sah ein Knab ein Röslein stehen. - Schatz, mein 
Schatz, reise nicht. - zur Melodie "Märkische Heide"(Büchsenschütz): (Heil 
Schlesien) Schlesische Erde, schlesisches Land. - Schön ist die Jugend. - 
Sennesand, du heißer Sand. - Setzt zusammen die Gewehre. - 6. Siehst 
du im Osten das Morgenrot. - Sie sollen ihn nicht haben. - Soldat, du bist 
mein Kamerad. - Soll ich dir mein Liebchen nennen. - Sprung auf, marsch, 
marsch. - (Silcher): Steh ich in finstrer Mitternacht. - (Methfessel): 
(Weihelied) Stimmt an mit hellem hohem Klang. - (Thiele): Stolz weht die 
Flagge schwarz-weiß-rot. - (Gättke): Trum, trum, die Landsknecht ziehn 


B 387 





herum. - Über die Heide geht mein Gedenken. - Und in Brandenburg auf 
dem Bethsee. - (Himmel): Vater, ich rufe dich. - Von allen den Kameraden. 
- zur Melodie "Gardemarsch": Von allen den Mädchen so blink und so 
blank. - Heinz Thum: Vom Barette schwankt die Feder. - Von dem Berge 
rauscht ein Wasser. - (Borgmann): Unsere Fahne flattert uns voran. - 7. 
Fritz J öde: Wann wir schreiten Seit an Seit. - Warum ist es am Rhein so 
schön. - Was die Welt morgen bringt. - Was zieht so einsam. - (Schulten): 
Weit laßt die Fahnen wehen. - Wenn alle Brünnlein fließen. - Wenn des 
Sonntags früh. - Wenn die Landsknecht trinken. - Wenn die Soldaten 
durch die Stadt marschieren. - Wenn ich den Wandrer frage. - Wenn in 
stiller Stunde. - Wenn wir marschieren. - Wer die Welt am Stab 
durchmessen. - (Stuntz, Spohr): Wie ein stolzer Adler. - Wie hat das Gott 
so schön bedacht. - (Sotke): Wilde Gesellen, vom Sturmwind durchweht. - 
Wir heben die Hände empor zum Schwur. - zur Melodie des Wolgaliedes": 
(Lied der Eisernen Division) Wir kämpfen unter Russenfahnen. - zur 
Melodie "Stimmt an mit hellem, hohem Klang" (Methfessel): Wir sind das 
Heer vom Hakenkreuz. - (Sotke): Wir sind des Geyers schwarzer Haufe. - 
8. Kurt Hurrle: (Badisches Arbeitsdienstlied) Wir sind die Sturmkolonnen. - 
andrer T: Wir sind die Sturmkolonnen. - Wir sind vom 1. bayerischen 
Schneeschuhbataillon. - (Jahn): Wir traben in die Weite. - Wir tragen am 
Arme das Wikingerschiff. - Wir treten zum Beten. - Utz Utermann: (Immer 
nur vorwärts) Wir woll'n treu zum Banner stehn. - W. Altendorf: Wir ziehn 
auf stillen Wegen. - Wir ziehen unsre Straßen. - zur Melodie "Wir halten 
fest und treu zusammen": Wo deutsch man fühlt. - (Becker): Wohlauf, die 
Luft geht frisch und rein. - Wo sind die Jugendjahr geblieben. - 
Zehntausend Mann. - zur Melodie "Ihr Kinderlein kommet": Zu Haus 
angekommen. - (L. Waldmann): Zwei Freunde zogen Hand in Hand. - 
Chaussee-Potpourri. 

Die oberflächliche Laienart der Zusammenstellung dem Alphabet 
nach, dazu noch fehlerhaft und ohne Urhebernachweise, mit der ein SA- 
Mann einen vorgesetzten Führer erfreuen wollte, erweist sich gleichwohl 
als besonders werbewirksam, weil derart zwischen harmlosen Volksliedern 
wie absichtslos das braune Kampflied und das antisemitische Hetzlied 
steht. 

Information: Den Todesfall beurkundete nachträglich das Standesamt 
Koblenz, Nr. 1111/1942. 


Behr, Hans siehe: Baer 


Behr, Hermann 
Stuttgart, 7. April 1875 - Berlin, 8. April 1947. 
Sohn eines Architekten; zunächst Geiger, seit 1901 Kapellmeister des 
Orchestervereins Breslau; Dirigent auch am Opernhaus Breslau. Am 
1/VII1/37 zum Sängerbundesfest in Breslau von Hitler zum Professor 
ernannt. Leiter des Waetzoldschen MGV; Leiter von Schulungswochen, so 
der Grundschulungswoche für Musikerzieher in Breslau, Oktober 1941. 


B 388 





Behr galt als "jüdisch versippt"; sein Schwager war Artur Schnabel, 
sein Sohn Carl mit einer Jüdin verheiratet. Dennoch nahm ihn die NSDAP 
auf und ernannte ihn RMK-Präsident Raabe zum Landesleiter der RMK. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.033.814; 1936-38 Landesleiter der RMK Gau 
XXIII Schlesien in Breslau, zugleich Leiter der Fachschaft IV; dann bis 
1945 Landesleiter der RMK Gau Niederschlesien. Gauchorleiter des DSB 
Gau IV Schlesien. 

19. Februar 1938, Absetzung?: 

"Der Präsident der Reichsmusikkammer, Herr Prof. Raabe, hat den 
Landesleiter Schlesien der Reichsmusikkammer, Herrn Prof. Behr, mit 
Wirkung vom 31. März ds. Js. seines Amtes entsetzt und sperrt sich 
zunächst gegen sein Weiterverbleiben in diesem Amt. Die Gründe dafür 
sind im Augenblick undurchsichtig. Jedenfalls lassen aber andere 
Momente, die mir bekannt wurden und die Herr Prof. Raabe im Augenblick 
noch nicht weiß, es zweifelhaft erscheinen, daß Prof. Behr als Landesleiter 
weiterverbleiben kann. Der Präsident der Reichsmusikkammer bringt mir 
nun als neuen Landesleiter Herrn Scherzer aus Gleiwitz in Vorschlag, 
gegen den sich bisher so ziemlich alle Stellen, die ich befragte, geäußert 
haben. Gelegentlich einer Rücksprache, die ich mit Reichskulturwalter 
Moraller in Berlin hatte, verwies er mich nun an Sie und sagte mir, Sie 
wären in de Lage, mir ein eingehenderes Urteil über Herrn Scherzer zu 
geben" (RPA Schlesien an den Regierungspräsidenten Rüdiger, 19/11/38. 
Quelle: BAR 55/ 11. Blatt 80). 

Information: DML, FA, LdCh. 


Behr, Hermann 
Ammendorf/ Krs. Halle, 23. Juni 1896 - Bad Wildungen, 24. Juli 1969. 
Musikpädagoge, Chor- und Kapellmeister in Halle, ab 1938 in Beuchlitz. 
Nach 1945 in Bad Wildungen Komponist und Arrangeur, dann i. R. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 1.881.521. 
Parademarsch der braunen Armee, onA, im Juli 1933 dem RMVP 
eingereicht (Quelle: BAR 55/ 1160). 
Matrosenliebe: Wenn die Barkassen den Dampfer verlassen (T: Fritz 
May). 

Textprobe (1. und 2. Strophe): 


dann bleibt der Matrose allein! 
Die Lichter verblassen, 

ganz fern sind die Gassen, 

wie schwer ist es, einsam zu sein! 


Mein Mädel, noch zucken 

die Lippen, doch mucken, 

das darf ein Matrose sich nicht! 
Drum spiele ich leise 


B 389 





die zärtliche Weise, 
sie ist so wie du ein Gedicht". 


In: 
Das Lied der Front 1 (1940); Soldatenlieder von Front und Heimat (1940). 
Reiterlied: Wenn Galopp wir reiten durch die wilden, weiten Wälder (T: 
Gefr. Heinz Pfeiffer; das Original nennt jedoch RAD-Feldmeister Fritz- 
Erdmann Berg) [K]. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Wenn die Schlacht geendet 
und sich zugewendet 
Sieg und Glück und Ruhm und Ehr', 
heimatwärts wir lenken, 
unsre Banner schwenken; 
um uns tost des Volkes Meer". 
In: 
Das Lied der Front 2 (1940). 
Leb wohl!: Ich zieh hinaus beim Morgengraun (eigener T). 
In: 
Volk in Waffen (1941). 
Information: LdCh. 


Behr, Theodor 
St. Johann, 17. Februar 1901 - Berlin-Charlottenburg, 9. Februar 1959. 
Musiklehrer und Konzertsänger(Bariton) in Saarbrücken, auch mit Liedern 
zur Laute. 
Nach 1945 zuletzt in Berlin. 


NSDAP seit 1/VI/36, Nr. 6.926.795, auf Antrag vom 22/VI1/36. 
Es kämpft ein Volk in harter Wehr im Saarland um die deutsche Ehr. 
Saarlied mit Begleitung von Pfeifen und Rührtrommel. 
Textprobe (1. und 2. Strophe): 
LE. 
und gegen Schmach und Schande. 
Es hebet auf zum Schwur die Hand: 
Nur mit dem deutschen Vaterland 
verknüpfen uns starke Bande. 


Der welsche Geist versucht mit Macht 
im Westen Deutschlands hohe Wacht, 
das Saarvolk, zu gewinnen. 
Doch Mann für Mann an uns'rer Saar 
bekennen sich zum deutschen Aar. 
Und fest steh'n unsre Zinnen!" 

In: 

Deutsch ist die Saar! (1934). 


B 390 





Behrend, Fritz 
Berlin, 3. März 1889 - Berlin, 29. Dezember 1972. 

Sohn eines Kohlengroßhändlers; Schüler von Ph. Rüfer und E. 
Humperdinck, Orchestermusiker und Komponist in Bremerhaven, hier 
Waldhornist des Stadttheater-Orchesters. Später - Stand 1937 - in Berlin 
SO 36 freischaffender Komponist und Kompositionslehrer. 

Nach 1945 weiterhin in Berlin. 
Werke: Sinfonien; Bühnenwerke, so das Fastnachtsspiel "Der schwanger 
Bauer" von Hans Sachs Op. 53 (1934), "Die lächerlichen Preziösen" nach 
Moliere Op. 57 (1934), die Oper "Almansor" Op. 61, "Dornröschen" Op. 
76, Märchenoper (1936); Orchesterstücke. 


Mutig voran! Marsch für Blasmusik (1939?; DtldS/RS Berlin, 21/1V/40, 
Bremer Hafenkonzert) [O]. 
Zum Appell. Marsch für Blasmusik (1939?; RS Hamburg, 18/1V/39; 
DtldS/RS Berlin, 31/111/40, Bremer Hafenkonzert) [O0]. 

Information: DNML, DML, FA, KDMK. Das Verzeichnis der 
Musiknachlässe in Deutschland (Berlin, 2000) nennt das falsche Todesjahr 
1939. 


Geschichtsfälschung, 2001: 

"(...) Out of favour during the Third Reich. (...)" (John Morgan/ 
Andrew D. McCredie: Namensartikel. "The New Grove Dictionary of Music". 
London/New York, 22001). 


Behrendt, Franz 
Wonzow, 15. Mai 1876 - Freyburg/ Unstrut, 27. April 1935. 
Zunächst Kaufmann und Musikalienverleger, dann Arbeiter in Freyburg. 


NSDAP seit 1/VI1/31, Nr. 578.058. 
SA-Marsch - Wilson-Friedensmarsch - Marsch zum 1. Mai: Wir 
leben jetzt im dritten Reich (Ehret die Arbeit) - Schlageter-Gedächtnislied: 
So viele Totenkreuze stehn (Musik: Alfried Röth) - Hakenkreuzflaggen- 
Marsch, sämtlich auf eigene Texte, im August 1933 der Reichskanzlei 
eingereicht, weil er sich durch Verkauf der Lieder "einen neuen Erwerb 
schaffen" wolle, und am 9/X/33 noch einmal "Herrn Reichsminister Dr. 
Goebbels". 
Zitat: 

"Ich bin weder Tonkünstler noch Dichter. Wenn die Kunst Grund zur 
Kritik findet, so liegt das Mehr außerhalb meines Könnens. Mich befriedigt 
es, daß der Führer diese Arbeit schätzt. Da auch Sie Herr Reichsminister 
im Volk den Ruf genießen, Daß Sie, wie der Führer, auch die kleinste 
Arbeit eines Arbeiters schätzen, habe ich das Vertrauen, das, wenn sich 
diese Kompositionen in der Richtung der Führung bewegen, ich die 
Erlaubnis erhalte" (Behrendt an Dr. Goebbels, 9/X/33. Fehler im Original. 
Quelle: BA R 55/ 1165 Blatt 185). 
Marsch zum 1. Mai: Wir leben jetzt im dritten Reich. Hurra! Die 


B 321 





Arbeitsfront, die merkt es gleich (eigener T). 
Textprobe (5. Strophe mit Refrain): 
"Jetzt ist das große Ziel erreicht, Hurra! 
Der Führer niemals wankt noch weicht. Ja, ja. 
Es hämmert seine starke Faust. 
Schaut hin, wie der Marxist gehaust. 
Ehret die Arbeit, achtet den Arbeiter. 
So sprach der Führer am ersten Mai, 
Symbol für alle Zeit dies sei, 
wir werden fest zusammenstehn 
und lassen Deutschland nicht untergehn". 
In: 
Wir singen (1934). 


Behrendt, G. 


SA-Mann im Sturm 1 in Königsberg. 
Führer und Vaterland. SA-Lied (RS Königsberg, 5/1X/35). 


Behrendt, Gustav 


Musikpädagoge und Musikpublizist in Berlin, Studienassessor an der 
Menzelschule (Oberschule für J ungen) in Berlin NW 87. 


Musikerziehung als Erziehung zur Gemeinschaft ("Zeitschrift für 
Schulmusik", Jahrgang 1934. S. 89 ff.) 

Das nationalsozialistische Liedgut ("Die Musikpflege" VII/11, Februar 
1937. S. 425-433). 

Zitat: 

"(...) Erst die nationalsozialistische Bewegung konnte diese Aufgabe 
in ihrer ganzen Forderung erfüllen. Denn sie allein hat wahrhaft volksge- 
bundene Haltung mit der Anerkennung des Wertes des individuellen 
Führertums vereinigt. So konnte im Dritten Reich das neue Volksliedgut 
aus dem Erleben der Volksgemeinschaft, aus der Gesamtheit des deut- 
schen Volkes entstehen. Die neuen Lieder klingen uns heute aus den 
Kolonnen der marschierenden Mannschaften entgegen. Das große Erlebnis 
der völkischen Einigung schuf sie: Frisch, ungekünstelt, spontan hervor- 
brechend. Es sind die politischen Kampf- und Freiheitslieder, die sich aus 
der unmutigen deutschen Seele losgerungen haben. Sie sind geschaffen, 
um Menschen in ihrem Denken und Tun zusammenzuschweißen gegen die 
internationalen Massen. Tiefe deutsche Mannhaftigkeit und das Sehnen 
nach Wehrhaftigkeit kommt in ihnen zum Ausdruck. Und ebenso ist das 
Singen selbst nicht schön im Stimmklang, sondern aus kämpferischem 
Herzen urwüchsiger Ausdruck des männlichen Wollens. Viel neues Liedgut 
ist dabei entstanden, nicht immer vollwertig; aber das Gute überwiegt 
durchaus. Deutschland ist erwacht, und mit ihm das singende Deutsch- 


B 392 





land" (S. 425-426). 

Behrendt untersucht u. a. die Genealogie des Horst-Wessel-Liedes, 
jedoch war er so wenig mit seinem Stoff vertraut, daß er viele Namen 
falsch buchstabierte. 

Wir wandern und singen! Liederbuch der NS-Gemeinschaft >Kraft 
durch Freude< (1937). Lautensätze: G. Behrendt. 


Behrendt, Martin 
Feldwebel der Wehrmacht. 


Auf Hieb und Stich: Leis regt der Wind die Schwingen (eigener T). 
Kriegslied. 
Textprobe (5. und 6. Strophe): 
"Weit recke deine Flügel. 
Nun, Rußland, wehre dich! 
Faßt fester Zaum und Zügel, 
es geht auf Hieb und Stich! 


Leis regt der Wind die Schwingen, 
herbstgolden ruht die Welt. 
Soldatenlieder klingen, 
Soldaten ziehn ins Feld". 

In: 

Landser-Lieder (1942). 


Behrens, August 
Köln, 3. Dezember 1865 - Frankfurt a. M., 3. Juni 1956. 
Musikpädagoge in Frankfurt a. M. 
Nach 1945 weiterhin in Frankfurt, zuletzt i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Der deutsche Rhein. Marschlied onA, am 10/V/33 dem RMVP 
eingereicht. 

Das Promi gab das Werk ans Preuß. Ministerium für Wissenschaft, 
Kunst und Volksbildung weiter. Dieses schaltete die Musikabteilung der 
Preuß. Akademie der Künste ein, pauschales Urteil, 3/V11/33: 

"Wir sind nicht in der Lage über jede der Kompositionen ein eigenes 
Gutachten abgeben zu können, weil diese Werke jeder individuellen Züge 
entbehren. Kompositionen dieser Art werden zu Hunderten verfertigt und 
kommen in Bezug auf künstlerische Qualität gar nicht in Frage. Die 
patriotische Einstellung der Einsender ist unverkennbar, leider entspricht 
diesem Wollen kein entsprechendes Können" (Quelle: BAR 55/ 1160. Blatt 
27): 


B 393 





Behrens, Walter 


Die Wacht am Meer. Marsch der Flakartillerie im Luftgau XI Hannover 
(1941) [PB]. 
Das weiße Schiff: Mädel, auf dem Sonnendeck (T: Eberhard Moes). 
Marinelied. 
Textprobe (3. und 5. Strophe): 
"Wieder fahr ich übers Meer, 
Kurs auf England geht die Reise. 
Aus der Ferne - Ferne - weht es her, 
klingt mir so erinnrungsschwer 
des Vergangnen junge Weise. 


Heute braust des Krieges Sturm 
um der Masten schlanke Spitzen, 
und aus jedem - jedem - Panzerturm 
droht, ein böser Urzeitwurm, 
der Kanone Todesblitzen". 

In: 

Blaujacken-Lieder (1941). 


Behrens, Wilhelm 
Stoitze/ Krs. Uelzen, 29. April 1887 - Bremen, 4. J uni 1980. 

Sohn eines Lehrers; Musikpädagoge - Oberschullehrer - und Erfinder eines 
Notenschriftsystems in Bad Oeynhausen, zeitweise Organist der ev. 
Kirche; 1927-45 Musiklehrer an der Luisenschule (Höhere 
Mädchenschule). 

Danach noch bis 1950 in gleicher Stellung, dann i. R. Seit 1964 in 
Bremen, hier ab1977 in einem Altersheim. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Das Lied vom Führer: |hr streitbaren Männer von deutschem Geblüt 
(eigener T). 2stimmig (1934) [G&S]. Im Juli 1933 dem RMVP eingesandt 
(Quelle: BAR 55/ 1160). 

Das Notenschriftsystem unterbreitete der Erfinder 1935 ebenfalls 
dem RMVP, dessen Abt. M es gutachtlich prüfte, jedoch als zu kompliziert 
ablehnte. 

Information: DML. 


Bei dem Donner der Kartaunen, Bomben und Granatensprühn, 
darf ein Kriegsmann sich nit saumen. Kriegslied aus Franken, mitgeteilt 
nach älterer Handschrift von Ditfurth in: "Volks- und Gesellschaftslieder 
des 17. und 18. Jahrhunderts" (1872). 

Textprobe (2. Strophe): 

"Dann muß er gar tapfer fechten, 
schießen, hauen, stechen drein; 


B 394 





nie sich fürchten, ob zur Rechten, 

links auch viel gefallen sein. 

Ob zur Stell gar die Höll 

einher auf ihn stürmen wöll, 

soll er doch gar ritterlich 

selbst dem Teufel halten Stich". 
In: 
Kämpfende Mannschaft (1934); Wohlauf Kameraden (1934); Glück ab, 
Kameraden! (1935); Soldaten, Kameraden (1935); Kameraden, wir 
marschieren (1935); RJF, Musikblätter der HJ) 35 (1935); Lieder des Volkes 
(61936); Lobeda-Singeblatt 24 (1936); RJF, Liederblatt der HJ) 28 (1936); 
Neues Deutschland 2 (1937); Lied über Deutschland (1937); 
Singkamerad, Anhang Mainfranken (1937); SA-Liederbuch (21939); Es 
leben die Soldaten 3 (1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); Lied über 
Deutschland 3 (1940); Kameradschaft im Lied 3 (1940); RJF, Unser 
Liederbuch (61941). 


Bei der Linden bin i's gsessn, bei der Linden sitz i's gern. Aus 
Kärnten und Oberbayern. Zuerst in: G. Neckheim, "Echte Kärntnerlieder" 
(1891). 


In: 
Lieder unseres Volkes (1943). 


Bei der Nacht. Mährisches Volkslied. 
In: 
Brünn ist nit hin (1939). 


Bei der schönsten Sommerszeit. Volkslied aus Tirol-Vorarlberg. 
Titel: Der Gugger. 
In: 
Hellau! (1942). 


Bei dumpfem Trommelwirbel zu Benrath an dem Rhein, da ging 
ein blühend Leben zum jähen Tode ein (T: onA), auf die Melodie "Zu 
Mantua in Banden". Titel: Schlageterlied. 

Tondokument - ohne Datum - im DRA: 1890820-24. 

Ausführende: Bariton mit SA-Blaskapelle, Dgt. G. Groschwitz. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Du deutscher Andreas Hofer, 

du Perle deutscher Treu, 

dein Glanz kann nie verblassen, 

wird immer wieder neu. 
Alldeutschland schwört, trotz aller Not, 


B 329 





zum Dank für den Märtyrertod: 
Die Rache, sie ist mein!" 

In: 
Durch Kampf zum Sieg! (71926); Deutschland erwache! (551932); Was 
der Deutsche singt (1932); Schlesisches SA-Liederbuch (?1933; nur T, 
Variante: "Bei dumpfer Trommel Wirbel"); Neues Deutschland 1 (1933); 
Sieg-Heil! (1933); NS-Volks-Liederbuch (21934; T: L. Eck); Lieder von 
heute (1934); Singkamerad (21934, 31935, 81937); Liederbuch für Dt. 
Frauen und J ungmädchen-Verbände (1934; nur T, Variante s. o.); Einig 
Volk/ Einig Sang (1934); Deutsche Lieder für die Jugend (21935); 
Vorwärts! Vorwärts... (1935; nur T). 


Geschichtsfälschung, 2002: 

"(...) Beim vorliegenden Lied handelt es sich um eine Umdichtung 
des sogenannten Andreas-Hofer-Liedes >Zu Mantua in Banden< von 
J ulius Mosen auf eine Volksmelodie" (Korrekturbogen, S. 113, zum DRA- 
Katalog "Politische Musik in der Zeit des Nationalsozialismus. Ein 
Verzeichnis der Tondokumente 1933-1945". Potsdam 2000). 

Tatsächlich ist es keine "Umdichtung", sondern auf diese Melodie ein 
selbständiger Text. 


Bei einem Wirte wundermild, da war ich jüngst zu Gaste (T: L. 
Uhland, 1811). "Volkslied", 0onA. Auch von RR. Strauss vertont. 
In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); Flieger-Liederbuch 
(1938; nur T). 


Beier, Walter 


Artillerie-Gefreiter der Kriegsmarine. 

Janmaaten-Flaklied: Was fliegt dort brausend die Küste an (T: die 
Komponisten), zus. mit Marine-Artillerist Gerhard Krohn. 

In: 

Blaujacken-Lieder (1941). 


Bei ins afn Land. 
In: 
Hellau! (1942). 


Beil, Hermann 


Helden der Luft. Marsch für LW-Musik, Fassung: H. Männecke (1942) 
[W&C]. 


B 396 





In: 
Neues Sanssouci 73 (1942). 


Beil, Walter (Friedrich) 
Dresden, 4. Dezember 1894 - Dresden (SBZ), 11. Dezember 1948. 
Kapellmeister in Dresden, Stand 1933: Dirigent der "Soldatenkapelle 100", 
später auch Privatmusikerzieher (Violine, Klavier, Trompete). 


NSDAP seit 1/X1/29, Nr. 170.142. SA; Sturmführer, MZF der SA-Standarte 
100 Dresden. 
24. März 1933: 

Die Soldatenkapelle 100, Dgt. Beil, bietet im Rundfunk u. a. B. 
Schestaks "Sachsenmarsch der NSDAP" (Mirag, 24/111/33). 
Sturmmarsch (Mirag, 24/111/33). 

Grenzvolk hält Wacht. Marsch über das neue Sachsenlied von Heinz 
Steinbrecher (RS Leipzig, *12/X1/36, *5/VI1l/37). 
Wenn die Fahnen und Standarten (T: G. Schumann). Kampflied für 
Chor, zus. mit H. Steinbrecher (RS Leipzig, *5/VI11/37). 

Information: Das Stadtarchiv Dresden (11/III/98) gab an, keine 
Nachricht über Walter Beil zu haben; laut Standesamt Dresden (8/X/98) 
gäbe es für Beil es keine Hinweise zu Ehe oder Tod im Register. 


Beilschmidt, Curt 
Magdeburg, 20. März 1886 - Leipzig (DDR), 7. März 1962. 
Schüler u. a. von Hans Sitt, Pianist, Musikschriftsteller und Komponist in 
Leipzig, hier 1923 Gründer und Dirigent des Orchestervereins der 
Musikfreunde, des gemischten Chors "Orpheus" und des Frauenchors 
Harmonie; 1943 Lehrer an der Städtischen Musikschule für Jugend und 
Volk. 

1946-56 Dozent an der Staatlichen Musikhochschule Leipzig und 
weiterhin Leiter des Orchestervereins der Musikfreunde, 
Rundfunkkomponist, Chorleiter. 

Werke: sechs Opern auf eigene Texte; Lieder, Kantaten, Klavierstücke, 
Blasmusik, auch U-Musik für Orch; Sinfonietta für ZupfOrch (1939). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 


1933 
Musik zu Der Heimkehrer, Hörspiel von Friedrich Griese (Mirag, 18/VIIl/ 
33, als Stunde der Nation). 
Ernst Schicketanz: Spiel vom Frohnauer Hammer (T: Hans Reh). 
Rundfunkfassung, Dgt. C. Beilschmidt (Mirag, 13/X/33). 


1934 
Musik zu Junges Schreiten, Funkdichtung von Rudolf Maczurat (RS 
Leipzig, 21/X1/34). 





1935 

Ehrenmal gefallener Dichter (T: Franz Konrad Hoefert). Oratorium zum 
Heldengedenktag (RS Leipzig, *17/111/35, in der Reihe "Das ewige Reich 
der Deutschen", musikalische Leitung: selbst). 
Trommeln dröhnen durch deutsches Land. Lied. Musik.Wort. 
Gestaltet von R. Wächter (T: Karl Robert Popp) [AS]. 
In: 
Die Feier der jungen Front 3 (1935). 
Op. 91 a. Vor- und Nachspiele (Schlußmusik) zu den Feierstunden Wir 
suchten Deutschland und Wir halten die Treue, für Harmonium und 
Klavier. 
In: 
Bekenntnis zum Reich (1935). 
Op. 91 b. Vor- und Nachspiel (Schlußmusik) zur Feierstunde Die Fahne 
geht voran, für Harmonium und Klavier. 
In: 
Bekenntnis zum Reich (1935). 
Vorspiel zum Lied Wenn alle untreu werden, für Harmonium und 
Klavier. 
In: 
Bekenntnis zum Reich (1935). 
Heraus! Wir Jungen! Der Tag erwacht! Auf, Kameraden! Besiegt ist die 
Nacht (T: Fritz Abt). Morgenlied. Satz: C. Beilschmidt. 
In: 
Bekenntnis zum Reich (1935). 
Chor der J ungen: Wir ziehen die Straßen über das Land (T: onA). 
Fassung: C. Beilschmidt. 
In: 
Bekenntnis zum Reich (1935). 
Es sei mein Herz und Blut geweiht (T: onA). Melodie von 1817. Satz: 
C. Beilschmidt. 

Es handelt sich um das Weihelied der schwarzen Freischar 1813 auf 
Worte von Friedrich Schlegel. 
In: 
Bekenntnis zum Reich (1935). 


1936 
Höffner: Olympia-Kämpfer. Marsch. Für Orch: C. Beilschmidt (1936) 
[FS]. 


1937 
9. Mai 1937: 

Die Leipziger Musiktage von NSKG und NSG "Kraft durch Freude" 
bieten das "Alpenquintett" Op. 48 für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und 
Horn von Beilschmidt . 

9. Mai 1937: 

Die Leipziger Musiktage von NSKG und NSG "Kraft durch Freude" 

bieten "Neue Musik auf Volksinstrumenten", u. a. - Dgt. Beilschmidt - von 


B 378 





ihm "Arkadischer Frühlingsreigen" für BandonionOrch und in Teil-UA 
Sinfonietta in D-Dur für ZupfOrch. 


1940 
Höffner: Wer glaubt, allein zu beherrschen. Kriegslied. Fassung: C. 
Beilschmidt (1940) [FS]. 
28. Dezember 1940: 
Die J ungmädel der HJ -Rundfunkspielschar Leipzig, Dgt. Beilschmidt, 
bieten das Kinderliedersingen "Von allerlei Tieren" (RS Leipzig, 28/X11/40). 
Information: DNML, DML, FA, RML, LdCh. 


Bei Luzern dem Rigi zua. Volkslied aus Schwaben. 
Vgl. Vo Luzern uf Wäggis zue. 
In: 
Schwäbisches Liederbuch (*1938). 


Bei meines Buhlen Haupte da steht ein goldner Schrein. 
Wahrscheinlich altes Reigenlied, 1536 erstmals gedruckt. 
Vgl. Und in dem Schneegebirge. 
In: 
Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Lied über Deutschland (?1941). 


Beim Kronenwirt ist heute Jubel und Tanz, tjo, dideltjo. 
Hochzeitslied aus der Mark Brandenburg. 
In: 
Deutsche Volks- und Kampflieder für die HJ und das J ungvolk (1933); Uns 
geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Unser Liederbuch 
(71938). 


Beim Mondenschein = Gestern beim Mondenschein 


Beim Morgengrauen. Marsch. 
In: 
Deutsche Soldaten-Liedermärsche 1 (1933). 


Bei Modlin wohl an der Weichsel. da ist zerwühlt der Sand (T: 
Unteroffiziere Barth, Britzkow und Manlick). Kriegslied, zur Melodie "Bei 
Sedan auf der Höhe". 

Textprobe (5. Strophe): 

"Der Pole ward geschlagen 
von starker deutscher Hand, 
der Infantrist steht Posten 


B 327 





für Führer und Vaterland". 
In: 
Neue Kriegslieder (1940). 


Beim Start mit deiner Wolkenbarke (T: G. Praus). Fliegerlied, zur 
Melodie eines niedersächs. Volkslieds, in einer Aufzeichnung nach dem 
Gesang der Truppe bearbeitet: G. Pallmann. Titel: Flugregeln für 
Lebensmüde. 

In: 
Flieger sind Sieger (31941). 


Beim Waschen zu singen = Unrasiert und fern 


Bein, Ottilia 
Göttingen, 10. September 1899 - Göttingen, 27. April 1970. 
Musikpädagogin; Diplommusiklehrerin mit Hauptfach Klavier in Göttingen. 
Nach 1945 weiterhin in Göttingen; 1966 verehelichte Polenz. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP; Kreismusikreferentin der NS-Frauenschaft 
Göttingen. 


Bein, Wilhelm 
Sarstedt bei Hannover, 22. Juni 1883 - Bad Grund, 26. Januar 1966. 
Musikpädagoge, seit 1919 in Hannover Musiklehrer, 1924 akadem. 
Musiklehrer am Kaiser-Wilhelm-Gymnasium, dann auch am Goethe- 
Realgymnasium, später an der PH; Chorleiter, Dirigent des Silcherbundes 
Hannover und der Liedertafel Döhren. 

Nach 1945 hier wieder Dozent an der PH, 1948 i. R., jedoch Leiter 
des Kleefelder MGV und ab 1950 der "Liedertafel von 1888" in Hannover- 
Döhren. Landeschormeister des DAS. Er erhielt 1953 das 
Bundesverdienstkreuz. Zuletzt in Bad Grund. 

Von Brückner/Rock I fälschlich als Jude denunziert. 

Werke: Lieder, so Heimatlieder; viele Männerchöre. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP; NSLB seit 1/1X/33. 
Unser Kanzler: Du hast uns stets aufs neue (T: F. Holzapfel). 
Einstimmiger Chor (1933). 
Im Liede stark. Sängerspruch (Norag, *13/VI11l/33, Gausängertag Gau 
Hildesheim, Nordstemmen). 
Es grüne die Tanne. Sängerspruch (Norag, *13/VI111/33, Gausängertag 
Gau Hildesheim, Nordstemmen). 

Alle folgenden Titel bei [HH]: 
Deutsches Lied: Deutsches Lied, du klingst so traut (T: Maros), für 
versch. Chorbesetzungen. 


B 400 





Unser Glaube: Unsre Kraft ruht in der Stille (T: F. Fink). MCh 
Zum Muttertag: Denk, daß eine deutsche Mutter (T: A. Leinemann). 
Lied für Gesang mit Klavier/ Harmonium. 
Kamerad: Uns trägt der gleiche Boden (T: F. Fink). MCh (1937). 
Volk und Arbeit: Wir sind in der Welt nicht! (T: Rudolf Behrens), für 
MCh mit FrCh/ Kinderchor ad libitum (1938). 
Sonntagsseele: Laß ihn draußen nur hetzen und hasten (T: LUlu von 
Strauß und Torney) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest 
des DSB). 
Dem deutschen Volk: Deutsches Volk, du Volk der Lieder (T: E. Oest), 
für gemCh (1939). 
Den gefallenen Helden: Ihr starbt für uns (T: F. Fink). MCh (1939). 
Deutschland voran! (Nun lasset uns singen). Marsch mit Benutzung des 
gleichnamigen Liedes (H. Dankelsmeyer), für Gesang mit Klavier; für 
Blasmusik: W. Genger (1940). 

Information: DML, FA, KDMK, LdCh. 


Beinghaus, Josef 
(?), 9. März 1914 - Gummersbach, 6. November 1980. 
Amateurkomponist in Derschlag/ Rheinland. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Das neue Deutschland. Marsch, onA, im Juni 1933 dem RMVP 
eingereicht (Quelle: BA R 55/ 1159). 

Information: "(...) weil in diesem konkreten Fall Angehörige des 
verstorbenen Herrn Beinghaus sich mir gegenüber dahingehend geäußert 
haben, daß sie eine Weitergabe von Daten des Verstorbenen ausdrücklich 
nicht wünschen" (Der Standesbeamte Horn, Gummersbach, unter 
rechtswidriger Umgehung des PStG an F. K. Prieberg, 21/VIII/96); das 
Friedhofsamt Gummersbach (18/III/98) teilte mit, eine Beisetzung auf 
einem der städtischen Friedhöfe von Gummersbach sei nicht nachweisbar; 
das Einwohnermeldeamt (5/V/98), Frau Bekaan, versuchte zunächst, mit 
der falschen Behauptung irrezuführen, das Meldegesetz des Landes 
Nordrhein-Westfalen verbiete Auskünfte zur Geburt, setzte auf Antrag 
Jedoch 15 DM Gebühr aus und ließ sich von der rechtlichen Vorhaltung 
überzeugen. Das Melderegister nennt als Geburtsort: unbekannt. 


Beinroth, Fritz (Friedrich Wilhelm) 
Lübeck, 21. April 1911 - Baunatal/ Krs. Kassel 21. Februar 1994. 

Dr., Musikdirektor und Leiter des Musikschulorchesters Sangerhausen, 
auch Komponist; 1941 in Bad Frankenhausen/ Thüringen. 

1952 Direktor der Volksmusikschule Merseburg, zuletzt i. R. in 
Baunatal. 
Werke: "Musikgeschichte der Stadt Sondershausen von ihren Anfängen 
bis zum Ende des 19. Jahrhunderts" (Innsbruck, 1943); 1. Sinfonie in Es- 
dur (1954). 


B 401 





NSDAP seit 1/1V/41, Nr. 9.054.982, auf Antrag vom 6/1/41. MZF des 
Banns 266 der HJ, Leiter der HJ-Musikschule Sangerhausen. 

Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Baunatal, 
Nr. 19/1994. 


Bei Sedan auf der Höhe steht ein Kanonier auf Wacht (T: Gefreiter 
Kurt Moser, 29. Oktober 1870, in der Kirche zu Villepinte). Kriegslied mit 
zahlreichen Varianten, Melodie wohl nach Hans Eulers Tirolerlied "Horch, 
Marthe, draußen pocht es"; auch in: "Stolz ziehn wir in die Schlacht", 
Soldatenlieder (München, 1915). Titel: Der sterbende Reiter. 
Textprobe (3. und 6. Strophe): 
"Ein Soldat geht auf und nieder 
und besah die Leichenschar, 
die noch gestern um die Stunde 
gesund und munter war. 


Deutsche Männer: deutsche Helden! 

Großer Gott, wir loben dich. 

Deutsche Freiheitskämpfer sterben, 

aber weichen tun sie nicht!" 

Diese sechste Strophe war ein zeitgemäßer Nachtrag zur originalen 

Ballade über einen sterbenden Krieger. 
In: 
Heil Hitler! (1933; nur T, onA); Singendes Volk 6 (1933; Variante: "Bei 
Sedan wohl auf den Höhen, da stund nach blutger Schlacht in später 
Abendstunde ein Badner auf der Wacht"); Volk singt (1934; "Mündlich von 
Lagerleiter Dickhut, Scheuen"); Soldatenlieder (1934); Stimmt an! (1934; 
onA); Liederbuch der SA (61936; nur T; Variante: "steht ein Krieger auf 
der Wacht"); Soldaten singen alte und neue Lieder (1937); Neues 
Deutschland 2 (1937); Liederbuch der SA (91938); Soldaten-Liederbuch 
(1938; Variante: "da stand nach blut'ger Schlacht in der letzten 
Abendstunde ein Schütze auf der Wacht"); Die Wehrmacht singt (1939; 
onA, nach dem Gesang der Truppe aufgez.); Liederbuch der Luftwaffe 
(1939; Variante: "Bei Sedan wohl auf den Höhen"); Alte und neue 
Soldatenlieder (1940); Soldatenliederbuch (41940; Variante: "Bei Sedan 
wohl auf den Höhen"). 


Bei uns auf der Älm is a Lebn, holdio-e-i-di. Volkslied aus 
Altenberg im Raxgebiet (Steiermark). Aus: Kelbetz, "Steirer Lieder". 
In: 

Lobeda-Singeblatt 13 (1935). 


Bei Waterloo, da fiel der erste Schuß. Lied der schwarzen 
(Totenkopf-) Husaren. Kriegslied, zuerst 1815 gesungen, nach: 
Erk-Böhme, "Deutscher Liederhort" (1856/1893). Mehrere Textvarianten. 


B 402 





Die Melodie ist identisch mit der des Titels "Herzog Oels”". 
Vgl. Herzog Oels der tapfere Held, 
In: 
Das Soldatenlied (1932); Deutsche Wehr- und Soldatenlieder (1933; 
onA); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); 
Soldatenlieder (1934); Singkamerad (31935, 81937); Volksliedsingen im 
Schulfunk 4 (14. Mai 1936); Lied über Deutschland (1937, ?1941); RJF, 
Liederblatt der HJ) 39 (1938); Lied über Deutschland 3 (1940); SS- 
Liederbuch (61940, 91941); RJF, Unser Liederbuch (61941); RJF, Unser 
Kriegs-Liederbuch (71941; nur T). 


Bekedorf, Görly (Georg) 

Hannover, 23. April 1890 - ohne Ort und Datum (vermißt nach 
Kriegseinwirkung). 
Sohn eines Konzertsängers und Chordirigenten; Chorleiter, zunächst in 
Hannover. Dann - mutmaßlich mit Wohnsitz Frankfurt - bis 1943 Dirigent 
der Sängervereinigung "Harmonia-Hammonia", des Schubertquartetts in 
Heusenstamm und des Gesangvereins "Liederzweig" in Weiskirchen bei 
Offenbach. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Deutsche Hymne. MCh (RS Frankfurt, 7/V11/35). 
Unter der Fahne. Chorlied (RS Frankfurt, 27/V1/37). 

Information: DML. Laut Institut für Stadtgeschichte in Frankfurt a. M. 
(21/VII/98) seien dort auch in den Adreßbüchern keine Informationen zu 
Bekedorf vorhanden. 


Bekenntnis zum Reich (Anthologie) siehe: K. H. Richter 


Bekker, Paul 
Berlin, 11. September 1882 - New York, 7. März 1937. 

Geiger und Musikpublizist, 1927-32 Generalintendant der Staatstheater 
Wiesbaden und Kassel. 

Von Brückner/Rock (I: Arier, aber antideutsch und Emigrant) und 
Gerigk/Stengel als jüdischer Mischling denunziert. 

Bekker emigrierte 1933 nach Paris und ging 1934 weiter in die USA, 
wo er als Musikkritiker und Dozent der New School for Social Research in 
New York wirkte. 


Zeitwende ("Die Musik" XV/1, Oktober 1922. S. 1-10). 
Destruktive Musik ("Pariser Tageblatt" Nr. 118, 9/1V/34. Nachdruck in 
Andreas Eichhorn, Hgb.: Verdrängte Musik, Sonderband 1, "Geist unter 
dem Pferdeschwanz". Paul Bekkers Feuilletons aus dem Pariser Tageblatt 
1934-1936. Saarbrücken, 2001. S. 62-65). 

Der Aufsatz verreißt Furtwänglers Brief an Goebbels von 1933 - 


B 403 





ohne Rücksicht darauf, daß angepaßte Formulierungen vom Minister 
Aufhebung des Boykottes gegen jüdische Musiker erwirken sollten, wozu 
nicht angepaßte nicht taugten. Bekker kehrt den Zweck des Briefs ins 
Gegenteil: "Er schrieb Phrasen, um Göbbels Futter in die Propaganda- 
Krippe zu streuen" (Fehler im Original). 

26. Juli 1935, Denunziation: 

"Bekker, Paul (Deutschenhetzer, Jude)" (NSKG, Amt für 
Kunstpflege, Rundschreiben Nr. 6, Liste der Musik-Bolschewisten, 
26/VI1/35. Quelle: BA NS 15/ 187). 

1941, Ausbürgerung: 

"Durch Erlaß des Reichsinnenministers vom 3. 3. 1936 wurde Bekker 
auf Grund des $ 2 des Gesetzes über den Widerruf von Einbürgerungen 
und die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit ausgebürgert. 
Die Begründung der Entscheidung hatte folgenden Wortlaut: 

>Paul Bekker, Musikschriftsteller, jüdischer Abstammung, zuletzt 
Intendant des Staatstheaters in Wiesbaden, wo er eine rücksichtslose 
Günstlingswirtschaft unter Bevorzugung jüdischer Stammesgenossen 
trieb. Durch die Auswahl und die kulturbolschewistische Aufmachung der 
Darbietungen trat er bewußt in scharfen Gegensatz zu dem deutschen 
Kunstempfinden. Nach der nationalsozialistischen Erhebung wurde er Mit- 
arbeiter an der Pariser Emigrantenpresse. In seinen Machwerken streut er 
die niedrigsten Verdächtigungen gegen das künstlerische Wollen Deutsch- 
lands und seiner führenden Männer aus<" (Gerigk/Stengel, Spalte 27). 

Information: DML, FA, MM2 ("hj."), RML, MGG. 


Belagerung von Kufstein = Nun wöllt ihr hören singen 


Belker, Paul 
Essen, 25. Juli 1901 - Wuppertal-Ronsdorf, 9. November 1976. 

Sohn eines Schreinermeisters; Schüler von H. Abendroth, F. Bölsche und 
A. von Othegraven, Dirigent, ab 1923 Städt. Musikdirektor in 
Gelsenkirchen-Buer, dann auch des Konservatoriums Gelsenkirchen, 1935 
am RS Frankfurt, auch Leiter des Cäcilienvereins, 1938 Städt. 
Musikdirektor und Operndirektor am Stadttheater Kiel. 

1945-50 hier musikal. Oberleiter, auch Intendant, dann 
Gastdirigent. 1954-67 1. Kapellmeister am Opernhaus Essen, dann nur 
noch als Gast, seit 1968 i. R., zuletzt in Wuppertal. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. Belker war k. Kreisreferent der NSKG. 
10. März 1935: 

Chor und Orch von RS Frankfurt, Dgt. Paul Belker, bieten die Große 
Messe Nr. 3 F-moll von Bruckner. Mitwirkende: Ria Ginster (S), Margret 
Kramer (A), Ernst Bauer (T), Johannes Willy (Baß) (Quelle: 
Schallaufnahmen der Reichs-Rundfunk G. m. b. H., Signatur: Ffm 
22851/70). 


B 404 





3. März 1938: 

In der Nationalpolitischen Volksbildungsstätte Kiel bietet Belker mit 
dem Städt. Orch ein Volks-Sinfonie-Konzert mit Beethoven-Programm: 1. 
Ouvertüre zu "Coriolan" Op. 62. - 2. Klavierkonzert C-moll Op. 37. - 3. 
Sinfonie Nr. 3. Solist: Carl Seemann (Klavier). 
7. November 1938: 

Im 3. Sinfoniekonzert bietet Belker: 1. Brahms: Schicksalslied für 
Chor und Orch. - 2. Bruckner: Sinfonie Nr. 7. 
9. Januar 1939: 

Belker besorgt die UA der ihm gewidmeten 7. Sinfonie von Hans 
Fleischer. 
2. Oktober 1939: 

Belker eröffnet die Spielzeit 1939/40 u. a. mit Beethovens 
Klavierkonzert C-dur und der C-moll-Sinfonie von Brahms. 

Information: DML, KDMK, LdCh. Standesbeamter Stuhldreier, Essen I 
(8/X/97), verweigerte mit Berufung auf das verfälschte PStG, also 
rechtswidrig, die Angabe des Todesdatums. Damit raubte er dem Künstler 
das postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog 
den Lexikographen um sein Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. 

"Wer ist wer?" (11. Ausgabe, 1951) gibt das Geburtsdatum 
25/VII/01 an, die "Neue Ruhrzeitung" (7/VII/67) - Franz Felden anläßlich 
des Ruhestands - den 25/Vl/01. 


Belling, Walter 
Berlin, 21. November 1881 - ? 
Cellist, Kapellmeister in Lehe, dann Bremerhaven-Geestemünde, 
Claussenstr. 23 (1939), beim Norddeutschen Lloyd auf dem Dampfer 
"Dresden". 


NSDAP seit 1/VI1/35, Nr. 2.498.317. 
Jungdeutschland. Marsch. - Heil Hitler!: Heil Hitler! Dir folgen wir mit 
Mut. Hymne. Beide, Hitler gewidmet, onA, am 20/VI1/33 an Dr. Goebbels 
eingereicht (Quelle: BAR 55/ 1162). 

Im Begleitschreiben nannte sich Belling bereits Pg. 
Heil Deutschland! Marsch. 
Deutschlands Wehr. Defiliermarsch für Militärmusik (1935?) 
[Universum Verlags-AG, Basel]. 

Information: Nicht im DMK 1942. Das Stadtarchiv Bremerhaven 
(17/IV/00) ermittelte lediglich die Adresse von 1939. Die Public Relations 
des damaligen Arbeitgebers, heute Hapag-Lloyd (16/V/00), konnte wegen 
Kriegsverlust seines Archivs keine Angaben machen. Die 
Seeberufsgenossenschaft in Hamburg ignorierte die Anfrage vom 24/V/00 
über ihr Mitglied Belling. 

Das Standesamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin abzufragen, 
empfiehlt sich nicht; vgl. Baldamus. 


B 405 





Bellingrodt (Bellingroth), Paul 
Barmen, 1. August 1875 - Herford, 14. April 1951. 

Sohn eines Kaufmanns; Pastor und J ugenderzieher, 1909 bei der "Inneren 
Mission" Westfalen und Leiter des "Rettungshauses" in Schildesche, hier 
Rektor der Präparande. 1924 Direktor des Ev. Kirchlichen 
Erziehungsvereins der Provinz Westfalen in Schweicheln-Bermbeck und 
Leiter der Schweichelner Anstalten. Liedkomponist. 

1946 i. R. zuletzt in Herford. 
Werke: u. a. "Im Siegerland" (eigener T), Lied; Dichtungen, zwei 
Krippenspiele 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Deutsche J ugend, heraus: Es rauscht durch deutsche Wälder, es raunt 
aus Rohr und Ried (T: Th. König). "Freiheitslied" von 1921 aus dem 
Liederbuch "Ein neues Lied" des Evangelischen Reichsverbandes weiblicher 
Jugend im Burckhardthaus-Verlag, Berlin-Dahlem. Später auch in 
politisierter Version. Titel: Deutsches Jungvolk, heraus! oder Hitlerjugend 
heraus! [Ho]. 
Vgl. Es rauscht durch Stadt und Felder. 
Textprobe, original (5. Strophe): 

"Und will der Mut erbleichen, 

die Herzen himmelan! 

Des heilgen Kreuzes Zeichen 

geht unserm Weg voran. 

Kein Sturmwind soll uns biegen, 

wir fechtens ehrlich aus; 

zu kämpfen und zu siegen: 

Deutsche Jugend, heraus!" 
In: 
Die Fahne hoch! (1933); Deutschland über alles! (21933); Das Lied des 
Arbeitsdienstes (1933); Unsere Lieder (?1933; nur T, onA); Deutsche 
Jugend heraus (1. Folge, 1933; nennt Bellingrodt auch als Textautor); 
Deutschland über alles! (?°1933); Trum, trum (21933; onA); Deutsche 
Jugend heraus! (Kassel, 1933; "Bellingrodt"); HM-Liederbuch (1934; 
"nach P. Bellingrodt"); Liederbuch des BDM (1934); Uns geht die Sonne 
nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Jungvolk-Lieder (1934); Stimmt 
an! (1934); Lieder der nationalen Erhebung (1934); Freude ins Leben 4 
(1934); Saarvolk singt (1934); Singkamerad (21934, 31935, 81937; 
nennt Bellingroth auch als Textautor); Deutsche Lieder der Nation und des 
Volkes (1934), Jungvolk-Lieder (21934; nur T, onA); Schutz- und Trutz- 
Lieder-Buch (1934); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Volk singt 
(1934); NS-Volks-Liederbuch (21934); HJ singt (1934); Deutsche Jugend 
zur Sonne, zur Freiheit (1935); Vorwärts! Vorwärts... (1935; nennt 
"Bellingrodt" auch als Textautor); Und wenn wir marschieren (31937; 
nennt "Bellingrodt" auch als Textautor); Deutsche Lieder (1940; eigener 
T); Sonnwendfeier 2 (1940; T: Th. Bellingroth). 
Im Siegerland, hin übers Tal (T: 0onA). Wanderlied. Titel: Regenfahrt. 


B 406 





In: 
Freude ins Leben 13 (1935). 

Information: Die Geburtsurkunde schreibt Bellingrodt; den Todesfall 
beurkundete das Standesamt Herford Stadt, Nr. 245/1951. 


Bellman, Carl Michael 
1740 - 1795 


Abendlied: Tritt vor, du Gott der Nacht, und dämpf' der Sonne Glühen 
(eigener T, deutsche Fassung: Hans von Gumppenberg). Aus "Fredmans 
Sänger". 

In: 

Der Ring (1935). 


Bellmann, Bruno 
Königsberg/Pr., 7. November 1872 - ? 
Angestellter, Spielleiter und Sprecher am Rundfunk, Privatmusikerzieher 
für Gesang in Königsberg, Am Stadtwald 15 (1942). 


NSDAP seit 1/X1/32, Nr. 725.276. 
Rüber über den Kanal: Auf, Kameraden, eilig nun an Bord (eigener T). 
Kriegslied. 

Tondokument - vom 6/1/41 - im DRA: 1570015-01. 

Ausführende: Soldatenchor mit StabsMK des Wach-Btl. der LW 
Berlin, Dgt. StMM Teichmann. 

Der DRA-Katalog "Politische Musik in der Zeit des 
Nationalsozialismus" (Potsdam, 2000) nennt für den Titel auf S. 120, 
Jedoch nicht im Register, einen Musikurheber Bruns. 

Textprobe (Refrain): 

"Ob auf dem Land, Meer, in der Luft, 
wir folgen, wenn der Führer ruft! 
Mit Sturmgebraus tönt das Fanal: 
Rüber, rüber über den Kanal!" 
Information: Keine weitere Nachricht; das damalige Königsberg fiel an 
UdSSR bzw. Rußland. 


Bellmann, Carl Gottlieb 
1772 - 1862 


Schleswig-Holstein, meerumschlungen, deutscher Sitte hohe Wacht! 
(T: K. F. Straß, M. F. Chemnitz, 1844). Vaterländisches Heimatlied (RS 
Breslau/ RSdg "Das Antlitz der kämpfenden Mannschaft", *9/X1/36). 
Bearbeitung: Hanns Steinkopf. 

Tondokument - vom 11/V1/41 - im DRA: 1870619-04. 

Ausführende: Chor und KammerOrch des Dt. Opernhauses Berlin, 


B 407 





ein KinderCh, Dgt. H. Steinkopf. 
Textprobe (3. Strophe): 

"Von der Woge, die sich bäumet 

längs dem Belt am Ostseestrand, 

bis zur Flut, die ruhlos schäumet 

an der Düne flüchtgem Sand. 

Schleswig-Holstein stammverwandt, 

stehe fest, mein Vaterland!" 
In: 
Was der Deutsche singt (1932); Liederbuch der NSDAP (211933; nur T, 
onA); Liederbuch Hamburgischer SA (1933; nur T); Deutsche Kampf- und 
Volkslieder (1933); Deutsche Lieder im Wehr- und Arbeitsdienst (1933; 
nur T, onA); Liederbuch der SA-Marine (1934; nur T, 0onA); Liederbuch für 
Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); Arbeitsdienst-Liederbuch 
(1934; nur T, onA); Soldatenlieder (1934); Deutsches Marine-Liederbuch 
(1935); Niederdeutschland (1936; "nach K. G. Bellmann"); Singen im 
NSKK (1936); Soldaten singen (1936; "nach K. G. Bellmann"); Soldaten- 
Liederbuch (1936); Wir wandern und singen! (1937; mit irriger Angabe 
des Musikurhebers); Marschierende Jugend (21938); Liederbuch der 
Kriegsmarine 1 (1940); Lied über Deutschland (?1941; "nach K. G. 
Bellmann"). 


Belstler, Hans 
Stepperg/ Nürnberg, 18. Dezember 1893 - Rosenheim, 22. Dezember 
1982. 
Hauptlehrer in München. 
Nach 1945 weiterhin in München, zuletzt in Rosenheim i. R. 
Werke: u. a. ein Erdkundebuch für Schulen. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.200.520, auf Antrag vom 4/V1/37. NSLB seit 
1/1%X/33. 
Sonnwendfeier. Sammlung von Feuersprüchen, Bekenntnissen, Liedern 
und chorischen Feiern. Hgb. zus. mit Wilhelm Albert (1940) [DVW]. 

Darin in Zusammenstellung von Hanns Belstler: 
l. Deutsche Sonnwend, mit folgenden Chorliedern: 
1. Gläser: Flamme empor. - 2. Dorscht: (Feuerruf) Roter Brand, glühe auf! 
- 3. Praetorius: Flamme empor, leuchte uns (Kanon) oder 4. Baumann: 
Feuer steh auf dieser Erde, oder 5. Spitta: Heilig Vaterland. - Zum 
Feuersprung nicht benannte Volksmusik und zum Abmarsch nicht 
spezifizierte Spielmannsmusik mit Marschliedern. 
Il. Sommersonnwend - das Fest der deutschen Jugend. 
1. Bellingrodt: Es rauscht durch deutsche Wälder. - 2. Dorscht: Roter 
Brand. glühe auf! - 3. Gläser: Flamme empor. - 4. L. Vogt: Es glüht ein 
roter Schein auf nachtgrauen Zelten. - zum Beschluß das Deutschland- 
und Horst-Wessel-Lied. 
Ill. Deutsche Sonnwend-Weihnacht. 
1. Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne. - Chr. Praetorius: Flamme 


B 408 





empor! (Kanon) oder Gläser: Flamme empor. - 2. M. Böhm: In festlicher 
J ulnachtstunde, wann stirbt das alte Jahr. 

Information: Der Standesbeamte Birgmeier, Stepperg (4/VIII/97), 
verweigerte mit Berufung auf das verfälschte PStG 8 61 die Nennung des 
Todesdatums. Damit raubte er dem Künstler das postum weiterwirkende 
Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog den Lexikographen um sein 
Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. Sein Kollege Eisenschenk, 
München I (12/XI/97), berief sich auf die gleiche Verfälschung und 
behauptete zudem, der Sterbeeintrag könne "ohne Angabe von näheren 
Daten" nicht ermittelt werden. Das Kreisverwaltungsreferat München, 
Einwohnermeldestelle, Frau Scheinost, ließ wissen (26/XI/97), 
Meldeauskünfte kosteten je 20 DM. Information kam gratis auf anderem 
Weg. 


Beltz, Hans (Johannes Clemens Karl) 

Bützow/Mecklenburg, 23. Januar 1897 - Berlin, 24. September 1977. 
Sohn eines Organisten; Schüler von R. Teichmüller und Stephan Krehl, 
Konzertpianist und Musikpädagoge in Berlin-Zehlendorf, seit 1929 Lehrer, 
1934 Professor an der Akademie für Kirchen- und Schulmusik, 
Gesangsmeister, 1939 zur Wehrmacht eingezogen, aber uk-gestellt; 
Gastspielaufträge vom RMVP. Er erhielt 1940 den Musikpreis der 
Reichshauptstadt. Am 6/X11/44 ging er freiwillig zum Volkssturm. 

1952-62 Professor an der Musikhochschule Berlin, danach i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. NSBO seit 3/111/33. 

Information: DML, FA, MM2, KDMK. Laut Referat für 
Meldeangelegenheiten, Paß- und Ausweiswesen beim Polizeipräsidenten in 
Berlin (9/IV/84) als in Berlin gemeldet gewesen nicht zu ermitteln (!). 


Bemsel, Konrad 
München, 9. Juni 1901 - Neu-Ulm, 6. September 1972. 
Sohn eines Braumeisters; Musikdirektor, Geiger und Komponist zunächst 
in Reutlingen, hier 1928 Konzertmeister, dann Leiter des Städtischen 
Orchesters, und in Ravensburg, hier Leiter des MGV Ravensburg; 1939 in 
Weingarten, 1940 wieder in Ravensburg. 

1945 hier von der französischen Besatzungsmacht unter politischer 
Anschuldigung inhaftiert; nach seiner Freilassung spielte er in einer Vier- 
Mann-Kapelle im Schloß Montfort, Langenargen. 1954 verschaffte ihm ein 
Kriegskamerad und Geiger in seiner Brauerei in Oberkirchberg Krs. Ulm 
(Möhle-Bier) zunächst eine Außendienststelle und nahm ihn dann als 
kaufm. Angestellten in die Betriebsleitung. Bemsel gründete dort eine 
Musikvereinigung und leitete sie bis 1961. 

Werke: Operetten, so unter Pseudonym Konrad Bastini "Apachen im 
Frack" (1928; über 250 Aufführungen); Opern, Märsche, Chöre und 
Kantaten; eine Rhapsodie. 


B 409 





NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.427.057; Leiter der Kreiskapelle der NSDAP 

Ravensburg. 

Marschbereit. Marsch für Handharmonika (1939) [AH]. 
Information: LdBl (ohne Biografisches und Lebensdaten). 


Benatzky, Ralph (= Rudolf Franz Josef) 
Mährisch-Budwitz (Österreich), 5. Juni 1884 - Zürich (CH), 16. Oktober 

1957. 
Sohn eines Schulmeisters; Dr. phil. (Germanistik) Wien 1911, Operetten- 
und Filmkomponist in Berlin, Unterhaltungsmusiker, Schüler von Felix 
Mottl, auch Bühnenautor, 1910 Leiter des Münchner Kabaretts 
"Bonbonniere, 1925 in Berlin Arbeit für Erik Charell und dessen "Großes 
Schauspielhaus", 1926-27 fürs Wiener Stadttheater; 1933 zeitweilig in 
Paris, 1935 mit alternativem Wohnsitz in Thun (Schweiz). 

Von Brückner/Rock I voreilig als Jude denunziert, jedoch im Juli 
1938 trotz seiner 1929 verstorbenen jüdischen Frau, der Chansonniere 
Josma Selim (= Hedwig Fischer), und der zweiten Frau Melanie geb. 
Hoffmann, geschiedene Rothmüller, rehabilitiert durch Dr. Goebbels. Als 
"nichtarisch Versippter" war er mit ministerieller Sondergenehmigung für 
die Bereiche RMK, Reichsfilmkammer und RTK tätig. 

Dessenungeachtet ging er 1938 in die USA, lebte vom Dezember 
1938 bis Mai 1940 in der Schweiz, zeitweise weiter im Reich, und siedelte 
dann endgültig in die USA über, wo jedoch der Erfolg ausblieb. Bis zum 
Kriegseintritt der USA veranlaßte Zarah Leander die UFA immer wieder, 
Benatzky mit der Musik für ihre Filme zu beauftragen, zuletzt "Damals" 
zus. mit Lothar Brühne (UA: 3/111/43). 1946 kehrte er nach Europa zurück 
und ließ sich in Zürich nieder. 
Werke: u. a. Chansons für Josma Selim, Wienerlieder, Singspiele, 
Operetten, so "Bezauberndes Fräulein" (1933), "Axel an der Himmelstür" 
(Wien, 1/1X/36), "Der Silberhof" nach Charlotte Birch-Pfeiffer (Mainz, 
4/X1/41), Musik zum "Weißen Rössl" (1930), daraus zahlreiche 
"Evergreens"; die musikalische Komödie "Zirkus Aimee" (Zürich, 1932); 
Bearbeitungen, so "Casanova" von Johann Strauß (1928); Filmmusik, so 
"Zu neuen Ufern" (Ufa, 1937). 


1934 
September 1934, Denunziation I: 

"Es ist wohl der Gipfel der Verantwortungslosigkeit, wenn das 
deutsche Nationaltheater in Weimar noch mitten in dieser Spielzeit das 
>Weiße Röss'I<, die jüdische Kitschoperette von Benatzky, auf die Bühne 
zerrt. Einige Male sogar in geschlossenen Vorstellungen für die NS- 
Kriegsopferversorgung" (Karl Schönemann: "Deutsches Theater". 
Bemerkungen zur Spielzeit 1933/34. "ZfM" CI/9, September 1934. S. 
961). 

14. Oktober 1934: 

"Wie ich in dem Mitteilungsblatt des Verlages Felix Bloch Erben lese, 

soll die Operette >Das kleine Caf&< von Ralph Benatzki, das auf eine 


B 410 





Vorlage des französischen Juden Tristan Bernard zurückgeht, in Hamburg 
zur Aufführung angenommen worden sein. Bitte erkundigen Sie sich doch 
einmal vertraulich und unter der Hand, welche Bühne diese Operette 
plant" (RMVP, Dr. Schlösser, an Landesstelle Hamburg des RMVP, 
Steinhaus, 14/X/34. Fehler i. Original. Quelle: BAR 55/ 20170. Blatt 310). 
22. Oktober 1934: 

"(...) teile ich Ihnen mit, dass die Operette >Das kleine Caf&< vom 
Thalia-Theater Hamburg gespielt wird und leider einen ausserordentlichen 
Erfolg hat. In dieser Woche wird es beispielsweise fast jeden Tag gegeben. 
Wie Sie wissen, ist das Thalia-Theater (Direktor Paul Mundorf) ein 
Privattheater. Die Kritik der Zeitungen war allseits gut und zustimmend, 
besonders auch in diesem Falle die der nationalsozialistischen Presse" 
(Quelle: BAR 55/ 20170. Blatt 318). 

28. November 1934, Denunziation II: 

"(...) Gotha-Sondershausen spielte für die NS-Kulturgemeinde Ralph 
Benatzkys >Bezauberndes Fräulein<. Benatzky (>Weißes Röss'l!<), 
dessen arische Abstammung höchst zweifelhaft ist, kommt für 
Veranstaltungen der NS-Kulturgemeinde nicht in Betracht" (K = Kraemer. 
Bericht des Kulturpolitischen Archivs für die Abteilung 
Programmüberwachung während der Monate Oktober und November 
1934, 28/X1/34. Quelle: BA NS 15/ 86). 

Es war Technik der Denunziation, ohne Beweise die arische Abstam- 
mung anzuzweifeln; dann brauchte kein Beweis mehr erbracht zu werden. 


1935 
4. Juli 1935: 

"(...) Mein Berliner Bureau verständigt mich eben, dass die 
Reichstheaterkammer die Abschlussgenehmigungen zu der Benatzky- 
Operette >Der König mit dem Regenschirm< (...) verweigert hat. Herr Dr. 
Lange stelle, nach Anfrage, es anheim sich direkt mit Ihnen in Verbindung 
zu setzen. (...). 

Es handelt sich doch in beiden Fällen wirklich nicht um Kunst, oder 
um Theater im höheren, oder wirklichen Sinne, sondern um blosse - 
entschuldigen Sie die Blasphämie - >Unterhaltungslitteratur<. 

Es handelt sich also wirklich nicht darum, vermeintliche Werte zu 
retten, wenn ich Sie bitte, das Schicksal dieser beiden Stücke freizugeben, 
sondern um den Versuch, Sie zu bewegen, die beiden Stücke im Interesse 
der Kasseneinnahmen der Bühnen freizugeben. (...). 

Benatzky hat sein Buch und seine Partitur tatsächlich ganz allein 
geschrieben. Er ging tatsächlich aus einem alten und abgespielten 
Lustspiel aus, aber, wie Sie sich durch Lektüre jederzeit überzeugen 
können, von diesem Lustspiel blieb nicht eine Zeile bestehen, kaum die 
Grundidee. (...)" (Georg Marton Verlag, Dr. Erdei, an RMVP, Dr. Schlösser, 
4/\V11/35. Fehler im Original. Quelle: BAR 55/ 20176. Blatt 121). 

11. August 1935: 

"(...) Mein musikalisches Lustspiel >Der König mit dem 
Regenschirm< ist im Buch, in den Gesangstexten und in der Musik ganz 
allein von mir verfasst und, ausser dem Verlag, ist Niemand an den 


B 411 





Erträgnissen des Werkes beteiligt. 

Ich bin, über Ihren Wunsch, gerne bereit Änderungen vorzunehmen 
und wäre Ihnen für diesbezügliche Mitteilungen außerordentlich 
verbunden. Gegebenen Falles stehe ich auch zu mündlicher Aussprache, 
nach Maßgabe meiner Zeit, wann immer Sie es wünschen zur Verfügung. 
(...)" (Benatzky an RMVP, Dr. Schlösser, 11/VI11/35. Quelle: BA R 55/ 
20176. Blatt 3). 

Dieses Schreiben dokumentiert die allgemeine Verunsicherung unter 
Komponisten angesichts Denunziationen und Eingriffen von oben. 

16. September 1935, Boykott: 

"Bezüglich Benatzki nahm ich bisher an, daß er den Ariernachweis 
erbracht habe und Schweizer sei. Infolgedessen habe ich ihn aus 
außenpolitischen Gründen, wenn auch sehr mit Maß, mit dem einen oder 
anderen Werke noch durchgelassen. Es kann sein, daß ein paar solche 
Zulassungen noch laufen und abgewickelt werden müssen. Dann aber 
halte ich mich selbstverständlich streng an diese Anweisung, welche mir 
nur erwünscht ist" (RMVP, Abt. VI, Reichsdramaturg Dr. Schlösser, an 
Staatskommissar Hinkel, 16/1X/35. Quelle: BAR 56 I/ 11). 

Hinkel hatte mit Sonderauftrag des Ministers am 11/IX/35 eine erste 
Boykottliste jüdischer Musiker herausgegeben, auf der Benatzky und 
einige weitere "arische" Künstler figurierten. 


1936 

21. Juni 1936, Denunziation III: 

"Ich erlaube mir, Sie darauf hinzuweisen, dass Ralph Benatzki bei 
dem Film >Die Puppenfee< (z. Zt. im Atrium) als Komponist beteiligt ist. 

Vielleicht ist es zweckmässig, die Reichsfilimkammer aufmerksam zu 
machen, dass Benatzki als Volljude auf der >Liste keinesfalls erlaubter 
Werke< steht. Die Gefahr für das Theater ahne ich insofern, als es doch 
Intendanten geben könnte, die sich unter Berufung auf die >Filmfreiheit< 
mit der Anfrage auf Aufführungserlaubnis an uns wenden. 

Oder >quod licet Film non licet teatro?<" (Schreiben von Niessen an 
Dr. Schlösser, 21/V1/36. Quelle: BAR 55/ 20187. Blatt 296). 

Der Komponist stand irrtümlich oder mit denunziatorischer Absicht 
auf die Liste. 


1938 

4. Juli 1938, Untersuchung: 

"(...) Frage, weshalb Benatzky nicht mehr aufgeführt werden darf. 
Dr. Schlösser kann mir nur eine ganz vage Antwort geben. Ich lasse nun 
den Fall richtig untersuchen" (Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 
5/V11/38. S. 472). 

Der Eintrag macht klar, daß der Boykott am Minister vorbei 
organisiert war. 
12. Juli 1938, Unrecht: 

"(...) Benatzky ist kein Jude. Er ist zu Unrecht be.. worden. Ich 
rehabilitiere ihn und lasse eine Untersuchung anstrengen gegen die, die 
ihn zu Unrecht beschuldigt haben" (Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 


B 412 





12/V11/38. S. 478). 
14. Juli 1938, Freigabe: 

"(...) Hanke hat die betroffenen Stellen im Falle Benatzky zur Rede 
gestellt. Benatzky ist nun freigegeben. Schlösser und Drewes sind hier zu 
stur" (Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 15/V11/38.S. 481). 


1940 
30. April 1940, Denunziation IV 

"(...) Nachdem im Lexikon verschiedene Benatzkys genannt sind, 
wundere ich mich, daß in Programmen und Spielplänen auch heute noch 
immer Ralph Benatzky erscheint? Ist Ralph Benatzky wirklich arischer 
Abstammung? (...)" (Karl Blessinger an Dr. Gerigk, 30/1V/40. Quelle: BA 
NS 15/ 21). 

Dem Denunzianten entging, daß die Intervention des Ministers in 
Dr. Gerigks Lexikon bereits berücksichtigt war. 

5. Dezember 1940: 

Die Vereinigung der Bühnenverleger teilt der Reichsdramaturgie mit, 
eine Wiener Bühne wolle die Operette "Mit dir allein auf einer einsamen 
Insel" von Benatzky aufführen. Das 1929 erschienene Werk habe ein 
Libretto vom "Volljuden" Arthur Rebner (Quelle: BAR 55/ 20203 a). 


1941 
3. Januar 1941: 

"Das Buch ist weder geistreicher noch dümmer als die Mehrzahl der 
neueren Operettentexte und könnte, sofern die Tatsache, daß der 
Verfasser Arthur Rebner Jude ist ein Verbot nicht rechtfertigen sollte, im 
großen und ganzen toleriert werden. Notwendig wären allerdings eine 
Anzahl kleinerer Retuschen an Stellen, die politische Anspielungen 
enthalten, vor allem wären die Bezugnahmen auf die K. u. K. Armee, 
Österreich und auf die USA zu beseitigen. 

Die Musik dürfte durch den Namen Benatzky hinreichend 
charakterisiert sein und gibt zu Bedenken keinen Anlaß" (RMVP, Dr. Mayer, 
Gutachten zu "Mit dir allein auf einer einsamen Insel", 3/1/41. Quelle: BA 
R 55/ 20203 a. Blatt 386). 

18. Januar 1941: 

"Da das oben genannte Werk bereits im Jahre 1929 erschienen ist, 
braucht die Buchautorschaft des Juden Arthur Rebner - nachdem auf dem 
Gebiet der Operette üblichen Gepflogenheiten - kein grund zur Ablehnung 
zu sein, zumal die Musik des Werkes von Benatzky ist. (...)" 
(Reichsdramaturgie an Vereinigung der Bühnenverleger, 18/1/41. Fehler 
im Original. Quelle: BAR 55/ 20203 a. Blatt 387). 

25. März 1941: 

"In Antwort auf Ihr Schreiben vom 18. 3. 1941 teilen wir Ihnen mit, 
daß Ralph Benatzky nicht J ude ist, zumindest liegen bis zur Zeit noch 
keine Unterlagen über eine mögliche jüdische Abstammung vor. 
Infolgedessen ist er auch gar nicht in >Lexikon der J uden in der Musik< 
aufgezeichnet! Bitte erteilen Sie eine dementsprechende Antwort auf die 
unerhörten Äußerungen des Herrn Trepmann und weisen Sie darauf hin, 


B 413 





daß seine beiden Postkarten Dokumente einer gewissen geistigen 
Unzulänglichkeit darstellen, da er nicht imstande ist, ein Lexikon richtig zu 
lesen" (ARR, Amt Musik, an Institut der NSDAP zur Erforschung der 
J udenfrage, 25/111/41. Quelle: BA NS 15/ 21a). 

Anfrager M. Trepmann führte in Kleve eine Musikalienhandlung. 
26. November 1941, Denunziation V: 

Unteroffizier Thomazik heischt vom ARR, Hauptstelle Musik, 
Aufklärung wegen einer Liste der NSG >Kraft durch Freude<, in der 
Benatzky unter jüdischen Komponisten aufgeführt war. Er fehle jedoch im 
Lexikon der Juden in der Musik außer im Titelverzeichnis unter >Drei 
Musketiere<, Revue von Riesenfeld und R. Benatzky (Quelle: BA NS 15/ 
21a). 

Der Eintrag im Titelverzeichnis gilt dem jüdischen Texter Hugo 
Riesenfeld. 


1943 
Benatzky erhält vom RMVP, Reichsstelle für Musikbearbeitungen, 
einen Auftrag zur Neubearbeitung der Operette "Waldmeister" von Johann 
Strauß Sohn. 


Geschichtsfälschung, 2007: 

"Kurz vor seiner Emigration in die USA schrieb der 
Operettenkomponist Ralph Benatzky - mit einer Sonderbewilligung von 
Goebbels - noch die Musik für den antibritischen Zarah-Leander-Film Zu 
neuen Ufern" (Fritz I. Raddatz: Alphabet der Schändlichkeit. "DIE ZEIT" 
Nr. 10, 1/111/07). 

Gerade eine Rezension - hier von Ernst Klees "Kulturlexikon zum 
Dritten Reich" - entbindet nicht von Datenkontrolle. 

Information: DNML, DML (beide Geburtsjahr: 1887), FA, KDMK 
(Geburtsjahr: 1887), RML, SML, MGG, LaBl. 


Benda, Hans (Robert Gustav) von 
Straßburg, 22. November 1888 - Berlin, 13. August 1972. 
Sohn eines Hofkapellmeisters; Schüler von Adolf Sandberger, Dirigent in 
Berlin-Wilmersdorf; Leiter der Konzertabteilung der Funkstunde Berlin bis 
1934. 1935-39 vom RMVP als 1. Geschäftsführer und künstler. Leiter des 
BPhO eingesetzt; zum *30/1/37 von Hitler zum GMD ernannt. Gründer 
und Leiter des Berliner Kammerorchesters mit Geschäftsführer Fritz 
Händschke, Mitglied der Kammermusikvereinigung der SS-Gruppe Ost. 
1948-52 Leiter des städt. Sinfonieorchesters Valencia (Spanien), 
1954-58 Leiter der MA des SFB. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP, jedoch von Daniel Gillis, "Furtwängler and 
America", S. 71, als Parteigenosse bezeichnet; war vor 1933 
deutschnational, dann in KfdK und - Stand 1934 - NSOG. Er erbrachte 
aber für sich und seine Frau keinen Abstammungsnachweis. 

Volkslied und Volksgut. Festgestaltung mit Texten von W. Blachetta 


B 414 





(Berlin, *21/VIIl/33, zur Funkausstellung) mit HJ-Chören und SA- 
Musikzügen, Dgt. von Benda, in der Messehalle II. 
1934: 

Hans von Benda leitet mit dem Chor der Städt. Oper und Orch die 
Funkaufnahme von H. Hermanns "Mahnung". Solist: Willi Domgraf- 
Fassbaender (Bar). 

Tondokument im DRA: 1931512-04.Gesangssolisten Willi Domgraf- 
Fassbaender (Bar), dem 
1934, Beurteilung I: 

"(...) V. Benda stand vor der Machtübernahme mit verschiedenen 
Systemgrößen, u. a. mit dem jüdischen Intendanten der Funkstunde 
Berlin, Flesch, in Verbindung. Im übrigen trat er politisch wenig hervor. 

Nach der Machtergreifung hat sich B. überraschend schnell 
umgestellt und sich als Nationalsozialist ausgegeben. 

Ausgesprochen nachteilige Tatsachen wurden seither über ihn nicht 
bekannt. Als Mitglied einer Freimaurerloge oder logenähnlichen 
Vereinigung ist v. B. in den bisher hier ausgewerteten Verzeichnissen nicht 
erfaßt. 

Auszug aus dem Strafregister wurde nicht eingeholt" (Eintragung auf 
der RMK-Karteikarte von Benda, SS-Oberscharführer Schleier, undatiert = 
1934. Quelle: BA Namensakte von Benda). 

31. Juli 1935, Auftrag: 

"Hiermit beauftrage ich als alleiniger Gesellschafter der G. m. b. H. 
den Musikreferenten bei der Reichsrundfunkgesellschaft Hans von Benda, 
zur Zeit im Sennelager bei Paderborn, Ill. Btl. Inf. Rgt. Potsdam, mit der 
zunächst k. Wahrnehmung der Geschäfte des 1. Geschäftsführers des 
Orchesters (...)" (Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda 
an BPhO, 31/V11/35. Quelle: Faksimile in Peter Muck, Einhundert Jahre 
Berliner Philharmonisches Orchester, 2. Band. Tutzing, 1982. S. 122). 

Für seine Tätigkeit als eines von drei Mitgliedern der 
Geschäftsführung mit Dreijahresvertrag erhielt von Benda - Stand 
Oktober 1939 - eines Jahreseinkommen von 14.170.80 RM. 

Oktober 1939, Beurteilung II: 

"(...) In der Folge besuchte ich sogar eines seiner Konzerte, wobei 
ich ihn als geschmackvollen, aber dirigentisch recht ungeschickten und im 
übrigen harmlosen Amateur kennen lernte. 

(...) Wenn auch Dirigieren von jeher für Scharlatane und 
Nichtskönner eine Art Eldorado dargestellt hat, so hat doch auch dies eine 
Grenze. In der Systemzeit gab es Dirigenten wie Karl Maria von Gatz oder 
Heinz Unger, die allgemein belächelt, von niemandem ernst genommen, 
trotzdem es verstanden, in der Oeffentlichkeit eine gewisse Rolle zu 
spielen. Das Können dieser, die immerhin grosse Sinfonien von Bruckner 
und Mahler dargestellt haben, hat das von Benda immer noch weit 
überragt. Soll wirklich im heutigen Deutschland - seinen Mitteln und 
Möglichkeiten nach - das musikalisch hochstehendste Land der Welt - der 
Dilettantismus in Reinkultur geduldet, ja gefördert werden? (...)" (W. 
Furtwängler: Ueber die Tätigkeit Hans von Bendas als künstlerischer Leiter 
des Berliner Philharmonischen Orchesters. Denkschrift, undatiert = 


B 415 





Oktober 1939. Typoskript, 10 Seiten. S. 1, 8. Quelle: WFA, NL). 

Adressat oder Absendevermerk fehlen. Der Konflikt, den die 
Denkschrift spiegelt, war entstanden, weil von Benda gegen Absprache bei 
seiner Verpflichtung beim BPhO auf dem Dirigieren bestand und in seinem 
Kammerorchester Musiker aus dem BPhO auch auf häufigen Konzertreisen 
einsetzte. Benda schied zum 22/XII/39 aus. 

25. Oktober 1939, Hintergründe: 

"(...) Wenn Dr. Drewes noch immer die Absicht hat, Herrn von B. 
zum Präsidenten der Reichsmusikkammer zu machen, so ist das gegen 
mich gerichtet. Es soll der musikalischen Öffentlichkeit gezeigt werden, 
was geschieht, wenn Furtwängler einen Mann wie Benda heraussetzt" 
(Furtwängler in einer Besprechung mit den Orchestervertretern Wolfram 
Kleber und Lorenz Höber. Protokoll, 25/X/39. Quelle: WFA). 

27. Oktober 1939, Beurteilung III: 

"Für mich war Herr v. B. ein absoluter Dilettant, dessen Begabung 
gerade so weit reichte, eine Sinfonie von Friedrich dem Großen auswendig 
zu dirigieren" (Orchestervorstand Wolfram Kleber. Protokoll einer 
Besprechung zwischen W. Furtwängler, Georg Diburtz, Werner Buchholz, 
Peppermüller, Machulla, Wolfram Kleber und Arthur Tröster am 27/X/39. 
Quelle: NL Furtwängler, Abschrift im AP). 

30. Oktober 1939: 

Das BPhO, Stegmann, bescheinigt dem RMVP auf Anfrage die Höhe 
der Gehälter für die Musiker und die Geschäftsführung. darunter von 
Benda mit 14.170, 80 RM jährlich 8Quelle: BA R 55/ 132, Blatt 42-44). 
19. Januar 1941, Nationale Kulturarbeit: 

"Bendas künstlerische Qualitäten sind in Prag bekannt; er hat sein 
kleines Orchester in guter Form gehalten, er beherrscht seine Partituren 
bis in viele Feinheiten des Stils. Aber noch wichtiger als die ästhetische 
Leistung ist bei seinem Musizieren die erzieherische. Durch seine Art, 
Musik an das Volk heranzutragen, werden tausend Vorurteile zerstört, 
tausend Menschen für eine der edelsten Geistesgaben gewonnen. Das ist 
wirkliche nationale Kulturarbeit. Und dafür können wir ihm und seinen 
trefflichen Musikern nicht nachdrücklich genug danken. Auf Wiederhören!" 
(H. H. Stuckenschmidt: Konzert für Soldaten. Hans von Benda in Prag. 
"Der neue Tag", 19/1/41). 

27. Oktober 1944: 

Eine Ministervorlage dieses Datums schlägt die Uk-Stellung der 
Mitglieder des KammerOrch Hans von Benda vor (Quelle: BAR 55/ 20616. 
Blatt 109-110). 

Information: FA, MM2, KDMK ("kstir. Leit. Berliner Philharm. Orch."), 
RML, SML. 


Bender, Erich 
Spielleiter, Sänger (Tenor) in Berlin-Charlottenburg, dann Wilmersdorf, 


Nassauische Str. 36. Stand 1941/42: hauptamtl. Mitarbeiter der 
J ugendmusikschule Berlin-West. 


B 416 





Sotke: Leuchte, scheine, goldne Sonne. Instrumentalsatz: E. Bender. 
In: 

RJF, Junge Gefolgschaft 1 (1936); Das Bannorchester (1939). 
Deutscher Frühling. Liedsätze: E. Bender. 

In: 

RJF, Musikblätter der H) 91/92 a (1940) 


Bender, Gertrud 
Ludwigshafen, 15. Oktober 1892 - Stuttgart, 5. April 1965. 
Kammersängerin, Sopran, bis 1933 an der Staatsoper Stuttgart, 1936 - 
als Frau von Joseph Rosenstock - Emigration über Tokio nach den USA, 
hier persönliche Gesellschafterin der Baronin Rothschild. Sie kehrte 
schließlich nach Deutschland zurück. 


1936/37: 

G. Bender steht auf einer Schwarzen Liste des RS Berlin (Quelle: 
National Archives Washington, Record Group 260-OMGUS, ICD, Box 229, 
File 26). 


Bender, Rudolf 


Stand 1933: Student der Schulmusik an der Musikhochschule Köln, 1936 
Reifeprüfung für das künstlerische Lehramt; 1936/37 Beginn eines 
Studiums der Kirchenmusik. Im Kriege Soldat der Wehrmacht. 


1933: 
Bender besorgt für Schott, Mainz, den leichten Klaviersatz der 
volkstümlich-vaterländischen Marsch-Anthologie Allen voran! 
Seemannslied: Das Meer ist unsre Liebe, der Sturm ein lust'ger Gesell 
(eigener T). Kriegslied (1940), auch mit Klavier [K]. 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 
"Du Wind, blas uns die Segel, 
uns zieht's nach Engeland. 
Dort wollen wir uns holen 
ein kühnes Siegespfand. 


Und haben wir geschlagen 

das falsche Albion, 

dann bist du, deutsches Mädel, 

wohl unser schönster Lohn!". 
In: 
Das neue Soldaten-Liederbuch für Akkordeon (1940); Das Lied der Front 2 
(1940); Der Frontchor II (1940); Alte und neue Soldatenlieder (1940); 
Soldatenlieder von Front und Heimat (1940); Liederbuch der Kriegsmarine 
3 (1941); Das neue Soldaten-Liederbuch 3 (1941); Blaujacken-Lieder 
(1941). 


B 417 





Carl: Mussinan-Marsch. Für Geige und Klavier: R. Bender (1940) [Sc]. 
25 Marsch- und Soldatenlieder, hgb. von R. Bender (1942). 
Laut RPA Berlin, Kulturpolitische Information Nr. 32 vom 31/V11/42, ist die 
Erwähnung und Verbreitung dieses Liederbuchs unerwünscht (Quelle: BA 
Zeitungssammlungen). 

Das Verbot griff so perfekt, daß die Bibliotheken der BRD über kein 
einziges Exemplar mehr verfügen. 


Bender, Wilhelm 

Frankfurt a. M., 10. Februar 1911 - bei Saloniki (Griechenland), 23. 
März 1944 (im Fronteinsatz gefallen). 
Musikpädagoge und Kirchenmusiker in Berlin C 2, auch Chorleiter und 
Glockenmeister; Organist und Chordirigent der Parochialkirche, 
Studienassessor in Berlin, Konzertpianist, zeitweise auch Leiter der im 
Aufbau begriffenen Abt. Schulmusik der Musikhochschule Frankfurt a. M. 
Dann jedoch zur Wehrmacht einberufen. 
Werke: Kammermusik, Hörspielmusik, Stücke für Blockflöte, 
Kinderlieder, Chorsätze etc. 


NSDAP seit 1/111/40, Nr. 7.547.723, auf Antrag vom 23/1/40. 
Nichts kann uns rauben Liebe und Glauben zu diesem Land (T: K. 
Bröger). Bekenntnislied (1935). 
In: 
Wir wandern und singen! (1937). 
Der eine fragt: "Was kommt danach?", der andre fragt nur: "Ist es 
recht?" Und also unterscheidet sich der Freie von dem Knecht (T: Th. 
Storm) (1935). 
In: 
Wir wandern und singen! (1937). 
Wo die Räder der Maschinen sausen (T: Fritz Fuck). Arbeitslied 
(1935). 
Textprobe (2. Strophe): 
"Wunderwerke, die dem Ganzen dienen, 
schenken täglich wir dem Vaterland, 
und das Herz im Rhythmus der Maschinen 
schließt den Bruderbund mit Kopf und Hand. 
Und in stahlgegoss'ner Einheit münden 
Mensch und Werk nun miteinander groß. 
Uns're Werke sollen von uns künden, 
wir sind unbekannt und namenlos". 
In: 
Wir wandern und singen! (1937). 
Information: LdCh, FA2. 





Benecke, Otto 
Braunschweig, 11. Dezember 1896 - Bad Nauheim, 19. Juli 1964. 
Dr. jur., Regierungsrat, dann ORR im Preuß. Ministerium für Wissenschaft, 
Kunst und Volksbildung in Berlin. 1928 Beigeordneter des Dt. Städtetages; 
1933 Abteilungsleiter im Dt. Gemeindetag; 1934 Vorstandsvorsitzender 
der Deutschen Landesbühne e.V. (Wanderbühne) in Berlin. 

1947-51 in Köln, Hauptgeschäftsführer des Dt. Bühnenvereins und 
Direktor der 1949 gegründeten Notgemeinschaft der deutschen Kunst; 
seit 20/X/51 in Göttingen geschäftsführendes Mitglied des Verwaltungsrats 
und des Senats der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der 
Wissenschaften. 


1928-33 SPD und persönlicher Referent des Ministers Severing im RMI. 
Dann Rechtsberater der SA-Gruppe Berlin-Brandenburg und SA- 
Sturmhauptführer. NSDAP seit 1/V1/40, Nr. 7.621.908, auf Antrag vom 
4/111/40. 1934 Mitglied des Verwaltungsausschusses der RMK und Leiter 
des Amts für Konzertwesen (gemeinsame Einrichtung von RMK und 
Deutschem Gemeindetag). 

28. April 1933, Anfrage: 

"Die anglo-amerikanische Musikerziehungskonferenz, welche 1929 
und 1931 in Lausanne tagte, hat den Wunsch geäussert, etwa im August 
des nächsten Jahres sich in einer deutschen Stadt zu versammeln. 
Gedacht ist in erste Linie an Frankfurt a. M. 

Die Konferenz ist entstanden aus der Absicht, englische und 
amerikanische Musiklehrer und Musikpädagogen in eine nähere sachliche 
und menschliche Verbindung zu bringen. Die beiden bisher 
stattgefundenen Tagungen waren ein hoffnungsvolles Beginnen. Das Ihnen 
bekannte, mit Unterstützung der Reichsregierung und anderer öffentlicher 
Stellen arbeitende Terramare Office, das bei beiden Konferenzen vertreten 
war, hat den Eindruck, dass es sich hierbei um eine hochstehende 
musikalische und musikpädagogische Veranstaltung handelt. 

Obwohl das englische und amerikanische Komitee beabsichtigten, 
die dritte Konferenz unter dem Namen >Internationale Musikkonferenz< 
abzuhalten, so wäre es doch zweckmässig, an dem bisherigen Rahmen 
einer anglo-amerikanischen Konferenz, vielleicht mit Einladung anderer 
europäischer Gruppen, festzuhalten, da die Zeit für eine internationale 
Tagung nur noch nicht gekommen zu sein scheint. Dagegen ist es 
zweifellos von erheblicher Bedeutung in bezug auf die kulturelle 
Auslandswerbung und auch für den Fremdenverkehr, dass diese Künstler 
und Musiklehrer von Rang sich auch einmal in einer deutschen Stadt 
versammeln. Ich möchte deshalb im Städtetag empfehlen, die Stadt 
Frankfurt a. M. aufzufordern, die Konferenz nach dorthin einzuladen. 

Das englische und amerikanische Komitee würden es mit grossem 
Dank begrüßen, wenn Vertreter der verschiedenen Öffentlichen und 
musikalischen Organisationen Deutschlands sich an der Tagung beteiligen 
würden. 

Gerade in der heutigen Situation würde es sicher sehr günstig 
wirken, wenn die Tatsache der Einladung jetzt veröffentlicht werden 


B 419 





könnte (...)" (Deutscher Städtetag, Dr. Benecke, an RMVP, Dr. Mahlo, 
28/1V/33. Quelle: BA Namensakte Havemann). 

Das Terramare Office war ein Institut des RMVP zur Propaganda im 
Ausland durch Heraugabe von Schriften. 

28. April 1935, Interna: 

"Als Amtswalter der Partei war es bereits Februar v. Js. meine Pflicht 
den zuständigen Dezernenten, Beigeordneten Dr. Benecke, Alsenstr. 7, auf 
die Verfehlungen Vedder's aufmerksam zu machen. Dr. Benecke hat von 
der Tatsache der begangenen Veruntreuung keine Notiz nehmen wollen, 
sondern im Gegenteil drohte er mir, daß ich mich der üblen Nachrede 
schuldig machen würde. 

Von demselben Dr. Benecke wurde ich am 17. XI. 1934 wegen 
Vedder vernommen. Ohne daß mir ein Protokoll zur Genehmigung 
vorgelegt wurde, hat es Dr, Benecke für richtig gehalten wie ich jetzt 
erfahren habe, in seinem Schriftsatz mich als Amtswalter und 
Hauptbelastungszeugen als >unzuverlässig< zu bezeichnen. Der von Dr. 
Benecke mit unterzeichnete Schriftsatz läßt Vedder in reinem Licht 
erscheinen, sodaß ihm durch öffentlich bekannt gegebene Erklärung unter 
dem 18. Il. 1935 das Vertrauen bestätigt worden ist! 

Dr. Benecke stützt sich einseitig auf Aussagen von Künstlern, die 
Vedder genehm oder von ihm abhängig sind, während die Gegenseite 
kaum gehört wird, oder deren Zeugen als unzuverlässig bezeichnet 
werden. Die Parteinahme Dr. Benecke's für Vedder ist ganz offenkundig, 
wie es auch die von ersterem geführte Untersuchung wieder beweist. Die 
Erklärung hierfür gibt vielleicht die Tatsache, daß Dr. Benecke bis zur 
letztmöglichen Zeit eingetragenes Mitglied der SPD und persönlicher 
Referent des früheren Ministers Severing war. Dr. Benecke schützt und 
fördert den ihm politisch wohl verwandten Vedder, dem er auch zu seiner 
jetzigen Stellung mit verholfen hat, in einer Form, die direkt verdächtig 
erscheint!" (Max R. Müller an den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, 
28/1V/35. Quelle: BA Namensakte Vedder). 

Es lag natürlich in Beneckes Interesse, in seinem Amt für 
Konzertwesen mit einem einzigen quasi offiziellen Konzertagenten zu 
arbeiten und nicht mit Dutzenden von privatunternehmerisch orientierten 
Agenturen. Daher deckte er Vedder bis zum letzten Augenblick. 
Gemeinnützige Musikpflege (Cunz, "Deutsches Musikjahrbuch" 1937. 
S. 92-96). 

11. Januar 1938: 

Bei der Kulturtagung der Gemeinden und Gemeinde-Verbände zur 
Gaukulturwoche der NSDAP Gau Köln-Aachen tritt Benecke mit einer 
Ansprache auf. 

Organisation und Wirtschaft des Konzertwesens. Vortrag 
(Düsseldorf, *20/V/39, auf der Reichstagung Konzertwesen zu den 
Reichsmusiktagen). 


B 420 





Benesch, Fritz 

Canth, 4. März 1889 - Weißstein, 4. März 1950. 
Schulpädagoge; Lehrer an der Ev. Volksschule in Weißstein bei 
Waldenburg, hier Kantor der ev. Kirche, Leiter des Sängerbundes 
Weißstein und Dirigent des Männerchors mit angeschlossenem Frauenchor 
"Einigkeit". 
Werke: u. a. Glück auf! Marsch zur 150-J ahrfeier der Waldenburger 
Bergkapelle (1933). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 1.972.152; Städt. Musikbeauftragter für Weißstein. 
Segen der Heimat. MCh (1938). 

Deutschland. MCh (1938). 

Hitler: Gott segne unsern Führer (T: L. von Schenckendorf), für gemCh. 
mit Klavier (Waldenburg, 1939). 

Deutscher Ruf (T: Maria Kahle), für gemCh mit Klavier (Waldenburg, 
1939). 


Benkel, Kurt 
Breslau, 4. Februar 1886 - (?), 1971. 

Sohn eines Kaufmanns; Musikpädagoge, Studienrat, und 
Gesangspädagoge in Breslau, Musiklehrer an der König-Friedrich- 
Oberschule. Korrespondent der Zeitschrift "Die Musikpflege"; auch Lehrer 
für Pädagogik, Gesang und Sprecherziehung am Hochschulinstitut für 
Musikerziehung und Kirchenmusik. Leiter des Benkelschen A-cappella- 
Chors und des MGV "Edelstein 1889" in Breslau. 

Nach 1945 in der BRD. 
Werke: u. a. Herausgabe schlesischer Heimatlieder und 
Schulliederbücher. 


NSDAP seit 1/11/33, Nr. 1.470.015;1934: Führer des Chorgaus II 
Schlesien im RVgemChe (RMK); Gaufachberater für Musik bei der NSDAP- 
Gauleitung Schlesien; 1937 NSLB- Gausachbearbeiter für Musikerziehung 
Gau Schlesien. 

Volk im Lied. Ein Ergänzungsheft zu den eingeführten 
Schulliederbüchern mit besonderer Berücksichtigung des schlesischen 
Heimatliedes. Hgb. (21935, 61939) [Oemigke, Breslau]. 

Schlesisches Liederblatt. Hgb. (1937) [Li]. 

Grenzlandvolk singt! ("Musikpflege" VIIl/4, Juli 1937. S. 147-149). 

Über eine vom Reichsamt Feierabend der NSG "Kraft durch Freude" 
zwecks politischer Propaganda durch das Lied organisierte zehntätige 
Fahrt der Sing- und Spielgemeinschaft Hindenburg an der polnischen und 
tschechischen Grenze. 

Zitat: 

"Zusammenfassend kann gesagt werden, daß Volkstumsabende, die 
aus offenem Singen, chorischen und instrumentalen Darbietungen, 
Volkstänzen und vielleicht auch einem kurzem Volksspiel bestehen, in 
hohem Maße geeignet sind, deutsches Volksbewußtsein zu wecken und zu 


B 42] 





stärken und daß der Grenzlanddeutsche in Oberschlesien bei seiner Sing- 
und Spielfreudigkeit hierfür besonders empfänglich ist. Diese 
Grenzlandsingfahrt konnte nur unter großen Opfern der beteiligten 
Chormitglieder durchgeführt werden. Es wurde nur der Autobus von KdF. 
gestellt. Die Verpflegung und Übernachtung bezahlten die Chormitglieder 
selbst und hatten auch für die Fahrt ihren Urlaub bereitwillig hergegeben. 
Das machte auf die Grenzlanddeutschen stärksten Eindruck, ein solch 
sprechendes Zeichen von Volksgemeinschaft zu erleben. Für den Chor 
selbst wirkte sich die Fahrt vor allen Dingen gemeinschaftserzieherisch 
aus. Frühsport, straffe Disziplin und weltanschauliche Aussprachen wurden 
täglich durchgeführt. Lebendige Grenz- und Volkstumskunde haben die 
Liebe zur Heimat in jedem Chormitglied gestärkt und die 
Einsatzbereitschaft gehoben" (S. 148). 

Wacht im Osten. Feierstunde des Chorkreises Breslau ("Musikpflege" 
IX/12, März 1939. S. 504-506). 

Zitat: 

"(....) Auch nach der Heimkehr des Sudetengaues in das 
großdeutsche Reich ist Schlesien seiner Aufgabe, als Grenzland auf der 
Wacht zu sein, Grenzschicksal zu durchleben und zu gestalten, nicht 
enthoben. Daher wurde die Feierstunde unter den verpflichtenden 
Leitgedanken >Wacht im Osten< gestellt. Mit den abwechslungsreich 
gebrauchten musischen Mitteln Singen, Sprechen von Dichterworten und 
Spielen von Chorbegleitungen, selbständigen Instrumentalwerken und 
einer Ansprache wurde die Feierstunde einheitlich aufgebaut. Es war 
natürlich, daß der Chorkreis in der Zusammenfassung der an der 
Ausführung beteiligten Kräfte über den Rahmen seiner Mitglieder 
hinausging. Durch die Mitwirkung des Bundes deutscher Osten war 
die volkspolitische Unterstützung und durch die Betätigung der HJ. in 
einer ihr artgemäßen Feierstunde das gemeinschaftliche Zusammenwirken 
von Reichsverband und HJ als zukunftweisende Aufgabe gesichert. (...)" 
(S. 504). 

Der J ude in der Volksmusik ("Die Musik" XXXI/6, März 1939. S. 
365-368). 
Der J ude in der Volksmusik ("Völkische Musikerziehung" V/7, Juli 
1939. S. 285). 

Information: DML. 


Benkstein, Otto 
Leimbach Krs. Ilfeld, 26. August 1889 - Sundhausen (SBZ), 5. Juni 
1947. 
Bäckermeister und Amateurkomponist in Sundhausen/ Halle-Magdeburg. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.538.712, auf Antrag vom 27/V111/37. 

Treueschwur dem Führer. Marsch für Harmoniemusik (1937) [GrL]. 

Deutsche Schutzpolizei. Marsch (DtldS, 17/VII1/38). 

Einzug der Freiheitskämpfer. Marsch (RS Hamburg, *11/111/39). 
Information: Die Standesbeamt in Koch, Nordhausen (20/VII/98), 


B 422 





schickte eine Todesurkunde und stellte ohne Ankündigung 9 DM Gebühr in 
Rechnung; doch gab das Standesamt dem Antrag auf Gebührenbefreiung 
statt. Den Todesfall beurkundete das Standesamt Sundhausen, Nr. 
20/1947. 


Bennewitz, Gert (Paul Gerhart) 

Bautzen, 25. Dezember 1913 - ohne Ort und Datum (mutmaßlich im 
Fronteinsatz gefallen). 
Schüler einer Oberrealschule in Bautzen, seit 1932 in Düsseldorf, dann 
Münster, 1934 Berlin, 1935 in Groß Kuren/ Ostpreußen, 1936 
Marienwerder und 1937 wieder Berlin. Während des Krieges zur 
Wehrmacht einberufen, am 26/XI1/41 als Leutnant der 10. Kompanie, IR 
203, in Berestowaja, 20 km südöstlich Lissitschansk (Ukraine), verwundet. 
Am 18/V/42 aus dem Lazarett als dienstfähig zum Infanterie-Ersatz-Btl. 
203, Spandau, entlassen. 


NSDAP seit 1/XI1/31, Nr. 823.495; er erklärte einen neuen Eintritt am 
1/VI11/34 und erhielt die Nummer 1.876.224. 1934 Mitarbeiter der RJF in 
Berlin. 
Vgl. Baldur von Schirach. 

Information: Das Standesamt Bautzen (Poststempel: 2 /X1/99, 
14/VII/04) teilte mit, dem Geburtseintrag sei kein Todesvermerk 
beigeschrieben. 


Benning, Carl 
Halver, 26. Januar 1869 - Stuttgart, 2. Juli 1953. 
Militärmusiker; 1903 Stabshoboist und MM beim IR 171 in Colmar, 1909 
OMM, jedoch 1918 demobilisiert. Dann Musikdirektor und Bearbeiter in 
Stuttgart; Stand 1933: Leiter der Polizeikapelle. Auch Leiter des 
Musikvereins Feuerbach gegr. 1899 und der Stadtkapelle (Stand 1937-42). 
Nach 1945 weiterhin in Stuttgart, nun i. R. 
Werke: u. a. Bearbeitungen für Blasmusik; Schlaraffische Festouvertüre 
(1933). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.226.220; Leiter der Stabskapelle des NS- 

Reichskriegerbundes Stuttgart. 

Deutsche Helden. Marsch (RS Stuttgart, *12/111/39). 

Ungewitter: Grüße der Heimat. Marsch. Für Harmoniemusik mit 

SaxStn.: C. Benning (1941) [Ungewitter, Stuttgart-Bottnang]. 
Information: Standesbeamtin Dangelmaier, Stuttgart (24/III/98), 

stellte für diese Auskunft und sieben weitere ohne die gesetzlich 

bestimmte Absprache 50 DM "Ermittlungs- und Suchgebühr" in Rechnung 

und setzte sie auf Antrag nicht aus. Aus Rechtsgründen verbot sich die 

Zahlung. 


B 423 





Bennstein, Johannes 
Berlin, 29. Juli 1895 - ? 
Dr. und Beamter in Berlin-Wilmersdorf, Sigmaringerstr. 24 (1937). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.153.964, auf Antrag vom 3/V1/37. 
Arbeitsdienst-Lied: Hängt eine Wolke vorm Sonnenlicht (T: Kurt Bock) 
(1934) [PS]. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Wenn nur das Liedel noch hell erschallt, 
läßt gut sich die Heimat erbauen, 
deutsch ist das Feld und deutsch 
ist der Wald, 
kein Wölklein mehr hängt im Blauen". 
In: 
Arbeitsdienst-Liederbuch (1934). Das LA Berlin (9/IV/03) benötigte 
zehneinhalb Monate, um herauszufinden, man habe nichts über 
Bennstein. 
Das Standesamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin abzufragen, 
empfiehlt sich nicht; vgl. Baldamus. 


Benoit, Gerd 

Berlin, 11. Juni 1910 - bei Jassy (UdSSR), 7. Juni 1944 (im Fronteinsatz 
gefallen). 
Musiker, Komponist und Herausgeber, ab 1940 in Litzmannstadt Leiter der 
Städtischen Musikschule. Im Krieg Unteroffizier und Reserveoffiziers- 
bewerber. 
Werke: u. a. Tanzweisen, Liedsätze zus. mit Blumensaat, "Deutsche 
Tänze aus Polen, dem Banat und Norddeutschland" (1939); Klaviermusik 
Nr. 1 für Cembalo (1940); Klaviermusik Nr. 2 für Klavier (1940). 


NSDAP seit 1/VII/41, Nr. 8.357.484, auf Antrag vom 25/11/41. 

Aus allen Gauen. Etwa 130 Lieder zum ein- und mehrstimm. Singen und 
Spielen auf allen Instrumente, hgb. von G. Benoit (1934) [Grenze und 
Ausland, Berlin]. 

1934, Bekanntgabe: 

"Das Liederbuch, das dem Auslandsdeutschtum gewidmet ist, bringt 
zum großen Teil völlig unbekanntes Liedgut mit besonderer 
Berücksichtigung des auslandsdeutschen Liedes. Die Erfordernisse des 
häuslichen Musizierens sind hier in gleicher Weise bedacht, wie die 
Verwendbarkeit auf Fahrten und Lagern, im Arbeitsdienst, im 
Landschuljahr. 

Blockflötenspieler finden in einem besonderen Verzeichnis alle für ihr 
Instrument enthaltenen Spielmöglichkeiten übersichtlich geordnet, eine 
Erleichterung besonders für das Zusammenspiel mit anderen Instrumen- 
ten, die hier zum ersten Male in dieser Weise durchgeführt wurde. 

Form und Auswahl haben sich sehr bestimmt von jeglichem Pseudo- 
>Volks<lied ebenso ferngehalten wie von allem, das nur Anspruch auf 


B 424 





Tageswerk erheben darf; wogegen die aufgenommenen Lieder 
zeitgenössischer Komponisten wie: W. Hensel, E. L. von Knorr, Chr. 
Lahusen, G. Schulten, H. Spitta, Svolvaer-Raimund, L. Weber eine 
Richtung weisen, die im heutigen Schaffen Gültigkeit hat" (Werbung des 
Verlages in: Benoit, "Das Sonnenrad"). 

Das Sonnenrad. Zwölf Lieder zur Sonnen- und Jahreswende und zum 
festlichen Feuer und sieben Tanzweisen für Blockflöte oder andere 
Instrumente. Herausgeber (1934) [V]. 

Vorrede 

Wir schreiten vom tale herauf das holz hinter uns schleifend - das 
holz der wälder der tiefe es zu opfern auf den höhen im rausch der 
flamme die wir schüren. Hundert jahre vergaßen sie den äther mit seinen 
kreisenden welten die magnetisch unser blut in den lauf der sterne 
bannen. Weitere hundert jahre vergaßen sie sogar die gezeiten zu feiern 
die uns das erdgesetz gab - und nur am schnelleren schlagen des herzens 
spürten wir noch den wechsel. Der weltenabend sank mit den göttern der 
vorzeit und der lichte gott unseres geistigen ahnen-volkes gründet sein 
reich der sonne in dem nur wahre gesetze herrschen die Er durch die 
sphären rollt zum reigen der gestirne. So begehen wir als die ewig ersten 
die wende der sonne die den pulsschlag unseres landes unseres meeres 
unserer luft bestimmt im Ur-gesetz! 

Inhalt: 

1. nach einem alten Ansingelied aus Bayern: (Der Florian) Gebt uns a Holz 
zum Sonnwendfeuer. - 2. Svolvaer-Raimund, 1934: (Nach Sonne gehn) 
Das ist ein köstlich Ding: nach Sonne gehn. - 3. 17. Jh: Fackeltanz. - 

4. böhmische Weise: Die Zeit ist reif, es dreht das Sonnenrad. - 5. 
Straubing, 1679: (Ehrentanz) Freunde kommet zu den Reihen. - 6. aus 
der Gottschee: (Festliches Schreiten) Wir kommen her mit Kranz und 
Speer. - 7. von Knorr, 1934: (Mittsommernacht) O schöne Nacht, o kurze 

Nacht. - 8. (Feuerspruch) Du Sinnbild des Lebens, und Notdurft des 
Lebens. Kanon zu 3 Stimmen. - 9. Svolvaer-Raimund, 1934: (Dank) Wir 
danken der Sonne, sie gab unsrer Erde. - 10. von Knorr: (Feuersprung) 
Ich spring übers Sonnwendfeuer! - 11. Johannisreihen. - 12. Schwerttanz. 
- 13. Feuertanz. - 14. aus "Gesänge des Stammes >Großer Jäger<": 
Zwischen den Zeiten des Jahres nun stehen wir. - 15. Melodie 1584, 
böhmisch/wendisch: (Neujahrswunsch) Nun wolle Gott, daß unser Gesang 
mit Lust und Freude. - 16. alter ditmarsischer Tanz für Geige: Schülper 
Bar. - 17. Sonnwendruf. Kanon zu 2 Stimmen. - 18. Nordischer 
Walpurgistanz für zwei Blockflöten und Klampfe. - 19. Weise 17. Jh: 
(Neujahrsreien) Mit diesem neuen Jahr beginnt. 

O Danzig, halt dich feste, du weit berühmte Stadt (T: nach Hans 
Hasentödter, 1577, bearbeitet) (1934), aus "Lieder und Kanons" [V]. 

In: 

RJF, Liederblatt der HJ) 59 (1937); RJF, Musikblätter der HJ) 59 (1937); 
Volksliedsingen im Schulfunk 9/10 (12. August 1937), 5/5 a (8. Juni 
1939); Unser das Land (1937; Komponist: G. Benoit); Lied über 
Deutschland (1937, ?1941); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Ihr 
Deutschen, wollt ihr wachen! (1938); Das Bannorchester (1939); Lieder 


B 425 





unseres Volkes (1940); RJF, Unser Liederbuch (1941); Posener Chorbuch 
(1943). 
Frisch auf, singt all, ihr Musici (eigener T). Kanon zu 3 Stimmen. 
In: 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 21-22 (1937); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938); Lied über Deutschland (?1941). 
Totenlieder. Hgb. von Gerd Benoit (1935) [V]. 
Verlagswerbung (in: Schulten, "Der Ring"): 
"Reiches instrumentales und vokales Material zur Ausgestaltung von 
Totenfeiern". 
Editionen wie diese waren unentbehrlich für die auf dem Kult von 
Tod und Opfer beruhende NS-Ideologie. 
Der helle Tag ist aufgewacht. Kantate nach dem gleichnamigen Lied 
von H. Baumann für Singstimmen, Flöten, Geigen (Bratsche) und Klampfe 
(Cello ad libitum) (Riga, 1938, für ein Fest der baltendeutschen 
J ungenschaft) [V]. 
Sendung der Deutschen: Mitten in die Welt gestellt, die von Flüchen 
dröhnt und Waffen (T: Norbert Wallner) [V]. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Wir sind willens, Streich um Streich, 
alten Adel neu zu prägen: 
also wächst ein neues Reich 
unter unsern Hammerschlägen". 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 12/12 a (14. September 1939). 
Reiterlied: Ja, wir wollen kämpfen, streiten (T: B. Wächter). 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 12/12 a (14. September 1939). 
Wir glauben daran, daß ein Volk nie vergeht, solange der Bruder 
zum Bruder steht, solange wir einig zum Kampfe bereit (T: Josef Hiess). 
Kanon zu 3 Stimmen. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 12/12 a (14. September 1939). 
Jörns: Wir tragen das Feuer. Kampflied. Instrumentalstimmen - 
Blockflöte oder Flöte, Streicher und Cello - von G. Benoit. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 12/12 a (14. September 1939). 
Wir danken der Sonne. Chor für 2 gleiche Stimmen zum Erntedanktag. 
In: 
Der junge Chor 3 (1940). 
Feierliche Liedsätze: 1. O Danzig, halt dich feste. - 2. Sachs, halte 
Wacht (1940). 


Bensch, Leo 
Posen, 1. Juni 1918 - verwundet in Glinka (UdSSR), 6. März 1943 
(verstorben am 8/111/43). 
Korrepetitor und Kapellmeister am Stadttheater Münster, Pianist, 


B 426 





Komponist und Privatmusiklehrer (Klavier). Er erhielt 1938 den 1. 
Musikpreis - 500 RM - der Stadt Münster für seine Leistungen als Pianist 
und durfte zuletzt auch von Hans Rosbaud vorbereitete große Opern 
nachdirigieren. Während des Krieges einberufen, zuletzt Gefreiter des 
Stabs/Grenadier-Rgt. 453. 

Werke: Sommernachtsmusik für FrauenCh und KammerOrch (RS Köln, 
26/1/40) u. a. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Information: Weder Stadtarchiv Münster noch Städtische Bühnen und 
städtisches Personalamt besaßen 1998 Information zu Bensch; erst das 
Dezernat der Oberbürgermeisterin der Stadt Münster (16/IX/98) machte 
die fehlenden Angaben verfügbar. 


Bentsch 


Jederzeit kampfbereit. Marsch (RS Königsberg, 15/X1/35, aus Pillau). 


Bentzon, Jorgen 
Kabenhavn, 14. Februar 1897 - Harsholm (DK), 9. Juli 1951. 
Dänischer Komponist, Schüler von Carl Nielsen, auch Absolvent des 
Konservatoriums Leipzig, später in Kopenhagen ansässig. 


Pflicht: Ungezählte Hände sind bereit (T: K. Bröger). Arbeitslied (1931). 
In: 
Die Singstunde 78 (1935). 

Information: FA. 


Benz, Richard 

Reichenbach im Vogtland, 12. Juni 1884 - Heidelberg, 25. November 
1966. 
Sohn eines Pfarrers; Dr. phil. (Kunstgeschichte). Kulturhistoriker und 
Kulturphilosoph in Heidelberg. 
Werke: u. a. "Das Ethos der Musik" (Offenbach, 1926), "Franz Schubert 
als Vollender der deutschen Musik" (Jena, 1928), "Beethovens Denkmal im 
Wort" (München, 1935), "Die ewigen Meister - Deutsche Musikergestalten" 
(Jena, 1935), "Vom Erden-Schicksal ewiger Musik" (Jena, 1936; 5.-9. Tsd. 
1944), "Die deutsche Romantik - Geschichte einer geistigen Bewegung" 
(Leipzig, 1937), "Von den drei Welten der Musik" (Hamburg, 1940), 
"Goethe und Beethoven" (1942). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Die Stunde der deutschen Musik. 2 Bände (1923-27; veränderte 
31943) [DJ]. 


B 427 





Zitat: 

"(...) Die Musik zeigt aber zugleich schon heute am deutlichsten, 
wohin diese Entwicklung führt: die Neuesten, die angeblich zu Bach 
zurückbegehren und scheinbar wieder dem Dienst am alten Glauben bereit 
sind, sie sind zugleich die Wegbereiter nihilistischer Zerstörung bisheriger 
Tonsprache, und dulden die atonale Verhöhnung und Caricatur des 
Luther'schen Chorals - exotischer Exceß wird ihre Religion, und sie 
verkünden als Ziel europäischer Entwicklung die Wiederfindung der 
jüdischen und aller orientalischen Urmusik" (Die Stunde der deutschen 
Musik, 1. Auflage, Band 2. S. 492). 

Mit seiner undurchdachten Attacke gegen neue Musik und Jazz gab 
sich Benz als Kronzeuge für die "rechte" und dann NS-Ästhetik her. 

Bereits in "Die Musik" XX/4, Januar 1928, S. 292-293, publizierte H. 
J. Moser eine heute noch lesenswerte kritische Rezension von "Die Stunde 
der deutschen Musik", Band 2, gegen die sich Benz in Nr. 9, Juni 1928, S. 
679-680, recht ungeschickt wehrte und dadurch Moser anschließend auf 
S. 680-683 ungewollt die Möglichkeit zuspielte, seine Ablehnung treffend 
zu begründen; es handle sich nicht um objektive Geschichtsschreibung, 
sondern um ein Tendenzbuch. 

1. August 1933: 

In einem Rundfunkgespräch gibt u. a. Richard Benz Auskunft über 
sein Buch "Geist und Reich" (FSt. Berlin, 1/VI11/33). 
10. Juni 1934, Laudatio: 

"Benz ist der letzte Anti-Wagnerianer großen geistigen Stils, der mit 
seiner Kritik an die Wurzeln des Wagnerschen Schaffens geht, sich gegen 
den innersten Ausgangspunkt wendet. Wagner sah den Mythos nur im 
Wort, machte die Musik zum Mittel zum Wort, ohne zu begreifen, daß die 
Aufgabe war, gerade aus der Musik heraus den neuen Mythos zu 
entwickeln. Benz macht vor dem großen Künstler Wagner seine tiefste 
Verbeugung, wenn er den Tristan >den Werther des 19. Jahrhunderts< 
nennt; er hat aber gesehen, daß mit Wagner die Entwicklung eine 
Richtung genommen hät, die der eigentlich musikalischen bei Beethoven 
und Schubert in vielem wirklich diametral entgegengesetzt war. Schon hier 
hat Benz aus lebendigem Gegenwartsgefühl etwas wie einen Irrtum der 
Historie erfaßt" (F.: Richard Benz. Ein Fünfzigjähriger. "Deutsche Zukunft" 
11/23, 10/V1/34. S. 16). 

1937: 

Die "AMZ" LXIV/1937, S. 296, bringt die Rezension "Vom 
Erdenschicksal ewiger Musik" von Wolfgang Sachse. 

3. Januar 1938: 

Der Rundfunk widmet eine Buchbesprechung dem Werk von R. Benz, 
"Vom Erdenschicksal ewiger Musik" (Das neue Buch, RS Saarbrücken, 3/1/ 
38). 

12. November 1938: 

Der Rundfunk sendet eine Rezension von H. G. Feige über das Werk 

von R. Benz "Die deutsche Romantik" (RS Breslau, 12/X1/38). 
1939, Intellektuelle Spielerei: 
"Kulturschwätzer (Benz). Die einen wissen etwas von den Dingen, 


B 428 





die andern reden nur. Der große Überblick, die >historischen< 
Zusammenhänge werden umso leichter wahrgenommen, je weniger Wert 
und Gewicht auf das Einzelne gelegt wird. Hier ist geradezu ein Eldorado 
für intellektuelle Spielerei jeder Art. Kunstgeschichte von solchen, die 
Substantielles wissen und über die Dinge selbst etwas zu sagen wissen, 
gibt es sehr wenige. Da ist das in den Dingen stecken bleiben, wie es 
meistens dem Künstler selber eignet, noch besser. Es offenbart doch eine 
Liebesbeziehung" (Furtwängler: Kalendernotizen 1939-IV. Quelle: 
Zentralbibliothek Zürich, Furtwängler-Archiv). 

Die ewigen Meister. Deutsche Musikergestalten (71944, 
Wehrmachtsausgabe, für das Sortiment nicht erhältlich) [DJ]. 

30. August 1944, Beurteilung: 

"Er bezeichnet sich als Kulturphilosoph und publiziert überwiegend 
dilettantisches Schrifttum über Musik; daraus ergibt sich, dass Benz trotz 
seines betonten Eintretens für alles Deutsche in der Kunst in vielem ein 
Gegner von Grundsätzen ist, die der Nationalsozialismus aufgestellt hat. 
Für eine Betätigung als Gegner wird es ihm an persönlichem Mut fehlen" 
(ARR, Amt Musik, Dr. Gerigk, an Hauptamt Wissenschaft, 30/VI11/44. 
Quelle: BA NS 15/ 74). 


Beurteilung, 1966: 

"(...) vertritt er seine reaktionären, nationalistischen und 
kulturpessimistischen Ansichten zur MGesch. und bereitete, in mancher 
Hinsicht Spengler vergleichbar, den Boden für Elemente der faschist. 
Kulturpolitik" (SML, Band 1, S. 101). 

Schon vor 1933 retteten sich Sozialisten und Kommunisten, um das 
Monopol auf "ihren" Sozialismus zu behalten, in Geschichtsfälschung 
durch den italienischen Namen, der mit NS nichts zu tun hat und diesen 
eher verharmlost. 

Information: FA, MM2, RML, SML, MGG, RMLE (Todesdatum: 
9/X1/66). 


Benzler, Fritz 
Greifenhagen/ Pommern, 20. Februar 1903 - Herne, 30. November 
1974. 
Musikpädagoge, 1934-45 Volksschullehrer in Groß Spiegelberg/ Krs. 
Prenzlau. 
Nach 1945 Musiklehrer in Herne, hier 1947-65 Kantor der ev. 
Hauptkirche und 1959-68 Hauptschulrektor. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. NSLB seit 1/X/33 und NSV; Blockwart des RLB. 

Op. 37. Deutscher Aufbruch. Vier Männerchöre auf Texte von Fritz 

Wienecke: 1. Mit Gott empor für unser Deutschland. - 2. Nun reget 

Herz und Hände. - 3. Schwert und Friede: Wie dienen wir dem 

Frieden? - 4. Wir wolln das Wort nicht brechen (1934) [HB]. 
Information: LdCh. 


B 429 





Berbuer, Karl 
Köln, 26. Juli 1900 - Köln, 17. November 1977. 
Sohn eines Bäckers; Bäckermeister, Sänger (Tenor) und Volkssänger in 
Köln. 
Werke: u. a. Karnevalsschlager; "Heidewitzka, Herr Kapitän" (1936), 
Marschlied; "Das kannst du nicht ahnen" (1938); "Trizonesien-Song" 
(1948). 


NSDAP seit 1/VI1/40, Nr. 8.059.096, auf Antrag vom 24/V1/40. 
Heidemarie, wenn wir am Rhein marschieren (eigener T). 
Marschlied, zus. mit A. Ruland (1940) [SV, 1944 Sc]. 
Tondokument - vom 18/1/40, 20/11/40 - im DRA: 1570017-08, 
4211488-02. 
Ausführende: 1) MCh mit A. Lutter und seinem Orch; 2) 
Gesangsterzett R. Schuricke mit Orch Oscar Joost. 
Textprobe (1. Strophe): 
) 
Heidemarie, wenn wir den Wein 
probieren, 
dann wünsch ich mir dazu 
und der Kompanie 
eine, die küßt wie du, 
Heidemarie!" 
In: 
Harmonika-Erfolge (1944). 
Wenn die Soldaten rangehen (eigener T). Kriegslied, zus. mit A. 
Ruland (1944) [SV]. 

Information: Das Historische Archiv der Stadt Köln (11/V/98) 
kündigte "für die Bearbeitung von schriftlichen Anfragen" eine Forderung 
von 40 DM "pro halbe Stunde aufgewandter Arbeitszeit" an, obwohl das 
Grundgesetz unbehinderte Information verspricht, setzte die Forderung 
auf Antrag jedoch aus. Das Amt für Statistik, Einwohnerwesen und 
Europaangelegenheiten in Köln (23/IX/98) verlangte für Auskunft aus den 
archivierten Meldeunterlagen je 30 DM. Der an den Oberstadtdirektor 
gerichtete Antrag vom 6/X/98 ging "zur weiteren Bearbeitung" ans 
Dezernat Wirtschaft und Stadtentwicklung; dieses antwortete nicht, brach 
also Verwaltungsrecht. Erst ein erneuter Antrag zum Oberstadtdirektor 
erbrachte Aussetzung der Gebühren. 


Berchtold sen., Josef 
Dorfen bei Wolfratshausen/ Bayern, 14. Februar 1863 - München, 
29. April 1935. 
Konservator in München; Vater des ersten Reichsführers-SS von 1926. 


NSDAP seit 1/X/30, Nr. 310.162. 
Das Hakenkreuz: Das Hakenkreuz im weißen Feld auf feuerrotem 
Grunde (T: O. Kernstock). NS-Kampflied. 


B 430 





Textprobe (2. Strophe): 
"Das Hakenkreuz im weißen Feld, 
auf feuerroten Grunde, 
zum Volksmal ward es auserwählt 
in ernster Schicksalsstunde, 
als unter Schmerzen, heiß und tief, 
das Vaterland um Hilfe rief, 
das teure, todeswunde". 
In: 
Heil Hitler Dir! 1 (41933); Heil Hitler Dir! 2 (1933); Horst-Wessel- 
Marschalbum I (71933); Liederbuch der NSDAP (211933); Im deutschen 
Land marschieren wir (41935). 
Wende: Licht ward's im deutschen Land (T: Hermann Grote). 
Bekenntnislied. 
In: 
Im deutschen Land marschieren wir (41935). 
Das Fähnlein: Mit klingendem Spiel (T: H. Grote). Marschlied. 
In: 
Im deutschen Land marschieren wir (41935). 

Information: Der Standesbeamte Eisenschenk, München I (12/XI/97), 
verweigerte mit unwahren Angaben über PStG 8 61, also rechtswidrig, die 
Angabe des Todesdatums. Damit raubte er dem Künstler das postum 
weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog den 
Lexikographen um sein Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. 
Das Kreisverwaltungsreferat München, Einwohnermeldestelle, Frau 
Scheinost, ließ wissen (26/XI/97), Meldeauskünfte kosteten je 20 DM. Aus 
Rechtsgründen verbot sich die Zahlung. 


Berdien, Adolf 
Restorf/ Hannover, 9. Februar 1876 - Lüchow, 21. September1954. 

Militärmusiker; ab 1/VIl/05 Stabshoboist und MM beim IR 47 in Posen, 
am 2/VIIl/14 OMM und Leiter des Musikkorps des Il./ IR 16 Hannover, 
dann des IIl./ IR 9 Berlin-Spandau, zuletzt des IR 67, zum 1/1V/36 StMM 
und zum Reichskriegsministerium abkommandiert; ab 26/1V/35 - zur 
Ausbildung der Militärmusiker - Lehrer für Komposition und Tonsatz an der 
Musikhochschule Berlin, 1937 Professor, 1936 Musikinspizient des Heeres, 
ab 1/1/41 Obermusikinspizient; zum 30/1V/43 i. R. 

Nach 1945 zuletzt in Lüchow. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP; SA, MZF des SA-Sturms 23/7 Berlin. 
30. Juni 1934: 
In der "DNMZ" LVI/26, S. 211-212, erinnert Georg Kandler an das 
A40jährige Soldatenjubiläum Berdiens. 
Olympia-Fanfare (1936). 
Mit Sang und Klang die Straße entlang. Marschliederfolge (Berlin, 
1937). 
Junge Soldaten. Marsch für versch. Besetzungen (1938; RS Berlin, 9/V/ 


B 431 





37; RS Frankfurt, 9/VII1/38; DtldS, 23/X11/38, Frühkonzert des TrK des AR 
1, Königsberg, Dgt. StMM, Hermann Wiech; Berlin, 21/VI/41, Großkonzert 
des Heeres zum Besten des Kriegshilfswerks für das DRK, Dgt. MM G. 
Grosch) [VfdM]. 

Tondokument - vom 29/V1/40 - im DRA: 1870667-13. 

Ausführende: StabsMK des Wach-Btl. der LW Berlin, Dgt. StMM 
Teichmann. 

Information: Laut Referat für Meldeangelegenheiten, Paß- und 

Ausweiswesen beim Polizeipräsidenten in Berlin (9/IV/84) als in Berlin 
gemeldet gewesen nicht zu ermitteln. 


Berend, Fritz 

Hannover, 10. März 1889 - Carbes bei London, 29. Dezember 1955. 
Sohn eines Geheimen Justizrats; Dr. phil. München 1913 (Nicolaus Adam 
Strungk 1640-1700). Schüler von F. Mottl und A. Schmid-Lindner, 
Komponist und Orchesterdirigent, bis 1933 Intendant der 
Theatergemeinschaft Münster-Osnabrück, am 6/1V/33 entlassen, 1933-36 
1. Opernkapellmeister in Münster. 1936-37 Kapellmeister am Jüdischen 
Künstlertheater Berlin, dann auch im Jüdischen Kulturbund Breslau. 

Von Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

1937-39 emigrierte Berend nach Florenz, dann London; zeitweilig 
Leiter der Waliser Nationaloper in Cardiff, 1946 Kapellmeister der Carl 
Rosa Opera, London, und Musiklehrer an der Universität. 

Information: DNML, DML, FA, KDMK, RML. 


Berendt, Gert 


RAD-Mitglied, während des Krieges zur Wehrmacht einberufen und in 
einem Baubataillon. 


Lautensätze zu Wir wandern und wir singen!, Liederbuch der NSG 
"Kraft durch Freude", hgb. von der DAF (1937) [ZVNSDAP]. 
Lied des Baubataillons: Schon immer trugen wir den Spaten, nun 
tragen wir das Gewehr (eigener T). 
In: 
Singende Front (21941). 
Es geht eine Straße in Deutschland (eigener T). Fassung: R. Kössler. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Es geht eine Straße in Deutschland, 
dort finden sich alle, die brennend sind 
in Herzen und in Händen. 
Es geht eine Straße in Deutschland, 
dort finden sich alle, die Stürmer sind 
im Beginnen und im Vollenden. 
Und keiner ist da, der müde steht. 
Und keiner ist da, der müßig geht, 


B 432 





das ist die Straße Deutschland". 
In: 
Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 4 (1942); Lieder der Mannschaft 1 
(1944). 


Berenkamp, Adolf von 
Innsbruck/ Tirol, 10. Mai 1892 - Innsbruck (A), 31. Januar 1958. 
Eigentlich Freiherr von Ingenhaeff zum Berenkamp (Bärenkamp); 
Opernsänger, zunächst in München, zeitweise in Pusteria (Italien), 
1934/35 in Gotha, 1939 Weimar; 1939/40-44 stellv. Intendant und 
Sänger am Reichsgautheater Innsbruck. 
Nach 1945 weiterhin in Innsbruck. 


NSDAP seit 1/X1/29, Nr. 160.036; 1943/44 Landesleiter der RTK Gau Tirol- 
Vorarlberg. 

Information: Im DBJ 1941 als Adolf von Beerenkamp, 1943 als Alfred 
von Berenkamp. 


Beresinalied: Unser Leben gleicht der Reise eines Wanderers in der 
Nacht (T: Thomas Legler) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. 
Liederfest des DSB, Bearbeitung: O. Siegl). 

Textprobe:"(...) 

Jeder hat in seinem Gleise 
etwas, das ihm Kummer macht. 
Aber unerwartet schwindet 

vor uns Nacht und Dunkelheit, 
und der Schwerbedrückte findet 
Linderung in seinem Leid". 


Berg, Alban 
Wien, 9. Februar 1885 - Wien, 24. Dezember 1935. 
Sohn eines Kaufmanns, österreichischer Komponist, Schüler von A. 
Schönberg. 
Obwohl Berg "arisch" war, schätzten ihn die NS-Kulturpolitiker auch 
noch postum als "kulturbolschewistischen" Gegner ein. 


1933 
3. August 1933: 
Der Sachverständige für Rasseforschung beim RMI publiziert ein 
Gutachten mit beigefügter Ahnentafel, aus dem sich ergibt, daß Berg 
"arisch" ist (Abdruck: Wulf, S. 49). 


1934 
21. Juni 1934, Befremden: 
"Der >Magdeburgischen Zeitung< vom 21. Juni 1934 entnehmen wir 


B 433 





folgende sehr sonderbare Meldung: 

"Alban Berg hat die Komposition seiner neuen Oper nach Frank 
Wedekinds >Lulu< beendet. Das Werk, die Frucht sechsjähriger Arbeit, 
begegnet nach dem Welterfolg des >Wozzeck< größtem Interesse in 
Theater- und Musikkreisen. Da Berg im Augenblick von einer szenischen 
Aufführung der Oper Abstand nehmen möchte (hört, hört! Schriftleitung 
der D. B. K.), hat er sich zu einer konzertmäßigen Zusammenfassung von 
fünf Stücken der Partitur entschlossen. In dieser Gestalt, unter dem Titel 
>Fünf sinfonische Stücke aus der Oper Lulu< mit einem Koloratursopran 
als solistischen Mittelpunkt, wird das Werk am 30. November in der 
Berliner Staatsoper unter Generalmusikdirektor Erich Kleiber zur 
Uraufführung kommen, an der gleichen Stelle also, wo 1925 die 
denkwürdige Premiere des >Wozzeck< stattfand". 

Mit Recht begegnet diese Nachricht großem Erstaunen und 
Befremden. Der angebliche >Welterfolg< des >Wozzeck< ist dahin 
richtigzustellen, daß diese Oper bis jetzt lediglich an der Preußischen 
Staatsoper zu einer wiederholten Einstudierung gelangt ist, während sonst 
nur einige Aufführungen an wenigen großen Provinzbühnen - und, wenn 
wir nicht irren, noch in Chikago zu verzeichnen sind. Der Erfolg des 
>Wozzeck< beruhte wohl in erster Linie auf dem Büchnerschen Drama 
und auf der Sensation, die die nach Schönbergschem Muster gearbeitete 
atonale Musik Bergs damals erregte (Berg ist Schönberg-Schüler). Sollte 
es sich bei der neuen Oper um die berüchtigte >Lulu< Wedekinds 
handeln - woran u. E. kaum zu zweifeln ist und was auch den Verzicht 
Bergs auf eine szenische Aufführung hinlänglich erklären würde -, so ist 
dazu nur zu bemerken, daß die Oper >Lulu< auf deutschen Bühnen nichts 
zu suchen hat, weder mit noch ohne Text. Es wäre zu wünschen, daß 
obiger Meldung, von der wir nicht wissen, wer sie eigentlich in die 
deutsche Presse lancierte, umgehend und kategorisch von den 
zuständigen Stellen widersprochen würde" (Alban-Berg-Uraufführung in 
der Staatsoper? "DBkorr" IIl/52, 4/VIl/34. S. 7). 

Die - zutreffende - Meldung stammte von der Pressestelle der 
Berliner Staatsoper. 

Typisch für die NS-Taktik ist hier die Herabsetzung des "Wozzeck"- 
Welterfolges. Der anonyme Kommentator hielt einfach mit der Wahrheit 
zurück. Tatsächlich kam das Werk bis Ende 1936 auf die Bühnen von 29 
Städten einschließlich Philadelphia und New York und brachte es auf 166 
Aufführungen, bis Sommer 1934 noch nicht ganz so viele, aber allemal 
genug für den Welterfolg eines zeitgenössischen Werks. 

November 1934: 

Furtwängler als Operndirektor der Berliner Staatsoper bittet Erich 
Kleiber die angesetzte "Lulu"-Premiere aus der Staatsoper in die 
Philharmonie zu verlegen, da mit Sicherheit Störungen von außen zu 
erwarten seien, die zukünftigen Opernvorhaben schaden würden. 

Furtwängler plante derzeit für die Staatsoper die Uraufführung von 
Hindemiths umstrittener Oper "Mathis der Maler". Kleiber hielt nichts von 
einer Verlegung der "Lulu"-Aufführung. 


B 434 





1. Dezember 1934: 

In der "DAZ" bespricht Robert Oboussier die "Lulu"-Musik sehr 
positiv. 
5. Dezember 1934: 

In der "Deutschen Zeitung" hetzt P. Zschorlich gegen den 
"musikalischen Bolschewismus" von A. Bergs "Lulu"-Musik. 


1937 
6. Juni 1937, Kommunismus: 

"(...) Berg ist der Schüler Schönbergs und ist ihm treu geblieben: er 
folgt ihm auch ins Reich der Zwölftonmusik, ins Reich des musikalischen 
Kommunismus: das naturgegebene Fundament der Musik, die Tonalität, 
der durch die natürlichen Obertöne und die Organisation unseres Ohres 
gegebene Dreiklang ist über Bord geworfen, >alle Ständeschranken und 
Vorrechte<, alles Führertum ist beseitigt zugunsten einer durchgehenden 
Gleichmacherei: es gibt keinen Grundton, keine Dominante mehr, alle 
zwölf Töne der chromatischen Leiter sind gleichberechtigt. Das wäre aber 
die absolute Anarchie und Willkür, und davor schreckt auch der entartete 
Intellekt des Intellektuellen zurück: er sucht die organischen Bindungen 
durch neue, künstliche, willkürliche zu ersetzen. (...) Alles bleibt aber eitel 
Spiegelfechterei, denn diese blutleeren Schemen eines sterilen 
Intellektualismus führen ein Fabeldasein, da kein Hörer sie wirklich 
wahrnimmt. Diese Musik ist ein Ende, nicht ein Anfang. Sie ist Ausdruck 
der müden, weltstädtischen Intelligenz, der europäischen Dekadenz, der 
absterbenden Schichten einer untergehenden Welt, die in den Weltkrieg 
hinein getaumelt ist, sie kommt ein Vierteljahrhundert zu spät. (...)" 
(Hans Corrodi: Musikalischer Bolschewismus in der Oper. Zur Uraufführung 
der Oper "Lulu" von Alban Berg in Zürich. "VB" München, 6/V1/37). 

Der Schweizer Corrodi zeigt sich hier als ideologischer Helfershelfer 
des NS-Regimes. 


1938 
Keine Musik: 

"(...) einer der führenden Männer der inzwischen überwundenen 
Richtung des Expressionismus. Mit seiner Oper >Wozzeck< erlangte er 
insofern musikgeschichtliche Bedeutung, als dieses Werk geradezu als 
unüberbietbares Schulbeispiel des Expressionismus zu gelten hat. Von den 
Mitläufern und skrupellosen Ausbeutern dieser entarteten >Richtung< 
unterscheidet sich Berg durch den Ernst seines Strebens. Gleichwohl hat 
seine völlig atonale Tonsprache nichts mehr mit dem herkömmlichen 
Begriff >Musik< zu tun (...)" (Hans Renner: Die Wunderwelt der Oper. 
Berlin, 1938. S. 85). 

Information: Ausführliche und verläßliche Namensartikel in allen 
Musiklexika nach 1945. 


B 435 





Berg, Friedrich 
1861 - ? 


Kindlein mein. Wiegenlied. 

Vgl. Kindlein mein. 

In: 

Lieder zur Weihnachtszeit (1935, 1944). 


Berg, Mauritz (Maurits) van den 

Groningen (Holland), 20. Februar 1898 - Hilversum (NL), 14. 
September 1971. 
Holländischer Geiger in Deutschland; bis 1926 1. Konzertmeister des 
BPhO, dann Konzertmeister des Berliner Funkorchesters. 1933 als 
"jüdischer Mischling" und Ausländer entlassen, bewarb sich mit Antrag 
vom 12/VI1/34 beim RMVP um die Stellung des 1. Konzertmeisters des 
BPhO, wurde jedoch unter Verschweigung der rassistischen Vorbehalte 
abschlägig beschieden. 

Von Brückner/Rock I als Jude und Gerigk/Stengel als Halbjude 
denunziert. 

Dann wirkte er im Concertgebouw-Orchester Amsterdam und gab 
während der Besetzung Hollands 1941 wegen seiner "nichtarischen 
Abstammung" eine Loyalitätserklärung ab. 1949-67 Kapellmeister am 
Rundfunk in Hilversum. 


12. Juli 1934, Bewerbung: 

"(...) Nach meiner auf Grund des 8 3 des Beamten-Gesetzes 
erfolgten Entlassung aus dem Rundfunk ist es mir trotz der Zugehörigkeit 
zur Reichsmusikkammer nicht mehr möglich gewesen, in Deutschland eine 
Betätigung und Verdienstmöglichkeit zu finden. Jüdische Organisationen 
lehnen mich als Sohn eines protestantischen Vaters ab. In Holland ist es 
ausgeschlossen, eine Anstellung zu finden, da ich dort infolge meines 
21jährigen Aufenthalts in Deutschland kein besonderes Entgegenkommen 
fand" (Berg an Dr. Goebbels, 12/V11/34. Quelle: BA R 55/ 1182. Blatt 
85-86). 

Der Schreiber bezog sich auf das "Gesetz zur Wiederherstellung des 
Berufsbeamtentums" vom 7Z/IW33 . 

17. August 1934, Empfehlung: 

"Das Kgl. Niederländische Generalkonsulat beehrt sich hierdurch 
dem Propagandaministerium Herrn M. van den Berg angelegentlichst zu 
empfehlen. Herr van den Berg bewirbt sich um die Stelle eines ersten 
Konzertmeisters im Philharmonischen Orchester. 

Es wäre dem Kgl. Niederländischen Generalkonsulat sehr angenehm, 
wenn dieser talentierte niederländische Staatsangehörige, der denselben 
Posten schon früher viele Jahre bekleidet hat, auch jetzt wieder hierfür 
ernannt würde, und dies umsomehr als Ihrem Ministerium bekannt sein 
dürfte, dass viele deutsche Musiker in Holland eine lIohnende 
Beschäftigung haben. (...)" (Königlich Niederländisches Generalkonsulat 


B 436 





an RMVP, 17/VI11/34. Quelle: BAR 55/ 1182. Blatt 83). 

Das niederländische Generalkonsulat erhielt vom Goebbels- 
Ministerium den verlogenen Bescheid, die Stelle sei bereits besetzt! 
Juni 1935: 

In einem Hauskonzert bei Weil bietet van den Berg mit Leo 
Taubmann, Klavier einen Skandinavischen Abend: Grieg, Sonate C-moll 
für Violine und Klavier, dazu Musik von Soerre Jordan. Rose Lichtenstein 
rezitierte Gedichte von Knut Hamsun. 

Information: RML. 


Bergau, Wilibald 
Gerdauen, 26. Januar 1880 - Berlin-Wilmersdorf, 20. August 1943. 
Sohn eines Pastors; Pianist und Privatmusikerzieher in Berlin-Wilmersdorf. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Musik zum Filmdrama Unter der schwarzen Sturmfahne über den 
Bauernaufstand 1932/33, zus. mit H. Ailbout (UA: 26/1V/33; Prädikat: 
Lehrfilm). Produktion: "Der Vortrupp", Berlin. 1945 Verbot durch Alliierte 
Militärregierungen. 

Auf hoher See. Suite (RS Berlin, 25/V/38). 


Berger, Gregor (Johann Josef) 
Viersen, 31. Juli 1895 - Ratingen, 17. Mai 1976. 

Sohn eines Kaufmanns; Dr. phil. Bonn 1923 (Hans von Bülow. Seine 
Stellung zur Klaviermusik des 18. Jahrhunderts), Schüler von F. Bölsche 
und A. von Othegraven, Musikpädagoge, zunächst in Neuwied; später 
Studienrat am Staatlichen Prinz-Georg-Gymnasium Düsseldorf mit 
Wohnsitz Ratingen. 

Nach 1945 weiterhin in dieser Funktion, ab 1960 i. R. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.298.047. 
Musik und Rasse. Referat beim Lehrgang für Fest- und Feiergestaltung 
der Gaue Koblenz-Trier und Düsseldorf des NSLB (Schloß Friedewalt bei 
Betzdorf/ Sieg, Oktober 1937). 

Information: DML, KDMK. 


Berger, M. 


Mahnspruch der deutsch-schwäbischen Volksgemeinschaft im 
Banat: Hütet der Väter heilige Scholle! Deutsch soll sie bleiben, komme, 
was wolle (T: 0onA). Weise und Satz Eigentum des Komponisten. 

In: 


Und wenn wir marschieren (31937). 


B 437 





Berger, Theodor 

Traismauer/ NÖ, 18. Mai 1905 - Wien, 21. August 1992. 
Arbeitersohn; Komponist in Wien, 1932-39 in Berlin, dann wieder in Wien. 
Anläßlich der Reichsmusiktage 1939 in Düsseldorf förderte ihn Dr. 
Goebbels durch einen Kompositionsauftrag über 5.000 RM; als seine 
Einnahmen aus "ernsten Konzerten" 1942/43 auf 3.701,82 RM 
zurückgegangen waren, erhielt er 4.000 RM aus dem Staatszuschuß für E- 
Komponisten. Er war kriegsverwendungsfähig, jedoch regte eine 
Ministervorlage seine uk-Stellung an. 

Berger, freischaffend, errang 1949 den Musikpreis der Stadt Wien 
und 1951 den Österreichischen Staatspreis; er unterhielt ab 25/V1/53 
einen Zweitwohnsitz in Hamburg. 1960 fiel ihm der Große Staatspreis der 
Republik Österreich zu. 

Werke: u. a. Streichquartett im alten Stil Op. 2 (1938); Capriccio und 
Fantasie für Orch Op. 3 (1938); Rondino giocoso für StreichOrch Op. 4 
(1939); Zwei Stücke für StreichOrch Op. 5, daraus Nr. 2. "Malinconia" 
(1939); Elemente, sinfonischer Zyklus Op. 7 (1939); Feierabendstücke 
(Nocturnes) für Orch Op. 8 (1938); Rhapsodisches Duo für Violine und 
Cello mit Orch Op. 9 (1939; München, 1941). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. RSHA, 27/1X/44: "Nachteilige Notierungen in 
politischer Hinsicht liegen nicht vor". Er erhielt vom Gauleiter Schirach - 
Vertrag bis April 1945 - jährlich 4800 RM Förderungsbeihilfe mit geplanter 
Verlängerung des Vertrages. 


1937 
24. November 1937: 

Berger reicht auf Anfrage sein Rondino für StreichOrch und die drei 
Stücke für Orch und zwei Soloviolinen Op. 3 an den RS Köln, GMD Schulz- 
Dornburg, ein in der Erwartung, "dass Sie meine Stücke gelegentlich in ihr 
Programm nehmen wollen" (Quelle: DRA Potsdam-Babelsberg, 
Historisches Archiv, NL 17/11). 


1938 
*29. Mai 1938: 
Bei den Reichsmusiktagen bietet das Städtische Orch, Dgt. H. Balzer, 
Th. Bergers Capriccio und Fantasie Op. 3 (UA). 


1939 
*1]4. Mai 1939: 
Zu den Reichsmusiktagen bietet das Städt. Orch Düsseldorf, Dgt. Th. 
Berger, dessen "Malinconia" Op. 5. 


1940 
31. März 1940: 
Die Münchener Philharmoniker, Dgt. ©. Kabasta, bieten - erstmals - 
"Rondino giocoso" Op. 4 von Th. Berger. 


B 438 





8. Dezember 1940: 

Die Münchener Philharmoniker, Dgt. O. Kabasta, bieten - erstmals - 
die Feierabendstücke (Nocturnes) Op. 8 von Th. Berger. 
9. Dezember 1940: 

Das 4. Anrechtskonzert der Stadt Flensburg, Dgt. Otto Miehler, 
bietet - "zum ersten Male" - "Rondino giocoso" Op. 4 von Berger. 
15. Dezember 1940: 

Das 5. Philharmonische Konzert Berlin, Dgt. Furtwängler, bietet - 
erstmals - Bergers "Rondino giocoso" Op. 4. 


1941 
5. Januar 1941: 

Die Münchener Philharmoniker, Dgt. A. Mennerich, bieten die 
Rhapsodischen Duos für Violine und Violoncello mit Orch Op. 9 von Th. 
Berger (UA); Solisten: W. Stroß (Violine) und R. Metzmacher (Cello). 

12. November 1941, Nachricht: 

"Auch im zweiten Berliner Philharmonischen Konzert trat Wilhelm 
Furtwängler für moderne Musik ein. Diesmal brachte er als Uraufführung 
die >Ballade für großes Orchester<, Werk 10, des Ostmärkers Theodor 
Berger und versetzte das Publikum dadurch in künstlerische Aufregung, 
bei der die ältesten Köpfe sich scharf in Ablehner und Jasager schieden" 
(Fritz Brust in: "MNN", 12/X1/41). 

Dezember 1941, Bericht: 

"(...) es gab zum ersten Male nach langer Zeit wieder ein sehr 
deutliche Auseinandersetzung, die sich auf der einen Seite in 
demonstrativem Klatschen, auf der anderen in Pfiffen und zum Teil sehr 
eindeutigen Zurufen äußerte. Das Werk, das diesen Meinungssturm 
erregte, war Theodor Bergers >Ballade für Orchester<, Werk 10, das der 
mit dem Musikpreis des Reiches bedachte ostmärkische Komponist in 
ministeriellem Auftrag geschrieben hat. Inzwischen hat dieser spontane 
Meinungsstreit auch in der Presse weitere Kreise gezogen, wobei sich 
deutlich das Bestreben geltend machte, das ungewohnte und überwiegend 
kakophone Werk als kühnen - im übrigen, wie behauptet wurde, durchaus 
funktionalharmonisch zu erklärenden - Vorstoß in musikalisches Neuland 
zu verteidigen und es gleichsam als Exponenten der Willenskräfte unserer 
Zeit gegen eine allzu bequeme Tradition geruhsamer Musikempfänglichkeit 
in Schutz zu nehmen. Das hat insofern seine Berechtigung, als man nicht 
genug für das Verständnis zeitgenössischer Musik werben und in jedem 
Fall Ehrfurcht vor dem Schöpferischen verlangen kann. Einige vielleicht 
nicht unwichtige Tatsachen hat man dabei jedoch außer acht gelassen. Im 
Programmheft stand als Äußerung des Komponisten verzeichnet, daß sein 
Werk aus dem Erleben unserer Tage, also des gegenwärtigen Krieges, 
geschöpft sei. Erklärend war hinzugefügt, daß dies nicht im Sinne einer 
Programmusik zu verstehen sei, daß die Ballade vielmehr eine 
>apokalyptische Stimmung< widerspiegele, was doch wohl von ungefähr 
so etwas wie Weltuntergangsstimmung bedeuten soll. Der so beeinflußte 
Hörer, der den großen Freiheitskampf des deutschen Volkes wohl kaum 
unter dem Gesichtswinkel einer biblischen >Apokalypse< betrachten 


B 439 





dürfte, hat sich dann sehr gewundert, als ein in ein rasantes Tempo 
gebannter Klangorkan über ihn hereinbrach, der - noch dazu zwischen die 
maßvolle Schönheit Haydnscher und Beethovenscher Klassik gestellt - 
durch seine schlagzeuggewürzte Dissonanzenfülle eher Visionen des 
Furchtbaren als des Großen und Erhebenden heraufbeschwor. Er hat sich 
auch, wie aus zahlreichen Zurufen hervorging, unwillkürlich gefragt, 
warum ein derart problematisches Werk heute an repräsentativer Stelle 
herausgebracht wird, wenn erst vor wenigen Jahren ähnliche 
Schöpfungen, die noch dazu das Zeichen hoher Könnerschaft an der Stirn 
trugen, als atonal gebrandmarkt und verbannt wurden. Es scheint also der 
>Krach um Berger< weniger ein Zeichen traditionsbeengter 
Hörbequemlichkeit als vielmehr einer sehr bewußten musikalischen 
Fragestellung zu sein. Hoffen wir, daß daraus Fruchtbares für die Zukunft 
erwächst" (H. Killer: Berliner Konzerte. "Die Musik" XXXIV/3, Dezember 
1941. S. 111). 


1942 
4. Januar 1942: 

Das 5. Sinfoniekonzert der Stadt Essen, Dgt. A. Bittner, bietet - 
"zum ersten Male" - "Rondino giocoso" Op. 4 von Th. Berger. 

5. Januar 1942: 

Die Münchener Philharmoniker, Dgt. ©. Kabasta, bieten - erstmals - 
"Malinconia" Op. 5, aus den Zwei Stücken für StreichOrch von Th. Berger. 
25. Februar 1942: 

Das Gr. RundfunkOrch Berlin, Dgt. Schulz-Dornburg, bietet in der 
Reihe "Musik aus deutschen Landen" von Th. Berger "Rondino giocoso" 
Op. 4. 

21. April 1942: 

Das Mecklenburgische Staatstheater, Dgt. H. Gahlenbeck, bietet - 
erstmals - "Rondino giocoso" Op. 4 von Th. Berger. 
November 1942, Dissonanzenreich: 

"Das letzte, wieder Orchesterwerken vorbehaltene Konzert begann 
mit Theodor Bergers (1908) sehr knapp gehaltenem Kapriccio für 
Orchester (Werk 3 a), dessen dissonanzenreiche Stimmführung dem Titel 
des Werkchens geistreich angepaßt ist" ("Die Musik" XXXV/2, November 
1942. S. 59). 

Diese Aufführung besorgte Fritz Zaun mit dem Städtischen 
Orchester Berlin. 

Op. 11. Legende vom Prinzen Eugen, für Orch (UA: München, 
27/X1/42, die Münchener Philharmoniker, Dgt. ©. Kabasta; Berlin, 11/XIl/ 
42; Wien, 20/1/43) [UE]. 

Eugen, Prinz von Savoyen und Piemont (1663-1717), österr. 
Feldmarschall und Staatsmann, war aktuell als Symbolfigur für die 
Rettung des Abendlandes - damals vor den Türken, die er 1717 bei 
Belgrad vernichtend schlug. 


B 440 





1943 
22. Februar 1943: 

Das 8. Sinfoniekonzert des Deutschen Philharmonischen Orch Prag, 
Dgt. J. Keilberth, bietet - erstmals - "Malinconia" Op. 5 von Th. Berger. 
25. März 1943: 

Das 16. Anrechtskonzert des Gewandhauses Leipzig, Dgt. H. 
Abendroth, bietet - erstmals - "Malinconia" Op. 5 und "Rondino giocoso" 
Op. 4 von Th. Berger. 

14. November 1943: 

Im 6. Philharmonischen Konzert der Philharmonie Brüssel, Dgt. Theo 

Dejoncker, erklingt "Rondino giococo" Op. 4 von Th. Berger. 


Rückblick, 1963: 

"Es gab Schwierigkeiten nach der Uraufführung meiner >Ballade für 
gr. Orch.< (1941 in der BIn. Philharmonie) & in den darauffolgenden 
Jahren. Das Werk wurde von Goebbels selbst aus den Rundfunksendungen 
gestrichen & daraus wurden mir von so manchen anderen Stellen >Stricke 
gedreht<" (Theodor Berger an Fred K. Prieberg, 11/1X/63). 


Information: MM2, RML, LdCh (ohne Wirkungsort), RMLE, MGGS, 
LdBl. Die Programmhefte der Reichsmusiktage 1938 und 1939 nennen das 
Geburtsjahr 1908. 


Berger, Wilhelm 
1861 - 1911 


An die großen Toten. Chorwerk mit Orch (u. a. Meiningen, 1936, zum 
75. Geburtstag Bergers; Leipzig, 26/11/42, GewandhausOrch, Dgt. H. 
Abendroth). 

Op. 30 Nr. 7. Ach, wer das doch könnte: Gemäht sind die Felder (T: 
Victor Blüthgen). Kinderlied für Sopran. 


In: 

Flieger sind Sieger (31941). 

Sylter Lied: Heil unsrer Väter starkem Stamm (T: Th. Siebs). Trutzlied 

[Carl Simon, Berlin]. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Kommt unser Deutschland je in Not, 
dräut uns der Feinde Schreck, 
dann heißt das Sylter Aufgebot: 
>Frisch, alle Mann auf Deck!< 
Wir gehen mutig in den Tod, 
wie unsre Väter brav, 
getreu den Farben Schwarz-weiß-rot 
und >lieber tot als Sklav<!" 

In: 

Stimmt an! (1934). 


B 44] 





Jan Hinnerk op de Lammerstraat. Volkslied. Für MCh: W. Berger. 
In: 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940). 


Berger de la Rivoire, Adolf 
Hannover, 27. März 1882 - Biberach an der Riß, 25. September 1946. 
Ober-Telegrafensekretär in Hanau. 
Nach 1945 zuletzt in Biberach. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
H. Fritz: Heil dem Führer! Ein Spiel in zwei Bildern für die gesamte 
Hitlerjugend, Schulen, vaterländische und kirchliche Vereine. Einleitende 
Musik: "Im Dritten Reich" mit dem Marschlied "Heil dem Führer", 
Instrumentation A. Berger de la Rivoire (1933) [AS]. 

Die gleiche Einleitungsmusik fand Verwendung in dem HJ -Spiel "Das 
Dritte Reich für Alle!" von H. Fritz (1933) [AS]. 


Bergfeld, Joachim 

Eisenach, 15. November 1906 - Bayreuth, 6. November 1988. 
Sohn eines Handelsschuldirektors, Dr. phil. Berlin 1931 (Die formale 
Struktur der symphonischen Dichtungen Franz Liszts). Musikreferent, 
1930-33 Musikkritiker und Musikschriftsteller in Eisenach für "Eisenacher 
Tagespost", "Ton und Takt", "Zeitschrift für Musik" und "Signale für die 
musikalische Welt" und Schriftleiter der "Sangerhäuser Kreiszeitung", ab 
1/V/33-37 für "Mitteldeutsche National-Zeitung" in Halle; 1939-40 als 
Kraftfahrer zur Wehrmacht einberufen, zuletzt Unteroffizier; Stand 1941: 
Leiter des Theaters "Kraft durch Freude" in Halle. 1941-45 im besetzten 
Holland. 

1945-52 in sowjet. Internierung. 1953-73 Direktor der Richard- 
Wagner-Gedenkstätte in Bayreuth, 1958-71 auch Leiter der 
Volkshochschule, 1973 dann i. R. 

Werke: u. a. Hgb. der Tagebuchaufzeichnungen von R. Wagner: "Das 
braune Buch" (1975) [Atlantis-Verlag, Zürich]; Wagners Werk und unsere 
Zeit (Berlin, 1963) 


NSDAP seit 1/X/32, Nr. 1.344.672; Gaustellenleiter für Musik. Stand 
Dezember 1933: Leiter der Ortsgruppe Sangershausen des KfdK, dann 
Leiter des Ortsverbandes Halle der NSKG; 1938/39 Landesleiter der RTK 
Gau Halle-Merseburg, später nur noch k.; 1940-41 Landesleiter der RMK 
Gau Halle-Merseburg. Zeitweilig Lektor für Musik beim ARR. 1942-44 
Stellvertretender Leiter der HA Volksaufklärung und Propaganda im 
besetzten Holland, seit Oktober 1944 Propagandareferent des 
Reichskommissars, zuvor vorübergehend Referent des RMVP und 
Verbindungsmann von Dr. Goebbels zu Seyss-Inquart. 


B 442 





1935 
2. August 1935, Der Reiniger: 

"U. W. ist Künnecke mit einer JÜüdin verheiratet und scheidet für 
unseren Spielplan aus. 

(...) Weiter bitten wir um Nachricht, ob die Sängerin Frida Leider 
und die Pianistin Poldi Mildner, die für Städtische Sinfoniekonzerte als 
Solisten in Aussicht genommen wurden, für uns tragbar sind. Wie weit ist 
die Komposition der Sommernachtstraum-Musik von Weismann gediehen? 
Wir hätten Interesse an einer Aufführung noch in dieser Spielzeit" (NSKG, 
Ortsverband Halle, Dr. Bergfeld, an Kulturpolit. Archiv, 20/VI11/35. Quelle: 
BA NS 15/ 96). 


1940 
23. Dezember 1940: 

Bergfeld teilt mit Handschreiben einem Ministerialdirigenten im 
RMVP mit, er habe sich um die ausgeschriebene Stellung eines 
Propagandaleiters der Deutschen Akademie in München beworben und 
bitte um wohlwollende Förderung (Quelle: BAR 55/ 177. Blatt 22). 


1941 
28. November 1941: 

Dr. Bergfeld, HA Volksaufklärung und Propaganda beim 
Reichskommissar für die besetzten niederländischen Gebiete, der die 
Bestellung Dr. Nufers zum Intendanten des Deutschen Theaters in den 
Niederlanden politisch zu hintertreiben gesucht hatte, wird durch ein 
Fernschreiben RMVP, Dr. Schlösser, an Dr. Lang - u. a. mit Hinweis auf 
Nufers enge Beziehungen zur SS - widerlegt (Quelle: BAR 55/ 20545. 
Blatt 38). 


1942 
Endlich: 

"Durch das Hinzukommen des Pg. Dr. Bergfeld ist der Mann 
gefunden, der eine zielbewußte Zusammenfassung aller kulturpolitisch 
einzusetzenden Faktoren garantiert" (Aus einer Aufstellung über die HA 
Volksaufklärung und Propaganda in Holland, o. Dat. = 1942. Quelle: BAR 
55/ 218. Blatt 89). 

22. Februar 1942, Folgen: 

"Die Gründung der Theatergilde der niederländischen Kulturkammer 
hat erhebliche Widerstände hervorgerufen. Die Theaterschaffenden 
wollten der Gilde nicht beitreten. Das ging so weit, daß am 19. Februar 
(an welchem Tage die vierwöchige Anmeldefrist ablief) die wesentlichsten 
Theaterbetriebe schließen wollten. Dieser starke Widerstand erklärt sich 
zum Teil aus den anonymen Rundschreiben, die gegen die Kulturkammer 
in Umlauf gesetzt worden waren, zum großen Teil aber aus der Ablehnung 
der nsb. Die Funktionäre der Kulturkammer sind hauptsächlich aber nsber. 
Der Unterzeichnete hat sich dann sofort die verantwortlichen Theaterleiter 
vorgeladen und ihnen mitgeteilt, daß die fraglichen Vorhaben eine 
Auflehnung gegen die Besatzungsmacht bedeuten und auf die Folgen 


B 443 





hingewiesen. Daraufhin sind die Anmeldungen zur Theatergilde im 
wesentlichen erfolgt; die Theater spielen auch weiter. 

Außerdem ist mit dem Datum vom 15. Februar dem 
Reichskommissar ein Manifest gegen die niederländische Kulturkammer 
zugeschickt worden. Dieses Manifest ist von 1347 niederländischen 
Künstlern unterzeichnet. Es wird ignoriert werden. Jedoch soll ein Teil der 
Unterzeichner vorgenommen werden, um die Drahtzieher feststellen zu 
können, diese sollen dann in ein Konzentrationslager überführt werden" 
(Dr. Bergfeld an RMVP, Ergänzung zum Wochenbericht vom 15.-22. 
Februar 1942. Quelle: BAR 55/ 1337. Blatt 46). 

Das holländische Departement für Volksaufklärung und Künste 
(DVK) nebst Kulturkammer entstand auf Befehl aus Berlin an 
Reichskommissar Dr. Seyß-Inquart nach dem Muster des RMVP mit RKK 
und zum nämlichen Zweck. Kein Wunder, daß hier Funktionäre der NSB, 
der holländischen NS-Bewegung, Machtinstrument und Pfründe sahen. 
27. Mai 1942: 

"(...) Dr. Bergfeld rief an und teilte mit, daß bezüglich der Besetzung 
der Position des musikalischen Oberleiters man sich von der Absicht 
Weißbach etwas distanziere. Es sei aber der Vorschlag gemacht worden, 
Franz v. Hoesslin zu verpflichten. Er wollte dazu hören, ob von hier aus 
diesem Gedanken zugestimmt werden würde. Ich habe ihn auf den 
>dunklen Punkt< bei Hoesslin aufmerksam gemacht und betont, daß m. 
E. Hoesslin an solch exponierter Stelle nicht in der angeregten Form 
herausgestellt werden könnte. Auf die Ansicht Bergfelds, daß man ihn 
eher in den Niederlanden als im Reich festeinsetzen könne, habe ich 
erwidert, daß meine Auffassung gerade entgegengesetzt sei. Dr. Bergfeld 
bat, diese Frage hier zu klären und Nachricht zu geben" (RMVP, Abt. T, 
Aktenvermerk, 27/V/42. Quelle: BAR 55/ 20545. Blatt 130). 

28. Mai 1942: 

Durch Telegramm des RMVP, Abt. T, Keppler, erfährt Dr. Bergfeld, der 
Einsatz Hoesslins als musikal. Oberleiter in Den Haag werde nicht für 
möglich erachtet, da ein Dirigent mit volljüdischer Frau an so exponierter 
Stelle nicht angängig sei (Quelle: BAR 55/ 20545. Blatt 130). 


10. Juni 1942: 

Für die Propagandabteilung Den Haag bietet Bergfeld dem RMVP zur 
Ausstattung von Bühnen im Reich Möbel, Livreen usw. aus dem 
beschlagnahmten Vermögen des holländischen Königshauses an (Quelle: 
BAR 55/ 20542. Blatt 155). 


1943 
21. April 1943, Keine Judenmusik: 

"Die Beschwerde über die Lieferung von Werken jüdischer 
Komponisten habe ich zur Nachprüfung weitergeleitet. Auf Ihre Anfrage 
betr. Einfuhr von Musikalien aus Frankreich und Belgien teile ich Ihnen 
mit, daß die Werke jüdischer Komponisten weiterhin nicht aufgeführt 
werden dürfen" (Der Reichskommissar für die besetzten niederländischen 
Gebiete, HA Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Bergfeld, an 


B 444 





Departement van Volksvoorlichting en Kunsten, Den Haag, 21/1V/43. 
Quelle: NIOD Amsterdam, Bestand DVK, Coll. 102 - 162 c- 9). 
27. August 1943, Negermusik: 

"Die Surenamneger-Kapelle E. G. Hidalgo, die z. Zt. im Kaffee 
>t'Wagewiel< in Amsterdam, Nieuwendijk 143 auftritt, hat einen Antrag 
auf Sonderzulassung für weiteres Auftreten gestellt. Der Antrag hat 
Aussicht genehmigt zu werden. Ich bitte daher bis zur Entscheidung die 
Kapelle ungehindert auftreten zu lassen und die Funktionäre der 
Musikgilde entsprechend anzuweisen" (Der Reichskommissar für die 
besetzten niederländischen Gebiete, HA Volksaufklärung und Propaganda, 
Dr. Bergfeld, an Niederländische Kulturkammer, 27/VI11/43. Quelle: wie 
vorige). 

September 1943, Belehrung: 

"Anlässlich Ihres obenerwähnten Briefes bemerke ich Folgendes: 
Das auftreten der Surinameneger in Orchesterbesetzungen ist schon lange 
vor dem Kriege vom früheren demokratischen Bürgermeister von 
Amsterdam verboten worden und solches auf Rat vom früheren 
Polizeidirektor Herrn Versteegh, und zwar wegen ihrer Unsittlichkeit u. a. 
auf Antrag vieler Eltern, deren Töchter von Negern verführt wurden. 

Der Einfluss dieser Neger auf die Jugend wird hauptsächlich durch 
ihre Negermusik verstärkt, d. h. ihre Art und Weise um Tanzmusik auf 
Negerart zu spielen. 

(...) Außerdem sind sie alle noch mehr oder weniger von jüdischem 
Blute. Nämlich zur Zeit dass die portugiesische Regierung die Juden 
ausbannte, liefen die J uden in Brasilien und Suriname zu den Holländern 
über und beteiligten sich am Kampfe zwischen Holland und Brasilien. Nach 
der Eroberung von Suriname liessen sich dort viele Juden als Pflanzer 
nieder und vermischten sich mit den schwarzen Sklaven. 

(...) Für die gutwilligen Neger ist solches hart, ebenso wie es für die 
gutwilligen Juden hart war. Wenn wir jedoch den Standpunkt der 
Rassenfrage einnehmen, haben wir, - zumal da in Holland das Publikum 
doppelt scharf aufpasst auf eventuellen Abweichungen vom Prinzip - 
konsequent zu sein" (Departement van Volksvoorlichting en Kunsten an 
HA Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Bergfeld, ohne Datum = 
September 1943. Quelle: wie vorige). 


1944 
23. März 1944: 

"Zu Ihrer vorgenannten Anfrage teile ich mit, dass selbstverständlich 
Namen wie >Kubaner-Orchester< usw. nicht zulässig sind. Das Spielen 
von Rumbas ist nach Möglichkeit einzuschränken. Ein direktes offizielles 
Verbot wird nicht nötig sein, da ja sowieso diese Musik ziemlich wenig 
gespielt wird. Natürlich sind ausgesprochene Rumba-Kapellen nicht 
erwünscht. Sollte das Spielen derartiger Tänze überhand nehmen, so ist 
eine Einschränkung zu veranlassen" (HA Volksaufklärung und Propaganda, 
Dr. Bergfeld, an Departement für Volksaufklärung und Künste, Abt. Musik, 
23/111/44. Quelle: NIOD Amsterdam, Bestand DVK, Coll. 102 - 156 g). 


B 445 





Geschichtsfälschung, 1983: 

"Meine Tätigkeit in Presse und Kulturverwaltung, nach der Sie 
fragen, betraf meinen langjährigen Beruf als Kritiker und 
Feuilletonredakteur, bzw. später bei der Planung und Durchführung 
kultureller Veranstaltungen, während des Krieges auch im Rahmen der 
Truppenbetreuung. Das ist für die Kennzeichnung meiner Arbeit nicht von 
wesentlicher Bedeutung, weshalb ich es nicht besonders erwähnt habe" 
(Dr. Bergfeld an Fred K. Prieberg, 21/V111/83). 

Das kulturpolitische Engagement blieb unerwähnt. 


Berg Heil, ihr Kanoniere! Frisch auf zu kühner Tat (T: von einem 
Kameraden der IIl./GAR 79). Kriegslied, zur Melodie "Wir Jäger lassen 
schallen" (Kaiserjägermarsch). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Wir kämpfen Seit' an Seite, 
wir fürchten nicht den Tod, 
und fallen wir im Streite 
im frühen Morgenrot: 
Die Fahne, die rauscht weiter 
den Brüdern dann voran. 
Wir stehn zu unsrer Fahne 
und schwören Mann für Mann: 
Die Kanoniere weichen nie 
und wenn die Welt auch brennt. 
Fest steht der Berge Artillerie 
vom Saalach-Regiment". 

In: 

Soldatenliederbuch (41940; nur T). 


Berghoch am Walde siehe: Herman Wirth 


Berghöfer, Karl Georg 
Butzbach, 13. Oktober 1908 - Gridino (UdSSR). 3. Juni1942 (im 
Fronteinsatz gefallen). 
Student in Stockheim/ Hessen, Dr. phil., 1939 in Gießen, 1940 in Eger/ 
Sudetenland, dann Lehrer an der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt 
Ploschkowitz bei Leitmeritz. Im Kriege zur Wehrmacht einberufen, zuletzt 
Gefreiter in der 1. Kompanie, GJR 206. 


NSDAP seit 1/V/32, Nr. 1.151.183, doch annulliert und zum 1/V11/34 in 
neu unter Nr. 3.589.096 zugeteilt. NSLB seit 1/VI11/38. 
Wir sind die J ungen vom deutschen Warndt. Saarkampflied. 
Textprobe (3. Strophe): 
"So schlagen wir den Freiheitskampf 
durch Wunden, Tod - zum Siege. 


B 446 





Heil Deutschland! Heil, du deutscher Warndt! 
Hoch, schwarze Fahne, fliege!" 

In: 

Saarvolk singt (1934). 


Bergleut sind die schönsten Leut. Aus Erk-Böhme, "Deutscher 
Liederhort" (1856/1893). 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 44 (1938; onA); Lied über Deutschland (?1941; 
onA); RJF, Unser Liederbuch (1941). 


Bergleut zu Hauf rufen: Glück auf! Saarländisches 
Bergmannslied von A. Schievenbusch nach dem Melodiemodell "Glückauf, 
glückauf, der Steiger kommt". 

In: 
Uns geht die Sonne nicht unter (1934); Wir wandern und singen! (1937; 
"Altes saarländisches Bergmannslied"). 


Bergmann 


Marsch der Hitler-J ugend (RS Breslau, 18/V1/36). 


Bergmann 


Sudetenlands Heimkehr. Marsch (DtldS, *8/X1/38). 
Sudetengruß. Marsch (DtldS, *8/X1/38). 

Beide Titel feiern die Expansionspolitik Hitlers, die am 1. Oktober 
1938 zur Angliederung des Sudetenlandes an das Reich geführt hatte, 


Bergmann, Fritz 


SA-Truppführer im Sturm 14/J 13. 
Sturmlied des SA-Sturms 14 Jägerl3, onA, am 20/1X/34 an Dr. Goebbels 
eingesandt. 


Bergmann, Gottfried August 
Völklingen, 19. Februar 1890 - Haar bei München, 2. November 1960. 
Kaufmann und Schriftsteller in Saarbrücken. 
Nach 1945 weiterhin in Saarbrücken, 1953 im Altersheim 
Burtenbach bei Günzburg, 1954 in Ebermannstadt/ Ofr., zuletzt in Haar. 


B 447 





Kein Eintrag in ZKNSDAP. NSV, DAF. 

Des deutschen Saarvolks Befreiungslied 1935: Singt, jubelt und 
jauchzet (eigener T), für Klavier mit untergelegtem Text (1935) [SV, 
Saarbrücken 3]. 

Information: Der Standesbeamte Pampuch in Haar verweigerte 1983 
mehrmals die Mitteilung des Todesdatums mit Hinweis auf das verfälschte 
PStG 8 61, also rechtswidrig. Damit raubte er dem Künstler das postum 
weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog den 
Lexikographen um sein Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. 


Bergmann, Siegfried 


Wir sind der Arbeit Soldaten, des Führers getreueste Schar (eigener 
T). Soldatenlied (1940). 

In: 

"Westfunk" Nr. 43, 20/X/40, S. 2. 


Bergmann, Walther 
Altenburg/ Kreis Naumburg a. Saale, 4. August 1901 - Hamburg- 

Wandsbek, 18. Februar 1982. 
Musikpädagoge, ab 1935 Privatmusiklehrer, Klavierlehrer an der 
Pädagogischen Hochschule Hannover. 

Nach 1945 zuletzt i. R. zunächst noch in Hannover, dann (Stand 
1978) in Groß-Heere, ab 17/11/81 in Hamburg. 
Werke: klavierpädagogische Editionen. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP oder NSLB. 
Voran in Reih und Glied. 20 Lieder der Jugend für Klavier gesetzt von 
Walther Bergmann (1934) [VB]. 

Inhalt: 
1. Borgmann: Unsre Fahne flattert uns voran. - 2. Schlesische Melodie: 
Auf, auf, ihr Wandersleut (T: aus Deutschböhmen). - 3. Melodie aus dem 
17. Jh: Die Trommel schlägt und schmettert. - 4. W. Bergmann: 
Wächterlied im Osten. - 5. Götz: (Nachtposten im März) Wildgänse 
rauschen durch die Nacht. - 6. aus Hessen: Es gibt nichts Schönres auf 
der Welt. - 7. aus dem Ungarischen: Heute an Bord. - 8. Melodie aus dem 
17. Jh: Die Sonne macht mich singen. - 9. Freiheitslied der Geusen: 
Wilhelmus von Nassauen. - 10. Schulten: Weit laßt die Fahnen wehen. - 
11. "Bergliederbüchlein", um 1740: Ich habe Lust, im weiten Feld. - 12. 
Flandrisches Schifferlied: Wer will mit uns nach Island gehn. - 13. W. 
Bergmann: Trommel, Trommel, herbe Schwere. - 14. altes 
Geusenlied: (Altvlämischer Schlachtgesang) O Feinde, wie falsch habt ihr 
es euch gedacht! - 15. nach Wendelmuth: Die Glocken stürmten vom 
Bernwardsturm. - 16. Wandervogelmelodie (Die blauen Dragoner): 
Nächtens auf silbernen Rossen. - 17. W. Bergmann: Wir ziehen all im 
gleichen Tritt .. - 13. alte Melodie: Wer jetzig Zeiten leben will. - 19. W. 


B 448 





Bergmann: Deutscher Sonnenwendschwur. - 20. unbekannt: Über die 
Felder Soldaten ziehn. 
Wächterlied im Osten (T: W. Flex, "Im Felde zwischen Nacht und Tag"). 
Kriegslied, aus: "Voran in Reih und Glied". 
Textprobe (1. Strophe): 
"Eisgrauer See, 
mondheller Schnee... 
Wie lang' soll ich noch schreiten, 
das kalte Schwert zur Seiten? 
Wie lang währt Mord und Streiten? 
Weh', Russenerde, weh'!" 
Trommel, Trommel, herbe Schwere (T: Pjotr). Kampflied, aus: "Voran 
in Reih und Glied". 
Textprobe (1. Strophe): 
"C..) 
Trommel, Trommel füllt die Leere. 
Unsre Füße schreiten Schritt für Schritt, 
und dein Mahnen, Trommel, schreitet mit. 
Trommel, laß die Schläger hämmern, 
vielen muß noch Trommelrhythmus dämmern!" 
Wir ziehen all im gleichen Tritt (T: Horst Pirna). Kriegslied, aus: 
"Voran in Reih und Glied". 
Textprobe (1. Strophe): 
03) 
wir ziehen mit der Trommel mit. 
Die Trommel dröhnt und ruft zum Streit, 
und jeder Mann im Felde leit 
mit uns im gleichen Schritt". 
Deutscher Sonnenwendschwur: Weit über Berg und Tal lohe, du 
Flammenstrahl (T: Heinrich Friedrichs). Aus: "Voran in Reih und Glied". 
Textprobe (3. Strophe): 
"Hier unterm Sternenzelt, 
Vater der Völkerwelt, 
schwören wir Deutsche dir: 
nimmermehr dulden wir 
Unrecht und Schmach". 
In: 
Liederblätter der Deutschen Glaubensbewegung 1 (1935). 
Gestaltung und Bewegung in der Musik ("Völkische Musikerziehung" 
V/3, März 1939. S. 110). 

Information: KDMK (mit unrichtigem Geburtsort Naumburg; ohne 
Werkangaben). Der Bürgermeister der Gemeinde Heere (16/IV/98), gez. 
Kippenberg, teilte mit, über Bergmann lägen keinerlei Unterlagen vor. Die 
Auskunft war unwahr und brach Verwaltungsrecht. Den Todesfall 
beurkundete das Standesamt Hamburg-Wandsbek, Nr. 600/1982. 


B 449 





Bergmann - Maas, Ellen 
(?), 6. März 1913 - Minsk, verschollen nach NS-Aktion. 
Konzertsängerin (Mezzosopran) in Berlin. Während des Krieges zwecks 
"Endlösung der Judenfrage" in den Osten deportiert. 


Bergner, Carl (Karl) Mathias 
München, 28. August 1905 - Bad Kohlgrub, 2. April 1989. 
Pianist und Komponist in München; 1935 Berlin, ab 1938 wieder in 
München. 
Nach 1945 zuletzt in Bad Kohlgrub. 


NSDAP seit 1/X/30, Nr. 315.580. 

Weit ist der Weg: Singt, Kameraden, singt in Schritt und Tritt (T: Franz 
Baumann). Marschlied, dem RMVP eingereicht und am 28/V11/34 von der 
RMK begutachtet. 

Information: Laut Stadtarchiv München (17/IX/98) sei das Haus unter 
der genannten Adresse im Krieg zerstört und der Aufenthaltsort Bergners 
bei Erhebungen der Meldebehörde vom 2/XII/46 und 24/1/47 nicht zu 
ermitteln gewesen. Den Todesfall beurkundete das Standesamt Bad 
Kohlgrub, Nr. 3/1989. 


Berg op Zoom siehe: A. Valerius 

Bergsummer = Über die Plentacker hear 

Bergwerklied = \Nann die Bergleut fahren ein 

Berittene SA = Wir traben in die Weiten, im Wind der 
Wimpel weht 

Berl, H. 


Helden der Luft. Fliegermarsch (1942). Fassung: H. Männecke. 
In: 
Neues Sanssouci 73. 


Berliner J ungarbeiterlied = Herbei zum Kampf, ihr Knechte 
der Maschinen 


Berliner J ungarbeiter-Lied siehe: R. Hädelmayr 


B 450 





Berlioz, Hector 
1803 - 1869 


Jubelmusik für gr. BlasOrch aus der Triumph-Sinfonie = Symphonie 
Funebre et Triomphale für Militärkapelle, StreichOrch und Chor ad libitum 
(1840; RS Köln, *20/1V/39). 


Berminger, M. 


Werkfeierlied: Tritt heran, Arbeitsmann, tritt hervor aus hartem Bann 
(T: H. Lersch). Lied für den Arbeitsdienst. 
Textprobe (4. Strophe): 

"Werkertag, Hammerschlag, 
jeder Tag ist Schöpfungstag! 
Brüder, in der Liebe Namen 
singt gewaltig unser Amen! 
Werkertag und Hammerschlag: 
daß es Gott gefallen mag!" 

In: 

Wir singen (1934). 


Bernards, B. (Pseudonym) = Bernhard Kutsch 


Bernau, Wilhelm 
Barmen, 29. März 1898 - Pforzheim, 29. Dezember 1958. 
Schüler von H. Inderau und E. Potthoff, seit 1922 staatlich geprüfter 
Musiklehrer für Klavier, Laute, Blockflöte, Akkordeon u. a. in Elberfeld, ab 
1943 am Seminar der Musikschule Trossingen. 
Nach 1945 weiterhin hier in gleicher Funktion. 


NSDAP seit 1/1V/40, Nr. 7.604.480. 
Schulgebet: Schütze, Herr mit starker Hand unser Volk und Vaterland 
(T: Thüringisches Schulgebet) für 2 Stimmen mit Klavier/ Harmonium. 
In: 
Deutsche J ugend heraus (3. Folge, 1936). 

Information: FA, KDMK. 


Berndt, Alfred-Ingemar 
Bromberg, 22. April 1905 - Vesprem (Ungarn), 28. März 1945 (im 
Fronteinsatz gefallen). 
Beamtensohn, Journalist mit Universitätsstudium der Germanistik und 
Volkskunde, kam aus der "völkischen" J ugendbewegung, Kulturpolitiker, 
Hauptschriftleiter und Buchautor; 1924-26 Schriftleiter am 


B 45] 





deutschvölkischen "Deutschen Tageblatt". 1936 Leiter von Abt. IV Presse 
im RMVP, Präsidialrat der Reichspressekammer; 1939-41 als 
Ministerialdirigent Leiter der Abt. III Rundfunk im RMVP. Im Kriege 
Unteroffizier einer Panzerabwehrkompanie, dann Leutnant in einer 
schweren Panzerjägerabteilung; 1940 erhielt er das EK I für ein 
Stoßtruppunternehmen an der Westfront mit Durchbruch durch die 
Weygand-Linie. Ab Mai 1941 Oberleutnant, dann Hauptmann, 
Ordonnanzoffizier beim Oberbefehlshaber Afrika, Feldmarschall Rommel. 
Im Mai 1943 wieder auf seinem Platz im RMVP. 

Werke: u. a. Gebt mir vier Jahre Zeit! Dokumente zum ersten 
Vierjahresplan des Führers (München, 1937; 71939). 


NSDAP seit (1923) 1/V/32, Nr. 1.101.961. SA - Stand1936: 
Obersturmbannführer - und SS, 1944 Hauptsturmführer. 1932 Mitglied des 
Gaupresseamts Berlin der NSDAP und des KfdK, Gruppe Presse; Adjutant 
des Reichspressechefs der NSDAP, SS-Gruppenführer Dr. Dietrich. Februar 
1933 politischer Beauftragter für das WTB (Wolffs Telegraphenbüro), im 

J uni dessen Hauptschriftleiter; seit 1/1/34 des DNB (Deutsches 
Nachrichtenbüro). Er schaltete das WTB gleich, ebenso im April 1933 den 
Reichsverband der deutschen Presse. Mitbegründer des Bundes Deutscher 
Osten. 

Vom Kunstrichter zum Kunstdiener. Vortrag zur Arbeitssitzung bei der 
J ahrestagung der RKK, Berlin, 29. November 1936. 

Bericht: 

"(...) Ministerialrat Berndt wandte sich dann dem Gebiet der 
Musikkritik zu, bei der es in den letzten 50 Jahren nicht viel besser 
ausgesehen hat. Auch hier sind es zunächst Genies gewesen, die sich der 
Musikkritik zuwandten, so zZ. B. E. T. A. Hoffmann, Friedrich Reichardt, 
Robert Schumann, in Einzelfällen auch Carl Maria von Weber und Richard 
Wagner. Zu der gleichen Zeit, zu der die reinen Fachkritiker sich der 
Musikkritik bemächtigten, begann der Abstieg der Musikkritik. 

Auch für den Musikkritiker sei es selbstverständliche Voraussetzung 
für sein Amt, daß er Partituren lesen könne und ein gründliches 
Fachwissen für alle Äußerungen des Musiklebens besitze. Der Redner 
zeigte dann an vielen Beispielen, vor allem am Kampf, der in der 
Musikkritik im vorigen Jahrhundert um Richard Wagner und Anton 
Bruckner in geradezu beispielloser Form geführt wurde, die Mißstände auf 
diesem Gebiet auf. In den zeitgenössischen Kritiken über Wagner, der 
indessen alle seine Kritiker, an die sich heute kaum noch jemand erinnere, 
überlebt habe, finde man unter anderem folgende musikalische 
>Fachausdrücke<. >Hirnverbrannter blühender Unsinn<, >stinkende 
Musik<, >Henker der modernen Kunst<, >musikalischer Hochstapler<, 
>musikalischer Humbug<, >Größenwahnsinn< und >Gehirnerweichung<, 
>trostloses Getute<, >Gequassel und Gequatsche<, >Deliriumsmusik<. 
Die Oper >Rheingold< wird als >Hurenaquarium< bezeichnet. 
>Kaffeemühlen- und Teekannenmusik<, >Kasserollengerassel<, 
>Katzenserenade<, >Laubfroschweise<, >Lindwurmgebrüll<, 
>Nervenfieber<, >Ohrenschinder<, >Porzellanscherbeneffekt<, 


B 452 





>Quallenmusik<, >Schafskopf<, >Scharlatan<, das alles sind Ausdrücke 
aus einer riesenhaften Fülle von Beschimpfungen, die die Kritik, 
insbesondere die jüdische Kritik, Wagner widmete. 

(...) Es war ein Grundsatz des Richtertums zu allen Zeiten, daß es 
an einen Auftrag gebunden sein muß. Diesen Auftrag vermag nur eine 
Gemeinschaft, ein Volk, ein Staatswesen zu erteilen. Das Kunstrichtertum 
der letzten 150 Jahre handelte ohne Auftrag. Ohne Auftrag wenigstens 
derer, für die es zu richten vorgab. Wie weit unsichtbare Auftraggeber im 
Hintergrunde standen, war ja zu allen Zeiten für den Leser nicht 
erkennbar. Man soll also nicht schreien, wenn heute der 
nationalsozialistische Staat einen Auftrag, zu richten und zu zensieren, 
annullierte, den niemand erteilte, sondern den eine bestimmte Schicht 
und eine bestimmte Rasse sich angemaßt hatte. 

(...) Wir räumen nun den Schutt von 150 Jahren fort und machen 
Schluß mit der Auffassung, daß der Kritiker wichtiger oder genau so 
wichtig wie das Kunstwerk sei. Mittler soll er sein zwischen Kunstwerk und 
Volk, nicht Richter in einer Zeit, in der keine anonymen Kräfte mehr das 
Recht der Einwirkung auf das Volk haben, sondern jene Betätigung an 
einen Auftrag der Gemeinschaft gebunden ist. Reichsminister Dr. Goebbels 
hat daher in seiner gestrigen Verordnung die notwendigen Anordnungen 
zur Neuordnung der Kunstkritik getroffen, und an an die Stelle der 
Kunstkritik die Kunstbetrachtung, an die Stelle des Kritikers den 
Kunstschriftleiter gesetzt. 

(...) Der Kunstschriftleiter ist gerade für den nationalsozialistischen 
Staat eine dringende Notwendigkeit, denn wie niemals zuvor ist heute die 
Presse Mittler zwischen Volk und Führung, Volkspresse und nicht mehr 
Presse einer Richtung oder anonymer Kräfte. Und genau so ist heute die 
Kunst nicht mehr Angelegenheit einer kaufkräftigen Schicht, nicht eine 
Ware, wie sie ein Siegfried Jacobsohn zu bezeichnen wagte, sondern 
wertvollstes Gut der Nation, das allen gehört. (...)" (Die neue Form der 
Kunstbetrachtung. "Schlesische Tageszeitung", 30/X1/36). 

Der Funktionär hielt nicht für erwähnenswert, daß Wagner ehedem 
viele Kritiker provozierte, was deren Feindschaft erklärt. Er verschwieg 
auch, daß die NS-Presse für das Volk war, also gerade nicht 
"Volkspresse" und lediglich "Mittler" in einer Richtung, von oben nach 
unten. Da auch das NS-Regime Kunst nicht kostenlos bot, sondern 
natürlich Eintrittsgelder erhob, galt Jacobsohns Wertung "Kunst als Ware" 
immer noch. 

Gebt mir vier Jahre Zeit! Dokumente zum ersten Vierjahresplan des 
Führers (München, 1937). 
Zitat: 

"(...) Für die Komponisten wurde die Versorgungsstiftung der 
deutschen Komponisten geschaffen, die in der Welt keines gleichen hat. 
Jeder Komponist erhält aus dieser Stiftung ohne Rücksicht auf seine 
Einzahlung die gleiche Altersrente. Die Stiftung hat bereits außerordentlich 
segensreich gewirkt, indem sie einer großen Anzahl von Komponisten 
einen Alterssold, vielen Witwen einen Witwensold, zahlreichen 
Komponisten und ihren Hinterbliebenen eine Fülle von Darlehen und 


B 453 





Beihilfen zur Verfügung stellte. Durch die Verlängerung des 
Urheberschutzes auf 50 Jahre wurden den Nachkommen namhafter 
deutscher Komponisten und dem Deutschen Reiche noch auf 20 weitere 
Jahre die Einkünfte aus den Werken der Giganten der Musik gesichert, so 
daß die Werke von Richard Wagner, Franz Liszt, Brahms, Bruckner und 
anderen nicht ohne weiteres von ausländischen Musikverlagen 
nachgedruckt und wirtschaftlich ausgebeutet werden können. 

Auf dem Gebiete des Konzertlebens wurde eine große Zahl neuer 
Kulturorchester geschaffen. 40 Orchester in allen Teilen des Reiches 
wurden durch Gewährung von Zuschüssen in den Stand gesetzt, sich der 
Pflege guter deutscher Musik in besonderem Maße hinzugeben. Insgesamt 
werden heute 100 Kulturorchester vom Reich, von den Ländern und von 
den Städten unterhalten." (Alfred-Ingemar Berndt: Gebt mir vier Jahre 
Zeit! Dokumente zum ersten Vierjahresplan des Führers. München, 1937. 
S. 203). 

Das Lied der Front. Liedersammlung des Großdeutschen Rundfunks. 

Herausgeber. Auswahl, musikalische und textliche Bearbeitung: Gustav 
Kneip und Willi Schäferdiek. Heft 1-3. Vorwort vom Herausgeber (1940) 
[K]. 

Als Heft 3 erschien, hatte die Auflage von Nr. 1 bereits eine Million 
überschritten. 

Aus dem Vorwort: 

"Wer den grauen Rock einmal getragen hat, der weiß auch um die 
Macht des Soldatenliedes. Er weiß, welche geheimnisvolle Kraft in solchen 
Liedern steckt, wie ein solches Lied ein ganze Kompanie, ein Bataillon 
nach größten Anstrengungen wieder emporreißen kann und die Männer zu 
neuen Leistungen befähigt. Er weiß aber auch um so manchen schönen 
Abend in der Kaserne oder im Manöverquartier, im Gelände oder auf dem 
Übungsplatz, den Soldatenlieder, kräftige und sehnsuchtsvolle, lustige und 
ernste, verschönten. Das ganze vielfältige Leben des Soldaten spiegelt 
sich in diesen Liedern wider. Und dann griff auch wohl einer zu Papier und 
Notenblatt und fügte Worte und Weise zusammen, die aus soldatischem 
Erleben entstanden. Viele solcher Lieder sind in den Liederschatz des 
deutschen Volkes übergegangen und Allgemeingut geworden. Wir erinnern 
uns der vielen Soldatenlieder aus dem Weltkriege, von denen oft niemand 
wußte, wer sie dichtete und wer ihnen die Melodie gab. Sie wurden 
gesungen und weitergegeben von einem Ende der Front bis zum anderen. 
Dieser und jener fügte etwas hinzu, setzte einen oder den anderen Ton 
um, und so wurden solche Lieder zu wahrhaften Gemeinschaftsleistungen 
der Front. 

Darum faßte ich einige Wochen nach Beginn dieses Krieges den 
Entschluß, durch einen Aufruf an alle deutschen Soldaten diese 
aufzufordern, die Lieder zu denen Wort und Weise in diesem Kriege 
entstanden, dem Großdeutschen Rundfunk einzusenden, damit sie nicht 
verlorengehen und über die Ätherwellen recht bald Allgemeingut aller 
deutschen Soldaten und der Heimat würden. Dieser Aufruf hat einen 
überraschenden Erfolg gehabt und wieder einmal bewiesen, welche 
musischen Kräfte im deutschen Volke stecken. Es sind weder große 


B 454 





Komponisten noch große Dichter, die diese Lieder schrieben, aber sie 
verstanden es, sich in die Seele des Volkes zu singen. Es sollen nun alle 
die Lieder, die in der Sendereihe des Großdeutschen Rundfunks >Neue 
Soldatenlieder< ganz besonderen Anklang bei der Truppe fanden, in 
diesen Heften den Weg bis in den letzten Bunker und letzten Graben 
antreten, damit Ihr, Kameraden, nun wahrhaft dieser Lieder teilhaftig 
werdet. Sie werden dann später einmal zu einem Buch zusammengestellt 
werden. (...)" (Fehler im Original). 

Heft 1: 
1. H. Völkers: Kameraden, wir marschieren. - 2. Kelting: Wir sind des 
Reichs leibhaftige Adler. - 3. J. Michels: Kamerad, komm mit. - 4. F. 
Menzel: Als in deinem kleinen Blumengarten. - 5. Lämmerhirt: Was ist 
denn in der Welt geschehn. - 6. Dauborn: Wir sind die Pioniere. - 7. A. 
Witte: Am Wege steht ein einsam Blümelein. - 8. Polke: Wir wollen nicht 
länger nun schweigen. - 9. H. Seyfried: Im Vorfeld grunzt das 
Minenschwein. - 10. Tolksdorf und Becker: Im Herbst die Vögel flogen. - 
11. H. Martens: Dröhnt der Landwehrmänner Schritt. - 12. K. Rickels: 
Hinter einer Gartenmauer. - 13. G. Rudolph: Polen ist einsam, verlassen. - 
14. Sporer: Gott Mars beherrscht die ganze Welt. - 15. W. Bischoff: 
Frühmorgens, wenn der Tag erwacht. - 16. H. Behr: Wenn die Barkassen 
den Dampfer verlassen. - 17. Grochoki: Kameraden, wir marschier'n. - 18. 
O. Thielmann: Schenk, Mädel, mir den roten Mund. - 19. G. Heiler: Holde 
Maid, schön war die Zeit. - 20. R. Sander: Hallo, du Mädel lebe wohl. - 21. 
Zehender: Ich steh auf Wacht. - 22. H. Schleuning: Gebt acht, der Feind 
hört mit. - 23. Hans Hartwig: Frischen Mut, Kamerad, dann geht's gut. - 
24. Stahl: Bei Mlawa war der erste Strauß. - 25. G. Joachim: Marie-Helen, 
wann sehen wir uns wieder. - 26. J. Hartmann: Auf, auf RAD-Kameraden. - 
27. Holst: Tsching! bum! Tsching dari! - 28. Schiedek: Wir reiten zu dem 
Dorf hinaus. - 29. Jacobsen: Leb wohl, Rosmarie. - 30. F. W. Rust: Ein 
strammes Landesschützenbataillon. - 31. Kelting: Brach einem Adler die 
Schwinge. - 32. Neukirch: Kameraden, auf zu Pferde. 

Heft 2: 
1. Toni Welter: Auf, Soldaten, Kameraden. - 2. Wübbecke: Alle aufgepaßt! 
Alle Tritt gefaßt! - 3. Heeren: Ich war Soldat in Polen. - 4. P. Schmitz: 
Glutrot sank die Sonn. - 5. Bolling: Kaum beginnt der Tag zu dämmern (T: 
Lt. Fritz Fechner). - 6. Urheber unbekannt: Die See ist schwarz. - 7. Lt. 
Fritz Lange: In Bromberg, an der Brahe Knie. - 8. W. Deinert: Der Frühling 
ist gekommen. - 9. J. Petzold: Wenn früh die Sonn über Berggipfel steigt. 
- 10. Bender: Das Meer ist unsre Liebe. - 11. Kummer: Am Wald in der 
Schenke "Zum Kürassier". - 12. Leuchter: Im Hafenschutz von Scapa 
Flow. - 13. Mildbrand: Landsmann, heut marschieren wir. - 14. Klingsporn: 
Wir liegen auf Stroh in polnischer Scheune. - 15. H. Behr: Wenn Galopp 
wir reiten. - 16. Kneip: Es donnern unsre Motoren. - 17. Scherf: 
Kameraden, aufgesessen. - 18. Uffz. Gerd Kauffmann: So mancher junge 
Soldat. - 19. Uffz. A. Jung: Kam'rad, marschiere, Kam'rad, komm mit. - 
20. Carste: Lebe wohl, du kleine Monika: Kamerad, nun heißt's 
marschieren. - 21. onA: Eines Abends, treu und bieder. - 22. Gerster: Mit 
der Hacke, mit dem Spaten. - 23. P. Steuer, nach einem Skilied: Wir sind 


B 455 





die Panzersoldaten. - 24. Gefr. Bertrang: O, wie herrlich ist's im 
Waldquartier. - 25. Lt. Rudek: In England wohnt ein kleiner Mann. - 26. 
Breuel: Nehmet fester die Gewehre. - 27. Lachner: In einem kleinen 
Unterstand (T: E. Kahnt). - 28. Poser: Wir marschieren heut ins Polenland. 
- 29. Fw. Jäschke: Es liegt ein Grab in Polenland. - 30. E. H. Becker: 
Wenn wir durch die Stadt marschieren. - 31. Uffz. Ginner: An unseren 
Alpenmonturen erkennt ein jedes Kind. - 32. Lt. M. Schubert: Die 
Kameraden singen das Liebeslied. 

Heft 3: 
1. Matrosen-Gefr. Martienssen: Heut geht es in See. - 2. Lt. A. Meyer: Wir 
sind mit unserm Regiment. - 3. Deinert: Die Kugel, Bruder, die ist blind. - 
4. Tschiersch: Man nennt uns die alten Knochen. - 5. F. Lang, Bromberqg: 
Einst schloß Minister Beck von Poland ein Bündnis. - 6. Wm. Wippermann: 
Als wir noch daheim in unsrer Garnison. - 7. Wittich und Fichner: Was 
schleicht da durch das Meer. - 8. Gefr. Wirdel: Im Osten, da geht die 
Sonne auf. - 9. Uffz. W. Müller: Ein Kanonier steht auf der Wacht. - 10. A. 
Wirdel: In Polen krachten unsere Geschütze. - 11. Gefr. Huckfeld: Das 
Kabel auf dem Rücken. - 12. Uffz. Harry Mielke: Hell klingen die Fanfaren 
weit übers deutsche Land. - 13. Gefr. Spitta: Bei Tuchel in der Heide. - 14. 
Gefr. Pickel: Wir fahren den Tod und wir fahren das Leben. - 15. H. Niel: 
Fest dröhnt der Schritt der Infantrie. - 16. Räntzsch: Es steht ein kleines 
Edelweiß . - 17. G. Neumann: Nun reich mir deinen roten Mund. - 18. 
Uffz. Hollenders: Wenn wir durch die Straßen radeln. - 19. Lauer: In einer 
langen Winternacht in Bunkern und in Gräben. - 20. Niel: Der Hauptmann 
hat uns ausgewählt. - 21. Kleine: Ein Vogel singt in Flandern. - 22. Wirdel: 
Hörst du den Schritt unsrer grauen Kolonnen. 
Aufruf über alle deutschen Sender: 

"So ist es kein Wunder, daß der deutsche Rundfunk Euch in dieser 
Zeit ein besonders lieber Freund gewesen ist. Ihr habt uns daher in den 
letzten Wochen viele Feldpostbriefe geschrieben, und wir entnehmen aus 
diesen Feldpostbriefen immer wieder eines: den Wunsch nach Musik. Viele 
von Euch baten uns, doch einmal ihre Lieblingsstücke zu spielen. Diese 
Wünsche wollen wir - soweit als möglich - gern erfüllen. Und darum 
veranstaltet der Großdeutsche Rundfunk am Sonntag, dem 1. Oktober 
1939, von 16 bis 20 Uhr das erste große Wunschkonzert für die 
Wehrmacht. Ihr, Soldaten, sollt Euch also selbst wünschen können, was 
Ihr gern hören möchtet. Wir wissen, daß wir nicht jeden Wunsch werden 
erfüllen können, aber dem ersten Wunschkonzert sollen weitere folgen. 
Diejenigen, deren Wünsche erfüllt werden, können bei dieser Gelegenheit 
Grüße an ihre Angehörigen bestellen. 

(...) Und nun, Soldaten, auf Wiederhören am nächsten Sonntag. Wir 
werden dann vier Stunden gemeinsam verleben und Front und Heimat 
durch unser Wunschkonzert auf das engste verbinden" (siehe: Heinz 
Goedecke und Wilhelm Krug: Wir beginnen das Wunschkonzert für die 
Wehrmacht. Berlin-Leipzig, 1941. S. 34-35). 

Information: DDFL. Den Todesfall beurkundete am 26/IX/46 das 
Standesamt Berlin-Charlottenburg, Gef. 04222. 


B 456 





Berndt, Hermann 


Kapellmeister und Komponist in Berlin. 
Werke: Märsche. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. MZF der NSKK-Motorstandarte 27 Berlin. 
Parademarsch (Mirag, 31/111/33, Sächsisches MilitärOrch, Dgt. Max 
Feiereis, von Schallplatten). 
Gruß an Deutschlands Söhne. Marsch (= Parademarsch des IR 106) 
(Mirag, *20/1V/33, MZ der SS-Standarte 48, Dgt. Max Pausch; Orag, 5/V/ 
33; RS Leipzig, *9/X1/34, Reserve-MZ der SS-Standarte 48, Dgt. Paul 
Steinbach; RS Berlin, 12/1V/38). 

Im Rundfunkprogramm fehlt der Name des Urhebers. 

Der Titel bezieht sich auf die Anfangszeile der 2. Strophe des 
"Deutschen Bundesliedes" ("Alles schweige", 1781). 
Unter dem Hakenkreuz. Marsch (Norag, 7/V/33; Mirag, 31/V11/33; 
Orag, 7/1X/33, Kapelle der Schutzpolizei Danzig, Dgt. E. Stieberitz). 
Der Sachsen Scheidegruß. Marsch (Mirag, 20/V111/33, MZ der SS- 
Standarte 48, Dgt. P. Steinbach). 
Op. 10. Treue Kameradschaft. Marsch. Für Militärmusik: W. 
Schwittmann (1934) [Huhn, Potsdam]. 
Op. 17. Wir grüßen unsere Fahnen! Marsch für Orch (1936?). 
[Kommissionsverlag A. Glas, Berlin]. 
Panzerwagenmarsch (DtldS, 8/V/38). 


Berndt, Otto 
Einsender in Berlin, Dentist und Amateurkomponist. 


Jugendmarsch (eigener T), onA, am 4/1/34 an Dr. Goebbels eingesandt. 


Berner, Friedrich Wilhelm 
1780 - 1827 


Deutsches Herz, verzage nicht, tu, was dein Gewissen spricht (T: E. M. 
Arndt, 1813). Nationales Trutzlied (1814). 
Textprobe (5. und 6. Strophe): 
"Laß den Welschen Meuchelei, 
du sei redlich, fromm und frei! 
Laß den Welschen Sklavenzier, 
schlichte Treue sei mit dir! 


Deutsche Freiheit, deutscher Gott, 
deutscher Glaube ohne Spott, 
deutsches Herz und deutscher Stahl 
sind vier Helden allzumal". 


B 457 





In: 

Köhler's Taschen-Liederbuch (1932; nur T); Deutsche Wehr- und 
Soldatenlieder (1933); Von Vaterland, Heimat, Helden und Soldaten 
(1933; ohne Str. 5 und 6); HM-Liederbuch (1933/34; onA zur Musik); 

J ungvolk-Lieder (1934; nur T, ohne Str. 5); Volk singt (1934; ohne Str. 
5); Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934; nur T, 
onA); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934). 


Berner, Fritz 


Werkfeier. Blasmusik in 3 Sätzen (RS K, 6/V111/37, aus dem Siegerland 
- Bochum). 


Bernert, Helmut 
Breslau, 1. November 1896 - Augsburg, 26. November 1979. 

Sohn eines Kriminalkommissars; Dirigent und Komponist. 1934/35 1. 
Kapellmeister der Schlesischen Spielgmeinschaft für nationale Thingspiele 
in Breslau, 1935/36 - 44 außerdem Korrepetitor des Deutschen 
Grenzlandtheaters Görlitz und der Reichswichtigen Freilicht-Festspiele an 
der Gedenkhalle ebendort, dann auch dessen Chordirektor und 
Kapellmeister. 

1946 Chordirektor der Neuen Musikbühne Augsburg-Göggingen, 
zuletzt hier i. R. 
Werke: u. a. Musik zum Volksstück "Der kleine Tip" von Hildegard 
Neusser-Stavenhagen (Görlitz, 1935); Heitere Musik; Kammermusik, so 
das 3. Klaviertrio (1947/57), Musik für Cello und Klavier (1959). 


NSDAP (It. BDC-Auskunft 1984), jedoch kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Musik zu Shakespeares Sommernachtstraum (Hungerturm-Festspiele in 
Priebus, 18/V1/38). 


23. Juli 1938, Bericht: 
"(...) Ausführende waren das Orchester der Saganer Musikschule 

Paul Kühn unter Leitung des Komponisten. Die melodiösen und äußerst 
reizvollen, auf den Geist des Lustspiels eingestellten Weisen gelangten 
durch das Orchester sauber und klangvoll zur Aufführung" (Helmut 
Bernerts "Sommernachtstraum-Musik" bei den Priebuser Hungerturm- 
Festspielen 1938. "Die Musik-Woche" V1/30, 23/VI1/38. S. 491). 

Information: DML. 


Bernfeld, Benjamin 
Budapest, 26. März 1894 - ? 
Geiger im BPhO. 
Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert; mit 
Schreiben vom 19/VI11/35 - unterzeichnet von P. Raabe - aus der RMK 


B 458 





ausgegliedert. Emigriert nach Unbekannt. 

Information: Keine Nachricht nach Kriegsende. Bernfeld ist auch in 
Peter Muck "100 Jahre Berliner Philharmonisches Orchester (Tutzing, 
1982) nicht erwähnt. 


Bernhagen, Walter 

Karschin/ Westpreußen, 12. Dezember 1875 - Konstanz, 5. August 
1957. 
Militärmusiker; ab 21/111/05 Stabshoboist und MM beim IR 155 Ostrowo/ 
Bezirk Posen, 1912 beim 1. Badischen Leib-Grenadier-Regiment 109 
Karlsruhe. 1919 OMM und Leiter des Musikkorps des IIl./ IR 14 Konstanz, 
ab 1/IV/36 StMM. Zum 31/111/43 außer Dienst und i. R. 
Werke: u.a. Tessiner Volkslied; Thema und Variationen für 
Streichquartett (1912); Bläsersuite in drei Sätzen Op. 28 (UA: Konstanz, 
1938). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Leb wohl, leb wohl, Kaserne! Charakterstück (Mirag, 24/111/33). 
Landsknechte. Charakterstück (Südfunk, 10/VI1/33). 

13. Januar 1934: 

Reichswehrkapelle Konstanz, Dgt. Bernhagen, mit der 
Reichswehrkapelle Donaueschingen, Dgt. Husadel, geben in Basel im 
Roten Saal der Mustermesse zugunsten des Dt. WHW Basel ein Konzert 
mit Werken von Beethoven, Wagner, Karl Lippe, Liszt, Fürst und den 
Dirigenten. 

Preußischer Defiliermarsch (u. a. Basel, 13/1/34, Konzert des Dt. 
WHW Basel, Reichswehrkapelle Konstanz, Dgt. der Komponist). 

Das Grab im Argonnenwalde. Ballade für MCh und Orch, dem 
Reichsbund Deutsche Krieggräberfürsorge gewidmet (1926; u. a. 
Konstanz, 17/1/37, im J ubiläumskonzert für Bernhagen). 

Alemania, für S, Baßbariton, MCh und gr. Orch (u. a. Konstanz, 17/1/37, 
im J ubiläumskonzert für Bernhagen). 

19. Januar 1937, Besprechung: 

"(...) Der gegenwartsnahe Freiheitskampf, der sich auf heimatlichem 
Boden abspielt und mit dem Sieg der Alemannen endigt, ist ein gewaltiges 
Kriegsgemälde, das sich eigentlich auf der Bühne abrollen müßte. In 
seiner unendlichen Steigerung stellt es den Höhepunkt des ganzen 
Dramas dar. 

Prächtig gezeichnet ist auch die vorausgehende >Morgenstimmung< 
mit der Ballade des Latius, dem lieblichen Gesang der 
alemannischen Jünglinge und Mädchen (das >blau 
leuchtender See< müßte vorteilhafter einem gemischten Chor zugeteilt 
werden) und der Zwiegesang des Latius und der 
Alemannenfürstin Hilda. Mit der sieghaften Alemannenhymne, 
für welche Bernhagen eine treffende Melodie geschaffen hat, schließt das 
große Chorwerk, welches infolge seiner glänzenden Wiedergabe einen 
überwältigenden Eindruck hinterließ. (...)" (Leopold Haupt in "Deutsche 


B 459 





Bodensee-Zeitung", Konstanz, 19/1/37. Nachdruck: "DMMZ" LIX/8, 
21/11/37. S. 3). 
Oberst-Clössner-Marsch (RS Frankfurt, 16/11/37, MK des IIl./ IR 14, 
Leitung: selbst). 
Der Titel feiert den Kommandeur des IR 14. 

Bettenberg-Marsch (Konstanz, 1939, Konzert des MK des IR 14 zum 
Besten des WHW, Dgt. selbst). 

Information: LdBl. Die amtliche Dienstaltersliste der Musikmeister des 
Deutschen Reichsheeres und der Kaiserlichen Marine (Berlin, 1909). hat 
den Geburtstag 12/11/1875. 


Bernhardt, Hans (Pseudonym) = Franz Strassmann 


Bernhardt, J.H. E. 


Ahnungsgrauend, todesmutig bricht der große Morgen an (T: Th. 
Körner). 

In: 

Soldatenlieder (1934). 


Bernhauer, Anton 
Wien, 10. März 1897 - Wien, 18. März 1972. 

Militärkapellmeister; zunächst in Graz, seit 21/11/28 in Innsbruck, Stand 
1933: Leiter der Harmoniemusik des Tiroler Alpenjäger-Rgts. 12; später 
Professor und Universitätsmusikdirektor, Lehrer für Gesang an der 
Bundesoberrealschule und an der Kapellmeisterschule in Innsbruck. Ab 1/ 
V11/38 MM, ab 1/1/39 OMM beim GJR 136. Zum 1/1V/39 dem IR 72 in 
Karlsbad zugeteilt. Seit 1/1/41 StMM. 

Nach 1945 zuletzt in Wien i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Österreichische Marschperlen. Marschpotpourri (RS Breslau, 1/1X/39). 


Bernstein, Jacob 
Kowno (Rußland), 4. September 1903 - ? 
Cellist in Breslau. 
Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 
Bernstein emigrierte 1935. 
Information: Keine Nachricht nach 1935. Yad Vashem, Gedenkstätte 
und Informationszentrum, ignorierte die Anfrage vom 7Z/VII/01. 


Berolin, Jan (Jean) (Pseudonym) = Hans Hoffmann 


B 460 





Berten, Walter (Michael) 
Dülken/ Niederrhein, 23. August 1902 - Köln, 5. August 1956. 
Sohn eines Fabrikanten; Schüler von H. Unger und E. Bücken, 
Musikpädagoge, bis 1930 Verwaltungsdirektor und Lehrer an der 
Folkwangschule Essen, 1931-33 Musikschriftleiter der Tageszeitung 
"Germania" in Berlin-Wilmersdorf. Hier auch 1933-44 künstler. Leiter der 
Schallplattenfirma Electrola. 

1946 Lektor beim MV Schwann in Düsseldorf, ab 1951 zusätzlich 
Dozent für Musiksoziologie und angewandte Musik an der Musikhochschule 
Köln, hier ab 1954 auch Leiter des Instituts für musisch-technische 
Gestaltung. 

Werke: u. a. "Musik und Musikleben der Deutschen" (Hamburg, 1933), 
"Musik und Mikrofon" (Düsseldorf, 1951); zahlreiche Kompositionen. 


NSDAP, jedoch kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Information: DNML, DML, FA, KDMK, RML, LdCh, MGG. 


Berten - Jörg, Franzi (Francis) 
Würzburg, 23. April 1900 - Germering, zwischen 20. Oktober und 16. 
November 1980. 
Tochter eines Juristen und späteren Landrats; Dr. phil. Köln 1927 (Franz 
Benda); Musikschriftleiterin in Berlin-Steglitz, Stand 1936: Berliner 
Korrespondentin der Kölner Tageszeitung "Der deutsche Weg". Nach der 
Scheidung von Dr. Berten führte sie zunächst noch ihren Ehenamen.. 
Nach 1945 nahm sie wieder ihren Mädchennamen an und lebte 
zuletzt i. R. in Germering. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP; 1942 Mitglied des Sonderstabs Musik beim ERR 
in Paris, aber auch in der besetzten Sowjetunion. Zuletzt wechselte sie 
zum Amt Schrifttumspflege. 


16. Oktober 1942: 

Frau Dr. Berten und Dr. Wolfgang Sachse, Berlin, kommen in Minsk 
an und informieren sich über örtliche "Musikjuden" und führende 
weißruthenische Komponisten. 

17. Oktober 1942: 

Frau Dr. Berten sieht den beim Einsatzstab in Minsk vorhandenen 
Bestand an Noten und Büchern durch und befindet, er sei so wichtig, daß 
er nach Berlin geschafft werde. 

19. Oktober 1942: 

Frau Dr. Berten und Dr. Wolfgang Sachse suchen die Minsker Lenin- 
Bibliothek auf und stoßen auf einige tausend Noten, darunter von 
sowjetischen Komponisten, die für den Sonderstab Musik von Interesse, 
jedoch noch nicht katalogisiert sind. Nachmittags erscheinen sie beim 
Landessender Minsk und lassen sich im Funkhaus vom Sendeleiter Erwin 
Jansen die dort untergebrachte Bibliothek des Konservatoriums zeigen, die 
gerade von zwei jüdischen Hilfskräften gesichtet wird; diese sondern 


B 461 





jüdische Musik für den Sonderstab aus. Die Sendlinge Dr. Gerigks 
verfassen einen detaillierten Arbeitsbericht (Quelle: BA NS 30/ 160). 
18. Januar 1943, Bericht: 

"Heute sende ich Ihnen den Durchschlag des ersten 
Wochenberichtes, aus dem Sie in grossen Zügen die Arbeit der ersten 
sieben Tage in Paris ersehen können. 

Die Photoaufnahmen von Herrn de Van sind heute Morgen in Form 
einer stattlichen Filmrolle hier im Einsatzstab eingetroffen. Soviel ich 
sehen kann, handelt es sich da ja um beträchtliche Köstlichkeiten! Soll ich 
nun die gut verpackte Filmrolle einem Kurier mitgeben, oder kommt Dr. 
Boetticher, wie er es vorhatte, diese Woche über Paris und nimmt sie mit 
nach Berlin? 

(...) Die Jagd nach den beiden verlangten flütes douces verlief bisher 
leider ergebnislos; keiner der bisher aufgesuchten Instrumentenläden 
wollte sie besitzen. Aber ich hoffe, dass wir mit Hilfe von Herrn Brunold 
doch noch in den Besitz dieser süßen Flötchen gelangen. Was nun die 
Blockflötenaktion betrifft, so sehe ich da etwas schwarz: Herr de Van 
sagte mir nämlich, dass ich voraussichtlich hier nicht viel Blockflöten 
vorfinden werde, da dieses Instrument in Frankreich etwas über die 
Schulter angesehen werde und als eine Art Kinderspielzeug gälte. 

(...) Bei den angelaufenen Instrumenten in der Rue de Bassano 
fanden sich übrigens zwei recht kostbare alte Leiern und zwei kuriose, von 
Laienhand gefertigte Guitarren. Ausserdem entdeckte Dr. Degen in einer 
Kunstabteilung einen als Horn zurechtgeschnitzten Elefantenzahn, den wir 
ebenfalls unserer Sammlung (ohne weitere Fragen an zuständige Stellen) 
einverleibten. (...)" (Dr. Franzi Berten-Jörg an Dr. Gerigk, 18/1/43. Quelle: 
BA NS 30/ 65). 

Guillaume de Van war Chef der Musikabteilung der Bibliotheque 
Nationale in Paris. Er kollaborierte mit den Besatzern, wurde von diesen 
aber, weil in Memphis/ Tennessee geboren, als "US-Staatsbürger" 1944 
im Internierungslager Clermont (Oise) festgesetzt. Weil er sich 1945 nach 
Italien absetzte, entging er einer Anklage wegen Kollaboration. 

19. Januar 1943, Beihilfe zum Raub: 

"(...) daß die beiden Bechstein-Flügel, die Hauptmann Schery 
ausgesucht hatte, unter keinen Umständen abgeholt werden dürften, da 
wir sie für unser Amt Musik benötigten. Herr v. Behr wollte dies nicht 
gelten lassen, sondern betonte, daß es von allergrößter Wichtigkeit sei, 
sich mit der betr. Wehrmachtstelle gut zu stellen. Das Amt Musik könne 
sich statt der Bechsteinflügel irgend ein anderes Instrument, einen Pleyel 
oder dergl. aussuchen. Daraufhin machte ich geltend, dass es keineswegs 
angängig sei, dem Amt Musik Reichsleitung Rosenberg, der Zentrale aller 
Musikbelange Deutschlands, minderwertigere Instrumente zuzumuten als 
einer Wehrmachtstelle im besetzten Frankreich. 

(...) Jedenfalls beleuchtet auch dieser Fall wieder eindringlich die 
Notwendigkeit einer baldmöglichsten Klärung der Kompetenzfragen 
betreffs der Flügel und Klaviere im Musee nationale. Solange der 
Sonderstab Musik nicht diesbezügliche schriftliche Unterlagen zur 
Verfügung hat, kann er weder Vorkommnisse wie den oben geschilderten 


B 462 





Fall verhindern, noch selbst an eine organisatorische Neuordnung und 
Übersicht schaffende Katalogisierung der zu erfassenden Instrumente 
herangehen" (Bericht über eine Besprechung mit Kurt von Behr, 19/1/43. 
Quelle: BA NS 30/ 65). 

Rivalitäten bei der Verteilung der Beute - wie hier zwischen 
Einsatzstab Rosenberg und Wehrmacht - entstanden aus unzureichender 
Klärung der jeweiligen Kompetenz mangels der sonst gewohnten 
Schriftform. Kurt von Behr, Sonderstab Bildende Künste, war Leiter der 
sogenannten M-Aktion, die den Raub von wertvollen Möbeln betrieb. 

19. Januar 1943, Slawische Musikinfektion: 

"(...) so gab ich Dr. Johannes doch zu bedenken, dass weiterer 
Zeitaufschub die wirklich notwendige, musikkulturell durchgreifende Arbeit 
im Osten ganz in Frage stelle, denn die Lage im Osten sei folgende: 

Seit nahezu zwei Jahren stehen unsere Soldaten, Einsatzstäbe, 
Zivilverwaltungen u.s.w. im Ostland. Wo sie hinkommen, hören sie 
slawische Musik. Und der Russe, Instinktmusiker und Tänzer, weiss seine 
Musik auf die eindrucksvollste Art wiederzugeben. Unsere Soldaten und 
der grösste Teil der Einsatzstäbe u. s. w. sind von der russischen Musik, 
die unbedingt einem verwandten Wesenszug im Deutschen entspricht, 
restlos begeistert. Und schon soll diese Begeisterung für slawische Musik 
bei den geschäftstüchtigen Schallplattenfirmen in Deutschland soweit 
Berücksichtigung gefunden haben, dass sie deutsche Unterhaltungsmusik 
in slawischer Musikform (Betonung des slawischen Chorstiles, der 
russischen Dynamik u. s. w.) servieren. Wenn also dieser >Slawischen 
Musikinfektion< nicht möglichst bald Einhalt geboten wird, steht zu 
befürchten, dass das urtümlich Deutsche in unserem Musikleben und 
Musikempfinden immer mehr von dem slawischen Musikelement 
durchsetzt wird. Dieser Gefahr aber können wir am besten dadurch 
begegnen, dass wir durch Verbreitung leicht spielbarer Instrumente 
(Blockflöte, Akkordeon, Zupfinstrumente u. s. w.) im besetzten Osten die 
Möglichkeit geben, deutsche Musik zu spielen und zu hören. Und zwar 
müsste man im Ostland nicht vorzugsweise das schon etwas steril 
gewordene klassisch-vorklassische Musikprogramm der H. J. heranziehen; 
denn für diese Art Musik können Menschen, die im mehr oder minder 
harten Lebenskampfe stehen, nicht die nötige innere Konzentration 
aufbringen. Man sollte lebensbejahende, zeitgenössische deutsche 
Unterhaltungs- und gute Tanzmusik spielen lassen. Damit würden wir, dem 
Rattenfänger von Hameln gleich, nicht nur unsere der slawischen Musik 
schon so sehr verfallenen deutschen Herzen wieder einfangen, sondern 
auch die Russen in den besetzten Gebieten für unsere deutsche Musik 
gewinnen können, womit der Gefahr einer Invasion slawischer Musik im 
deutschen Musikleben und Musikempfinden am besten Einhalt geboten 
würde" (Bericht über eine Besprechung mit Dr. Johannes, Ostministerium, 
am 19/1/43. Quelle: BA NS 30/ 65). 

Information: DML, KDMK. Die Standesbeamtin Hetzer, Würzburg 
(13/III/98), verweigerte unter Berufung auf das verfälschte PStG 8 61 die 
Angabe des Todesdatums und gab vor, ohne Angabe des genauen 
Sterbedatums sei eine Suche nicht möglich - als flössen die 


B 463 





Todesvermerke nicht zum Geburtsregister zurück; der Anfrage war das 
Geburtsdatum regelmäßig beigegeben. Damit raubte sie der Künstlerin 
das postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog 
den Lexikographen um sein Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. 
Das angerufene AG Würzburg, Richterin Schömig (Beschluß vom 12/11/00) 
wie das LG Würzburg, Vizepräsidentin Stadler nebst Richterinnen Twardzik 
und Fehn-Herrmann (4/IX/00) hielten dies für "rechtens". Den Todesfall 
beurkundete das Standesamt Germering, Nr. 95/1980. Die vage 
Datierung besagt, daß Frau Jörg am erstgenannten Datum noch lebte, 
aber am letztgenannten tot aufgefunden wurde. 


Berthold, Franz 
Bamberg, 6. Dezember 1884 - Bamberg, 2. April 1965. 
Schüler u. a. von F. Klose, Musikpädagoge, Musikstudienrat an der LBA 
Bamberg, hier - Stand 1942 - Studienprofessor an der Aufbauschule; auch 
Musikreferent. 
Nach 1945 weiterhin in Bamberg, zuletzt i. R. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.308.187. 
Zwei Männerchöre unter dem Motto "Dem Dritten Reiche" (T: Hans 
Schleicher) (Bamberg, 1933). 

Information: FA, KDMK, LdCh. 


Bertis' Schulz siehe: Schulz-Bertis 


Bertrang, Alfons 
Mettendorf, 4. März 1907 - Bitburg, 7. Oktober 1977. 
Schneider in Mettendorf über Neuerburg/ Eifel; im Kriege zur Wehrmacht 
einberufen und Gefreiter. 
NSDAP seit 1/1V/33, Nr. 1.702.892. 
Im Waldquartier: Oh, wie herrlich ist's im Waldquartier, wo zu Haus das 
muntre Reh! (eigener T). Kriegslied (1940) [Sim]. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Abends, wenn ich dann auf Wache steh, 
knackt es leis im Unterholz. 
Auf die Lichtung tritt hinaus ein Reh, 
und der Rehbock folgt ihm stolz". 
In: 
Das Lied der Front 2 (1940); Sechzehn neue Soldatenlieder (1940). 


Bertuch, Max 
Frankfurt a. M., 28. Juni 1890 - KZ Majdanek, nach NS-Aktion 
verschollen. 
Kapellmeister, Operettenkomponist und Librettist in Berlin. 


B 464 





Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

1933 emigrierte Bertuch zunächst nach Bled (Jugoslawien); aber im 
Verlauf des Balkanfeldzugs fiel er den Deutschen in die Hände, die ihn 
zwecks "Endlösung der Judenfrage" in ein Vernichtungslager deportierten. 
Werke: u. a. musikalisches Spiel "Das Abenteuer der Marchesa" 
(Darmstadt, 17/1X/36). 


Geschichtsfälschung, 1983: 

Im Namensverzeichnis von B. Drewniaks Standardwerk "Das 
Theater im NS-Staat" (Düsseldorf, 1983), S. 373, steht Bertuch ohne 
Erwähnung der Todesumstände. 

Information: FA (ohne Geburtsort). 


Berühmte Armee-Märsche, für Klavier zu 2 Händen in leichter 
Bearbeitung (Neue Ausgabe mit erweitertem Inhalt) (1934) [B&H]. 


Berühmte Armee-Märsche in leichter Bearbeitung, für Violine 
allein, für Violine und Klavier (1936) [B&H]. 


Besaanschot an! = Heho! Wi mööt em hebben 
Besanschoot an! = So mennich leve 
Besch, Otto 


Neuhausen bei Königsberg i. Pr, 14. Februar 1885 - Kassel, 2. Mai 
1966. 
Pfarrersohn; zunächst mit Studium der Theologie bis zum ersten 
Staatsexamen, dann in Berlin Meisterschüler von E. Humperdinck, bis 
1945 in Königsberg Komponist, Musikreferent, so der "Königsberger 
Allgemeinen Zeitung", und Kompositionlehrer. Seine Einnahmen aus 
"ernsten Konzerten" waren 1942/43 gleich Null; deswegen erhielt er 1.000 
RM aus dem Staatszuschuß für E-Komponisten. 

Nach 1945 Mitarbeiter des NWDR Hamburg mit Wohnsitz (Stand 

1954) Geesthacht/ Elbe. Dann i. R. in Kassel. 
Werke: u. a. die Oper "Arme Ninetta" (Königsberg, 1926), eine Oper 
nach E. Th. A. Hoffmann (1944); das Weihnachtsmysterium "Die Nacht zu 
Bethlehem" (Königsberg, 1934); Ouvertüre; Heimatlieder; "Kurische 
Suite" (1936), Orchestersuite "Ostpreußisches Bilderbuch" (1939); 
Konzert für Orgel und Orch zur Einweihung des Funkhauses Königsberg 
(1934); zwei Motetten auf Bibeltexte (1940). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP oder NSLB. 1934 Mitglied des Großen Rats im 
Berufsstand der deutschen Komponisten (RMK). Am 23/V/41 ersuchte die 


B 465 





Parteikanzlei um Stellungnahme des ARR im Hinblick auf Bewilligung 
eines Ehrensoldes für Besch. 
28. Oktober 1935: 

Ein Städtisches Kammerkonzert im Alten Rathaussaal zu Dortmund 
bietet - "zum ersten Male" - die "Kurische Suite" von Besch. 
18. November 1935: 

Das 3. Sinfoniekonzert im Opernhaus Hannover, Dgt. R. Krasselt, 
bietet - "zum ersten Male" - die Phantastische Ouvertüre "E. T. A. 
Hoffmann" von Besch. 

24. März 1938: 

Der Kammermusikabend des Dämmrich-Quartetts in Zwickau bietet 
- "erstmalig in Zwickau" - das Streichquartett von Besch. 
Ostmark-Ouvertüre für gr. Orch (1937; UA: Düsseldorf, *22/V/38, bei 
den Reichsmusiktagen). 


Rückblick, 1963: 

"Ich war erster Musikkritiker der Königsberger Allgemeinen Zeitung, 
die ursprünglich der damaligen Deutschen Volkspartei angehörte. Sie 
weckte dann später, weil sie die größte Zeitung Ostpreußens war, den Neid 
des Gauleiters Koch, der es dann auch fertig brachte, sie in den letzten 
Kriegsjahren zu >schlucken<. Nur einmal hatte ich einen Zusammenstoß 
mit dem Kulturreferenten der Gauleitung. Ich hatte bemängelt, daß der 
Opernspielplan viel zu stark von der Operette durchsetzt sei 
(Opernintendant war damals der Schwiegervater von Robert Ley). 
Daraufhin wurde ich in der üblichen diktatorisch dreisten Weise gerügt" 
(Otto Besch an Fred K. Prieberg, 30/X1/63). 

Information: DNML, DML, DDFL, FA (Geburt: 4/II/85), MM2, KDMK 
(Dem Hg. verschwieg Besch die Ostmark-Ouvertüre), RML, LdCh, MGGS. 


Bescheidenheit = Wo anerkannte Große 


Bescheidenheit, Bescheidenheit, verlaß mich nicht bei Tische (T: 
Tischspruch). Kanon zu 3 Stimmen, zur Melodie "Dem Freudenspender ist 
jedermann hold" von F. Kuhlau, Fassung: G. Pallmann. 

Der Text ist mehrfach vertont, so von F. Henschke, K. Schüler. 

In: 
Unser das Land (1937). 


Bescher' uns, Herr, das täglich Brot vor Teurung und vor 
Hungersnot (T: Nicolaus Herman). Erntechoral, 4stimmig, Melodie aus 
Wittenberg, 1543. 

In: 
Deutsche Feierklänge (1935). 


B 466 





Beschirm uns Herr, bleib unser Hort, erhalt den Wohlstand fort 
und fort (T: nach K. R. Demme). Lied zum 1. Mai, zur Melodie "Kennt ihr 
das Land, so wunderschön" (Nägeli). Titel: Es blühe des Reiches 
Wohlstand! 

In: 
HM-Liederbuch (1933/34). 


Beschow, Erich 
Brandenburg, 6. Juli 1905 - Köln, 20. März 1971. 

Musikstudent, Geiger und Pianist, mußte wegen der Inflation das Studium 
abbrechen, arbeitete als Kaffeehausmusiker und Kinomusiker, bis die 
Einführung des Tonfilms 1930 ihn überflüssig machte; danach in einem 
Brotberuf, ohne die Träume von einer Musikkarriere verwirklichen zu 
können, 1933 in Rathenow, 1937 in Berlin. 

Nach 1945 zuletzt in Köln. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.171.126. 
Musik-Manuskript 0onA, am 8/XI1/33 an Dr. Goebbels eingesandt: 

"Ich möchte Sie, Herr Reichsminister, höflichst bitten, mir eine Hilfe 
zukommen zu lassen. Vielleicht ist es Ihnen möglich, für mich einen 
Lehrer zu finden, dessen Interesse ich erwecke und der mir Freiunterricht 
geben würde. Ich bin 28 Jahre alt, es wäre doch schade, wenn man in 
dem Alter schon alle Hoffnungen begraben müßte. Die Anregung zu 
diesem Brief gab mir Ihre herrliche Rede zur Eröffnung der 
Reichskulturkammer, in der Sie u. a. ausführten, daß man den jungen, 
deutschen Künstlern helfen und fördern müsse" (Quelle: BAR 55/ 1167. 
Blatt 156 R). 

Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Köln, Nr. 
868/1971. 


Beschwingte Tanzrhythmen für das Klavier, Band 1 (1944) 
[HT]. 
Darin u. a.: 
Werner Bochmann: Wer ist hier jung, wer hat hier Schwung? Foxtrott aus 
dem Film "Fronttheater". 


Besel 


55er Marsch, Marsch des IR Graf Bülow von Dennewitz Nr. 55 = HM III, 
135 (um 1890). 

In: 

HM 4 (1933); HM5. 





Besenbinderlied. Aus dem Erzgebirge. 
In: 
Singende Mannschaft (1940). 


Besenbinders Tochter und Kachelmachers Sohn, die hatten sich 
versprochen. Tanzliedchen, vor 1840. 
In: 


Singkamerad (31935, 81937). 


Besinnlich = Nicht immer hilft es, viel zu wagen 


Bessel, Kurt (Pseudonym) = Karl Zander 


Besseler, Heinrich 
Hörde bei Dortmund, 2. April 1900 - Leipzig (DDR), 25. Juli 1969. 
Sohn eines Chemikers; Dr. phil. Freiburg i. Br. 1923 (Beiträge zur 
Stilgeschichte der deutschen Suite im 17. Jahrhundert), Habilitation in 
Freiburg i. Br. 1925. Musikwissenschaftler, 1928-45 Professor an der 
Universität Heidelberg; bis 1939 Leiter der Denkmäler-Edition "Das Erbe 
der Deutschen Musik". 

1948 Ordinarius für MW an der Universität Jena, 1956-65 Professor 
an der Karl-Marx-Universität in Leipzig und Direktor des Instituts für MW 
und Musikinstrumentenmuseums; hier Mitglied der sächsischen Akademie 
der Wissenschaften. 1960 erhielt er den Nationalpreis Ill der DDR. 1967 
verlieh die University of Chicago Besseler den Dr. h. c. 

Werke: u. a. Das Erbe deutscher Musik ("Deutsche Musikkultur", 1936). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.033.201, und SA. 1934 Beirat des RV/gemChe 
Deutschlands. 


1934 
Der gemischte Chor im Aufbau der deutschen Musik. Festvortrag 
(Berlin, 23/V1/34, zur Chorverbandstagung des RVgemChe). 
Musik und Nation. Vortrag (Trier, 1934, zur 58. Versammlung der 
deutschen Philologen und Schulmänner, Veranstaltung des NSLB). 
Bericht: 

"(...) Besseler sah seine Aufgabe weniger in der Darlegung 
prinzipieller Erwägungen über das gegebene Thema als in dessen 
kulturpolitischer Ausrichtung auf die Gegenwart" (Herbert Birtner: 
Musikwissenschaft auf der 58. Philologentagung in Trier. "Zeitschrift für 
Musikwissenschaft" XVIl/L, Januar 1935). 

Schiller und die musikalische Klassik ("Völkische Musikerziehung" 
I/2, November 1934). 


B 468 





Zitat: 

"(...) Die entscheidende Frage nach dem Einklang von Staat und 
Kultur stellt sich heute anders dar. Der Weg über die ästhetische 
Erziehung des Einzelnen, den das Denken der Klassiker zu erschließen 
suchte, ist durch die politische Tat Adolf Hitlers widerlegt. Er hat den Staat 
aufzubauen begonnen, der für die Nation - nach Schillers Wort - >die 
deutlichere Formel ihrer inneren Gesetzgebung< sein soll. Wie die Kräfte 
des Staates aus dem völkischen Lebensraum erwachsen, so hat die Kultur 
sich nach dem gleichen Ursprung und Ziel auszurichten, um den 
lebensnotwendigen Einklang zu verwirklichen. (...)" (Abdruck in: "Die 
Musik" XXVIl/3, Dezember 1934, S. 233). 


1935 
Frühjahr 1935: 

Besseler verständigt das REM, sein Kollege Johannes Wolf habe "von 
jeher sehr enge Beziehungen zu den Kreisen gehabt, aus denen sich das 
heutige Emigrantentum zusammensetzt" (vgl. Helmut Heiber: Universität 
unterm Hakenkreuz, Teil I: Der Professor im Dritten Reich. Bilder aus der 
akademischen Provinz. München, 1991. S. 236). 

Juli 1935: 

"(...) eine Musikzeitschrift, die im nationalsozialistischen 
Deutschland die Verbindung von Wissenschaft und Leben herstellt (...). Es 
handelt sich um eine musikwissenschaftlich geführte, kulturpolitisch aktive 
deutsche Musikzeitschrift (...)" (Besseler in einer Mitteilung an Kollegen 
zwecks Empfehlung der geplanten Zeitschrift "Deutsche Musikkultur", Juli 
1935. Quelle: Archiv des Staatlichen Instituts für Musikforschung, Berlin). 


1937 
17. Mai 1937: 

"Es ist mir ganz unmöglich, geschichtliche Ereignisse solcher Art von 
ihren lebensmäßigen Grundlagen (Volkstum und Rasse) zu trennen: die 
Einheit des >Lebens< als eines leiblich-seelisch-geistigen Tatbestandes 
wird hier so überzeugend wie vielleicht nirgendwo sonst. Die Einheit und 
Ganzheit des Lebens ist aber das philosophische Kernproblem des 
Nationalsozialismus. Ich glaube, man sieht das draußen viel zu wenig. 
Statt dessen begnügt man sich damit, die deutschen Wissenschaftler für 
Schwachköpfe und charakterlose Byzantiner zu halten - eine bequeme 
Methode, unerwünschte Auseinandersetzungen abzuwehren! Glauben Sie 
denn, der Nationalsozialismus hätte für uns über das Politische hinaus 
irgendeine Anziehungskraft, wenn nicht in seinem weltanschaulichen Kern 
eine Denkweise enthalten wäre, die uns einfach >gemäß< ist und 
überzeugt" (Besseler an Jacques Handschin, Basel, 17/V/37. Zitat in 
Laurenz Lütteken: Das Musikwerk im Spannungsfeld von "Ausdruck" und 
"Erleben". Heinrich Besselers musikhistoriographischer Ansatz. in: Anselm 
Gerhard, Hgb.: Musikwissenschaft - eine verspätete Disziplin? Stuttgart- 
Weimar, 2000. S. 223). 

Besseler vertritt eben den Standpunkt, der im Ausland als dumm 
und byzantinisch galt. 


B 469 





1938 
Musik und Raum. Vortrag (Köln, Februar 1938). Abdruck: Festschrift für 
Max Seiffert (1938). 
Bericht: 

"(...) Das Thema Musik und Raum wurde durch den Vortragenden 
auf drei Grundlinien herausgearbeitet: in der Ausprägung nordischer 
und südlicher Musikkultur, in der Gegenüberstellung von 
höfischer und bürgerlicher Musikkultur und im Aufzeigen 
gebundener Formen des Musizierens im Freien. Im einzelnen 
ergaben sich dabei kulturgeschichtliche Durchblicke auf das musikalische 
Lebensgefühl von ganzen Völkern und Epochen, so etwa in der 
Abgrenzung des südlich offenen, mit Garten, Platz oder Straße 
verbundenen Raums und des intimen nordischen Zimmers, in dem 
Clavichord und Klavier zu Hause sind. Das Streben nach Massenwirkung 
unterscheidet sich grundsätzlich von den Aufführungsmitteln, die heute im 
Konzertsaal dafür bereitgestellt werden. 

(...) Was der Vortragende über die Musizierformen im Freien, über 
Aufmärsche, Aufzüge und Turnieropern sagte, hatte unmittelbare aktuelle 
Bedeutung. Dem Zeitalter der Seelenmusik im 19. Jahrhundert sind diese 
repräsentativen Formen, für die es ein letztes denkwürdiges Beispiel in 
den Volksfeiern der französischen Revolution gibt, abhanden gekommen. 
Erst das heutige Deutschland hat wieder die Kräfte einer im Volk selbst 
wurzelnden Feiergestaltung aufgerufen" (Herbert Eimert: Musik und 
Raum. "Kölnische Zeitung" Nr. 78, Abendblatt, 12/11/38). 

Musik und Staat. Beitrag zur Mw. Tagung der Dt. Gesellschaft für 
Musikwissenschaft (Düsseldorf, *27/V/38, zu den Reichsmusiktagen). 


1939 
13. April 1939: 

"(...) Nach meiner Ansicht, die ich wiederholt schriftlich und 
mündlich geäußert habe, muß bei der Preiszuerkennung die politische 
Bewertung der Arbeit entscheidend berücksichtigt werden. Es geht darum, 
grundsätzlich solche Werke zu fördern, die der Neuausrichtung des Faches 
im nationalsozialistischen Geiste dienen. 

(...) Soll der Institutspreis die junge Wissenschaft fördern, so muß 
unmißverständlich gesagt werden, was zu beachten ist, wenn der 
Ausschuß seine Vorschläge ausarbeitet. Bei der gegenwärtigen 
Zusammensetzung dieses Gremiums genügt es offenbar nicht, daß nur ein 
Parteigenosse, der zufällig dabei ist, für seine Person die geschilderte 
Ansicht vertritt. Wird aber nachdrücklich gefordert, daß solche Arbeiten zu 
nennen sind, die die Fachwissenschaft im nationalsozialistischen Geist 
fördern, so weiß jeder, woran er sich zu halten hat. Ohne eine Umbildung 
des Ausschusses wird es aber nach meinem Dafürhalten nicht abgehen. 
(...)" (Besseler an REM, ORR Dr. Miederer, 13/1V/39. Quelle: BA 
Namensakte Besseler). 

Besseler versuchte, im Fachausschuß des Preises für Dissertationen 
und Habilitationsschriften in MW eine NS-Wertung durchzusetzen. 


B 470 





Nachruf vom Zentralkomitee der SED, 1969: 

"In ihm verliert die DDR einen hervorragenden Wissenschaftler und 
Hochschullehrer, der durch seine wissenschaftlichen Arbeiten auf dem 
Gebiet der Musikwissenschaft international bekannt wurde und sich 
unermüdlich für die Entwicklung der Wissenschaft im Geiste des Friedens 
und des gesellschaftlichen Fortschritts einsetzte. 

(...) Das Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei 
Deutschlands wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren" ("Musik 
und Gesellschaft" X1X/9, September 1969. S. 643). 


Geschichtsfälschung, 1983: 

"(...) gibt an, daß trotz seiner nominalen Mitgliedschaft bei SA (...) 
und NSDAP (...) Besseler augenscheinlich in keiner Weise als aktiver Nazi 
angesehen werden kann, daß seine politische Situation in Heidelberg sehr 
kompliziert war und daß er, wenn überhaupt, viel weniger inkriminiert war 
als oft angenommen wird. (...) Besonders scheint keine Dokumentation zu 
existieren, daß er persönliche Verantwortung für das Abstempeln jüdischer 
Titel in der Heidelberger Bibliothek. (...)" (Christoph Wolff, Leserbrief in 
"Journal of the American Musicological Society", 1983. S. 208-209. 
Übersetzung). 

Im Anschluß an seine Darstellung "Die Hand eines Handlangers" 
("Frankfurter Rundschau" Nr. 168, 24/VII/82) bezieht Prof. Dr. Wolff, 
Harvard University, sich auf einen abwiegelnden Brief des Rektorats der 
Universität Heidelberg vom 19/VII/83 an Prof Dr. Finscher. 

Als Hausherr des Instituts für MW einschließlich dessen Bibliothek 
trug Besseler fraglos die alleinige Verantwortung für die Kennzeichung 
Jüdischer Werke; nur er konnte den Assistenten oder die Sekretärin mit 
der Abstempelung beauftragen. Zudem war die lokale Vertretung des 
NSD-Studentenbundes sehr aufmerksam. 

Information: DML, FA, MM2, KDMK, RML, SML (Werkverzeichnis ohne 
"Das Erbe deutscher Musik"), MGG. 


Besser als das Klostergehn! = Mir gefällt das Ehstandsleben 


Besteig dein Roß gar leis, daß nicht der Goldsporn erklinge (T: 
deutsch von W. Hensel). Volksballade aus Schweden, erstmals 1857 
deutsch gedruckt. Titel: Die sieben Brüder [B]. 

In: 
Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Singende Mannschaft (1940). 


Bestgen 
Fürs Vaterland. Marsch für Volksinstrumente mit Massenchor (SWF, 


2/VIl/33, vom Großdeutschen Treffen der Handharmonika-Freunde in 
Frankfurt a. M.; RS Leipzig, 8/1/38). 





Betet, ihr Berge! redet, ihr Quellen! (T: Jörg Ritzel). 
Vaterländisches Lied. Melodie onA. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Deutschland, erwache! Frühling wird's wieder! 
Brause, du Lenzsturm, durchs lauschende Land, 
weck unsrer Wälder entschlummerte Lieder, 
rüttle die Geister mit wuchtiger Hand! 
Reck dich zum Himmel, germanische Eiche, 
rausche der Welt deine Gottmelodei, 
wölb einen Dom deinem Volk, deinem Reiche, 
mache uns glücklich, mache uns frei!" 
In: 
Der Sieg ist erstritten (1933; nur T). 


Bethmann, Siegfried 
Bornum bei Zerbst, 20. Juli 1915 - Dessau-Haideburg, 6. November 
1993. 
Schüler von R. Teichmüller; 1939-45 Musiksoldat im Musikkorps der 
Fliegerhorstkommandantur Halberstadt, Rundfunk- und Filmkomponist, 
Musiklehrer für Klavier und Akkordeon in Roßlau. 

Nach 1945 zunächst in Heidelberg Dirigent am Theater. Dann wieder 
in Roßlau; 1946 gründete er hier das Stadtorchester Roßlau und leitete es. 
1947 Mitarbeiter am Leipziger Rundfunk. Seit 1952 schrieb er Musik und 
Arrangement für das RundfunkblasOrch Leipzig. 

Werke: etwa 2000 Titel, darunter 200 für Orch, 30 Filmmusiken; Schul- 
und Übungswerke; Bühnenmusiken; Lieder und Märsche. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Bettelhochzeit. Aus Westfalen. 


In: 
Singende Mannschaft (1940). 


Bettellied = | hea a Mändle gno 


Bettelmanns Hochzeit = Widele, wedele 


Bettichs, Franz 
Einsender in Magdeburg, Obersteuersekretär und Laienkomponist. 


Deutschland erwache! Marsch onA, im Juni 1933 dem RMVP angeboten 
(Quelle: BAR 55/ 1158). 


B 472 





Information: Laut Stadtarchiv Magdeburg (28/I/98) gibt es keinen 
Eintrag zu Franz Bettichs in den Adreßbüchern bis 1933, sowie 1943 und 
1950/51. Das Ordnungsamt, Einwohnermeldeabteilung, Magdeburg 
(18/VIII/98) ließ wissen, zu Bettichs seien Melde- und Archivunterlagen 
nicht mehr vorhanden. 


Bettingen, Balthasar 
Köln, 7. Juni 1889 - Bremen, 29. März 1969. 

Sohn eines Kammermusikers; Schüler von O. Klauwell und Bram Eldering, 
Orchestermusiker, Geiger und Bratscher, Konzertmeister im Städtischen 
Orchester Köln, Komponist; Kammermusiker. 

1945 in Bruchhausen-Vilsen Chormeister des Gesangvereins 
"Orpheus", seit 6/X/54 i. R. in Bremen. 
Werke: u. a. Opern; Sinfonie (1933); Tanzspiele, so die Tanzpantomime 
"Parken verboten" (Köln, 1939), das Ballett "Lebendes Spielzeug" (Köln, 
1942); Kammermusik; Lieder mit Streichquartett und Klavier; Chöre, auch 
mit Orch; Orgelwerke. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.048.157. 1930 KfdK, 1934 NSKG. 
5. Mai 1933: 
Die "AMZ" LX/18 bringt einen politisch-denunziatorischen Angriff 
gegen Fritz Jöde, u. a. mit Unterschrift von B. Bettingen. 
Information: DML, FA, LdCh. 


Beulshausen, Kurt 
Berlin, 1. Februar 1896 - ? 
Kapellmeister in Berlin-Tempelhof, Braunschweiger Ring 167 (1933/34). 


NSDAP seit 1/1X/32, Nr. 1.313.453. Stand 1933 MZF einer SA- 
Standartenkapelle. Zeitweise MZF der Landesgruppe XIV des Deutschen 
Luftsportverbandes (= Kurkapelle in Heringsdorf). 

Heil, deutscher Flieger! Marsch (DtldS, 6/V111/33). 

Heil, Standarte 4 (Berlin)! Marsch (DtldS, 23/V1/34). 

Information: Nicht im DMK 1942. LA Berlin (Anfrage vom 17/VIII/98, 
22/VI/04) und Gemeindeverwaltung Seebad Heringsdorf (9/XI/00) 
konnten Beulshausen nicht ermitteln. 

Das Standesamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin abzufragen, 
empfiehlt sich nicht; vgl. Baldamus. 


Beutel, Heribert 
Tetschen/Elbe, 8. April 1907 - Charriere Blanche (F), 20. Oktober 1974. 
Musikpädagoge, seit 1931 Hifslehrer für Orgel an der Städtischen 
Musikhochschule Mainz; ab 1939 in Stuttgart Leiter der Musikschule der 
NSG "Kraft durch Freude". 
Nach 1945 weiterhin in Stuttgart, seit 1/111/49 in Giengen an der 


B 473 





Brenz, zuletzt in Charriere Blanche. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP oder NSLB. 

Deutsche Arbeit: Wir stehn am Werk, das Werk ist gut (T: W. Krupka). 
Für MCh: E. L. von Knorr [HVA]. 

In: 

Hanseaten-Singeblatt Nr. 45 (1938); Heute wollen wir ein Liedlein singen, 
Ergänzungsblatt 1 (1940); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 
37-38 (1941). 

Information: Standesbeamtin Dangelmaier, Stuttgart (24/III/98), ließ 
wissen, daß zu Beutel kein Familienregister zu finden sei, stellte für diese 
Auskunft und sieben weitere ohne die gesetzlich bestimmte Absprache 50 
DM "Ermittlungs- und Suchgebühr" in Rechnung und setzte sie auf Antrag 
nicht aus. Aus Rechtsgründen verbot sich die Zahlung. Standesbeamtin 
Edel in Giengen an der Brenz (22/VI/99) lehnte den Auskunftsantrag mit 
Berufung auf das verfälschte PStG ab und brach damit Verfassungsrecht. 


Beutke, Otto 
Berlin, 18. März 1881 - 1958 (?). 
Orchestermusiker, 1927-28 Klarinettist im BPhO, 1933 in Wiesenau/ 
Kurmark , Frankfurter Str. 119, Angestellter, später Blumenstr. 6. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.515.425. 
Gruß an Nürnberg. Marsch für Orch zur Erinnerung an den Aufmarsch 
der NSDAP am 3. September 1933 zum RPT. 
Des Helden Schicksal. Tondichtung für StreichOrch, "den für 
Deutschlands Freiheit gefallenen Kameraden gewidmet" (1935). 

Beide Werke lagen dem Lektorat der Hauptstelle Musik im ARR zur 
Begutachtung vor. 

Information: Die Gemeinde Wiesenau ignorierte eine Anfrage vom 
3/VIII/00; das für sie zuständige Standesamt Brieskow-Finkenheerd 
(Poststempel 11/IX/01) hat keinen Todeseintrag, erfuhr aber von 
Einwohnern, daß O. Beutke etwa 1957-58 verstorben sei, und vermutet 
einen anderen Ort des Ablebens. Auch der Regionalhistoriker Günter 
Fromm (2/III/07) hat keine Spur. 


Bevor du fliegst, sei stets bedacht (T: Hanns-Gerd Rabe). 
Fliegerlied, zur Melodie "Horch was geht im Tal hervor"; Aufzeichnung 
nach dem Gesang der Truppe bei der I./AR 84 durch G. Pallmann. Titel: 
Kleiner Feind von links. 

In: 
Flieger sind Sieger (31941). 


Bewegungsformen und Bewegungsmusiken für BDM-Sportfeste 
siehe: RJF 





Beyer 


Marsch der Arbeitssoldaten (RS Breslau, 29/111/39). 


Beyer, Franz 


Lieder aus Elsaß und Lothringen. Liedsätze: F. Beyer. 
In: 

RJF, Musikblätter der HJ 101/102 a (1941). 

Der neue Osten. Liedsätze: F. Beyer. 

In: 

RJF, Musikblätter der H) 105/106 a (1941). 


Beyer, Paul 
Berlin, 15. Mai 1893 - Berlin-Wilmersdorf, 25. Mai 1951. 

Schriftsteller, Chefdramaturg und Komponist in Berlin-Steglitz, später - 
Stand 1939 - Berlin-Wilmersdorf. 

Nach 1945 weiterhin in Wilmersdorf. 
Werke: Texte für das Musiktheater, so "Düsseldorfer Passion", Deutsches 
Nationalfestspiel (Landestheater Arnstadt, 1932), "Geist der Freiheit", ein 
Theodor-Körner-Legendenspiel (1933), so Operetten "Lauf ins Glück" 
(1935), "Ball der Nationen" (1935), "Viola" (1936). 


NSDAP seit 1/X/32, Nr. 1.339.768. 

Langemarck. Sinfonische Dichtung für Orch, "dem Gedächtnis meiner 
bei Langemarck gefallenen Brüder", mit den Sätzen: 1. Feld im Nebel. - 2. 
Totenlied. - 3. Aufbruch. - 4. Heroischer Marsch (UrS: FSt. Berlin, Februar 
1933; BR, *11/X1/33, zum Langemarcktag). 

7. Februar 1933, Bericht: 

"(...) Die herbe Männlichkeit gerade des ersten, durchaus malerisch 
geschauten Bildes wirkt nicht minder erschütternd wie das tief ins Herz 
schneidende Totenlied, die sinnfällige Klage um dahingeraffte Kameraden, 
wie sie nur einer schreiben konnte, der von solchem Schmerz in der Zeit 
des großen Erlebens getroffen worden. Sehr fein empfunden auch die 
Auflichtung gegen Ende dieses Totengesangs. Wenn im letzten Satz 
unaufdringlich kontrapunktierend das Deutschlandlied den schweren Tritt 
der Männer begleitet, wem fiele da nicht der Schluß unseres schönen S. 
A.-Liedes ein: >Als die goldne Abendsonne sandte ihren letzten Schein, 
zog das Regiment von Hitler wieder in den Kampf hinein<? Man könnte 
sich zu dem Theaterstück >Die endlose Straße<, das einzige, das wohl 
wirklichem Geschehen nahekommt, keine geeignetere Begleitmusik 
denken, als diese drei Sätze. Was verschlägt es, daß die Tonsprache zum 
größten Teil im Sinne Wagners gehalten ist? Ist sie doch selbständig 
genug, um zu künden, was in des Autors Seele bei der Niederschrift 
vorgegangen" (H. R.: Aus dem Berliner Kunstleben. Musik. "Langemarck". 
Kopie aus einer nicht genannten Zeitung, 1933; AP). 


B 475 





"Die endlose Straße" war ein aktuelles Frontstück von S. Graff und 
C. E. Hintze. 

Der nordische Anteil an der deutschen Musik ("Die Musik" XXVII1/7, 
April 1936). 
4. Juni 1940: 

"(...) Wenn es aber schon so wäre, dass die >Düsseldorfer Passion" 
mein einziges lebendiges Werk sein und bleiben soll, so muss ich 
bekennen, dass es wohl kein Bühnenwerk gibt, das die heute 
geschehenden Dinge (...) derart gleichermassen inbrünstig vorausgeahnt 
und vorgestaltet hat. Und dass es wohl keine Zeit gibt, in dersie mehr 
gespielt werden müsste, als gerade heut. Vielleicht ist das sogar der 
Zeitpunkt, den der Führer meinte, als er einmal zu Laubinger sagte, er 
möchte die Passion einmal bald wieder zulassen können. 

Die Wiedergewinung der verlorenen Gebiete, die Laute der 
schlafenden Stimme Frankreichs, die Schwarze Schmach... alle diese heut 
an die Oberfläche des europäischen Bewußtseins stossenden Gedanken 
sind in ihr zu Worte gekommen. Welches andere Werk kann das von sich 
noch behaupten? (...)" (Beyer an RMVP, Dr. Schlösser, 4/V1/40. Quelle: BA 
R 55/ 20193. Blatt 137). 

Aus dem Text ergibt sich, daß die "Düsseldorfer Passion", die den 
"Helden Schlageter" feiert, sicherlich mit Rücksicht auf das seinerzeit noch 
politisch umworbene Frankreich nicht mehr aufgeführt werden durfte. 
Dieser Grund entfiel nach 1939. 


Beyer, Robert 


Oboist im Orchester des Deutschen Opernhauses Berlin, Kammermusiker 
in Spandau-Süd, Bodensteiner Str. 41 (1942). 


Marsch der Arbeitssoldaten (RS Berlin, 29/111/39, RAD-GauMZ 10, 
Dgt. Rudolf Horschler). 


Bezler, Ernst 
Ludwigsburg, 11. Februar 1877 - Stuttgart, 6. Juli 1941. 
Musikpädagoge, Oberreallehrer und Chorleiter in Stuttgart, auch 
Schriftleiter der "Schwäbischen Sängerzeitung". 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.224.687. 

Einsame Rose: Der Nachtigallen Lieder wiegen in Schlummer ein (T: 
Wera Herzogin von Württemberg) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim 
Schwäb. Liederfest des DSB). 

Laß meinen Weg mich wandern und geh den deinen zu (T: Prittwitz- 
Gaffron) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB). 

Ein Stündlein wohl vor Tag: Derweil ich schlafend lag, ein Stündlein 
wohl vor Tag (T: E. Mörike). 

Der Text ist mehrfach vertont, so von Hugo Wolf. 


B 476 





In: 
Deutsche Lieder (1940). 
Information: FA, LdCh. 


Bialas, Günter 

Bielschowitz/ Oberschlesien, 19. Juli 1907 - Glonn-Haslach, 8. Juli 
1995. 
Sohn eines Lehrers; Musikpädagoge und Komponist in Breslau, Schüler 
von Max Trapp, bis 1936 Musiklehrer an der Höheren Lehranstalt der 
Ursulinen in Carlowitz, Polnisch-Schlesien. Er erhielt den Schles. 
Musikpreis 1938 mit Einladung zum RPT in Nürnberg. 1939-41 
Studienassessor und Musiklehrer der Adolf-Hitler-Oberschule in Breslau, 
dann zur Wehrmacht einberufen. 

1945-47 Leiter des Bachvereins München, danach vorübergehend 
Lehrer an der Musikhochschule Weimar; 1947 Leiter und Lehrer einer 
Kompositionsklasse , 1951 Professor an der Nordwestdeutschen 
Musikakademie Detmold und 1959-72 Professor für Komposition an der 
Musikhochschule München. 1973 i. R. 1954 erhielt er den Großen 
Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Musik (10.000 DM), für 
1971 den Oberschles. Kulturpreis des Landes Nordrhein-Westfalen (10.000 
DM), 1980 den Schles. Kulturpreis des Landes Niedersachsen (10.000 
DM), ferner den Kulturpreis der Bayer. Landesstiftung 1989. Er war 
Einzelmitglied des Dt. Musikrats, 1969-76 Mitglied des Präsidiums des Dt. 
Musikrats, 1979 ordentliches Mitglied der Abt. Musik der Akademie der 
Künste Berlin. Zuletzt in Glonn bei München i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. NSLB seit 1/X/33, NSD-Studentenbund Breslau. 
Bis 1936 Mitglied des Gesamtausschusses des DSB für Polnisch- 
Oberschlesien; Leiter der HJ-Rundfunkspielschar Breslau. 


1934 
Arbeitervolk, die Stunde hat geschlagen (T: M. Barthel). Lied (RS 
Breslau, 16/1X/34). 
Musik zu Die endlose Straße, Frontstück von S. Graff und C. E. Hintze 
(RS Breslau, *25/X1/34). 


1935 
Musik zu Volk am Meer, Hörspiel von Friedrich Wischmann (RS Breslau, 
15/%/35). 
Musik zu Im Chaos der Kohle Hörspiel/ Funkkantate von Hans 
Niekrawietz (RS Breslau und Köln, 29/X1/35). 


1936 
Musik zu Gericht im Dom, Hörspiel von Hanns Meder (RS Breslau, 30/X/ 
36). 
Musik zu Arbeiter, hör zu, Hörspiel von H. Niekrawietz zum 3. Jahrestag 
der NSG "Kraft durch Freude"/Fahrt in die Sonne (RS Breslau, 19/X1/36). 


B 477 





Grenzlandkantate (T: H. Niekrawietz), für Bariton, MCh, Knabenchor 
und gr. Orch mit den Sätzen: 1. Chor der Soldaten. - 2. Chor der Bauern. 
- 3. Chor der Arbeiter. - 4. Grenzlandschwur (UA: Beuthen, Oktober 1936, 
beim Oberschles. Musikfest). 


1938 
Schlesische Hymne (T: Wolfgang Schwarz), für Bariton, Chor und Orch 
(Breslau, 1938, Feierstunde des Chorkreises Breslau und des Bundes 
Deutscher Osten, Motto "Wacht im Osten"; Berlin, 11/11/42, Sendekonzert 
der Reihe "Musik aus deutschen Landen", Dgt. R. Schulz-Dornburg). 
Bericht: 

"(...) Ein junger schlesischer Dichter, Wolfgang Schwarz, hatte ihm 
dafür einen hymnischen Text geschaffen, der dreiteilig in der Anlage, 
zuerst die Oder besingt, diesen im Kranz der deutschen Ströme so 
bescheidenen, fast vergessenen und doch so wichtigen Oststrom 
Deutschlands, dann die Berge des Riesengebirges mit ihrem Urgeist 
Rübezahl preist und zum Schluß der Heimat, >Land der Unruh<, gedenkt, 
in der wir noch nicht heimgefunden haben, in der der blutgetränkte Sand 
des Annaberges ruft: >Die Grenze trennt die Herzen nicht<. Diese 
Dichtung hat Bialas mit den Ausdrucksträgern Chor, Orchester und 
Baritonsolo in abwechslungsvoller, künstlerischer Ausgewogenheit zu 
einem Werk von fast oratorienhafter Größe aufgebaut. Der Komponist hat 
Einfälle, die nicht kurzatmig gehalten sind, sondern mit satztechnischer 
Disziplin, klarer, diatonischer Harmonik und charakteristischer, herber 
Melodik, die vom Volkslied herkommt, zu großer Steigerung führen. Ein 
eigener Stil beginnt sich bei Bialas anzubahnen" (Kurt Benkel: Wacht im 
Osten. Feierstunde des Chorkreises Breslau. "Die Musikpflege" IX/12, März 
1939. S. 505-506). 


1939 
Nach dem Winter da kommet der Sommer. Sudetenschlesisches 
Volkslied. Für Flöte, Violine und Cello: G. Bialas. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 24/24 a (2. März 1939). 
Drei Hochzeitschöre auf Texte aus Herders "Stimmen der Völker" 
(Düsseldorf, *17/V/39, zur musikal. Abendveranstaltung des NSD- 
Studentenbundes bei den Reichsmusiktagen). 
19. Mai 1939, Besprechung: 

"(...) Neben ausgeprägtem Eigengehalt verbinden Bialas Chöre ein 
hohes Gefühl für handwerkliche Qualitäten mit der Achtung echter 
traditioneller Werte" (Walter Trienes: Reichsmusiktage Düsseldorf. 
Musikalischer Abend des NSDStB. "Westdeutscher Beobachter", Abend- 
Ausgabe, 19/V/39). 

Kameraden, schon nahet die Nacht. Kanon. 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ) 75 (1939); Lied über Deutschland (?1941). 
2. November 1939: 
Bialas leitet die HJ-Rundfunkspielschar im Sendekonzert des RS 


B 478 





Breslau Die Landsknecht' rücken an. Im Programm von Pimpfen 
gesungene Landsknechtslieder. 


1941 
Weberlied: Wie dumm und töricht. 
In: 
An Weichsel, San und Warthe (1941). 
Hahn blau. Volkslied. Chorsatz. 
In: 
An Weichsel, San und Warthe (1941). 


1943 

Musette. 

In: 

Das Kindelwiegen (1943). 
Ländler. 

In: 

Das Kindelwiegen (1943). 
Menuett. 

In: 

Das Kindelwiegen (1943). 


Rückblick, ein bißchen anders, 1963: 

"Ein junger Komponist bedarf noch der großen Vorbilder, und alle 
neue Musik, die ich während meines Berliner Studiums begeistert 
aufgenommen hatte, verschwand aus den Konzertsälen. Ich konnte 
zunächst überhaupt nicht mehr arbeiten, bis ich mich mit den neuen, mir 
widerlichen Verhältnissen in einer für mich tragbaren Form abgefunden 
hatte. Ich fand unter den Breslauer Musikern Freunde, die sich für meine 
Werke interessierten, hatte auch genügend Aufführungen, aber das Echo 
blieb auf einen kleineren Kreis beschränkt. 

(...) Dann kam der Krieg, ich wurde 1941 eingezogen, und als ich 
aus Gefangenschaft zurückkehrte, war ich beinahe 40 Jahre alt" (Günter 
Bialas an Fred K. Prieberg, 17/X11/63). 

Geschichtsfälschung 1964: 

In seinem Komponistenporträt von Bialas in "Lied und Chor" (LVI/ 
3. März 1964, S. 53) verschwieg Hermannjosef Rübben sämtliche 
Werktitel vor 1945. 

Information: MM2, KDMK (Bialas verschwieg dem Herausgeber alle 
politischen Titel), RML, LdCh, SML, MGG, RMLE, FA2. 


Bialojan, Georg 
Berlin, 6. September 1899 - Lüneburg, 1. Dezember 1969. 
Musiker in Bad Harzburg, ab 1940 in Lüneburg. 
Nach 1945 weiterhin in Lüneburg. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.784.768, auf Antrag vom 14/V111/37. Leiter der 


B 479 





Ortsmusikerschaft (RMK) Bad Harzburg, 1940-45 Landesleiter der RMK, 
Gau Osthannover, nachdem diese Position ebenso wie die 
Kreismusikerschaft Lüneburg 15 Monate lang unbesetzt geblieben war. 


Bickelmann, Günther (Fritz Julius) 
Saarbrücken, 14. Mai 1912 - Gorka (UdSSR), 12. Januar 1942 (im 
Fronteinsatz gefallen). 
Musikstudent, dann Kapellmeister in Saarbrücken, 1937/38 am 
Landestheater Altenburg, 1938/39 am Stadttheater Neiße; 1940/41 dann 
zur Wehrmacht einberufen, zuletzt Unteroffizier beim Stab des Pionier-Btl. 
656. 


NSDAP seit 1/X1/35, Nr. 6.920.194. 


Bickerich, Viktor 
Leszno (Russisch-Polen), 23. Februar 1895 - Brasov (RO), 18. Mai 

1964. 
Sohn eines Pastors; Schüler von F. Heitmann, J. Kromolicki und A. Egidi, 
Musikpädagoge, ab 1921 in Kronstadt/ Rumänien; Professor, 
Musikdirektor und Komponist, Dirigent des Bachchors der Schwarzen 
Kirche (= ev. Stadtkirche) und - bis 1962 - deren Organist, Dirigent des 
Kronstadter MGV und des Honterus-Chors; bis 1935 Lehrer für Klavier und 
Orgel am Rumänischen Konservatorium der Musik "Astra" (gegr. 1928), 
bis 1955 Musiklehrer am ev. Honterus-Gymnasium. 1934-44 Dirigent des 
Philharm. Orchesters Brasov 

Nach 1945 weiterhin in Brasov, zuletzt i. R. 
Werke: u. a. Publikationen, so über Paul Richter ("Musica", Bucuresti, 
Supl. Nr. 6, 1958), über Orgelmusik in Rumänien; Sammlung der 
musikalischen Folklore der Siebenbürger Sachsen. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 1941 Leiter der Musikkammer in der 
Kulturkammer der Dt. Volksgruppe in Rumänien. 
2. September 1937: 

Bickerich leitet mit dem Bariton Alfred Witting und dem Bach-Chor 
die Funkaufnahme von Rudolf Lassels "Wir wollen sein ein einzig Volk von 
Brüdern". 

Tondokument im DRA: 1850362-13. 

Information: DML. 


Bie, Oskar 
Breslau, 9. Februar 1864 - Berlin, 21. April 1938. 
Sohn eines Kaufmanns; Dr. phil. Berlin 1886, auch Professor, 
Musikpublizist, Herausgeber, Musikschriftsteller, Musikkritiker in Berlin am 
"Berliner Börsenkurier" bis 1933, dann entlassen. 
Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel (Sp. 33: "Verf. zahlreicher, 


B 480 





weitverbreiteter Werke, die wissenschaftl. nicht einwandfrei sind") als Jude 
denunziert. 
24. Juni 1934: 

R. Strauss wendet sich an den Präsidenten der RSK, Blunck, und 
bittet ihn, dem entlassenen Musikkritiker und Freund Oskar Bie eine 
Pension von 200 RM zu erwirken oder ihm sonstwie zu einer entgeltlichen 
Tätigkeit zu verhelfen (Quelle: Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek 
Kiel, NL Blunck). 

1936/37: 

O. Bie steht auf einer Schwarzen Liste des RS Berlin (Quelle: 
National Archives Washington, Record Group 260-OMGUS, ICD, Box 229, 
File 26). 

Information: DNML, DML, FA, RML, SML (Todesdatum: 22/IV), MGG. 


Biebl, Franz 
Pursruck bei Amberg, 1. September 1906 - München, 2. Oktober 2001. 
Sohn, elftes Kind, eines Hauptlehrers; Musikpädagoge, 1933-39 
Chordirigent in München, z. B. des MGV Hans Sachs, 1939-45 Lehrer für 
Chorerziehung und Musiktheorie am Mozarteum Salzburg; 1943 zur 
Wehrmacht einberufen und bis 1947 in Kriegsgefangenschaft. 

1948 Chordirektor in München-Solln und Fürstenfeldbruck. 1959 
Referent für Chormusik beim BR München. Erhielt 1976 den Ostbayern- 
Kulturpreis. Musikreferent in München-Solln. 

Werke: u. a. "Amberger Blut", Festspiel (T: Eugen Hubrich); "Steht auf, 
ihr lieben Kinderlein!", Morgenmusik (1940); Kantaten und Spielstücke. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP oder NSLB; Leiter der HJ-Rundfunkspielschar 5 
München; 1942 Reichssachbearbeiter für Musikerziehung im NSLB. 
Veranstalter von NSLB-Lehrgängen für Musikerzieher. 


1933 
Drei Lieder der deutschen Erhebung: 1. Kameraden, Tritt gefaßt. - 
2. Die Würfel sind gefallen. - 3. Junge Kraft und alte Größe (BR, 
5/X11/33). 


1937 
Op. 9. Du und die Welt. Motette für gemCh (1937). 


1938 

Mutter Erde (T: Werner Jäkel). Eine kleine Kantate für Solostimme, 
Sprecher ad libitum, Chor und 2 bis 3 Instrumente (1938) [VB]. 

Musik zu Geschlagen ziehen wir nach Haus, unsere Enkel fechten's 
besser aus, Hörspiel von Johann Anleiten über die Geschichte des 
Bauernkriegs (RS München, 8/X/38, in der Reihe "Volk und Staat"). 

*9, November 1938: 
Biebl leitet die Sendung Wir sind das Heer vom Hakenkreuz, 
Lieder der jungen Mannschaft, gesungen von Jungen und Mädels der HJ - 


B 48] 





Rundfunkspielschar 5 (RS München, *9/X1/38). 

Aus deutschen Gauen: Schlesien. Ei, du edler Tannenbaum - Und in dem 
Schneegebirge - Tanzen ist aus - Gestern beim Mondenschein. 
Instrumentalsätze: Biebl. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ) 75 (1938). 


1939 
*30. Januar 1939: 

In der Sendung Marschtritt der Geschichte, Märsche und 
Kampflieder, leitet Biebl die HJ-Rundfunkspielschar 5 (RS München/ RSdg, 
*30/1/39). 

Wir schreiten zum Licht (T: Fritz Meingast). Sommersonnenwendfeier 
der HJ-Rundfunkspielschar (RS München, *21/V1/39). 


1940 
Zum Lobe der Musik. Kantate für StreichOrch, Holzbläser, Horn und 
Trompete ad libitum und 4-6stimm. Chor unter Verwendung der 
Liedmelodie von Johann Ahle, gewidmet der Rundfunkspielschar der HJ 
München (1940) [V]. 
Baumann: Junge Regimenter. Kriegslied. Mit Klavier oder anderen 
Instrumenten: Biebl. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 5 (Juni 1940). 
Früh am Morgen steigen Krieger. Kriegslied. Instrumentalsatz: Biebl. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 5 (Juni 1940). 
Baumann: Es hat der Krieg ein großes Feld. Kriegslied. 
Instrumentalsatz: F. Biebl. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 5 (Juni 1940). 


1941 
Du mußt an Deutschland glauben (T: H. Claudius). Bekenntnislied 
(1941; u. a. Salzburg, 1942, bei den Kulturtagen der HJ). 
Die Rekruten (T: W. Jäkel). Soldatenkantate für einstimm. Chor und 
Instrumente (Salzburg, 1941) [V]. 
Baumann: Jung sind die Birken und leuchten. 2stimmig: Biebl. 
In: 
Lied über Deutschland (21941). 


1942 
Baumann: Jung sind die Birken. Zehn Lieder in Sätzen für 2 bis 3 
gleiche Stimmen mit Vorwort von F. Biebl (1942) [V]. 
Rieke im Manöver: Ulanen, das ist leichte War (T: O. J. Bierbaum). 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Tröstung: Keiner von uns weiß das Wann (T: O. Wöhrle). 


B 482 





In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Marschlied: Soldaten sind der Stunde Kind (T: O. Wöhrle). 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Die Trommel schlägt und schmettert (T: K. Seidelmann). 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Abschied am Lagerfeuer: Ihr Männer im Kreis, lebt wohl (T: K. 
Seidelmann). 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Feindwärts ziehn die Kolonnen (T: K. Seidelmann). 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Das schönste Quartier (T: K. Seidelmann). 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Warum mit Überflüssen als Bettler halten Haus? (T: O. Wöhrle). 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Schlagt die Trommeln, Kameraden (T: Heinrich Friedrichs). 

Textprobe (Refrain): 

"Für den Führer, für Großdeutschland, 
Kameraden, greift an!". 

In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Landser, laß das Sorgen (T: H. Friedrichs). 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Grün ist der Rasen (T: H. Friedrichs). 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Hier liegen wir heute (T: H. Friedrichs). 

Textprobe (Refrain): 

"Es führt uns der Führer zum herrlichsten Siege". 

In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Der Fuchs geht nicht ins Eisen (T: H. Friedrichs). 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Narviklied: Hoch im Norden schmilzt der Schnee (T: W. Cramm). 
In: 
Kameraden, laßt uns singen (21942). 
Das Lied der Gemeinschaft ("Die Musikpflege" XI11/3, Juni 1942. S. 
43-46). 
Zitat: 

"(...) Es ist nicht passend und auch nicht notwendig, daß zu allen 


B 483 





Gelegenheiten die Lieder der Nation gesungen werden. Diese beiden 
Hymnen müssen den Gelegenheiten vorbehalten bleiben, bei denen 
wirklich die ganze Nation betroffen wird. Es ist daher unerläßlich, daß das 
Volk auch in seiner Ganzheit andere Lieder beherrscht, die zur 
Umrahmung eines feierlichen Anlasses gesungen werden können. Es 
mögen dann die Teilnehmer aus den entlegensten Ecken des Reiches 
kommen, in diesem gemeinsamen Gesang werden sie sich finden. Der 
Nationalsozialismus hat bereits verschiedene Formen mit sich gebracht 
und wird noch weitere schaffen. Diese müssen inhaltlich erfüllt werden. Ob 
dabei nun der politische Mensch oder der Privatmann angesprochen wird, 
immer gilt es dem Deutschen. Es ist nur eine folgerichtige Entwicklung, 
wenn das deutsche Lied, das immer schon Ausdruck nationaler Gesinnung 
war und auch dem Nationalsozialismus in der Kampfzeit Begleiter war, nun 
auch zu seiner wahren Würde erhoben wird. Wer die neue Zeit verstehen 
will, kann an dem Lied, das eine begeisterte Jugend geschaffen, nicht 
vorübergehen" (S. 44). 

Das neue weihnachtliche Liedgut ("Völkische Musikerziehung" 
VI1l/12, Dezember 1942. S. 273 ff.). 

Biebl empfiehlt die neuen Lieder "der jungen Kameradschaft" für das 
nationalsozialistische Weihnachten, das keine Bindung mehr an die 
christliche Feier hat. 

Baumann: Bergbauernweihnacht, mit Sätzen für ein bis drei 
Singstimmen, 2 Flöten und Gitarre von F. Biebl [K]. 

Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht" (21942) als Notentip. 
Fanfare der Hitlerjugend für Bläser (Salzburg, 1942, bei den 
Kulturtagen der HJ). 
Morgenspruch, für Spielschar (Salzburg, 1942, bei den Kulturtagen der 
Hitlerjugend). 


1943 
Jetzt gani i meis Bettli. 


In: 

Das Kindelwiegen (1943). 

Schlaf ein zu süßer Ruh, mein Kindlein du (T: Fritz Meingast). 

In: 

Das Kindelwiegen (1943); Weihnacht macht die Türen weit (1944). 
Gesetz der Jugend (T: W. Jäkel), für HJ-Chor und Orch (Teilpreis - 400 

RM - des Musikpreises der Stadt Solingen 1943). 

Brendel: Was tief in unsern Herzen glüht. Für Orgel: F. Biebl. 

In: 

Das Orgelbuch (1943). 

Blumensaat: Wo immer das Leben erglommen. Für Orgel: F. Biebl. 

In: 

Das Orgelbuch (1943). 


B 484 





Geschichtsfälschung |, 1964: 

In seinem Komponistenporträt Biebl ("Lied und Chor" LVI/5, Mai 
1964, S. 91) verschweigt Hermannjosef Rübben sämtliche oben 
aufgelisteten Titel. 

Geschichtsfälschung II, 1966: 

In seinem Artikel zum 60. Geburtstag Biebls ("Lied und Chor" LVIII/ 
9, September 1966, S. 199) verschweigt Franz R. Miller sämtliche oben 
aufgelisteten Titel. 

Information: KDMK (mit verdrucktem Geburtsort), RML, LdCh. 


Biebris, Heinz 
Trier, 25. März 1895 - Siedlingshausen, 11. Februar 1958. 

Dirigent und Geiger in Meschede; seit 1919 Leiter des Gesangvereins 
"Sauerlandia" und anderer Männerchöre, ab 1921 Leiter der Mescheder 
Orchestervereinigung, Stadtkapellmeister, hier Musiklehrer an der 
Oberschule für Jungen und seit 1931 Organist der ev. Kirche. 

Nach 1945 weiterhin in Meschede in diesen Funktionen, zuletzt in 
Siedlingshausen. 
Werke: u. a. Chöre, so "Willkommen unseren Gefangenen" (1918), zur 
Begrüßung der heimkehrenden Kriegsgefangenen. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 3.999.724; Leiter der Kreismusikerschaft (RMK) 
Meschede. 

Aus großer Zeit. Marsch (vor 1918). 

Die grüne Garde. Marsch (RS Köln, 16/1V/39, MK des Il./ IR 60, 
Arnsberg, Dgt. MM Stumme). 

Information: Standesbeamter Müller, Trier (5/IX/96), verweigerte mit 
Berufung auf das verfälschte PStG, also rechtswidrig, die Angabe des 
Todesdatums von Biebris. Das dagegen angerufene AG Trier, Frau 
Amtsgerichtsdirektor Terner, lehnte den Antrag - 14 III 48/97 - durch 
Beschluß vom 14/VIII/97 ab, indem sie sich nicht etwa auf das Gesetz 
berief, sondern auf dessen Verfälschung durch die Kommentatoren 
Massfeller/Hoffmann. Die Juristin verweigerte dem Lexikographen gegen 
ihren Amtseid auf das Grundgesetz sein Verfassungsrecht auf 
ungehinderte Berufsausübung und dem Künstler die lexikographische 
Würdigung. 


Bieder, Eugen 
Berlin, 23. Januar 1897 - Hamburg, 10. April 1952. 

Dr. phil. Berlin 1923 (Über Friedrich Wilhelm Marpurgs System der 
Harmonie, des Contrapunkts und der Temperatur). Musikpädagoge in 
Berlin-Lichterfelde; 1930 Musikstudienrat an der Staatl. Bildungsanstalt 
Lichterfelde, 1933 Sachberater für Musikerziehung im Preußischen 
Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung; ab 1/X/33 o. 
Professor und Seminarleiter an der Hochschule für Musik, seit Juli 1934 
zunächst k., ab 26/VI11/35 endgültig Direktor der Akademie für Kirchen- 


B 485 





und Schulmusik (Hochschule für Musikerziehung) in Berlin, zugleich Hgb. 
von "Völkische Musikerziehung". 1939 zur Wehrmacht einberufen, leitete 
er eine Dienststelle des Chefs der Abt. Wissenschaft im Oberkommando 
des Heeres, Ministerialdirigent Prof. Dr. Erich Schumann, am 13/VI/41 
Kriegsverwaltungsrat OKH-WaF der Dienststelle Paris des 
Heereswaffenamts im besetzten Frankreich, erhielt den Rang eines Majors, 
kehrte aber nach einem Autounfall 1942 zurück zur Forschungsabteilung 
Berlin des Heereswaffenamts, sodaß er daneben als Hochschuldirektor 
tätig sein konnte. 1942 erhielt er das KVK II mit Schwertern. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.579.905; 1933 Referent für Schulwesen in der 
Fachgruppe Musik des KfdK, 1937 Leiter des NS-Studentenkampfhilfe- 
Ringes an der Hochschule für Musikerziehung Berlin. 

Deutscher Hymnus: Deutschland, Deutschland, über alles! Für 
Jugendchor und JugendOrch (1931, 1933). 

Aktive J ugendmusikpflege ("Die Musik" XXVI1/7, April 1934). 

Zitat: 

"(...) Ausgehend von dem schon gegenwartläufigen Volks-, Kampf- 
und Marschlied muß das Liedgut nach rückwärts und vorwärts allmählich 
erweitert werden. Nach rückwärts durch stärkste Pflege der kraftvollen 
Freiheitslieder aus dem vorigen Jahrhundert, durch das gesunde nationale 
Lied vergangener, Gegenwart vorahnender oder verwandter Zeiten 
schlechthin, das viel umfangreicher vorhanden ist, als die wenigen 
beliebten, oft zu hörenden Landsknechtslieder es erscheinen lassen und 
ebenso, wenn nicht noch schlagkräftiger bei bewußter Pflege. Darauf aber 
kommt es an.Wir können auf diesem Gebiet allein nicht - wie einige 
Ratgeber meinen - die Hände in den Schoß legen mit der Begründung: 
Volkslied ist, was von selbst lebt und gesungen wird; gewiß, aber Liebe 
zum Volkstum in immer umfassenderer Form muß auch erzogen werden; 
mit dem Zusehen und Abwarten hätten wir keine deutsche Revolution 
erlebt, sondern durch Führerwillen und Menschenformung" (S. 487). 

20. Juli 1934: 

Bieder wird als Leiter der Staatl. Akademie für Kirchen- und 
Schulmusik in sein Amt eingeführt (siehe: Paul Ebel: Bericht über die 
Einführung des neuernannten Leiters der Staatlichen Akademie für 
Kirchen- und Schulmusik in Berlin- Charlottenburg. "Völkische 
Musikerziehung" 1/1934-35. S. 58-61). 

26. Juli 1935, Denunziation: 

"Bieder, Eugen Dr. (Musikpädagoge der Systemzeit)" (NSKG, Amt 
für Kunstpflege, Rundschreiben Nr. 6, Liste der Musik-Bolschewisten, 
26/V11/34. Quelle: BA NS 15/ 187). 

11. Februar 1936, Material: 

"C...) Wir sind bereit, auf Ihren Wunsch das gegen Bieder 
vorliegende Material Ihnen zur Einsicht kurzfristig zu überlassen. 

Nach Rücksprache mit dem Kreisgericht III in Steglitz geben wir 
folgende Anregung: Der Pg. Schulz-Tegel hat schriftlich mehrfach erklärt, 
dass er dem Kultusministerium Belastungsmaterial (originale und 
beglaubigte Abschriften) gegen Bieder eingereicht und trotz seiner 


B 486 





Aufforderung nicht wiedererhalten habe; es liegt tatsächlich ein Brief vom 
24. 9. 34 vor, in dem das Kultusministerium über den Oberpräsidenten der 
Provinz Brandenburg dem Studienrat Schulz-Tegel mitteilt, dass die 
Rückgabe der von ihm überreichten Materialien gegen Bieder nicht 
erfolgen könnte, da diese Materialien Bestandteile der Akten des 
Kultusministeriums geworden seien. Wir fügen Ihnen diesen Brief in 
Anlage | abschriftlich bei. 

Das Kulturpolitische Archiv stellt in Übereinstimmung mit dem 
Kreisgericht den Antrag an das Geheime Staatspolizeiamt, die sämtlichen 
Akten zum Fall Bieder vom Geheimen Staatspolizeiamt im 
Kultusministerium, Unter den Linden 4, zu beschlagnahmen" (Amt für 
Kunstpflege, Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, an Geh. Staatspolizeiamt 
Berlin, 11/11/36. Quelle: BA NS 15/ 69). 

Das NS-Regime war eine große Gelegenheit für Denunzianten. 
27.)Januar 1938: 

"(...) Der Pianistin Else Kraus ist am 28. März 1934 zum 30. 
September des gleichen Jahres mit der Begründung gekündigt worden, 
daß eine solche Maßnahme im Zuge der organisatorischen Neuordnung 
der Akademie, die damals dem Direktor der Hochschule für Musik 
unterstellt war, notwendig wurde; Frau Kraus hatte vom 1. Oktober 1933 
nur noch einen Lehrauftrag von 6 Wochenstunden gehabt. Über irgendeine 
Betätigung politischer Art der Genannten ist mir nichts bekannt; bezüglich 
ihrer kulturpolitischen Einstellung ist zu bemerken, daß sie wiederholt als 
Interpretin von Werken extrem moderner Richtung aufgetreten ist. Über 
einen namhaften Vertreter dieser Komponisten, der Österreicher Arnold 
Schönberg, hat sie, wie ich feststellen konnte, auch in einem früheren 
Jahrbuch der Akademie (vor 1933) einen eingehenden Aufsatz 
veröffentlicht. Diese Tatsachen mögen bei der Lösung des 
Vertragsverhältnisses mit berücksichtigt worden sein. (...)" (Eugen Bieder 
an Reichs- und Preußischen Minister für Wissenschaft, Erziehung und 
Volksbildung, 27/1/38. Quelle: BA Namensakte Else Kraus. Abdruck in: 
Fischer-Defoy, "Kunst-Macht-Politik", Berlin 1988. S. 321). 

3. April 1939, Säuberung: 

Bieder gibt bekannt, daß die Bibliothek der Hochschule für 
Musikerziehung in Berlin auf seine Anweisung "von allen jüdischen 
Buchwerken bereinigt" worden sei. 

Appell an alle Musikerzieher des deutschen Volkes ("Chronik der 
Hochschule für Musik", 2. Band, S. 128. Abdruck in: Fischer-Defoy. S. 
332-333). 

Zitat: 

"In den letzten Wochen haben sich Ereignisse von ungeheurer 
Tragweite abgespielt. Das deutsche Volk, an einer Reihe von großzügigen 
Friedensaufgaben arbeitend, zu denen auch viele Pläne auf 
musikkulturellem Gebiet gehörten, mußte zu den Waffen greifen, um 
unterdrückten Brüdern im Osten Schutz zu gewähren und um sein 
Lebensrecht zu verteidigen. Der Führer, noch vor wenigen Wochen an den 
Bayreuther und danach an den Salzburger Festspielen teilnehmend, ist 
selbst an die Front gegangen, und viele unserer Kameraden haben ihren 


B 487 





Arbeitsplatz in der Heimat verlassen und sind ins Feld gezogen, um die 
großen Taten der deutschen Armee in diesem beispiellos schnellen 
Ostfeldzug mitzukämpfen und weiterhin als Soldat für den Freiheitskampf 
Deutschlands bereit zu sein. Wer aber zu Hause geblieben ist, der sucht 
seine Pflicht in dem Sinne zu erfüllen, daß er der Stärkung der inneren 
Front, dem Lebendighalten des deutschen Wehrgeistes dient. Wir 
Musikerzieher arbeiten gewiß gern für die Kultur, die sich in einem 
friedlichen Wachstum entfaltet; wir wissen aber auch, daß die Musik innig 
mit dem Soldatentum verbunden ist und ein wesentliches Mittel darstellt, 
soldatische Gesinnung wachzuhalten und zu stärken. In derselben Weise, 
wie der Truppe das Lied Ausdruck ihres Siegeswillens, ihrer 
Kampfbereitschaft ist, so soll es auch der jungen Mannschaft 
weitergegeben werden: als eine Quelle männlicher frohgemuter Wehrkraft. 

Darüber hinaus stellt sich der Musikerzieher in der Heimat mit 
freudiger Einsatzbereitschaft allen Aufgaben zur Verfügung, die an ihn 
herantreten und beweist damit, daß er an Leben und Schicksal seines 
Volkes tätigen Anteil hat". 

Zur einheitlichen Ausbildung des Musikerziehers ("Völkische 
Musikerziehung" VIII/l, Januar 1940). 

Feierliche Musik für Streichquartett. 

22. Juli 1944, Appell: 

"Herr Direktor Bieder kam sogleich auf die das ganze deutsche Volk 
aufs tiefste bewegende Vorgänge des 20. Juli und unseres Führers 
wunderbare Errettung zu sprechen, wofür wir Gott danken wollen. Die 
Folgen sind unausdenkbar, wenn dieser feige und niederträchtige Anschlag 
auf unser Volk gelungen wäre. Über ungezählte Millionen deutscher 
Arbeiter, Bauern, Soldaten und Geistesschaffende wäre ein furchtbares 
Unglück hereingebrochen, ausgelöst durch die Hand eines gemeinen 
Verbrechers, der im Auftrag einer ehrgeizigen, gewissenlosen kleinen 
Clique die Hand erhoben hatte, um dem uns allen teuersten Leben, das 
wir auf Erden kennen, ein Ende zu setzen. Eine fast religiöse, andächtige 
Dankbarkeit erfüllt die Herzen des deutschen Volkes. Jedem von uns 
wurde es zur Gewißheit, daß der Führer sein Werk unter dem Schutz der 
Vorsehung erfüllt, daß keine Gemeinheit und Niedertracht ihn daran 
hindern oder dabei aufzuhalten vermag, daß damit aber auch ein über 
allem menschlichen Tun waltendes göttliches Geschick uns einen 
Fingerzeig gibt, daß dieses Werk, auch wenn es noch so großen 
Schwierigkeiten begegnet, vollendet werden muß. 

Und so geloben wir, dem Führer noch treuer zur Seite zu stehen und 
unter keinen Umständen zu dulden, daß jemand Zweifel an unserem 
Führer und am Siege unserer gerechten Sache äußert" (Bericht über den 
Semesterabschlußappell an der Hochschule für Musik, 22/V11/44. Quelle: 
"Chronik der Hochschule für Musik", 2. Band, S. 460. Abdruck in: Fischer- 
Defoy. S. 337). 


Geschichtsfälschung, 1994: 
Eugen Bieder fehlt in Siegmund Helms/ Reinhard Schneider/ Rudolf 
Weber (Hgb.): Neues Lexikon der Musikpädagogik. Personenteil (Kassel, 


B 488 





1994). 
Haben die Herausgeber etwa Parteigenossen weggelassen? 
Information: FA (mit falschem Vornamen Egon). 


Bieder, Richard 


Kamerad, wenn wir marschieren (T: Gerhard Hammer). SA-Marschlied 
(1937) [ZVNSDAP]. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Kamerad, wenn wir marschieren, 
marschieren durch die blaue Nacht, 
schweigend müssen wir marschieren 
als des Volkes Wacht. 
Heimatboden, deutsche Erde, 
bei ihr klopf ich an, 
wenn ich einmal fallen werde 
für den einen Mann". 
In: 
Lieder der Mannschaft 10 (1938); SA-Liederbuch (21939). 
Kameraden, Fackelträger deutschen Glaubens sollt ihr sein! (T: H. 
Anacker). Kampflied [ZVNSDAP]. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Kameraden, Fackelträger deutscher Hoffnung 
sollt ihr sein! Lehr die Zweifelnden Vertrauen, 
laßt sie ahnen, laßt sie schauen 
deutscher Zukunft Morgenschein". 
In: 
Lieder der Mannschaft, Sondernummer 13 (1938). 


Biefeld, Alfred 
Flöha/ Sachsen, 24. September 1886 - Glauchau, 14. Juni 1944. 
Sohn eines Kantors; Schüler u. a. von K. Straube und M. Ludwig, Dirigent, 
Chorleiter, Kantor und Organist der Lutherkirche in Glauchau, hier auch 
Leiter der Chorgesangsvereinigung und des MCh "Liedertafel Arion", der 
Glauchauer Mandolinen- und Gitarre-Vereinigung, ferner in Meerane Leiter 
des Philharmonischen Orchesters Westsachsen und des Sängervereins. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. MZF des NSD-Reichskriegerbundes, Kreis 
Glauchau. 

Mein Deutschland: Stolz sei der Deutsche. Bekenntnislied (RS Breslau, 
20/X/35). 

Kameraden der Front. Kantate für gemCh, MCh und BlasOrch, 
gewidmet dem Bundesführer des NSD-Reichskriegerbundes, SS- 
Gruppenführer Oberst a. D. Reinhardt (Glauchau, 1938). 

Deutschland, mein Deutschland. Chorfeier (Glauchau, 1939). 

Bismarck. Hymne für gemCh und BlasOrch. Auftrag des NSD- 


B 489 





Reichskriegerbundes, Kreisverband Glauchau (Glauchau, 1940). 
Information: DML, FA, LdCh (ohne Todesmeldung), MGGS (Autor 
Walter Hüttel unterschlug alle oben genannten Titel). 


Bieling, Hans Hermann 

Wuppertal-Elberfeld, 22. März 1906 - Bad Homburg vor der Höhe, 11. 
März 1999. 
Privatmusikerzieher für Klavier und Theorie, Komponist in Wuppertal, 
wohnhaft in Barmen. Nach 1945 in Oberursel Organist, zuletzt i. R. in Bad 
Homburg v. d.H. 
Werke: u. a. das Liederspiel "In Veil und grünem Klee" (T: F. P. Kürten) 
für gemCh und Orch (1941). 


NSDAP seit 1/1V/41, Nr. 8.239.004, auf Antrag vom 9/1/41. Leiter von 
Singschar und Orchester der HJ, Standort Wuppertal. 

Deutsche Kraft (Texte: H. Böhme, H. Menzel, H. Baumann, G. Zemke 
und Hermann Wegele). Kantate für MCh, Bariton, Orgel und Orch (UA: 
Wuppertal, *11/V/41, zum Gausängertag, Ausführende: Herbert Simon, 
Bar, Wuppertaler Chorgemeinschaft, Städt. Orch, Hermann Inderau, Orgel. 
Dgt. Heinz Keller). 

13. Mai 1941, Bericht: 

"(...) Nachhaltigeren Eindruck hinterließ die Kantate >Deutsche 
Kraft< für Männerchor, Baritonsolo, Orgel und Orchester, mit der der 
junge Wuppertaler Komponist Hans Hermann Bieling eine überzeugende 
Probe starker Begabung bot. In fünf straffgefaßten, untereinander durch 
kurze Orchesterüberleitungen verbundenen Sätzen führt diese Kantate 
von Herbert Böhmes machtvollem Weckruf des erwachten Volkes 
>Morgenrot, Deutschland<... >Wir fassen Tritt< über Herybert Menzels 
mit markantem Rhythmus im Aufbruch befindlichen >Volk am Wege< 
(Wir schreiten ernst, wir schreiten still) zu dem Hymnus der 
schöpferischen Arbeit, dem harten Dienen der >Hände<: >\Wenn sie säen, 
wenn sie schmieden, atmet unser Volk im Licht< (Georg Zenko) . Das 
allein dem Solobariton anvertraute kraftvolle >Bauerngebet< Hans 
Baumanns leitet ungezwungen und wirksam über zu Zenkos lebendig 
aufrüttelnder Mahnung >Pack zu... du sollst den Hammer schwingen!< 
und schließlich mündet das Ganze organisch in grandioser hymnischer 
Gipfelung aus in Herm. Wegeles >Nun ströme aus, du deutsche Kraft..., 
daß neues Leben dir geschafft!<. Die gehaltvolle thematische Substanz 
des Werkes und deren kontrapunktische Verarbeitung, die in allen Teilen 
charaktervolle Tonsprache, die sich auch in markanter Rhythmik, guter 
Stimmführung und eindrucksvoller Instrumentierung auswirkt, die innere 
Geschlossenheit des Ganzen und nicht zuletzt die an beste Tradition 
anknüpfende gesunde und kraftvolle Haltung des Musizierens einer neuen 
Zeit: das alles sichert dieser Kantate, die weitere Verbreitung verdient, 
nachhaltigen Erfolg. (...)" (Ernst Kuckelsberg: Chormusik am 
Gausängertag. "Rheinische Landeszeitung", 13/V/41. Fehler im Original). 

Information: Das Stadtarchiv Wuppertal (19/X/98) teilte mit, Bieling 


B 490 





erscheine nicht mehr in den Adreßbüchern nach 1945, und es ließe sich 
nicht feststellen, ob er verzogen oder verstorben sei. Standesbeamter 
Irrgang, Wuppertal (13/IX/99), lehnte mit Berufung auf 8 61 PStG, die 
Auskunft rechtsordnungswidrig ab. Das AG Wuppertal, Richterin Adam, 
bestätigte die Verweigerung am 28/VI/00 mit dem hirnrissigen Einwand, 
es sei ja ein privatwissenschaftliches und nicht ein kommerzielles Lexikon; 
die 6. Zivilkammer des LG Wuppertal - Richter Pinnel. Kohl und Wendel - 
erklärten dies am 5/XII/00 für rechtens. Den Todesfall beurkundete das 
Standesamt Bad Homburg, Nr. 318/1999. 


Bielmeier, Josef 
Schwarzach/ Bezirksamt Bogen, 29. Dezember 1884 - Straubing, 12. 
Mai 1955. 
Sohn eines Musikers; seit 1910 Musiker und Privatmusiklehrer (Klarinette, 
Kontrabaß) in Straubing. 
Nach 1945 auf der "Schwarzen Liste" der US-Militärregierung. 


NSDAP seit 1/V/35, Nr. 3.646.603. 
Major-Leuze-Marsch (Südfunk, 1934). 

Information: Den Todesfall registrierte das Standesamt Straubing, Nr. 
227/1955. 


Bienchen, Bienchen. Wiegenlied. 
In: 
Liederbuch des BDM (1934). 


Bienenfeld, Elsa 
Wien, 23. August 1877 - Minsk (UdSSR), ohne Datum 1942 (nach NS- 
Aktion verschollen). 
Tochter eines Rechtsanwalts; Dr. phil. Wien 1903 (Wolfgang Schmeltzl und 
sein Liederbuch und das Quodlibet des 16. Jahrhunderts). Schülerin von 
G. Adler und A. Schönberg, Musikpublizistin und Musikkritikerin in Wien 
bis 1938, u. a. für das "Neue Wiener Journal", dann entlassen. 
Von Brückner/Rock I und Gerigk/Stengel als Jüdin denunziert. 
Beim Fluchtversuch in die Schweiz an der Grenze angehalten und 
am 20/V/42 von Wien zwecks "Endlösung der Judenfrage" durch die 
Gestapo nach Minsk deportiert. 
Edward Grieg und seine Vorfahren ("Archiv für Rassen- und 
Gesellschaftsbiologie" XXVIIl/4, 1934). 
Information: DNML (ohne Geburtsdatum), DML (Geburtsjahr: 1887). 
Der Internationale Suchdienst in Arolsen gab Geburtsjahr 1877 an. 





Bier her, Bier her, oder ich fall um. Trinklied. 
In: 
Flieger-Liederbuch (1938; nur T, 0onA). 


Biersack, Anton 
Greding/ Mittelfranken, 30. November 1907 - Frankfurt a. M., 2. 

September 1982. 
Schüler von H. Reutter und G. Frommel, Komponist und Musikpädagoge in 
Frankfurt a. M., Studium am Konservatorium Würzburg, 1932 kath. 
Kirchmusiker, ab 1936 Dozent und Leiter der Orchester-Vorschule an der 
Musikhochschule Frankfurt. 1940-45 zur Wehrmacht einberufen; 1942-44 
Lehrer an der Heeresmusikschule Frankfurt, 1944-45 an der 
Militärmusikschule Bückeburg 

1945 in Frankfurt zunächst Chor- und Orchesterdirigent, auch freier 
Mitarbeiter des HR, Redaktion Katholische Kirchenmusik. 1947 Dozent für 
Partitur- und Generalbaß-Spiel, Tonsatz, Instrumentenkunde und 
Instrumentation an der Musikhochschule. 1957 Leiter der Abt. 
Orchesterausbildung an der Hochschule, 1960 o. Professor. Seit 1975 i. R. 
Werke: u. a. Orchesterstücke, so Sinfonische Musik (1937), Bagatellen 
(1939), Fantasia Fugata (1945), Ostinato Sinfonico (1952) und Concertino 
Cappriccio (1961); Kammermusik; "Weihnachtshymne" für S, Chor und 
Orch (1936), Passionskantate (1947), "An Gott", Hymne für gemCh und 
BlasOrch (1950), "Wir bauen eine Kirche", Kinderoper (1954). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Deutschlands Morgenrot. Introduktion und Doppelfuge mit einstimm. 
Schlußchor (UA: Frankfurt a. M., 10/VI1/43, Großkonzert der 
Heeresmusikschule). 

Information: FA, KDMK (Biersack unterschlug dem Herausgeber das 
oben genannte Werk), RML, LdCh. 


Biese 


Sturmmarsch (RS Köln, 8/VI1/38). 


Bigalke, Friedrich (Fritz) 


Musiker und Komponist in Stettin; zunächst Hoboist in der Kapelle Albert 
Rossow, Stand 1932: Leiter des Männerchors Jasenitz. Später - Stand 
1940 - in Danzig-Langfuhr und Bromberg. 

Werke: u. a. Märsche; Walzerlieder, so "Ein Sommerabend in 
Berchtesgaden". 


Alle genannten Titel im SV: 
Dem Führer treu! Marsch für Harmoniemusik (1937). 


B 492 





SS marschiert. Marsch für Orch (Berlin, 1936, zum Stiftungsfest des 
Kosleckschen Bläserbundes; RS Hamburg, 18/1X/37). 
Unter Hitlers Fahnen. Marsch für Orch/ SalonOrch (1937; RS Hamburg, 
27/111/37). 
Marsch der Deutschen mit dem "Lied der Deutschen" von H. J. Meinke, 
für Harmoniemusik (1940; RS Hamburg, * 22/11/39). 
Lützower Infanterie: Im Ringen der Völker (T: Elli Jessen). Marsch für 
Harmoniemusik (1943). 

Information: Keine Nachricht ab 1945; das damalige Bromberg fiel an 
Polen. 


Bihrer, Liesl 
München, 17. April 1914 - ? 
Musikerin in München, ab 1939 in Jesenwang bei Fürstenfeldbruck, 1940 
in Viechtach, 1941 wieder in München. 
Nach 1945 weiterhin in München, zuletzt (Stand 1997): 81476 
München, Forstenrieder Allee 6 a. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.687.769, auf Antrag vom 2/1X/37. 
Weht ein Wind (T: Waltraut Zilius-Falkenberg). 

In: 

Lieder zur Weihnachtszeit (1935, 1944). 


Bilse, Benjamin 
1816 - 1902 


Op. 37. Mit Bomben und Granaten = AM ||, 264 (u. a. RS Köln, 
25/X/37, RSdg, *30/1/38), im NS-Staat viel gespielt. Fassung u. a. für 
Klavier: L. Weninger, für 2 diaton. Handharmonikas: C. Herold, für Bläser: 
H. Kliment (1942), für Handharmonika: F. Köppl (1943) [B&B]. 


In: 
HM 2 (1933); Der Spielmannszug II (1933; für 2 Flöten und Trommel); 
[HK] Standard-Marsch-Album (1935). 


Bim bam beier, de Katt mag kein Eier; was mag se dann? Speck in 
de Pann. Kinderlied, niederdeutsch. Titel: Wenn das Kind nicht essen mag. 
In: 

Lobeda-Singeblatt 33 (1937). 


Bim, bam, bim, bam! Horch, es singt der Glocke Ton. Kanon zu 4 
Stimmen, volkstümlich, 19. Jh. Titel: Abendläuten oder Der Feierabend- 
Kanon. 


B 493 





In: 

Singkamerad (31935, 81937); NSLB, Unser Lied 1 (31935); Die Fahrt 
(1937); Unser das Land (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); 
Lieder der Frauenschaft 3 (1938); Lied über Deutschland (?1941); RJF, 
Unser Liederbuch (1941); Klingend Erbe (1941). 


Bim bam bom! Wer klopft an unser Tor? Kinderlied aus Österreich. 
Titel: Der Bettelmann. 
In: 
Lieder des Volkes (1936); Klingend Erbe (1941). 


Bim bam, d'Katz ist krank. Kanon zu beliebig vielen Stimmen. U. 
a. in Enders-Moißl, "Ringa-Ringa-Reia" (Wien, 1928). 
In: 
Lieder unseres Volkes (1943). 


Bim Kaptein. 
In: 
Liederbuch der Kriegsmarine 2 (1940). 


Binder, Franz 


Theatermusiker; Stand 1933/34: Inspizient am Stadttheater Gablonz/ 
Neiße (CSR), dann Spielwart der Operette im Theater der Stadt Karlsbad, 
1935/36 in Reichenberg Spielwart der Sudetenbühne (Wanderbühne), 
1936/37 gleiches am Stadttheater, 1938/39 Leiter der Bühnenmusik der 
Landesbühne Sachsen in Dresden, einer Wanderbühne, 1939/40 in der 
Sommerspielzeit an der Felsenbühne Rathen und Korrepetitor am Theater 
der Stadt Karlsbad, dann hier Spielwart und Schauspieler, ab Dezember 
1941-43/44 Leiter des künstlerischen Betriebsbüros, Hilfsspielleiter, 
Werbeleiter und Dramaturg am Dt. Theater Metz. 


Musik zu Shakespeares Sommernachtstraum (Theater der Stadt 
Karlsbad, 1/V/40). 
Information: Keine weitere Nachricht. 


Binder, Fritz 
Baltimore (USA), 31. Mai 1873 - Nürnberg, 27. August 1945. 
Schüler von Th. Leschetitzky und A. Rubinstein, Pianist, Chorleiter und 
Musikdirektor in Nürnberg, Schriftleiter von "Mitteilungsblatt des 
Sängergaues Franken", ab 1933 "Fränkische Sängerzeitung". 1938 
Musikdirektor in Berlin-Charlottenburg, 1939 wieder in Nürnberg, 
Privatmusiklehrer für Klarinette, Klavier und Harmonika. 


B 494 





Werke: u. a. Lieder und Männerchöre, Volkstänze, Charakterstücke und 
Volksliedbearbeitungen; Schulwerk für Handharmonika (1937); ein 
Volksliederspiel "Fröhlich Handwerk" (1940). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.715.533, jedoch 1935 vom Obersten 
Parteigericht durch Ämteraberkennung auf Lebenszeit gemaßregelt; 
Gauchorleiter des DSB Gau Franken. 

Zwei Deutsche! ("Fränkische Sängerzeitung" VIlI/8, 15/1V/33. S. 
88-89). 

Zitat: 

"(...) Alles, was oben vom Werdegang Wagners ausgeführt wurde, 
müßte wiederholt werden, wenn ich jenen dieses anderen Deutschen 
schildern wollte. Nur müßte ich noch hinzufügen, daß man 
Adolf Hitler zu allem noch ins Gefängnis gehetzt hat, daß man 
Hunderte jener, die an ihn glaubten, getötet hat und daß man Öffentlich 
drohen durfte, ihn mit der Hundepeitsche über die Grenzen zu jagen! 
Armes Deutschland, wie tief warst du doch durch den Internationalismus 
gesunken! Hitler aber kämpfte und kämpfte, und wie Wagner dann desto 
stärker wurde, je mehr man ihn angriff, so wuchs auch diesem die Kraft! 
Es wuchs ihm diese urdeutsche, und wie Wagners übermenschliche 
Kraft so, daß er, der zuerst allein, ganz allein stand, dann mit sieben 
anderen Männern diesen seinen Kampf um die deutsche Seele begann, 
nach 14 langen, schweren, für Deutschland so entsetzlichen Jahren nun in 
diesem seinem Deutschland und im Reiche der deutschen Seele dort 
steht, wo Richard Wagner im Jahre 1876, als er in Bayreuth das 
Festspielhaus eröffnete, im Reiche der Kunst stand. 

(...) Wir aber haben alle, jeder an seinem Platze, die heilige Pflicht, 
dem großen treuen Deutschen, der ja mit jeder Faser seines kraftvollen 
Wollens, das ihm Gott gegeben hat, deutsch fühlt, deutsch denkt und 
deutsch wirkt, wir haben die ehrenvolle Pflicht und die herrliche Aufgabe, 
ihm zu helfen am reinigenden Wiederaufbau alles dessen, was jene 
Verneiner der deutschen Seele in den Jahren nach dem Kriege zerstört 
haben. Insbesondere wollen wir seinem Beispiel folgen: wir wollen den 
verführten Volksgenossen die Bruderhand reichen und wollen ihnen durch 
das lebendige Beispiel zeigen, daß sie auf Irrwegen waren. Hier ist die 
Aufgabe jedes deutschen Sängers, jedes Vereins, jedes Gaues, jedes 
Unterbundes und des ganzen Deutschen Sängerbundes! Adolf Hitler hat 
auch uns gezeigt, wie wir handeln sollen - mögen alle, alle die Stunde 
nützen und helfen, den Deutschen Sängerbund, nachdem er sich als 
Bollwerk in schwerster Zeit bewährte, nun auch zum Hafen zu gestalten, 
in dem alle Zuflucht finden und möge das Leuchtfeuer der großen 
Gedanken Hitlers sie alle, alle zusammenführen, die das deutsche Lied 
pflegen wollen! 

Danken wir Gott, daß er Deutschland in größter Notzeit immer 
wieder den Mann gesandt hat, der als sein Werkzeug herausführte aus 
Irrwegen auf die rechte Straße, hinauf ins Licht. Möge er seinen Segen auf 
dem Werke dieses seines Streiters ruhen lassen, den er uns in dieser 
schweren Zeit gegeben hat! Dem Streiter um die deutsche Seele, Adolf 


B 495 





Hitler, Heil!" (S. 89). 

Besprechungen ("Fränkische Sängerzeitung" VII1/18, 15/1X/33. S. 
216). 

Es handelt sich um einen hymnischen, politisch überzeugten 
Kommentar zu Richard Trunks "Feier der neuen Front" mit Seitenhieben 
gegen den "musikalischen Schmutz" der Republik und gegen die 
Arbeitersängerbünde am "Leitseil der rot-jüdischen Internationale". 

Für das Winterhilfswerk: Richard-Wagner-Gedenkfeier des Fränk. 
Sängerbundes am 22. Oktober 1933 in der Luitpoldhalle zu Nürnberg 
("Fränkische Sängerzeitung" VIll/20, 15. Oktober 1933. S. 232). 

Zitat: 

"(...) Darum mag es wohl so gekommen sein, daß späterhin viele 
hochgebildete Musiker und Musikfreunde, welche die Musik Wagners als 
Wunder des 19. Jahrhunderts preisen, den Schriftsteller, vor allem 
aber den nationalen Schriftsteller Richard Wagner, kaum dem Namen 
nach kennen. Das Leben wurde mehr und mehr dem einen zur 
abstumpfenden Gewohnheit, dem andern zum vernichtenden Kampf, der 
Krieg kam, die schlimmste aller Zeiten, die des 9. November! Wer mochte 
da außer wenigen Durstigen sich mit Geschriebenem abgeben, das ein 
gewiß sehr großer Musiker vor 60, 70, ja 80 und mehr Jahren zu Papier 
gebracht hatte? Und doch ist der Musiker Wagner von dem Schriftsteller 
nicht zu trennen, weil niemals als große Persönlichkeit nur von der einen 
Seite her zu erkennen. Insbesondere aber wir, die wir das Werk des 
Führers Adolf Hitler erleben durften: wir haben die Pflicht, Richard 
Wagners Schriften zu studieren, um aus ihnen zu erkennen, warum der 
Führer sich in allem und jedem so zu dem toten Meister bekennt (...)". 

Marsch der Finnländischen Reiterei (aus dem 30jährigen Krieg). Für 
Handharmonika/ Akkordeon: F. Binder (1936) [H]. 

Volk auf dem Wege: Wir schreiten ernst (T: H. Menzel). MCh (1937) 
[H]. 

Des Morgens zwischen drein und vieren. Soldatenlied, Für MCh mit 
Trompete oder Flügelhorn, kl. Trommel, chromat. Handharmonika (1938) 
[H]. 

Rettung: Wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden. MCh a 
cappella (1938) [H&C]. 

Die Melodie des Deutschlandsliedes dient als cantus firmus; der 
Verlag empfahl den Chor in Annoncen "zu Deutsch-Österreichs Heimkehr 
ins Reich". 

M. Jacobi: (Wach auf, du deutsches Reich) Sichres Deutschland, 
schläfst du noch? Für MCh: F. Binder. 

In: 

DSB, Liederbuch für Männerchor (1938). 

Isaac: Innsbruck, ich muß dich lassen. Für MCh: F. Binder. 

In: 

Das neue Männerchor-Liederbuch des DSB (1938). 

Waelrant: An einem Bächlein. Für MCh: F. Binder. 

In: 

DSB, Liederbuch für Männerchor (1938). 


B 496 





Fröhlich Handwerk. Volksliederspiel. Singen und Sagen, Spielen und 
Tanzen zum Preise des deutschen Handwerks. Für Männerchor oder 
Chorgemeinschaften. Verbindende Worte in der Art des Hans Sachs von 
Bernhard Ringler (1940) [H]. 

Du und deine Harmonika. Eine Sammlung schöner Soldatenlieder mit 
einer praktischen Spielanleitung für Mundharmonika (1-21940) 

[HT]. 

Inhalt: 

1. H. Niel: Erika . - 2. F. Glessmer: (Schön blüh'n die Heckenrosen) 
Frühmorgens, wenn die Hähne krähn. - 3. Rickels: Hinter einer 
Gartenmauer. - 4. Michels: In Schritt und Tritt, Kamerad, komm mit. - 5. 
Zehendner: (Bei Tag und Nacht) Ich steh auf Wacht. - 6. Franz Menzel: Als 
in deinem kleinen Blumengarten. - 7. Feil: Wir sind die stolze Infanterie. - 
8. H. Herrmann: Ich bin des Führers Frontsoldat. - 9. Annemarie, wo geht 
die Reise hin? - 10. (Der treue Husar) Es war einmal ein treuer Husar. - 
11. Ein Jäger aus Kurpfalz. - 12. Die blauen Dragoner. - 13. Drei Lilien. - 
14. Ein Schifflein sah ich fahren. - 15. Heute geht's an Bord. - 16. Silcher: 
Ich hatt! einen Kameraden. - 17. Die Vöglein im Walde. - 18. Lippe- 
Detmold. - 19. Mein Regiment, mein Heimatland (Annemarie). - 20. 
Volksmelodie: Morgen marschieren wir.- 21. Muß i denn zum Städtele 
hinaus. - 22. Silcher: Nun leb wohl, du kleine Gasse. - 23. Soll ich dir 
mein Liebchen nennen? - 24. Schwarzbraun ist die Haselnuß. - 25. 
Volksmelodie: Steh' ich in finst'rer Mitternacht. - 26. Draths: Soldatenlieb 
- Soldatenlust. - 27. Wenn wir marschieren. 

Liedsätze mit Mundharmonika, Akkordeon oder Gitarre für das 
"Bautruppen-Liederbuch" (1941) [HT]. 

Vgl. Eugen Keppler. 

de Lamboy: Sieg Heil unserm Führer (Hitler-Hymne). Für Klavier, 
Akkordeons, Streichinstrumente, Trompeten, Flügelhörner usw. bis zum 
vollständigen Orch: F. Binder. 

In: 

Bautruppen-Liederbuch (1941). 

Der treue Grenadier. Volkslied. Für MCh: F. Binder (u. a. Wuppertal, 
*11/V/41, zum Gausängertag). 

Was blasen die Trompeten. Volkslied. Für MCh: F. Binder (u. a. 
Wuppertal, *11/V/41). 

Information: FA, LdCh. 


Bin der kleine Tambour Veith siehe: Ch. A. Pohlenz 


Bin ein Alpenkind, frisch als der Wind. Titel: Heimatstolz. 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 





Bin ein fahrender Gesell, kenne keine Sorgen (T: Rudolf 
Baumbach). Wanderlied, onA. 

Mehrfach vertont, so von W. Bein. 
Vgl. Ludolf Waldmann. 
In: 
Arbeitsdienst-Liederbuch (1934); Was Deutschland singt (1936); Wir 
wandern und singen! (1937; "Volksweise"); Singen (?1937); Flieger- 
Liederbuch (1938); Liederbuch der SA (91938); Kameradschafts-Lieder 
(1939; nur T). 


Bin ein lustger Grenadier, juppheidi. Soldatenlied, onA. 
Textprobe (6. und 7. Strophe): 

"Unser Hauptmann, der ist gut, 

wenn er sein Liesel reiten tut; 

aber wie wirds dann aussehn, 

wenn er muß zu Fuße gehn. 


Auf dem Marsch ein lustges Lied, 
aus der Flasch ein tüchtger Hieb, 
der uns durch die Kehle pfeift, 
das macht das Marschieren leicht". 
In: 
Soldaten singen (1936; onA). 


Bin ein Tirolerbub. Volkslied. 
In: 
Liederbuch der Luftwaffe (1939). 


Bin i mit mei Verlange zu mei Vater gange. Volkslied aus 
Schwaben. 
In: 
Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934; nur T). 


Bin i net a Bürschle auf der Welt? Spring i net wi a Hirschle auf 
dem Feld? Schwäbischer Volkstanz "Obedrauf". Auch in: "Der 
Zupfgeigenhansl" (111915). 

In: 
Singkamerad (31935, 81937); Schwäbisches Liederbuch (*1938); 
Deutsche Lieder (1940). 


Bin i net a lustiger Fuhrmannsbue, bin i net a lustiger Bue! 
Volkslied aus Franken und Niederbayern. Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" 
(111915). 


B 498 





In: 
Die Singstunde 65 (1934). 


Bin ich nicht ein lustger Hanswurst, kann ich nicht so wacker 
tanzen? 
In: 
Die Müttersingstunde (1935; onA). 


Bin i nit a löbfrischer Holzhackersbua? Volkslied aus Tirol. 
In: 
Hellau! (1942). 


Bin i nit e lustiger Fuhrmannssohn? Volkslied aus Tirol. Titel: 
Der Fuhrmannssohn. 
In: 
Hellau! (1942). 


Binzer, A. von 
19. Jahrhundert 


Kommt Brüder, trinket froh mit mir (T: Th. Körner). Vaterländisches 
Trinklied. 

In: 

NS-Volks-Liederbuch (21934). 


Birkner, Ferdinand 
Nixdorf, 15. Juni 1898 - Gebiet Drogobytsch (UdSSR), 27/11/46, 
verstorben in Kriegsgefangenschaft 
Orchestermusiker; Cellist in Reichenberg, Laufergasse 12 (1942), Mitglied 
des Städt. Theaterorchesters. Gegen Kriegsende zum Volkssturm 
einberufen. 


NSDAP seit 1/X1/38, Nr. 6.759.166, auf Antrag vom 8/11/39. 
Neue Zeit. Marsch (RS Breslau, 25/1/39, GauMZ der NSDAP 
Sudetenland, Reichenberg, Dgt. Franz Zimmerhansl). 


Birngruber, Ludwig 
Leonfelden/OO, 4. Januar 1892 - Aigen im Mühlkreis (A), 15. April 
1967. 
Sohn eines Postbeamten; Gemeindebeamter und Amateurmusiker, dann i. 
R. in Aigen. 
Nach 1945 weiterhin in Aigen. 


B 499 





NSDAP seit 24/1/33, Nr. 1.525.960. 

Munter voran. Marsch, für Schrammel-Quartett (1944) [Kr]. 
Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Aigen, Nr. 

7/1967. 


Bischoff, George 
Komponist in Frankfurt/ Oder. 


Neues deutsches Marschlied: Am 1. Mai wird neu geschafft (eigener 
T). MCh (1934). 

Information: Das Stadtarchiv Frankfurt/Oder ignorierte eine Anfrage 
vom 28/X/96, schickte aber auf Erinnerung dann (20/VII/98) eine Kopie 
aus dem Adreßbuch 1935/36, in dem zwei Bürger des Namens Georg 
Bischoff erscheinen, ein Maler und ein Zivil-Ingenieur und Betriebsberater. 


Bischoff, Heinz 
Kempten/ Allgäu, 10. Januar 1898 - Tutzing, 17. März 1963. 
Neuntes von zehn Kindern eines Fabrik-Kassiers und späteren Prokuristen; 
seit 1912 in Augsburg, dann Dr. med. vet., Tierarzt; Stand 1932: 
Musiklehrer an der Volkshochschule München, später NS- 
Volksbildungsstätte, wo er z. B. 1935 einen Kurs für Gitarre- und 
Lautenspieler anbot; danach - Stand 1939 - Lautenvirtuose und 
Komponist für Laute und Gitarre in Leutstetten über Starnberg in 
Oberbayern, 1940 in Salzburg, hier auch Leiter des Collegium musicum. 
Nach 1945 zuletzt in Tutzing. 
Werke: u. a. Kompositionen und Arrangements für Laute, so Salzburger 
Sonatine in F für Blockflöte und Gitarre (1940). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Soldatenlieder (T: Erich Limpach) (Salzburg, 1940). 
Wir schreiten in die Weite (Texte: E. Limpach). Zwölf Lieder für 
Gesang mit Gitarre oder Klavier (1944) [B&K]. 
1. Wir schreiten in die Weite. - 2. Lied der Freien: Wir fragen ohn 
Klagen. - 3. Der schwerste Weg: Wir ziehn unsre Straßen. - 4. 
Langemarck: Es wallen die Nebel. - 5. Reiterlied 1: Feinsliebchen, ich 
muß scheiden. - 6. Reiterlied 2: Die Sonne blinkt. - 7. 
Landsknechtslied: Wir folgen wildem Trommelklang. - 8. Postenlied: 
Der Wind weht über Niemandsland. - 9. Vogellied: Trag ein Lied im 
Herzen. - 10. Ich hatt einen Kameraden: Es liegt im fernen Westen. - 
11. Wiegenlied: Schlaf ein, mein Kind. - 12. Mädchenklage: Es hat der 
Sturm in dunkler Nacht. 

Information: FA. Den Todesfall beurkundete das Standesamt Tutzing, 
Nr. 39/1963. 


B 500 





Bischoff, Max 
Berlin, 16. Mai 1897 - Heidelberg, 18. September 1968. 

Musikpädagoge, kam aus der Wandervogel-Bewegung; 1928 in 
Krummensee/ Mark, 1934 Musiklehrer in Berlin, später in Lampertheim, 
dann Waldmichelbach, 1943 an der LBA in Idstein/ Taunus. 

Nach 1945 zuletzt i. R. in Heidelberg. 
Werke: u. a. Arbeiterlieder; Menuett im alten Stil für Flöte und 
Streichquartett (1936); Musik zu einem Bühnenspiel mit Text von Karl 
Seidelmann (1939 in Arbeit). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.579.520, auf Antrag vom 20/VI11/37. SA; 1934 
Musikreferent der NSDAP Gau Berlin, dann nebenamtlicher Mitarbeiter des 
Amts Werkschar und Schulung, Abt. Erziehung im Betrieb, der DAF. 


1926 
Blumeneinmaleins: Edelherz und Immergrün, Rosenhecken und Jasmin 
(T: Fritz Wienecke) (1926). 
Textprobe (4. Strophe): 
"Kling und Klang und dies und das, 
Knabenkraut im grünen Gras. 
Schaff, so lang es taget, 
Sieg winkt dem, der waget!" 


1933 
Deutschland (Texte: H. Anacker, K. Bröger, R. Reinick). Neun Lieder 
(1933). Tafel 1 der Reihe "Musizieren und Singen" [V]. 
Deutschland stirbt nicht: Nichts kann uns rauben Liebe und Glauben 
(T: K. Bröger). Bekenntnislied (1933). 
In: 
Der Ring (1935); Lieder für Werk-Frauengruppen 1 (1936). 
Deutschland: Deutschland, wir tragen dich nicht auf den Lippen mit 
lauten Klagen (T: H. Anacker). Bekenntnislied (1933). 
Textprobe (1. Strophe): 
Me) 
Deutschland, wir litten 
für dich, 
wo andre um Worte stritten. 
Deutschland, wir haben 
dich stumm 
in die Herzen uns eingegraben. 
Deutschland, wir geben 
gern unser Blut - 
doch du sollst leben!" 

In: 
Die Singstunde 91 (1936); Fahne der Kameradschaft (1937). 
Schar der Zukunft: Reiht euch zu vieren! Trommeln gerührt! Tausend 
marschieren, und einer führt (T: H. Anacker). NS-Kampflied (1933). Für 
Harmoniemusik 1936. 


B 501 





Textprobe (3. Strophe): 
"Männliche Tugend 
trennt uns vom Knecht, 
wir sind die Jugend, 
wir sind das Recht". 
In: 
Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Vorwärts! 
Vorwärts... (1935); Deutschland im Lied (1936); Lied über Deutschland 
(1937, >1941); Stimmt an! II (1939); Lied über Deutschland 3 (1940). 


1934 
Abendgebet: Wollest meine Seele stillen, König, der in Sonnen geht! (T: 
G. Schüler) (1934). 
In: 
Der Ring (1935; mit 2 Violinen); Lieder des Volkes (61936). 
Deutschland muß ans Licht der Sonnen, frei wird Volk und Vaterland! 
(T: H. Anacker). 3stimm. Kanon in der Sekunde (1934). 
Feuerspruch: Bindet die Kette unserer Hände! Flamme, du rette vor 
unreinem Ende! (T: W. Kurka). Sonnenwendkanon zu 3 Stimmen (1934). 
In: 
Der Ring (1935). 
Fahnenspruch: Wir stehn zu dir in Glück und Leid, laß, Fahne, dich 
entrollen und hör den Schwur für alle Zeit: Wir wollen! (T: aus "Feuer und 
Fahne"). Fahnenlied (1934), auch mit Instrumenten. 
Flaggenabnahme: Die Sonne hat den Tag vollendet, hat Licht und Leben 
über uns verschwendet (T: aus "Feuer und Fahne") (1934). 
Feuerspruch: Volk will zu Volk, Blut will zu Blut (T: H. Gutberlet). Kanon 
zu 2 Stimmen (1934). 
In: 
Der Ring (1935). 
Spruch zum Feuersprung: Rauschende Flamme, rauschendes Blut, 
wahr jedem Manne der Treue Gut! (T: W. Kurka). Kanon zu 3 Stimmen 
beim Feuersprung (1934). 
In: 
Der Ring (1935). 
Lichtwende: Licht muß wieder werden nach diesen dunklen Tagen. Laß 
uns nicht fragen, ob wir es sehen! (T: H. Claudius), einstimmig (1934). 
In: 
Der Ring (1935); Lieder für Werk-Frauengruppen 3 (1936). 
Wir sind die Soldaten der neuen Front, die Rächer von zwei Millionen, 
die keine Trommel vom Schlafe mehr weckt (T: H. Anacker) (1934). 
Textprobe (2. Strophe): 
"Entfaltet die Fahnen und reihet euch ein 
im eisernen Hakenkreuzheere". 


1935 
Kamerad, komm mit: Wenn die Hämmer schweigen, Kamerad, komm 
mit! Gib mir deine Hände (T: H. Anacker), einstimmig (1935). 


B 502 





Textprobe (2. Strophe): 
"Sieh, im Abendscheine 
überstrahlt ein Glanz 
Bauer, Pflug und Pferde! 
Deutsche Heimaterde, 
deine ist's und meine - 
sie gehört uns ganz!" 

In: 

Der Ring (1935). 

Flamme, entzünde uns allen die Herzen: Flamme, bei deiner 
aufleuchtenden Reinheit schalle das Schwurwort, das nimmer vergeht: 
Kampf sei die Losung (T: H. Anacker). Sonnenwendlied (1935). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Flamme, entzünde uns allen die Herzen, 
wirf uns als leuchtende Fackeln ins Land! 
Aufbruch soll werden aus Elend und 

Schmerzen, 
lodernd, ein einziger Sonnenwendbrand! 
Rot durch dein Knattern 
Fahnen schon flattern: 
Lieber im Grab als in Fronsklaverei! 

Tot oder frei!" 

Wir glauben, daß der Liebe Kraft uns in die fernste Zukunft trägt 
(T: Helmuth Jahn). Chorwerk (1935). Auftrag vom Reichsamt "Werkschar 
und Schulung" der DAF. 

Was der Mutter Schoß empfängt, reift an ihrem Herzen, bis es unter 
Schmerzen an das Licht des Tages drängt (T: H. Jahn). Bekenntnislied aus 
"Wir glauben, daß der Liebe Kraft uns in die fernste Zukunft trägt". 

Textprobe (3. Strophe): 

"Was in Hoffnung, Qual und Leid 
je das Volk gebar, 
herrlich wuchs es in der Zeit, 
und im Schein der Ewigkeit 
strahlt es wunder- wunderbar". 

In: 

Lied der Werkscharen 8 (1936). 

Der Geist des toten Bergmanns lebt (T: H. Jahn). Chorwerk (1935). 
Auftrag vom Reichsamt "Werkschar und Schulung" der DAF. 

Den Opfern der Arbeit: Du hast die Tapfern vor der Zeit erschlagen, du 
hast die Besten vor der Zeit gefällt (T: H. Jahn, 3. Strophe von Karl 
Seidelmann). Lied aus "Der Geist des toten Bergmanns lebt". 

Textprobe (3. Strophe): 
"Du hast die Tapfern vor der Zeit erschlagen. 
Du trafst uns schwer, Tod, doch du siegtest nicht. 
Hoch leuchtet über unsern Tagen 
die Fahne, die sie treu getragen, 
die Fahne der erfüllten Pflicht". 


B 303 





In: 
Lied der Werkscharen 6 (1936). 
Den Opfern der Arbeit! Totenkantate (1935). 
Unsere Fahne (T: H. Jahn). Chorwerk (UA: Nürnberg, *September 1935, 
beim RPT). Auftrag vom Reichsamt "Werkschar und Schulung" der DAF 
[PR]. 
Unsere Fahne: Jetzt laßt die Fahnen wehn! Auf Silos, Schloten, 
Fördertürmen, Maschinen die gen Himmel stürmen(T: H. Jahn). Singblatt, 
einstimmig, Fassung: Paul Raasch, aus "Unsere Fahne". 
Textprobe (2. Strophe): 
"Jetzt laßt die Fahnen wehn! 
Uns kann den deutschen Arbeitsglauben 
kein Feind und kein Verräter rauben, 
solange wir zur Fahne stehn!" 
Grüßt die neue Zeit (T: H. Jahn). Chorwerk (1935). Auftrag vom 
Reichsamt "Werkschar und Schulung" der DAF. 
Schweigt, Maschinen und Motoren, schweigt, Sirenen weit und breit 
(T: H. Jahn). Einstimmig, aus "Grüßt die neue Zeit" [PR]. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Was die Väter still beschworen, 
was die Söhne heiß erstrebt, 
was wir uns als Ziel erkoren, 
Freunde, das ist uns geboren: 
Die Gemeinschaft lebt!" 
In: 
Lied der Werkscharen 7 (1936); Lieder für Werk-Frauengruppen 2 (1936). 
Fangt an! Fangt euer Arbeit fröhlich an (T: K. Bröger). Kanon. 
In: 
Lieder für Werk-Frauengruppen 1 (1936). 
Tu deine Pflicht (T: H. Jahn). Chorwerk (1935). Auftrag vom Reichsamt 
"Werkschar und Schulung" der DAF [V]. 
Tu deine Pflicht: Es gibt kein Brot, um das nicht Schweiß vergossen! Ein 
Dasein ohne Arbeit gibt es nicht! (T: H. Jahn). Einstimmig, Titellied aus 
dem Chorwerk [PR; V]. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Es wächst kein Dom, kein Funkturm aus der Erde! 
Es gibt kein Rad, das sich von selber dreht! 
Nur wenn du pflügst, gehorchen dir die Pferde! 
Nur Arbeit formt das Leben, nicht Gebärde! 
Und Arbeit sei dein tägliches Gebet!" 
In: 
Lied der Werkscharen 1 (1936). 
Wir schwingen die Hämmer, wir führen den Kran, wir stehen vor 
lodernden Flammen (T: H. Jahn). Einstimmig, aus "Tu deine Pflicht" [V]. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Wir ringen mit schlagenden Wettern im Schacht, 
wir zwingen die Wasser, die Flammen. 
Wir dienen dem Volke bei Tag und bei Nacht, 


B 504 





wir sind ja der Arbeit gewaltige Macht: 
Die Pflicht hält uns alle zusammen!" 
In: 
Lied der Werkscharen 2 (1936); DSB, Singendes Volk 35 (1939). 
Erntedank: Wir danken, Herr, für Brot und Kleid (T: Josef Bauer) (1935). 
In: 
Fahne der Kameradschaft (1937). 
Du Werksoldat!: Wir schreiten, Kolonnen, voran! Voran! Wir haben 
begonnen, packt an! (T: F. Oppenberg). Kanon zu 3 Stimmen mit 
Instrumenten und Landsknechtstrommeln (1935). Auftrag vom Reichsamt 
"Werkschar und Schulung" der DAF. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Die Straßen, sie hallen 
von unserm Schritt. 
Du, einer von allen, 
zieh mit! Zieh mit! 
Die Täler, sie dämmern. 
Der Morgen naht. 
Auch du mußt hämmern, 
du Werksoldat!" 
In: 
Lied der Werkscharen 5 (1936). 


1936 
Bauerngebet: O Herr, gib meiner Scholle Segen, und meine Saat 
gedeihen laß (T: Richard Zoozmann) (1936). 
Textprobe (2. Strophe): 
"Laß voller Kraft die Mutter Erde gebären, 
was im Schoß ihr ruht. 
Vor Unheil schütze meine Herde, 
vor Flut und Glut mein Hab und Gut!" 


1937 
Der Mensch ist frei! (T: H. Jahn). Chorische Kantate (Karlsruhe, 
*7/V1/37, beim Fest der Volksmusik zur Werkfeierstunde "Der Freiheit 
Zeichen sind der Arbeit Schwielen" der Reichswerkscharführung). Auftrag 
vom Reichsamt "Werkschar und Schulung" der DAF [V]. 
Der Mensch ist frei! Wenn auch das harte Leben ihn täglich neu in 
Fesseln schlägt (T: H. Jahn), Titellied aus der Kantate. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Der Mensch ist frei, ein Lebenswerk 
zu meistern 
und seiner Arbeit sich zu freun, 
der Mensch ist frei, sich schaffend 
zu begeistern, 
in kleinsten Taten groß zu sein". 
In: 
Lied der Werkscharen 22 (1938). 


B 909 





Reißt auf, reißt auf, die Tore der Betriebe, hört der Sirenen 
forderndes Herbei (T: H. Jahn). Lied aus "Der Mensch ist frei!" 
Textprobe: 

4) 

Am Arbeitsplatz entzünde deine Liebe 

zu Volk und Vaterland, dann bist du frei! 

Wir streben auf zu hohen Zielen, 

die uns verklärn des Alltags Einerlei". 
In: 
Lied der Werkscharen 21 (1938). 
Zwei Musiken für BlasOrch: 1. Tu deine Pflicht - 2. Du hast die 
Tapferen vor der Zeit erschlagen (Texte: H. Jahn, Werkscharlieder 2 
und 7) (1937) [V]. 
Am Waldrand: Der Waldrand träumt in Blust und Blast, dazwischen 
steht mein Zelt (T: Hans Thyssen). 
In: 
Fahne der Kameradschaft (1937). 
Kampfgebet: Herrgott, wenn einst zum letzten Schlag die Schwerter 
klirrend fallen, dann, Herr, laß meinen letzten Tag den schönsten sein von 
allen (T: Karl Schulz-Luckau). Kampflied, einstimmig (1937), auch für 
Chor und Instrumente [V]. 

Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Herrgott, wenn dann zum heißen Streit 

die hellen Hörner gellen, 

befiehl dem Tod, sich mir zur Seit' 

siegjauchzend zu gesellen! 


Schenk, Herr, mir dann das höchste Glück, 
mach reich des Abschieds Qualen, 
und laß in meinem letzten Blick 
das Kreuz der Fahne strahlen". 
In: 
Fahne der Kameradschaft (1937); Morgen marschieren wir (1939); Das 
völkische Lied (1939). 
Heilige Arbeit, wir grüßen dich, herrliches Ziel, für das wir gelitten (T: 
Viktor Gurski). Werklied. 
Textprobe (1. und 2. Strophe): 
"..) 
allen Betrognen sei es erstritten, 
wir, die wir fest an den Führer geglaubt, 
heute erheben wir stolz unser Haupt. 


Fülle uns ganz, du eherne Pflicht! 
Hilfst uns von aller Unrast gesunden, 
du erst krönst unsre Feierstunden, 
schmückst unser Leben mit 
freundlichem Licht, 
heißersehnte du, lasse uns nicht!" 


B 506 





In: 
Fahne der Kameradschaft (1937). 


1938 
Im Walde, da liegt verfallen der alten Helden Haus, doch aus den 
Toren und Hallen bricht jährlich der Frühling aus (T: Eichendorff) (1938). 
Textprobe (2. Strophe): 
"Und wo immer müde Fechter 
sinken in mutigem Strauß, 
es kommen frische Geschlechter 
und fechten es ehrlich aus". 
Die Nacht ist niedergangen, die schwarzen Schleier hangen (T: O. ]. 
Bierbaum). Abendlied (1938). 
Textprobe (2. Strophe): 
"Noch einmal leis ein Wehen, 
dann bleibt der Atem stehen 
der müden, müden Welt. 
Nur noch ein zages Beben 
fühl durch die Nacht ich schweben, 
auf die der Friede seine Hände hält". 
In: 
Das völkische Lied (1939; Für Chor und Instrumente). 


1939 
Lebenslauf: 

"Geboren bin ich am 16. 5. 1897 zu Berlin. Dort besuchte ich die 
Volksschule und später das Staatliche Lehrerseminar zu Havelberg. Bald 
kam ich mit dem Wandervogel in Berührung und wurde durch seine 
Haltung zur Musik sein eifriger Anhänger. In der Nachkriegszeit löste ich 
mich von ihm. 1931 wurde ich als Musiklehrer nach Berlin geholt und 
konnte so mein Musikstudium bei Hermann Hoppe, Philipp Heid u. a. in 
enger Zusammenarbeit mit Heinrich Spitta fortsetzen. Meine besondere 
Liebe gehörte immer der Lied- und Volkstumspflege. 

Von der SA. kam ich als Musikreferent zum Gau Berlin und half hier 
mit, die Werkscharen aufzubauen. Zur Zeit arbeite ich im Reichsamt 
>Werkschar und Schulung< (Abteilung Erziehung im Betrieb) neben 
meinem Lehrberuf. 

Von meinen Chorwerken nenne ich. >Grüßt die neue Zeit!<, >Tu 
deine Pflicht!<, >Wir glauben, daß der Liebe Kraft uns in die fernste 
Zukunft trägt!<, >Totenkantate - den Opfern der Arbeit!<. Zur Zeit in 
Arbeit: Bühnenspiel mit einem Text von Karl Seidelmann (Koblenz)" 
(Quelle: Lauer, "Das völkische Lied". München, 1939. S. 228). 

Freude am Werk (T: Wilhelm Krug). Chorwerk (1939). 

Tanz der Freude: La la la la la... Komm, Arbeitsmann, komm her, fang 
an (T: W. Krug). Aus "Freude am Werk". 

Vorspruch: Segne du das Werk der Hände, segne du das Werk der Hirne 
(T: onA). Kanon zu 3 Stimmen (1939). 


B 507 





1940 
Sei zufrieden: Sei zufrieden! Du wirst schlafen. Schon erscheint das 
Abendrot (T: ©. Wöhrle). Abendlied (1940). 
Textprobe (2. Strophe): 
"Und vertrau dem Traum die Ruder 
für der Heimfahrt letzten Rest, 
bis er sie dem größern Bruder, 
Tod, zur Einfahrt überläßt". 
Durch unsre Nächte klirrt der Tritt marschierender Kolonnen (T: O. 
Wöhrle). Kriegslied (1940). 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 
"Durch unsre Nächte klingt zuhauf 
das Brüllen der Haubitze. 
Die alten Götter schrecken auf 
von ihrem Göttersitze. 


Der Donnerer steht auf vom Mahl, 
winkt seinem Götterfohlen 
und sprengt hinab ins Todestal, 
die Helden heimzuholen". 
Unterwegs: Auf nassen Pferden trabend, im Regen reiten wir. Kamrad, 
wann kommt der Abend (T: O. Wöhrle). Kriegslied (1940). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Bald schlafen wir wie Tote, 
nur unser Posten wacht, 
starrt in die Glut, die rote, 
und lauscht der Regennacht". 
Marschlied: Soldaten sind der Stunde Kind, um Mond und Sonne froh (T: 
O. Wöhrle). Kriegslied (1940). 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Soldaten ist der Tod kein Schreck, 
ihr Sterben ist ein leichts. 
Sie haben auch kein schwer Gepäck, 
doch für den Hügel reichts. 
Und so wolln wir denn, 
und so solln wir denn 
marschieren, wohin der Tod uns ruft". 
Lieder dieser Machart sollten die kreatürliche Angst vor Sterbensnot 
und Nichtsein übertönen. 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Wir schreiten, Kolonnen! Liedersammlung. Mit Vorwort von E. Lauer 
(1940) [V]. 
Vorwort: 

"Viele der Lieder Max Bischoffs sind längst in das Liedgut der 
singenden Mannschaft eingegangen. Werkschar, SA. und Arbeitsdienst 
haben daran besonderen Anteil. Es war daher eine Notwendigkeit, dieses 
Liedschaffen einmal in einer Gesamtschau vorzulegen. Max Bischoff hat 


B 508 





seine Lieder selbst gesichtet und herausgegeben. Wenn er mich als 
irgendeinen Kameraden jungen Schaffens bat, ein Vorwort zu seinem 
Liederheft zu schreiben, so will ich nicht mehr sagen als dies: 

>Nehmt die Lieder in euch auf, singt sie zum Lob unseres Volkes, 
unseres Landes und des Glaubens, der in uns allen lebt. Auch diese 
völkischen Lieder mögen Weckruf werden im Schicksalskampf unserer 
Tage und lang darüber hinaus nachhallen!< 
Im Felde, 20. April 1940 Erich Lauer". 

Inhalt: 

Wir stehn zu dir in Glück und Leid 
1. Fahnenspruch. - 2. Deutschland: Deutschland, wir tragen dich. - 3. 
Im Hader lag die arme Welt und ewig schien der Haß der Völker 
unterm Sternenzelt (T: K. Seidelmann). - 4. Schar der Zukunft. - 5. Wir 
sind die Soldaten der neuen Front. - 6. Du Werksoldat. - 7. Im 
Walde, da liegt. - 8. Deutschland muß ans Licht der Sonnen! Kanon, 
3stimmig. - 9. Was der Mutter Schoß empfängt. - 10. Deutschland 
stirbt nicht. - 11. Flaggenabnahme: Die Sonne hat den Tag vollendet. - 
12. Gebet: Herrgott, wenn einst. 

Heilige Arbeit, wir grüßen dich 
13. Vorspruch: Segne du das Werk der Hände (T: onA). Kanon zu 3 
Stimmen. - 14. Schicksal, ich folge dir! (T: F. Nietzsche). Kanon zu 3 
Stimmen. - 15. Heilige Arbeit, wir grüßen dich. - 16. Tu deine 
Pflicht: Es gibt kein Brot. - 17. Wir schwingen die Hämmer, wir führen 
den Kran. - 18. Der Mensch ist frei! - 19. Reißt auf die Tore der 
Betriebe. - 20. Schweigt, Maschinen und Motoren. - 21. Jetzt laßt 
die Fahnen wehn! - 22. Den Opfern der Arbeitn. - 23. Wenn die 
Hämmer schweigen. - 24. Tanz der Freude. 

Licht muß wieder werden 
25. Lichtwende. - 26. Feuerspruch: Bindet die Kette unserer Hände! (T: 
W. Kurka). Kanon zu 3 Stimmen. - 27. Feuerspruch: Rauschende 
Flamme. Kanon zu 3 Stimmen. - 28. Flamme, entzünde uns allen die 
Herzen: Flamme, bei deiner aufleuchtenden Reinheit. - 29. 
Vorweihnacht: Es liegt ein Hoffen rings im Raum (T: Walter Heinze). - 
30. Jahr, dein Haupt neig (T: Max Mell). - 31. Bauerngebet: O Herr, 
gib. - 32. Die Nacht ist niedergangen. - 33. Seid zufrieden! - 34. Am 
Abend: Über Bäumen liegt das frühe Abendrot (T: K. Seidelmann). - 
35. Schlafliedchen: Eia, eia, schlaf, mein Kind (T: Hans Kraus). - 36. Der 
Sommer kommt geritten voll Lust und Herrlichkeit (T: K. Seidelmann). - 
37. Mein Blut ist still, mein Schlaf ist gut (T: H. Kraus). - 38. Der 
Waldrand träumt in Blust und Blast, dazwischen steht mein Zelt. - 39. 
Blumeneinmaleins. 

Und wie wir so marschieren 
40. Wir schauen in die Ferne, die Ferne ist voll Licht (T: K. Kölsch). - 
41. Du, Kriegsmann, nimm es wohl in acht!: Viel tausend Stern am 
Himmel stehn (T: R. Reinick). - 42. Durch unsre Nächte klirrt der Tritt. 
- 43. Unterwegs. - 44. Marschlied. 


B 509 





1942 
Reiterlied: Herzbruder, einen letzten Trunk (T: W. Krupka). 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Soldatennacht: Den ganzen Tag im Dreck marschiert (T: ©. Wöhrle). 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Deutscher Spruch: Herrgott, steh dem Führer bei (T: H. Claudius). 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 


Bischoff, Willy 
Straßburg, 14. März 1895 - Freiburg i. Br., 14. August 1956. 

Musikpädagoge und Kapellmeister in Freiburg i. Br.; Leiter eines Trios für 
Volksmusik und einer eigenen Kapelle, Privatmusikerzieher für Klavier, 
Saxofon und Schlagzeug; 1943 Kapellmeister der Operette im 
Stadttheater Kolmar. Im Kriege Gruppenführer in einem Baubataillon der 
Wehrmacht.. 

Nach 1945 wieder in Freiburg. 
Werke: u. a. die Tanzkomödie "Deinesgleichen" (T: Hans Heinz 
Steinbach) (Freiburg i. Br., 5/V11/38); Lieder, Balladen und 
Volksliedbearbeitungen; Kleine Fantasie über oberrheinische Volkslieder 
(1935); Charakterstücke und Walzer. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Lied der dritten Baukompanie: Frühmorgens, wenn der Tag erwacht 
(eigener T) [K]. 

In: 

Das Lied der Front 1 (1940); Alte und neue Soldatenlieder (1940); 
Singende Front (21941). 


\ Bis hierher hat mich Gott gebracht durch seine große Güte (T: 
Amilie Juliane Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt). Kirchenchoral, zur 
Melodie "Es ist das Heil uns kommen her" (Nürnberg, 1523), 
vorreformatorisch, Wittenberg, 1523. 

In: 

Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940). 


Biskup, Hans (Johann) 
Kapellmeister in Gleiwitz-Martinau, Leiter der Bergkapelle der Gastellengo- 
Grube und der Hohenzollerngrube. 


Werke: u. a. Märsche, so "Bergmanns-Gruß" (Schles. FSt., 5/V1/33). 


Vorwärts! Marsch (BR, 4/X/33, MZ der SA-Standarte 17 Frankenthal, 


B 510 





Dgt. Fritz Huber; schon 1933 im CSR-Radio Praha). 
*20. April 1937: 

Biskup leitet ein Konzert der vereinigten Oberschlesischen 
Bergkapellen in Beuthen: 1. Latann: "Frei weg", Marsch. - 2. J. Strauß: 
"Waldmeister", Ouvertüre. - 3. Radecke: Paraphrase über das Lied "Aus 
der Jugendzeit". - 4. J. Strauß: "G'schichten aus dem Wiener Wald". - 5. 
Zeller: "Der Obersteiger", Potpourri. - 6. Mittmann: "Mein Schlesierland", 
Lied. - 7. Fucik: "Die lustigen Dorfschmiede". - 8. Rossini: "Semiramis", 
Ouvertüre. - 9. Eilenberg: "Schmeichelkätzchen". - 10. Gounod: Potpourri 
aus "Margarethe". - 11. Verdi: "Aida", Hymne und Triumphmarsch. - 12. 
Brahms: Ungarische Tänze Nr. 5 und 6. - 13. Herzer: "Rudolfsklänge", 
Marsch (RS Breslau, *20/1V/37). 

Dieses Programm ist ein Beispiel dafür, daß sich auch bedeutende 
politische Ereignisse - hier Hitlers Geburtstag - nicht regelmäßig im 
Rundfunk spiegelten. 


Bist deutsch, merk dir das Eine auf jedem Schritt und Tritt (T: 
Erwin Vollmer). Bekenntnislied, zur Melodie "O Deutschland hoch in Ehren" 
(Pierson). 

Textprobe (Refrain): 

"Treu im Kampf für das dritte Reich. 
Wird der Feind vor Wut auf uns 
ganz bleich, 
wir alle fragen nichts danach, 
wir retten uns aus Schimpf und Schmach, 
Bruder, nur durchs Hakenkreuz!" 
In: 
Deutsche Kampf- und Volkslieder (1934). 


Bis willekommen, Herre Krist. Geistliches Lied. 
In: 


NSLB, Unser Lied 2 (21935). 


Bittner, Albert 
Nürnberg, 27. September 1900 - Hamburg, 7. August 1980. 

Orchesterdirigent; bis 1932 Solorepetitor der Staatsoper (Krolloper) Berlin 
unter Klemperer, dann 1. Opernkapellmeister am Stadttheater Graz. 1933 
Landesmusikdirektor und Kapellmeister am Landestheater Oldenburg, 
dann Kapellmeister am Reußischen Theater Gera, sowie am Landestheater 
Altenburg. 1936 Städt. Musikdirektor und musikal. Leiter der Oper in 
Essen, dann an der Hamburger Staatsoper bis 1945. 

1946 GMD am Staatstheater Braunschweig und Leiter der dortigen 
Staatsmusikschule; 1955-65 1. Dirigent der Staatsoper Hamburg, dann 
auch Professor einer Dirigierklasse an der Musikhochschule. Seither i. R. 


B 3 





NSDAP seit Oktober 1932 (Beitritt in Graz), Nr. 1.517.656; 1936 Städt. 
Musikbeauftragter für Essen. 
*16. Mai 1939: 

Das Städt. Orch Essen, Dgt. Bittner, bietet das 2. Sinfoniekonzert 
der Reichsmusiktage in Düsseldorf: 1. G. A. Schlemm: Adagio und 
Scherzo für Orch. - 2. E. Anders: Konzert für Oboe und Orch Op. 68 
(Neufassung). - 3. C. Bresgen: Mayen-Konzert für konzertantes Klavier 
und Orch. - 4. ©. Wartisch: Konzert für Saiten-Instrumente (UA). - 5. H. 
Uldall: "Hamburger Humoresken". Solisten: Hermann Drews (Klavier), 
Baptist Schlee (Oboe), Alfred Kunze und Karl Glaser (Violine). 

Juli 1940, Nachricht: 

"Albert Bittner bringt in den Sinfoniekonzerten der Stadt Essen im 
kommenden Winter folgende zeitgenössische Werke zur Aufführung: (...) 
D. Schostakowitsch: 5. Sinfonie D-dur" ("Die Musik" XXX11/10, Juli 1940. 
S. 360). 

Auch der Konzertprospekt der Stadt Essen, Spielzeit 1940/41, 
kündigte für das 4. Konzert am 3/XII/40 Griegs Klavierkonzert, Manuel de 
Fallas "Nächte in spanischen Gärten" und die Fünfte von Dmitrij 
Schostakowitsch an. 

Das Konzert fand am 8. Dezember 1940 im Saalbau Essen statt. Die 
Sinfonie von Schostakowitsch war allerdings durch "Scheherazade" von 
Rimskij-Korssakow ersetzt. 

7. Februar 1943: 

Bittner leitet zum 50jährigen Bestehen des Opernhauses Essen ein 
Festkonzert: 1. H. Erpf: Fantasie für gr. Orch. - 2. E. Pepping: 2. Sinfonie 
(UA). 

*21. März 1943: 

Bittner leitet in Essen zum Heldengedenktag ein Sonderkonzert mit 
Beethovenprogramm. 

18. November 1944: 

"Sie hatten sich seinerzeit dagegen entschieden, für die 
bestehenbleibenden Orchester noch zweite Dirigenten uk zu stellen. 
Dieser Wunsch ist namentlich von Hamburg und GMD Jochum immer 
wieder bezüglich des Kapellmeisters Bittner wiederholt worden mit der 
Begründung, dass er zur Entlastung Jochums unbedingt benötigt würde. 
Entsprechend Ihrer Weisung habe ich immer darauf bestanden, dass 
Bittner nicht länger uk gestellt werden kann. Trotzdem musste ich 
feststellen, das Bittner jetzt im November noch laufend das Hamburger 
Philharmonische Staatsorchester dirigiert hat, woraus hervorgeht, dass 
Reichsstatthalter Kaufmann ihn, der auf keiner Liste steht, von sich aus 
abschirmt. Soll dies stillschweigend toleriert werden oder soll weiter 
unbedingt auf der Aufhebung der Uk-Stellung Bittners bestanden werden?" 
(Ministervorlage, 18/X1/44. Quelle: BA R 55/ 20616. Blatt 89). 

Es blieb bei des Freistellung, da er nur "garnisonverwendungsfähig 
Heimat" war. 

April 1945: 

Das letzte Konzert des Hamburger Staatsorchesters vor Kriegsende, 

Dgt. Bittner, bietet Coriolan-Ouvertüre und Tripelkonzert von Beethoven. 


B 312 





Die "Hamburger Zeitung" vom 25/1V/45 druckt eine Besprechung. 
Zum Konzerttermin hatte der Kampf um Berlin schon begonnen, die 
Briten kämpften bereits in Harburg. 


Rückblick, 1963: 
"Zum Thema >Dreinreden< entsinn ich mich besonders, daß mir 

eine geplante Aufführung von Franz Schmidts Oratorium >Das Buch mit 7 
Siegeln< (Offenbarung Johanni) untersagt wurde - bezw. wurde mir von 
einer Aufführung >abgeraten< seitens der damaligen 
>Reichsmusikkammer<. Ich erinnere mich leider nicht mehr, in welchem 
Jahr das war - jedenfalls in meiner Essener Zeit. Im übrigen hatte ich 
jedoch - besonders seitens der Essener Dienststellen - kaum 
nennenswerte Schwierigkeiten bei der Aufführung religiöser Werke" 
(Albert Bittner an Fred K. Prieberg, 29/X11/63). 

Information: KDMK, RML, SML. 


Bittner, Julius 
Wien, 9. April 1874 - Wien, 10. Januar 1939. 
Sohn eines Hofrats; Dr. iur., Richter, auch bis 1923 im J ustizministerium 
und nebenher, später ausschließlich Komponist. 
Werke: mehrere Opern; Kammermusik; Lieder und Chöre; Große Messe 
mit Te Deum. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
1936/37: 

J. Bittner steht auf einer Schwarzen Liste des RS Berlin - mit 
späterem Zusatz "keine Bedenken" (Quelle: National Archives Washington, 
Record Group 260-OMGUS, ICD, Box 229, File 26). 

10. April 1938, Bekenntnis: 

"Die Glocken hallten und ein Jubelruf aus hunderttausend Kehlen 
klang dem entgegen, der den herrlichsten Traum uns alter Schönerianer 
verwirklichte: den Anschluss an Deutschland! 

Nun möchte ich kranker, müder Mann noch einmal gesund und jung 
sein und das grosse Deutsche Reich Adolf Hitlers miterleben dürfen" 
(Quelle: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Wien, 
Akt ZI. 1203/46. S. 8). 

Bekenntnisse wie dieses waren vom Gaupropagandaamt Wien zur 
Abstimmung erbeten. 

"Schönerianer" bezieht sich auf Georg von Schönerer (1842-1921), 
dessen "Alldeutsche Partei" den Anschluß ans Reich propagierte. 

23. August 1938, Kultursenator?: 

Der Präsident der RTK nominiert u. a. Julius Bittner für den 
Reichskultursenat. 

24. August 1938, Beurteilung: 

"(‚..) Über Julius Bittner ist nichts Gegenteiliges zu sagen. Er stand 
gesinnungsmässig immer nationalen Kreisen nahe, würde aber meines 
Erachtens als Komponist volkstümlicher Opern eher in die Liste der 


B 513 





Reichsmusikkammer passen. Ausserdem ist dazu zu bemerken, dass 
Bittner infolge eines schweren Leidens (Zuckerkrankheit) vor einigen 
Jahren beide Beine amputiert werden mussten, so dass er in seiner 
Bewegunggsfreiheit ziemlich behindert ist. Persönlich und menschlich wäre 
er jedoch für eine solche Ernennung zu empfehlen" (RPA Wien, Dr. 
Wolfram, an Herrn Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, 
24/VI11/38. Quelle: BA R 55/ 165. Blatt 138). 

Information: DNML, DML, FA, MM2, LdCh, RML, MGG, SML. 


Bitzer 


Frischauf im 3. Reich (RS Köln, 25/11/37, aus Düsseldorf). 


Bizet, Georges 
1838 -1875 


25. März 1933: 

In Köln findet die Premiere von Bizets "Carmen" in der Übersetzung 
von Walter Felsenstein mit deutschen Dialogen statt. 
7. Dezember 1934, Boykott: 

"(...) Bizets >Carmen< ist in Weinheim zweimal vor Mitgliedern der 
NS-Kulturgemeinde gegeben worden. Bizet selbst war Halbjude, zudem 
verheiratet mit der Schwesters eines Textdichters Hal&vy, der auch das 
Libretto zu >Carmen< geliefert hat. (...)" (K = Kraemer: Il. Bericht des 
Kulturpolitischen Archivs für die Abt. Programmüberwachung, 7/X11/34. 
Quelle: BA NS 15/ 86). 

Der Boykott fruchtete nichts; in der Saison 1935/36 boten die 
Bühnen im Reich knapp 300 Aufführungen der Erfolgsoper. 

31. August 1936: 

Das Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, teilt der Abt. Verwaltung des ARR 
mit, die Überprüfung der Abstammung Bizets habe ergeben, daß er 
einwandfrei arisch sei (Quelle: BA NS 15/ 84). 

1937: 

In "Musik und Rasse" (21937) veröffentlicht R. Eichenauer ein 

Porträt von George Bizet mit der Legende "vorwiegend nordisch". 

1938: 

Musik aus der Oper "Carmen". Zusammengestellt von Louis Oertel. Für 
Militärmusik: Schmidt-Köthen [O]. 

1. Suite aus "L'Arl&Esienne". Arrangement: J. P. Ehmig. Neubearbeitung 
für Harmonie-, Flieger- und Blechmusik: M. Villinger [CL]. 

2. Suite aus "L'’Arl&Esienne". Arrangement: J. P. Ehmig. Neubearbeitung 
für Harmonie-, Flieger- und Blechmusik: M. Villinger [CL] 

9. November 1939: 

"Der Herr Reichsdramaturg hat uns gebeten, den Leitern der 
deutschen Opernbühnen mitzuteilen, daß seitens der Reichsdramaturgie 
Bedenken gegen die Aufführung der Oper >Carmen< nicht mehr erhoben 


B 514 





werden" (RTK, Rundschreiben, 9/X1/39. Quelle: BAR 55/ 20111). 
1. März 1941: 

Der Verlag Adolph Fürstner, Inhaber Johannes Oertel, fragt beim 
RMVP an, ob auch der deutsche Text zur Oper "Carmen" unter das Verbot 
der Lieferung von Übersetzungen französischer Autoren ins Deutsche in 
den Elsaß falle (Quelle: BAR 55/ 20205. Blatt 1). 

19. März 1941: 

Das RMVP äußert keine Bedenken gegen solche Lieferung, wenn 
"Carmen" in Deutsch an einem elsässischen Theater aufgeführt werde 
(Quelle: BAR 55/ 20205. Blatt 3). 

7. April 1943: 

Die Reichsstelle für Musikbearbeitungen veranlaßt eine 
Führerinformation u. a. zur Neufassung von Bizets Oper "Iwan" unter dem 
Titel "Die Tochter der Berge", deren Handlung auf Anregung des Ministers 
aus Rußland in das merowingische Frankenreich verlegt worden war 
(Quelle: BAR 55/ 20578. Blatt 65 f.). 


Blaas, Hermann 


Die Berge sind unsre Heimat, wir Jäger, wir sind dort zu Haus (eigener 
T). Kriegslied. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Wir Jäger, wir wollen nach England, 
die Waffen, die stehen bereit, 
und kommen wir endlich nach drüben, 
ist der Feind auf der Flucht weit 
und breit". 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Blache 


Musiker im RAD. 
Marsch der RAD-Gruppe 96 (DtlidS, 7/X/36). 


Blacher, Boris 
Koy/Nju-Tschshuan = Newchwang (China), 6. Januar 1903 - Berlin, 30. 

Januar 1975. 
Komponist in Berlin-Steglitz, Schüler von Friedrich Ernst Koch, 1938-39 
Dozent am Landeskonservatorium in Dresden, dann auch Theorielehrer in 
Berlin. Der Abstammungsbescheid der Reichsstelle für Sippenforschung 
vom 11/I1V/40 gab zur Feststellung Anlaß, er sei "Vierteljude"; daraus 
erklären sich wiederholte Vorstöße des ARR - Dr. Herbert Gerigk - gegen 
ihn. 

1948 Professor und 1953-70 Direktor der Musikhochschule Berlin; 


B 319 





1968 Präsident der Akademie der Künste Berlin. Einzelmitglied des 
Deutschen Musikrats. 

Werke: u. a. "Fürstin Tarakanowa", Oper (Wuppertal, 5/11/41); 
"Harlekinade", Ballett (Krefeld, 14/11/40), dazu eine nur für Graz 
geschaffene Choreographie mit Titel "Der Mann, der die Ohrfeigen bekam" 
(24/1V/41); Kammermusik, so Sonatine für Klavier Op. 14 Nr. 2; "Das 
Zauberbuch von Erzerum" (Stuttgart, 17/10/42), Bearbeitung nach 
Friedrich von Flotow. 


1932 
Op. 2. Kleine Marschmusik (UA 1932). Orchesterfassung: Melichar 
(1934) [B&B]. 
Das Werk beinhaltet "Paraphrasen" über Märsche von Mercadante, 
Bellini und Rossini. 


1935 
14. Mai 1935: 

Das Konzertorchester Stettin bietet Blachers Capriccio für Orch über 
ein Volkslied Op. 4 (UA: Stettin, 14/V/35, zugleich RS Hamburg). 
November 1935, Bericht I (Op. 4): 

"(...) Wie sich in den Rahmen deutscher Musik ein derart 
undeutsches Werk einschleichen konnte, ist verwunderlich. Denn dieses 
von Geräuscheffekten und rhythmischen Roheiten erfüllte Tonstück tritt 
das geistige Erbe eines Strawinsky, eines Kurt Weill und anderer 
überwundener Tonsetzer einer entschwundenen Zeit an, nur mit dem 
Unterschied, daß den Genannten immerhin noch etwas mehr eingefallen 
ist als Boris Blacher" (Fritz Stege: Berliner Musik. "ZfM" CIl/11, November 
1935. S. 1246). 


1936 
Orchestrierung von vier Stücken, u. a. von Larregia und Ljadow, im 
Auftrag der NSKG, Gau Berlin (1936). 
13. März 1936: 
Das 6. Sinfoniekonzert der Sächs. Staatskapelle im Opernhaus 
Dresden, Dgt. K. Böhm, bietet - erstmals - die Kleine Marschmusik von 
Blacher. 


1937 
Op. 7. Divertimento: Intrada - Marsch. Für BlasOrch, im Auftrag des 
RLM (UA: Berlin, 24/11/37, Blassinfoniekonzert der LW, Dgt. H. F. Husadel; 
Halle, Palmsonntag 1939, im Blassinfoniekonzert der Il./ Flak-.rgt. 32, 
Dgt. MM Weißenborn; Westerland, 5/VI1/38, Konzert des MK der 
SeeFIHKdtr List/Sylt, Dgt. Musikleiter Maasch) [B&B]. 

Werke für Blas- oder Fliegermusik - auch dieses - erfreuten sich im 
Bereich der Luftwaffe großer Anteilnahme. Daß Blacher problematisch 
war, blieb hier ohne Belang. 

Selbstkommentar: 
"(...) In meinem >Divertimento<, das ich im Auftrage des 


B 516 





Reichsluftfahrtministeriums geschrieben haben, schwebte mir ein Stil vor, 
der die disziplinierte Strenge des allgemein Militärischen 
mit dem technischen Charakter der Luftwaffe verbindet. 

Diekünstlerischen Möglichkeiten der 
Militärblasmusik sehe ich in den Aufführungen moderner für 
diese Gattung geschaffener Werke und ebenso im 
Zurückgreifen auf de große Vergangenheit dieser Gattung 
(besonders um 1600); z. B. in der Einrichtung von Werken, wie Canzonen 
und Sonaten von Gabrieli, Kerrll u. a. m. Eine Gegenüberstellung von 
Barockmusik und den Werken der modernen dürfte eine 
interesssante Programmgestaltung ergeben. (...)" (Namhafte junge 
Komponisten sprechen über Militärmusik. "DMMZ" LIX/10, 6/111/37. S. 6. 
Fehler im Original). 

25. Februar 1937: 

Das 5. Sinfoniekonzert A der Sächs. Staatskapelle, Dgt. K. Böhm, 
bietet Blachers Orchester-Capriccio. 

Musik für Blasorchester ("Deutsche Musikkultur" I1/1, April-Mai 1937. 
Ss. 18 ff.). 
Zitat: 

"(...) Die Frage der Instrumentation ist nicht so brennend wie die 
Probleme der Substanz und des Satzbaues: indem wir diese lösen, können 
wir hoffen, in einigen Jahren zu einem neuen eigenen Stil für 
Blasorchester zu gelangen und mit Hilfe dieses Klangkörpers nicht mit 
dem Symphonieorchester in abwegige Konkurrenz zu treten, sondern als 
Ergänzung mit neuer und alter Originalmusik unter freiem Himmel 
musizieren". 

Friedrich E. Koch - ein unvergeßlicher Lehrer ("DMMZ" LIX/18, 
1/V/37. S.4). 
6. Dezember 1937: 

Ein Sonderkonzert des BPhO, Dgt. C. Schuricht, bietet die 
Konzertante Musik für Orch Op. 10 von Blacher (UA). 

8. Dezember 1937: 

Das "Berliner Tageblatt" Nr. 577-578 berichtet über die Uraufführung 
der "Konzertanten Musik". 


1938 
Januar 1938, Bericht II (Konzertante Musik, Op. 10.): 

"(...) Darum allein wird die stilistische Kluft zwischen Jung und Alt in 
unserer heutigen revolutionären Zeit sich in Zukunft sicherlich noch 
wesentlich erweitern, und wenn das Publikum des Schuricht-Konzertes 
nach der Musik Boris Blachers derart raste, daß eine vollständige 
Wiederholung des Werkes erfolgte, so möchte ich nicht einmal in der 
Schöpfung selbst den Anlaß dazu sehen, sondern in einer veränderten 
Einstellung der Musikfreunde zur Neuen Musik, die aus gewisser 
Übersättigung heraus dem Ungewohnten in der Kunst vielleicht doch 
teilnahmsvoller gegenüberstehen als es in früheren Jahren der Fall war" 
(Fritz Stege: Berliner Musik. "ZfM" CV/1, Januar 1938. S. 46). 


B 312 





*24. Mai 1938: 

Das Städt. Orch Düsseldorf, Dgt. H. Balzer, bietet im 2. 
Sinfoniekonzert der Reichsmusiktage u. a. Blachers Geigenmusik in drei 
Sätzen (1936). Solist: Max Strub (Violine). 

Einführung: 

"(...) In allen Sätzen wird ganz wenig musikalisches Baumaterial 
benutzt, die einzelnen Stücke gründen sich mit eminenter Logik in der 
Hauptsache auf einen Einfall; dessen Inhalt tritt um so klarer, um so 
zwingender hervor. Energieerfüllte Wachheit ist auf diese Weise ein 
Hauptkennzeichen auch der Geigenmusik von Blacher, die den Stempel 
>Neuer Musik< unverkennbar trägt" (Werner Karthaus: Boris Blacher. 
Programmheft der Reichsmusiktage 1938). 


1939 
18. Januar 1939, Bericht III (Konzertante Musik, Op. 10): 

"(...) So sehr wir uns auch bemühten, durch Taktritzen wenigstens 
einen Lichtstrahl zu erspähen: hier blieb alles dunkel! Man könnte 
deshalb darauf verzichten, diese unerquickliche Tonverirrung noch zum 
Gegenstand einer Betrachtung zu machen, wäre sie nicht gerade 
beispielhaft dafür, daß es auch außerhalb der Atonalität noch Musik gibt, 
die in keiner Weise unserer Auffassung gerecht wird. Blacher hält sich 
zwar durchaus im tonalen Raum, seine >Konzertante Musik< läßt das 
vorgezeichnete F-dur unverkennbar hervortreten, ja, die Motivik wird 
sogar vielfach von dem harmonischen Erlebnis von Dreiklängen und 
Septimenakkorden getragen, ganz wie in der Klassik und Romantik. Über 
den melodisch belanglosen und unzulänglichen Einfällen jedoch ist dem 
Rhythmus - in unüberbrückbarem Gegensatz zu unserem Musikerleben - 
eine uneingeschränkte Führerschaft eingeräumt. Der so festgelegte 
Vorrang des Rhythmischen verbindet, um mit Paul Bernhard die 
gegnerische Seite zu zitieren, mit der >Rückkehr zur Primitivität< die 
>Nivellierung und Anpassung< an die >mit Dynamik geladenen, im 
Urwald genährten, aber mit eisernen Klammern in Maschinengestampf 
gepreßten entnervenden Klänge<. Blachers Rhythmus selbst besitzt in der 
Synkopenanwendung jene Eigenschaft, die ihn ebenso grundsätzlich von 
deutscher Musik trennt. Unterschiedlich von den auch ihm bekannten 
Hemmungen und Unterbrechungen des natürlichen rhythmischen 
Ablaufes, um eine besondere Situation, um Affekte, Unruhe, Drängen oder 
leidenschaftliche Erregung auszudrücken, erhebt Blacher die Synkope zum 
Selbstzweck Er verwandelt den Zustand des mehr Außergewöhnlichen in 
den der ununterbrochenen Dauer, wie man ohne zu übertreiben sagen 
kann; denn von den 378 Takten des Werkes sind nur rund 50 
synkopenfrei, auf 7, 8 Takte durchschnittlich ein Takt ohne Synkopen. 
Treffender trüge das Werk daher den Titel >syncopated music<, mit dem 
die Amerikaner die Jazzmusik zu bezeichnen pflegen" (W. Trienes: 7. 
Gürzenichkonzert. "Westdeutscher Beobachter", Abend-Ausgabe, 
18/1/39). 

Der Dirigent war Eugen Papst. 

Es ist offensichtlich, daß das "Kritikverbot" hier nicht griff. 


B 518 





Februar 1939, Bericht IV (Konzertante Musik, Op. 10): 

"(...) Als schroffster Gegensatz hierzu wirkte die ebenfalls als 
>Konzertante Musik< bezeichnete Komposition Boris Blachers (...). 

Hier herrscht nicht jener überzeitlich verklärte Klang- und Spieltrieb 
des Klassikers, sondern die an Strawinsky und Hindemith geschulte 
Willkür des Rhythmus und die gewollte Seelenlosigkeit der Tonsprache. 
Prof. Eugen Papst, der für die vorzügliche Darbietung Beifall erntete, 
führte dann wieder zurück zu reineren Sphären (...)" (Hermann Unger: 
Musik in Köln. "ZfM" CVI/2, Februar 1939. S. 158). 

5. Februar 1939: 

Die Berliner Staatskapelle, Dgt. J. Schüler, bietet die Sinfonie Op. 12 
von Blacher (UA). 
6. Februar 1939: 

In der "DAZ" Nr. 62 berichtet Robert Oboussier über die 
Uraufführung der Sinfonie Op. 12. 

März 1939, Bericht V (Sinfonie, Op. 12): 

"Der Name dieses jungen Tonsetzers wird in letzter Zeit häufiger 
genannt, und zweifellos zählt er zu den großen, vielversprechenden 
Begabungen, wenn auch Einzelheiten seiner schöpferischen Leistungen 
noch umstritten sind. Seine bisher bekannt gewordenen Orchesterwerke 
sind witzig und geistvoll, und wenn sein etwas bissiger, übermütiger 
Humor von den Griesgrämigen verkannt wird, so spricht dieser Umstand 
nur zu Blachers Gunsten. 

(...) Diese Sinfonie verdient, in allen deutschen Konzertsälen zu 
erklingen, wo sie sicherlich mit ähnlichen Erfolgen rechnen darf wie in der 
Staatsoper" (Fritz Stege: Berliner Musik. "ZfM" CVI1/3, März 1939. S. 271, 
273). 

April 1939, Bericht VI (Konzertante Musik, Op. 10): 

"(...) die >Konzertante Musik< des Deutschbalten Boris Blacher, ein 
Werk voll starker motorischer Antriebe, mit großem satztechnischen 
Können geschrieben, in seiner humorig-witzigen Form von Dr. Hero 
Folkerts mit außerordentlicher dirigentischer Sorgfalt dargeboten" (Karl 
Wilhelm Niemöller, Gelsenkirchen, in: "ZfM" CVI/4, April 1939. S. 423). 


1940 


11. Januar 1940: 

Das 5. Zykluskonzert in Baden-Baden, Dgt. G. E. Lessing, bietet - 
"zum ersten Mal" - die Konzertante Musik für Orch von Blacher. 

29. März 1940: 

Der Abstammungsbescheid der Reichsstelle für Sippenforschung 
besagt, daß Blacher "jüdischer Mischling mit einem der Rasse nach 
volljüdischen Grosselternteil" sei (Quelle: BA R 55/ 20487. Blatt 505). 

3. April 1940: 

Der Präsident der RMK gibt den Abstammungsbescheid in Abschrift 
ans RMVP (Quelle: BAR 55/ 20487. Blatt 505). 

14. August 1940: 

"Mit Entscheid vom 14. 8. 1940 bestehen gegen die Aufnahme des 
Obengenannten in die RMK. keine Bedenken" (Karteikarte der RMK, Abt. 


B 317 





BeKa. Quelle: BA Namensakte Blacher). 
September 1940, Bericht ("Kaleidoskop"): 

"(...) der mit dem uraufgeführten >Kaleidoskop< (Neufassung der 
>Harlekinade<) dem Jazz huldigt. Von einem Tonschöpfer, der in 
ernsthaften Werken Zeugnis seiner künstlerischen Befähigung abgelegt 
hat, erwartet man bei der Benutzung derartiger gesellschaftlicher 
Tanzformen, daß er sie seinem Geist unterordnet und ihnen durch seine 
Gestaltungskraft einen persönlichen Wert verleiht - wie es beispielsweise 
Werner Egk bei seinen bekannten bäuerlichen Tänzen versucht hat. In 
dieser Beziehung enttäuscht Blachers neues Werk, denn es begibt sich 
wenig selbstkritisch in das Fahrwasser der Nachahmung jazztechnischer 
Effekte mit exponierten Bläsern u. a. Also volksfremde Stilmerkmale, zu 
denen man längst innerlich einen derart großen Abstand gewonnen hat, 
daß man sie nicht auf der Opernbühne anzutreffen wünscht" (Fritz Stege: 
Berliner Musik. "ZfM" CVII/9, September 1940. S. 535). 

28. Oktober 1940: 

Ein Sonderkonzert des BPhO Dgt. Carl Schuricht, bietet u. a. die 
sinfonische Dichtung "Hamlet" Op. 17 von Blacher (UA). 
29. Oktober 1940: 

Die "DAZ" Nr. 520 bringt einen Uraufführungs-Bericht von Robert 
Oboussier zu "Hamlet" Op. 17. 

November 1940, Bericht VII ("Hamlet", Op. 17): 

"Eine Uraufführung, die sinfonische Dichtung >Hamlet< von Boris 
Blacher, fügte dem Bild des eigenwilligen Komponisten keine neuen Züge 
hinzu" (Hermann Killer: Berliner Konzerte. "Die Musik" XXXI11/2, 
November 1940. S. 75). 

Die Schriftleitung setzte eine Fußnote hinzu: "Boris Blacher ist 
neuerdings bei Überprüfung seiner Abstammung als Mischling 2. Grades 
festgestellt worden". 

8. November 1940, Bericht VIII ("Hamlet"): 

"(...) Im ersten der beiden zeitgenössischer Musik gewidmeten 
Sonderkonzerte Carl Schurichts mit dem Philharmonischen Orchester 
erregte die Uraufführung der neuen sinfonischen Dichtung >Hamlet< von 
Boris Blacher allgemeines Interesse. Eine sehr ernst gehaltene, 
notwendigerweise grüblerische Arbeit, unerbittlich hart in der Linie und im 
Klang, härter als alles, was Blacher bisher geschaffen hat und darum fürs 
erste nicht so gewinnend wie seine >Konzertante Musik< oder seine 
tänzerisch rhythmische >Sinfonie< op. 12, auch in der Erfindung nicht so 
stark, in den Konturen nicht so ausgeprägt. Das kompositorische Können 
is bedeutend, doch dies zu loben hat nur Sinn in Verbindung mit der 
Substanz, die hier mehr wieder aus konstruktiver Begabung erzwungen 
wurde. Dabei ergab sich allerdings manches Eigenartige. Dazu gehört vor 
allem auch der Pianissimo-Werkschluß des Trauermarsches mit lang 
gezogenen Geigentönen und Trommelrhythmus. Nach Blachers eigener 
Aussage ist das Werk auf Grund intensiver Beschäftigung mit 
Shakespeares Tragödie entstanden, steht aber in keiner Beziehung zur 
Handlung des >Hamlet<; ihr Formablauf ist rein musikalisch bedingt. Die 
Aufnahme der in ihrer ganzen Art nicht auf äußerliche Wirkung bedachten 


B 520 





Neuheit war etwas zaghaft. Dennoch mußte sich der Komponist auf dem 
Podium zeigen" (Fritz Brust: Neues von Alten und J ungen. Im Vordergrund 
des Berliner Musiklebens. "Der neue Tag" Nr. 310, Prag, 8/X1/40). 
3. Dezember 1940: 

Das 2. Sinfoniekonzert des Gautheaters Saarpfalz in Saarbrücken, 
Dgt. H. Bongartz, bietet - erstmals - die Konzertante Musik Op. 10 von 
Blacher. 


1941 
6. Januar 1941: 

Das 4. Sinfoniekonzert der Städtischen Konzerte Krefeld, Dgt. W. 
Richter-Reichhelm, bietet - erstmals - die Sinfonie von Blacher. 

5. Februar 1941: 

Das Opernhaus Wuppertal bietet Blachers dreiaktige Oper "Fürstin 
Tarakanowa" Op. 19 nach dem Roman "Die Kaiserin und ihr Großadmiral" 
von Hans von Hülsen (UA). 

6. Februar 1941: 

Die "DAZ" Nr. 64 bringt einen Uraufführungs-Bericht von Robert 
Oboussier über "Fürstin Tarakanowa" Op. 19. 

24. April 1941: 

In Berlin dirigiert Paul van Kempen die Suite aus der Oper "Fürstin 
Tarakanowa" von Blacher. 


1942 
16. Februar 1942, Blacher verschafft sich Ruhe: 

"Es sind mir bis jetzt folgende Mitglieder der Familie bekannt, die mit 
der angezweifelten Großmutter väterlicherseits in ähnlichem Verhältnis 
wie ich stehen und der Partei angehören (folgen vier Namen, darunter der 
eines SS-Manns in Posen). Zum Schluß möchte ich Sie noch erinnern, daß 
ich seit 1939 einen Staatenlosen-Paß besitze" (Blacher an Werner Egk, 
Leiter der Fachschaft Komponisten, 16/11/42. Quelle: BA Namensakte 
Blacher). 

Egk brachte die Information pflichtgemäß auf den Dienstweg, sodaß 
sich das Hauptamt SS-Gericht beim Reichsführer-SS und die Gaugerichte 
Baden und Hamburg der NSDAP mit der Ausscheidung der vier 
"unwürdigen" Verwandten Blachers befassen mußten. 

2. Juni 1942, Denunziation: 

"(...) Einzelne Kapellmeister lassen sich die Förderung dieser 
sondergenehmigten Komponisten ebenso angelegen sein wie sie jede 
Gelegenheit benutzen, um Werke aufzuführen, die aus irgendwelchen 
Gründen gerade noch gestattet sind. Dazu gehört der 
Generalmusikdirektor von Wuppertal Fritz Lehmann, der in Wuppertal 
die Erstlingsoper Blachers >Fürstin Tarakanowa< herausbrachte. In 
diesem Zusammenhang ergab es sich, dass auch die NS.-Presse diese 
Oper und später auch andere Werke Blachers gross herausgestellt hat. Die 
Schriftleitung der Westfälischen Landeszeitung Dortmund teilte auf eine 
Rückfrage mit, dass sie sich mit dem Deutschen Nachrichtenbüro in 
Verbindung gesetzt habe und folgendes erfuhr: >Auf Ihre Frage nach der 


B 52] 





Zulässigkeit einer Berichterstattung über Werke von Boris Blacher teilen 
wir Ihnen mit, dass nach unseren Informationen vom 
Propagandaministerium ein Besprechungsverbot nicht erlassen worden ist. 
In dem fraglichen Fall hat uns seinerzeit die zuständige Stelle in der 
Presseabteilung der Reichsregierung ausdrücklich bestätigt, dass über 
Blacher berichtet werden darf, wenn auch im Umfang und in der Tonart 
eine gewisse Reserve am Platze sei. Vor Jahren wurde die bevorstehende 
Aufführung eines Tanzwerkes Blachers (Kaleidoskop), die in der Berliner 
Staatsoper stattfinden sollte, verschoben, weil sich herausgestellt haben 
sollte, dass Blacher nicht ganz arisch sei. Diese Angelegenheit wurde aber 
so bereinigt, dass die Aufführung einige Zeit später nicht nur stattfand, 
sondern auch vom Propagandaministerium zur Besprechung freigegeben 
wurde. Daran hat sich unseres Wissens bisher nichts geändert (...)" (Amt 
Musik, Dr. Gerigk, an Parteikanzlei, 2/VI/42. Quelle: BA NS 15/ 153). 

Gerigk beschwerte sich, daß die Ausweise der RKK für Mischlinge 
mit Sondergenehmigung nicht besonders gekennzeichnet waren, sodaß 
sie sich gar nicht von denen für "Arier" unterschieden. 

29. Dezember 1942, Die Rosenberg-Fronde gibt nicht nach: 

"Bei unseren Bemühungen auf dem Wege über die Gauleitungen, die 
Dirigenten über die Abstammung Blachers aufzuklären, führt es zu 
fortgesetzten Verwicklungen und Unklarheiten, daß der Verlag Bote & Bock 
die Möglichkeit besitzt, die Werke Blachers ohne Hinweis auf die jüdische 
Blutsbeimischung den Theatern und Konzertveranstaltern anzubieten. So 
konnte es eintreten, daß am 18. und 19. 10. 1942 in Hamburg unter der 
Leitung von Eugen Jochum die Uraufführung eines neuen Konzertes für 
Streichorchester von Blacher vor sich ging. Es überrascht uns nun in 
besonderem Maße, daß die Reichsdramaturgie Ihres Ministeriums mit 
Datum vom 12. 10. 1942 die Feststellung der nichtarischen Abstammung 
Blachers als belanglos hinzustellen versucht, da die Ermittlungen des 
Reichssippenamtes wie vom Verlag Bote & Bock hier mitgeteilt wurde, 
nicht auf Grund irgendwelcher Dokumente, sondern lediglich auf Grund 
eines alten Buches betrieben worden seien. Eine Rückfrage beim 
Reichssippenamt hätte genügt, um die Unrichtigkeit dieser Behauptung 
des Verlages Bote & Bock zu erkennen. Die Abstammung Blachers ist vom 
Reichssippenamt gewissenhaft geprüft worden" (ARR, Amt Musik, Dr. 
Gerigk, an RMVP, 29/X11/42. Quelle: ACDJC, Document CXLIII-361). 

Gerigk verstieß gegen das Gesetz, das "Vierteljuden" als Arier 
auswies. 


1943 
Juni 1943, Bericht IX (Klaviersonatine, Op. 14 Nr. 2): 

"Abzulehnen ist die Wahl des allzu schmissigen, unserem deutschen 
Musikempfinden zuwiderlaufenden Klangexperiments der Sonatine op. 14 
Nr. 2 des Vierteljuden Boris Blacher" (Erwin Völsing: Berliner Konzerte. 
"Musik im Kriege" 1/3-4, Juni-) uli 1943. S. 65). 

Diese Ablehnung beinhaltete natürlich auch eine kulturpolitische 
Rüge für den Pianisten Helmut Roloff. 


B 522 





Geschichtsfälschung |, 1995: 

"Weil er >Vierteljude< war, hat Blacher, anders als Orff 1942 keinen 
Geldpreis vom Propagandaministerium erhalten (...)" (Kater I. S. 31). 

Der "DRPoH" ignoriert, daß aberdutzend andere, obwohl Arier und 
oft Parteigenossen, bei der Zuwendung zum Ausgleich des 
kriegsbedingten Tantiemenrückgangs ebenfalls leer ausgingen. 
Geschichtsfälschung II, 1998: 

"(...) Als sich 1938 sein Traum, bei Hindemith zu studieren, in Luft 
auflöste, erfuhr er mehr über den Avantgarde-Komponisten Boris Blacher, 
dessen gerade uraufgeführte Symphonie op. 12 ihn faszinierte. (...)" 
(Kater Il. S. 435). 

Der "DRPoH" nennt ein falsches Jahr für die Uraufführung der 
Sinfonie, war also nicht fähig, das richtige zu ermitteln. 
Geschichtsfälschung Ill, 1998: 

"(...) dirigierte durch einen Glücksfall Carl Schuricht Blachers 
Konzertante Musik für Orchester mit den Berliner Philharmonikern. Weil 
die Musiker Probleme hatten, die komplizierten jazzhaften Synkopen zu 
spielen, wiederholte Schuricht das elfminütige Stück, und deshalb gab es 
zwei Hervorrufe hintereinander. (...)" (Kater Il. S. 441). 

Der "DRPoH" bezweifelt das Können dieses Spitzenorchesters, das 
ausgiebig geprobt hatte, wie die Tatsache, daß Furtwänglers (hier 
verschwiegene) konsequente Repertoireplanung kein "Glücksfall" war. 
Nicht "Unfähigkeit" des Orchesters, sondern die Beifallsstürme nach der 
Aufführung veranlaßten Schuricht zur Wiederholung. Da Kater 
anschließend von Aufführungen dieses Stücks durch Provinzorchester 
berichtet, fehlt ihm wohl die Intelligenz, daraus richtige Schlüsse zu 
ziehen. 

Geschichtsfälschung IV, 1998: 

"Schmeichelhafte offizielle Auszeichnungen wie die mit Geld 
dotierten Nationalpreise, deren sich Strauss, Orff, Pepping und Müller 
sowohl finanziell wie wegen des Renommees erfreuten, blieben ihm 
versagt (...)" (Kater Il. S. 443). 

Der "DRPoH" vermochte nicht herauszufinden, daß keiner der 
Genannten - wie Blacher auch - sich je eines Nationalpreises erfreuen 
konnte. 

Information: FA (Geburtsdatum: 3/1/03), MM2, KDMK, LdCh, SML, 
MGG, RMLE, LdBl. 


Blachetta, Walther 

Althammer/ Krs. Pleß, 10. Mai 1891 - ? 
Schauspieler und Kapellmeister, 1924-26 Leiter einer eigenen 
Schauspieltruppe in Frankfurt a. M.; 1933 Mitarbeiter des Referats Musik, 
Abt. Kunst, der Funkstunde Berlin/ RS Berlin, als Sachbearbeiter für 
Volksliedsingen. 
Werke: u.a. Spiele, so "Kain-und-Abel-Spiel" (1922), "Es geht um 
Deutschland" (1931), "Kampf um eine deutsche Stadt" (1932), 
"Hitlerjugend marschiert" (1933), "Das Spiel von der deutschen Freiheit" 


B 323 





(1931), "Die Zaubergeige" nach Grimms Märchen (36.-40. Tsd., 1939); 
Werkbücher, so Nr. 7: Wir bauen Zupfgeigen. Zehn Anweisungen für den 
Bau von Gitarren, Waldzithern, Mandolinen, Mandolas und Balalaikas 
(1942) [WV]; andere Buchpublikationen wie "Unser Heim", Werkbuch 
(1935), "Das wahre Gesicht Polens" (Berlin, 1939) und "Das Buch der 
deutschen Sinnzeichen" (Berlin, 1941). 


NSDAP seit 1/X11/31, Nr. 829.728. Fachgruppenleiter Theater des KfdK; 
Obmann der Besucherorganisation - Organisationsleiter - des KfdK Berlin. 
Bannführer der HJ im Stabe des Reichsjugendführers, Referent für Fest- 
und Feiergestaltung. 

Tausend Jahre Deutschland. Festfolge, im Auftrag der RJF hgb von W. 
Blachetta (1934). 

1935, Empfehlung: 

"Diese Feierstunde bietet in lebendiger Folge von Liedern, Sprüchen, 
Gedichten und Zwischentexten einen übersichtlichen Querschnitt durch 
das Erste, Zweite und Dritte Reich" (Richter/Vogel, Bekenntnis zum Reich, 
Leipzig 1935. S. 57). 

Sonnenwende. Festfolgen, (1934), hgb. von W. Blachetta. 
Volksliedsingen für den Reichssender Berlin, 10 Liederblätter, hgb. von 
W. Blachetta (1934-35). 

Deutsche Volkslieder, hgb. von W. Blachetta im Auftrag der Funkstunde 
Berlin (Volksliedsingen), der RJF (Abt. S), des Kulturamts der NSG "Kraft 
durch Freude" (Abt. Musik) (1935). Heft 2 [Verlag des "Jugend-Funk", 
Berlin]. 

Vorwort (W. Blachetta) 

"Diese Volksliederhefte dienen einerseits dem Rundfunkhöfrer, der - 
unsichtbar in seiner Wohnung, sichtbar in der Gemeinschaft auf den 
Plätzen der Städte - mit der Funksingschar die schönen deutschen 
Volkslieder singt, andererseits aber soll mit der Herausgabe dieser Hefte 
den Veranstaltungen und Kundgebungen der Hitlerjugend und der 
NS-Gemeinschaft >Kraft durch Freude< gedient sein. Lied und 
Musik sind immer gemeinschaftsbildend. Der billige Preis dieser Hefte 
ermöglicht die Abgabe an alle Teilnehmer einer Veranstaltung. 
Gemeinsames Singen der Volkslieder - vielleicht nach Vorsingen eines 
kleinen Chors oder nach dem Vorspielen durch vorhandene Instrumente - 
wird nun ein wesentlicher Teil eines Festes, einer Feier deutscher Art sein. 
Damit ist erreicht, daß die Zuhörerschaft nicht mehr nur passiv am 
Geschehnis einer Veranstaltung teilnimmt, sondern durch ihre Mitwirkung 
Träger der Kundgebung selbst wird, aber auch, daß das deutsche Volkslied 
wieder lebendiger Besitz aller deutschen Volksgenossen wird. 

An diesem Heft arbeiteten mit: Hellmuth Seidler, 
Sachbearbeiter für Volkslied in der Reichsjugendführung, Referent für 
Musik im Gebiet Berlin der HJ. und Waltraut Blachetta, Referentin 
für Fest- und Feiergestaltung im Gauverband Ost des BDM. (...)". 

Inhalt: 
1. Es tönen die Lieder. - 2. Der Winter ist vergangen. - 3. Nun will der 
Lenz uns grüßen. - 4. Wenn alle Brünnlein fließen. - 5. Wem Gott will 


B 524 





rechte Gunst erweisen. - 6. Jetzt kommt die Zeit. - 7. Die Lust hat mich 
gezwungen. - 8. Von Hause muß ich fort. - 9. Ich trag in meinem Ranzen. 
- 10. Muß i denn, muß i denn. - 11. Hoch auf dem gelben Wagen. - 12. 
Laßt doch der Jugend ihren Lauf. - 13. Tanz rüber, tanz nüber. - 14. Lustig, 
ihr Brüder. - 15. Ins Mueter Stüebeli. - 16. Es wohnt ein Müller an jenem 
Teich. - 17. Wir zogen in das Feld. - 18. Unsre liebe Fraue. - 19. Es leben 
die Soldaten. - 20. Die Reise nach Jütland. - 21. Wohlan, die Zeit ist 
kommen. - 22. Wie gefällt dir meine grüne Tracht. - 23. Es blies ein Jäger 
wohl in sein Horn. - 24. Es war ein König in Thule. - 25. Es liegt ein Schloß 
in Österreich. - 26. Es waren zwei Königskinder. - 27. Gute Nacht. - 28. 
Nun wollen wir singen das Abendlied. - 29. Nun ruhen alle Wälder. 
Volksgemeinschaft. Festfolge, hgb. im Auftrag der RJF von W. Blachetta 
(1935). 
Deutsche Feier (T: Johann G. Schlosser). Thingspiel, hgb. von W. 
Blachetta (1935). 
Deutsches Bauernspiel (T: Herbert Adam van Eyck). Festfolge, hgb. 
von W. Blachetta (1935). 
Die Reihe Spiele von Deutschtum und Vaterland, hgb. von W. 
Blachetta [AS]. 
Die Trumm. Heft 1. 16 Märsche von Karl Rockstroh für Fanfaren und 
Landsknechtstrommeln. Heft 1 und 2. Hgb. von W. Blachetta [Teubner, 
Leipzig]. 
Es handelt sich - trotz des Titels - um jeweils eine Fanfare und eine 

Trommel; der Herausgeber lieferte detaillierte Spielanweisungen 
s. Schirach. 

Information: Keine Meldung im WASt (19/XII/01). Das Landesarchiv 
Berlin (9/IV/03) benötigte zehneinhalb Monate für die Feststellung, man 
habe nichts über Blachetta. 


Blachetta, Waltraut 


s. Schirach. 


Blanc, Giuseppe 
1886 - 1969 


Giovinezza: Heil, du Heldenvolk der Ehre! Heil und Gruß den ewgen 
Landen! (T: Salvatore Gotta, deutsch: Richard Bars). Hymne der 
italienischen Faschisten (u. a. Südfunk, 21/V/33, Württemb. Landes- 
SinfonieOrch, Dgt. F. Drost).. 
Der Text mißbraucht den Dichter Dante Alighieri als "Vorläufer". 
Textprobe (2. Strophe): 
"Rings im Land zu neuem Werke 
sind erstanden die Soldaten, 
sind durch Mussolinis Stärke 
neu geformt zu neuen Taten (...)" 


B 329 





Die letzte Zeile lautet im Original "per la guerra di domani" (!). 
In: 
Deutsche Musik A, B (1941). 


Blank, Karl 


Werke: Unterhaltungs- und Tanzmusik, so der Tango "Nur du allein bist 
die Frau". 


Hindenburg-Zeppelin-Marsch, für Harmoniemusik (1938; unter dem 
Titel "LZ 129 Hindenburg-Zeppelin", Marsch, im RS Stuttgart, *11/1/36; 
RS Leipzig, 24/V111/39) [GrL]. 

Der Titel feiert das deutsche Passagierluftschiff "Hindenburg", das 
am 6. Mai 1937 bei der Landung auf dem Luftschiffhafen Lakehurst bei 
New York in Flammen aufging und völlig zerstört wurde. 

Information: Der Wirkungsort des Komponisten mußte bisher offen 
bleiben, sodaß keine biographischen Angaben möglich sind. 


Blankenburg, Hermann Ludwig 
Thamsbrück/ Krs. Langensalza, 14. November 1876 - Wesel, 15. Mai 

1956. 
Sohn eines Landwirts; Militärmusiker und Kapellmeister in Wesel. 
Ehrenbürger von Wesel und Langensalza. 

Nach 1945 i. R. 
Werke: etwa 1300 Titel, darunter die Märsche "Auf Adlerschwingen", 
"Dem Schweizerland", "Die deutsche Wacht", "Die Ehrenkompanie", 
"Frieden und Freiheit", "Mein Vaterland", "Regimentskameraden", "Unsere 
Grenadiere", "Weltenstürmer". 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 


1933 
Unsere Reichswehr. Marsch (BR, 2/111/33). 
Ernst-August-Marsch (Orag, 18/111/33; RS Königsberg, *30/1/35; DtIS, 
25/1/36, MZ der SA-Brigade 29). 

Der Titel feiert den König von Hannover Ernst August (1771-1851), 
der 1837 die Verfassung aufhob und sieben Göttinger Professoren um 
Jacob und Wilhelm Grimm, die dagegen protestierten, entlassen oder des 
Landes verweisen ließ. 

Andreas-Hofer-Marsch (BR, 19/111/33). 

Der Titel feiert den Gastwirt Andreas Hofer (1767-1810), der 1809 
den Tiroler Volksaufstand gegen die Besatzungstruppen Napoleons 
anführte, durch Verrat den Franzosen in die Hände fiel und in Mantua 
erschossen wurde. 

Brüder vom Rhein. Marsch (1933; RS Saarbrücken, *30/1/36; RS Wien, 
23/V/38). 


B 526 





Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 
Empor zum Licht. Marsch (RS Stuttgart, *9/X1/34, SA- 
Standartenkapelle 119, Dgt. Hanker) [Sc]. 
In: 
[Sc] Das goldene Marschbuch (1933; revidiert von Lothar Lechner). 
Auf treue Kameradschaft. Marsch (1933). 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 
Unter deutschem Schutze. Marsch (1933). 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 
Der Väter Geist. Marsch (Norag, 2/1V/33, MK des I. Mecklenburgischen 
Btl./ IR 6, Dgt. Paul Prager). 
Für Vaterland und Freiheit. Marsch (FSt. Berlin, 9/1V/33, Groß-Berliner 
BlasOrch, Dgt. Richard Reddemann). 
Westfalenmarsch (Schles. FSt., *20/1V/33; MZ des SS-Sturmbanns IV/ 
6, Dgt. Hantke). 
Marsch der Langensalzer Reiter (Mirag, 26/1V/33). 

In Langensalza war das Reiterregiment 16 stationiert. 
Op. 261. SA rückt an! Marsch. Orchesterfassung: Flügge (Norag, 16/VI/ 
33, Konzert im Alten Rathaus Bremen, Dgt. Fredo Niemann; Mirag, 
16/V11/33, MZ der SA-Standarte 103, Dgt. Paul Stiebitz; RS Frankfurt, 
*20/1V/36). 
Op. 58. Deutschlands Waffenehre. Marsch (Südfunk, 3/VI1/33; Mirag, 
12/X/33, MZ der SS-Standarte 48, Dgt. Max Pausch, von Schallplatten; 
RSdg, *10/1V/38). 1943 für BlasOrch [O]. 
In: 
[Sc] Das goldene Marschbuch (1933). 
Treue Waffengefährten. Marsch (Schles. FSt., 7/VIl/33; MZ der 
vereinigten SA-Sturmbanne Breslau-Mitte, Dgt. Arthur Galaske; RS 
Leipzig, 15/1/39, RundfunkOrch, Dgt. Th. Blumer). 
Einzug schneidiger Reiter. Marsch (SWF, 10/V11/33, als "Einzug 
schneidiger Truppen"; RS Königsberg, *10/X1/38, TrK des AR 1 
Königsberg, Dgt. StMM Hermann Wiech). 
Klar zum Gefecht! Marsch (u. a. Schles. FSt., 14/VI1/33, Ruschka- 
Orchester, Dgt. OMM a. D. Hugo Ruschka; RS Breslau, 23/VI11/38). Für 
Bandoneon: E. W. Neumann (1941) [R]. 
Mit Eichenlaub und Lorbeer. Marsch (Norag, 21/VI1/33). 
Er weicht der Sonne nicht. Marsch, zus. mit Stefan Seidl (u. a. Werag, 
27/VI1/33; Offenburg, *10/X/37, zur Gaukulturwoche, Stadtkapelle, Dgt. 
C. Pfettscher). 
Vgl. Hugo Kayser. 
Op. 64. Germanentreue. Marsch (Norag, 29/VI1/33; RS Breslau, 
*20/1V/34, Schles. GausinfonieOrch, Dgt. Mundry). 

Tondokument - vom 1/1V/40 - im DRA: B003500892. 
Freiheitsjubel. Marsch (u. a. Orag, 5/1X/33, OpernhausOrch Königsberg, 
Dgt. W. Brückner). 


B 527 





Der Adler von Lille. Marsch (SWF, 13/V111/33, MZ der SS-Standarte 33 
Mainz, Dgt. Kreisfunkwart A. Werner; Südfunk, 20/V111/33, MZ der SS- 
Standarte 13 Stuttgart, Dgt. Hans Ullmann). 

Mit der Widmung "Dem Andenken unseres Fliegerhelden 
Immelmann". 

Prinz Wilhelm. Marsch (u. a. FSt. Berlin 15/X1/33, MK der SS- 
Leibstandarte AH, Dgt. H. Müller-John). 

Der Titel feiert den Kronprinzen des deutschen Reiches und von 
Preußen (1882-1951), der 1905 Herzogin Cecilie von Mecklenburg 
ehelichte. 

Lore, Lore. Marschlied (u. a. FSt. Berlin, 15/X1/33). 


1934 

Mein Regiment. Marsch (DtldS, *20/1V/34, von Schallplatte; RS 
Frankfurt, 7/VI1/38, Bäderkonzert des KurOrch Überlingen, Dgt. Fritz 
Kuhl; RS Saarbrücken, 19/X/38; Reichsprogramm aus Berlin, *12/X1/44, 
ein MK, Dgt. H. Steinkopf). 
In: 
Marsch-Musik I (1937). 
Einer für viele. Marsch (RS Hamburg, *9/X1/34; RS Königsberg, 
*30/1/35, MZ der SS-Standarte 18, Dgt. Wilhelm Hering; RS Breslau, *30/ 
1/36). Titel auch "Unos pro multis". 
Prinz Eitel Friedrich. Marsch. Für Harmoniemusik: Martin Schröder 
(1938; RS Hamburg, *9/X1/34; RS Köln, 2/V11/39) [O]. 

Der Titel feiert einen der Prinzen von Preußen (1883-1942). 


1935 

Ruhm und Ehre. Marsch (DtldS, *30/1/35. MK der Leibstandarte AH, 
Dgt. H. Müller-John; RS Leipzig, 12/V11/39). 
Heil Thüringen! Marsch für BlasOrch. 
In: 
[HK] Standard-Marsch-Album (1935). 
Im Heldenkampf. Marsch (1935) [PB]. 
Op. 1056. Kämpfend vorwärts! Marsch (u. a. RSdg, *1/V/37, MZ I der 
SA-Brigade 30, Dgt. J. Fuhsel). Für Harmoniemusik: W. Huhn (1935) [HL]. 
Op. 1059. Unser Saarland. Marsch mit Benutzung des Liedes "Deutsch 
ist die Saar". Für Orch/ SalonOrch: B. Kutsch (1935; RS Leipzig, 
20/X/34)) [VfdM]. 

Tondokument - vom 22/1/35 - im DRA: 1570010-17. 

Ausführende: Adrema-Chor mit MK der Leibstandarte AH, Dgt. H. 
Müller-J ohn. 
Op. 130. Pilotenmut. Fliegermarsch. Für versch. Besetzungen, u. a.: 
Martin Schröder (RS München, 20/XI1/35; RS Hamburg, 23/X11/38; RS 
Leipzig, *20/1V/39, Kapelle O. Fricke) [O]. 


1936 
Freie Bahn dem Tüchtigen. Marsch (RS Breslau, *30/1/36). 
Für Freiheit und Ehre. Marsch (RS Hamburg, *30/1/36, Konzertorch. 


B 528 





Stettin, Dgt. R. Plato). 

Op. 1072. Die Treue siegt. Marsch (1936; Zoppot, *25/VI11/37, zum 
Tag der deutschen Militärmusik; RS Breslau, 14/X11/38; RS Berlin, 22/XIl/ 
39) [BK]. 

Der Führer kommt! Marsch, der SS-Leibstandarte AH gewidmet (1936, 
u. a. RS Köln, *30/1/38; RS Hamburg, 14/V/38). 

Op. 67. Adlerflug. Marsch (RS Frankfurt, 25/1/36, TrK des AR 45 Fulda, 
Dgt. Max Rudelt). Für Bandoneon 1941: E. W. Neumann [R]. 

Unterm Freiheitsstern. Marsch (u. a. Berlin, 2/VIII/36, MK des 
Infanterie-Lehr-Btl. der Infanterieschule Döberitz, Dgt. OMM Tumforde). 


1937 
Op. 601. Kinder der Zeit. Marsch für SalonOrch (1937) [ZL]. 
Op. 603. Fest und treu. Marsch. Für SalonOrch: P. Fries (1937) [ZL]. 
Marschbuch. 14 bekannte Originalmärsche in versch.n Besetzungen 
(1937) [P]. 


1938 
Deutsche Marschperlen. Heft I und II. Großes Potpourri über 
neuzeitliche Märsche von Blankenburg, Latann, Carl, Henrion, Blon usw., 
für Blasmusik bearb. von Max Schröder (1938; u. a. RS Frankfurt, 1938, 
Werkkonzert des MK der FIHKdtr Wiesbaden, Dgt. Arnold Künzer) [O]. 
Mit Siegesfahnen. Marsch (u. a. RSdg, *30/1/38). Titel auch "Mit 
Siegespalmen". 
Manöverleben. Marsch (RS Breslau, 6/1V/38). 
Abmarsch in die Quartiere. Marsch (RS Leipzig, 27/1V/38). 
Stets zielbewußt. Marsch (RS Frankfurt, 9/V/38). 
Nichts schreckt uns zurück. Marsch (RS Hamburg, 24/V1/38, MK der 
MAA 1 Eichhof, Dgt. Ernst Rath). 
Germanenblut. Marsch (RS Königsberg, 7/V11/38, die Rundfunk- 
Tanzkapelle, Dgt. Egon Börschel; RS Stuttgart, 2/VI1/39). 
Der Admiral der Luft. Marsch (1911; RS Königsberg, 15/1/38, StabsMK 
des LKrsKdos 1, Dgt. K. Bögelsack). 
Artilleriemarsch (RS Königsberg, *10/X1/38, TrK des AR 1 Königsberg, 
Dgt. H. Wiech). 


1939 
Auf treue Kameradschaft. Marsch (RS Hamburg, 23/1V/39). 


1940 

Marschieren woll'n wir Hand in Hand (T: Willibald Gatzke). Marsch 
und Lied. Für Blasmusik: G. Skibbe (1940) [W&C]. 
Front und Heimat. Marsch. Fassung: Max Schröder (1940) [O]. 
Op. 1. Abschied der Gladiatoren. Marsch (u. a. DtldS, 23/X11/38, 
Frühkonzert des TrK des AR 1, Königsberg, Dgt. StMM, Hermann Wiech). 
Fassung: H. Steinkopf. 

Tondokument - vom 17/VII/40 - im DRA, BO03122614, 


B 322 





B003147655. 


1942 
Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren. Marsch. Für 
Akkordeon: H. Merseburger (1942) [HM]. 
Information: FA, RML, LdBl. 


Blasche, Julius siehe: Anna Helms 


Blasche, R. siehe: F. Löchner 


Blaton, Anton 
Freistadt/ Schlesien, 9. Januar 1862 - Budapest (Ungarn), 1940. 
Militärmusiker der k. u. k. Armee, Geiger und Flügelhornist; bis 1918 
Leiter der Kapelle des IR 82 in Bistritz. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Op. 112. Heimkehr-Marsch, für Harmoniemusik (1939) [WW]. 
Information: LdBl. 


Blatzheim, Helmut 
Duisburg, 11. Februar 1904 - Duisburg, 22. Mai 1979. 
Bäcker in Duisburg; Laienkomponist. 
Nach 1945 weiterhin in Duisburg. 


NSDAP seit 11/1/26, Nr. 27.731. 

Hitler-Hymne 1933, onA, im Juni 1933 dem RMVP angeboten (Quelle: 
BAR 55/ 1159). 

Deutsche Eichen. Marsch (Mirag, 9/111/33; u. a. Karlsruhe, 6/V1/37, 
zum Fest der deutschen Volksmusik; DtldS, 23/X11/38, Frühkonzert des 
TrK des AR 1, Königsberg, Dgt. StMM, Hermann Wiech). 

Information: Der Standesbeamte Obermann, Duisburg-Mitte 
(3/III/98) forderte für eine Auskunft 7 DM Gebühr und verweigerte dann 
(18/III/98), unter Verfälschung von PStG 8 61, also rechtswidrig, die 
Angabe des Todesdatums. Damit raubte er dem Künstler das postum 
weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog den 
Lexikographen um sein Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. Der 
stellv. Leiter des Ordnungsamtes Duisburg, Bölling (3/IX/98), teilte auf 
Beschwerde vom vom 23/VI/98 mit: "(...) Aufgrund Ihrer bisherigen 
Aussagen ist nur bekannt, daß die Daten zur Herausgabe eines 
Künstlerlexikons bestimmt sind. Allerdings dürfte die Herausgabe der 
Daten nicht unerläßlich für diesen Zweck sein. Alle Daten können auch auf 
andere Weise erlangt werden. So könnten die gewünschten Daten z. B. 
durch Befragung der Nachkommen der Betroffenen oder durch Aufruf in 


B 530 





der örtlichen Presse bekanntwerden. Im übrigen ist derzeit der 
wissenschaftliche Zweck, zu dem die Daten benötigt werden, nicht 
eindeutig erkennbar. Vielmehr ist nicht auszuschließen, daß mit der 
Erstellung des Künstlerlexikons auch kommerzielle Interessen verfolgt 
werden. Dann sind die Voraussetzungen für eine wissenschaftliche 
Nutzung nicht erfüllt". In dieser irrwitzigen Reaktion verschmilzt Arroganz 
mit banausischer Dummheit - und so ein amtsuntauglicher Typ wird auch 
noch vom Steuerbürger bezahlt. 


Blaudßun, Fritz Hans 

Alt-Ilischken/ Krs. Wehlau, 30. Oktober 1897 - bei Königsberg, Februar 
1945 (nach Räumung eines Lazaretts vermißt). 
Sohn eines Dorfschulmeisters und Organisten; Musikpädagoge und Lehrer, 
1930-35 in Tilsit, an der städt. Knabenmittelschule dann an der 
Nationalpolischen Erziehungsanstalt Stuhm; 1935-36 in Elbing am 
Gymnasium, ab 1/1V/36 an der Staatlichen Oberrealschule auf der Burg in 
Königsberg; stellv. staatlicher Musikberater bei der Regierung. Im Krieg 
nach Fronteinsatz schwer verwundet. 


NSDAP seit 1/X1/31, Nr. 725.113. 1934 Schulungswalter des NSLB für 
Musikerziehung und Weltanschauung, auch NSLB-Gausachbearbeiter für 
Musikerziehung Gau Ostpreußen; 1935-36 Musikleiter der Nationalpolit. 
Erziehungsanstalt Stuhm/ Westpreußen, 1936 Gausachbearbeiter für 
Musik im Amt für Erzieher (ARR). 


1932 
Die Ketten zu sprengen kein Opfer zuviel! (T: Pidder Lüng, 1932). 
Trutzlied für Chor mit Instrumenten (UA: Tilsit, 1932, zur Grenzland- 
Kundgebung der Deutschen). 
Textprobe (2. Strophe): 

"Du heilige Erde, 

wir halten die Wacht, 

daß unser bald werde 

in Freiheit und Macht: 

Deutschland, Deutschland!" 
In: 
Das völkische Lied (1939). 


1933 
Schlachtgesang (T: Max von Schenkendorf), für Chor (Orag, 11/X11/33, 
zur Schenkendorf-Feier der Stadt Tilsit). 


1937 
Soldaten: Der Kampf ist schwer, der Kampf ist hart (T: H. Menzel). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Der Kampf ist schwer, der Kampf ist hart, 
und packt der Tod dich an, 


B 53] 





alsdann so wie dein Vordermann, 
alsdann so wie dein Nebenmann, 
wirst du ins Grab gescharrt". 

Es hält schwer zu begreifen, daß zurechnungsfähige Männer solche 
Texte als Ermutigung zum Kriegsdienst verstehen konnten. 

In: 

Kameradschaft im Lied (1937); Volksliedsingen im Schulfunk 22 (Januar 

1940; Satz mit Trompete, Rührtrommel, Streicher und Holzbläser); Lied 

über Deutschland (?1941). 

Die Fackel geht von Hand zu Hand (T: H. Anacker). 

In: 

Fahne der Kameradschaft (1937). 

Kriegskameraden (T: onA), Gesang für Männerstimme (1937). 

Vier volkstümliche Lieder mit Klavierbegleitung: 1. Das Hakenkreuz (T: 
O. Kernstock). - 2. Vorwärts, SA! (T: A. M. Koeppen). - 3. Soldaten (T: 
H. Menzel). - 4. Die Fackel (T: H. Anacker) (1937). 

Beurteilung: 

"Die Marschlieder Blaudßuns zeichnen sich durch klare 
Melodienführung, schlichten, volksnahen Charakter und einwandfreien 
harmonischen Satz aus. Nur in der Formgebung scheint einiges allzu 
knapp bemessen. Durch melodische Dehnungen ließe sich gewiß der 
Rahmen erweitern" (Erich Schütze für ARR, undatiert. Quelle: BA NS 15/ 
186). 

Wir kommen aus Not, wir kommen aus Tod (T: Hans Hahne, aus den 
Halleschen Jahreslaufspielen). 
In: 
Fahne der Kameradschaft (1937). 
Leuchtender Baum, leuchtender Baum (eigener T). Neuheidnisches 
Weihnachtslied für das Julfeierritual. 
Textprobe (3. und 4. Strophe): 
"Wirkende Kraft, wirkende Kraft, 
führ' unsre Seelen zum Glauben, 
der Leben schafft! 


Leuchtender Baum, leuchtender Baum, 
stärke in unseren Herzen 
der Väter Traum!" 
In: 
Fahne der Kameradschaft (1937). 
Sonnwendlied: Zum Himmel auf die Flamme steigt (T: Elisabeth Bartelt) 


[V]. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Die Heimat sei uns höchstes Gut. 
Geheiligt sei das deutsche Blut. 
Laßt kämpfen uns in dieser Zeit 
für uns'res Volkes Ewigkeit". 
In: 


Fahne der Kameradschaft (1937); Das völkische Lied (1939). 


B 532 





1939 
1939, Lebenslauf: 

"Ich bin am 30. 10. 1897 als Sohn eines Landlehrers und Organisten 
geboren. Mitten aus der Vorbildung zum Lehrerberuf zog ich drei Jahre ins 
Feld; zurückgekehrt, legte ich die Lehrerprüfung ab und begann bei Otto 
Fiebach in Königsberg mein Musikstudium, nach dessen Abschluß ich 
Musiklehrerstellen an verschiedenen ostpreußischen Gymnasien 
verwaltete, Sing-und Volkstanzkreise der Jugend, zeitweise auch Chor- 
und Orchestervereine leitete. 

Im Jahre 1931 trat ich in die NSDAP. ein und diente ihr in Tilsit als 
politischer Leiter. 1934 wurde ich als Musikleiter an die neugegründete 
Nationalpolitische Erziehungsanstalt in Stuhm (Westpreußen) berufen, 
kehrte aber nach einem Jahr in den Schuldienst zurück und arbeite jetzt 
als Musikerzieher an der Staatl. Burgschule in Königsberg (Pr.), 
gleichzeitig bin ich Gausachbearbeiter für Musik im Amt für Erzieher. 

Meine eigene Musik (Chorlieder mit und ohne Begleitung, 
Orgelmusik, Feiermusik für Bläser und Chor, Lieder für Singstimme mit 
Klavierbegleitung) ist zumeist aus Anlässen des völkischen Lebens 
entstanden" (Quelle: Lauer, "Das völkische Lied". München, 1939. S. 229). 
Vom Sinn der Sing- und Spielschararbeit in der Oberschule 
("Völkische Musikerziehung" V/4, April 1939. S. 159). 


Blaue Berge, grüne Täler, mitten drin ein Häuschen klein. 
Heimatlied über das Riesengebirge, onA. 
In: 
Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934). 


Blaue Luft, Blumenduft und der Winde Weh'n, immerzu, ohne Ruh 
über Tal und Höh'n! (T: Heinrich Grunholzer, 1819-1873). Wanderlied, 0onA 
zur Melodie. 

In: 

Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934; nur T, "Marschlied"); 
Liederbuch für Dt. Frauen und J ungmädchen-Verbände (1934; nur T von 
"H. J. Borchard, 1823"). 


Blauer, blauer Fingerhut. Volkslied. 
In: 
Singkamerad, Anhang München (1939). 


Blauer Himmel - goldne Sonne (T: Friedrich Henning), zur 
Melodie des Deutschlandliedes. Titel: Arierfarben. 1933 von Dr. 
Winterstein, Kassel, auf Postkarte verbreitet. 


B 333 





Textprobe (1. und 2. Strophe): 
Blaue Flut und goldnes Feld, 
Blaue Augen - goldne Haare 
Sind das schönste in der Welt; 
Blau und Gold ist Nordlands Flagge, 
Schwedens, Schleswigs altes Recht. 
Heil des Ariers Edelfarben 
Blau und golden - >treu< und >echt<! 


Blau soll unser Himmel bleiben, 

Zieh'n auch schwarze Wolken her! 
Freiheit gilt es des Gewissens 

Und des deutschen Namens Ehr! 

Und das Gold aus Erdenschoße, 

Unsern Nibelungenhort, 

Schwer mit Schweiß und Blut errungen, 
Nehme uns kein Fremdling fort!" 


Blaujackenlieder (Anthologie) siehe: G. Pallmann 


Blaukopf, Kurt 
Czernowitz/ Bukowina, 15. Februar 1914 - Wien, 14. Juni 1999. 
Sohn eines Rechtsanwalts; er begann ein Jurastudium in Wien, wechselte 
jedoch zur Musik über und war u. a. Schüler von St. Wolpe und H. 
Scherchen, nebenher Musikschriftsteller. 

Im September 1938 zunächst nach Paris emigriert. Im Herbst 1939 
als "feindlicher Ausländer" im Stadion von Colombes, ferner im 
Internierungslager Meslay-du-Maine festgehalten bis 1940. Dann gelang 
ihm von Marseille aus mit einem Studentenvisum der Mandatsregierung 
auf der libanesischen "Providence" die Weiterreise nach Jerusalem. Er 
studierte mit einem Stipendium am Konservatorium Jerusalem, arbeitete 
1940-42 als dessen Bibliothekar, 1942-46 als Musikkritiker der "Middle 
East Times" und 1942-47 für Radio Jerusalem. 

1946 wieder in Wien, Kulturkorrespondent, Musikkritiker und 
Musikschriftsteller, 1962 Professor für Musiksoziologie an der 
Musikakademie, 1965 Direktor des Instituts für Musiksoziologie, 1974 
Honorarprofessor an der Musikhochschule Wien, 1977 Inhaber der 
Lehrkanzel für Musiksoziologie. 1994 Dr. h. c. der Universität. 

Information: RML, SML, MGGS, FA2. 


Blech, Leo 
Aachen, 21. April 1871 - Berlin, 25. August 1958. 
Dirigent, zunächst Kaufmann; Schüler u. a. von E. Humperdinck, seit 1926 
GMD an der Preuß. Staatsoper Berlin, Staatskapellmeister - für 1933/34 


B 534 





mit 25.772 RM, hier bis 1937 unter dem Schutz von Ministerpräsident 
Göring. 

Von Brückner/Rock ("verh. m. d. jüdischen Sängerin Martha Frank") 
und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

Blech emigrierte nach Riga und war hier bis 1941 Dirigent an der 
Lettischen Nationaloper, 1941-49 in Stockholm Hofkapellmeister der Kgl. 
Oper. 1949-54 GMD an der Städt. Oper Berlin; 1951 Professor. 

Werke: u. a. Vokalmusik, so "An Deutschland", für gemCh, und "Gott, 
Kaiser, Vaterland" (T: Georg von Hülsen) (8/VIIl/14) für Gesang und 
Klavier oder MCh, ferner Chansons; mehrere Opern; eine Operette. 


Januar 1935, Drohung: 

"Juden und Judengenossen brachten Leo Blech Huldigungen dar, die 
den deutschen Theaterbesucher provozieren müssen. Diese Herrschaften 
sollten sich darüber im klaren sein, daß ihr Verhalten über kurz oder lang 
eine Selbsthilfe der deutschen Opernbesucher auslösen muß" (Herbert 
Gerigk in: "Die Musik" XXVI1/4, Januar 1935. S. 266). 

Es ging um eine "Ernani"-Aufführung. Die Drohung war Methode. 
26. Juli 1935, Denunziation: 

"Blech, Leo (Generalmusikdirektor, Jude)" (NSKG, Amt für 
Kunstpflege, Rundschreiben Nr. 6, Liste der Musik-Bolschewisten, 
26/VI1/35. Quelle: BA NS 15/ 187). 

1936: 

Das BPhO, Dgt. Leo Blech, nimmt für Telefunken E 1056 den 
Hochzeitsmarsch aus der "Sommernachtstraummusik" von Mendelssohn 
auf. 

Tondokument im DRA: BO05005663. 

1937, Boykott in USA: 

"(...) Einflußreiche jüdische Kreise, auf deren finanzielle Mitwirkung 
Mr. Whitney bei der gegenwärtigen Lagerung der hiesigen 
Opernverhältnisse stark angewiesen ist, wenn eine Spielsaison ohne allzu 
großes Defizit überhaupt durchgeführt werden soll, hätten sich zwar unter 
schärfsten Drohungen gegen ein Auftreten Blech's in Chicago gewandt. 
Allein die Leitung der Oper sei aber entschlossen gewesen, die jüdischen 
Einwände unberücksichtigt und Staatskapellmeister a. D. Blech dirigieren 
zu lassen. Daher sei sie um so überraschter gewesen, als Herr Blech, dem 
die hiesigen jüdischen Machenschaften von dritter Seite zur Kenntnis 
gebracht worden waren, von sich aus mit der Begründung abgesagt habe, 
daß er im Hinblick auf sein fortgeschrittenes Alter sich einer so 
unangenehmen Situation nicht aussetzen wolle, wie er sie in Chicago 
vorfinden müßte. 

Der Grund, aus dem die in Frage kommenden jüdischen Kreise sich 
gegen die Blech'schen Gastspiele wandten, soll der gewesen sein, daß 
Blech noch nach dem 30. Januar 1933 aus freien Stücken in Deutschland 
dirigierte, obwohl wirtschaftliche Not ihn hierzu nicht gezwungen habe. 
Der Umstand, daß seine musikalische Betätigung dort später dann doch 
ein Ende fand, sei, wie einflußreiche Juden hiesigen Musikkreisen 
gegenüber erklärt haben sollen, für die jüdische Clique kein Grund, bei ihr 


B 338 





für Blech Mitleid zu erregen und ihre feindselige Haltung gegen ihn etwa 
aufzugeben. 

Auch in einem anderen Falle haben die Chicago'er Juden das 
Auftreten eines jüdischen Sängers mit der Begründung ziemlich erfolgreich 
boykottiert, daß dieser im neuen Deutschland gesungen habe" (Deutsches 
Generalkonsulat, Chicago, an RMVP, 20/X1/37. Quelle: Geheimes 
Staatsarchiv Berlin, Rep. 151/216). 


Erinnerung, 1946: 

"(...) dass ich es einzig und allein Herrn Tietjen verdanke, im 
September 1941 nicht in das Rigaer Ghetto abgeschoben worden zu sein. 
(Diese Massnahme war völlig bestimmt und abgeschlossen und wurde, als 
es mir gelungen war einen äußersten Hilferuf an Herrn Tietjen gelangen zu 
lassen, sofort inhibiert.) Herr Tietjen sorgte auch dafür, dass ich mit 
meiner Frau unbehindert von Riga nach Stockholm reisen konnte" (Leo 
Blech: Eidesstattliche Erklärung, 18/V1/46. Quelle: Archiv der Akademie 
der Künste, Sammlung Tietjen). 


Geschichtsfälschung, 1998: 

"(...) Den angesehenen Blech unterschied nichts Besonderes etwa 
von Bruno Walter, Otto Klemperer oder Jascha Horenstein, die alle ins Exil 
verbannt wurden, außer dem reinen Zufall, daß Heinz Tietjen (...) 
beschlossen hatte, daß er einfach nicht ohne ihn auskommen könne (...)" 
(Kater Il. S. 174). 

Der "DRPoH" ignoriert, daß Tietjen keinen "Volljuden" gesetzwidrig 
im Amt halten konnte, vielmehr Göring der wirkliche Schutzherr war. 

Information: DNML, DML, FA, MM2 (als j.), KDMK, RML, LdCh 
(Todesdatum: 24/VIII), MGG. Gerigk/Stengel nennt das Geburtsdatum 
22/IV/1871; Das rororo-Musikhandbuch (1973) hat das Todesdatum 24/ 
VIII. 


Bleckert, Johannes 
Hötensleben, 11. März 1901 - Finsterbergen (DDR), 28. Mai 1965. 
Bankkaufmann, daneben Komponist und Heimatdichter in Finsterbergen/ 
Thüringer Wald. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Heil Hitler! "Volksweise", 0onA, im J uni 1933 dem RMVP angeboten 
(Quelle: BA R 55/ 1158). 


Bleier, Paul 
München, 18. Januar 1898 - München, 25. August 1959. 
Musikpädagoge, Studienprofessor in München-Obermenzing, Studienrat an 
der Maria-Theresia-Oberschule, Organist der Himmelfahrtskirche in 
Pasing; Musikreferent der "Zeitschrift für Instrumentenkunde". 
Nach 1945 weiterhin in München. 


B 536 





Werke: u. a. Kirchenkantaten, leichte Messen und andere geistliche 
Musik, auch für Orgel; Frauenchöre, Schulchöre und Lieder, auch 
Bearbeitungen für SchulOrch; "Sarabanda cromatica" für Orch. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. NSLB seit 1/X11/35. 
Die Fahne hoch! Horst-Wessel-Lied. Für SchulOrch (1933). 
Information: FA(ohne Geburtsdatum), KDMK. 


Blessinger, Karl 
Ulm, 21. September 1888 - Pullach, 13. März 1962. 

Dr. phil. München 1913 (Studien zur Ulmer Musikgeschichte im 17. 
J ahrhundert insbesondere über Leben und Werke Sebastian Anton 
Scherers); Schüler von Felix Mottl, Kapellmeister und Musikologe in 
München, seit 1920 Lehrer - ab 1/V/35 an der Musikhochschule 
(Akademie der Tonkunst) a. o. Professor, 1942-45 o. Professor für 
Musikgeschichte, Instrumentenkunde und Akustik. 

Nach 1945 weiterhin in München, ab 1951 i. R. in Pullach. 
Werke: u. a. Orchesterstücke, so eine Sinfonie und Fröhliche Musik Op. 
31 (1934); Flötenkonzert (München, 1935). 


NSDAP seit 1/V/32, Nr. 1.117.363; Kreisschulungsredner der NSDAP. 1936 
Führer des NS-Dozentenbundes an der Akademie der Tonkunst München; 
1939 vom Kulturpolitischen Archiv als Musiksachbearbeiter im Deutschen 
Volksbildungswerk Gau München-Oberbayern vorgeschlagen. 
Ehrenamtlicher Mitarbeiter im ARR, Amt Musik. 


1932 
Musik und Politik ("Die Musik" XXV/3, Dezember 1932). 
Zitat: 

"Von den Träumen der unmittelbaren Nachkriegszeit hat sich kaum 
einer verwirklicht. Die innere Erneuerung des Musiklebens, die manche 
sich in kurzer Zeit erhofft hatten, ist ausgeblieben, weil sie auf den 
zunächst eingeschlagenen Wegen nicht verwirklicht werden konnte. 
Wieder stand das Problem im Vordergrunde, die Kunst dem Volke 
zugänglich zu machen, und wieder ist seine Bewältigung nicht geglückt. 

(...) Um nun diese Tatsache zu verschleiern, geht die Musik - nicht 
nur die neue, sondern die Musik überhaupt - unter dem Strich der 
politischen Presse zu Gaste. Sie ist manchmal eine Parteiangelegenheit 
geworden; vielfach ist es doch so, daß links gepriesen wird, was rechts der 
Verdammung anheimfällt und umgekehrt, indes der überwiegende Teil der 
Zeitungsleser das eine wie das andere ignoriert und seine Musik da 
konsumiert, wo es ihm behagt, im Kino und im Kaffeehaus. So sind die 
politischen Parteien die letzte Stütze geworden, an die die ernste Musik 
sich heute noch einigermaßen anklammern kann. Beraubt sich die Musik 
auch dieser letzten Stütze noch, so kann es um sie endgültig geschehen 
sein. Gewiß soll die Entpolitisierung der Kunst ein Ziel sein, das wir fest im 
Auge behalten müssen; aber dieses Ziel ist nicht auf einmal, sondern nur 


B 537 





ganz allmählich zu erreichen, nämlich dadurch, daß die Musik im geistigen 
Leben der Nation wieder eine Macht wird, mit der man rechnen muß" (S. 
233; Nachdruck in "Der Auftakt" XIl/1, 1932). 


1936 
Op. 35. Marsch ins Jahrtausend: Männer werden und Kolonnen fallen 
(T: H. Menzel), für MCh, 3 Trompeten, Pauken, 3 Posaunen und Tuba 
(1936) [Hi]. 
Vom Werden und Wachsen der deutschen Musik ("DMMZ" LVIII/39, 
26/1X/36. S. 7-8). 


1937 
Auch die Hausmusik im höchsten Sinne eine Angelegenheit der 
Bewegung ("Die Musik-Woche" V/2, 16/1/37. S. 2) (Teilabdruck: Wulf, S. 
259-260). 
Grundlagen der deutschen Volksmusik ("Reutlinger Tageblatt", 20/1X/ 
37). 


1938 
Die Musik im sudetendeutschen Raum ("Die Musik-Woche" VI/Al, 
8/X/38. S. 629-630). 
Op. 38. Feierliches Vorspiel für gr. Orch (UA: Badenweiler, 29/1X/38). 
Rassenforschung und rassische Erkenntnis auf dem Gebiete der 
Musik ("Ziel und Weg", Heft 24, 1938). 
Mendelssohn, Meyerbeer, Mahler. Drei Kapitel J udentum in der Musik 
als Schlüssel zur Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts (1938) 
[Bernhard Hahnefeld, Berlin]. 

Hahnefeld spezialisierte sich auf nationale und antisemitische 
Literatur; er publizierte später daher auch die Veröffentlichungen des 
Instituts der NSDAP zur Erforschung der Judenfrage. 

Zitat: 

"(...) Komponisten. Ausführende, Verleger, Agenten, Kritiker, 
Publikum, das sind Instanzen, deren Zusammenwirken erst das endgültige 
Schicksal eines Werkes bestimmt, und mindestens an einer Stelle saß hier 
ja immer ein mächtiger Jude, der alle Bemühungen ehrlich ringender 
Deutscher mit einem Federstrich zunichte zu machen imstande war. Und 
wenn es nicht gelang, die völlige Anerkennung jüdischer Unmusik 
durchzusetzen, so glückte es doch wenigstens, zu verhindern, daß 
irgendeine deutsche Musik Anerkennung fand, die versuchte, den 
Menschen Freude und Erhebung zu bringen. Damit aber wurden auch die 
deutschstämmigen Schaffenden in eine Richtung gelenkt, die ihrem Wesen 
von Hause aus fernstand; sie ließen sich zu einer geschraubten, 
gekünstelten Tonsprache verleiten, und das Ergebnis war das vom 
Judentum gewollte: die Erweckung eines grundsätzlichen Vorurteils in den 
Kreisen des Volkes gegen die Kunstmusik überhaupt und in den Kreisen 
des gebildeten Publikums gegen alle zeitgenössische Musik" (S. 87). 

Die dümmliche propagandistische Behauptung einer jüdischen 
Verschwörung gegen die deutsche Kunst diente als systemkonforme 


B 538 





Erklärung für die herkömmliche, auch heute unveränderte 
Kunstfeindlichkeit der breiten Masse; daß Stilbildung mit dem harten 
Konkurrenzkampf der Komponisten bei geringer Nachfrage und starkem 
Angebot zusammenhängt, begriffen die NS-Musikfachleute nicht. 
Ausschaltung der Juden: 

"(...) Was an Zeit und Kraft noch übrigblieb, das hat freilich auch die 
HJ. und der BDM. zu einer fruchtbringenden Tätigkeit auf 
kulturpolitischem Gebiete verwendet. Aber die planmäßige Arbeit auf 
diesem Gebiete hatte erst einen Sinn, wenn die Arbeit im einzelnen nicht 
gestört werden konnte durch gegnerische Einflüsse, die sich aus der 
gesamten politischen Lage ergaben, und darum war der 30. Januar 1933 
die unerläßliche Voraussetzung für das Einsetzen einer großzügigen 
Aufbauarbeit auch auf dem Gebiete der Musik. Dieser Tag hat uns vor 
allem eines gebracht, das zunächst Notwendigste, nämlich die 
Ausschaltung der Juden als Personen aus dem deutschen Kulturleben" (S. 
90). 


1939 
30. Januar 1939, Besprechung: 

"In den drei Hauptvertretern des Judentums in der Musik erblickt der 
namhafte Münchener Wissenschaftler und Pädagoge Karl Blessinger den 
Schlüssel zur Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts. Vielleicht tut man 
den Juden zu viel Ehre an, wenn man ihnen für diese Zeit bereits eine 
zentrale Stelle einräumt, die sie nach der Jahrhundertwende mehr und 
mehr einnehmen konnten und in Deutschland nach dem Weltkrieg bis zur 
nationalsozialistischen Revolution uneingeschränkt besessen haben. Ohne 
Zweifel war ihre musikalische Machtposition allerdings auch in der 
Romantik schon weit stärker, als es dem flüchtigen Blick infolge der 
geschickten Verschleierungskünste ihrer wahren Absichten zunächst 
scheinen mag. Der Verfasser enthüllt uns eine Reihe dieser 
Tarnungsmanöver und deckt die heimlichen Regietricks des Erfolgs auf, 
die den jüdischen Komponisten den entscheidenden Vorsprung vor den 
nichtjüdischen sicherten. (...) " (Walter Trienes: Drei Kapitel J udentum in 
der Musik. "Westdeutscher Beobachter", Beilage zum geistigen Leben, 
*30/1/39). 

6. Februar 1939, Wühlarbeiten: 

"Ich habe gestern einen mehrstündigen Ausflug (von 11-18 Uhr) mit 
Dr. Gerigk in Münchens Umgebung unternommen und mich mit ihm über 
alles Grundsätzliche eingehend unterhalten. Das Ergebnis war ein sehr 
fruchtbares und unser persönliches Verhältnis ist am Ende ein geradezu 
kameradschaftliches und freundschaftliches gewesen. Ich nehme an, dass 
dieser Tag der Auftakt für eine noch engere Verbundenheit sein wird. 

Was ich Dir nun zunächst sofort mitteilen will ist Folgendes: Ich bin 
mit Dr. Gerigk dahingehend einig geworden, dass meine ganze 
Stellungnahme, wie ich sie Dir und ihm über Blessinger sandte, als 
Grundlage für das Gutachten genommen wird. Bitte lies deshalb meine 
Briefe nochmals durch und halte Folgendes fest: Die vergangenen 
Schriften und manche Aussprüche lassen es nicht zu, dass Bl. heute noch 


B 332 





wortführender Nazi-Dozent oder gar Dozentenbundsführer ist, selbst wenn 
er sich seit längerer Zeit um eine andere Einstellung bemüht und eine 
klare nationalsozialistische Geistighaltung offenbart, wie es die letzte 
Schrift zeigt. Die pädagogischen Fähigkeiten können nur am Ort seiner 
Lehrtätigkeit mit den dortigen Erfahrungen beurteilt werden. Die 
Ablehnung bei der Studentenschaft und die charakterlichen Konflikte mit 
der Studentenführung geben zu denken, sind aber ebenso nur örtlich zu 
klären. Das nochmals als Unterlage. Du musst nun zusehen, wieweit Du 
das weitere Negative von Deiner Sicht her untermauern kannst. Es ist 
jedenfalls notwendig, dass das jetzt von Dir entsprechend ausgebaut wird. 
(...)" (Reichsstudentenführung, Musikreferent Schroth, an Boetticher, 6/11/ 
39. Quelle: BA Namensakte Boetticher). 

Dieser Versuch der Reichsstudentenführung, Blessinger durch ein 
Gutachten Gerigks über das Kulturpolitische Archiv im ARR zu 
diskreditieren, schlug fehl; die antisemitische "Geistighaltung" in 
"Mendelssohn, Meyerbeer, Mahler" überzeugte die Rosenberg-Fronde. 
Englands rassischer Niedergang im Spiegel seiner Musik ("Die 
Musik" XXXIl/2, November 1939. S. 37-41) (Teilabdruck: Wulf, S. 
410-411). 


1940 
30. April 1940: 

Blessinger macht Dr. Gerigk nach Erhalt der Druckbogen des 
J udenlexikons auf zweifelhafte Fälle aufmerksam, so Benatzky, Felicien 
David, Erich Kleiber, Jose Eibenschütz, den Münchner Cellisten van 
Leyden, der eigentlich Levi hieße, Arthur Piechler und Walther Harburger, 
und schließt: 

"Obgleich ich in letzter Zeit nichts von Ihnen hörte, nehme ich doch 
an, dass Sie noch nicht zur Wehrmacht eingezogen sind. Sollten Sie aber 
bereits das Ehrenkleid des Soldaten tragen, dann wünsche ich Ihnen eine 
baldige gesunde und siegreiche Heimkehr" (Quelle: BA NS 15/ 21, 
unpaginiert). 

Musikleben in München ("Die Musik" XXXIll/1, Oktober 1940). 
Zitat: 

"(...) Aber daneben waren auch nicht wenige Kompositionen zu 
hören, die gewollt problematisch in unfruchtbaren Experimenten sich 
ergingen und teilweise an die entschwunden geglaubte Zeit der Atonalität 
erinnerten. Durch solche eindeutig negative Erscheinungen wurde die 
Mehrzahl der mit eingeladenen KdF.-Besucher, dem Zwecke der 
Veranstaltung entgegen, der zeitgenössischen Musik leider weitgehend 
entfremdet" (S. 37). 

Besseler rügt die Süddeutsche Tonkünstlerwoche. 

Musik und J udentum ("Die Musik" XXXI1l/2, November 1940. S. 
48-52). 

Positive Besprechung und Empfehlung des Judenlexikons von 

Gerigk/Stengel. 


B 540 





1941 
Arteigene und artfremde Musik. Vortrag (München, 13/1/41). 
Die deutsche Musik und die Nachbarvölker. Vortrag (München, 10/11/ 
41). 
Der Einbruch des J udentums in die deutsche Musik. Vortrag 
(München, 10/111/41). 


1943 
Januar 1943, Neugestaltung Europas: 

"Die im Werden begriffene Neugestaltung Europas wirkt sich auch im 
Konzertleben sichtbar aus; eine Reihe von Veranstaltungen war ein 
sichtbares Zeichen der kulturellen Verbindung Deutschlands mit 
befreundeten Nationen, und italienische, ungarische und bulgarische 
Musiker (letztere in bemerkenswert großer Anzahl) ließen sich hören, ja 
sogar die Ukraine war vertreten" (Blessinger in: "Die Musik" XXXV/4, 
Januar 1943. S. 129). 


1944 
Judentum und Musik. Ein Beitrag zur Kultur- und Rassenpolitik. 
Erweiterte und neubearbeitete Auflage von "Mendelssohn, Meyerbeer, 
Mahler" (5.-24. Tsd, 1944) [B. Hahnefeld, Berlin]. 

Nach Zerstörung des Satzes im Dezember 1943 und weiterem 
Luftschaden erschien das Buch verspätet mit 2000 Exemplaren. 

Es enthält die Kapitel: Zur Einführung - Der Jude als Kulturparasit - 
Bürgertum, Bühne und Literatur - Die Romantik und die jüdischen Salons 
- Mendelssohn - Meyerbeer - Mahler - Die musikalische Stilentwicklung 
unter der Einwirkung des Judentums - Schlußfolgerungen. 

Zitat: 

"(...) Mendelssohn, der das Zerstörungswerk eingeleitet hat, 
erscheint als der Typus des sogenannten Assimilationsjuden; Meyerbeer, 
der mächtigste Mann der zweiten Etappe, ist der skrupellose 
Geschäftsjude; Mahler, der Beherrscher des dritten Stadiums stellt den 
fanatischen Typus des ostjüdischen Rabbiners dar. 

(...) Im Jazz aber und seinen Ablegern schwindet das Kantable in 
unserem Sinne mehr und mehr. Es herrscht die offensichtlich der Wüste 
entstammende aufreizend oder einschläfernd wirkende Eintönigkeit der 
rhythmischen Begleitformeln, über welche zum einen Teil eine müde 
dahinschleichende Melodielinie gelagert ist, zum andern Teil aber 
schließlich nur rhythmisch verzerrte Melodiefetzen sich geltend machen. 

(...) daß der Kampf für oder gegen die Entartung in der Musik eine 
ganz eminent politische Angelegenheit ist, ja ein Teil des ungeheuren 
Weltkampfes, in dem wir jetzt mitten inne stehen. Und darum greift das 
Ringen um die endgültige Gesundung der deutschen Musik auch weit über 
das künstlerisch-kulturelle Gebiet hinaus; es wäre somit auch abwegig, sie 
einfach von dem einmal zu erwartenden neuen musikalischen Genie zu 
erhoffen. 

Wenn nun die vorliegende Schrift nach fünf Jahren des zweiten 
großen von Juda herbeigeführten Weltkrieges in neuer Gestalt an die 


B 541 





Öffentlichkeit tritt, dann geschieht dies nicht nur im Zeichen eines allen 
Feinden zum Trotz sich behauptenden deutschen Kulturwillens, sondern 
vor allen Dingen auch im Zeichen des Nachweises eines Teiles der 
ungeheuren Schuld, die Juda unserem Volke gegenüber auf sich geladen 
hat, und endlich im Zeichen des großen politischen Genius, der wie 
überall, so auch auf unserem Gebiete uns klar blicken lehrte, unseres 
Führers" (S. 17, 149, 155-156). 

12. August 1944: 

"(...) Selbstverständlich bin ich ebenfalls Ihrer Ansicht, dass das 
Buch von Blessinger >J uden in der Musik< an alle unsere Amtsleiter und 
an die 42 Gauvertreter verteilt wird. Ich bitte Sie, den Verlag anweisen zu 
wollen, uns 100 Exemplare des Buches nach Berlin zu schicken, damit sie 
von hier verteilt werden können" (Dr. W. Köppen an Dr. Gerigk, 
12/V111/44. Fehler im Original. Quelle: BA NS 15/ 73, unpaginiert). 

SA-Standartenführer Dr. Köppen war persönlicher Referent von 
Reichsleiter Rosenberg. Der Titel lautet korrekt "Judentum und Musik". 

4. September 1944, Empfehlung: 

" Die Presse wird gebeten, folgendes gut zu beachten (...) das Buch 
von Karl Blessinger >] udentum und Musik<, Hahnefeld-Verlag, Berlin" 
(RPA Berlin, Rundspruch vom 4/1X/44. Quelle: BA ZSg. 102/64 fol. 
1/Sammlung Sänger). 

Information: DNML, DML, FA, MM2, KDMK (Blessinger unterschlug 
dem Herausgeber seine gesamte einst sehr erfolgreiche antisemitische 
Literatur), RML. 


Bley, Rudolf 

Melborn an der Nesse/ Thüringen, 17. September 1891 - Eisenach 
(DDR), 20. Juli 1985. 
Lehrersohn, Flötist und Musikalienhändler in Eisenach; 1910 Buchhändler, 
1920 Gründer der Firma Eisenacher Musikalienhandlung und Konzertbüro, 
zugleich Geschäftsstelle des Richard-Wagner-Verbandes deutscher Frauen 
und der Arbeitsgemeinschaft Musikverein (= Oratorien-Verein 1836) und 
Städt. Orchester. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. Obmann des Reichsverbandes der deutschen 
Musikalienhändler und der Fachschaft Musikalienhändler der RMK, Gau 
Thüringen, Geschäftsführer des Richard-Wagner-Verbandes Deutscher 
Frauen. Vorsitzender des Bayreuther Bundes Eisenach; Abteilungs-Führer 
des NS-Kriegsopferverbandes. 


Bleyle, Karl 
1880 - 1969 


Kehr heim: Es liegt etwas auf den Straßen im Land umher (T: B. von 
Münchhausen) (u. a. Stuttgart, *J uli 1938, Schwäbisches Liederfest des 
DSB). 


B 542 





Der Trompeter auf dem Schimmel: Vor der Muhme Haus im Garten 
(T: Kurt Siemers) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, Schwäbisches Liederfest des 
DSB). 
Textprobe (1. Strophe): 

Mu) 

blühen Mohn und Frauenschun. 

Fahnen wehen und Standarten, 

und der Leutnant winkt mir zu" 
Reiter im Herbst: Vier wilde Gänse schrecken scheu empor (T: Hans 
Benzmann) (u. a. Stuttgart, *J uli 1938, Schwäbisches Liederfest des 
DSB). 
Die Nacht: Ringsum ruhet die Stadt; still wird die erleuchtete Gasse (T: 
Hölderlin) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, Schwäbisches Liederfest des DSB). 


Blinde Kuh. Kinderreigenlied. 
In: 
Singkamerad, Anhang München (1939). 


Bliss, Ernst 
Mirow, 15. Januar 1904 - ? 
Zunächst Telegrafenarbeiter in Berlin-Neukölln; ab Dezember 1935 
Programmdienstleiter beim RS Breslau. Im Februar/März 1945 erlitt er 
beim Fronteinsatz einen doppelten Schädelbasisbruch. 


NSDAP seit 1/X/28, Nr. 99.801, Träger des Goldenen Ehrenzeichens der 
NSDAP. SS Nr. 53758 mit Totenkopfring der SS, seit *9/X1/38 
Untersturmführer 

Zum Jazzverbot durch Pg. Hadamovsky ("Funk und Bewegung" V/11, 
November 1935 S. 5). 

Zitat: 

"Als alle äußeren Werte vernichtet und zerschlagen waren, setzte 
das Weltjudentum zum Generalangriff auf die inneren Werte des 
nordischen Menschen und auf seine Kunst an, auf die Kunst, als der 
äußerlich spürbaren Form und dem Wertmesser der gesunden seelischen 
Empfindungskraft des nordischen Menschen, auf die Kunst als Kraftquelle 
der Seele, die den äußeren Menschen formt. Diese Kraftquelle wurde 
systematisch zersetzt. 

(...) Das fürchterlichste Mittel jüdischer Zersetzungsarbeit setzte 
man in der Musik an, die ja direkt spürbar an die feinsten Seiten der 
menschlichen Seele rührt. 

(...) Das Gegenteil von weiß ist schwarz, das Gegenteil von Eros ist 
Sexus. Der Jude versucht weiß zu verdrängen und schwarz an seine Stelle 
zu setzen. Er brachte aus den Urwäldern tierische, sexuell bestimmte 
Musiklaute und Tanzrhythmen. Diese hörbare Zusammenballung 
niedrigster Gedankenwelt brachte er als >Tanz<musik dem nordischen 
Menschen. Nicht glückliche Menschen finden sich bei solchem >Tanz<, 


B 543 





sondern wie Nietzsche sagt: >Zwei Tiere erraten einander<. Wenn der 
deutsche Rundfunk ab 13. Oktober die Jazzmusik grundsätzlich aus den 
deutschen Sendungen streicht, so ist das keine Geste irgendwelcher 
Moralprediger, sondern der deutsche Rundfunk beweist mit dieser Tat sein 
ganz konsequentes Wollen, den Kampf um die deutsche Seele mit allen 
Mitteln zu führen und somit einer der schwersten Forderungen wahrhafter 
nationalsozialistischer Weltanschauung zum Durchbruch zu verhelfen". 
Information: Keine Nachricht seit 1945. 


Bloch, Egon 
Wien, 17. Mai 1875 - ? 
Sohn eines Kaufmanns; Komponist, Kapellmeister und Oberspielleiter, 
zuletzt am Neuen Theater Leipzig. 1933 entlassen, dann - Stand 1934 - in 
Berlin-Halensee, Küstriner Str. 5. 
Von Brückner/Rock 3 und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 
Information: DML. Keine Nachricht über sein weiteres Schicksal. 


Bloch, Theodor 
Tonfilmkomponist in Berlin C 2, Blumenstr. 91 (1942). 


Sieg auf Sieg. Marsch. Für Harmoniemusik: F. Rönnfeldt (1934-40) [DT]. 


Block 


Mit Fahnen und Standarten. Marsch (RS Königsberg, 12/1V/35). 
Die Ehrenkompanie. Marsch (RS Königsberg, 9/11/36, RS Stuttgart, 4/1/ 
38). 


Bloh, Richard 
Hamburg, 7. März 1900 - Hamburg, 10. Oktober 1955. 
Musikpädagoge in Hamburg, Groß-Borstel; Privatmusiklehrer, Chorleiter, 
Konzertsänger (Baß) und Kirchenmusiker, Lehrer an der Privatschule 
Harvestehuder Weg; zeitweilig - 1937 - Gesangslehrer im Birklehof, 
Hinterzarten, dann - Stand 1941 - an der Salzmannschule in 
Schnepfenthal bei Gotha. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. NSLB seit 28/111/35 und HJ, seit März 1935 

Hauptreferent für Musik im Kulturamt der HJ, Gebiet 6, Hamburg. 

Die Musik der Hitler-) ugend ("Die Musik" XXVIl/11, August 1935). 
Information: LdCh. 


B 544 





Bloh, Fritz von 
Hannover, 30. November 1909 - Springe, 8. August 1982. 
Musikpädagoge und Komponist in Hannover. 

Nach 1945 weiterhin in Hannover, 1946 Lehrer an der 
Musikakademie, dann Professor an der Musikhochschule. Seit 15/V/75 i. 
R. in Springe. 

Werke: u. a. Chormusik, Cembalokonzert und Lieder, so Op. 3 und Op. 6 
(1939) auf Texte von H. Anacker. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Op. 5. Drei Gesänge des Todes (T: H. Anacker, R. G. Binding) (1936?) 

[K&S]. 

1. Es kommt der Tod (T: H. Anacker). - 2. Unter der Erde, unter den 

Wassern (T: R. G. Binding). - 3. Alles stirbt. Auch die Freunde (T: R. G. 

Binding). 

Violinkonzert (UA: Berlin, 1943, 3. Sinfoniekonzert des StabsMK des 

SS-Führungshauptamtes, Dirigent: SS-Obersturmführer Franz Schmidt). 
Information: RML, LdCh, FA2. 


Blon, Franz von 

Berlin, 16. Juli 13861 - Seilershof/ Brandenburg (SBZ), 21. Oktober 
1945. 
Komponist, Kapellmeister in Berlin-Wilmersdorf, 1898 Leiter des Berliner 
Philharmonischen Blasorchesters, 1906, Chefdirigent der Philharmonie 
Warschau, zeitweise Dirigent des "Deutschen Sinfonieorchesters". 
Werke: u. a. Operetten; U-Musik, so Walzer und Märsche; "Meditation", 
für Orch; "Tanzbilder", Suite. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. Mitglied des Großen Rats des Berufsstandes der 
deutschen Komponisten (RMK). 


1933 

Op. 55. Frühlings Einzug. Marsch u. a. für Orch [B&B]. 
Tondokument - vom 19/1/39 - im DRA: B0O03147398. 

In: 
[Sc] Das goldene Marschbuch (1933). 
Op. 58. Mit Eichenlaub und Schwertern. Marsch. Für Orch: F. Schimak 
(1935; Werag, 17/11/33; Norag, 13/V111/33; Schles. FSt., 5/1X/33, SA- 
Kapelle, Dgt. J. Fuhsel, von Schallplatten) [WB]. Für Bandoneon: E. 
Neumann (1941) [R]. 
In: 
[Sc] Neue Marschmusik Il (1934). 
Soldatenblut. Marsch (Orag, 17/11/33), später auch für Fliegermusik. 
In: 
[Sc] Neue Marschmusik Il (1934). 
Mit Standarten. Marsch (Norag, 19/111/33, Frühkonzert aus dem 
Freihafen Bremen). Für diatonische Handharmonika: M. Thöni (1937) 


B 545 





[HZ]; für Fliegermusik (1940) [WB]. 
In: 
[Sc] Neue Marschmusik II (1934). 
Die Freundschaftsflagge. Marsch. Verschiedene Besetzungen: F. 
Schimak (Werag, 25/111/33; RS Hamburg, 15/1/38, MK des IR 36, Dgt. E. 
Schulz) [WB]. 

Tondokument - vom 12/VI/40 - im DRA: 1870618-15. 

Ausführende: StabsMK des Rgts. General Göring, Dgt. P. Haase. 
Deutschlands Waffenehre. Marsch (Südfunk, 26/111/33). 
Durch Kampf zum Sieg. Marsch (1933; u. a. DtldS, *20/1V/34, von 
Schallplatte; RS Königsberg, *30/1/35, Orch des Opernhauses, Dgt. 
Brückner; RS Frankfurt, *20/1V/36; RSdg, *30/1/38). Für Bandoneon, 
1941: W. Pörschmann [B&C]. 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 
Der alte Fritz. Marsch (Schles. FSt., *1/V/33, MZ des Marinesturms der 
SA-Standarte 11, Dgt. Fritz Häusler; DtldS, 21/VI1l/33, Das Deutsche 
SinfonieOrch, Dgt. selbst). 
Op. 59. Frisch drauf los! Marsch (u. a. SWF, 8/V/33, 21/V111/33, 
FunkOrch, Dgt. R. Merten) [AO]. 
Op. 75. Heil Europa. Marsch für Blasmusik (u. a. Schles. FSt., 7/VI1/33, 
MZ der vereinigten Sturmbanne Breslau-Mitte, Dgt. Arthur Galaske; DtldS, 
21/VI11/33, Das Deutsche SinfonieOrch, Dgt. selbst; RS Breslau, 
29/111/39, MK des IR 30, Dgt. StabsMM H. Junghans). 1937 auch für 
Akkordeon [ZL]. 
In: 
[Sc] Das goldene Marschbuch (1933). 
Mecklenburger Marsch (1933). 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 
Mit Mut und Kraft. Marsch (1933). 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 
Solinger Schützenmarsch (Mirag, 9/VI11/33, vom Kurkonzert in Bad 
Elster, StadtOrch Plauen, Dgt. Hans Sachs). Für Orch 1935: F. Schimak, 
auch für Fliegermusik [WB]. Für Bandoneon 1941: E. Neumann [RG]. 
Unter dem Siegesbanner = HM Il, 152 (um 1890; u. a. Werag, 
5/1X/33, NSBO-SinfonieOrch Köln-Aachen, Dgt. Bruno Weyersberg; Berlin, 
11/VI11/36, Militär-Festkonzert zur Olympiade, gesamtes MK der 
Wachtruppe Berlin, Dgt. StMM F. Ahlers; Sender Danzig, *20/1V/38; RS 
Breslau, 29/111/39, MK des IR 30, Dgt. StabsMM H. Junghans), 1940 auch 
für Fliegermusik [WB]. 


In: 
[Sc] Neue Marschmusik II (1934); HM5. 


1934 
Rückkehr der Fahnenkompanie. Marsch (RS Königsberg, *30/1/35, MZ 


B 546 





der SS-Standarte 18, Dgt. Wilhelm Hering). 

Ins Zentrum. Deutscher Schützenmarsch, für Blasmusik. 
In: 

Münstersches Marschalbum II (1934). 


1935 
Marschsammlung. Drei Bände (1935) [LB]. 
Band 1: 
Unter dem Siegesbanner - Ruhm und Ehr'- Zum Rendezvous - Solinger 
Schützen - König-Albert-Marsch - Soldatenblut. 


Band 2: 
Mit Eichenlaub und Schwertern - Jetzt wird's gemütlich - Unsere Marine - 
Die Freundschaftsflagge - - In Wehr und Waffen - Geburtstagsmarsch. 
Band 3: 


Siegestrophäen - Nach dem Marsfelde - Mit Standarten - Holloderoh- 
Marsch - Allzeit bereit - Amazonen-Marsch. 
Im Aeroplan. Marsch (1935) [PB]. 


1936 

Warschauer Einzugsmarsch (RS Breslau, 25/1/36; RS Frankfurt, 
12/VI1/38; NS-Kreiskapelle Freiburg, Dgt. A. Lühmann). 

Der Titel feiert die Einnahme des damals russischen Hauptstadt 
Polens am 5. August 1915. 
*20. April 1936: 

Hitler ernennt F. von Blon zum Professor. 
25. Juli 1936: 

Die "DMMZ" LVIII/30, S. 1-3, bringt G. Kandlers Artikel "Franz von 
Blon der schaffende Musiker im Reiche der Marsch- und Blasmusik 
vollendete sein 75. Lebensjahr". 


1937 
Allzeit bereit! Marsch (RS Leipzig, 18/X1/37). 
Op. 77. Hand in Hand. Marsch für Blasmusik (RSdg, *9/X1/37, MZ der 
SA-Brigade 30, Leiter: J. Fuhsel). Für Piano-Akkordeon 1937: H. G. Schütz 
[Ra]. 
Eichenlaub und Schwerter. Blon-Marsch-Album für versch. 
Besetzungen (1937) [WB]. 


1938 

In Wehr und Waffen. Marsch (RS Leipzig, 3/111/38). 
Treu zur Fahne. Marsch (RS Frankfurt, 4/VI1/38). 
Viktoriamarsch = HM II, 153 (August 1914; u. a. RS Frankfurt, 12/VIl/ 
38; NS-Kreiskapelle Freiburg, Dgt. A. Lühmann). Für Akkordeon: L. 
Kletsch, Bandoneon: Fr. Kahle (1941) [Bi]. 

Tondokument - vom 28/VIIl/41 - im DRA: BO03502170. 
In: 
HM>5. 
Triumph der Schönheit. Marsch (RS Frankfurt, 14/X1/38). 


B 547 





1939 
Alt-Berlin. Marsch. Für Harmoniemusik: Martin Schröder [O]. 


1940 
Marschsammlung für Fliegermusik, Heft 1-3 (1940) [WB]. 


1941 
19. Juli 1941: 
Die "DMMZ" LXII1/29, S. 338-339, bringt G. Kandlers Aufsatz "Prof. 
Franz von Blon zum 80. Geburtstag". 


1943 
Heroische Ouvertüre, für Harmoniemusik (1943) [PB]. 

Der Titel bestätigt Hitlers Forderung "Heroismus ist nicht nur auf 
dem Schlachtfelde notwendig, sondern auch auf dem Boden der Heimat" 
(Zitat in: "Das Deutsche Hausbuch". Berlin, 1943. S. 85). 

Information: DNML, DML, DDFL, FA, MM2, LdCh, SML, LaBl. 


Blos 
Kraft durch Freude. Marsch (RS München, 27/1/37). Titel auch "KdF- 


Marsch". 


Blüh auf, mein Sommerkorn (T: hochdeutsch von W. Hensel). Aus 
dem Sudetengau, Odergebirge und Langenlutsch in Mähren. In: W. 
Hensel, "Finkensteiner Blätter V" (1928). 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 103/104 (1941); RJF, Musikblätter der H) 103/104 
a (1941); Lieder unseres Volkes (1943; Variante "Blüh nur blüh, mein 
Sommerkorn"). 


Blum 


Deutschlands Ruhm. Marsch (RS München, 7/111/39). 


Blum, Fr. 
Junges Blut. Marsch. Für Akkordeon: R. Bräuer (1940?) [Hädrich, 
Chemnitz]. 

Blum, Harry 


Ursula: Mein Mädchen, das heißt Ursula. Soldatenliedermarsch für 


B 548 





Harmonie-, Flieger- und Kavalleriemusik mit SaxStn. (1940) [O]. 
Vergiß mein nicht: Am Wiesenhang zur Sommerzeit. 
Soldatenliedermarsch für Harmonie-, Flieger- und Kavalleriemusik mit 
SaxStn. (1940) [O]. 


Blum, W. 


RAD-MZF der Gruppe 25/252 Königstein/ Taunus und - Stand 1937 - 
Worms. 

Heil, Werksoldaten! Marsch (RS Frankfurt, 8/V11/34, MZ der RAD- 
Gruppe 252, Leitung: selbst). 

Arbeit adelt! Marsch (RS Frankfurt, 9/111/36, MZ der RAD-Gruppe 252, 
Leitung: selbst). 

Einst zu Worms im Kaisersaal. Marsch (RS Frankfurt, 27/V11/37, MZ 
der RAD-Gruppe 252, Leitung: selbst). 


Blum, Willi 
Essen, 30. Juni 1903 - Duisburg, 13. September 1968. 
Zunächst Hilfsschreiber bei Firma Krupp in Essen, dann Musikpädagoge, 
Musikdirektor, akadem. Musiklehrer, sowie Kantor und Organist der ev. 
Kirche Essen-Werden, Leiter der Blumschen Madrigal-Vereinigung, der 
Essener Madrigal-Vereinigung und des Musikvereins Essen-Kray,. 
Nach 1945 weiterhin in Essen, zuletzt in Duisburg. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.210.995; Leiter der Ortsgruppenkapelle der 
NSDAP Essen-Kray und des dortigen NS-Volkschors. 

Information: Der Standesbeamte Stuhldreier, Essen I, (8/X/97), 
verweigerte mit Berufung auf das verfälschte PStG 8 61, also 
gesetzwidrig, die Angabe des Todesdatums. Damit raubte er dem Künstler 
das postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog 
den Lexikographen um sein Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. 


Blume, Adolf 
Pößneck/ Thüringen, 16. März 1882 - Saalfeld, 17. November 1938. 
Einsender in Saalfeld/ Saale, Buchhalter und Amateurkomponist 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Zwei Lieder: 1. Das Eiserne Kreuz. - 2. Feldmarschall von 
Hindenburg. Im Juni 1933 - onA - an Dr. Goebbels eingereicht (Quelle: 
BAR 55/ 1159). 


B 549 





Blume, Friedrich 

Schlüchtern, 5. Januar 1893 - Schlüchtern, 22. November 1975. 
Sohn eines Steuerinspektors; Dr. phil. Leipzig 1921 (Französisch- 
niederländische Tänze des 16. Jh. für mehrere Instrumente), Habilitation 
1925 in Berlin. Musikwissenschaftler in Kiel, 1933 a. o. Professor, bis 1934 
an der Kirchenmusikschule Berlin-Spandau Lehrer für Musikgeschichte, 
1935-45 Mitglied des Staatlichen Instituts für deutsche Musikforschung, 
1938 o. Professor, 1939-45 Ordinarius für MW an der Universität Kiel. 
1939-43 Herausgeber von "Deutsche Musikkultur", 1942-56 Präsident der 
Neuen Schütz-Gesellschaft. 

1945-58 weiterhin in Kiel Ordinarius, dann i. R. in Schlüchtern. 
1947-75 Präsident der Gesellschaft für Musikforschung, 1958-61 auch der 
Internationalen Gesellschaft für MW. Einzelmitglied des Deutschen 
Musikrats bis 1973. 

Werke: u. a. "Das Erbe deutscher Musik", Hgb. (1939-45), Hgb.: "Die 
Musik in Geschichte und Gegenwart" (ab 1949). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. KfdK und NSKG. 1933 Leiter eines 
Fachausschusses im Reichsverband für Evangelische Kirchenmusik, 1934 
Mitglied des Führerrats des RV/gemChe (RMK), hier Chorgauführer 4 
Schleswig-Holstein. 


1934 
August 1934: 
Beim Niederdeutschen Musikfest der NSKG in Bad Oeynhausen 
spricht Blume über "Alte und neue Musik in Niederdeutschland". 


1937 
11. Oktober 1937, Abwehrkampf: 

"(...) Eine Wegberufung von Herrn Prof. Blume wäre für die 
Universität Kiel und vor allen Dingen für die Arbeit von Herrn Professor 
Blume in der Provinz und für die Deutschtumspflege in der Nordmark ein 
schwerer Schlag. Ich möchte vor allem noch einmal auf die entscheidende 
Notwendigkeit hinweisen, die in unserer Grenzprovinz und in der 
Nordmark einem Collegium musicum zukommt. Solche kulturellen 
Institutionen sind für den Abwehrkampf des deutschen Volkstums gegen 
den immer stärker werdenden völkischen Druck der Dänen von größter 
Bedeutung. 

(...) Das Collegium musicum ist gerade von uns als ein Mittel in dem 
von der Universitäts-Gesellschaft seit langen Jahren geführten 
Volkstumskampf eingesetzt worden. Es soll durch Konzerte, musikalische 
Abende usw. in unserer Provinz, vor allen Dingen aber in den 
nordschleswigschen und in den völkisch besonders umkämpften Bezirken 
unserer Provinz ein Zeuge und unmittelbarer Darbieter deutscher Musik 
sein" (Der Rektor der Christian-Albrechts-Universität an REM, 11/X/ 37. 
Quelle: BA Namensakte Friedrich Blume. Blatt 5762, 5763). 

Tätigkeit im eigenen Interesse als politisch wichtig und 
unverzichtbar auszugeben, war ein Klischee der Selbstwerbung. 


B 550 





1938 
Geleitwort im Programmheft des Festes der Chöre Schleswig-Holsteins, 
Flensburg, 23.-25. April 1938. 
Zitat: 

"Wenn im neuen Großdeutschen Reiche Adolf Hitlers Deutsche 
zusammentreten, um an der Reichsgrenze gemeinsamen Kulturwillen und 
gemeinsames volkspolitisches Bekenntnis zu bekunden, so können sie 
dafür kaum ein besseres Mitel wählen als das des Chorfestes. Die Männer 
und Frauen, die zum >Fest der Chöre Schleswig-Holsteins< in Flensburg 
mit den volksdeutschen Chören aus den abgetretenen Gebieten 
zusammenkommen, wollen nicht nur ihr künstlerisches Streben und 
Können unter Beweis stellen, sondern im Zeichen der Musik dem 
übergreifenden und bindenden Gedanken der deutschen 
Volksgemeinschaft und des deutschen Gesamtstaates huldigen. Sie wollen 
ein Treuebekenntnis ablegen zu Führer und Reich, zur Einheit von Blut und 
Kultur, und sie wollen es in die Form der höchsten staatsbildenden 
Kunstmacht kleiden, die wir kennen: in die Form der Musik" (Nachdruck 
in: "ZfM" CV/6, Juni 1938. S. 651). 

23. April 1938: 

Zur Eröffnung des Grenzlandtreffens der Chöre-Schlesig-Holsteins in 
Schleswig hält dessen Leiter Friedrich Blume die Festansprache 
und feiert die Festfolge als "eine Angelegenheit nicht bloß des 
musikalischen Genusses, sondern ernster Arbeit (...) und ein 
gewichtiges Bekenntnis zur Volksgemeinschaft und 
Volkskultur" (Erich Hoffmann: Das Fest der Chöre Schleswig-Holsteins. 
"Flensburger Nachrichten" Nr. 95, 25/1V/38). 

Musik und Rasse. Festbeitrag zur Mw. Tagung der Dt. Gesellschaft für 
Musikwissenschaft (Düsseldorf, *27/V/38, zu den Reichsmusiktagen). 
Musik und Rasse. Grundfragen einer musikalischen Rassenforschung 
("Die Musik" XXX/11, August 1938. S. 736-748). 

Zitat: 

"(...) Erst müssen die grundlegendsten Erkenntnisse über das 
Verhältnis von Musik und Rasse gewonnen sein, dann können sie 
angewendet werden. Insofern stellt sich das Problem für die Wissenschaft 
wesentlich anders dar als für die musikalische Praxis oder Erziehung. 
Diese können sich auf eine intuitive Schau des Rassischen beschränken 
und werden es müssen. Sie haben sich mit der Musik des täglichen 
Gebrauches, mit der Klassik, der Romantik, der Gegenwart 
auseinanderzusetzen. Sie können nicht, wie die Wissenschaft, nach 
Belieben auf irgendwelche historisch, geographisch oder ethnologisch 
entfernten Arten von Musik zurückgreifen. So können sie sich nur an dem 
Rassengefühl ausrichten, das uns aus der Musik entgegenschlägt. In uns 
lebt eine Empfindungsweise, die uns das Urverwandte und Urartgemäße in 
den Werken unserer großen Meister unwilllkürlich und durch eine Art 
instinktives Vermögen ahnen läßt. Ohne daß wir uns über das 
Zustandekommen und die Ursachen im einzelnen Rechenschaft geben 
könnten, erleben wir in tief innerlicher Schau unsere Art und Rasse im 
Werke Bachs oder Wagners. Hinter dem engeren und näheren 


B 55] 





>künstlerischen Erlebnis< leuchtet fern, geheimnisvoll und 
ahnungsschwer das >rassische Erlebnis< auf. An ihm sich auszurichten, 
muß als ein hohes Ziel empfunden werden, zu dem hinzuleiten eine 
musikalische Erziehung wohl fähig sein mag. 

(...) Die Forschung darf sich nicht scheuen, von da aus den langen 
und mühselige Weg zur Aufdeckung der rassischen Grundlagen zu 
verfolgen. Zweck der Untersuchung wird neben der Fixierung von 
Merkmalen der einzelnen Rasse die Scheidung zwischen solchen 
Erscheinungsformen der Musik, die der Rasse schlechthin verhaftet sind, 
und solchen, die an Kulturstufen und oder an Völker gebunden sind, sein 
müssen. Ob Hörqualitäten, Tonbeziehungen, Tonalitäten, Leitern, Klänge, 
Melodiebildungen, Formen - um von der Mehrstimmigkeit zu schweigen - 
rassegebunden sind oder ob sie von anderen Faktoren abhängen, das sind 
Fragen, die erforschbar sein dürften, deren Beantwortung aber heute noch 
sehr schwankend ist. Von ihnen aus kann der Weg zu den 
zusammengesetzten Bildungen führen. Man darf nicht die Langwierigkeit 
eines solchen Verfahrens zum Einwand erheben: für die allgemeine 
Grundlegung des Verhältnisses zwischen Musik und Rasse und für die 
Beurteilung dessen, was die Musikforschung für die Rassenkunde leisten 
kann und umgekehrt, dürfte es dasjenige sein, das am meisten 
Erfolgsaussichten verspricht. Die Forschung wird gegenüber dem >großen 
Kunstwerk< dann nicht zu verzweifeln brauchen, wenn sie sich in die Lage 
setzt, seine rassischen Komponenten als solche kennenzulernen und es 
aus ihnen gewissermaßen zu erbauen" (S. 736-737, 740). 

Individuum und Gemeinschaft im Chorgesang ("Die Musikpflege" IX, 
1938. S. 39-58). 


1939 
Deutsche Musikwissenschaft ("Deutsche Wissenschaften. Arbeit und 
Aufgabe. Dem Führer und Reichskanzler zum 50. Geburtstag. Leipzig 
1939. S. 16-18). 
Zitat: 

"Die deutsche Musikwissenschaft hat eines der edelsten Güter der 
deutschen Kultur zu hüten. Von je ist die Musik eine der lebendigsten und 
eigenartigsten Prägungen des deutschen Geistes gewesen. Das deutsche 
Volk hat sich und seinem Schicksal in der Musik seit Jahrhunderten eine 
>Siegesallee< großartigster Denkmale gesetzt. Mit dieser Tatsache ist 
einer Musikforschung, die es mit ihren Pflichten gegen Volk und Staat 
ernst nimmt, die Ausrichtung vorgezeichnet. Das Erbe der deutschen 
Musik diktiert seinen Auftrag. Wenn eine frühere Forschung oftmals in 
unfruchtbarer Zersplitterung die lebendige Verbundenheit mit dem 
Artgegebenen der Jagd nach dem Außergewöhnlichen aufopferte, so kann 
eine nationalsozialistische Musikwissenschaft nur von der Lebensmitte der 
deutschen Musik ausgehen und um sie die weiteren Ringe legen, die 
entferntere Probleme um diese Mitte ordnen. (...)" (S. 16). 

Das Rasseproblem in der Musik. Entwurf zu einer Methodologie 
musikwissenschaftlicher Rasseforschung (1939, 21944). Schriften zur 
musikalischen Volks- und Rassenkunde 1 [K]. 


B 5952 





Zitat: 

"(...) Rassische Unterscheidungsmerkmale liegen im Gebiet der 
musikalischen Elemente nach dem gegenwärtigen Wissensstande nicht in 
Tonsystemen, Skalen und Tonalitäten, nicht unmittelbar in melodischen 
Formen und Strukturen, nicht grundsätzlich und nicht allgemein in 
Rhythmen. Wo Rhythmen nicht als normative Systeme, sondern als 
Bewegungsweisen faßbar werden, d. h. wo sie von ihrer elementaren 
Eigenschaft als Erscheinungsform in das Gebiet elementarer Verwirkli- 
chung eintreten, da können sie rassische Kriterien sein. Eindeutige 
elementare Äußerungsweise der Rasse ist die Klanglichkeit der Musik. 

(...) Aller Wahrscheinlichkeit nach aber wird eine zukünftige 
>Gregorianik<-Forschung zu zeigen haben, wie dünn, ja wie überraschend 
dünn der Nebelschleier ist, den die Überschichtung durch übertragene 
artfremde Elemente und Formen über ein ursprüngliches, germanisches 
Singgut von vorwiegend nordischer Rasse gebreitet hat. Die verbreiteten 
Vorurteile rechtfertigen eine Widerlegung, die deswegen besonders 
erforderlich ist, weil die Musikwissenschaft im Begriffe steht, ganz ohne 
eine zwingende Notwendigkeit sich eines Forschungsmaterials zu begeben, 
das, wie gesagt, neben den europäischen Volksmusiken zum wichtigsten 
Schürfbereich der musikalischen Rassenforschung gehören sollte. 

(...) Begeben wir uns doch nicht freiwillig und ohne jede zwingende 
Veranlasssung eines kostbaren Erbes unseres eigenen Volkes und unserer 
Rasse" (S. 33, 49, 52). 

Die MW ging im Ernst auf die Lehren des Außenseiters Eichenauer 
ein, jedoch in vielen Fällen lediglich mit dem Ziel, eigene Arbeitsbereiche 
vor dem Odium des rassisch Unwerten zu retten, so Blume hauptsächlich 
sein Spezialgebiet Gregorianischer Choral. Distanzierung von bisherigen 
Resultaten bei gleichzeitiger Empfehlung des Stoffbereichs war nützliche 
Taktik. 

In seiner Dissertation "Zur Erforschung lebensgesetzlicher Vorgänge 
aus der Musik und ihre Bedeutung für die Gegenwart" (Hamburg, 1940) 
griff SS-Unterscharführer Max Singelmann aus ideologischer Sicht 
Friedrich Blume wegen dieser Studie scharf an; das REM rügte den 
Doktorvater Pg. Heinitz "wegen anmaßender und überheblicher Kritik an 
einem Kollegen durch die Feder eines Schülers; diese Mißbilligung steht in 
der Personalakte Heinitz. Sie zeigt, daß Blume Deckung im REM hatte. 
Besprechung: 

"(...) Wie der Untertitel verrät, ein Buch, das sich in erster Linie an 
den Musik- und Rasseforscher wendet. Friedrich Blume versucht, und das 
mit Geschick, die musikalische Rasseforschung auf Tatsachen zu lenken, 
die bisher zu wenig beachtet oder (seiner Meinung nach) nicht in die 
richtigen Wege geleitet worden sind. Er kommt infolgedessen auch 
teilweise zu gegensätzlichen Anschauungen, Ergebnissen und 
Einstellungen als jene Forscher, deren Schriften wir oben angeführt, bzw. 
besprochen haben" (Leopold Kräutler: Musik und Rasse. "Das deutsche 
Volkslied" XLIV/3-4, März-April 1942. S. 45). 

Kräutler hatte zuvor Adolf Seifert, Guido Waldmann und Josef 
Müller-Blattau behandelt. 


B 503 





1940 
Schriften zur musikalischen Volks- und Rassenkunde. Herausgeber 
der Reihe (1940 ff.). 


1943 
1. April 1943: 

Die Auslandsstelle für Musik verständigt das RMVP über die Planung 
für Mai-) uni, so Vorträge von Blume in Italien über "Die Entstehung der 
deutschen Nationalmusik" und "Germanisches und romanisches 
Formgefühl in der Musik" (Quelle: BA R 55/ 20596. Blatt 150). 

Nachruf ("Archiv für Musikforschung" VIIl/1, 1943). 
Zitat: 

"Am 27. September ist Dr. Herbert Birtner, außerordentlicher 
Professor der Musikwissenschaft an der Universität Graz, als Hauptmann 
und Bataillonsführer, ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz 2. und 1. 
Klasse und dem Kriegsverdienstkreuz, im Alter von 42 Jahren in den 
schweren Abwehrkämpfen bei Woronesch gefallen. Ein ganzer Mann in 
allem, was er tat. Wie er als Forscher für seine Überzeugung mit 
unbeugsamer Härte eintrat, so hat er als Soldat für seinen Glauben den 
ganzen Menschen hingegeben. 

(...) Mit seltener Bereitwilligkeit hat er sich den gemeinschaftlichen 
Aufgaben zur Verfügung gestellt, die der deutschen Musikwissenschaft als 
Zukunftsziele gesetzt sind, auch hierin von soldatischer 
Kameradschaftlichkeit und vorbildlicher Berufsauffassung. Ein Kämpfer der 
Wissenschaft. Ein aufrichtiger Freund. Ein streitbarer Gegner. Ein ganzer 
Mann". 


1944 
Wesen und Werden deutscher Musik. Vortrag in Dresden, 20/11/44 
(Kassel, 1944). 
Zitat: 

"(...) In der Musik besagt die Herkunft irgend einer Art oder 
Gattung, einer Form oder einer Technik nicht viel (...). Musik ist in einem 
so hohen Maße übertragbar wie keine andere menschliche 
Geistesäußerung. (...) Ein jedes Volk hat von dem anderen übernommen 
und hat Übernommenes weitergebildet. Berührungen und Übertragungen 
sind keine Ausnahme, sondern die Regel. 

(...) In dieser Fortentwicklung nun nimmt die deutsche Musik stets 
die letzte und höchste Stelle, sowohl in der einzelnen Epoche wie im 
Ganzen, ein. Auf die Gesamtgeschichte gesehen, steht bisher am Ende 
eller europäischen Musikkultur die deutsche Musik (...). In diesem Sinne 
hat sie den bisher letztenn und höchsten Fortschritt der Menschheit auf 
musikalischem Gebiete erfüllt" (S. 9-11, 18. Zitate in Anselm Gerhard: 
Musikwissenschaft. Frank-Rutger Hausmann, Hgb.: Die Rolle der 
Geisteswissenschaften im Dritten Reich 1933-1945. München, 2002. S. 
174-175). 

Nach dem deutlichen Widerspruch zur ns-amtlichen Lehre, die alle 
Phänomene mit der Waage des Völkischen und Rassischen maß, könnte 


B 554 





Blume seinen Hymnus auf Fortschrittshöhe und Weltgeltung der 
deutschen Musik als Rückendeckung eingeführt haben. 


Geschichtsfälschung |, 1998: 

"Dazu kommt noch, daß das letztgenannte Werk ("Musik in 
Geschichte und Gegenwart") das Stigma der Herausgabe durch einen 
ehemaligen Nazi trägt, der sich - typisch für viele meiner Hauptfiguren - 
von 1933 bis 1945 kompromiittiert hatte, aber nach der Stunde Null ein 
fabelhaftes Comeback machte" (Kater Il. S. 11). 

Der "DRPoH" beschimpft einen ausgewiesenen Musikologen als 
"Nazi", obwohl die Zentralkartei der NSDAP diesen gar nicht auflistet, und 
ungeachtet der Tatsache, daß Blume die NS-Rassentheorie öffentlich als 
unwissenschaftlich brandmarkte. Daher verschweigt der Verleumder, 
womit sich Blume "kompromittierte". 

Geschichtsfälschung II, 1998: 

"(...) Blume fungierte darüber hinaus in der Konferenz von 
Musikologen, die die antisemitische Düsseldorfer Ausstellung >Entartete 
Musik< wissenschaftlich umriß" (Kater Il. S. 294-295). 

Der "DRPoH" bleibt bei der Unwahrheit. Blume hielt einen Vortrag 
auf der Musikwissenschaftlichen Tagung der Reichsmusiktage 1938, die 
mit der dilettantischen Ausstellung nicht das mindeste zu tun hatte, sie 
also auch nicht "umriß". 

Geschichtsfälschung Ill, 1999: 

"(...) ich denke, das hat der Kollege Willem de Vries bisher nur als 
Hypothese angenommen, daß mir das schlüssig erschien aus den 
Aktenmaterialien, die ich gelesen habe, daß es sich bei dieser ganzen Idee 
(= "Musik in Geschichte und Gegenwart") um eine Idee von Herbert 
Gerigk bzw. dem Amt Musik handelte, für die er renommierte 
Musikwissenschaftler der damaligen Zeit des In- und Auslandes zu 
gewinnen suchte. Nach dem Krieg ist dieses Projekt fortgesetzt worden 
durch Friedrich Blume, wie bekannt ist, und er hat dann zum Teil dieselben 
Musikwissenschaftler wieder verpflichtet aber auch andere, die von Gerigk 
aus politischen Gründen seinerzeit ausjuriert worden waren (...)" (Eva 
Weisweiler im Interview über "Ausgemerzt" mit Christoph Schwandt, 
Deutschlandfunk zu Politischer Literatur, 8/X1/99). 

Diese absurde Behauptung konnte Eva Weissweiler nur äußern, weil 
sie in jenem "Aktenmaterial" deutliche Gegenbeweise wegfälschte. Leider 
sind prominente Musikologen darauf hereingefallen. 

Information: DML, FA, MM2, KDMK (Blume verschwieg dem Hogb. alle 
seine Publikationen zur musikalischen Rassenkunde), RML, SML, MGG. 


Blume, Hermann 
Biegen/ Krs. Lebus in der Mark, 4. Juni 1891 - Großbottwar/ Krs. 
Ludwigsburg, 10. Mai 1967. 
Zunächst Geiger, jedoch im Wk. I schwer kriegsversehrt, dann Schüler von 
E. Humperdinck und Friedrich E. Koch. Komponist in Berlin-Zehlendorf. 
Nach 1945 aus politischen Gründen für den Rundfunk der SBZ 


B 399 





gesperrt. Zuletzt i. R. in Großbottwar. 

Werke: u. a. Märchenspiel; Orchesterstücke, so die Suite "Meine Berge - 
meine Heimat"; Waldhornkonzert; Kammermusik, so "Kleine Hausmusik" 
für Streichquartett (1936) und Chöre; U-Musik, so die Tangoserenade 
"Schöne blonde Frau aus Wien" (1936), das Charakterstück 
"Holzkadetten"; Märsche. 


NSDAP seit 1/1IV/36, Nr. 3.759.291, auf Antrag vom 3/1/34 und 9/X1/35 
wegen Auflösung des "Stahlhelm"; SS seit 1/VI1/37, 1937-41 im Stab des 
SS-Personalhauptamts, 1939 Obersturmführer, 1941 Hauptsturmführer. 
Ehrenamtlicher Bundesmusikreferent des Stahlhelm (Bund der 
Frontsoldaten), dem er seit 1923 angehörte, von 1925-35, Herausgeber 
bzw. Schriftleiter von "Der Stahlhelm-Kapellmeister" (Jg. I, 1932), 
fortgeführt als "Stahlhelm-Musikzeitung" und Ende 1933 im Jg. II 
eingestellt; 1933 ehrenamtlicher Sonderbeauftragter für Musikwesen beim 
Reichs- und Preußischen Arbeitsminister Dr. Seldte; seit April 1933 KfdK. 
1/X11/33: Beitritt zur NS-Kriegsopferversorgung. 1934 Mitglied des 
Verwaltungsausschusses der RMK und des Großen Rats des Berufsstandes 
der deutschen Komponisten (RMK). 


1932 

Kampf um das Niederländische Dankgebet ("DMMZ" LIV/22, 
28/V/32). 

Blume schlägt wegen des jüdischen Übersetzers vor, dieses Feierlied 
zu ersetzen. 
Als ich gestern einsam ging auf der grünen, grünen Heid (Ja grün 
ist die Heide) (T: H. Löns). Titel: Heide-Lied [HM]. 
In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); Wir wollen singen 
(1933); Schlesisches SA-Liederbuch (21933); Heil Hitler! (1933); Lieder 
der Pommerschen SA (?1934); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF 
(21934); Flieger-Lieder, Flieger-Landesgruppe II (1934; nur T); Ähre und 
Spaten (1934); Was Deutschland singt (1936); Soldatenliederbuch 
(41940; Karl Blume zugeschrieben); Das neue Soldaten-Liederbuch 3 
(1941). 


1933 
Lockstedter Jägermarsch (Marsch der finnischen Jäger), für 
Blechmusik/ Infanteriemusik mit SaxStn. (Berlin, *29/V1/39, zum 
Geburtstag von Reichsarbeitsminister Seldte, MK des IR 66, Dgt. StMM 
Hermann Große [O]. 

Der Titel feiert das Preußische Jägerbataillon. 
Tannenberg-Marsch = HM II, 146 (1933; SWF, 17/V/33; Sender 
Danzig, *16/X1/38), gewidmet dem Reichspräsidenten Hindenburg und 
ihm am 5/111/33 überreicht [B&B, dann PB]. 

In: 
HMS. 
Generalfeldmarschall-von-Mackensen-Marsch, Mackensen gewidmet 


B 556 





und ihm am 11/111/33 auf seinem Anwesen in Falkenwalde in Pommern 
überreicht (SWF, 17/V/33). 

Der Titel feiert August von Mackensen (1849-1945), der im Wk. I 
zunächst als kommandierender General des 17. Armeekorps 1914 an der 
Vertreibung der russischen Streitkräfte aus Ostpreußen beteiligt war, dann 
Oberbefehlshaber der 9. Armee, danach der 11. Armee bei der 
Durchbruchsschlacht von Gorlice in Galizien und der Rückeroberung von 
Lemberg am 22. Juni 1915. 1915 Generalfeldmarschall. Dann mit einer 
österreichischen Heeresgruppe in Serbien; 1916 nahm er Rumänien ein 
und wurde bis 1918 hier Militärgouverneur. Der Militär kokettierte mit 
dem NS 
Via triumphalis. Marsch, für Harmoniemusik/ Militärmusik [Mö]. 

Musik für die deutsche J ugend im Arbeitsdienst und die 
J ugendertüchtigung ("DMMZ" LV/20, 20/V/33. S. 157-158). 
Smorgon-Marsch. 1933 vom Reichswehrministerium zum AM II, 136 
bestimmt) [PB] 

Der Titel feiert den Ort Smorgonj an der Bahnstrecke Wilna-Minsk, 
wo vom 19. bis 23. Juli 1917 eine Abwehrschlacht eines einzigen 
Pommerschen Landwehr-Infanterie-Regiments gegen 14 russische 
Sibirjiaken-Regimenter tobte. 

In: 

HM 4 (1933). 

Das Volkslied ("Der Deutsche Almanach für Kunst und Wissenschaft" 
1933. S. 134). 

Das ganze Deutschland soll es sein. Ein Kranz vaterländischer Weisen 
aller deutschen Stämme (mit T), für versch. Besetzungen (1933; WDR, 
*30/1/34, SA-Standartenkapelle 40, Dgt. Obersturmfürer Moff) [CL]. 

Haltet aus im Sturmgebraus! Marsch (SWF, 27/111/33). 

Unter der Freiheitsflagge. Marsch für Militärmusik (1933; Orag, 17/1V/ 
33; Norag, *1/V/33; RS Frankfurt, *20/1V/36) [Bi]. 

Die Potsdamer Wachtparade. Marsch mit dem historischen 
Glockenspiel (u. a. Werag, *20/1V/33, von Schallplatten; RS Saarbrücken, 
7/X1/38), 1937 für Harmoniemusik [B&B]. 

Stahlhelmbundesmarsch (Orag, *20/1V/33, von Schallplatten). 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 

Auf zum Rhein! Marsch (1933). 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 

Franz Seldte. Marsch mit Fanfarentrompeten (Orag, 4/V/33). 

Der Titel feiert Franz Seldte (1882-1947), Gründer und 
Bundesführer der Frontkämpfervereinigung "Stahlhelm", ab 1933 
Reichsarbeitsminister. 

Traditionskompanie. Marsch für Infanteriemusik (Norag, 14/V/33) [Bi]. 

Bundesstandarte. Marsch (Schles. FSt., 15/V/33; Sender Danzig, 
21/X11/38). 

Paraphrase über das Lied "Grün ist die Heide" (Südwestfunk, 12/V1/33, 
von Schallplatten; Mirag, 16/VI1/33, MZ der SA-Standarte 103, Dgt. Paul 


B 39/7 





Stiebitz). 
Heldenehrung. Marsch (1933; Südfunk, 19/VI11/33; Sender Danzig, 
*16/X1/38) [B&B, dann PB]. 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 

Erster Stahlhelmmarsch (Südfunk, 19/VI11/33). 
Ostwacht-Freiheitslied (Südfunk, 29/VI11/33). 
Holtzendorff-Marsch (Südfunk, 29/V111/33). 

Der Titel feiert Henning von Holzendorff. (1853-1919), Großadmiral, 
zuletzt Chef des Admiralstabs der kaiserlichen Kriegsmarine. Auf Befehl 
des Kaisers ordnete er 1908 ein Reglement für das Hurra-Rufen auf 
Schiffen unter Hochnehmen der Mützen an. 

Hakenkreuz am Stahlhelm: Kam'rad, reich mir die Hände, laß uns 

zusammenstehn! (T: nach Erich Tessmer). Marsch nebst offiziellem 
Stahlhelm-Bundeslied nach dem Soldatenlied von Theodor Morse (1933; 
Orag, *20/1V/33) [RT]. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Stolz tragen wir den Stahlhelm 

als unser einig Band, 

das Hakenkreuz als Kämpfer 

für Volk und Vaterland". 
In: 
Stahlhelm- und Vaterlands-Lieder (1934; nur T). 
Mein Regiment, mein Heimatland. Marsch für Orch oder Blasmusik 
über das gleichnamige Lied (1936; Norag, 5/1X/33, MK des 
Kameradschaftsbundes der 76er, Dgt. Gustav Model; DtldS, 28/X11/38, 
Mittagskonzert des MK der Schutzpolizei der Freien Stadt Danzig, Dgt. E. 
Stieberitz) [Bi]. 
Adolf-Hitler-Fanfare, gewidmet Adolf Hitler. Fanfarenmarsch für versch. 
Besetzungen (1934; Hannover, 1933, als Ehrengabe des Stahlhelms an 
Hitler beim 14. Reichsfrontsoldatentag überreicht; RS Frankfurt, 
*20/1V/37, *20/1V/38, vereinigte MK der IR 5, 36 und 87, Dgt. Hermann 
Schmidt) [Sc]. 

Tondokument - vom 17/1/36 - im DRA: 1890832-14. 

Ausführende: vereinigte MK der IR 36, 57 und 87, Dgt. Ernst 
Krause. 

Der Titel steht im DRA-Katalog "Politische Musik in der Zeit des 
Nationalsozialismus" (Potsdam, 2000) irrtümlich unter dem Urheber Karl 
Blume, obwohl das DRA rechtzeitig eine Korrektur erhielt. 


1934 
Adolf-Hitler-Fantasie. Marsch (1934). 
Alte Garde (Wir marschieren wie einst): Wir sind die alte Garde (T: 
Käthe Sommer) (1934). Marsch nach dem gleichnamigen "Marschlied der 
Frontkämpfer", für versch. Besetzungen [JL]. 
Altpreußischer Defiliermarsch (DtidS, *20/1V/34, von Schallplatte). 
Adolf Hitler. Zum Geburtstag des Führers ("DMMZ" LVI/16, 21/1V/34. 
S. 131-133). 


B 558 





Kamerad Horst Wessel: Im braunen Bataillone marschiert Horst Wessel 
mit (T: Käthe Sommer). NS-"Helden"lied, ausgezeichnet mit dem 1. Preis 
- Ehrenpreis des Reichsministers Franz Seldte - der Deutschen Musik- 
Premierenbühne (1934; Mitteldeutscher Rundfunk, 2/V1/34) [Sa]. 
Textprobe (3. und 4. Strophe): 

"Das Auge kühn entschlossen, 

im Herzen heil'gen Zorn, 

die Stirn aus Erz gegossen, 

hat er es fest geschwor'n: 

Die rote Schmach zu sühnen, 

will ich dir ewig dienen, 

teures Vaterland. 


Der Mörder Waffe zielte, 

die Kugel traf sein Herz; 

das Ende er schon fühlte, 

lallt noch im Todesschmerz: 

Nimm hin mein junges Leben, 

mehr konnt ich dir nicht geben, 

liebes deutsches Land!" 
In: 
Singkamerad (21934, 31935, 81937), Stahlhelm- und Vaterlands-Lieder 
(1934; nur T); Siehst du im Osten das Morgenrot (1939). 
Hymne der Arbeit: Schwinge den Hammer, schmiede den Stahl (T: 
Käthe Sommer), für 3stimm. Schul- oder FrCh a cappella, auch Volkschor 
und andere Besetzungen seit 1934 (1937; Berlin, 1935, beim 
Winterempfang von Reichsminister Seldte, der das Werk Adolf Hitler als 
Geburtstagsgabe überreichte) [CL]. 
Textprobe (1. und 2. Strophe): 
lu 

Pflüge den Acker friedlich im Tal, 
brausender Öfen lodernde Glut 
kündet der Arbeit urewiges Gut! 


Nimmer der Kräfte gewaltigen Strom 
sinnlos verschwende in frevelndem Tun; 
nur aus den Wurzeln 
von Wahrheit und Recht 
wächst uns ein edles, 
ein starkes Geschlecht!" 
In: 
"Musik im Zeitbewußtsein" 111/35, 31/VII1/35. 
1935, Werbung: 
"Der brausende Lobgesang der arbeitenden deutschen 
Volksgemeinschaft, das Ethos deutschen Schaffens 
Hervorragend geeignet für Weihestunden auf Thingplätzen sowie 
sonstigen Kundgebungen aller Schaffenden der deutschen Nation" 
(Verlagsannonce in: "Musik im Zeitbewußtsein" III/11, 1935. S. 27). 


B 559 





Besprechung: 

"Auf Massenwirkung angelegt, wird die vom Klavier oder Orchester 
(verschiedenster Besetzung) zu begleitende Hymne für gemischten Chor 
bei Feierstunden in Werken und Betrieben dankbaren Eindruck 
hinterlassen" (Horst-Günther Scholz in: "Die Musikpflege" XI1/1, April 
1941. S. 9). 

Gold und Silber. Marsch (der Derby-Sieger) mit einer Triomelodie von F. 
Dziewior, für SalonOrch (1934) [DbM]. 

Wenn am Sonntag früh der Tag erwacht, zieh'n wir froh zum Tor 
hinaus (T: Käthe Sommer). Wanderlied [Sc]. 

In: 

HJ singt (1934). 

Jugend voran! (T: Käthe Sommer). Marschlied, gewidmet Franz Seldte 
(1934). Auch auf Schallplatte Grammophon 1356 [B&H]. 

Werbung, 1934: 

"Das dem Bundesführer des Stahlhelm, Herrn Reichsarbeitsminister 
Franz Seldte zum Geburtstag überreichte Lied wurde von ihm ganz 
besonders freudig begrüßt und der deutschen Jugend als Marschlied 
besonders empfohlen" (Verlagsannonce in: "ZfM" CI/8, August 1934. S. 
893). 

Textprobe (1. Strophe): 

Jugend, eilet uns voran, 
schließt die Reihen, Mann für Mann. 
fester Schritt und froher Mut, 
wie sich's ziemt für deutsches Blut! 
Frisch der Sinn und frei der Blick, 
vorwärts immer, nie zurück! 
Jugend marschiert, Jungens, pariert!" 
In: 
NS-Volks-Liederbuch (21934). 


1935 
Mein Saarerlebnis ("DMMZ" LVII/4, 26/1/35. S. 38-39). 
Arbeitsbeschaffung für den deutschen Komponisten 
("Musikalienhandel" XXXVIl/l, Januar 1935. S. 28). 
Deutsches Dankgebet: In Ehrfurcht und Schweigen die Häupter wir 
neigen (T: Käthe Sommer) (1935), auch für 3stimm. Schul- oder FrCh a 
cappella, ferner für andere Besetzungen (1936) [CL]. 

Vom Verlag "Für Weihestunden sowie Kundgebungen jeglicher Art" 
empfohlen. 

Oktober 1935, Konkurrenz: 

"Der Sonderbeauftragte für Musikwesen beim Reichsarbeitsminister, 
Hermann Blume, führte bereits lange vor der Machtübernahme einen 
Aufklärungsfeldzug gegen den Verdeutscher des Niederländischen 
Dankgebets, Joseph Weyl. Dem Verleger des Dankgebets war es aber 
gelungen, die angeblich ausreichenden Abstammungsurkunden zu 
erhalten, worauf eine Ehrenrettung 
Joseph Weyls erfolgte. Erst den gründlichen Nachprüfungen des 


B 560 





Sachverständigen für Rasseforschung ist es gelungen, den Nachweis der 
jüdischen Abstammung zu erbringen. Deshalb muß jetzt die Forderung 
erhoben werden, die eingebürgerte Fassung des Dankgebetes 
auszurotten. Der Berufsstand der deutschen Komponisten hat auch bereits 
eine Neufassung von Text und Musik durch Käthe Sommer und den 
Komponisten Hermann Blume als wertvollen Ersatz für das 
>Altniederländische Dankgebet< bezeichnet. Es heißt jetzt >Deutsches 
Dankgebet<" ("ZfM" CI1/10, Oktober 1935. S. 1178). 

Es lohnte sich jedenfalls vor allem wirtschaftlich, einen 
vielgespielten Titel derart auszuschalten und dafür den eigenen, zudem 
mit Empfehlung der RMK, zu lancieren. 

Wenn wir durch die Stadt marschieren. Soldatenlieder-Potpourri für 
versch. Besetzungen (1935; RS Breslau, *30/1/36) 

[CL]. 

Winterfeldt-Menkin-Marsch, für Militärmusik (1935; RS Hamburg, 15/ 
V11/38) [B&B]. 

Der Titel feiert den preußischen General Hans Karl von Winterfeldt 
(1707-1757), einen Vertrauten Friedrichs II,, gefallen in Görlitz. 

Einzug der Olympia-Kämpfer: Wenn wir zum Kampf der Nationen 
marschieren (T: Käthe Sommer), für versch. Besetzungen (1935) [CL]. 


1936 
Des Führers Saat. Jeder von uns arbeite mit! ("Die Musik-Woche" IV/13, 
27/\11/36. S. 7-8). 
Zitat: 

"(...) Wie lange ist es her, daß wir Deutsche an jenem Abgrund 
standen, daß über uns die Wellen einer furchtbaren Hetze und 
Volksverseuchung fluteten, ausgehend von jener unheimlichen Macht, die 
mit der Maske des Teufels den Hader der Welt schürt? Heute ist es wie 
Schuppen von unseren Augen gefallen; wir atmen wie nach langer, 
schwerer Krankheit die wohltuende, genesungbringende Luft einer 
pestbefreiten Atmosphäre. Ein Wunder ist geschehen! Aus dem Volke 
erstand der Mann, der uns die Kraft der Selbstbesinnung wiederschenkte, 
mit der wir die Fessel sprengten: Adolf Hitler! 

(...) Nichtsahnend ließ es der Deutsche zu, daß eine Kulturstätte 
nach der anderen von fremden Elementen besetzt wurde. Sie wußten 
schon, daß ihr Sieg um so sicherer war, je gründlicher es gelang, ein Volk 
an der Wurzel seiner Kultur zu vergiften. Also galt es, den artfremden 
Einfluß vor allen in den Erziehungs- und Bildungsstätten auszuüben. 
Dementsprechend wurden die Kunstschulen, Theater und 
Konzertveranstaltungen >betreut<. Alles Gesunde, Urwüchsige, 
Bodenständige auszurotten, war Grundsatz. Die Konzertsäle, Treffpunkte 
einer gut organsierten, internationalen Hörgemeinde, deren Geschmack 
richtungggebend war, öffneten sich in der Hauptsache nur noch den 
ungesunden, charakterlosen Machwerken kulturvergifteter Neuerlinge, die, 
oft selbst die trostlosesten Marionetten eines fremden Zerstörungswillens, 
in der Kritik als >Genies< gefeiert wurden. 

(...) Noch sind wir erst am Anfang dieses Aufbauwerkes, noch 


B 561 





wissen wir nicht, wann wir Früchte ernten werden. Doch daß diese 
Ernte kommen und reich sein wird, ist unsere feste Zuversicht! 

Deshalb arbeite jeder von uns mit - und sei es für den einzelnen 
zuweilen auch etwas hart -, die Ernte der Zukunft zu sichern. In treuer 
Gefolgschaft stehen wir alle hinter dem Führer, jeder 
einzelne ein Helfer an seinem großen Werk". 

Des Morgens zwischen drein und vieren. Marsch für Harmonie- und 
Blechmusik (1936) [B&Co]. 
Deutsche Musik in der Welt ("Die Musik-Woche" IV/23, 6/V1/36). 

Blume schimpft über die "Neger-Jazz-Tanzkapellen" im Ausland und 
die Gefahr der "Zersetzung" der deutschen Kultur durch diese 
(Teilabdruck: Wulf, S. 349). 

Deutsche Musik in der Welt ("DMMZ" LVIII/28, 11/VII/36. S. 1-3). 


1937 

J agdquartett: Halli-hallo, das Jagdhorn bläst (T: Käthe Sommer). Für 
Waldhörner und MCh, im Auftrag von Reichsminister Seldte zum 
Geburtstag von Reichsjägermeister Göring (Berlin, *12/1/37; RS Berlin, 7/ 
11/37; Berlin, *29/V1/39, zum Geburtstag von Reichsarbeitsminister 
Seldte, MK des IR 66, Dgt. StMM Hermann Große) [SB]. 
10. Juni 1937, Lebenslauf: 

"1917 bis 1919 Vorsitzender des Studentenausschusses; als solcher 
1918 schon bei Beginn der Novemberrevolution im kulturpolitischen Kampf 
gegen das Eindringen von Juden in die Hochschule; Einberufung 
öffentlicher Protestversammlungen der nationalen Studentenschaft gegen 
die Absetzung Prof. Kretzschmars zugunsten eines jüdischen Direktors der 
Hochschule; Konflikte mit dem Kultusminister (10 Gebote-) Hoffmann und 
dessen jüdischen Musikreferenten Leo Kestenberg und Prof. Seelig. 
Infolgedessen Ende 1919 zwangsweise Niederlegung des Amtes als 
Vorsitzender des Studentenausschusses und Versammlungsverbot. 

(...) In der Folgezeit unablässiger Kampf gegen fremdartige und 
fremdrassige Elemente in der Musik durch Wort und Schrift" (Quelle: BA 
Bestand SS-Führerkorps, Namensakte Hermann Blume). 


1938 
Ein Volk, ein Reich, ein Führer (T: Käthe Sommer). Marsch und Lied 
mit Widmung an Adolf Hitler als Geburtstagsgabe. Für Blasmusik: F. J. 
Breuer (1938) [EL]. 
Tondokument - vom 2/111/39 - im DRA: 4211487-01. 
Ausführende: Mannschaftschor mit MK des Infanterie-LehrRgts. der 
Infanterieschule (J üterbog), Dgt. B. Tumforde. 


1939 
Ein Lied fand zum Volk. Hermann Blume über seine "Hymne der Arbeit" 
("Deutsche Liederkunde", Band 1, 1939. S. 147- 148). 
Zitat: 
"(...) Der Rhythmus des Lebens und der Arbeit ist mir, dem Sohn 
märkischer Erde, von Jugend an vertraut und heilig gewesen. Er bildet die 


B 562 





ständig befruchtende Atmosphäre meines eigenen künstlerischen 
Schaffens. Liegt nicht in der ruhigen, selbstverständlichen Bewegung des 
Ackermanns, dessen Pflug regelmäßig Scholle um Scholle umschichtet und 
lange Furchen für die kommende Fruchternte zieht, eine urewige Melodie 
vom Schaffen des Menschen ums tägliche Brot? Tönen und Dröhnen nicht 
die Fabrikschlote der nahen Stadt einen immer gleichmäßigen Gesang 
vom Pulsschlag der Arbeit, von Leistung und Fortschritt eines lebendigen, 
vorwärtsstrebenden Volkes? Eines Tages aber sind diese Laute verstummt. 
Der aus dem Weltkrieg Heimkehrende erlebt, daß alle Schrecken des 
Schlachtgetümmels sinnvolleres Dasein bedeuten können als das Leben in 
einer durch Revolution, Streik, politische Verhetzung entnervten und 
zerrissenen Heimat. Und als er dann endlich, nach Jahren mittätigen 
Kampfes um ein Wiederwachen der Nation, am ersten 
Gemeinschaftsfeiertag der Arbeit unter sonnigem Maihimmel den 
gesunden Rhythmus des aus Ketten der Schmach erlösten, neu und froh 
schaffenden Volkes wieder pochen und wallen hört, als Begeisterung die 
Herzen der Menge emporreißt, da schwingt sich plötzlich, aus J ubellauten 
geformt, eine nie gehörte hymnenhafte Melodie vor seinem geistigen Ohr 
auf, um mit dem Brausen der Menschenstimmen zu einem gewaltigen 
Harmonieklang zu verschmelzen. 

Diese musikalische Vision war die Geburtsstunde meiner >Hymne 
der Arbeit<" (S. 147-148). 

Passo Romano. Marsch für Harmoniemusik mit SaxStn. "Dem Duce 
Italiens - dem Freunde Deutschlands - Benito Mussolini" gewidmet (1939; 
RS Hamburg, 6/1/39; RS München, 18/VI/39, UnterhaltungsOrch, Dgt. 
Carl Schwarz) [Ho]. 

Der Titel feiert den von Mussolini nach dem Vorbild des Fußvolks der 
römischen Legionen eingeführten Marschschritt des italienischen Militärs. 
Der Duce dankte für die Übersendung von Partitur und 
Schallplattenaufnahme. 

Grenzlandtreue. Marsch für Blasmusik/ Fliegermusik (RS Breslau, 6/I11/ 
39; RS Frankfurt, 4/VI1/39) [L]. 

Der Wille siegt. Marsch für Harmoniemusik mit SaxStn./ 
Kavalleriemusik/ weitere Besetzungen (1939; Sender Danzig, 22/1V/39) 
[O]. 

Tondokument - von 1941 - im DRA: B003147492, B003500862. 

R. Preß: Garde-Landesschützen. Parademarsch des Freikorps von 
Neufville. Für Militärmusik: H. Blume (1939) [Ho]. 
*16. Mai 1939: 

Im 2. nichtöffentlichen Werkkonzert der Reichsmusiktage in 
Düsseldorf bietet das NSRSO, Dot. F. Adam, das Konzert für Horn und 
Orch von H. Blume. Solist: Hans Schaller (Horn). 

Schaller war Mitglied des Orchesters und trat wiederholt solistisch 
auf. 


1940 
Deutsche Hymnen (Texte: Käthe Sommer), für 3 gleiche Stimmen 
(1940) [L]. 


B 563 





1. Bekenntnis: Es ragt ein junger Eichenwald. - 2. Hymne an 

Deutschland: Es dröhnt von Turm zu Turm. 

H. H. Pierson: © Deutschland hoch in Ehren. Für Bläser: H. Blume. 
Tondokument - vom 24/V1/40 - im DRA: 1570013-25. 
Ausführende: RAD-ReichsMZ, Dgt. H. Niel. 


1941 
Ruhmesfanfaren: Es dröhnt von Turm zu Turm (T: Käthe Sommer). 
Feierliche Musik für BlasOrch mit oder ohne einstimm. Chorgesang 
(1941)., auch für Infanteriemusik/ Fliegermusik [AV]. 
7. Juni 1941: 
Die "DMMZ" LXI11/23, S. 268-269, bringt von Georg Kandler 
"Hermann Blume 50 Jahre alt. Ein Vorkämpfer der Militärmusik". 


1942 
Die namenlosen Helden (Helden-Marsch). Für Orch [HM]. 


1943 
Du mein Kamerad: Im grauen Bataillone marschiert mein Kamerad (T: 
Käthe Sommer). Kriegslied und Marsch für Fliegermusik/ Infanteriemusik 
(1943) [AV]. 
Erfahrungen und Betrachtungen eines kriegsbeschädigten 
Musikers ("Musik im Kriege" I/1-2, April-Mai 1943). 
Triumph des Willens. Betrachtung zum Thema "Der kriegsbeschädigte 
Musiker" ("DMMZ" LXV/7-8, 5/1V/43. S. 41-42). 


Rückblick, 1962: 

"Leider besitze ich kein Werkverzeichnis, denn der größte Teil meiner 
Kompositionen wurde durch Kriegseinwirkung im 2. Weltkrieg vernichtet. 
Für mich war dies ein besonders großer Verlust, weil ich infolge einer 
schweren Kriegsverletzung im 1. Weltkrieg - Zertrümmerung der rechten 
Hand - alle meine Kompositionen ohne Zuhilfenahme eines Instruments 
rein geistig konstruieren und linkshändig schreiben muß. In meinem Alter 
von 71 Jahren ist es sehr schwer, Kompositionen im Verlag 
unterzubringen. 

(...) Ich bin geborener Ostmärker, jetzt polnisches Gebiet. Meine 
musikalische Ausbildung genoß ich an der Berliner Akademischen 
Hochschule für Musik, wo u. a. Prof. Friedrich E. Koch mein Lehrer für 
Komposition war. Musikwissenschaft studierte ich an der Berliner 
Universität bei den Professoren Hermann Kretzschmar, Max Friedländer 
und Johannes Wolf. Auch Engelbert Humperdinck war eine Zeitlang mein 
Lehrer" (Hermann Blume an Fred K. Prieberg, 21/VI1/62). 

Der Verlust von Werken im Krieg war nach 1945 ein ständiges 
Ausredeklischee. Tatsächlich blieb das Gros sämtlicher im 3. Reich 
gedruckter Partituren in Bibliotheken, Archiven und Privatbesitz trotz 
Luftkrieg erhalten. 

s. C. Hildebrand. 
Information: DDFL, FA, LdCh (keine Angaben nach 1945). 





Blume, Karl 

Osnabrück, 13. Oktober 1883 - Klein-Machnow bei Berlin (SBZ), 5. 
Januar 1947. 
Lautensänger, Geiger und Posaunist, dann freischaffender Komponist, 
zunächst in Düsseldorf, 1933 in Berlin-Charlottenburg, ab 1939 in Klein- 
Machnow.. 
Werke: u. a. Heidelieder nach H. Löns (1934); Charakterstücke; 
Konzertwalzer; Rheinlieder; Filmmusik, so "Wenn ein mädel Hochzeit 
macht", Schwank, zus. mit W. Eisbrenner (UA: 12/11/35). 


NSDAP seit 1/1V/33, Nr. 1.705.883. 

Landsknechtslied: Vom Barette schwankt die Feder (T: H. von Reder). 
Vgl. Heinz Thum. 

In: 

Deutsche Wehr- und Soldatenlieder (1933). 

Der hat das rechte Maß (T: Leo Heller). 

In: 

Deutsche Wehr- und Soldatenlieder (1933). 

Durchs Brandenburger Tor. Marsch für versch. Besetzungen (1940; 
DtIS, *16/111/39; RS Berlin, 15/VI1/39; Reichsprogramm aus Berlin, 
*12/X1/44, Gr. Orch des DtldS, Dgt. H. Steinkopf). [MB]. 

9. März 1941: 

"(...) Wie besprochen übersende ich Ihnen beiliegend den 
Klavierauszug des Singspiels 
>Im Krug zum grünen Kranze< 
von Karl Blume. Den Titel Soldatenliebe haben wir gestrichen. Ich möchte 
bemerken, dass zwei Nummern des Singspiels und zwar >Ja, wenn der 
Soldat Sonntags Urlaub hat< und >Schlafende Dörfer< auf Platten 
erschienen sind und bereits viel im Rundfunk gespielt wurden. Auch weise 
ich nochmals darauf hin, dass das Stück dieselbe Art von Soldatenhumor 
hat, wie er von Harry Langewitsch zum Vergnügen unzähliger Hörer 
ständig am Leipziger Sender, über alle Reichssender erzählt erzählt wird. 
Jede Beschränkung in Bezug auf Kostümierung wird gerne angenommen, 
doch bitten wir das Singspiel zu genehmigen, da es Herr Direktor Paul 
Rose, auf seiner Gartenbühne herausbringen möchte. (...)" (Hans Pflanzer, 
Librettist, an RMVP, Dr. Lange, 9/111/41. Quelle: BAR 55/ 20205. Blatt 
20). 

Langewitsch = Langewisch. 

10. März 1941: 

"(...) Das Stück spielt 1914. Hauptfigur ist ein ewig mißvergnügter 
Rentner, der als Landsturmmann unter die Botmäßigkeit seiner beiden 
Schwiegersöhne gerät und so sehr bald vernünftig wird. Die 
Handlungssubstanz ist ärmlich, der Witz schal, aus zivilen und 
militärischen Vorgängen wird ein kitschiger Brei von abgestandener 
Geschmacklosigkeit zusammengerührt. Auch die stereotype 
Militärschwankfigur des radebrechenden Polen oder Tschechen in 
deutscher Uniform, heute mehr denn je fehl am Ort, tritt in Erscheinung. 
Wenn das Stück auch sonst keine Verstöße gegen die Wehrmacht enthält, 


B 565 





so ist doch keinerlei Grund einzusehen, der die Wiederaufwärmung dieses 
überalterten Schinkens rechtfertigen könnte. (...)" (Gutachten der 
Reichsmusikprüfstelle, Dr. Mayer, 10/111/41. Quelle: BAR 55/ 20505. Blatt 
21). 

Eine Woche später vermerkte Dr. Mayer, daß die Musik der bessere 
Teil sei. 

Das RMVP hatte keine Bedenken unter der Veraussetzung, daß die 
Handlung in den 1870er Krieg verlegt und die Ausländer in deutscher 
Uniform geändert werden. 

Information: DML, FA, LdCh, LadBl (mit unrichtigem Todesort). 


Blümel, Franz 
1839 - 1916 


27er Regimentsmarsch (Belgier). 
In: 
Marschperlen II (1943). 


Blumenberg, Franz 

Remagen, 7. Februar 1869 - Köln, 1. Juni 1940. 
Sohn eines Organisten und Musiklehrers; Schüler von F. Wüllner, 
Musikdirektor, Komponist, Chorleiter und Musikreferent in Köln. 
Werke: u. a. Männerchöre, so "Mosellied", "Meinem Kaiser", "Deutsche 
Treue" und "Ich hielt mein Lieb umschlungen"; Märsche, so 
Triumphmarsch zur Einweihung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals auf dem 
Ring in Köln; Heimat- und Rheinlieder; Klavierwerke, auch für den 
Unterricht. 


NSDAP seit 1/111/32, Nr. 980.161. 1932 Kultur-und Pressewart, auch 
Propagandaleiter der NSDAP-Ortsgruppe "Horst Wessel" in Köln; Block- 
und Kassenwart der NSBO, Fachschaft Musik, und 1933 Revisor bei NSV 
und WHW. 

Information: DNML (Geburtsdatum: 7/II/69), DML, FA 
(Geburtsdatum: 28/II/69), LdCh (Geburtsdatum: 28/II/69). Das oben 
angegebene Geburtsdatum nennt auch die "Allgemeine Sänger-Zeitung" 
XXXIII/3, März 1939, S. 31. Das Amt für Einwohnerwesen der Stadt Köln, 
(28/VIII/00), Frau Hessel-Becker, bedauerte, nicht helfen zu können, 
weil 8 11 Abs. 3 des Meldegesetzes NRW gestattet, die Daten eines 
Einwohners 50 Jahren nach Wegzug oder Ableben zu löschen. 


Blumensaat, Georg 
Herrnstadt/ Schlesien, 22. Oktober 1901 - Mölln, 19. Juli 1945. 
Musikpädagoge und Oboist, kam aus der Wandervogel-Bewegung, bis 
1930 Kompositionsschüler u. a. von P. Hindemith; 1933 in Berlin-Lankwitz, 
1938 Lehrer an der Orchesterschule der Musikhochschule Berlin; er 


B 566 





gestaltete im Reichsrundfunk das "Volksliedsingen" aller Sender; ab 1/XI/ 
40 Leiter der Landesmusikschule Reichsgau Wartheland in Posen mit 
Wohnsitz Unterberg bei Posen. 

Nach 1945 aus politischen Gründen für den Rundfunk der SBZ 
gesperrt. 
Werke: u. a. Schulopern auf Texte von Oskar Freund, so "Wir bauen uns 
ein Auto" (1932) oder "Wenn wir groß sein werden" (1933); "Lieder im 
Advent zu singen" (1934), Zusammenstellung und Bearbeitung: "Alle 
singen mit!" Liedkantate zum Lob der edlen Frau Musika (1935); "Die 
Weizenkantate" (T: Günter Eich), Funkkantate (DtldS, 1936); Musik zu 
Märchenfilmen, so "Aschenbrödel", "Hänsel und Gretel" oder "König 
Drosselbart". 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.579.951. SS seit April 1933, Musikreferent der 
SS-Gruppe Ost (Berlin); Hauptbannführer der HJ, 1934 im Stab der RJF, 
hier Reichsinspekteur der Musik-, Fanfaren- und Spielmannszüge und - 
Stand 1939 - mit Entgelt von 500 RM; 1940 Musikberater beim 
Reichsstatthalter, Reichsgau Wartheland. 


1930 
Erntetanz: Abends unterm Weizenkranz ist im Wirtshaus Erntetanz (T: 
Oskar Freund). Auch in der Schuloper "Wenn wir groß sein werden" und 
in "Lied über Deutschland" (?1941) [EB, dann V]. 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ) 3 (1935; T onA); RJF, Wir Mädel singen (1937, 
21938); SS-Liederbuch (61940, 91941; T onA); RJF, Unser Liederbuch 
(61941; T onA). 


1933 
Es dröhnen (die) Trommeln durch das Land, die Trommeln der HJ (T: 
B. von Schirach). HJ-Kampflied (1933). Aus: "Lieder der jungen 
Generation" (1934) [B&B]. 

Die gelegentlich falsche Urheberangabe Borgmann erklärt sich 
daraus, daß dieser den Film "Hitleriunge Quex" vertonte und denr Titel 
von Blumensaat verwendete. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Wir glauben fest an unser Los. 

Heil, Adolf Hitler, dir! 

Und gibt man uns den Todesstoß, 

wir machen dennoch Deutschland 

groß, 
wir Kameraden, wir! 
HJ, HJ, HJ marschiert!" 

In: 
Heil Hitler! (1933; nur T, Melodie onA); Deutsche Volks- und Kampflieder 
für die HJ und das J ungvolk (1933); Deutsche Lieder der NSBO und der 
DAF (21934; Melodie onA); Lieder der nationalen Erhebung (1934); 
Deutschland über alles! 2 (1934); HJ singt (1934); Volk singt (1934); Uns 


B 567 





geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Singendes Volk 30 
(1935); RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936). 
Uns sind Altar die Stufen der Feldherrenhalle (T: B. von Schirach, E. 
W. Möller, Traugott Wittmann, Franz Köppe). Kantate zum Jahrestag der 
Ermordung des Hitlerjungen Herbert Norkus am 24/1/33 (RS Berlin, *20/1/ 
34; DtldS, *24/1/34). 
Tondokument im DRA: 52.12561. 
Mailied: Unser die Sonne, unser die Erde (T: Alfred Thieme). 
Bekenntnislied (1933; RS München, *30/1/35)) [B&B]. 
Textprobe (3. Strophe): 

"Wollen uns regen, wollen uns mühen, 

wollen singen das hämmernde Lied! 

Fühlen wir doch das Leben blühen, 

wenn das Eisen im Feuer glüht, 

wenn das Eisen im Feuer glüht". 
In: 
RJF, Jugendsingen der HJ in Schlesien (1934); Die Feier der jungen Front 
1 (1935); Wir schreiten über die Straßen 2 (1935; onA); RJF, Junge 
Gefolgschaft 1 (1936); RJF, Liederblatt der HJ 57 (1937); RJF, Musikblätter 
der HJ 57 (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Das 
Bannorchester (1939); RJF, Junge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); 
Volksliedsingen im Schulfunk 2 (27. April 1939); Singkamerad, Anhang 
München (1939); SS-Liederbuch (1940, 91941); RJF, Unser Liederbuch 
(61941); Kernlieder der NSDAP (1942/43); Lieder zum Führerdienst 
(1944). 


1934 

Lieder am Feuer zu singen, für Gesang, 2 Geigen, Cello und Klavier, 
zusammengestellt und bearbeitet. Liederheft zu Walther Jansen, "Am 
Sonnwendfeuer" (1934) [EB]. 

Inhalt: 

1. Nun kommen wir gegangen. - 2. Gläser: Flamme empor. - 3. Chr. 
Praetorius: Flamme empor, leuchte uns. - 4. (Altes Ansingelied am 
Johannisabend) Veile, Rose, Blümelein. - 5. Spitta: (Feuerspruch) Daß die 
Glocken wieder schallen. - 6. Feuerspruch. - 7. (Sommertagslied) Trari, 
trara, der Sommertag ist da. 

Feuerspruch: Ja ich weiß, woher ich stamme (T: F. Nietzsche). 

In: 

RJF, Jugendsingen der HJ in Schlesien (1934). 

Lieder für Frühling und Ostern, für Gesang, 2 Geigen, Cello und 
Klavier gesammelt und bearbeitet. Liederheft zu "Osterfeuer soll lohen" 
von F. Broghammer (1934) [EB]. 

Inhalt: 

1. (Osterlied) Ostern, Ostern, Frühlingsweben. - 2. Morgenlied. - 3. 
(Alter Ostergesang) Es gingen drei heilige Frauen. - 4. Der Winter ist 
vergangen, ich seh des Maien Schein. - 5. Nun will der Lenz uns grüßen. - 
6. So treiben wir den Winter aus. - 7. Es tönen die Lieder. 

Morgenlied: Durch die morgenroten Scheiben (T. W. Flex). 


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In: 
RJF, Jugendsingen der HJ in Schlesien (1934); RJF, Wir Mädel singen 
(1937, 21938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938). 
Lieder von Bauer und Dorf, für Gesang, 2 Geigen, Cello und Klavier, 
zusammengestellt und bearbeitet. Liederheft zu Lothar Wichmann, 
"Unsere Heimat, das Dorf" (1934) [EB]. 

Inhalt: 
1. Im Märzen der Bauer. - 2. J. A. P. Schulz: Wir pflügen und wir streuen. - 
3. (Dengelspruch I) Hammer schlag die Schneide. - 4. (Dengelspruch II) 
Hübsch im Takt mein Hammer lauf. - 5. Kein schöner Land in dieser Zeit. - 
6. (Schäferlied) Schäfer sag, wo tust du weiden. - 7.)J. Brahms: (Der 
Schmied) Ich hör meinen Schatz. 
Lieder um den Erntekranz, für Gesang, 2 Geigen, Cello und Klavier, 
gesammelt und bearbeitet. Liederheft zu Erich Bockemühl, "Erntedank" 
(1934) [EB]. 

Inhalt: 
1. J. A. P. Schulz: (Erntelied) Wir bringen mit Gesang und Tanz. - 2. J. F. 
Reichardt: Bunt sind schon die Wälder. - 3. (Heimgang vom Ährenlesen) 
Woll'n heimgehn, der Korb ist voll. - 4. (Schnitterlied) Wenn die Sense 
klingt. - 5. Erntetanz: Abends unterm Weizenkranz. 
Lieder für die Mutter, für Gesang, 2 Geigen, Cello und Klavier, 
gesammelt und bearbeitet. Liederheft zu Erich Bockemühl, "Muttertag" 
(1934) [EB]. 

Inhalt: 
1. (Marias Meerfahrt) Unsre liebe Frau, die wollt. - 2. (Ich wüßt, was ich 
tät) Ach wär ich ein Vöglein. - 3. J. Gersbach: (Muttertreue) Ein getreues 
Herz zu wissen. - 4. (Die Mutter) Ick hebbe se nich up de Scholen 
gebracht. - 5. F. Schubert: (Wiegenlied) Schlafe, holder süßer Knabe. - 6. 
Weber: (Mutterliebe) Schlaf, Herzenssöhnchen, mein Liebling bist du. 
Lieder von Werk und Arbeit, für Gesang, 2 Geigen, Cello und Klavier, 
gesammelt und bearbeitet. Liederheft zu Erich Scharff, "Arbeit schlingt das 
Bruderband" (1934) [EB]. 

Inhalt: 
1. Mailied: Unser die Sonne (T: A. Thieme). - 2. Arbeitslied: Dröhnend 
fallen die Hammer (T: H. Lersch). - 3. Fabrikgang: Es stampft im Takt (T: 
L. Lessen). - 4. Jungarbeiterlied: Immer stehen wir zusammen (T: Max 
Barthel). - 5. Tanz um den Maibaum: Wir tanzen im Maien. 
Lieder von Fahne und Kampf, für Gesang, 2 Geigen, Cello und Klavier 
gesammelt und bearbeitet. Liederheft zu Felix Albrecht, "Deutschlands 
große Führer" (1934) [EB]. 

Inhalt: 
1. Herbei, herbei zum Kampfe - 2. Über die Felder Soldaten ziehn. - 3. 
Fahnenlied: Unter der Fahne schreiten wir. - 4. Spruch: Es kann nicht 
jeder Feldherr sein (T: B. von Schirach). - 5. Es dröhnen Trommeln 
durch das Land. 
Fahnenlied: Unter der Fahne schreiten wir, unter der Fahne streiten wir 
(T: Max Barthel). Aus: "Lieder jungen Generation" (1934), auch im 
Liederblatt zur Kundgebung auf dem RPT Nürnberg 1935 (u. a. September 


B 569 





1938 auf dem Sternmarsch der H) zum RPT Nürnberg). 
Tondokument - vom September 1938 - im DRA: 1820113-30. 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Unter der Fahne werben wir, 
unter der Fahne sterben wir, 
unter der Fahne sausendem Schein 
jagen wir stolz zur Unsterblichkeit ein. 
In Reihen zu Dreien marschieren wir, 
voran unser leuchtendes Siegespanier. 
Hebt hoch unsre Fahne, 
die Fahne hebt hoch! hoch!" 
In: 
Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Unsere Fahne 
flattert uns voran! (1934); Die Feier der jungen Front 1 (1935); Singendes 
Volk 32 (1935); Deutsche Jugend heraus (3. Folge, 1936); RJF, Junge 
Gefolgschaft 2 (1938); RJF, Unser Liederbuch (1941). 
Lieder zur Toten-Gedenkfeier, für Gesang, 2 Geigen, Cello und Klavier, 
gesammelt und bearbeitet. Liederheft zu L. Streckenbach, "Der Tod ist 
nicht das Ende" (1934) [EB]. 
Inhalt: 
1. (Der flandrische Totentanz) Der Tod reit auf einem kohlschwarzen 
Rappen. - 2. Es ist ein Schnitter, heißt der Tod. - 3. Kein schönrer Tod ist 
in der Welt. - 4. Der grimmig Tod mit seinem Pfeil. - 5. J. W. Lyra: Die 
bange Nacht ist nun herum. - 6. (Der schwere Traum) Ich hab die Nacht 
geträumet. 
Lieder der jungen Generation. 1. Folge (1934), für Gesang mit Klavier 
und Kanons [B&B]. 
Inhalt: 
1. Fahnenlied: Unter der Fahne schreiten wir. - 2. Lied der HJ. - 3. 
Werksoldatenlied. - 4. J ungarbeiterlied. - 5. Arbeitslied. - 6. 
Mailied: Unser die Sonne, unser die Erde. - 7. Spruch. - 8. Morgenlied 
im Mai: Durch die morgenroten Scheiben. - 9. Fabrikgang: Es stampft 
im Takt (T: L. Lessen). - 10. Feuerspruch: Ja, ich weiß, woher ich 
stamme. 
Lied der HJ: Es dröhnen Trommeln durch das Land (T: B. von Schirach). 
Aus: "Lieder der jungen Generation". 
In: 
Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934). 
Werksoldatenlied: Die dunkle Nacht ist nun vorbei, und herrlich beginnt 
es zu tagen (T: Werner Psaar). Aus: "Lieder der jungen Generation". 
Variante: "braunen Scharen, braun wie (...), braune Soldaten". 
Textprobe (2. und 3. Strophe, diese mit Refrain): 
"Ein Leuchten überstrahlt das Land, 
auf dem einst lagen Ketten. 
Der starke Führer hat uns gesandt, 
die Heimat, die Heimat zu retten. 


B 570 





Durch unsern Kampf wird neu erstehn, 
was brach lag und öde seit Jahren, 
dann siegreich die deutschen Fahnen wehn 
über Hitlers grauen Scharen. 
Grau wie die Erde ist unser Kleid, 
graue Soldaten in schwerer Zeit 
In: 
Morgen marschieren wir (1939); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941; nur 
T, onA).Das neue Soldaten-Liederbuch 3 (1941); Landser-Lieder (1942). 
Jungarbeiterlied: Immer stehen wir zusammen (T: M. Barthel). Aus: 
"Lieder der jungen Generation". 
In: 
RJF, Jugendsingen der HJ in Schlesien (1934). 
Arbeitslied: Dröhnend fallen die Hämmer (T: H. Lersch). Aus: "Lieder 
der jungen Generation". 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 
"Riemen knarren und knirschen, 
uns ist das Werk zu schwer, 
kurze Kommandoworte 
fliegen dahin und daher. 


Das ist ein starkes Singen! 
Mächtig voll Kraft ohne End! 
Das ist Musik für jeden, 
der unsre Arbeit kennt!" 
In: 
RJF, Jugendsingen der HJ in Schlesien (1934); Die Feier der jungen Front 
1 (1935); RJF, Junge Gefolgschaft 1 (1936). 
Spruch: Es kann nicht jeder Feldherr sein (T: B. von Schirach). Kanon zu 
3 Stimmen. Aus: "Lieder der jungen Generation". 
In: 
Singkamerad (81937). 
Heute bläst der Wanderwind, laß die Sorgen fahren (T: Max Barthel). 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
Wenn der Weg in Nacht vergeht, 
schläft die liebe Erde. 
Doch der frühe Morgen steht 
auf mit Lichtgebärde. 
Gleichen Schritt, gleicher Tritt, 
vorwarts, vorwärts schreitet! 
Sonne wandert fröhlich mit, 
Freude uns bereitet. 
Trallalala, trallalala, trallalalalalala. 
Der Text macht deutlich, daß nicht Wandern gemeint ist, sondern 
Marschieren. 
In: 
Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Wir wandern 
und singen! (1937). 


B 71 





Musik zur Hörfolge Jugend ist Revolution von Hermann Roth (DtldS, 
4/11/34). 
Musik zum Hörbild Der Kampf des politischen Leiters der NSDAP von 
Werner Plücker (DtldS, *22/11/34, Stunde der Nation). 
Musik zur chorischen Hörfolge Und die Fahne ist mehr als der Tod (T: 
B. von Schirach, E. W. Möller, Franz Köppe) (DtlidS, *25/11/34). 
4. März 1934: 

Beim Generalappell der NSKG in der Deutschlandhalle zu Berlin mit 
Rede Rosenbergs erklingt ein neues Werk Blumensasats in vier Sätzen für 
Gesang, Wechselrede, Sprechchor und Orch, das auf Worte Adolf Hitlers 
aufgebaut ist. 
Fahne der J ugend - Fahne des Sieges! Chorische Hörfolge (DtldS, 13/ 
V1/34). 
Flamme empor! Feierstunde der Jugend zur Sonnenwende (DtldS, *22/ 
V1/34). 
Junge Gefolgschaft (T: Hermann Roth). Chorisches Spiel der HJ, 
gemeinsam mit H. Majewski, H. Spitta und R. Stapelberg (DtldS, 
27/V1/34). 
Musik zu Glaube und Not der Deutschen, Hörszenen von E. W. Möller 
(DtldS, 16/X11/34, in der Schulrundfunk-Reihe "Volk und Staat"). 


1935 
Die Verpflichtung (T: E. W. Möller). Kantate für Sprecher, Sprechchor, 
Chor, Bläser und Schlagzeug (Marienburg, 24/1/35, zur Jungbann- 
Fahnenweihe der HJ, zeitgleich RS Königsberg; Rundfunkspielschar Berlin 
mit MK der Danziger Schutzpolizei, Dgt. selbst). 

Tondokument im DRA: C 243. 

Die Sätze: 

1. Einleitung: Fanfaren. - 2. Sprecher und Sprechchor: Die Fahne steht. - 
3. Zwischspiel: Fanfaren. - 4. Sprechchor: Hier steht die J ugend. - 5. Erste 
Verkündigung (Sprecher): Wir sahen einen Gott. - 6. Sprechchor: Wir 
glauben an den Gott. - 7. Zwischenspiel: Fanfaren. - 8. Sprechchor: Hier 
steht die Jugend. - 9. Zweite Verkündigung (Sprecher): Wir sah'n das 
Land. - 10. Sprecher und Sprechchor: Wir glauben an das Land. - 11. 
Zwischenspiel: Fanfaren. - 12. Sprechchor: Hier steht die J ugend. - 13. 
Dritte Verkündigung (Sprecher): Wir sah'n die Häupter. - 14. Sprechchor: 
Wir glauben an das Volk. - 15. Chor: Die Fahne steht. 

Nach der Kantate folgte die Rede des stellv. Reichsjugendführers 
Hermann Lauterbacher, zum Schluß der Chor "Wir Jungen tragen die 
Fahne" mit Fahnenmarsch. 

Fanfarenmusik I aus "Die Verpflichtung". 
Tondokument - vom 24/1/35 - im DRA: 1570018-14. 
Fanfarenmusik Il aus "Die Verpflichtung". 

Tondokument - vom 24/1/35 - im DRA: 1570018-15. 

Wir J ungen tragen die Fahne zum Sturme der Jugend voran (T: E. W. 
Möller) (1934). Fahnenlied aus "Die Verpflichtung" (1935). Bläsersatz in: 
"Die Bläserkameradschaft" (1940) [ZVNSDAP]. 

Tondokument - vom 24/1/35 - im DRA: 1570019-11 (Die Aufnahme 


B 312 





ist unvollständig). 
Ausführende: HJ -Rundfunkspielschar Berlin mit MK der Danziger 
Schutzpolizei, Dgt. selbst. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Die Fahne ist unser Glaube 
an Gott und Volk und Land. 
Wer sie rauben will, der raube 
uns eher Leben und Hand. 
Für die Fahnen wollen wir sorgen 
wie für unsere Mutter gut; 
denn die Fahne ist unser Morgen 
und die Ehre und der Mut". 
In: 
Singendes Volk 32 (1935); RJF, Liederblatt der HJ) 27 (1936); Lieder für 
die Landjugend 1 (1936); Deutsche Jugend heraus (3. Folge, 1936).Wir 
werden weitermarschieren (1936); RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark 
(1936); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); RJF, Pflichtlieder des 
Bundes Deutscher Mädel (1938); RJF, Junge Gefolgschaft 2 (1938); RJF, 
Unsere Lieder-Weimar (1938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Lieder 
vom Führerthing (1938); Singkamerad, Anhang München (1939); Das 
Bannorchester (1939); SS-Liederbuch (1940, 91941); RJF, Unser 
Liederbuch (61941); Die Fahne der Gemeinschaft 3 (1941); RJF, 
Musikblätter der HJ 574/575 (1942); RJF, Liederblatt Hitlerjugend (1943); 
Das Orgelbuch (1943). 
Marschmusik Nr. 1, für Flöten, kleine Trommeln, Fanfaren in Es und 
Rührtrommeln. 
In: 
RJF, Musikblätter der HJ 5 (1935). 
Weinheimer Sommerlied: Die roten Fahnen brennen im Wind (T: 
Walter Jansen). Bekenntnislied (1935) [V]. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Unsre Fahrt ist nie zu Ende gebracht; 
sie geht bis ans Ende der Welt. 
Wir wissen den Tag 
und wir kennen die Nacht 
und wir kommen nie mehr zurück". 
In: 
Singendes Volk 32 (1935); Lieder für die Landjugend 1 (1936); RJF, Wir 
Mädel singen (1937, 21938); Volksliedsingen im Schulfunk 16 (10. 
November 1938); Morgen marschieren wir (1939); Lied über Deutschland 
3 (1940). 
Abendlied: Die letzten Speere schwirren (eigener T) (Juli 1935), 
gewidmet der Heidelberger Singschule. 
Textprobe (1. Strophe): 
"Wir holen die Fahne nieder, 
sie geht mit uns zur Ruh' 
und morgen weht sie wieder 
neuen Kämpfen zu". 


B 5/3 





In: 

Singendes Volk 32 (1935); Wir wandern und singen! (1937); Unsere 
Lieder 3 (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938, "Worte von Walter 
Jansen"); Volksliedsingen im Schulfunk 4 (20. Mai 1937; "Text: Walter 
Jansen"), 24 (Februar 1941); RJF, Unser Liederbuch (61941). 

Musik zum Thingspiel Der Weg ins Reich von Kurt Heynicke 
(Reichsfestspiele Heidelberg, 20/VI1/35). 

Kommentar des Dichters: 

"Die aufgeführte Fassung von >Der Weg ins Reich< wurde in engster 
kameradschaftlicher Zusammenarbeit mit Lothar Müthel aus einer 
vorliegenden umfangreicheren Fassung für die Aufführung bearbeitet, und 
zwar angesichts und nach Kenntnis des Thingplatzes. Es bleibt die Frage 
offen, ob für jeden Thingplatz ein besonderes Spiel geschrieben werden 
soll. 

(...) Auch der Musik wird im Thingspiel eine besondere Bedeutung 
zukommen. Der >Weg ins Reich< enthält zwei Lieder, die jedesmal einer 
>Bewegung< unterlegt (einem Auf- und Abmarsch), aus dem Wort die 
Steigerung ins Musikalische fortsetzen. Hier erscheint es mir sehr wichtig 
zu sagen, daß solche Lieder vom Thingplatz her ins Volk wachsen können, 
und es ist nicht ohne Bedeutung, wenn hier angeführt wird, daß eines der 
Lieder (Die Arbeit braucht Soldaten; Georg Blumensaat ist der Komponist 
der Musik) schon vom Heidelberger Arbeitsdienst auf seinen Märschen 
gesungen wird. - Ich glaube also, daß es viel wichtiger ist, statt 
symphonischer Untermalungen und musikalischer Zwischenspiele die 
Musik so zu gestalten, daß sie wie ein Volkslied oder Marschgesang im Ohr 
haften bleibt. (...)" (Kurt Heynicke: Erfahrung und Meinung. Sachliches 
zur Thingspielfrage. "Der neue Weg" LXIV/12, 15/VI11/35. S. 350). 

23. Juli 1935, Bericht I: 

"(...) Georg Blumensaats Musik hatte ihre stärksten Wirkungen am 
Anfang. Hier war sie einfach, wuchtig und deshalb wahrhaft eindringlich. 

(...) Doch was vermögen Worte dieser eiligen Andeutung, wo 
Hunderttausende unter ewigem Sternenhimmel erschauern, vom tiefsten 
Erleben eigenen Völkerschicksals gepackt?!" (Friedrich Baser in: 
"Nationale Schlesische Tageszeitung", Breslau, 23/V11/35). 

September 1935, Bericht II: 

"(...) für welches zum erstenmale die neue Thingstätte auf dem 
Heiligenberge den prachtvollen Schauplatz bot. Hier handelte es sich nicht 
um eine stilvolle Umrahmung von Kunstwerken verschiedener Zeiten und 
Eigenart, sondern um feierliches Hervorheben einer symbolischen 
Kulthandlung aus dem Erleben des deutschen Volkes durch Ton und 
Rhythmus. Eindringliche Fanfarenmotive, charakteristische Trommelwirbel, 
wuchtige Sprechchöre überwiegen. Wenige Gelegenheiten zum Malen 
dramatischer Vorgänge werden vom Komponisten entsprechend verwertet 
und zuletzt weiß er eine volkstümlich gehaltene ernste Weise 
anzustimmen, welche feierlich und weihevoll das Kultspiel abschließt" 
(Otto Seelig in: "ZfM" CIl/9, September 1935. S. 1028). 

Die Arbeit braucht Soldaten, Soldaten neuer Zeit (T: K. Heynicke). 
Lied aus "Der Weg ins Reich" (1935). 


B 574 





Textprobe (5. Strophe): 
"Wir sind die Wegbereiter 
und das ist unser Stand, 
des Friedens frohe Streiter 
für's deutsche Vaterland". 
In: 
Singendes Volk 32 (1935). 
Feuerlied: Licht und Flamme unsrer Ehre, Feuerzeichen der Altäre (T: K. 
Heynicke). Lied aus "Der Weg ins Reich" (1935). 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 
"Segne, Flamme, unsere Taten, 
laß sie alle recht geraten, 
gib den Feinden keinen Raum. 
hüte unsern deutschen Traum. 


Volk und Land bewahr in Frieden, 
doch gib uns auch Kraft hienieden 
Einigkeit der Welt zu zeigen. 
Also, Flamme. sollst du steigen". 
In: 
Singendes Volk 32 (1935). 
Musik zum Hörspiel Die Bauern wollten Freie sein von Otto von 
Vacano (DtldS, 21/VI11/35). 
Bekenntnis der J ugend (T: Wolfram Brockmeier). Chorischer Hymnus 
(Nürnberg, *September 1935, zum RPT). Titel auch "Deutsches 
Bekenntnis". 
Die Verpflichtung. Deutsche Morgenfeier der HJ (Erfurt, *3/X1/35, bei 
den Reichsmusiktagen der HJ, zugleich RSdg). 
Es handelte sich um die Neufassung der gleichnamigen Kantate. 
Die Briefe der Gefallenen (T: E. W. Möller). Kantate (UA: Berlin, 
*10/X1/35, zur Langemarck-Feier der HJ, Volksbühne am Horst-Wessel- 
Platz). Auftrag der RJF. 
Tondokument (Chor der Mütter; Der zweite Brief; Der fünfte Brief; 
Chor der Engel: "Ruhet, ihr Knaben von Langemarck") im DRA: C 1974. 
Diese Aufführung ging einer Gedenkrede des Reichsjugendführers 
Baldur von Schirach voraus: er bestritt die Sinnlosigkeit des Todes von 
Langemarck und verklärte das Opfer zur "sakralen Handlung". 
Textprobe: 
"Ruhet, ihr Knaben von Langemarck, 
und wartet den Frühling ab, 
die treibende Erde sprengt euern Sarg 
und der warme Wind euer Grab". 
Instrumentalsätze: u. a. Mit lautem Jubel bringen wir. 
In: 
RJF, Musikblätter der HJ) 6/7 (1935); Das Bannorchester (1939); RJF, 
J unge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939). 


B 370 





1936 
Nürnberger Fahnenmarsch (Unter der Fahne schreiten wir), für 
Militärmusik [V]. 
Schweriner Fahnenmarsch (Ein junges Volk steht auf), für 
Militärmusik [V]. 
Hymne (Deutschland, heiliges Wort), für Militärmusik [V]. 
Lied über Deutschland. 33 Kampf- und Feierlieder in Klaviersätzen von 
G. Benoit, G. Blumensaat, C. Bresgen, M. Drischner, W. Felix, Fritz 
Metzger, H. Müntzel, H. Napiersky und H. Spitta (1936) [V]. 
Feierstunde zur Hochzeit (T: Herybert Menzel). Umrahmung einer 
Trauung im Kameradenkreis für einstimm. Chor, Flöte, Oboe und Streicher 
mit Schlußlied "Deutschland, heiliges Wort" (T: E. W. Möller). Hgb. vom 
Kulturamt der RJF als Nr. 3 der Reihe "Feierliche Musik" (1936) [K]. 
Die Sätze: 
1. Anruf (für Instrumente). - 2. Lied vom Leben (geteilter Chor): Wo 
immer das Leben erglommen. Danach Sprechtexte. - 3. Von der 
Gemeinschaft (einstimmiger Chor): Alle stehen wir verbunden. Dann Texte 
für Sprechchor und Sprecher. - 4. Hymne (für Solosänger und Chor): 
Deutschland, heiliges Wort. - 5. Ritornell (für Instrumente). 
Textprobe (Sprechertext nach Nr. 3): 

"Wir sind das Volk der große Heldensage, 

das Buch der Treue ist der Deutschen Buch. 

Nun schreiben wir Geschichte unsrer Tage, 

die überweht das heilge Fahnentuch. 


Wir sind das Volk, das in den Morgen schreitet, 
wir sind das Volk der großen Wiederkehr, 

der Eine kam, der uns zum Siege leitet, 

in seiner Faust das Zeichen unsrer Ehr. 


Laßt uns in hoher Stunde Großes denken., 
hört Gott und Deutschland in der Saiten Spiel. 
Dem Führer schwören wir, er wird uns lenken, 
er gibt uns allen, Mann wie Weib, das Ziel". 
Kleine Morgenmusik: Wach auf, meins Herzens Schöne. Bearbeitet von 
G. Blumensaat nach dem "Kleynen feinen Almanach" Il, 1778, J. F. 
Reichardt (1778). 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 1 (o. Dat., April 1936). 
Fahrtmusik mit dem Lied "Auf, auf zum fröhlichen Jagen". Für 2 
Melodieinstrumente, Laute und Singstimme: G. Blumensaat. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 3 (30. April 1936). 
Fahrtmusik nach dem Lied "Auf, du junger Wandersmann" für 2 Violinen 
und 2 Blockflöten. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 8/9 (16. Juli 1936). 
Knab: Wann wir schreiten. Für Holzbläser, Violine, Viola und Violoncello: 


B 576 





G. Blumensaat. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 4 (14. Mai 1936). 
Wo immer das Leben erglommen, da will es als Flamme stehn (T: H. 
Menzel). Lied zur Wintersonnenwende, aus: "Feierstunde zur Hochzeit" 
(1936). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Die Flamme leuchtet und kündet: 
so soll unser Leben sein! 
Im Ewigen wards entzündet, 
ins Ewige wanderts hinein". 
In: 
RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Wenn wir unter Fahnen stehen 
(1938); RJF, Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel (1938); RJF, Hohe 
Nacht der klaren Sterne (1938); RJF, Liederblatt der HJ 65 (1939); SS- 
Liederbuch (91941); Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 2 (1942); Das 
Orgelbuch (1943). 
Kremser: Die Ostlandfahrer. Für 2 Bläser, 2 Violinen und Cello: G. 
Blumensasat. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 5 (28. Mai 1936). 
Alle stehen wir verbunden unter unsrer Fahne Schein (T: H. Menzel). 
Fahnenlied, aus: "Feierstunde zur Hochzeit" (1936). 
Tondokument - vom 14/V11/38 - im DRA: 1820113-18. 
Diese Aufnahme ist ein Ausschnitt aus der Sendung "Arbeitsmaid 
und Lagerführerin. Reichsarbeitsdienst für die weibliche Jugend". 
Textprobe (2. Strophe): 
"Alle stehen wir verpflichtet 
Gott, dem Führer und dem Blut. 
Fest im Glauben aufgerichtet, 
froh im Werk, das jeder tut". 
In: 
RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Liederblätter der NSG "Kraft durch 
Freude" 3 (1937), 37-38 (1941), 43-49, 50-54 (1942), 57 (1944); Lieder 
der Arbeitsmaiden (1938); RJF, Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel 
(1938); Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 3 (1938); Wenn 
wir unter Fahnen stehen (1938); Heute wollen wir ein Liedlein singen, 
Erganzungsblatt 3 (1941); DAF, Singendes Volk 9 (April 1942); 
Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 3 (1942); Ein Menschlein ward 
geboren! (1942); Das Orgelbuch (1943). 
Deutschland, heiliges Wort, du voll Unendlichkeit! (T: E. W. Möller). 
Bekenntnislied (1936). Aus: "Feierstunde zur Hochzeit" [K]. 
Tondokument - vom 14/11/37, 19/X1/37, 21/X11/37 und September 
1938 - im DRA: 1890832-15, 1870641-07, 1820112-04, 1820113-33. 
Ausführende: 1) Singschar der HJ Eschweiler mit Kölner 
Berufsmusikern, Dgt. Richard Kistemann; 2) HJ-Rundfunkspielschar Berlin, 
Dgt. G. Nowottny. 
Eine weitere Vertonung des Textes, die den Freiburger RAD- 


B ILL 





Unterfeldmeister Hanselmann zum Autor hat., wird in der Presse erwähnt 
Textprobe: 

(...) 

Über die Zeiten fort 

seist du gebenedeit! 

Heilig sind deine Seen, 

heilig dein Wald 

und der Kranz deiner stillen Höhn 

bis an das grüne Meer". 

In: 
Lieder für die Landjugend 2 (1937); Liederblätter der NSG "Kraft durch 
Freude" 14-15 (1937), 43-49 (1942), 57 (1944); RJF, Wir Mädel singen 
(1937, 21938); Volksliedsingen RS Berlin 1 (1937); Volksliedsingen im 
Schulfunk 3 (13. Mai 1937), 21 (1939); Unsere Lieder 2 (1937); Lieder 
vom Führerthing (1938); RJF, Junge Gefolgschaft 4 (1938), 21 (1939); 
Auf großer Fahrt (1938); RJF, Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel 
(1938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Das völkische Lied (1939); 
Morgen marschieren wir (1939); Stimmt an! I (1939); Die Fahne der 
Gemeinschaft 2 (1939); Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940); 
Soldatenliederbuch (41940); Liederbuch der Kriegsmarine 1 (1940); 
Musikbuch A, B (1941); Heute wollen wir ein Liedlein singen (41941); Im 
gleichen Schritt und Tritt (1941); SS-Liederbuch (61940, 91941); RJF, 
Unser Liederbuch (1941); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941); Das 
neue Soldaten-Liederbuch 3 (1941); Frisch gesungen, Musikbuch A 
(291941); Liederblätter, LGKdo Westfrankreich 4 (1942); Hellau! (1942); 
DAF, Singendes Volk 9 (April 1942), 15/16 (1943); Kernlieder der NSDAP 
(1942/43); RJF, Liederblatt Hitlerjugend (1943); Das Orgelbuch (1943). 
Heilig ist unsere Arbeit und groß! (T: W. Brockmeier). Chorlied (u. a. 
Braunschweig, *30/X/36, zur Eröffnung der Musiktage der HJ). 
Es kamen drei Schneider wohl an den Rhein. Volkslied. Für 
Singstimme mit Instrumenten: G. Blumensaat. 
In: 
RJF, Musikblätter der H) 55 (1937). 
Regiment sein Straßen zieht. Für 2 Flöten, auch Trommelflöten, und 3 
Streicher: G. Blumensaat. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 2 (16. April 1936), 11 (1. September 1938). 
Baumann: Wo wir stehen, steht die Treue. Bekenntnislied. Für 
Militärmusik: G. Blumensaat (1936) [V]. 
Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne. Satz: G. Blumensaat. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 19/20 (17. Dezember 1936). 
O Tannenbaum, du trägst ein grünen Zweig. Für Flöte und Streicher: 
G. Blumensaat. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 19/20 (17. Dezember 1936). 
Stephan war ein Knecht im Stall - halt dich wohl, Fohlen mein. 
Weihnachtslied aus Schweden. Satz: G. Blumensaat. 


B 578 





In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 19/20 (17. Dezember 1936). 


1937 

Der RAD-GauMZ 26, Dgt. Blumensaat, nimmt dessen Bearbeitung 
von H. Napierskys Kampflied "Es dröhnet der Marsch der Kolonne" für den 
Funk auf. 

Tondokument im DRA: 1870637-28. 

Der Preußenkönig. Für Klavier mit Flöte: G. Blumensaat. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 21 (14. Januar 1937); 26 (30. März 1939). 
Die Bläserkameradschaft. Gebrauchsmusiken für kleine 
Bläserbesetzung. Zwei Folgen, je mit den Teilen: Fest- und Feiermusiken, 
Liedsätze, Tanzmusiken [V]. 

Feierliche Liedsätze, für Blasmusik [V]. 

1. Lobet der Berge leuchtende Firne (T: Th. Scheller). - 2. Wer zur Fahne 
rennt (T: H. Baumann). - 3. Wir treten ohne Gewehre an (T: H. 
Baumann). 

Heilig ist unsere Arbeit und groß (T: W. Brockmeier, H. Baumann). 
HJ -Feier, zus. mit H. Spitta und S. Reda (Bochum, Februar 1937). 

11. Februar 1937, Bericht: 

"(...) Vom Geist und Leben der jungen Generation kündete eine 
Feiergestaltung der Hitlerjugend des Standortes Groß-Bochum. Sie war in 
Form eines musikalischen Bekenntnisses gekleidet. Die Komposition, 
welche Blumensaat, Spitta und Reda der hiesigen HJ in Anerkennung ihrer 
kulturellen Aufbauarbeit zur Uraufführung überließen, ist in Fanfaren- und 
Orchestermusik von schlichter kontrapunktischer Bewegung der 
melodischen Stimme sowie in liedmäßigen chorischen Sätzen kraftvoll- 
kämpferisch gehalten. Orgelimprovisationen von Reda und Sprechtexte 
von Brockmeier und Baumann sorgen für Vertiefung dieser jugendlichen 
Gestaltung. Die Aufführung vollzogen 350 J ungen und Mädel, jugendliche 
Fanfarenbläser und Orchestermusiker, ein Organist und ein Einzelsprecher 
unter der straffen Leitung des Kulturreferenten der Groß-Bochumer HJ 
Heimann. Es war eine geschulte Gesamtleistung" (Max Voigt in "Kölnische 
Zeitung" Nr. 75, Morgenblatt, 11/11/37). 

Es wollt ein Reiter jagen. Volkslied. Satz: G. Blumensaat. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 24 (25. Februar 1937). 

Götz: Heia Safari! Satz als Marsch für Streicher und Flöten: G. 
Blumensasat. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 24 (25. Februar 1937). 

Abr in fahr. Volkslied aus Kärnten. Für Waldhorn oder Trompete und 
Streicher: G. Blumensaat. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 2 (18. März 1937). 

Hermann: So feiern wir den heiligen Mai. Für Instrumente: G. 
Blumensasat. 


B 572 





In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 1/2 (22. April 1937). 

Baumann: Und die Morgenfrühe, das ist unsere Zeit. Für Klavier mit 
Trompete oder Fanfare: G. Blumensaat. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 4 (20. Mai 1937). 

Volksliedsingen im Schulfunk der deutschen Sender, Blatt 4 (20. Mai 
1937). Zusammenstellung und Bearbeitung: G. Blumensaat. 

Tanz' rüber, tanz' nüber. Schlesisches Volkslied. Für Klavier: G. 
Blumensasat. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 11 (26. August 1937). 

Wenn die Bettelleute tanzen. Schles. Volkslied. Satz: G. Blumensaat. 
In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 11 (26. August 1937). 

Moder Vitsch. Volkslied aus Niedersachsen. Satz: G. Blumensaat. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 11 (26. August 1937). 

Schulten: Es steht ein goldnes Garbenfeld. Satz: G. Blumensaat. 
In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 13 (23. September 1937). 

Forster: Nun schürz dich, Gretlein. Satz: G. Blumensaat. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 13 (23. September 1937). 

Danz, danz, Lisebeth. Volkslied. Satz: G. Blumensaat. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 13 (23. September 1937). 

Gott gnad' dem großmächtigen Kaiser frumme. Landsknechtslied. 
Satz: G. Blumensaat. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 16 (4. November 1937). 

Es geht wohl zu der Sommerzeit. Kriegslied. Instrumentalsatz: G. 
Blumensasat. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 16 (4. November 1937). 

Der Reif und auch der kalte Schnee. Landsknechtslied. 
Instrumentalsatz: G. Blumensaat. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 16 (4. November 1937). 

13. November 1937: 

Zu den Reichsmusiktagen der HJ in Stuttgart leitet Blumensaat den 
RAD-GauMZ 26 mit festlicher Blasmusik: 1. L. Spies: Fanfarenmusik von 
den Heidelberger Festspielen. - 2. Paul Winter: Olympia-Fanfare und 
andere Fanfarenmusik von der Olympiade. - 3. A. von Beckerath: Musik 
über das Lied "Ich habe Lust im weiten Feld". - 4. Ländliche Festmusik und 
Folge von deutschen Tanzmusiken. - 5. H. J. Sobanski: Intrada zum 
"Frankenburger Würfelspiel". - 6. Marschmusiken und Fanfarenmärsche 
von Blumensaat, E. Stahmer und B. Wächter. 


B 580 





Es dröhnet der Marsch der Kolonne. Marsch mit dem Lied von H. 

Napiersky, für Blasmusik [V]. 
Tondokument - von 1937 - im DRA: 1870637-28. 
Ausführende: RAD-GauMZ 26 Württemberg-Hohenzollern, Stuttgart, 

Dgt. Otto Wendt. 

Tag der Arbeit. Liedsätze: G. Blumensaat. 

In: 

RJF, Musikblätter der H) 57 (1937). 

Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne. Jullied. Für zwei 
Singstimmen und ein Melodieinstrument: G. Blumensaat. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 18 (2. Dezember 1937); RJF, Hohe Nacht der 
klaren Sterne (1938); Sing- und Spielmusik für Jugend und Volk 13 
(1940). 

Musik zur Morgenfeier Nicht Kraft allein, der Glaube zwingt die Tat 

(T: Heinz Schwitzke), mit Ansprache von E. W. Möller (1937). 

Blumensaat verwendet u. a. hier eigene Lieder und solche von Fritz 
Sotke und H. Spitta zur Auflockerung der Texte von Schwitzke. Die 
Morgenfeier ist in Wort und Musik abgedruckt in "Schulrundfunk", 
Jahrgang 1937/38, 2. Sonderheft, S. 8-16. 

Musik zur Morgenfeier Denn Arbeit ist ein fromm Beginnen (Texte: W. 
Brockmeier, F. Sotke u. a.), mit Ansprache von Stadtschulrat Dr. Hans 
Meinshausen zum Schulbeginn (1937). 

Steh'n wir auch erst im Morgengrauen, so wissen wir: der Tag bricht 
an (T: W. Brockmeier). Fahnenlied, einstimmiger Chor aus "Denn Arbeit 
ist ein fromm Beginnen". 

Textprobe (1. Strophe): 
Mi) 
Dann flammt die Fahne in dem blauen, 
dem weiten Himmel uns voran. 
Wenn wir auch heut noch warten, 
bald hebt sich unsre Zeit. 
Schon rauschen die Standarten: 
Ihr Jungen seid bereit". 

In: 

RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938). 

Wir stehen im Rhythmus dieser Zeit, in Stahl und Eisen, Werkersleut 
(T: F. Sotke), einstimmiger Chor aus "Denn Arbeit ist ein fromm 
Beginnen". 

Musik zu Vom Willen der jungen Gefolgschaft: "Nichts was groß ist 
auf dieser Welt, ist den Menschen geschenkt worden" von M. Jank (DtldS, 
11/1V/37). 

Ausmarsch für Fanfaren in Es und Landsknechtstrommeln. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 4 (20. Mai 1937). 

Immer mit der Ruhe, immer mit der Ruhe! J unge Pferde kosten Geld. 

Kanon zu 3 Stimmen. 


B 581 





In: 

Der Kilometerstein (?1937); RJF, Liederblatt der HJ 60 (1937); Heute 
wollen wir ein Liedlein singen (41941). 

Wenn die Hämmer wieder klingen, wenn Motoren und Maschinen (T: 
F. Sotke). Lied zum Tag der Arbeit für 3 gleiche Stimmen. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 1/2 (22. April 1937); Unsere Lieder (71938); 
Der junge Chor 2 (1940). 

Unterm Machandelbaum, da ist ein Platz. Susela, dusela, da sitzt mein 
Schatz (T: E. von Wildenbruch). Liebeslied. 

In: 

Fahne der Kameradschaft (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); 
Lied über Deutschland (?1941; eigener Satz, 2stimmig). 

Mit Pfeifen und Trommeln. Musik für Spielmannszüge, 1. Heft. Hgb 
[VB]. 

Lied über Deutschland. Gesammelt von G. Blumensaat (1937; wesentl. 
erweiterte ?1941). Dazu Klavierausgabe. Heft 1: Kampf- und Feierlieder, 
Heft 2: Liebeslieder, Heft 3: Soldatenlieder [V]. 

Vorwort des Herausgebers (Dezember 1936): 

"Lieber Kamerad! Dieses Buch gehört dir! In ihm ist 
zusammengetragen, was Generationen vor dir gesungen; in ihm schwingt 
der Liedrhythmus, an dem sich unsere Väter in den Schützengräben des 
Großen Krieges aufgerichtet haben, und du erkennst in ihm auch den 
Rhythmus deiner eigenen Kameradschaft wieder. Sie hat das Erbe 
anzutreten, zu verwalten und nach eigenen Gesetzen weiterzuführen. 

Das verpflichtet! 

Es legt dir die Pflicht auf, Ehrfurcht zu haben vor den schöpferischen 
Kräften in unserem Volke und mit Stolz zu erkennen, welcher Reichtum dir 
gegeben ist. 

Bringe daher diese Lieder in dir selber zum Klingen; das heißt: singe 
mit deinem Herzen, dann werden sie auch bei andern zünden und auch du 
wirst dadurch ein Träger des Kulturwillens der jungen Nation!" 

Inhalt (11937): 

Von der Fahne 
1. Blumensaat: Unter der Fahne schreiten wir. - 2. Rolf Müller: Wer 
unser Banner vergißt. - 3. Baumann: Wer zur Fahne rennt. - 4. E.M. 
Henning: In unsern Fahnen lodert Gott. - 5. Blumensaat: Wir Jungen 
tragen die Fahne zum Sturme der Jugend vor. - 6. Baumann: In den 
Ostwind hebt die Fahnen. - 7. Heyden: Die Welt gehört den Führenden. - 
8. Blumensaat: Stellt euch um die Standarte rund. - 9. Sotke: Jugend, 
wir tragen die Fahnen. - 10. Blumensaat: Wenn die großen Trommeln 
schlagen, Fähnrich, dann ist Fahrenszeit (T: W. Jansen). Kanon zu 3 
Stimmen. - 11. P Hermann: Und ist unser Banner vom Sturme zerfetzt. - 
12. Blumensaat: Nun laßt die Fahnen fliegen in das große Morgenrot. 

Von der Ehre 
13. Lahusen, 1930: Lewer dod as Slav! - 14. Walter, 1561: Wach auf, 
wach auf, du deutsches Land. - 15. aus Hensel, "Aufrecht Fähnlein": 
Sichers Deutschland, schläftst du noch? - 16. Melodie 1619: Seht wie der 


B 582 





Feind mit den Bösen vereint. - 17. zur Melodie des Geusenliedes "Schlaat 
op de Trommele": Drohendes donnerndes Dröhnen der Trommeln. - 18. H. 
Hasentödter, 1577: O Danzig halt dich feste. - 19. Der Gott der Eisen 
wachsen ließ. - 20. aus Siebenbürgen: Sachs halte Wacht. - 21. im Wk I 
verbreitet: Herbei, herbei, zum Kampf herbei. - 22. Altendorf: Was fragt 
ihr dumm. - 23. Dreilich: Reißt eure Fahnen am Maste empor. - 24. 
Dorscht: Brecht die Bande entzwei. - 25. Blumensaat: Alle stehen wir 
verbunden unter unsrer Fahne Schein. - 26. Baumann: Nur der Freiheit 
gehört unser Leben. - 27. Baumann: Brechen könnt ihr uns. 

Vom Glauben 
28. Blumensaat: Deutschland, heiliges Wort. - 28. Dorscht: Arbeiter, 
Bauern, Soldaten. - 29. Altendorf: Der Himmel grau und die Erde braun. - 
30. Spitta: Lang war die Nacht und lang war die Not. - 31. Altendorf: Hört 
ihr es grollen durch Straßen und Gassen. - 32. Heyden: Wir tragen und 
bauen das Reich. - 33. Blumensaat: Wo immer das Leben erglommen, 
da will es als Flamme stehn. - 34. Lauer: Arbeiter, Bauern, Soldaten. - 35. 
Lauer: Lieder finden den Weg zu den Sternen. - 36. Spitta: Erde schafft 
das Neue. - 37. Dorscht: Volk will zu Volk . - 38. Spitta: Nichts kann uns 
rauben. - 39. Gättke: Und wenn wir marschieren, da leuchtet ein Licht. - 
40. Decker: Wir tragen das Vaterland in unsern Herzen. - 41. Spitta: 
Heilig Vaterland. 

Von der Gemeinschaft 
42. Gläser: Flamme empor. - 43. Chr. Prätorius: Flamme empor, leuchte 
uns (T: F. Jöde). - 44. Wallner: Das Feuer loht. - 45. Dreilich: Jungen, wir 
rufen Mann für Mann. - 46. Dorscht: Roter Brand, glühe auf. - 47. 
Baumann: Du Feuer flieg in jedes Haus. - 48. Blumensaat: Brenne, 
brenne, heilige Flamme (T: F. Oppenberg). - 49. Spitta: Daß die 
Glocken wieder schallen. - 50. aus Erk-Böhme, "Deutscher Liederhort" III: 
Da kommen wir gegangen. - 51. L. Weber: Da kommen wir gegangen. - 
52. Svolvaar Raimund: Wir danken der Sonne. - 53. Schulten: Sieh, die 
Pflugschar glüht im Ackergrunde. - 54. Decker: Singend wollen wir 
marschieren. - 55. Baumann: Nun reißen wir am Glockenstrang. - 56. 
Napiersky: Lasset im Winde die Fahnen wehn. - 57. Baumann: Und ihr 
rufenden Fanfaren findet die J ungen all. - 58. Knab: Wann wir schreiten 
Seit an Seit. - 59. Baumann: Wir treten ohne Gewehre an. - 60. 
Baumann: Kameraden fragen nicht lange woher. - 61. nach einem 
Johannislied aus Gottschee: Die Zeit ist reif, es dreht das Sonnenrad. - 62. 
Blumensaat: Licht und Flamme unserer Ehre (T: K. Heynicke). - 63. 
altes Studentenlied: Burschen heraus. - 64. Napiersky: Jetzt trag die 
Trommel vor uns her. - 65. Baumann: Horch auf, Kamerad, die Trommel 
ruft. - 66. flamisch: Nach Ostland wollen wir reiten. - 67. Melodie, 16. Jh: 
Wenn alle untreu werden (T: M. von Schenkendorff, 1814, untergelegt von 
W. Hensel). - 68. Zuccalmaglio: Kein schöner Land in dieser Zeit. 

Vom Arbeiter 
69. von Knorr: Wir Werkleute all. - 70. überall verbreitet: Fangt an! - 71. 
Dorscht: Pack zu! Nimm ihn in deine Faust. - 72. Sotke: Tritt heran, 
Arbeitsmann. - 73. Stapelberg: Immer stehen wir zusammen. - 74. 
Blumensaat: Wenn die Hämmer wieder klingen. - 75. Sotke: Leuchte, 


B 583 





scheine, goldne Sonne. - 76. Decker: Heiliges Feuer brennt in dem Land. - 
77. Blumensaat: Wir stehen im Rhythmus dieser Zeit. - 78. aus der 
Gegend von Gießen: Glück auf! Glück auf! Der Steiger kommt. - 79. aus 
dem Oberharz: Glück auf, ihr Bergleut jung und alt. - 80. Ditfurth II, 
1855: Wir Bergleute hauen fein. - 81. (Wiener J ungarbeiterlied) Es pfeift 
von allen Dächern. 

Vom Bauern 
82. Die Bauern wollten Freie sein. - 83. Baumann: Ans Herrentor den 
Fehdebrief. - 84. nach Wendelmuth: Die Glocken stürmten vom 
Bernwardsturm. - 85. Melodie nach Sotke: Wir sind des Geyers schwarze 
Haufen. - 86. Kremser: Nun wird zu eng das weite Land. - 87. Schulten: 
Es steht ein goldnes Garbenfeld. - 88. von Hertzberg: Wir sind die Männer 
vom Bauernstand. - 89. Höffer: Erde, du bist das Korn. - 90. Baumann: 
Schwer von Garben schwanken die Wagen. - 91. volkstümlich: Trara! So 
blasen die Jäger. - 92. volkstümlich: Trara, das tönt wie Jagdgesang. 

Vom Soldaten 
93. Schulten: Noch einmal ruf ich. - 94. 16. Jh: Wir zogen in das Feld. - 
95. E. L. von Wolzogen unter Verwendung eines rheinischen 
Nonnentanzliedes, 15. Jh: Der Tod reit' auf einem kohlschwarzen Rappen. 
- 96. aus der Zeit des 30jährigen Krieges: Es geht wohl zu der 
Sommerzeit. - 97. Melodie nach Gättke: Die Trummen, die Trummen. - 
98. altes flämisches Volkslied: Wer war es, der den Lorbeer brach. - 99. 
16. Jh: Gott gnad dem großmächtigen Kaiser frumme - 100. aus Forsters 
"Frischen Liedlein" V, 1556: Unser liebe Frau vom kalten Bronnen. - 101. 
Ambraser Liederbuch, 1582: Der Reif und auch der kalte Schnee. - 102. 
nach Ditfurth: Lustig ist's Soldatenleben. - 103. altes Kriegslied nach 
Ditfurth: Bei dem Donner der Kartaunen. - 104. Zahn: Wohlauf, 
Kameraden, aufs Pferd. - 105. aus der "Musikalischen Rüstkammer", 
1719: Prinz Eugen, der edle Ritter. - 106. Es reiten itzt die ungrischen 
Husaren. - 107. aus Österreich: Es zog ein Regiment vom Ungarland 
heraus. - 108. Ende des 18. Jh entstanden: Ein Schifflein sah ich fahren. - 
109. aus Ostpreußen: Der Preußen König hat gar viel Soldaten. - 110. 
Friedrich der Große: (Hohenfriedberger Marsch) Auf, Ansbach-Dragoner. - 
111. aus Franken: Vivat! Jetzt geht's ins Feld. - 112. aus dem 7jährigen 
Krieg: Als die Preußen marschierten vor Prag. - 113. Hertel: Das Regiment 
Forcade. - 114. aus Schlesien nach Hoffmann-Richter: Was helfen mir 
tausend Dukaten. - 115. aus Niederösterreich: Jetzt geht der Marsch ins 
Feld. - 116. Es leben die Soldaten so recht von Gottes Gnaden. - 117. 
Hannover, aus den Freiheitskriegen: Ihr lustigen Hannoveraner. - 118. 
zuerst 1815 gesungen: Bei Waterloo, da fiel der erste Schuß. - 119. Lyra: 
Die bange Nacht ist nun herum. - 120. Wer will mit nach Italien ziehn? - 
121. Die Reise nach Jütland. - 122. Hannover, 1864: Aus Lüneburg sein 
wir ausmarschiert. - 123. 1870: Wir sind die Füsiliere. - 124. Melodie bei 
Ditfurth, Fränkische Volkslieder: Der König von Sachsen hat es selber 
gesagt. - 125. Knab: Husaren kommen reiten. - 126. Nichts Schöneres auf 
Erden, als was ein Schwalangschör. - 127. Mandyczewski: Wenn durch die 
Stadt die Soldaten marschieren. - 128. aus Westfalen: Lippe-Detmold, 
eine wunderschöne Stadt. - 129. Koch: Heiß ist die Liebe, kalt ist der 


B 584 





Schnee. - 130. Jahn: Nun tut die Trommel rühren im weiten deutschen 
Reich. - 131. Heeren: Morgen marschieren wir in Feindesland. - 132. 
Herkunft unbekannt, wohl aus dem Wk. I: Als wir nach Frankreich zogen 
(Musik und Text laut HVA: H. A. von Gordon). - 133. Herkunft der Melodie 
unbekannt: Wildgänse rauschen durch die Nacht. - 134. von Gordon: 
Argonnerwald um Mitternacht. - 135. Schulten, 1917: Weit laßt die Fahnen 
wehen. - 136. Spree: Es fuhr ein Zug Soldaten. - 137. Der Wind weht kalt 
von Osten. - 138. finnisches Soldatenlied: Hurra, nun zieht unsre Schar 
nach der Heimat zu. - 139. Baumann: Soldaten tragen Gewehre. - 140. 
Hans-Werner Stern: Wir sahen ihn schreiten, wir sahen ihn reiten . - 141. 
Baumann: Kamerad, gib mir die Hände. - 142. Dorscht: Soldat ist jeder . - 
143. Dowideit: Wenn der Morgen seine ersten Strahlen regt. - 144. 
Silcher, 1825: Ich hatt einen Kameraden. 

Von der Marschkolonne 
145. Napiersky: Es dröhnet der Marsch. - 146. Blumensaat: Steh'n wir 
auch erst im Morgengrauen. - 147. Altendorf: Rollt nun die blutigroten 
Fahnen auf. - 148. Dreilich: Trommel dröhnen über Gassen. - 149. Max 
Bischoff: Reiht euch zu vieren. - 150. Brüder, formiert die Kolonnen! - 
151. Altendorf: Wir ziehn auf stillen Wegen . - 152. Wächter: Jetzt müssen 
wir marschieren. - 153. Baumann: Es zittern die morschen Knochen (mit 
4. Strophe). - 154. Pardun: Siehst du im Osten. - 155. Blumensaat: Hört 
ihr den Marsch der Kolonnen (T: H. Menzel). - 156. Jahn: Wir traben in 
die Weite. - 157. Blumensaat: Hinaus in den Nebel, in Brauen und 
Schwaden (T: Th. Scheller). - 158. Dreilich: Wir bleiben Kameraden. - 
159. nach einem alten Kriegslied: Ich habe Lust, im weiten Feld. - 160. 
Götz: Wir ziehen über die Straßen mit ruhig festem Schritt. - 161. Der alte 
Berner Marsch: Trem, trem, trem, trä-ri-di, wir wei freie Schwyzer si. - 
162. Schulten: Die Pfeifen klingen Gloria. - 163. Jahn: Kamerad, nun laß 
dir sagen. - 164. vom oberschles. Grenzschutz mdl. überliefert: Das Heer 
zog durchs Gebirge. - 165. Leis: Kamraden, die Trompete ruft. - 166. 
Melodie 1783: Die Trommel schlägt und schmettert. - 167. Es leb der 
Schütze froh und frei. - 168. Dreilich: Wir treiben unsre Pferde ins 
Münsterland hinein. - 169. Fittkau: Im Morgenrot zu reiten. - 170. 
Baumann: Und die Morgenfrühe, das ist unsere Zeit. - 171. aus Kärnten, 
nach einer Aufzeichnung von K. Liebleitner: Auf, auf zum fröhlichen Jagen. 
- 172. siebenbürgisch: Ich wollt, daß ich ein Jäger wär'. - 173. Es blies ein 
Jäger wohl in sein Horn. - 174. Ich bin ein freier Wildbretschütz. - 175. 
Schön ist die Welt. - 176. schwäbisch: Horch, was kommt von draußen 
rein? - 177. westfälisch: Wach auf, du Handwerksgesell. - 178. schlesisch: 
Frisch auf ins weite Feld. - 179. Es, es, es und es. - 180. Herkunft der 
Melodie unbekannt: Heut noch sind wir hier zu Haus. - 181. aus 
Nordböhmen: Auf auf, ihr Wandersleut. - 182. Melodie eines neueren 
schwedischen Volkslieds: Im Frühtau zu Berge. - 183. aus Franken um 
1830: Wohlan, die Zeit ist kommen. - 184. Ein Heller und ein Batzen. 

Von der Seefahrt 
185. Heyden: Von Meer zu Meer, von Land zu Land. - 186. alte 
Seemannsweise aus England: Heho! Macht klar! - 187. Melodie aus dem 
Niederländischen: Wer geht mit, juchhe, über See?. - 188. finnisch: 


B 585 





Winde wehn, Schiffe gehn. - 189. Melodie aus dem Ungarischen: Heute an 
Bord, morgen geht's fort. - 190. flämisch: Wer will mit uns nach Island 
ziehn. - 191. zur Melodie "Heute wollen wir das Ränzlein schnüren": Heute 
wollen wir ein Liedlein singen. - 192. verbreitetes Volkslied, aus 
"Jungfernkranz" von G. Götsch: Lustig ist's Matrosenleb'n. - 193. alte 
Seemannsweise aus England: Auf, grüner Jung, reck deine Glieder. - 194. 
englische Melodie, Fassung von G. Schulten: He ho he ho! Alle Männer her 
an Bord. - 195. alte Seemannsweise aus England: Wir fahren übers weite 
Meer. - 196. Lahusen: Siebzehn Mann auf des toten Manns Kiste. 

Vom geselligen Leben 
Volkslieder, Scherzlieder etc., aber auch von H. Baumann: Wollt ihr mich 
etwa hören, Ei, du kleines Peterle, Heinerle, dir laufen ja die Gänse nach, 
Trimpele, willst unter die Soldaten gehn; sowie von Blumensaat auf eigene 
Texte: Kam'rad, nun pack' den Affen und Immer mit der Ruhe. 

In der völlig veränderten 5. Auflage fehlen viele Titel der ersten oder 
sind ausgetauscht gegen neue und aktuellere; zahlreiche Sätze stammen 
vom Herausgeber. Neu sind u. a.: 

Deutschland über alles. - Die Fahne hoch. - H. ©. Borgmann: Vorwärts! 
Vorwärts! - Sotke: Auf, hebt unsere Fahnen. - Seifert: Grüßet die Fahnen, 
grüßet die Zeichen. Kanon. - Seuß: Welten und Reiche können vergehen. - 
G. Schwarz: Heute, Kameraden, heute treiben die Wolken noch grau. - 
Blumensaat: Heilige Fahne, heilges Licht, leuchte uns voran (T: H. 
Schwitzke). - Jörns: Fahnen, leuchtende Zeichen. - Napiersky: Es steht ein 
Feuer überm Land. - Ceglarski: Wo im Winde die Fahnen wehn. - 
Sobanski: Von allem Joch und Tyrannei und aller großen Schinderei. - 
Benoit (schon in der 1. Auflage, nun mit Präzisierung der Quelle): O 
Danzig, halt dich feste (T: H. Hasentödter, 1577). - Erdlen: Der Teufel soll 
versinken. Kanon. - nach Bellmann: Schleswig-Holstein 
meerumschlungen. - Heyden: Ostpreußen, Land der Wälder. Kanon. - 
Eucharius Hofmann, 1582: Glücklich blühe unser Land. Kanon. - Mahrer 
(schon in der 1. Auflage, jedoch nun mit Präzisierung der Quelle): (Wiener 
J ungarbeiterlied) Es pfeift von allen Dächern (T: R. Hädimeyer, 1926). - 
Schüler: Einer geht und ist der Held. - Schulten: So gelte denn wieder 
Urväter Sitte. - Sobanski: Allezeit wollen wir, heilige Treue. - Blumensaat: 
Die roten Fahnen brennen im Wind. - Henning: Und haben wir die 
Treue und nichts sonst auf der Welt. - Grote: (Niedersachsenlied) Von der 
Weser bis zur Elbe. - W. Rein: Wir fürchten Tod und Teufel nicht. Kanon. - 
Musik und Text anonym aus Bromberg, 1935: Brüder, wir ziehn im 
gleichen Schritt. - H. M. Lux zur Melodie "Glück auf": Deutsch ist die Saar. 
- Seifert: Heilge Heimat. - Baumann: Alte Heimat hinterm Pruth. - 
Baumann: Schwingt ein Schiff die Donau nieder. - Blumensaat: Gottes 
weite, weiße Straßen tranken unsrer Väter Blut (T: Valentin Polcuch). 
- Eugen Naumann: Was dich auch bedrohe . - Baumann: Land unter 
diesen Sternen. - Blumensaat: Lobet der Berge leuchtende Firne. - 
Spitta: Morgensonne lächelt auf mein Land. - Schulten: Wohlan, so 
schreiten wir durchs Tor. - Schulten: Wir sind die Flamme, heiß lodert das 
Herz. - Baumann: Schwinget den Hammer, da Eisen ist rot. - Decker/ 
Steinbecker: Gott segne die Arbeit und unser Beginnen. - Seifert: Arbeit 


B 586 





für dein Volk adelt dich selbst. Kanon. - Spitta: Wir sind die junge 
Bauernschaft. - 19. Jh: Wir pflügen und wir streuen. - Spitta: Wir gehen 
als Pflüger. - aus Flandern, um 1590: Frisch auf, ihr Brüder alle. - Wallner: 
Die Könige verderben, die Burgen brechen ein. - Bresgen: Bauern stehen 
im Bunde des Herrn. - nach einer Volksweise von 1540: Der Lenzing 
schleußt nach alter Weis (T: z.T. nach Hans Rosenplut, 1430-1460, bearb. 
von H. Fischer). - Blumensaat: Wenn der Bauer zecht, nimmt sich Zeit 
der Knecht (T: Volksmund). - Henning: In den Argonnen, in den 
Argonnen liegt manches Grab. - H. Lang: Und wieder wolln wir reiten nach 
Frankreich tief hinein. - Baumann: Im ganzen Land marschieren nun 
Soldaten. - Blaudßun: Der Kampf ist schwer, der Kampf ist hart. - 
Napiersky: Jetzt müssen wir marschieren, ich und mein Kamerad. - 
Baumann: Der Nebel steigt im Fichtenwald. - Bräutigam: Nun frischauf, ihr 
Kameraden. - Kluge: Graue Kolonnen. - Spitta: Jede Kugel, ja die trifft 
nicht! Kanon. - Baumann: Schweigen die Hörner, verhallen die Rufe. - 
Kremser: Trommler, die Nacht ist schon gekommen. - Schulten: Trompeter 
blase, der Morgen bricht auf. - Petzold: Früh, wenn die Sonn über 
Berggipfel steigt. - Baumann: Mein Vater war ein guter Soldat. - Hans 
Helmut (= Wolfgang Stumme): Herr Hauptmann, Herr Hauptmann, wann 
ist der Krieg denn aus? - Knab: Still vom Sturm der Kanonaden. - 
Schulten: Wir Toten sind nicht tot. Kanon. - Schüler: Singt ihr der Helden 
Ruhm. - Heyden: Fallen müssen viele. - Höffer: Unter der Erde, unter den 
Wassern. - Schüler: Sonnenwende, komm und ende. Kanon. - Neubert: 
Feuer auf den Bergen. - Henning: Es wird geschehn: auferstehn wird ein 
neues Licht. - Henning: Viel Brot wächst in der Winternacht. - 
Blumensaat: Weißt du, daß sich Sterne neigen (T: Th. Scheller). - 
Blumensaat: Ich brach drei dürre Reiselein vom harten 
Haselstrauch (T: H. Grunow). - Paul Herrmann: Neigt das Jahr sich zu 
End, ein Stern aus dem Dunkel entbrennt. - Bresgen: So singen wir unsrer 
Mutter Lied. - Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne. - Baumann: In 
allerliebster Nacht ist nun das Jahr gefangen. - Blumensaat: Sinkt ein 
Schnee übers Dorf (T: Gerd Schneider). - Baumann: Ein Jahr muß nun 
vergehen in alle Welt verschneit. - Blumensaat: Siehe, es leuchtet die 
Schwelle (T: B. von Schirach). Eigener Satz. - Heyden: Wacht auf, wacht 
auf, der Tag bricht an. Kanon. - Baumann: Von allen blauen Hügeln reitet 
der Tag ins Land. - Baumann: Und die Morgenfrühe, das ist unsere Zeit. - 
Baumann: Im Wald ist schon der helle Tag. - Baumann: Der helle Tag ist 
aufgewacht. - Baumann: Hinterm Lusen funkelt der Wald. - Bialas: 
Kameraden, schon nahet die Nacht. Kanon. - Baumann: Gute Nacht, 
Kameraden. - Blumensaat: Die letzten Speere schwirren. - J entsch: 
Wenn die Stürme Leben wecken. - Schulten: Wir marschieren durch die 
Straßen, fest im Schritt und fest im Tritt. - Kremser: Laß stürmen, Jung! 
laß stürmen. - Zschiesche: Wenn die bunten Fahnen wehen. - Rosenthal- 
Heinzel: Wir kämpfen mit fliegenden Fahnen. Kanon. - Blumensaat: Wer 
hat dich, du schöner Wald, aufgebaut so hoch da droben? (T: 
Eichendorff). 

Lobet der Berge leuchtende Firne (T: Thilo Scheller). Marschlied 
(1937) aus "Lied über Deutschland" [V]. 





Textprobe (2. und 3. Strophe): 
"Lobet der Städte schimmernde Bauten, 
rauchende Essen und ragenden Dom, 
lobet der Felder fruchtbare Rauten, 
Bauern am Pflug und Schiffe im Strom. 


Lobet das Land, darüber wir schreiten, 

hoch zu den Sternen die Stirne gewandt, 

lobt es in alle Ewigkeiten, 

Deutschland, du unserer Mütter Land!" 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 61 (1937), 83/84 (1939); RJF, Musikblätter der HJ 
61 (1937), 83/84 (1939), 576/578 (1942); Lieder für Frauengruppen 5 
(1937); Unsere Lieder 5 (1937); Volksliedsingen im Schulfunk 13 (23. 
September 1937); Fahne der Kameradschaft (1937); RJF, Wir Mädel 
singen (21938); Lieder vom Führerthing (1938); RJF, Junge Gefolgschaft 4 
(1938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Nun brennen viele Kerzen 
(1939); Die Fahne der Gemeinschaft 2 (1939); RJF, Junge Gefolgschaft, 
Bläserausgabe (1939); Das Bannorchester (1939); SA-Liederbuch 
(21939); Die Bläserkameradschaft (1940); SS-Liederbuch (1940, 91941); 
Musikbuch A, B (1941); Es leben die Soldaten 36 (1941); RJF, Unser 
Liederbuch (61941); Ein Menschlein ward geboren! (1942); Hellau! 
(1942); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 50-54 (1942); 
Kernlieder der NSDAP (1942/43); Das Deutsche Hausbuch (1943); Das 
Orgelbuch (1943); Lieder zum Führerdienst (1944); Von Volk und Reich 
(1944). 
Stellt euch um die Standarte rund, die Hände schlagt um ihren Schaft 
(T: B. von Schirach). Fahnenlied, aus "Lied über Deutschland". 

Textprobe (1. und 2. Strophe): 

Cr) 

von dieser Fahne kommt die Kraft, 

die Burgen baut dem jungen Bund. 


Nun kann kein Teufel uns was tun! 
Die Fahne flattert wild im Wind; 
die Siege unsrer Jugend sind ein Ruf 
an alle, die noch ruhn". 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 64 (1937); RJF, Musikblätter der HJ 64 (1937); RJF, 
Wir Mädel singen (1937, 21938); Volksliedsingen im Schulfunk 21 (13. 
Januar 1938); RJF, Junge Gefolgschaft 4 (1938). 
Heil'ge Fahne, heil'ges Licht, leuchte uns voran (T: H. Schwitzke). 
Fahnenlied aus "Lied über Deutschland". 
Textprobe (2. Strophe mit Refrain): 
"Aller Hände Werk und Tat 
sind durch dich geborn. 
Du gibst ihnen Ziel und Rat, 
sonst sind sie verlorn. 





Und wer keine Fahne kennt, 
ist ein Narr, den niemand nennt. 
Heilge Fahne, heilges Licht, 
leuchte uns voran!" 

In: 
RJF, Wir Mädel singen (1937); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); 
Volksliedsingen im Schulfunk 10 (18. August 1938). 
Sinkt ein Schnee übers Dorf (T: Gerd Schneider). Jullied, aus "Lied 
über Deutschland". 
In: 
Weihnacht macht die Türen weit (1944). 
Weißt du, daß sich Sterne neigen in der heilgen Mutternacht (T: Thilo 
Scheller). Neuheidnisches Weihnachtslied., aus: Das Kindelwiegen". Titel: 
Heilige Nacht. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 19/20 (Dezember 1939); Weihnacht macht 
die Türen weit (1944). 
Musik zu einer Laufschule, für 2 Blockflöten, Tambourin und 
Zupfinstrument (März 1937). 
In: 
RJF, Musikblätter der HJ) 46 (1937). 
Liedsätze von G. Blumensaat: Woll'n mer net auf Umgang gehn - Jan 
Hinnerk - Die drei Schneider zu Ingelheim. 
In: 
RJF, Musikblätter der H) 55 (1937). 
Deutschland, heiliges Land (T: onA). Bekenntnislied für MCh und 
Bläser. 
In: 
Feierliche Musik 3a. 
Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne. Chor-/ Instrumentalsatz: G. 
Blumensasat. 

Tondokument - vom 27/X1/42 und 7/XI1/42 - im DRA: 4214157-01, 
1870670-25. 

Ausführende: 1) Mozartchor der Berliner HJ. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 18 (2. Dezember 1937), 18 a, 18 (1939); 
RJF, Hohe Nacht der klaren Sterne (1938); RJF, Junge Gefolgschaft 4 
(1938). 
Henning: Es wird gescheh'n: auferstehn wird ein neues Licht. Satz: 
G. Blumensaat. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 19/20 (16. Dezember 1937). 
Fassen wir die Hände um den Baum im Kreis. Neuheidnisches 
Weihnachtslied (T: Karl Röttger). Satz mit Violinen und Flöten: G. 
Blumensasat. 

Tondokument - von 1938 - im DRA: 1570017-03. 

Ausführende: Chorkameradschaft und KammerOrch der 
Musikhochschule Berlin: Leitung: selbst. 





Textprobe (3. Strophe): 
"Haben wir inmitten 
einen Baum gestellt, 
einen Lichtbaum mitten 
in die dunkle Welt. 
Öffnet weit des Herzens Türen, 
heut will uns ein Stern berühren! 
Eia Weihnacht! 
Öffnet weit des Herzens Türen, 
heut will uns ein Stern berühren!" 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 19/20 (16. Dezember 1937). 
Und jetzt wollen wir das alte Jahr fahren lan. Volkslied. Liedsatz: G. 
Blumensasat. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 19/20 (16. Dezember 1937). 
Henning: Viel Brot wächst in der Winternacht. Liedsatz: G. 
Blumensasat. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 19/20 (16. Dezember 1937). 


1938 
Walter: Wach auf, du deutsches Land. Klaviersatz: G. Blumensaat. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 22 (27. Januar 1938). 
Altendorf: Was fragt ihr dumm. NS-Kampflied. Streichersatz: G. 
Blumensaat. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 22 (27. Januar 1938). 
Baumann: Nun laßt die Fahnen fliegen. NS-Kampflied. Satz: G. 
Blumensaat. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 22 (27. Januar 1938). 
Zipser Polka. Volkstanz. Satz: G. Blumensaat. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 24 (24. Februar 1938). 
Baumann: Soldaten tragen Gewehre. NS-Kampflied. Satz: G. 
Blumensaat. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 25 (10. März 1938). 
Prinz Eugen, der edle Ritter. Kriegslied. Satz: G. Blumensaat. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 25 (10. März 1938). 
Es leben die Soldaten. Kriegslied. Für Oboen und Streicher: G. 
Blumensaat. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 25 (10. März 1938). 
Händel: Trauermarsch. Fassung: G. Blumensaat (DtldS, *13/111/38). 


B 370 





Pezel: Leipziger Turmmusik. Fassung: G. Blumensaat (DtldS, 
*13/111/38). 

Silcher: Kein schön'rer Tod. Kriegslied. Fassung: G. Blumensaat (DtldS, 
*13/111/38). 

*10. April 1938: 

Die HJ -Rundfunkspielschar 3 Berlin mit gr. BlasOrch, Dot. 
Blumensaat, bietet zur Abstimmung für Hitler das Programm 
"Deutschlands Jugend singt und spielt" (RS Berlin/ RSdg, *10/1V/38). 
*]. Mai 1938: 

Die HJ -Rundfunkspielschar 3 Berlin mit StreichOrch, Dgt. 
Blumensaat, bietet zum Nationalen Feiertag des deutschen Volkes das 
Programm "Frühlingslieder der deutschen Jugend" (RS Berlin/ RSdg, *1/V/ 
38). 

Maien-Courante. Satz mit Klarinetten oder Blockflöten: G. Blumensaat. 
In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 4 (2. Juni 1938). 

Fahrtmusik nach dem Liede "Auf, du junger Wandersmann" für 2 
Violinen und 2 Blockflöten. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 8/9 (4. August 1938). 

Lied vom Adolf-Hitler-Marsch: Reißt die Zelte nun zusammen, 
Kameraden (T: Th. Scheller) [V]. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 10 (18. August 1938); Kameraden laßt uns 
singen (21942). 

Sotke: Auf, hebt unsre Fahnen. Kampflied. Satz: G. Blumensaat. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 10 (18. August 1938). 

Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne. J ullied. Für Chor und 
KammerOrch: G. Blumensaat. 

Tondokument - von 1938 - im DRA: 1570017-04. 

Ausführende: Chorkameradschaft und KammerOrch der 
Musikhochschule Berlin, Dgt. G. Blumensaat. 

Baumann: Du Feuer, flieg in jedes Haus. Jullied. Für Chor und 
KammerOrch: G. Blumensasat. 

Tondokument - von 1938 - im DRA: 1570016-25. 

Ausführende: Chorkameradschaft und KammerOrch der 
Musikhochschule Berlin, Dgt. G. Blumensaat. 

O Tannenbaum, du trägst ein' grünen Zweig. Weihnachtslied. Für 
Singstimme mit Flöten und Streichern: G. Blumensaat. 

In: 

RJ F, Hohe Nacht der klaren Sterne (1938). 

Gläser: Flamme empor! Für Chor und KammerOrch: G. Blumensaat. 

Tondokument - von 1938 - im DRA: 1570017-05. 

Ausführende: Chorkameradschaft und KammerOrch der 
Musikhochschule Berlin, Dgt. G. Blumensaat. 

Baumann: Ein Jahr muß nun vergehen. Satz: G. Blumensaat. 


B > 





In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 19/20 (22. Dezember 1938). 
Siehe, es leuchtet die Schwelle, die uns vom Dunkel befreit (T: B. von 
Schirach). Hymnus mit Streichern und Holzbläsern [V]. 
Textprobe (2. Strophe): 

"Die Tore der Zukunft sind offen 

dem, der die Zukunft bekennt 

und in gläubigem Hoffen 

heute die Fackeln entbrennt". 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 19/20 (22. Dezember 1938); Das völkische 
Lied (1939); Weihnacht macht die Türen weit (1944). 
Das neue Jahr ist kommen. Volkslied aus Gottschee. Satz: G. 
Blumensasat. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 19/20 (22. Dezember 1938). 
Musik zum Bühnen- und Thingspiel Tannenberg von Georg Basner 
(Berlin, 1938) [V]. 
Feierliche Fahnenmärsche I. 1. Berliner Fahnenmarsch: Auf, hebt 
unsere Fahnen (Sotke). - 2. Nürnberger Fahnenmarsch: Unter der 
Fahne (Blumensaat). Für Blasmusik und Fanfaren (1938; RS Hamburg, 
*20/1V/39, BlasOrch der Musikhochschule Berlin, Dgt. selbst) [V]. 
Feierliche Fahnenmärsche II. 1. Schweriner Fahnenmarsch: Ein junges 
Volk steht auf (Altendorf) (RS Hamburg, *20/1V/39, BlasOrch der 
Musikhochschule Berlin, Dgt. selbst) - 2. Bamberger Fahnenmarsch: 
Heilge Fahne, heilges Licht. Für Blasmusik und Fanfaren (1938) [V]. 
Feierliche Liedsätze I: (Hymne) Deutschland, heiliges Wort - Nun laßt 
die Fahnen fliegen (Baumann) [V]. 
Feierliche Liedsätze Il: Wo wir stehen, steht die Treue (Baumann) - 
Nur der Freiheit gehört unser Leben (Baumann) [V]. 
Kremser: Nun wird zu eng das weite Land. Instrumentalsatz: G. 
Blumensasat. 
In: 
RJF, Junge Gefolgschaft 3 (1938); Das Bannorchester (1939). 
Anruf und Verkündung der Toten (E. W. Möller). Kantate (RSdg, 
"Stunde der jungen Nation", *9/111/38, zum Heldengedenktag). 
Programmvorschau: 

"(...) Zum aufrüttelnden Erlebnis wird uns dieser Anruf des Chores 
der Toten. Mit einer nur ganz selten vorkommenden Begabung hat hier 
Eberhard Wolfgang Möller den tausendfältigen Ruf und die Schreie, mit 
denen sie draußen liegen geblieben sind, die in den Stollen verschüttet 
wurden und die auf dem Grund des Meeres ruhelos umhergehen, vereinigt 
zu einem Chor der Fragenden. Von einer so eindringlichen Wucht sind die 
Fragen nach dem Sinn und letzten Zweck ihres Opfers an uns, die 
Lebenden, und die wir nach ihnen gekommen sind, daß es nicht mehr um 
Fragen geht, die gestellt sind, sondern bereits um letztes Aufschreien nach 
dem Verbleib ihres Erbes, das Georg Blumensaat wiederum in seiner 
Musik auszudrücken vermochte. 





Das Ende der Toten, ihr Kampf und ihre ganze entscheidende 
Bereitschaft, sich zu opfern, aber auch die versinnbildlichte Auferstehung 
und Mahnung bis zur wunderbar sich steigernden Verkündung spricht in 
einer sehenden Vorahnung der Sprecher. 

Diese Stunde der jungen Nation, die wegen ihrer Schwere, im 
wesentlichen aber wegen ihrer Einmaligkeit den Rahmen der bisherigen 
Stunden der jungen Nation durchbricht, ist das in jedem Jahre einmal 
neugeformte Treuegelöbnis zur Vollendung dessen, was jene in den 
Schlachtfeldern des Weltkrieges anfingen und was wir heute im neuen 
Reich zu vollenden haben" (Arthur Schiersch in: "Schulrundfunk", Jg. 
1937/38, Heft 25, 27/11/38. S. 664). 

Dichter und Musiker übernahmen die propagandistische Aufgabe, für 
das demnächst gerade der Jugend abzuverlangende Opfer des eigenen 
Lebens höchst eindrucksvoll zu werben. 

13. März 1938: Bericht: 

"(...) Die folgende >Stunde der Jungen Nation< galtals 
Kantate >Anruf und Verkündigung der Toten< von Möllers 
und Blumensaat. Zu dem heroisch kräftigen wie aufrüttelnden Worte 
Möllers hat Blumensaat eine ebenso holzschnittartige und kantige Musik 
geschrieben, die zu diesem Worte erfunden, diesem Worte angepaßt ist, 
wie es sein soll! Der Fortschritt zur Größe ist unverkennbar. Tiefe Wirkung 
strahlt von dem Werke aus" (v. Bartels: Rundfunk. "Münchner Neueste 
Nachrichten" Nr. 72, 13/111/38. Fehler im Original). 


1939 
Lebenslauf: 

"Seit drei Generationen sind die Blumensaat's in Herrnstadt, einem 
kleinen schlesischen Ackerbauer-Städtchen ansässig, nahe der polnischen 
Grenze. Dort wurde ich am 22. 10. 1901 geboren. Mit acht Jahren begann 
ich Klavier zu spielen. mit dreizehn bekam ich von meinem alten Kantor 
eine fürchterliche Ohrfeige, weil ich ohne sein Wissen zum 
Kirchengottesdienst die Kirchenorgel in Bewegung setzte. In den 
folgenden Jahren aber habe ich auf Präparandenanstalt und Lehrerseminar 
weiter sehr viel Orgel gespielt. Bach und Händel waren die großen 
Angelpunkte meiner seminaristischen Musikausbildung. Den Sprung zum 
Berufsmusikanten wagte ich 1923, als ich meine schlesische Heimat 
verließ, um auf der Berliner Staatlichen Hochschule für Musik zuerst Oboe 
zu blasen. Nach 6 Semestern verlegte ich das Schwergewicht auf 
Kontrapunkt und Komposition. Durch den Wandervogel kam ich schon in 
frühen Jahren (1915-20) in Berührung mit der J ugendmusikbewegung, 
und wenn ich heute in meinem alten >Zupf< blättere, dann bin ich froh in 
der Erinnerung an viele Sonnwendfeuer und Fahrten im schlesischen Land" 
(Quelle: Lauer, "Das völkische Lied". München, 1939. S. 229). 

Sotke: Jugend, wir tragen die Fahnen. Kampflied. Klaviersatz: G. 
Blumensasat. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 21 (19. Januar 1939). 

Es leben die Soldaten. Kriegslied. Für 2 Oboen und Streicher: G. 


B 993 





Blumensasat. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 26 (30. März 1939). 

Lied über Deutschland. Klavierausgabe. 1. Teil. Kampf- und 
Feierlieder: Von der Fahne. - Von der Ehre. - Vom Glauben. - Von der 
Treue. (1939) [V]. 

Gedanken junge Musiker: Georg Blumensaat ("Wille und Macht", Heft 
8, 15/1V/39. S. 14-16). 

Zitat: 

"(...) Ich hatte schon im Orchester gesessen und Oboe geblasen, als 
mich der Zufall des Stundenplans zu Paul Hindemith als 
Kontrapunktlehrer brachte. Man mag zum Werk dieses Mannes stehen, wie 
man will, er ist für mich die stärkste Lehrerpersönlichkeit gewesen; er 
konnte alles, er interessierte uns für alles, er war einer der wenigen 
Menschen, die ein offenes Auge hatten. 

Weshalb ich dies alles ausspreche? Weil ich an mir selber durch die 
Jahre erfahren habe, wie wichtig der Musikerzieher fürein 
kommendes Geschlecht ist" (S. 15). 

Neue Marschmusiken (|), zus. mit A. von Beckerath, für Blasmusik 
(1939) [V]. 

1. Es dröhnet der Marsch der Kolonne. Melodie von H. Napiersky (u. a. RS 
Hamburg, *20/1V/39, BlasOrch der Hochschule für Musik Berlin, Leitung: 
selbst). - 2. Horch auf, Kamerad. Melodie von H. Baumann. 

Nur der Freiheit gehört unser Leben. Marschfassung des 
Bekenntnisliedes von H. Baumann (u. a. RS Hamburg, *20/1V/39, Orch 
des Dt. Opernhauses Berlin, Dgt. selbst). 

Es ist ein Schnitter, der heißt Tod. Instrumentalsatz: G. Blumensaat. 
In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 17 (November 1939). 

Silcher: Kein schönrer Tod ist in der Welt. Instrumentalsatz: G. 
Blumensasat. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 17 (November 1939); Die 
Bläserkameradschaft 2 (1940). 

Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne. Jullied. Für 3 Instrumente: 
G. Blumensaat. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 18 (Dezember 1939). 

Die Weihnacht vom Himmelsbogen. Neuheidnisches Weihnachtslied. 
Satz: G. Blumensaat. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 19/20 (Dezember 1939). 

Lieb Nachtigall, wach auf. Satz: G. Blumensaat. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 19/20 (Dezember 1939). 

O Tannenbaum, o Tannenbaum. Volkslied aus Schlesien. Satz: G. 
Blumensasat. 


B 594 





In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 19/20 (Dezember 1939). 


1940 
Die Bläserkameradschaft. Gebrauchsmusiken für kleine 
Bläserbesetzung, 1. und 2. Folge (1940) [V]. 
Sotke: Leuchte, scheine, goldne Sonne. Bläsersatz: G. Blumensaat. 
In: 
Die Bläserkameradschaft (1940). 
Laß doch der J ugend ihren Lauf. Bläsersatz: G. Blumensaat. 
In: 
Die Bläserkameradschaft (1940). 
25. Februar 1940: 

Die HJ -Rundfunkspielschar 3, Dgt. Blumensaat, bietet das 
Morgensingen der Jugend "So fröhlich wie der Morgenwind ist unser Herz 
bestellt..." (DtldS/RS Berlin, 25/11/40). 

Deutsche Weihnacht. Vier neue Weisen für gemCh (1940) [V]. 

Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht" (21942) als Notentip. Es 
handelt sich um neuheidnische Lieder. 

1. Weißt du, daß sich Sterne neigen (T: Th. Scheller). - 2. Hohe 
Nacht der klaren Sterne (T: H. Baumann). - 3. Ich brach drei dürre 
Reiselein. - 4. Siehe, es leuchtet die Schwelle (T: B. von Schirach). 
Ich brach drei dürre Reiselein (T: Grunow. Titel: Weihnachtswunder. 
In: 
Weihnacht macht die Türen weit (1944). 
Stehn wir auch erst im Morgengrauen (T: W. Brockmeier). 
Lied über Deutschland. Klavierausgabe. 3. Teil, Soldatenlieder. Sätze: 
G. Bialas, G. Blumensaat, C. Bresgen, H. Napiersky und Karl Strenger 
(1940) [V]. 

Inhalt: 
1. Wir zogen in das Feld. - 2. Der in den krieg wil ziehen. - 3. Gott gnad 
dem großmächtigen Kaiser. - 4. Der Reif und auch der kalte Schnee. - 5. 
Frisch auf in Gottes Namen. - 6. Unsre liebe Fraue vom kalten Bronnen. - 
7. M. Jacobi: Sichres Deutschland, schläfst du noch. - 8. Vorhanden ist 
einmal die Zeit. - 9. Geusenlied aus de, 30jährigen Krieg: Mein Haar, das 
ist ein Sturmhut. - 10. Auf, auf, Kameraden. - 11. Valerius: Seht, welche 
Macht sie gebracht. - 12. Bei dem Donner der Kartaunen. - 13. Scheidt: 
Ei, du feiner Reiter. - 14. Ich habe Lust im weiten Feld. - 15. Kutschbach: 
Görg von Frundsberg führt uns an. - 16. Kieling: Der Wind weht über 
Felder. - 17. Sotke: Die Bauern wollten Freie sein. - 18. Schulten: Weit 
laßt die Fahnen wehen. - 19. Prinz Eugen, der edle Ritter. - 20. Lille, du 
allerschönste Stadt. - 21. Trem, trem, trem, träridi. - 22. O Straßburg, o 
Straßburg. - 23. Es warn einmal drei Reiter gefangen. - 24. Vivat, jetzt 
gehts ins Feld. - 25. Als die Preußen marschierten. - 26. Es gibt nichts 
Schönres auf der Welt. - 27. Der Preußen König. - 28. Auf, Ansbach- 
Dragoner. - 29. Hertel: Das Regiment Forcade. - 30. bei Erk-Böhme: Maria 
Theresia, zeuch nicht in den Krieg. - 31. Loewe: Fridericus Rex. - 32. 
Zahn: Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd. - 33. Jetzt geht der Marsch ins 


B 329 





Feld. - 34. Was helfen mir tausend Dukaten. - 35. Ein Schifflein sah ich 
fahren. - 36. Es leben die Soldaten. - 37. Bei Waterloo da fiel der erste 
Schuß. - 38. Es sei mein Herz und Blut geweiht. - 39. Ein Fähnrich zog 
zum Kriege. - 40. Wir preußischen Husaren. - 41. General Laudon. - 42. 
18. Jh: Und als der Soldat gefallen war. - 43. Wohlan, die Zeit ist kommen. 
- 44. Zu Straßburg auf der Schanz. - 45. Erhebt euch von der Erde. - 46. 
Schill ist tot. - 47. Brüder, uns ist alles gleich. - 48. Weber: Heraus, heraus 
die Klingen. - 49. Lyra: Die bange Nacht ist nun herum. - 50. Ihr lustigen 
Hannoveraner. - 51. Auf, auf ihr Brüder und seid stark. - 52. Es reiten itzt 
die ungrischen Husaren. - 53. Weber: Was glänzt dort vom Walde. - 54. Es 
zog ein Regiment von Ungarland. - 55. Ich hab mich ergeben. - 56. 
Weber: Du Schwert an meiner Linken. - 57. Silcher: Morgenrot, 
Morgenrot. - 58. Silcher: Es geht bei gedämpfter Trommel Klang. - 59. 
Silcher: Ich hatt einen Kameraden. - 60. Silcher: Es geht bei gedämpfter 
Trommel Klang. - 61. Ist denn das nicht große Freude. - 62. Lippe- 
Detmold. - 63. Der König von Sachsen. - 64. Setzt zusammen die 
Gewehre. - 65. Schier dreißig Jahre bist du alt. - 66. Pierson: O 
Deutschland hoch in Ehren. - 67. Aus Lüneburg sein wir ausmarschiert. - 
68. Zu siebzig, da zogen die Lippischen Schützen. - 69. Ist es denn nun 
wirklich wahr? - 70. Regiment sein Straßen zieht. - 71. Der Jäger in dem 
grünen Wald. - 72. Ein Tiroler wollte jagen. - 73. Musketier sind lustge 
Brüder. - 74. Es leb der Schütze froh und frei. - 75. Rahlfs: Auf der 
Lüneburger Heide. - 76. Droben im Oberland. - 77. Auf, auf zum 
fröhlichen Jagen. - 78. Ich bin ein freier Wildbretschütz. - 79. Zschiesche: 
Wenn die bunten Fahnen wehen. - 80. Es blies in Jäger wohl in sein Horn. 
- 81. Wir lieben die Stürme. - 82. Weit ist der Weg zurück. - 83. Der 
mächtigste König im Luftrevier. - 84. Heute an Bord. - 85. Wer geht mit, 
juchhe, über See. - 86. Kremser: Wir fahren nach Norden. - 87. Schulten: 
Der Käppen, der Stürmann. - 88. W. Gättke: Der Störtebeker. - 89. Lustig 
ists Matrosenleben. - 90. Götz: Wie oft sind wir geschritten. - 91. Morgen 
will mein Schatz abreisen. - 92. Die Reise nach Jütland. - 93. Silcher: Steh 
ich in finstrer Mitternacht. - 94. Morgen marschieren wir zu dem Bauern. - 
95. Steh auf hohem Berge. - 96. Jetzt kommen die lustigen Tage. - 97. 
Muß i denn, muß i denn. - 98. Drei Lilien, drei Lilien. - 99. Scherrer: Es 
hat sich das Trömmlein gerühret. - 100. Wir sind die Füsiliere. - 101. 
Heimat, ach Heimat. - 102. Ich bin Soldat, vallera. - 103. Wenn die 
Soldaten. - 104. Es hatt ein Bauer ein schönes Weib. - 105. Ein Mädchen 
wollte früh aufstehn. - 106. Ein schwarzbraunes Mädel. - 107. Heeren: 
Morgen marschieren wir in Feindesland. - 108. Von dem Berg, da fließt ein 
Wasser. - 109. Mein Regiment, mein Heimatland. - 110. Schatz, mein 
Schatz. - 111. Kluge: Graue Kolonnen ziehn in der Sonnen. - 112. Zu 
Stuttgart vor dem Tor. - 113. Die blauen Dragoner. - 114. Früh am Morgen 
steigen Krieger. - 115. Schulten: Es tropft von Helm und Säbel. - 116. 
Koch: Heiß ist die Liebe. - 117. Jöde: Ich weiß einen Lindenbaum stehen. - 
118. Spree: Es fuhr ein Zug Soldaten. - 119. Jahn: Kamerad, nun laß dir 
sagen. - 120. Argonnerwald um Mitternacht. - 121. Marquardt: Eine 
Kompanie Soldaten. - 122. Götz: Wildgänse rauschen durch die Nacht. - 
123. Nach Ostland geht unser Ritt. - 124. Ein Heller und ein Batzen. - 125. 


B 596 





vom oberschlesischen Grenzschutz 1919-20: Das Heer zog durchs 
Gebirge. - 126. im Wk. I entstanden: Das schönste Land der Welt. - 127. 
Ihr Sturmsoldaten jung und alt. - 128. Konrad: Kanoniere, auf mein Wort. 
- 129. Götz: Stelzt vor dem Zug ein langer Mann. - 130. Götz: Es klappert 
der Huf am Stege. - 131. E. von Wolzogen: Der Tod reit auf einem 
kohlschwarzen Rappen. - 132. Altendorf: Ein junges Volk steht auf. - 133. 
Altendorf: Rollt nun die blutigroten Fahnen auf. - 134. Altendorf: Wir ziehn 
auf stillen Wegen. - 135. Altendorf: Noch leis durch Schlesiens Wälder. - 
136. Baumann: Es zittern die morschen Knochen. - 137. Napiersky: Es 
dröhnet der Marsch der Kolonne. - 138. Baumann: Soldaten tragen 
Gewehre. - 139. Ceglarski: Wo im Winde unsre Fahnen wehn. - 140. 
Napiersky: Jetzt trag die Trommel vor uns her. - 141. Napiersky: Jetzt 
müsen wir marschieren. - 142. Blumensaat: Die roten Fahnen brennen 
im Wind. - 143. Decker: Singend wollen wir marschieren. - 144. 
Baumann: Junge Regimenter fechten tapfer. - 145. Spitta: Bei Tuchel in 
der Heide. - 146. Brendel: Im Osten hat begonnen. - 147. Baumann: Der 
Nebel fällt ins Jahr. - 148. Baumann: Im ganzen Land marschieren nun. - 
149. Baumann: Morgen marschieren wir, rüstet Mann. - 150. Baumann: 
Englands dämmernde Küsten. - 151. von Knorr: Laßt die Trompeten 
laden. - 152. Baumann: Schweigen die Hörner. - 153. Jentsch: Wenn die 
Stürme Leben wecken. - 154. Baumann: Es hat der Krieg ein großes Feld. 
- 155. Wir reiten auf steinigen Wegen. - 156. Götz: Wir ziehen über die 
Straßen. - 157. G. Schwarz: Heute, Kameraden. - 158. Leis: Kameraden, 
die Trompete ruft. - 159. Witte: Wir treiben unsre Pferde (1. Melodie). - 
160. Wir treiben unsre Pferde (2. Melodie). - 160. M. Bischoff: Reiht euch 
zu vieren! - 161. Neuhäuser: Heute wollen wir marschieren. - 162. Mich 
jungen, jungen Reitersmann. - 163. Napiersky: Im Morgenrot zu reiten. - 
164. J. Petzold: Früh, wenn die Sonn über Berggipfel steigt. - 165. E. 
Naumann: Was dich auch bedrohe. - 166. R. Schaad: Heute wollen wir ein 
Liedlein singen. - 167. Bräutigam: Nun frisch auf, ihr Kameraden. - 168. 
Baumann: Das graue Heer. - 169. Baumann: Kameraden, hebt die Fahnen. 
Mich jungen, jungen Reitersmann wollt eine Wittib frein (T: August 
Wagner). 
In: 
Lied über Deutschland 3 (1940); Lied über Deutschland (?1941). 
Fahne, die sich dir verschrieben, bleiben stets in deinem Bann (T: W. 
Brockmeier). Fahnenlied. 
Textprobe (1. Strophe mit Refrain): 
| 
Unser Leben, unser Lieben, 
alles Sein gehört dir an. 
Wo du wehst, da gehen wir, 
wo du stehst, bestehen wir; 
und du wirst nicht fallen, 
eh nicht von uns allen 
auch der Letzte fiel". 
In: 
RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938). 


B 897 





Musik zum Dokumentarfilm Unsere J ungen, über Nationalpolitische 
Erziehungsanstalten (1940). 
15. November 1940, Nachricht: 

"In Posen wurde am 1. November eine von Hauptbannführer Georg 
Blumensaat geleitete Landesmusikschule eröffnet. Sie ist die erste 
Musikfachschule für den Reichsgau Wartheland und umfaßt die Ausbildung 
auf allen Orchesterinstrumenten, ein Musiklehrerseminar mit staatlicher 
Abschlußprüfung, einen Arbeitskreis für Hausmusik und eine 
Orchesterschule mit Schülerheim für Jugendliche, die bis zur Berufsreife 
ausgebildet werden" ("AMZ" LXVII/46, 15/X1/40. S. 376). 


1941 

Bewegungsmusiken für BDM-Gymnastik (1941). 

Posener Chorbuch, "aus der praktischen Aufbauarbeit im 
wiedergewonnenen Osten entstanden". Chorsätze für 3stimm. gemischten 
Chor. Heft 1 (1941), Heft 2 (1943) [K]. 

Deutschland: Lobet der Berge leuchtende Firne (T: Th. Scheller) Für 
MCh, 3stimmig: W. Rein [T]. 

Festlicher Auftakt für Militärmusik. 

Tondokument - vom August 1941 - im DRA: BO0O3514746. 
Ausführende: MilitärOrch der Musikhochschule Berlin, Dgt. Hermann 
Schmidt. 

Draußen da wachsen blau Beeren am Rain (T: nach einer 
Übersetzung aus dem Schwedischen von G. Schulten). Eigene Melodie und 
Satz, in: "Lied über Deutschland" (21941). 

Mein Herzle ist gschlossa, mein Herzle ist zue (T: volkstümlich). Kanon 
zu 2 Stimmen. In: "Lied über Deutschland" (?1941). 

A schöns, schöns Häusel, a schöns, schöns Bett (T: volkstümlich). 
Kanon zu 3 Stimmen, in: "Lied über Deutschland" (?1941). 

Adam und Eva hans d'Liebe erdacht (T: volkstümlich). Kanon zu 3 
Stimmen. In: "Lied über Deutschland" (?1941). 

Baumann: Es geht eine helle Flöte. 3stimmig: G. Blumensaat. In: "Lied 
über Deutschland" (21941). 

Deine Schönheit wird vergehn. Volkslied. 2stimmig: G. Blumensasat. 
In: "Lied über Deutschland" (21941). 

Lahusen: Du Sommerpracht, ade. Erntelied. 2stimmig: G. Blumensaat. 
In: "Lied über Deutschland" (21941). 
de la Halle: Komm, o komm, Geselle mein. 2stimmig: G. Blumensaat. 
In: "Lied über Deutschland" (21941). 

16. Jh: Ach Elslein, liebes Elselein. 2stimmig: G. Blumensaat. In: "Lied 
über Deutschland" (21941). 
um 1550: Wach auf, wach auf! Mit heller Stimm. 2stimmig: G. 
Blumensaat. In: "Lied über Deutschland" (21941). 

Steuerlein, 1575: Mit Lieb bin ich umfangen. 2stimmig: G. 
Blumensaat. In: "Lied über Deutschland" (21941). 

16. Jh: Es steht ein Lind in jenem Tal. 2stimmig: G. Blumensast. In: 
"Lied über Deutschland" (1941). 


B 598 





Scheidt: Ei du feiner Reiter. 2stimmig: G. Blumensaat. In: "Lied über 
Deutschland" (?1941). 
J. Ott, 1544: Kuckuck hat sich zu Tod gefalln. 2stimmig: G. 
Blumensaat. In: "Lied über Deutschland" (21941). 
Zuccalmaglio: Verstohlen geht der Mond auf. Satz: G. Blumensaat. In: 
"Lied über Deutschland" (1941). 
Wenn ich ein klein Waldvögelein wär. Volkslied. 2stimmig: G. 
Blumensaat. In: "Lied über Deutschland" (21941). 
Es kam ein jung Herr mit gelbkrausem Haar. Volkslied. 2stimmig: G. 
Blumensaat. In: "Lied über Deutschland" (21941). 
Ich warf zwei edle Rosen von einem Fenster herab. Volkslied. 
2stimmig: G. Blumensaat. In: "Lied über Deutschland" (?1941). 
Fallen in dem ersten Schimmern viele Tropfen hell wie Glas (T: 
Sieglinde Jeep). In: "Lied über Deutschland" (21941). 
Textprobe (2. Strophe): 

"Fallen in dem fremden Lande 

junge Helden - rein im Tod. 

lächeln weit in ihrem Staunen, 

das nun weiß um alle Not". 
Henning: Die Flocken wirbeln um und um. Jullied. Für 2 Stimmen: G. 
Blumensaat. In: "Lied über Deutschland" (21941). 
Ick wull, wi wärn noch kleen, Jehann. Unbekannte Melodie. 
2stimmig: G. Blumensaat. In: "Lied über Deutschland" (?1941). 
Kremberg: Grünet die Hoffnung. 2stimmig: G. Blumenssat. In: "Lied 
über Deutschland" (21941). 
Es ist ein Schnee gefallen. Volkslied. 2stimmig: G. Blumensasat. In: 
"Lied über Deutschland" (1941). 
Demantius: Frisch auf! Singet all, ihr Musici. Für Vorsänger und Chor: 
G. Blumensaat. In: "Lied über Deutschland" (?1941). 
Rathgeber: Mein Stimm erklinge, mein Zunge singe. 2stimmig: G. 
Blumensaat. In: "Lied über Deutschland" (21941). 
Hassler: Tanzen und Springen, Singen und Klingen. 2stimmig: G. 
Blumensaat. In: "Lied über Deutschland" (21941). 
Wenn die Bettelleute tanzen. Volkslied. 3stimmig: G. Blumensasat. In: 
"Lied über Deutschland" (1941). 


1942 
Über den Wellen, draußen auf See (T: Gefr. Willy Kalauch). 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 


1943 
Alle stehen wir verbunden, für Orgel. 
In: 
Das Orgelbuch (1943). 
Deutschland, heiliges Wort, für Orgel. 


B 99 





In: 
Das Orgelbuch (1943). 
Lobet der Berge leuchtende Firne, für Orgel. 
In: 
Das Orgelbuch (1943). 
Wir Jungen tragen die Fahne, für Orgel. 
In: 
Das Orgelbuch (1943). 
Wo immer das Leben erglommen, für Orgel. 
In: 
Das Orgelbuch (1943). 
Vier Abendlieder für gemCh mit/ohne Instrumentalbegleitung. 
1. Nun wollen wir singen das Abendlied. - 2. Was wolln wir auf den Abend 
tun? - 3. Ade nun zur guten Nacht. - 4. Und jetzund kommt die Nacht 
herbei. 
In: 
RJ FF, Musikblätter der HJ) 593 (1943). 
Hans Helmut (= Wolfgang Stumme): Weihnachtszeit kommt nun 
heran. Julfeierlied. 2stimmig: G. Blumensasat. 
In: 
Deutsche Kriegsweihnacht (31943). 
Das Kindelwiegen. Ein Singe- und Spielbuch für die Weihnacht, für 
Klavier mit Text (1943) [V]. 

Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht" (21942) als Notentip. 
Zahlreiche Texte sind vom Herausgeber "entchristlicht". 

Inhalt: 

1. H. Helmut: Weihnachtszeit kommt nun herbei. - 2. Henning: Die 
Flocken wirbeln. - 3. Bresgen: Knecht Ruprecht aus dem Walde. - 4. Ilse 
Lang: Der Sunnwendmann. - 5. Es kam ein Herr zum Schlösseli. - 6. 
Napiersky: In dieser klaren Sternennacht, - 7. Freut euch, Erd und 
Sternenzelt. - 8. Es ist für uns eine Zeit angekommen. - 9. Baumann: 
Hinterm Lusen funkelt der Wald. - 10. Bialas: Musette. - 11. Baumann: 
Die Weihnacht kommt gegangen. - 12. Guten Abend. - 13. O 
Tannenbaum, du trägst ein grünen Zweig. - 14. O Tannenbaum, du edles 
grünes Reis. - 15. Ich kam auf einen Anger. - 16. Heute will ich euch 
erzählen. - 17. O Freude über Freude (T: Blumensaat). - 18. O wachet, 
nicht schlafet . - 19. Auf, auf, ihr Hirten. - 20. Laufet, ihr Hirten (T: 
Blumensaat). - 21. Der Quempas. - 22. Was soll das bedeuten? - 23. Als 
ich bei meinen Schafen wacht (T: Blumensaat). - 24. Blumensaat: 
Kanzonetta nach dem Kanon "Alle, die guten Willens sind" vonR. 
Heyden. - 25. Die Weihnacht vom Himmelsbogen. - 26. Erfreue dich, 
Himmel (T: Blumensaat). - 27. Laßt uns das Kindlein wiegen (T: 
Blumensaat). - 28. Maria durch ein Dornwald ging. - 29. Dort oben vom 
Berge. - 30. Auf dem Berge, da wehet der Wind. - 31. M. Praetorius: Es ist 
ein Ros entsprungen. - 32. Nun singet und seid froh. - 33. Paul Hermann: 
Vom Himmel hoch, o Engel, kommt. - 34. Lieb Nachtigall, wach auf (T: 
Blumensaat). - 35. Bresgen: Was ist das nur heut. - 36. Kindlein mein, 
schlaf doch ein. - 37. Kleenes Kindla, gruusser Goot. - 38. Kindelein zart. - 


B 600 





39. Baumann: Wandert alle Welt zu einem guten Stern. - 40. O schlafe, 
liebes Kindelein (T: Blumensaat). - 41. Domenico Zipoli: Pastorale 
(Hirtenweise). Bearbeitung: W. von Zur Mühlen. - 42. Still, still, still, weils 
Kindlein schlafen will. - 43. Schlaf, mein Kindelein. - 44. Paul Hermann: 
Sanft in der Wiege. - 45. Biebl: Schlaf en zu süßer Ruh. - 46. Baumann: 
Jetzt schlafst bald. - 47. Es wird scho glei dumpa. - 48. Biebl: Jetzt gani i 
meis Bettli. - 49. Bialas: Ländler. - 50. G. Bialas: Menuett. - 51. Heija, mei 
Dirnei. - 52. Wolters: Wenn eine Mutter ihr Kindlein tut wiegen. - 53. 
Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne. - 54. Baumann: In allerliebster 
Nacht. - 55. Blumensaat: Festmarsch. - 56. Bresgen: So singen wir 
unsrer Mutter Lied. - 57. Blumensaat: Ich brach drei dürre Reiselein 
(T: H. Grunow). - 58. Blumensaat: Weißt du, daß sich Sterne neigen 
(T: Th. Scheller). - 59. E. Steinbach: Auf, haltet euer Herz bereit. - 60. P. 
Hermann: Zünde an die Kerzen. - 61. Napiersky: Eure Herzen sollen 
leuchten. - 62. Blumensaat: Nun heben die heiligen Nächte an (T: Th. 
Scheller). - 63. Blumensaat: Siehe, es leuchtet die Schwelle. - 64. 
Baumann: Tut auf das Tor. - 65. P. Hermann: Neigt das Jahr sich zum End. 
- 66. Baumann: Ein Jahr muß nun vergehen. - 67. Blumensaat: Sinkt ein 
Schnee übers Dorf (T: Gerd Schneider). 


1944 
Die sieben Schönsten (T: F. W. Hymmen). Chorisches Spiel auf 
Veranlassung der BDM-Reichsreferentin Dr, Jutta Rüdiger (Prag, 1944, im 
Waldstein-Palais bei der 5. Reichsveranstaltung des BDM-Werkes "Glaube 
und Schönheit"). 
August/September 1944: 

"Mit der Uraufführung des Spiels >Die sieben Schönsten<, das 
Dieter Borsche sorgsam geformt erstehen ließ, fand die 5. Reichsveran- 
staltung des BdM-Werkes >Glaube und Schönheit< ihren Auftakt. Die 
Inszenierung des Spiels, dessen Text Friedrich Wilhelm Hymmen schrieb, 
während Georg Blumensaat die Musik komponierte, erschloß den Innenhof 
des Prager Waldsteinpalais für eine dem Stück entsprechende Bühne" 
(Robert Koci aus Prag. "Musik im Kriege" 11/5-6, August-September 1944. 
S. 111). 

s. Baumann, Heinrichs etc., Henning. 
Information: MM2, RML, LdCh ("Von ihm stammen viele 
volksliedähnliche Weisen"). 


Blumenthal, Conrad 
Bresch/ Mecklenburg, 14. Februar 1895 - Potsdam (DDR), 3. Juli 1960. 

Sohn eines Landwirts; Schüler von H. Grisch und St. Krehl, 
Orchestermusiker, Flötist und Komponist in Schwerin; Mitglied des 
Orchesters des Mecklenburgischen Staatstheaters, Mecklenburg. 
Kammermusiker. 1942-45 in Rostock Soloflötist des Städt. Orch. 

Nach 1945 in gleicher Funktion in Rostock bis 1952, dann Dozent für 
Flöte zunächst am Konservatorium Rostock, seither an der Deutschen 
Hochschule für Musik Berlin (DDR) und Leiter von deren Bläserabteilung, 


B 601 





zuletzt in Potsdam. 

Werke: u. a. "Der blaue Turm", Oper; Kammermusik mit 
Blasinstrumenten, Flötenstücke, Lieder, Volkstanzsuite für kleines Orch; 
"Friedensfahrt" (1954), sinfon. Marsch für gr. BlasOrch; "Erntelied" (T: 
Paul Dehmel) für gemCh und gr. Orch (1954); Konzert für Viola und 
KammerOrch ohne Violinen (1960); "Memento mori", Vorspiel für gr. 
BlasOrch (1956). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.823.877. 
Information: DML, FA, LdCh (ohne Todesmeldung). Den Todesfall 
beurkundete das Stadesamt Potsdam, Nr. 783/1960. 


Blumer, Theodor 
Dresden, 24. März 1882 - Berlin, 21. September 1964. 
Sohn eines Kgl. Kammermusikers; Schüler von F. Draeseke, Kapellmeister, 
Komponist und Pianist in Leipzig, 1931-42 am Sender Dresden der Mirag/ 
RS Leipzig, dann freiberuflich, auch Lehrer an der Orchesterschule der 
Dresdner Staatskapelle. 

Nach 1945 in Leipzig, aber nach politischer Überprüfung zunächst 
von der sowjetischen Militär-Administratur gesperrt. Er trat daher der 
SED, dem Freien Deutschen Gewerkschaftsbund und dem Kulturbund zur 
demokratischen Erneuerung bei. Ab 1952 in Berlin (West) i. R. 

Werke: zwei Opern, darunter Op. 29. "Der 5-Uhr-Tee" (Dresden, 1911); 
Kammermusik, besonders für Bläser; gehobene U-Musik; Orchesterwerke, 
so Musikalische Bilder für Flöte und kl. Orch Op. 69 (1936), Divertimento 
Op. 73 (1937), Silhouetten für StreichOrch Op. 74 (1934), 
Lustspielouvertüre Op. 75 (1935), Konzertwalzer Op. 81 (1938), Lyrisches 
Intermezzo für kl. Orch Op. 82 (1939), Sinfonische Variationen über einen 
Bauerntanz Op. 83 (1939), Konzertpolonaise Op. 84 (1940), Concerto 
giocoso für Flöte und kl. Orch Op. 98 (1944). 


NSDAP seit 5/1V/33, Nr. 2.382.466. 1934-36 Gauobmann Mitte (= Gaue 
Halle-Merseburg, Sachsen und Thüringen) der Fachschaft Komponisten 
(RMK). 

Op. 38. Kriegsgesang für MCh und Orch (1914), onA am 2/VI/33 der 
Reichskanzlei übersandt mit der Bitte, die Widmung an Hitler zu 
genehmigen [LL]. 

17. Dezember 1933: 

Blumer leitet das SinfonieOrch Leipzig zur Sendung der Märsche 
"Heldensage" und "Fahnen heraus" von Meyer-Walden (Mirag, 17/X11/33). 
13. Oktober 1935: 

Am Flügel begleitet Blumer im Gohliser Schlößchen zu Leipzig in 
einem Kammerkonzert mit neuer Musik Werke von J. P. Thilman, Hanns 
Voigt und G. J. Mrazeck. 

13. Mai 1937: 

Das SinfonieOrch Leipzig, Dgt. P. Raabe, bietet im Schlußkonzert der 

von NSKG und NSG "Kraft durch Freude" veranstalteten Leipziger 


B 602 





Musiktage Blumers Sinfonie (UA). 
17. Oktober 1941: 

Das 2. Gewandhauskonzert, Dgt. H. Abendroth, bietet - erstmals - 
das Divertimento von Blumer. 


Nachricht, 22/VI11/49: 

"(...) Er wurde im Okt. 1948 von der Liste der für die Sendungen 
des Rundfunks in der SBZ. gesperrten Komponisten gestrichen, nachdem 
seine nur nominelle Mitgliedschaft zur ehem. NSDAP. feststand und er 
inzwischen den Weg zur antifaschistisch-demokratischen Front eindeutig 
gefunden hat. 

Es besteht kein Grund ihn etwa einseitig von irgendeinem Sender 
der SBZ. noch weiterhin zu sperren. (...)" (Berliner Rundfunk, 
Personalabteilung, an Generalintendanz der Rundfunksender in der 
sowjetischen Besatzungszone, 22/VI11/49. Quelle: DRA Potsdam- 
Babelsberg, Signatur: Personalabteilung 1948-1952). 

Information: DNML, DML, FA (Geburtsjahr: 1883), MM2, KDMK, RML, 
SML (nur Todesjahr), MGGS. 


Blunck, Erich 
Eberswalde, 29. Juli 1894 - Berlin, 21. August 1971. 

Schüler u. a. von R. M. Breithaupt, Musikpädagoge, ab 1926 zunächst in 
Eberswalde; Stand 1935: Gymnasialmusiklehrer in Glückstadt/ Elbe, 1937 
in Berlin, später wieder Musiklehrer in Eberswalde, 1939 in Rostock. 

Nach 1945 weiterhin in Rostock, 1947 Musiker und Bibliothekar am 
Volkstheater, zuletzt i. R. in Berlin. 
Werke: Klaviersonate, Chöre, Lieder, U-Musik; "Mahnmal Hiroschima". 


NSDAP seit 1/111/37, Nr. 3.899.744. 
Folgende Titel im [SV]: 
Sirenen heulen Alarm!: So halten bei Tag und bei Nacht (T: O. Glaser). 
Kriegslied (1936). 
Sirenen heulen Alarm! Marsch über das gleichnamige Lied für 
Blasmusik (1936; RS Breslau, 12/X1/36). 
Information: DML, FA. 


Blut und Ehre (Anthologie) siehe: Baldur von Schirach 


Bochmann, E. 


Parademarsch = HM Il, 127 (1834/38). 
In: 
HMS5. 


B 603 





Bochmann, Rudolf 


Parademarsch des ehemaligen IR Nr. 102 in Zittau (RS Berlin, 10/VI/ 
35). 

In: 

HM 4 (1933). 


Bochmann, Werner 
Meerane/ Sachsen, 11. Mai 1900 - Schliersee, 3. Juni 1993. 

Korrepetitor in Dresden und Berlin; 1933 Kapellmeister am 
Deutschlandsender, seit 1934 freischaffend. 

Nach 1945 auf der "Grauen Liste" der US-Militärregierung, 
freischaffend und i. R. in Schliersee. 
Werke: u. a. Musik zu 100 Tonfilmen, so "Spiel mit dem Feuer", Regie R. 
A. Roberts (UA: 18/1X/34), "Punks kommt aus Amerika", Kriminallustspiel 
(UA: 25/1/35), "Geheimnis eines alten Hauses", Liebeskomödie (UA: 
3/XI11/36), "Ich liebe dich", Liebeskomödie (UA: 21/VI1/38), 
"Hochzeitsnacht", bayer. Lustspiel unter Alpenbauern (Ufa, UA: 14/11/41), 
"Das leichte Mädchen", Sittenkomödie (UA: 27/V/41), "Junge Herzen"; 
Regie B: Barlog (UA: 30/X1/44); rund 200 Titel der Tanz- und U-Musik, 
darunter die populären Durchhalte-Schlager "Mir geht's gut" 
(Marschfoxtrott aus dem Film "Lauter Liebe", 1940) und "Mit Musik geht 
alles besser" (Foxtrott aus dem Film "Sophienlund", 1943); zwei 
musikalische Lustspiele; "Max und Moritz", Ballett (1938); Bühnenmusik. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Musik zum Revolutionsfilm Die Warschauer Zitadelle (UA: 9/1X/37; 
Prädikat: Staatspolitisch und künstlerisch wertvoll). 1945 Verbot durch 
Alliierte Militärregierungen. 

Musik zum Abenteuerfilm Alarm in Peking, abeneteuer- und Kriegsstück 
im Boxeraufstand spielt (UA: 20/V111/37). 1945 Verbot durch Alliierte 
Militärregierungen. 

Musik zum Kriminalfilm Heiratsschwindler (UA: 15/11/38; Prädikat: 
Künstlerisch wertvoll). 

Siegesfeier. Marsch (RS Breslau, 14/V1/38). 

Musik zum Ufa-Abenteuerfilm Kautschuk (UA: 1/X1/38; Prädikat: 
Staatspolitisch wertvoll, künstlerisch wertvoll). 

Der Film schildert die Brechung des brasilianischen 
Kautschukmonopols durch englische Abenteurer. 

Das Lied des Kameraden: Wenn über Deutschland der Sturmwind singt 
(T: Hans Martin Cremer). Für Harmoniemusik mit SaxStn.: H. Männecke 
(1939) [BV]. 

Gute Nacht, Mutter, gute Nacht! Hast an mich jede Stunde gedacht (T: 
Erwin Lehnow). Soldatenabschiedslied für Gesang mit Klavier (1939), 
versch. Bearbeitungen. Auch auf Postkarte [Ma]. 

Textprobe (3. Strophe): 
"(...) Dieser Brief war bitterweh: 


B 604 





las aus jeder Zeile, 
daß ich kaum dich wiederseh, 
und wenn ich noch so eile. 
Weil diesen Brief, den du 

mir schriebst, 
dir eine Träne netzte, 
fühl' ich: dies Wort, daß du 

mich liebst, 

dies Wort war wohl das letzte". 


In: 
Lieder unserer Zeit (1940). 

Musik zum Bavaria-Film Ein Robinson, der das Einsiedlerdasein eines 
Matrosen auf Juan Fernandez behandelt, Regie Dr, Arnold Fanck (UA: 
25/1V/40; Prädikat: Kulturell wertvoll). 1945 Verbot durch Alliierte 
Militärregierungen. 

Musik zum Ufa-Film Wunschkonzert, Liebesgeschichte vor dem 
Hintergrund eines Wunschkonzerts für die Wehrmacht (UA: 30/X11/40; 
Prädikat: Staatspolitisch wertvoll, künstlerisch wertvoll, volkstümlich 
wertvoll, jugendwert). 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen . 

Musik zum Tobis-Film Das andere Ich, Verwechslungskomödie um ein 
junges Mädchen, Regie W. Liebeneiner (UA: 21/X1/41; Prädikat 
Künstlerisch wertvoll). 

Musik zum Terra-Film Quax, der Bruchpilot, Fliegergroteske, Regie Kurt 
Hoffmann (UA: 16/X11/41; Prädikat: Künstlerisch wertvoll, volkstümlich 
wertvoll, jugendwert). 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 

Der Textdichter Erich Knauf, geboren in Meerane am 21. Februar 

1895, starb nach Verurteilung durch den Volksgerichtshof, Vorsitzender: 
Roland Freisler, wegen Wehrkraftzersetzung am 2. Mai 1944 im 
Zuchthaus Brandenburg durch das Fallbeil. 

Heimat, deine Sterne: Stand ich allein in der dämmernden Nacht (T: 
Erich Knauf). Lied und langsamer Fox aus dem Film "Quax, der 
Bruchpilot". Für Akkordeon: L. Kletsch [Sc]. 

Tondokument - vom 11/V/42 und 3/VII/42- im DRA: 4003035-02, 

1570017-09. 

Ausführende: 1) Willy Schneider (Bar) mit Orch, Dgt. H. Bund; 2) K. 

Schmitt-Walter (Bar), Chor und Orch, Dgt. A. Lutter. 

Textprobe (Refrain): 

"Heimat, deine Sterne, 
sie strahlen mir auch aus fernem Ort. 
Was sie sagen, deute ich ja so gerne 
als der Liebe zärtliches Losungswort. 
Schöne Abendstunden, 
der Himmel ist wie ein Diamant, 
tausend Sterne stehen in weiter Runde, 
von der Liebsten freundlich mir zugesandt. 
In der Ferne träum ich vom Heimatland". 

Ein Flieger hat den Bogen raus (T: E. Knauf). Lied aus dem Film "Quax 


B 605 





der Bruchpilot". 

Tondokument - von 1942 - im DRA: BO03502014. 

Musik zum Terra-Film Fronttheater"über die Fronttournee eines 
Schauspielensembles zur Truppenbetreuung, zus. mit Hansmartin 
Majewski (UA: 24/1X/42; Prädikat: Staatspolitisch wertvoll, volkstümlich 
wertvoll). 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 

Musik zum Bavaria-Film 5000 Mark Belohnung, Kriminalstück um ein 
Großfeuer in einem Zellstoffwerk (UA: 20/X11/42; Prädikat: Volkstümlich 
wertvoll). 

Glocken der Heimat. (T: E. Knauf). Lied aus dem Film "Fronttheater". 
Für Akkordeon: L. Kletsch [Sc]. 

Textprobe (Refrain): 

"Ich liebe dich, mein Heimatland, 

mir ist die ganze Welt bekannt, 

doch gibt's nur ein Daheim. 

Wo Wälder grün, wo Berge glühn, 

am Himmel weiße Wolken ziehn, 

möcht ich sein, dort ist mein Heimatland". 

Wer ist hier jung, wer hat hier Schwung. Lied und Foxtrott aus dem 
Film "Fronttheater". 

In: 

Tanz- und Tonfilm-Erfolge Nr. 70 (1944); Beschwingte Tanzrhythmen für 
das Klavier I (1944). 

Musik zum Terra-Film Himmelhunde über den Segelflugwettbewerb 
einer Gruppe Flieger-HJ auf der Schwäbischen Alb (UA: 20/11/42). 1945 
Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 

Mit einem Flieger ist das nicht zu machen (T: E. Knauf). Fliegerlied 
aus dem Film "Himmelhunde". 

Tondokument - von 1942 - im DRA: BO03501330. 

Musik zum Berlin-Film Gefährtin meines Sommers, Liebesstück (UA: 
22/111/43; Prädikat: Künstlerisch wertvoll, volkstümlich wertvoll) 

Musik zum Berlin-Film Großstadtmelodie, zus. mit M. Jary und R. Perak 
(UA: 4/X/43; Prädikat: Künstlerisch wertvoll). 1945 Verbot durch Alliierte 
Militärregierungen. 

"(...) Jonen macht einen außerordentlich guten und seriösen 
Eindruck. Vor allem freue ich mich, daß er nun endlich einmal das Thema 
eines wirkungsvollen Propagandafilms für die Reichshauptstadt mit 
Energie verfolgt. Der Film soll >Großstadtmelodie< heißen. Ich werde 
dafür sorgen, daß er möglichst bald unter Regie von Liebeneiner ins 
Atelier geht. (...)" (Elke Fröhlich, Hgb.: Die Tagebücher von Joseph 
Goebbels, Teil II Band 3, Januar-März 1942. München/ New Providence/ 
London/ Paris 1994. S. 287). 

Jonen war Produktionschef der Berlin-Film. 

22. September 1944: 

Bochmann steht in der Film-Besetzungsliste - Komponisten - des 
Reichsfilmintendanten fürs Produktionsjahr 1944/1945 (Quelle: BAR 55/ 
661. Blatt 78). 

Musik zum Tobis-Film Jugendliebe nach Motiven der Novelle "Romeo und 


B 606 





Julia auf dem Dorfe" von G. Keller (1944, unaufgeführt, von der 

Filmprüfstelle im Oktober 1944 verboten). 

Alle Straßen dieser Welt (T: Hans Ulrich Metzger). Kriegslied (1944) 
[SR]. 

Tausend Schiffe, tausend Masten wiegt die weite See (T: H. U. 
Metzger). Lied für Gesang mit Klavier. 

In: 

Bahar's Schlager 3 (1944). 

Die alte Segelmarie: Aber wir, wir singen das alte Lied (T: H. U. 
Metzger). Seemannslied für Gesang mit Klavier. 

In: 

Bahar's Schlager 3 (1944). 

Musik zum Terra-Film Quax in Fahrt, Fliegergroteske mit Rekordflug und 
Notlandung im afrikanischen Busch, nach der Erzählung "Quax auf 
Abwegen" von Hermann Grote (im Februar 1945 von der Filmprüfstelle 
zugelassen; aber nicht mehr für öffentliche Vorführung). 1945 Verbot 
durch Alliierte Militärregierungen. 

Information: KDMK, RMLE, LaBl. 


Bock, Anton 
Berlin, 7. November 1884 - Hildesheim, 28. Januar 1945. 
Sohn des Musikverlegers Kommerzienrat Hugo Bock; Mitinhaber des MV 
Bote & Bock in Berlin, bis 31/X11/35 persönlich haftender Gesellschafter. 
Die Eigener verwandelten dann - zwecks "arischer" Tarnung - die Firma in 
eine GmbH zur pachtweisen Weiterführung der Geschäfte und mit Hilfe 
von Robert Lienau als "Betriebsführer". 

1938 erhob das RMVP Einspruch gegen diese Regelung, da "es sich 
bei der GmbH um eine Art Treuhandschaft handele, sodaß die 
nichtarischen Treugeber auch Einfluß nehmen konnten". Dies führte zur 
Auflösung der GmbH mit Abfindung für die "Nichtarier" und zur Aufteilung 
der Firmenmasse auf deren "arische" Ehepartner oder Kinder in der 
Rechtsform einer Kommandit-Gesellschaft mit dem Komplementär Kurt 
Radecke. 

Von Gerigk/Stengel als Halbjude denunziert. 

Trotz Erkrankung umständehalber wurde Anton Bock 1943 als 
Arbeiter zu den Dürener Metallwerken dienstverpflichtet, aber bald als 
ungeeignet entlassen; Ende November1944: Einberufung zur Organisation 
Todt und Einsatz zum Transport von Eisenbahnschienen im Lager 
Schuppert bei Sarstedt/Hannover, sodaß er zusammenbrach. Am 23/1/45 
schaffte ihn die Gestapo in eine Krankenanstalt, wo er an Erschöpfung 
verstarb - einer der vielen Fälle von Tötung durch Arbeit. 

Der Verlag arbeitete unter hohem Risiko. Zum Beispiel enthielt der 
Auswahlkatalog Bote & Bock 1938 gegen amtliches Verbot noch eine Reihe 
jüdischer Urheber, so G. Meyerbeer, F. Mendelssohn-Bartholdy und A. 
Mendelssohn, allerdings als Gegengewicht auch Werke von Hanfstaengl, ]. 
Günther und H. Mießner ("Deutschlands Jugend an Hitler"), sowie von G. 
Blumensaat "Lieder der jungen Generation" mit dem Lied der HJ "Es 


B 607 





dröhnen die Trommeln" auf einen Text Schirachs. 
27. Oktober 1934, Gratulation: 

"Am 7. November ds. Js. feiert Herr Anton Bock, Mitinhaber der 
Firma Ed. Bote & G. Bock, Berlin, seinen 50. Geburtstag; zu gleicher Zeit 
kann er in diesem Jahr auf eine 25jährige Tätigkeit in dem väterlichen 
Geschäft zurückblicken. - Anton Bock wurde am 7. November 1884 als 
Sohn des Hofmusikalienhändlers und Preuß. Kommerzienrats Hugo Bock 
zu Berlin geboren. Von Kindheit an zeigte er besonderes Interesse für die 
Musik und für die väterliche Firma Ed. Bote & G. Bock, so daß es für ihn 
keinen Zweifel geben konnte, welchem Beruf er sich später widmen sollte. 
Nach Beendigung der Schulzeit genoß er eine systematische Ausbildung 
als Musikalienhändler und Musikverleger, zuerst in der damaligen 
Musikalienhandlung des Herrn Robert Lienau, dann mehrere Jahre bei Hug 
& Co. in Zürich, bei Schott & Co. in London, bei Oliver Ditson in Boston, 
bei G. Schirmer in New York und bei Max Eschig in Paris. Durch häufiges 
Reisen und längeren Aufenthalt in England, Frankreich, Spanien, Italien, in 
den nordischen Ländern und den Vereinigten Staaten von Amerika 
erweiterte er seine musikverlegerischen Kenntnisse. Während dieses 
Aufenthalts im Auslande hat sich Anton Bock eingehend mit angewandter 
Kunst beschäftigt und ist einer der ersten Musikverleger gewesen, der die 
Ausstattung der Notentitel auf eine künstlerische Basis brachte. Im Jahre 
1909 begann er seine Tätigkeit im väterlichen Geschäft, so daß er jetzt 
sein 25jähriges Jubiläum in der Firma Bote & Bock begeht, in der er am 6. 
September 1911 Prokurist und - nach Beendigung des Weltkrieges, an 
dem er teilgenommen hatte - am 1. März 1919 Mitinhaber wurde. Seit 
dem Tode seines Vaters im Jahre 1932 leitet er gemeinsam mit seinem 
Bruder, Dr. Gustav Bock, die Firma Ed. Bote & G. Bock. Im Jahre 1931 
gründete er die Zeitschrift >Der Aufstieg<, für die er die redaktionelle 
Arbeit und Verantwortung übernommen hat" (Personalnachrichten. 
"Musikalienhandel" XXXVI/11, 27. Oktober 1934. S. 244). 

29. Dezember 1942, Drohung: 

"Die intensive Förderung eines jüdischen Mischlings gerade durch 
den Verlag Bote & Bock erscheint allerdings in einem anderen Lichte, 
wenn man berücksichtigt, daß der verantwortliche Leiter des Verlages, 
Herr Radecke, selbst Mischling zweiten Grades ist. Da dem Verlage Bote & 
Bock die Originalausfertigung des Abstammungsbescheides für Blacher 
sicher bekannt gewesen sein muß, darf die Frage gestellt werden, ob 
seitens des Verlages eine bewußte Irreführung des Reichsministeriums 
beabsichtigt war" (ARR, Amt Musik, Dr. Gerigk, an RMVP, 29/X11/42. 
Quelle: ACDJC, Document CXLIII-361). 

Der Denunziant unterschlägt, daß Mischlinge 2. Grades seit 1935 
"Ariern" gleichgestellt waren. 

7. September 1944, Stillegen: 

"(...) Ausserdem weise ich darauf hin, dass man bei der 
Stillegungsaktion unbedingt den Verlag Bote und Bock, Berlin 
berücksichtigen muss. Es handelt sich hier um ein Unternehmen, das bis 
zum heutigen Tag politisch und weltanschaulich unzuverlässig geblieben 
ist, obwohl wir mehrfach Angriffe gegen den Verlag aus diesem Grunde 


B 608 





richteten. Der Verlag war ursprünglich in rein jüdischem Privatbesitz, der 
Geschäftsführer ist Dr. Radecke, ein jüdischer Mischling 2. Grades. Er ist 
mit der Familie Bock verwandt. 

(...) Falls der Pressekammer der Verlag nicht ausreichend bekannt 
sein sollte - ich nehme aber an, dass ausreichend Material vorliegen wird - 
kann ein ausführlicher Bericht nachgereicht werden. In Berliner 
Musikerkreisen erregte es schon unangenehmes Aufsehen, dass die 
Geschäftsräume des Verlages und des Sortimenters nach der Zerstörung 
der Räume in der Leipziger Straße ausgerechnet in die Geschäftsräume 
des Musik-Sortimenters Stahl verlegt wurden. Stahl ist der einzige der 
älteren Parteigenossen unter den Berliner Musikalienhändlern und sein 
Betrieb war wegen Einberufung vorübergehend geschlossen. Man hat also 
offiziell den weltanschaulich schiefliegenden Betrieb Bote & Bock an die 
Stelle eines zuverlässigen Parteigenossen gesetzt". (ARR, Amt Musik, Dr. 
Gerigk, an Hauptamt Schrifttum, 7/1X/44. Quelle: ACDJC, Document 
CXLV-641). 

Die Verlegung in die Leipziger Straße wäre ohne Einwilligung des 
Inhabers der Geschäftsräume, Pg. Stahl, natürlich nicht möglich gewesen. 

Information: Gerigk/Stengel nennt das Geburtsdatum 7/IX/1884. 


Bock, August Wilhelm 


Wiegenlied: Weht der Wind über Gras und Moos (eigener T). Nach 
indianischen Motiven. 

In: 

Lieder der Spur (1934). 


Bock, Kurt 


Morgenlied: Wind im Genick, den Riemen festgezogen (eigener T). 
Textprobe (2. Strophe): 
"Glück unsrer Kinder und der Ruhm der Ahnen 
sind Sinn und Ziel, dem wir getreulich dienen, 
drum hoch die Herzen, hoch die heilgen Fahnen, 
die schon vom Strahl des jungen Tags umschienen!" 
In: 
Zum Kampfe für die Freiheit! (1933); Arbeitsdienst-Liederbuch (1934) 
Ausmarsch: Wir sehn nicht mehr das Vaterhaus (eigener T). 
Arbeitsdienstlied. 
Textprobe (3. und 4. Strophe): 
"Zum Tod den trüben Eigennutz, 
zum Teufel faules Prassen! 
Was Feind ist deutschem Stolz und Trutz, 
verstehn wir gut zu hassen! 


Die Liebe aber dem gehört, 


B 609 





der auf den Geist der Ahnen, 
auf brüderliche Arbeit schwört 
beim Sieg-Heil unsrer Fahnen". 
In: 
Arbeitsdienst-Liederbuch (1934; Melodie onA). 
Lied der Arbeitsfront: Zur Fahne rief uns auf das deutsche Leid 
(eigener T). Organisationslied, onA. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Wie mancher jung und alte Kamerad 
starb schon den bittren Tod 
am Straßenrande! 
Vergiß es nimmer: seine Opfertat 
ist Grundstein uns 
im neuen Vaterlande!" 
In: 
Arbeitsdienst-Liederbuch (1934; nur T). 
Auf Bergen ihr, auf Land und Schiff, hört Trommelschlag und 
Flötenpfiff (eigener T). Trutzlied, Melodie onA. 
Textprobe (1. und 3. Strophe): 
Me) 
Im Gleichschritt vorwärts Mann an Mann, 
das Hakenkreuz weht uns voran! 


Hart ist und zäh das Eichenholz, 
hart deutscher Wille, deutscher Stolz, 
drum komme, was nur kommen mag: 
das deutsche Herz geht einen Schlag!" 
In: 
Arbeitsdienst-Liederbuch (1934). 
Unsre Fahne winkt euch allen, folg ihr, du und du und du (eigener T). 
Fahnenlied, Melodie onA [PS]. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Reines Zeichen der Getreuen, 
deutsche Fahne >Nimmerruh<, 
führe standhaft uns der neuen, 
hellen, deutschen Freiheit zu!" 
In: 
Zum Kampfe für die Freiheit! (1933); Jungvolk-Lieder (1934); 
Arbeitsdienst-Liederbuch (1934). 


Bock, Kurt 
Chemnitz, 8. August 1873 - ? 
Musikpädagoge in Chemnitz, Wartburgstr. 4 (1942); Oberlehrer a. D., 
Chordirigent, Komponist und Textdichter, auch Kantor, Organist und Leiter 
des gemischten Chors "Chemnitzer Orpheus e.V." Dann i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 


B 610 





Information: DML, FA, LdCh (nur Kopie älterer Angaben). Laut 
Einwohnermeldeamt Chemnitz (4/VI/98), Reinhold, sei Kurt Bock im 
"hiesigen Melderegister nicht zu ermitteln". 


Bock, Willy 


Orchestermusiker, Geiger und Komponist in Haynau/ Schlesien, Flurstr. 5 
(1942); als 2. Geiger Mitglied des Städteorchesters Haynau-Bunzlau. 
Werke: u. a. Caprice für Soloklarinette und k. Orch (1941). 


Heimkehr der Ostmark. Marsch (RS Breslau, 16/1/39). 
Information: Keine weitere Nachricht; das damalige Haynau fiel an 
Polen. 


Böck (Boeck), Hanns Heinz 
München, 24. Juni 1891 - Berg/ Starnberger See, 29. Juli 1969. 
Musikerzieher in München, Konzertsänger und Kapellmeister. 
Nach 1945 zuletzt in Berg. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.941.539. Gaumusikreferent der DAF, Abt. 
Feierabend, Gau München-Oberbayern; Stand 1939: Musikreferent des 
HJ-Gebiets 19 Hochland. 

Information: Laut Stadtarchiv München (17/IX/98) gäbe es keine 
Meldekarte und bis Ende der sechziger Jahre sei eine Abmeldung oder 
Ummeldung nicht zu ermitteln. Nach erneuter Anfrage teilte das 
Stadtarchiv (13/X1/02) Ort und Datum des Ablebens mit. 


Bockelmann, Rudolf 
Bodenteich bei Uelzen, 2. April 1892 - Dresden (DDR), 9. Oktober 

1958. 
Lehrersohn; Opernsänger (Baßbariton) in Berlin-Charlottenburg. 1926 1. 
Heldenbariton am Stadttheater Hamburg, Kammersänger, 1932-44 an der 
Staatsoper Berlin, hier gegen Entgelt von 23.100 RM für die Saison 
1933/34, auch in Bayreuth gastierend. 1944 als Gesangslehrer an die 
Reichshochschule für Musik in Salzburg berufen. 

1946 Gesangspädagoge in Hamburg bis 1954, 1955 mit Lehrauftrag 
für eine Gesangsklasse an der Musikhochschule Dresden. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.849.261, auf Antrag vom 19/X1/37. Mitglied im 
Präsidialbeirat der Kameradschaft der Deutschen Künstler e. V. 1937-44 
Obmann der Fachschaft Bühne (RTK) für die Staatsoper Berlin. 
Oktober 1934: 
Zur Aufnahme singt Bockelmann mit Chor und Orch der Staatsoper 
Berlin H. Ganssers Lieder "Dem Führer" und "Deutschland erwache!" 
Tondokument - vom Oktober 1934 - im DRA: 1870691-02. 


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1870691-03. 
*9, September 1936: 

Bockelmann singt bei der Kulturtagung des RPT in Nürnberg Hugo 
Wolfs "Prometheus" nach Goethe. 

3. Oktober 1936, Dank: 

"Für Ihre große Liebenswürdigkeit, mir Ihren >Mythus< zu 
übersenden, danke ich Ihnen aufrichtig. Ihr einzigartiges Werk, das mich 
vor einem Jahre während der Genesung nach langer Krankheit tief 
gepackt hat und mir seitdem ein kostbares Gut geworden ist, wird mir nun 
außerdem eine schöne persönliche Erinnerung sein an die eindrucksvollen 
Erlebnisse des Reichsparteitages der Ehre" (Bockelmann, handschriftlich, 
an Reichsleiter Rosenberg, 3/X/36. Quelle: BA NS 8/ 149. Blatt 125). 

28. Januar 1937, Einladung: 

"Der Führer und Reichskanzler bittet Herrn Kammersänger Rudolf 
Bockelmann und Frau Gemahlin am Donnerstag, dem 28. Januar 1937, ab 
20, 30 Uhr den Abend bei ihm zu verbringen. 

Deutsche Künstler und Künstlerinnen haben sich bereit erklärt, ihre 
Kunst im Dienste des Winterhilfswerks für diesen Abend zur Verfügung zu 
stellen. (...)" (Gedruckte Einladung der Präsidialkanzlei des Führers an 
Bockelmann. Quelle: BA). 

13. Mai 1937: 

Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop, derzeit Carlton House 
Terrace, bedankt sich handschriftlich für einen Konzertauftritt 
Bockelmanns. 

23. Januar 1939: 

"Die Bühne" teilt ihren Lesern mit, daß R. Bockelmann per 23/1/39 
für das WHW 50 RM gespendet habe. 
5. Dezember 1939: 

Generalintendant Tietjen richtet eine als geheim klassifizierte 
Anfrage u. a. an Bockelmann wegen Übernahme von Frontkonzerten "in 
künstlerisch seriöser Form". 

Goebbels organisierte ein Konkurrenzunternehmen, nachdem die 
Presse in Frankreich einen ähnlichen Auftritt frz. Künstler hinter der 
französischen Front - so der schwarzen Tänzerin Josefine Baker - als 
kulturelle Großtat gepriesen hatte. 

Information: DML, FA, MM2, KDMK, RML, SML, MGGS. 


Bockisch, Paul 
RAD-MZF der Gruppe 241, Andernach. 


Mein Vaterland. Marsch (RS Leipzig, 16/X/35). 
Mit Spaten und Gewehr. Marsch (1941) [Al]. 

Information: Das Archiv/Museum der Stadt Andernach (1/III/02) hat 
keinem Hinweis auf Bockisch. 


B 612 





Bodart, Eugen 
Kassel, 8. Oktober 1905 - München, 13. Oktober 1981. 
Dirigent und Komponist, Schüler von P. Graener, H. Pfitzner und E. N. von 
Reznicek; 1933-35 2. Kapellmeister am Nationaltheater Weimar, 1935-39 
1. Kapellmeister am Opernhaus Köln, 1939-42 GMD und Intendant des 
Thüringischen Landestheaters Altenburg, 1943-45 GMD am 
Nationaltheater Mannheim. 

1950 Gründer und Dirigent des Kurpfälzischen Kammerorchesters 
mit Wohnsitz Ladenburg am Neckar. 1956-58 Musikal. Oberleiter des 
Pfalztheaters Kaiserslautern, dann i. R. am Starnberger See, zuletzt in 
München. 

Werke: u. a. die Opern "Hirtenlegende" Op. 5 (Weimar, 1930; 
Neufassung: Köln, 26/X1/36), "Der abtrünnige Zar" Op. 10 (Köln, 
21/111/35), "Spanische Nacht" Op. 12 nach Heinrich Laubes Schauspiel 
"Der Hauptmann der Schaarwache" (Mannheim, 16/X/37), "Der 
leichtsinnige Herr Bandolin" Op. 15 (Mannheim, 28/111/42), "Sarabande" 
Op. 16(Altenburg, 16/V/42), "Heimlicher Walzer", "Kleiner Irrtum"; 
"Südfrüchte", Tanzspiel; Kleine Serenade für Orch Op. 11 (1937). 


NSDAP seit 1/111/32, Nr. 1.262.476. 1930-31 in Kassel Gaufachberater der 
NSDAP für Theater und Musik, Gau Hessen-Nassau-Nord, Musikreferent 
der Kasseler NS-Presse. 1939-42 Städt. Musikbeauftragter für Altenburg. 
1935, Rezension ("Der abtrünnige Zar"): 

"Im ganzen liegt die Oper mit ihren vielfachen Bindungen an eine 
längst gültig geprägte und vor dem Kriege zu Ende geführte Epoche doch 
jenseits unseres geistigen Ringens um eine neue Lebensform" (Herbert 
Eimert in: "Signale für die musikalische Welt" XCI11/15, 10/1V/35. S. 243). 
18. März 1936: 

"(...) Den mir durch Herrn Bergassessor a. D. R. Wüster 
eingesandten Klavierauszug Ihrer Oper >Der abtrünnige Zar< reiche ich 
Ihnen anliegend mit bestem Dank zurück. Ich habe mich gefreut, Ihr Werk 
kennenzulernen, und bin gerne bereit, die reichsdeutschen Intendanten 
von Fall zu Fall empfehlend darauf hinzuweisen" (RMVP, Keppler, an 
Bodart, 18/111/36. Quelle: BAR 55/ 20183. Blatt 265). 

19. Januar 1937, Keine Empfehlung: 

"Streng vertraulich! 

(...) Der Kapellmeister Eugen Bodart ist einem uns vorliegenden 
ausführlichen Bericht der Gaudienststelle Köln-Aachen zufolge in Köln als 
Künstler wenig angesehen. Seine Verpflichtung erfolgte aus persönlicher 
Freundschaft mit Generalintendant Spring. Um über die 
dirigiertechnischen Schwächen B.'s hinwegzutäuschen, hat man die 
Tatsache propagandistisch in der Öffentlichkeit ausgenutzt, dass B. einmal 
an einem Essen teilnahm, das auch vom Führer besucht wurde und in 
dessen Verlauf der Führer sich mit B. unterhalten haben soll. Dieser 
Darstellung zufolge dürfte B. für den Posten eines leitenden 
Generalmusikdirektors kaum in Frage kommen. Seine Opern sind 
ausserordentlich schwülstig in textlicher und musikalischer Beziehung. 
Ganz am Rande taucht immer wieder das Gerücht auf, dass auch eine 





B 61:3 





homosexuelle Neigung bei B. vorliegen soll. Grösste Vorsicht ist geboten!" 
(NSKG, Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, an NSKG, Gaudienststelle Halle- 
Merseburg, Gauobmann Dr. Grahmann, 19/1/37. Quelle: BA NS 15/ 96). 

Zu einer bestimmten Zeit traf der Verdacht der Homosexualität 
Jeden jungen Künstler, der am Theater Weimar - also in der Nähe von H. 
S. Ziegler - arbeitete. 

Op. 13. Festliche Musik für gr. Orch, zwölf Solotrompeten und Orgel. 
Auftrag von Dr. Goebbels für Staats- und Parteifeiern (Köln, Oktober 
1938; Manuskript). 

21. Oktober 1938, Bericht: 

"(...) erklang als Uraufführung zur Feier der Eröffnung des Kölner 
Opernhauses nach seinem Umbau. Dramatisch in der ostinaten Rhythmik 
und Iyrisch in der thematisch eingängigen Zwiesprache zwischen Orgel 
und Orchester, gipfelt das dreiteilig gegliederte, sinfonisch-konzertante 
Stück in einem glanzvollen Trompetenchor, der seine Fanfaren über den 
Tuttiklang schmettert. In der Ausnützung aller Klangwirkungen weitet sich 
die Festmusik zu einem im besten Sinne dekorativen Tongemälde" 
(Friedrich W. Herzog in: "Der Führer" X11/289, Karlsruhe, 21/X/38). 


Rückblick, 1963: 

"Mit 21 Jahren komponierte ich, damals für die Südwestdeutsche 
Rundfunk AG. Frankfurt-Kassel, meine erste Oper >Hirtenlegende<. 
Textlich handelt es sich hier um eines der berühmten >autos 
sacramentales< von Lope de Vega, das in drei Akten die Geburt Christi mit 
der Anbetung der Hirten behandelt. 

Die Oper wurde 1926 und 1927 um die Weihnachtszeit über die 
Sender Frankfurt-Kassel ausgestrahlt. Nach vielen Mühen gelang es mir, 
eine Bühnenaufführung am 19. 12. 1930 im Nationaltheater in Weimar 
durchzusetzen. Um diese Zeit war aber Frick in Thüringen Innenminister. 
Dirigiert wurde die Oper von dem damaligen Weimarer 
Generalmusikdirektor Ernst Praetorius, der nach 1933 wegen seiner netten 
und angenehmen Frau emigrieren mußte. 

Meine zweite Oper schrieb ich nach einer Bühnendichtung von Carl 
Hauptmann >Der abtrünnige Zar<. Ich fand mit dieser Arbeit sehr große 
Zustimmung und die besondere Unterstützung durch Richard Strauss, was 
dazu führte, daß das Werk zur gleichzeitigen Uraufführung am Opernhaus 
Köln und Staatstheater Wiesbaden angenommen wurde. Beide Opern 
mußten, trotzdem sie großen Erfolg beim Publikum und größtenteils auch 
bei der Presse hatten (was eine Neueinstudierung der Hirtenlegende am 
Stadttheater in Trier sowie die zweimalige funkmäßige Aufführung durch 
den Bayr. Rundfunk 1948 und 1949 bewies) auf Veranlassung von Sauckel 
von den deutschen Bühnen wieder verschwinden, da es sich bei der ersten 
Oper um Christi Geburt handelte, der Schluß des >Abtrünnigen Zaren< 
aber mit einer großen Kirchenszene endete, in der der Zar seine >Mörder- 
hand< an den Schaft des Kreuzes nagelte. Dazu ließ mir Sauckel ausrich- 
ten, >man würde mich aus Deutschland herausjagen, daß ich Schuhe und 
Strümpfe verlöre, wenn ich noch ein einziges Mal eine Oper mit einem 
derartigen Stoff brächte<" (Eugen Bodart an Fred K. Prieberg, 2/X11/63). 


B 614 





Die Tatsache, daß Reichsminister Goebbels Herr der deutschen 
Musik war, für die Repertoirekontrolle einen Reichsdramaturgen 
beschäftigte und der thüringische Gauleiter Sauckel nicht die mindeste 
Kompetenz für Musik und Musiktheater hatte, relativiert die späte 
Erinnerung Bodarts. 

Nach 1945 behauptete jeder wenig erfolgreiche Opernkomponist, er 
sei von den Nazis verboten gewesen. 

Information: FA (ohne Geburtsdatum), KDMK, RML. 


Bode, Alfred 
Köln, 16. November 1908 - zwischen Halbe und Forsthaus Hammer, 
Ende April 1945 (im Fronteinsatz vermißt und zum 31/XI1/45 für tot 
erklärt). 
Sohn eines Chemikers; Wirtschaftsrechtler, 1927-33 Studium der 
Rechtswissenschaft in Berlin, 1934/35 an der Universität Rostock, Dr. jur. 
Rostock 1936, 1939 in Gräfenroda/ Thüringen. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.370.052, auf Antrag vom 19/X/37. 

Die kulturpolitischen Aufgaben der Verwaltung im deutschen 
Musikleben. Ihre Bedeutung und Durchführung (Dissertation, Rostock, 
1937). 

Information: Der Todesort liegt etwa 40 km östlich Luckenwalde; den 
Todesfall beurkundete nachträglich das Standesamt Zehlendorf von Berlin, 
Nr. 667/1969. Das Datum müßte vor dem 22/IV/45 liegen, da die Rote 
Armee zu der Zeit bereits über den Todesort hinaus vorgestoßen war. 


Bode, Harald (Emerich Walter) 

Hamburg, 19. Oktober 1909 - ? 
Student der Physik in Hamburg, dann ab 1938 Elektrotechniker in Berlin, 
Mahlsdorf, dann Lankwitz. Erfinder des Melodiums, zusammen mit Oskar 
Vierling, das Wolfgang Zeller in seiner Musik zum Film "Jud Süß" einsetzte, 
und des Melochords. Zuletzt Labor-Ingenieur, 1943 als 
Gefolgschaftsmitglied der Opta Radio AG, Werk B in Steglitz abgestellt 
nach Thansau, Obb. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.001.522. 

Information: Laut Standesamt Hamburg-Mitte (18/VI/01) fehlt im 
Geburtsregister - Nr. 1378/1909 - der Todeseintrag. Laut Amt für 
zentrale Meldeangelegenheiten Hamburg (23/IX/04) nach 1/1/46 im 
Hamburger Melderegister nicht mehr zu ermitteln. Das 
Landeseinwohneramt Berlin (März 2004) hat keine Nachricht. 


B 615 





Bode, Hermann 
Hannover, 21. August 1882 - Steinhude, 25. April 1973. 
Sohn eines Barbiers; Dr. med. dent. Halle 1920, Zahnarzt und Iyrischer 
Dichter in Hannover. 1940 zur Wehrmacht einberufen, im Oktober nach 
einem heftigen Bombenangriff auf Hannover vorübergehend in Steinhude. 
Nach 1945 endgültig weiterhin in Steinhude, zuletzt i. R. 
Werke: u. a. Lönslieder; "Buch der Weisheit", Gedichte mit Titeln wie 
"Führergold", "Seid wachsam!" oder "Harte Zucht" (1959). 


Marschlied, 0onA, am 29/V/33 dem RMVP eingereicht. 
Das Vogelorakel: Es singt der Vogel Wunderlich (T. H. Löns). 
In: 
Kleines Löns-Liederbuch (31943). 
Der schönste Platz: Wo die weißen Tauben fliegen (T: H. Löns). 
In: 
Kleines Löns-Liederbuch (31943). 
Information: Das Stadtarchiv Hannover antwortete nicht auf Anfrage 
vom 8/1I/87. 


Bode, Oskar 
Werke: u. a. Chöre. 


Op. 3. Heil Alemannia! Marsch, für SalonOrch (1935) [Zorn, Nürnberg]. 
Information: Ein Wirkungsort Oskar Bodes war bislang nicht zu 
ermitteln. 


Bode, Rudolf 

Kiel, 3. Februar 1881 - München, 7. Oktober 1970. 
Sohn eines Kaufmanns; Dr. phil. Leipzig 1906, Kapellmeister und 
Tanzpädagoge, Privatlehrer für Klavier, Theorie und Rhythmik in München, 
dann - Stand 1932 - in Berlin; 1938 Leiter der Bodeschule in Bad Neuhaus 
bei Vorsfelde, 1943 in München, 1944-46 in Neustrelitz, danach wieder in 
München. 
Werke: Bücher über Leibes- und Körpererziehung, Lehrbücher der 
rhythmischen Gymnastik; Lieder, u. a. nach Gottfried Keller (1938), 
Goethe, Eichendorff und Hafis (1939); Klaviermusik für Gymnastik und 
Gruppenrhythmik; sinfonisches Scherzo; Hgb. der Monatsschrift für 
Deutsche Kultur "Rhythmus". 


NSDAP seit 1/1V/32, Nr. 1.067.196. 1933: Vorstandsmitglied des KfdK, in 
dessen Reichsleitung Fachgruppenleiter für Körperbildung und Tanz. 1935 
von Reichsbauernführer Darre zum Leiter der Reichsschule des 
Reichsnährstandes für Leibesübungen in Neuhaus ernannt. 

Gymnastik und Tanz im nationalsozialistischen Staat. Vortrag zur 
Kundgebung des KfdK und des Reichsverbandes Deutscher Turn-, Sport- 


B 616 





und Gymnastiklehrer am 10/X11/33 ("Deutsche Kulturwacht" 1933, Heft 
38, S. 11-14). 
1. März 1934: 

In einer KfdK-Veranstaltung in München spricht Bode über "Der 
deutsche Charakter in der Leibeserziehung". 

Deutsche Körperbildung und deutscher Tanz ("Gymnastik und Tanz" 
IX/4, 1934, S. 57-59). 

Deutsche Körperbildung und deutscher Tanz ("Rhythmus" X11/7, Juli 
1934. S. 86-90). 

Zitat: 

"(...) Die Methodik der arischen Richtung kann sich 
nur aufbauen auf der klaren Erkenntnis, durch welche 
Eigenschaften der reinrassige, also auch der arische 
Körper und dessen Bewegungen sich auszeichnen. 

Der reinrassige Mensch ist einheitlich in der Form des Körpers, und 
diese Einheitlich spoiegelt sich auch in dem Zusammenhang seines 
Bewegungslebens. Die Bewegungen des Ariers brechen spontan aus dem 
Gefühl heraus, und da dieses den ganzen Körper durchflutet, so muß auch 
das Bewegungsleben von totalem Charakter sein (...)" (S. 88). 
Gymnastik und Tanz in nationalsozialistischer Sicht ("Völkische 
Kultur" 11/7, Juli 1934, S. 329-333). 

Gymnastik und Freiübungen ("Gymnastik und Tanz" IX/9, September 
1934, S. 129-132). 

Gymnastik als Grundlage aller Leibesübungen ("Rhythmus" XI11/10, 
Oktober 1934. S. 184-189). 

Zitat: 

"Durch die nationalsozialistische Revolution sind auch die 
Leibesübungen in Deutschland zwangsweise in eine Neugestaltung 
hineingetrieben worden, deren Abschluß noch in weiter Ferne liegt. 

(...) Jede Gemeinschaftsbildung kann nur bestehen, wenn 
gemeinsame Erlebnisse die Glieder einer Gemeinschaft immer wieder aufs 
neue packen. Diese Erlebnisse können hervorgerufen sein einerseits durch 
gemeinsame Schicksale und Aufgaben (z. B. Kameradschaft der SA und 
beim Arbeitsdienst), andererseits durch Wirksamwerden jener seelischen 
Mächte des rhythmischen Geschehens, wie sie in gleicher Stärke Musik, 
Dichtung und Tanz beherrschen (...)" (S. 184, 188). 

Die Grundlage der Leibeserziehung. Vom Sinn des Elastischen und 
Rhythmischen ("Rhythmus" XIll/l, Januar 1935. S. 3-6). 

Der Deutsche Charakter in der Leibeserziehung ("Rhythmus" 
XIl1/11, November 1935. S. 309-315). 

Vom Sinn des Elastischen und Rhythmischen ("Gymnastik und Tanz" 
X/2, 1935. S. 17-18). 

Vom Sinn des Volkstanzes ("Rhythmus" XIV/5, Mai 1936. S. 129-132). 
Olympische Hymne (T: Albert Leo Merz), für Singstimme und Klavier 
(1936). 

Aktivität und Passivität in der Erziehung ("Rhythmus" XVI/4, April 
1938. S. 87-92). 


B 617 





Zitat: 

"Die erste Phase der nationalsozialistischen Bewegung, der Kampf 
um die politische Macht, ist abgeschlossen, alle Widerstände sind 
gebrochen oder in eine Position der Ungefährlichkeit abgeschoben. Aber 
auch die zweite Phase, der Kampf um die Seele des Volkes, verlangt die 
höchste Anspannung aller Energien, und vielleicht wird dieser Kampf, der 
ja letzthin einer neuen Form der Erziehung, der nationalsozialistischen, 
gilt, länger dauern als der politische Kampf. Denn hier gilt es mit einer 
Tradition aufzuräumen, deren Volksfeindlichkeit keineswegs so offen 
zutage liegt, wie die sehr schnell sichtbar werdenden Folgen einer 
untüchtigen Regierung. Hier gilt es Widerstände zu brechen, die 
hinabreichen in seelische Bezirke, deren Inhalt durch eine geistige Inzucht 
von fast 2000 Jahren so fest geworden ist, daß eine Umformung und ein 
Einströmen neuen Wollens, Fühlens und Ahnens seelische Kräfte verlangt, 
deren Stoßkraft den im politischen Kampf aktivierten in nichts nachstehen 
darf, deren Stoßkraft außerdem dauernd in Gefahr steht, abgebogen zu 
werden durch geistige Antriebe, welche dem, was war, mehr verhaftet 
sind, als ihre Träger selbst wissen. 

Der nationalsozialistische Staat ist entstanden aus einem unerhörten 
Kampfe, aus einem jahrelang sich steigernden Brechen von Widerständen. 
Und es ist eine Selbstverständlichkeit, wenn die Wertungswelt des 
Nationalsozialismus in der rücksichtslosen Energie und im unbedingten 
Kampfgeist die höchsten Maßstäbe für die Beurteilung von Menschen und 
für die Formung von Erziehungsgrundsätzen sieht, eine Einstellung, welche 
allerdings für manche die Gefahr birgt, alles Aktive schlechthin positiv, 
alles Passive grundsätzlich negativ anzusetzen und allzu leicht darüber 
wegzusehen, daß das Passive eine wesentliche Seite im Seelenleben des 
deutschen Menschen ist. (...)" (S. 87). 

Leib und Seele in der Leibeserziehung. Vier Abhandlungen zur 
körperlichen Erziehung (1938) [WV]. 

Kriegslieder für Gesang und Klavier, Reichsführer-SS Himmler gewidmet 
(1938) [VB]. 

1. Wenn der Frühling kommt: In der Champagneschlacht! (T: Leutnant 
der Reserve Fliedner f). - 2. Wir marschieren: Nun gehen viele Füße 
(T: Offizierstellvertreter Mayer). - 3. Die Schlacht: Schreie entrolln wie 
Fahnen (T: Kriegsfreiwilliger Alfred Hein). - 4. Requiem: Und der Welle 
sah ich zu (T: Leutnant Georg Muschner f). 

Angriff und Gestaltung. Ein Beitrag zur politischen Leibeserziehung 
("Rhythmus" XVI11/3-4, März-April 1939, S. 49-62). 

Zitat: 

"Es gehört zu den sichersten Kennzeichen für rassische 
Verbundenheit eines Politikers, Künstlers oder Pädagogen, daß er auch 
dann, wenn ein innerer Drang ihn nötigt, in begrifflicher Form Klarheit 
über sein eigenes Schaffen zu gewinnen, niemals den Boden unter den 
Füßen verliert, sondern das handfeste Zupacken in der täglich 
gestaltenden Arbeit sich noch in den letzten Bezirken begrifflichen 
Denkens erspüren läßt, daß er, kurz gesagt, keine Begriffe zu prägen 
wagt, die er nicht nach allen Seiten zu sichern sucht in Hinsicht ihrer 


B 618 





Unwiderleglichkeit. 

(...) Der Nationalsozialismus ist eine Lebenshaltung, aus der 
heraus ich in jedem Augenblick weiß, was ich als Deutscher zu tun und zu 
lassen habe. Ich weiß es auf Grund der Wiederoffenbarung der rassischen 
Triebkräfte des germanischen Menschen durch den Führer. Die jedem 
Nationalsozialisten gestellte Aufgabe ist Pflichterfüllung auf dem Posten, 
wohin der Führer ihn gestellt hat. Diese Forderung des Nationalsozialismus 
ist heute das unausgesprochene Dogma von Millionen. Die 
Weiterentwicklung des Nationalsozialismus - denn Nationalsozialismus ist 
doch eine Bewegung und kein stationärer Zustand - wird in Richtung 
einer reicheren Ausgestaltung seiner 
Lebensanschauung erfolgen, d. h. er wird die Erkenntnis der Grenzlinie 
zwischen dem Göttlichen und dem Menschen in seinen theoretischen 
Formulierungen vorverlegen. 

(...) letzte Konsequenz dieser Tatsache ist der Bolschewismus. Als 
Jude muß der Jude an der Spitze des Bolschewismus stehen. Da bei ihm 
die seelisch-rassische Bindung nur sehr schwach ist, hat das messende, 
vergleichende und gleichheitschaffende Prinzip die Oberhand gewonnen 
und leitet ausnahmslos seine Handlungen. Sein einziges Ziel ist die 
Atomisierung, d. h. bloße Zählbarkeit der Masse und ihr Hindirigieren auf 
die möglichst große Anhäufung atomisierter zählbarer Maßeinheiten 
(Geldstücke). Daher folgerichtig Bolschewismus und Kapitalismus aus 
innerstem Grunde zusammengehören. (...)" (S. 49, 53, 56). 

Es handelt sich um pseudophilosophische Rechtfertigung der 
Ideologie. 

Leben und Erziehung. Fünf Abhandlungen (1939) [WV]. 
Weltanschauung und Leibeserziehung ("Rhythmus" XVIIl/2, Februar 
1940, S. 73-79). 

Vom Sinn des Bauerntanzes ("Der Tanz" XI111/7, 1940. S. 74-77). 
November 1940, Laudatio: 

"(...) es gab bis vor kurzem keinen deutschen Sport, sondern nur 
internationalen Sport, und der gesamte Sportbetrieb in Deutschland war 
nach internationalem Vorbild aufgezogen; eine eigenartig deutsche Form 
des Sportes ist erst in den letzten Jahren ausgebildet worden in der Form 
des Wehrsports, wie er letzthin auf den Reichsparteitagen in Nürnberg 
gezeigt wurde. So erklärt sich der ungeheure Vorsprung, den der 
gymnastische Zweig der Leibeserziehung vor dem sportlichen hat und der 
allein Bodes Pionierarbeit zu danken ist. So erklärt sich aber auch, daß in 
der großen Sinneswende, die sich auf allen Gebieten mit dem Sieg der 
nationalsozialistischen Bewegung vollzog, Bode es nicht nötig hatte, seine 
Arbeit den neu aufgestellten Richtlinien anzupassen, daß vielmehr 
umgekehrt diese Richtlinien in wesentlichen Zügen mit aus seiner Arbeit 
erwuchsen" (Hans Eggert Schröder: Zur Einführung. Der Rhythmus als 
Erzieher. Festschrift zum 60. Geburtstag von Rudolf Bode. 3. Februar 
1941. Berlin-Lichterfelde, 1941. S. 7-8). 

Information: DML, FA, MM2, KDMK ("ab 11 PrivL f. Klav, Theor, 
Rhythm. München", nichts zur späteren Biographie), RML, MGG. 


B 619 





Bodensohn, Ernst Friedrich Wilhelm 

Speyer, 23. September 1914 - Baden-Baden-Ebersteinburg, 14. 
November 2003. 
Sohn eines Prokuristen und Musikers; in Mannheim Schüler des 
Soloflötisten Max Fühler, dann an der Hochschule für Musik und Theater. 
Aushilfe in verschiedenen Orchestern, so als Solist mit Flötenkonzerten 
von Quantz und Friedrich Il. im Speyerer Kammerorchester, auch beim 
Rundfunk Kaiserslautern. 1935-37 leistete er den Wehrdienst ab, 
begründete 1937 das Quantz-Collegium Baden-Baden, danach 
vorübergehend Büroangestellter der Stadtverwaltung Karlsruhe, Aushilfe 
in mehreren Orchestern; im Sommer 1939 zur Wehrmacht einberufen 
Mitglied, dann Leiter von Musikkorps, in der UdSSR, Griechenland und 
Italien im Sanitätsdienst eingesetzt. 1945 in Kriegsgefangenschaft unter 
freiem Himmel. 

Nach 1945 Soloflötist und Komponist am SWF Baden-Baden, 
weiterhin (bis 1991) Leiter des 1952 wieder tätigen Quantz-Kollegiums, 
das in Rokokotracht auftrat, und 1957 Gründer und Leiter der Festlichen 
Serenaden (Sommerspiele) in Schloß Favorite nahe Kuppenheim. 1955 
zog er nach Ebersteinburg. In seiner Edition Bodensohn verlegte er ab 
1972 eigene, aber auch zahlreiche klassische und zeitgenössische Werke. 
1982 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande. 

Werke: u. a. mehrere Suiten für Flöte solo (1934, 1966, 1971); 
Kadenzen zu klassischen Flötenkonzerten; Flöten-Duos; Gedächtnis-Suite 
"Auf den Tod eines kleinen Kindes" für Altquerflöte und Cello (1934); Trios 
(1934, 1944, 1981); mehrere Flöten-Quartette; Kleine Ballettmusik für 13 
Instrumente (1947); 2. Konzert für Flöte und StreichOrch (1975); 
Tripelkonzert für Flöte, Klarinette, Cello und StreichOrch (1977); 
Bearbeitungen klassischer Flötenwerke. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.856.992. 
Das Liebesopfer. Sinfonische Dichtung für gr. BlasOrch (1940-41). 
Den Stoff lieferte die Pressemeldung über eine Episode im 
spanischen Bürgerkrieg: Gefangene waren in einen Bunker gesperrt, um 
am Morgen erschossen zu werden. Durch Bestechung erhielt eine Frau 
nachts Zutritt, tauschte mit dem Geliebten die Kleider, sodaß er den 
Bunker verlassen konnte, und wurde statt seiner ermordet. 
Große Fahrt. Marsch für Blasmusik (ca. 1940). 
Es geht alles vorüber. Marsch nach dem Lied von Raymund (ca. 1940). 
Narvikkämpfer. Marsch für Harmoniemusik (1942) [HK]. 
Der Verlag vertrieb das Werk 1946 mit dem Titel "Neue Freunde". 


Bodenstedt, Hans 
Magdeburg, 27. Oktober 1887 - Feldafing, 11. Dezember 1958. 
Texter, Pianist und Komponist, Rundfunkjournalist in Hamburg, 1924-33 
Programmnleiter, dann Intendant der Norag, 1929 Schöpfer des 
"Hamburger Hafenkonzerts". 1934 in Berlin freier Autor und Verlagsleiter. 
Nach 1945 zuletzt Mitarbeiter beim Kinderfunk des NWDR Hamburg, 


B 620 





dann in Feldafing i. R. 

Werke: Gesangstexte, so ab 1924 zur Kindersendung 
"Funkheinzelmännchen" (Musik: u. a., Carl Krüger), für A. Bortz, H. 
Erdlen, Horst Platen; "Funkheinzelmännchens Weihnachtsmarkt" (1925), 
Revue, Inzenierung Erik Charell, Musik: Dr. Hans Kainz, Chordirektor und 
Kapellmeister; "Das Hakenkreuz. Eine deutsche Passion", Sendespiel 
(Norag, 4/1V/33). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.997.983. 
Sonne über Deutschland. Musiktitel (Orag, 17/V1/33). 

Gemeint ist wohl der Textautor Bodenstedt; den Titel, ohne oder mit 
Text, verwendeten C. Morena, H. Hoffmann-Glewe und W. Lindemann. 

18. Juni 1933: 

Bodenstedt hat die funkische Leitung einer von B. von Schirach 
geleiteten Stunde der Hitler-J ugend mit Volksliedersingen, deutschen 
Wiegenliedern, Tanz auf dem Markt als Umrahmung für Texte über 
Roswitha und Thusnelda (Grabbe, "Hermannsschlacht") (Norag, 
18/V1/33). 


Bodenstein, A. C.L. 


Jugendmorgen: Der J ugend heitrer Morgen ist wolkenlos und hell (T: O. 
A. Ellissen). 

In: 

Der Sieg ist erstritten (1934). 


Bodky, Erwin 
Ragnit/ Ostpreußen, 7. März 1896 - Sonnmatt-Luzern (CH), 6. 
Dezember 1958. 
Sohn eines Justizrats; Dr. phil.., Komponist und Cembalist, Schüler u. a 
von R. Strauss und F. Busoni, 1926-33 Professor an der Akademie für 
Kirchen- und Schulmusik Berlin. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

Im Herbst 1933 emigrierte Bodky nach Amsterdam, hier Lehrer an 
einem Musiklyzeum, und siedelte 1938 in die USA über, u. a. 1949 
Professor an der Brandeis University in Boston, Mass. Ab 1953 wieder zu 
Kursen in der BRD und in West-Berlin. 

Information: DML, FA, KDMK, RML, SML (ohne Todesmeldung), MGG 
("übersiedelte nach Amsterdam"). 


Boehe, Ernst 
München, 27. Dezember 1880 - Ludwigshafen, 10. November 1938. 
Sohn eines Majors; Schüler von Rudolf Louis und L. Thuille, 
Orchesterleiter, bis 1920 in Oldenburg; dann Professor, GMD des 
Pfälzischen Landesorchesters und Komponist in Ludwigshafen. 


B 62] 





Werke: u. a. Sinfonische Trauermusik (1934). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.265.537. 1934 Leiter der Landesmusikerschaft 
(RMK), ab November 1935-37 Landesleiter der RMK Gau XXVI Rheinpfalz- 
Saar. 

4. und 5. Januar 1938: 

Das 3. Symphoniekonzert des SaarpfalzOrch Ludwigshafen, Dgt. 
Boehe, bietet Werke von Weber, Schubert, Rachmaninow, Karl Höller und 
das Konzert für Orgel und Orch Op. 35 von Arno Landmann (UA). Solist: 
selbst. 

22. April 1938: 

Das Landes-SinfonieOrch Saarpfalz, Dgt. Boehe, bietet in der 
Werkhalle der Firma Klein, Schanzlin und Becker, Frankenthal, die 
Feierstunde Das Tagwerk ist vollbracht. Mitwirkende: Clara Ebers 
(Gesang), der alemannische Dichter Hans Eris Busse. 

Information: DNML, DML, FA, MM2 (Todesdatum 16/X1/38), RML. 


Boell, Heinrich 
Weißenburg/ Elsaß, 13. September 1890 - Bonn, 10. Oktober 1947. 

Sohn eines Hotelbesitzers; Schüler von H. Pfitzner und K. Straube, 
Dirigent und Organist. Lehrer - 1925 Professor - und Leiter der Abt. für ev. 
Kirchenmusik und Orgel an der Musikhochschule Köln bis 31/VI11/36; ab 
September 1936 in Breslau Direktor der Schlesischen Landesmusikschule, 
Dirigent von deren Orchester und zeitweise der Singakademie, später in 
Dresden. 

Nach 1945 wieder in Köln, zuletzt in Bonn. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.079.118. Den Abstammungsnachweis legte er 

jedoch nie vor. Bei der Besetzung der Kölner Hochschule 1934 fielen vier 

SS-Rowdies Boell an, stießen ihn zu Boden und traten ihn mit Füßen. 

RSHA, 18/X11/42: "Nachteilige Notierungen in politischer Hinsicht liegen 

nicht vor".1944-45 Landesleiter der RMK Gau XXVIlI Sachsen. 
Information: DML, FA, MM2, RML, LdCh. 


Boerner (Börner), Charlotte Elfriede 
Leipzig, 22. Juni 1906 - ? 

Tochter eines Professors und einer Konzertsängerin; Schülerin ihrer 
Mutter, Sopranistin, verheiratete Neste. 1923-28 jugendliche Dramatische 
an der Preuß. Staatsoper Berlin, dann Gastspiele in den USA, 1931-33 in 
Philadelphia. Im Februar 1934 bei der Deutschen Grammophon engagiert 
für die Aufnahme zweier Titel aus der Operette "Das lachende Florenz"; im 
Herbst 1934 Opernsängerin in Magdeburg, 1936 und 1937 Gastspiele an 
der Oper von San Francisco. 

Nach 1945 Inhaberin einer Konzertvermittlung in Gießen. 


NSDAP laut eigener Angabe, jedoch kein Eintrag in ZKNSDAP. KfdK. 


B 622 





18. März 1933, Beschwerde: 

"Unterzeichnete, Mitglied des Kampfbundes für Deutsche Kultur und 
der Partei war von 1923 bis 1927 an der Berliner Staatsoper als 
Iyrischer Sopran tätig. Mein Operndebut hatte ich zu Beginn der Spielzeit 
1923 an der Dresdener Staatsoper als Madame Butterfly. 1927 wurde ich 
aus politischen Gründen nicht mehr engagiert. 

Ein ganz besonderer Grund war auch die Aufdringlichkeit des 
Ministerialrats Dr. Seelig, welcher mir unumwunden erklärte, daß 
von meinem Verhalten ihm gegenüber ein Engagement abhinge. 

Mein Verhalten war so, daß ich nach seiner Ansicht nicht mehr für 
ein Engagement in Frage kam. 

(...) engagierte mich Direktor Witherspoon der Civic Opera in 
Chicago als Nachfolgerin von Lotte Lehmann und Maria Rajdl an seine 
Oper. Außerdem forderte mich Toscanini mit einem Telegramm an den 
Intendanten Tietjen und mit einem Kabel an Frau Winifred Wagner als 
>Evchen< in den Meistersingern für Bayreuth 1933 an. Was ich erwartet 
hatte: Tietjen lehnte mich ab. Durch den Zusammenbruch der 
Opern in Chicago und Philadelphia kam ich im Oktober 1932 nach Berlin 
zurück. Seitdem bemühe ich mich vergeblich, ein Engagement in meiner 
Heimat zu finden. 

Im Ausland geehrt und gefeiert, verdiene ich als Deutsche in 
Deutschland nicht so viel, daß es für ein Stückchen trockenen 
Brotes reicht._ 

Der Liebenswürdigkeit Dr. Furtwänglers habe ich es zu danken, 
daß ich seinen Proben zur Neuinszenierung der Oper >Elektra< in der 
Staatsoper beiwohnen durfte. Den Kritiken gerade in dieser Oper als 
>Chrysosthemis< (= Chrysothemis) der gesamten Presse von New York 
und Philadelphia wie auf die Kritiken der Welturaufführung >Maria 
Egiziaca<, die in Abschrift beiliegen und jederzeit im Original zur 
Verfügung gestellt werden können, bitte ich Ihre geschätzte 
Aufmerksamkeit zu widmen. Obwohl Herr Tietjen diese Kritiken kennt, hat 
er mich nicht bei der Besetzung der kommenden Neueinstudierung von 
>Elektra< in Betracht gezogen, sondern zwei Gäste von auswärtigen 
Bühnen hierfür verpflichtet. 

Ich bin am Ende meiner Kraft und für keinen 
Verzweiflungsschritt verantwortlich" (Charlotte Börner an Dr. 
Goebbels, 18/111/33. Abdruck in: "Neuköllner Tageblatt", 25/1V/33. Fehler 
im Abdruck). 

So offensichtlich das dramatische Talent von Frau Börner ist, so 
wenig bekümmern sie organisatorische Bedingungen. Dienstherr von 
Tietjen war nicht Goebbels, sondern Göring. Die Zeitung legte das 
Briefdatum irrtümlich auf den 18. April. 

22. März 1933, Vorwurf: 

"Sie haben mir gestern vormittag den Zutritt in die Staatsoper 
verboten, somit auch meine weitere Anwesenheit zu Prof. Furtwänglers 
Proben der >Elektra< unmöglich gemacht. Ich erklärte Ihnen, Herr 
Generalintendant, weshalb und wofür ich den Proben beiwohnte. Über 
diese meine Erklärungen sind Sie hinweggegangen. Sie haben mich als 


B 623 





Mensch tief gekränkt, die Künstlerin, welche bereits einmal vier Jahre 
Mitglied dieses Opernhauses war, mehr als gedemütigt. In einer Form und 
in einer Weise, die Sie, Herr Generalintendant, nie verantworten können. 
Am 21. März 1933, dem Festtage der nationalen Erhebung meines 
Vaterlandes, mußte ich, eine deutsche Künstlerin, die mit soviel Stolz 
deutsche Kunst und mit soviel Erfolg deutsches Können im Auslande 
wahrte, erleben, von Ihnen wie ein räudiger Hund aus dem deutschen 
Staatsopernhause gewiesen zu werden. Jedes Wort erübrigt sich, Herr 
Generalintendant. Was nun mit mir geschehen wird, was ferner geschehen 
soll, für alles das werden Sie sich die Verantwortung zuschreiben müssen. 
Eine Abschrift habe ich Hern Reichsminister Goebbels zukommen lassen" 
(Charlotte Börner an Tietjen, 22/111/33. Abdruck in: "Neuköllner 
Tageblatt", 25/1V/33). 

Die Sängerin inszenierte nach Andeutung von Selbstmordgedanken 
ein mehrtägiges Verschwinden, das die Presse gut beachtete. Sie diente 
beim kulturpolitischen Kampf gegen Tietjen als Munition. 

März 1934: 

Der neue Grammophon-Katalog nennt Charlotte Boerner mit zwei 
Gesangstiteln aus der Operette "Das lachende Florenz" von R. M. Raffaelli, 
nämlich dem Florentinischen Lied "Herrliche Stadt am Arnostrand" und 
dem Walzer "Bleib bei mir, was immer auch geschehe" (Grammophon 
10162 E). 

Information: DNML, DML(Geburtsjahr 1900), FA(Geburtsjahr 1906). 
Laut Amt für öffentliche Ordnung Gießen (26/Il/98) konnte Frau Boerner 
als gemeldet oder gemeldet gewesen nicht ermittelt werden. Laut 
Standesamt Leipzig (2/XI/99) war nur eine Charlotte Börner, geb. 
29/1/01, registriert, deren Eltern andere Namen trugen als in DML 
genannt; für diese und zwei weitere Informationen stellte es 53, 10 DM 
Gebühren in Rechnung, setzte diese auf Antrag jedoch aus. Das Büro für 
Presse, Information und Service - Stadtbüro - Gießen (29/X1I/99), ließ 
wissen, zu Frau Börner gäbe es keine Archivunterlagen. Auch die Mutter 
der Gesuchten, die in Leipzig geborene Sängerin Hildegard Weber, war in 
den Standesämtern der Stadt Leipzig (27/XII/99) nicht zu ermitteln. Laut 
LA Berlin (23/W/02) gibt es in der lückenhaften Meldekartei 1875-1960 
keine Spur. 


Boerner, Hellmut 
Im Kriege zur Wehrmacht einberufen, Kriegsberichter. 


Noch gestern lag ich im Quartier, heut' steh ich schon vorm Feind 
(eigener T). Marschlied, 1940 auf Postkarte verbreitet. Titel: Du Mädel 
warst so lieb zu mir. 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Und heulen die Granaten hier, 
tobt auch so wild die Schlacht, 
so hab ich doch an mein Quartier 


B 624 





und dich, mein Kind, gedacht. 
du läßt mir keine Ruh, 
traum' von dir Tag und Nacht 
und steh' ich auf der Wacht, 
seh ich dein Bild vor mir, 
ach du, ach du, ich seh'n mich so 
nach dir!" 


Boettcher (Böttcher), Hans 

Stuttgart-Cannstadt, 26. März 1903 - Berlin, Kanonierstraße, 1. Mai 
1945 (gefallen iim Fronteinsatz). 
Sohn eines praktischen Arztes; Dr. phil. Berlin 1927 (Beethoven als 
Liederkomponist). Musikschriftsteller und Musikreferent in Berlin und 
Klein-Machnow, 1926-33 Sekretär des Reichsverbandes Deutscher 
Tonkünstler und Musiklehrer, 1930-31 Herausgeber der sozialistischen 
Zeitschrift "Musik und Gesellschaft". Auch Mitarbeiter der 
Volksmusikschule Neukölln und deren stellv. Leiter. Zuletzt zum 
Volkssturm einberufen. 


NSDAP seit 1/11/40, Nr. 7.447.244, auf Antrag vom 18/X1/39. 1933 
Geschäftsführer der Fachschaft Ill der RMK, dann stellv. Leiter von deren 
Fachschaft Il (Musikerzieher und Chorleiter). 

Allgemeine Musiklehre auf dem Schulungslager ("Der 
Musikerzieher" XXXVI/1, Oktober 1939. S. 1 f.) 

Berufsfortbildung des Musikerziehers ("Die Musik" XXXIll/6, März 
1941. S. 201 f.). 

Schulungslager für Musikerzieher ("Der Musikerzieher" XXXVII1/6, 
März 1942. S. 81-84). 

Zitat: 

"(...) Obligatorische Grunddisziplinen der Lagerarbeit sind: 1. 
Chorisches Singen in Verbindung mit deutscher Volksliedkunde; 
2.Instrumentales Musizieren in Kammerorchester- und 
Kammermusikgruppen in Verbindung mit Aufführungskunde; 3. 
Fachkunde für die einzelnen Instrumente (Klavier, Streicher, Blockflöte) 
in Verbindung mit eingehend gehaltener Literaturkunde anhand der 
sorgfältig vorbereiteten Lagerbibliothek; 4. Weltanschauliche 
Schulung, die jeweils vom zuständigen Gauschulungsredner der NSDAP. 
oder seinem Vertreter durchgeführt wird. 

(...) Dazu kommen Einzelvorträge mit Aussprachen, etwa über 
Fragen der Fest- und Feiergestaltung, des Musizierens in den Formationen, 
der Zusammenarbeit zwischen Schul- und Privatmusikunterricht, der 
Vorbereitung des Hausmusiktages, der Gestaltung von 
Schülervortragsabenden, der berufsständischen Anordnungen, wobei auf 
die Mitarbeit von Vertretern der entsprechenden Gliederungen besonderer 
Wert gelegt wird. Im Sinne dieser Zusammenarbeit sind wiederholt 
Gemeinschaftslager mit Formationen und führenden Musikinstitutionen 
durchgeführt worden, so mit dem Deutschen Volksbildungswerk (Lager 


B 625 





Comburg 1939, Neuhaldensleben 1940), mit dem BDM (Lager Köpenick 
1937, Greiffenberg a. Ammersee 1939), mit dem NS.-Lehrerbund (Lager 
Bremen 1937), mit der Reichsmusikhochschule Mozarteum (Lager 
Salzburg 1940), mit dem Hochschulinstitut für Musikerziehung Königsberg 
(Lager Kahlberg 1940), mit der Staatl. Musikhochschule Köln (Tagung für 
den Gruppenunterricht 1942), mit der Berliner Hochschule für 
Musikerziehung (Berliner Schulungen 1941/42), mit dem Musikschulwerk 
Niederdonau (Lager Göttweig 1939, Wasserburg 1941), mit dem 
Steirischen Musikschulwerk (Lager Eggenberg 1940 und 41), mit dem 
Musikschulwerk Oberdonau (Lager Wels 1941)" (S. 82). 
Hausmusik und Werkstudium ("Von deutscher Hausmusik". Berlin 
1942). S. 34-39). 

Information: DML, FA. 


Boettge, Adolf 
1848 - 1913 


Badischer Leibgrenadier-Marsch (Hoch Großherzog Friedrich). 

Parademarsch des 1. Badischen Leibgrenadier-Regiments Nr. 109 

(Südfunk, 31/111/33, Polizeikapelle Karlsruhe, Dgt. J. Heisig). 

Marsch der Finnländischen Reiterei = AM II, 211 und III, 70 (DtldS, 

10/V11/33; DtldS, *20/1V/34, von Schallplatte; Berlin, 12/VII1/36, Militär- 

Festkonzert zur Olympiade, MK der Wachtruppe Berlin, Dgt. StMM Ahlers). 

"Aus dem Dreißigjährigen Krieg". Bearbeitung von Hanns Steinkopf [B&B]. 
Tondokument - vom 28/V1/41 - im DRA: B003119737, B003159811. 

In: 

[Sc] Marschbuch (1933); Jung Deutschland I (1933); Sieg-Heil! (1933); 

Kamerad sing mit! (1940). 

Vgl. Finnländischer Reitermarsch. 


Boetticher, Wolfgang 

Bad Ems, 19. August 1914 - Göttingen, 7. April 2002. 
Sohn eines Chemikers im Staatsdienst, Dr. phil. Berlin 1939 (Robert 
Schumann), Habilitation Berlin 1943. Musikwissenschaftler, am 1/X11/38 
auf zwei Jahre zum Wehrdienst einberufen, jedoch schon nach wenigen 
Monaten entlassen. Die Arbeitsaufträge des Amts Rosenberg in vielen 
besetzten Ländern Europas benutzte er regelmäßig, um Quellenmaterial 
für eigene wissenschaftliche Vorhaben zu gewinnen. Er erhielt den Robert 
Schumann-Preis 1943 (5.000 RM) und wurde am 5/1X/44 zum Dozenten 
an der Universität Berlin ernannt. 

1948 an der Universität Göttingen, hier Professor für MW, seit 1958 
auch an der Technischen Universität Clausthal-Zellerfeld. 1972-74 Dekan 
der Philosophischen Fakultät der Universität Göttingen. Nach seiner 
Emeritierung hielt er im musikwissenschaftlichen Seminar weiterhin 
Vorlesungen, zuletzt im Wintersemester 1998/99, bis der Seminardirektor 
im November diese Lehrveranstaltungen mit sofortiger Wirkung aussetzte. 


B 626 





Werke: u. a. "Robert Schumann. Einführung in Persönlichkeit und Werk" 
(1941) [Hahnefeld, Berlin]. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.919.688, auf Antrag vom 20/11/38. NSV und RLB 
und seit 1934 NSD-Studentenbund, hier 1937-45 Sachbearbeiter für MW 
im Musikreferat der Reichsstudentenführung. Ab 1941 Freiwilliger der 
Waffen-SS, 1943 Unterscharführer, zeitweise zum Heer - Feldposteinheiten 
43071 und 19492 - abkommandiert, hier Obereinsatzführer. Seit 1937 
wissenschaftlicher Mitarbeiter der Reichsleitung der NSDAP, dann Leiter 
der Musikpolitischen Verbindungsstelle im Amt Musik (ARR) mit 
Dienstbezügen - Stand Juli 1944 - von 453.60 RM monatlich. 

Lektor für Musik beim ARR und ab 1940 dort Mitarbeiter am 
"Lexikon der Juden in der Musik" sowie des Sonderstabs Musik im 
besetzten Frankreich, hier mit der "Sicherstellung", Sichtung und 
Verpackung von Musikalien aus jüdischem Eigentum befaßt; 1941 erhielt 
er aus Kunstraubgut einen Posten der bei der Firma Path&-Marconi in Paris 
beschlagnahmten Schallplatten. 1944 Leiter der Hauptstelle Musikschaffen 
im Ausland beim Amt Musik - ARR - mit Dienstausweis für Politische Leiter 
Nr. 1590 vom März 1944. 


1937 
1. Dezember 1937: 

Boetticher wird als Berater für die Hauptstelle Musik, ARR, mit der 
Dienstbezeichnung Referent verpflichtet. 

Neue Leitgedanken der deutschen Musikwissenschaft ("Die 
Bewegung" V/49, 7/X11/37. S. 4). 
Zitat: 

"Die geistige Neuformung, die sich seit der nationalsozialistischen 
Staatsführung auf allen Teilgebieten des Lebens vollzogen hat, ist auch an 
der Musikwissenschaft nicht vorübergegangen. Denn gerade hier, wo es 
gilt, die Gesetze wissenschaftlichen Forschens mit dem Künstlertum in 
einen gemeinsamen Rahmen zu zwingen, mußten sich die Fragen des 
deutschen kulturellen Aufbaus verdichten und einer klaren 
Beantwortung zugeführt werden. 

(...) Nein, auch künstlerisches Schaffen ist selbstloses Einsetzen für 
einen außerpersönlichen Darstellungsgegenstand, heißt Behaupten, zeugt 
von einem Verlangen nach Leistung und erfordert männlich-heroische 
Kraft des Überwindens. 

(...) Hier liegen noch manche ungelösten Aufgaben - nur einige sind 
hier angedeutet -, an denen musikwissenschaftliche Fachschaften 
innerhalb der kulturwissenschaftlichen Fachgruppen anzuset- 
zen haben. Wenigstens zweimal im Semester sollte in einer kulturwissen- 
schaftlichen Arbeitsgemeinschaft ein Kamerad sich mit dem musikalischen 
Schrifttum auseinandersetzen. Verbindungswege zur Kunstgeschichte, 
Germanistik, Psychologie, psychologischen Anthropologie sind zur Schaf- 
fung einer breiten Arbeitsgrundlage einzuschlagen. Und dies namentlich 
im Hinblick auf ein anderes, ebenso wichtiges Teilgebiet, das auch im 
Reichsberufswettkampf vertreten ist: die Volksliedkunde. (...)". 


B 627 





1938 
Deutsch sein heißt unklar scheinen ("Die Musik" XXX/6, März 1938. 
S. 399-404). 

Es handelt sich um eine Rezension von R. Pessenlehners Buch "Vom 
Wesen der deutschen Musik" mit antisemitischem Unterton wegen dessen 
Dissertation von 1932 über Hermann Hirschbach. 

Die Kulturtagung der Reichsstudentenführung in Königsberg i. Pr. 
vom 22. bis 24. April 1938 ("Die Musik" XXX/8, Mai 1938). 

Die Musikwissenschaft und die studentischen Probleme der 
Gegenwart. Ansprache (Düsseldorf, *25/V/38, bei der musikalischen 
Abendveranstaltung des NSD-Studentenbundes zu den 
Reichsmusiktagen). 

Der Titel des programmatischen Vortrags lautete zunächst "Die 
Musikwissenschaft im Kampf um die deutsche Musikkultur". 

4.) uni 1938, Informationshelfer: 

"Ein mir in München befreundeter Dozent möchte einige Dinge über 
>Das J udentum in der Musik< bearbeiten. Er interessiert sich vor allem 
für die Ergebnisse von Düsseldorf. Ich habe ihm nun mitgeteilt, dass Du 
als mein Musikwissenschaftler ihm gerne Literatur nennen würdest. Die 
Literatur braucht keinesfalls wissenschaftlich tiefgründig zu sein. Es 
genügt, wenn Du ihm einige Literatur aufzählst. Er interessiert sich vor 
allem für die rein rassemässigen Fragen, wieweit z. B. jüdische Musik 
unschöpferisch ist, das alte Problem Mendelson. 

Zunächst habe ich ihm mit entsprechenden Bemerkungen das Heft 
von Dr. Ziegler >Entartete Musik< gegeben. Vielleicht kannst Du ihm kurz 
nennen, welche Literatur er noch lesen soll, bzw. welche Bücher der 
Referenten, die in Düsseldorf über Musik und Rasse referiert haben, für 
ihn in Frage kommen. (...)" (Reichsstudentenführung, Musikreferent 
Schroth, an Boetticher, 4/V1/38. Fehler im Original. Quelle: BA, 
Namensakte Boetticher). 

Wirkungsbereiche der Schallplatte ("Die Musik" XXX/8, Mai 1938. S. 
552). 

Richard Eichenauer: Polyphonie, die ewige Sprache deutscher 
Seele. Rezension ("Die Musik" XXXI/1, Oktober 1938. S. 44). 

Vortrag (Freusburg, 1938, beim 3. Reichsmusiklager der 
Reichsstudentenführung). 

Bericht: 

"(...) Aus dem musikwissenschaftlichen Arbeitsgebiet sprach 
zunächst Fachschaftsleiter Wolfgang Boetticher. In tiefgehenden 
Ausführungen zeigte er uns, wie das Tonwerk letzthin die weltanschauliche 
Grundhaltung verkörpert, in der sein Schöpfer verhaftet ist (Wolfgang 
Sichardt: Deutsche Musikstudenten auf der Freusburg. "Deutsche 
Musikkultur" I11/5, Dezember 1938-) anuar 1939. S. 315). 

Die Reichsstudentenführung hatte zuvor schon solche Musklager 
veranstaltet, so 1935 in Ludwigstein im Werratal und 1936 in Wuhrberg in 
Pommern. Sie fußten auf weltanschaulicher Grundlage, bekämpften die 
Vereinzelung, boten körperliche Ertüchtigung und fachliche Musikarbeit. 
Führungskräfte aus Partei und Staat referierten über fundamentale 


B 628 





Lehrsätze der nationalsozialistischen Weltanschauung. 
1. Dezember 1938: 

Boetticher wird auf zwei Jahre zur Wehrmacht einberufen, jedoch 
schon zum 17. April 1939 entlassen. 


1939 
1. Januar 1939: 

Boetticher nimmt seine hauptamtliche Arbeit bei der Hauptstelle 
Musik, ARR, auf. 

18. Januar 1939: 

Boetticher wird zum Referenten der Hauptstelle Musik, ARR, ernannt 
(Quelle: BA NS 15/ 24). 

23. Februar 1939, Beurteilung: 

"Aufgrund der weltanschaulichen Festigkeit und des ausgezeichneten 
Wissens bestens geeignet" (ARR, 23/11/39. Quelle: BA NS 15/ 24). 

Zur Erkenntnis von Rasse und Volkstum in der Musik. In: Musik im 
Volk. Grundfragen der Musikerziehung, hgb. von W. Stumme (Berlin, 
1939) (S. 217-229). 

Zitat: 

"(...) Aber über Wissen und Erkennen steht der Glaube an eine 
sinnvolle Ordnung der Kunst nach den Gesetzen des Blutes, den Wurzeln 
unseres Seins. Das unbeirrbare Fühlen und Ahnen der Dinge, das den 
Suchenden leitet, ist ein fester Baugrund. Und gerade die 
Musikwissenschaft ist wie kaum eine andere Disziplin auf das innere 
Schauen, das Einfühlungsvermögen, das die Erlebnisfülle des Künstlers 
ausmacht, angewiesen. Wir sehen die Ziele vor uns, mögen auch einige 
Wege, zu ihnen zu gelangen, noch im Dunkel liegen: nicht Zweifel, 
sondern neue Ideale sind unserer Zeit geschenkt worden" (S. 229). 

Dies ist ein entlarvendes Eingeständnis, daß die Musikwissenschaft 
des NS nicht mehr als empirische Wissenschaft zu bewerten sei, sondern 
sich in die Rolle einer Hilfsideologie der braunen Weltanschauung schickte. 
25. bis 29. März 1939, Noch eine Tagung: 

"Pg. Wolfgang Boetticher legte als Mitarbeiter der Hauptstelle 
Musik und Sachbearbeiter der Reichsstudentenführung einen kritischen 
Bericht über das neuere Schrifttum zur musikalischen 
Rassenstilfrage vor, ging von den Voraussetzungen der jüngeren 
Musikästhetik aus und würdigte im einzelnen den Erkenntniswert der 
Systeme einer musikalischen Rassenseelenkunde" (Musikfragen der 
Gegenwart. Arbeitstagung der Musikstudentenführer der Musikhoch- und 
Fachschulen. "VB" Nord, Nr. 96, 6/1V/39). 

Mai 1939: 

"Die Musik" XXXI/8, Mai 1939, druckt Boettichers Bericht über die 
Arbeitstagung der Musikstudentenführer in Berlin. 

Rundbrief an alle musikwissenschaftlichen Fachschaftsleiter und 
Vertrauensmänner der Universitäten und technischen Hochschulen 
(Reichskulturamt der Reichsstudentenführung, Juni 1939). 

Dieser Rundbrief enthält Boettichers Bericht über die 
Reichsmusiktage in Düsseldorf, Informationen und eine mehrseitige Liste 


B 629 





"Musikwissenschaftliche Werke jüdischer Verfasser", die jüdische 
Musikforscher und Musikautoren wie zZ. B. Guido Adler, Moritz Bauer, Paul 
Bekker, Ernst Decsey, Alfred Einstein, Robert Lachmann, Curt Sachs, Paul 
Stefan auch fachlich abqualifiziert. 

Zitat: 

"Paul Bekker Bekker ist 1933 emigriert, im Auslande bis zu 
seinem Tode (1936) feindlicher Agitator, er war einer der 
Hauptschrittmacher der >Neuen Musik< im Sinne des entarteten 
Konstruktivismus eines Schönberg und Schrecker. Er hatte eine 
anschauliche und flüssige Schreibart, sein Schrifttum ist daher sehr weit 
verbreitet. Er forderte bedingungslos die Internationalisierung aller Kunst. 
Mit Vorsicht ist sein von abenteuerlichen Ideologien bestimmtes Buch 
>Beethoven< (1911 und 1925) zu geniessen. (...)" (Fehler im Original). 
5. Juli 1939: 

In der Parteistatistischen Erhebung 1939 - Stand vom 1. Juli - gibt 
Boetticher an, er sei Leiter der Musikpolitischen Verbindungsstelle im 
Reichsüberwachungsamt der NSDAP (= ARR). 

Robert Schumann: Einführung in Persönlichkeit und Werk. Beiträge zur 
Erkenntniskritik der Musikgeschichte und Studien am Ausdrucksproblem 
des 19. Jahrhundert. Diss., Berlin 1939 (1941) [B. Hahnefeld, Berlin]. 


1940 
29. März 1940: 

Die Kanzlei Rosenberg teilt in einem vertraulichen Schreiben an den 
Oberbürgermeister von Chemnitz mit, Boetticher habe das ganze Robert- 
Schumann-Archiv im Hinblick auf "unsere ideologischen Grundsätze" 
überprüft und dabei wichtige Funde gemacht, die in vieler Hinsicht neue 
Erkenntnisse über Schumann eintrügen. Boetticher habe sich "stets als ein 
ausgezeichneter Sachkenner und als instinktsicherer Nationalsozialist 
bewährt" (Quelle: BA NS 8/ 136. Blatt 65). 

Juni und Juli 1940: 

Gerigk forscht auf seiner zweiten Reise nach Polen in Krakau und 
Warschau mit Unterstützung seines Mitarbeiters Boetticher nach 
deutschen oder für Deutschland zu requirierenden Musikalien. Mit 
angeblicher Ermächtigung des Generalgouverneurs beschlagnahmen die 
beiden aus dem Bestand der Staatsbibliothek und zweier anderer 
Bibliotheken Warschaus u. a. Handschriften von Chopins Lehrer Joseph 
Elsner und lassen aus dem Chopin-Institut zwei Koffer voll Material 
mitgehen. 

13. Juli 1940, Aufgabe in Polen: 

"Als ich vor einigen Wochen Krakau und Warschau zusammen mit 
Dr. Boetticher auf deutsche Musikbestände in den dortigen Bibliotheken 
absuchte, gab ich mir alle Mühe, Sie ausfindig zu machen, aber ohne 
Erfolg. 

(...) sodaß wir lediglich mit Dr. Josef Reiss gesprochen haben, bei 
dem wir uns nicht klar darüber waren, ob er J ude ist. Er selbst bestreitet 
es" (Dr. Gerigk an Leutnant Helmut Osthoff, 13/V11/40. Quelle: BA NS 30/ 
65). 


B 630 





18. September 1940: 

Dr. Gerigk veranlaßt Boetticher, dem RMVP mitzuteilen, daß es für 
einen weiteren Bericht über die vom Sonderstab Musik vorgenommenen 
Beschlagnahmen noch zu früh sei (Quelle: BA NS 30/ 64). 

7. Oktober 1940, Warschau: 

"Pg. Dr. Wolfgang Boetticher reist im Auftrage unserer 
Dienststelle nach Warschau, um die von Herrn Generalgouverneur Dr. 
Frank für die Dienststelle des Reichsleiters Rosenberg freigegebenen 
Materiale sachgemäß verpacken und abtransportieren zu lassen. Es wird 
gebeten, ihn bei diesen Arbeiten in jeder Weise zu unterstützen" (ARR, 
Bescheinigung, 7/X/40. Quelle: BA NS 15/ 24). 

7. Oktober 1940, Säuberung: 

"Pg. Dr. Wolfgang Boetticher hat den dienstlichen Auftrag, die 
Fabrik und das Warenlager der Warschauer Zweiggesellschaft des 
englischen Schallplattenkonzerns >His Masters Voice< und >Columbia< 
auf jüdische zersetzende und staatsfeindliche Schallplattenbestände 
durchzusehen. Falls Material dieser Art vorhanden ist, wird gebeten, von 
jedem Stück drei bis fünf Exemplare für die Hohe Schule der Partei zu 
beschlagnahmen und zum Abtransport freizugeben" (ARR, Amt Musik, 
Bescheinigung, 7/X/40. Quelle: BA NS 15/ 24). 

17. November 1940: 

Dr. Gerigk teilt der Verwaltungsleiterin des Sonderstabs Musik, Käthe 
Thümen, mit, er habe veranlaßt, daß Stellenleiter Dr. Boetticher 
schnellstens nach Brüssel gehe, um zwei bis drei Wochen in dortigen 
Bibliotheken zu arbeiten; dies werde aus dem Goebbels-Fonds finanziert 
(Quelle: BA NS 15/ 99. Blatt 47). 

20. November 1940, Belgien und Holland: 

"Der Parteigenosse, Dr. Wolfgang Boetticher, begibt sich in 
dienstlichem Auftrag am 21. 11. 1940 auf längere Zeit nach Belgien und 
Holland" (ARR, Bescheinigung, 20/X1/40. Quelle: BA NS 15/ 24). 
Gutachten für Dr. Stengel mit Abgleich zu Brückners Judenlexikon (Paris, 
31/X11/40). 

Zitat: 

"(...) Alle diese Fälle, die z. T. nach Prüfung der im Archiv der 
Reichsmusikkammer aufbewahrten Fragebogen festgestellt wurden, 
stellen entweder ganz geringfügige Versehen dar, oder lassen 
grundsätzlich für Stengel einen Wahrscheinlichkeitsgrad offen. Stengels 
saubere wissenschaftliche Arbeit bleibt von diesen Fällen unberührt. Sie 
sind überhaupt nur genannt, um dem Gutachten größtmögliche 
Vollständigkeit zu geben" (Boetticher: Ermittlung XIV. Ausstände im 
"Lexikon der Juden in der Musik". Paris, 31/XI1/40. Quelle: BA NS 15/ 21). 

Boetticher zählt im Rahmen dieses Gutachtens u. a. 26 jüdische 
Musiker mit Datenkorrektur oder zusätzlich für den Nachtrag zum 
"Lexikon der Juden in der Musik" auf; diese Liste war bereits die 
vierzehnte. Die erste hatte im Text Brückners unzuverlässige Datierungen, 
fehlerhafte Namen und sonstige Irrtümer festgehalten. 


B 631 





1941 
13. Januar 1941, Rechtfertigung: 

"(...) wird mitgeteilt, dass die Pianistin Wanda Landowska Jüdin ist. 
Sie wurde 1878 in Warschau geboren und besitzt polnische 
Staatsangehörigkeit. Die Personalunterlagen befinden sich in unserem 
Besitz. Die beschlagnahmten Gegenstände der Landowska können daher 
nicht als französischer Kunstbesitz angesehen werden. Vielmehr wurden s. 
Zt. diese Gegenstände als herrenloses jüdisches Gut im Sinne des 
Führerbefehls sichergestellt. 

Es wird ausserdem bemerkt, dass die Jüdin Landowska in einer 
Reihe von Fällen Juden massgeblich unterstützt hat, die in der 
Öffentlichkeit als Feinde Deutschlands sehr bekannt waren. Es sei ferner 
daran erinnert, dass die Landowska 1940 in der großen Oper in Paris ein 
Konzert zu Gunsten der Polenhilfe gemeinsam mit dem deutschen Hetzer 
Bronislav Hubermann veranstaltet hat, unter dem Protektorat des damals 
in Frankreich noch residierenden Präsidenten des liquidierten Polenstaates. 

Das genannte Klavier Chopins wurde bei den Erhebungen unserer 
Dienststelle in Polen in der Warschauer Biblioteka Polska vergeblich 
gesucht, trotzdem es dort als Besitz inventarisiert war. Wie dieses 
Instrument in den Besitz der Landowska gelangt ist, wird noch 
festgestellt. In jedem Falle war das Zugriffsrecht gegeben" (W. Boetticher, 
Sonderstab Musik, an Chef des Militärverwaltungsbezirks Paris, 13/1/41. 
Quelle: ACDJ C, Document CCXXXI-22. Fehler im Original). 

Boetticher war - nach französischen Beschwerden - mit der Anfrage 
des Verwaltungsstabes, Chef des Militärverwaltungsbezirks Paris, wegen 
Rechtmäßigkeit der Beschlagnahmen befaßt; die Tatsache, daß er 
antwortete, beweist, daß er im Nachgang der Beschlagnahme persönlich 
tätig war. Die Geheime Feldpolizei hatte auf Betreiben des Chefs des 
Miiltärverwaltungsbezirks Paris Ermittlungen angestellt und - natürlich - 
die "Rechtmäßigkeit" der Aktion bestätigt. Boetticher zitiert weithin aus 
deren Ermittlungsbericht. 

Daß der Deutsche Hans Heinrich Krause, Freund der Sekretärin von 
Frau Landowska, nachdem er sich für Rückgabe des geraubten Eigentums 
eingesetzt hatte, spurlos verschwand, schien keiner Untersuchung wert. 

Am 19. Februar 1941 katalogisierte Boettichers Mitarbeiterin Vietig 
60 Kisten geraubtes Eigentum von Frau Landowska, darunter ein Flügel 
und 13 Cembali, Spinette, Tafelklaviere und Klavichorde. Sechs der Kisten 
enthielten Noten, Schallplatten und diverses Schrifttum von Darius 
Milhaud. Die Instrumente waren jedoch schon am 10. Oktober 1940 per 
Lastwagen nach Berlin geschafft worden. 

19. Februar 1941, Notiz: 

"Am 18. 2. 1941 wurden unter meiner Aufsicht 3000 Schallplatten 
aus der Wohnung des geflüchteten Juden Arno Poldes, Avenue Pereire 155 
abtransportiert. Diese Musikgegenstände wurden in 11 Kisten verpackt 
(...)" (Dr. Boetticher, Sonderstab Musik, 19/11/41. Quelle: ACDJC, 
Document XLII-205). 

Die Kisten - Signatur GRA 1 bis 11 - waren zur Einlagerung bei der 
Berliner Spedition Franzkowiak bestimmt; die Aktennotiz trägt die 


B 632 





Namenskürzel "Dr. Boe/Vg." und die Unterschrift Boettichers. Der 
Vorname des Beraubten ist jedoch unrichtig angegeben. Vg = Vietig. 
7. Juli 1941: 

Boetticher meldet sich freiwillig zur Waffen-SS. 

30. August 1941: 

Boetticher trifft in Amsterdam ein und beteiligt sich bis 2. September 
für den Sonderstab Musik an der Durchsuchung von 
Handschriftenbeständen in Bibliotheken und Archiven hier, in Haarlem, 
Leiden, Rotterdam, Nimwegen und Utrecht. 

2. September 1941: 

Boetticher kehrt - vorübergehend - nach Berlin zurück. 
9. bis 17. September 1941: 

Boetticher arbeitet in Amsterdam zusammen mit Dr. Gerigk und 
Franzi Berten an aktuellen Aufgaben des Sonderstabes Musik. 

30. September bis 3. Oktober 1941: 

Boetticher arbeitet abermals für den Einsatzstab in Paris. 
2. Oktober 1941: 

Boetticher erklärt die Beschlagnahme von 3548 Schallplatten der 
Firma Pathe& in Paris durch Gerigk im August 1940 für rechtens, da es sich 
um Propaganda jüdischer Feindmächte handele und dafür unter keinen 
Umständen Schadensersatz zu leisten sei (Quelle: BA NS 30/ 64). 

Eigentümer der Platten war die französische Firma; auch nach 
deutschem Strafrecht war der Tatbestand des Raubes gegeben. 

6. Oktober 1941: 

Boetticher reist nach Berlin zurück und meldet sich wieder bei seiner 
Truppe. 

15. Oktober 1941: 

Boetticher wird zum Kommandoamt der Waffen-SS zurückversetzt 
(Quelle: BA NS 30/ 66). 

4. November 1941, Aktennotiz: 

"Betrifft: Einsatzstab R. 

Mit Wirkung vom 15. 10. 1941 wurde ich zum Kommandoamt 
Waffen SS zurückversetzt. Ursprünglich sollte ich dem Referat 
>Militärmusik< zugeteilt werden. Es traten Schwierigkeiten auf, da der 
derzeitige Leiter der Musikabteilung der Ansicht war, später sein Amt 
aufgeben zu müssen. Ich habe ihn frühzeitig aufgeklärt, dass es nicht 
meine Absicht ist, ihm seine dienstlichen Aufträge aus den Händen zu 
spielen. Daraufhin wurde ich beauftragt, die Abteilung >Traditions- 
Sammlung< zu übernehmen. Diese Abteilung ist erst jetzt geschaffen 
worden und geht von einer Anregung aus, die der Reichsführer SS im 
September 1941 gegeben hat. Ich habe einen Arbeitsplan für dieses 
Museum ausgearbeitet. Es untersteht direkt dem Leiter der 
Personalabteilung im Kommandoamt der Waffen SS, dem Oberst Dr. 
Nordmann. 

Nach einem Befehl des Gruppenführers Jüttner sollen alle derzeit im 
Ostfeldzug erfassten Beutestücke in ein Museum wandern. Voraussetzung 
ist, dass diese Beutestücke zur allgemeinen und Waffen-SS eine 
besondere Beziehung haben. Gesammelt werden nicht nur Uniformstücke 


B 633 





der feindlichen Wehrmacht, sondern auch kulturelle und politische 
Gegenstände aus bolschewistischem Besitz. Vor Auftragserteilung habe ich 
sofort bemerkt, dass die Sicherstellung und wissenschaftliche Auswertung 
des Beuteguts im Osten durch den Einsatzstab R einheitlich geführt wird. 
Man hat mir entgegnet, dass es sich hier nur um einen internen Zweck der 
SS handele und dass eine Einigung mit dem Einsatzstab angestrebt 
werden solle. 

Eine Zusammenarbeit kann möglich sein, wenn der Einsatzstab 
bereit ist, einzelne Gegenstände, die für ein SS-Museum wertvoll sind, zu 
überlassen. Das Kommandoamt der Waffen-SS könnte dafür durch 
geeignete Verfügungen die Truppenteile anweisen, die Arbeit des 
Einsatzstabes im Osten besonders zu unterstützen. Die Ausführung des 
Führerbefehls wäre dann für den Einsatzstab noch erleichtert. 

Das >SS-Museum< umfasst außerdem noch >Liedarchive< in dem 
planmässig alle bei der Truppe bekannten neuen Kriegslieder gesammelt 
werden. Es wird so der Grundstock gelegt für eine spätere 
wissenschaftliche Untersuchung des Kriegsliedes. Es wird mir möglich 
sein, demnächst für diese Aufgaben einen geeigneten Vertreter 
einzusetzen, so dass ich selbst befristet der Dienststelle Rosenberg wieder 
verfügbar bin. Zeitlich bin ich sonst nur gebunden durch den Unterricht in 
Instrumentenkunde und Militärmusikgeschichte, den ich den Musikzug- 
Führer-Anwärtern erteilen muss. Auch hier kann gegebenenfalls ein 
Vertreter eingesetzt werden, oder der Unterricht kann semesterweise ein- 
und aussetzen. 

Eine Rücksprache mit der Dienststelle Berlin des Einsatzstabes 
ergab, dass für mich eine Uk-Stellung bisher nicht eingereicht worden ist" 
(Aktennotiz für Dr. Gerigk, 4/X1/41. Quelle: BA NS 30/ 66). 

Die Uk-Stellung erübrigte sich, weil Boetticher, der zudem an 
Herzbeschwerden litt, von seiner Einheit der Waffen-SS in Berlin 
regelmäßig Arbeitsurlaube bewilligt bekam. 

22. Dezember 1941: 

Ein Dokument des ARR weist Boetticher als "Gemeinschaftsleiter der 
musikpolitischen Verbindungsstelle" aus (Quelle: ACDJC, Document 
CXLIII-338). 


1942 
9. Februar 1942, Arbeitsauftrag: 

"Vereinbarungsgemäss reisen Sie am 8. Februar 1942 im Auftrage 
des Sonderstabes Musik als wissenschaftlicher Mitarbeiter in die baltischen 
Staaten. Sie haben den Auftrag, die informatorischen Arbeiten der Pgg. 
Dr. Killer und Dr. Sachse weiter zu führen und einen vorläufigen Abschluss 
der Fahndungen zu erreichen. 

Zu den vordringlichen Aufgaben rechnen: 

1.) Feststellung der in öffentlichen und wissenschaftlichen 
Bibliotheken vorhandenen Musikhandschriften und Musikdrucke. Es kommt 
hauptsächlich auf solche Dokumente an, die deutscher Herkunft sind und 
die politische Bedeutung des Ostraumes zeigen. Die Stücke müssen in 
einer Kartothek erfasst werden, die wertvollsten Dokumente sind 


B 634 





fotografisch festzuhalten. 

2.) Laut Führerbefehl haben Sie alle musikalischen Dokumente 
einschliesslich Musikinstrumente aus jüdischem Privatbesitz sofort vor der 
Vernichtung, Beschädigung oder Verschleppung sicherzustellen. Eine 
Zusammenarbeit mit den Aussenstellen des SD ist zweckmäßig. 
Geeignetes Material wird, wie in bisherigen Fällen der Hohen Schule 
zugeführt. 

3.) Die mittelalterlichen Musikdokumente sind auch in Klöstern und 
anderen Bibliotheken zu erfassen, die sonst nicht allgemein zugänglich 
sind. Es wird gerade auf solche Sammlungen, die bisher der deutschen 
Wissenschaft nicht bekannt waren, Wert gelegt. 

4.) Die Lager einzelner Schallplattenfirmen sind zu ermitteln und auf 
feindliches bzw. jüdisches Material durchzukämmen. Bei der Auswahl 
dieser Platten ist durchweg ein strenger Maßstab anzulegen. Das 
bedeutet, dass auch solche Platten, bei denen jüdische Künstler nur zu 
einem Teil mitgewirkt haben, unbedingt auch zu erfassen sind. Da 
erfahrungsgemäss Schallplatten fremden Zugriffen am leichtesten 
ausgesetzt sind, hat sofort nach der Durchsuchung eine Versiegelung der 
Bestände zu erfolgen. 

(...) 7.) sämtliche Juden, die als Musiker im dortigen Raum 
hervorgetreten sind, sind bibliographisch genau aufzunehmen, da diese 
Unterlagen des parteiamtlichen Lexikons der J uden in der Musik dringend 
erforderlich sind. Auch hier dürfte sich die kameradschaftliche 
Zusammenarbeit mit den Aussenstellen des SD bewähren. Darüberhinaus 
ist auch die Fühlungnahme mit den dortigen arischen Komponisten und 
nachschaffenden Künstlern wünschenswert. Es geht darum, die 
augenblickliche und frühere politische Einstellung dieser nichtjüdischen 
Musiker festzustellen. In geeigneten Fällen soll der Versuch gemacht 
werden, diese Künstler für die Kulturaufgaben des Deutschen Reiches zu 
gewinnen. Es können auf diesem Wege die Voraussetzungen für 
Kulturinstitute und kunstwissenschaftliche Vereinigungen geschaffen 
werden, die künftig zu gründen sind. Über den Umfang der Ermittlungen 
und insbesondere über Ihre Zusammenarbeit mit den dortigen 
verantwortlichen Dienststellen des Reiches haben Sie schriftliche Meldung 
zu erstatten" (Sonderstab Musik, Dr. Gerigk, an Dr. Boetticher, 9/11/42. 
Quelle: BA NS 15/ 6). 

Der Auftrag war derart arbeitsintensiv, daß nur ein Team ihn 
einigermaßen bewältigen gekonnt hätte. 

Robert Schumann in seinen Schriften und Briefen. Eingeleitet und 
mit biographischen und kritischen Erläuterungen versehen von Dr. W. 
Boetticher (1942). Band 6 der Reihe "Klassiker der Tonkunst in ihren 
Schriften und Briefen" [Hahnefeld, Berlin]. 

Hahnefeld war spezialisiert auf nationale und antisemitische 
Literatur; er verlegte daher u.a. auch die Veröffentlichungen des Instituts 
der NSDAP zur Erforschung der Judenfrage. 

Mehrere Musikforscher nach 1945 rügten unabhängig von einander, 
daß Boetticher in seinem Werk "Robert Schumann in seinen Schriften und 
Briefen" (Berlin, 1942) Briefe des Komponisten gefälscht hat, um ihn als 


B 6833 





Antisemiten erscheinen zu lassen. Vgl. u. a. Eric Werner: Mendelssohn - 
Leben und Werk in neuer Sicht (Zürich, 1980), Anthony Lewis: Facing the 
Music ("The New York Times", 18/11/82); Willem de Vries: Sonderstab 
Musik (Amsterdam, 1996. S. 193-195). 

Dies beeinträchtigte jedoch selbst bei Musikologen der früheren 
Kriegsgegnerstaaten keineswegs seinen Ruf als Wissenschaftler und 
Schumann-Experte. 

Zitat: 

"Jüdische Verf. sind im Namensverzeichnis vermerkt. Im Text wurde 
das äußerliche Materialzitat (bibliograph. Hinweis u. dergl.) vom Sinnzitat 
getrennt. Allen Sinnzitaten ging eine Kritik jüdischen Denkens voraus. Sie 
entsprechen damit einer Forderung deutscher Wissenschaft" (S. VI). 
1942, Im Seuchengebiet: 

"Herbst 1942 erlitt ich im Osten bei Arbeiten im Seuchengebiet eine 
schwere Scharlachinfektion, die mich längere Zeit noch verfolgt hat. (...)" 
(Boetticher an eine Sekretärin der Reichsstudentenführung, 14/1/44, 
handschriftlich. Quelle: BA Namensakte Boetticher). 

9. September 1942: 

Boetticher ersucht das Standesamt Wien um die Geburtsurkunde 
des Geigers und Operettensängers Ernst Arnold, der am 12/11/92 in Wien 
geboren sei (Quelle: BA NS 15/ 21a). 

Der Matrikelauszug für Arnold bewies freilich dessen "arische" 
Abkunft. 

23. September 1942: 

Boetticher erkundigt sich beim Standesamt Bremen wegen des - 
jüdischen - Pianisten und Komponisten Felix Dyck, Jg. 1893, in Berlin 
(Quelle: BA NS 15/ 21a). 

Dyck war bereits im April 1933 die Emigration nach Paris gelungen, 
wie der Eintrag "Dyk" im Frank/Altmann-Lexikon 1936 besagt. Eva 
Weissweiler ignorierte dies in ihrem Kommentar zum Reprint des 
"Lexikons der Juden in der Musik" (Köln, 1999. S. 102). 

Oktober 1942: 

Boetticher arbeitet in Minsk an Aufgaben für den Sonderstab Musik 
(Quelle: BA NS 30/ 160). 

9. November 1942: 

Gerigk kündigt an, Boetticher werde - mit Urlaub von der Waffen-SS 
- am 18. November für vier Wochen nach Paris zurückkehren (Quelle: BA 
NS 30/ 64). 

12. November 1942: 

Boetticher wendet sich an die Kirchenbuchstelle Warschau und bittet 
um genaue Angaben über die Konfession der polnischen Pianistin und 
Komponistin Thekla Badarszewska (1838-1862), der Urheberin des 
"Gebets einer Jungfrau" (Quelle: BA NS 15/ 21a). 

Der Adressat reichte das Ersuchen an die Evangelische Augsburger 
Gemeinde in Warschau weiter, deren Matrikelbücher nichts hergaben. 

19. November 1942, Auftrag: 

"Sie erhalten hiermit den Auftrag als mein bevollmächtigter 

Vertreter, die Musikinstrumente aus der M-Aktion in Frankreich zu 


B 636 





überprüfen und für die in Frage kommenden Dienststellen zu verteilen und 
zum Abtransport anzuweisen. 

(...) Vor allem bitte ich Sie, die in dem Musee National des beaux 
Arts aufgestellten Flügel und Klaviere entsprechend den Vereinbarungen 
zu verwalten. Von den durch unser Sekretariat karteimäßig erfassten 
Instrumenten darf keines ohne Ihre Gegenzeichnung abgegeben werden. 
Ferner sind die in dem Lager in der Rue de Bassano befindlichen Geigen, 
Celli, Schallplattenspieler, Schallplatten etc. zur Verpackung 
auszusortieren. Besonders wertvolle Geigen sollen durch Kurier nach 
Berlin befördert werden" (Dr. Gerigk an Boetticher, 19/X1/42. Quelle: BA 
NS 30/ 64). 

21. November 1942, "Musikwissenschaftliche Arbeiten": 

"Auftrag 

Das Mitglied des Sonderstabes Musik im Einsatzstab Reichsleiter 
Rosenberg, Dr. Wolfgang Boetticher, wird im Gebiet der 
Hauptarbeitsgruppe Frankreich mit musikwissenschaftlichen Arbeiten 
beschäftigt sein. Insbesondere wird er die Aufsicht über das Lager im 
Muse&e National des beaux Arts übernehmen. 

Die Hauptarbeitsgruppe Frankreich wird angewiesen, die Tätigkeit 
von Pg. Dr. Boetticher weitgehendst zu unterstützen. 

Dr. Boetticher wird von Frl. Käte Liebscher begleitet, die als 
Sekretärin für den Sonderstab Musik in Paris arbeiten soll" (Der 
Stabsführer, gez. Ebeling, 21/X1/42. Quelle: BA NS 30/ 65). 

"Musikwissenschaftliche Arbeiten" war - wie hier deutlich wird - ein 
Tarnwort für Registrierung und Kontrolle von geraubten Musikalien. 


1943 
14. Januar 1943: 

Boetticher sendet der Sekretärin von Rolf Schroth einen Beileidsbrief 
und betont: "Bei allem Schmerz bleiben die Herzen stark und der Glaube 
an den Sieg ist nie zu brechen" (Quelle: BA Namensakte Rolf Schroth). 
Dem Andenken Rolf Schroths ("Die Musik" XXXV/5, Februar 1943. S. 
145-146). 

Zitat: 

"(..) Mit ihm verliert das Studententum, darüber hinaus aber das 
ganze Musikleben einen jederzeit einsatzbereiten, begeisterten Kämpfer 
für die deutsche Kultur. Spätere Zeiten werden ermessen, was wir ihm als 
dem Erzieher des deutschen Musikstudenten in seinen Lagern verdanken. 
Schroth wußte, daß seine jahrelange, oft von Sorgen erfüllte Arbeit nicht 
vergeblich war und bereits in der jüngsten Zeit trotz Krieg lebendig 
fortwirkte. Mehr und mehr erfüllte ihn die Gewißheit, daß die schon 1934 
eingeleitete Auslese unter den Studentenführern und jungen Dozenten 
eine geschichtliche Leistung war, die das Bild künftiger 
Studentengenerationen formt. Er gedachte dessen mit Stolz und fühlte, 
daß von Anbeginn seines Wirkens kein Augenblick vertan war. So nahm er 
sich nun des Soldatendienstes mit dem selben Eifer und mit einer großen 
Verantwortungsfreude an. Wenn das Schicksal diesen Mann abberief, so ist 
zwar der Verlust des so hoffnungsvollen Lebens schmerzlich, ja für seine 


B 637 





Freunde unfaßbar - über allem aber steht der tröstende Gedanke, daß sich 
hier ein junges Kämpferdasein in herrlicher Weise vollendet hat" (S. 145). 
1. Februar 1943: 

Boetticher teilt der Philosophischen Fakultät der Universität Berlin 
seine Adressen beim Einsatzstab Rosenberg in Brüssel und Amsterdam mit 
(Quelle: Universitätsarchiv Berlin, Personalakte Boetticher). 

15. Februar 1943: 

Abschnittsleiter Boetticher trägt in einer Besprechung mit zwei 
Funktionären des Einsatzstabes Rosenberg Einzelheiten über die von ihm 
veranlaßten Maßnahmen zur Kennzeichnung und Versendung der 
beschlagnahmten Musikalien vor, darunter 436 Klaviere und Flügel. Er 
unterzeichnet einen Bericht darüber. 

Zitat: 

"(...) Die Besprechung schloss mit der gemeinsamen Feststellung, 
dass gerade bei einem Grenzgebiet wie der Musik eine dauernde Fühlung 
der Dienststellen und kameradschaftliche Zusammenarbeit notwendig ist. 
Die Arbeiten im Lager Paris seitens des Sonderstabs Musik sind soweit 
fortgeschritten, dass der grösste Teil der Instrumente transportiert werden 
kann. Über das Lager Amsterdam wurde berichtet, dass ich dort alle 436 
Instrumente verteilt, mit entsprechenden Klebezetteln versehen und 
listenmässig aufgenommen habe. Eine Inventarisierung aller Instrumente 
seitens des Sonderstabes Musik muss in jedem Falle erfolgen, da es sich 
um bedeutende Sachwerte handelt, über deren Verbleib etc. auch später 
immer eine Kontrolle möglich sein muss" (Quelle: ACDJC, Document 
CXLI-187). 

18. März 1943: 

Mit Gutachten über Boettichers musikwissenschaftliche Leistung 
unterstreicht Prof. Dr. Schünemann dessen Fähigkeiten. 
Zitat: 

(...) "Der Kriegseinsatz führte ihn im Auftrag von Minister Rosenberg 
nach Paris und Brüssel, Warschau und Krakau, Amsterdam u. in andere 
Städte, in denen er Feststellungen über das deutsche Musikgut zu treffen 
hatte. Diese seltene Gelegenheit nutzte er zu wissenschaftlichen Studien 
über das Gebiet der Lautenmusik aus (...). 

Aus früheren Materialsammlungen, die im Kriege durch den Besuch 
ausländischer Bibliotheken wesentlich ergänzt wurden, ist die 
Habilitationschrift hervorgegangen" (Quelle: Universitätsarchiv Berlin, 
Personalakte Boetticher). 

Gutachten über ein Buch von Paul Landormy: 

"La musique francgaise apres Debussy (...). 

Bemerkenswert ist die Vollständigkeit der biographischen Daten. Es 
ist jedoch bedauerlich, dass der Verfasser die jüdischen Musiker in einer 
Form herausstellt, die für einen national gesinnten Franzosen, noch 
weniger aber für uns Deutsche tragbar sein dürfte. 

(...) Der Beitrag über Milhaud steckt ebenfalls voller 
weltanschaulicher Missgriffe. Man muss sich die Frage vorlegen, ob ein 
Jude, der seit Jahren von einer deutschfeindlichen Clique demonstrativ mit 
höchsten Prädikaten gelobt worden ist, heute mit deutscher Autorisation in 


B 638 





ähnlicher Weise weitergelobt werden darf. Es handelt sich bei den 
genannten Musikjuden um Persönlichkeiten, deren Abstammung schon 
durch die antideutsche Hetzpropaganda in aller Welt bekannt war und 
bekannt ist. Bei einem französischen Musikbuch wird man andere 
Maßstäbe anlegen dürfen und die Umstellung auf kulturpolitischem Gebiet 
sich entwickeln lassen. Ein Buch, das jedoch wie im vorliegenden Fall die 
jüdische Musik in einer ganz unsachlichen Weise lobt, ist nicht tragbar. 

Es ist seitens des Einsatzstabes R. R. zu prüfen, wer die 
Verantwortung für die Freigabe dieses Musikbuches beim 
Militärbefehlshaber trägt und aufgrund welcher Bestimmungen die 
Autorisation dem Verlag erteilt worden ist. 

(...) In dieser Form ist das Buch geeignet, die gegnerische 
Propaganda auf kulturpolitischem Gebiet zu unterstützen. Es wäre eine 
dankbare Aufgabe für die prüfende deutsche Dienststelle gewesen, ein 
Buch über moderne französische Musik vorzubereiten, das wirklich einer 
geistigen Zusammenarbeit Frankreichs mit Deutschlands dient und nicht 
dem Zerstörungswerk der Gegner weiter Vorschub leistet" (Aktennotiz von 
Dr. Boetticher, 7/1V/43, mit handschriftlichem Zusatz 8/1V/43. Fehler im 
Original. Quelle: ACDJC, Document CXLI-177). 

Der Sonderstab Musik hatte keine Zuständigkeit für Zensur und 
Zulassung frz. Publikationen. Das besorgte eine Dienststelle der 
Wehrmacht bzw. des Auswärtigen Amts. Per Aktennotiz versuchte 
Boetticher jedoch, diese unter politischen Druck zu setzen. Gleichwohl 
blieb das Buch auf dem Markt. 

7. April 1943, Beutefragen I: 

"Pg. Dr. Gerigk hat nach Rücksprache mit dem Beauftragten des 
Ostministeriums Berlin mitgeteilt, dass die mit dem letzten Transport in 
Berlin eingetroffenen Instrumente (Flügel und Klaviere) in stark 
beschädigtem Zustande an unsere Dienststelle übergeben worden sind. Es 
handelt sich z. T. um wertvolle Stücke, die für den Einsatz in den 
Ostgebieten, überwiegend zu Konzertzwecken, bestimmt waren. Nach 
Darstellung Dr. Gerigks ist infolge der Transportbeschädigung nur ein Teil 
der Instrumente spielfähig. 

Pg. Dr. Gerigk bittet, bei den künftigen Transporten von Flügeln und 
Klavieren für eine ausreichende Verpackung und sichere Lagerung im 
Transportmittel Sorge zu tragen. Über Einzelheiten der Verpackung etc. 
von Musikinstrumenten unterrichtet die anliegende Transportanweisung. 

In dem Musikinstrumenten-Lager, Rue Manutention, sind durch den 
Sonderstab Musik 120 Flügel und 30 Klaviere für den Abtransport nach 
dem Reich bereitgestellt worden. Der Transport ist an folgende drei Stellen 
gerichtet: 
1) Musikinstitut der Hohen Schule, Abteilung Historische Instrumente, 
Leipzig 
2) Ostministerium, Berlin 
3) Bergungslager für Musikinstrumente, Dienststelle Rosenberg in Bayern 
(Ort wird noch bekannt gegeben). 

Die genauen Anschriften werden noch mitgeteilt. 

Sämtliche ausgesuchten Instrumente erhielten eine Klebemarke, auf 


B 639 





der der Bestimmungsort des Instrumentes sowie die laufende Nummer der 
Inventarliste angegeben ist. Bei den Instrumenten für das Ostministerium 
ist auf der Marke ferner der Verwendungszweck (ob für Konzerte oder 
Kasinos etc.) vermerkt. 

Im Laufe des Aprils 1943 werden durch den Sonderstab Musik 
weitere 200 Musikinstrumente, hauptsächlich Flügel, für den Transport ins 
Reich ausgesucht werden. Es wird gebeten, bereits jetzt diesen Transport 
vorzumerken und das Entsprechende zu veranlassen. 

(...) Bei der Abgabe von Musikinstrumenten an 
Wehrmachtsdienststellen ist ein strenger Maßstab anzulegen. Es ist zu 
berücksichtigen, daß solche Instrumente im Lande verbleiben und damit 
der deutschen Beschlagnahmeaktion indirekt verloren gehen. Aus diesem 
Grunde sind grundsätzlich alle besseren Musikinstrumente ins Reich zu 
schaffen, um das Feindvermögen lückenlos in deutschen Besitz zu 
überführen. (...) (Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg, Sonderstab Musik, 
Dr. Boetticher, 7/IV/43. Quelle: BA NS 30/ 64). 

7. April 1943, Beutefragen II: 

"(...) Die Transportfrage der Flügel und Klaviere wurde wie folgt 
geklärt: 

Ein Transport nach Berlin, Leipzig oder Süddeutschland wird durch 
die Dienststelle Westen im Laufe des April nicht durchgeführt. Für die 
zweite Mai-Woche ist ein Transport nach Berlin vorgesehen. Am 22. 4. 
laufen mehrere Waggons nach Frankfurt/Main und Stettin. Zu dem bereits 
am 16. April abgehenden Bombengeschädigten-Transport nach Bochum 
war es nicht mehr möglich, geeignete Klaviere abzugeben. Wie Sie den 
Anlagen entnehmen können, ist der Einsatzstab unterrichtet, welche 
Instrumente in dem Lager für den Transport durch uns bereitgestellt sind. 
Es besteht Möglichkeit, daß der Einsatzstab von sich aus noch im April drei 
bis vier Waggons nach Berlin laufen lässt. Dieser Transport kann auch die 
Instrumente für die Hohe Schule aufnehmen, die dann von dort nach 
Leipzig abzuzweigen sind. Bis jetzt sind im Ganzen 75 Flügel durch mich 
mit Klebemarke versehen und so für den Transport verfügbar. Siehe 
anliegende Liste. Auf ähnliche Weise können in den nächsten Tagen noch 
etwa 200 Flügel und Klaviere verteilt werden, die Instrumente für 
Bombengeschädigte nicht mitgerechnet. Damit bekommt das Lager wieder 
Luft und die besten Stücke sind für das Reich sichergestellt. Der Rest 
dürfte nur für Bombengeschädigte, Privathäuser und ähnliche Zwecke 
brauchbar sein. 

(...) Im Einverständnis mit Frau Dr. Berten habe ich die beiden 
neuen Pleyel-Stutzflügel für die Hohe Schule bereitstellen lassen. Der 
Fernsehsender erhält über Frau Dr. Berten andere geeignete Flügel, die wir 
abgeben können. Durch das Aufkleben gut sichtbarer Marken ist künftig 
eine Verwechslung einzelner Instrumente oder Fehlleitung ausgeschlossen. 
Mit der gleichzeitig angelegten Liste ist ein ausreichender Überblick 
gegeben. 

Das amerikanische Kleinklavier mit hellem Holz, das Sie für die Hohe 
Schule haben wollten, und mit mir seinerzeit gemeinsam aussuchten, 
habe ich nicht mehr am Lager angetroffen. 


B 640 





Für den Aufbau unserer Dienststelle in Leipzig habe ich aus dem 
vorhandenen Mobiliar geeignete Stücke ausgesucht. Bis jetzt konnte ich 
eine vollständige Herrenzimmereinrichtung mit Büchervitrinen, Stühlen, 
wie sie für den Arbeitsraum passen, beiseitestellen und durch 
Klebemarken sichern lassen. Der Lagerwärter ist von mir unterrichtet. Es 
muss weiter abgewartet werden, bis neues gutes Mobiliar hereinkommt. 

Ihre eingebundenen Bücher und alten Noten, von denen mehrere 
Stücke wohl für die Hohe Schule bestimmt waren, sind unter meiner 
Aufsicht in der Rue la Bruyere sorgfältig verpackt worden und gehen als 
Dienstpaket an das Amt Musik, Berlin, ab. (...)" (Einsatzstab Reichsleiter 
Rosenberg, Sonderstab Musik, Dr. Boetticher, an Amt Musik, Dr. Gerigk, 7/ 
IV/43. Quelle: BA NS 30/ 65). 

8. April 1943: 

Mit seiner Paraphe Boe zeichnet Dr. Boetticher eine am Vortag von 
der Sachbearbeiterin Thümen aufgestellte "Liste für zum Abtransport 
bereitstehende Flügel" ab, auf der Fabrikate (u. a. Pleyel, Erard, 
Bechstein), Fabriknummern und Empfänger stehen. Es waren 75 Stück 
(ACDJC, Document CXLI-171). 

6. Mai 1943, Beutefragen III: 

"Vordringlich ist die Veranlassung von Abtransporten an folgende 
Anschriften: 1.) Einsatzstab R. R. Raitenhaslach, Kloster, Bahnstation 
Burghausen, Obb. 2.Hohe Schule, Leipzig, Gustav-Adolfstr. 7. Nach 
Möglichkeit sollen für diese Transporte Möbelwagen verwendet werden, 
weil dann bei der Verpackung der Musikinstrumente durch Spezialpacker 
keine Kisten verwendet werden. Es ist jedoch notwendig von der 
verpackenden Firma eine Garantie zu fordern, dass die Instrumente auch 
unversehrt am Bestimmungsort eintreffen werden. 

(...) Die für die Dienststelle erworbenen, bezw. eingebundenen 
Bände, die sich in dem Schrank in der Dienststelle Rue Dumont d'Urville 
befinden, sollen bei Pg. Wörmke in eine für Leipzig bestimmte Kiste 
verpackt werden" (Arbeitsauftrag für Dr. Wolfgang Boetticher in Paris, 6/V/ 
43, abgezeichnet von Dr. Gerigk. Quelle: BA NS 30/ 64). 

24. Juli 1943, Beutefragen IV: 

"(...) teile ich Ihnen hierdurch mit, dass seitens des Sonderstabes 
Musik mit Wirkung vom 18. 7. 1943 120 Klaviere an das 
Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, Lager Berlin-Pichelsdorf, 
abgegeben werden. Die Instrumente sind durch den Unterzeichneten im 
Lager ausgesucht worden und bereits auf ihren jeweiligen Zustand 
geprüft. 

(...) Es ist beabsichtigt, dem Reichsministerium auch wieder Flügel 
abzugeben. Ich habe in dieser Sache bereits mit dem Leiter des 
Sonderstabes Musik, Pg. Dr. Gerigk, Verbindung aufgenommen. Der 
Transport der Instrumente ist bereits veranlasst worden durch die 
Geschäftsführung der Dienststelle Paris des Einsatzstabes R. R. Der 
Abtransport für Berlin wurde für die Tage vom 21. - 24. 7. 43 in Aussicht 
gestellt" (Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg, Sonderstab Musik, Dr. 
Boetticher, an Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, RR Bartling, 
24/VI1/43. Quelle: BA NS 30/ 64). 


B 641 





Das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, kurz 
Ostministerium, unterstand ebenfalls Rosenberg. 

30. Juli 1943: 

Boetticher formuliert Anordnungen wegen Abgabe von Flügeln aus 
dem Lager Tokio in Paris und betont, alle besseren Instrumente seien für 
das Reich zu sichern - zwecks Übertragung aller feindlichen Werte ins 
Eigentum des Reiches (Quelle: BA NS 30/ 66). 

7. September 1943: 

Boetticher wird beauftragt, das Schloß Langenau bei Hirschberg auf 
seine Verwendbarkeit als Lager für Musikinstrumente und dergleichen zu 
prüfen (Quelle: BA NS 30/ 66). 

Oktober 1943: 

Boetticher arbeitet in Riga und Wilna an Aufgaben des Sonderstabs 

Musik (Quelle: BA NS 30/ 160). 


1944 
14. Januar 1944, Glaube an den Sieg: 

"(...) Seit dem Heldentode Rolf Schroths sind es die Kameraden Sass 
und Zilius, mit denen ich die alte enge Verbindung halte. Wir haben hier in 
Berlin so manche Terrornacht überstanden, bei allem Schmerz bleiben die 
Herzen stark und der Glaube an den Sieg ist nie zu brechen" (Boetticher 
an eine Sekretärin der Reichsstudentenführung, handschriftlich, 14/1/44. 
Quelle: BA Namensakte Boetticher). 

Schroth = Musikreferent der Reichsstudentenführung. 

Herbert Saß, Will Zilius = Funktionäre des NSD-Studentenbundes. 
Februar 1944, Laudatio: 

"Von unserem Kameraden Wolfgang Boetticher sind stolze Erfolge 
seiner wissenschaftlichen Arbeit zu melden. Diese Erfolge wiegen um so 
schwerer als sie im Kriege und als Soldat errungen wurden. Boetticher 
steht seit Sommer 1941 im Wehrverhältnis und ist Unterscharführer in der 
Waffen-SS. Im Herbst 1942 bekam er im Osten bei Arbeiten im 
Seuchengebiet eine schwere Scharlachinfektion, die ihn noch längere Zeit 
verfolgt hat. 1942 erhielt Wolfgang Boetticher als 28-J ähriger im 
Wettstreit mit bedeutendsten deutschen Künstlern und Wissenschaftlern 
den Robert-Schumann-Preis für seine biographischen und analytischen 
Arbeiten über diesen seinem Kern nach deutschen und kämpferischen 
Romantiker. Im Zusammenhang mit dieser hohen Ehrung sprach er über 
den Sender Paris über >Schumann en France<. Ende vorigen Jahres 
schließlich brachte Wolfgang Boetticher es fertig, neben dem ihn voll 
ausfüllenden Dienst in der Waffen-SS sich an der Berliner Universität für 
Musikwissenschaft mit einer vor dem Kriege abgeschlossenen Studie zur 
Instrumentalpraxis des 16. Jahrhunderts zu habilitieren. (...)" (Entwurf, 
handschriftlich, undatiert, für eine Feldpostschrift der 
Reichsstudentenführung. Quelle: BA Namensakte Boetticher). 

Der Text beruhte auf der Mitteilung Boettichers vom 14/1/44. 

März 1944: 

Boetticher arbeitet abermals in Wilna an Aufgaben für den 

Sonderstab Musik, anschließend wirkt er von neuen in Riga (Quelle: BA NS 


B 642 





30/ 64). 
Sowjetisches Musikleben im Russischen Schrifttum. Denkschrift 
(April 1944). 

Diese Denkschrift faßte Eindrücke seiner Ostlandreisen zusammen 
und ging am 22/VI/44 beim Einsatzstab in Ratibor ein (Quelle: BA NS 30/ 
30). 

April und Mai 1944: 

Boetticher arbeitet für den Sonderstab Musik in der Bibliotheque 
Nationale in Paris. 

13. Juni 1944, Kriegsverdienstkreuz?: 

"Ich beantrage die Verleihung des Kriegsverdienstkreuzes (bereits 
zum 3. Male) an den Abschnittsleiter Pg. Dr. Wolfgang 
Boetticher Zur Begründung füge ich an, dass Boetticher seit 
Oktober 1940 dem Einsatzstab für langfristige und schwierige 
Arbeitsaufträge bis jetzt immer wieder zur Verfügung gestanden hat, 
obwohl er sich während der ganzen Zeit im Dienste der Wehrmacht 
befand. Boetticher hat in Frankreich, Belgien, Holland und namentlich im 
Ostland und in Minsk gearbeitet. Ich halte die Verleihung der 
Auszeichnung auch seiner Wehrmachtdienststelle gegenüber für wichtig, 
weil dadurch von unserer Seite formuliert wird, dass die häufigen 
Arbeitsurlaube, die ihm von dort in großzügiger Weise genehmigt wurden, 
den Ertrag hatten, den man seitens der Waffen-SS erwarten durfte" 
(Gerigk an Zentralamt der Dienststellen des Reichsleiters Rosenberg, 
13/V1/44. Quelle: BA NS 15/ 74). 

4. Juli 1944: 

Dr. Payr, Hauptamt Schrifttum, bespricht mit Dr. Boetticher die Lage 
auf dem Gebiet der Buchherstellung und kündigt dessen ausführlichen 
Bericht an Dr. Gerigk an. 

24. Juli 1944, Gastrollen: 

"Es wird mitgeteilt, dass Pg. Dr. Boetticher seit nahezu 3 Jahren dem 
Einsatzstab offiziell nicht angehört, sondern dass er lediglich von Fall zu 
Fall Arbeitsurlaub vom SS-Führungs-Hauptamt erhielt. Diese Urlaube 
erstrecken sich teilweise über grössere Zeiträume, und es ist schon 
mehrfach eingetreten, dass Boetticher plötzlich von seiner Einheit 
zurückbeordert wurde. Ich rechne auch weiterhin damit, dass ihm neue 
Arbeitsurlaube zugestanden werden" (Sonderstab Musik, Gerigk, an 
Stabsführung des Einsatzstabes RR, Hauptamt, 24/V11/44. Quelle: BA 
Namensakte Boetticher). 

Entgegen Gerigks Bekundung führte und bezahlte der 
Reichsschatzmeister, Zentral-Personalamt, Boetticher nach wie vor als 
angestelltes Mitglied des Einsatzstabes Rosenberg und errechnete 
aufgrund einer Gehaltsaufbesserung ab 1/VII/44 für ihn - unter Abzug von 
20 Prozent wegen Einberufung zur Wehrmacht - Bezüge von 453.60 RM 
pro Monat. Der Abzug ergab sich daraus, daß Boetticher Sold von der 
Waffen-SS bezog. 

27. Juli 1944: 

Dr. Gerigk ersucht Boetticher, den Zustand der in Papiersäcke 

verpackten, bei Luftangriffen teilweise verbrannten Musiknoten im Lager 


B 643 





Franzkowiak in Berlin zu prüfen, damit noch brauchbare Stücke nach 
Langenau in Sicherheit gebracht werden könnten (Quelle: BA NS 30/ 66). 
August 1944: 

Boetticher macht eine Dienstreise nach Riga und in andere Städte 
des besetzten Ostlandes und erarbeitet einen Bericht über Musik in der 
Sowjetunion. 


1945 
17. Februar 1945: 
Boetticher hält seine letzte Vorlesung an der Universität Berlin. 


Verschleiernder Rückblick, 1987: 

"Diese Uniform (Datum) habe ich nie tragen können, da bereits 
vorher (Urkunde) als Wehrpflichtiger des Jahrgangs 14 zum Dienst 
eingezogen, mit unterstem Dienstgrad >Schütze< und vorerst 
Zivilerlaubnis zu Forschungsreisen. Das bunte Stück, mir ausdrücklich für 
den >Endsieg< befohlen, wanderte sogleich zu meinen Tanten nach Halle, 
die es später beseitigten. Mit Einberufung ruhten bekanntlich 
Parteizugehörigkeit und -amt. Auch vorher trug ich keine Parteiuniform. 

(...) Hier Textauswahl, die auf Dimension einer internationalen 
Forschung aufmerksam macht, die nicht bei eingangs vorgeführter 
Uniform aus Amsterdam vermutet. Auch nicht unter Marke Einsatzstab. 
Schlimme Instanz, die sich an fremdem Besitz verging. Andererseits 
angesehene Forscher von Köln (Fellerer: >Gregorianik in Frankreich<), 
Münster (Korte), Göttingen (Gerber), Schünemann (Berlin) - neben 
jungem Doktor - dabei, um tödlichem Waffendienst zu entrinnen. Pariser 
Boß war Tyrann, durchschaute mein Doppelspiel mit Fachkollegen des 
Widerstands, wurde vor letztem Besuch rechtzeitig gewarnt. 

(...) Einsatzstab: fester Personenkreis, >u.k.< = unabkömmlich 
vom Wehrdienst. Ich nie u.k., sondern vogelfrei. Daher Tribut: gelegentlich 
als Briefscheiber mißbraucht, so am 13. 1. 1941 in einer Notiz an die 
deutsche Besatzung, gemäß der im Krieg vorgeschriebenen 
Sprachregelung. Zufolge (verläßlicher) >Documentation< von ]J. Billig 
(Paris 1963) erfolgte >re&quisition< bei Frau Prof. W. Landowska vor 15. 
10. 40 durch andere, ich habe das Haus der Künstlerin nie betreten. 
Niemals wurde ich mit ins Vertrauen gezogen, wohin Musikinstrumente 
gekommen sind. Ich bedaure zutiefst diese Aktion bei der 
verehrungswüdigen Künstlerin" (Wolfgang Boetticher an Fred K. Prieberg, 
3/X/87). 

Jene Uniform, die Boetticher bei Schneidermeister Schuchert in Den 
Haag, Rejke van Goenstraat 3, anfertigen ließ, war kein "buntes Stück", 
obwohl er das Recht hatte, die braune Unform des Politischen Leiters zu 
tragen, sondern mutmaßlich eine schwarze SS-Uniform., nachdem 
Boetticher im Juli 1941 freiwillig zur Waffen-SS gestoßen war. 

Der sehr dichte Dokumentenstand - einige Beispiele siehe oben - 
erweist seine Aussagen als ebenso lächerliche wie schamlose 
Schutzbehauptungen. 


B 644 





Geschichtsfälschung |, 1947. 

Der Direktor des Schumann-Hauses in Zwickau, Georg Eismann, 
veröffentlicht Schumanns nachgelassenes MS "Erinerungen an F. 
Mendelssohn vom Jahre 1835 bis zu s(einem) Tode" in eigener 
Übertragung als Buch. Diese Arbeit ließ ihn mit Sicherheit herausfinden, 
was alles Boetticher in seiner Edition von 1942 gefälscht und ausgelassen 
hatte. Eismann alarmierte jedoch nicht die Öffentlichkeit. 
Geschichtsfälschung ||, 1983: 

"(...) Die Probleme (...) sind mir insbesondere bei meinen 
Bemühungen um die Veröffentlichung meines Artikels in Sachen Boetticher 
geradezu schmerzhaft bewußt geworden. Den Artikel habe ich im Februar 
1982 geschrieben und sogleich bei der ZEIT eingereicht, die zunächst 
Interesse bekundete, dann jedoch telefonisch absagte. Das Gleiche 
passierte bei der FAZ, die den Artikel angeblich für die Osterausgabe 
eingeplant hatte, dann aber ebenfalls telefonisch absagte. Ich habe nie 
eine schriftliche Begründung bekommen; natürlich hat jede Zeitung das 
Recht, unverlangt eingesandte Manuskripte abzulehnen. Und ich hatte 
bewußt zunächst einmal die bürgerlich-liberale Presse angehen wollen. 
Daß die FR keine Schwierigkeiten machen würde, war mir klar (...)" 
(Christoph Wolff, Department of Music, Harvard University, an F. K. 
Prieberg, 6/1/83). 

Es ging um Wolffs Artikel "Die Hand eines Handlangers". 
Geschichtsfälschung Ill, 1992: 

"(...) aber ich habe niemals von persönlichen Gegenständen des 
Komponisten Darius Milhaud etwas gehört und bin auch niemals mit ihnen 
befaßt gewesen" (Boetticher an Willem de Vries, 3/1V/92. Quelle: AP). 

Boettichers Mitarbeiterin Vietig-Michaelis müsste ihm, dem 
Verantwortlichen, die Sache Milhaud nebst Transportlisten komplett 
verschwiegen haben; dieser war jedoch anwesend und zeichnete einige 
Listen mit seinem Namenskürzel Boe ab. 

Geschichtsfälschung IV, 1998: 

"(...) Das Transportinstitut erhielt keine Kisten, was aus den Akten 
des Archivs World War II klar hervorgeht (vgl. J. Billig, Editions du Centre 
de Documentation I, Paris 1963, Seite 159 ff.), es ist nie etwas durch mich 
verpackt und abgesandt worden. 

(...) Ich fasse zusammen: Niemals habe ich, in die Wohnung eines 
Komponisten oder Musikwissenschaftlers eindringend, >dabei stehend< 
und die Verpackung ueberwachend, Musikinstrumente oder Buecher, 
Musikpapiere etc. gepluendert, geraubt und an innerdeutsche 
Transportinstitute fortbringen lassen. (...)" (Schreiben durch Eilboten von 
Dr. Boetticher an Paul Moor, Berlin, 28/X/98. Mitgeteilt vom Empfänger 
über Internet an den Verlag Volker Dittrich, Köln, 1/X1/98. Quelle: AP). 

Der "Wissenschaftler" flüchtet in grobe Täuschung; es gibt kein 
"Archiv World War II", also auch keine Boetticher entlastenden Akten 
darin. Das Buch von Joseph Billig hat den korrekten Titel "Alfred 
Rosenberg dans l'action ide&ologique, politique et administrative du Reich 
Hitlerien" und zitiert keine Akten, auch nicht S. 159 ff., sondern listet 
lediglich die in den Archives du Centre de Documentation Juive 


B 645 





Contemporaine vorhandenen Dokumente ohne ausführliche Inhaltsangabe 
auf. Ins Bild paßt, daß Boetticher nicht nur den Titel des Buchs, sondern 
auch den korrekten Namen des jüdischen Archivs unterschlägt. 

Gegen Schluß dieses Briefs beruft sich Boetticher auf seine 
wissenschaftlichen Publikationen, die "weltbekannt und geachtet" seien - 
als ob nicht die Dummdfreistigkeit dieses Lügengewebe jegliche frühere 
musikologische Leistung zunichte machte. 

Geschichtsfälschung V, 1998: 

"(...) 5.28: Ich werde als der Leiter einer >Musikpolitischen 
Verbindungsstelle<, einer Abteilung des Sonderstabs Musik, in einem Plan 
aufgeführt. Es handelte sich nur um eine Planung ohne mein Wissen. (...)" 
(Boetticher: Memorandum, 17/X1/98. S. 1. Pressemappe des Asta 
Göttingen zu der Veranstaltung "Sonderstab Musik"). 

Die hier und im folgenden genannten Seitenzahlen beziehen sich auf 
das Buch von Willem de Vries "Sonderstab Musik. Organisierte 
Plünderungen in Westeuropa 1940-1945", Köln 1998). 

Boetticher füllte den Fragebogen zur Parteistatistischen Erhebung 
1939 am 5/VII/39 eigenhändig aus und bezeichnete sich als "Leiter einer 
Stelle (Musikpolitische Verbindungsstelle)". 

Geschichtsfälschung VI, 1998: 

"...) S: 90: (...) >Lexikon der J uden in der Musik< (...). Weder an 
der Redaktion noch an einer Namensliste, noch an inhaltlichen Angaben 
war ich jemals beteiligt. Ich habe als junger Doktor an verschiedenen 
Musiklexika einzelne Daten älterer Komponisten korrigiert, wie z. B. auch 
für das Musiklexikon von H. J. Moser (siehe dort Vorwort mit Nennung 
meines Namens), ebenfalls im Kriege. So auch bei dem vorgenannten 
Lexikon, ohne jegliche politische Äußerung. Eine Unterstellung, ich hätte 
bei der Redaktion mitgewirkt, ist unzutreffend. (...)" (Boetticher, wie oben. 
5:2): 

Boetticher war regelmäßiger Mitarbeiter der Redaktion des 
Judenlexikons durch Gutachten, Korrekturvorschläge und eigene 
Ermittlung jüdischer Musiker und ist als solcher auch im Vorwort genannt, 
sowie dokumentarisch überführt. 

Geschichtsfälschung VII, 1998: 

"(...) 5.164: (...) Ich habe niemals im Kriege in irgendeinem von 
deutschen Truppen besetzten Land in Bibliotheken und Archiven 
Konfiskationen vorgenommen oder mich an solchen widerwärtigen 
Aktionen beteiligt. (...)" (Boetticher, wie oben. S. 3). 

Boetticher hat, wie Dokumente beweisen, nicht nur für Polen und 
Frankreich solche Arbeitsaufträge erhalten, sondern ist diesen auch 
nachgekommen. 

Geschichtsfälschung VIII, 1998: 

"Dieses Dokument habe ich fingiert. Die Vorgeschichte ist mir exakt 
in Erinnerung. Gleich nach meiner Ankunft in Paris verdächtigte mich 
Gerigk, der Leiter des Sonderstabs, im Gespräch, ich hätte Schallplatten 
>abgezweigt<, und sagte wörtlich. ich wisse doch, was mit >Meuterern< 
geschehe. Aus dieser Not heraus schrieb ich eine utopische Aktennotiz und 
machte so den Vorgang zu einem offiziellen. Arno Poldes - den Namen 


B 646 





erfand ich in Anlehnung an den Musiker Andor Foldes - hat es nie 
gegeben. (...) Ich kann nicht mehr tun als beteuern, daß ich weder eine 
Wohnung aufgesucht noch eine Person zum Raubzug ausgesandt habe. 
(...)" (Boetticher im Gespräch mit dem Redakteur Michael Schäfer, 
"Göttinger Tageblatt" Nr. 149, 24/X1/98). 

Im Haus Avenue Pereire, heute Boulevard Pereire 155, lebt 
nunmehr (1998) die Familie Courtils, die das Haus vor etwa 15 Jahren von 
der inzwischen verstorbenen Witwe Poldes kaufte. L&o Poldes (Paris, 
2/XII/1891 - Paris, 18/XII/1970), so der korrekte Name, war 
Bühnenautor, Kunstjournalist und Romancier jüdischer Abkunft, 
Linkssozialist, Ritter der Ehrenlegion (1932). Ihm gelang 1940 die Flucht 
nach Brasilien; das Vichy-Regime erkannte ihm die französische 
Staatsbürgerschaft ab, die deutsche Botschaft ließ ihn durch die 
brasilianischen Behörden festsetzen. Er entzog sich der Gefahr durch 
Übersiedlung nach Uruguay, wo er für einen französischen Sender 
arbeitete und sich de Gaulles Bewegung "La France Libre" anschloß. Er 
kehrte nach Kriegsende nach Paris zurück. Seine Biographie steht im 
"Dictionnaire Biographique du Mouvement Ouvrier Frangais", Band 39. Im 
Besitz der Courtils befinden sich noch mehrere Bücher mit Widmung an 
Poldes . 

Die feige dummdreiste Lüge Boettichers verhöhnt das NS-Opfer 
Poldes; Tatsache ist, daß Boetticher für private Zwecke aus dem Archiv 
der Schallplattenfirma Pathe-Marconi ganz offiziell Platten entnehmen 
durfte. 

Schon diese paar Stichproben erweisen den Musikwissenschaftler als 
ebenso plumpen wie unintelligenten Lügner, der damit ein für allemal 
seinen wissenschaftlichen Ruf leichtfertig verspielte. 

Geschichtsfälschung IX, 1999: 

"Abitur 1932, Immatrikulation 1933, Promotion 1941, Habilitation 
1943, gleichzeitig Mitgliedschaft in der NSDAP, der 
Reichsstudentenführung und seit 1941 der Waffen-SS (...)" (Eva 
Weissweiler: "Ausgemerzt!" Das Lexikon der J uden in der Musik und seine 
mörderischen Folgen. Köln, 1999. S. 61). 

Es handelt sich um den Kommentar der Autorin zur Reedition von 
Gerigk/Stengels "Lexikon der Juden in der Musik". 

Daß Boetticher nicht "gleichzeitig" Parteimitglied war, sondern am 1/ 
V/37 beitrat, hätte sie dem ihr wohlbekannten Standardwerk von Willem 
de Vries, "Sonderstab Musik" (Köln, 1998) entnehmen können. 
Geschichtsfälschung X, 2002: 

Boetticher hinterließ handschriftliche "Lebenserinnerungen", 157 
Seiten lang, die seine ganze Lebenslüge zusamenfassen. Hans Schneider, 
Musikantiquariat und Verlag in Tutzing, war schamlos genug, diese 
politische Pornographie in Vertrieb zu nehmen. 

Information: MM2, KDMK (Nachtrag), RML, MGG. 


B 647 





Bögelsack, Karl 
1889 - ? 
Militärmusiker; er kam 1935 aus San Salvador, MM, Leiter des 
Stabsmusikkorps des Luftkreiskommandos 1 in Königsberg, ab 1/X/36 
OMM der Fliegerhorstkommandantur Neuhausen bei Königsberg, zum 1/X/ 
38 StMM. 1943 außer Dienst gestellt. 


Im Fliegerhorst. Marsch (RS Königsberg, 16/X/38). 

Marsch der Legion Condor mit dem "Lied der Legion Condor" von 
Wolfram Philipps und Christian Jährig im Trio. Für Militärmusik und andere 
Besetzungen: Fried Walter, für Mandolinenquartett: B. Bernards [Rü] 
(1939; RS Wien, 23/1V/39, RS Berlin, 2/VI1/39) [B&B]. 

Der Titel feiert die hauptsächlich aus Fliegern bestehende deutsche 
Legion, die Hitler 1936-39 dem General Franco im spanischen Bürgerkrieg 
gegen die Republik zur Verfügung gestellt hatte. Eine ihrer "Heldentaten" 
war 1937 die Zerstörung der offenen baskischen Stadt Guernica aus der 
Luft. 

Information: Die WASt (10/IX/80) hat keinen Eintrag. 


Bogenhard, Willy 
Berlin, 21. Juli 1889 - ? 
Kaufmannssohn, Musiker, zunächst im Berliner Sinfonie-Orchester, hier 
auch ab 1929 1. Geschäftsführer und - Stand 1932 - Vorstand. Bei 
Verkleinerung des Orchesters ins BPhO versetzt, mußte er aber schon zum 
1/X1/33 dort wieder ausscheiden. Dann in Stettin-Greifenhagen. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.010.266. Gaustellenleiter der NSDAP. 1936-39 
Landesleiter der RMK Gau XX Pommern, ab 1/1/40 vom RPA Pommern als 
Aushilfslektor beschäftigt, nebenher ehrenamtlich RMK-Landesleiter Gau 
Pommern; 1941 zur "Dienstleistung in den besetzten Ostgebieten" 
einberufen und seit Februar 1942 Kulturreferent der HA Propaganda beim 
Generalkommissar im besetzten Riga, 1944 beim RPA Danzig. 

1940, Arbeitsbericht: 

"(...) Um als Landesleiter der Reichsmusikkammer allen von dem 
Präsidenten der Reichsmusikkammer gestellten Anforderungen gerecht 
werden zu können, standen mir zur Erledigung der laufenden Arbeiten 1 
Geschäftsführer, 1 Jurist, 1 Registrator sowie 2 weitere Mitarbeiter und 3-4 
Stenotypistinnen zur Verfügung. Der Dienststelle des Landesleiters 
unterstanden ferner 27 Kreismusikerschaften und ca. 80 den 
Kreismusikerschaften angegliederte Nebenstellen. - Durch die Gestellung 
eines Dienstwagens war es Mir jederzeit möglich, die Arbeit der 
Kreismusikerschafts- und Nebenstellenleiter zu überwachen. Zu meinem 
Arbeitsfeld gehören die Gebiete der Verwaltung und Organisation. Ich 
habe kulturelle Aufgaben zu erfüllen und die Mitglieder der 
Reichsmusikkammer fachlich und sozial zu betreuen. Auch alle weitere auf 
musikalischem Gebiete liegende berufliche oder geschäftliche Tätigkeit ist 
von mir nach den Bestimmungen der 3. Anordnung zur Befriedung der 


B 648 





wirtschaftlichen Verhältnisse im deutschen Musikleben zu überwachen und 
alle diesbezüglich einlaufenden Vorgänge sind von mir ordnungsgemäß zu 
erledigen" (Quelle: BAR 55/ 82. Blatt 85). 

Information: Das Standesamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin 
abzufragen, empfiehlt sich nicht; vgl. Baldamus. 


Böhland, Rudolf 
Höhn/ Oberfranken, 20. November 1901 - Nürnberg, 22. September 

1989. 
Sohn eines Hauptlehrers; Schüler von J. Haas, Konzertsänger (Baß), 
Musikpädagoge und Schulmusiker. 1926 Musiklehrer an der 
Oberrealschule Bamberg, Stand 1932: Studienassessor in Erlangen, dann 
in Würzburg. Seit 1935 Studienrat am Neuen Gymnasium in Nürnberg. 
Auch Konzertpianist und Chormeister. 

Nach 1945 weiterhin in Nürnberg, 1966-78 hier Stadtrat für die 
Nationaldemokratische Partei (NDP). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.498864, auf Antrag vom 30/X11/37. NSLB seit 
18/1X/33. Gaureferent für Musikerziehung im NSLB Gau Franken, 
Nürnberg. SA seit 29/X/33. 


Selbstaussage, 1983: 

"(...) nicht vor November 83, da ich noch aktiv als Ehrenvorsitzender 
in Verbänden und auf musikpädagogischem Gebiet tätig bin. Meine 
synchronopt. Tabellen müssen fortgesetzt werden, neue welthistorische 
Arbeiten sind im Entstehen. Meine Vortragstätigkeit und praktische 
Bühnentätigkeit ist seit einem Jahr gleich null. (...)" (Rudolf Böhland an 
Fred K. Prieberg, 15/V11/83). 

Bei den erwähnten Tabellen handelt es sich um ein 
"Synchronoptisches Tabellenwerk zur Weltgeschichte". Böhland hatte 
keine Historikerausbildung. 

Information: DML. 


Böhlke, Erich 
Pölitz bei Stettin, 9. September 1895 - Delmenhorst, 19. April 1979. 
Sohn eines Kunsthändlers; Schüler u. a. von Humperdinck, Busoni und 
Toscanini, Pianist, Konzertbegleiter und Dirigent, 1926 in Koblenz 
Theaterkapellmeister, 1929-31 in Wiesbaden GMD, dann in Berlin Leiter 
des Orchesters der Schutzpolizei. 1933-44 GMD in Magdeburg, 1934-39 
auch Intendant. 

Ab 1947 in Oldenburg. 1963 Lehrer an der Ueno University of Arts in 
Tokio. Er erhielt 1965 den Pommerschen Kulturpreis und 1976 das 
Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der BRD. Zuletzt i. R. in 
Delmenhorst. 

Werke: rund 50 Titel, darunter Lieder, zwei Streichquartette, 
Klavierstücke, Violinsonate etc. 


B 649 





NSDAP seit 1/1V/41, Nr. 8.401.598, auf Antrag vom 8/IV/41. Wegen 
früherer Logenzugehörigkeit bedurfte es zur Aufnahme eines 
"Gnadenerweises des Führers" vom 13/111/41. 

September 1940: 

Im Stadttheater Magdeburg leitet Böhlke mit Gauchor und 
Städtischem Chor ein Konzert: 1. Karl Schüler: "Vorspruch". - 2. Karl 
Schüler: "Unter der Fahne". - 3. Max Seeboth: "Die heiligen Namen" (T: B. 
von Schirach). - 4. Paul Scholz: "Einsiedler". - 5. Hermann Erichsen: 
"Deutschland" (alle UA) 


Geschichtsfälschung: 

"(...) Als Nicht-Parteigenosse und ehemaliges Mitglied einer 
Freimaurerloge wurde B. 1939 von seinem Posten als Intendant 
entbunden (...)" (Sabine Gatz: Namensartikel. "Magdeburger 
Biographisches Lexikon 19. und 20. Jahrhundert", Magdeburg, 2002. S. 
72). 

Teilwahrheiten ergeben Teillügen; Böhlke trat 1941 mit Dispens von 
Hitler in die NSDAP ein. 

Information: DML, FA, KDMK, RML. 


Böhm 


Deutsche Helden. Marsch (Mirag, 11/V1/33). 
Information: Vielleicht identisch mit H. Böhm, Dessau, Musikreferent 
der SA Gruppe Mitte. 


Böhm, Hans 
Struppen/ Krs. Pirna, 17. Juli 1909 - Dresden, 16. Dezember 1999. 
Musikpädagoge, Schulmusiker, und Musikberichter in Dresden. 
Nach 1945 weiterhin in Dresden - so 1950 Kritiker für das CDU-Blatt 
"Union", ab 1951 von "Musik und Gesellschaft", 1953 auch 
nebenamtlicher Dozent für Musikgeschichte an der Musikhochschule. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Information: SML, FA2. Laut Einwohneramt Dresden (6/XI/98) seien 
für Hans Böhm keine Meldeunterlagen vorhanden. 


Böhm, Hermann 
Werke: u. a. Schlager. 


Die Deutschmeister kommen. Marsch für Akkordeon [StG, Wien]. 
In: 
Alt-Wiener Skizzen (21944). 

Information: Der Wirkungsort Böhms konnte nicht ermittelt werden. 


B 650 





Böhm, Josef Conrad (Carl) 

Altglashütte/ Bayern, 20. Oktober 1894 - Erlangen, 1. März 1969. 
Lehrersohn; Musikpädagoge, zunächst Studienlehrer am Progymnasium in 
Cham, dann im Schuldienst in Amberg und Auerbach. Ab August 1933 
Studienrat an der Oberrealschule - später Gregor-Mendel-Oberschule - 
Amberg. Auch Klavierlehrer. 

1947 wieder im Schuldienst in Amberg, 1953 Studienprofessor und 
bis 1/11/60 Oberstudienrat am Erasmus-Gymnasium, dann i. R. 
Kreischorleiter des DSB im nunmehrigen Chorkreis "Nord-Oberpfalz" bis 
1967 und Mitglied des Musikausschusses des Fränkischen Sängerbundes. 
Zuletzt in Erlangen. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.523.607. Kreischorleiter, Kreis Grenzmark, im 
Fränkischen Sängerbund (DSB); 1934 Städtischer Musikbeauftragter für 
Amberg und Kreismusikbeauftragter für den Landkreis Amberg, 
Lehramtsleiter der Ortsmusikerschaft (RMK). 

Information: KDMK, LdCh. 


Böhm, Karl 
Graz, 28. August 1894 - Salzburg (A), 14. August 1981. 

Sohn eines Advokaten; Dr. jur. Graz 1919, Orchesterdirigent, 1931-33 
GMD in Hamburg, 1934 - durch "Entscheidung des Führers" - als 
Operndirektor, also Nachfolger des verjagten Fritz Busch, nach Dresden 
verpflichtet, Stand 1942: Berlin-Adlershof. 1/1/43-45 Operndirektor an der 
Staatsoper Wien. Er gastierte u. a. mit Ausreisebewilligung vom 5/VI/43 in 
Zürich vom 13. bis 22/V1/43. 

1950-53 Musikal. Oberleiter am Teatro Colön in Buenos Aires, 
1954-56 wieder Operndirektor der Wiener Staatsoper. 1964 erhielt er das 
Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der BRD. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP; NSOG und Förderndes Mitglied der SS. 1934 
Mitglied des Verwaltungsausschusses der RMK, auch Beirat von deren 
Landesstelle Sachsen. 1934 von Staatskommissar Hinkel in den Vorstand 
der Vereinigung Künstlerischer Bühnenvorstände berufen; zum *30/1/43 
verlieh ihm Hitler das KVK II ohne Schwerter. Laut RSHA, 16/V1/43, lagen 
"nachteilige Notierungen in politischer Hinsicht" nicht vor. 


1923 
9. November 1923, Blut für die Idee: 

(...) "In München hatte ich ein unvergeßliches Erlebnis: Es war an 
jenem denkwürdigen 9. November 1923, da die braunen Kolonnen Adolf 
Hitlers zum Marsch nach der Feldherrnhalle antraten. Ich hatte am 
vormittag Orchesterprobe, und zwar im Foyer des Nationaltheaters, 
dessen Fenster auf den Max-) osefs-Platz hinausgehen. In unmittelbarer 
Nähe liegt die Feldherrnhalle, und dort spielten sich die erschütternden 
Ereignisse ab, die einen Markstein in der deutschen Geschichte bilden. 
Fiebernde Spannung lag in jenen Tagen über München, man ahnte, daß 


B 651 





große Begebenheiten bevorstanden. Und so war keine rechte 
Konzentration für das Musizieren möglich. Plötzlich hallten Schüsse über 
den Platz, wir eilten zum Fenster und sahen die vor den mörderischen 
Kugeln zurückweichenden Nationalsozialisten. Unter ungeheurer 
Aufregung erlebten wir den Abtransport der Verwundeten, sahen Blut, das 
für die Idee vergossen wurde, die siegreich geworden ist" (Harry Erwin 
Weinschenk: Künstler plaudern. 16.-25. Tsd. Berlin, 1941. S. 48). 


1933 
13. Mai 1933, Berufung: 

"Vorerst herzlichsten Dank für Ihre so lieben Glückwünsche zu 
meiner Berufung nach Dresden. 

Ich bin selbstverständlich gerne bereit, dem Rufe des Herrn 
Staatskommissars Hinkel Folge zu leisten und in den Vorstand der 
Vereinigung künstlerischer Bühnenvorstände einzutreten. Nach den jetzt 
feststehenden Spielplan-Dispositionen bin ich am 5. Juni frei und werde 
sehr gern an der konstituierenden Versammlung teilnehmen. (...) (Böhm 
an Deutsche Kunstgesellschaft, Mutzenbecher, 13/V/33. Quelle: BA 
Namensakte Böhm). 

Die Vereinigung künstlerischer Bühnenvorstände e. V. - 
Ehrenvorsitzende: Winifred Wagner - unter Hinkels Leitung war eine 
Zwangs"zunft" kulturpolitischer Prägung. Im Vorstand saß auch Hans 
Severus Ziegler ; "Die Arbeit erfolgt im neuen Reich gemäß den Richtlinien 
des Kampfbundes für deutsche Kultur" ("DBJ" 1934. S. 136). 

9. Juni 1933: 

Mit Schreiben an Hinkel empfiehlt der Hauptreferent für Oper in der 
Gauleitung Sachsen der NSDAP, Börner, nach Toscaninis Absage Böhm 
hymnisch als Dirigenten der Bayreuther Festspiele. 

10. September 1933: 

Böhm leitet die Festaufführung von Mozarts Oper "Figaros Hochzeit" 
an der Hamburgischen Staatsoper - für den KfdK. 
Oktober 1933, Wunsch Hitlers: 

"Reichskanzler Hitler hat dem Hamburger Senat den Wunsch 
übermittelt, Dr. Karl Böhm schon früher als zum Herbst 1934 für Dresden 
freizugeben, da in Eugen Jochum ein vollwertiger Ersatz gefunden sei, 
während die Staatsoper in Dresden ohne eigentlichen musikalischen 
Führer ist. Den Bemühungen des Reichspropagandaministeriums, das der 
Reichskanzler mit der Regelung der Angelegenheit beauftragte, gelang es, 
Jochum von seinen Verträgen mit dem Rundfunk und mit der Städtischen 
Oper in Berlin so zu lösen, daß ab 1. Januar Jochum in vollem Umfang für 
seine neuen Hamburger Aufgaben zur Verfügung steht und Dr. Böhm für 
Dresden freigegeben werden kann" ("Melos" XI1/10, Oktober 1933. S. 
351). 


1934 
25. April 1934, Das Wort des Führers: 
"Mein lieber Willy! Die Würfel sind also gefallen und ich bleibe nach 
der Entscheidung des Führers hier in Dresden. Ich habe dir schon 


B 652 





seinerzeit in Berlin persönlich erklärt, daß ich mir eigentlich nicht 
vorstellen könnte, daß der Führer, der mich kaum nach Dresden gebracht 
hat, nun schon wieder die Lösung meines kaum begonnenen 5-jährigen 
Vertrages befiehlt. Ganz Dresden war natürlich maßlos erregt, am 
allermeisten das Orchester, und heute hat hier das Wort des Führers 
größte Beglückung ausgelöst" (Böhm an Wilhelm Rode, 25/1V/34. Quelle: 
BA Namensakte Böhm). 

Intendant Rode hatte versucht, Böhm fest an das Dt. Opernhaus 
Berlin zu verpflichten, begnügte sich dann aber mit laufenden 
Gastverträgen, zur Saison 1934/35 für immerhin drei Neueinstudierungen 
- "Tannhäuser", "Tristan" und "Rosenkavalier" - gegen je 10.000 RM 
Honorar. 

8. August 1934, Einwand des Ministeriums: 

"Die für den Generalmusikdirektor Dr. Karl Böhm, den Bariton Hans 
Reinmar und den Tenor Hans Fidesser in Aussicht genommene kurze 
Beschäftigungsdauer bringt es mit sich, daß die an sich schon 
außergewöhnliche Höhe der Gagen eine weitere unangemessene 
Steigerung erfährt, weil davon auszugehen ist, daß diese Künstler - wie es 
bei dem Dresdner Generalmusikdirektor Dr. Karl Böhm ohne weiteres 
ersichtlich ist - sich in der ihnen verbleibenden spielfreien Zeit durch 
Gastspiele noch anderweitige Einnahmen verschaffen werden. Die ihnen 
vom Deutschen Opernhaus in Aussicht gestellten Gagen werden daher nur 
einen Teil ihrer Bezüge darstellen. Es ist aber mit den Auffassungen des 
nationalsozialistischen Staates schlechterdings unvereinbar, einzelnen 
Künstlern zu Gagen zu verhelfen, die die Starbezüge der Systemzeit noch 
überschreiten, während auf der anderen Seite ebenfalls begabte Kräfte 
nicht in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten" (Der 
Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda an den Intendanten 
des Dt. Opernhauses, 8/VI1l/34. Quelle: BA Namensakte Böhm). 

Intendant Rode vereinbarte mit Böhm, die Zahl der Dirigierabende 
je Neueinstudierung von acht auf neun zu erhöhen, so daß dem Einwand 
des RMVP ungefähr Rechnung getragen war. Dieses stimmte nun zu. 


1935 
13. März 1935: 

Böhm dirigiert das dritte von fünf Konzerten des BPhO für die NSKG. 
Solistin: Maria Cebotari. 

13. August 1935, Antrag I: 

"(...) Von der Wiener Konzerthausgemeinschaft (ein 
Privatunternehmen) erhielt ich das Angebot, im kommenden Winter drei 
Sinfoniekonzerte in Wien zu dirigieren. Es ist sicher im Sinne der 
Reichsregierung gelegen, wenn ich als deutscher Dirigent nach Wien gehe, 
um dort den zahlreichen Anhängern der nationalsozialistischen Idee neue 
Anregung zu geben, um so mehr als ich gebürtiger Österreicher bin. Ich 
bitte daher offiziell um Genehmigung. (...)" (Böhm an RMVP, 13/VI11/35. 
Quelle: BAR 55/ 1186. Blatt 311). 

27. August 1935, Antrag II: 
"(...) mir die ausdrückliche Genehmigung zu erteilen, drei Konzerte 


B 653 





in Wien zu dirigieren. Da ich von Geburt aus Österreicher bin, jetzt seit 
zwölf Jahren reichsdeutscher Staatsangehöriger, und natürlich in Wien 
viele Anhänger, besonders im nationalsozialistischen Lager habe, glaube 
ich, daß diese Konzerte propagandistisch von größtem Vorteil für 
Deutschland sein können, umsomehr als ich glaube, diese Konzerte für die 
Zukunft noch mehr ausbauen zu können" (Böhm an RTK, Dr. Rainer 
Schlösser, 27/V111/35. Quelle: BAR 55/ 1186. Blatt 132. Auch: National 
Archives Washington, RG 260-Austria, Box 95, Folder "Music"). 

Aus politischen Gründen versagte das Ministerium die Genehmigung 
- wie zuvor schon für Knappertsbusch und danach für Schuricht. 

Abt. IX des RMVP unterstellte in einer Aufzeichnung vom 17/IX/35, 
die Zustimmung für Knappertsbusch sei wegen dessen politischer 
Unzuverlässigkeit nicht erteilt worden und daß nun nicht genehme 
Dirigenten wie Scherchen, Bruno Walter oder Kleiber einspringen würden. 
28. September 1935, Präzisierung: 

"Unsinn! nicht deswegen, sondern weil kein deutscher Künstler sich 
als Handlanger der oesterr. Regierung hergeben sollte! Die J uden sollen 
ruhig dirigieren!" (WF = Staatssekretär Walter Funk, handschriftl. 
Randbemerkung zur erwähnten Aufzeichnung, 28/1X/35. Quelle: BAR 55/ 
1186. Blatt 148). 

17. Oktober 1935: 

Das BPhO, Dgt. Böhm, konzertiert für Berliner Konzertgemeinde und 

Konzertring der NSKG. Solistin: Cecilia Hansen. 


1936 
Die Musikkrise beseitigt! ("Die Musik-Woche" IV/13, 27/111/36. S. 5). 
Zitat: 

"Die Neugliederung und straffe Zusammenfassung aller Stände und 
Berufsgruppen, die seit der Machtergreifung Adolf Hitlers durchgeführt 
worden ist, hat sich für den kulturellen Wiederanstieg Deutschlands als 
außerst segensreich erwiesen. Man darf getrost behaupten, daß die 
Krise, in der sich das musikalische Schaffen und die deutsche Kunst 
überhaupt befand, durch die umsichtige Fürsorge und das 
tiefe Verständnis des Führers für künstlerische Fragen, 
das nicht nur in seinen Schriften und Reden, sondern auch durch seine 
persönliche Anteilnahme an den Ereignissen des deutschen Kulturlebens 
immer wieder überzeugenden Ausdruck findet, gebannt ist. Ihm 
verdankt der Musiker, sei er nun freischaffender oder reproduzierender 
Künstler, Musikerzieher oder Orchestermusiker, unendlich viel. Und das 
sowohl in sozialer und wirtschaftlicher Beziehung - indem 
den vielen erwerbslosen Musikern neue Arbeitsmöglichkeiten gegeben 
worden sind - wie in ideeller Hinsicht! Der Nationalsozialismus hat 
dem Musiker ein Ziel und eine Aufgabe gestellt, für die es sich 
lohnt, das ganze Können und die Arbeitskraft einzusetzen: dem 
deutschen Volk und seinen höchsten Kulturgütern zu 
dienen. Dafür aber dankt der neue Staat dem Künstler, indem er ihn in 
das gewaltige Werk des deutschen Aufbaues eingliedert und zu einem 
gleichberechtigten Teil der Gesamtheit aller Schaffenden erhebt". 


B 654 





Es handelte sich um Wahlwerbung zum 29. März. Wie nur wenige 
andere Künstler empfahl Böhm nicht ausdrücklich, seine Stimme Hitler zu 
geben, sondern blieb allgemein, wenngleich unmißverständlich. 


1937 
19. März 1937, Kluger Kerl: 

"Staatsoper. Neuaufführung der Oper >Massimilla Doni" von Othmar 
Schoeck. Gut inszeniert, herrliche Stimmen. Das Werk stellenweise ganz 
gut, sonst sehr konstruiert und blaß. Keine besondere Aquisition. Wird sich 
bestimmt nicht halten. Das Orchester musiziert unter Böhm wunderbar. 

(...) Nach der Oper noch lange mit Böhm parlavert. Er ist ein kluger 
Kerl" (Goebbels Tagebuch III, 19/111/37, S. 84. Fehler im Original). 

Die Aufführung fand an der Dresdner Staatsoper am 18. März 1937 
statt. 

1. April 1937: 

Das BPhO, Dgt. K. Böhm, konzertiert zu Gunsten des RLB mit den 
Solisten Erna Sack, G. Hüsch und M. Lorenz. 

4. Oktober 1937, Auftrag: 

"Auf Wunsch des Herrn Reichsministers Dr. Goebbels sind Sie dazu 
ausersehen, auf der diesjährigen Tagung der Reichskulturkammer am 26. 
November vormittags in der >Philharmonie< Berlin die einleitende Musik 
(Symphonie) zu dirigieren. 

Ich bitte Sie, sich diesbezüglich baldmöglichst mit mir in Verbindung 
zu setzen und mich Ihre Vorschläge bzgl. der Auswahl eines Musikstückes 
wissen zu lassen. (...)" (RKK, Hinkel, an Böhm, 4/X/37. Quelle: BAR 56 I/ 
126). 

*26. November 1937: 

Das BPhO, Dgt. Böhm, bietet Werke von Wagner und das 
Violinkonzert von R. Schumann (UA) zur Jahrestagung der RKK im Dt. 
Opernhaus. Solist: G. Kulenkampff (Violine). 


1938 
10. Februar 1938: 

Die Dresdner Staatsoper, Dgt. Böhm, bietet die Oper "Die Wirtin von 
Pinsk" von R. Mohaupt (UA). 

27. Februar 1938: 

Böhm richtet einen entschiedenen Brief an den Präsidenten der RTK 
Dr. Schlösser und verteidigt sich gegen die Presseangriffe Erich Roeders 
und H. Gerigks wegen Uraufführung der Oper "Die Wirtin von Pinsk" von 
Mohaupt und verlangt eine Rechtfertigung (Quelle: BAR 55/ 20225/1. 
Blatt 506). 

Schlösser versah das Schreiben mit Bemerkungen, die darauf 
schließen lassen, daß keine Rechtfertigung erfolgte; die Rosenberg-Clique 
war stärker. 

1. April 1938, Heil Hitler!: 

"Als der Dresdner Generalissimus Dr. Karl Böhm, ein Sohn unserer 
Heimat - er stammt aus Graz - das Podium betrat und den deutschen 
Gruß entbot, war dies der Auftakt zum ersten festlichen Konzert im neuen 


B 659 





deutschen Reich" ("Neue Freie Presse", Wien, 1/1V/38). 

Es handelte sich um das 7. Symphoniekonzert der Wiener 
Symphoniker am 30/III/38 mit Werken von Händel, Schubert, Mozart und 
Wagners Vorspiel zu "Die Meistersinger von Nürnberg". 

Bekenntnis zum "Anschluß" (10. April 1938): 

"Wer dieser Tat unseres Führers nicht mit einem hundertprozentigen 
Ja zustimmt, verdient nicht den Ehrennamen Deutscher zu tragen" 
(Quelle: DÖW, ZI. 1203/46). 

23. August 1938, Kultursenator I?: 

Der Präsident der RTK nominiert u. a. Karl Böhm für den 
Reichskultursenat. 

5. September 1938, Kultursenator II?: 

Der Präsident der RMK nominiert u. a. Karl Böhm für den 
Reichskultursenat. 

*9, November 1938: 

Im Konzerthaus Wien bieten die Wiener Sinfoniker, Dgt. Böhm, zum 
Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung ein Festkonzert - 
Wiederholung des KdF-Konzerts vom Vortag: Wagners "Tannhäuser"- 
Vorspiel und Bruckners Fünfte (RS Wien, Berlin, Danzig, Frankfurt, Köln, 
Königsberg, München, *9/X1/38). 


1939 

18. und 19. April 1939: 

Die Wiener Symphoniker, Dgt. K. Böhm, bieten ein Konzert für die 
Jugend, das als Zykluskonzert wiederholt wird, darin die 2. Sinfonie 
"Elegiaca" von G. F. Malipiero. 

Der Weg der heutigen Musik ("Blätter der Kameradschaft der 
deutschen Künstler", Heft 11, Sonderheft zum 20. April 1939. S. 24-27). 
Zitat: 

"Der Weg der heutigen Musik auf dem Gebiet des sinfonischen 
Schaffens (...) ist gebahnt und vorgezeichnet durch die Weltanschauung 
des Nationalsozialismus. Damit unterscheidet sich die 
Schaffensmöglichkeit grundsätzlich von der des vergangenen 
Jahrhunderts, und zwar in einer Weise, die für den Künstler höchst 
segensreich werden kann. Er wird dadurch weder eingeengt noch seines 
künstlerischen Verantwortungsbewußtseins beraubt, wie das gewisse 
Kreise vorauszusehen glaubten. Im Gegenteil, das ständige Bewußtsein, 
das ihn erfüllt und erfüllen muß, nicht für sich allein, sondern für eine 
durch eine gemeinsame Idee verbundene Gemeinschaft schreiben zu 
können und zu dürfen, wird seine Selbstkritik in hohem Maße in Anspruch 
nehmen (...)" (Abdruck in: Oliver Rathkolb, "Führertreu und 
gottbegnadet". Künstlereliten im Dritten Reich. Wien, 1991. S.104). 


1940 
7. Mai 1940: 
Das BPhO, Dgt. Böhm, beginnt im Auftrag des RMVP eine 
Gastspielreise, die am 25. Mai endet und Preßburg, Budapest, Bukarest, 
Sofia, Graz, Würzburg und Schweinfurt berührt. 


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4. Dezember 1940: 

Das BPhO, Dgt. Böhm, bietet u. a. die deutsche EA des 2. 
Violinkonzerts von Sergej Prokofjew, Solist. Heinz Stanske. 

Der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt vom 27/VIII/39, der den 
Überfall auf Polen deckte, förderte auch das Interesse an Musik 
sowjetischer Komponisten. 

Es war keine UA, wie das Programmheft behauptete, denn das Werk 
war schon acht Tage zuvor in Dresden gespielt worden. 

8. Dezember 1940: 

Ein Meisterkonzert des BPhO, Dgt. Böhm, bietet Werke von Mozart, 
Robert Schumann und Brahms. Den Solopart des Klavierkonzerts von 
Schumann spielt Else C. Kraus. 


1941 
20. Januar 1941, Der einzigartige Erfolg: 

"Halle, 20. Januar. In der Gaustadt Halle gab die Sächsische 
Staatskapelle unter Prof. Dr. Carl Böhm und unter Mitwirkung von Erna 
Berger (Staatsoper Berlin) mit Schuberts >Unvollendeter<, zwei Mozart- 
Arien und Beethovens 5. Sinfonie das erste von vier >Festlichen 
Konzerten<, die eine von hohem Sozialismus getragene Einrichtung der 
Deutschen Arbeitsfront, Gau Halle-Merseburg, darstellen. Die 
Zuhörerschaft wurde von Arbeiterinnen, Arbeitern der Stirn und der Faust, 
Verwundeten und Soldaten aus sämtlichen Kreisen des Gaues gebildet. 
Der einzigartige Erfolg dieses ersten Konzertes bewies in gleicher Weise 
wie im vergangenen Sommer die Bayreuther Festspiele, daß die 
schwerschaffenden Volksgenossen das dankbarste und 
aufnahmebereiteste Publikum sind" (Beste Orchester vor der 
Arbeiterschaft. Der Gau Halle-Merseburg verwirklicht einen grandiosen 
Plan. "Deutsche Zeitung in den Niederlanden" Nr. 227, 20/1/41). 

26. Februar bis 3. März 1941: 

Böhm gastiert mit der Dresdner Staatsoper in Belgrad und Agram 
und bringt außer den Solisten das gesamte Orchester mit, rund 200 
Personen, und bietet "Fidelio" und "Rosenkavalier" und Sinfoniekonzerte 
*19. April 1941: 

Das BPhO, Dgt. Böhm, bietet am Vorabend von Hitlers Geburtstag 
die musikalische Umrahmung einer Rede von Dr. Goebbels, zuvor 
Wagners "Meistersinger"-Vorspiel, danach Albert Jungs Festmusik (RS 
Berlin/ RSdg, *19/1V/41). 

*20. April 1941: 

Das BPhO, Dgt. Böhm, konzertiert zu Hitlers Geburtstag (RSdg, *20/ 
IV/41). 

Dieses Konzert fehlt in der Auflistung bei Peter Muck: Einhundert 
Jahre Berliner Philharmonisches Orchester, 2. Band: 1922-1982 (Tutzing, 
1982). 

25. April 1941: 

Böhm übernimmt den zweiten Teil einer Gastspielreise des BPhO die 
am 16. April unter Artur Rother begann und am 9. Mai endete, und 
dirigiert in Barcelona, Madrid, Lissabon, Porto und Bordeaux. 


B 657 





In Lissabon gab Böhm vier Konzerte; die portugiesischen 
Musikfreunde lernten u. a. Theodor Bergers "Rondino giococso" kennen. 
*28. November 1941: 

Zur Eröffnung der Mozartwoche des Deutschen Reiches umrahmen 
die Wiener Symphoniker, Dgt. K. Böhm, die Ansprache von Reichsleiter 
Schirach mit Mozart, Ouvertüre zu "Don Giovanni" und Sinfonie C-dur KV 
551. 

22. Dezember 1941: 

Das BPhO, Dgt. Böhm, bietet ein Werkkonzert mit Mozart, Wagner 

und R. Strauss; Solist: Torsten Ralf (Gesang). 


1942 
20. März 1942: 

"Böhm soll nun nach Wien gehen und Elmendorff oder Karajan nach 
Dresden. Aber der Führer wünscht nicht, dass bestehende Verträge 
verkürzt oder aufgehoben werden. Verträge müssen auch im Kulturleben 
Gültigkeit behalten. Es geht nicht an, dass ein Gauleiter nach Gutdünken 
vertragliche Abmachungen aufhebt, nur um das Kulturleben in seiner 
eigenen Stadt heraufzutreiben. Böhm wird deshalb also nolens volens 
noch einige Zeit in Dresden bleiben müssen" (Goebbels, Tagebuch. Eintrag 
vom 20/111/42. Quelle: BA NL 118/12). 

13. Mai 1942: 

Die Sächsische Staatskapelle, Dgt. Böhm, gastiert für die NSG "Kraft 
durch Freude", Kreis Leipzig: 1. Weber: Ouvertüre zu "Oberon". - 2. 
Mozart: Violinkonzert A-dur, KV 219. - 3. Richard Strauss. "Tod und 
Verklärung". - 4. Brahms: 1. Sinfonie C-moll, Op. 68. 

10. bis 12. Dezember 1942 

Böhm gastiert in Agram mit der Wiener Staatsoper und "Figaros 

Hochzeit" von Mozart. 


1944 
19. Mai 1944: 

Der Antrag, Böhm mit dem Titel Generalintendant zu ehren, wird 
"wegen seiner illoyalen Engagementspolitik" abgelehnt (Schreiben von Dr. 
Schlösser, 19/V/44. Quelle: BAR 55/ 73. Blatt 1). 

30. Mai 1944: 

"(...) Wenn ich auch die betonte Treuherzigkeit und den gut 
herausgekehrten Biedersinn Dr. Böhms als >wienerisch< nicht 
überschätzen will, möchte ich doch der Ansicht Ausdruck geben, daß 
Böhm zumindest begriffen hat, was die Stunde geschlagen hat. Er bat 
mich nachdrücklich darum, Sie wissen zu lassen, daß er den 
ausgesprochenen Wunsch habe, Ihnen persönlich gegenüber alle Fragen, 
bezüglich deren Sie Klärung wünschten, gleichsam Auge in Auge zu 
beantworten. Er bedauere, daß er anders als früher in den letzten 2 
Jahren nicht mehr um Termin bei Ihnen gebeten habe und bitte, ihm 
Glauben zu schenken, daß hierfür der Respekt gegenüber Ihrer 
Arbeitsleistung das ausschlaggebende Motiv gewesen sei. Hart habe ihn 
getroffen, als Dirigent fortan im Rahmen der Aktionen unseres Hauses 


B 658 





nicht mehr zum Einsatz gelangen zu sollen, da er gerade hier seine 
unbedingte Bereitschaft immer gern unter Beweis gestellt hätte; in diesem 
Zusammenhang konnte Böhm für die Zeit bis zu seinem Standortwechsel 
nach Wien in der Tat darauf hinweisen, daß er unter den namhaften 
Dirigenten Deutschlands immer derjenige gewesen sei, der, wenn es sein 
mußte, auch Hals über Kopf sich zur Verfügung zu stellen bereit war" 
(RMVP, Ministervorlage von Dr. Schlösser über eine Besprechung mit 
Böhm, 30/V/44. Quelle: BAR 55/ 20156 a. Blatt 488-490). 


1945 
11. Januar 1945, SD-Bericht: 

"Böhm galt vor der Machtergreifung als judenfreundlich 
eingestellt. Er gehörte früher dem >Rotarieclub< als Mitglied an. Seine 
politische Einstellung ist undurchsichtig. Charakterlich wird er als Egoist 
geschildert. 

Nach einer vertraulichen Mitteilung soll sich B. anläßlich eines 
Gastspiels im Mai 1944 in der Schweiz mit amerikanischen Journalisten, 
worunter auch Juden waren, für die Presse haben fotografieren lassen. 
Weiteres ist über Böhm hier nicht bekanntgeworden" (Karteikarte ohne 
Provenienz mit Stempel des RSHA vom 16/1/45. Fehler im Original. 
Quelle: BA Namensakte Böhm). 


Kommentar, 1947: 

"Als Hitlers Mordkolonnen die besten Deutschen einkerkerten, 
folterten und töteten, als sie unser Österreich an sich rissen, als sie die 
friedlichen Völker Europas überfielen, blühende Länder in Trümmerhaufen 
verwandelten und ungezählte Millionen Menschenleben vernichteten, da 
hatte Herr Böhm durchaus die >rechte Konzentration für das Musizieren<. 
Er hatte sich schon längst auch organisatorisch der NSDAP angeschlossen 
und durch sie Karriere gemacht. Er war zum >Parteidirigenten< avanciert 
und machte bei den Nürnberger Parteitagen die Begleitmusik zu den 
verschwenderischen Schaustellungen seiner größenwahnsinnigen Herren. 

(...) Er war es, der am 1. April 1938 bei einer Reichsfeierstunde zum 
erstenmal in einem Wiener Konzertsaal das Horst-Wessel-Lied erklingen 
ließ. Er war es, der seit diesem Abend die Gewohnheit behielt (man hat 
niemand dazu gezwungen und kein anderer Dirigent außer ihm trieb hier 
die künstlerische Prostitution so weit), Orchester und Publikum bei jedem 
Auftreten mit erhobenem Arm zu begrüßen" (Marcel Rubin: Herr Böhm 
und das Musikleben Österreichs. "Österreichisches Tagebuch" 11/23, Wien, 
21/V1/47. S. 11). 

Die Information ist generell korrekt, jedoch gibt es für Böhms 
NSDAP-Mitgliedschaft im erhaltenen Bestand ZKNSDAP keinen Beweis. 
Peinlicher Rückblick, 1978: 

"(...) Nur zu deutlich hatte ich noch im Ohr, was mich die Engländer, 
Amerikaner und die Russen kaltlächelnd gefragt hatten: >Wenn Sie ein 
Gegner des Nazitums waren, Herr Böhm, warum sind sie denn dann nicht 
emigriert?< Die hatten gut reden. Schließlich hatte ich eine Familie zu 
ernähren und keinerlei Verbindungen nach London oder nach Amerika. 


B 659 





Wie sollte ich dort Geld verdienen? Die anderen, die in die Emigration 
gegangen sind, hatten es ja eigentlich besser als ich, der ich zu Hause 
geblieben bin. Sie hatten keine Bombenangriffe zu überstehen; sie hatten 
Arbeit" (Ich bin und bleibe ein Einzelgänger. Mit dem 84jährigen 
Dirigenten sprach Felix Schmidt. "DIE ZEIT" Nr. 51, 15/X11/78. S. 60). 


Geschichtsfälschung |, 1964: 

"(...) Natürlich führte er (= Karl Böhm) die Strauss-Tradition weiter. 
Es kam zur Uraufführung der >Schweigsamen Frau< (1935) und der 
>Daphne< (1938). (...) Die >Schweigsame Frau< wurde, da der 
Textdichter Stefan Zweig J ude war, sofort nach der Uraufführung verboten. 
Ihre Lobsprecher hatten sich ebenso wie der Dirigent verdächtig gemacht. 
So wurde der erste Keim zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Böhm 
und den faschistischen Machthabern gelegt, was ihn 1942 veranlaßte, 
einem Ruf an die Wiener Staatsoper zu folgen. (...). Ein weiterer Stein des 
Anstoßes, den man Böhm in den Weg legte, war Richard Mohaupts Oper 
>Die Wirtin von Pinsk< (Uraufführung 1938), da der Komponist sich 
geweigert hatte, sich von seiner jüdischen Frau zu trennen. Trotzdem 
setzte sich Böhm auch für dieses Werk mit aller Wärme und 
Überzeugungskraft ein" (K. Laux: Die Dresdner Staatskapelle. Leipzig, 
1964. S. 79, 80-81). 

Laux verschweigt, daß sich Böhms Meinung in politischer Hinsicht 
wenig von der amtlichen unterschied. Die Opern-Aufführungen waren bei 
der RMK angemeldet, Hitler hatte "Die schweigsame Frau" trotz Libretto 
des "Juden Zweig" bewilligt; von "Verbot sofort nach der Uraufführung" 
kann keine Rede sein. Mohaupt besaß Sondergenehmigung des Ministers. 
Wie hätte sich Böhm sonst bei der RThK über ein paar NS-Anwürfe gegen 
die Oper beschweren können? 1942 wohnte Böhm noch in Berlin; das 
Engagement in Wien, nicht Flucht, sondern weiterer Karriereschritt, 
begann Anfang 1943 - mitten unter NS-Machthabern und mit Hitlers 
Erlaubnis. 

Geschichtsfälschung II, 1998: 

"Böhm riskierte sogar den Verweis des Regimes, als er im Februar 
1938 Richard Mohaupts Die Wirtin von Pinsk uraufführte (...)" (Kater Il. S. 
127). 

Der "DRPoH" ignoriert, daß die Aufführung angemeldet und dank 
Sondergenehmigung des Ministers für den Komponisten völlig gesichert 
war, so daß jedes Risiko entfiel und das "das Regime" keinen Verweis 
aussprechen konnte. 

Information: DNML, DML, FA, MM2, KDMK, RML, SML, MGG. 


Böhm, Karl 


Komponist in Hamburg 4, Seilerstr. 36 A (1935). 


General der Flieger. Marsch für Orch/ SalonOrch/ Blasmusik (1938; RS 
Köln, 3/X11/35) [MVH]. 


B 660 





Böhm, Max 
Leiter einer egerländer Volksmusikkapelle, zeitweise in Dresden ansässig. 


Im Marschschritt durchs deutsche Egerland. Marschfolge (RS 
Leipzig, 16/VI11/35). 

Vom Egerland zum Burgenland. Eine Folge sudetendeutscher und 
österreichischer Märsche und Marschlieder (RS Breslau, 6/X/35). 


Böhm, Max 
Greiz, 25. Juni 1874 - ? 
Sohn eines Werkmeisters; Schüler von J. Joachims, Militärkapellmeister; 
1903 Stabshoboist und MM beim IR 176 in Thorn, bis 1921 beim II./ IR 
17, danach OMM a. D. und Cellolehrer in Göttingen; reaktiviert 1936, ab 
1/11/37-1943 als StMM Leiter des MK der Fliegerhorstkommandantur 
Elsgrund-Döberitz (J agdgeschwader Richthofen). 


NSDAP seit 1/1/31, Nr. 433.357, jedoch nach wenigen Monaten 
ausgetreten. 
Fliegerruhm. Marsch (RS Berlin, 5/V11/37). 

Information: DML. 


Böhm (Boehm), Max 
Oberwaiz bei Bayreuth, 3. Mai 1889 - München, 21. September 1965. 

Sohn eines Oberlehrers; Dr. phil. Erlangen 1928 (Volkslied, Volkstanz und 
Kinderlied in Mainfranken, ein Betrag zur Erforschung fränkischer 
Melodien). Schüler von F. Klose und W. Courvoisier, Musikpädagoge, 
Studienrat in Nürnberg, dann Dozent für Musik an der Hans-Schemm- 
Hochschule für Lehrerbildung in München-Pasing. 

Nach 1945 weiterhin in München, zuletzt i. R. 
Werke: Opern, so "Die Nachtigall" (1917), "Der Glockengießer vom 
Breslau" (Nürnberg, 1921), "Die Rose von Jericho" (1921) und "Madeleine 
und ihr Page Hyazint" (1923); Sinfonie (1914); "Den Gefallenen" für Chor 
und Orch (1918); Chöre, Klavier- und Orgelstücke; Lieder und 
Volksliedbearbeitungen, so "Volkslied, Volkstanz und Kinderlied in 
Mainfranken" (1929) 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. NSLB seit 1/V/33 (NSLB-Karte mit unrichtigem 
Geburtsdatum 1/V/89). 


1934 
Singkamerad. Schulliederbuch der deutschen Jugend. Hgb. NSLB, 
Reichsamtsleitung. Bearb. von Max Böhm u. a. (1934; 3-41935, 61936) 
[ZVNSDAP]. 
Vgl. NS-Lehrerbund,. 


B 661 





24. August 1934: 

"(...) Zu der Einsendung der Volksoper >Der Glockengiesser von 
Breslau< von Max Böhm ist der Werkprüfungsausschuß für Kunstmusik zu 
der Ueberzeugung gelangt, dass es sich hier um eine recht harmlose und 
im Dilettantischen steckende Arbeit handelt. Nach dem Ausspruch eines 
der Beisitzer hat der Komponist, der im Alter von 45 Jahren steht, 
jedenfalls keine Zukunft mehr vor sich. Zudem hat der Verfasser es 
unterlassen, Partitur und Textbuch einzusenden" (RMK, Ihlert, an RMVP, 
Dr. Goebbels, 24/VI11/34. Quelle: BAR 55/ 20169. Blatt 121). 

Das Gutachten des Werkprüfungsausschusses des Berufsstandes der 
deutschen Komponisten erfolgte anhand des Klavierauszugs und setzte 
dem Versuch Böhms, dem Werk eine Wiederauferstehung zu verschaffen, 
ein Ende. 

Der Schnitzelmann von Nurenberg (T: Friedrch Güll). 

In: 

Singkamerad (21934, 31935, 81937). 

Heut geht der heilige Nikolaus (T: Josef Rauscher). 

In: 
Singkamerad (21934, 31935, 81937). 

Einmal früher, einmal spat (T: Ludwig Vogt). Kanon. 

In: 
Singkamerad (31935). 

Behüt uns Gott auf allen Wegen, reich unsern Führern deine Hand, 
schenk aller Arbeit deinen Segen und schirme unser Vaterland! (T: L. 
Vogt) [ZVNSDAP]. 

In: 

Singkamerad (21934, 31935, 81937). 

In festlicher J ulnachtstunde, wann stirbt das alte Jahr (T: Adolf 
Wagner, aus "Mit Hitler", ZVNSDAP). Schwurlied zur Wintersonnenwende. 

Textprobe (3. Strophe): 

"So schwöret ernst im Kreise 
am Markstein neuer Zeit 

nach alter Germanenweise 
Alldeutschland heil'gen Eid: 

Und wer in Sturmnotwettern 
den Schwur der Treue bricht, 
der Blitzstrahl soll zerschmettern 
den ehrlos feigen Wicht!" 

In: 

Singkamerad (21934, 31935, 81937); Lieder der Mannschaft, Sonderfolge 
13 (1938; T: "Nach Max Böhm"); Sonnwendfeier 3 (1940). 

Den Toten des 9. November 1923: In München sind viele gefallen, in 
München warn viele dabei (T: Adolf Wagner, "Mit Hitler"). Eigene Melodie. 
Vgl. In München sind viele gefallen. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Ihr Toten vom neunten November, 
ihr Toten, wir schwören es euch: 
Es leben noch vieltausend Kämpfer 


B 662 





für das dritte, das Großdeutsche Reich". 
In: 
Singkamerad (21934, 31935, 81937); SA-Liederbuch (21939); Stimmt an! 
II (1939). 
Sturmlied: Wir sind des Hitlers braune Sturmkolonnen (T: W. Kube). 
Eigene Melodie. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Es steigt der Bergmann stolz aus seinen Schächten, 
der Bauer löst vom Pflug die harte Faust; 
die Jugend läßt vom Schurken sich nicht knechten, 
und von den Alpen bis zum Meer erbraust 
in deutschen Sturmgewittern 
der Sang durch Judas Zittern: 
Die Ketten brechen, neu lacht uns der Mai; 
Deutschland erwache! Deutschland, du bist frei!" 
In: 
Singkamerad (21934, 31935, 81937). 
Sieben schwuren einen Eid: Aus der Knechtschaft Ketten (T: Josef 
Rauscher). NS-Kampflied. 
Textprobe (4. Strophe mit Refrain): 
"Hunderttausend fassen Tritt, 
stolze Braunhemdftritter, 
Millionen reißt es mit 
wie ein Sturmgewitter, 
bis, von Märzluft frisch umrauscht, 
Siegesruhm die Fahnen bauscht. 
Hitler heißt ihr Haupt und Hort, 
Hakenkreuz das Losungswort, 
und ihr Kampfruf immerfort: 
Deutsches Volk, erwache!" 
In: 


Singkamerad (21934, 31935, 81937). 


1935 
Ringel, Ringel, Reihe! Sind der Kinder dreie, sitzen unterm Hollerbusch 
(T: Volksreim). Kindertanzlied. 
In: 
Singkamerad (31935, 81937). 
Die Musik spielt fidigeigeigei (T: L. Vogt). Kanon zu 4 Stimmen. 
In: 
Singkamerad (31935,81937). 
Es steht ein Lind in jenem Tal. Volkslied. Für 3 Stimmen: M. Böhm. 
In: 
Singkamerad (31935, 81937). 
Es ist ein Schnitter, der heißt Tod. Volksmelodie 1637. Für 3 
Stimmen: M. Böhm. 
In: 
Singkamerad (31935, 81937). 


B 663 





1937 
Bei dem Donner der Kartaunen. Für 2 Stimmen: M. Böhm. 
In: 
Singkamerad, Anhang Mainfranken (1937). 
Musikerziehung. Zusammen mit Hilarius Hautz ("Bayerische 
Lehrerzeitung" LXX1/36-37, 9/1X/37). 
Zitat: 

"(...) Da die musische Erziehung im Dritten Reich es als eine ihrer 
vornehmsten Pflichten erachtet, das Volk als Ganzes wieder mehr der 
Musik zu verbinden, erscheint als das sicherlich ertragfähigste Mittel 
hierzu, daß das Volk wieder selbst musiziert oder, mit anderen Worten, 
Hausmusik treibt. Daraus erwächst uns die Pflicht, neben dem an und für 
sich an der Hochschule schon in diesem Sinne gehegten Spielen auch noch 
andere volkstümliche Instrumente zu pflegen, die sich leicht in Familien 
und kleineren Gemeinschaften vorfinden und einbürgern können, wie 
vornehmlich Gitarre, Blockflöte und vielleicht auch Zither. 

(...) Wo aufgebaut wird, fließt alles in besonderem Maße. Uns bleibt 
ein offener Sinn, in dieses Fließende hineinzuhorchen und der Wille, das 
Beste zu hören und zu verwerten. Offener Sinn und Wille aber werden 
gespeist aus der unveränderlichen Aufgabe: Mit der Musik dem Volke und 
seiner Gemeinschaft zu dienen" (S. 518). 

Information: DML, FA, LdCh. Laut örtlich zuständigem Standesamt 
Eckersdorf (4/IX/97) fehlt im Geburtseintrag der Todesvermerk. 


Böhm, Wilhelm (Willi) Jakob 
Nürnberg, 20. November 1898 - Nürnberg, 18. Dezember 1994. 
Sohn eines Revierschutzmanns; zunächst Mechanikerlehrling und 
Bauschüler, nach privater Musikausbildung Chordirigent, seit 1923 Leiter 
des Orchestervereins und Privatmusiklehrer in Nürnberg. 1939 in Dachau 
stationiert. Erhielt 1941 das KVK II mit Schwertern. 
Nach 1945 weiterhin in Nürnberg. 


NSDAP (erster Beitritt vom 13/11/23) seit 29/11/29, Nr. 112.225. 
Ende1931 Gründer und bis 1938 Leiter des NS-Frankenorchesters 
Nürnberg. SS - Totenkopf-Standarte Oberbayern - seit 15/1V/39, 1942 
Obersturmführer, 1943 Hauptsturmführer und StMM; 1944 
Musikinspekteur beim SS-Führungshauptamt, ab Juni 1944 beim 
Befehlshaber der Waffen-SS Böhmen-Mähren im besetzten Brünn. 

*9, November 1933: 

Das NS-FrankenOrch Nürnberg, Dgt. W. Böhm, bietet zum 
Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung: 1. Max von Schillings: 
Sinfonischer Prolog. - 2. Schumann: Scherzo aus der 4. Sinfonie. - 3. 
Liszt: "Heldenklage". - 4. Raff: Dramatischer Satz aus der Sinfonie "An 
das Vaterland". - 5. G. F. Schmidt: "Der Führer rief", Hymne für Chor und 
Orch (BR, *9/X1/33). 

März 1934, Vorteilhaft: 
"Sehr vorteilhaft hat an der Spitze des nationalsozialistischen 


B 664 





>Frankenorchesters< Willy Böhm sein bemerkenswertes Talent an 
klassischen und romantischen Sinfonien entwickelt" (Wilhelm Matthes in: 
"Die Musik" XXVI1/6, März 1934. S. 465). 

24. Mai 1935: 

Das NS-FrankenOrch, Dgt. W. Böhm, bietet: 1. Revisiol: 
Sinfonisches Präludium. - 2. C. M. von Weber: Ouvertüre zu "Beherrscher 
der Geister". - 3. Weiß: "Sonate der Zeit". - 4. Th. R. Leuschner: 
Europäisches Ballett. - 5. Jonny Heykens: "Zigeunerfest". - 6. Merkling: 
Elsässische Bauerntänze. - 7. Johann Strauß: "Waldmeister"-Ouvertüre. - 
8. K. Robrecht: "In alter Treue", Marsch. Solist: Karl Rast (Klavier). 
Januar 1943, Kulturwoche: 

"Erstmals veranstaltete die Kulturstelle der NSDAP Brünn eine 
Kulturwoche. Als Auftakt ist zunächst ein Militärkonzert des Musikzuges 
der Waffen-SS zu vermerken: unter Ostf. Willi Böhm wurde mit stramm- 
disziplinierter Rhythmik und vorzüglich abgestimmt im Klang eine Auswahl 
deutscher und italienischer Blasmusik zu Gehör gebracht" (Hans M. Habel, 
Brünn, in: "Die Musik" XXXV/4, Januar 1943. S. 128). 


Böhme, Ernst Robert 


Marsch des IR Keith Nr. 22 Gleiwitz = HM II, 144 (Schles. FSt., 2/V11/33, 
7/V11/33, MZ der vereinigten SA-Sturmbanne Breslau-Mitte, Dgt. Arthur 
Galaske). 

Der Titel feiert die nach dem preußischen Feldmarschall Jakob Keith 
(1698-1758) benannte Heereseinheit. Keith fiel in der Schlacht bei 
Hochkirch. 

In: 
HM 4 (1933; onA); HM5. 


Böhme, Franz Magnus 
1827 - 1898 


Roland, der Ries' am Rathaus zu Bremen (T: F. Rückert). 
In: 
Marschierende Jugend (21938); Deutsche Lieder (1940). 


Böhme, Fritz 
Weimar, 24. April 1897 - Weimar (DDR), 5. Dezember 1967. 
Musikpädagoge, Komponist und Pianist in Weimar, Schüler von B. Hinze- 
Reinhold und R. Wetz, seit 1927 Lehrer für Klavier, Theorie, Gehörbildung 
und Musikgeschichte an der Musikhochschule Weimar, zuletzt Studienrat. 
1945 weiterhin in Weimar, jedoch zum 18/VI11/45 aus dem 
Schuldienst entlassen, 1950-52 Lehrer an der Mendelssohn-Bartholdy- 
Schule, ab 1953 Dozent an der Musikschule Weimar. 


B 665 





NSDAP seit 1/X/32, Nr. 1.359.547. 
Mein teures Land, du Heimat meiner Scholle (T: onA) für MCh mit 
Baßsolo (1934) [K&S]. 

Information: FA, KDMK, LdCh. Das Stadtarchiv Weimar (15/IX/97) 
verlangte für Auskunft zu Fritz Böhme u. a. 21 DM Gebühr, konnte aber 
nur mit einem Pressebericht von 1942 über einen Kompositionsabend 
Böhmes dienen. Aus Rechtsgründen verbot sich die Zahlung bis auf die 
Mark für die Kopie. 


Böhme, Herbert 
Frankfurt a. d. O., 17. Oktober 1907 - Locham, 23. Oktober 1971. 
Lehrersohn; Dr. phil., Literat, Autor und Dichter. 1928-32 Student der 
Germanistik und Philosophie in München und Marburg, 1933-34 am 
Berliner Rundfunk. 1944 an die Universität Posen berufen. 

Nach 1945 Verleger in Locham bei München, 1956 Präsident des 
Deutschen Kulturwerkes, Kulturbeirat der brandenburgischen 
Landsmannschaft; 1964 Mitglied, 1971 Präsident der Deutschen Akademie 
für Bildung und Kultur. Er erhielt 1971 den "Schillerpreis des deutschen 
Volkes". 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.828.213. SA, 1937 Obersturmführer, später 
Sturmhauptführer und Kulturreferent der SA-Gruppe Ostmark. 1937 als 
Referent in die Oberste SA-Führung nach München und in den Kulturkreis 
der SA berufen. 

1934, Selbstbiografie: 

"Meine Vorfahren, die seit Jahrhunderten im Neuzeller und 
Sternberger Land die deutsche Erde pflügten, gaben mir mit ihrem Blute 
auch den ihnen von Gott gewordenen Auftrag weiter, als ich im Jahre 1907 
geboren wurde. Die Kindheit selbst war von den Siegen des großen 
Krieges überstrahlt. Nach dem jämmerlichen Verrat und Zusammenbruch 
gliederte ich mich in Formationen der Jugendbewegung ein, um mich 
wehrhaft zu machen. Ein gestrenger Vater waltete seines erzieherischen 
Amtes, sein Beruf war Lehrer, und die Berufung meiner Mutter für mein 
Leben war Liebe. Frühzeitig lebte ich in Gesichten, die ihren Ausdruck in 
Gedichten und kleineren Schauspielen fanden. In Heinrich von Kleist 
wollte ich meinen dichterischen Ahn sehen. Zum Abiturium reichte ich 
meinen >Robert Guiskard< ein, erst nach meinem Studium, während dem 
ich die Bewegung in ihrer Kampfzeit miterlebte, kam dieses Schauspiel als 
>Volk bricht auf< in meiner Vaterstadt zur Uraufführung. Es waren schon 
>Gedichte< und >Morgenrot< als Bücher erschienen. Nach unserer 
Revolution wurde ich als Abteilungsleiter zum Rundfunk berufen, lebe aber 
heute schon wieder, meinem inneren Auftrag folgend, vogelfrei: Mein 
Leben ist Kampf und Gesang. (...)" ("Rufe in das Reich". Die heldische 
Dichtung von Langemarck bis zur Gegenwart. Hgb. von H. Böhme, Berlin 
1934. S. 367). 

Arbeiter, Bauern, Soldaten (eigener T). 


B 666 





Textprobe (3. Strophe): 

"Arbeiter, Bauern, Soldaten, 

schürt eure Feuer im Herd, 

mit Hammern schmiedet die Taten 

in Pflug und Meißel und Schwert. 

Altäre stehen in Hallen 

des Werkes, Vater und Sohn 

und Deutschlands Mütter wallen 

in eurem Glauben: Nation". 
In: 
Singen im NSKK (1936). 
Kantate zur Sonnenwende. Eine Feier (1938; Braunschweig, 1936) 
[ZVNSDAP]. 
Das großdeutsche Reich. Ein Appell auf die Befreiung Österreichs. Mit 
Liedern von H. Böhme, Musikbearbeitung für BlasOrch: F. Ständer (1938; 
UrS: DtldS und alle Ostmarksender, 25/V11/38, "zum Gedenken an den 
österreichischen Schicksalstag des Jahres 1934") [ZVNSDAP]. 

"Schicksalstag" meinte den NS-Putsch gegen die rechtmäßige 
Regierung Österreichs und den Mord an Bundeskanzler Dollfuß. 

Aus dem Vorwort: 

"Dichtung und Musik entstanden unter dem beglückend nahen 
Erlebnis der Befreiung unseres Bruderlandes Deutschösterreich. 

Besonders dankbar bin ich dabei meinem SA.-Kameraden Edgar 
Traugott, Referent für Weltanschauung und kulturelle Dienstgestaltung der 
SA.-Gruppe Wien, der mir die >Briefe des Kampfes und des Glaubens< 
übersandte. 

Der Appell >Das Großdeutsche Reich< findet Verwendung überall 
dort, wo man in festlicher Stunde des überwältigenden Ereignisses unserer 
neuen deutschen Geschichte gedenkt, oder aber Erinnerungstage des 
Kampfes der Nationalsozialisten in Österreich feierlich gestaltet. (...)" (S. 
5). 

Inhalt (nur Musik): 
1. Wir rufen die Fahnen zur festlichen Stunde. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Wir tragen die Fahnen den stolzesten Häupten 
vor als des Führers erweckender Ruf 
und folgen erwacht über all den Betäubten, 
treu wie Gott selber die Treue erschuf". 
2. Deutsch ist das Land und deutsch ist der Strom und deutsch ist 
der steinerne Stephansdom. - 3. Wir baun uns eine bess're Welt nach 
Leid und Not und Schanden. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Und wenn die Welt voll Teufel wär", 
frei bleiben die Gedanken. 
Wir sind des Führers erzen Heer 
von Tilsit bis zum weiten Meer, 
bis zu den Karawanken". 
4. Es geht ein jubelnder Ruf durch die Welt, der uns die Nächte zu 


B 667 





Tagen erhellt. 
Textprobe (Refrain): 
"Hört ihr des Führers bezwingendes Wort? 
Pflanzt es in zeugenden Taten fort. 
Mann bei Mann stehn wir da. 
Frei ist unser Vaterland. 
Mann bei Mann stehn wir da 
als des Führers SA: " 
5. Grenzlandlied: Trutzig zum Wall und die Fahne gehißt, der Freiheit 
eine Gasse. 

Dieser Titel stand außerhalb des Appells, konnte aber wahlweise 
mitverwendet werden. 

Ruf der SA. Ein Appell mit Liedern. Bläserbearbeitung: F. Ständer. Für 
BlasOrch, Mannschaftschor und fünf Einzelsprecher ("Rufer") (1938). Alle 
Texte vom Urheber [ZVNSDAP]. 

Aus dem Vorwort: 

"Im >Ruf der SA.< wollen wir erneut unser Bekenntnis ablegen zu 
der uns vom Führer gestellten Aufgabe, durch körperliche Ertüchtigung, 
Pflege der sittlichen Kräfte und Schulung des Geistes im höchsten Sinne 
politische Soldaten des dritten Reiches zu sein. 

Der Ausgestaltung dieses Appells sind keine Grenzen gesetzt, außer 
jene, die Ort und Zeit selbst bestimmen. Zweckmäßig erscheint bei der 
Aufstellung lediglich die Teilung des Mannschaftschores, um einen 
Mittelgang für die älteste Kampffahne freizuhalten. (...)" (S. 5). 

Inhalt (nur Musik): 

1. Fahneneinmarschlied: Wer einmal unter der Fahne geschworen, 
schreitet mit uns mit. 

Textprobe (Refrain): 

"Trommeln, trommeln, trommeln müssen wir, 
weil wir des Führers Soldaten sind. 
Trommeln, trommeln, trommeln müssen wir 
wie die Fahne im Wind. 

Denn wir sind der neuen Zeit 

aufbrausender Choral, 

denn wir sind der deutschen Unsterblichkeit 
Sehnsucht und Fanal". 

2. Wir heben unsre Fahne ins Licht. - 3. Wir sind nun ein starkes, 
ein freies Geschlecht mit mutigen Kämpfern auf Erden. 

Textprobe (Refrain): 

"Drum ziehen wir stürmend über das Land, 
zum Kampfe gestählt und im Glauben entbrannt, 
ein ewiges Volk woll'n wir werden". 
4. Wir haben all deine Not, Kamerad, auf unsern Schultern getragen. - 

5. Ruf der SA: Vom Ruf der SA die Straße erbebt, wie Frühlingssturm, 
der Herzen erhebt. 

Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 

"Vom Ruf der SA Großdeutschland erwacht, 
die Toten stehen uns bei in der Schlacht. 


B 668 





Vom Ruf der SA tritt das Vaterland an, 
ein Wall des Glaubens, ein eherner Bann 
zur Fahne des Führers, zur Fahne. 
Die lodert über dem Vaterland, 
die schlägt unsre Herzen zu glühendem Brand. 
Und die Erde steht still, und der Himmel 
steht still, 
und das Reich ist unser, komme was will. 
Unser ist das Reich". 
Wir heben unsre Fahne ins Licht, Sturm knattern die Trompeten 
(eigener T). Aus dem Appell "Ruf der SA". 
Textprobe (1. Strophe mit Refrain): 
"C..) 
Wir rufen das Volk und halten Gericht, 
da stürzt das Feige, das Zage zerbricht, 
und kniet wie in faulen Gebeten. 
Kampf heißt die Losung, Kampf 
heißt der Sieg, 
der uns zum Leben geboren. 
Keiner hat im heiligen Krieg 
Ehre und Freiheit verloren". 
In: 
SA-Liederbuch (21939). 
Wir haben all deine Not, Kamerad auf unsern Schultern getragen 
(eigener T). Aus "Ruf der SA". 
Textprobe (5. Strophe): 
"Wir haben des Führers Bild, Kamerad, 
in unsrem Bunde geborgen 
und tragen auf unsrem Schild, Kamerad, 
es kühn in den kommenden Morgen". 
In: 
SA-Liederbuch (21939). 
Marschieren, ja marschieren bei hellem Trommelklang (eigener T). SA- 
Kampflied [ZVNSDAP]. 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Zu streiten, ja um zu streiten, 
des Vaterlandes Wehr, 
die Fahne zu geleiten, 
wohin der Sieg sie auch will reiten, 
ja, das allein bringt Ehr'. 
Wie wird die Straße so weit! 
Wie füllt das Herz sich an! 
So unter Kameraden sind wir 
die neue Zeit!" 
In: 
SA-Liederbuch (21939). 
Information: KDLK, u. a. Ausgabe 1939, 1973. 


B 669 





Böhme, Ilse 
Einsenderin in Dresden, Textautorin. 


Heil Hitler Dir!, Liederbuch onA, im Juni 1933 dem RMVP eingereicht 
(Quelle: BAR 55/ 1160). 
s. Ritter von Caub. 

Information: Das Stadtarchiv Dresden (11/III/98) gab an, keine 
Information über Ilse Böhme finden zu können. 


Böhme, Max 


Bayerische Galopp-Fanfare = AM Il, 140 (aufgenommen 1925) und 
HM III B, 83 (aufgenommen 1933). 

In: 

HMS. 


Böhme, Otto 
(?), 18. April 1894 - ? 
Militärmusiker; ab 1/1X/31 MM, beim Stab des AR 3 Potsdam, zum 
1/1V/33 versetzt zum Trompeterkorps der Il./AR 3 Frankfurt/Oder, dann 
des Reiterregiments 4 Potsdam. Ab 1/X/38 OMM und ab 1/111/41 StMM. 


Vier Märsche für Fliegermusik, auch für Infanterie-, Kavallerie- und Jäger- 
Musik (1933) [PB]. 

1. Kavallerie voran! Fanfarenmarsch (Werag, 1/VI/33; Werag, 
9/VI11/33). - 2. Mit Gott für Führer und Vaterland, mit Gesang ad 
libitum (eigener T). - 3. Deutschland erwache, Festfanfare. - 4. 
Scharnhorst-Marsch. 

Titel Nr. 4 feiert den preußischen General Gerhard Johann David von 
Scharnhorst (1755-1813), nach der siegreichen Schlacht von Preußisch- 
Eylau am 7. und 8. Februar 1807 zum Generalmajor befördert, der die 
preußische Heeresreform bewirkte, die allgemeine Wehrpflicht einrichtete, 
bei Groß-Görschen am 2. Mai 1813 jedoch eine Verwundung erlitt, der er 
bald erlag. 


Böhme, Otto 
Falkenstein/ Vogtland, 20. Mai 1874 - Chemnitz, 24. März 1944. 
Sohn eines Oberschulrats; Schüler von C. Reinecke und S. Jadassohn, 
Musiklehrer, Komponist und Musikreferent in Chemnitz, hier auch 
Begründer des Vereins Chemnitzer Musikfreunde. 
Werke: u. a. "Die heilige Katharina", komische Oper (Chemnitz, 1919); 
eine Sinfonie; Kammermusik. 


B 670 





NSDAP seit 1/111/32, Nr. 1.008.328. 
Information: DML, FA. 


Böhme, Walter (Walther) 
Leipzig-Volksmarsdorf, 6. September 1884 - Reichenbach (DDR), 21. 

Juli 1952. 
Sohn eines Bauunternehmers; Schüler u. a. von St. Krehl und K. Straube, 
Musikpädagoge, Komponist und Chordirigent in Reichenbach im Vogtland, 
Gesangslehrer, Kantor an der ev. Kirche Peterpaul, sowie Städt. 
Chormusikdirektor. 

Nach 1945 hier bis 1948 weiterhin im Kirchendienst, doch noch 
Musiklehrer an der Bürgerschule, 1951 i.R. 
Werke: rund 120 Nummern, u. a. Kirchenmusik, Oratorien - so "Die 
heilige Stadt" Op. 30 (1921), "Die Jünger" Op. 33 (1925), "Der Heiland" 
Op. 50 (1926), "Das Abendmahl" (1935), "Der Weg zur Ewigkeit" Op. 65 
(1939) - und Lieder; Requiem für die Gefallenen Op. 9, für gemCh und 
Orgel. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Op. 58. Heimat. Ein Zyklus nach Worten von H. Gutberlet für S, MCh und 
Orch (1934) [KL]. 

Information: DNML, DML, FA, RML, LdCh (Todesort Zwickau), FA2. 


Böhmelt, Harald 
Halle, 23. Oktober 1900 - Bad Tölz, 15. Oktober 1982. 

Sohn eines Postinspektors; Schüler von A. Rahlwes und H. Abert, 
Opernkapellmeister und Komponist in Berlin-Wilmersdorf, 1931 an der 
Kammeroper Berlin, später in München. 

Nach 1945 zuletzt i. R. in Bad Tölz. 
Werke: Operetten, Filmmusik, so "So ein Flegel!" nach H. Spoerls 
Roman "Die Feuerzangenbowle" (UA: 13/11/34), "...heute abend bei mir" 
(UA: 27/1V/34), "Charleys Tante", Grotesk-Schwank (UA: 17/VII1/34), 
"Die Liebe und die erste Eisenbahn", mit Bau der ersten Eisenbahn Berlin- 
Potsdam im Biedermeiermilieu (UA: 27/X1/34), "Der mutige Seefahrer", 
Lustspiel (UA: 27/1X/35), "Susanna im Bade", Liebesroman unter 
Kunstschülern (UA: 31/X1I1/36), "Frau am Steuer", Komödie (Ufa, UA: 20/ 
V1/39), "Casanova heiratet", Lustspiel, Regie V. de Kowa (UA: 29/11/40), 
"Schicksal am Strom", Liebesstück unter Flußschiffern (Prag-Film, UA: 
Dresden, 3/X/44); populäre Schlager, so "Adelheid" (Foxtrott aus "Frau 
am Steuer", 1939); "Ein Mann kommt in die Stadt", Singspiel (Hamburg, 
1937), "Der Zauberer", musikalische Komödie (Wien, 1940). 


NSDAP seit 1/V/32, 1.105.342. 1933 beim KfdK Groß-Berlin, Gruppe 
Musik, Abt. Nachschaffende, Referent für Oper. 

Musik zum Marinefilm Volldampf voraus. Regie Carl Froelich (UA: 
3/1/34; Prädikat: Staatspolitisch wertvoll). 1945 Verbot durch Alliierte 


B 671 





Militärregierungen. 

Es handelt sich um Propaganda für die politische Zielsetzung 
"Seefahrt ist not". 

Blau ist das Meer: Uns zieht es immer in die Ferne (T: R. A. Stemmle). 
Marschlied der deutschen Marine aus dem Film "Volldampf voraus" [UB]. 
Für Akkordeon: L. Kletsch 1941 bei Sc. 

In: 

Deutsches Marine-Liederbuch (1935). 

Musik zum Spielfilm Kopf hoch, Johannes, Regie: Viktor de Kowa (UA: 
11/111/41). 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 

Der Film schildert die Umwandlung eines falsch erzogenen 
auslandsdeutschen Knaben zum strammen Hitlerjungen durch das 
Erlebnis der Erziehung in einer Nationalpolitischen Erziehungsanstalt. 

Wenn einer von uns fallen sollt, der andre steht für zwei. HJ-Lied aus 
dem Film "Kopf hoch, Johannes". 

Wir sind Kameraden (T: Richard Busch). Marsch und Lied aus dem Film 
"Kopf hoch, Johannes". Für SalonOrch mit SaxStn.: F. Stolzenwald, für 
Blasmusik/ Harmoniemusik/ LW-Orch: R. Küssel (1941) [BV]. 

Musik zum Ufa-Film U-Boote westwärts, Regie Günther Rittau (UA: 9/ 
V/41; Prädikat: Staatspolitisch wertvoll, künstlerisch wertvoll, 
volksbildend). 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 

Der mit Unterstützung des Oberkommandos der Kriegsmarine 
gedrehte Film bereitet Szenen aus dem U-Bootkrieg gegen die britische 
Flotte 1940 propagandistisch auf. 

Irgendwo in weiter Ferne (T: R. A. Stemmle) Lied aus dem Film "U- 
Boote westwärts" für Gesang Mit Klavier [UB]; für Akkordeon: L. Kletsch 
[Sc]. 

Warte, mein Mädel, dort in der Heimat (T: Bruno Balz). Marschlied aus 
dem Film "U-Boote westwärts" (1941), für Gesang mit Klavier. Für 
J azzOrch: Adolf Steimel, für Blech-, Harmonie- und LW-Musik: E. 
Schneider-Kamin [UB]; für Akkordeon: L. Kletsch [Sc]. 

Tondokument - vom 2/1IX/41 - im DRA: 1870637-09. 

Ausführende: Flaksoldaten-Chor mit MK der Leichten Flak-Abt. 
München, Dgt. Victor Heidersberger. 

Heimatlied: Wer die Heimat liebt (T: Hans Fritz Beckmann). Lied und 
langsamer Walzer aus dem Film "Die Sache mit Styx". Für Akkordeon: R. 
Lauterbach (1944). 

In: 

Immer das Neueste aus Film, Funk und Tanz, Heft 2 

Fatinitza (1944). Bearbeitung der Operette von Lehär im Auftrag der 
Reichsstelle für Musikbearbeitungen. 

Information: DML, FA, MM2, RML. 


Bohne, Hermann 
Leipzig, 1. Dezember 1879 - Konstanz, 12 März 1938. 
Als Verlagskaufmann ausgebildet, gründete er nach 1918 in Konstanz 
einen Musikverlag, in dem auch eigene Werke erschienen, darunter 


B 6/2 





zahlreiche Märsche. 

Werke: u. a. Schweizer-Lieder-Potpourri (1927); "Offenbachs Muse", 
Fantasie für Orch (1928); "Laßt lustig die Hörner erschallen", Sammlung 
von acht berühmten Straßen- und Konzertmärschen (1930); "Bergheimat" 
Op. 23, Marsch über Schweizerlieder (1932); Fantasie über Themen von 
Lortzing (1933); Bearbeitungen klassischer Stücke. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Op. 20. Heldensprache. Marsch (1931; RS Hamburg, 24/1X/38). 
Information: LdBl. 


Bohne, (Hermann) Werner 
Dresden, 31. Oktober 1904 - Dresden (DDR), 1. März 1958 
Kapellmeister und Pianist in Zschachwitz/ Sachsen, dann - Stand 1936 - in 
Dresden, hier musikal. Leiter der Tanzschule Mahlke und Lehrer am 
Konservatorium. 
Nach 1945 weiterhin in Dresden. 


NSDAP seit 1/VI11/40, Nr. 8.179.209, auf Antrag vom 4/1V/40. 
Information: FA. Laut dem für Zschachwitz zuständigen Meldeamt 
Döbeln (5/1/98) sei Bohne weder im Melderegister noch im Archiv zu 
ermitteln. Das Stadtarchiv Dresden (11/III/98) gab ebenfalls Fehlanzeige. 
Den Todesfall beurkundete das Standesamt Dresden Mitte, Nr. 314/1958. 


Bohne, Willi 


Laßt euch nicht irren, seht euch nicht um (T: onA = H. Kutzleb). 
"Wandervogellied 1912". 

In: 

Unsere Kampflieder (1933). 


Bohnhoff, Hans 
Hamburg, 1884 - Stettin, 4. Dezember 1942. 
Sohn eines Kaufmanns; Opernsänger, Stand 1933: Solomitglied der 
Vereinigten Stadttheater Duisburg-Hamborn/Bochum in Duisburg, dann 
gastierend, ab 1935 Gesangspädagoge in Stettin. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.898.562. 1935 Landesleiter der RTK Gau 
Pommern in Stettin, später nur noch stellv. 
Böhnisch, W. 


Heraus, heran! Mit Mut hebt an (T: Lagerführer Kurt Klammt, J ugendhof 
Hassitz). Lied für den Freiwilligen Arbeitsdienst. 


B 673 





Textprobe (3. Strophe): 
"Und laßt sie dräun, die Feinde rings, 
sie hielten uns in Ketten! 
Aus Arbeit steigt die Hoffnung auf, 
das Vaterland zu retten!" 
In: 
Das Lied des Arbeitsdienstes (1933). 


Böhr (Boer), August 
? - 1904 
Musikkorpsführer beim Königin-Augusta-Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4, 
i. R., Kapellmeister in Berlin. 


Parademarsch des Großherzoglich-Hessischen FeldAR 62 (Darmstadt, 

30/X/37, Heereskonzert zum Besten der Hindenburgspende, Dgt. StMM 

Klamberg). 

Parademarsch B-dur = AM Ill, 63 (1861). 

In: 

HM 2 (1933). 

Parademarsch (Schles. FSt., 23/V11/33, TrK des 8. preußischen Reiter- 
Rgts., Brieg, Dgt. MM Theodor Spag|). 

Diese raschen Parademärsche sind möglicherweise identisch. 
Schritt. Parademarsch (RS Königsberg, *10/X1/38, TrK des AR1 
Königsberg, Dgt. StMM H. Wiech). 

Information: In der Dienstalters-Liste des Deutschen Reichsheeres 
und der Kaiserlichen Marine (Berlin, 1909) fehlt Böhr. 


Boieldieu, Francois Adrien 
1775 - 1834 


7. Juli 1938: 

"Der Oberspielleiter der Oper in Königsberg, Dr. Fritz Schröder, hat 
kürzlich seine Neuübersetzung des Operneinakters >Der Kalif von 
Bagdad< von Boildieu vorgelegt. Ich nehme Veranlassung auf diesem Weg 
noch besonders auf Dr. Schröder hinzuweisen. 

Dr. Schröder ist mir aus gemeinsamer Studienzeit seit vielen Jahren 
genau bekannt. Er ist ehemaliger Offizier, hat in Musikwissenschaft 
promoviert und sich dann der Laufbahn des Opernspielleiters zugewandt. 
Schröder verfügt über ausgezeichnete Sprachkenntnisse, ausserdem hat 
er die Fähigkeit einen ebenso gepflegten wie flüssigen und lebendigen 
deutschen Dialog, der den Bühnenerfordernissen gerecht wird, zu 
schreiben und verbindet damit auch noch die Gabe der gebundenen Rede. 
Diese Eigenschaften verbunden mit seinem Bildungsgang lassen Schröder 
in seltener Weise für Opernbearbeitungen und -Übersetzungen geeignet 
erscheinen. Es machen sich gerade auf diesem Gebiet so viele Dilettanten 
und Wichtigtuer breit, z. T. unter Verwendung eines erheblichen 


B 674 





pseudowissenschaftlichen Apparats, dass man einem Mann wie Schröder 
gesteigerte Beachtung schenken müsste. Sollte meine Anregung dazu 
führen, im gegebenen Fall offizielle Aufträge zuzuweisen, so würde ich 
glauben meinerseits dem deutschen Opernbetrieb durch diesen Hinweis 
einen kleinen Dienst getan zu haben" (Reichsmusikprüfstelle, Mayer, an 
RMVP, Dr. Schlösser, 7/VI11/38. Fehler im Original. Quelle: BAR 55/ 20190. 
Blatt 64). 

Die EA seiner Neuübersetzung bot Oberspielleiter Dr. Fritz Schröder 
in Königsberg am 11/1II/39. 

30. Oktober 1942: 

"(...) Als Soldat, der nunmehr das dritte Jahr zur Wehrmacht 
einberufen ist und z. Zt. im Osten steht, bitte ich ergebenst um Ihr 
gütiges Interesse. Vor einiger Zeit schon habe ich dem Herrn Präsidenten 
der Reichstheaterkammer geschrieben und ihn gebeten, meine 
Beförderung zum Oberstleutnant, die am 1/VIIl/42 erfolgte, in der 
Fachpresse zu veröffentlichen, damit wenigstens mein Name - ich bin 
Oberspielleiter der Oper der Württ. Staatstheater - nicht ganz in 
Vergessenheit gerät. Während die meisten meiner Berufskameraden, 
darunter sehr viele, die jünger sind als ich, zu Hause arbeiten können, 
schöne und interessante Inszenierungen machen, grosse Erfolge im In- 
und Auslande haben und beruflich vorankommen, bin ich als Soldat mit 51 
Jahren aus meinem Beruf und der Kunst völlig herausgerissen. 

(...) Mit Boieldieu's entzückendem kleinen Meisterwerke, dem guten 
alten >Kalifen von Bagdad< hatte ich kurz vor dem Kriege in Königsberg 
einen ganz besonderen Erfolg, und eine Anzahl weiterer Bühnen hatten 
sich bereits lebhaft dafür interessiert. Da kam der Krieg, und alles musste 
liegen bleiben. Herr Generalintendant Deharde möchte nun das Werk in 
Stuttgart in den Spielplan aufnehmen. Er wird ein Genehmigungsgesuch 
bei Ihnen einreichen oder hat es bereits getan. Ich möchte Sie nun 
meinerseits ergebenst und nachdrücklich bitten, das Gesuch der 
Württemb. Staatstheater genehmigen zu wollen, damit ich auf diese Weise 
auch einmal wieder nach so langer Zeit vor der Fachwelt, vor Presse und 
Publikum mit einer Arbeit in Erscheinung treten kann: 

(...) Klavierauszug und Aufführungsmaterial des >Kalifen< sind 
gedruckt und bei Schott's Söhne Mainz erschienen. Ein Textbuch sowie das 
Programm meiner Königsberger Inszenierung lege ich Ihnen bei. Die alte 
französische Fassung des >Kalifen< ist frei, sodass keinerlei Tantiemen 
nach Frankreich abgeführt werden müssen. Alle Rechte meiner It. 
beiliegender Abschrift genehmigten und anerkannten Übersetzung und 
Bearbeitung, der einzigen, die heute in Deutschland vorliegt und 
aufführbar ist, gehören ausschliesslich dem Verlag Schott's Söhne Mainz 
und mir selbst. 

Mit meiner herzlichen Bitte um Genehmigung der Wiederaufnahme 
des >Kalifen< verbinde ich bei dieser Gelegenheit noch eine weitere Bitte, 
für spätere Aufgaben einen alten Soldaten berücksichtigen zu wollen, der 
jetzt verhindert ist, Übersetzungs- und Bearbeitungsvorhaben, die zu 
Hause seiner harren, auszuführen. (...)" (Dr. Fritz Schröder an RMVP, Dr. 
Schlösser, 30/X/42. Quelle: BA R 55/ 20190. Blatt 67-70). 


B 675 





Die Nachricht der Beförderung von Dr. Schröder zum Oberstleutnant 
war eine militärische, welche die Theaterfachpresse gar nicht betraf; 
selbst im "DBJ" erschien nichts darüber. 

Werke des Kriegsgegners Frankreich waren immer noch gesperrt. 


Bold 
Einsender in Pommern. 


SA-Scharführer. 
Deutschland marschiert: Hörst du das brausende Freiheitslied? (1934). 
Zum SA-Sturmlieder-Wettbewerb eingesandt. 
Textprobe (1. Strophe): 
Mara 
den Gleichschritt der braunen Kolonnen? 
Die Zeit ist gewaltig, die mit uns zieht, 
wir haben das Reich neu begonnen. 
Das Volk ist erstanden nach 
dumpfschwerer Nacht, 
zu neuem Leben und Wesen erwacht. 
Deutschland marschiert". 
In: 
Lieder der Pommerschen SA (?1934). 


Boldt, Erwin 


Unterhaltungsmusiker. 
Werke: u. a. "Streichholzwachtparade" (u. a. Norag, 22/V/33). 


Kolonienmarsch (DtldS, *8/X1/38). 
Der Titel feiert die Forderung Hitlers nach Rückgabe der als Folge 
des WK. I verlorenen deutschen Kolonien. 
Information: Der Wirkungsort Boldts ist bislang unbekannt. 


Bolle reiste jüngst zu Pfingsten. Scherzlied aus Berlin. Titel: Zu 
Pfingsten reiste Bolle. 
In: 
Trum, trum (21933; nur T); Niederdeutschland (1936); Die Fahrt (1937); 
Der Kilometerstein (°71937); Singen (?1937). 


B 676 





Bollheimer, Philipp 
Einsender in Hamburg. 


Dank und Treue dem Führer: Heil dem Führer, der uns führet. 
Vokalkomposition onA, am 1/1X/34 dem RMVP eingereicht (Quelle: BAR 
55/ 1169). 


Bolling, Erich 


Bratschist in Potsdam, Spandauer Str. 6 (1937). Im Kriege zur Wehrmacht 
einberufen und Soldat der Panzertruppe. 


Kleine Dorothee: Kaum beginnt der Tag zu dämmern, rollt der 
Panzerangriff an (T: Leutnant Fritz Fechner). Kriegslied [K]. 
Textprobe (2. Strophe mit Refrain): 

"Hilft dem Feinde kein Verstecken, 

nirgends weiß er sich mehr Rat, 

aus den Mulden, aus den Hecken 

fegt ihn unsre Kugelsaat. 

Und schießt es fürchterlich, 

hat keiner Zeit für dich, 

kleine Dorothee, kleine Dorothee". 

In: 
Das neue Soldaten-Liederbuch für Akkordeon (1940); Das Lied der Front 2 
(1940); Das neue Soldaten-Liederbuch 3 (1941). 


Bollmacher, (Karl) Paul 
Leipzig-Reudnitz, 4. Mai 1890 - Leipzig, 18. Oktober 1944. 
Musiker, Kapellmeister und Komponist in Leipzig. 
Werke: Märsche; Charakterstücke für BlasOrch, so "Nach Feierabend" 
Op. 32 (1938). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.301.844, auf Antrag vom 12/VI/37.. 

Unsere SS. Marsch (Mirag, 2/1X/33, MZ der SS-Standarte 48, Dgt. Max 
Pausch). 

Op. 30. Sturmführer. Marsch. Für Orch/ SalonOrch: L. Weninger..., für 
Klavier (1934) [KL]. 

Information: Laut Standesamt Leipzig (2/X1I/99) fehle im 
Geburtenbuch der Todesvermerk im Geburtenbuch; es stellte für diese 
Auskunft und zwei weitere 53, 10 DM an Gebühren in Rechnung. Ein 
Antrag bewirkte Aussetzung der Gebühr. 


Bollmann, Fritze (Pseudonym) = Wilhelm Lindemann 





Bollmann, Fritz (Friedrich Wilhelm Carl) 
Cöthen, 29. Juni 1895 - Leipzig (DDR), 28. Januar 1963. 
Sohn eines Eisenbahnbeamten; Musikpädagoge, Staatl. Musikdirektor in 
Bernburg/ Sachsen, Leiter des Oratorienvereins, akadem. Musiklehrer an 
Friederiken-Lyzeum und Karlsschule; Organist der Aegidienkirche. 
Nach 1945 Dozent an der Musikhochschule Leipzig. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP; NSLB seit 1/V/33, 1935 NS-Deutscher 

Frontkämpfer-Bund (Stahlhelm). 1936 Städt. Musikbeauftragter und Leiter 

des Konzertrings der NSG "Kraft durch Freude" in Bernburg; 

Kreischormeister des Chorkreises III Halberstadt im Chorgau IX 

Mitteldeutschland des RVgemChe Deutschlands (RMK). 

Op. 21. Deutschland (T: H. Gutberlet). Oratorium für Solostimmen, MCh 

und Orch (Bernburg, 23/X/36). 

Gen Osten will ich reiten (T: Eilsberger). MCh (Bernburg, 1938). 
Information: DML, FA, LdCh (nur ältere Angaben). Den Todesfall 

beurkundete das Standesamt Leipzig-Süd, Nr. 225/1963. 


Bollmann, Otto 
Winsen an der Luhe, 13. Juni 1895 - Schönberg/ Mecklenburg (DDR), 
10. Juni 1973. 
Musikpädagoge. Stand 1935: akadem. Musiklehrer und Chordirektor in 
Luckenwalde und Leiter des Alten Männerchors e.V. 1936 Musiklehrer in 
Schönberg in Mecklenburg. 
Nach 1945 weiterhin in Schönberg, nach 1960 i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP oder NSLB. 1936 Nebenstellenleiter der RMK in 
Schönberg/ Mecklenburg. 
Vorbei die Nacht, der Tag bricht an (T: Walter Engelhardt). SA- 
Kampflied [ZVNSDAP]. 
Textprobe (1. und 2. Strophe): 
Frisch auf, Kameraden, Mann für Mann, 
des Führers SA ist stets bereit 
mutig und treu zu jeder Zeit. 


Im Morgengrau'n ein heller Blick, 
wacht auf, ihr Toten, kehrt zurück, 
marschieret im Sturm im Geiste mit, 
wir halten fest den gleichen Schritt". 
In: 
Lieder der Mannschaft 3 (1936); SA-Liederbuch (21939). 
Wenn die SA marschiert (T: W. Engelhardt). Marschlied. Für Gesang 
mit Klavier: Kutta (1936) [VfdM]. 


B 678 





Bölsche, Egon 
Köln, 4. Februar 1907 - Berlin (DDR), 28. Mai 1970. 

Sohn eines Musikpädagogen und einer Klavierlehrerin; Theatermusiker, 
Chordirektor, ab 1936 auch Kapellmeister der Städtischen Bühnen 
Königsberg. 

Nach 1945 Kapellmeister der Städtischen Bühnen Stralsund, ab 
1954 musikal. Oberleiter des Theaters der Werftstadt Stralsund, 1958/59 
des Theaters Brandenburg und Dirigent der Sinfoniekonzerte der Stadt. 
Werke: u. a. Schule des Partiturspiels (Leipzig, 1954 f.); Festliche Musik 
für Orch (1960). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.343.881, auf Antrag vom 1/VI11/37. 

Musik zu Shakespeares Sommernachtstraum unter Verwendung von 
Musik K. M. von Webers (Neues Schauspielhaus Königsberg, 14/V/38). 
11. Juni 1938, Bericht: 

"(...) Der Chormeister der >Städtischen Bühnen<, Egon Bölsche, 
hatte den guten Einfall gehabt, aus wenig bekannten Werken Carl Maria 
von Webers einen Kranz herrlicher Melodieblüten zu winden und die 
unsterbliche Dichtung damit zu schmücken. Vorherrschend war darin 
natürlich die >blaue Blume< der Romantik, hauptsächlich aus 
>Euryanthe< und >Oberon< bezogen; aber auch das burleske Element, 
vertreten durch Anleihen aus den >Drei Pinthos<, >Peter Schmoll< und 
einer J ugendsinfonie Webers, kam nicht zu kurz. Am interessantesten war 
hier die Bekanntschaft mit dem Sinfoniker Weber, der hier z. T. noch in 
Mozarts Spuren wandelt. Der melodisch ungemein reizvolle Kopfsatz 
seiner ersten Sinfonie eignete sich vortrefflich zur Ouvertüre. - Im übrigen 
hatte der Spielleiter der Aufführung, Hans Tügel, unter bewußtem Verzicht 
auf jede Salonromantik (mit ewigem Elfengetrippel, Ballettfeerien und so) 
das Ganze auf nordisch-mythologische Herbheit angelegt" (Hans 
Wyneken: Aus den Königsberger Theatern. "Die Musik-Woche" VI/24, 
11/V1/38. S. 391). 

Information: DML (nur Vater und Mutter). 


Bolt, Karl Fritz 
Berlin, 17. August 1895 - ? 

Sohn eines Stadtoberinspektors; Schüler von W. Klatte und J. Rothstein, 
Musikpädagoge in Berlin, 1924 akadem. Musiklehrer; 1925 Lehrer an der 
Auguste-Schmidt-Schule in Berlin N 20, 1932 Professor, später - Stand 
1941 - Musiklehrer an der Mädchen-Mittelschule (Hedwig-Dohm-Schule) in 
Berlin NW 21, auch Konzertorganist und - Stand 1932 - Dirigent des 
Henkelschen MGV 1875, Leiter des Bolt-Quartetts und des Berliner Erk- 
J ugendchors, 

1948-50 Professor an der Humboldt-Universität, auch Studienrat an 
der Lessing-Oberschule. Wohnung: Berlin N 65, Pankstr. 18/19 (1954). 
Werke: u. a. Chöre, auch mit Orch, Lieder, Kammermusik; Johann 
Ludwig Böhner 1787-1860. Leben und Werk (Hildburghausen, 1940). 


B 679 





Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Graue Kolonnen ziehn in der Sonnen. Für MCh: K. F. Bolt [H]. 
In: 

Märkischer Adler (1938). 

Information: DML, FA, KDMK, LdCh. Das Landesarchiv Berlin 
(9/IV/03) benötigte zehneinhalb Monate für die Feststellung, man habe 
nichts über Bolt. 

Das Standesamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin abzufragen, 
empfiehlt sich nicht; vgl. Baldamus. 


Bommel, Hermann 


Marsch der Deutschen Reichspost für Blasmusik mit SaxStn. (1938; 
RS Leipzig, 18/111/36) [Bil]. 


Bongard, Hans 
Mellen/ Westfalen, 16. Oktober 1880 - Hamm, 5. J uni 1946. 
Dr. h. c. der Universität Bonn 1930, Musikpädagoge, Studienrat, und seit 
1919 Schulrat in Saarbrücken, 1936 i. R. in Berlin, gegen Ende des Kriegs 
in Thüringen. 
Nach 1945 zuletzt in Hamm. 
Werke unter Pseudonym Hans von der Saar: Lieder für den Saarkampf. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. Gauführer des DSB Gau XIV Nahe-Mosel, 1934 
Mitglied des Führerrats des DSB und Stellvertreter des Bundesführers. 
Eines Volkes Stimme. Vier Lieder von der deutschen Saar (Texte: F.H. 
= Fritz Hochstein), für Gesang mit Klavier: 1. Eines Volkes Stimme: Nun 
stehet Mann für Mann. - 2. Wir kommen heim ins Vaterland. - 3. An 
der Saar die deutsche Front: Land vereinsamt und in Ketten. - 4. 
Glück auf der Saar: Glück auf! Wir rufen (1934). Auch Liederblätter und 
Einzelausgaben [Hl]. 

In: 

Liederblätter des Gaues XIV im DSB, Liederblatt 4. 

17. September 1934, Für ein ewiges Deutschland: 

"(...) Alle diejenigen, die den Mut zum Bekenntnis im Lied 
aufbringen, finden auch den Mut zum Handeln und kämpfen. Deshalb sind 
die deutschen Sänger Bekenner und Kämpfer zugleich, vor allem aber die 
Sänger an der Saar. Mann für Mann stehen sie im Augenblick an der 
Südwestgrenze des Reiches, vor den Toren ihrer Heimat, wie ein 
unerschütterliches Credo für ein ewiges Deutschland" 
(Des Saarlands Sängerschwur. Der Sängerfesttag in Trier. "Kölnische 
Zeitung", Morgenblatt, 17/1X/34). 

Die Propaganda für die "Heimkehr" des Saarlandes war erste 
politische Bewährungsprobe für den DSB, Beweis seiner Nützlichkeit für 
das Regime. 

Information: LdCh. 


B 680 





Bongartz, Heinz 
Krefeld, 31. Juli 1894 - Dresden (DDR), 2. Mai 1978. 
Orchesterdirigent, zunächst in Meiningen und Gotha; 1933-37 1. 
Staatskapellmeister am Preuß. Staatstheater Kassel, 1937-44 GMD in 
Saarbrücken; wegen Luft- und Kriegsgefahr in Grenznähe - Stand 
1940/41 - gastierte er als GMD und Musikal. Oberleiter am Theater der 
Gauhauptstadt Reichenberg. 

1946-47 Professor an der Musikhochschule Leipzig, Juli 1947-64 
Chefdirigent der Dresdner Philharmonie, dann zurückgetreten, jedoch 
weiter in der DDR und im Ausland gastierend. 1950 Gast als GMD am 
Landestheater Coburg. Er erhielt 1950 den Nationalpreis III der DDR, 
1954 den Vaterländ. Verdienstorden in Silber, 1964 den Orden Banner der 
Arbeit, 1969 den Vaterländ. Verdienstorden in Gold und 1974 die 
Ehrenspange zu diesem. Er war Mitglied der SED. 

Werke: u. a. die Opern "Die weiße Maske" (Hildesheim, 1938) und "Es 
geht um Viola" (1941); Schauspielmusiken, so "Nibelungen" und zum 
Lustspiel "Mädchenparadies" von Kurt Sellnick (Schwerin, 26/V1/42); 
Streichquartett Op. 6 1934); "Patria o muerte", für gr. Orch (1962), 1. 
Sinfonie (1962-63). 


NSDAP seit 1/1V/41, Nr. 8.744.959, auf Antrag vom 6/111/41. 
24. September 1933: 

Bongartz bietet ein Konzert des BPhO, u. a. mit Ballettmusik aus der 
Oper "Die Königin von Saba" von K. Goldmark. 

Goldmark war als Jude boykottiert. 
März 1939: 

"Die Bühne" teilt ihren Lesern mit, daß H. Bongartz 10 RM für das 
WHW gespendet habe. 
Op. 24. Den Gefallenen (Texte: J. Weinheber). Liederzyklus für Gesang 
und Orch (1941) [WM]. 

Information: DML, FA, MM2, KDMK, RML, SML, MGGS; vgl. auch 

"Musik und Gesellschaft" IV/7, Juli 1954. 


Bonitz 
Heil Hitler! Festmarsch (Mirag, 14/VI11/33, MK des 1. Btl., Sächsisches 
IR 10, Dresden, Dgt. OMM Hermann Thiele, RS Leipzig, 23/V/37). 

Bonn, Ewald 
Komponist und Klavierhumorist. 
Werke: meist zwischen 1910 und 1933, Charakterszenen, humoristischer 
Pfeifvortrag, Couplets, Kostümszene. 


Op. 83. Deutschland braucht Soldaten: Schon seit altersher (eigener 
T). Couplet für Gesang mit Klavier (1936) [OT]. 





Information: Der Wirkungsort von Ewald Bonn war bislang nicht 
festzustellen. 


Bonnet, Hans Jürgen 

Dersekow bei Greifswald, 23. September 1916 - 4 km südlich Sleduki 
bei Staryj-Bachow an der Straße Mogilew-Gomel (UdSSR), 10. Juli 1941 
(im Fronteinsatz gefallen, auf dem Heldenfriedhof Mogilew beigesetzt). 
Pianist, wohnhaft in Homberg. Student der Hauptfachklasse für Klavier 
(Prof. Hermann Drews) an der Hochschule für Musik Köln, zuletzt im 
Wintersemester 1940/41. Dann zur Wehrmacht einberufen, und 
Obergefreiter in einem Schützenregiment. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 


Bootz, Wolfgang 


Soldaten sind immer Soldaten (T: H. Menzel). MCh (1939) [WW]. 


Boppart 


Immer vorwärts! Marsch für Handharmonika (Südfunk, 8/1V/33). 


Borchert, Walter 
Nikolaiken/ Ostpreußen, 21. September 1891 - Berlin, 6. Januar 1943. 
Komponist von U-Musik und für den Film, sowie Bearbeiter in Berlin- 
Charlottenburg 2. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Gerlach: Hakenkreuz stets voran (Hermann-Göring-Marsch). Für 
Klavier: W. Borchert (1933). 
von Schenckendorff: Heilge Nacht senk dich hernieder. 
Weihnachtslied der SA. Bearbeitung: W. Borchert. 
In: 
Unsre Fahne flattert uns voran (1934). 

Information: FA. Das LA Berlin (28/IX/98) konnte keinen Todesort 
feststellen. 


Borck, Edmund von 
Breslau, 22. Februar 1906 - bei Nettuno (Italien), 16. Februar 1944 (im 
Fronteinsatz gefallen). 
Komponist und Dirigent, 1930 Korrepetitor am Opernhaus Frankfurt a. M., 
ab 1931 in Berlin-Wilmersdorf, Lehrer für Theorie und Komposition am 


B 682 





Konservatorium der Reichshauptstadt Berlin. 

Er erzielte 1942/43 nur noch 789,18 RM Einnahmen aus "ernsten 
Konzerten" und erhielt daher 1.000 RM aus dem Staatszuschuß für E- 
Komponisten. 

Werke: u. a. "Napoleon", Oper nach dem Drama von Chr. Dietrich 
Grabbe (UA: Gera, 19/1X/42); Concertino für Flöte und StreichOrch 
(Lübeck, 1936); "Ländliche Kantate", Chorwerk. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 


1934 
8. März 1934, Erfolg: 

"Im ersten der bekannten römischen Primaverakonzerte sind ein 
Präludium und eine Fuge des jungen deutschen Komponisten Edmund von 
Borck, der sein Werk selbst dirigierte, zum ersten Mal in Rom gespielt 
worden. Die Leistung hat beim Publikum und in der Presse eine ganz 
ausgezeichnete Aufnahme gefunden. 

(...) Man wird sich den jungen, offenbar sehr begabten 
Komponisten, der auch ein vorzüglicher Dirigent zu sein scheint, merken 
müssen. Nach den hier gewonnenen Eindrücken scheint er sehr geeignet, 
im Auslande für die neudeutsche Musik zu werben. 

(...) Borck hat hier den Wunsch geäußert, bei sich bietender 
Gelegenheit von Herrn Reichsminister Goebbels empfangen zu werden und 
ihm über seine künstlerischen Päne zu berichten" (Deutsche Botschaft, 
Rom, an RMVP über Auswärtiges Amt, 8/111/34. Quelle: BA R 55/ 1180. 
Blatt 39). 


1936 

4. Februar 1936: 

Der Kurzwellensender Berlin bietet die UrS des Konzerts für Orch 
Op. 14 von Borck. 
30. März 1936: 

In der Preuß. Akademie der Künste bietet das BPhO, Dgt. von Borck, 
dessen Konzert für Orch Op. 14. 

Zum Dresdner Musikfest bietet die Dresdner Philharmonie, Dgt. P. 
van Kempen, "Thema, Vartiationen und finale" Op. 16 von Borck. 
13. Juni 1936: 

Im 1. Konzert des 67. Tonkünstlerfestes des ADMV in Weimar bietet 
die Weimarische Staatskapelle, Dgt. von Borck, dessen Konzert für Orch. 


1938 

2. März 1938: 

Ein Abonnementskonzert des BPhO, Dgt. Eugen Jochum, bietet 
Borcks Präludium für Orch Op. 17 (UA). 
11. Mai 1938, Warnung: 

"in konzertbesprechungen soll nicht etwa die oper >napoleon< von 
eduard von borch empfohlen werden" (89. Ausrichtung, aus der 
Kulturpressekonferenz, 11/V/38. Quelle: BA ZSg. 102/62 fol. 1/Sammlung 


B 683 





Sänger). 
Mündlich übermittelte Information erlitt im Fernschreiber noch 
einmal Einbußen; gemeint war Edmund von Borck. 


1939 
4. Mai 1939: 

"Ich mache darauf aufmerksam, daß die Oper >Napoleon< von E. 
von Borck mir noch nicht zur Genehmigung vorgelegen hat. Ich bitte, mir 
umgehend Klavierauszug und Textbuch zu übersenden, bevor die 
Uraufführung angekündigt wird" (RMVP, Reichsdramaturgie, an Intendanz 
des Reußischen Theaters Gera, 4/V/39. Quelle: BAR 55/ 20196. Blatt 
219). 

9. Juni 1939: 

"Man muß es schon als eine operndramaturgische Instinktlosigkeit 
bezeichnen, wenn Borck es unternimmt, ein Werk desjenigen Dichters zur 
Oper zu machen, der von allen unsern Dramatikern - vielleicht von Hebbel 
abgesehen - der an wenigsten musikträchtigste ist. Nimmt man die 
Bedenken hinzu, die ich letzthin mehrmals in meinen Berichten über 
>Historische< Opernstoffe zum Ausdruck brachte, so erscheint der Wert 
des Werkes schon von der librettistischen Seite sehr fraglich. Die Musik 
ermangelt zudem noch in bedauerlichem Maße des thematischen Einfalls 
und macht mehr einen erdachten, als erfundenen Eindruck. Das Werk ist 
also keine Bereicherung unseres Opernspielplans" (RMVP, Dr. Lange, 
Aktenvermerk, 9/V1/39. Quelle: BAR 55/ 20196. Blatt 224). 

13. Juni 1939: 

"Nach eingehender Prüfung des genannten Werkes scheint es mir 
doch geraten, eine andere Oper zur Uraufführung anzusetzen" (RMVP, 
Reichsdramaturgie, an Intendant Scheel, Gera, 13/V1/39. Quelle: BAR 55/ 
20196. Blatt 223). 


1940 
8. Oktober 1940: 

Das BPhO, Dgt. Eugen Jochum, bietet u. a. Zwei Phantasiestücke für 
Orch Op. 17 von Borck. 

12. Oktober 1940: 

Karajan bietet in Aachen das Symphonische Vorspiel zur Oper 
"Napoleon" Op. 18 (UA). 

20. Dezember 1940, Bericht I: 

"Im 3. Symphoniekonzert der Staatskapelle, das Herbert v. Karajan 
leitete, kam ein >Symphonisches Vorspiel< von Edmund v. Borck zur 
Erstaufführung. Der Komponist, ein Neutöner entschiedenster Prägung, 
trat mit mehreren, hier gewürdigten Werken bereits hervor. Sein neues 
Vorspiel ist, mit Ausnahme weniger Takte, atonal gehalten (...). 

Die Aufnahme des neuen Werkes, dessen Klangschärfen auf Hörer 
von starken Nerven berechnet sind, war geteilt. Während eine Gruppe von 
grundsätzlichen Anhängern der atonalen Richtung den Komponisten, der 
in feldgrauer Uniform erschien, zweimal auf das Podium rief, verharrte ein 
großer Teil der Zuhörer in vollkommenem Schweigen" (Adolf Diesterweg 


B 684 





in: "AMZ" LXVII/51-52, 20/X11/40. S. 413-414). 
Es handelte sich um das Symphonische Vorspiel zur zur Oper 
"Napoleon" Op. 18. 


1941 
Januar 1941, Bericht II: 

"Das klangharte und konzessionslose Werk sucht die angestrebte 
heroische Haltung hauptsächlich durch stärkste Bläserhäufungen zu 
verwirklichen" (Erwin Völsing in: "Die Musik" XXXIIl/4, Januar 1941 S. 
144). 

17. Januar 1941: 

Des 3. Konzert des Zeitgenössischen Musikfestes, Städt. Orch 
Berlin, Dgt. F. Zaun, bietet - in UA oder EA - das Klavierkonzert Op. 20 
von Borck; Solist: Conrad Hansen (Klavier). 

28. August 1941: 

"Intendant Scheel, Gera, bittet nochmals um die Genehmigung für 
die Uraufführung der Oper >Napoleon< von Edmund von Borck. Ich bitte 
um baldige Mitteilung, ob gegen den Inhalt des Werkes seitens der 
Reichsdramaturgie Bedenken bestehen" (RMVP, Abt. M, von Borries, an 
Abt. T, Lange, 28/VI1l/41. Quelle: BAR 55/ 20196. Blatt 225). 

3. September 1941: 

"(...) Wie Sie wissen, habe ich Ihnen unter dem 13. 6. 1939 
mitgeteilt, daß ich es für geraten hielt, von der Aufführung abzusehen. 
Meine Bedenken waren damals vor allem künstlerischer und insbesondere 
musikalischer Art. Es war gerade die Musikabteilung, die gewisse 
Einwände dagegen geltend machte. Hiervon, d. h. von der Tatsache 
abgesehen, daß es sich bei dieser Opernneuheit um ein nicht ganz 
unproblematisches Werk handelt, bestehen natürlich keine Bedenken 
gegen eine Aufführung, wenngleich ich den jetzigen Zeitpunkt für 
ungeeignet halte, ein Werk in Deutschland aufzuführen, das die Gestalt 
Napoleons heroisiert und monumentalisiert. Zu einem späteren Termin 
würde nichts dagegen einzuwenden sein, daß man das Werk des sehr 
begabten Borck einmal zur Diskussion stellt" (RMVP, Reichsdramaturgie, 
an Intendant Scheel, Gera, 3/1X/41. Quelle: BAR 55/ 20196. Blatt 226). 
8. Oktober 1941: 

In der Reihe "Musik aus deutschen Landen" leitet R. Schulz- 
Dornburg das Gr. Berliner RundfunkOrch. Im Programm u. a. Sinfonisches 
Vorspiel für Orch von Borck. 

10. November 1941: 

Das RMVP, Abt. M, von Borries, fragt abermals bei Abt. T, Lange, an, 
ob noch textliche Bedenken gegen eine Aufführung der Oper bestehen 
(Quelle: BAR 55/ 20196. Blatt 228). 

19. November 1941: 

"Politische oder kulturpolitische Bedenken gegen das obengenannte 
Stück bestehen nicht. Die Tatsache, daß man über die Wahl des 
Grabbe'schen Dramas als Operntext, sowie über die etwas spröde Musik 
geteilter Meinung sein kann, kann uns natürlich nicht daran hindern, dem 
Intendanten Scheel zu erlauben, das Werk zur Diskussion zu stellen. Eine 


B 685 





nochmalige Prüfung der Oper ist nicht notwendig" (RMVP, Lange, an von 
Borries, 19/X1/41. Quelle. BAR 55/ 20196. Blatt 229). 

Die Napoleon-Oper war 1938 abgeschlossen. Der ministerielle 
Genehmigungsvorgang kostete mehr als drei Jahre, zeigt aber auch, daß 
Beharrlichkeit lohnen konnte. 

Information: FA, LdCh, SML. 


Borders, Herbert 


21, 22 - frei weg! (T: Günther Ernst). Marschlied. Für Blasmusik: E. 
Walden (1939) [SB]. 


Bor&e geb. Abramsohn, Jenny 
18. Mai 1869 - KZ Auschwitz, 1. November 1942 (von SS ermordet). 
Sängerin in Berlin. Während des Krieges zwecks "Endlösung der 
J udenfrage" nach Auschwitz deportiert. 


Borgmann, Hans-Otto 
Hannover-Linden, 20. Oktober 1901 - Berlin, 26. Juli 1977. 

Komponist und Dirigent in Berlin-Tempelhof, später Grunewald; Schüler 
von Carl Thiel, A. Egidi und K. Schubert., anfangs Kinopianist, 1928-36 
Kapellmeister der Ufa, 1931 zunächst Bearbeiter und Assistent, dann 
Leiter ihrer Tonfilmproduktion, auch wieder ab 1941. 1938 Leiter der 
Musikabteilung der Deutschen Filmakademie Berlin; Professor. 

Nach 1945 freischaffend für Film und Rundfunk. 1953 Vorsitzender 
des Deutschen Komponistenverbandes, Sektion Berlin; 1960 
Lehrbeauftragter der Musikhochschule Berlin. 
Werke: u. a. Musik zum Ballett "Nante" von Hans Brennert 
(Schillertheater Berlin, 16/V1/42); Filmmusik, so "Das Mädchen vom 
Moorhof", niederdt. Volksstück in der Heide (Ufa, UA: 30/X/35), "Tango 
Notturno", psycholog. Frauen- und Ehedrama (UA: 23/X11/37); "Unser 
Fräulein Doktor", Liebeskomödie unetr Schülern, Regie Erich Engel (UA: 
20/X11/40). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 


1933 

Immer so weiter. Marsch und Marschlied (Orag, 1/111/33; RS Hamburg, 
*20/1V/36, Funktanzkapelle, Dgt. Rio Gebhardt). 

Musik zu dem Ufa-Spielfilm Lachende Erben, rheinisches Lustspiel, zus. 
mit Clemens Schmalstich. Regie Max Ophüls (UA: 6/111/33). Verbot der 
Filmprüfstelle zum 1/X/37. 

Musik zum Ufa-Spielfilm Hitlerjunge Quex nach dem Roman von K. A. 
Schenzinger, Regie: Hans Steinhoff (UA: Berlin, 19/1X/33; Prädikat: 
Künstlerisch besonders wertvoll). 1945 Verbot durch Alliierte 


B 686 





Militärregierungen. 

Der Film behandelt - ohne Namensbezug - das Schicksal des von 
Kommunisten ermordeten Berliner Hitlerjiungen Herbert Norkus. 

Schenzingers erfolgreicher, politisch indoktrinierender Roman, Berlin 
1932, erreichte die Auflage 324.000. 

Immer nur vorwärts: Wir woll'n treu zum Banner stehn, wir Jungen 
vom Gebiet Berlin (T: Wilhelm - Utz - Utermann) (RS Leipzig, *20/1V/34) 
[UB]. 

Tondokument - von 1933 - im DRA: 1621031-17. 

Ausführende: Stabskapelle der HJ) mit Spielschar des Gebiets Berlin, 
Leitung: selbst. 

Diese Aufnahme bringt die nicht mehr auf Berlin bezogene 
Reichsfassung des Textes. 

Textprobe (Refrain): 

"Jugend voran! Jugend marschiert! 

Soldaten des Führers, auf zum Kampf (...). 

Immer nur vorwarts in gleichem Schritt, 

wir tragen den Glauben zum Siege mit". 
In: 
Heil Hitler! (1933; nur T, Variante: "stehn, das über deutschem Land weht 
hin", Melodie onA); HJ singt (1934); Deutsche Lieder der NSBO und der 
DAF (21934; nur T, Variante s. o., Melodie onA); Schlesische Jugend singt 
(1936). 
Unsere Fahnen flattern uns voran (Hitler-) unge Quex). Marsch aus 
dem Film. 1936 auf Schallplatte Clangor, Ausführende: MK der 
Leibstandarte AH, Dgt. Müller-) ohn. 

Tondokument - vom 15/V1/38 - im DRA: 4211448-00. 
Ausführende: Eduard Kissel (Orgel). 

In: 
[Sc] Neue Marschmusik I (1934); Ruhmreiche Banner II (1936). 
Unsere Fahne flattert uns voran: Vorwärts! Vorwärts! schmettern die 
hellen Fanfaren (T: Baldur von Schirach). Marschlied der HJ aus 
"Hitlerjunge Quex" (u. a. Mirag, 12/X/33, von Schallplatte; Thale/ Harz, 
*30/1V-1/V/34, zur Maifeier auf dem Brocken; Saarbrücken, 29/1V/35, 
Feier für die Sieger der Reichsberufswettkämpfe, mit Orgel; Berlin, 
*1/V/35, Jugendkundgebung im Lustgarten; Kuhlmühle, *29/V11/35, 
Weihestunde zum Deutschlandtreffen der auslandsdeutschen HJ), für 
Gesang und Klavier [UB]; 1935 auch mit Concertina-Begleitung [Seil]. 

Tondokument - von 1933, vom 11/1X/33, 30/1V/34,, 30/1V/34, 
3/X11/34, 29/1V/35, 1/V/35, 29/V11/35, 8/XI1/36, 15/V1/38 - im DRA: 
1621031-18, 1570015-20, 1820111-12, 1820113-11, 1570019-08, 
1570019-09, 1820111-33, 1870637-12, 4211448-02. 

Ausführende: 1) Chor mit Stabskapelle der HJ und Gebietspielschar 
Berlin, Dgt. selbst; 2) HJ-Chor mit gr. BlasOrch, Dgt. C. Woitschach; 3) 
und 4) ein HJ-Chor; 5) Publikumschor mit Orgel; 6) Publikumschor mit 
BlasOrch; 7) Mannschaftschor mit Orch; 8) Chor der HJ- 
Rundfunkspielschar Berlin, Einstudierung: G. Nowottny, mit MK des Rgts. 
General Göring, Dgt. P. Haase; 9) E. Kissel (Orgel). 





Textprobe (Refrain): 

"Wir marschieren für Hitler 

durch Nacht und durch Not 

mit der Fahne der Jugend 

für Freiheit und Brot. 

Und die Fahne führt uns 

in die Ewigkeit, 

ja, die Fahne ist mehr als der Tod". 
In: 
Vorwärts SA. (21933; nur T, onA); Blut und Ehre (1933; Melodie onA, 
Variante: "Helden-Fanfaren"); Neues Deutschland 1 (1933); Deutsche 
Jugend heraus (2. Folge, 1933); Deutsche Volks- und Kampflieder für die 
HJ und das Jungvolk (1933; nur T, Melodie onA); Heil Hitler! (1933; nur T, 
Melodie onA); Deutsche Jugend heraus! (Kassel, 1933); Deutsche Wehr- 
und Soldatenlieder (1933); Trum, trum (21933; nur T, 0onA); Jung 
Deutschland II (1933); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Uns geht die 
Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Lieder der nationalen 
Erhebung (1934); Singkamerad (21934, 31935, 81937); Jungvolk-Lieder 
(1934; nur T, Melodie onA); Deutsche Lieder der Nation und des Volkes 
(1934); Saarvolk singt (1934); Deutschland über alles! 2 (1934); Voran in 
Reih und Glied! (1934); Ähre und Spaten (1934; nur T, Melodie onA); 
Wohlauf Kameraden! (1934); Liederbuch der SA-Marine (1934; nur T, 
Melodie onA); NS-Volks-Liederbuch (21934); 100 ausgewählte SA- Sturm- 
und Marschlieder (1934; nur T, Melodie onA); Lieder des neuen 
Deutschland (1934); Mein Vaterland (1934); Lieder der Pommerschen SA 
(?1934; nur T, onA zur Melodie); Lieder der SS Pommerns (1934; nur T, 
onA); Unsere Fahne flattert uns voran! (1934); Stimmt an! (1934); HJ 
singt (1934); Liederbuch für Dt. Frauen und J ungmädchen-Verbände 
(1934); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934); Volk singt 
(1934); Deutsche Jugend zur Sonne, zur Freiheit (1935); Vorwärts! 
Vorwärts... (1935); NSLB, Unser Lied 2 (); Glück ab, Kameraden! (1935); 
Deutsche Lieder für die Jugend (21935); Singen im NSKK (1936); 
Liederbuch der SA (61936, 91938; nur T, onA); Lieder für Schulfeiern 1 a 
(1936); Lieder des Volkes (61936); Niederdeutschland (1936); Wir werden 
weitermarschieren (1936; nur T, Melodie onA); Ruhmreiche Banner II 
(1936); Deutschland im Lied (1936); Schlesische J ugend singt (1936); 
Lied über Deutschland (1937, >1941); Singen (?1937); Wir wandern und 
singen! (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Und wenn wir 
marschieren (?1937); Liederbuch der SA (91938); Großdeutschland ist 
erstanden (1938); Marschierende Jugend (21938); Kameradschafts-Lieder 
(1939; nur T, onA); Siehst du im Osten das Morgenrot (1939; nur T); 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); Deutsche Lieder (1940); Frisch 
gesungen, Musikbuch A (291941); RJF, Unser Liederbuch (61941); RJF, 
Unser Kriegs-Liederbuch (71941); RJF, Musikblätter der HJ) 573 (1942); 
Hellau! (1942); Lieder unseres Volkes (1943; nur T). 


B 688 





1934 
Musik zum utopischen Ufa-Film Gold über die Verwandlung von Blei in 
Gold durch Atomzertrümmerung (UA: 29/111/34; Prädikat: Künstlerisch). 
1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 
Musik zum Ufa-Film Die Czardasfürstin nach der Operette von E. 
Kälmän und unter Verwendung von dessen Melodien (UA: 29/V1/34). 
Der Operettenkomponist war längst als Nichtarier bekannt. 


1935 
Musik zum Dokumentarfilm über die Reichsautobahn Straßen ohne 
Hindernisse (1935). 


1937 
Musik zum Dokumentarfilm Auf Deutschlands neuen Autostraßen 
(1937). 
Musik zum Ufa-Kriminalfilm Gleisdreieck, Abenteuer in der Berliner U- 
Bahn ("Alarm auf Gleis B") (UA: 27/1/37). 1945 Verbot durch Alliierte 
Militärregierungen. 


1938 
Großdeutsche Hymne: Großdeutschland bist du genannt (T: B. von 
Schirach). Verschiedene Fassungen: H. Bullerian, G. Skibbe; eigener Satz 
für Musikzug (1938; RS Hamburg, 4/X/38) [SB]. 

Tondokument - von 1938 - im DRA: 1570032-15. 

Der Titel, gesendet während des Einmarsches der deutschen 
Truppen in das Sudetenland, feiert die Expansionspolitik Hitlers, die mit 
der Annektion Österreichs im Frühjahr begonnen hatte. 

Textprobe (1. Strophe): 

ls) 

du Heimat, leuchtendes Land 

mit den grünen Matten 

im goldnen Glanz, 

du Volk im Erntekranz! 

Großdeutschland bist du genannt, 

du Heimat, leuchtendes Land! 

Brüder, faßt des Führers Fahnen 

für den Reiches Herrlichkeit!" 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 3 (12. Mai 1938); Singend marschieren wir 
(1938); Singend wollen wir marschieren (5-61939); RJF, Unser Liederbuch 
(61941). 
Musik zum Tobis-Spielfiim Jugend nach dem Drama von Max Halbe, 
Regie Veit Harlan (UA: 12/1V/38; Prädikat: Künstlerisch wertvoll). 1945 
Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 
Musik zum Abenteuerfilm Verwehte Spuren nach dem Hörspiel von 
Hans Rothe, Regie: Veit Harlan (UA: 26/VI11/38; Prädikat: Künstlerisch 
wertvoll). 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 


B 689 





1940 
Siegesmarsch (RS Wien, 1/VI/40). 
Tapfer sein, tapfer und treu!: Wir tragen Narben (T: G. O. Stoffregen). 
Klavierlied. Für Harmoniemusik: G. Skibbe (1940) [SB]. 
In: 
Neues Sanssouci 42 (1940). 


1941 

Musik zum Tobis-Film Jakko nach dem Roman von Alfred Weidenmann, 
Regie: Fritz Peter Buch (UA: 12/X/41; Prädikat: Staatspolitisch wertvoll, 
volkstümlich wertvoll, jugendwert). 1945 Verbot durch Alliierte 
Militärregierungen. 

Der Film behandelt einen Stoff aus dem Umkreis der Marine-HJ. 

Wo einer für den andern steht (T: Hein Meiswinkel). HJ-Lied aus dem 
Film "Jakko". 1941 für Gesang und Klavier [BV]. 

Musik zum Tobis-Film Pedro soll hängen, Abenteuerstück aus 
Argentinien, Regie Veit Harlan (UA: 11/VII/41, schon im Herbst 1939 
fertiggestellt, jedoch von der Filmprüfstelle erst nach Änderungen 
freigegeben). 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 


1942 
Musik zum Tobis-Film Der große König, romanhafte Biografie Friedrichs 
des Zweiten mit Schwerpunkt Siebenjähriger Krieg, Regie Veit Harlan (UA: 
3/111/42; Prädikat: Film der Nation, Staatspolitisch und künstlerisch 
besonders wertvoll, kulturell wertvoll, volkstümlich wertvoll, volksbildend, 
jugendwert). 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 
Musik zum Ufa-Film Diesel, romanhafte Biografie des Ingenieurs und 
Erfinders Rudolf Diesel (UA: 13/X1/42; Prädikat: Staatspolitisch und 
künstlerisch wertvoll, volkstümlich wertvoll). 
Musik zum Ufa-Farbfilm Die goldene Stadt, Sittendrama u. a. in Prag, 
nach dem Bühnenstück "Der Gigant" von R. Billinger, Regie Veit Harlan. 
Unter Verwendung von Melodien Smetanas (UA: 29/X1/42; Prädikat: 
Künstlerisch besonders wertvoll). In Belgrad schon am 28/X/42 
aufgeführt. 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 

"(...) Ein deutscher Bauer hatte sich mit einer Tschechin aus Prag 
verehelicht, doch verlief die Ehe im Hang zur >goldenen Stadt< so 
unglücklich, daß die Frau ins Moor ging. Der Ehe war eine Tochter 
entsprossen, die der Bauer einem tüchtigen Vorknecht verlobte. Die 
Tochter lernte aber einen Ingenieur aus Prag kennen, der zur Vermessung 
des Moors sich im Dorf befindet und begibt sich in Abwesenheit des Vaters 
heimlich nach Prag. Dort gerät sie in die Hände der tschechischen 
Verwandtschaft ihrer Mutter, wird von ihrem Vetter, einem verkommenen 
Tschechenlümmel in der Absicht, das Landgut in seinen Besitz zu 
bekommen, mißbraucht und wird, als sie der Vater enterbt, von diesem 
sitzen gelassen. Das Mädchen endet gleich der Mutter im Moor, der Vater 
heiratet seine tschechische Wirtschafterin und übergibt dann den Hof 
seinem Vorknecht, der nach Entsumpfung des Moors den Bauernhof in 
neuer Blüte fortführt (...)" (Inhaltsangabe in Schreiben des Höheren SS- 


B 690 





und Polizeiführers Serbien an Reichsführer-SS, 11/X1/42. Abdruck bei 
Wulf: Theater und Film im Dritten Reich. Gütersloh, 1963. S. 317). 
Der rassenpolitische Ansatz ist unverkennbar. 


1944 
Musik zum Ufa-Film Junge Adler, Regie Alfred Weidenmann (UA: 
24/\V/44; Prädikat: Staatspolitisch wertvoll, künstlerisch wertvoll, 
jugendwert). 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 

Der Film verherrlicht die Kameradschaft der Lehrlinge ienes 
Flugzeugwerks. 

Stählerne Vögel fliegen: Tag für Tag, Schlag für Schlag (T: H. F. 
Beckmann), Lied aus dem Film "Junge Adler" [UB]. 
Gebirgsjägermarsch: Wenn der Berge Schroffen glühen (T: Otto 
Schmidt). Für Fliegermusik: Hans Teichmann, für Akkordeon: E. Offeney 
(1944) [TB]. 

Tondokument - von 1942 - im DRA: 1570011-24. 

Ausführende: Waldo-Favre-Chor mit StabsMK der Ordnungspolizei 
Berlin, Dgt. Brokelt. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Hurtig aus den Betten springen 
all die Mädels, jung und schön, 
hören sie der Jäger Singen 
und der Stiefel Marschgedröhn. 
Hinterm Blumentopf 
lacht manch blonder Kopf, 
dann tönt hell und froh 
unser Horrido!" 

In: 

Dies und Das (1944). 

22. September 1944: 

Borgmann steht in der Film-Besetzungsliste - Komponisten - des 
Reichsfilmintendanten fürs Produktionsjahr 1944/1945 (Quelle: BAR 55/ 
661. Blatt 78). 

Musik zum Ufa-Farbfilm Opfergang, Ehe- und Liebesgeschichte nach R. 
G. Binding, Regie Veit Harlan (UA: 1944; Prädikat: Künstlerisch besonders 
wertvoll). 1945 Verbot durch Aliierte Militärregierungen. 

Information: FA (Geburtsdatum 20/XT/01), MM2, KDMK, RMLE. 


Bork, Robert H. 
Berlin, 16. Mai 1895 - Kösching, 25. Juli 1980. 

Zunächst Nationalökonom und Kaufmann in Berlin W 35, dann 
Textdichter; Mitarbeiter der Parteizeitung "Angriff". Pianist und 
Klavierpädagoge in Steglitz, Klavierlehrer an der Hochschule für 
Musikerziehung 

Nach 1945 in München, ging er 1963 nach Stammham, Landkreis 
Ingolstadt, am 11/X1/70 nach Ingolstadt-Friedrichshofen. 


B 691 





NSDAP seit 1/111/30, Nr. 219.030, jedoch im Dezember 1931 ausgestoßen. 
3. Januar 1939: 

"(...) Beim Musizieren offenbart sich ein entsprechender Mangel an 
Sing- und Effektkraft, Dürftigkeit des schöpferischen Klangwillens, 
dagegen neben motorischen Impulsen auch hier ein 
überdurchschnittliches Vermögen zur Analyse der Form und der 
kompositorischen Ausdrucksmittel des jeweilig studierten Werkes, zur 
begrifflich klaren Aufstellung von Wertordnungen und Werturteilen, die 
eine überpersönliche, an völkische Gemeinschaftswerte gebundene 
Denkweise erkennen lassen. Diese echte, wenn auch sehr kleine und 
schwache Flamme hat auch sicherlich einmal seinen Eintritt in die N. S. D. 
A. P. veranlasst. Verschiedene Gespräche mit ihm gerade während der 
letzten, politisch so dramatischen Monate bewiesen mir aber auch, dass er 
niemals - entsprechend der oben gestellten Mangeldiagnose - ein 
leidenschaftlich kKämpferischer Bannerträger des Glaubens an den Führer, 
die Bewegung und Reichswerdung sein kann. (...)" (Gutachten über den 
Studenten Engler von Hans Bork an Prof. Dr. Stein, 3/1/39. Quelle: BA 
Namensakte Bork). 

Diese "fachliche" Beurteilung in ihrer Verquickung mit Politik besagt 
viel mehr über den Pianisten und Hochschullehrer Bork als über den 
Beurteilten. 

Afrikalied: In Afrika ist's höllisch heiß. Heia! (Ich denk an dich, mein 
deutsches Mädchen) (T: Butzl Greiner und der Komponist). Afrikalied und 
Marsch, Satz: H. Carste, T. Martl und bei Sc von L. Kletsch (1941). Auch 
auf Textpostkarte [Sch]. 

Tondokument - vom 2/1IX/41 - im DRA: 1870637-10. 

Ausführende: Soldatenchor und Flak-MK, Dgt. Victor Heidersberger. 

Textprobe (1. Strophe mit Refrain): 

"C..) 

Es gibt hier weder Schnee noch Eis. Heia! 

Es gibt kein hübsches Mägdelein; 

drum muß man stets alleine sein. 

Es sind nur Schwarze da in Afrika! 
Ich denk' an dich, mein deutsches Mädchen! 
Ich trag dich treu in meinem Sinn. 
Ich grüße dich und auch das Städtchen, 
wo ich, wie du, zuhause bin!" 

Edith heißt sie (T: onA). Marschlied, für Blasmusik (1941). 

Tondokument - vom 16/1X/41 - im DRA: BO03118719, BO03159784. 

Leb wohl, Irene! Behalt mich lieb, Sophie!: Wir fahren hin und her 
(eigener T). Lied und Marsch der Flak-Fahrer [Ba]; Fassungen: H. Niel, B. 
Kutsch, P. Fries (1941) [Sei]. 

Tondokument - ohne Datum, von 1941, vom 24/VII/41- im DRA: 
1840262-21, 4212579-01, 1570013-03. 

Ausführende: 1) Männerquartett Erich Heyn mit Orch Eugen Jahn; 
2) Männerquartett mit MK des Luftnachrichten-Rgts. beim 
Oberbefehlshaber der LW, Dgt. E. Kiesant; 3) Soldatenchor mit StabsMK 
des Wach-Btl. der LW Berlin, Dgt. StMM Teichmann. 


692 





Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 


In: 


"Wir fahren hin und her, 
wir fahren kreuz und quer, 
sitzt irgendwie 
'ne Batterie 
an einem Fleck 
im dicken Dreck, 
da holen wir sie weg. 
Leb wohl, Irene, 
behalt mich lieb, Sophie, 
sei brav, Marlene, 
bleib du mir treu, Marie, 
du bist so schön, so lieb, so heiter, 
doch ich muß leider weiter. (...)" 


Akkordeon-Trümpfe (1944). 

Europa marschiert: Europa trug sein Leid durch lange, lange Zeit (T: 

Klaus S. Richter). Kriegslied. 
Tondokument - vom 12/1X/41 - im DRA: 4217123-02. 
Ausführende: Soldatenchor und Flak-MK, Dgt. Victor Heidersberger. 
Textprobe (Refrain): 


"Soldaten, nun Tritt gefaßt, 
wir werfen sie ab, die Last, 
wenn wir schreiten, 
dann bereiten 
wir den Weg zum Frieden 
bis in fernste Zeiten. 
Soldaten, nun Tritt gefaßt, 
wir wollen nicht Ruh' noch Rast, 
wir tragen den Sieg, 
den Deutschland führt. 
Und Europa marschiert!" 


Immer hin: Der Soldat in der Tat (eigener T). Marsch für Gesang und 


Klavier (1941) [Ba]. 


Borkmann, Gerhard 


Ich will zu Land ausreiten: die Welt gehöret mein! (eigener T). 
Trutzlied, für zwei einstimmige Chöre. 
Textprobe (4. Strophe): 


"Ich habe vor den Toren 

so manches Leid gesehn, 
darum ich euch erkoren, 

in Kampf und Streit zu stehn. 
Die Heerfahrt anzutreten: 

ihr Streiter, kommt heraus! 
Wohlauf vor Tag: 


B 693 





wir kommen über die Haide!" 
In: 
Lieder der Deutschen (1932). 


Borkum-Lied = Laßt tönen laut den frohen Sang 
Borkum-Lied = Wir grüßen heut im frohen Lied dich 
Borkumer Allerlei = Laßt tönen laut den frohen Sang 


Borlisch, Hans 
Danzig, 18. August 1909 - Neustrelitz (DDR), 16. September 1979. 
Schüler von A. Dreyer und B. Kittel, bis 1935 Student in Berlin, dann bis 
1945 Organist und Chorleiter, zuletzt Kantor an der Kreuzkirche in 
Frankfurt a. d. O., hier auch Lehrer für Orgel und Klavier an der 
Hochschule für Lehrerbildung, Leiter des Volkschors. 

1946-50 1. Kapellmeister am Frankfurter Stadttheater, dessen 
musikal. Oberleiter und Dirigent der städt. Sinfoniekonzerte, ab 1950 in 
Neustrelitz Kantor und Organist an der Stadtkirche, Dirigent der 
Singakademie, ab 1955 auch Leiter des Männerchors "Liedertafel" und seit 
1965 des Frauenchors "Freundschaft", sowie Mitarbeiter am 
Kreiskulturhaus. 1956 KMD; 1967 erhielt er die Medaille für Verdienste im 
künstler. Volksschaffen. 

Werke: u. a. "Erfüllte Zeit" (T: R. A. Schröder), Kantate (1938); 
Streichquartett E-moll (1940); Sinfonie für kl. Orch (1943); Suite für 
StreichOrch und Klavier (1942); Cellokonzert (1944); "Festliche 
Ouvertüre" (1948); Partita über "Die Sonn’ hat sich mit ihrem Glanz 
gewendet" (1965); Bühnenmusik, Lieder - so "Drei Lieder vom Frieden" 
(T: Peter Wiens, J. R. Becher) - und Chorsätze; Choralvorspiele für Orgel. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.508.192. 

Op. 3. Siegfriedglaube: Was wir erlebt, was wir erlitten (T: H. 

Gutberlet). MCh (1936) [BF]. 

Nichts kann uns rauben (T: K. Bröger), für gemCh (1937) [BF]. 
Information: LdCh. 


Bormann, Erich 
Grimma, 4. Januar 1898 - Hildesheim, 23. Mai 1980. 
Sohn eines Musiklehrers; Saxofonist, Komponist und Arrangeur in 
Dresden. Lehrer an der Vorschule des Konservatoriums der 
Landeshauptstadt Dresden. 
Nach 1945 in Hildesheim freischaffend, zuletzt i. R. 
Werke: u. a. Suite im alten Stil für Saxofon-Quartett. 


B 694 





Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Siegheil! Marsch (Mirag, 2/V1/33, aus Dresden). 


Bormann, Oskar Fritz 
Vaihingen, 25. August 1903 - Frankfurt a. M., 14. August 1978. 
Sohn eines Konzertmeisters; Dr. phil. Frankfurt a. M. 1926 (J. N. Schelble, 
sein Leben, sein Wirken und seine Werke); Kapellmeister in Koblenz, dann 
in Frankfurt-Höchst. 
Nach 1945 hier weiterhin in gleicher Funktion, zuletzt i. R. 


NSDAP seit Mai 1932, Nr. 1.093.888. Leiter und Kapellmeister der NSKG 
Frankfurt-Höchst, 1939 vom Kulturpolit. Archiv als Musiksachbearbeiter 
des Dt. Volksbildungswerkes Gau Hessen-Nassau vorgeschlagen. 
Information: DML (Geburtsdatum: Stuttgart, 25/VIII/03). Im 
Stadtarchiv Frankfurt (17/III/98) fehlt Information über Dr. Bormann. 


Born, Gustav 
Amöneburg/ Hessen, 19. Dezember 1889 - Duisburg, 24. Dezember 
1955. 
Geiger - 2. Violine - im Städt. Orch Duisburg. 


NSDAP seit 1/11/30, Nr. 194.727. SA, Stand 1933: Standartenführer. 
10. Juni 1933, Aufgabe: 

"(...) 4. Leiter der Fachschaft Musik der N. S. A. wird der 
Kammermusiker und Standartenführer Pg. Born, Duisburg, der zugleich 
dem Reichskartell der Deutschen Musikerschaft e. V. untersteht. Die 
sozialpolitischen und tariflichen Fragen der >Deutschen Musikerschaft< 
werden von Pg. Born in enger Zusammenarbeit mit dem Verbandsleiter 
der N. S. A. bearbeitet und gelöst. (...)" (DAF, Zentralbüro, Vereinbarung 
zwischen Reichskartell der Deutschen Musikerschaft und 
Organisationsleiter der "Deutschen Arbeitsfront" Pg. Muchow, 10/V1/33. 
Quelle: BA Namensakte Havemann). 

N. S. A. = Nationalsozialistische Arbeitsfront (DAF). 


Bornefeld, Helmut 
Stuttgart-Untertürkheim, 14. Dezember 1906 - Heidenheim, 11. 

Februar 1990. 
Zunächst Gärtnergeselle, 1924-31 Musikstudium mit Prüfung als akadem. 
Musiklehrer, 1931-36 in Eßlingen Privatmusiklehrer und Leiter des 
Kammerchors, 1935-37 Studium der Kirchenmusik. 1937 Kantor und 
Organist in Heidenheim/ Brenz. Gelegentlich Dichtungen, Zeichnungen 
und Malereien. 1939-45 zur Wehrmacht einberufen. 

Nach 1945 wieder Organist und Kantor in Heidenheim bis 1972, 
Organisator und Leiter der Heidenheimer Tage für neue Kirchenmusik 
zusammen mit S. Reda.1950-58 Dozent an der Kirchenmusikschule 


B 695 





Eßlingen. 1986 Gründer der Heidenheimer Orgelstiftung und Mitbegründer 
des Fördervereins für neue Musik Heidenheim. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 


Börner, Arthur Friedert (Friedrich) 

Dresden, 10. Februar 1902 - Erfurt, 28. Oktober 1944. 
Sohn eines Kapellmeisters und Musiklehrers; zunächst Kaufmann in 
Artern/ Sachsen, dann in Naumburg; ab September 1931 in Cottbus 
Theaterkapellmeister, Gastdirigent, Konzertbegleiter, Komponist, 
Musikschriftsteller und Leiter des Sommer-Operetten-Theaters 
(Sommerbühne Utz). Seit September 1932 in Dresden Kapellmeister und 
Souffleur der Staatsoper, zeichnete bis Mitte Juli 1933 für das 
künstlerische Betriebsbüro der Intendanz; ab Februar 1934 in Erfurt als 
Kapellmeister, dem Städt. Opernhaus angeschlossen, aber nicht engagiert. 
Stand 1935: Leiter einer Tanzkapelle in Erfurt. 


NSDAP seit 20/V11/25, Nr. 11.511. SA, Stand 1939: Obersturmführer. Bis 
Mitte Juli 1933 Hauptreferent für Oper bei der NSDAP-Gauleitung Sachsen, 
Abt. Theater; er organisierte die Resolution des Staatsopernpersonals 
gegen Fritz Busch. Zeitweilig Leiter des NSBO-Streichorchesters, Gau 
Thüringen. 1934 MZF der SA-Standarte Jäger 7 in Erfurt. Später Leiter der 
Fachschaft Unterhaltungsmusik bei der Landesleitung Thüringen der RMK 
in Weimar. 

9. Juni 1933, Empfehlung: 

"Nachdem Toscanini seine Mitwirkung bei den Bayreuther Festspielen 
abgesagt und der Kampfbund für deutsche Kultur eine sehr zutreffende 
Notiz der deutschen Presse übergeben hat, möchte ich nicht unterlassen, 
auf einen jungen genialen Dirigenten hinzuweisen, der berufen ist, das 
Erbe des Meisters Wagner an der Dresdner Staatsoper von jetzt ab zu 
verwalten. Generalmusikdirektor Dr. Böhm hat in Wien und hier nach dem 
Dirigieren des >Tristan< einen wirklich ungeheuren Erfolg gehabt und wir 
Alle, auch die gesamte Presse, waren der Meinung, daß der junge Dr. 
Böhm eine Leistung vollbracht hatte, die sich ebenbürtig neben die von Dr. 
Muck und Richard Strauß - der kurze Zeit später hier den >Tristan< 
dirigiert hat - stellen kann. Wenn der Dresdner Generalmusikdirektor am 
Bayreuther Werke mitschaffen dürfte, so wäre das eine Lösung, die uns 
zutiefst erfreuen und befriedigen würde. 

Vielleicht darf ich um gelegentliche Stellungnahme bitten" (Börner, 
Hauptreferent für Oper im Gau Sachsen, Abt. Theater, an Staatssekretär 
Hinkel, 9/VI1/33. Quelle: BA Namensakte Karl Böhm). 

Daß Börner den "jungen" Dirigenten herausstreicht, mutet komisch 
an, denn er selber war acht Jahre jünger als der 38jährige Böhm. 

10. Juni 1933, Denunziation gegen Busch: 

"Soeben erfahre ich aus durchaus zuverlässiger Quelle, daß einige 
Tage, bevor Toscanini seine Mitwirkung an den Bayreuther Festspielen 
abgesagt hat, der von uns abgesetzte Generalmusikdirektor Fritz Busch 


B 696 





und sein Bruder Adolph Busch - der in letzter Zeit von der Schweiz aus der 
Presse deutschfeindliche Notizen übergeben hat - mit Toscanini zusammen 
auf dessen Landsitz in Italien waren. Die weiteren Zusammenhänge kann 
man natürlich nur vermuten; jedenfalls halte ich es für angebracht, wenn 
Sie, sehr geehrter Herr Parteigenosse, die zuständigen Stellen 
entsprechend verständigen würden. (...)" (Börner, Theaterfachgruppe der 
NSDAP Gau Sachsen, an Staatskommissar Hinkel, 10/V1/33. Quelle: BA 
Namensakte Fritz Busch). 
27. Juli 1933, Der Fall: 

"Wie das >Berliner Tageblatt< aus Dresden meldet, wurde dieser 
Tage der Kapellmeister an der Dresdner Oper, Artur Börner, 
verhaftet und mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Es wird ihm 
vorgeworfen, seine Mitgliedsnummer in der 
nationalsozialistischen Partei reduziert zu haben. Mit dieser 
Urkundenfälschung hatte er es verstanden, sich als Leiter des 
künstlerischen Betriebsbüreaus der sächsischen Staatstheater 
zurrechten Hand des Generalintendanten Adolph und zum 
Opern-Hauptreferenten in der Gauleitung der 
nationalsozialistischen Partei in Sachsen emporzuschwingen. Wie das 
>Berliner Tageblatt< feststellt, hatte Börner bereits großen Einfluß in 
Dresdner Kunstkreisen gewonnen" (Verhaftung des Dresdner 
Opernkapellmeisters Börner. "Neue Freie Presse" Nr. 24738, Wien, 27/VIl/ 
33; Provenienz: Oliver Rathkolb, mit Dank). 
SA marschiert! Marsch (Erfurt, 22/V/36, Feierstunde der SA). 
Ewig marschiert die SA. Marsch (RS Leipzig, 13/X1/37). 
SA-Präsentiermarsch (RS Leipzig, 4/1/39). 

Information: Das Stadtarchiv Dresden (11/III/98) meldete, keine 
Information über Arthur Börner ermitteln zu können; laut Stadt- und 
Verwaltungsamt Erfurt (24/IX/98): Verbleib unbekannt. Den Todesfall 
beurkundete das Standesamt Erfurt, Nr. 3434/1944. 


Boroffka, Erwin 
St. Petersburg (Rußland), 28. Oktober 1898 - Berlin, 2. April 1943. 
Sohn eines Musikschuldirektors; Schüler von W. Klatte und R. Hauschild, 
Pianist in Berlin-Charlottenburg, ab 1926 Inhaber einer eigenen 
Musikschule, zum 30/1V/35 als Lehrer für Klavier an die Hochschule für 
Musik verpflichtet. Während des Krieges zur Wehrmacht einberufen und 
1942 Feldwebel. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.053.639. 
Information: DML. 





Borowitza, Gregor 
Musikpädagoge, Musiklehrer in Ziegenhals/OS. 


Heil Hitler! Marschlied, onA, am 5/VI1/33 dem RMVP eingereicht (Quelle: 
BAR 55/ 1160). 
Information: Keine weitere Nachricht; Oberschlesien fiel an Polen. 


Borries, Siegfried 
Münster, 10. März 1912 - Berlin, 12. August 1980. 
Geiger in Berlin-Lichterfelde; 1933-45 1. Konzertmeister des BPhO, erhielt 
1936 den Musikpreis der Reichshauptstadt, zugleich den Lehrauftrag als 
Violinlehrer am Konservatorium Berlin, 1939 den Nationalen Musikpreis. 
1941-45 Sonderkonzertmeister der Staatskapelle Berlin unter Karajan. 
1945-61 wieder 1. Konzertmeister des BPhO und Leiter von 
Meisterkursen am Internationalen Musikinstitut; seit 1949 Professor für 
Violine an der Musikhochschule. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Einsatz: 

"In der Morgendämmerung starteten wir mit meiner neuen 
Maschine, einer viermotorigen Condor von Focke-Wulf; sie besaß durch 
eingebaute Reservetanks eine besonders große Reichweite. Der Geiger 
Siegfried Borries und ein Amateurzauberer, der nach dem Kriege unter 
dem Namen Kalanag berühmt geworden ist, befanden sich im Flugzeug, 
denn ich wollte, statt eigene Reden zu halten, den Soldaten und den OT- 
Arbeitern im Norden eine Weihnachtsfreude bereiten. Im Tiefflug sahen 
wir uns die Seenketten Finnlands an (...). 

Mitten im Urwald, weitab vom Enarisee, hatten sich auf einer 
Lichtung um ein kunstgerecht aufgeschichtetes Holzfeuer, gleichzeitig 
Wärmequelle und Beleuchtung, lappländische und deutsche Holzfäller 
versammelt, während Siegfried Borries den Abend mit der berühmten 
Chaconne aus der Bachschen Partita in d-Moll einleitete" (Albert Speer: 
Erinnerungen. Frankfurt a. M.-Berlin, 1969. S. 331, 332). 

OT = Organisation Todt. 

15. November 1943: 

Borries gastiert im besetzten Belgien bei der Philharmonie 

Antwerpen mit dem Violinkonzert von Brahms. 
Information: MM2, KDMK, RML, SML, FA2. 


Borries, Fritz von 
Einbeck/ Hannover, 2. Dezember 1892 - Berlin, 23. September 1983. 
Sohn eines kgl. Landrats und Rittergutsbesitzers, späteren thüring. 
Staatsministers a. D.; Chordirektor, Kapellmeister, Musikpädagoge und 
Komponist in Berlin W 15, bis 1933 Lehrer für Ensemblegesang am 
Konservatorium Klindworth-Scharwenka und Konzertbegleiter, 1936-37 


B 698 





a. o. Lehrer für Tonsatz mit 8 Wochenstunden an der Musikhochschule 
gegen 150 RM Monatsentgelt; 1941 RR, 1942 ORR. 

1945 zunächst in Altenburg, im April wieder in Berlin, dann jedoch 
1946-50 in Hohenschönhausen und Sachsenhausen interniert, danach 
freischaffender Musikpädagoge in Westberlin; 1951 Musikvorstand des 
Veranstaltungsrings für Westberlin e.V. 

Werke: u. a. "Stimmen der Natur" (T: H. Anacker), vier Lieder (1943); 
Bühnenmusiken zu "Was ihr wollt" (Shakespeare) und "Schwanenweiß" 
(Strindberg); Tragischer Prolog für gr. Orch; Vier Klavierstücke Op. 22 
(1944); Klaviersonate und Lieder; Suite für fünf Holzbläser. 


NSDAP seit 1/X/30, Nr. 334.068. NSV und Reichskolonialbund. 1931-32 
Amtswalter. 1936 ehrenamtlicher Geschäftsführer der Fachschaft IV 
(Konzertierende Solisten und Kapellmeister) der RMK gegen Netto- 
Vergütung von 512.19 RM monatlich; 24/11/36-45 Referent für 
Personalangelegenheiten der Komponisten, Dirigenten und Solisten und 
zeitgenössisches musikalisches Schaffen in der Musikabteilung des RMVP; 
1941 stellv. Leiter der Reichsmusikprüfstelle. 


1933 
Kampf gegen musikalische Reaktion ("Deutsche Kultur-Wacht" 
11/13, 1/VI1/33. Nachdruck in: "Die Musik" XXV/11, August 1933). 
Zitat: 

"(...) Gewiß, wir lehnen die atonale Musik, die unselige 
Beherrscherin der letzten 14 Jahre ab, weil sie volksfremd, 
unorganisch und schließlich auf reiner Willkür beruhend und 
deshalb zerstörend ist. Um so weniger dürfen wir aber in den Fehler 
verfallen, etwa jede eigenwillige, fortschrittliche Gestaltung abzulehnen, 
und zu einer billigen Volkstümlichkeit zu gelangen, die nicht die 
seelischen Bewegungen des Volkes in ein gesteigertes, konzentriertes, 
unserer heutigen Zeit entsprechendes künstlerisches Erleben 
emporhebt, sondern schließlich dem Volkenurnach dem Munde 
redet. 

Auch in unserem heutigen musikalischen Schaffen muß der heiße 
Atem unserer nationalen Revolution lodern. Wir schaffenden Musiker 
haben die unabweisbare Pflicht, in unseren Tönen das gewaltige Erleben 
unserer Zeit widerzuspiegeln. Volkstümlich sein heißt nicht dem 
Geschmack breiter Schichten schmeicheln, ihm nachgeben, um äußeren 
Erfolg zu haben, sondern vielmehr, aus unserer Volksverbundenheit 
heraus das große, neue Geschehen auch künstlerisch neu und 
zukunftweisend gestalten!" (S. 3). 


1934 
3. Juli 1934, Laudatio: 

"(...) Der Pg. v. Borries war von Anfang an als Amtswalter in der 
Ortsgruppe Mommsen tätig und hat sich in jeder Weise als besonders 
tatkräftiger und zielbewusster Vorkämpfer der Bewegung erwiesen. 

Unterschrift: Stecht 


B 699 





Ortsgruppenleiter" (Bestätigung von 
NSDAP-Ortsgruppenleiter Carl Specht, 3/V11/34. Fehler im Original. 
Quelle: BA Namensakte von Borries). 


1937 
Magnus Fahlander. Oper auf eigenen Text (UA: Düsseldorf, *2/X/37, 
zur Niederrheinischen Gaukulturwoche; Kaiserslautern, *30/1/38; 
Saarbrücken, *9/X1/38, als "Freiheitsoper" zur Feier des Hitler-Putsches; 
Gera, *30/1/40) [BF, Bil]. 

Beispiel einer politischen Oper so oder so; umgekehrt erklärte das 
RPA - Karl Cerff - eine Inszenierung im besetzten Preßburg während des 
Krieges für unerwünscht. 

August 1937, Ankündigung: 

"(...) Der Text, der gleichfalls vom Komponisten stammt und auf 
dem nationalsozialistischen Ideengut fußt, behandelt den Freiheitskampf 
eines Volkes und das Schicksal des an seiner Spitze stehenden Kämpfers, 
indem er sich ganz frei an die Anfang des Jahrhunderts in Finnland 
herrschenden Zustände anlehnt" ("Die Musik" XXIX/11, August 1937. S. 
811-812). 

November 1937, Bericht TI: 

"(...) eine Handlung, die in der völkischen Befreiung durch einen aus 
dem Volk hervorgegangenen Führer >ein Abbild des gewaltigen Ringens 
unserer Zeit< geben will, die gleichzeitig aber auch, in dramaturgisch 
nicht völlig ausgewogener Form, das politische Ideenstück mit einer 
Liebeshandlung verbindet. (...)" (Wolfgang Steinecke in: "Neues 
Musikblatt" XVI1/31, November 1937. S. 5). 

November 1937, Bericht II: 

"(...) ist ein tüchtiges Gebrauchsstück, im Stofflichen wie im 
Musikalischen. Die Handlung steht zudem ideell und zeitnah mit dem 
Gedanken des volkssammelnden Führertums in enger Tuchfühlung. 
Fahlander will (als) Vorkämpfer eines bedrückten Nordvolkes - gemeint ist 
der Kampf der Finnen gegen die Bolschewiken - nicht die bluträchende, 
alles vernichtende Tyrannis, sondern einen aufbauenden Umschwung. So 
ruft er das zertretene Volk, vernichtet die Herrschaft der Fremden, bändigt 
die anarchischen Elemente, verläßt sein Weib, weil sie nicht den Weg vom 
Ich zum Wir findet und verbindet sich mit der Frau des getöteten 
Tyrannen, die zu ihrem Volke, dem nordländischen, hält. Doch fällt sie 
unter dem Dolch eines hassenden Nebenbunhlers, der Fahlander aus 
egoistischen Gründen zu beseitigen sucht. Fahlander steht nun allein und 
schreitet als ein Einsamer seinem Volke voran, denn er will das Volk und 
nur das Volk. Allgemeines, durch hinreißende Volksszenen dargestellt, 
mischt sich so mit Privatem, dem Schicksal des Einzelnen. Die Musik 
dieses breitansprechenden, theaterfülligen Geschehens musiziert das 
Szenische in engem Einklang von Wort und Ton, Impuls und Melodie in 
einer stilistischen Methode, die ohne Wagner und Strauß nicht zu denken 
ist, an Eigenklängen aber doch viel Selbständiges zu bieten hat. Sie lebt 
mehr vom Dynamischen denn von einer eigenen dramatischen Struktur 
und trägt mit nervigen Rhythmen alles Kämpferische. Sie ist nicht neu, 


B 700 





doch sehr gekonnt und wird der Szene ausdrucksgemäß immer gerecht. 
Der szenisch ungemein plastischen Wiedergabe spürte man die Energie 
des Interesses an (...)" (Ernst Suter: Fritz von Borries: "Magnus 
Fahlander". "ZfM" CIV/11, November 1937. S. 1276-1277). 


1938 
11. November 1938, Bericht III: 

"(...) gelingt es dem Dichter v. Borries in hohem Maße, ein Abbild 
des Geschehens unserer Zeit zu bringen. Magnus Fahlander ist ein Mensch 
mit heldischem Streben. Dem Streben folgt die Tat. Aber der Held steht 
nicht allein da. Um ihn sind Menschen, die an ihn glauben. Der Glaube 
siegt und mit der vollbrachten Tat nimmt eine neue Zeit ihren Anfang. 

(...) Vor Beginn der Aufführung richtete Kreisleiter Weber im 
Gedenken an die Bedeutung des Trauertages des deutschen Volkes an die 
Besucher des Theaters einige eindringliche Worte, die den 
unerschütterlichen Glauben der für die Bewegung Gefallenen und den 
Glauben des ganzen deutschen Volkes an den Führer und seine Sendung 
eindringlich dokumentierten. Sein Sieg-Heil auf den Führer fand stärksten 
Widerhall" (Reinhold J. Sartorius: Magnus Fahlander. "Saarbrücker 
Zeitung", 11/X1/38). 


1939 
25. August 1939, Aktennotiz: 

"Die Geschäftsführung der Berliner Philharmoniker in den letzten 
Wochen gibt zu ernsten Besorgnissen Anlaß. Längere Zeit war keiner der 
leitenden Herren anwesend. (von Westermann hat Anfang August einen 
mehrwöchigen Urlaub nach dem Balkan angetreten, während Stegmann 
ebenfalls auf Urlaub war und von Benda sich seit dem 31. Mai auf Wunsch 
Furtwänglers jeder Tätigkeit in der Vorbereitungsarbeit für die kommende 
Spielzeit enthält.) 

Die Musikabteilung ist bis zum 16. 8. über die Pläne des Berliner 
Philharmonischen Orchesters nicht unterrichtet worden und auch dann 
erst auf ausdrückliches Ersuchen (vergleiche Anlage). 

Zu den Vorschlägen ist folgendes zu bemerken: 

1. Es fehlen sämtliche Angaben über die Reisen des Orchesters in 
Deutschland und nach dem Ausland, die einer besonderen Genehmigung 
des Ministeriums bedürfen. 

2. Gegen die Eröffnung der großen philharmonischen Reihe durch 
die Wiener Philharmoniker muß unbedingt Einspruch erhoben werden (die 
Berliner Philharmoniker hätten demnach ihr erstes Konzert am 29. 
Oktober). 

3. Die Aufführung eines Werkes von Stravinsky ist unerwünscht, da 
sie einen Präzidenzfall bilden würde. 

4. Von der Einladung des gänzlich unbekannten 
Rundfunkkapellmeisters Winter ist abzusehen. 

5. Äußerst bedenklich ist das völlige Fehlen ausländischer Dirigenten 
bis auf Ansermet (Gui und Georgescu dirigieren auf Veranlassung des 
Ministeriums), obschon Stokowski zwei Konzerte in Aussicht gestellt hatte 





B 701 





und auch die Vorverhandlungen mit Mengelberg und Molinari günstig 
verlaufen waren. Sabata hat ebenfalls keine Zusage gegeben. 

6. Karajan hat abgesagt. 

Damit wird kaum mehr verhindert werden können, daß die Berliner 
Staatskapelle mit ihm ihre eigenen Sinfonie-Konzerte wieder aufleben läßt. 
Dies könnte sich katastrophal auf den Besuch der zweiten Konzertreihe 
mit den Dirigenten Böhm, Jochum, Schuricht, Knappertsbusch auswirken, 
zumal die 6 - 800 Karten seitens der Berliner Konzertgemeinde fehlen (die 
Berliner Konzertgemeinde hat ihr eigenes Programm mit auswärtigen 
Orchestern aufgestellt, da sie auf die Dispositionslosigkeit der 
Philharmoniker nicht länger Rücksicht nehmen wollte. (...)" (Abt. M, von 
Borries, an Leiter Pers, Aktenvermerk, 25/VI11/39 Quelle: BAR 55/ 197. 
Blatt 70-71). 

Borries griff dem späteren kriegsbedingten Verbot Strawinskys hier 
selbstherrlich vor; letztmals hatte das Orchester am 19. Dezember 1937 
unter Kabasta die "Feuervogel"-Suite und am 4. Januar 1938 unter 
Jochum "Jeu de Cartes" gespielt. 

"Rundfunkkapellmeister Winter" = Hans Adolf Winter, München, war 
keineswegs "gänzlich unbekannt”, 


1940 
20. Januar 1940, Feindmusik: 

"(...) festgestellt worden, daß in verschiedenen Reichssendern 
Werke von aus den feindlichen Ländern stammenden Komponisten 
gesendet wurden, so z. B. vom Deutschlandsender am 1. 1. in einer von 
21-22 Uhr vom Reichssender München übernommenen Sendung (Leitung 
H. A. Winter) die Arie des Faust >Sei mir gegrüßt< aus >Margarete< von 
Gounod. Ferner an einem der Weihnachtstage in einem vom Reichssender 
Breslau übernommenen Konzert, gespielt von einer SA-Kapelle, die 
Coppelia-Suite von Delibes und schließlich noch in einem kürzlich vom 
Reichssender Berlin übernommenen Konzert des Reichssenders Leipzig, 
gespielt von eine Kapelle der Schutzpolizei, die Ouvertüre zu >Die 
Nürnberger Puppe< von Adolphe Adam. Es wird ersucht, dem Erlaß 
Rechnung zu tragen, nach dem Werke, die dem nationalen Empfinden 
infolge ihres Ursprungslandes entgegenstehen, während der Dauer des 
Krieges nicht mehr gespielt werden sollen" (RMVP, von Borries, an den 
Reichsintendanten und den GMD der RRG, 20/1/40. Quelle: BAR 55/ 
20577. Blatt 339). 

3. Mai 1940, Symbolisch: 

"(...) Erstaufführung des >Magnus Fahlander> von Fritz v. Borries. 
Gewiß trug zu dem außerordentlichen Erfolg des Werkes der Umstand bei, 
daß es am Tage der Machtübernahme als glanzvolle Festaufführung 
herauskam und mit seiner Idee >Ewig ist das Volk und sein Recht auf 
Freiheit!< gerade an diesem Tage und im gegenwärtigen Kampfe gegen 
die versklavenden Plutokratien Westeuropas seelische Kontaktbrücken 
zum Miterleben der Hörer schlug (...)" (Karl Heinig, Gera, in: "AMZ" LXVII/ 
18, 3/V/40. S. 141). 

Der Rezensent registriert, daß die genannte Idee nur eine Folgerung 


B 702 





zuließ - zugunsten des NS-Regimes, also nicht etwa gegen dieses. 
11. August 1940: 

Das RMVP, Abt. T, Dr. Lang, sendet Klavierauszug und zwei 
Textbücher der Oper "Magnus Fahlander" von Borries an das Ministerio 
della Cultura Popolare in Rom zur Prüfung auf Spielplantauglichkeit 
(Quelle: BAR 55/ 20490. Blatt 52-53). 


1942 
19. Januar 1942: 

Prof. Stein bietet von Borries eine planmäßige Professur für Tonsatz 
und Komposition an der Musikhochschule an (Quelle: BA Namensakte von 
Borries). 

4. Februar 1942, Verbot: 

"Unter Bezugnahme auf den Erlass über die Programmgestaltung 
des deutschen Musiklebens im Kriege vom 2. September 1939 wird 
verfügt, dass der Verkauf von Schallplatten, die von Firmen der 
Feindstaaten hergestellt oder mit Werken von Autoren oder durch 
Mitwirkende der Feindstaaten bespielt sind, im Gebiet des Deutschen 
Reiches zu unterbleiben hat. Dies gilt auch für die Staaten, die die 
diplomatischen Beziehungen zu den Achsenmächten abgebrochen haben. 
Für den Abstoss von Schallplatten mit russisch vorbolschewistischer sowie 
französischer Musik wird den Händlern eine Frist von 6 Monaten vom 
Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Erlasses ab gewährt. 

Es bleibt zulässig, Schallplatten mit Musik aus Bizet's >Carmen< 
und Schallplatten mit Werken von Chopin zu verkaufen. 

Der Verkauf von Schallplatten mit feindstaatlicher Musik in die 
besetzten Gebiete hat gleichfalls zu unterbleiben. 

Holländische, belgische, dänische, griechische und norwegische 
Schallplatten sowie Schallplatten französischer Firmen mit deutscher 
Musik bleiben zum Verkauf zugelassen" (Einschreiben! RMVP, i. A. von 
Borries, an den Präsidenten der RMK, 4/11/42. Quelle: BA Namensakte von 
Borries). 

22. Februar 1942: 

Fritz von Borries schreibt an Prof. Stein und begrüßt dessen Angebot 
einer Hochschulprofessur, macht aber darauf aufmerksam, daß Dr. Drewes 
ihn nicht freigeben möchte 
3. April 1942: 

Fritz von Borries dankt Prof. Stein nochmals für das Angebot einer 
Hochschulprofessur und teilt mit, der Minister gäbe ihn nicht frei, weil er 
während des Krieges als unersetzlich angesehen werde (Quelle: BA 
Namensakte von Borries). 

14. September 1942, Engpaß: 

"1.) Das Referat Dr. Leinveber ist seit 1 1/4 Jahr nicht wieder besetzt 
worden, so daß auf der einen Seite andere Referate der Abt. M dadurch 
überlastet wurden, auf der anderen Seite es nicht möglich war, die von 
diesem Referat betreuten Aufgaben (wie z. B. die Aufsicht über das Amt 
für Konzertwesen, Gagenstop, Musikalienverlag und Musikalienhandel) mit 
dem nötigen Nachdruck durchzuführen. 


B 703 





2.) Das Referat des seit Februar zur Wehrmacht eingezogenen 
Referenten Dr. Goslich wird nur halbtags von Frl. Dr. Ottich 
wahrgenommen, so daß auch hier für entscheidende Angelegenheiten der 
Abt. M (wie z. B. die Auseinandersetzungen mit dem 
Reichserziehungsministerium) das Vorhergesagte zutrifft. (...) 

6.) Durch die Gegenüberstellung, daß bei Abt. T 10 Referenten und 
bei Abt. M 5 1/2 Referenten (bei Nichtberücksichtigung Dr. Langes) tätig 
sind, wurde auf die Überlastung der Referenten der Abt. M hingewiesen. 
So bearbeitet RR. von Borries neben seinen sonstigen Aufgabengebieten 
und der Stellvertretung des Abteilungsleiters auch noch die 
Personalangelegenheiten, für die bei Abt. T ein besonderer Referent 
(Genssler) zur Verfügung steht. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die 
Reichsmusikkammer etwa 100.000 und die Reichstheaterkammer nur 
etwa 30.000 Mitglieder umfaßt. 

(...) Es wurde Übereinstimmung erzielt, daß die Referate Dr. 
Leinveber und Dr. Goslich (der auf Grund seiner schweren Verwundung zu 
reklamieren wäre) wieder besetzt und daß ferner der Abt. M noch zwei 
Referenten zugeteilt werden, von denen der eine neben den 
volkstumspolitischen Aufgaben des ausgefallenen Referenten Scherzer 
noch zur Entlastung auf den Gebieten der Inlandsarbeit und der andere 
zur Mitarbeit für die Haushaltsangelegenheiten eingesetzt wird" (RMVP, 
Abt. M, v. Borries, an Leiter Pers, Besprechungsprotokoll, 14/1X/42. 
Quelle: BAR 55/ 13. Blatt 1138). 

Außerdem gab es eine Menge Krankmeldungen und - auch dies - 
unentschuldigtes Dienstversäumnis. RR Leinveber, der Jurist der 
Abteilung, war 1941 an den Gauleiter von Salzburg abgegeben worden. 
Die Personalabteilung des Ministeriums stellte sich jedoch taub; hier 
schlug die kriegsbedingte Knappheit an fähigen Leuten durch. Auch die 
gleichzeitige Ernennung zum ORR tröstete von Borries nur mäßig. Das 
Nachlassen der Kontrollen von oben kam den Musikern zugute. 


1944 
1944, Autobiografie: 

"Ich bin der erste Musiker meiner aus Westfalen stammenden 
Familie. Schon mit 11 Jahren schrieb ich kleine Walzer. Mit 16 Jahren 
zeigte ich dann meine weiteren Kompositionen Max Reger, der mich 
bestimmte, Musiker zu werden, und bei dem ich in Leipzig studierte. Der 
Weltkrieg, den ich als Offizier im Westen und Osten mitmachte, unterbrach 
meine Studien, die ich nach seinem Ende für kurze Zeit - u. a. beiM. v. 
Schillings - wiederaufnahm. Ich ging dann für einige Jahre an die Bühne. 
In dieser Zeit entstanden neben anderem Schauspielmusiken und erste 
Opernentwürfe. Weiterhin betätigte ich mich vornehmlich als 
Konzertbegleiter sowie auch auf pädagogischem Gebiet - z. B. an der 
Berliner Hochschule für Musik. Ende der 20er Jahre reifte dann das schon 
lange geplante Hauptwerk >Magnus Fahlander<, das ich 1934 beendete 
und das wohl als erstes Opernwerk die individuellen Schicksale völlig 
hinter einem Gesamtschicksal zurücktreten läßt. 

Meine weitere kulturpolitische Tätigkeit - seit 1938 im Propaganda 


B 704 





Ministerium - ließ mich zu wesentlicheren Werken nicht mehr kommen. 
Meine noch im Fluß befindliche künstlerische starke Entwicklung drängt 
aber zur Entfaltung, sowie ich Zeit habe. - Wert und Bestand jeder 
musikal. Schöpfung hängt m. E. von der Kraft der melodischen Erfindung 
ab. Alles Andere - ob homophon oder kontrapunktisch, linear oder 
harmonisch unterbaut - ist nicht entscheidend, sondern nur die 
eigenständige Persönlichkeit, die sich ihren eigenen Stil schafft" (Fritz v. 
Borries, Selbstdarstellung in Carl Niessen: Die deutsche Oper der 
Gegenwart. Regensburg, 1944. S. 95. Abdruck des Faksimiles ohne Quelle 
in: Dümling/Girth, Hgb., "Entartete Musik. Dokumentation und 
Kommentar". S. 126). 

Die gedruckte Übertragung des Dokuments von Albrecht Dümling 
stimmt an mehreren Stellen nicht mit dem Original überein; für zwei 
Wörter, die er nicht lesen konnte, setzte er immerhin Elisionszeichen. 

Die Reichsmusikprüfstelle und ihr Wirken für die Musikkultur 
("Jahrbuch der deutschen Musik" II, 1944. S. 49-55). 
Zitat: 

"(...) Zersetzungserscheinungen müssen sich auf musikalischem 
Gebiet ganz besonders unheilvoll auswirken. Ist doch die Musik die Kunst, 
die sich am unmittelbarsten an das Gefühl des Menschen wendet, ja 
eigentlich überhaupt Gefühlsausdruck an sich ist, da sie weder wie die 
bildende Kunst irgendwelcher der sichtbaren Welt entnommenen 
Darstellungsträger bedarf, um ihre Inhalte zu vermitteln, noch sich wie die 
Wortkunst hierzu fest geprägter Begriffe bedienen muß. Die bewegten 
melodischen Linien musikalischer Gestaltung geben nur Gefühle 
schlechthin wieder, sie können nur die Liebe oder den Schmerz an sich 
zum Ausdruck bringen, nicht aber ein bestimmtes, an eine bestimmte 
Person gebundenes oder durch eine bestimmte Lage oder Handlung 
hervorgerufenes Gefühl. 

Es mußte deshalb besonders verhängnisvolle Folgen haben, wenn 
dieser unmittelbare, durch die Musik wiedergegebene Gefühlsausdruck 
getrübt, zersetzt, und bis zur Fratze verzerrt wurde. Und dies um so mehr, 
wenn man die Fülle der Musik berücksichtigt, die den Tageslauf des 
heutigen Menschen von früh bis spät durch Rundfunk, Unterhaltungs-, 
Opern-, Operetten- und Konzertmusik begleitet. Wir sind - gewollt oder 
ungewollt - geradezu umflutet von Musik. Aus gutem Grunde wendeten 
die zerstörenden Kräfte, die in den Jahren 1918-1933 am Werke waren, 
der Musik ihr besonderes Augenmerk zu, da sie durch sie die Seele des 
Volkes am sichersten und bis in ihre Tiefen vergiften zu können glaubten. 
Man braucht nur an Erzeugnisse wie >) onny spielt auf<, >Die 
Dreigroschenoper< und andere zu denken, die dem Volk als höchster 
Fortschritt gepriesen wurden, um sich das Ausmaß dieses unheilvollen 
Prozesses vor Augen zu führen. Ihnen allen war gemeinsam, daß sie an 
die Stelle echter künstlerischer Aussage die marktschreierische Sensation 
und die Überschätzung der bis zu noch nicht erlebtem Mißbrauch 
getriebenen äußeren Mittel setzten. 

(...) Es mußte deshalb eine Hauptsorge der nationalsozialistischen 
Kulturführung nach der Machtübernahme sein, auf musikalischem Gebiet 


B 705 





diesem Treiben Einhalt zu gebieten, ohne den gesunden Fortschritt zu 
unterbinden und sich dem Vorwurf rückschrittlicher, zeitfremder 
Tendenzen auszusetzen. 

(...) Zu diesem Zweck hat Reichsminister Dr. Goebbels auf Vorschlag 
des Leiters der Abteilung Musik seines Ministeriums, Generalintendant Dr. 
Drewes, die Reichsmusikprüfstelle durch die Anordnung über 
unerwünschte und schädliche Musik vom 18. Dezember 1937 eingesetzt. 

(...) Es ist erstaunlich und zugleich erfreulich, wie wenig 
Unerwünschterklärungen durch die Reichsmusikprüfstelle ausgesprochen 
zu werden brauchten. Im ganzen wurden noch nicht hundert Werke für 
unerwünscht erklärt: von sogenannter ernster Musik überhaupt keins, 
wenn man von den wenigen Komponisten absieht, deren Werke aus 
außermusikalischen Gründen untersagt werden mußten" (S. 49, 50, 52). 

Das Problem reduziert sich auf die Feststellung, daß das Regime nur 
solche Musik gebrauchen konnte, die mit politischen Sentenzen auffüllbar 
und so populär war, daß sie Massenwirkungen erhoffen ließ, ansonsten 
Jedoch einlullte und das Publikum nicht etwa aufstörte und beunruhigte. 
Eine solche Feststellung, hätte er sie überhaupt treffen können, wäre 
natürlich nicht zu veröffentlichen gewesen. 

Dagegen ist die Schilderung korrekt, wo sie sagt, wie wenige Titel 
tatsächlich verboten waren, und darunter keiner der E-Musik... bis auf 
Jüdische, die hier - taktvoll oder getarnt - unter "außermusikalischen 
Gründen" auftauchen. 


Rückblick, 1983: 

"Leider geht anscheinend die unterirdische Hetze gegen mich immer 
noch weiter. Dabei wird ja böswillig verschwiegen, daß ich 1941 aus dem 
Ministerium ausscheiden wollte, um die mir von Prof. Stein zugesicherte 
beamtete Professur an der Berliner Hochschule annehmen und vor allem 
eine neue Oper schreiben zu können, was lebensentscheidend gewesen 
wäre. Durch die Verweigerung des Ausscheidens und das zwangsweise 
Verbleiben im Min. verlor ich ja nicht nur die Professur, sondern auch die 
Möglichkeit eine neue Oper zu schreiben, was so wichtig gewesen wäre" 
(Fritz von Borries an Fred K. Prieberg, ohne Datum = Frühjahr 1983). 

Information: MM2, KDMK, RML. 


Borris (Borris-Zuckermann), Siegfried 
Berlin, 4. November 1906 - Berlin, 23. August 1937. 

Dr. phil. Berlin 1933 (Kirnbergers Leben und Werk). Schüler von P. 
Hindemith und A. Schering, Pianist, Musikwissenschaftler und 
Musikpädagoge in Berlin, hier 1929-33 Dozent für Komposition an der 
Musikhochschule, zum 30. September aus rassistischen Gründen 
entlassen. Jedoch konnte er bis 1940 ein privates Musiklehrerseminar 
unterhalten. 

Von Brückner/Rock (Il: Jude) als jüdischer Mischling denunziert. 
Ausschluß aus der RMK - N 3280/37 - vom 10/111/41. 

1945 wieder an der Musikhochschule Berlin, hier Leiter des 


B 706 





Lehrerseminars, 1948 - aus politischen Gründen, nämlich wegen 
Zusammenarbeit mit Veranstaltern in der sowjetischen Besatzungszone - 
mit Entzug der o. Professur bestraft, 1951 zum a. o. Professor ernannt. 
Die neuerliche Verfolgung von Borris fiel in die Zeit des "Kalten 

Krieges", der in Berlin schlimme antidemokratische Formen annahm. Kein 
Berliner Spitzenpolitiker hatte Rückgrat oder Intelligenz zu sehen, daß 
Borris freiheitliches Ideengut nach Ostberlin exportierte! 

Information: FA, KDMK, RML, LdCh, SML, MGGS. 


Bortnjanskij, Dmitrij 
1751 - 1825 


Abendsegen: Ich bete an die Macht der Liebe (T: Gerhard Tersteegen, 
1697-1769). Titel: Zapfenstreich (1822). 
Textprobe (1. Strophe): 
ER 
die sich in Jesu offenbart, 
ich geb mich hin dem freien Triebe, 
mit dem ich Wurm geliebet ward. 
Ich will, anstatt an mich zu denken, 
ins Meer der Liebe mich versenken". 

Dieser Text gehörte bei der Wehrmacht, also einer auf die Technik 
von Zerstörung, Mord und Totschlag hin ausgebildeten Organisation - wie 
auch heute noch bei der Bundeswehr - zum Ritual des "Großen 
Zapfenstreichs", schlagendes Beispiel für die widerwärtige Heuchelei der 
Militärs. 

In: 

Vaterlandslieder und Freiheitsgesänge (1933); S.A. Liederbuch (1933); 
Deutsche Musiksammlung (1933); Heil Hitler! (1933; nur T, 0nA); 
Deutsche Wehr- und Soldatenlieder (1933; onA); HM-Liederbuch 
(1933/34; nur T, Melodie onA); Sieg-Heil! (1933); Liederbuch der SA- 
Marine (1934; nur T); 100 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder 
(1934; nur T, "Zapfenstreich", Melodie onA); NS-Volks-Liederbuch 
(21934); Sturm-und Kampfliederbuch (?1937; nur T); Deutsches 
Blasmusikalbum (1938); Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940); Die 
deutschen Kampflieder (1940; nur T, "Aus dem großen Zapfenstreich", 
onA). 


Bortz, Alfred 

Berlin, 12. September 1882 - Salzburg (A), 15. November 1969. 
Sohn eines Kaufmanns; Schüler von F. E. Koch und R. Krasselt, 
Musikpädagoge, Pianist, Konzertbegleiter und Komponist in Berlin- 
Wilmersdorf. Stand 1932: Lehrer am Mohrschen Konservatorium. 1938 in 
Graz, dann wieder bis 1942 in Berlin, bis 1942 mit Wehrmachtbetreuung 
der Frontbühne Schmitz u. a. im besetzten Belgien befaßt; anschließend in 
Waltendorf/ Steiermark und 1943 abermals in Graz. 


B 7097 





Nach 1945 lebte Bortz wieder in Berlin und ab 1964 in Salzburg. 
Werke: u. a. Charakterstücke, Humoreske für Orch, Trauungsgesang für 
gemCh und Orgel (1936); Opern, so "Wildfeuer" (Kottbus, 1925), trotz 
mehrfacher Intervention des Komponisten bei Staatskommissar Hinkel von 
den Bühnen in Kassel, Stuttgart und Frankfurt ignoriert, und "Katresis 12 
blasende Trompeten" (1939-41; unaufgeführt); "Des Sängers Fluch", 
sinfonische Dichtung (1943); Filmmusik für die Kinothek. 


NSDAP seit 1/X11/32, Nr. 1.418.428, obwohl er keinen Nachweise der 
"arischen" Abstammung erbrachte. Mitglied der Kameradschaft vom 30. 
Januar 1933. Erhielt 1936-38 drei Künstlerdank-Zahlungen, nämlich pro 
Jahr 500, 500 und 250 RM. RSHA, 5/X11/42: "Nachteilige Notierungen in 
politischer Hinsicht liegen nicht vor". 

Die nächsten Aufgaben der deutschen musikschöpferischen 
Produktion. Vortrag (Berlin, *20/VI/34, in der "Kameradschaft vom 30. 
Januar 1933"). 

Zitat: 

"Selbstverständlich entsteht im natürlichen Kulturgang eines Volkes 
die Musik aus dem Volkscharakter - und nicht umgekehrt. Wenn aber 
Völker kulturellen Zersetzungserscheinungen ausgesetzt waren und aus 
einem solchen Verfall wieder hinauf zur Höhe strebten, so entstand auch 
für die schaffenden Künstler die notwendige Pflicht durch lebendigste und 
aktivste Teilnahme diesen Aufstiegswillen auch ihrerseits zu fördern, selbst 
wenn ihnen unter den Nachwirkungen der Niedergangserscheinungen 
Widerstände erwüchsen, die meist weniger vom Volk selbst kamen, als 
von einer mit bisherigen Interessen verknüpften Geschäftswelt, die 
naturgemäß an der Blüte der Kunst weniger Interesse hatte, als an der 
Blüte ihres Geschäfts! Immer standen sich dann die zwei 
Hauptströmungen gegenüber, deren eine, leider meist kleinere, die 
geheime Sehnsucht und den inneren Auftriebswillen des besten Teils ihres 
Volkes erkennend, diesem durch ein ideales Streben und Schaffen 
nachzukommen suchte - und deren andere, größere Strömung, geschickt 
den niedersten Instinkten der breiten Masse nachspürend, diesen gefällig 
entsprechend sich einstellte und unter dem Deckmantel harmlos 
klingender Modeworte das Unterhaltungsbedürfnis des Volkes benutzte, 
um skrupellos ihre Produktion über die wehrlose Volksseele zu ergießen, 
ohne Rücksicht darauf, ob diese Produktion aufreizende, entnervende, 
verflachende oder verheerende - meistens also schädliche - Wirkungen auf 
die Volkspsyche ausübte, wenn sie nur ihr Geschäft dabei machten!... 
wofern nicht sogar, wie in der bisherigen jüdisch-marxistischen 
Kunstperiode, solche seelische Vergiftung manchmal auch beabsichtigt 
war" (Quelle: Manuskript im BA Namensakte Bortz). 

23. Juli 1935, Betreff: Oper"Wildfeuer": 

"(...) Ich habe mir alle Mühe gegeben, ihn bei seinen Verhandlungen 
mit einigen Bühnen Deutschlands, soweit es mir möglich war, zu 
unterstützen. Nach dem mir vorliegenden Gutachten des 
Werkprüfungsausschusses und nach meinem eigenen Urteil kann ich 
jedoch für Bortz nur bedingt etwas tun, da seine Oper lediglich für kleinere 


B 708 





Bühnen - und auch dort nur mit Einschränkung - zuzulassen ist. Da mir 
gerade heute ein Brief von Generalintendant Krauss mit einem Urteil 
über das Werk zugeht, möchte ich Ihnen dieses nicht vorenthalten. 

Herr Bortz sollte sich an ein neues Werk machen, denn ich glaube 
nicht, daß er mit dem alten große Lorbeeren ernten kann. Da es ihm 
finanziell recht schlecht geht, habe ich ihm geraten, sich mit dem 
Berufsstand in Verbindung zu setzen, dessen Mitglied er ja ist. 

Wie ich höre, hat er nun wenigstens fürs Erste die Möglichkeit, in 
dem Erholungsheim der deutschen Komponisten in Boppard einige Zeit 
weilen zu können" (Der Präsident der RTK, von Niessen, an 
Staatskommissar Hinkel, 23/V11/35. Quelle: BA Namensakte Bortz). 
Marsch der Gewerke, für Blasmusik (1937) [R&E]. 

Op. 58. Vom deutschen Handwerk. Tanzbilder für Orch und Suite 
daraus (UA: Frankfurt a. M., 1937). 
23. April 1937: 

Wegen Ernennung von Elly Ney zum Professor bedankt sich Bortz 
handschriftlich bei Hinkel für dessen Laudatio (Quelle: BA Namensakte Elly 
Ney). 

Der Hände Werk (T: Hans Bodenstedt und F. W. Ritter). Festliche Musik 
für Soli, Chor und Orch (RS Frankfurt, 29/V/37, zum Festabend des 
Deutschen Handwerks). 

25. November 1944: 

"(‚..) (daß "Bortz) It. Bescheid des Arbeitsamtes Graz für einen 
Rüstungseinsatz nicht geeignet sei. Es wird um Veranlassung gebeten, B. 
durch die Künstlereinsatzstelle für die kult. Wehrmachtsbetreuung zu 
verwenden. Sollte dazu keine Möglichkeit bestehen, wird um 
Benachrichtigung gebeten, um B. an das Fürsorgeamt der Stadt Graz zu 
verweisen zwecks Stellung eines Antrages auf Kriegshilfe" (Schreiben des 
Landesleiters Musik der RMK Gau Steiermark, 25/X1/44. Quelle: BA, 
Namensakte Bortz). 

Information: DML, FA, KDMK, RML, LdCh (ohne Wirkungsort). 


Bose, Fritz 
Stettin-Messenthin, 26. Juli 1906 - Berlin, 16. August 1975. 
Dr. phil. Berlin 1934 (Die Musik der Uitoto). Musikologe, Professor für MW 
in Berlin, 1934-45 Leiter der Musikabteilung des Instituts für 
Lautforschung an der Universität, 1938-45 Mitarbeiter der 
kolonialwissenschaftlichen Abt. des Reichsforschungsrats. Im Oktober 
1940 vorübergehend zur Wehrmacht einberufen. 

Ab 1947 freischaffend, dann 1953 Leiter der historischen Abt. am 
Institut für Musikforschung, 1955 Leiter des Instituts und 1966 von 
dessen Abt. Volkskunde; 1966 Professor für Musikethnologie an der 
Technischen Universität; 1967 Präsident der Dt. Gesellschaft für Musik des 
Orients. 


NSDAP seit 1/111/40, Nr. 7.546.277, auf Antrag vom 11/1/40. 1936 
unternahm er im Auftrag der SS-Forschungs- und Lehrgemeinschaft "Das 


B 7099 





Ahnenerbe" eine Forschungsreise nach Finnland, über deren Ergebnis er 
1940 dem Reichsführer-SS Himmler berichtete; seit 1937 dem 
"Ahnenerbe", Abt. für nordische Musik, lose verbunden mit Forschungen 
über urnordische Musik und zwecks Vorbereitung der Rekonstruktion von 
Luren, die jedoch an technischen Schwierigkeiten und Rohstoffmangel 
infolge der Kriegsvorbereitungen scheiterte, daher im Sommer 1939 
eingestellt wurde. Die Tätigkeit in der Gruppe Volksmusik der Amtlichen 
Deutschen Ein- und Rückwanderrungsstelle (Südtirol) für "Ahnenerbe" 
ruhte mit der Einziehung zur Wehrmacht. Lektor des Reichsführers-SS 
Himmler für Musik. Stand 1941: Fachbeirat des Internationalen Rats für 
Sing- und Sprechkultur. 

Musik und Rasse. Zur Methodik der musikalischen Rassenkunde 
("Deutsche Tonkünstler-Zeitung" XXIX/1933). 

Das Rassische in der Musik ("Unser Wille und Weg" IV/4, April 1934. 
S. 110-112). 

Zitat: 

"(...) Körper und Seele sind eins. Und so müssen wir 
Rassenmerkmale, Äußerungen rassischer Zugehörigkeit auch in der Musik, 
der Sprache der Seele, finden. 

Wie aber kann man das Rassische in der Musik erkennen? Ist es 
schon mühselig, der körperlichen Erscheinung eines Menschen oder einer 
Menschengruppe die rassische Zugehörigkeit zu entnehmen, wieviel 
schwerer wird es auf dem Gebiet des Seelischen! Es gibt keinen Zollstock, 
kein Zentimetermaß für seelische Regungen. An ihnen selbst, an dem 
klingenden Material der Musik, müssen wir das Seelische, das Rassische 
zu erkennen suchen (...)" (S. 110). 

Der ziemlich unbeholfen theoretisierende Aufsatz betont zwar die 
Notwendigkeit der Forschung, verschweigt aber jegliches Rezept dafür, da 
Ja die philosophische Funktion "Seele" sich dauernd wandelt; Bode 
verspricht rassenkundliche Untersuchungen an den Schallaufnahmen 
seines Instituts. 

Kleine musikalische Rassenkunde. Ein Gespräch über Schallaufnahme 
zwischen Musiker und Biologen, zusammen mit Johann von Leers (FSt. 
Berlin 26/11/34). 

Neue Aufgaben der vergleichenden Musikwissenschaft ("Zeitschrift 
für Musikwissenschaft" XVI/4, April 1934). 

Klangstile als Rassenmerkmale. Bericht des 1. Internationalen 
Kongresses für Singen und Sprechen in Frankfurt am Main (1938) 
("Zeitschrift für Rassenkunde" XIV/1-2, 1943-44) = Habilitationsschrift 
Berlin 1939. 

Einfluß der Musikerziehung auf Begabung und Leistung ("Der 
Musikerzieher" XXXVIl/l, Oktober 1940. S. 3 ff.). 

Musikpolitische Aufgaben in Afrika ("Koloniale Rundschau" XXXI1/4, 
April 1941. S. 236-244). 

Zitat: 

"(...) Der zivilisierte Neger hat ein ungeheures Geltungsbedürfnis 
und einen unzähmbaren Bildungsdrang. Und er glaubt, sich durch 
Aneignung der art- und rassefremden Kulturgüter der weißen 


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Herrenschicht die Gleichberechtigung zu erkaufen. Man wird diesen 
Bildungsdrang und dieses Geltungsbedürfnis nicht unterdrücken können. 
Man muß es im Gegenteil ausnutzen zur Weiterbildung und Erziehung des 
Menschen und der ganzen Rasse. 

(...) Es gilt, auch auf dem Gebiet der Musik den Weg zu weisen zur 
Weiterentwicklung des afrikanischen Menschen aus der Enge des alten 
Stammesbewußtseins zu einem Nationalbewußtsein, den Weg zur 
Volkwerdung, den der Neger bisher noch nicht beschritten hat. Und gerade 
die Musik ist für diese kolonialerzieherische Arbeit ein dankbares 
Tätigkeitsgebiet, eine der besten Angriffsflächen. Sie ist unpolitisch und 
keiner irgendwie materiellen Interessen verdächtig. Sie ist von großer 
Eindringlichkeit und Wirksamkeit, weil sie in tiefe Schichten des 
Bewußtseins und des Unbewußtseins vordringt und zu jedem spricht, 
unabhängig von Alter, Stand und Bildung. Um so mehr, als sie für den 
Neger zu einem der wichtigsten Faktoren seines Lebens gehört. 

Was ist also zu tun? Ein Weg ist die Förderung der Reste 
bodenständiger Musik, zugleich das Verbot der Verniggerung wertvoller 
europäischer Volks- und Kunstmusik" (S. 243-244). 

Der Aufsatz spiegelt die Hoffnung, nach dem baldigen Endsieg 
könnte das Reich, wieder im Besitz der ehemaligen Kolonien, solche 
Aufgaben in Angriff nehmen. 

Information: KDMK, RML, MGGS, FA2. 


Bose, Fritz von 
Königstein an der Elbe, 16. Oktober 1865 - Leipzig, 10. Mai 1945. 
Schüler von C. Reinecke und S. Jadassohn, Komponist und Pianist in 
Leipzig, hier langjähriger Lehrer für Klavier am Konservatorium, dann i. R. 
Werke: u.a. eine Sinfonie; Drei Klavierstücke Op. 10 (1913); Zweite 
Klaviersuite Op. 20 (1933); Klavierquintett Op. 26 (1933); Klavierstück 
Op. 31 (1937); Klavierkonzert E-moll (1934); Chöre für MCh und gemCh. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
27. Februar 1941: 

Ein Sonderkonzert der Robert-Schumann-Gesellschaft mit dem 
Städt. SinfonieOrch Zwickau, Dgt. K. Barth, bietet die Variationen über ein 
Thema von R. Schumann von F. von Bose. 

Information: DNML, DML, FA, RML, LdCh. 


Bose, Paul 
Kistritz/ Sachsen-Anhalt, 26. März 1890 - ? 
Sohn eines Lehrers und Organisten; Schüler u. a. von W. von Bausznern, 
Orchestermusiker in Berlin-Niederschönhausen, Waldstr. 50 (1929-42). 
Von 1914 bis 30/V1/40 Flötist (Pikkolo) des BPhO, dann wegen Krankheit 
ausgeschieden. 


NSDAP seit 1/1V/33, Nr. 1.596.904. 





Information: DML. Das für den Geburtsort zuständige Standesamt 
Teuchern (16/XII/97) teilte mit, dem Geburtseintrag sei kein 
Todesvermerk beigeschrieben. 


Bösel, August 

Großmühlingen/ Anhalt, 31. Dezember 1877 - Jena, 5. Dezember 1943 
Schüler von J. Joachim und Max Bruch, Militärmusiker in Hirschberg, 1915 
OMM, nach der Demobilisierung 1920 Kurmusikdirektor in Bad 
Warmbrunn. Später - Stand 1933 - wieder in Hirschberg; im Zuge der 
"Wiedergewinnung der Wehrfreiheit" reaktiviert als OMM, 1935 Leiter des 
MK des IR 6 Lübeck, 1937 in Schleswig, zuletzt in Jena, ab 1/1/39 StMM. 
Zum 31/111/43 außer Dienst gestellt und i. R. 
Werke: u. a. "Am Meer", Lied für Posaune solo (1933). 


NSDAP seit 1/1V/33, Nr. 1.788.462, jedoch 1937 gelöscht wegen 
Logenzugehörigkeit. 
5. März 1936: 
Bösel leitet in Lübeck ein Sinfoniekonzert des verstärkten MK des IR 

6 zum Besten des WHW: 1. Schumann: 1. Sinfonie. - 2. Beethoven: 
Violinkonzert. - 3. Tschaikowsky: 5. Sinfonie. Solist: Prof. Hermann 
Schmidt, Heeresmusikinspizient (Violine). 
Junge Kameraden. Marsch (RS Hamburg, 5/11/37, MK des IR 6, Dgt. 
selbst). 

Information: DML. 


Boß, Hans 
Idar-Oberstein, 22. Juli 1913 - Kritschew (UdSSR), 28. Juli 1941 (im 
Fronteinsatz gefallen). 
Musikpädagoge und Lehrer. Seit 1938/39 Student der Schulmusik an der 
Hochschule für Musik Köln, wohnhaft zunächst in Immert/ Mosel, 1939 in 
Idar-Oberstein. 1939/40 zur Wehrmacht einberufen, zuletzt Unteroffizier 
in einem Schützen-Rgt. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.416.274, auf Antrag vom 27/V1/37. 


Boß, Hasso 

Tilsit, 17. Februar 1883 - (?), 1947. 
Militärmusiker; 1913 MM beim 3. (preußischen) IR in Marienburg. 1918 
außer Dienst gestellt. Stand 1932: MM a. D. in Harburg-Wilhelmsburg, 
Inhaber einer Musikschule, Dirigent des Konzertorchesters Harburg- 
Wilhelmsburg; 1935 reaktiviert, zuerst beim Ausbildungs-Btl./ IR 3, in 
Marienburg, dann bei der Fliegerhorstkommandantur Staaken, Cäcilienhof, 
ab 1/VIII/36 StMM. Letzte Meldung (9/11/43): bei der Flak-Ersatz- 
Abteilung 12 in Berlin-Lankwitz; 1944 wieder bei der FIHKdtr Berlin- 
Staaken. 


B 712 





Werke: meist Märsche, z. B. "Lagunenzauber", "Aufzug der Deutsch- 
Ordensritter", "Marsch der litauischen Dragoner" etc. 


NSDAP seit 1/X1/31, Nr. 690.186, vorübergehend gestrichen. Stand 1933: 
MZF der SA-Standarte 15 Wandsbek 
2. Februar 1937: 

Boß leitet das MK der FIHKdtr Staaken im Konzert des LKrsKdo II 
zum Besten des WHW im Marmorsaal des Zoolog. Gartens Berlin: 1.H. F. 
Husadel: Sinfonische Musik über eine Hymne von Kalliwoda. - 2. Liszt: 
Ungarische Fantasie für Klavier und Orch. - 3. Berlioz:: "Römischer 
Carneval", Ouvertüre. - 4. Respighi: "Fontane di Roma", Version für 
Blasmusik 

Regimentslieder. Marsch (RS Berlin, *1/VI11/37). 

Deutschlands Flieger. Marsch (RS Berlin, 17/X11/37, MK der FIHKdtr 
Staaken, Dgt. selbst; DtldS, 23/VI11/39). 

*]. Mai 1938: 

Zum Nationalen Feiertag des deutschen Volkes bietet H. Boß mit MK 
der FIHKdtr Staaken und Singschar der 3. Kradschützenkompanie, 
Aufklärungs-Abt. 3, Lieder und Märsche zum Motto "Im gleichen Schritt 
und Tritt" (DtldS/ RSdg, *1/V/38). 

20. Oktober 1939: 

H. Boß leitet Soldatenchor und MK der FIHKdtr Berlin-Staaken in der 
Funkaufnahme von F. J. Breuers Soldatenlied "Dorothee", "Wenn die 
Sonne scheint, Annemarie" von H. Niel und des Marsches über das Lied 
"Schwarzbraun ist die Haselnuß" von G. Stahl. 

Tondokument im DRA: 4212670-02, 4212684-01, 4212677-02. 

20. Dezember 1939: 

Hasso Boß leitet Soldatenchor und MK der FIHKdtr Berlin-Staaken in 
der Funkaufnahme von G. Winklers Soldatenlied "Wenn ich Urlaub hab". 

Tondokument im DRA: 4212684-02. 

Information: DML. 


Bosse, Gustav 

Vienenburg/ Harz, 6. Februar 1884 - Regensburg, 27. März 1943. 
Sohn eines Zuckerfabrikdirektors und Musikverlegers; Musikverleger, 
gründete 1912 in Regensburg einen Musikbuchverlag, der seit 1921 ein 
Jahrbuch in mehreren Jahrgängen, dann die Deutsche Musikbücherei und 
seit 1929 die "Zeitschrift für Musik" herausgab. 1939 Ehrensenator der 
Universität Köln wegen seiner Verdienste um das deutsche Musikleben als 
Betreuer musikwissenschaftlicher Forschungen und Erwecker der Anton- 
Bruckner-Bewegung. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.530.992. Führer des Kunstringes in der NSG 
"Kraft durch Freude". 

Bosse bezahlte seine Autoren nicht gemäß den Normverträgen, so 
daß die RSK gegen ihn eine Ordnungsstrafe verhängte, aber mit Schreiben 
vom 10/11/43 nicht mehr auf Korrektur bestand, sofern die Autoren nicht 


B 713 





von sich aus Nachforderungen stellten. 

Trotz der auch damals klaren Rechtslage stellte sich die Kammer 
nicht an die Seite der geschädigten Autoren, sondern deckte das 
Geschäftsinteresse eines ohnehin wohlhabenden Unternehmers - auch ein 
Aspekt des National"sozialismus". 

"Führerverantwortlichkeit" oder "Revolution der Straße"? ("ZfM" C/ 
5, Mai 1933. S. 483-485). 

Zitat: "So notwendig die >Gleichschaltung< aller Deutschen auf dem 
Gebiet der Politik ist, derart, daß man wünscht, es möchte alles 
Parteiwesen zu Grabe getragen werden und nur mehr ein einmütiges 
deutsches Brudervolk bestehen, so ist doch auf dem Gebiete unseres 
deutschen Kulturlebens eine solche Mannigfaltigkeit des Denkens und 
Fühlens vorhanden, daß wir ernstlich besorgt sein müssen, hier unter dem 
Begriff der >Gleichschaltung< manches Gesunde mit vernichtet zu sehen. 
Auch hier wollen wir einer einmütigen deutschen Gesinnung sein und 
durch all unser Tun und Lassen soll auch hier als oberster Leitstern uns 
immer das Verantwortungsbewußtsein gegenüber der Seele des deutschen 
Volkes führen, aber wir wollen dennoch niemals übersehen, daß unter 
>Gleichschaltung< der Gesinnung nicht >Gleichschaltung< der 
Mannigfaltigkeit unserer deutschen Seele, unseres Empfindens gemeint 
sein darf. An vielen Orten tauchen neue Männer auf, die den Auftrag 
haben, die Kulturvereine aller Gebiete >gleichzuschalten<, Männer, die 
vielfach allen den Dingen und Aufgaben, die auf diesen verschiedenen 
Gebieten der Kultur zu leisten sind, bisher oft nur sehr lose oder ganz 
fremd gegenübergestanden haben. 

(...) Man mache aber Schluß damit, daß jeder beliebige Denunziant 
seinen Gegner aus irgendeinem früheren Streit nun um Stellung und Brot 
bringen kann" (S. 484). 

7. Juli 1933, Sehr verehrter Herr Minister!: 

"Hier beiliegend erlaube ich mir Ihnen das soeben erschienene 
J uliheft der >Zeitschrift für Musik< zu überreichen, das dem Lebenswerk 
Richard Wagners gewidmet ist. Ich darf wohl annehmen, daß dieses Heft 
Ihrer besonderen Anteilnahme begegnet, zeigt es doch im Rahmen der 
Würdigung des Bayreuth-Werkes die enge Verbundenheit des Herrn 
Reichskanzlers mit diesem Gipfelpunkt deutscher Musikkultur und damit 
dessen besondere Bedeutung für unser heutiges Geschlecht" (Gustav 
Bosse an Dr. Goebbels, 7/V11/33. Quelle: BAR 55/ 1138. Blatt 294). 

29. April 1937: 

Bosse bittet Dr. Goebbels brieflich, das Programm der Bruckner-Feier 
in einem zum 1. Mai erscheinenden Sonderheft seiner "Zeitschrift für 
Musik" veröffentlichen zu dürfen (Quelle: BAR 55/ 20582. Blatt 8). 

13. Mai 1937, Laudatio: 

"Vor 25 Jahren, am 1. Mai 1912, begründete Gustav Bosse in 
Regensburg seinen musikwissenschaftlichen Verlag mit der inzwischen zu 
hohem Ansehen gekommenen >Deutschen Musikbücherei<, einer billigen 
musikalischen Volksbücherei, die wertvolles deutsches Geistesgut 
weitesten Kreisen vermittelt. Die Notwendigkeit, der >Deutschen 
Musikbücherei< eine Reihe kleinerer Schriften gleicher Blickrichtung 


B 714 





anzugliedern, führte 1929 zur Gründung der Bücherreihe >Von deutscher 
Musik<, in der auch die kulturpolitischen Schriften von Peter Raabe 
erschienen sind. 1931 begann das Erscheinen der >Forschungsarbeiten 
des musikwissenschaftlichen Instituts der Universität Leipzig<. Im Juli 
1929 übernahm Gustav Bosse die 1834 von Robert Schumann begründete 
>Zeitschrift für Musik<, deren Ansehen unter seiner Führung ständig 
wuchs. - Die Arbeit des Verlages zeigt deutlich, daß hinter ihr eine seines 
Deutschtums durchaus bewußte Verleger-Persönlichkeit voll Tatkraft, 
Opfermut und Idealismus steht, der wir noch viele Jahre reichen Schaffens 
wünschen zum Wohle unserer deutschen Musik" (Personalnachrichten. 
"Musikalienhandel" XXX1X/9, 13. Mai 1937. S. 150). 

19. März 1933, Autobiographisches: 

"(...) Nach dem Kriege war ich in den Nationalen Kämpfen für ein 
neues Deutschland vielfach tätig. 1919 war ich Mitbegründer des 
Bürgerblocks und später Mitbegründer und Bezirksführer der 
Einwohnerwehr. Auch war ich Gründungsmitglied der Ortsgruppe des 
deutschen Offiziersbundes. 1920/21 gründete ich gemeinsam mit Prof. Dr. 
Wiedenbauer die Ortsgruppe der Deutschnationalen Partei, der ich bis 
1933 als Vorstandsmitglied angehörte. Die 1922 hier erfolgte Gründung 
der NSDAP durch Herrn Reiter wurde von mir mit Rat und Tat unterstützt. 
Zugleich wurde ich Vorsitzender der Vereinigten Vaterländischen Verbände 
Regensburgs. 

(...) In den Entscheidungskämpfen vor 1933 stellte ich dem 
damaligen Gauleiter Franz Maierhofer meine Druckerei für den Druck der 
Gauamtlichen Kampfzeitung >Schaffendes Volk< zur Verfügung. Ich habe 
diesen Kampf aufs äußerste unterstützt durch Hergabe größter Kredite, 
die meine eigenen Mittel schwer überspannten, so daß ich Ende 1932 - 
Anfang 1933 durch die Überspannung meiner Bankkredite und der Kredite 
meiner Lieferanten selbst in eine sehr schwierige Lage kam. In dieser 
schweren Lage sprang damals der Führer selbst helfend ein, indem er 
durch den Stellvertreter des Führers und durch einen Abgesandten seiner 
Kanzlei, Herrn Stark. RM. 28.000 abdecken ließ. 

(...) Im Mai 1933 wurde ich auf Wunsch des früheren Kreisleiters 
Wilhelm Brodmerkel Mitglied der NSDAP, nachdem ich vorher aus der 
Deutschnationalen Partei ausgeschieden war" (Fragebogen der RSK, 
19/111/38. Quelle: BA Namensakte Bosse). 

Winter 1938/39: 

Bosse versucht erstmals, sich durch Kontakt mit dem 
Reichswirtschaftsministerium, massiv in die "Arisierung" des Musikverlags 
C. F. Peters, Leipzig, einzuschalten. 

März 1939: 

Bosse fragt beim RMVP an, ob er den Peters-Verlag erwerben könne 
- falls nicht Teile der Familie Hinrichsen schon als arisch gelten sollten. 

Da Bosse bislang nur musikliterarische Werke verlegt hatte, erfüllte 
er nicht die Qualifikation eines Musikverlegers. 

Information: DML (Geburtsdatum: 26/II), FA, MM2 (Geburtsdatum 
4/II/84), KDMK (Nur Totenliste; Geburtsdatum: 26/II, Todesdatum: 
27/VIII), RML (Todesdatum: 27/VIII), MGG. 


B 715 





Bosse, Pauline 
Ingenieurswitwe in Eisenach. 


Szenische Fassungen von Horst-Wessel-Lied, Wiener J] ungarbeiter-Lied 
und "Brüder in Zechen und Gruben", am 23/V11/33 an Dr. Goebbels 
eingesandt. 


Boßhart, Robert 

Zürich, 1. Februar 1899 - Ruvigliana, Kanton Tessin (CH), 21. April 
1937. 
Sohn eines Werkführers, Schweizer Staatsbürger; Hilfsspielleiter und 
Komponist. Schüler von K. Striegler, ab 1927 Hilfsregisseur an der 
Staatsoper Dresden, zuletzt freischaffend in Ruvigliana. 
Werke: Gedichte, so "Singender Brunnen" (Leipzig, 1924) und "Die 
Einkehr" (Osterwieck, 1926); Opern, so "Wieland", frei nach der Edda, 
"Fritjof der Kühne" und "Merlin" (1933; unvollendet); Operntexte für K. 
Striegler und Artikel für Zeitschriften. 


Herbstmond. Märchenoper nach "Der Jude im Dorn" der Gebrüder 
Grimm. 
1935, Ankündigung: 

"(...) ist abermals ein Märchen, >Der Jude im Dorn<, aber mit frei 
erfundenen Zusätzen und (...) selbständig weitergeführt. Gerade diese 
Zusätze bestimmen die Eigenart und den Eigenwert der Dichtung. Da ist 
der Fürst, der, durch einen dummschlauen Bauern im Gewissen 
aufgerüttelt, den Weg zu seinem Volkes als wahrer Volksführer findet, 
Irmgard, das Kind aus dem Volk mit adeliger Seele, der Pfeifer, d. i. der 
Sänger und Spielmann, der Volk und Fürst vereinigt und dem jüdischen 
Händler zum Verderb aufspielt" ("ZfM" CIl/5, 1935. S. 592). 

Ewiges Bayreuth (Beigabe zum Festspielstück 1936 der "Bayreuther 
Blätter"). 
Zitat: 

"(...) Und was uns am bittersten not tut, ist eine Regeneration der 
unmittelbarsten, der schöpferischen Lebenskräfte! >Der plastische Dämon 
des Verfalles der Menschheit< hat auch im deutschen Volk mit seinem 
dürren Wüstengeiste viel zerstört! - Adolf Hitler, der 
schöpferische Führer des heutigen Deutschland, weiß, warum er sich 
immer wieder und in erster Linie an das Volk, an das einfache Volk 
wendet, warum er dem in erster Linie die Kraft zu glauben zurückgegeben 
hat, nachdem auch in dieses Volk schon das Gift des alleszersetzenden 
Zweifels geträufelt worden ward. Er weiß, daß nur aus diesem Volk selber 
heraus jene Regeneration kommen kann, die eine wahrhaft schöpferische 
Kultur begründet! - Sicherlich weiß er auch, daß eine Überordnung der 
Technik über die kulturellen Erfordernisse dem deutschen Volk ebenso 
verhängnisvoll werden müßte, wie eine Überordnung des Intellekts über 
die schöpferischen Seelenkräfte. 


B 716 





Bayreuth soll diese Gefahren klar erkennen! Denn Bayreuth als 
Kulturzentrum hat eine erhabene Aufgabe. Was kann es Größeres geben, 
als dem wiedererwachenden Volke seine ewigen Idealbilder vorzuführen, 
Visionen eines Geistes, an dem es sich erkennen mag!?" (S. 19). 

Information: DML, FA. 


Böttcher, Georg 
Frankfurt a. M., 30. April 1889 - Unkel am Rhein, 16. Mai 1963. 

Schüler u. a. von M. Reger, Musikpädagoge. Musiklehrer und Chorleiter in 
Braunschweig, ab 1927 in Jena Dirigent der Liedertafel und seit 1938 in 
Bad Berka/ Thüringen. Zur Arbeit am Opernauftrag "Das Bauernerbe" 
1943-44 war Böttcher uk-gestellt. 

Nach 1945 zunächst weiterhin in Bad Berka, zuletzt in Unkel bei Bad 
Honnef i. R. 
Werke: u. a. die Goethe-Kantate (Jena, 1949); "Sinfonie der Brücke" für 
Baß, S, Frauen-, Männer- und Kinderchor, gemCh und Orch (eigener T), 
dem Andenken Romain Rollands gewidmet (1951); die "nationale" 
Volksoper "Der Fremde" (1953); "Sinfonie des Volkes" (1953) und die 
Kantate "Der Weg ins Licht" aus dem Gedankengut Albert Schweitzers 
(1955); "Tanz der Werkschaffenden" für Orch (1954). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.175.824. 

Wir Bauern dulden keinen Spott (T: R. Billinger). MCh (1934). 
Trauerkantate: Stehen einsame Kreuze (eigener T). Für MCh, Sprecher 
und Posaune, dem Gedenken der Gefallenen gewidmet (Gotha, 1935; 
Reichsrundfunk, *8/111/36) [L]. 

Die Sätze: 1. Vorspruch. - 2. Inschrift. - 3. Aber erst Gräber schaffen 
Heimat. - 4. Ruf. - 5. Die Posaune. 

Vom Verlag in Annoncen für den Totensonntag und den Trauertag 
der NSDAP empfohlen. 

Wir schlagen den Amboß, wir schlagen den Stein (T: H. Lersch). 
Kanon zu 4 Stimmen. 

In: 

DSB, Singendes Volk 9 (1935); Deutsche Musik A, B (1941). 

19. Februar 1936: 

"Die D.A.F. hat mir in ihrem Preisausschreiben für ein Werk, welches 
die Arbeit verherrlichen soll, die Höchstauszeichnung verliehen. 

Mein Werk: >Oratorium der Arbeit< ist abendfüllend und kann durch 
Hinzuziehung von Arbeitsdienst und Hitlerjugend in ganz grossem Rahmen 
aufgeführt werden. Zur Orientierung füge ich das Textbuch bei. (...)" 
(Böttcher an Dr. Goebbels, 19/11/36. Quelle: BAR 55/ 20182. Blatt 
263-264). 

Die von Böttcher erbetene Uraufführung in Berlin, konnte nicht 
ermöglicht werden, sodaß ihn das RMVP an die DAF verwies. 

Bekenntnis. Chorwerk (Schloß Molsdorf/ Thüringen, 27/VI/36, zur 
Gautagung der NSKG Thüringen). 
Festliches Vorspiel für Orch mit Schlußchor (UA: Jena, 15/1X/36). 


B 717 





Oratorium der Arbeit. Volksoratorium für Männer-, Frauen-, Kinder- 
und gemtCh, S, Bar, Orch und Orgel (Weinheim, 1936; Flensburg, *29 und 
30/1V/37; RSdg, *1/V/37; Pforzheim, *29/1V/39, verstärktes MK III/IR 
111, gemCh des MGV Pforzheim, BDM-Chor, Kinderchor, Werkschar-Chor, 
Dgt. W. Hennig) [K&S]. 

Die Sätze: 1. Arbeitsmorgen. - 2. Bauernland. - 3. Vorabend des 1. Maäi - 
Morgen des 1. Mai (T: aus den Gedichtsammlungen "Volk an der Arbeit" 
und "Das proletarische Schicksal", sowie Goethe, Dehmel, Wildenbruch, H. 
Lersch, Karl Bröger, Schuder und der Komponist). 

Das Werk erhielt den 1. Preis der DAF und hatte in den ersten 18 
Monaten über 120 Aufführungen. 

Die ewige Flamme (Texte: H. Anacker, H. Lersch, H. Menzel, Will 
Vesper, H. J. Nierentz, Dehmel, J. Weinheber), Volksoratorium ("Deutsche 
Passion") für Frauen-, Männer-, Kinder- und gemCh, S und Bar und Orch 
mit Orgel (UA: München, *29/X1/37, zur Vierjahrfeier der NSG "Kraft 
durch Freude", Mitwirkende: Münchener Philharmoniker, Chöre, Luise 
Pflüger, S, Anton Gruber-Bauer, Bar, Dgt. H. Laber) [T&J ]. 

Die Sätze: 1. Heilige Saat. - 2. Wachstum und Wandlung. - 3. Erfüllung. - 
4. Die ewige Flamme. 

Januar 1938, Besprechung: 

"(...) Böttcher hat bei der Textgestaltung den bereits in seinem 
>Oratorium der Arbeit< geübten Brauch, den Wortlaut der 
zeitgenössischen Lyrik zu entnehmen und die so gewonnenen Teile durch 
Verbindungsstücke eigener Formung zu verschweißen, mit schönem 
Gelingen fortgesetzt. Wieder begegnen wir Namen wie Anacker, Lersch, 
Menzel, Vesper, Nierentz, Dehmel, Weinheber. Ein erster Teil, >Heilige 
Saat< benannt, nimmt seinen Ausgang von den Gräbern des großen 
Krieges und läßt aus diesen den Weck- und Mahnruf erschallen: >Über 
Gräbern wartet die Tat! - Schaffe, schaffe den Tag!< Ein zweiter Abschnitt 
ist >Wachstum und Wandlung< gewidmet; aus der Vereinzelung des 
weglosen Ichs findet man allmählich zum großen, bindenden Ziel der 
Gemeinschaft. >Erfüllung< leuchtet mit den Feuern der Sonnenwende, die 
zugleich Zeitenwende bedeutet, im Schlußteile jubelnd empor. >Die ewige 
Flamme<, die nun entfacht wurde, ist nichts anderes als die 
glaubensstarke Bejahung völkischen Lebens. 

(...) Das Volksoratorium, dem der Autor den Untertitel >Deutsche 
Passion< verliehen hat, wächst aus einem, sofort zu Beginn erklingenden, 
einprägsamen Thema, dessen verschleiertes d-moll sich erst am Ende zum 
strahlenden Dur lichtet. Böttchers eigentliche gestalterische Heimat liegt, 
obwohl er reinen Instrumentsalsätzen, die Brücken zwischen den 
einzelnen Teilen schlagen, nicht aus dem Wege geht, im Chorischen. Vom 
einstimmigen Chor bis zu den kunstvollen Formen des Kanons und der 
Fuge reckt sich hier sein Schöpferehrgeiz" (Wilhelm Zentner in: "ZfM" CV/ 
1, Januar 1938. S. 94). 

Kraft durch Freude: Freude hat die Welt erschaffen (T: R. Rosch). MCh 
(1938) [B&S]. 

Der Titel nimmt eine propagandistische Formulierung des NS auf. 

Singe, mein Volk! (T: H. Anacker). MCh (1938) [B&S]. 


B 718 





Zwei Lieder der Arbeit: 1. Lied im Werk: Glückhaft mit des Hammers 
Schlägen (T: R. Rosch). - 2. Ans Werk und laßt die Hämmer singen (T: 
H. Baumann). Für gemCh (1938) [Hl]. 

25. April 1938: 

Das Städt. Orch Zwickau mit Chor, Dgt. K. Barth, bietet - "erstmalig 
in Zwickau" - das "Oratorium der Arbeit" von Böttcher. Solisten: Anne 
Lonk (S) und Philipp Göpelt (Bar). 

Volk im Licht. Oratorium (1939). 
26. April 1942: 

"Der Chorkreis Niederrhein-Ruhr im Chorgau Niederrhein-Westfalen- 
Lippe wird am 26. April in Moers eine Chorkreistagung durchführen. Im 
Rahmen dieser Tagung wird der Städt. Gesangverein Moers das Oratorium 
der Arbeit von Georg Böttcher (Dgt. MD Ligges) aufführen" ("Die 
Musikpflege" XI1l/1, April 1942. S. 21). 

Das Bauernerbe. Oper auf eigenen Text (1943-44). Staatsauftrag durch 
die Reichsstelle für Musikbearbeitungen gegen ein Entgelt von zunächst 
10.000 RM, dann 25.000 RM. 

21. März 1944: 

Dr. Drewes, Leiter M des RMVP, fordert Böttcher schriftlich auf, nach 
Berlin zu kommen und seine Oper vorzuspielen (Quelle: BA R 55/ 20579. 
Blatt 53). 

Information: FA, MM2, RML, LdCh. 


Bottermund, Hans 
Leipzig, 24. Januar 1892 - Berlin, 30. April 1949. 
Sohn eines Dr. med. et phil.; Schüler von J. Klengel und H. Becker, seit 
1926 Cellovirtuose und Orchestermusiker in Berlin-Schöneberg. 
Konzertmeister, Solocellist des BPhO; bis 1945 tätig mit nur für dieses 
Ensemble gültiger Sondererlaubnis von Dr. Goebbels. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als "Halbjude" denunziert. 
Werke: Kompositionen, so Suite und Variationen für Cello, Japanische 
Gesänge. 

Information: DML, FA. 


Bourgeois, Karl 
Dillingen-Pachten/ Saar, 15. Februar 1904 - Dillingen, 9. Oktober 1982. 
Musikpädagoge, Musiklehrer in Dillingen, Betreuer der Schulmusik an 
J ungen- und Mädchenrealgymnasium sowie Kreisrealschule; ab 1928 
Leiter der Dillinger Orchestervereinigung, eines Streichorchesters mit 35 
Musikern, und Komponist. Er gründete 1932 das Akkordeon-Orchester 
Dillingen. 

Nach 1945 Dirigent des Werkorchesters der Schraubenwerke 
Karcher in Beckingen; Veranstalter vieler Volksgartenkonzerte im 
Stadtpark Dillingen, auch Privatmusikerzieher. 

Werke, 1933-45 zumeist eingedeutscht als Karl Peter Burgwart: u. a. 
"Die Wichtelmännchen", kleine Ouvertüre (1938). 


B 212 





Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Auf der Reichsautobahn. Galopp (RS Breslau, 26/1V/39, Kleines 
UnterhaltungsOrch, Dgt. E. Gielnik). 

Information: KDMK, LdBl (ohne Todesmeldung). 


Boye, Eduard 
Itzehoe, 21. Juni 1890 - Braunschweig, 12. September 1966. 
Einsender in Braunschweig, Geschäftsführer und Amateurkomponist. 


NSDAP seit 1/1/40, Nr. 7.408.116, auf Antrag vom 28/1X/39.. 

Zwei Marschlieder onA: 1. Treu dem Führer. - 2. Sieg Heil dem 
Vaterland (1936), begutachtet im Lektorat der Hauptstelle Musik des 
ARR. 


Braatz, Wilhelm 
Altmannsdorf/ Krs. Frankenstein, Schlesien 26. Juli 1899 - 

Braunschweig, 7. November 1966. 
Militärmusiker; zunächst bei der Wachtruppe Berlin, ab 1/1X/29 MM und 
Leiter des Musikkorps des I./ IR17 Braunschweig, ab 1/X/38 OMM, 1/I1l/ 
41 StMM, dann mit seiner Einheit an der Ostfront eingesetzt und in 
Braunschweig am 24/1X/44 von der Heeres-Entlassungsstelle 2/XI 
verabschiedet. 

Nach 1945 weiterhin in Braunschweig. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Braunschweiger Fanfarenmarsch (Braunschweig, März 1937, beim 
Großkonzert der Wehrmacht zum Besten des WHW). 

1938: 

Braatz leitet das MK des IR 17 in einem Heeres-Sinfoniekonzert in 
Braunschweig zum Besten des WHW: 1. K. Stamitz: "Alter Marsch". - 2. L. 
Spohr: Vorspiel zur Oper "Jessonda". - 3. Mozart: 2. Konzert für Flöte und 
Orch. - 4. Beethoven: 6. Sinfonie. 

Borowa-Marsch, gewidmet dem Regimentskommandeur (1942). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Ob wir siegen oder kämpfen, 
wir bleiben immer gleich! 

Wir stürmen und wir siegen - 
Ruck zuck, Hurra fürs Reich!" 


Brabec, Ernst Demetrius 
Troppau, 11. Juni 1912 - ohne Ortsangabe, am Ilmensee (UdSSR), 31. 
Mai 1943 (im Fronteinsatz gefallen). 
Dr. phil. Prag 1937 (Richard Wagner und Friedrich Smetana, Gemeinsames 
und Trennendes); Musikreferent und Komponist in Reichenberg, auch 
Cellist. 


B 720 





NSDAP seit 1/X1/38, Nr. 6.796.663, auf Antrag vom 13/1/39. 
Landschaftsleiter des Reichsverbandes für Volksmusik (RMK), Gau 
Sudetenland; Gaumusikreferent der NSG "Kraft durch Freude", Abt. 
Volkstum-Brauchtum, 1939 vom Kulturpolit. Archiv als Musikreferent des 
Dt. Volksbildungswerkes Gau Sudetenland vorgeschlagen. 

Weit ist die Fahrt durchs Dunkel der Nacht (T: Dolf Peschanel). Trutzlied 
für die Sudetendeutschen für Singstimme, Flöten, Streicher und 
Trommeln. 

In: 

Männerweisen 1-2 (1938). 

Fanfarenruf, für 2 Fanfaren. 

In: 

Männerweisen 3 (1938). 

Du starke deutsche Bauernschaft, du trägst ein großes Lehen (T: Th. 
Scheller), für Gesang und Fanfaren. 

In: 

Männerweisen 5-6 (1938). 

Ewiges Brot: Das Korn steht reif im Morgen und harrt der frühen Glut 
des Tages (T: Hein Meiswinkel), für Gesang mit Flöten. 

In: 

Männerweisen 5-6 (1938). 

Nimm, Herrgott, Dank für diese Zeit (T: Edmund Ullmann), für 
Gesang, Trompete, 2 Hörner und Posaune [U]. 

In: 

Männerweisen 5-6 (1938). 

Wehrbauerntum: Unsre Schwerter sind die Pflüge (T: Dolf Peschane!). 
Kampflied (1939) [U]. 

Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 

"Bauern werden zu Soldaten. 

Jeder, der den Acker pflügt, 

stellt dem Lande Wehr und Spaten 

und ein Herz, das glaubt und siegt. 
Denn die Heimat sei gehütet 
vor dem Dunkel und der Not. 
Wenn auch Sturm und Feuer wütet: 
Bauerntrotz bezwingt den Tod!" 

In: 

Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 28-29 (1939). 

Die Fahne ruft den Sieg: Unsre Fahne ward aus Not (T: E. Ullmann). 
Kampflied (1939) [U]. 

Textprobe (3. Strophe): 
"Unsre Fahne trägt die Pflicht. 
Alle, die sich Deutsche nennen 
und zur Fahne sich bekennen, 
stehn in harter deutscher Pflicht". 

In: 

Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 29-29 (1939). 
Totenkantate zur 20. Wiederkehr des 4. März 1919: Ihr Toten baut mit 


B 72] 





uns das Deutsche Reich (T: H. J. Nierentz und Gedichte von K. F. Leppa, E. 
Leibl, J. Schneider und W. Hornschild). Für Orgel, 2 Geigen, Trompete, 
Solobariton und einstimm. Chor (1940; UrS: RS Breslau, *3/111/39) [U]. 
Am 4. März 1919 kam es in Eger im Zusammenhang mit dem 
sudetendeutschen Begehren nach Anschluß an Österreich zu 
tschechischen Gewalttaten mit Todesopfern. 
Information: LdCh ("Fast das gesamte Werk ist verlorengegangen"). 


Brähmer, Peter 
Neuß, 14. Dezember 1885 - Neuß, 4. April 1967. 

Sohn eines Oberpostsekretärs; Schüler u. a. von M. Neumann, 
Musikpädagoge in Neuß am Rhein, auch Komponist und Selbstverleger. 
Musiklehrer, Organist der Marienkirche, 1923-36 an der Synagoge; 
zeitweilig Lehrer am Brahmskonservatorium in Düsseldorf. 

Nach 1945 weiterhin in Neuß Musikpädagoge und Komponist, ab 
1950 i. R. 
Werke: u. a. U-Musik, so Heimatlieder, Chöre und Walzer. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Op. 116. Heil dem Führer: Heil dir, du starker kühner Held! (eigener T). 
MCh (1936) [SV]. 

Information: DML, FA, LdCh. 


Brahms, Johannes 
1833 - 1897 


1933 
Op. 41 Nr. 4. Marschieren: Jetzt hab ich schon zwei Jahre lang (T: Carl 
Lemcke, 1861) (1861-62; BR, 31/111/33, Sängerrunde der 
Schutzmannschaft München, Dgt. Hans Schlegel). 
Textprobe (4. Strophe): 

"Die Trommeln drummen: Kamerad kumm! 

aus der verdammten Ki, Ko, Ka, 

aus der Kasern zu ziehen. Hurrah! 

Soldaten ziehn ins Feld, 

Soldaten den'n gehört die Welt". 
In: 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); Lied über Deutschland (1941; 
"Bearbeitet in Anlehnung an den Originalsatz von Georg Blumensaat"). 
Op. 80. Akademische Festouvertüre in C-moll (1880; DtldS, 
*20/1V/33, Festkonzert "Von deutscher Art und Kunst"; Berlin, 10/V111/38, 
Militär-Festkonzert, MK des Wachregiments Berlin, Dgt. StMM F. Ahlers). 
5. Mai 1933: 

"(...) Eine Zeit, die das Wort von der >konservativen Revolution< 

geprägt hat, sollte sich wie keine andere an geschichtliche Gegebenheiten 
erinnern. Es wäre absurd, heute Wagner zum Nationalheros der deutschen 


B 722 





Musik ausrufen zu wollen. Die Musik von Brahms ist vielmal deutscher, 
vielmal volkshafter. Sie ist auch in ganz großem, umfassendem Sinne, 
vielmal moderner. Denn sie bildet in Wahrheit die Brücke zwischen dem 
zeitgenössischen Schaffen und der vorbachischen Musik. Der 
Neoklassizismus unserer Zeit führt über Reger und Brahms mitten in das 
16. und 17. Jahrhundert hinein. Zum Tristan oder zum Parsifal gibt es 
dagegen für die junge Komponistengeneration überhaupt keinen Weg, es 
sei denn den repektvoller Bewunderung. (...)" (Herbert Connor: Brahms 
und diese Zeit. "Die Literarische Welt" Nr. 18, 5. Mai 1933). 

10. Mai 1933, Deutschtum: 

"Was er vermochte, vermochte er kraft seines Deutschtums. Aber 
nicht - das muß auch gesagt sein -, weil er ein Deutscher sein wollte, 
sondern weil er ein Deutscher war. Er konnte nicht anders; und wennn 
auch sein Herz - übrigens auch das ein Zeichen seines Deutschtums - 
allen Anregungen der außerdeutschen Welt weit offen stand, so hat er 
eben diese Welt doch durch sein Deutschtum bezwungen. Seine Kunst in 
ihrer Herbheit und Süße, in ihrer äußeren Verschlossenheit und inneren 
Gelöstheit, in ihrer Phantastik und in ihrem Überschwang, wie in ihrer 
Selbstzucht und strengen Größe, ist deutsch. Er war der bislang letzte 
Musiker, der in diesem Sinne die Weltgeltung der deutschen Musik noch 
einmal mit eindeutiger Klarheit allen vor Augen geführt hat" (Wilhelm 
Furtwängler: Festrede auf Johannes Brahms, Wien, 10. Mai 1933. Abdruck 
in: "Wort und Ton". Wiesbaden, 1982. S. 52, mit unrichtiger Jahreszahl 
1931). 

Die auffällige Häufung der Vokabel "deutsch" war untypisch für den 
Dirigenten; sie führte gerade in Österreich zum Vorwurf der 
Komplizenschaft mit dem NS-Regime. Denn im Ausland blieb der 
verheimlichte Hamburger Skandal unbekannt, auf den solches eine 
mögliche Antwort zur Rettung des in der Tat deutschen Romantikers war. 

Ein Fanatiker, vermutlich aus der Clique um Rosenberg, glaubte 
entdeckt zu haben, daß Brahms "Judenstämmling" sei, dessen Großvater 
noch Abrahmson geheißen habe. Das für den 12. bis 19. Mai angesetzte 
"Reichs-Brahms-Fest" in Hamburg war in Gefahr. Nur Eingeweihte wußten 
davon. 

13. Mai 1933: 

"(...) hinter dem Musiker Brahms steht der Mensch, der 
Deutsche Brahms, das eigentlich starke und größte Fundament seiner 
Kunst. Unter den großen Musikern, die der deutschen Kunst aus ihrer 
Epoche heraus neue Weltgeltung schufen, war Brahms neben Richard 
Wagner der menschlich reichste Künstler, der größte Charakter, ja sagen 
wir ruhig: im Bereich seiner Kunst der größte Denker (...)" (Max Broesike- 
Schoen: Reichs-Brahms-Fest. "Hamburger Fremdenblatt", 13/V/33). 

25. Mai 1933, Etymologie: 

"(...) Dies führt zur richtigen Deutung des 
Familiennamens Brahms als Herkunftsbezeichnung für 
den Stammvater, der aus einer der Örtlichkeiten >Brahmstedt< kam. 
>Brahmst< ist eine Kurzform wie mundartliches >Lahmst< statt 
Lamstedt. Familiennamen wie Brahmstädt, Bramste, Brahmst oder Brahms 


B 723 





sind im deutschen Nordwest sehr häufig. Andere Deutungen sind abwegig" 
(Heinrich Dankert: Johannes Brahms' Vaterhaus. "Hamburger 
Fremdenblatt" Nr. 143, Morgenausgabe, 25/V/33). 

Diese Bemerkung des Journalisten wäre rätselhaft, hätte es nicht 
jene unsinnige "andere" Deutung tatsächlich gegeben. Gleich Furtwängler 
betonten auch andere, keineswegs hitlergläubige Publizisten plötzlich das 
"Deutschtum" von Brahms. Leider verschenkten die Emigranten die 
Chance, den braunen Ungeist lächerlich zu machen. Ein einziger von ihnen 
- und auch erst Jahre später und eher beiläufig - griff die Sache auf: 

"(...) es gab ein Brahmsfest zum hundertsten Geburtstag des 
Komponisten in seiner Heimatstadt Hamburg. Muck war der Festdirigent. 
Seit langem war das Erscheinen der Reichsregierung zugesagt. Aber die 
Reichsregierung ließ sich entschuldigen. Ein Irrsinniger aus dem 
Propagandaministerium hatte drucken lassen, Brahms sei 
J udenstämmling, der Großvater noch habe den schönen semitischen 
Namen >Abrahmson< getragen. 14 Tage später wußte man selbst im 
Dritten Reich, daß ein Lapsus, ein kleiner Kunstfehler passiert war. Brahms 
wurde rehabilitiert, aber Muck hatte genug" (Paul Walter Jacob: Dr. Karl 
Muck. "Argentinisches Tageblatt", 5/111/40). 

Vgl. P. W. Jacob, "Zeitklänge" (Buenos Aires, 1945). S. 108-109. 

Eine gedruckte Information, daß Brahms Nichtarier sei, ließ sich 
bislang nicht nachweisen, ebenso wenig eine Öffentliche Rehabilitierung. 
Fest steht, daß Staatskommissar Hinkel als Protektor des Festes mit einer 
Festansprache auftrat. Wie weit der Rücktritt des Chefdirigenten des 
Philharmonischen Orchesters Hamburg, Karl Muck, im Sommer 1933 mit 
der Brahmsaffäre zusammenhing, ist bisher offen geblieben; Muck war 
immerhin 74. 

Op. 45. Ein deutsches Requiem (1857-68; Düsseldorf, *26. Mai 1933, 
zur Schlageterfeier; Berlin, *31/V/34, zur Skagerrak-Feier; Berlin, * 30/V/ 
35, ebenso). 

Juli 1933: 

"(...) Die geistigen Richtlinien, die Zeitlage, unter der sich das 
Brahms-Fest in Hamburg vollzog, sind in dem Festakt festgelegt worden, 
in dem Staatskommissar Hans Hinkel, der Protektor des Festes, die 
Ansprache hielt. Er betonte, daß uns Brahms, der ebenso schlichte wie 
starke und treue deutsche Mensch, für die Zukunft Mahner und Wegweiser 
sein müsse. Ferd. Pfohl gab in seiner Festrede ein Bild des Künstlers und 
Menschen in Wesen, Werden und Vollendung von Leben und Kunst. 
Bürgermeister Krogmann feierte Brahms als Glied jener großen geistigen 
Ahnenreihe, die Boden, Volk und Blut schöpferisch verkörpern (...)" (Max 
Broesike-Schoen: Das Reichs-Brahms-Fest in Hamburg. "Die Musik" 
XXV/10, Juli 1933. S. 761). 

Guten Abend, gut‘ Nacht! Mit Rosen bedacht, mit Näglein besteckt (T: 
Georg Scherer). Aus "Deutsche Volkslieder I" für Singstimme und Klavier. 
In: 

Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, *#1934; nur T, 0onA); Wir singen 
(1934); Liederbuch für Dt. Frauen und J ungmädchen-Verbände (1934; nur 
T); Liederbuch des BDM (1934); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); 





B 724 





Vorwärts! Vorwärts... (1935); Singkamerad (31935, 81937); NSLB, Unser 
Lied 2 (21935); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Unsere 
Lieder (71938); Stimmt an! | (1939); Deutsche Lieder (1940). 


1934 
Schlaf, Kindlein, schlaf, der Vater hüt die Schaf, die Mutter schüttelts 
Bäumelein. Kanon zu 3 Stimmen. 
In: 
Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934). 
Sitzt a schöns Vogerl auf'm Dannabaum, tut nix als singen und schrein. 
Kanon zu 4 Stimmen. 
In: 
Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Deutsche Lieder (1940); 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); Lied über Deutschland (?1941). 
Gebt acht! Es harrt der Feind, der schlimm es meint (T: Carl Lemcke). 
Textprobe (4. Strophe): 
"Gebt acht! Es tagt - 
zum Kampf bereit 
mit Schwert und Kleid 
seid unverzagt! 
Und ob der Feind 
wie Meeressand, 
wir retten doch 
das Vaterland! 
Gebt acht!" 
In: 
Das Männerlied (1934; Satz, 4stimmig). 
Op. 19 Nr. 4. Der Schmied: Ich hör meinen Schatz (T: L. Uhland) 
(1858-59). 
In: 
Lieder von Bauer und Dorf (1934). 


1935 
*9, November 1935: 

Zum Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung bieten 
Kammerchor und Gr. Orch des RS Köln, Dgt. W. Buschkötter, eine 
"Festliche Musik", u. a.: Brahms, Deutsches Requiem, Schlußsatz "Selig 
sind die Toten" (RS Köln/ RSdg, *9/X1/35). 

Op. 79. Rhapsodie Nr. 1 B-moll für Klavier. Für LW-Musik: Fw. Kurt 
Kästner (Berlin, 22/X1/35, Vortragsabend der Dirigentenklasse Husadel, 
Dgt. Fw. Hans Holländer; Berlin, 6/111/36, Musikmeistertagung der LW, 
Flieger-HochschülerOrch, Dgt. K. Kästner). 


1936 
Op. 41. Nr. 2. Freiwillige her! Freiwillige her! (T: Carl Lemcke) 
(1861-62). 
Der Wortlaut ist von Ernst Dahlke aktualisiert. 
Textprobe (1. Strophe): 


B 728 





Ga) 
Von der Memel bis zum Rhein, 
von den Alpen bis zum Meer, 
Freiwillige her! 
Hakenkreuz ist das Panier! 
Für dich, Deutschland, kämpfen wir! 
Freiwillige her!" 
In: 
Lieder für Schulfeiern 2 (1936; Fassung: E. Dahlke). 
*9, November 1936: 

Zum Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung bieten Funkchor 
und FunkOrch des RS München, Dgt. Hans A. Wagner, den "Feierlichen 
Ausklang", u. a. Brahms, Naenie für Chor und Orch (RS München/ RSddg, 
*9/X1/36). 


1937 

In "Musik und Rasse" (21937) veröffentlicht R. Eichenauer ein 
Porträt von J. Brahms mit der Legende "fälisch-ostbaltisch (?)". 
In stiller Nacht zur ersten Wacht (T: Volkslied). Aus "Deutsche 
Volkslieder VI" für Singstimme und Klavier. 
In: 
Wir wandern und singen! (1937); DSB, Liederbuch für Männerchor 
(1938); Deutsche Lieder (1940). 


1938 
*4. Dezember 1938: 

In der Musikalischen Weihestunde zu Ehren der Opfer des 
Sudetendeutschen Freikorps in Wien - Ehrenschutz: Reichskommissar 
Konrad Henlein und Gauleiter Odilo Globocnik - bietet Leopold Reichwein 
Ein deutsches Requiem von Brahms. 

Henlein gründete anstelle der verbotenen Deutschen 
Nationalsozialistischen Arbeiterpartei der Tschechoslowakei 1933 die 
Sudetendeutsche Heimatfront (ab 1935 Sudetendeutsche Partei), 1938 
das Sudtendeutsche Freikorps; 1938 Reichskommissar für das 
Sudetendeutsche Gebiet, 1939 Gauleiter und Reichsstatthalter des 
Sudetengaus. Er endete 1945 durch eigene Hand... 

Globocnik (Jg. 1904), bis 1939 Gauleiter von Wien, SS- 
Obergruppenführer, SS- und Polizeiführer im Distrikt Lublin, als solcher 
1942-43 Leiter der Judenvernichtung in den Lagern Sobibor, Belzek und 
Treblinka. Er endete entweder 1944 durch Partisanenaktion oder 1945 
von eigener Hand. 


1941 
9. März 1941: 
Zur Eröffnung der Wiener Messe bieten die Wiener Symphoniker, 
Dgt. H. Weisbach, die "Akademische Festouvertüre" von Brahms. 
Dezember 1941: 
"Prof. Hermann v. Schmeidel, der künstlerische Leiter des 


B 726 





>Musikvereins für Steiermark<, wurde von den kroatischen 
Kulturbehörden in Agram eingeladen, mit der >Städtischen 
Chorgemeinschaft Graz< das >Deutsche Requiem< von Brahms in einem 
im Januar stattfindenden Festkonzert des Agramer Staatstheaters 
aufzuführen und zu Ostern die erste Aufführung von Bachs 
>Matthäuspassion< in Kroatien mit Agramer Kunstkräften zu leiten. 
Außerdem wird Hermann v. Schmeidel im Agramer Sender mehrere 
Aufführungen deutscher sinfonischer Musik dirigieren" ("Die Musik" XXXIV/ 
3, Dezember 1941. S. 120). 


1942 
13. Januar 1942: 

"Brahms war von der Judenschaft in den Himmel gehoben, eine 
Salongröße, theatralisch mit dem wallenden Bart und Haar und mit 
emporgeworfenen Händen am Klavier. (...)" (Adolf Hitler: Monologe im 
Führerhauptquartier 1941-44. Die Aufzeichnungen Heinrich Heims, hgb. 
von Werner Jochmann. Hamburg, 1980. S. 94). 

Die Äußerung datiert vom 13.-14. Januar 1942. Sie zeigt, wie fremd 
dem "Führer" die deutsche Sozial- und Musikgeschichte geblieben ist. 


1943 
Op. 109. Deutsche Fest- und Gedenksprüche, für Doppelchor zu 8 
Stimmen (1886-88; Zwickau, *30/1/43, Feierstunde der NSDAP, 
Zwickauer Kammerchor, Dgt. P. Kröhne). 
Op. 81. Tragische Ouvertüre (1880-81; Berlin, *26/1X/43, zur 
Gedenkfeier für den gefallenen NS-Dichter, SS-Kriegsberichter Kurt 
Eggers). 


1944 
6. April 1944: 

Das RMVP, Abt. T, Referent Dr. Lange, teilt GMD Rosbaud mit, die 
von diesem "als anerkannt schönes und großes Werk der deutschen 
Musik" geplanten "Vier ernsten Gesänge" von Brahms seien wegen des 
Titels und einiger Textstellen nur dann angängig, wenn "auf dem 
Programm die Herkunft der einzelnen Texte (d. h. die einzelnen 
Bibelstellen) nicht ausdrücklich" vermerkt werde (Quelle: BA 55/20516. 
Blatt 410). 

Zu dieser Zeit konnte taktische Vorsicht gegenüber religiösen 
Anschauungen schon beiseite bleiben. 


Erinnerung, 1964: 

"Aus einem merkwürdigen, auch bei anderen genialen Menschen 
manchmal erkennbaren Vorurteil, hatte Hitler z. B. keine tiefere Beziehung 
zu Johannes Brahms, obwohl derselbe ja auch mit zum Wiener Musikleben 
gehört hatte. (...) Ich könnte nachweisen, daß der spätere Hitler nur 
wenig von Brahms kannte und kaum einen Anstoß bekommen hat, aus 
seinem Vorurteil herauszukommen. Selbst Furtwängler ist es nicht 
gelungen, Hitler von der Größe der >Ersten< und der >Vierten< von 


B 727 





Brahms zu überzeugen (...)". (Hans Severus Ziegler: Adolf Hitler aus dem 
Erleben dargestellt. Göttingen, 1964. S. 71). 

Diese Beobachtung ist korrekt; das hirnrissige Etikett "genial" für 
den Diktator macht freilich Zieglers ideologische Beharrlichkeit deutlich. 


Brambach, Caspar Joseph 
1833 - 1902 


Wo die Wälder noch rauschen, die Nachtigall singt (T. Rudolf 
Hartkopf). Heimatlied über das Bergische Land. 

In: 

Unsere Lieder (71938). 


Brand, Friedrich 

Berlin-Friedenau, 25. September 1913 - Gifhorn, 1. April 2000. 
Sohn des Präsidenten einer Abteilung der Reichspost, Dr. phil. Berlin 1936 
(Wesen und Charakter der Thematik im Brahmsschen 
Kammermusikwerk); in Berlin-Steglitz Konzertpianist, Musikerzieher und 
Musikschriftsteller mit Berufsangabe Angestellter. Während des Krieges 
zur Wehrmacht einberufen, nahm er 1941 in Frankreich an einem 
Singeleiter-Lehrgang teil, den u. a. Bruno Kortemeier leitete. 

Nach 1945 lebte Brand freischaffend in Braunschweig, wo er Dozent 
für Klavier an der damaligen Kanthochschule und 1952 Mitbegründer der 
"Jeunesses musicales" war. Zugleich nahm er den Schuldienst am 
Gymnasium Gifhorn auf und qualifizierte sich für das Höhere Lehramt, 
Schulmusik und Geographie, in Hannover und Braunschweig. Ab 1961 in 
Gifhorn Studienrat, dann Oberstudienrat bis 1976, nun i. R. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.370.200. SS seit 10/VI1/33, Nr. 185.650, und - 
Stand 1939 - Scharführer. 1934/35 als Studentenführer Leiter der 
Fachabteilung MW an der Universität Berlin. 1935 signierte er fürs 
Kulturpolitische Archiv des ARR und gutachtete fürs Amt Musik. 1936 
Sachbearbeiter für Musikstipendien etc. und musikpolitische 
Sonderaufgaben in der Kulturabteilung der RMK, 1937 Hilfsexpedient für 
Kulturangelegenheiten der RMK, leitete später - Stand 1940 - deren 
Referat für übertragene Aufgaben. 
19. August 1935: 

"(...) teilen wir Ihnen mit, dass (...) 
2.) die Berliner Konzertdirektion Hans Adler als arisch zu gelten hat; 
It. Gutachten des Sachverständigen für Rasseforschung beim 
Reichsministerium des Innern vom 23. I. 35 hat der Konzertagent J. C. F. 
L. Adler den Nachweis der arischen Abstammung erbracht" (NSKG, 
Kulturpolit. Archiv, Dr. Br. = Brand, an NSKG, Ortsverband Halle, 
18/V111/35. Quelle: ACDJC, Document CXLV-603). 


B 728 





22. August 1935: 

"Betr. Martin Frey 

Ihren Brief vom 19. 8. 35 betreffs Frey, Margit Lan yi und Benno 
Plätz haben das Kulturpolitische Archiv und die Abteilung Musik der 
Amtsleitung zur Kenntnis genommen. 

Wenn Frey von seiner früheren Musikreferententätigkeit zum Schluss 
nur noch die Berichterstattung für >Die Musik< in Händen hatte, so müs- 
sen doch kulturpolitische Bedenken gegen ihn vorgelegen haben. Es muss 
die Amtsleitung befremden, dass die Gaudienststelle dann keinerlei Mittei- 
lung hierüber an sie hat kommen lassen. Darin gerade besteht ja der Wert 
der Gaudienststellen, dass sie alle im Lande verstreuten Elemente kennen 
kann und der Amtsleitung die entsprechenden Mitteilungen macht. Es trifft 
die Schriftleitung der >Musik< deshalb kein Vorwurf wegen judenfreundli- 
chen Berichterstattung der amtlichen Zeitschrift >Die Musik<. 

Selbstverständlich wird Abteilungsleiter Herzog dem Fall bereinigen" 
(Kulturpolit. Archiv, Dr. Br. = Brand, an NSKG, Gaudienststelle Halle- 
Merseburg, 22/V111/35. Fehler im Original. Quelle: ACDJC, Document 
CXLV-602). 

Denunziant war der hallische Stadtschulrat Dr. B. Grahmann, 
Gauobmann der NSKG, dann Städt. Musikbeauftragter für Halle. "Die 
Musik" schloß den Denunzierten von der Mitarbeit aus. 

8. Juli 1937, Boykott: 

Das Kulturpolit. Archiv, Dr. Brand, teilt der NSKG, Ortsverband Halle, 
mit, daß der mit einer "Volljüdin" verheiratete Kammersänger Max Lorenz 
nicht für die NSKG verpflichtet werden sollte (Quelle: ACDJC, Document 
CXLV-603). 

Musikdezernent oder Musikpolitiker? ("Die Musik" XXX/2, November 
1937. S. 101f.). 

Vom jüdischen Musikbetrieb zum Musikleben der Nation ("Die 
Musik" XXX/4, Januar 1938. S. 245-246) (Teilabdruck: Wulf, S. 363). 
Fünf Jahre Aufbau des Musiklebens. Vom Chaos zur 
Standesorganisation ("DSBZ" XXX/13, 26/111/38). 

Zitat: 

"Wenn man heute bei einem Rundgang durch die in München und 
Berlin gezeigte Ausstellung >Entartete Kunst< einen wahrhaft 
erschütternden Rückblick gewinnt über das, was noch vor sechs bis sieben 
Jahren in Deutschland als bildende Kunst angesprochen werden durfte, 
dann bedauert man lebhaft, daß wir nicht auch auf dem Gebiete der Musik 
eine solche Sammlung entarteter Werke in Form eines umfassenden 
Mißklangmuseums besitzen. 

(...) Das musik- und sensationsliebende Ausland hat noch heute das 
ihm neidlos gegönnte Vergnügen, sich mit den geräuschvollen 
>Standardwerken< eines Weill, Schönberg, Rathaus, Krenek, Haba und 
wie sie alle heißen, auseinandersetzen zu dürfen. Im Deutschland Adolf 
Hitlers ist für artfremde und primitive Musik und Musiker kein Platz mehr. 
Durch das Reichskulturkammergesetz wird dem Juden grundsätzlich das 
Recht aberkannt, in der deutschen Öffentlichkeit künstlerisch tätig zu sein. 
Die auf Grund dieses Gesetzes inzwischen durchgeführte umfassende 


B 722 





Reinigung des Musiklebens von nichtarischen Komponisten, Sängern und 
Instrumentalisten würde jedoch nicht voll zur Auswirkung kommen, wenn 
nicht auch die als aklimatisierte Ausländer ins Reich zurückkehrenden 
jüdischen Emigranten entsprechend überwacht würden" (S. 185; Fehler 
im Original). 

Als Brand dies schrieb, war in Weimar die Vorarbeit Hans Zieglers 
und seiner Freunde zur Ausstellung "Entartete Musik" nahezu 
abgeschlossen. 

27. April 1938, Anregung: 

"Der Vorschlag, dem Deutschen Volk das Musikschaffen der 
Systemzeit in einer Sammlung von primitiven und degenerierten 
Kompositionen eindringlich in Erinnerung zu rufen, liegt seit der 
Ausstellung >Entartete Kunst< nahe. Wenn bisher die Erörterungen 
darüber noch nicht endgültig zum Ziele geführt haben, so liegt das m. E. 
hauptsächlich daran, daß eine Ausstellung schlechthin gesehen wird und 
die Musik im Gegensatz zur sichtbaren bildenden Kunst gehört werden 
muß. 

(...) Dies ist deshalb wichtig zu beachten, weil sich 
Musikausstellungen häufig darauf beschränken, sichtbares Material, d. h. 
Partituren, Handschriften, Fotografien, Aussprüche, Kritiken und ähnliches 
zu zeigen. Für den Fachmann mag auch diese Form der Ausstellung 
reizvoll sein, dagegen wird eine Musikschau erst dann auf ein 
volkstümliches Interesse rechnen dürfen, wenn zu dem sichtbaren 
Material als Kern der gesamten Ausstellung tönende Beispiele in 
ausreichender Zahl vorgeführt werden. 

(...) Vergleiche. Um Vergleichsmöglichkeiten mit musikalischen 
Äußerungen primitiver Völker zu erhalten, sind Musikaufnahmen von 
Eingeborenen heranzuziehen (Lautarchive der Universitäten, Abteilung: 
Vergleichende Musikwissenschaft). Sofern unheilbar Kranke musikalische 
Kompositionsversuche aufgezeichnet haben sollten, wären auch diese 
ähnlich der Ausstellung >Entartete Kunst< entsprechenden Arbeiten 
jüdischer Künstler gegenüberzustellen. 

3. Hör- und sichtbares Material. 

Tonfilm. Ausschnitte aus früheren Filmen und Wochenschauen, die 
entartete Kunst oder die Entstellung deutscher Kunst durch jüdische 
Starsänger, -virtuosen und -dirigenten wiedergeben. Ausschnitte aus 
verfilmten Operndarstellungen. 

Wie weit diese Anregungen für die in der Presse nunmehr 
angekündigte Schau >Entartete Musik< anläßlich der bevorstehenden 
Reichsmusiktage in Düsseldorf noch zu verwerten sind, entzieht sich 
meiner Beurteilung. Ich würde mich jedoch freuen, wenn die 
obenstehenden Ausführungen zum Aufbau dieser dem ganzen deutschen 
Volk bestimmten Ausstellung beitragen könnten" (Brand an Institut für 
Deutsche Kultur- und Wirtschaftspropaganda, 27/1V/38. Quelle: BA NS 
15/ 162 a). 

Dieser Text macht deutlich, wie perfekt gerade jüngere Leute die 
massive Propaganda von Rechts gegen moderne Kunst verinnerlicht 
hatten - bis hin zur Gleichsetzung der Musik von Juden mit der von 


B 730 





Insassen psychiatrischer Kliniken. 
Die J uden in der Musikgeschichte ("Der Musikerzieher" XXXV/10, Juli 
1939). 

Information: KDMK (ohne Angabe der oben genannten Publikationen). 
Laut LA Berlin (24/VIII/99) steht Friedrich Brand in der lückenhaften 
Meldekartei 1875-1960 nur 1938 mit Adresse Berlin-Steglitz, Albrechtstr. 
130. 


Brand, Gustav Eduard 
Lohr am Main, 13. Oktober 1877 - Wiesbaden, 26. August 1939. 
Sohn eines Likörfabrikanten; Syndikatsdirektor in Den Haag, ab 1936 
dann i. R. in Wiesbaden. Laienkomponist. 
Werke, unter Pseudonym Walther Stoltzing: Kriegs- und Heimatlieder, 
Märsche. 


NSDAP seit 1/VI1/33, Nr. 3.280.379. Reichsdeutsche Gemeinschaft, 
Ortsgruppe Haag. 

Die "Reichsdeutsche Gemeinschaft" war der Auslandsorganisation 
der NSDAP angeschlossen. 
Glaubensmarsch, onA, am 3/X1/34 dem RMVP eingereicht. 
Noch ist das Saarland nicht verloren: Auf, auf! Tuet eure Pflicht (T: W. 
Stoltzing), onA, am 27/X1/34 dem RMVP eingereicht. 

Information: FA. Laut Ordnungsamt Wiesbaden (20/VIII/98) seien 
gemäß 8 11 Abs. 3 des Hessischen Meldegesetzes Einwohnerdaten 35 
Jahre nach Tod oder Wegzug zu löschen, sodaß keine Auskunft mehr 
möglich sei. Den Todesfall beurkundete das Standesamt Wiesbaden, Nr. 
1535/1939. 


Brandes, Heinz 

Berlin-Dahlem, 4. Mai 1907 - Northeim, 9. Dezember 1982. 
Sohn eines Stadtinspektors; Dr. phil. Berlin 1935 (Studien zur 
musikalischen Figurenlehre im 16. Jahrhundert), Musikpädagoge in Berlin. 
Während des Krieges zur Wehrmacht einberufen, zuletzt Oberleutnant 
beim Stab der Panzerarmee Afrika, am 7/X1/42 in El Alamein, Libyen, 
kriegsgefangen und am 22/111/47 aus Sheffield entlassen, dann zunächst 
in Kalefeld Krs. Osterrode, ab 6/VII1/51 in Osterrode mit Berufsangabe 
Kulturreferent., Stand 1957: Leiter der Kreisschulabteilung bei der 
Kreisverwaltung. Seit 1/111/73 in Northeim. 
Werke u..a.: Chöre und Instrumentalmusikvereinigungen im Landkreis 
Osterrode am Harz ("Heimatkalender des Kreises Oseerrode und des 
Südwestrandes des Harzes" 1967. S. 44-49). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.156.409, auf Antrag vom 19/V1/37. 
Hauptwerkscharführer, Musikreferent im Hauptamt Werkschar und 
Schulung der DAF; Referent der Fachschaft Volksmusik der RMK. 
Schulung der musikalischen Leiter ("Jahrbuch der Volksmusik" 1937. 


B 731 





S. 14 f.). 
Zitat: 

"(...) Jede Kapelle hat heute neben ihrem musikalischen Eigenleben 
innerhalb eines festen Hörerkreises von Musikfreunden auch 
Verpflichtungen gegenüber einer größeren Gemeinschaft. Einerseits fällt 
den Kapellen die musikalische Ausgestaltung großer politischer Feiern zu, 
andererseits aber, und das ist das Wichtigere, haben sie die Möglichkeit, 
an die Hörerschaft, die bei solchen Feiern für musikalische Darbietungen 
besonders aufgeschlossen ist, Werke von musikalischem und kulturellem 
Wert mit Erfolg heranzutragen. Den größten Teil der Verantwortung bei 
der Erfüllung dieser Aufgaben, die der Staat den Kapellen stellt, müssen 
die musikalischen Leiter übernehmen. 

(...) Früher bestritt niemand den Musikliebhabern und den 
musikalischen Leitern das Recht, ausschließlich Werke zu spielen, die 
ihnen oder ihrem kleinen Hörerkreis gefielen; heute muß die Auswahl statt 
nach dem Angenehmen, Ohrenschmeichelnden und Bequemen nach den 
Gesichtspunkten des Gediegenen, Zeitgemäßen und kulturell Wertvollen 
getroffen werden. So hängen die Weiterentwicklung der 
Volksmusik und ihr restloser Einbau in die großen 
kulturellen und 
weltanschaulichen Zusammenhänge zum größten Teil von 
der Fähigkeit und Bereitwilligkeit der musikalischen 
Leiter ab" (S. 14). 

Musik im Werk ("Die Volksmusik" IIl/1, Januar 1938. S. 9). 

Musik als Gemeinschaftserlebnis ("Die Volksmusik" I11/5, Mai 1938. 

S. 197). 

Frisch geblasen! Blasmusik aus alter und neuer Zeit. Hgb. im Auftrag 

des Reichsverbandes für Volksmusik (1941) [VB]. 

Liebhaberorchester und Volksmusikkapellen, zusammen mit F. J. 

Ewens (in: Musik im Volk, hgb. von W. Stumme. Berlin, 21944). 
Information: Laut LA Berlin (24/VIII/99) fehlt Brandes in der 

lückenhaften Meldekartei 1875-1960. Dem Landeseinwohneramt Berlin 

(7/VIII/03) liegen keine Angaben vor. 


Brandes, Ludwig 
Karlshafen, Weser, 17. Oktober 1918 - bei Troitzkoje Zarewitsch 
(UdSSR), 25. August 1943 (im Fronteinsatz vermißt; Todeserklärung vom 
AG Karlshafen, 7/111/68, zum 31/X11/45). 
Schüler und Lehrling in Carlshafen/Weser, dann - Stand 1936 - Kaufmann 
in Kassel. Während des Krieges zur Wehrmacht einberufen, zuletzt 
Gefreiter an der Ostfront. 


NSDAP seit 1/XI1/36, Nr. 2.264.176. HJ. 
Jungdeutsches Blut. Hitlerjugend-Kampflied onA, am 8/1X/34 vom 
Vater Gustav Brandes an Dr. Goebbels übersandt. 


B /32 





Brandmayer, Adolf (Dolf) 
Böhmisch-Leipa, 13. April 1913 - Lüneburg, 14. April 2000. 

Sänger und Komponist, zunächst - Stand 1938 - in Leipa/ Sudetenland, ab 
1941 in Berlin; während des Krieges mit eigener Frontbühne an 
Truppenbetreuung beteiligt. 

Nach 1945 weiterhin in Berlin, ab 1975 Produktionsleiter einer 
Filmfirma in Hannover, zuletzt in Lüneburg i. R. 
Werke: U-Musik, Tanzmusik (Foxtrotts), Tangolieder; "Die Frau ohne 
Standesamt", Operette (UA: Braunschweig, 17/X/42). 


NSDAP seit 1/X1/38, Nr. 6.479.107, auf Antrag vom 24/1/39. 
Das waren die Soldaten: Wir woll'n nicht übertreiben (T: B. Balz). 
Marschlied für Gesang und Klavier (1941) [SL]. 
Tondokument - vom 27/1/42 - im DRA: 1570025-01. 
Ausführende: Helga Wille (Gesang) mit Orch, Dgt. A. Lutter. 
Textprobe (2. Strophe): 
"In allen Garnisonen 
seid ihr so sehr beliebt, 
ihr schätzt ja alle Zonen, 
wo's schöne Mädels gibt. 
Und zieht ihr wieder weiter, 
ein Gruß von euch bleibt da. 
Mama sieht ihre Tochter an 
und seufzt dann nur: >Jaja!<". 
Information: Laut LA Berlin (24/VIII/99) fehlt Brandmayer in der 
lückenhaften Meldekartei 1875-1960. 


Brandt 


An die Fahne. Gemischter Chor (RS Breslau, 20/V/37). 


Brandt, E. (Pseudonym) = Hans Ailbout 


Brandt, Hans Heinrich (Heinz) 
Student der Musik in Prag. 


Musik für Trompete in B und Streicher. 
In: 

Männerweisen 1-2 (1938). 

10. Juni 1939, Vorschau: 

"Die Kantate (...) bringt mit Einzelsprechern, Chören und Liedern 
das Erlebnis des aus Weltkrieg und Notzeit gewachsenen Kampfes, der 
zum Aufbruch der jungen Nation und in Freiheit und Sieg führt" ("Das 
Eherne Reich". Uraufführung im Sender Melnik. "Der Neue Tag" Nr. 63, 


B 7383 





Prag, 10/V1/39). 
Das Eherne Reich (T: Franz Hilmar Pichler). Kantate (UrS: Sender 
Melnik, 14/V1/39, HJ -Feierstunde mit Spielschar des Bannes Prag). 


Brandt, Lutz (Ludwig) 

Seelze/ Hannover, 29. April 1890 - Seelze, 5. August 1969. 
Militärmusiker; seit 1/11/19 MM und Leiter des Trompeterkorps des AR 7 in 
Nürnberg, dann beim Stab dieser Einheit, zum 1/1V/33 versetzt zu deren 
IIl. Abteilung, später OMM, Leiter des Trompeterkorps des AR 17 in 
Nürnberg. Er beging 1933 das 25jährige Dienstjubiläum als Militärmusiker. 
Ab 1/1/39 StMM. 

Nach 1945 wieder in Seelze i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
R. Strauss: Till Eulenspiegel. Für Infanteriemusik: L. Brandt (1935). 
Heil, Soldaten der Arbeit! Marsch (RS München, 11/X11/35, TrK des AR 
17, Leitung: selbst). 
Drei Märsche: 1. Wir von der Artillerie. - 2. Marsch der 
hannoverschen Pioniere. - 3. Gruß an die Heimat (RS München, 23/1/ 
36, TrK des AR 17, Dgt. selbst). 
Hell klingt der Ruf der neuen Zeit. Lied (eigener T). Kriegslied. 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Führer befiehl, es folgen dir 
Heimat und Front vereint. 
Für Deutschlands Freiheit kämpfen wir, 
schlagen den grimmigen Feind. 
Heiß uns're Herzen erglühen. 
Deutschland wird siegen und blühen! 
Deutschland, Vaterland vom Fels bis 
zum Wehr, 
Deutschland, Heimatland, dich schirmt 
deine Wehr". 

Information: Das Einwohneramt Nürnberg (19/VIII/98), gez. Richter, 
antwortete auf Anfrage in diesem und acht weiteren Fällen mit Forderung 
von 180 DM Kostenvorschuß. Den Antrag an den Oberstadtdirektor auf 
Erlaß der Gebühr lehnte das "Direktorium Recht und Sicherheit" der Stadt 
Nürnberg (18/IX/98), Dr. Frommer, ab, weil "kein hinreichender Grund" 
dafür vorliege; das beweist allerdings nur, daß das Verwaltungspersonal in 
Nürnberg Geld dem kulturellen Image der Stadt vorzieht und Grundrechte 
ignoriert. Daher verbot sich die Zahlung. 


Brandt, Paul 
Einsender in Halle an der Saale, Dr. rer. pol. und Amateurkomponist. 


Marschlied für den Arbeitsdienst, onA, im Juni 1933 dem RMVP 


B 734 





angeboten (Quelle: BAR 55/ 1159). 

Information: Das Einwohner- und Statistikamt Halle (24/IX/98), gez. 
Westhusen, teilte mit, aus den Archivunterlagen gehe zu Paul Brandt 
nichts hervor. Das Stadtarchiv Halle (8/X/98) ließ wissen, er stehe in 
keinem Adreßbuch in Halle zwischen 1920 und 1950. 


Brandt, Rudolf 
Frankfurt/ a. d. O., 2. Juni 1909 - Nürnberg, 2. Juni 1948 (als 

Kriegsverbrecher hingerichtet). 
Sohn eines pensionierten Reichsbahnbetriebsmeisters; Dr. jur. nach 
Studium an den Universitäten Berlin und 1932-34 Jena, hier Promotion, 
ab November 1934 wieder in Berlin SW 11, Prinz Albrechtstr. 8. 
Parlaments- und Verhandlungsstenograph, RR, dann Ministerialrat. 

Die genannte Adresse war die des Hauptquartiers der Gestapo. 


NSDAP seit 1/1X/32, Nr. 1.331.536. SS seit 1933; 1935 Untersturmführer, 
1936 Obersturmführer, 1938 Hauptsturmführer, 1940 Sturmbannführer, 
1942 Obersturmbannführer und 1944 Standartenführer. Ab 11/X11/33 
Schreiber in der Reichsführung-SS Berlin; ab 15/11/34 Musikreferent beim 
Reichsführer-SS, seit 9/X1/35 Mitglied von dessen persönlichem Stab, 
1942 Leiter der HA Persönlicher Referent des Reichsführers-SS. Er erhielt 
1942 das KVK I mit Schwertern. 


12. August 1940: 

Heydrich, Chef der Sicherheitspolizei und des SD, IIl A 4, macht 
dem Reichsführer-SS Mitteilung über das Phonogramm-Archiv in Warschau 
und seinen Leiter Julian von Pulikowski (Quelle: BA, Namensakte A. 
Quellmalz). 

17. August 1940: 

Für den Persönlichen Stab des Reichsführers-SS fragt Brandt beim 
"Ahnenerbe" an, ob dort Interesse für das Phonogramm-Archiv in 
Warschau bestehe (Quelle wie oben). 

16. September 1940: 

Sievers, "Ahnenerbe", gibt Heydrich Information zum Sachstand 
Phonogramm-Archiv Warschau, für das A. Quellmalz Sachbearbeiter ist 
(Quelle wie oben). 

26. November 1940: 

Brandt läßt Heydrich wissen, daß der Reichsführer-SS mit der 
Auswertung des Phonogrammarchivs Warschau einverstanden sei (Quelle 
wie oben). 

19. September 1941: 

Brand legt eine Aktennotiz zum Betreff Gregorianischer Choral für 
Himmler an. SS-Gruppenführer Wolff rate, deswegen Pater Fidelis Böser 
im Kloster Beuron zu fragen, der 60 Jahre alt sei, politisch nicht 
hervorgetreten und im Kloster als Organist wirke (Quelle: BA ZB 1-1225. 
Blatt 979). 


B 738 





Branscheid, Heinrich 
Hengsen/ Krs. Hörde, 29. Januar 1875 - Krefeld, 14. Februar 1937. 
Kapellmeister, seit 18/X1/18 in Krefeld, ab 26/1V/26 in Wanne, jedoch am 
18/V1/26 wieder und nun endgültig in Krefeld, hier MZF der Technischen 
Nothilfe. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Treue Gefolgschaft. Marsch (RS Köln, 3/1V/35). 


Bransky, Otto 
Weißenfels/ Saale, 13. Mai 1889 - Ravensburg, 2. Juli 1940. 
Sohn eines Musikdirektors; Kapellmeister und Komponist in Ravensburg. 
Werke: U-Musik, so Schlager, Tänze und Märsche. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Freiherr-von-Richthofen-Marsch (BR, 8/V11/33). 

Der Titel feiert Manfred von Richthofen (1892-1918), den 
erfolgreichsten Jagdflieger des Wk. I, abgeschossen bei Vaux-sur-Somme. 
Op. 270. Komposition ohne Titel, am 15/VI1/33 mit Angebot einer 
Widmung an Dr. Goebbels eingereicht (Quelle: BA R 55/ 1159). 

Information: FA. 


Brase, Fritz (Friedrich Wilhelm Anton) 

Egestorf/ Deister, 4. Mai 1875 - Dublin, 2. Dezember 1940. 
Sohn eines Mühlenbesitzers; Schüler von Max Bruch, Militärmusiker, 1906 
Stabshoboist und MM beim IR 13 in Münster, 1911 beim Garde- 
Grenadierregiment 1 "Kaiser Alexander" in Berlin, jedoch im April 1919 - 
wegen Abbau des Reichsheers - demobilisiert. 1923 lud ihn der irische 
General Richard Mulcahy ein, in Irland ein Militärmusikkorps zu gründen. 
Er erhielt den Rang eines Obersten und baute bis 1928 vier 
Militärkapellen auf, von denen er die erste selbst leitete. Auch war er Kgl. 
Musikdirektor, Musikinspizient und Direktor der Musikschule der irischen 
Armee in Curragh Camp, ferner Dirigent der Dublin Philharmonic Society. 
Wegen angegriffener Gesundheit ging er zum 30/X1/40 in Ruhestand. 


NSDAP seit 1/1V/32, Nr. 859.711. Gründer eines Stützpunkts der NSDAP 

in Dublin. 

Große Zeit, neue Zeit. Präsentiermarsch = AM I, 94 (1912; Orag, 

25/11/33; RSdg, *1/V/37, *9/X1/37 und *30/1/38). Im Wettbewerb des 

Verlags Scherl mit dem 2, Preis ausgezeichnet. 

In: 

HM 2 (1933). 

Der Gott, der Eisen wachsen ließ. Fanfarenmarsch über das Lied von 

A. Methfessel (Norag, 19/111/33, Frühkonzert vom Freihafen Bremen; FSt. 

Berlin, 9/IV/33, Großberliner BlasOrch, Dgt. Richard Reddemann). 
Tondokument - vom 10/1/35 - im DRA: 1890832-24. 


B 736 





Ausführende: MK der Leibstandarte AH, Leiter: H. Müller-] ohn. 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 
Serenade (u. a.: Berlin, 10/VI11/38, MK des Wach-Btl. Berlin, Dgt. StMM 
Ahlers). 
Irischer Tanz Nr. 1 und 2 (Sender Danzig, *19/1V/39, MK der 
Schutzpolizei des Freistaats Danzig, Dgt. E. Stieberitz). 
Himmelsstürmer. Fliegermarsch (1940). Mit Widmung an Hans Felix 
Husadel. 

Tondokument - vom 6/1/41 - im DRA: BO03500921. 
In: 
Neues Sanssouci 41 (1940). 
Fackeltanz (u. a. Berlin, 5/VIIl/41, Großkonzert der LW, Dgt. MM Frieß). 

Information: FA (mit unrichtigem Geburtsjahr), LdBl (mit unrichtigen 

biographischen Daten). Todesdatum laut vertraulichem Defence Forces 
(Pensions) Scheme der Irischen Armeeverwaltung vom 13/1/41: 1/XII/40. 


Bratfisch, Carl 
1829 - 1901 


Steinmetz-Marsch = AM II, 197. Defiliermarsch zur Erinnerung an 
Skalitz, 28. Juni 1866 (u. a. Werag, 20/V11/33; SWF, 13/VI11/33, MZ der 
SA-Standarte 80, Dgt. Karl Wenzel; Goslar, *30/1X/34, beim Erntedankfest 
auf dem Bückeberg; RS Köln, *20/1V/35; RSdg, *30/1/38) [B&B]. 

Der Titel feiert General Steinmetz und seinen Sieg von Skalitz am 
28. Juni 1866 gegen die Österreicher. 

Tondokument im DRA: 1820111/021. 

Nach 1933 mehrere Adaptionen, so: 
Parademarsch des SS-Regiments Nr. 4 "Langemarck" 
Parademarsch der SA-Standarte 176 Stolp. 
In: 
HM 1 (1933); [Sc] Das goldene Marschbuch (1933). 

Information: LaBl. 


Brathuhn, Hugo 
Heydendorf, 25. Juni 1883 - München, 21. Dezember 1943. 
Militärmusiker; ab 25/VI/13 MM, seit 1/1V/27 OMM, Leiter des 
Trompeterkorps der (Bayerischen) Nachrichten-Abt. 7 München. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Funker-Marsch (Mirag, 23/111/33). 
Zur Attacke. Marsch (Mirag, 23/111/33). 
Heil Deutschland! Reichsschatzmeister-Schwarz-Marsch für 
Infanteriemusik (1934) [SV]. 

Der Titel feiert Franz Xaver Schwarz, den Reichsschatzmeister der 
NSDAP. 


B 234 





Brattke, Gerhard 
Frankfurt a. d. O., 24. November 1910 - ? 
Orchestermusiker in Berlin, Pariser Str. 3 (1935-42), Geiger, und Mitglied 
des Städtischen Orchesters bzw. Landesorchesters Berlin als 2. Violine. 
1945 in Halberstadt "am Aufbau der antifaschistischen Presse" 
beteiligt, später Mitarbeiter der Landesleitung Sachsen-Anhalt der 
Deutschen Volksbühne, dann der Staatlichen Kommission für 
Kunstangelegenheiten der DDR, Berlin. Leiter der Abt. Volkskunst im 
Kulturministerium der DDR, dann - Stand 1970 - der Abt. Musik. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Information: Laut LA Berlin (24/VIII/99) ist Brattke nach dem 8/V/45 
meldepolizeilich nicht mehr erfaßt; obwohl die ostberliner Meldekartei auf 
Mikrofilm vorliegt, fehlen angeblich die Mittel, diesen durch Konservierung 
lesbar zu machen. Das Landeseinwohneramt Berlin (7Z/VIII/03) kennt 
keinen Verbleib. Standesbeamtin Schrape, Frankfurt (Oder) (1/IX/04), 
verweigerte mit Berufung auf das verfälschte PStG 8 61, also 
rechtswidrig, die Angabe zum Ableben. Ihr berufliches Niveau bemißt nach 
der Schreibung "Bratke". Damit raubte sie dem Künstler das postum 
weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog den 
Lexikographen um sein Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. 


Brauer 


Polizeipräsident von Fichte. Marsch (Mirag, 5/X1/33, aus Erfurt; 
Kapelle der Schupo, Dgt. Polizeimeister Weinert). 


Bräuer, Ernst 
Witten, 4. Dezember 1903 - Falkenstein/ Taunus, 4. Januar 1949. 

Musikpädagoge, Korrepetitor, Kapellmeister. Seit 1927 Musiklehrer in 
Kassel, 1933/34 hier Solorepetitor am Staatlichen Theater, zugleich Leiter 
der Kurkonzerte in Bad Schandau; 1935 in Witten, 1935/36 in Gießen am 
Stadttheater 2. Kapellmeister, 1936/37 Chordirektor; dann ab 1937 
Musiklehrer und Begleiter in Kassel-Wilhelmshöhe. 

Ab Mai 1946 in Lauterbach. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.043.210. Gaumusikreferent der NSG "Kraft 
durch Freude" Gau Hessen in Kassel. 
16. Juli 1933: 

Bräuer leitet ein Kurkonzert der Kurkapelle Bad Schandau: 1. "Jesus 
hilf siegen!", Choral. - 2. Auber: Ouvertüre zur Oper "Die Stumme von 
Portici". - 3. Hill: "Es liegt eine Krone im grünen Rhein", Lied. - 4. Puccini: 
Fantasie aus der Oper "Manon Lescaut". - 5. Plessow: "Schneewittchens 
Hochzeitstraum", Charakterstück. - 6. Robrecht: "Kontraste", ein 
Querschnitt durch die musikalische Welt. - 7. Siede: a) "Goldmädel" - b) 
"Fatima". - 8. Platzbecker: Ouvertüre zu "Der Wahrheitsmund". - 


B 738 





9. Lincke: "Märkische Heide", Marsch. - 10. Schestak: "Heil Hitler Dir", 
Marsch (Mirag, 16/V11/33). 


Braum, Erich (Georg) 
Mainz, 12. September 1909 - Mainz-Kostheim, 29. November 1989. 
Privatmusiklehrer für Trompete und Geige in Mainz. 
Nach 1945 in Mainz-Kostheim, zuletzt i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. MZF der SS-Standarte 2, Frankfurt a. M. 

SS in Marsch und Lied: Auf dem Marsch - Im Biwak - Aufstellung und 

Vorbeimarsch - Abmarsch in die Quartiere (RS Frankfurt, 21/V1/38). 
Information: Laut Stadtarchiv Mainz (14/VII/98) stehe Braum nicht 

mehr im Adreßbuch 1962/63. Der Standesbeamte Plankmeister, Mainz 

(27/VIII/98), lehnte Nennung der Todesangaben rechtsordnungswidrig 

ab. 


Braun ist unser Kampfgewand, braun sind Wald und Heide (T: H. 
Anacker). Kampflied, Titel "Herbstlied der SA", Melodie onA [ZVNSDAP]. 
Als Texter ist manchmal P. L. Alexander genannt. 

Bei Bajer findet sich zur Melodie ein handschriftlicher Eintrag: Hans 
Buchner (?). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Braun ist unser Kampfgewand, 

Schmach will harte Sühne! 

Unsre Toten sind das Pfand, 

daß dereinst im deutschen Land 

neu ein Frühling grüne!" 
In: 
Was der Deutsche singt (1932); Unter Hitlers Fahnen (1932); Sturm-und 
Kampflieder-Buch (1933; nur T); Heil Hitler Dir! 2 (1933); Heil Hitler Dir! 
1 (41933); Liederbuch der NSDAP (211933); Horst-Wessel-Marschalbum | 
(71933); Freiheitslieder des Dritten Reiches für Schulen (1933; onA); 
Liederbuch Hamburgischer SA (1933); Singkamerad (21934, 31935, 
81937 mit Urheberangabe Hans Buchner); Uns geht die Sonne nicht unter 
(1934, Textausgabe 1941); Jungdeutschlands Lieder (1934); 50 
ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934; nur T: P. L. Alexander); 
Schutz- und Trutz-Lieder-Buch der deutschen Jugend (1934); Heraus, ihr 
Kampfgesellen! (1934); Lieder der Pommerschen SA (?1934); 100 
ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934; nur T: P. L. Alexander); 
Niederdeutschland (1936); Lieder für Schulfeiern 9 (1936); Was 
Deutschland singt (1936; nur T, 0onA); Sturm- und Kampfliederbuch 
(21937). 


Braun sind die Hemden, und rot siehe: Liebetraut 


B 4.32 





Braun, Carl (Karl) 

Meisenheim/ Rheinprovinz, 2. Juni 1885 - Hamburg, 19. April 1960. 
Bühnensänger, 1932 in Bad Kreuznach Opernsänger (Baß, Bariton), dann 
in Berlin W 1, später Wilmersdorf; 1933 beim Bühnennachweis k. 
Disponent. Stand 1933/34: Kammersänger an Städtischer Oper/ Dt. 
Opernhaus, 1935 Spielleiter der Oper an der Volksoper im Theater des 
Westens, dann ohne Engagement und 1937/38-44 Bühnenvermittler. 

Nach 1945 u. a. - Stand 1954 - in Oberhausen, zuletzt i. R. in 
Hamburg. 


NSDAP seit 1/VIIl/32, Nr. 1.282.767. KfdK Groß-Berlin und Beisitzer von 
dessen Gruppe Oper; Verwaltungsbeirat der RMK. 

Information: DML (Geburtsjahr: 1887), FA (Geburtsjahr: 1888, 
Vorname Karl), KDMK (Geburtsjahr:1887), RML, RML (Geburtsjahr: 
1885). Das zitierte Geburtsjahr ist das der NSDAP-Karteikarte. 


Braun, Kurt Erich Walter 
Ehringsdorf bei Weimar, 21. Mai 1901 - Hamburg-Barmbeck, 
Uhlenhorst, 4. September 1990. 
Musiklehrer in Hamburg. 
Nach 1945 weiterhin in Hamburg, zuletzt i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Brüder fest entschieden (T: Rose Drews). Marschlied, am 16/X1/34 an 
Dr. Goebbels gesandt (Quelle: BA R 55/ 1169). 

Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Hamburg- 
Barmbek/Uhlenhorst, Nr. 2351/1990. 


Braun, Heinz 


Militärmusiker; zunächst Feldwebel, dann MM, bis 1939 Leiter des MK des 
Pionierbataillons 34 in Koblenz-Neuwied. 


Westmarktreue. Marsch (RS Frankfurt, *4/111/39, 1/1V/39, 31/VI1/39). 

Information: Das Stadtarchiv Neuwied (18/VIII/98) gab an, daß es 
keine Unterlagen über dort stationierte Wehrmachteinheiten habe und 
Heinz Braun auch nicht polizeilich gemeldet gewesen sei. 


Braun, Otto. 


Polizeiobermeister; Schüler von Josef Becht, Leiter der Musikkapelle der 
Schutzpolizei München. 


Ehre, Freiheit und Vaterland. Marsch (RS München, 27/V/35, *17/111/ 
36, *17/1/37). 


B 740 





Oberst-Schweinle-Marsch (RS München, *17/111/36). 
Oberstleutnant-von-Oelhasen-Marsch (1937). 

Der Titel feiert den derzeitigen Leiter der Abt. IV (Kommando der 
Schutzmannschaft) bei der Polizeidirekton München. 
Kameradengruß. Fanfarenmarsch (1937). 


Braun, Otto (Pseudonym) = Fritz Diederich 


Braun, R. 


Die Fahnen der neuen Zeit wir tragen schon seit J ahren (T: 
ungenannter Glasbläser). NS-Marschlied für Gesang und Klavier (1933). 
Textprobe (1. Strophe): 

se) 

und tragen stolz das Ehrenkleid, 

wir jungen Hitlerscharen. 

Wenn uns unser Führer ruft, 

stehen wir, stehen wir in brauner Kluft 

und trotzen und trotzen der Welt 

voll Gefahren!" 

In: 
NS- Volks-Liederbuch (21934). 


Braun, Wilhelm 
Gießen, 4. Dezember 1900 - Frankfurt a. M., 29. J uni 1992. 
Architekt und Amateurkomponist in Frankfurt a. M. 
Nach 1945 weiterhin in Frankfurt. 


NSDAP seit 1/1V/33, Nr. 1.820.232. 
Kamerad, hörst du die Trommel schlagen? (eigener T). Lied (1937) 
[ZVNSDAP]. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Drum lasset laut die Trommel schlagen, 
wir woll'n hinter ihr immer gehn, 
sie ruft uns aus düsteren Tagen 
zu neuem großen Gescheh'n. 
Laß, Trommel, du nimmer dein Mahnen, 
bis uns auch die Letzten verstehn. 
Laßt flattern die stolzen Fahnen, 
dies Reich wird nimmer vergehn". 
In: 
Lieder der Mannschaft 10 (1938); SA-Liederbuch (21939). 
Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Frankfurt- 
Mitte, Nr. 3679/1992. 


B 74] 





Brauner, E. 


Schlesiens SA-Marsch. Zum 1. Jahrestag der Machtübernahme 
komponiert, SA-Obergruppenführer Heines gewidmet (Schles. FSt., 27/111/ 
34). 


Braune Soldaten = Schwarz ist das Kreuz 


Braunfels, Walter 
Frankfurt a. M., 19. Dezember 1832 - Köln, 19. März 1954. 
Sohn eines Rechtsanwalts und Dr. phil.; Schüler von R. Louis und L. 
Thuille, Pianist, Musiklehrer und Komponist, bis 1933 Mitdirektor der 
Musikhochschule Köln. 

Von Brückner/Rock (Il: "Sohn der Halbjüdin Spohr"; Il: "Sohn des 
jüdischen Rechtsanwaltes Dr. Ludwig Braunfels und der arischen Elise H. 
Spohr") und Gerigk/Stengel als "Halbjude" denunziert. 

Seit 1933 freischaffend in Bad Godesberg und ab 1937 in Überlingen 
am Bodensee. 

1945-50 Präsident der Musikhochschule Köln, dann i. R. wieder in 
Überlingen. 

4. Dezember 1933: 

Kurt von Wolfurt, Preuß. Akademie der Künste, fragt brieflich bei 
Hermann Unger an, ob Braunfels "rein arischer Abstammung" sei. 

Unger bestätigt die Vermutung, daß Braunfels "Halbjude" sei und 
setzt damit dessen Entfernung aus der Akademie in Gang. 

23. Januar 1934: 

Der Präsident der Preuß. Akademie der Künste teilt Braunfels mit, er 
werde wie die anderen nichtarischen Mitglieder der Akademie in 
sinngemäßer Anwendung des Berufsbeamtengesetzes als nicht mehr zur 
Akademie gehörig betrachtet. 

24. Januar 1934: 

Braunfeld macht den Akademiepräsidenten darauf aufmerksam, daß 
Frontkämpfer nach diesem Gesetz eine Ausnahmeregelung genießen. 

21. Februar 1934: 

Der Vorsitzende der Abt. Musik der Akademie, Georg Schumann, 
gibt Braunfels die Entscheidung des Ministers bekannt, daß 
"Frontkämpfertum im Falle der Akademiemitgliedschaft nicht in Betracht 
gezogen wreden" könne. 

1936/37: 

Braunfels steht auf einer Schwarzen Liste des RS Berlin (Quelle: 
National Archives Washington, Record Group 260-OMGUS, ICD, Box 229, 
File 26). 

30. Mai 1941: 

In seinem Aufsatz "Das J udentum im Musikleben Kölns" 
("Westdeutscher Beobachter" Nr. 273, Abendausgabe) denunziert H. 
Unger u. a. Braunfels, der an der Musikhochschule Köln "ein ganzes Heer 


B 742 





jüdischer Lehrer einstellte" und "unterstützt von einem echt jüdischen 
Angeber- und Spitzelsystem, einen zähen Kampf gegen alle die führte, 
deren Zugehörigkeit zur Bewegung Adolf Hitlers er ermittelt hatte". 

Information: DNML, DML, FA, MM2 ("hj"), KDMK, RML, LdCh (ohne 
Erwähnung der politischen Verfolgung), SML, MGG. 


Braunschmidt, Fritz 
Sonneberg/ Thüringen, 19. September 1907 - Holzminden, 27. Juli 

2001. 
Musikpädagoge, Studienreferendar; Stand 1933: in Allstedt/Thüringen an 
der HJ -Gebietsführerschule, 1935 in Sonneberg, 1936 in Hildburghausen, 
ab 1937 in Gotha. Zuletzt Studienrat und Lehrer für Erdkunde, Sport und 
Mathematik. 

Nach 1945 vermerkte das Volksbildungsministerium Thüringen - Nr. 
3122 - am 27/VIII/46: "St. Rat Braunschmidt kann im thür. Schuldienst 
nicht wieder beschäftigt werden (...)". Dieser setzte sich nach 
Westdeutschland ab, kam wieder in den Schuldienst, rückte zum 
Oberstudienrat auf und lebte zuletzt i. R. in Holzminden. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.765.342. SS; HJ-Scharführer. 

Wir singen das Lied vom Leibe und seinem deutschen Blut (T: 

Edmund Neuendorff). Turnerlied. 

In: 

Treu unserm Volke (1934); Liederbuch des Turner-Musikant (1934). 
Information: Laut Landratsamt Gotha, Zentralamt (25/VIII/97), für 

das Stadt- und Kreisarchiv Gotha steht Braunschmidt nur im Adreßbuch 

1938/39 und 1939/40. Die Urkundenstelle des Landratsamts Sonneberg 

(24/XI/97) ließ wissen, dem Geburtseintrag sei kein Todesvermerk 

beigeschrieben. Das Einwohnermeldeamt Gotha (17/VIII/98) teilte mit, 

weder im laufenden Register noch im Archiv gebe es zu Braunschmidt 

Unterlagen. 


Brauset, Winde, schäume, Meer siehe: Ernst Wengrich 


Bräutchens Abschied = Die Pferd han rote Riema 


Bräutigam, Helmut 

Crimmitschau, 16. Februar 1914 - Murajewo/ Staraja Russa am 
IImensee (UdSSR), 17. Januar 1942 (im Fronteinsatz gefallen). 
Sohn eines Kirchenmusikdirektors; Musikpädagoge in Leipzig. 1934 
Studium am Landeskonservatorium. 1936 freier Mitarbeiter beim 
J ugendfunk des RS Leipzig und beim Sächsischen Volksliedarchiv, auch 
dessen stellv. Leiter, 1938-39 Lehrer an der Musikschule für Jugend und 
Volk. Seit 1939 Soldat der Wehrmacht, im Auftrag des OKW Singeleiter, 


B 743 





zuletzt Unteroffizier, bis Ende 1941 in Frankreich, Anfang Januar 1942 zur 
Ostfront kommandiert. Seine Einnahmen aus "ernsten Konzerten" waren 
1942/43 auf 489,76 RM zurückgegangen; deswegen erhielten er bzw. 
seine Erben 1.000 RM aus dem Staatszuschuß des RMVP für E- 
Komponisten. 

Werke: u. a. Toccata für Orgel Op. 2 (1937); Sonate Op. 6 (1937); Drei 
Gesänge nach altgriechischen Dichtungen Op. 12 (1938); Sieben 
Mädchenlieder aus "Des Knaben Wunderhorn" Op. 15; Tänzerische Suite 
für gr. Orch; Volksliedbearbeitungen. 


NSDAP seit 1937 (vgl. Foto mit Parteiabzeichen in "Jahrbuch der deut- 
schen Musik" 1943, gegenüber S. 145), jedoch kein Eintrag in ZKNSDAP. 
NSD-Studentenbund mit leitender Funktion in der Studentenführung der 
Hochschule. 1938 beim RS Leipzig Leiter der HJ -Rundfunkspielschar. 


1936 
Unter der Fahne schreiten wir. Kantate (1936. MS). 
Der Glaube lebt in der Fahne. Kantate (1936. MS). 
Wir alle tragen unser Licht. Eine Dietrich-Eckart-Feier (1936? Als 
Fragment erhalten). 
Musikstudenten greifen an! ("ZfM" CIIl/l, Januar 1936. S. 44 f.) 

Es handelt sich um einen angepaßten Bericht über das Lager der 
Reichsfachgruppe Musik des NSD-Studentenbundes im September 1935 
auf Burg Ludwigstein. 

Frühlingsfeier (eigener T) für Mannschaftschor, Einzel- und 
Sprechstimmen und Orch (Berlin, 1936, und Leipzig, *12/V1/36, 
Frühlingsfeier beim NSD-Studentenbund; Frankfurt a. M., 12/V1/37, zum 
Tonkünstlerfest des ADMV). 

September 1936, Bericht: 

"(...) in der eine neue Form der nationalsozialistischen 
Feiergestaltung angestrebt werden sollte. 

(...) Das vom Gemeinschaftsgedanken erfüllte Werk ist in der 
Erfindung nicht überall ursprünglich, aber von frischem, vaterländischen 
Schwung und guter musikalischer Arbeit (...)" (Wilhelm Jung: Berliner 
Konzerte. "Die Musik" XXVI11/12, September 1936. S. 946, 947). 


1937 
Feier des 30. Januar. Feiergestaltung zum Tag der Machtergreifung 
(1937. MS). 
Volk auf dem Wege, für gemCh a cappella (Gotha, 1937). 


1938 
Volk meines Glaubens. Kantate (1938). Teildruck [B&H]. 
Die Sätze: 1. Aufbruch. - 2. Heimat. - 3. Gottes Glocke. - 4. Volk meines 
Glaubens. 
Drei Chöre: 1. Aufbruch - 2. Heimat - 3. Volk meines Glaubens (RS 
Leipzig, 17/VIII/39). Aus "Volk meines Glaubens". 
Op. 11. Kleine J agdmusik für Flöte, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Hörner, 2 


B 744 





Fagotte, zusätzlich auch Streichinstrumente (UA: Königsberg, *22/1V/38, 
zur Kulturtagung der Reichsstudententagung) [B&H]. 

Mein Vater hat gesagt, ich soll das Kindlein wiegen (T: aus "Des 
Knaben Wunderhorn"). Aus Op. 15. 

In: 

Lieder der Arbeitsmaiden (1938). 

*25. Mai 1938: 

Die musikalische Abendveranstaltung des NSD-Studentenbundes zu 
den Reichsmusiktagen in Düsseldorf bietet in UA Drei Gesänge für 
6stimm. Chor nach altgriechischen Dichtungen Op. 12 von H. Bräutigam. 

Lob des Bauernstandes. Eine Folge in Lied und Wort (RS Leipzig, 25/V/ 
38). 
31. Mai 1938, Kritik: 

"(...) Raabe ist zurückgetreten, und der neu eingeschlagene Kurs 
der Clique Drewes - Sixt - Ziegler hat sich verheerend ausgewirkt und die 
ganze Unfähigkeit dieser Leute gezeigt, für die nur die Musik von Mozart 
bis Strauß existiert. Ich habe die Ausstellung >Entartete Musik< aus 
Zeitmangel nicht ansehen kölnnen; doch soll sie unmöglich sein, und 
besser wäre es, man würde die Werke, die in Düsseldorf ausgepfiffen 
worden sind und die, wie Gräner sagte, in strenger Arbeit aus 600 Werken 
ausgelesen sind, in diese schaffen an Stelle von Hindemith, Strawinsky 
oder sogar Weill. Empörend ist auch, daß Jöde angegriffen wird und sich 
unter den entarteten Lehrbüchern Hindemiths >Tonsatz< befindet. Die 
Musiktage waren inhaltlich eine Pleite. (...)" (Bräutigam an Hermann 
Wagner, 31/V/38. Nachdruck in: K. ©. Treibmann, "Helmut Bräutigam. Ein 
Komponist und Musikerzieher in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts". 
Leipzig, 1966. Typoskript). 

Teile der jungen Generation standen dem organisierten Musikbetrieb 
im NS kritisch gegenüber. Der beabsichtigte Rücktritt Raabes fand nicht 
statt. 

Op. 8. Orchestermusik (UA: Heidelberg, *24/V1/38, beim 1. Deutschen 
Studententag im Großdeutschen Reich; Leipzig, *5/11/39, zu den 4. 
Reichsmusiktagen der HJ) [B&H]. 


1939 
Das Musikstudententum im dritten Reich ("ZfM" CVI/4, April 1939). 
Zitat: 

"(...) Da mußte erst der Mann kommen, dessen genialer Wille sich 
nicht mit der kleinlichen Lösung wirtschaftlicher, kultureller und anderer 
Fragen abgab, sondern der schlicht und einfach das Wort >Ewiges 
Deutschland< als Losung ausgegeben hatte und damit die größte 
Umwälzung unserer Zeit bewirkte. Adolf Hitler schuf die Voraussetzung, 
daß Deutsches wieder zu Deutschem kommen konnte. Die Kolonnen 
marschierten singend durch die Straßen, das waren die Retter der 
deutschen Kultur. Und die Künstlerschaft, die Musikerschaft stand bei 
diesem Singen staunend, beinahe erschrocken vor der Tatsache, daß hier 
vom Volk her ein Einbruch in ihre Bezirke stattgefunden hatte, dessen 
Anlaß nicht bei ihnen lag. Das Volk war im Begriff, wieder zu einem 


B 745 





singenden Volke zu werden, und das nicht von außen, sondern von innen, 
vom Erlebnismäßigen her" (S. 373). 
Die massive NS-Propaganda, das ist deutlich, produzierte 
Verblendung oder - vgl den Brief an H. Wagner - öffentliche Heuchelei. 
Fahnenmusik (Düsseldorf, *16/V/39, zur Kundgebung des NSD- 
Studentenbundes bei den Reichsmusiktagen). 
Vier Gesänge für gemCh (Düsseldorf, *17/V/39, Abendveranstaltung 
des NSD-Studentenbundes zu den Reichsmusiktagen. Ausführende: Chor 
des NSDStB, Dgt. selbst). 
Drei Lieder (T: W. Brockmeier), für Bariton mit Streichquartett 
(Düsseldorf, *17/V/39, zur Abendveranstaltung des NSD- 
Studentenbundes bei den Reichsmusiktagen; DtldS, 5/V1/39, Mitwirkende: 
Herbert Klomser und das NSDStB-Quartett Leipzig). 
Viel hunderttausend Soldaten (eigener T). Kriegslied [V]. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Und ziehn die vieltausend Soldaten 
zur Heimat über den Rhein, 
werden sie, wenn Glocken schallen, 
fester das Helmband schnallen. 
Dann steht die Wacht 
am deutschen Rhein; 
Soldaten müssen sein. Ria riaho, ria riaho, 
dann steht die Wacht 
am deutschen Rhein, 
Soldaten müssen sein". 
In: 
Morgen marschieren wir (1939); Kameraden laßt uns singen (21942); RJF, 
Liederblatt der HJ) 113/114 (1942); RJF, Musikblätter der HJ) 113/114 
(1942), 591 (1944); RJF, Junge Gefolgschaft 6 (1943). 
*30. Oktober 1939: 
Die Rundfunkspielschar des BDM Leipzig bietet im HJ -Rundfunk 
Mädellieder aus "Des Knaben Wunderhorn" Op. 15 von H. Bräutigam (RS 
Leipzig, *30/X/39). 


1940 
Wollt ihr fröhlich essen. Kanon zu 2 Stimmen zum Erntedanktag. 
In: 
Der junge Chor 3 (1940). 
Was bringt uns denn der Bauer. Chor zum Erntedanktag für 3 gleiche 
Stimmen. 
In: 
Der junge Chor 3 (1940). 
Ein Jahr ging nun hinab. Chor zur Wintersonnenwende, einstimmig. 
In: 
Der junge Chor 5 (1940). 
Vier Weihnachtskanons nach Baumann-Liedern [V]. 
Lied meiner Kompanie: Nun frisch auf, ihr Kameraden, auf, in das Feld 
marschiert! (eigener T). Kriegslied. 


B 746 





Textprobe (1. und 3. Strophe): 

N) 
Wie unsre Väter es taten, 
folgen wir nun als Soldaten, 
wohin uns der Führer führt. 


Will der alte Feind zerschlagen 

unsres Reiches Herrlichkeit, 

sollen die Kugeln ihn jagen, 

Eisen und Stahl soll's ihm sagen: 

Das Reich steht in Ewigkeit". 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ) 95/96, 97/98 (1940); RJF, Musikblätter der HJ 
95/96 (1940); RJF, Junge Gefolgschaft 5 (1940); Lied über Deutschland 3 
(1940); Lied über Deutschland (?1941). 
10. Juli 1940: 

Die "Nachrichten aus dem deutschen Kulturleben" Nr. 159, Berlin, 
machen bekannt, daß das Heimatwerk Sachsen unter dem Titel "Und nun 
die Fröhlichkeit" das erste Liederblatt des sächs. Volksliederarchivs 
herausgegeben habe, Soldatenlieder, Wanderlieder, Bergmannslieder, 

J äagerlieder, Balladen und Sommerlieder, zusammengestellt von H. 
Bräutigam, G. Heilfurth und F. E. Krauss (Quelle: BAR 55/ 20489. Blatt 
426-427). 

5. Oktober 1940: 

Die Rundfunkspielschar Leipzig, Dgt. Bräutigam, beginnt eine 
Frontreise an die französische Kanalküste, die bis 21. Oktober dauert. 


1942 
Festliche Musik für Orch (UA: Berlin, 28/1/42, Sendekonzert der Reihe 
"Musik aus deutschen Landen", Dgt. R. Schulz-Dornburg). 
Es marschieren nicht nur die Soldaten, feldgrau mit eisernem Schritt 
(T: Heinz Rudolph) [V]. 
Textprobe (3. Strophe): 

"Es marschieren nicht nur die Soldaten 

in diesem heiligen Krieg; 

Deutschland ist angetreten! 

Und unser wird endlich der Sieg" 
In: 
Kameraden laßt uns singen (?1942); RJF, Junge Gefolgschaft 6 (1943). 
Solange noch Soldaten sind: Was klagst du noch von deiner Not (T: 
Willi Behrmann). Kriegslied. 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 
Soldatenkantate: Der Krieg stößt in sein Horn (T: M. Barthel und O. 
Wöhrle), für 2-4stimm. MCh und BlasOrch (Berlin, 1942) [V]. 
Besprechung: 

"(...) Der Autor liebt einen herben, eigenwillig bewegten Klangstil, 

der in der marschmäßigen Einleitung die Grundlage für die sechs in 


B 747 





innerer Beziehung stehenden Kantatensätze schafft. Der Titel und die 
Wiedergabe des Werkes durch Soldaten forderten eine Bevorzugung der 
starren Dreiklangsfolge, des Quintklanges und der kurzatmigen 
Imitationen heraus, die aber in dem männlichen Schwung des Ganzen 
keineswegs befremdend empfunden werden" (Gottfried Schweizer in: 
"Musik im Kriege" I/ 5-6, August-September 1943. S. 102). 

Leuchtend ist der Himmel, feldgrau ist das Kleid (T: M. Barthel). 
Kriegslied aus "Der Krieg stößt in sein Horn". Entstanden im 
Schulungsheim der Singleiterlehrgänge des Luftgau-Kommandos 
Westfrankreich, Frühjahr 1941. 

Textprobe (1. Strophe mit Refrain): 

u) 

so ziehen die Soldaten 

mit Sturmgepäck beladen, 

so ziehn sie in den Streit. 
Soldaten, Kameraden, 
es dröhnt der Marsch der Zeit". 

In: 

Liederblätter, LGKdo Westfrankreich 4 (1942); RJF, Junge Gefolgschaft 7 
(1944). 

Op. 16. Langemarck-Kantate: Die Briefe der Gefallenen (T: E. W. 
Möller), für 6stimm. Chor und Orch (Dresden, *11/X1/40, Feierkonzert des 
Konservatoriums, Dgt. Walter Meyer-Giesow; Salzburg, 1942, bei den 
Studentischen Tagen deutscher Kunst) [B&H]. 

Besprechung: 

"(...) Im Mittelpunkt stand als >Vermächtnis der Jungen< Helmut 
Bräutigams >Briefe der Gefallenen< (Langemarck-Kantate). Was der 
todahnende Abschiedsbrief des an der Ostfront Gefallenen über sein 
Menschentum und seine Gesinnung aussagt, das wird hier zur wahrhaft 
ergreifenden Offenbarung des aus tiefsten Quellen schöpfenden Künstlers 
(...)" (Oskar Kaul: Studentische Tage deutscher Kunst in Salzburg. "Die 
Musik" XXXIV/10, August 1942. S. 399). 

Dies war ein Gastkonzert des Konservatoriums Dresden, das zum 
Abschluß die >Hymnische Musik< von Helmut Riethmüller bot. 

Op. 17. Festliche Musik für Orch (mit Schlußchor "Wenn die Stürme 
Leben wecken") [B&H]. 

Op. 18. Die heilige Stunde. Hochzeitskantate [K]. 

Kleine Weihnachtsfeier (eigener T) [T]. 

Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht" (21942) als Notentip. 


1943 
Op. 14 Nr. 1. Feiermusik für Orgel über das SS-Bekenntnislied "Wenn 
alle untreu werden" (1943) [B&H]. 
Durch Moor und Sand, durch Busch und Wald ziehn wir der Sonne zu 
(T: Friedrich). Kriegslied [K]. 
Textprobe (2. Strophe): 
"im Osten tobt die große Schlacht, 
ein wilder Kriegestraum. 


B 748 





In Rußland sinkt die dunkle Nacht 
herab auf Busch und Baum". 
In: 
RJF, Junge Gefolgschaft 6 (1943). 
Baumann: Gute Nacht, Kameraden. Für Orgel: H. Bräutigam. 
In: 
Das Orgelbuch (1943). 
Spitta: Wir gehen als Pflüger. Für Orgel: H. Bräutigam. 
In: 
Das Orgelbuch (1943). 
Blumensaat: Wir J ungen tragen die Fahne. Für Orgel: H. Bräutigam. 
In: 
Das Orgelbuch (1943). 
11. März 1943: 

"Zum Heldengedenktag am 15. März 1943" bietet das Städt. Orch 
Zwickau, Dgt. K. Barth, - erstmals - die Tänzerische Suite von Bräutigam. 
1943, Nachruf: 

"(...) So wußte er sich über sein Schaffen hinaus verantwortlich. 
Dienst an der Kunst war für ihn völkische Aufgabe. Was Helmut Bräutigam 
wagte und von sich forderte, war - der politische Künstler. Einheit des 
schöpferischen Künstlers, Kunsterziehers und soldatischen Führers war 
das Ideal, auf das sich der Höhenflug seines Strebens richtete. Mit heißem 
Herzen setzte er sich für die Erneuerung des deutschen Wesens ein, tief 
überzeugt von der ethischen Sendung der Kunst. Nur eine Besinnung auf 
die letzten Urwerte konnte unserem überzüchteten Zeitalter neue 
Verwurzelung geben. Er sah diese Urkräfte im Volkstum. Aus ihm sollte die 
Neugeburt unserer kulturellen Gesinnung erfolgen, aus dem Geist des 
Volksliedes sollte sich die Musik erneuern. 

(...) Er wollte für das neue Reich, dem seine Lebensarbeit galt, auch 
als Soldat einstehen und bewies mit seinem Sterben, daß er bereit war, 
den Weg des politischen Künstlers bis in die letzte Konsequenz zu gehen" 
(Gerhard Berger: Helmut Bräutigam. "Jahrbuch der deutschen Musik" 
1943. S. 146, 148). 


1944 
Der Morgen grüßt die Welt (eigener T). 
In: 
RJF, Junge Gefolgschaft 7 (1944). 
Die heut den Lauf will kehren (eigener T). Sonnenwendlied, Junilied 
aus "Jahresring". 
In: 
RJF, Junge Gefolgschaft 7 (1944). 
Lied der 16. Kompanie/IR 11: Auf, Soldaten, lieben Kameraden 
(eigener T). 
Textprobe (3. Strophe): 

"Wo die Falschen in der Welt regieren, 

ist unser Kampf erst gut. 

Und die Heimat läßt uns 


B 749 





brav marschieren, 
braucht Soldatenmut". 
In: 
RJF, Junge Gefolgschaft 7 (1944). 
Information: FA, MM2, RML, LdCh, MGGS. 


Brautwalzer. Tanzform und Weise aus Pommern. Satz: W. Wagner- 
Northeim. 
In: 
Lieder für Frauengruppen 5 (1937). 


Brebeck geb. Krigar-Menzel, Ingrid 

Berlin-Charlottenburg, 30. Juli 1897 - Eutin, 6. November 1983. 
Tochter eines Geheimen Regierungsrats und Universitätsprofessors und 
einer Konzertsängerin; zunächst Geigerin. Sie debütierte 1921 in Berlin als 
Koloratursopran, Konzertsängerin und Gesangspädagogin, war 1926-28 
am Stadttheater Rostock engagiert und lebte dann wieder in Berlin- 
Dahlem, wo sie als Gattin eines ORR und mit drei Kindern nicht mehr an 
eine Fortsetzung ihrer Bühnenkarriere denken konnte. Immerhin 
unternahm sie noch 1937 eine Gastspielreise in die USA mit einem 
Programm "Das deutsche Lied". 


NSDAP seit 1/1V/33, Nr. 1.773.781. 
30. November 1936: 

Ingrid Brebeck wirkt bei einer Veranstaltung von NS-Frauenschaft 
und Deutschem Frauenwerk Berlin als Solistin in "Festkantate" und 
"Hymne an die Arbeit" von Elisabeth Kuyper mit, begleitet von NS- 
Frauenchor und SinfonieOrch der SA-Brigade 30; Dgt. M. Sternitzky. 

Information: DML, FA (mit falschem Geburtsjahr 1901). Laut LA Berlin 
(24/VIII/99) fehle Frau Brebeck in der lückenhaften Meldekartei 
1875-1960 . Das Standesamt Charlottenburg von Berlin ignorierte eine 
Anfrage vom 20/X/99, brach also Verwaltungsrecht. Ein halbes Jahr 
später (17/IV/00) teilte Standesbeamtin Paepke jedoch mit, der 
Geburtseintrag habe nicht ermittelt werden können. Dies war die 
Unwahrheit., also Dienstvergehen. Den Todesfall registrierte das 
Standesamt Eutin, Nr. 583/1983. 


Brecher, Gustav 
Eichwald bei Teplitz, 5. Februar 1879 - Ostende (B), Mai 1940 (durch 

Freitod wegen Überfall der NS-Wehrmacht). 
Sohn eines Arztes; seit 1924 Operndirigent in Leipzig, GMD, 1933 
entlassen. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

Aus Berlin-Dahlem am 7/111/33 in die Niederlande emigriert, zuletzt 
mit Ziel England. 


B 750 





24. Februar 1933, Hinwegfegende Kraft: 

"(...) daß sich der Generalmusikdirektor der Stadt Leipzig, Gustav 
Brecher, zu derartigen musikalischen Belanglosigkeiten hergab! Ein Mann 
mit einigem Feingefühl hätte an diesem verantwortungsvollen Posten - 
ausgerechnet fünf Tage nach dem 50. Todestage Richard Wagners, mitten 
in den Gedenkfeiern in der ihm leider immer noch anvertrauten Oper! - 
auf solche Darbietungen verzichtet! Diese Geschmacklosigkeit dürfte 
erneut beweisen, wie begründet unsere entschiedene Ablehnung 
gegenüber diesem Manne ist (...). 

Herr Brecher hat sich neulich im Gewandhaus zur Gedächtnisfeier 
(...) unseren Führer, den Führer des deutschen Volkes, recht genau 
betrachtet. Ich hatte Gelegenheit, das zu beobachten. Nun, er wird ihn 
und die von ihm ausgehende, alles Ungesunde und Schädliche 
hinwegfegende Kraft noch genauer kennenlernen!" ("VB" Nr. 364, Berlin, 
24/11/33). 

Bei der Uraufführung von Georg Kaisers "Silbersee" am 18. Februar 
1933 hatte Brecher die Begleitmusik von Weill dirigiert. 

4. März 1933: 

Im Neuen Theater am Augustusplatz zu Leipzig dirigiert Brecher 
letztmalig in Deutschland. 
11. März 1933: 

Der Leipziger Oberbürgermeister Dr. Goerdeler entläßt Brecher. 
April 1933: 

"Das Schicksal reitet nun endlich schnell: GMD Gustav Brecher 
ist wenige Tage nach der großen Wahlschlacht beurlaubt worden und kehrt 
natürlich nicht wieder. Damit liegt eine Periode Leipziger Operngeschichte, 
etwa von 1923 an, hinter uns. Wir können gerecht und zugleich kurz sein. 
Den künstlerisch wundesten Punkt in seiner Leitung hat Brecher seit etwa 
sechs Jahren auf Grund unserer Angriffe aufs Erträgliche abgestellt: das 
betraf seine geradezu unmöglichen, vor allem zu langsamen Tempi in 
bekanntesten Meisterwerken. Anfangs allen Uraufführungen abhold, ließ er 
sich auf den Sumpfboden der, bezeichnen wir es so, marxistischen 
modernen Oper locken, bewerkstelligte den Scheinerfolg mit >Jonny<, um 
dann mit >Mahagonny< die entscheidende Niederlage dieser ganzen 
Gattung zu erleben. (...)" (Alfred Heuß: Musik in Leipzig. "ZfM" C/4, April 
1933). 

Information: DNML, DML, FA, RML, SML, MGGS. 


Brehme, Hans 
Potsdam, 10. März 1904 - Stuttgart, 10. November 1957. 

Musikpädagoge und Pianist, Schüler von R. Kahn und W. Kempff, zunächst 
in Stuttgart seit 1928 Klavierlehrer am Konservatorium, 1936 in 
Möhringen/ Württemberg; Klavierpädagoge, 1936-44 Kompositionslehrer 
an der Hochschule für Musik Stuttgart, 1943 Professor. 1942/43 erzielte er 
keine Einnahmen mehr aus "ernsten Konzerten" und erhielt daher 2.000 
RM aus dem Staatszuschuß des RMVP für E-Komponisten. 

1945-49 Lehrer - Professor - am Hochschulinstitut für Musik in 


B 731 





Trossingen, ab 1950 wieder an der Stuttgarter Musikhochschule. 
Werke: u. a. die Opern "Der Uhrmacher von Straßburg" Op. 36 (Kassel, 
25/11/41) und "Der versiegelte Bürgermeister" (Liebe ist teuer) Op. 39 
(1944; Münster, 1950); Partita für Streichquartett Op. 23 (1931), Sonate 
für Altsaxofon und Klavier Op. 25 1932), Klavierkonzert Op. 32 (1936), 
Triptychon Op. 33 (1937), Konzertsuite Op. 37 (1941), Sonate für Violine 
und Klavier Op. 41 (1945). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.229.836. 

Sturm. MCh (1933), dann in das Stadionspiel eingelassen. 

Musik zu Aufbricht Deutschland, "Stadionspiel der nationalen 
Revolution" von Gustav Goes, Bühnenfassung Walther Eggert (UA: 
Hannover, *30/1/34, durch Spielgemeinschaft für nationalsozialistische 
Festgestaltung"; Porta Westfalica, Felsenbühne, *11/VIIl/34, zur 
Eröffnung des Wahlkampfes nach dem Tod von Reichspräsident 
Hindenburg im Anschluß an die Rede des Gauleiters und Reichsstatthalters 
Dr. Meyer). 

Textprobe: 

"Deine Seele hattest du vergessen, deutsches Volk, 
warst haltlos und seelenlos geworden im Wirbel 
der Zeiten. 
Erkenne selbst dich wieder, deutsches Volk! 
Der Glaube an das Wunder ist der Weg zum Wunder. 
Aufbricht erst Deutschland wieder, 
wenn jedes deutsche Herz an dieses 
deutsche Wunder glaubt. 

Der Freiheit Siegesbanner wallen und Leben schießt 
aus Not und Tod, ein neues, starkes deutsches Leben. 

Der Glaube gab euch diese Macht, 

das Wunder ist vollbracht". 

Vorbesprechung: 

"(...) Goes gibt hier einen ersten Versuch in der (vom Potsdamer 
Obermagistratsrat Dr. Bestehorn angeregten) Art von Spielen, die den 
deutschen Kampfspielplätzen Seele geben und allerstärkste völkische 
Massenwirkung erzielen sollen. Man darf feststellen, daß der Versuch 
gelungen ist. >Aufbricht Deutschland< kann als ein Muster dieser Gattung 
gelten, unter den festlichen Massenspielen, die mit dem Aufstieg des 
völkischen Deutschland so unglaublich rasch die ganze hergebrachte 
Spielerei erneuert, bereichert, emporgetragen haben. 

(...) Es bedarf nach alledem nicht der Betonung, daß ein solches 
>Stadionspiel< für feierliche Anlässe überall dort, wo es würdig 
verwirklicht werden kann, aufs Wärmste anzuraten ist. Wirkungen sind da 
zu gewärtigen, von denen die alte Bühne nicht den entferntesten Begriff 
geben könnte" (Werner Kulz in: "Bausteine zum deutschen 
Nationaltheater" I/2, November 1933. S. 61). 

31. Januar 1934, Bericht: 

"(...) Nach Fanfarenstößen, die mehr packen als die abgestimmteste 

Ouvertüre jedes Kulissenstückes, steigt unter Musikklängen der Rufer auf 


B 752 





den Turm und spricht vom Jahr der Entscheidung. >Große Schlacht in 
Frankreich, nur um des Friedens willen wirst du geschlagen!< Er fordert 
Deutschlands J ubel ob der heranfliegenden Siegeskunde, aber 
Deutschlands stolzer Bau ist zersplittert, es fühlt seine Kräfte schwinden. 
In der Heimarmee schwingt der Aufruhr seine rote Fahne, zermirbt den 
Siegeswillen. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Fabriken, die Bauern auf 
dem Felde verlieren den Mut. Der Aufruhr zieht weiter seine furchtbare 
Bahn, vergiftet die Truppe, nimmt ihr die Zuversicht, treibt sie zum 
Meutern. Und Deutschland, von Wehmut erschüttert, fühlt das Ende, aber 
es mahnt zum neuen Glauben, und die Stimmen der Gefallenen mischen 
sich ein und fordern Ehre, Treue, Pflicht. >Ihr weint um uns? Weinet nicht, 
denn unser Tod war Glück!< So marschiert denn Deutschland wieder, zur 
Besinnung gekommen, marschiert aus dem Zusammenbruch zu neuem 
Aufstieg, zu neuem Glück. Durch die nationale Revolution vollzieht sich 
das Wunder des deutschen Erwachens, des deutschen Erstarkens" 
("Aufbricht Deutschland!" Ein nationales Festspiel. "Bremer Nachrichten", 
31/1/34). 

30. März 1939: 

Das 1. Orchesterkonzert des 4. Internationalen Musikfestes Baden- 
Baden, Dgt. G. E. Lessing, bietet Brehmes Triptychon, Fantasie, Choral 
und Finale über ein Thema von Händel, Op. 33. 

Op. 29. Das hohe Lied vom Fliegen. Kantate (T: Kurt Elwenspoek) für 4 
Männerstimmen, Chor und Orch (UA: Köln, 25/V1/37; zugleich RS Köln, 
Chor und Orch des RS Köln, die Sänger Ludwig Matern, Clemens Kaiser- 
Brehme und Wilhelm Witte, Dgt. R. Schulz-Dornburg). 

25. Juni 1937, Sendeeinführung: 

"(...) Unsichtbare Stimmen reden und singen aus dem >klingenden 
Flug< des >fliegenden Alls<. 

Die Menschheit will sich von den Erdenschweren lösen und in den 
Welt-Raum schwingen. 

Der Geist der Schwere verspottet sie und will sie im Staube der Erde 
halten. 

Unter Führung eines jungen Helden stellt sich die Menschheit gegen 
die Geister der Schwere und des Feuers. 

Der junge Held fliegt und stürzt ab. Die unsichtbaren Stimmen und 
die Stimme des toten Fliegers rufen dennoch zum Fliegen auf. 

Und die Menschen fliegen, >wie Gottes Vögel fliegen<. (...)" (R. 
Schulz-Dornburg: Einführung zur Ursendung, RS Köln, 25. Juni 1937. 
Quelle: DRA Potsdam-Babelsberg, Historisches Archiv, NL 17/VI). 

Das Werk war im Kontext der NS-Luftrüstung sehr nützlich zur 
propagandistischen Einstimmung. Das "dennoch" unterschlug, daß 
Menschen - anders als Vögel - abstürzen, auch heute noch. 

Dezember 1937, Hungrige Seele: 

"Es ist weiter aber auch der Wille zum Rhythmus, der schneidend 
und entfesselt die Ballungen der Tonmassen beherrscht. Eine zu rein 
intellektualistischer Virtuosität gesteigerte Instrumentationskunst also und 
der bald gebändigte, bald ekstatisch stampfende Rhythmus sind 
charakteristische Merkmale dieser Musik, die den Verstand beschäftigt, die 


B 753 





Seele aber hungern läßt. Solche moderne Musik ist für den 
Durchschnittshörer gewiß nicht leicht zugänglicher Eigenbereich ihrer 
Meister, die im Sturm und Chaos der Zeit eben ihre musikalische 
Sprache suchen und finden" (Paul Bülow: Zeitgenössisches Musikfest in 
Lübeck, 6./7. November. "ZfM" CIV/12, Dezember 1937. S. 1391). 

Dies betraf das Klavierkonzert Op. 32. 

26. November 1938: 

Im 3. Philharmonischen Konzert bietet Furtwängler erstmals 
Brehmes Triptychon über ein Thema von Händel Op. 33. 

4. Juni 1941: 

"(...) Ich halte den >Uhrmacher von Straßburg< jedenfalls stilistisch 
für eine der beachtlichsten Erscheinungen der Opernproduktion der letzten 
Jahre. (...)" (Gutachten der Reichsmusikprüfstelle, Dr. Mayer, 4/VI/41. 
Quelle: BAR 55/ 20205. Blatt 295). 

Information: FA, MM2, KDMK (Brehme verschwieg dem Herausgeber 
die oben fett gegedruckten Titel), RML, LdCh, MGGS. 


Breisach, Paul 
Wien, 3. Juni 1896 - New York, 26. Dezember 1952. 
Sohn eines Bankiers; Schüler von Bruno Walter, F. Schreker und H. 
Schenker, Dirigent, 1925 GMD in Mainz, später bis 1933 Kapellmeister an 
der Städtischen Oper Berlin. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

Breisach emigrierte und war 1941-46 Dirigent an der Metropolitan 
Opera New York, anschließend der sommerlichen Opernkonzerte in 
Cincinnati. 

16. Oktober 1934, Anfrage: 

"Herr Professor Paul Hindemith suchte bei mir um Genehmigung für 
ein Bratschenkonzert in Wien unter dem Dirigenten Breisach nach. 
Obgleich gegen Auslandskonzerte des Herrn Prof. Hindemith grundsätzlich 
nichts einzuwenden ist, habe ich jedoch bei diesem Gastkonzert wegen 
des Dirigenten Breisach Bedenken. Breisach ist österreichischer Volljude, 
Sohn eines Wiener Großbankiers. Während der Tätigkeit meines 
Präsidenten, Herrn Dr. Richard Strauss, an der Wiener Hofoper war 
Breisach angeblich Assistent bezw. Sekretär desselben. Breisach war u. a. 
auch bis zur Machtübernahme Dirigent der Städtischen Oper in Berlin und 
wurde danach aus dem Dienst entlassen. Während seines Wirkens an der 
Städtischen Oper in Berlin soll Breisach rücksichtslose Vetternwirtschaft 
betrieben haben und politisch durchaus Links eingestellt gewesen sein. Er 
ist eine typische Emigrantenerscheinung und hat wiederholt in dem 
berüchtigten Emigrantenbad (sogen. Staatsbad) in Luxemburg gastiert" 
(RMK, Geschäftsführer, Kurt Karrasch, an RMVP, 16/X/34. Quelle: BAR 
55/ 1184. Blatt 71). 

Information: DML. 


Breit, Christoph (Pseudonym) = Hans Lang 


B 754 





Breitenfeld, Richard 
Reichenberg, 13. Oktober 1869 - KZ Theresienstadt, 16. Dezember 
1942 (ermordet durch SS). 
Opernsänger in Frankfurt a. M., zuletzt Gesangslehrer, zwecks "Endlösung 
der Judenfrage" am 1/X1/42 mit seiner Frau Olga nach Theresienstadt 
deportiert. 


Bremer 


Mein Bataillon. Marsch (RS Frankfurt, 30/V11/37). 


Brendel, Gerhard 
Potsdam-Babelsberg (Nowawes), 13. Oktober 1913 - Frankfurt a. M., 1. 

Dezember 1989. 
Sohn eines Schlossers; Dr. phil. Berlin 1944 (Erziehung durch Rhythmus). 
Zunächst Buchhändler, dann Musikpädagoge, auch Komponist; 1937 in 
Sternberg/ Kurmark, 1938 in Babelsberg, ab 1939 in Berlin mit 
Berufsangabe Angestellter. Während des Krieges zur Wehrmacht 
einberufen, Leutnant in der 1. Propaganda-Einsatz-Kompanie, letzte 
Meldung vom 16/1V/42. 

Nach 1945 zuletzt in Frankfurt a. M. i. R. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.159.565. Seit 1935 im NS-Arbeitsdienst/ RAD, 
zuletzt Oberfeldmeister. Seit 1/XI1/42 Reichshauptstellenleiter im ARR. 


Ostmärkerlied: Im Osten hat begonnen ein neuer Tag zu blühn (T: H. 
Menzel). Kampflied (1935). 
Textprobe (1. Strophe): 

N) 

Da ziehn die Sturmkolonnen 

durchs Land zum Kampfe kühn. 

Seht, wie es sieghaft dämmert: 

Feurig wird der Brand! 

Hört, wie ihr Marschtritt hämmert: 

Unser ist das Land! 

Wir sind der Ostmark Söhne! 

Unser das Land, das schöne! 

Unser der Kampf und der Sieg!" 
In: 
Wenn wir unter Fahnen stehen (1938); RJF, Liederblatt der HJ 74 (1939); 
Morgen marschieren wir (1939); Lied über Deutschland 3 (1940); Im 
gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Musik im Reichsarbeitsdienst. In: Musik im Volk. Grundfragen der 
Musikerziehung, hgb. von W. Stumme (Berlin, 1939). 


B 39 





Zitat: 

"Zwei Gründe sind es, durch die die Musik im Reichsarbeitsdienst so 
große Bedeutung gewinnt: durch die Musik wird das Gemeinschaftsgefühl 
gefördert. Sie läßt Gemeinschaft entstehen und erleben. Jeden Morgen 
marschieren die Kolonnen zu ihren Baustellen. Zu ihrem Marschtritt erklin- 
gen ihre Lieder durch ganz Deutschland. Es gibt keinen Arbeitsmann, der 
nicht beim Mitsingen des Liedes >Wir wollen Kameraden sein, unser Leben 
der Arbeit und Deutschland weihn< das beglückende Erlebnis hatte, sicher 
und gläubig in dieser Gemeinschaft schaffender deutscher J ugend zu mar- 
schieren. Der zweite Grund liegt in der Kraft der Musik, uns zu unserem 
Volkstum zu führen, uns an das Volkstum zu binden. Jedes Volkslied, das 
ein Mensch singend erlebt, wird für ihn zu einem unverlierbaren Besitz. An 
unseren Grenzen, wo Volkstum mit Volkstum ringt, entscheidet dieser 
Besitz volkstumsgebundener Güter den täglich zu führenden Kleinkampf. 
Feste Verwurzelung und lebendiger Umgang mit Volkstumsgütern macht 
innerlich wehrhaft. So ist uns die Musik ein kostbares Gut unseres 
Volkstums, durch das wir unsere Gemeinschaft täglich neu erleben und 
unser Zusammengehörigkeitsgefühl vertiefen können. Unter dieser Sicht 
wird im Reichsarbeitsdienst die im besten Sinne politisch wirksame Musik 
ausgewählt, betrieben und gefördert" (S. 102-103). 

Fahnenlied der Arbeitsmaiden: Was tief in unsern Herzen glüht (T: Th. 
Scheller) NS-Bekenntnislied. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Wo nachts des Herrgotts Sterne stehn 
und seine Allmacht künden, 
soll tags des Führers Fahne wehn, 
und alle, die zur Fahne gehn, 
solln sich zu ihm hinfinden". 
In: 
Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Das Orgelbuch (1943). 

Information: Laut LA Berlin (24/VIII/99) ist Brendel 1955 
meldepolizeilich nicht mehr erfaßt; Grund: Nichtverwendbarkeit der 
Ostberliner Meldeunterlagen auf Film. Standesbeamtin Kurmann, 

Potsdam (25/VIII/99), verweigerte mit Berufung auf das verfälschte PStG 
8 61, also rechtswidrig, die Angabe zum Ableben. Damit raubte sie dem 
Künstler das postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt 
und betrog den Lexikographen um sein Grundrecht auf ungehinderte 
Berufsausübung. 


Brender, Severin 

Gelsenkirchen/ Rheydt, 27. Oktober 1889 - Vaduz (FL), 12. März 1960. 
Sohn eines Schuhmachers und Chorleiters. Seit 1911 in Vaduz, 
Liechtenstein, hier 1919 Fürstl. Musikdirektor; Musiklehrer am 
J esuitenkollegium Stella Matutina und an der LBA Feldkirch sowie an der 
Realschule Vaduz bis 1959. 1919-46 Bundeschormeister des von ihm 
mitbegründeten Liechtensteinischen Sängerbundes, Ehrenbürger der 
Gemeinde Balzers. 


B 756 





NSDAP seit 1/V/34, Nr. 3.453.932. 
Vaterländisches Lied, 0onA, am 11/X1/33 mit Widmung an Dr. Goebbels 
geschickt. 


Nachruf: 

"(...) Wir lehnen als Christen den Zufall ab und deshalb, scheint es 
mir, ist es auch keiner, wenn Musikdirektor Brender an einem Samstag, an 
einem besonderen, der Muttergottes geweihten Tage, der in diesem Jahr 
mit dem Fest eines Patrones der musica sacra, dem Feste Gregorius des 
Großen zusammenfiel, sterben durfte. Ein höherer Bezug, der rückblickend 
auffallen muß, mag mit dem Beginn seiner Lebensarbeit als Musiker in der 
Stella Matutina liegen, indem der Auftakt mit der musica sacra begann 
und am Lebensabend mit ihr ausklang. 

(...) Es ist meines Wissens das erste Mal, daß eine Gemeinde des 
Landes ein Ehrenbürgerrecht für kulturelle Verdienste an einen 
Nichtliechtensteiner verlieh, wie es die Gemeindeversammlung von Balzers 
getan hat. Für Musikdirektor Severin Brender mag es wohl die Krönung 
seiner mehr als dreißigjährigen Tätigkeit in Balzers gewesen sein, zumal 
er auch wußte, daß die Balzner Bürgerschaft mit der Verleihung des 
Bürgerrechtes bzw. Ehrenbürgerschaft eher zur konservativen 
Zurückhaltung neigt" (Severin Brenders letzter Gang. "Liechtensteiner 
Vaterland" VIC/23, 11/111/60, Beilage). 


Brener (oder: Bremner, Brenner), Ernst 


Ziehharmonikaspieler in Nürnberg, blind; auch Komponist für das 
Instrument. 


Mehrere SA-Märsche für Ziehharmonika (RS München, 22/X1/34). 


Brenner 


Alles für Deutschland. Marsch (z. B. RS Hamburg, 16/VI1/37, aus 
Bremen; RS HH, *19/1X/37). 
Die Wehrmacht kommt. Marsch (RS Hamburg, 14/X/38, aus Bremen). 


Brenner, Konrad 
Memmingen, 15. April 1913 - Stuttgart, 28. Mai 1974. 
Orchesterdirigent; Kapellmeister und Korrepetitor am Stadttheater Ulm. 
1941 im Wehrdienst, 1943/44 wieder in Ulm. 

1945 Chordirektor und Korrepetitor an der Württembergischen 
Staatsoper Stuttgart und hier - Stand 1969 - Studienleiter, auch Lehrer an 
der Musikhochschule, Leiter des Kirchenchors Degerloch mit Wohnung u. 
a. in Plieningen. 


B 757 





Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Musik zu Shakespeares Sommernachtstraum (Stadttheater Ulm, 30/1V/ 
40). 


Brenner, Rudolf 
1854 - 1927 


Gute Nacht: Die Erde schloß die Augen zu (T: Ludwig Pfau) (u. a. 
Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB). 


Brennicke 


Im Gleichschritt. Marsch (RS Frankfurt, 24/X/38). 


Brennt nun, Kameraden, unser Feuer an. HJ-Lied, onA. 
In: 
J ungenlieder (1937). 


Bresgen, Cesar 

Firenze (Italien), 16. Oktober 1913 - Salzburg (A), 7. April 1988. 
Sohn eines Bildhauers und Kunstmalers und einer Pianistin; Schüler von ]. 
Haas, Musikpädagoge und Komponist, erlernte er bei H. K. Schmid schon 
früh das Orgelspiel, wirkte zwischen 1931 und 1935 neben dem Studium 
als Organist von St. Rupert in München, ging 1933 nach London als 
Klavierimprovisator und Komponist in Leslie Barrows Tanzstudio bei der 
Mary-Wigman-Schule, kehrte jedoch 1934 nach München zurück. Hier 
arbeitete er an der Bayerischen Staatsoper als Ballettrepetitor und war 
1936 Mitarbeiter am HJ -Rundfunk des RS München, wirkte 1937 auch für 
das Kulturamt der RJF. 1938 leistete er den Wehrdienst ab. 1939-44 in 
Salzburg Professor am Mozarteum und Leiter der Musikschule für Jugend 
und Volk. Er erhielt 1935 den Felix-Mottl-Preis, 1936 den Musikpreis der 
Akademie der Tonkunst, 1941 den Musikpreis der Hauptstadt der 
Bewegung (München), 1942 den Kulturpreis der Gauhauptstadt Salzburg 
(7.000 RM). Im Krieg uk-gestellt. Reichsstatthalter Gauleiter Schirach in 
Wien förderte ihn mit einer Subvention von 3.600 RM jährlich, Vertrag bis 
April 1945. Nach Schließung des Mozarteums 1944 ging er nach Mittersill, 
wo die Wehrmacht ihn holte und als Funker einsetzte. 

1947 nach Fürsprache von C. Orff und E. Preußner bei der US- 
Militärregierung konnte er wieder als Lehrer am Mozarteum Salzburg 
arbeiten, seit 1950 o. Professor für Komposition. 1976 fiel der Große 
Österreichische Staatspreis an ihn. Zum 1/X/84 emeritiert, ging Bresgen 
auf Vortragsreisen, so über Musikethnologie, bis nach Asien und in die 
USA. Zuletzt lebte er in Groß-Gmain. 

Werke: u. a. Suite für Klavier Op. 1 (1937); Sonate in C-dur für Cello 


B 758 





und Klavier Op. 8,1 (1935); Konzert für 2 Klaviere Op. 13 (1937); Choral- 
Sinfonie Op. 16; Bläsermusik Op. 17 (1937); Concerto grosso Op. 19 
(1937); Sinfonisches Konzert für Klavier und Orch Op. 21 (1937); Opern, 
so "Dornröschen oder Die Urewigen" (UA: Straßburg, 15/1V/42), "Das 
Urteil des Paris" (UA: Göttingen, 31/1/43) und "Paracelsus", auf einen 
eigenen Text (von der Staatsoper Dresden für die - ausgefallene - Spielzeit 
1944/45 vorgesehen); "Die schlaue Müllerin", Tanzsingspiel (UA: Essen, 
14/11/43); szenische Kantaten, so "Bauernhochzeit" (1937), "Das 
KindIfest" (1941) und "Drischleg" (1942). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. Er erbrachte - folgenlos - nicht den verlangten 
Abstammungsnachweis. 1934 HJ, zuletzt (Ober)-Gefolgschaftsführer, dann 
in der HJ-Rundfunkspielschar München. 1935 NSLB, Gründer und Leiter 
eines NSLB- Kammerorchesters 1937 in der NSKG München, auch 
Mitarbeiter des Kulturamts der RJF. 1939 in Salzburg Leiter der 
"Mozartspielschar der Hitlerjugend". 1943 Beauftragter für Volkslied im 
Heimatwerk Salzburg des Gauleiters Dr. Scheel. Laut RSHA, undatiert, 
lagen "nachteilige Notierungen (in politischer Hinsicht) nicht vor". 


1934 
Musikalische Zwischenspiele zur Sendung Jüngste Lyrik mit Dichtungen 
von W. Brockmeier, F. Tumler und Wolfgang Schwarz (RS München, 18/1X/ 
34, in der Reihe ") unge Generation"). 
Musik zum Funkgedicht Werdendes Leben"von Quirin Engasser (RS 
München, 14/X1/34). 


1935 
Musik zu Die Drescherballade. Dichtung vom Sterben des 
Bauersmannes von Ernst Egermann (RS München, 5/X1I1/35). 


1936 
Kuckucksduett für 2 Blockflöten (März 1936). 
In: 
RJF, Musikblätter der H) 52 (1936). 
Musik zu Heilige Erde, Hörfolge vom neuen Werden in der Natur von 
Hans Joachim Paris (RS München, 21/111/36). 
Musik zu Hölzerne Kreuze, Worte von Wolf J ustin Hartmann, Verse von 
Ludwig Friedrich Barthel (RS München, 10/1V/36). 
15. Juni 1936: 

Im Kammerkonzert beim 67. Tonkünstlerfest des ADMV in Weimar 
bieten Johannes Strauß und Hans Beltz Bresgens Musik für 2 Klaviere. 
Werk 17. Bläsermusik (1936; RS München, *18/V11/37, Festliche 
Bläsermusik zum Tag der deutschen Kunst, MZ des SS-Totenkopf- 
Verbandes Oberbayern, Dgt. Leander Hauck) [VB]. 

Die Sätze: Festlicher Ruf - Mahnung - Besinnung - Ausklang. 
In: 

Blasmusiken für Kundgebung und Feier 2. 

Werk 18 Nr. 3. Ostinato für 3 Instrumente. 


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In: 

RJF, Musikblätter der HJ) 52 (1936). 

Werk 18 Nr. 4. Spitzing-Musik. Eine kleine Festmusik, für Flöte, 
Trompete in B, Fagott und 2 Violinen (UA: München, *1/V/36, zur Maifeier 
der HJ -Rundfunkspielschar). Geschrieben zur Spitzingsee-Feier für die 
tragbaren Instrumente der Spielschar. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ) 51 (1936). 

Werk 18 Nr. 5. Spielmusiken für 2 und 3 Melodieinstrumente. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ) 52 (1936). 

Werk 19. Concerto Grosso für konzertante Flöte, Oboe, Trompete, Geige 
und Orch (u. a. Braunschweig, *1/X1/36, bei den 3. Reichsmusiktagen der 
HJ; RS Hamburg, 5/X1/36; RS Leipzig, *11/X1/36; RS Köln, 30/X1/37, in 
der Reihe "Junge Mannschaft: Musik zur Feiergestaltung") [WM]. 
Beurteilung: 

"Uns gefiel weitaus am besten (...) das Letztere, Werk eines 
23jährigen, beseelt von echtem Spielmannsgeist, fließend und in großen 
Bögen gestaltet, zwar da und dort barockes Vorbild anklingen lassend, 
aber im Ganzen eine eigene, unterhaltsame, frisch musikalische Leistung" 
(Richard Baum: Die Musikarbeit der Hitlerjugend. "Zeitschrift für 
Hausmusik" V/5-6, September-Dezember 1936. S. 224). 

Nur der Freiheit gehört unser Leben (T: H. Baumann). Kantate vom 
Soldaten, für Mannschaftschor, Sprecher und kl. BlasOrch. (1936) 
[ZVNSDAP]. 

In: 

Musik für Feierstunden im Jahreslauf Nr. 14. 


1937 
Zahn: Wohlauf, Kameraden. Für Trompete in B, Streicher und Bläser: 
Bresgen. 
In: 


Volksliedsingen im Schulfunk 22 (28. Januar 1937). 

Baumann: Mein Vater war ein guter Soldat. Für 2 Geigen und Cello: 
Bresgen. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 22 (28. Januar 1937). 

Götz: Wildgänse rauschen durch die Nacht. Für Trompete in C und 
Streicher: Bresgen. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 22 (28. Januar 1937), 8/9 (4. August 1938), 
26 (März 1940). 

Werk 23 Nr. 2. Totenfeier, für gr. Orch (1937; RS München, *21/11/37, 
zum Heldengedenktag; RSdg, *9/X1/38; RS Leipzig, *11/X1/39, 
Morgenfeier der HJ-Rundfunkspielschar) [K]. 

Musikalische Gestalitung der Morgenfeier "Mehr sein als scheinen", 
zusammengestellt von Gertrud Grote und Hanns Joachim Paris, mit 
Ansprache von Reichsleiter Walter Buch (RS München, 1937). 





Bresgen verwendete Lieder von H. Baumann, G. Maasz und H. 
Spitta zu ausgewählten Texten von Baldur von Schirach, Hebbel, Georg 
Stammler, Schopenhauer, Hitler, W. Brockmeier, E. W. Möller, Hermann 
Roth, Gorch Fock, Schiller, Goethe und einschlägigen Zitaten und gliederte 
die Feier, indem er seine Intrade für Bläser zur Einleitung, zweimal einen 
Trompetenruf einsetzte, einen Ausspruch Hitlers mit einer kurzen 
Bläsermusik betonte und zur Ansprache Buchs mit einer großen 
Bläsermusik überleitete 
Werk 22 Nr. 1. Wir zogen in das Feld. Liedkantate für MCh und Orch 
(1937; RS Frankfurt, 8/X/38). Hgb.: Kulturamt der RJF [B]. 

In: 

Das junge Werk 2. 

Das Verhältnis der jungen Generation zur Musik ("Deutsche 
Musikkultur" 11/1, April-Mai 1937). 

Zitat: 

"Noch haben wir unsere J azz-Orchester (...). 

Aber es wird der gesunde deutsche Junge, ob er nun sorgfältig dahin 
erzogen ist oder nicht, seiner inneren Haltung gemäß das ablehnen und 
zwangsläufig zum tiefen, echten Kulturgut hinkommen. Die Beziehungen 
zu den großen Meisterwerken der Kunst sind überall noch da - nur vielfach 
verschüttet, und es gilt, all das durch Kitsch und Schlager verloren 
Gegangene wieder aufzunehmen: Alle Voraussetzungen sind durch die 
erstmalige Erfassung der gesamten deutschen Jugend gegeben. Aber die 
Hauptursache: Erziehung. Dann wird die neue Jugend auch die hohe, die 
Kunst der Meister, als ein Glied und Stück ihres Lebens erfassen, so wie 
sie es heute schon beim Singen der Bekenntnislieder unbewußt tut. Jeder 
Junge unserer HJ, der singen kann, ist zur Freude an der Musik zu 
erziehen; und es muß dahin kommen, daß die Musik wieder zum 
unentbehrlichen, unveräußerlichen Teil des Lebens unserer Nation wird. An 
uns in der HJ ist es gelegen, dazu Bausteine zu schaffen!" (S. 8). 

Die Bauernhochzeit. Szenische Kantate von Alfons Teuber für gemCh, 
Solostimmen und kl. Orch (1937; UrS: RS Saarbrücken, *6/X/38; Sender 
Lodsch, 4/11/40, 25/11/40) [B]. 

Ansingelied: Kommet all, ihr Leute, feiern sollt ihr heute. Aus: "Die 
Bauernhochzeit" (1937). 

In: 

Fahne der Kameradschaft (1937); Lied über Deutschland (?1941). 

Werk 22 Nr. 2. Wir singen den Maien an: \Wohlauf, wir singen den 
Maien an. Kantate für Chor, Vorsängerin (S), Flöte oder Oboe, 2 Geigen 
und Baß (1937; RS Leipzig, 27/1V/37; RS München, 8/V/37; Düsseldorf, 
*17/V/39, zur Kundgebung der HJ bei den Reichsmusiktagen). Hgb.: 
Kulturamt der RJF [B]. 

In: 

Das junge Werk 4. 

Besprechung: 

"Alte und neue Weisen verbinden sich zu einer heiteren, formal 
abgerundeten kleinen Liedkantate. Die Erfindung ist frisch und 
ungekünstelt, die Instrumente sind geschickt und charakteristisch in das 


B 76] 





melodisch-rhythmische Geschehen miteinbezogen. Da auch die 
technischen Anforderungen nicht groß sind, wird man gut daran tun, oft 
und freudig, draußen und drinnen in der Frühlingszeit die Musik dieser 
schönen Kantate erschallen zu lassen. Selbst ein Tänzchen unter der 
Dorflinde ließe sich anschließen; auch dafür hat der Komponist in seiner 
Schlußsteigerung schon Sorge getragen" (Eberhard Preußner in: "Die 
Musikpflege" IX/2, Mai 1938. S. 68). 

Juli 1937, Beurteilung: 

"Bresgen hat sich wiederholt in der Parteiarbeit hervorgetan, und in 
der HJ. hat er durch Schaffung neuer Chor- und Feiermusik wertvolle 
Mitarbeit geleistet" (Herbert Gerigk: Aus dem Musikleben. "NS- 
Monatshefte" VI11/88, Juli 1937. Seite 653). 

So singen wir unsrer Mutter Lied, das Lied vom heimlichen Haus (T: 
H. Baumann). 3stimmig (1937) [V]. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Wir singen das Lied vom 
heimlichen Haus, 

darinnen ein Feuer brennt, 

darinnen die wahre Heimat ist, 

dort geht unsre Straße aus, 

dort geht unsre Straße aus". 
In: 
Fahne der Kameradschaft (1937); Die Singstunde 109 (1937); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938); Zünde an die Kerzen (1939); Singebuch für 
Frauenchor (21940); SS-Liederbuch (61940, 91941); Lied über 
Deutschland (?1941); Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 2 (1942); 
Das Kindelwiegen (1943); Weihnacht macht die Türen weit (1944). 
Baumann: Horch auf, Kamerad. Kampflied. Für Trompete, 2 Geigen und 
Cello: Bresgen. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 8 (15. Juli 1937), 16 (November 1939). 
Altendorf: Ein junges Volk steht auf. SA-Kampflied. Für Trompete, 2 
Geigen und Cello: Bresgen. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 8 (15. Juli 1937), 14 (12. Oktober 1939). 
Napiersky: Es dröhnet der Marsch der Kolonne. NS-Kampflied. Für 
Klavier mit Flöte und Trompete: Bresgen. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 8 (15. Juli 1937), 14 (12. Oktober 1939), 6 
(Juni 1940). 
*2. August 1937: 

Die Sendung "Kammermusik aus der Hitlerjugend" des DtldS bietet 
Bresgens Sonate für Violoncello und Klavier. 

Musik zu Von deutscher Art: Macht - Freiheit - Ehre von Adolf Hösel. 
Darin auch Musik von H. Majewski (RS München, 10/X/37). 
*9, November 1937: 

Der Rundfunk sendet Bresgens Feiermusik (RSdg, *9/X1/37). 

Werk 23 Nr. 1. Feiermusik Nr. 1, für gr. Orch (1937; Stuttgart, 


B 762 





*10/X1/37, bei den Reichsmusiktagen der HJ; RS Königsberg, * 24/11/38; 
*9/X1/37, Gr. RundfunkOrch München, Dgt. Hans A. Winter; Düsseldorf, 
*29/V/38, zur Festlichen Morgenmusik der HJ bei den Reichsmusiktagen) 
[K]. 

Besprechung: 

"Bei aller selbständigen Formung fällt bei Bresgen die thematische 
Verwandtschaft mit Hindemiths Symphonie >Mathis der Maler< auf" 
(Helmut Doster: Abschluß der Reichsmusiktage der HJ. "Stuttgarter NS- 
Kurier" Nr. 533, Morgenausgabe, 15/X1/37). 

*11. November 1937: 

Der RS München bietet am Langemarck-Tag Bresgens Sonate für 
Bratsche und Klavier. 

Werk 22 Nr. 4. Auf, auf zum fröhlichen J agen. Kleine J agdkantate für 
Chor, Einzelstimmen und Instrumente (1937; u. a. Stuttgart, *12/X1/37, 
bei den Reichsmusiktagen der HJ; RS Hamburg, 29/X11/37). Hgb.: 
Kulturamt der RJF [B]. 

In: 

Das junge Werk 5. 

Festlicher Ruf. Für BlasOrch und Fanfaren (u. a. Stuttgart, *14/X1/37, 
zum Ausklang der Reichsmusiktage der HJ). 

26. November 1937: 

Die Münchener Philharmoniker, Dgt. A. Mennerich, bieten - erstmals 
- das Sinfonische Konzert für Klavier und Orch Werk 21 von Bresgen; 
Solist: Udo Dammert (Klavier). 

30. November 1937: 

Das Kölner RundfunkOrch, Dgt. Schulz-Dornburg, bietet im 
Gürzenich zu Köln u. a. Bresgens "Concerto grosso" Werk 19 (RS Köln, 
30/X1/37, "Junge Mannschaft. Musik zur Feiergestaltung"). 

20. Dezember 1937: 

Der Rundfunk sendet Bresgens Werk 19 Concerto grosso, 1. Satz 
(RS Hamburg *20/X11/37, "Musik der Jugend. Vorbild und Aufbruch"). 
Haßler: Festmusiken für Bläser. Fünf Intraden aus dem "Lustgarten 
neuer teutscher Gesänge" 1601. Hgb. von Paul Winter. Einrichtung: 
Bresgen [VB]. 

In: 

Blasmusiken für Kundgebung und Feier 3. 

Feuer, spring auf! (T: Fritz Meingast). Eine Julfeier der HJ) (RS München, 
*21/X11/37). 

Besprechung: 

"(...) Sie huldigt in feierlich tänzerischem Schreiten dem Feuer. 
Reizvoll klingen fremdartige Melodien auf. Es ist freies Musizieren, ohne 
lästige Nachahmung: Bresgen hat einen neuen Kantatenstil gefunden, der 
sein Gesicht trägt" (Wolfgang von Bartels in: "ZfM" CV/2, Februar 1938. S. 
218-219). 


1938 
Blumensaat: Stellt euch um die Standarte rund. Für Trompete, Geigen 
und Cello: Bresgen. 


B 763 





In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 21 (13. Januar 1938). 

Wenn alle untreu werden. SS-Treuelied. Für Flöte, 2 Geigen und Cello: 
Bresgen. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 21 (13. Januar 1938), 21 (Januar 1940). 
Altendorf: Rollt nun die blutigroten Fahnen auf. NS-Kampflied. Für 
Trompete, 2 Geigen und Cello: Bresgen. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 21 (13. Januar 1938). 

Februar 1938: 

"(...) Wie schon eingangs erwähnt wurde, ist Cesar Bresgen in 
jüngster Zeit so sehr mit Kantaten-Komposition und mit Schöpfungen für 
die künstlerische Ausgestaltung von Feierstunden, Morgenveranstaltungen 
und festlichen Kundgebungen beschäftigt, daß er vorerst die bisher 
begonnenen Werkreihen nicht fortzusetzen gedenkt. (...)" (Josef 
Klingenbeck: Cesar Bresgen - ein junger Münchener Musiker. "Münchener 
Mosaik" I/2, Februar 1938. S. 63). 

1. Februar 1938: 

Die vereinigten Orchester von Stadt und RS Saarbrücken, Dgt. Hans 
Weisbach, bieten im Abendkonzert Bresgens Sinfonische Suite Werk 20 
(RS Saarbrücken, 1/11/38). 

Werk 22 Nr. 3. So treiben wir den Winter aus. Kantate für Chor, 
Vorsänger (Baß), Vorsängerin (S) und Instrumente (1938; RS Köln, 
* 18/11/38, in der Sendung "Junge Mannschaft") [B]. 

Besprechung: 

"Diese Kantate sei aufs wärmste empfohlen. Sie geht von dem alten 
Brauch des >Winteraustreibens< aus. Zwei ältere und eine neue eigene 
Weise einen sich vorzüglich. Zugleich wird wieder einmal deutlich, wie gut 
der moderne, linienhaft geführte Satz zu den alten Weisen paßt. Die 
Kantate bringt schöne Abwechslung in Stimmung und Besetzung und hat 
doch einen wirkungsvollen, einheitlichen Aufbau. Schließlich bietet sie 
technisch keine Schwierigkeiten. Geigen, Cello, Trompete und Flöte sind 
notwendig. Oboe, Klarinette, Kontrabaß und Pauke sind erwünscht; alles 
in allem also sehr einfache Mittel" (Paul Mies: Neue Noten. "DSBZ" 
XXX/42, 15/X/38. S. 578). 

24. Februar 1938: 

Das GewandhausOrch Leipzig, Dgt. H. Abendroth, bietet die 
Feiermusik von Bresgen (RS Königsberg, * 24/11/38). 

26. Februar 1938: 

Der Rundfunk bietet Bresgens Werk 8 Nr. 1 Sonate für Cello und 
Klavier in C-dur (RS Saarbrücken, *26/11/38, "Kleine Musikstunde der 
Hitlerjugend"). 

*4. März 1938: 

Zur Heldengedenkfeier der Frontkämpfer und Kriegbeschädigten der 
AEG in Berlin umrahmen die beiden Teile von Bresgens Totenfeier, Werk 
23 Nr. 2, eine Gedenkrede von Reichskriegsopferführer SA-Gruppenführer 
Pg. Hanns Oberlindober. 


B 764 





21. März 1938: 

Die Rundfunkspielschar 7 der HJ, Dgt. Erich Wetzig, führt Bresgens 
Kantate "So treiben wir den Winter aus" zur Sendung auf (RS Leipzig, 
21/111/38). 

14. April 1938: 

Die Rundfunkspielschar 4 der HJ, Dgt. R. Stapelberg, bietet 
Bresgens Kantate "So treiben wir den Winter aus" zur Sendung (RS 
Hamburg, 14/1V/38). 

Musik zur Hörfolge Heut ist ein freudenreicher Tag, daß man 
den Sommer gewinnen mag von Ruth Geede über deutsches 
Brauchtum der Osterzeit, zus. mit E. M. Henning (RS Königsberg, 
16/1V/38). 

Henning: Und haben wir die Treue. Bekenntnislied. Satz: Bresgen. 
In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 1/2 (28. April 1938). 

Baumann: Ein ganzes Jahr ist wie ein Korn. Satz: Bresgen. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 1/2 (28. April 1938). 

Sotke: Leuchte, scheine, goldne Sonne. Satz: Bresgen. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 1/2 (28. April 1938), 2 (27. April 1939). 
Schüler: Einer geht und ist der Held. Instrumentalsatz: Bresgen. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 1/2 (28. April 1938), 1/la (13. April 1939). 
Sind wir nicht die Musikanten. Verschiedenartige Instrumentalsätze zu 
geselligen Liedern (1938) [K]. 

Darin: 

1. Sind wir nicht die Musikanten. - 2. Auf, auf, ihr Wandersleut. - 3. Jetzt 
fangt das schöne Frühjahr an. - 4. Wann wir schreiten Seit an Seit. - 5. 
Heraus, heraus die Klingen. - 6. Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd. - 7. 
Vivat, jetzt geht's ins Feld. - 8. Bei dem Donner der Kartaunen. - 9. Z' 
Ebersteburg in der Krone. - 10. Sitzt a klois Vögele. - 11. Wie lustig ist's 
im Winter. - 12. Du, du. - 13. Zit isch do. - 14. Im Märzen der Bauer. - 15. 
Es wollt ein Jägerlein jagen. - 16. Kein schöner Land. - 17. Und so gehn 
wir alle in das Himmelloch. 

Mai 1938: 

Das Schlußsingen der Städtischen Singschule München, Dgt. Konrad 
Sattler, bietet u. a rheinische Soldatenlieder in 2stimm. Satz von 
Bresgen. 

*25. Mai 1938: 

Die musikalische Abendveranstaltung des NSD-Studentenbundes bei 
den Reichsmusiktagen in Düsseldorf bietet die Serenade für fünf 
Holzbläser von C. Bresgen. 

J uni 1938: 

"(...) Cesar Bresgen, dessen >Feiermusik< für großes Orchester 
kürzlich im Leipziger Gewandhaus unter Prof. Abendroth zu einer 
erfolgreichen Aufführung kam, hat dieses Werk auf Einladung des NS- 
Studentenbundes nunmehr bei der Kulturtagung in Königsberg und 


B 765 





anschließend in Berlin dirigiert. Er wurde auch eingeladen, seine Musik zu 
Eichendorffs >Freier< bei den Reichsfestspielen in Heidelberg selbst zu 
leiten" ("ZfM" CV/6, Juni 1938. S. 682). 

10. Juni 1938: 

Die Rundfunkspielschar 11 der HJ mit Sing- und Spielgemeinschaft 
der Hochschule für Lehrerbildung Saarbrücken, Dgt. E. Pfannenstiel, bietet 
Bresgens Jagdkantate "Auf, auf zum fröhlichen J agen!" (RS Saarbrücken, 
10/VI1/38). 

Tri-ra-ro, der Sommertag is do! Kantate für Chor (auch Kinderchor), 
zwei Blockflöten, drei Geigen und Bass (1938) [B]. 

Ich will euch ein Liedchen singen. Volkslied. Für 2 Geigen und Baß 
(Cello): Bresgen. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 7 (7. Juli 1938). 

Es ritten drei Reiter wohl über den Rhein. Volkslied. Für 2 Geigen 
und Cello: Bresgen. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 7 (7. Juli 1938). 

Ich wollt, daß ich ein Jäger wär. Volkslied. Für Flöte, 2 Geigen und 
Cello: Bresgen. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 7 (7. Juli 1938). 

Ich hab mir mein' Weizen am Berg gesät. Volkslied. Für Flöte, 2 
Geigen und Cello: Bresgen. 


In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 7 (7. Juli 1938). 
15. Juli 1938: 


HJ -Rundfunkspielschar 11 mit Sing- und Spielgemeinschaft der 
Hochschule für Lehrerbildung Saarbrücken, Dgt. E. Pfannenstiel, bietet 
abermals Bresgens "J agdkantate" (RS Saarbrücken, *15/V11/38, 
"Musikstunde der Hitlerjugend"). 

August 1938: 

"(...) Das in ihnen (den Liedkantaten) maßgebliche Gesetz ist das 
der leichten Ausführbarkeit, da ja diese Kantaten, deren Bresgen bisher 
vierzehn geschrieben hat, dem praktischen Gebrauch in der Hitler-) ugend 
zugedacht sind. Was Bresgen mit ihnen gegeben hat, gehört zum 
Schönsten und Besten nicht nur seines Schaffens, sondern unserer Tage 
überhaupt. (...)" (Erich Valentin: Cesar Bresgen. "ZfM" CV/8, August 
1938. S. 846). 

Kleine Soldatenkantate, für Chor, Streicher, 2 Flöten, Cello, Trommel 
und Trompete (1938; RS Frankfurt, 27/1X/38) [K]. 

Komponiert über fünf Soldatenlieder der Tradition - "Vivat, jetzt 
geht's ins Feld", "Auf, auf Kameraden", "Bei dem Donner der Kartaunen”, 
"Es leben die Soldaten" und "Der Preußen König" - mit einem 
Pfeifermarsch und einem Pfeiferstück. 

Musik zum Hörspiel Hans Sachs singt Nürnbergs Lob von Fritz 
Meingast (RS München, 21/1X/38, Reihe "Deutsche Dichtung und Musik"). 
Mein Erlebnis der Hitler-) ugend ("ZfM" CV/10, Oktober 1938). 


B 766 





Zitat: 

"(...) Der durchgreifende Aufbau in der Musikarbeit hat eine 
wesentliche Vertiefung auf allen Gebieten zur Folge gehabt. Immer größer 
wird der >Mitarbeiterkreis<, eine Fülle von Liedern und Werken für Fest 
und Feier, für Heimabend und Fahrt entsteht Tag um Tag. Und so geht der 
Weg immer weiter, über alle Rückschläge und Mißerfolge hinweg. Für den 
schaffenden Künstler weitet sich die Aufgabe immer mehr. Er wird, auch 
wenn er längst nicht mehr nur für die J ugendmusik oder Feiergestaltung 
arbeitet, die innere Haltung, die ihm dieses Erlebnis gegeben hat, nie 
mehr verlieren können. Er wird sich, über alle Schwankungen hinweg, von 
der Gemeinschaft nie so weit entfernen können, daß er den wahren Weg 
vergißt und seinem Volke fremd wird" (S. 1107). 

Volk im Jahreslauf. Auf, auf zum fröhlichen Jagen! Eine Liedfolge, zus. 
mit H. Gudschun (RS Königsberg, 15/X/38, HJ-Rundfunkspielschar 10 
Königsberg, Dgt. H. Gudschun). 

Der Jäger aus Kurpfalz. Volkslied. Für 2 Chöre: Bresgen, aus "Auf, auf 
zum fröhlichen Jagen". 

In: 

DAF, Singendes Volk 8 (März 1942). 

Kleine Laternenkantate. Für Kinderchor und drei Geigen (und Flöten ad 
lib.) (1938) [Bl]. 

Lumpengesindel. Kantate nach dem Grimm'schen Märchen für 
Vorsänger, Kinderchor, vier Geigen, zwei Blockflöten und Cello (1938; 
DtldS, 27/X1/38, 27/11/39; RS Leipzig, 2/X11/38, Rundfunkspielschar 7 der 
HJ, Dgt. E. Wetzig; DtldS/ RS Berlin, 6/1/40, 26/1/40; RS Breslau, 
12/11/40, 26/11/40) [B]. 

Musik zur Sendung Herbstausklang. Eine Wanderung durch den 
Spätherbst mit H. Löns von Irene Herr, zus. mit E. M. Henning (RS 
Königsberg, 1/X11/38). 

Musik zu Flamme empor! (T: Joh. Anleiten). Wintersonnenwendfeier der 
HJ (RS München, *20/X11/38, Sendereihe "Deutsches Volkstum"). 

Wir sind ja die lust'gen Pfeiferlbuam. Sechs bayerisch-österreich. 
Lieder und ein "Zwiefacher", nach Volksweisen, von C. Bresgen gestaltet: 
1. Im Frühjahr, wenn's grean wird - 2. Die Pfeiferlbuam vom Grundlsee - 
3. Das Schwalangschör-Lied - 4. Du, du - 5. Wia lustig is's im Winter - 6. 
Zwiefacher - 7. Bin i net a lustiger Fuhrmannsbua. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ) 105/106 (1938, 1941). 

Spielmusik zu dreien. 

In: 

RJF, Musikblätter der H) 107 (1938, 1941). 

Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht" (21942) als Notentip. 

Kleine Variationen für 2 Melodie-Instrumente. 
In: 
RJF, Musikblätter der H) 107 (1938, 1941). 
Zwei festliche Rufe, für Bläser (RS München, 24/X11/38; DtldS, 
2/111/39) [V]. 
Es ist ein Ros entsprungen. Eine Weihnachtskantate für gemischte 


B 767 





Stimmen, drei Geigen, Flöten und Bass (1938; RS Stuttgart, 25/X11/38, 
unter Verkürzung des Titels auf "Weihnachtskantate") [Sc]. 

Bresgen verwendete hier durch Textänderungen weitgehend 
"entchristlichte" traditionelle Weihnachtslieder. Das schweizerische Radio 
Beromünster hielt dies nicht ab, das Werk am 19/XII/38 ins Programm zu 
nehmen. 


1939 

Ihr Deutschen, wollt ihr wachen. Trutzlied zum *30. Januar. Für 
2-4stimm. gemCh mit Streichquintett: Bresgen. 

In: 

Der junge Chor 1 (1940). 

Havele, havele, Hahne. Eine Fastnachtskantate für ein- und 
zweistimmigen Chor (Kinderchor), Vorsänger, Flöte und 
Streichinstrumente (1939) [B]. 

19. März 1939: 

Die Festgabe Joseph Haas zum 60. Geburtstag bringt von Bresgen 
zwei Hymnen für gemCh und StreichOrch, Bauer, in deinen Händen und 
Lob der Arbeit. 

Baumann: Weit laßt die Fahnen fliegen. Bläsersatz: Bresgen. 
In: 
RJ F, Junge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939). 
Napiersky: Jetzt trag die Trommel vor uns her. Für Bläser: Bresgen. 
In: 
RJ F, Junge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939). 

Sotke: Auf, hebt unsre Fahnen. Für Bläser: Bresgen. 


In: 
RJ F, Junge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939). 
*1]. Mai 1939: 


In Bad Cannstadt findet im Werk der Mahle KG und Elektron Co. ein 
Festkonzert zum Maifeiertag statt. Werkschar, Betriebsjugend und 
Werkkapelle bieten u. a. Bresgens Nur der Freiheit gehört unser Leben 
(Kantate vom Soldaten). 

Mayenkonzert für konzertantes Klavier und kl. Orch (Düsseldorf, * 16/V/ 
39, Reichsmusiktage, Städt. Orch Essen, Dgt. A. Bittner, Solist: Hermann 
Drews, Klavier; DtldS, *29/V/39; RS Berlin, *7/V1/39, im 7. Konzert für 
die HJ; RS Leipzig, 14/VI1/39). 

Die Sätze: Kume, kum, Gselle min - Guckuck hat sich z'tot gefalln - Loba 
(nach einem alten Schweizer Mairuf). 

*21. Mai 1939: 

Die Morgenfeier der HJ bei den Reichsmusiktagen in Düsseldorf 
bietet So singen wir unserer Mutter Lied (T: H. Baumann) vonC. 
Bresgen. 

Erziehung zur Blasmusik ("Schulfunk" Jg. 1938/39. 4. Sonderheft, S. 
47-48). 
Zitat: 

"Die unerhörte Zunahme von Blasmusikkörpern in Partei, 

Wehrmacht und allen Gliederungen der Bewegung bringt es mit sich, daß 


B 768 





der Blasmusik weiterhin eine entscheidende Rolle zugewiesen wird. 

(...) zwangsläufig wird aber, wenn wir wirklich die Erziehung von 
unten her, frei von veralteten Begriffen leisten, auch hier etwas Neues 
entstehen müssen, wie es ja bereits in unseren neuen Feiermusiken, 
Märschen der Bewegung und Gemeinschaftskantaten als Fertiges vor uns 
steht" (S. 47, 48) 

Lichtwende (eigener T). Kantate für großen Chor, Frauenstimmen, 
Sprecher bzw. Tenor-Solo und Orch (1939) [VB]. 

Sonnwendruf: Freut euch, ihr Schwestern. Chor für 3 gleiche Stimmen. 
In: 

Der junge Chor 5 (1940). 

Lob des Schneiders: Schneidri, schneidra, schneidrum. Volkslied. Für 
MCh: Bresgen. 

In: 

Wir schaffen und werken (1939). 

Neues Singen und Musizieren ("Salzburger Volksblatt", 15/1V/39). 
Gedanken junger Musiker: Cesar Bresgen ("Wille und Macht", 
Führerorgan der Nationalsozialistischen J ugend. Heft 8, 15/1V/39. S. 
16-17). 

Zitat: 

"(...) wie eine schleichende Krankheit frißt sich die Jazzmusik hinein 
in die ahnungslosen Menschen, zerstört die letzten guten Grundlagen und 
behauptet sich doch, weil >kein Ersatz da ist<. 

(...) Das deutsche Volk ist so unendlich reich an eigenen 
Kulturwerten, daß es wahrhaftig auf Fremdprodukte, noch dazu 
zersetzender Art, verzichten kann. Es ist höchste Zeit, dies überall, wo es 
am Platze ist, klarzumachen; die HJ. tut dies ja lange, indem sie Neues 
dagegenstellt: unsere Morgenfeiern, Gemeinschaftsmusiken und Kantaten 
sind unbestreitbar neue Werte. Aber trotzdem ist die Aufgabe des neuen 
Musikerziehers und Komponisten noch eine riesengroße: sie kann nicht 
beim Notenlesen und Liedsingen haltmachen, sondern muß die Musik, wie 
sie von Grund auf mit der Gesamtkultur eines Volkes verknüpft ist, 
einschließen. Konzertsäle, Akademien, Museumsgesellschaften und 
Rundfunkbüros können kein Nährboden für unsere neue Musik sein, - 
eine neue Musikkultur steht und fällt mit dem Werden 
unserer neuen Gesellschaft" (S. 16-17). 

Wir singen den Maien an. Eine Hörfolge um deutsches Maibrauchtum 
(RS München, *16/V/39, Sendung "Deutsches Brauchtum"). 
*14. Juni 1939: 

Bei den Festtagen des Mozarteums Salzburg anläßlich Erhebung zur 
Hochschule leitet Bresgen eine Morgenveranstaltung im großen Saal des 
Mozarteums. Mitwirkende: Das Collegium Musicum unter Dr. Heinz 
Bischoff, das Konservatoriums-Orchester unter Prof. Theodor Müller, 
Jugendgruppen und der Mozarteum-Chor unter C. Bresgen, F. 
Frischenschlager und F. Biebl. 

Bauer, in deinen Händen liegt das neue Volk (eigener T), für 2- oder 
Astimm. Chor mit Streichern oder Orgel, zum Erntedankfest. 





Textprobe (2. Strophe): 
"Bauer, du lobst den Tag und machst kein laut Gebet, 
acht gut, daß niemals, wo du gehst, 
ein Fremder dir dein heilig Erbgut raubt!" 
In: 
Das völkische Lied (1939); Der junge Chor 3 (1940). 
Furchen schreite ich früh. Chor zum Erntedanktag für zwei Frauen- 
und eine Männerstimme und Streicher. 
In: 
Der junge Chor 3 (1940). 
Pflug zieht über deine Flächen weit (T: K. Bröger). Erntelied mit 
Streichern, Bläsern oder Orgel. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Pflug zieht über deine Flächen weit, 
Halm schießt hoch, 
zu Ähren schwillt die Zeit. 
Tausend Jahre sind verweht wie Spreu, 
ewiges Land, du bleibst dir immer treu". 
In: 
Das völkische Lied (1939). 
Tag ansingen: Ihr Leut, steht auf, 's ist Zeit, die Vöglein singen schon 
(T: onA). Eigene Melodie. 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 81 (1939; ); Musikblätter der HJ) 81 (1939; Für 
Trompete, Flöte, 2 Geigen und Baß: G. Nowottny). 
Musik zum Lustspiel "Die Freier" von Eichendorff (u. a. Heidelberg, Juli 
1939, bei den Reichsfestspielen). 
O du stille Zeit, kommst, eh wir's gedacht, über die Berge weit (T: 
Eichendorff). Abendlied, aus: "Eichendorff-Lieder" (1939). 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 8/9 (20. Juli 1939); Lied über Deutschland 
(?1941; eigener Satz, 2stimmig); RJF, Junge Gefolgschaft 7 (1944); 
Weihnacht macht die Türen weit (1944). 
Durch Feld und Buchenhallen (T: Eichendorff). Aus: "Eichendorff- 
Lieder" (1939; RS Böhmen, 6/111/41). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Die Wolken ziehn hernieder, 
die Lerche senkt sich gleich, 
Gedanken gehn und Lieder 
ins liebe deutsche Reich". 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 8/9 (20. Juli 1939); Lied über Deutschland 
(1941). 
1939, Lebenslauf: 

"Geboren wurde ich am 16. 10. 1913 als Sohn des aus der Eifel 
stammenden Kunstmalers August Bresgen und meiner 
oberösterreichischen Mutter Maria. Meine Kindheit verlebte ich zuerst im 
Pinzgau (Salzburg), dann München und im Sudetenland. In München 


B 770 





studierte ich von 1930 bis 1933 an der Staatlichen Akademie der Tonkunst 
(Orgel, Komposition), dann noch bis 1936 an der Hochschule für Musik. 
Seit langem in geistiger Fühlung, seit 1934 aktiv, arbeitete ich am 
kulturellen Aufbau in der Bewegung mit; zunächst im NSLB., dann in der 
HJ., wo ich heute meinen wesentlichen künstlerischen Einsatz leiste. Für 
1939 wurde ich als Leiter der >Musikschule für Jugend und Volk< 
(Mozarteum) nach Salzburg, meiner geistigen Heimat, berufen. - 

Mein Schaffen umfaßt neben Liedern, J ahreslauf-Kantaten und den 
Kammermusikwerken, vor allem jedoch in zunehmendem Maße Werke, die 
aus einem zugrundeliegenden Lied gestaltet sind, sei es in geistiger 
Ausdeutung oder Variation. Mein eigentliches Ziel ist die Schaffung von 
Werken für die Gestaltung der Feste im Jahreslauf (Brauchtum) und in der 
Gemeinschaft, darüber hinaus und aus diesen organisch entwickelt, das 
Bühnenwerk" (Quelle: Lauer, "Das völkische Lied", München 1939. S. 
229-230). 

Wir schreiten zum Licht. Eine Sommersonnenwendfeier nach der 
gleichnamigen Kantate (Reichsrundfunk, *21/V1/39). 
Einführung: 

"Sehnsucht nach der Sonne, Sehnsucht nach dem Licht leben in 
unserem Volke seit Anbeginn. Es war in den dämmerigen Wäldern 
Germaniens. Nur mühsam brach sich das Licht seine Bahn durch Dickicht 
und Bäume, in deren Schatten die Menschen einen harten Kampf mit der 
rauhen Natur ihres Landes führten. Einzig und allein die Sonne hatten sie 
zum Bundesgenossen; denn unter ihren Strahlen keimte und wuchs das 
Leben. Darum verehrten die Germanen in der Sonne die ewige 
Zeugungskraft, und ihr Glaube daran war ihre Religion. Den ersten Tag in 
der Woche nannten sie Sonnentag, die größten Feste ihres Jahres waren 
Sonnenfeste, als ihr heiligstes Zeichen galt das Sonnenrad. Denken und 
Fühlen des nordischen Menschen folgten dem Kreislauf des leuchtenden 
Gestirns. Er trauerte, wenn sie immer weiterrückte von seinem 
Himmelsstrich, er freute sich, wenn sie wiederkehrte, und jubelte, wenn 
sie am höchsten stand. Auch wir wollen ein solches J ubelfest feiern. Im 
Mittelpunkt der Kantate steht ein uralter Sonnenwendreigen, der mit 
großartigem Schwung die festliche Freude an dem allbelebenden und 
wärmenden Sonnenlicht ausdrückt. Um diesen Reigen bauen sich 
hymnisch geartete Chöre auf, anknüpfend an den alten Gesang der 
Gottscheer: >Nun kommt daher die Sonnenwend, die liebe heilige 
Sonnenwend>" (C. Bresgen in: "Schulrundfunk", Heft 6, 11/V1/39. S. 
149). 

Rede zur Eröffnung der Musikschule für Jugend und Volk am Mozarteum. 
Salzburg, 16. Juni 1939 (Abdruck: C. Bresge, Musikschule für Jugend und 
Volk. "ZfM" CVI/8, August 1939. S. 826 f.). 

Zitat: 

"(...) Es ist klar, daß in der Schülerschaft, die ihrer politischen 
Einordnung nach der HJ) und dem NSDStB angehört, eine ebenso 
einheitliche und vor allem kameradschaftliche Ausrichtung erfolgen muß. 
(...) Auch der kleinste Kreis, die Familie, die kleine Kameradschaft, die 
kleine Musiziergruppe, sie alle sind für sich eine Gemeinschaft, Kern allen 


B Eh 





nationalsozialistischen Werdens. Sie werden formationsmäßig geführt; 
eine saubere, freudige wie auch tadellose allgemeine Haltung ist genau so 
wichtig wie Fleiß, Begabung und Können. (...)". 

Musik zu Rüdiger von Bechelaren. Das Passauer Nibelungenspiel von 
H. Baumann (Feierstätte Passau-Oberhaus, *1/VI11/39, zur Arbeitstagung 
des Reichsbundes der Deutschen Freilicht- und Volksschauspiele). 

10. August 1939, Bericht: 

"Mit dem Stück sollte der praktische Beweis geliefert werden, daß 
die vom Präsidenten des Reichsbundes SA.-Brigadeführer Franz Moraller 
vertretene Forderung, Grundlage zum Freilichtspiel müsse die Synthese 
Kunst - Landschaft - Geschichte sein, der einzig mögliche Weg ist, dem 
Schauspiel im Freien eigenen Charakter neben dem Innenraumtheater zu 
sichern. 

(...) Baumann verwendet neben Chor und Sprecher die Musik des 
Salzburger Komponisten Cesar Bresgen, die als Fanfaren ruft oder als 
dramatisierende Untermalung einfach und schlicht dem Gesamtwerk dient. 

(...) Ergriffen lauschten die zehntausend Besucher auf die schlichten 
und erhabenen Worte des Dichters und zogen nach Schluß der Aufführung 
vom Georgsberg herab in die alte und ehrwürdige Stadt Passau mit der 
Gewißheit, daß >Rüdiger von Bechelaren< ein Spiel ist, ein Bekenntnis zu 
Treue, Mut und Opferbereitschaft, getragen von dem Feuer und der 
Unruhe der Jugend, ein Lied voll Stimmung und Rhythmus, das mitreißt 
und wachrüttelt, eine Hymne, die ein Prinzip vorträgt und bis zum letzten 
verficht: das Prinzip des Heldischen" (Rudolf Backert, Bayreuth: "Rüdiger 
von Bechelaren". Hans Baumanns Passauer Nibelungenspiel uraufgeführt. 
"Die Bühne" V/15-16, 10/VIII/39. S. 362, 364). 

Rüdiger, eine Gestalt des Nibelungenliedes, war Lehnsmann Etzels 
und mußte gegen die mit ihm versippten Burgunder kämpfen. Er fiel mit 
seinen Männern. 

Musik zum Märchenspiel Die Teufelsrose von Elsbeth Fehlberg (RS Köln, 
23/V11/39). 
*31]. Oktober 1939: 

Im HJ-Rundfunk des RS Breslau bietet die HJ -Rundfunkspielschar 
Breslau, Dgt. H. Polloczek, die Jagdkantate Trara, so blasen die Jäger 
von C. Bresgen. 

*11. November 1939: 

Die Langemarckfeier der HJ-Rundfunkspielschar 7 in Leipzig bietet 
Bresgens Totenfeier vor Verlesung eines Führerworts. 

Dezember 1939: 

Ein Werkkonzert, Dgt. F. F. Gerhardt, im Rüstungswerk Alkett in 
Berlin-Borsigwalde bietet u.a. Bresgens Festlichen Ruf. 

So singen wir den Winter an, er kommt ganz leis gegangen (eigener 
T) (RS Köln, *23/X11/39). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Das Licht wird hell und geht ins Haus 
und scheint in alle Herzen, 
wir hol'n den Baum vom Wald heraus 
mit seinen tausend Kerzen. 


B 772 





Eia, eia, hell soll das Licht uns leuchten". 
In: 
Liebliche Weihnacht, Wunder des Leuchtens (1940); RJF, Liederblatt der 
HJ) 107/108 (1941); RJF, Musikblätter der HJ 107/108 (1941); Wir singen 
zu Weihnachten (1943). 
Knecht Ruprecht aus dem Walde, komm zu uns nun balde (eigener T). 
Neuheidnisches Weihnachtslied (RS Köln, *23/X11/39). 
Textprobe (2. Strophe): 

"Du kommst ja nicht alleine, 

der Hutzelmännlein neune, 

die folgen dir auf Schritt und Tritt 

und ziehn die bösen Kinder mit, 

ria, ria, ria, rullala!" 

Um ja nicht das traditionell mit Knecht Ruprecht einhergehende 
Christkind zu nennen, entlieh sich Bresgen die besser in die germanische 
Mythologie passenden Hutzelmännchen. 

In: 

Liebliche Weihnacht, Wunder des Leuchtens (1940); RJF, Liederblatt der 
HJ 107/108 (1941); RJF, Musikblätter der HJ) 107/108 (1941); Das 
Kindelwiegen (1943; für Klavier mit T). 

Frau Holle schüttelt die Betten (RS Köln, 23/X11/39). 


1940 
26. Januar 1940: 

Der Rundfunk sendet Bresgens "Auf, auf zum fröhlichen Jagen" (RS 
Frankfurt, 26/1/40). 

*7, Februar 1940: 

Die 2. Veranstaltung der HJ der Stadt Solingen bietet die 
"Dorfmusikanten" von Bresgen. 

20. Februar 1940: 

Der Rundfunk sendet Bresgens Konzert für 2 Klaviere (RS Köln, 
20/11/40). 

4. März 1940: 

Der Rundfunk sendet Lieder von Bresgen (RS Köln. 4/111/40). 
Sommer und Winter. Neu gestaltet nach dem alten Streitspiel (1940; 
Salzburg, *13/111/40, zum "Frühlings-Ansingen") [V]. 
Lumpengesindel. Märchenspiel (Salzburg, *13/111/40, zum "Frühlings- 
Ansingen"). 

22. April 1940: 

Der Rundfunk sendet Bresgens Bläsermusik Werk 17 (RS Köln, 
22/1V/40). 

24. April 1940: 

(1) 

Der Rundfunk sendet Bresgens Kleine heitere Suite für Orch (RS 
Hamburg, 24/1V/40). 

(2) 

Als "Musik des neuen Deutschland" sendet der Rundfunk u. a. 
Bresgens Concerto in D für Violoncello und Orch (UA), Mitschnitt aus dem 


B 713 





Gürzenich (RS Köln, 24/1V/40, 23/V/40). 
29. April 1940: 

Der Rundfunk sendet Bresgens Kantate "Lumpengesindel" (RS 
Danzig, 29/1V/40). 

Volksmusikalische Aufbauarbeit in Salzburg ("Mi)J uV" II1/5, Mai 
1940) 
Zitat: 

"(...) So hat allein die Landesbauernschaft Alpenland für Salzburg 
bisher einige 100 Blockflöten, vor allem aber Geigen, Zithern, Gitarren 
und Hackbretter u. a. aufs Land geschickt. Die Instrumente wurden 
überall mit außerordentlicher Freude und innerer Aufgeschlossenheit in 
Empfang genommen. Es scheint mir besonders wesentlich, daß dabei das 
Verständnis für selten gewordene wertvolle Instrumente wie Hackbrett, 
Harfe und auch hülzernes Glachter noch stark vorhanden ist. 

(...) Die also erzielten Leistungen, auch in der Singearbeit 
(einheimisches, sowie mehrstimmiges allgemeines Liedgut und einfache 
Kantaten), sollen dann möglichst zur Belebung der Musikarbeit beitragen, 
d. h. in den Dienst von Feiergestaltung, Darstellung von Bräuchen u. &. 
gestellt werden. 

(...) Die weltanschaulich-politische Erfassung der Schüler geschieht 
in der Spielgefolgschaft der Musikschule für Jugend und Volk Mozarteum, 
sodaß eine totale Erziehung möglich wird" (S. 111, 112). 

Die sogenannte Spielgefolgschaft Mozarteum war eine Sondereinheit 
der HJ im Bann Salzburg-Stadt. 

10. Mai 1940: 

Der Rundfunk sendet Bresgens J agdkonzert (RS Köln, 10/V/40, 
17/V/40). 

17. Mai 1940: 

Der Rundfunk sendet Bresgens Kleine heitere Suite für Orch (RS 
Köln, 17/V/40). 

24. Mai 1940: 

Der Rundfunk sendet Bresgens Maienhymnus für S und gemCh (RS 
München, 24/V/40). 

Ich habe Lust, im weiten Feld. Kriegslied. Für MCh: Bresgen. 
In: 

Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940). 

Es leben die Soldaten. Kriegslied. Für MCh: Bresgen. 

In: 

Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940). 

Glückauf, Glückauf zur Frühlingsfahrt. Volkslied. Für FrCh: Bresgen. 
In: 

Singebuch für Frauenchor (21940). 

Es wollt ein Reiter jagen. Volkslied. Für FrCh: Bresgen. 

In: 

Singebuch für Frauenchor (21940). 

Wieskantate (UA: Salzburg, *September 1940, zur Kriegsbuch- 
Ausstellung "Schwert und Buch"). 


B 774 





*26. bis 28. September 1940: 

"In Zusammenarbeit mit der Musikhochschule München und der 
Hitlerjugend hat der Leiter der Musikhochschule am Salzburger 
Mozarteum, Cäsar Bresgen, für Ende September ein Kulturlager in der 
Gauschulungsburg Hohen Werfen (Gau Salzburg) einberufen. In einer 
Vortragsreihe wird dort die Musikkultur des Bauerntums und die 
Beziehung der Volksmusik zur Klassik und zum völkischen Leben 
behandelt" (pfl.: Musikkultur des Bauerntums. "Deutsche Zeitung in den 
Niederlanden" Nr.105, 17/1X/40). 

Der Korrespondent saß einem Irrtum auf. Bresgen war lediglich 
Leiter der Abt. Jugend und Volk des Mozarteums. 

Dezember 1940, Bericht: 

"(...) Die Hauptvorträge hielten Cesar Bresgen undFritzJöde. In 
je zwei umfangreichen Vorträgen, die sich gegenseitig vortrefflich 
ergänzten und eine äußerst fesselnde Folge überzeugender Beispiele 
brachten, führten sie aus, daß auch die höchste Kunst unserer großen 
Musikschöpfer in dem ewigen Mutterboden des Volkes wurzelt. Wir haben 
es hier nicht mit zwei getrennten Welten von verschiedenem Wert zu tun, 
von denen die eine höchstens ein bescheidenes Dasein >im Volke< fristet 
und außer dem Merkwürdigkeiten sammelnden Volkskundler alten Stils 
niemanden interessiert, während die andere die eigentliche Musik 
darstellt, um die der Musikgebildete sich allein zu bemühen braucht; 
sondern das Verhältnis ist vielmehr in gesunden Zeiten so, daß der ewige 
Quell der schöpferischen Urbegabung des Gesamtvolkes von den 
begnadeten Meistern in gültige Formen gefaßt und so dem Volke, aus dem 
sie empfangen wurde, wieder geschenkt wird. Dabei legte Cesar Bresgen, 
entsprechend der so stark bäuerlichen Natur des bayerisch-ostmärkischen 
Stammes, den Nachdruck auf die Beziehungen zwischen der Musikkultur 
des Bauerntums und dem Schaffen süddeutscher Meister, während Fritz 
Jöde die engen Bindungen zwischen den Schaffen der großen deutschen 
Tondichter überhaupt und der Volksmusik betrachtete. Der 
Gesamteindruck der vier Vorträge war der, daß es die Aufgabe der 
Musikerzieher sein wird, die seit über hundert Jahren entstandene Kluft 
zwischen >Volksmusik< und >Kunstmusik< wieder zu schließen. - Eine 
besondere Freude war es für die Tagungsteilnehmer, daß der zweite 
Vortrag von Fritz Jöde in Gegenwart des Gauleiters von Salzburg 
stattfand. (...)" (Richard Eichenauer: Musiklager Hohenwerfen. "Mi) uV" 
III/12, Dezember 1940. S. 292). 

Es handelte sich um eine kulturpolitische Veranstaltung, wie u. a. 
die Mitwirkung des Musikreferenten der Landesbauernschaft Gau 
Salzburg, Tobias Reiser, des Leiters des Kulturamts der 
Reichsstudentenführung, des Gauvolkstumswarts der DAF München und 
Hans Baumanns nahelegt. Bresgens Thema lautete "Deutsche Volksmusik 
und ihre Entartung”". 

Das Jahresrad. Zwölf Monatskanons (eigener T) (1940) [V]. 


B 719 





1941 
3. Januar 1941: 
Der Deutsche Kurzwellensender strahlt Bresgens J agdkantate in 
einer J ugend- und Kindersendung nach Afrika und Nord- und Südamerika 
aus. 


6. März 1941: 
Der Rundfunk sendet Bresgens Fünf Eichendorfflieder (RS Böhmen, 
6/111/41). 


22. März 1941: 

(1) Einladung: 

"Auf Wunsch der Südtiroler Umsiedler, die gern mit jungen 
kulturtragenden Kräften des Reiches persönlich Fühlung erhalten möchten, 
habe ich mich an Hans Baumann gewandt und ihn eingeladen, auf eine 
Woche hierher zu kommen, um die Südtiroler Optanten für Deutschland 
mit seinem Schaffen vertraut zu machen. Er hat für die Woche um Ostern 
zugesagt und mir dabei gleichzeitig vorgeschlagen, auch Sie zusammen 
mit Lisl Zoglmann einzuladen. Ich bin für diese Anregung sehr dankbar 
und würde mich sehr freuen, wenn Sie dieser Einladung, die ich hiermit an 
Sie richte, Folge leisten würden. Es ist dabei daran gedacht, dass in den 
Dienststellen unserer Zweigstellenbereiche Bozen, Meran, Brixen und 
vielleicht auch Sterzing und Bruneck eine Veranstaltung durchgeführt wird, 
ausserdem ein Lager, zu dem wir aber noch die Erlaubnis der italienischen 
Behörden haben müssen. (...)" (SS-Forschungs-und Lehrgemeinschaft 
"Ahnenerbe" an Bresgen, 22/1I11/41. Quelle: BA Namensakte Bresgen). 

(2) 

Der Rundfunk sendet Bresgens "Morgenmusik" (RS Böhmen, 22/I11/ 
41). 

8. Juni 1941: 

Als Auftakt der Süddeutschen Tonkünstlerwoche in München leitet 
Bresgen in der "Sing- und Spielmusik" seine Kantate "Das Kindlfest". 
Mitwirkende u. a.: die HJ-Rundfunkspielschar, die HJ-Spielschar Hochland, 
ein Pimpfenchor. 

Juli 1941, Autobiografisches: 

"Der neue, sich hier in Salzburg verwirklichende Gedanke ist der, 
daß die Musikschule für Jugend und Volk zugleich die elementare Trägerin 
der ganzen Hochschule ist. 

(...) Und da wollen wir eine unermüdliche Aussaat betreiben, nicht 
bei lärmenden, großen Festen und mit viel Worten, sondern in stiller, 
bescheidener und also tieferer Art, im kleinsten Kreis, in der 
Kameradschaft, von Mensch zu Mensch. Auch der kleinste Kreis, die 
Familie, die kleine Kameradschaft und die kleine Musiziergruppe, sie alle 
sind für sich eine Gemeinschaft, Kern allen nationalsozialistischen 
Werdens" (Zitiert in Erich Schütze: Cesar Bresgen. "NS-Monatshefte" XIl/ 
136, Juli 1941. S. 608, 609). 

Schütze zitiert aus der Rede, die Bresgen 1939 zur Eröffnung der 
Musikschule für Jugend und Volk am Mozarteum hielt. 

Salzburger Musikblätter. Hgb. von C. Bresgen in Zusammenarbeit mit 
Tobias Reiser, Otto Eberhard und F. Biebl. Folge 19 - 35 (1941-1942). 


B 776 





Folge 30 - 35 hgb. von C. Bresgen und Franz Biebl [V]. 
19. Almlieder und ]J odler. 
20. Zwoa junge Ochsn. 
21. Ist wohl eine schöne Zeit (Erntelied). 
22. Der alte Napoleon. 
23. Hausmoar, steh auf. 
24. Für die Spinnstube. 
25. Der Dudelsack. 
26. Zum neuen Jahr. 
27. Flachauergsanglin. 
28. Ja, wann's der Schnee. 
29. Wann der Fruahjahr kimmt. 
30. Hiaz fangt der schöne Fruahjahr an. 
31. Die Hochalma. 
32. Alma Leb'n. 
33. Wanns nur lei regna tuat. 
34. Ständelieder. 
35. D' Salzburger Landwehr. 
Wie lustig is's im Winter. Ostmärkisches Volkslied. Für 4 Stimmen: 
Bresgen. Aus: "Salzburger Musikblätter". 
In: 
Lied über Deutschland (?1941). 
Neue Soldatenlieder. Liedsätze: Bresgen. 
In: 
RJF, Musikblätter der HJ) 95/96 (1940). 
Im Weihnachtsmonat. Liedsätze: Bresgen. 
In: 
RJF, Musikblätter der HJ] 99/100 a (1940). 
Entstehung der Musikschulen für Jugend und Volk. Vortrag (NSDAP- 
Kreisschule Passau, Veste Oberhaus, 1941, Aufbaulager der RMK für 
Klavierlehrer). 
Deutsche Volksmusik und ihre Entartung. Vortrag (Salzburg, 
November 1941, zum Salzburger Hausmusiktag). 
Bericht im "Salzburger Volksblatt", 19/XI/41. 
Deutschland: Du mußt an Deutschland glauben, so fest und klar und 
rein (T: H. Claudius). Bekenntnislied (1941). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Du mußt an Deutschland glauben, 
daß es das Deine sei, 
und darfst es nicht vergessen, 
was Gott ihm zugemessen, 
daß es das Eine sei". 
In: 
Liederbuch der Kriegsmarine 3 (1941); RJF, Junge Gefolgschaft 7 (1944). 
Bauern stehen im Bunde des Herrn (T: H. Grunow). 
In: 
Lied über Deutschland (?1941). 
Aus dem Sudetengau. Liedsätze: C. Bresgen. 1. Wischauer Sprachinsel: 


B 74. 





Wohlauf, ihr Wandersleut - 2. Schönhengstgau: Drei Regimenter Soldaten 
- 3. Kuhländchen: Ei du edler Tannenbaum - 4. nach einem alten 
Volkslied: (Soldatenleben) Kein schönres Leben ist auf dieser Welt - 5. 
Odergebirge: Blüh auf, du Sommerkorn - 6. Schönhengstgau: 
Spinnstubenlied - 7. Nordmähren: Der Kuckuck - 8. Nordböhmen: Ich bin 
ein lustger Jägersknecht - 9. Kuhländchen: Zu Patschendorf - 10. Alois 
Milz: Af d'Wulder. 

In: 

RJF, Musikblätter der H) 103/104 a (1941). 

Ein Kuckuck auf dem Baume saß. Volkslied aus Nordmähren. Für MCh, 
3stimmig: Bresgen. 

In: 

An Weichsel, San und Warthe (1941). 

Nichts Schönres lebt auf Erden. Instrumentalsatz: Bresgen. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ] 105/106 (1941). 

Neujahr: u. a. H. Baumann, Ein Jahr muß nun vergehen. Liedsätze: 
Bresgen. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ] 109/110 (1941). 

Auf, auf, zum fröhlichen Jagen. Jägerlied. Für 3-4 Stimmen: Bresgen. 
In: 

DAF, Singendes Volk 3 (Oktober 1941), 8 (März 1942). 

Ma Böiwal (Mei Büberl), Volkslied. Für MCh: Bresgen. 

In: 

An Weichsel, San und Warthe (1941). 

Fangt fröhlich an! Froh soll das Jahr beginnen (eigener T). 
Neujahrskanon zu 3 Stimmen. Aus: "Das Jahresrad" [V]. 

In: 

Lied über Deutschland (?1941); Weihnacht macht die Türen weit (1944). 
Wenn Eis und Schnee im Feber kracht, so freut sich all's auf 
d'Fasenacht (eigener T). Kanon zu 2 Stimmen. Aus: "Das Jahresrad". 

In: 

Lied über Deutschland (?1941). 

Es wird scho glei dumpa. Volkslied. Für 2 Stimmen: Bresgen. 

In: 

Lied über Deutschland (?1941). 

Schneidri, schneidra, schneidrum. Eine fröhliche Kantate zum Lob des 
Handwerks für zweistimmigen Chor (Kinderchor), Sprecher (ad lib.), 
Querflöte und Streichinstrumente (1941) [Bl]. 

Das Kindlfest. Festlich-fröhliche Kantate zur Ankunft eines neuen 
Erdenbürgers (T: ©. W. Reuther). Für Einzelstimmen, Chor, Flöte, 
Klarinetten, Trompete (oder Horn), Geigen, Bratsche, Cello und Kontrabaß 
(1941; u. a. Salzburg, *Oktober 1942, zum Führertreffen der HJ) [V]. 
Dornröschen oder Die drei Urewigen. Oper in 4 Akten (T: O. W. 
Reuther) (1941; UA: Straßburg, 15/1V/42; Salzburg, * Mai 1942, bei den 
Kulturtagen der HJ) [V]. 


B 778 





1942 
15. April 1942: 

In Straßburg wird Bresgens Oper Dornröschen uraufgeführt. 
4. Mai 1942: 

"(...) Die in den Münchner Neuesten Nachrichten am 18. April 
unterzeichnet mit Steinecke erschienene Kritik zwingt mich sowohl 
hinsichtlich der Form wie des Inhalts zu der Vermutung, daß der Kritiker 
weder in Straßburg anwesend war, noch auch die notwendigen Unterlagen 
zur Verfügung hatte. Ich stelle fest, daß sie als einzige von allen bisher 
erschienenen Kritiken in dieser Hinsicht aus dem Rahmen fällt. 

Ich bitte festzustellen und mir mitzuteilen, ob der Kritiker 
1.) in Straßburg bei der Uraufführung anwesend war, denn ich selbst habe 
in Straßburg von seiner Anwesenheit von keiner Seite irgendeine 
Mitteilung erhalten. Auch der Intendanz scheint von der Anwesenheit des 
Herrn Steinecke nichts bekannt gewesen zu sein. 

2.) die notwendigen Unterlagen, Partitur und Textbuch vor der Aufführung 
zur Verfügung hatte. (...)" (Textautor Dr. Otto Reuther an RTK, 4/V/42. 
Fehler im Original. Quelle: BA R 55/ 20207 a. Blatt 315). 

11. Mai 1942: 

"(...) Da ich annehme, daß Ihnen mit einem Hinweis auf ein 
besonders wertvolles und dabei theaterwirksames und publikumssicheres 
neues Opernwerk für die nächste Spielzeit gedient ist, möchte ich - ehe 
eine der anderen beiden Berliner Opernbühnen das Werk annimmt - Sie 
auf die reizende >Dornröschen<-Oper des jungen hochbegabten Cesar 
Bresgen aufmerksam machen. Bresgen steht der HJ nahe und ist ein 
Vertreter der schöpferischen jungen Generation; deswegen interessiere ich 
mich für ihn und sein Schaffen nicht nur in meiner Eigenschaft als 
Reichsdramaturg und Leiter der Abteilung Theater im Reichsministerium 
für Volksaufklärung und Propaganda, sondern auch als Chef des 
Hauptamts III in der Reichsjugendführung. Bresgen hat sich bereits als 
Komponist sehr wertvoller neuzeitlicher Feier- und HJ-Musik einen weithin 
geachteten Namen gemacht. (...)" (RMVP, Dr. Schlösser, an 
Generalintendant Rode, 11/V/42. Quelle: BAR 55/ 20207 a. Blatt 316). 

Rode stand bereits in Verhandlungen mit dem Verlag. 

12. Mai 1942: 

Das RMVP, Abt. M, Dr. Lange, empfiehlt dem Dresdner Intendanten 
Kurt Hampe dringend die Annahme von Bresgens Oper "Dornröschen" 
(Quelle: BAR 55/ 20207. Blatt 24). 

*13. Mai 1942: 

Die Kulturtage der HJ in Salzburg bieten auf der Richterhöhe des 
Mönchsbergs eine Morgenfeier u. a. mit Morgenmusik von C. Bresgen. 
*16. Mai 1942: 

Am vierten Tag der Kulturtage der HJ bietet die Mozart-Spielschar, 
Dgt. F. Jöde, im Mozarteum Bresgens Lied Du mußt an Deutschland 
glauben. Es schmückt die Ansprache "Kulturarbeit der Hitler-]J ugend" von 
Oberbannführer Otto Zander. 

*17. Mai 1942: 
Am letzten Tag der Kulturtage der HJ in Salzburg bietet die Mozart- 


B 242 





Spielschar, Dgt. F. Jöde, Bresgens Morgenspruch. 
31. Mai 1942: 

Der Intendant des Stadttheaters Göttingen, G. R. Sellner, teilt Dr. 
Schlösser auf dessen Anfrage seine überschwengliche Meinung zu 
"Dornröschen" mit und verheißt eine weitere Aufführungsreihe (Quelle: BA 
R 55/ 20207 a. Blatt 322-323). 

4. Juni 1942: 

Das RMVP, Abt. T, Dr. Lange, empfiehlt Bresgens Oper "Dornröschen" 
an GMD Helmut Seidelmann in Dessau (Quelle: BA R 55/ 20207 a. Blatt 
325). 

Der Strom (T: H. Baumann). Oratorium für S, A, T, Bariton und B, 
gemCh und Orch (1942) [V, bzw. Sc]. 
Die Teile: 
Intrada - Der Quell (Fuge) - Lied. 
I. Ulm (Totentanz) 
Der Ackermann - Der Krieger - Die Mutter - Lied - Tod und Ulmer Münster. 
Il. Regensburg (Brücke und Dom / Der Wettstreit) 
Fuge: Der Wettstreit. 
Ill. Passau 
Lied "Ein Zweig wird schwer" - Pilgrim von Passau - Die Ostlandfahrer 
(Fuge). 
IV. Die Donau - Wien 
Prinz Eugen - Maria Theresia - Donau und Reich - Lied "Ströme binden 
Länder". 
V. Beginn birgt Ewigkeit 
Schlußgesang. 

Gemeint war der Strom Donau als kulturpolitisch wirksames 
Bindeglied zwischen Altreich, "Ostmark" und "Neuland". 

Nachtlied: Der Nordstern und der große Wagen (T: Walter Cramm). 
In: 

Kameraden laßt uns singen (21942). 

Es winken die hellen Sterne (T: W. Cramm). 

In: 

Kameraden laßt uns singen (21942; zwei Fassungen). 

Drischleg (T: O. W. Reuther) Eine bäuerliche Festkantate zum 
Ernteschluß (1942; UA: Salzburg, Mai 1943) [V]. 

9. Dezember 1942: 

"(...) Cesar Bresgen hat - im Hinblick auf die besonders großen 
Raumverhältnisse des D.O.H. - seine Oper >Dornröschen< mit einem 
völlig neuen Schluß versehen. Außerdem hat er viele, dem großen Haus 
angepasste Änderungen in allen drei Akten des Werkes vorgenommen. Die 
Oper bekommt auch einen neuen Namen und heißt in dieser neuen 
Fassung: >Die drei Ewigen<. 

G. I. Rode richtet nun im Einvernehmen mit Bresgen an Sie die 
Bitte, die Aufführung als >Uraufführung< bezeichnen zu dürfen, da es sich 
tatsächlich um ein in großen Teilen neues Werk handele. 

Ich befürworte die Erfüllung der Bitte und schlage vor, daß auf dem 
Theaterzettel vermerkt wird, daß es sich um die Uraufführung der 


B 780 





Neufassung der Oper >Dornröschen< handelt" (RMVP, Dr. Lange, an Dr. 
Schlösser, 9/XI1/42. Quelle. BAR 55/ 20207 a. Blatt 331). 

D.O.H. = Deutschen Opernhaus Berlin. 

Der Reichsdramaturg entschied sich für die Benennung "Berliner 
Erstaufführung" mit entsprechender Erklärung. 
Konzert in G-moll für Solo-Posaune und StreichOrch (1942; u. a. Berlin, 
*30/1/44, BPhO, Dgt. Paul Sixt; Konzert für die HJ) [V]. 
Heissa Buama. Salzburger Volkslieder. Im Auftrag des Gebiets Salzburg 
der HJ in zwei- und mehrstimmigen Sätzen mit und ohne Begleitung hob. 
(1942) [V]. 
Neues Orgelbuch. Heft |. Werke für Feierstunden und Sätze zu Liedern 
von H. Baumann. Vorwort: C. Bresgen (1942) [V]. 

Inhalt: 

Festliches Vorspiel. - Wo wir stehen, steht die Treue. - Nun laßt die 
Fahnen fliegen. - Nur der Freiheit gehört unser Leben. - Orgelvorspiel 
zu einer Totenfeier (Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen). - 
Haltet eurer Herzen Feuer wach. - Hohe Nacht der klaren Sterne. - 
Burgen müssen stehen. - Festliches Vorspiel ad libitum mit Chor "Wacht 
auf". Nach einem Thema von Chr. Erbach (1570-1635). 


1943 

Ruf an die Heimat. Bekenntnislied (Salzburg, *Mai 1943, Morgenfeier 
der H)). 

Lob des Handwerks: Lobet alle das Handwerk. Eine kleine Festkantate 
für ein- bis Astimm. gemCh und Streichtrio zum Tag der Hausmusik 1943 
(1943; UA: Salzburg, *Mai 1943, bei den Kulturtagen der HJ). Auftrag 
vom Hauptkulturamt in der RPL und Kulturamt der RJF [K]. 

In: 

RJ F, Musikblätter der H) 596/597 (1943). 

*Mai 1943: 

Zum Abschluß der Kulturtage der HJ Salzburg bieten die 
Gesangssolisten Anneliese Schloßhauer, Hans Herbert Fiedler u. a. mit 
MozarteumOrch, Mozart-Spielschar, Salzburger Liedertafel und 
Frauensingverein Hummel, Dgt. Bresgen, dessen Kantate "Drischleg" 
(UA). Auch wirken mit Volksharfe und Hackbrett (Quelle: "Salzburger 
Zeitung", 22/V1/43). 

Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne. Für Orgel: Bresgen. 

In: 

Das Orgelbuch (1943). 

Baumann: Nur der Freiheit gehört unser Leben. Für Orgel: Bresgen. 
In: 

Das Orgelbuch (1943). 

Baumann: Wo wir stehen, steht die Treue. Für Orgel: Bresgen. 

In: 

Das Orgelbuch (1943). 

Was ist das nur heut. Für Klavier mit Text. 

In: 

Das Kindelwiegen (1943). 


B 78] 





Die schlaue Müllerin. Tanzsingspiel in einem Aufzug (eigener T) (1943) 
[Sc]. 

Soldatenweihnacht. Eine Kantate nach Worten von Herybert Menzel 
(1943) [K]. 


1944 
Autobiografisches: 

"Erlebnis P. Hindemith, Begegnung mit Stravinsky. Erlebnis der 
neuen Jugend Adolf Hitlers. Umkehr. Schaffen für die Münchner 
Rundfunkspielschar. Arbeit mit H. Seidler. Begegnung mit Fritz Jöde. Es 
entstehen die Kantaten im Jahreskreis, daraus werden die ersten Spiele. 
Verbindung mit Hans Baumann. Es entsteht der >Strom<, das erste 
Oratorium" (Faksimile in Carl Niessen, Die deutsche Oper der Gegenwart, 
Regensburg, 1944. S. 100). 

Werke für Feierstunden und Sätze zu Liedern von H. Baumann. 
Veröffentlichungen der Orgel-Arbeitsgemeinschaften im Hauptkulturamt in 
der RPL der NSDAP und im Kulturamt der RJF, Heft 3 (1944) [V]. 
Festliche Orgelmusik (Salzburg, *20/1V/44, gespielt von Franz Sauer in 
der Feierstunde zum Geburtstag Hitlers). 

24. Mai 1944: 

Hans Weisbach leitet im Großen Konzerthaus-Saal Wien die UA von 
Bresgens Oratorium Der Strom. 

Juni 1944, "Der Strom": 

"In einem Konzert zur Förderung gelangte das Oratorium >Der 
Strom< von Cäsar Bresgen, nach Worten von Hans Baumann, zur 
Uraufführung. Dichter und Komponist unternahmen gemeinsam eine 
Donaufahrt und aufgrund dieses Erlebnisses entstand das Werk. Es ist 
keine Schilderung mit den Mitteln romantischer Malerei, der Komponist 
will nach eigener Aussage das Erlebnis des Stroms vermitteln. Das 
Phänomen wird zu geistiger Schau erhoben. Also keine Nachahmung der 
Natur, kein musikalisches Wellengeplätscher, kein Fließen, sondern ein 
Schreiten in eilig beschwingten oder feierlich gemessenen Rhythmen. So 
gliedert sich das Werk in vier Teile, in die auch die Geschichte gedanklich 
mit einbezogen wird: Die Städte Ulm, Regensburg, Passau und Wien. 
Orchester, Chor und Sologesang wechseln untereinander ab, besonders 
stark treten Choräle hervor, auch die Orgel findet vielfach Verwendung. 
Die gestraffte geistige Haltung, die Tiefe und der Wille zum Schönen 
zeichnen das Werk besonders aus und leihen ihm repräsentative 
Bedeutung für die idealistische Gesinnung der jungen deutschen 
Musikergeneration. Das Orchester der Wiener Symphoniker, der 
Staatsopernchor und die Solisten Walter Pach, Orgel, Erika Rokytta, 
Sopran, Charlotte Röpel, Alt, Josef Witt, Tenor, Adolf Vogel, Baß, Josef 
Kurz, Sprecher, unter der Leitung des Dirigenten Hans Weisbach brachten 
das Oratorium zu nachhaltigster Wirkung. Cäsar Bresgen konnte sich für 
stürmischen Beifall bedanken" (Emil Dubrovic: Neues Oratorium "Der 
Strom". Cäsar-Bresgen-Uraufführung in Wien. "Oberdonauzeitung", Linz, 
3/V1/44). 


B 782 





J uni/J uli 1944: 

"Cesar Bresgen hat eine sechsstimmige >Fanfare< geschrieben, die 
vom SS-Hauptamt für die Eröffnung der Ausstellung >Deutsche Künstler 
und die SS< in Salzburg in Auftrag gegeben worden war und von der 
Salzburger Bläservereinigung uraufgeführt wurde. Die >Fanfare<, die für 
Trompeten, Hörner, Posaune, Tuba und Kesselpauken komponiert ist, ist 
ganz im polyphonen Stil der frühdeutschen Zeit gehalten" ("Musik im 
Kriege" I1/3-4, Juni-) uli 1944. S. 75). 

Bresgen hat nie erklärt, woher seine Beziehung zur SS rührte; daß 
er einer von mehreren prominenten Musikschaffenden in Salzburg war, 
besagt garnichts. 

Fanfare für Trompeten, Hörner, Posaune, Tuba und Pauken. Auftrag des 
SS-Hauptamtes (Salzburg, *10/V1/44, zur Eröffnung der Ausstellung 
"Deutsche Künstler und die SS"). 

11. Juni 1944, Bericht: 

"(...) Samstag vormittag wurde von Gauleiter und Reichsstatthalter 
Dr. Scheel in Anwesenheit des Stellvertretenden Kommandierenden 
Generals im Wehrkreis XVIll, General der Gebirgstruppen Böhme, 
mehrerer SS-Gruppenführer und führender Männer aus Partei, Wehrmacht 
und Staat die Ausstellung >Deutsche Künstler und die SS< eröffnet. Eine 
eigens für die Eröffnungsfeier von Cesar Bresgen komponierte 
Fanfarenmusik leitete die schlichte Feier stimmungsvoll ein" (Deutsche 
Künstler und die SS. "Salzburger Zeitung" I11/159, 11/VI/44). 

12. Juni 1944: 

(1) 

Der "Deutsche Kulturdienst" meldet die Uraufführung der 
sechstimmigen Fanfare Bresgens durch die Salzburger Bläservereinigung. 

(2) 

Hintergrund: 

"(...) Echte Kunst hat unser Volk immer stark gemacht. Ein 
heimliches Deutschland, ein inneres Reich, haben die Deutschen in 
tausend Gefahren errichtet durch ihre Kunst. Im Antlitz des 
Bamberger Reiters, des Wilhelm von Camburg im Naumburger Dom, des 
St. Georg auf der Burg zu Prag ist es ebenso zu finden, wie in dem 
Rasenstück, das Albrecht Dürer zeichnete. Aus dem Krakauer Altar des 
Veit Stoß, aus den Gestalten Tilman Riemenschneiders, aus den Visionen 
Matthias Grünewalds, den Landschaften Caspar David Friedrichs, den 
Märchenbildern Schwinds, den Idylien Ludwig Richters, und aus der 
unsterblichen Musik des Salzburgers Wolfgang Amadeus Mozart - aus 
tausend Zeugnissen deutscher Kunst blicken uns tausend Züge deutscher 
Seele an. Wer Albrecht Altdorfers Alexanderschlacht und Hans Thomas 
spielende Kinder versteht, der glaubt an die Unzerstörbarkeit eines Volkes, 
das solcher Kühnheit und solcher Innigkeit fähig ist. (...)" (Echte Kunst 
macht immer stark. Der Gauleiter bei der Eröffnung der Ausstellung 
"Deutsche Künstler und die SS". "Salzburger Zeitung" III/160, 12/VI1/44). 
Feuer leucht in die Lande weit, daß wir uns besinnen (eigener T). 

In: 
RJF, Junge Gefolgschaft 7 (1944). 


B 783 





Flammend erglüht der Himmel (eigener T). 
Textprobe (1. Strophe): 
"(...) überm weiten Land, 
wir tragen das Feuer in sichrer Hand. 
Nun leuchte über die Lande, 
leucht in die Herzen weit, 
du heiliges Zeichen der neuen Zeit! 
In: 
RJF, Junge Gefolgschaft 7 (1944). 
Gewachsene und entwurzelte Musik ("Kulturempfinden und 
Entartung", Katalog der Salzburger Kulturtage der Hitler-J ugend, Salzburg 
1944. S. 21-23). 
Zur Frage der "neuen Unterhaltungsmusik" (in: Musik im Volk, hgb. 
von W. Stumme. Berlin, 21944). 


Geschichtsfälschung |, 1974: 

In seinem "neuen kompletten Werkverzeichnis" ließ Bresgens 
Biograph und Verleger vorsorglich die "Kantate vom Soldaten" und die 
"Kleine Soldatenkantate" weg, ferner den Zentralverlag der NSDAP Franz 
Eher Nachf. (Rudolf Lück: Cesar Bresgen, Werkverzeichnis. Wien 1974. S. 
59 ff., S. 77). 

Geschichtsfälschung II, 1980: 

"Es ist unrichtig, daß ich im >Dritten Reich< Werke verfaßt habe, die 
als NS-Werke, somit als politisch orientierte Musik anzusprechen sind. 

(...) Herr Prieberg weise mir ein einziges Lied nach, in welchem ich 
einen auf Hitler, Hitler-Bewegung, Drittes Reich oder sonst einen auf den 
Nationalsozialismus bezogenen Text vertont hätte. Die vielen damals 
entstandenen Lieder meiner Feder, die sich rasch allgemein verbreiteten, 
waren fast ausnahmslos naturbezogene Lieder, vor allem die Eichendorff- 
und Högl-Lieder (1938/41). Nach Baumann-Texten habe ich nur ganz 
wenig vertont und auch da ist nicht ein einziges politisches Lied. Eine 
Vertonung nach einem Text von Hermann Claudius kann man politisch, 
aber nicht nationalsozialistisch werten: Du mußt an Deutschland glauben 
(1941), das ist einfach ein nationales Lied, wie schon einst ein 
>Deutschland-Lied< nicht anders denn als nationales Bekenntnislied 
aufzufassen ist. 

(...) Die Kantate >Nur der Freiheit gehört unser Leben<, eine 
Auftragsarbeit für Bläsergruppen, erschien zu meinem Bedauern im 
einstigen Eher-Verlag. Ich gebe zu, daß ich mich hier leichtsinnig 
verhalten habe; mit diesem Verlag hatte ich freilich ansonsten nicht das 
Mindeste zu tun. 

(...) Das Titellied >Nur der Freiheit gehört unser Leben< kann man 
als politisches Lied oder als bloßes Freiheitslied bzw. nationales 
Bekenntnislied auffassen; es ist ein gutes Lied und hat auch - losgelöst 
von der NS-Zeit - einen eigenen Stellenwert. 

(...) Letztlich ersehe ich in den Anwürfen Priebergs einen puren Akt 
der Gehässigkeit bzw. eine schwerwiegende Verleumdung" (Bresgen: 
Beziehungen zum Nationalsozialismus. 2 Seiten, maschinenschriftlich, für 


B 784 





den Biografen R. Lück, 8/V/80. Quelle: AP). 

Die "Anwürfe" waren erweislich wahre Tatsachen und daher nicht 
inkriminierbar. 
Geschichtsfälschung Ill, 1983: 

"(...) Baldur von Schirach z. B. lud mich zu einem Gespräch nach 
Wien, wo u. a. Werner Egk, Wagner-Regeny und Carl Orff zugegen waren. 
Wir und noch andere Komponisten sollten 1942 Aufträge erhalten, 
außerdem entwickelte Schirach sein großangelegtes Kulturprogramm für 
Wien, mir selber wurden interessante Möglichkeiten angeboten. Ich zog 
jedoch das Verbleiben in Salzburg vor und habe auch nie einen 
Kompositionsauftrag für Wien erhalten" (Bresgen im Interview von Josef 
Sulz. "Zeitschrift für Musikpädagogik" VIII/4, April 1983. S. 73). 

Bresgen verschwieg dem ahnungslosen Interviewer, daß er 1943 für 
ein ungenanntes Werk einen Vertrag mit dem Amt Schirachs unterschrieb; 
die Gegenleistung betrug 3600 RM jährlich; Umsiedlung nach Wien war 
gar nicht verlangt (Quelle: BA R 55/ 992. Blatt 21). 

Geschichtsfälschung IV, 1983: 

"(...) Ich war auch zu keiner Zeit Parteimitglied, als Angehöriger der 
Hitler-) ugend trug ich zwei kleine Sternchen. (...) Es war ein niederer 
Rang, nämlich der eines >Scharführers<. Ab drei Sterne galt man schon 
mehr, dazu ist es bei mir nicht gekommen. (...)" (Bresgen in einem 
Werkstattgespräch mit Rudolf Lück anläßlich seines 70. Geburtstags. 
"Neue Zeitschrift für Musik" CXLIV/12, Dezember 1983. S. 15). 

Bresgen war - Stand 1943 - bereits Obergefolgschaftsführer und 
leitete eine eigene Formation, die Gebiets- und Obergau-Spielschar der HJ 
(vgl. u. a. Gert Kerschbaumer: Faszination 3. Reich. Kunst und Alltag der 
Kulturmetropole Salzburg. S. 180). 

Geschichtsfälschung V, 1987: 

Seine Angaben zu Biographie und Oeuvre beschränkt Bresgen strikt 
auf die Nachkriegszeit und reduziert die Musikschule für Jugend und Volk 
am Mozarteum wortkarg auf "eine Jugendmusikschule" ("Komponisten 
der Gegenwart im Deutschen Komponisten-Verband". Ein Handbuch. 
Berlin, 31987. S. 102). 

Geschichtsfälschung VI, 1990: 

"Was das ominöse Kapitel angeht, auf das Herr Prieberg anspielt, so 
ist hierin nichts geheimnisvolles enthalten. Bresgen spricht hierin völlig 
ungeniert und als Nicht-Nazi über seine Vergangenheit während des 3. 
Reiches. Er war damals ein junger Mann von Anfang zwanzig und wurde 
mit seinen leicht spiel- und singbaren Werken viel aufgeführt: mit und 
gegen seinen Willen. Da die Werke gedruckt vorlagen, hatte er keinen 
Einfluß darauf. Aus dem Kapitel ergibt sich, daß er nur musikalisch, aber 
nicht politisch während dieser Zeit tätig war" (Biograf Rudolf Lück an die 
Musikpädagogin Katja Seßlen, 31/VI11/90). 

Immer noch will der Biograf nicht wahrhaben, daß und in welchem 
Ausmaß Bresgen ihn belogen hatte. Das erwähnte Kapitel war Teil des 
Manuskripts der Bresgen-Biografie von Lück, jedoch vom Lafite-Verlag 
schamhaft gestrichen worden. 


B 785 





Geschichtsfälschung VII, 1998: 

"(...) Diese politisch ausgerichtete Produktion begann ernsthaft um 
1938 mit seiner Bläsermusik (...)" (Kater Il. S. 278). 

Der "DRPoH" ignoriert, daß Bresgen schon 1934 "ernsthaft" Musik in 
politischem Zusammenhang schrieb und seine "Bläsermusik" bereits 1937 
uraufgeführt war. 

Geschichtsfälschung VIIl, 1998: 

"Zusammen mit Orff war Bresgen unter den Empfängern eines 
einmalig von der RMK vergebenen Preises, der ihm von Egk und Heinz 
Drewes 1942 überreicht wurde" (Kater Il. S. 280). 

Der "DRPoH" ignoriert, daß es sich nicht um einen einmalig von der 
RMK vergebenen Preis handelte, sondern um überhaupt keinen Preis, da 
Zuwendung des Ministers zum Ausgleich kriegshalber entgangener 
Aufführungstantiemen. 

Information: FA, MM2, KDMK (Bresgen unterschlug dem Herausgeber 
fast sämtliche der oben genannten Werke), RML, LdCh, SML, MGG. 


Breu, Simon 
Simbach/ Inn, 15. Januar 1858 - Josefsheim bei Bad Brückenau, 9. 
August 1933. 
Sohn eines Damenschneiders; Komponist, Musikpädagoge, Chorleiter, 
Lehrer an den Taubstummenanstalten Straubing und Würzburg, hier auch 
am Konservatorium. 1907 Professor, seit 1924 als Oberstudienrat i. R. und 
freischaffend. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Deutschland sei wach! (T: Graf Bernstorff), für Volkschor mit Klavier/ 
Blechmusik, auch MCh [B&S]. 
Vor dem Wettkampf: Mit gleichem Schritt in Reih und Glied, so ziehn 
wir mutig auf den Plan (T: Dr. Josef Balduin Kittel). Kampflied [B&S]. 
In: 
Was der Deutsche singt (1932). 
Die deutsche Arbeit: So weit die Falken fliegen, vom freien Sturm 
umbraust (T: Hans Eschelbach) [B&S]. 
Textprobe (4. Strophe): 

"So lang nach edlen Zielen 

sie strebt mit Ernst und Kraft, 

so lang in Schweiß und Schwielen 

sie Glück und Segen schafft, sie, 

die da heil'ge Bande um hoch 

und niedrig zog, 

zu Wasser und zu Lande: 

die deutsche Arbeit hoch!" 
In: 
Was der Deutsche singt (1932); Deutsche Jugend heraus (2. Folge, 1933); 
Singkamerad (21934, 31935, 81937); Freude ins Leben 1 (1934); Lieder 
der Arbeit (1934). 


B 786 





Zahn: Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd. Für MCh: S. Breu. 
In: 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940). 
Wacht am Meer: Wir stehn im tiefen Sand (T: Max von Oesteren), für 
ein- bis 3stimm. Chor mit Klavierbegleitung (1942) [Hl]. 

Information: DNML, DML, FA (Todesort: Würzburg), RML, LdCh 
(Todesort: Würzburg). 


Breuel, Max 


Nur die Lore: Nehmet fester die Gewehre, alle Mann im gleichen Schritt 
(eigener T). Kriegslied [Sc]. 
Textprobe (Refrain): 
"Nur die Lore und die Lene, die Lina und Emmi, 
die stehen schon und warten 
auf die dritte Kompanie!" 

In: 
Das Lied der Front 2 (1940); Das neue Soldaten-Liederbuch für Akkordeon 
(1940). 


Breuer, Franz Josef 
Wuppertal-Elberfeld, 30. Januar 1914 - Hamburg, 3. Juli 1996. 
Komponist, ab 1934 Schüler von J. Haas an der Musikhochschule 
München. 1936-38 leistete er seine Militärdienstpflicht ab. Dann 
Verlagsvolontär und Mitarbeiter der Verlage Erdmann und Ehrler in Leipzig 
als Arrangeur, Kapellmeister und Komponist. Während des Krieges zur 
Wehrmacht einberufen, 1945 in brit. Kriegsgefangenschaft. 

1945-65 Hauskomponist des NDR Hamburg für den Kinderfunk mit 
Märchenvertonungen und Musikalische Unterhaltung mit Arrangements für 
die Kapelle Mario Traversa, 1951-65 Aufnahmeleiter bei Deutscher 
Grammophon und Polydor, dann bei Teldec. 1953-65 Aufsichtsrat der 
GEMA. 

Werke: u. a. Akkordeonstücke und Lieder; "Kleine Schlagzeugschule für 
sämtliche Schlaginstrumente" (1939); Weihnachtspotpourri für Akkordeon 
(1936); Canzonetta Italiana (1938); Passauer Meßgesang (Mundartmesse 
auf Bayerisch); das Kindermusical "Sieben auf einen Streich" (Flensburg, 

1972); Hgb. einer Reihe "Erfolgreiche Chorsätze berühmter Chöre" [Rabe- 
Verlag, Dortmund]; Text zu B. Kutsch, "Spanischer Marsch".. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. DAF; seit 1937 in der RMK. 

Soldaten singen alte und neue Lieder. Die bekanntesten 
Soldatenlieder, für chromatisches Akkordeon ab 8, 12 und 24 Baß 
bearbeitet von F. J. Breuer (1937) [Sc]. 

Siehe: Soldaten singen alte und neue Lieder. 

Blume: Ein Volk, ein Reich, ein Führer. Marsch. Für Blasmusik: F. ]. 
Breuer (1938) [EL]. 


B 787 





Lippe: Defiliermarsch des ehemaligen Schützen-Füsilier-Regiments 108. 
Für Blasmusik: F. J. Breuer (1938) [EL]. 
Es steigt aus Nacht und Sorgen: Der Nebel will sich heben, der 
Frühwind nimmt ihn mit (T: W. Wallstab). Kampflied (1938), in: "Soldaten- 
Liederbuch" [Sc]. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Daß uns in unsrem Ringen 
nichts stört auf dieser Welt, 
daß wir den Sieg erzwingen, 
dazu sind wir bestellt. 
Wir Jungen, wir marschieren, 
im Wollen alle gleich, 
woll'n nicht die Welt regieren, 
doch schirmen unser Reich". 
In: 
Soldaten singen alte und neue Lieder (1937). 
Immer wenn Soldaten singen: Blühendes Feld, lachende Welt, und wir 
Soldaten marschieren (eigener T). Marsch und Lied, zus. mit F. 
Grössmann. Für Orch, auch für Gesang und Klavier (1937, 1939; RS 
Hamburg, 4/111/38) [EL]. 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Fallen wir einst in Feindesland, 
trifft uns das tödliche Eisen; 
klagen wir nicht, singen ein Lied, 
mutig zum Himmel wir reisen. 
Immer wenn Soldaten singen, 
freuen sich die Mägdelein, 
wenn wir durch die Straßen ziehen, 
sind wir stolz Soldaten zu sein! 
Immer wenn Soldaten singen, 
freuen sich die Mägdelein, 
und es möchte jede gar zu gern 
ein Soldatenliebchen sein!" 
Spohr: Gruß an Kiel, Militärmarsch. Fassung: F. J. Breuer (1937). [EL]. 
Rosemarie (T: W. Wallstab). Marsch und Lied des II./ IR 61, zus. mit F. 
Größmann, für Blasmusik (1938) [Sc]. 
In: 
Soldaten singen alte und neue Lieder (1937). 
Soldaten-Liederbuch. Die bekanntesten und meistgesungenen Lieder 
unserer Wehrmacht. Hgb. von F. J. Breuer. Textbuch mit Melodien, 
2stimmig gesetzt von Willi Draths (1938). Gleichzeitig für Klavier mit 
unterlegtem Text [Sc]. 
Inhalt: 
Auf dem Marsche 
1. Küssel, 1934: Soldaten-Kameraden. - 2. Steiner, 1935: Flieg, deutsche 
Fahne, flieg! - 3. Buder, 1933: Flieger empor! - 4. Glessmer: Schön 
blüh'n die Heckenrosen - 5. Englert: Wann wir schreiten Seit' an Seit' - 6. 
Kampmann: Soldaten . - 7. Heeren: Morgen marschieren wir in 


B 788 





Feindesland. - 8. Fürst (Trio-Melodie des Badenweiler Marsches): 
Vaterland, hör deiner Söhne Schwur. - 9. Regiment sein Straßen zieht. - 
10. Lippe-Detmold. - 11. Es zog ein Regiment vom Oberland herauf. - 12. 
Sotke nach Wendelmuth: Die Glocken stürmten vom Bernwardsturm. - 13. 
aus Deutsch-Österreich: Es lebe der Schütze. - 14. Das Edelweiß. - 15. Ein 
Tiroler wollte jagen. - 16. Thum: Vom Barette schwankt die Feder. 

Im Felde 
17. Als wir nach Frankreich zogen. - 18. Breuer: Es steigt aus Nacht 
und Sorgen (T: W. Wallstab). - 19. Silcher: Steh ich in finstrer 
Mitternacht. - 20. Silcher: Ich hatt! einen Kameraden. - 21. Panzerlied: 
Ob's stürmt oder schneit. - 22. Des Morgens zwischen drein und vieren. - 
23. 1870/71: Bei Sedan auf der Höhe. - 24. von Gordon: Argonnerlied. - 
25. Soldatenlied, 18. Jh: Ich habe Lust im weiten Feld. 

Soldatenlieb'- Soldatenlust 
26. Draths: Wenn alles grünt. - 27. Ein Heller und ein Batzen. - 28. 
Breuer: Rosemarie (T: W. Wallstab). - 29. Wenn wir marschieren, ziehn 
wir zum deutschen Tor hinaus. - 30. Annemarie, wo geht die Reise hin. - 
31. Mein Regiment, mein Heimatland (Annemarie). - 32. An der Weichsel 
gegen Osten. - 33. Schwarzbraun ist die Haselnuß. - 34. Ist alles dunkel, 
alles trübe. - 35. Morgen marschieren wir zu den Bauern ins 
Nachtquartier. - 36. Soll ich dir mein Liebchen nennen. - 37. Der 
Wildbretschütz. - 38. Steig ich den Berg hinauf. - 39. Morgen will mein 
Schatz verreisen. - 40. Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren. - 
41. Füsilier sind lustge Brüder. - 42. Muß i denn. - 43. Schatz, reise nicht 
so weit von mir. - 44. In einem Polenstädtchen (noch "Maruschka, das 
Polenkind"). - 45. Reserve hat Ruh‘. 

Reiterlieder 
46. Koch: Lied der roten Husaren. - 47. Silcher: Reiters Morgenlied, 
Marschfassung. - 48. Die blauen Dragoner. - 49. Zahn, 1797: Wohlauf, 
Kameraden, aufs Pferd. - 50. Friedrich Il: Auf, Ansbach-Dragoner 
(Hohenfriedberger Marsch). - 51. Wohlan, die Zeit ist kommen (T: aus 
"Des Knaben Wunderhorn"). - 52. Drei Lilien. - 53. Der Wind weht über 
Felder. 

Matrosenlieder 
54. Küssel, 1938: Kameraden auf See. - 55. Ein Schifflein sah ich fahren. 
56. Heut geht es an Bord. - 57. Hamburg ist ein schönes Städtchen. - 58. 
aus der Lahngegend: Matrosenleben. 

Lieder der Heimat 
59. Esterl/ Zweigle: Tirol, du bist mein Heimatland. - 60. nach dem 
Gesang der Truppe aufgez. von Paul Vogler: Parole heißt Heimat. - 61. 
Neuhäuser: Westerwaldlied. - 62. Das Schwarzwaldlied: Im grünen Wald, 
dort wo die Drossel singt. - 63. Das Schönste auf der Welt ist mein 
Tirolerland. - 64. Soldatenlied, um 1864: Aus Lüneburg sein wir 
ausmarschiert. - 65. Heeren: Auf der Lüneburger Heide . - 66. 
Schlesierlied. - 67. In der Heimat, da gibt's ein Wiedersehn. - 
Deutschlandlied. Nur T. - Horst-Wessel-Lied. Nur T. 
Das neue Soldaten-Liederbuch. Die bekanntesten und 
meistgesungenen Lieder unserer Wehrmacht, für Klavier hgb. 2stimmige 


B 789 





Sätze von W. Draths, Band 1 - 3, dazu Textbuch mit Melodien (Ed. Schott 
2799) und Auswahl der schönsten Lieder aus den drei Bänden für 
chromatisches Akkordeon (1938-1941). Ferner Texthefte zum Mitsingen 
[Sc]. 

Band 1 (1938) 

Dieser ist mit dem "Soldaten-Liederbuch" identisch, enthält jedoch 
als Nachtrag "(Erika) Auf der Heide blüht ein kleines Blümelein" von 
Herms Niel. 

Band 2 (1939) 

Das Neueste (u. a. aus dem "Rundfunkwettbewerb") 

1. Niel: Soldat sein, heißt treu sein. - 2. Jary, 1939: Das kann doch einen 
Seemann nicht erschüttern. - 3. Niel: An der Nordsee, an der Donau. - 4. 
Buder, 1935: Soldaten sind immer Soldaten. - 5. Rohr: Siehst du die 
deutschen Heere dort zieh'n. - 6. Carste: Lebe wohl, du kleine Monika. - 
7. Rickels: Hinter einer Gartenmauer. - 8. Menzel: Als in deinem kleinen 
Blumengarten. - 9. Stürmer, Op. 106 Nr. 4: Wir lieben unsern freien Flug. 
- 10. Breuer: Wie müssen die Soldaten sein? 

Für Deutschlands Ehre 
11. Kluge: Graue Kolonnen. - 12. Decker, 1936: Singend wollen wir 
marschieren. - 13. Baumann: Im ganzen Land marschieren nun Soldaten. 
- 14. Götz: Es klappert der Huf am Stege. - 15. onA (= Methfessel): Der 
Gott, der Eisen wachsen ließ. - 16. Aufzeichnung W. Draths: Einst sind wir 
so freudig geritten, hell klang unser Lied übers Feld. - 17. nach dem 
Gesang der Truppe, Aufzeichnung H. Lindroth: Fern bei Sedan auf den 
Höhen. - 18. nach dem Gesang der Truppe, Aufzeichnung H. Lindroth: 
Siehst du das Kreuz am Friedhof dort. - 19. onA: Setzt zusammen die 
Gewehre. - 20. onA: So leb denn wohl, wir müssen Abschied nehmen. - 
21. Lyra: Die bange Nacht ist nun herum. - 22. Gläser: Flamme empor! - 
23. onA: Heimat, ach Heimat, ich muß dich verlassen. - 24. Marquardt: 
Eine Kompanie Soldaten. - 25. Leis: Kameraden, die Trompete ruft. - 26. 
Knott: Wir ziehen über die Straße in schwerem Schritt und Tritt. - 27. 
Pierson: O Deutschland hoch in Ehren. 

Auf dem Marsche 
28. Büchsenschütz: Märkische Heide. - 29. Ich schieß den Hirsch im 
wilden Forst. - 30. Draths: Mein Schatz, der ist ein freier Schütz . - 31. 
aus Kärnten: Auf, auf zum fröhlichen Jagen. - 32. Götz: Wie oft sind wir 
geschritten - 33. Becker: Wohlauf, die Luft geht frisch und rein. - 34. Der 
Jäger in dem grünen Wald. - 35. Von den Bergen rauscht ein Wasser. - 36. 
Aufzeichnung W. Draths: Ich bin der Bua vom Aubachtal. - 37. 
Aufzeichnung W. Draths: Auf dem Berg so hoch da droben. - 38. Es blies 
ein Jäger wohl in sein Horn. - 39. Aufzeichnung W. Draths: Droben im 
Oberland. - 40. Götz: Aus grauer Städte Mauern. - 41. Seeräuberlied: Der 
mächtigste König. 

Soldatenlieb'- Soldatenlust 
42. Ramrath, 1914: Im Feldquartier (T: Willi Best). - 43. Horch, was 
kommt von draußen rein? - 44. Draths: Der Fuchs, der hat die Enten lieb. 
- 45. | bin Soldat, vallera. - 46. (Brombeerlied) Es wollt ein Mädel in der 
Früh aufstehn. - 47. Aufzeichnung W. Draths: Jetzt kommen die lustigen 


B 790 





Tage. - 48. nach dem Gesang der Truppe, IR 61, Aufzeichnung Breuer: Wo 
sind die Jugendjahr geblieben? - 49. Aufzeichnung der Besatzung eines 
Bunkers der Westfront: Ei, Mädel vom Lande. - 50. nach dem Gesang der 
Truppe, Aufzeichnung H. Lindroth: Es zogen auf sonnigen Wegen. - 51. 
Aufzeichnung W. Draths: (Das Schweizermadel) Wenn des Sonntags früh 
um vier. - 52. Die Nachtpatrouille: Schönster Schatz, mußt mir erlauben. - 
53. Da drunten im Tale, da fließt ein Bächlein. - 54. Heeren: Es blühen die 
Rosen. - 55. Es welken alle Blätter, sie fallen ab. - 56. Steh' auf hohem 
Berge. 

Von der Heimat 
57. Krannig: Wo die Nordseewellen spülen an den Strand. - 58. nach dem 
Gesang der Truppe, Aufzeichnung Breuer: Nach meiner Heimat zieht's 
mich wieder. - 59. Kein schöner Land in dieser Zeit. - 60. Heise: Es geht 
ins Märkerland. - 61. Grote: Von der Weser bis zur Elbe. - 62. Im 
schönsten Wiesengrunde. - 63. mdl. überliefert: Was blinkt so freundlich 
in der Ferne. - 64. Ade zur guten Nacht. - Niel: Denn wir fahren gegen 
Engelland. Nur T. 

Satz: P. Lincke (28), Max Schröder (60). 
Band 3 (1941) 
1. Niel, 1939: Engellandlied. - 2. Niel, 1940: Frankreichlied. - 3. Schultze, 
1940: Bomben auf Engelland. - 4. Teichmann, 1939: Wir flogen jenseits 
der Grenzen. - 5. Niel, 1940: Antje, mein blondes Kind. - 6. Niel, 1939: 
Stolz marschieren wir zu drein. - 7. Niel, 1936: In Sanssouci am 
Mühlenberg. - 8. Breuer: Immer wenn Soldaten singen. - 9. Bender: 
Das Meer ist unsre Liebe. - 10. Räntzsch: Es steht ein kleines Edelweiß. - 
11. Welter: Auf, Soldaten, Kameraden. - 12. Lange: In Bromberg an der 
Brahe Knie. - 13. Michels: In Schritt und Tritt, Kamerad, komm mit. - 14. 
Bolling: Kaum beginnt der Tag zu dämmern. - 15. Völkers: Kameraden, 
wir marschieren in die neue Zeit hinein. - 16. Blumensaat: Die dunkle 
Nacht ist nun vorbei. - 17. Baumann: Das graue Heer umdämmert. - 18. 
Altendorf: Wir ziehn auf stillen Wegen. - 19. Napiersky: Es dröhnet der 
Marsch der Kolonne. - 20. Baumann: Es zittern die morschen Knochen (T: 
mit entschärftem Refrain). - 21. Altendorf: Der Himmel grau und die Erde 
braun. - 22. Jahn: Wir traben in die Weite. - 23. Wilhelm: Es braust ein 
Ruf wie Donnerhall. - 24. 18. Jh: O Straßburg. - 25. Melodie des 
Wilhelmusliedes, 1568: Wenn alle untreu werden. - 26. Sotke: Auf, hebt 
unsre Fahnen. - 27. Blumensaat: Deutschland, heiliges Wort. - 28. 
Kremser: Wir treten zum Beten vor Gott den Gerechten. - 29. Buder/ F. 
Powell: Weit ist der Weg zurück ins Heimatland. - 30. Zschiesche: Wenn 
die bunten Fahnen wehen. - 31. Depolo: Wir Jäger lassen schallen. - 32. 
Englert: Wir sind jung, die Welt ist offen. - 33. Leiri (= Jürgen Riel): 
Kameraden, wir marschieren, wollen fremdes Land durchspüren. - 34. 
schwedisches Volkslied: Im Frühtau zu Berge. - 35. Melodie der 
"Rewelge": Es leben die Soldaten. - 36. Bonner Liederblatt, 1912: Ich ging 
an einem Frühmorgen. - 37. 19. Jh: Heut noch sind wir hier zu Haus. - 38. 
Klauer: Wer recht in Freuden wandern will. - 39. aus unserer Zeit: Wir 
lieben die Stürme. - 40. schwäb. Volkslied: Das Lieben bringt groß Freud. 
- 41. 19. Jh: Wir sind die Füsiliere, des Königs Grenadiere. - 42. 19. Jh: 


B 72] 





Nichts Schöneres auf Erden als was ein Schwalangschör! - 43. Blume: Als 
ich gestern einsam ging. - 44. Radecke, Op. 22: Aus der Jugendzeit, aus 
der J ugendzeit klingt ein Lied. - 45. Jöde: Rosemarie. - 46. Nägeli: Freut 
euch des Lebens . - 47. Volksmelodie: Schön ist die Jugend bei frohen 
Zeiten. - 48. Es reiten itzt die ungrischen Husaren. - 49. Volksmelodie: Ihr 
lustigen Hannoveraner. - 50. Zehntausend Mann, die zogen ins Manöver. - 
51. aus Hessen: Die Reise nach Jütland. - 52. aus Süddeutschland: Es 
wollt ein Jägerlein jagen. - 53. Volksmelodie: Die Rosen blühen im Tale, 
Soldaten ziehn ins Feld. - 54. aus der Schweiz: Von Luzern auf Wäggis 
zue. - 55. In Böhmen liegt ein Städtchen, das kennt wohl jedermann. - 
56. Schnadahüpfel: Die Soldaten und d’Maderln, die stehn gern beinand. 
Wie müssen die Soldaten sein? (T: G. O. Stoffregen). Kriegslied, 
zweichörig (1941). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Wie wollen wir zusammen sein? 
Mutig, tapfer und treu! 
In unserm stillen Kämmerlein? 
Zärtlich, lieb und treu! 
Soldaten, die müssen Männer sein, 
treu wie das Gold, hart wie der Stahl. 
Und Mädels, die müssen zärtlich sein, 
zärtlich, lieb und treu!" 
Dorothee: (Soldatenliebe, Soldatenmut) Soldaten, die marschieren (T: 
G. O. Stoffregen). Soldatenlied. Für Orch: B. Hartmann; versch. andere 
Besetzungen (1939) [EL]. 
Tondokument - vom 20/X/39 - im DRA: 4212670-02. 
Ausführende: MannschaftsCh mit MK der FIHKdtr Berlin-Staaken, 
Dgt. Hasso Boss. 
Textprobe (1. Strophe): 
a) 
beim ersten Morgenschein! 
Der Hauptmann soll uns führen, 
Kamerad! Soldaten müssen sein! 
Die Trommel weckt die Bürger 
und ihre Töchter auf. 
Hurra, hurra, du stolzes Regiment, 
das ist Soldatenbrauch!" 
Ursula: Mein Mädel, weine nicht. Soldatenlied und Marsch (eigener T), 
für Gesang und Klavier (1939) [EL]. 
Kopetzky: Egerländer Marsch. Für Militärmusik: Breuer (1939) [E&C]. 
Herzog von Braunschweig = AM |, 9. Fassung: Breuer (1939) [EL]. 
Bähre: Fliegerkameräaden. Marsch. Für Militärmusik: Breuer (1939) 
[E&C]. 
Latann: Frei weg! Marsch. Für Militärmusik: Breuer (1939) [E&C]. 
Freut euch des Lebens. Marsch für Militärmusik unter Benutzung des 
gleichnamigen Liedes (RS Breslau, 31/V/39, GauMZ Schlesien, Dot. F. 
Humpert) [E&C]. 
Das zweite neue Soldaten-Liederbuch. Die bekanntesten und 


B 792 





beliebtesten Lieder unserer Wehrmacht, für Klavier mit Text hgb. von F. J. 
Breuer (1940) [Sc]. 
Inhalt: 

1. Niel, 1938: Hannelore. - 2. Jary, 1939: Das kann doch einen Seemann 
nicht erschüttern. - 3. Niel: An der Nordsee, an der Donau. - 4. Buder, 
1935: Soldaten sind immer Soldaten. - 5. Joachim: Marie-Helen. - 6. 
Carste: Lebe wohl, du kleine Monika. - 7. Rickels: Hinter einer 
Gartenmauer. - 8. Menzel: Liebes Mädel. - 9. Stürmer: Wir lieben unsern 
freien Flug, Op. 106 Nr. 4. - 10. Breuer: Wie müssen die Soldaten 
sein? - 11. Kluge: Graue Kolonnen zieh'n in der Sonnen. - 12. Decker, 
1936: Singend wollen wir marschieren. - 13. Baumann: Im ganzen Land 
marschieren nun Soldaten. - 14. Götz: Es klappert der Huf am Stege. - 
15. Aufzeichnung Willi Draths: Drum Mädel weine nicht. - 16. 
Aufzeichnung W. Draths: Einst sind wir so freudig geritten. - 17. 
Aufzeichnung H. Lindroth: Fern bei Sedan. - 18. Aufzeichnung H. Lindroth: 
Siehst du das Kreuz. - 19. Setzt zusammen die Gewehre. - 20. Lyra: Die 
bange Nacht ist nun herum. - 21. So leb denn wohl. - 22. Gläser: Flamme 
empor! - 23. Heimat, ach Heimat. - 24. Marquardt: Eine Kompanie 
Soldaten. - 25. Leis: Kameraden, die Trompete ruft. - 26. Rohr: Siehst du 
die deutschen Heere dort ziehn. - 27. Pierson: O Deutschland hoch in 
Ehren. - 28. Büchsenschütz: Märkische Heide. - 29. Knott: Der 
Trommelbube. - 30. Draths: Mein Schatz, das ist ein freier Schütz . - 31. 
aus Kärnten: Auf, auf zum fröhlichen Jagen. - 32. Götz: Wie oft sind wir 
geschritten. - 33. Becker: Wohlauf, die Luft geht frisch und rein. - 34. Der 
Jäger in dem grünen Wald. - 35. Von den Bergen rauscht ein Wasser. - 36. 
Aufzeichnung W. Draths: Ich bin der Bua vom Aubachtal. - 37. 
Aufzeichnung W. Draths: Auf dem Berg so hoch da droben. - 38. 
Aufzeichnung W. Draths: Droben im Oberland. - 39. Götz: Aus grauer 
Städte Mauern. - 40. Ich schieß den Hirsch. - 41. Ramrath: Im 
Feldquartier (T: Willi Best). - 42. Horch, was kommt von draußen rein? - 
43. Draths: Der Fuchs, der hat die Enten lieb. - 44. Es wollt ein Mädel in 
der Früh aufstehn. - 45. I bin Soldat, vallera. - 46. Aufzeichnung W. 
Draths: Jetzt kommen die lustigen Tage. - 47. nach dem Gesang der 
Truppe beim IR 61, Aufzeichnung vom Hgb.: Wo sind die J ugendjahr 
geblieben. - 48. Aufzeichnung der Besatzung eines Bunkers der Westfront: 
Ei, Mädel vom Lande. - 49. Aufzeichnung H. Lindroth: Es zogen auf 
sonnigen Wegen. - 50. Aufzeichnung W. Draths: Das Schweizermädel. - 
51. (Nachtpatrouille) Schönster Schatz, mußt mir erlauben. - 52. Da 
drunten im Tale. - 53. Heeren: Es blühen die Rosen. - 54. Es welken alle 
Blätter. - 55. Steh' auf hohem Berge. - 56. Krannig: Wo die Nordseewellen 
spülen an den Strand. - 57. nach dem Gesang der Truppe, Aufzeichnung 
vom Hgb.: Nach meiner Heimat. - 58. Kein schöner Land. - 59. Heise: Es 
geht ins Märkerland. - 60. Im schönsten Wiesengrunde. - 61. Grote: 
Niedersachsenlied. - 62. mdl. überliefert: Was blinkt so freundlich in der 
Ferne. - 63. Ade zur guten Nacht. 

Dieser Titel ist fast inhaltsidentisch mit "Das neue Soldatenlieder- 
buch" Band 2. Das Bestreben des Schott-Verlages, die - politische - 
Aktualität möglichst lückenlos abzukassieren, liegt auf der Hand. 


B 793 





Kleine: Aus dem Steirerland und Tirol (Narvik-Lied). Für 
Harmoniemusik mit SaxStn.: Breuer (1941) [Ha]. 
Den toten Kameraden. Eine kleine Trauermusik für Infanterie- oder LW- 
Musik (1941) [EL]. 

Information: RMLE. 


Breuer, Josef 
Köln-Braunsfeld, 30. Oktober 1900 - Köln, 11. Januar 1963. 
Kapellmeister. Stand 1932: Korrepetitor beim Westdeutschen Rundfunk; 
später Chorleiter beim RS Köln. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.617.118, auf Antrag vom 8/V1/37. SA. Auch NSG 
"Kraft durch Freude". 
6. Februar 1940: 

J. Breuer leitet mit Bariton Willy Schneider und Orch die 
Funkaufnahmen von F. Menzels Soldatenlied "Als in deinem kleinen 
Blumengarten" und K. Rickels "Soldatenliebchen". 

Tondokument im DRA: 1570017-11, 1570017-10. 

20. März 1941: 

J. Breuer leitet mit Bariton W. Schneider und Orch die 
Funkaufnahme von W. Kleines Soldatenlied "Ein Vogel singt im Westen". 

Tondokument im DRA: 1570017-02. 

21. März 1941: 

J. Breuer leitet mit Bariton W. Schneider und Orch die 
Funkaufnahme von C. Strässers Kriegslied "Tapfere kleine Soldatenfrau". 

Tondokument im DRA: 1570018-01. 

Information: Das Historische Archiv der Stadt Köln (11/V/98) 
kündigte "für die Bearbeitung von schriftlichen Anfragen" eine Forderung 
von 40 DM "pro halbe Stunde aufgewandter Arbeitszeit" an, obwohl das 
Grundgesetz unbehinderte Information und Berufsausübung verspricht, 
setzte die Forderung auf Antrag jedoch aus, sah sich aber (18/VI/98, Dr. 
Illner) zu Angaben nicht imstande, "da keine Kongruenz zwischen dem 
angebenen Geburtsdatum, -ort bzw. Zeitrahmen vorliegt oder 
herzustellen ist". Also eine Personalfrage. 

Das Amt für Statistik, Einwohnerwesen und Europaangelegenheiten 
in Köln (23/IX/98) verlangte für Auskunft aus den Meldeunterlagen des 
Archivs je 30 DM. Der Antrag vom 6/X/98 zum Oberstadtdirektor ging 
"zur weiteren Bearbeitung" ans Dezernat Wirtschaft und 
Stadtentwicklung; dieses antwortete nicht, brach also Verwaltungsrecht. 
Erst ein erneuter Antrag zum Oberstadtdirektor erbrachte Aussetzung der 
Gebühren. 





Breyer, Alfons 


Heil den Gefallenen: Selig, die gefallen für das Vaterland (T: Martin 
Greif), für gem. Chor/ FrCh (1942) [BF]. 

Information: Der GEMA (1988) waren die Lebensdaten Breyers 
unbekannt. 


Breyer, Heinrich 


Ein neuer Geist durchzieht das Land, entflammt es wie ein 
Feuerbrand (T: Fritz Schlüter). Lied des RAD. 
Textprobe (1. Strophe): 


und fegt hinweg mit Sturmgebraus, 

was morsch und krank in Volk und Haus. 

Das Vaterland kann ruhig sein, 

wir reihen uns mit Stolz jetzt ein. 

Dir, der Du uns zur rechten Zeit erschienst, 

Dir weih'n wir uns, 

Du deutscher Arbeitsdienst". 

In: 
Wir singen (1934). 


Breymayer, Ernst 
Crailsheim, 18. November 1887 - Crailsheim, 17. April 1977. 
Sohn der Inhaber eines Frisiersalons; Musikstudium am Konservatorium 
Wien, mußte jedoch dann das Geschäft der Eltern in Crailsheim 
übernehmen, fortan Amateurkomponist. 
Werke: Männerchöre; "Crailsheim", histor. Bürgerwachtmarsch. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP oder NSLB. 
Op. 7. Danklied für das Erntedankfest: Wir haben unser Werk getan 
(T: H. Anacker), für Klavier mit Singblatt. Für Akkordeon: R. E. Luer(1939) 
[VS]. 

Information: Die Stadtverwaltung Crailsheim antwortete - gegen 
Verwaltungsrecht - nicht auf einen Auskunftsantrag vom 11/IIl/87. Der 
GEMA waren 1988 die Lebensdaten Breymeyers unbekannt. 


Brida, Maximilian 
Zabern/ Elsaß, 25. August 1898 - Reutlingen, 27. August 1978. 
Einsender in Huldstetten über Riedlingen, ab Sommer 1933 in 
Unterhausen Amt Reutlingen. 
Nach 1945 zuletzt in Reutlingen i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 


B 298 





Sieg Heil! Lied, 0onA, im Juni 1933 dem RMVP eingesandt (Quelle: BAR 
55/ 1159). 

Marschlied onA, am 7/VIIl/33 dem RMVP angeboten (Quelle: BAR 55/ 
1161). 

Information: Das Bezirksamt Sondelfingen der Stadt Reutlingen 
(8/VIII/96), gez. Ripple, verweigerte zunächst mit der Angabe "aus 
Datenschutzgründen" - also rechtswidrig - die Lebensdaten Bridas, lenkte 
auf Vorhalt jedoch ein. 


Brieftaube = Mein Täublein, mein kleines 


Briem, Wunibald 
1841 - 1912 


Arlberglied: O Arlberg, mein Vaterland (T: P. Beda). 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Brill, Otto 
Wuppertal-Barmen, 11. Februar 1885 - Wuppertal-Elberfeld, 1. März 
1966. 
Sohn eines Kaufmanns; Konzertsänger (Bariton), Gesangspädagoge, 1919 
Direktor eines eigenen Konservatoriums in Elberfeld-Vohwinkel, später 
Leiter einer Musikschule in Wuppertal, mit Wohnung in Elberfeld. 
Werke: Singspiele, Chöre und Lieder. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.475.675. 
Schlageter (T: Hein Meiswinkel?). MCh (1933). 
Information: DML, FA, LdCh. 


Brinkmann, Rudolf 


Im Feuerkreis. Vorsprüche, Spiele, Sprechchöre und Sonnenwendlieder 
(T: Gustav Gerhard Engelkes). Melodien von R. Brinkmann (1934) [Da]. 


Brix, Willy (Emil Oskar Wilhelm) 

Osnabrück, 20. Juli 1887 - ohne Ort und Datum (vermißt im 
Fronteinsatz; Todeserklärung des AG Berlin-Schöneberg, 17/V11/58, zum 
31/X11/45). 

Sohn eines städtischen Rechnungsführers; Schüler von E. Straesser, 

Musikpädagoge in Berlin W 57, seit 1910 hier Musikschuldirektor und 
Privatmusikerzieher. Während des Krieges zur Wehrmacht einberufen, 
zuletzt Gefreiter bei der Stammkompanie des Landesschützen-Ersatz- 


B 796 





Bataillons 2. 
Werke: Kammermusik, Lieder und Klavierstücke. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP oder NSLB. 
Op. 12 Nr. 1. Kämpfer im Luftschutz. Militärmarsch für Klavier (1940) 
[MB]. 

Information: DML, FA. Laut LA Berlin (24/VIII/99) fehlt Brix in der 
lückenhaften Meldekartei 1875-1960 . 


Brocke, Ernst 
Straßburg, 21. August 1876 - Mergentheim, 11. Mai 1941. 
Musikpädagoge in Tübingen, Studienrat i. R., Professor; 1935 in 
Reutlingen, 1936 abermals in Tübingen, 1937 in Stuttgart und ab 1939 in 
Mergentheim i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. NSLB ab 1/V/33. 
Deutsches Hoffen (eigener T). Lied zum *20. April 1934. Im April 1934 
dem RMVP eingereicht. 


Brockpähler, Hermann 
Dortmund-Hörde, 20. Dezember 1897 - Dortmund, 10. Februar 1968. 
Musikpädagoge und Vereinsdirigent in Schwerte/ Ruhr. Musikreferent der 
"Schwerter Zeitung", Dirigent der Männerchöre Eintracht in Wuppertal- 
Hahnenberg, Cäcilia in Neheim, Concordia in Haspe, des MGV 
Wellinghofen 1846 und in Schwerte der MGV Flügelrad und Cädcilia. 
Nach 1945 weiterhin Chorleiter und Musiklehrer in Schwerte. 


NSDAP seit 1/X/40, Nr. 8.323.390, auf Antrag vom 15/VII1/40. 
Op. 5 Nr. 2. Wir: Wir alle durch Blut und Boden verwandt (T: aus "VB"). 
MCh (1934) [E]. 
Op. 5 Nr. 3. Frisch auf, mein Volk, mit Trommelschlag (T: G. 
Herwegh). MCh (1934) [E]. 

Information: FA, KDMK (Männerchöre bei Engels sind ohne Titel 
genannt), LdCh. 


Brockt, Johannes 
Brieg, 15. Januar 1901 - Wien, 15. August 1980. 
Schüler von L. Reichwein, C. Horn und S. Karg-Elert, Dr. phil.; Komponist 
und Musikschriftsteller in - Stand 1936 - Berlin-Charlottenburg. Später 
Professor in Wien. 
Auch nach 1945 in Wien, zuletzt i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Heimatgefühl und Fremdidee in der Musik ("Die Musik" XXVI/4, 
Januar 1934). 


B 197 





Zitat: 

"Und so schien der Sieg der Fremdidee, verkörpert in Namen wie 
Schönberg, Hindemith, Weill usw., fast gewiß. Erinnern wir uns aber jener 
eingangs erwähnten Voraussetzung, daß es erst gelingen müßte, eine alles 
gleichmachende Entseelung der Nationen herbeizuführen, um der Musik 
diese liberalistische Internationalität zu geben. So lange es aber noch 
Völker gibt mit gesundem Wachstum an Geist und Seele, energiegeladen 
mit schöpferischen Kräften, wird der Wunsch der internationalen 
Drahtzieher in jeder Hinsicht Utopie bleiben. Es ist eine 
Selbstverständlichkeit, daß der Staat mit seiner Autorität die 
heimatgebundene, völkische Kunst stützt. Denn gesichert durch die Macht 
staatlicher Mittel kann sich erst störungsfrei das Heimatgefühl entfalten 
und so dem großen Mythos Volkwerden Wegbereiter sein" (S. 277). 

15. März 1935, Unterstützung: 

"Angesichts der mir von Ihnen geschilderten Notlage mag es wie 
eine Ironie erscheinen, wenn ich Ihnen 25 Mk. durch Postscheck anweise, 
wenn Sie aber hören, daß innerhalb der Tage vom 5. d. M. bis heute zehn 
solcher Anweisungen an Personen vom Verdienst, gegenwärtigem u. 
früherem, von mir ausgingen, so werden Sie ermessen, daß das für eine 
kleine, ohne den Lärm der Öffentlichkeit funktionierende Hilfsstelle unter 
den heutigen Verhältnissen eine ganz anständige Leistung ist. 

(...) Man fragt sich angesichts der Not verdienter, leidender 
Menschen: wo bleibt die >Winterhilfe< mit ihrem >Kein Deutsche soll 
frieren u. hungern<? Wo die öffentliche Wohlfahrt? Wem helfen die?" 
(Marie von Bülow an Brockt, Handschreiben, 15/111/35). 

Frau von Bülow half, wo sie konnte, ohne Ansehen der Person, 
politischen Ideologie oder Rasse. 

Op. 35 a. Deutschen Wesens Fackelträger (T: H. Anacker). MCh mit 
Hörnern und Posaunen (UrS: RS Breslau, 14/11/36). 

Op. 35 b. Deutschland (T: H. Anacker). MCh mit Hörnern, Posaunen und 
Pauken (UrS: RS Breslau, 14/11/36). 

23. November 1936, Gutachten: 

"Bei den Vokalkompositionen erfährt der Text meistens nur eine 
oberflächliche Ausdeutung. Überspannte Forderungen an Stimmvermögen 
und Intervallauffassungen sind nicht selten. Die Schlußklauseln, welche 
wieder in eine melodisch-harmonische Klanggebung einlenken, stehen 
sehr oft im Widerspruch zu der vorausgegangenen Entwicklung. Diese 
Mängel müssen betont werden, da unsere Lektoren zu der Auffassung 
gekommen sind, daß Sie über ein handwerkliches Können verfügen, das 
bei entsprechender Selbstkritik sicher zu positiven Ergebnissen führen 
müßte. Zum Schluß bleibt die Frage offen, ob es in der heutigen Zeit 
überhaupt noch möglich ist, aus dem Komponieren einen Lebensberuf zu 
machen" (NSKG, Amtsleitung, R. Sonner, an Brockt, 23/X1/36. Quelle: 
AP). 

Der Komponist hatte der NSKG zehn Partituren, darunter die 
Anacker-Vertonungen, eingesandt. 


B 798 





Rückblick, 1963: 

"Ich bin zwar seinerzeit nicht gefördert worden, hatte aber, obwohl 
kein PG, unter Zwangsmaßnahmen nicht zu leiden. Man hat allerdings 
meine Oper >Gobseck< sowie die kleine Oper >Morphium< - jetzt >Dr. 
Sononga< - zurückgewiesen, die erste mit der Begründung, >Gobseck< 
wäre ein Jude und die andere, weil da Rasseschande und diverse andre 
Dinge drin vorkämen, was natürlich alles nicht stimmt" (Brockt an Fred K. 
Prieberg, 30/VI111/63). 

Information: FA. 


Brockwitz, Gustav 
Einsender in Trado, Kamenz-Land/ Sachsen. 


Volkslied onA, im Juni 1933 dem RMVP eingereicht (Quelle: BAR 55/ 
1159). 

Information: Das für Trado zuständige Einwohnermeldeamt Kamenz 
konnte Brockwitz 1996 nicht ermitteln. 


Bröderer, Otto 
Hirtenberg/ NÖ, 30. März 1900 - Wien, 6. Dezember 1963. 
Kaufmann und Reisebeamter; Komponist und Musikschriftsteller, 
Autodidakt, in Graz. 
Nach 1945 zuletzt in Wien. 
Werke: für Orchester Sinfonische Tongemälde und Ouvertüren; 
Violinstücke; Märsche und Tänze. 


NSDAP seit 11/11/33, Nr. 1.450.449. 
Mädl, schenk dein Herz nur dem Soldat der SA. Lied (SWF, 27/1/34, 
von Schallplatte). 

Information: FA. Im Meldeamt der Stadt Graz war Bröderer 1997 als 
noch lebend verzeichnet. 


Broermann, Hans (Johannes Adolf) 
Mühlheim/ Ruhr, 12. Dezember 1892 - Berlin-Charlottenburg, 6. März 
1980. 
Opernsänger; Stand 1933: in Berlin SW 11, 1933/34 am Stadttheater 
Dortmund, ab 1935 wieder in Berlin am Dt. Opernhaus bis 1943/44. 
Nach 1945 - Stand 1949 - Sänger am Parktheater Mahlow, Mark 
Brandenburg, das nur zwei Jahre existierte und die Künstler nicht gegen 
Honorar, sondern für Naturalien beschäftigte. Dann zuletzt in Berlin- 
Charlottenburg. 


NSDAP seit 1/1V/33, Nr. 1.669.519. 
Information: Laut LA Berlin (24/VIII/99) fehlt Hans Broermann in der 


B 297 





lückenhaften Meldekartei 1875-1960 . 


Broermann, Max 
Ehrenbreitstein bei Koblenz, 17. September 1906 - Eichstätt, 5. 
November 1946. 
Sohn eines Rechtsanwalts und Notars; Komponist, Musikkritiker und 
Pianist in Koblenz-Ehrenbreitstein, Studium an der Universität Bonn, 
Schüler von L. Schiedermair, doch zwang ihn Krankheit zur Aufgabe dieses 
Studiums. 1941/42 Ballettkapellmeister am Deutschen Nationaltheater 
Weimar, 1942/43 Operndramaturg und Solorepetitor am Stadttheater 
Trier, 1943/44 Kapellmeister am Stadttheater Stralsund. Nach 
kriegsbedingter Schließung der Theater war er in Rüstungsbetrieben 
dienstverpflichtet, u. a. zur Betreuung ausländischer Zwangsarbeiter. 
1945 siedelte er nach Eichstätt über und erlag hier den Folgen einer 
Blinddarmoperation. 
Werke: u. a. Klavierstücke, so Rondo H-dur und Passacaglia B-moll 
(1938); etwa 80 Lieder, so "Winternacht", "Die Erde singt", "Der tote 
Soldat" und "Lustiges Soldatenlied"; Bühnenmusiken, so zu "Don Gil von 
den grünen Hosen", "Der Kreidekreis" (Trier) und "Die kluge Närrin"; 
Stücke für Orch; Orgelwerke 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
22. April 1938: 

Der Rundfunk bietet "Musik der Zeit", Werke von M. Broermann, der 
neben dem Bariton Cl. Kaiser-Breme am Klavier mitwirkt: 1. Rondo H-dur. 
- 2. Lieder: Winternacht/ Gekommen ist der Maie/ Scheiden und Meiden/ 
Der stille Freier/ Glückwunsch/ Andenken/ Lustiges Soldatenlied. - 3. 
Passacaglia B-moll (UA) (RS Köln, 22/1V/38). 

Musik zu Das Bollwerk am Rhein. Gemeinschaftsarbeit von K. Seekatz, 
Dr. A. Gaebele und Dr. Bellinghausen (RS Frankfurt, 16/1V/39). 
Thema ist der gegen Frankreich errichtete "Westwall". 


Geschichtsfälschung, 1975: 

"(...) Behinderung seiner künstlerischen Karriere, bes. seit seiner 
Heirat, durch das nazistische Regime" (Hans Gappenach über Broermann. 
In: Kurzbiographien vom Mittelrhein und Moselland, "Sonderhefte der 
Landeskundlichen Vierteljahrsblätter". Trier, 1967-75. S. 439). 


Brömse, Peter 

Prag, 16. März 1912 - Burg auf Fehmarn, 15. Januar 2004. 
Sohn eines Kunstmalers und einer Konzertsängerin, Dr. phil. Prag 1935 
(Flöten, Schalmeien und Sackpfeifen Südslawiens; als Buch in Brünn-Prag- 
Leipzig-Wien, 1937), Musikpädagoge mit Wohnung in Ober-Rosenthal/ 
Sudetenland, 1935-37 zum "Präsenzdienst" in der tschechoslowakischen 
Armee einberufen, in Offiziersschule und Regimentsmusik. 1937-38 
Privatmusiklehrer in Prag, 1938-40 hier Lehrer für Musikgeschichte an der 


B 800 





Deutschen Akademie für Musik und darstellende Kunst; im Februar 1940 
zur Wehrmacht eingezogen, als Funker einer Nachrichteneinheit im 
Frankreich-Feldzug verwendet, die 1941 an die Grenze der UdSSR verlegt 
und in der Ukraine eingesetzt wurde, 1943 wegen seiner Kenntnisse des 
Tschechischen für fünf Monate zur Nachrichten-Dolmetscher-Schule in 
Meissen kommandiert, dann bis Sommer 1944 Nachrichtendolmetscher 
beim L. Armeekorps, im Sommer östlich Minsk gefangengenommen und 
bis Weihnachten 1949 in Lagern in Mogilew und Orscha. 

1949 nach Pfronten im Allgäu entlassen. 1950-53 Chorleiter und 
Privatmusiklehrer in Berlin und Studium des Gesanges. 1953 
freischaffender Rundfunksänger in Pfronten-Weißbach/ Allgäu, dann 
Musiker in Obersalzberg. Zeitweilig Professor an Universität und PH in 
Gießen. 1968 Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Musikdozenten 
an PH. Wohnung: 37085 Göttingen, Steinbreite 17 b, 1997-2003). 
Werke: u. a. musikpädag. und musikpsychologische Studien und 
Aufsätze; 6 deutsche Lieder nach Gedichten aus dem 12. bis 16. Jh für 2 
Singstimmen und Streichinstrumente (1940). 


NSDAP seit 1/X11/38, Nr. 6.597.369, auf Antrag vom 19/X11/38. 1938-40 
Mitarbeiter der Landesleitung Sudetengau der RMK in Reichenberg. 
Musik zum Opferspiel Schill (T: Franz Höller), gewidmet den gefallenen 
Helden des sudetendeutschen Freikorps (Reichenberg, Februar 1939). 

Textautor: der Gaupropagandaleiter Sudetenland. 

13. Februar 1939, Bericht I: 

"(...) läßt Höller den Geist der Schillschen Offiziere lebendig werden. 
Die zehn Bilder sind von glühendem Freiheitswillen erfüllt und von der 
heiligen Ueberzeugung, daß der Opfertod deutscher Männer das Volk 
aufrütteln und die Kräfte wachrufen werde, die zur Befreiung aus 
Knechtschaft führen. Es ist naheliegend, daß Höller, der aus Graslitz 
stammt und im Freikorps der Sudetendeutschen stand, sein Schauspiel 
auch mit dem Geiste der sudetendeutschen Freiheitskämpfer erfüllt hat. 

Die aufrüttelnde Musik von Peter Brömse untermalte und 
unterstrich die Kraft der einzelnen Bilder. Die Aufführung, an der auch 
Gauleiter Henlein mit vielen Ehrengästen teilnahm, war von dem neuen 
Intendanten Fritz Klippel, der als erfolgreicher Hauptdarsteller in den 
Karl-May-Festspielen in Rathen im Sommer 1938 bekannt geworden ist, 
mit großem Verständnis für Steigerungen inszeniert worden. (...)" (Franz 
Ducke: Erste Uraufführung im freien Sudetenland."Leipziger Neueste 
Nachrichten" Nr. 44, 13/11/39). 

15. Februar 1939, Bericht II: 

"(...) Nicht Schill, sondern seine Offiziere sind also die Helden des 
Spiels, das freilich in all ihrem Tun nur ihn, sein Werk und seine Idee 
meint und preist. Die Entscheidung, vor die sie gestellt sind, lautet: 
entweder Opfertod fürs Vaterland, oder Flucht in die Freiheit. Beide 
Möglichkeiten bedeuten das Ende (das physische oder das moralische). 
Das ist die tragische Stellung, in der Höller die Offiziere gefangen sieht 
und aus der er den dramatischen Ablauf des Stückes entwickelt. >Nur aus 
dem Opfer wächst die Freiheit< - mit diesen Worten läßt er seine Helden 


B 801 





zur Walstatt treten. 

(...) Peter Brömse hat zu diesem Stück eine Musik geschrieben, 
die sich thematisch an mittelalterliche Weisen anlehnt und das Stilbild des 
Werkes glücklich unterstützt" (Walter Becher: Uraufführung eines "Schill"- 
Dramas. "VB" Nord, Nr. 46, 15/11/39). 

Information: KDMK (Brömse verschwieg dem Herausgeber die 
"Schill"-Musik), LdCh. 


Bronsart von Schellendorf, Hans 
1830 - 1913 


Schewedter (= Schwedter) Reiterlied (1941 auf Schallplatte bei Path&, 
Paris, mit MK und Chor der Kommandantur Paris, Dgt. L. Klamberg). 

Information: Die Edition ist - auch sprachlich - französisch; da der 
deutsche Titel für Franzosen sich nicht gut ausprechen läßt, erleichterte 
Path& den Titel entsprechend. 


Brost, Albert 


Unter Waffenbrüdern. Marsch für Harmoniemusik (1934) [PB]. 
Besprechung: 

"Sehr brauchbarer, guter Militärmarsch. Im Alla-breve-Takt 
geschrieben, geschickt und sehr ansprechend gearbeitet" (Adolf Winkler: 
Neuerscheinungen. "DMMZ" LVI/1934. S. 400). 


Bruch, Max 
1838 - 1920 


Op. 32. Normannenzug (T: August Silberstein). Chorballade (Norag, 23/ 
X/33, *9/X1/33, "Heldische Balladen", Nordfunk-MCh, Dot. G. Gregor). 
Heldenfeier. MCh mit Orgel/ Orch (u. a. RS Stuttgart, *10/V11/38, 
Festkonzert des Schwäb. Liederfestes Stuttgart; Salzburg, *12/111/39, 
zum "Tag der Ostmark"). 

7. Juni 1942, Beschwerde: 

"In dem >Lexikon der Juden in der Musik< erwartete ich, auch den 
Namen des Komponisten Max Bruch zu finden. Ich war bisher der 
Meinung, dass er Jude war, da er das berüchtigte jüdische Gebet >Kol 
Nidrei< als Chorsatz vertont hat. 

Gerade in letzter Zeit wurde im Rundfunk mehrmals sein 
Violinkonzert aufgeführt. 

Wenn Max Bruch nicht J ude war, wie nach dem >Lexikon< 
anzunehmen ist, so hat er doch im Dienste des Talmud-)J udentums 
gearbeitet" (Gertrud Stensloff, Hamburg-Bahrenfeld, an Hauptstelle Musik, 
7/V1/42. Quelle: ACDJC, Document CXXXIxX-33). 

Die Denunziatin sagt "vertont", obwohl das Gebet seit eh und je 


B 802 





gesungen war und Bruch es nur setzte. So erhält ihre Beschuldigung mehr 
Gewicht. 

Der Ausdruck "im Dienste" ist Denunziantenjargon, der vorspiegeln 
soll, ein Künstler habe in dienstrechtlicher Beziehung zu einer politisch 
negativen Organisation gestanden und sei dieser gegen Entgelt zu 
bestimmter Leistung verpflichtet gewesen. 

Nach 1945 benutzten "aktuelle" Denunzianten den Ausdruck in der 
Gegenrichtung. 


Bruchhaeuser (Bruchheuser), Carl Erwin 
Privatmusikerzieher für Violine und Klavier in Köln, Frankstr. 12 (1942). 


Zwei Kompositionen für die SA und SS, am 19/1X/33 von Pgn. Paula 
Causemann, Köln-Königsforst, onA dem RMVP eingereicht. 

Information: Das Historische Archiv der Stadt Köln (11/V/98) 
kündigte "für die Bearbeitung von schriftlichen Anfragen" eine Gebühr von 
40 DM "pro halbe Stunde aufgewandter Arbeitszeit" an, obwohl das 
Grundgesetz unbehinderte Information verspricht, setzte die Forderung 
auf Antrag jedoch aus, sah sich aber (18/VI/98, Dr. Illner) zu Angaben 
nicht imstande, "da keine Kongruenz zwischen dem angebenen 
Geburtsdatum, -ort bzw. Zeitrahmen vorliegt oder herzustellen ist". Eine 
Personalfrage.. Das Amt für Statistik, Einwohnerwesen und 
Europaangelegenheiten in Köln (23/IX/98) verlangte für Auskunft aus 
Meldeunterlagen des Archivs je 30 DM. Der Antrag zum Oberstadtdirektor 
vom 6/X/98 ging "zur weiteren Bearbeitung" ans Dezernat Wirtschaft und 
Stadtentwicklung; dieses antwortete nicht, brach also Verwaltungsrecht. 
Erst ein erneuter Antrag zum Oberstadtdirektor erbrachte Aussetzung der 
Gebühren, jedoch keine biographischen Daten. 


Brüchmann, Hans (Johannes) 

(?), 1906 - ohne Ort, im Nordatlantik, 26. Dezember 1943 (im 
Fronteinsatz gefallen). 
Militärmusiker, Schlagzeuger; 1939 nach Abschlußprüfung an der 
Musikhochschule Berlin Marinemusikmeister, Leiter des Bordmusikkorps 
auf dem 26.000-Tonnen-Schlachtkreuzer "Scharnhorst". Er ging beim 
Angriff auf einen heftig verteidigten alliierten Geleitzug mit dem in Brand 
geschossenen Schiff im Polarmeer unter. 


Waffenträgerlied: Wir sind die Waffenträger vom heilgen deutschen 
Reich (T: Hubert Günther). Fassung: G. Pallmann. 

In: 

Volk in Waffen (1941). 


B 803 





Brucklacher, Heiner (Heinrich) 
Bad Mergentheim, 29. März 1911 - im Bienwald an der Lauter, 30. 
November 1939 (im Fronteinsatz gefallen). 
Musikpädagoge in Stuttgart. 1939 zur Wehrmacht einberufen, zuletzt 
Schütze bei der 6. Kompanie, IR 282, Infanterie-Ersatz-Btl. 481 Hof, und 
eingesetzt im Westen zur Grenzsicherung. 


Gaukulturwart Württemberg des NSD-Studentenbundes in Stuttgart. 
Der Fahn han ichs geschworen (T: Oskar Riegraf). HJ-Lied. 
In: 
Wir schreiten über die Straßen 1 (1935). 

Information: Die Zentralmeldestelle Stuttgart (25/I/00) hat keinen 
Eintrag Brucklacher. 


Brücklmeier, Hermann 
Im Kriege Bausoldat 


Straßenbauer: Wir bauen die Straßen des Krieges, des Sieges (eigener 
T). Marschlied, "dem Kommandeur des L.-Straßenbau-Batl. 625 Herrn 
Rittmeister Julius Oherr in Verehrung gewidmet". 

In: 

Bautruppen-Liederbuch (1941). 


Bruckner, Anton 
1824 - 1896 


1933 
Sinfonie Nr. 5 B-dur (1876; Werag, *9/X1/33). 


1935 
25. Mai - 2. Juni 1935: 

In Freiburg findet im Rahmen einer lokalen Musikwoche das 5. 
Bruckner-Fest der Internationalen Bruckner-Gesellschaft statt. 

30. Juni 1935: 

"Unser hiesiger Generalmusikdirektor Franz Konwitschny und auch 
die Gastdirigenten - mit Ausnahme von Prof. Moissl - verdienen für ihre 
künstlerischen Leistungen uneingeschränktes Lob. Die Beteiligung des 
Publikums war außerordentlich stark. Selbst die Juden, die anderen 
Kunstveranstaltungen fernbleiben, waren in großer Zahl vertreten. So wie 
sie im Geschäftsleben ihren Bedarf - soweit er nicht von Artgenossen 
hergestellt werden kann, - bei katholischen Geschäftsleuten eindecken, so 
kamen sie zu dieser Veranstaltung, weil sie in ihr eine katholische 
Angelegenheit sahen. In dieser Annahme mußten sie bestärkt werden 
durch verschiedene Festredner, die in ihrem hymnischen Überschwang 
ihren Gott Brucker mit Gott selbst verwechselten. (...) Während der 


B 804 





Nationalsozialismus die Lehre vom nationalen Ursprung aller echten Kunst 
ausspricht, wies der Domkapitular Brettle in seiner Festpredigt den 
universalen und internationalen Charakter Bruckners nach. 

(...) Man braucht wirklich nicht hellhörig zu sein, um aus diesen 
Vorgängen herauslesen zu können, daß die ganze Veranstaltung vom 
Zentrum, also vom politischen Katholizismus, unterstützt und propagiert 
wurde. (...)" (Rudolf Sonner, NSKG: Bericht über das 5. Bruckner-Fest, an 
Kreiskulturwart, 30/V1/35. Quelle: BA NS 15/ 97. Blatt 53-54. Zitat bei 
Thomas Salb: "Trutzburg des deutschen Geistes?" Das Stadttheater 
Freiburg in der Zeit des Nationalsozialismus. Freiburg, 1993. S. 348). 

2. August 1935, Vorschlag: 

"(...) All dies ist für die arischen Besucher dieser Feste wohl auf die 
Dauer untragbar und dürfte sicher in Tausenden von ihnen die Sehnsucht 
wachrufen nach deutsch-eingestellten Musikfesten mit ebensolchen 
Künstlern und Dirigenten, zumal in einer deutschen Stadt, die eine 
mindestens gleich herrliche Landschaft besitzt wie Salzburg (von Linz gar 
nicht zu reden!) - und da schlage ich nun als Feststadt für >Des Reiches 
erstes Brucknerfest 1936< die uralte niederbayerische Stadt Passau vor, 
die nur wenigen Stunden von des Führers und Kanzlers Geburtsort 
entfernt ist. Gehörte doch schon im 9. Jahrhundert fast das ganze 
damalige Erzherzogtum Österreich zur Diözese Passau. 

Die Freunde deutscher Geschichte und deutscher Volksart, alter 
Bauwerke und deutscher Baukunst und Malerei, aber auch die Freunde 
von kaum zu überbietenden Naturschönheiten werden hier den 
Schöpfungen Bruckners, des grossen Landsmannes des Führers, sicherlich 
lieber lauschen als in >mondän< gewordenen Aufführungen, die von A bis 
Z das Brandmal des internationalen Asiatentums tragen! 

(...) So unterbreite ich denn diese meine Anregung, verehrter Herr 
Minister, Sie gleichzeitig bittend, ihn mit Ihren Beratern aus der 
Reichsmusikkammer auf seine Ausführbarkeit zu prüfen. Ich wäre 
glücklich, wäre diese erreichbar. (...)" (RR Pg. Richard Wickenhauser, Wien, 
an Dr. Goebbels, 2. Erntemond = August 1935. Fehler im Original. Quelle: 
BAR 55/ 1186. Blatt 202-203). 

Der österreichische Staatsbürger, Verfasser eines Brucknerbuches 
und eifervoller Antisemit, glaubte sich berechtigt zur Anregung eines 
Gegenfestivals gegen die "verjudeten" in Linz und Salzburg. Der Minister 
hatte jedoch andere Pläne. 

*9, November 1935: 

Zum Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung bieten Chor und 
Gr. Orch des RS München, Dgt. Hans A. Winter, den "Feierlichen 
Ausklang": u. a. Bruckner, 4. Sinfonie Es-dur (RS München/ RSdg, *9/XI/ 
35). 


1936 
Helgoland (T: August Silberstein). Für MCh und gr. Orch (u. a. Leipzig, 
7/\11/36, im Festkonzert zur 60-Jahrfeier des Leipziger Lehrer- 
Gesangvereins). 


805 





Textprobe: 


Mk) 

Laß toben grause Wetter, 

des Blitzes Feuerrot; 

die Feinde dort zerschmetter'! 
Allvater, ein Erretter 

aus Tod und bittrer Not. 


Und siehe, die Welle, die wogend sich warf, 
sie steiget empor mit gichtigem Schaum; 

es heben die Winde sich sausend und scharf, 
die lichtesten Segel verdunkeln im Raum. 


Die Schrecken des Meeres, sie ringen sich los, 
zerbrechen die Maste, zerbersten den Bug; 
der flammenden Pfeile erblitzend Geschoß, 
das trifft sie in Donners hinhallendem Flug. 


Nun Gegner, Erbeuter, als Beute ihr bleibt; 
gesunken zu Tiefen, geschleudert zum Sand, 
Das Wrackgut der Schiffe zur Insel nun treibt. 
O Herrgott, dich preiset frei Helgoland!" 


8. bis 11. Oktober 1936: 
Die NSKG veranstaltet ihr Leipziger Brucknerfest. 
16. November 1936: 


Das 1. Abonnementskonzert der Münchener Philharmoniker, Dgt. 
Hausegger, Bruckner gewidmet, bietet "Germanenzug" für MCh und 


BlasOrch. 


11. Dezember 1936: 
Ein Konzert der Dirigentenklasse Husadel, Musikhochschule Berlin, 
bietet Bruckners Ouvertüre G-moll, Version für LuftwaffenOrch, Dgt: Fw. 


Hagen. 


Juni 1937: 
Fanfaren von Richard Wagner - "Germanenzug", Massenchor, 
anschließend Überreichung der Bruckner-Medaäille an den Führer - 


1937 


Ausschnitt ("Feierliche Musik") aus der 8. Sinfonie von Bruckner, gespielt 
von den Münchner Philharmonikern unter der Leitung von Hausegger - A 


cappella-Chor, gesungen von den Regensburger Domspatzen - "Sieges- 


Klänge" aus der 8. Sinfonie - Deutschlandlied, Horst-Wessel-Lied und die 


österreichische Nationalhymne "Gott erhalte" - Fanfaren aus der 5. 


Sinfonie - Aufmarsch der mit 45 Sonderzügen herangeschafften 150 000 


auf dem Privatrennplatz des Fürsten von Thurn und Taxis (Detaillierter 


Ablaufplan der Bruckner-Feier auf der Walhalla, gez. Gutterer. Quelle: BA 
R 55/ 20582. Blatt 26 ff.). 
Tondokument - 6/V1/37 - im DRA: 13-6486. 


B 806 





6. Juni 1937: 

(1) 

Blut- und rassebedingte Grundkräfte: 

"(...) Es ist ein besonderer Glücksfall unserer Musikgeschichte, daß 
in einem Zeitalter, das auch in der Kunst wie auf allen übrigen Gebieten 
des geistigen Lebens durch ein unaufhaltsames Vordringen des 
Spezialistentums gekennzeichnet war, sich in Anton Bruckner die 
verschieden gearteten Grundkräfte deutschen Musikschaffens noch einmal 
auf das kraftvollste vereinigt haben. Der Symphoniker und der Kantor sind 
in der Gestalt Anton Bruckners wiederum in einer fruchtbaren Synthese 
zusammengefaßt. 

Dabei ist es seinen Zeitgenossen nicht leichtgefallen, das zuerst 
vielleicht verwirrende Bild seiner Persönlichkeit als Ganzes zu begreifen. 
Wie seine körperliche Erscheinung, so wirkte auch seine Kunst manchmal 
seltsam und fast unverständlich. Es dauerte geraume Zeit, bis Bruckners 
Tonsprache in ihrer Originalität und inneren Folgerichtigkeit von weiteren 
Kreisen überhaupt verstanden wurde. Es ist völlig verfehlt, in Bruckners 
Musik, wie es heute noch vielfach in gewissen Kreisen geschieht, nichts 
anderes als eine ins Symphonische übertragene Abwandlung Wagnerscher 
Kunst sehen zu wollen. Wie jedes Genie ist Bruckner etwas durchaus 
Einmaliges und Eigengewachsenes. Und um ihn zu begreifen, muß man 
auf die Wurzeln seines Daseins, die blut- und rassebedingten Grundkräfte 
seines Menschentums zurückgehen. (...)" (Dr. Goebbels: Rede bei der 
Aufstellung der Bruckner-Büste in der Walhalla, 6/V1/37. Abdruck in: 
Goebbels-Reden, Band 1 1932-1939. Düsseldorf, 1971. S. 282). 

Tondokument im DRA: 52.12074. 

(2) 

Ehrungen: 

"Die Bruckner-Medaäille wurde im Rahmen des Staatsaktes vor der 
Walhalla am 6. Juni 1937 dem Führer des Deutschen Volkes als Erstem 
durch den Präsidenten der Internationalen Bruckner-Gesellschaft Prof. 
Max Auer überreicht. Im weiteren Verlaufe des Regensburger Bruckner- 
Festes wurde die Bruckner-Ehren-Medaille in der Festsitzung im alten 
Reichssaal zu Regensburg dem Reichsminister Dr. Joseph Goebbels, 
dem Ministerpräsidenten Ludwig Siebert, dem Präsidenten der 
Reichsmusikkammer Prof. Dr. Dr. e. h. Peter Raabe, dem Präsidenten 
der Intern. Bruckner-Gesellschaft Prof. Max Auer, dem Präsidenten der 
Intern. Bruckner-Gesellschaft Geheimrat Dr. h. c. Siegmund von 
Hausegger, dem Ehrenmitglied der Intern. Bruckner-Gesellschaft 
Gustav Bosse, Herausgeber der >Zeitschrift für Musik< und dem 
Philharmonischen Orchester zu München verliehen. Das 
Philharmonische Orchester zu München erhielt diese Auszeichnung, weil es 
sich seit vielen Jahrzehnten (noch als Kaim-Orchester unter Ferdinand 
Löwe und dem jungen Peter Raabe) ganz besonders und immer erneut für 
Anton Bruckner eingesetzt hat. 

Die Bruckner-Ehren-Medaille wurde von Prof. Hans Wildermann 
geschaffen, dem mit dieser Medaille ein besonders glücklicher Wurf 
gelungen ist. (...) Der Kopf Anton Bruckners verkörpert uns den großen 


B 807 





Meister in wahrer Lebenstreue, das Musikalische ist in diesem Antlitz 
besonders glücklich festgehalten und vereint sich im Ausdruck mit der 
Gottesgläubigkeit. Die Rückseite zeigt den Genius der Musik in Gestalt 
eines Engels mit der Harfe. Die Medaille, die gelegentlich des Einzugs 
Anton Bruckners in die Walhalla zu so besonderer Bedeutung gelangte, 
darf als eines der schönsten Bildwerke neuerer Kleinplastik bezeichnet 
werden" ("ZfM" CIV/7, Juli 1937. S. 797). 


8. Juni 1937: 

Die dt. Gesandtschaft in Wien übersendet dem RMVP einen Artikel 
von Max Auer ("Reichspost", 8/V1/37), Titel "Eine Weiherede vor einer 
Bruckner-Büste", eine politisch-polemische Auseinandersetzung mit der 
Ansprache Hitlers auf der Walhalla (Quelle: BAR 55/ 20582. Blatt 33). 

30. Juni 1937: 

Der RS München nimmt Bruckner-Fanfaren auf, Bearbeitung 
eines Themas aus der Sinfonie Nr. 3 D-moll, WAB 103, Pausenzeichen des 
Reichsrundfunks für den Tag der dt. Kunst, 10. Juli 1937. 

Tondokument - vom 30/V1/37 - im DRA: 1570018-19 (= 57 U 18/9). 

Ausführende: Bläser des Orchs des RS München, Dgt. Karl List. 

Juli 1937, Weiheakt: 

"(...) Darauf der feierliche, durch die Anwesenheit des Führers der 
Deutschen mit besonderer Weihe gesegnete Akt der Aufstellung der von 
Adolf Rothenburger geschaffenen Monumental-Marmorbüste des Meisters 
Anton Bruckner in der von König Ludwig I. dem bleibenden Gedächtnisse 
hervorragender Deutscher errichteten Walhalla, wo Tausende die 
steinernen Terrassen des Tempels bestanden und weit ins Land blickten 
auf die Straubinger Straße hin, worauf die Autokolonne des Führers 
heransauste, bis dann der Führer und Reichskanzler zwischen dem Spalier 
der Standartenträger der SA die Stufen herunterschritt, von immer sich 
erneuerndem Jubel der Tausende begrüßt, wo die wimpelgeschmückten 
Schleppschiffe auf der Donau im Laufe innehielten und der Rede des 
Reichsministers Dr. Goebbels lauschten; es ist ein erhebendes Symbol der 
durch keine Schranken eingeengten Verbundenheit des Führers mit dem 
deutschen Volke, daß der Führer im Saal der Walhalla mit eigener Hand 
den Lorbeerkranz zu Füßen des Piedestals, das Bruckners Büste trug, 
niederlegte" (Paul Ehlers: Das Regensburger Bruckner-Erlebnis. "ZfM" 
CIV/7, Juli 1937. S. 747). 

Auch Personenkult war eine Konsequenz deutscher Tradition und 
neuer brauner Ideologie. 

*13. September 1937: 

Zum Abschluß des RPT Nürnberg bietet das RundfunkOrch Köln, Dgt. 
Schulz-Dornburg, festliche Musik, u. a. "Volks-Fest" von Bruckner, eine 
erst kürzlich für Deutschland erstaufgeführte Vorstudie zum Finale der 4. 
Sinfonie (RS Köln *13/1X/37). 

*16. Oktober 1937: 

Zur Schlußkundgebung der 2. Badischen Gaukulturwoche unter dem 
Motto "Rasse und Kultur" bieten 600 Sänger und 80 Bläser, Dot. F. 
Konwitschny, auf dem Münsterplatz in Freiburg "Germanenzug" von 


B 808 





Bruckner. Danach spricht Reichsleiter Rosenberg. 


1938 

"Die Musik" XXX/5, Februar 1938, S. 310, druckt Fritz Skorzenys 
Aufsatz "Anton Bruckner im Lichte deutscher Auferstehung". 

10. Juli 1938: 

"(...) Gleich den übrigen großen deutschen Musikern, verdient es 
gerade Anton Bruckner, der mit Blut und Boden seiner österreichischen 
Heimat so innig verbunden ist, den Weg zum Herzen des deutschen Volkes 
offen zu finden. 

(...) Auch Anton Bruckner trat musikalisch beim Festzug in 
Erscheinung, das charakteristische Trompetenthema aus dem ersten Satz 
der dritten Symphonie (mit der Wandlung der originalen Mollterz zur 
Durterz unter Weglassung der Schlußnoten) wurde zum dominierenden 
musikalischen >Leitmotiv< des Tages der Deutschen Kunst (...)" (Richard 
Würz: Die Musik am Tage der Deutschen Kunst. "Münchner Neueste 
Nachrichten", 11/VI1/38. S. 6). 

Der Tag der Deutschen Kunst in München fiel auf den 10/VII/38. 

25. Juli 1938: 

Das SinfonieOrch der Obersten SA-Führung und der SA-Gruppe 
Hochland, Dgt. F. Ständer, bietet zur UA des Appells "Das Großdeutsche 
Reich" von H. Böhme zwei "Fanfaren" aus der Sechsten von A. Bruckner. 
28. August 1938, Deutsches Ethos: 

"In den Rhythmen und Melodien des dritten Satzes (>Scherzo<) 
wendet sich Bruckner aus leidvoller Versunkenheit wieder dem 
lebendigsten Leben zu, und der vierte Satz spricht dem Gegensatz der in 
dieser Tondichtung unvergeßlich ausgedeuteten Gefühlspole menschlichen 
Erlebens das mächtige Schlußwort: wenn aus den Tonfluten wieder das 
Hauptthema des ersten Satzes empordröhnt, dann ist es, als erklinge hier 
das gewaltige Lied des kämpferischen Menschen, der recht eigentlich der 
ideale Inbegriff des deutschen Ethos ist" (Zu den Musikprogrammen. "Die 
Sendung" XV/35, 28/VI11/38. S. 775). 

Sinfonie Nr. 7 E-dur (1883; Nürnberg, *6/1X/38, zur Kulturtagung des 
RPT). 

Germanenzug (1863), dazu neuer Text von NSDAP-Kreisleiter Hans 
Rauschnabel (1938). 

15. Oktober 1938, Von einem Juden: 

"Da der Wortlaut zu Bruckners (...) >Germanenzug< von einem 
Juden stammt, ist er im nationalsozialistischen Deutschland untragbar. 
Damit wäre das Chorwerk zur Streichung aus dem deutschen Chorgut 
verurteilt, denn der Wortlaut bildet die Grundlage für die Vertonung und 
daher stehen andere Textunterlegungen dem ursprünglichen 
musikalischen Empfinden meist zurück. Nun kommt der bekanntesten und 
am weitesten verbreiteten Chorschöpfung Bruckners, aus der die 
künstlerische Eigenart des großen Symphonikers bereits erkennbar ist, die 
vielleicht vielfach unbekannte Tatsache zugute, daß das Gedicht 
Silbersteins eine Unterlegung zu einer bereits vorhandengewesenen 
Vertonung ist und demnach nicht die ursprüngliche Anregung zur 


B 809 





Schöpfung der Chorweise gegeben hat. 

(...) Daraus ergibt sich, daß das Gedicht Silbersteins nebensächlich, 
also ohne künstlerische Bedenken ersetzt werden kann" (W. Kg.: Neuer 
Text zu Bruckners "Germanenzug"? "DSBZ" XXX/42, 15/X/38. S. 573. 
Abdruck aus der Vereinszeitung des Gesangvereins "Frohsinn" in Linz). 

Sinfonie Nr. 8 C-moll (1855; RS Leipzig, *9/X1/38). 
18. November 1938: 

(1) 

Weisung: 

"Mit Schreiben vom heutigen Tage habe ich Staatsrat Furtwängler 
zum Präsidenten der in Wien zu gründenden >Deutschen Bruckner- 
Gesellschaft< ernannt. Ich bestelle Sie hiermit zum Geschäftsführer und 
beauftrage Sie, die >Deutsche Bruckner-Gesellschaft< auf Grund der in 
zehnfacher Ausfertigung anliegenden, von mir grundsätzlich genehmigten 
Satzung sofort in Wien zu gründen und alsdann unverzüglich die 
Eintragung ins Vereinsregister herbeizuführen. Ich bitte, sofort alle 
Arbeiten in Angriff zu nehmen, durch die die bisherige >Internationale 
Bruckner-Gesellschaft< Wien mit ihren Untergliederungen in die neue 
>Deutsche Bruckner-Gesellschaft< übergeleitet wird. Das Einvernehmen 
mit dem Stillhaltekommissar für Österreich bitte ich von dort aus 
herzustellen. Einem Bericht über die Durchführung meiner Weisung sehe 
ich in naher Zeit entgegen" (Der Reichsminister für Volksaufklärung und 
Propaganda, Abt. X, an Rechtsanwalt Dr. Friedrich Werner, Wien, 
18/X1/38. Quelle: ÖStA-AdR, Allgemeines Verwaltungsarchiv. Amt des 
Reichsstatthalters in Österreich Abt. 111/202.360/38). 

(2) 

Nationalisierung: 

"Nachdem die Internationale Brucknergesellschaft in die Deutsche 
Brucknergesellschaft übergeführt worden ist und die neuen Satzungen 
vom Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda genehmigt 
worden sind, ist nunmehr das Werk Anton Bruckners in die Obhut des 
gesamten Großdeutschen Reiches genommen worden. Zum Präsidenten 
der in Wien neu gegründeten Deutschen Brucknergesellschaft hat 
Reichsminister Dr. Goebbels Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler und zum 
Geschäftsführer der Gesellschaft den Wiener Rechtsanwalt Dr. Werner 
bestellt" ("Die Unterhaltungsmusik" LVII/2769, 12/1/39. S. 43). 


1939 

3. Januar 1939, In guter Hut: 

"Mit der Ernennung Wilhelm Furtwänglers zum Präsidenten der in 
Wien neugegründeten Deutschen Bruckner-Gesellschaft und mit der 
Überführung der Internationalen Bruckner-Gesellschaft in die Deutsche 
Bruckner-Gesellschaft ist eine Entwicklung abgeschlossen worden, von der 
in eingeweihten Kreisen schon lange gesprochen wurde. Die Deutsche 
Bruckner-Gesellschaft verwaltet nunmehr das gesamte geistige und 
musikalische Erbe Anton Bruckners, des größten süddeutschen 
Symphonikers des 19. Jahrhunderts. Daß Wilhelm Furtwängler zum 
Präsidenten der Deutschen Bruckner-Gesellschaft ernannt ist, hat eine 


B 810 





tiefe Bedeutung. Dem Eintreten Furtwänglers für die kraftvolle und 
himmelstürmende Symphonik Bruckners ist es nicht zuletzt zu danken, 
daß Anton Bruckners Erbe zum wertvollen Gut der deutschen Nation 
geworden ist. Furtwänglers nachschöpferische und eigenschöpferische 
Ideenwelt ist der Anton Bruckners tief verwandt. Wie Bruckner schafft 
auch Furtwängler aus dem Ethos der deutschen Romantik, die im Grunde 
ein ewiges Gottsuchen war. Anton Bruckners Büste ist im Ehrentempel der 
Deutschen, in der Walhalla, in Gegenwart des Führers enthüllt worden. Mit 
der Gründung der Deutschen Bruckner-Gesellschaft und mit der 
Ernennung des größten deutschen Dirigenten zu ihrem Präsidenten ist die 
Pflege des Erbes Anton Bruckners in ein neues Stadium getreten. 
Bruckners deutsche Musik ist in guter Hut" (Furtwängler verwaltet das 
Erbe Bruckners. "Berliner Börsen-Zeitung" Nr. 4, 3/1/39). 

Damit war die "Eindeutschung" des österreichischen Meisters 
mindestens organisatorisch und propagandistisch vollzogen und zugleich 
Jeder internationale Einfluß unterbunden. 

28. Januar 1939: 

"Eingeladen vom Verein für Geschichte der Stadt Wien hielt 
Universitätsprofessor Oberstaatsbibliothekar Dr. Robert Haas vor einem 
musikalisch und künstlerisch interessierten Kreis einen Vortrag über 
Bruckners Originalfassungen. Das immer noch viel zu wenig beachtete und 
zum Allgemeingut gewordene Wissen um die Tragik, unter der Bruckners 
Leben und Schaffen stand, wurde zu einem erschütternden Erlebnis 
gestaltet. Der Gelehrte wußte seine mit reichem Material belegten 
Ausführungen trotz der gegebenen Bindung an die exakte Forschung 
außerordentlich lebendig und für jedermann ansprechend zu gestalten und 
damit sowohl dem theoretischen wie dem praktischen Musiker reiche und 
wertvolle Anregungen zu geben (...)" (Professor Haas über Bruckner. 
"Neues Wiener Tagblatt" Nr. 26, 28. Januar 1939). 

3. Februar 1939: 

Die Emigrantin Alma Mahler-Werfel, zur Zeit in Frankreich, 
unterbreitet dem RMVP ein Verkaufsangebot für einen Teil der 3. Sinfonie 
Bruckners aus ihrem Besitz. 

Nicht ausgeschlossen ist, daß die Ernennung Furtwänglers zum 
Präsidenten der Bruckner-Gesellschaft die Emigrantin zu diesem Versuch 
beim Ministerium ermutigte, zumal da sie nicht Jüdin war. 

17. Mai 1939, Brucknerfest: 

"(...) Gleichzeitig mit der Internationalen Bruckner- Gesellschaft 
wurde auch der dieser (...) angeschlossene >Musikwissenschaftliche 
Verlag< in Wien aufgelöst. Beide Körperschaften sind der Deutschen 
Bruckner-Gesellschaft eingewiesen worden. Die erste Veranstaltung der 
Deutschen Bruckner-Gesellschaft ist das vom 30. J uni bis 5. Juli in Linz, 
St. Florian und Wien zur Durchführung kommende >Großdeutsche 
Bruckner-Fest<" (Furtwängler Präsident der Deutschen Bruckner- 
Gesellschaft. "DAZ", 17/V/39). 

25. Mai 1939, Organisationsfragen: 

"In meiner Eigenschaft als der vom Reichsminister für 

Volksaufklärung und Propaganda bestellte Geschäftsführer der 


B sıl 





>Deutschen Bruckner-Gesellschaft< beehre ich mich Ihnen von dem 
neuen Aufbau unserer Gesellschaft und der Überleitung der ehem. Int. 
Bruckner-Gesellschaft in die neue Gesellschaft Kenntnis zu geben und im 
Sinne des 8 4 Pkt. 2 die Eingliederung der Bruckner-Gemeinde Leipzig in 
unsere Gesellschaft anzuzeigen. 

Ich benütze diesen Anlass, um im Namen und Auftrage unseres 
Präsidenten Herrn Dr. Wilhelm Furtwängler der bisherigen Leitung der 
Bruckner-Gemeinde Leipzig für ihre langjährige und umfassende Tätigkeit 
im Dienste der Brucknerpflege den besonderen Dank auszusprechen. Auch 
erlaube ich mir an Sie die Bitte zu richten, auf Grund der Ihnen hiermit 
vorgelegten Satzungen die Neuorganisation der Bruckner-Gemeinde 
Leipzig vorzunehmen. 

Nach wie vor bleibt es ein wichtiges Ziel unserer Gesellschaft, nicht 
nur die bestehenden Ortsgruppen als >Bruckner-Gemeinden< neu 
aufzubauen, und in einen einheitlichen Gauverband zusammenzufassen, 
sondern auch neue Bruckner-Gemeinden zu gründen und damit den 
Gauverband auf möglichst breiter Grundlage in den Dienst der vom Führer 
und der Reichsregierung geforderten Brucknerpflege zu stellen. 

(...) Ich benütze diese Gelegenheit, um Ihnen anzuzeigen, dass 
unsere Gesellschaft in der Zeit vom 30. Juni bis 5. Juli in Linz, St. Florian 
und Wien das 1. Großdeutsche Brucknerfest veranstaltet und richte an die 
Mitglieder der Bruckner-Gemeinde Leipzig die herzliche Einladung zum 
Besuch unseres Festes in der Heimat Meister Anton Bruckners, die ja auch 
die engere Heimat unseres Führers ist" (Dr. Werner an "die geehrte 
Leitung der Bruckner-Gemeinde Leipzig", 25/V/39. Quelle: BAR 55/ 
20583. Band 2, Blatt 342-343). 

Die neue Organisation bewirkte manche Querelen; so verlangten die 
Leipziger Sonderrechte; so wollte Gauleiter und Reichsstatthalter von 
Oberdonau Eigruber die Gesellschaft gern in Linz ansiedeln, nämlich im 
beschlagnahmten Stift St. Florian, und übte Druck aus durch ein - wenig 
überzeugendes - Gegenfestival; die Frage des Urheberschutzes für 
Bruckner erregte die Gemüter, weil davon die Wiederherstellung der 
Originalfassungen abhing; zudem konnte ein Angestellter der Gesellschaft, 
der Ing. Norbert Furreg, für seine Frau nicht den Ariernachweis erbringen, 
durfte jedoch, da Furtwängler Wert auf ihn legte, weiterarbeiten. 

7. Juli 1939: 

(1) 

"Zur Festversammlung des Ersten Großdeutschen Bruckner-Festes 
1939 war im Musikvereinssaal, freudig begrüßt, Reichsminister Rust 
erschienen. Die zahlreiche Bruckner-Gemeinde feierte ebenso herzlich das 
erste Ehrenmitglied der Gesellschaft, Reichsminister Dr. Seyß-Inquart. 
Seyß-Inquart schilderte, wie es ihm und soviel anderer Jugend ergangen 
ist, als er in seiner heimatlichen Provinz - er stammt aus dem mährischen 
Iglau - zum erstenmal Brucknersche Musik hörte, um dann im 
Stehparterre des Wiener Musikvereinssaals keine der Sinfonien mehr zu 
versäumen. Vielleicht alle drei Jahre werde hinfort ein solches 
Großdeutsches Bruckner-Fest in Linz, St. Florian und Wien, an den 
Wirkungsstätten des großen Tonmeisters, abgehalten werden. Der Minister 


B 812 





richtete die Aufforderung an die Teilnehmer, in alle Gaue diesen Bruckner 
hineinzutragen, den das ganze deutsche Volk wie auch die Ostmark >als 
den musischen Ausdruck des Heldenhaften der deutschen Seele< 
betrachten solle. 

Dann hielt Furtwängler, der Präsident der Deutschen Bruckner- 
Gesellschaft, seine Festrede. 

(...) Wie das erste Ehrenmitglied der Gesellschaft, Reichsminister 
Seyß-Inquart, und der Vorsitzende, Wilhelm Furtwängler, in der großen 
Festversammlung unter stürmischer Zustimmung erklärten, gibt es nach 
den jetzigen Wiener Aufführungen der Urfassungen von Bruckners 
Sinfonien keinen Zweifel mehr, daß diese und nicht die Bearbeitungen 
zukünftig von den wahren Bruckner-Freunden gefördert werden müssen" 
(Ausklang des Brucknerfestes. "DAZ", 7/VI1/39). 

(2) 

Festrede: 

(...) Die eigentliche Festrede hielt der Präsident der Bruckner- 
Gesellschaft Wilhelm Furtwängler. Seine ungemein erlebten und 
durchdachten Worte gingen von der Tatsache aus, daß Bruckner erst als 
reifer Mann sein Werk geschaffen habe und uns heute nur darum so 
gegenwärtig sei, weil er an die Ewigkeit dachte. Ungeheuer selbstsicher in 
seiner Kunst, aber kindlich unsicher im Leben, ist er eine jener 
problematischen Naturen, deren Schicksal als Musiker und Mensch in 
gleicher Weise widerspruchsvoll blieb. Schon früh in den Streit der 
Meinungen zwischen Wagner und Brahms hineingerissen, wurde er bald 
für die falsche Seite in Anspruch genommen. Dieser Streit der Meinungen 
sei auch heute noch nicht ausgestorben, dürfe sich aber niemals zur 
Orthodoxie auswachsen. Dabei sei begeisterte Gefolgschaft natürlich nicht 
ausgeschlossen. Man könne Bruckner auch nicht mit Schlagworten wie als 
Verkörperung eines besonderen germanischen Kunstgeistes oder als 
reinen Sohn seiner Heimat erfassen. Eine Gefahr sei auch die 
Literarisierung des Bruckner-Bildes. Trotz aller Mühen sei auch heute noch 
das Verständnis für Bruckner im Ausland nur sehr schwer durchzusetzen. 
Hinsichtlich der Originalfassungen dürfe man nur bedenken, in welcher 
Form sein Stil überzeugender sei. Im übrigen gehöre es zum Wesen dieser 
expansiven Musik, nie ganz fertig zu werden (...) (H. G. Bonte: 
Furtwängler über Bruckner. "Berliner Börsen-Zeitung", 7/VII/39). 


1940 
6. Januar 1940, Vortrag: 

"Es ist schon lange her, daß Wilhelm Furtwängler in Berlin mit dem 
Worte aufgetreten ist. Er tat es hier zuletzt, wenn das Gedächtnis nicht 
täuscht, in den Jahren vor der Machtergreifung, damals, als es um den 
Bestand des Philharmonischen Orchesters zu kämpfen galt. Was Wunder 
also, daß die Lessing-Hochschule, die ihn für einen Bruckner-Vortrag 
gewonnen hatte, in den Beethoven-Saal gehen mußte, um dem Zudrang 
des Publikums einigermaßen gerecht werden zu können. 

Leichten Schrittes, etwas eilig, mit freundlichem Kopfnicken für den 
Begrüßungsbeifall dankend, tritt er an das Pult. Er liest seine Rede vom 


B 813 





Manuskript. Er spricht mit überlegener Ruhe, ohne Aufwallung im Tonfall. 
Klar und übersichtlich baut er die Gedankengänge auf, nicht ohne 
beschwörendes Pathos in den Formulierungen. Bruckner, der 
>Mißverstandene<, wurde ihm recht eigentlich Anlaß, seine Meinung über 
allerlei Probleme der Gegenwart zu äußern. Furtwängler spricht an Hand 
des Falles Bruckner gegen die musikalischen Parteispaltungen als der 
Weisheit letzter Schluß. Aber er wendet sich mit ebensolcher Schärfe 
gegen die überhebliche Besserwisserei, die nie vom Genie wirklich berührt 
werde. >Kunst<, so sagt er, >ist der Liebe verwandt. Je größer die Liebe, 
desto tiefer die Erkenntnis<. 

Bruckner, der Mystiker, der Gottsucher, der bis heute die 
Grenzen des Deutschtums nicht durchbrochen habe, sei Beispiel für die 
Daseinsberechtigung einer Kunst, die jenseits der Umwelt und ihrer 
Abhängigkeiten blühe. Bruckner, indem sich bäurische Einfalt der Seele 
und große Kraft des Verstandes paaren, sei für uns Deutsche im besten 
Sinne allgemeingültig, auch wenn er nicht mit der 
Allgemeinverständlichkeit des Schlagers zu Messen sei. Nehmt Stellung 
für das Original, ruft Furtwängler aus, und begnügt euch nicht mit der 
Einordnung von Kunstwerken in Richtungen, Stile und dergleichen. Habt 
den Mut zu eigener Wertung, damit nicht die Masse dessen, was heute an 
Kompositionen erscheint, den Blick für das wenige Wertvolle trübe. 

Furtwänglers Rede ist Zeugnis für einen ungewöhnlich klugen und 
sehr gebildeten Künstler. Sie zeigt, daß hier ein praktischer Musiker nicht 
nur den Mut hat, der Eigentümlichkeit der heutigen Musiksituation ins 
Auge zu sehen, sondern auch die Fähigkeit, sie mit Hilfe heutiger 
Einsichten zu verarbeiten. Das Publikum, angeregt und gefesselt von 
Inhalt und Form der Ansprache, klascht Furtwängler begeistert zu (...)" 
(Edwin von der Nüll: Es spricht: Furtwängler. Vortrag über Bruckner im 
Beethoven-Saal. "BZ am Mittag", 6/1/40). 

8. März 1940, Bruckner-Gemeinde Berlin: 

"Am 24. 2. hatten wir in Berlin die Gründungsversammlung der 
neuen Bruckner-Gemeinde Berlin, die einen für die weitere Entwicklung 
dieser jüngsten Vereinigung sehr erfreulichen Verlauf nahm. Im 
Einvernehmen mit Herrn Dr. Furtwängler hat sich bis auf weiteres Herr 
GMD Dr. Rudolf Siegel bereit erklärt, die Leitung der Berliner Bruckner- 
Gemeinde zu übernehmen. Gemäß unserer vom Herrn Reichsminister 
genehmigten Satzungen ist zur Bestellung des Leiters einer Bruckner- 
Gemeinde die Zustimmung des zuständigen Landeskulturwalters 
erforderlich. Herr Dr. Siegel hat sich bereits an Sie gewendet mit der Bitte, 
ihm bei Beschaffung dieser Zustimmungserklärung behilflich zu sein. Da 
es erfahrungsgemäß meist einige Wochen dauert, bis diese 
Zustimmungserklärung in die Hand des Antragstellers gelangt, erlaube ich 
mir die Bitte um freundliche Unterstützung, da wir im Interesse eines 
ehemöglichsten Arbeitsbeginnes die Bestellung des Leiters der Berliner 
Bruckner-Gemeinde so bald als möglich vornehmen wollen" (Deutsche 
Bruckner-Gesellschaft, Dr. Friedrich Werner, an RMVP, RR Dr. Leinveber, 8/ 
111/40. Quelle: BAR 55/ 20582. Blatt 54). 

Bürokratischer Geschäftsgang verzögerte immer wieder Abläufe 


B 814 





des Musikbetriebs, die behördlicher Zustimmung bedurften. Auch dies 
gehört zur Realität des NS-Staats. 
April 1940, Nachricht: 

"Gauleiter Bürckel hat bei der Übernahme staatlicher Kunstinstitute 
durch den Gau Wien u. a. auch einen >Bruckner-Preis< gestiftet, der 
alljährlich abwechselnd der Reihe nach für schöpferische Leistungen der 
Tonkunst, der Dichtkunst und der bildenden Kunst als Staatspreis im 
Betrage von Mk. 5000.- vergeben wird. Der Preis kommt nur an solche 
Kunstschaffende zur Verteilung, die entweder im Gebiet des Reichsgaues 
Wien geboren sind oder doch solange dort gelebt haben, daß sie als 
Wiener Künstler in der Öffentlichkeit gelten" ("ZfM" CVII/4, April 1940. S. 
190). 

Josef Bürckel (1895-1944), Lehrer, 1925 NSDAP-Gauleiter der 
Rheinpfalz, 1939 Gauleiter von Wien, seit Sept. 1939-40 im Wehrkreis 
XVII Reichsverteidigungskommissar. Als Gauleiter durch Schirach 
abgelöst und Reichsstatthalter von Wien. 

Trösterin Musik: Musik! Du himmlisches Gebilde voll hoher Macht, voll 
süßer Milde (T: August Seuffert, 1844-1904). Chor (1877). Fassungen für 
gemCh und Orgel: Franz Burkhart, Rainer Winkelmann. 

In: 

Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940). 

24. August 1940: 

Die Reichsmusikprüfstelle im RMVP, Dr. Mayer, rät von der 
beabsichtigten Neuauflage der Bruckner-Biographie von Max Auer (1923) 
ab, weil sie wegen Berücksichtigung so vieler Nichtarier nicht mehr 
tragbar sei (Quelle: BA R 55/ 20583. Blatt 594). 

10. bis 13. Oktober 1940: 

Die Leipziger Bruckner-Gemeinschaft in Verbindung mit der NSG 
"Kraft durch Freude", dem Gewandhaus zu Leipzig und dem RS Leipzig 
veranstaltet das Zweite Leipziger Brucknerfest. 

13. Dezember 1940: 

"Meine Bemühungen restliche Originalmanuskripte Anton Bruckner's 
zu sammeln bezw. zu sichern, haben bisnun, wie Ihnen aus den bisherigen 
Vorgängen bekannt ist, bei Frau Alma Mahler-Werfel, die im Besitze einer 
früheren Fassung der Ill. Symphonie ist, deshalb keinen Erfolg gehabt, 
weil trotz des seinerzeitigen Angebotes der Genannten, das Manuskript 
um den Betrag von £ 1.500 zu verkaufen, zufolge des Kriegsbeginnes ich 
jedwede Verbindung verloren hatte. 

Zwischenweilig habe ich selbstverständlich durch meine 
Mittelsmänner die Angelegenheit weiter betrieben und bin in den Besitz 
der Adresse der Frau Alma Mahler-Werfel gelangt. Frau Alma Mahler- 
Werfel hält sich zur Zeit in New York, Hotel St. Moriz auf und ist auch dort 
telegrafisch zu erreichen. Die Genannte hält ihr Angebot vom 3. 2. 39 
aufrecht, wonach sie die in ihrem Besitze befindlichen 3 Sätze der III. 
Symphonie Anton Bruckner's um den Betrag von £ 1.500 an uns zu 
verkaufen bereit ist. Wie ich durch den Mittelsmann erfahre, wartet Frau 
Alma Mahler-Werfel eine Verständigung nach der oben angegebenen 
Adresse ab und ist gegen Bezahlung des Betrages in englischen Pfund 


B 815 





oder umgerechnet in Dollar bereit, das Manuskript auszuliefern. 

Ich erlaube mir, den Antrag und die Bitte zu stellen, auf amtlichem 
Wege, da es mir in meiner Eigenschaft als Geschäftsführer der Deutschen 
Bruckner-Gesellschaft nicht möglich ist, die Korrespondenz mit Frau Alma 
Mahler-Werfel nach Amerika zu führen, die Verhandlungen neuerdings 
aufzunehmen und im Sinne der seinerzeitigen Entschliessungen das 
An(ge)bot anzunehmen. 

Unsere Gesandtschaft (= Botschaft) in den Nordamerikanischen 
Staaten dürfte gewiss auch die Möglichkeit haben, wenigstens 
zwischenweilig das Manuskript, an dessen Echtheit wohl nicht zu zweifeln 
ist, zu Übernehmen, sicherzustellen und eventuell auch gesichert an uns 
gelangen zu lassen. 

Eventuell wäre auch die Möglichkeit gegeben, in New York durch 
einen Sachverständigen die Überprüfung der Echtheit vorzunehmen, bevor 
eine Zahlung an Frau Alma Mahler-Werfel geleistet wird. 

Ich darf Sie, sehr geehrter Herr Generalintendant, daran erinnern, 
dass seinerzeit Frau Alma Mahler-Werfel, als sie sich noch in Frankreich 
aufgehalten hat, bereit war, das Manuskript bei unserer Botschaft in 
Frankreich zu hinterlegen, dass aber die amtliche Verständigung unserer 
Botschaft über diese Hinterlegung so spät gekommen ist, dass Frau Alma 
Mahler-Werfel ihre Reise nach Paris umsonst gemacht hat und es daher 
damals auch zu einer Hinterlegung leider nicht gekommen ist. 

In Anbetracht des Umstandes, dass es sich hier, soviel mir bekannt 
ist, um die letzten Bruckner-Manuskripte handelt, die in fremdem Besitz 
sind und Sie, sehr verehrter Herr Generalintendant, mit dem Ankauf und 
dem geforderten Preis ursprünglich einverstanden waren, darf ich um Ihre 
besondere Unterstützung in der Angelegenheit bitten. (...)" (Deutsche 
Bruckner-Gesellschaft, Dr. Werner, an RMVP, Abt. M, 13/X11/40. Fehler im 
Original. Quelle: BAR 55/ 20583. Band 3, Blatt 545 f.). 

Dr. Drewes notierte handschriftlich: "alles sehr schön, aber woher 
kommen die Devisen? bitte zunächst diese Frage klären, dann hier 
vorlegen". 

Mißtrauen und das Unbehagen, mit der Emigrantin überhaupt reden 
zu müssen, verhinderten, daß dieses Bruckner-MS. ins Reich zurückging 
und ersparten dieser das spätere Odium, mit der NS-Regierung Geschäfte 
betrieben zu haben. 


1941 
16. Januar 1941: 

Das RMVP, Dr. Hopf, teilt Dr. Leinveber mit, der Ankauf des 
Bruckner-Manuskripts von Alma Mahler-Werfel sei nicht möglich, weil der 
hohe Kaufpreis aus der Goldreserve der Reichsbank transferiert werden 
müßte (Quelle: BAR 55/ 20583. Blatt 548). 


1943 
3. April 1943: 
Die Wiener Symphoniker mit dem Wiener MGV, Dgt. Ferdinand 
Großmann, bieten u. a. Bruckners "Helgoland". 





1944 
2. August 1944: 

"In Zeiten der Not wie der unsrigen wird man gewiß auch den 
Löwenbräukeller als Konzertsaal willkommen heißen, zumal die Akustik 
durchaus befriedigt. Das künstlerische Erlebnis, die seelenerhebende 
Kraft, die von Beethoven und Bruckner ausgehen, adeln den Raum und 
erzeugen auch hier die festliche Stimmung. Es ist noch nicht so lange her, 
daß diese beiden Meister nebeneinander, ebenbürtig sozusagen, auf den 
Programmen stehen. Heute erscheint Bruckners Rang als Klassiker 
gesichert, und daran daß diese Einschätzung in unermüdlicher 
Propagandaarbeit und in liebevoller Pflege erreicht wurde, haben gerade 
unsere Münchener Philharmoniker ein Hauptverdienst. Mit seiner 
überzeugenden Auslegung der 3. Symphonie konnte Adolf Mennerich 
wieder erweisen, daß er tief in Gehalt und Geist dieser Musik 
eingedrungen ist und dem heroischen Pathos des Werkes wie der 
mystischen Versonnenheit und Inbrunst das gleiche Verständnis 
entgegenbringt (...)" (Wieder philharmonische Konzerte. "MNN", 
2/VI11/44). 


1945 
15. Januar 1945, Zu spät: 
"In Oslo findet unter der Leitung von Kapellmeister Fr. W. Wallenborn 
ein Zyklus sämtlicher Bruckner-Symphonien und Chorwerke in den 
Originalfassungen des Brucknerverlages statt" ("MNN", 15/1/45). 


Geschichtsfälschung, 1997: 

"(...) Die Sinfonien Anton Bruckners (1824-1896) werden von 
amerikanischen Musikologen >entnazifiziert< - so formulierte es die >New 
York Times<. Es gehe darum, sie von einer >gefälschten Grandiosität< zu 
befreien, die die Bearbeiter und Interpreten der Nazi-Zeit hineingebracht 
hätten" (Helmut Rather: Im Dienste des Bösen? US-Dokumentationen zu 
Musik, Komponisten und Künstlern im Dritten Reich. "Rheinische Post", 
23/V11/97). 

Es handelt sich um einen von mehreren Zeitungen abgedruckten 
dpa-Bericht, der sich auf neue Boykotthetze des New Yorker Blatts stützt. 

Die Tatsache, daß der NS-Staat Wiederherstellung und Pflege der 
Originalfassungen der Sinfonien Bruckners förderte, verurteilt die 
Geschichtskenntnis jener US-Musikologen als miserabel, wenn sie etwa - 
wie Benjamin Marcus Korstvedt, University of Pennsylvania - die 
Bearbeitungen der (arischen) Schalks und des (nichtarischen) Ferdinand 
Löwe propagieren und textkritische "Original"-Fassungen aus politischen 
Gründen verwerfen. Zudem können auch US-Musikologen an damaliger 
Interpretation nichts mehr ändern... 

Vgl. J. Goebbels. 





Bruckner, Fritz 


Saxofonist und Geiger in Berlin - Stand 1937-1942 - W 50, Kulmbacher 
Str. 13. Im Kriege Soldat in einer Bautruppeneinheit. 


General-Klingbeil-Marsch mit dem Trio "Auf, Kameraden, mit frischem 
Mut" (eigener T). 
In: 
Bautruppen-Liederbuch (1941). 
Information: Laut LA Berlin (24/VIII/99) fehlt Fritz Bruckner in der 
lückenhaften Meldekartei 1875-1960. Das Landeseinwohneramt Berlin (7/ 
VIII/03) hat keine Angaben, die WASt (26/V/04) keine Nennung. 


Bruckner, Hans 
Im Krieg zur Wehrmacht einberufen und Leutnant. 


Das Lied der 4. Kompanie: Wir kommen von den Alpen her als 4. 
Kompanie (T: Oblt. Karl Bacher). Kriegslied. 
Textprobe (5. Strophe): 
"Und kehren wir dereinst nach Haus 
nach überstandnem Krieg, 
dann rufen wir begeistert aus 
und freuen uns am Sieg: 
>Wir arbeiteten stets mit Fleiß 
und kämpften auch zugleich 
im Zeichen unsres Edelweiß, 
für Führer, Volk und Reich!<"., 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Brückner, Friedrich 
1811 - nach 1894 


Wenn ich den Wandrer frage: Wo kommst du her? (T: Rudolf Tschirch 
nach F. Hermann von Hermannsthal, 1837) (1837). 

In: 

Wir wollen singen (1933); Heil Hitler! (1933; nur T, 0onA); Wir singen 
(1934; Melodie onA); Flieger-Liederbuch (1938; nur T, 0nA). 


Brückner, Friedrich 
Straubing, 30. August 1898 - Landshut, 2. November 1950. 
Chordirigent in Landshut, hier Organist an der ev. Kirche und 
Musikreferent der Zeitung "Bayerische Ostmark". 


B 818 





NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.610.812. 1939 vom Kulturpolit. Archiv als 
Musiksachbearbeiter des Dt. Volksbildungswerkes vorgeschlagen. 


Brückner, Gertrude 
Bad Salzbrunn/ Schlesien, 2. August 1890 - München, 2. Februar 1977. 

Komponistin, Pianistin in München. Sie studierte an den Universitäten 
Berlin, Breslau und München MW, Philosophie, Religionswissenschaft, 
Kunstgeschichte und Sanskrit, dann an der Musikhochschule Berlin und 
war in München Schülerin von Waltershausen. 

Nach 1945 weiterhin in München. zuletzt i. R. 
Werke: Klavierkonzert (UrS: RS München, 1938); Lieder, so Vier Lieder 
nach Waldemar Bonsels; Klavier- und Kammermusik. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. Sie erhielt 1939 Künstlerdank-Unterstützung . 
Deutsche Sinfonie mit Schlußchor "Heil dir, mein deutsches Vaterland" 
("ein neues Deutschlandlied"), am 4/V1/33 dem RMVP eingereicht, dann 
noch einmal - Eingang 24/VI11/33 - zusammen mit dem "Deutschen 
Lied" aus dem 3. Satz der Sinfonie dem Preuß. Ministerium für 
Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, diesmal aus (zZ. Zt.) Breslau 
(Quelle: BAR 55/ 1161). 
14. Oktober 1940: 

Das 1. städt. Kammerkonzert in Dortmund, Dgt. W. Sieben, bietet - 
"zum ersten Male" - das Klavierkonzert von G. Brückner; Solistin: selbst 
(Klavier). 


Brückner, Hans 
München, 6. Oktober 1897 - München, 6. April 1941. 

Musikschriftsteller und Komponist in München, auch kulturpolit. Autor. 
1933 Herausgeber und Hauptschriftleiter der Fachzeitschrift für 
Ensemblemusik und Musik-Gaststätten "Das Deutsche Podium" 
(Kampfblatt für deutsche Musik"), das in München, dann Berlin im eigenen 
Verlag erschien, später in Düsseldorf als "Podium der 
Unterhaltungsmusik". 

1947 für den Rundfunk der SBZ Berlin gesperrt; die 
Personaldirektion war vom Todesfall nicht informiert. 
Werke: antisemitische Aufsätze, meist in "Das Deutsche Podium"; 
Filmmusik, z. B. "Wir suchen das Glück" (1935); U-Musik, Schlager, meist 
auf eigene Texte, Schunkellieder; nationale Lieder; Konzertstücke wie 
"Siebenbürgische Ouvertüre" (1937) und "Sommerfest" (1938); "Morgen 
früh, wenn ich geh", Marschfox (eigener T; 1941, letztes Werk). 


NSDAP seit 1/VI11/28, Nr. 95.908. 
1930 


Herrgott, beschütz den deutschen Rhein (1930; Orag, *9/X1/33, vom 
Sender Danzig von Schallplatte). Trutzlied, onA. 





1933 
Die Pflicht des Fachblattes zur Politik. Das Primat der Rassenkunde in 
der Kunst ("Das Deutsche Podium" 1/4, Februar 1933). 
Zitat: 

"Nur das eigene Volkstum kann die Musik seiner Meister erfassen, 
die dann allerdings hinausströmt in die Welt und dort Künderin wird der 
kulturellen Größe eines Volkes. Ebenso sehr, wie die künstlerische 
Schöpfung in ihren Formen an die Grenzen der Rasse gebunden ist, 
ebenso ist die Interpretation in ihrer letzten Vollkommenheit abhängig von 
jenem seelischen Einklang des Interpreten mit dem Werk, der wiederum 
nur aus der Gleichheit des Blutes erwächst. Ein Jude kann nicht 
Wagnerinterprete in höchster Vollendung sein, ebenso wenig wie ein 
Rotkehlchen den Gesang der Bachstelze nachzuahmen vermag. Ein Jude 
kann daher nicht Referent für deutsche Kunst und deutsches 
musikalisches Schaffen sein. Man betrachte nur den Kampf, den das 
Judentum und die jüdische Presse gegen Richard Wagner führte, und man 
wird erkennen, aus welchen Quellen dieser Kampf floß: aus denen des 
Rassentums. 

(...) Deshalb sucht der deutsche Künstler in seinem Fachblatt eine 
politische Willensäußerung, ohne die ein wirtschaftlicher Kampf 
bedeutungslos und erfolglos ist. Der Künstler hat die Gesetze des Volkes, 
denen alles unterliegt, zur Richtschnur seines schöpferischen Handelns zu 
machen und sein Fachblatt hat ihm voranzugehen" (S. 4, 5). 

Der Kampf gegen Wagner war ein deutlicher Abwehrkampf gegen 
den Antisemiten, der jüdischen Konkurrenten den Erfolg neidete. 


1934 
Sigi Krämer, der daitsche Kunstpfleger der Nachkriegszeit ("Das 
Deutsche Podium" I1/6, März 1934). 
Zitat: 

"Die Herren mit dem Kol nidrei-Lied sind fort. Über Deutschland 
weht die stolze, siegreiche Flagge der wirklichen Freiheit als Garant für 
jene Sauberkeit und Ordnung, die eine derartige Korruption, angestellt 
durch entlaufene Verbrecher fremder Länder, niemals dulden wird. Der 
deutsche Künstler und der deutsche Gaststätten-Unternehmer möge aus 
diesem Porträt aus einer verwahrlosten Zeit erkennen, aus welchen 
Niederungen und von welchen verabscheuungswürdigen Menschen der 
Nationalsozialismus das deutsche Volk befreit hat mit jenem Tage, an dem 
Adolf Hitlers Fahne am Maste emporstieg" (S. 12). 

Musik zum Film Es grüßt euch die Saar (1934; Prädikat: Staatspolit. 
und kulturell wertvoll). 

Es grüßt Euch die Saar: Brüder im Reich! (eigener T). Marschlied aus 
dem Film (1934). Viele Bearbeitungen, u. a. von Ernst Zielke. 

Textprobe (1. Strophe): 

a) 
Wartet nur, wir kommen gleich. 
Flut sprengt den Deich. 


B 820 





Alles Saarvolk stößt zu euch! 
Die Männer in den Gruben, 
die Mädels und die Buben, 
das Weib aus unserer Mitte, 
der Greis in seiner Hütte, 
ein jedes Herz schlägt 

Tag für Tag 
nur einen Schlag". 

Die Hälfte der Einnahmen aus dem Lied spendeten Brückner und 
sein Verleger Paul Raasch, MV Neues Deutschland, Berlin, der NSV. 
23. November 1934, Empfehlung: 

"Das Marschlied >Es grüßt Euch die Saar< spiele ich täglich 
nachmittags und abends und finde, daß dies Pflicht einesjeden 
Kapellmeisters ist, denn allein durch die Ansage des Titels wird das 
Publikum je einmal erinnert, daß es um die Saar geht. Zur Musik selbst 
kann ich Ihnen, sehr geehrter Herr Brückner, nur gratulieren! Dieses 
Saarlied ist auch musikalisch sehr gut gelungen. - Ein feiner Marsch! - 
Ein großer Wurf! Viel Glück weiterhin und Heil Hitler!" (Frederik Hippmann, 
z. Zt. Hotel "Vier Jahreszeiten" Breslau, an Brückner. Abdruck in: "Das 
Deutsche Podium" 11/22, 23/X1/34, Umschlagseite 3). 


1935 
Man bringt den emigrierten Musikjuden wieder nach 
Deutschland!! Eigene Ermittlungen des "Deutschen Podiums" ("Das 
Deutsche Podium" I11/5, 10/111/35). 
Brückner polemisiert gegen die Gebrüder Hein, Da Capo-Verlag. 
Rund um Benjamin ("Das Deutsche Podium" I11/19, 4/VI1/35). 

Brückner griff hier Helene Benjamin geb. Schönheimer und ihren 
Neffen Richard Schauer an, die den Verlag nach dem Tod von John 
Benjamin weiterführten. Frau Benjamin erlag 1943 den Bedingungen des 
KZ Theresienstadt. 

Judentum und Musik mit dem ABC jüdischer und nichtarischer 
Musikbeflissener. Hgb. und zus. mit Christa-Maria Rock Mitautor 
(München, 1935; 21936, 31938). 

Die letzte Auflage nennt im Haupteintrag denunziatorisch rund 5050 
Namen und Pseudonyme, viele jedoch doppelt und noch immer falsch. 

Die Druckerei - ein ehemals jüdischer Treuhandbetrieb in Diessen 
am Ammersee - nahm für die Herstellung des Buchs Kredite auf; in den 
zwei Wochen vor Stopp der 1. Auflage waren nur 280 Exemplare verkauft, 
doch ergingen 86 einstweilige Verfügungen oder Zivilklagen wegen 
Unterlassung gegen Brückner, der weitere über hundert Streitfälle 
außergerichtlich bereinigte; der Streitwert betrug in einem Fall immerhin 
2000 RM. 

Zitat: 

"Ein Jude brauchte als Künstler oft nicht allzuviel zu leisten: die 
Tatsache, daß er J ude war, sicherte ihm die Karriere. Dieser Satz allein 
erklärt es, warum es zur Zeit der Herrschaft des Judentums im deutschen 
Kunstleben arischen und insbesondere volksbewußten Künstlern kaum 


B 821 





möglich war, durchzudringen. Wenn aber jemand meteorgleich am 
Kunsthimmel als neuer Stern aufstieg, konnte man mit Sicherheit 
annehmen, daß es sich um einen Juden, J udenstämmling oder jüdisch 
Versippten handelte. 

(...) Von den heute schon erledigten Werken Meyerbeers, Halevys, 
Mahlers abgesehen, welche entweder der Effekt um des Effektes willen als 
oberstes Schaffensprinzip charakterisiert oder das Streben, durch 
außergewöhnlichen Aufwand an Kunstmitteln aufzufallen, wird der naiv 
dem Kunstwerk gegenübertretende Arier, wenn es sich um Schöpfungen 
notorischer Juden handelt, sich instinktiv ablehnend verhalten, selbst 
wenn er die Komponistennamen nicht kennt, soferne er nicht von Dritten, 
z. B. einem Lehrer, beeinflußt ist; denn es steckt etwas in der jüdischen 
Musik, was wir zuerst noch, ohne es begründen zu können, als 
unsympathisch empfinden. Man empfindet diese Musik leer, hohl, meist 
>nachempfunden<, dabei brutal, sentimental, gern schmalzig und stets 
auf den äußeren Effekt zugeschnitten. Hört man tiefer hin, werden einem 
urplötzlich die jüdisch-ghettomäßigen Rhythmen: das Zappelige, das mit 
allen Extremitäten sprechen, das ja in der Musik sich nie verbergen läßt, 
auffallen und man wird schließlich die ganz anders geartete melodische 
Linie, welche wir >negroide Linie in der Musik< bezeichnen wollen, und 
die in bestimmten Intervallenschritten sich zu erkennen gibt, feststellen 
können" (21936. S. 11, 14). 

Hier fehlte es sichtlich an Intelligenz wie an Sprachbeherrschung, 
um die Denunziation mit glaubwürdigen Argumenten zu untermauern; der 
Antisemitismus konnte - und kann - sich mit minderer Qualität begnügen. 
Die Presse - voran der "VB" Nr. 332, 28/XI/35 - lehnte das "Juden-ABC" 
fast einstimmig ab. 

6. November 1935: 

Die Süddt. Konzertdirektion Otto Bauer, gez. Arnold Clement, 
wendet sich an den RMK-Präsidenten mit massiver Beschwerde gegen 
Hans Brückner, der Clement im "Musikalischen J uden-ABC" denunziert 
hatte (Quelle: BA RKK Namensakte Hans Brückner). 

19. November 1935: 

Der Berufsstand der dt. Komponisten, Hugo Rasch, macht die RMK 
auf Beschwerden über Unzuverlässigkeit des "Musikalischen J uden-ABC" 
aufmerksam. 

Betrifft Herzmansky-Doblinger ("Das Deutsche Podium" 111/39, 22/X1/ 
35). 
Zitat: 

"(...) Wir haben gegen den Verlag Doblinger nichts, aber inserieren 
wolle er bei uns erst dann, wenn er einen gereinigten Verlagskatalog 
vorlegen kann - und sei es auch nur einer, der speziell fabriziert ist für 
>Hitlerdeutschland<. Das genügt uns dann. Aber J udenmusiken in unser 
Land zu schicken, dazu leistet das >Podium< keine Hilfe". 

21. Dezember 1935: 

Der Präsident der RSK teilt Dr. Goebbels und dem Geheimen 
Staatspolizeiamt Berlin mit, "Das musikalische J uden-ABC" sei im 
Einvernehmen mit dem Präsidenten der RMK auf die Liste des schädlichen 


B 822 





und unerwünschten Schrifttums gesetzt, und er bitte, noch im Verkehr 
befindliche Exemplare zu beschlagnahmen. 


1936 
Berichtigungen: 

(1) 

"In eigener Sache. 

In dem Buche >Das musikalische J uden-ABC<, Verlag Hans 
Brückner in München, findet sich auf Seite 72 zwischen nichtarischen 
Namen der Eintrag: 

Auer, Albert, Konzertagentur in Stuttgart. 

Unsere 40 Jahre bestehende, im ganzen Reiche bekannte Firma wird 
hier völlig grundlos in höchst gedanken- und gewissenloser Weise genannt 
und dadurch aufs schwerste geschädigt. 

Wir erklären, daß sowohl unser Vorgänger Herr Albert Auer als auch 
die jetzigen Besitzer arischer Abstammung sind. Herr Albert Auer und 
unser Herr Friedrich Zweigle sind Parteigenossen und beide bekleiden ein 
Amt im Reichsverband der Deutschen Musikalienhändler. Unser Herr Franz 
Lausch ist Mitglied des Reichsverbandes für Konzertvermittlung, in 
welchem bekanntlich nur Arier Aufnahme finden. 

Wir sind seit der am 1. Mai 1935 vollzogenen Vereinigung der 
Firmen Albert Auer und Lausch u. Zweigle eines der größten 
Musiksortimente in Deutschland und werden alle gesetzlichen Mittel 
anwenden, um der ganz oberflächlichen, unzuverlässigen Arbeit und der 
damit verbundenen unverantwortlichen Geschäftsmacherei einen Riegel 
vorzuschieben" (Annonce der Musikalienhandlungen und Konzertagenturen 
Albert Auer und Lausch u. Zweigle in Stuttgart. "Hesses Musiker-Kalender" 
1936, Band 2. S. 289). 

(2) 

Berichtigung (Eintrag in das musikalische J uden-ABC) 
("Musikalienhandel" XXXVI11/1936. S. 244). 

18. Januar 1936: 

Ida Beer-Walbrunn beschwert sich beim RMK-Präsidenten wegen 
Denunziation ihres verstorbenen Mannes Anton Beer-Walbrunn im 
"Musikalischen J uden-ABC". 

Judentum und Unterhaltungsmusik ("Das Deutsche Podium" IV/17, 
24/1V/36). 

Brückner polemisiert u. a. abermals gegen den Verlag Benjamin, 
weil dieser sich durch Ankauf der Verlage Biel, Doß & Heidegger, Galdert, 
Harmonia, Lehmann, Schiller, Ferstenberg-Packisch, Hauer, Thiemer, 
Böhme, Simrock, Rahter und Fischer seit 1900 zum Konzern entwickelt 
habe. 

Mai 1936, Lob: 

"Anbei sende ich Ihnen den Schluß der Korrekturfahnen mit meinen 
Anmerkungen zurück. Ich halte das Buch jetzt für sehr, sehr gut. Für eine 
dritte Auflage schreibe ich Ihnen noch ein ausführlicheres Kapitel über 
Unterrichtsmusik, ein sehr wichtiges Gebiet" (Prof. Dr. R. von Mojsisovics, 
ohne Datum = Mai 1936, an H. Brückner. Quelle: BA Namensakte Hans 


B 823 





Brückner). 

Mojsisovics arbeitete an der 2. Auflage mit. 
23. Mai 1936, Noch mehr Lob: 

"(...) ich habe sofort nach Empfang Ihrer Fahnen eine Nachtschicht 
eingelegt und sende Ihnen die Abzüge, durchgesehen, zurück. Fein das 
Ganze, imponierend im Umfang und in der Vollständigkeit. Wesentlich, 
wenn auch nicht ganz erschöpfend, das Vorkapitel" (Dr. Hans Koeltzsch an 
H. Brückner, 23/V/36. Quelle: BA Namensakte Hans Brückner). 

Koeltzsch verwertete bei der redaktionellen Arbeit für Brückner 
seine langjährigen Erfahrungen als Autor des Musikkapitels in Fritschs 
"Handbuch des Judentums". 

26. Mai 1936: 

Der Präsident der RSK informiert den Präsidenten der RMK, der 
Verlag habe ihm mitgeteilt, "Das musikalische J uden-ABC" sei nur 14 Tage 
im Handel gewesen, mit rund 280 Exemplaren verbreitet und eine 
Neuauflage mit einwandfreien Mitarbeitern sei in Vorbereitung. 

Brückner distanzierte sich damit von der unfähigen Christa Maria 
Rock. 

24. Juni 1936: 

Die Parteiamtliche Prüfungskommission zum Schutze des NS- 
Schrifttums, undatiert (= 24/VI/36), vollzieht die Freigabeerklärung für 
die 2. Auflage mit neuem Titel "Judentum und Musik". 

Trotzdem nahm sie gleichzeitig ein eigenes Lexikonprojekt in 
Angriff, das jedoch liegenblieb. 

2. Juli 1936: 

Die RSK protokolliert eine Vorsprache von Hans Brückner, der den 
Korrekturabzug der 2. Auflage überreicht, die Schuld für Fehler abschiebt 
und Einzelheiten über die rechtlichen Folgen der 1. Auflage mitteilt. 

24. Juli 1936, Geschenk: 

"Sehr geehrter Herr Brückner! Für die Uebersendung des 
Musikalischen J uden-ABC danke ich Ihnen bestens. Ich wünsche dem 
Buche eine große Verbreitung. Heil Hitler! Streicher" (Faksimile in: "Das 
Deutsche Podium" IV/29, 24/V11/36, Titelseite). 

Der Nürnberger Gauleiter Julius Streicher (1885-1946), Hgb. des 
antisemitischen Hetzblatts "Der Stürmer", war die passende Adresse für 
solche Art Literatur. 

26. Juli 1936: 

Das RMVP, Hinkel, informiert den Präsidenten der RSK, Brückners 
"Judentum und Musik" sei eine private Arbeit, die zwar Anhaltspunkte 
gebe, jedoch nicht als maßgebliche Unterlage zur Feststellung von 
Abstammungsverhältnissen verwendet werden könne. 

Der Dacapo-) ude inseriert im "Artist" ("Das Deutsche Podium" IV/32, 
14/VI11/36). 
Zitat: 

"Alles, was ein jüdisches Gehirn ersinnen kann, das 
hat Dacapo-Hein ersonnen, um das unbequeme 
>Podium< an die Wand zu quetschen und seinen 
Judenschlagern den Weg nach Deutschland wieder zu 


B 824 





ebnen. 

Das >Podium< blieb standhaft und beugte sich nicht. 

Und nun bekommen wir die >Bädernummer< des >Artist< 
in die Hand. Wen finden wir da mit großen Inseraten vertreten? Den Da 
Capo-Verlag. Mit J udennummern! 

>Ein Schiff fährt nach Schanghai<, die Nummer, vor 
der wir warnten, ist auch im Inserat enthalten. 

Dacapo-Hein will also den Weg in die deutschen Kapellen, wie in der 
guten alten Zeit, über den >Artist< gehen. (...)" (Zitat bei Sophie 
Fetthauer: Musikverlage im "Dritten Reich" und im Exil. Hamburg, 2004. 
S. 103). 

Der Angriff gilt den Wiener Verlegern Erwin und Otto Hein. 

Oktober 1936: 

Der Brückner-Verlag liefert die 2. verbesserte und erweiterte Auflage 
von "Judentum und Musik" aus. 
14. Oktober 1936, Empfehlung: 

"Das Buch >J uden und Musik mit dem ABC jüdischer und 
nichtarischer Musikbeflissener< von Hans Brückner scheint in der zweiten 
Auflage sorgfältiger bearbeitet zu sein als in der ersten, die wir 
schärfstens ablehnen müssen. Die erste Auflage wimmelte von 
Unrichtigkeiten, sodaß unserer Sache ein sehr schlechter Dienst mit der 
Veröffentlichung des Buches erwiesen wurde. Die Anschaffung der neuen 
Auflage können wir befürworten" (NSKG, Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, an 
NSKG, Gaudienststelle Halle-Merseburg, Halle, 14/X/36. Quelle: BA NS 
15/ 96). 

Weil bei näherer Prüfung auch die 2. Auflage noch Stückwerk war, 
sah sich Gerigk angeregt, mit Hilfe des ARR ein behördenoffizielles und 
amtliches Lexikon zwecks "perfekter" Denunziation der jüdischen 
Musikschaffenden in Planung zu nehmen. 


1937 
Bristol-Verlag Wien erwirbt alle Rechte des Musikjuden Irving 
Berlin (Israel Balines) für "Zentraleuropa" ("Das Deutsche Podium" 
V/23, 11/V1/37). 
Die Herren Lorbeerkranz-Verleger ("Das Deutsche Podium" V/24, 18/ 

V1/37). 

Brückner greift weiterhin den Benjamin-Verlag an. 
23. Oktober 1937, Irrtum TI: 

"Ignaz Adler, staatl. anerk. Musikerzieher und Organist in Bielefeld, 
ist durch einen Irrtum auch in die 2. Auflage des Hans Brücknerschen 
Juden-ABC's geraten, hingegen ist Ignaz Adler, wie auch die 
Reichsmusikerschaft in der RMK bescheinigt, rein arisch. Zur Herstellung 
seiner Ehre bittet uns Herr Adler, dies unseren Leser bekannt zu geben" 
("Die Musik-Woche" V/43, 23/X/37. S. 12). 
Jüdische Musik - Import nach Deutschland! Die Mischpoche! ("Das 
Deutsche Podium" V/45, 12/X1/37). 
3. Dezember 1937, Irrtum II: 

"Um den immer wieder, zuletzt in dem noch immer von Irrtümern 


B 825 





stark durchsetzten >J uden-ABC< auftauchenden Gerüchten von der 
jüdischen Abstammung des Komponisten Sigfrid Karg-Elert 
entgegenzutreten, hat die Familie einen lückenlosen Ariernachweis 
aufgestellt, dessen Unterlagen jederzeit zur Einsichtnahme zur Verfügung 
stehen. Die Tochter des von den Ausführenden leider sehr 
vernachlässigten Komponisten, bittet, nach Möglichkeit zwei Programme 
ER 

Ebenso haben die Nachkommen des bekannten Kirchenmusikers 
Bernhard Klein (1793-1832) gegen die Behauptung, der Komponist sei 
Jude gewesen, protestiert und die amtlichen Abstammungsunterlagen 
erbracht. Generalmusikdirektor Dr. Rudolf Siegel, ein Urenkel Bernhard 
Kleins, der auch in dem genannten >Musikalischen J uden-ABC< stand, hat 
erwirkt, daß sein Name in der 2. Auflage gestrichen wurde. Bernhard Klein 
selbst ist freilich noch immer darin genannt" ("AMZ", 3/X11/37. S. 730). 


1938 
Gerettetes Österreich ("Das Deutsche Podium" VI/11, 18/111/38. S. 
1-5). 
18. August 1938, Nicht autorisiert: 

"Das Nachschlagewerk >J uden und Musik< sei keine amtliche 
Arbeit, sondern ein Privatstück, auch nicht autorisiert. Man könne es also 
nicht als amtliche Quelle benutzen, wenn man feststellen wolle, ob dieser 
oder jener Musiker Jude sei oder nicht" (Kulturpolitische Pressekonferenz 
Nr. 47, 18/VI111/38. Quelle: BA ZSg. 102/62 fol. 1/Sammlung Sänger). 
Sobotkas Flucht aus Wien ("Das Deutsche Podium" V1/36, 9/1X/38). 

Franz Sobotka, Eigener des Bristol- und Sirius-Verlages, war 
"nichtarisch versippt"; daher enteignet, blieb ihm nur Emigration in die 
USA. 

Oktober 1938, Folgen: 

"Verzeichnis jüdischer und nichtarischer Komponisten 
Vom Gaupropagandaamt Steiermark, Hauptstelle Kultur herausgegeben 
Mit Genehmigung des Verlages Hans Brückner, München, 
zusammengestellt aus dem dort erschienenen Werk >J udentum und 
Musik< mit dem A-B-C jüdischer und nichtarischer Musikbeflissener von 
Brückner-Rock. 

Zur Beachtung! 

Die Kapellmeister der Kulturorchester, der Blasmusiken und Salonkapellen 
haben die Noten-Repertoires von Werken jüdischer Komponisten zu 
säubern. Eine weitere Aufführung solcher Werke ist untersagt. Auch aus 
den Sammel-Potpourris sind die Einlagen jüdischer Komponisten zu 
entfernen (Striche anbringen!). 

Die Leiter öffentlicher und privater Musikschulen haben darauf zu 
achten, daß die Werke jüdischer Komponisten aus dem Unterrichtsbetrieb 
ausgemerzt werden. Die Notenbibliotheken sind von solchen Werken zu 
säubern. 

Graz, Oktober 1938." 

Diese schwarze Liste enthielt lediglich Namen, keine Wirkungs- und 
Wohnorte oder Lebensdaten. Das Gaupropagandaamt bediente sich gegen 


B 826 





den Rat des RMVP der fragwürdigen privaten Quelle und erhob sie 
dadurch zur amtlichen. 


1939 
Adlerflug. Marsch (RS Leipzig, 15/1V/39). 
Einer für viele. Marsch (RS Leipzig, 15/1V/39). 
Natürlich: Louis Oertel ("Das Deutsche Podium" V11/37, 15/1X/39). 
Zitat: 

"Öfter als uns lieb, mußten wir schon den Gepflogenheiten des 
Musikverlages Louis Oertel in Hannover entgegentreten. Angefangen vom 
Sozi-Marsch >fFreiheit<, den dieser Verlag im Jahre 1937 (!) durch 
Gummistempelzusatz >...und Ehre< in einen >zeitgemäßen< Marsch 
verwandelte, bis zu dem unentwegten Versand seiner Prospekte mit 
J udenmusik sind wir von Louis Oertel schon alles gewohnt. 

(...) Aber schon wieder kommen aus allen Teilen des Reiches Briefe 
von Kapellenleitern und Musikern, die sich nach der Geistesverfassung des 
Louis Oertel in Hannover erkundigen. Hat er doch wieder einmal einen 
Stoß Prospekte in alle Himmelsrichtungen gesandt, in denen es von Juden 
nur so wimmelt. 

(...) Einen grünen und orange-gelben Prospekt hat Louis Oertel 
diesmal auf den Marsch gebracht. Beide sind sie 
Schanddokumente für einen Musikverleger im Ditten 
Reiche - im Jahre 1939! Durch Anordnung des Präsidenten der 
Reichsmusikkammer wird jeder Musiker, der J udenmusik spielt, mit 
Bestrafung, unter Umständen mit Ausschluß aus der Kammer und damit 
dem Verlust des Rechtes der Berufsausübung bedroht, Ein deutscher 
Musikverleger aber bietet diesen selben Musikern frech und heiter Musik 
an von den Juden Gilbert, Waldteufel, David, Großmann, 
Sousa, Herold, Moszkowski, Mendelssohn!!! Wenn der 
Kapellenleiter, der J udenmusik spielt, mit Recht bestraft wird, dann gehört 
diesem Treibauf in Hannover nun endlich einmal Richtung beigebracht -" 
(Zitat bei Sophie Fetthauer: Musikverlage im "Dritten Reich" und im Exil. 
Hamburg, 2004. S. 245-246). 


1940 
Musikalische Emigration in Nöten ("Das Deutsche Podium" VIII/12, 
22/111/40). 
Zitat: 


"Der Krieg hat den Emigranten, darunter auch den in Paris 
weilenden Musikjüngern, die uns 1933 oder später verließen, eine 
peinliche Ueberraschung gebracht. Alle Emigranten, die das Gastrecht 
Frankreichs so lange mißbrauchten, sahen sich durch ein Gesetz vor die 
Wahl gestellt, entweder in die >Emigranten-Legion< einzutreten, also zu 
kämpfen, oder interniert zu werden. Das ist keine schöne Auswahl. Gehen 
sie in die Legion, dann müssen sie dorthin, wo sie nicht hin wollen, und 
fallen auch noch den Nazis in die Hände..., entscheiden sie sich für die 
Internierung, so bietet das auch keine Sicherheit, den Deutschen 
entronnen zu sein, gegen die sie wacker sieben Jahre lang aus sicherer 


B 827 





Ferne gehetzt haben. (...)" (Zitat bei Sophie Fetthauer: Musikverlage im 
"Dritten Reich" und im Exil. Hamburg, 2004. S. 109). 

Der Artikel stammt fraglos von Brückner. Er gab falsche 
Information. Die Internierung deutscher Emigranten war automatisch; wer 
wollte und konnte, durfte ohne Internierung an einem Hilfsdienst für die 
frz. Armee teilnehmen - waffenlos. Jungen Männern stand nur die 
Fremdenlegion offen. 

11. Juni 1940: 

Brückner schreibt Dr. Hans Sikorski und weist dessen Kritik an dem 
Lexikon sowie an Brückners Haltung zu Robert Stolz mit Einzelheiten über 
dessen Emigration zurück. 


1941 
25. April 1941: 
"Das Deutsche Podium" IX/17, S. 3-4, bringt unter dem Titel "Hans 
Brückners Werk" einen Nachruf von Gerhard Völker. 
Information: FA (Geburtsort Nördlingen), NSDAP-Kartei (Geburtsort 
München). 


Brückner, Hermann 


Deutsches Wort: Ein Wort geht über den Erdenball (T: M. Schütt). MCh 
mit Alt- oder Bariton-Solo und Orch (1936) [Zs]. 


Brückner, (Rudolf) Wolfgang 
Dessau, 6. Juni 1905 - Värnamo (S), 23. April 2001. 

Sohn eines Kontrabassisten und Opernchordirektors; Schüler u. a. von 
Fritz von Bose, Pianist und Kapellmeister. Bis 1933 Leiter des Münchner 
Sinfonieorchesters; Mai 1933: für die Sommersaison Leiter des 
Kurorchesters Bad Homburg. Ab 15/V111/33 Kapellmeister - August 1935 
1. Kapellmeister - des RS Königsberg mit 610 RM, ab 1/V1/39 
(einschließlich Kindergeld) mit 1.040 RM Monatsgehalt, 1939 Leiter der 
Abt. Orchester und Chor beim RS Königsberg und Lehrer am 
Hartungschen Musikheim. 

Nach 1945 übersiedelte Brückner nach Schweden, zuletzt i. R. in 
Värnamo. 


NSDAP seit 1/VIII/31, Nr. 595.385. Neuaufnahme am 1/V/33. NSV. 
1942/43 vom Reichskommissar für die Ukraine, Gauleiter und 
Oberpräsident Erich Koch, als Musikal. Leiter der Philharmonie und 
Direktor der Oper des Reichskommissars im besetzten Kiew verpflichtet. 
2. August 1933: 

Das KurOrch Bad Homburg, Dgt. W. Brückner, bietet u. a.ein 
Potpourri aus "Czardasfürstin" von E. Kalman (SWF, 2/V111/33). 
14. September 1933: 

Das OpernOrch Königsberg, Dgt. Brückner, bietet "Die Hebriden", 


B 828 





Ouvertüre von Mendelssohn-Bartholdy (Orag, 14/1X/33). 
*20. April 1934: 

Das OpernOrch Königsberg, Dgt. Brückner, bietet ein Abendkonzert: 
1. Beethoven: "Egmont"-Ouvertüre. - 2. Brahms: Haydn-Variationen. - 3. 
Wagner: "Siegfried-Idyll". 

*9, November 1937: 

Im Morgenkonzert bietet das Gr. RundfunkOrch Königsberg, Dgt. 
Brückner: 1. Mozart: "Die Zauberflote", Ouvertüre. - 2. Beethoven: 
Romanze G-dur für Violine und Orch. - 3. Beethoven: Musik zu 
"Prometheus". - 4. Humperdinck: Vorspiel zum 3. Akt der Oper "Die 
Königskinder". - 5. Wagner: "Der fliegende Holländer", Ouvertüre (RS 
Königsberg. *9/X1/37, als Reichssendung). 

*20. April 1938: 

Das Gr. RundfunkOrch Königsberg, Dgt. Brückner, bietet ein 
Festkonzert: 1. Haydn: "Militärsinfonie". - 2. Schumann: Cellokonzert. - 3. 
Beethoven: Leonoren-Ouvertüre Nr. 3. - 4. Brahms: Variationen über ein 
Thema von Haydn (RS Königsberg, *20/1V/38). 

*30. Januar 1939: 

Brückner besorgt die musikal. Leitung der Feierstunde Vor Dir, 
mein Führer! für Sprecher und Orch. Mitwirkende: Harry Moß, Sprecher, 
das Gr. Orch des RS Königsberg (RS Königsberg/ RSdg A, *30/1/39). 
*20. April 1939: 

Das Gr. RundfunkOrch Königsberg, Dgt. Brückner, bietet zu Hitlers 
Geburtstag ein Abendkonzert (RS Königsberg, *20/1V/39). 

Information: DML. Migrationsverket (1/VI/87), die schwedische 
Einwanderungsbehörde in Norrköping, verweigerte wegen "Datenschutz" 
Information über Brückner, teilte jedoch mit, es habe diesen gebeten, 
Kontakt zum Anfrager zu nehmen; dieser unterblieb. Der Standesbeamte 
Koska, Dessau (4/IX/97), verweigerte mit Berufung auf das verfälschte 
PStG 8 61, also gesetzwidrig, die Angabe des Todesdatums. Damit raubte 
er dem Künstler das postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in der 
Nachwelt und betrog den Lexikographen um das Grundrecht auf 
ungehinderte Berufsausübung. 

Migrationsverket Stockholm (6/IV/01) - Elisabet Permvall, Per Erik 
Granberg, Carina Karlsson - lehnte Mitteilung von Ort und Datum des 
Ablebens nach 8 14 Abschnitt 7 des Geheimhaltungsgesetzes ab, weil 
"nicht ausgeschlossen werden kann, daß die Angabe der Person oder 
irgendeinem ihr Nahestehenden Schaden zufügt". Die Permvall, Granberg 
und Karlsson machen deutlich, daß sie nicht wissen, was ein Lexikon ist; 
dieser miserable Beamtentypus demontiert das Kulturland Schweden. 


Brückner - Rüggeberg, Wilhelm 
Stuttgart, 15. April 1906 - Hamburg, 1. April 1985. 
Musikpädagoge, Komponist, Konzertbegleiter und Dirigent. Bis 1933 
Operettenkapellmeister am Stadttheater Dortmund, 1933/34 
Kapellmeister für Oper und Operette am Reußischen Theater Gera, 1934 
Opernkapellmeister am Stadttheater Ulm und zugleich musikal. Leiter der 


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Festspiele in Weissenburg/ Bayern, 1935-36 in Kiel und 1938-711. 
Kapellmeister der Staatsoper Hamburg und ab 1940 Chormeister des 
Hamburger LGV; 1943 Lehrer für Dirigieren an der Städt. Schule für Musik 
und Theater. 

Auch nach 1945 und bis 1950 - Neugründung der Hochschule für 
Musik und darstellende Kunst - hier in dieser Funktion, dann an der 
Hochschule, 1955 Professor. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Musik zum Freilichtspiel Golgatha im Reich von B. H. Wilhelm (Thale, 
Harzer Bergtheater, 21/V11/34). 

9. April 1937: 

Das BPhO, Dgt. Brückner-Rüggeberg, bietet ein Werkkonzert in der 
Firma Stock: 8. Sinfonie und 5. Klavierkonzert von Beethoven. Solist. W. 
Kempff (Klavier). 

Information: FA, KDMK, LdCh. 


Brüder auf und laßt uns fröhlich singen, singen wie der Vogel in 
dem Wald. Volkslied um 1860, zur Melodie "Brüder zu den festlichen 
Gelagen" (vor 1825). Titel: Sängerlust. 

In: 
Singend hinaus (1938). 


Brüder, Brüder, wir ziehen in den Krieg! Soldatenlied aus 
Süddeutschland. Auch Variante: "wir müssen ziehen in". In: "Der 
Zupfgeigenhansl" (111915). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Ach Gott, wie brennt der Himmel so rot, 
rosenrot wie eine Glut! 
Das bedeutet Soldatenblut! 
Gott steht treulich uns zur Seit!" 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Brüderchen, komm, tanz mit mir. Kinderreigenlied, u. a. im 
Liederbuch der Neuen Schar in Thüringen "Unter der Linde" (Weimar, 1921 
ff.). Schon von E. Humperdinck in der Oper "Hänsel und Gretel" (1893) 
verwendet. 

In: 
NSLB, Unser Lied 1 (31935); Lieder für die Grundschule (1938); Lieder 
unseres Volkes (1943). 


Bruder, der von uns geschieden, der für uns sein Leben gab (T: 
H. Maaß). Melodie 1817, onA. Titel: Letzte Ehre, letzter Gruß. 


B 830 





Textprobe (3. Strophe): 
"Volk und Vaterland und Freiheit, 
keiner liebte sie wie du. 
Schlaf in Ehren, deutscher Bruder, 
Heimaterde deckt dich zu!" 
In: 
Lieder für Schulfeiern 9 (1936). 


Bruder, der von uns geschieden, der für uns sein Leben gab (T: 
H. Maaß). Kampflied, zur Melodie des Wolgaliedes. Zahlreiche 
Textvarianten. Titel oft: Letzte Ehre, letzter Gruß. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Wo es galt, dem Feind 
zu wehren, 
standest du in unsern Reihn, 
teurer Toter, schlaf' in Ehren, 
unsre Fahne hüllt dich ein!" 
In: 
Was der Deutsche singt (1932); NSBO-Kampflieder-Buch (1933); Das 
kleine SA-Sturm-Liederbuch (1933); SA. SS.-Liederbuch (1933); SA- 
Sturmlieder (1933); S.A. Liederbuch (1933); Freiheitslieder des Dritten 
Reiches für Schulen (1933); Heil Hitler Dir! 2 (1933); Singkamerad 
(21934, 31935). 


Brüder, formiert die Kolonnen, höret der Tausende Schrei (T: 
onA). NS-Kampflied, zur Melodie "Brüder in Zechen und Gruben". Aus der 
SA überliefert, Titel oft: "Volk, verzage nicht!". Aufnahme: Patria Nationale 
Tonplatte 152 (1933). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Brüder, wir machen ein Ende; 

reißet von Ketten euch los! 

Deutschland, Groß-Deutschland, 

wir kommen 

schaffen dich völkisch und groß". 
In: 
Was der Deutsche singt (1932); SA-Sturmlieder (1933); Deutsche Volks- 
und Kampflieder für die HJ und das Jungvolk (1933); SA. SS.-Liederbuch 
(1933); NSBO-Kampflieder-Buch (1933); Heil Hitler Dir! 2 (1933); Das 
kleine SA-Sturm-Liederbuch (1933); Deutsche Kampf- und Volkslieder 
(1933); Sturm-und Kampflieder-Buch (1933); Lieder der Pommerschen SA 
(21934); Wohlauf Kameraden! (1934); Lieder der SS Pommerns (1934); 
Lieder der nationalen Erhebung (1934); Lieder für Alle 12, 16 (1934; 
Fassung: G. Pallmann); 50 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder 
(1934); 100 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934); DSB, 
Singendes Volk 5 (1934); NS-Volks-Liederbuch (21934); Deutsche Jugend 
zur Sonne, zur Freiheit (1935); Vorwärts! Vorwärts... (1935); Glück ab, 


B 831 





Kameraden! (1935); Die weiße Trommel (21935); Wir werden 
weitermarschieren (1936); Was Deutschland singt (1936); Neues 
Deutschland 2 (1937); SS-Liederbuch (21937, 61940, 91941); SA- 
Liederbuch (?1939); Lied über Deutschland (?1941); Hellau! (1942). 


Brüder, freut euch in der Runde. Reservistenlied, zuerst bei: ]. 
Lewalter, "Deutsche Volkslieder" III (1892). Auch in: "Der 
Zupfgeigenhansl" (111915). Titel: Reservistenlied. 

In: 
Das Lied des Arbeitsdienstes (1933); Soldaten singen (1936); Im gleichen 
Schritt und Tritt (1941; Variante: "setzt euch in die Runde"). 


Bruder in Erz = Motor, was bäumst du, Bruder in Erz 


Brüder in Zechen und Gruben, Brüder, ihr hinter dem Pflug. Zu 
einer russischen Volksmelodie. Adaption des originär sozialistischen 
Arbeiterlieds als Kampflied der SA. Mit Textvarianten. Titel auch: Lied der 
Arbeitsfront (u. a. München, *21/111/34, zum Großkampftag der 
Arbeitsschlacht).. 

Tondokument - vom 30/1V/33 und 31/V/33 - im DRA: 1820112-40, 
1570010-09. 

Ausführende: 2) Chor des SA-Sturms 33, Standarte Hans Maikowski, 
mit gr. BlasOrch, Dgt. C. Woitschach. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Hitler ist unser Führer, 

ihn lohnt nicht gold'ner Sold, 
der von den jüdischen Thronen 
vor seine Füße rollt". 

Eine später zugedichtete, aber nicht durchweg mitgedruckte 5. und 
6. Strophe - "Ladet die blanken Gewehre, ladet mit Pulver und Blei. 
Schießt auf die Vaterlandsverräter, nieder mit der Judentyrannei! (...) 
Hitler treu ergeben, treu bis in den Tod" - gibt die neue Bestimmung des 
Liedes an. 

In: 

Deutschland erwache! (551932); Was der Deutsche singt (1932); Unter 
Hitlers Fahnen (1932); Die Lieder der nationalen Erhebung (1933; nur T); 
Heil Hitler! (1933); Heil Deutschland! (1933); Sieg-Heil! (1933); S.A. 
Liederbuch (1933); Horst-Wessel-Marschalbum I (71933); Deutsche Lieder 
im Wehr- und Arbeitsdienst (1933); Liederbuch Hamburgischer SA 
(61933); Sturm- und Kampflieder-Buch (1933); Vorwärts SA. (21933); Die 
Fahne hoch! (1933); Trum, trum (21933); SA-Sturmlieder (1933); Jung 
Deutschland I (1933); Deutsche Volks- und Kampflieder für die HJ und das 
Jungvolk (1933); Neues Deutschland 1 (1933); Zum Kampfe für die 
Freiheit! (1933); NSBO-Kampflieder-Buch (1933); SA.SS.-Liederbuch 
(1933); Singendes Volk 7 (1933); Freiheitslieder des Dritten Reiches für 


B 832 





Schulen (1933); Das kleine SA-Sturm-Liederbuch (1933); Heil Hitler Dir! 
1 (41933); Deutsche Kampf- und Volkslieder (1933); Heil Hitler Dir! 2 
(1933); Schlesisches SA-Liederbuch (?1933); Liederbuch der NS- 
Frauenschaften (21933, 41934); Lieder des neuen Deutschland (1934); 
Ähre und Spaten (1934); Flieger-Lieder, Flieger-Landesgruppe II (1934; 
nur T); Singkamerad (21934, 31935, 81937); NS-Volks-Liederbuch 
(21934); Volk singt (1934); Liederbuch der SA-Marine (1934); Wir singen 
(1934); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); 
Wohlauf Kameraden! (1934; "altes Kampflied der SA"); 50 ausgewählte 
SA-Sturm- und Marschlieder (1934); 100 ausgewählte SA-Sturm- und 
Marschlieder (1934); Stimmt an! (1934); Schutz- und Trutz-Lieder-Buch 
(1934); Lieder der Arbeit (1934); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF 
(21934; 6. Strophe: "Hitler treu ergeben, treu bis in den Tod"); Lieder der 
Pommerschen SA (?1934); Arbeitsdienst-Liederbuch (1934); Lieder von 
heute (1934); Einig Volk/ Einig Sang (1934); Kameraden, wir marschieren 
(1935);Glück ab, Kameraden! (1935); Deutsche Lieder für die Jugend 
(21935); Was die SA singt (1935); Deutsche Feierklänge (1935; 
"Volksweise"); NSLB, Unser Lied 2 (21935); RJF, Liederbuch Gebiet 
Nordmark (1936); Lieder für Schulfeiern 5 (1936); Soldaten-Liederbuch 
(1936); RJF, Liederblatt der HJ) 51 (1936); Singen im NSKK (1936); Was 
Deutschland singt (1936); Liederbuch der SA (61936); Wir wandern und 
singen! (1937); Sturm- und Kampfliederbuch (?1937); Das Lied im 
Deutschen Arbeitsdienst (1937); Liederblätter der NSG "Kraft durch 
Freude" 3 (1937), 37-38 (1941); SS-Liederbuch (21937, 61940, 91941); 
Singen (?1937); RJF, Unsere Lieder-Weimar (1938; nur T); Liederbuch der 
SA (21938); Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 3 (1938); 
Singend marschieren wir (1938); Auf großer Fahrt (1938); Siehst du im 
Osten das Morgenrot (1939; nur T); Stimmt an! I (1939); Liederbuch der 
Luftwaffe (1939); SA-Liederbuch (21939); Lied über Deutschland (?1941); 
RJF, Unser Liederbuch (61941); Musikbuch A, B (1941); Kernlieder der 
NSDAP (1942); Hellau! (1942). 


Brüder, laßt ein Rundgesang freudig jetzt erschallen (T: von 
Ditfurth mitgeteilt), zur Melodie "Ist denn Gottes Welt nicht da". 
In: 
DSB, Singendes Volk 1 (1934); Das Lied des Arbeitsdienstes (1933); 
Wohlauf Kameraden (1934); Glück ab, Kameraden! (1935). 


Brüder, macht euch auf zum Streite (T: vom 1. Granatwerferzug, 
Dezember 1939). Kriegslied, zur Melodie "Wenn die bunten Fahnen 
wehen" (Zschiesche). Titel: Granatwerferlied. 

Textprobe (2. Strophe mit Refrain): 

"Wenn die leichten Werfer krachen, 
die Granaten schlagen ein, 
hat der Franzmann nichts zu lachen 


B 833 





und zieht seine Köpfe ein. 
Söhne der Berge sind immer voll Mut, 
denn wir sind die Jäger vom Werferzug". 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Brüder, reicht die Hand zum Bunde! Diese schöne Feierstunde 
führe uns zu lichten Höhn (T: unbekannt, um 1824 entstanden). Lied auf 
die Freundschaft, zur Melodie des letzten Werks von Mozart postum. 

In: 

Deutsche Musiksammlung (1933); Liederbuch der NS-Frauenschaften 
(21933, 41934); Lieder der Arbeit (1934); Liederbuch für Dt. Frauen und 
Jungmädchen-Verbände (1934; nur T); Liederbuch des Turner-Musikant 
(1934); Einig Volk/ Einig Sang (1934); Das Lied im Deutschen 
Arbeitsdienst (1937; nur T). 


Brüder, reicht zum Bunde uns die Hand (T: teils Übernahme des 
Originals, 3. bis 5. Strophe von Tiemann, Flieger-Ortsgruppe Demmin). 
Fliegerlied, zur Melodie "Unsere Zeit ist endlich gekommen" aus dem Film 
"Der Rebell". Titel: Demminer Segelfliegerlied. 

Textprobe (3. und 5. Strophe): 

"Deutschlands Zukunft liegt heut in der Luft. 
Darum segeln wir mutig empor. 

Helden schweben uns als Beispiel vor. 
Pommern hört, wohin es euch ruft! 


Und bedroht ein Feind mal deutsche Gau'n, 
der uns raubte teures Mutterland: 
Flieger, fest den Knüppel in der Hand, 
schützen Euch, ihr könnt auf sie vertrau'n!" 
In: 
Flieger-Lieder, Flieger-Landesgruppe II (1934; nur T). 


Brüder schließt die Reih'n alle Mann für ein Hitler soll es sein (T: 
SA-Mann Hans Horn, Augsburg, Sturm 42/3), onA zur Musik. Titel: Hitler- 
Treue. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Hoch empor die Hand 
haltet treulich Stand 

für das Vaterland. 

Mit dem Blut, dem roten, 
bauen unsere Toten 
Hitlers neues Reich 
unser drittes Reich 

alles nur für Euch". 


B 834 





In: 
Lieder der nationalen Erhebung (1934; nur T). 


Brüder, setzt euch in die Runde. Reservistenlied. 
In: 
Soldatenlieder (1934); Singen (?1937). 


Brüder, uns ist alles gleich, ist auch Frankreich ein Kaiserreich! 
Kriegslied, 19. Jh. Zuerst in: Ditfurth, "Fränkische Volkslieder" II (1855). 
Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 

Textprobe (1. Strophe): 

Als) 

Es jauchzen die Husaren, 

erschallen die Schützen, 

folgen dem General Wrede nach, 

der für uns gewonnen hat die Schlacht. 
Patriot, schlag ihn tot, 

Bonapart, den Erzkujon, 

mit der Picke ins Genicke, 

daß er kriegt die schwere Not!" 

Das Lied bezieht sich auf den Rückzug Napoleons nach der 
Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813, den ihm der bayerische 
Feldmarschall Karl Philipp Fürst von Wrede bei Hanau abzuschneiden 
suchte; dieser mußte nach zwei Tagen Kampf den überlegenen Franzosen 
weichen. Von gewonnener Schlacht konnte keine Rede sein. 

In: 

Liederbuch der NSDAP (211933); Soldatenlieder (1934); Soldaten singen 
(1936); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Lied über 
Deutschland 3 (1940); Lied über Deutschland (?1941). 


Brüder, weihet Herz und Hand freudig gern dem Vaterland. 
Vaterländ. Lied, 0nA. 
In: 
NS-Volks-Liederbuch (21934). 


Brüder, wir ziehn im gleichen Schritt. Auslandsdt. Trutzlied, 
onA, Worte und Melodie aus Bromberg, 1935. Aus: "Sing mit, Kamerad. 
Lieder der Deutschen in Polen". 

Textprobe (3. Strophe): 

"Fest auf das Ziel den Blick gewandt, 
das Herz sei stark und stark die Hand, 
schon mancher gab das Rennen auf, 
doch vorwärts stürmt der Kämpfer Hauf, 
bis wir, wenn erst die Nacht vorbei, 


B 835 





ein Volk sind, frei!" 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ) 59 (1937), 87/88 (1939); RJF, Musikblätter der HJ 
59 (1937), 78/88 (1940); RJF, Junge Gefolgschaft 4 (1938); RJF, Wir 
Mädel singen (21938); Volksliedsingen im Schulfunk 5/5 a (8. Juni 1939); 
Lied über Deutschland (?1941). 


Brüder, zur Sonne und/ zur Freiheit (T: Leonid P. Radin, dt. 
Nachdichtung von H. Scherchen). Melodie nach volkstümlichen Motiven, 
später von der SA adaptiert und neu getextet. Revolutionäres Arbeiterlied 
aus Rußland, dann im sozialistischen Bereich allgemein verbreitet. 

Textprobe (3. und 4. Strophe): 

"Brüder, in eins nun die Hände! 
Brüder, das Sterben verlacht! 
Ewig der Sklaverei nun ein Ende! 
Heilig die letzte Schlacht! 


Brecht das Joch der Tyrannen, 

die euch so endlos gequält! 

Schwenkt die Hakenkreuzfahne 

über dem Arbeiterstaat". 

Die stümperhaft formulierte reimlose 4. Strophe zeigt, wo die NS- 

Poesie eingriff. 
In: 
Was der Deutsche singt (1932); Unter Hitlers Fahnen (1932); Sturm- und 
Kampflieder-Buch (1933); Die Fahne hoch! (1933); Deutsche Kampf- und 
Volkslieder (1933); Die Lieder der nationalen Erhebung (1933; nur T); 
Deutschland glaub' an's Glück (1933); S.A. Liederbuch (1933); Neues 
Deutschland 1 (1933); SA. SS.-Liederbuch (1933); NSBO-Kampflieder- 
Buch (1933); Deutsche Jugend heraus! (Kassel, 1933); Das kleine SA- 
Sturm-Liederbuch (1933); Unsere Lieder (?71933); Deutsche Volks- und 
Kampflieder für die HJ und das Jungvolk (1933); Heil Hitler Dir! 1 
(41933); Heil Hitler Dir! 2 (1933); Liederbuch der SA-Marine (1934); 
Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); 100 ausgewählte SA-Sturm- und 
Marschlieder (1934); Lieder der Arbeit (1934); Stimmt an! (1934); Wir 
singen (1934); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); 
NS-Volks-Liederbuch (21934); Deutschland über alles! 2 (1934; "Wort und 
Weise: volksläufig"); Lieder der nationalen Erhebung (1934; 
"Volksweise"); Ähre und Spaten (1934); Wohlauf Kameraden (1934); 
Arbeitsdienst-Liederbuch (1934); Lieder der Pommerschen SA (?1934); 
Lieder der SS Pommerns (1934); Deutsche Lieder für die Jugend (21935); 
NSLB, Unser Lied (21935); Liederblätter der Deutschen 
Glaubensbewegung 2 (1935); Glück ab, Kameraden! (1935; "1. und 2. 
Strophe von Hermann Scherchen, 3. Strophe aus der SA"); Deutsche 
Jugend zur Sonne, zur Freiheit (1935); NSLB, Unser Lied 2 (21935); 
Vorwärts! Vorwärts... (1935); Niederdeutschland (1936); Sturm- und 


B 836 





Kampfliederbuch (21937); Marschierende Jugend (21938); 
Kameradschafts-Lieder (1939); Musikbuch A, B (1941). 


Brüggemann, Kurt (Otto, Hermann) 

Berlin, 30. März 1908 - Traunstein, 13. Januar 2002. 
Sohn eines Bühnenbildners; Musikpädagoge und Cembalist in Berlin © 
112, Schüler von P. Graener; 1932-39 Mitarbeit am Deutschlandsender, 
1936 Dozent an der Hochschule für Musikerziehung, auch Cembalist, 1941 
Studienrat, Musiklehrer am Gymnasium am Maybachplatz in Friedenau. Er 
erhielt 1935 einen Staatspreis für Komposition. Während des Krieges 
dienstverpflichtet. 

1945 in Erlstätt bei Traunstein, schrieb er Auftragswerke für den 
Rundfunk, 1953 Gründer und Leiter des Kinderchors beim BR München. 
Leiter des Kirchenchors Erlstätt und Veranstalter von Krippenspielen mit 
Kindern und für sie, Mitbegründer der Volkshochschule Traunstein, seit 
1988 in Traunstein. 

Werke: "Das kalte Herz", Singspiel (1937); "Plisch und Plum", Tanzszene 
nach W. Busch (Hamburg, 3/X11/39); Schulopern; Hörspiele; geistliche 
Musik, so "Eine deutsche Messe", die Liedermessen "Erntedank" und 
"Peter und Paul" mit Orgel und Blasquartett, sowie drei Messen für Kinder; 
Klavierstücke, so "Erlstätter Bilderbogen". 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 


1936 
Lieder der Zeit. 3stimmig: K. Brüggemann (1936) [L]. 
1. H. Baumann: Nun laßt die Fahnen fliegen. - 2. W. Schäfer: Sonne, 
rolle du dein Rad (eigener T). Sonnenwendlied. - 3. Es leben die 
Soldaten (T: C. Brentano). 
Wir Bergleute hauen fein. Für 2 Violinen, Bratsche und Cello: 
Brüggemann. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 14 (8. Oktober 1936). 
Im Märzen der Bauer die Rößlein einspannt. Für 2 Violinen, Bratsche 
und Cello: Brüggemann. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 14 (8. Oktober 1936); 
Musik zur Morgenfeier der HJ) Wir formen mit schaffenden Händen 
das Volk (T: W. Brockmeier) (DtldS, 6/1X/36). 


1937 
Kleine Musik zur J ulzeit (Texte: H. Hartmann, H. Claudius, M. Greif). 
Kantate für S, 3stimm. Jugendchor, Flöte und Streicher (1937) [VB]. 
Loewe: Fridericus Rex. Für Flöte, 2 Violinen, Viola: Brüggemann. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 21 (14. Januar 1937). 
Es reisen drei Knaben aus, rosenrot. Volkslied aus Lothringen. Für 3 


B 837 





Violinen, Cello und Chor: Brüggemann. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 25 (11. März 1937). 

Auf, auf, ihr Wandersleut! Für Flöte, 2 Violinen und Chor: 
Brüggemann. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 25 (11. März 1937); 

Der Sunnwendmann, wo kommt er her? (T: M. Greif). 

In: 

Die Weihenacht ist kommen (1937). 

Frau Holle: Schneeflocken wirbeln um und um (T: M. Greif). 

In: 

Die Weihenacht ist kommen (1937); Volksliedsingen im Schulfunk 18 
(Dezember 1940). 

Hände am Pflug (T: H. Hartmann). Kantate (DtldS, 27/X/37). 

Ans Werk, ans Werk mit Herz und Hand (T: W. Raabe, 1831-1910). 
Arbeitslied für Chor, Flöte, 2 Violinen, Bratsche, Klarinette, Cello und 
Kontrabaß. 

In: 

Musikbuch A, B (1941). 


1933 
Ich hab mir mein Weizen am Berg gesät. Für Flöte, Violine und Viola: 
Brüggemann. 
In: 


Volksliedsingen im Schulfunk 15 (27. Oktober 1938). 

Es ritten drei Reiter wohl über den Rhein. Für Flöte, Violine und 
Viola: Brüggemann. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 15 (27. Oktober 1938). 

Ich wollt, wenn's Kohlen schneit. Für 2 Violinen und Cello: 
Brüggemann. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 15 (27. Oktober 1938). 

Wann die Bergleut fahren ein. Für 2 Violinen und Cello: Brüggemann. 
In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 15 (27. Oktober 1938). 

Baumann: Soldaten tragen Gewehre. Kampflied. Für Chor und 
Streichquartett: Brüggemann. 

Tondokument - vom 28/111/38 - im DRA: 1870637-13. 
Baumann: Kameraden fragen nicht lange: woher? Kampflied. Für 
Klavier: Brüggemann. 

In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 16 (*10. November 1938). 


1939 
Ahle: Die güldne Sonne. Satz: Brüggemann. 


B 838 





In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 4 (25. Mai 1939). 

Die beste Zeit im J ahr ist Mai'n. Satz: Brüggemann. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 4 (25. Mai 1939). 

Witte: Denn eine Zeit wird kommen. Satz: Brüggemann. 

In: 

RJF, Junge Gefolgschaft 2 (1938); RJF, Musikblätter der HJ) 78 (1939). 


1940 
Küssel: Was unsre Väter schufen. Kriegslied. Für 2 Violinen, Viola und 
Cello: Brüggemann. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 23 (Februar 1940). 
Cranz: Wir stoßen unsre Schwerter nach Polen tief hinein. 
Kriegslied. Für 2 Violinen, Viola und Cello: Brüggemann. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 23 (Februar 1940). 
Egler: Am Bachbett brennt die bittre Beere. Kriegslied. Für 2 Violinen, 
Viola und Cello: Brüggemann. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 23 (Februar 1940). 
Heute an Bord. Matrosenlied. Satz: Brüggemann. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 25 (März 1940). 
Wer geht mit über See. Satz: Brüggemann. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 25 (März 1940). 
Ein Schifflein sah ich fahren. Satz: Brüggemann. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 25 (März 1940). 
Lustig ists Matrosenleben. Satz: Brüggemann. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 25 (März 1940). 
Zu Stuttgart vor dem Tor. Satz: Brüggemann. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 4 (Mai 1940). 
's wird aber ein lustiger Sommer sein. Satz: Brüggemann. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 4 (Mai 1940). 
Die Reise nach Jütland. Kriegslied. Satz: Brüggemann. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 4 (Mai 1940). 
Wer in den Krieg will ziehen. Kriegslied. Satz: Brüggemann. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 4 (Mai 1940). 
Küssel: Wir jagen durch die Lüfte. Kriegslied. Satz: Brüggemann. 


B 839 





In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 6 (Juni 1940). 

Buder: Wir fliegen durch silberne Weiten. Kriegslied. Satz: 
Brüggemann. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 6 (Juni 1940). 

Carste: Kamerad, nun heißt's marschieren. Kriegslied. Für 2 Violinen 
und Cello oder Klavier: Brüggemann. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 7 (Juni 1940). 

Niel: Kamerad, wir marschieren im Westen. Kriegslied. Für 2 Violinen 
und Cello oder Klavier: Brüggemann. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 7 (Juni 1940). 

Heeren: Morgen marschieren wir in Feindesland. Kriegslied. Für 2 
Violinen und Cello oder Klavier: Brüggemann. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 7 (Juni 1940). 

O Straßburg. Volkslied. Satz: Brüggemann. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 17 (November 1940). 

Zu Straßburg in dem Städtchen. Satz: Brüggemann. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 17 (November 1940). 

Heißa, Kathreinerle. Satz: Brüggemann. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 17 (November 1940). 

Es zogen drei Sänger wohl über den Rhein. Satz: Brüggemann. 
In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 17 (November 1940). 


1941 
Gar fröhlich zu singen. Satz: Brüggemann. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 20/21 (Januar 1941). 
Baumann: Ein Jahr muß nun vergehen. Satz: Brüggemann. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 20/21 (Januar 1941). 
Wer redlich hält zu seinem Volk (T: L. Uhland). 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 20/21 (Januar 1941). 
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben (T: Goethe). Chor mit 
Instrumenten. 
In: 
Musikbuch A, B (1941). 


1944 
Baumann: Kameraden fragen nicht lange. Für Gesang mit Klavier/ 


B 840 





Streichquartett: Brüggemann. 
In: 
Musikblätter der Reichsfrauenführung 16 (1944). 

Information: KDMK (Brüggemann unterschlug dem Herausgeber die 
oben genannen Titel), RML, MGGS (Siegfried Goslich, Autor des Artikels 
Brüggemann, erwähnte keinen der obigen Titel). Laut LA Berlin 
(24/VIII/99) fehlt Kurt Brüggemann in der lückenhaften Meldekartei 
1875-1960. Das Einwohnermeldeamt Traunstein (10/VI/02), Alexandra 
Schmidmayer, teilte mit, Auskunft über Datum und Ort des Ablebens 
könne aus "datenschutzrechtlichen und melderechtlichen Gründen" nicht 
erteilt werden. Unterm 8/VII/2002 wiederholte ihr Kollege Arnold Peresich 
die Ablehnung, da der zu Rate gezogene "Sachbearbeiter der Regierung 
von Oberbayern, Herr Harant" der Ansicht sei, die Erarbeitung eines 
Musikerlexikons sei kein berechtigtes Interesse, wie erweiterte 
Meldeauskunft voraussetzt; zudem verlange die Vollzugsbekanntmachung 
des Meldegesetzes, an "ausländische Stellen" strengere Anforderungen zu 
stellen. 

Sichtlich sollten derart Dienststellen des Auslands an der Fahndung 
nach Kriegsverbrechern gehindert werden. Daher verlangte Peresich 
Nachweis über die Herausgabe des Lexikons, nämlich Kopie des 
Impressums, sofern Erstauflage, Kopie des Verlagsvertrages. Da das Amt 
zuvor informiert war, daß das Werk verlagsfrei auf CD ROM als 
Autorenedition erscheint, dürfte es sich hier nun wirklich um den 
absoluten Tiefpunkt der Intelligenz von Verwaltungspersonal handeln... 
zum Schaden der Stadt Traunstein. 

Die Information lieferte ohne Umstände dann Stadtarchivar 
Haselbeck; weiteres Material kam von Oberbürgermeister Fritz Stahl 
(17/IX/02). Beiden Anständigen sei gedankt. 


Brüggemann, Wilhelm 
Polschow/ Stettin, 1. März 1882 - ? 
Musikpädagoge; Musiklehrer in Züllchow/ Stettin, dort Inhaber des Vineta- 
Verlages (Selbstverlag). 
Werke: U-Musik und Schlager. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP oder NSLB. Er erhielt 1938 Unterstützung von 
Künstlerdank. 
Op. 40. Sieggekrönt: Wir sind die brave Infantrie. Marsch (1943; RS 
Hamburg, 18/1X/37) [Pr]. 

Information: FA. Keine weitere Nachricht; das damalige Züllchow fiel 
an Polen. Das Stadtamt Bremen, Einwohnermeldewesen (30/X/98) 
bestätigte, dieser Brüggemann sei nicht identisch mit dem gleichnamigen 
Musiker und Lehrer für Posaune und Horn in Bremen. 


B 841 





Brühl, Heinrich 

Hersfeld, 30. Mai 1911 - Kusminitschi (UdSSR), 14. August 1943 (im 
Fronteinsatz gefallen; am Vortag schwer verwundet, verstorben im 
Feldlazarett 14). 
Musikpädagoge und Paukist. 1937 Absolvent der Hochschule für 
Musikerziehung und Kirchenmusik Berlin für das künstler. Lehramt Musik, 
danach zeitweise in Hannover, seit 11/V/39 in Hildesheim, 1940 
Studienreferendar wieder in Hannover. Dann zur Wehrmacht einberufen, 
1942 mit dem EK Il ausgezeichnet, zuletzt Feldwebel. 
Werke: u. a. Volkstanzmusik, Klaviersuite. 


NSDAP (Vgl. BA NS 15/ 29), jedoch kein Eintrag in ZKNSDAP. Stand 
1938-42 Musikreferent der HJ Gebiet 8 Niedersachsen in Hannover. 1939 
vorgeschlagen vom Kulturpolit. Archiv als Musiksachbearbeiter des Dt. 
Volksbildungswerks Gau Südhannover-Braunschweig. 
Mahrer: Es pfeift von allen Dächern. Für Instrumente und Chor: Brühl. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 17 (19. November 1936). 
Laß doch der J ugend ihren Lauf. Eine heitere Musik zum Singen, 
Spielen und Tanzen. Elf Variationen für 3 Blockflöten, Streichquartett und 
Klavier (1937) [HVA]. 
In: 
Lobeda-Spielhefte B 5 (1936). 
Einmal muß weichen Dunkel und Nacht. Kanon zu 4 Stimmen. 
In: 
Lobeda-Singeblatt 39 (1937). 
Die Toten: Was du sinnest, sie haben es gesonnen (T: Otto Brues). 
Kanon zu 3 Stimmen [HVA]. 
Textprobe (3. Strophe): 

"Nichts in dir, das sich zum Himmel wendet, 

was aus ihnen nicht zur Gottheit schrie, 

ahnst du groß, in sie dein Ahnen endet 

und vollendet wirst du nur durch sie". 
In: 
Lobeda-Singeblatt 40 (1937); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 
57 (1944). 
Hymnische Musik für Bläser und Streicher (Berlin, *30/1/37, 
Feierstunde zum Tag der Machtübernahme, Hochschulwettkampf- Gruppe 
des NSD-Studentenbundes). 
Festliches Vorspiel für kl. Orch oder für Flöte, 2 Geigen, Bratsche und 
Cello. 
In: 
RJF, Musikblätter der HJ 36 (1936). 
Altendorf: Was fragt ihr dumm? Instrumentalsatz: Brühl. 
In: 
RJF, Junge Gefolgschaft 3 (1938); Das Bannorchester (1939). 
Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne. Instrumentalsatz: Brühl. 


B 842 





In: 

RJF, Musikblätter der H) 77 (1939). 
Suite für 3 gleiche Blockflöten. 

In: 

RJF, Musikblätter der H) 130 (1939). 
Kindchen mein, schlaf nur ein. Satz: Brühl. 
In: 

Tut auf das Tor (1939). 

Schlaf, Kindelein süße. Satz: Brühl. 
In: 

Tut auf das Tor (1939). 

Schlaf, Kindchen, balde. Satz: Brühl. 
In: 

Tut auf das Tor (1939). 

1941, Kriegserinnerung: 

"... Zu meiner Zeit (1934-1937) stritt man sich noch, ob der Musiker 
nicht dem Arbeitsdienst fernbleiben dürfe, da er Schaden an seinen 
Fingern nehmen könnte. Heute scheint die Frage wohl niemand mehr zu 
stellen von denen, die das Schicksal nun einfach in die vorderste Linie 
gestellt hat. Aber ich schwöre darauf, daß manch einer doch mal ganz 
heimlich seine Finger wippen und spielen lässt, besonders wenn er Zeit 
hat, wie ich gerade, ob es denn überhaupt noch geht...Wer ein gutes 
Gedächtnis hat, lässt auch sicher die ganze "Wanderer-Fantasie" an sich 
vorüberziehen und hat somit schon 3/4 Stunde seiner Wache 
totgeschlagen... So wird es sicher jedem von uns gehen. Mögen wir bald 
wieder an unsere Arbeit zu Hause gehen können! Vorerst aber noch >Auf 
Marsch<! Und den Feind schlagen" (Staatliche Hochschule für 
Musikerziehung Berlin, Rundschreiben Nr. 14 an die im Dienst der 
Wehrmacht stehenden Kameraden, 10/X1/41. S. 9. Quelle: BAR 56 Zg DC 
310). 

Die Publikation zitierte aus einem Brief Heinrich Brühls vom 
24/IX/41. 

Kleine Weihnachtskantate (T: Heinz Hartmann) für Singstimmen, 
Blockflöten in F und C (oder Violine) und Klavier [V]. 
Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht" (21942) als Notentip. 
Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Hildesheim, 
Nr. 307/1944. 


Brühl, (Emil Paul) Rudolf 
Prenzlau, 20. August 1883 - Berlin-Zehlendorf, 21. Januar 1965. 
Musiker in Berlin, auch Komponist. 
Werke: u. a. Märsche, auch Armeemärsche; Portugiesische Suite für kl. 
Orch. 


NSDAP seit 1/VI/30, Nr. 255.626. SA seit 1931, Sturmbannführer (Stand 
1940). MZF der Marine-SA-Standarte 77 Berlin; zeitweise in der RMK 
Sachbearbeiter für uniformierte Kapellen. 1936-40 als Registrator, 


B 843 





Kontenführer etc. Angestellter der RMK, doch dann wegen "geringer 
Leistungen" nicht mehr anderweitig unterzubringen. 
Fest steht im Osten die eiserne Wehr. Marsch für Blasmusik (1936; 
RS Königsberg, 16/1/37; DtldS, *3/X1/37) [W]. 
In: 
Mit Pauken und Trompeten | (1936). 
In Reih und Glied. Präsentiermarsch (1936; DtldS, 8/11/36; RS Berlin, 
1/111/37) [W]. 
In: 
Mit Pauken und Trompeten II (1936). 
Volldampf voraus! (T: Otto Meersmann) Marine-Tongemälde, auch 
Marsch für Blasmusik (DtldS, 25/VI11/35, 6/11/36), als Parademarsch der 
SA-Marine-Gruppe 10 Berlin-Brandenburg genutzt. 
In: 
Im Konzertgarten 45 (1936). 

Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Zehlendorf 
von Berlin, Nr. 249/1965. 


Brühne, Lothar 

Berlin, 10. Juli 1900 - München, 12. Dezember 1958. 
Komponist in Berlin. 
Werke: U-Musik, Filmmusik, so zu "Brillanten", Kriminalstück (UA: 22/X/ 
37), "Fasching", "Fünf Millionen suchen einen Erben" (UA: 1/1V/38), 
"Brand im Ozean", Abenteuer bei Ölbohrungen im Atlantik und Bergung 
eines versunkenen Goldschiffs (Terra, UA: 19/X11/39), "Was will Brigitte?", 
Lustspiel in Künstlermilieu (Bavaria, UA: 7/1/41), "Geliebte Welt", 
Liebesstück (Bavaria, UA: 30/X/42), "Damals" (Ufa, 1942), "Komm zu mir 
zurück" (Prag-Film, UA: 30/V1/44); populäre Schlager wie "Kann denn 
Liebe Sünde sein?" (im Ufa-Film "Der Blaufuchs", 1938, nach der 
Boulevardkomödie von Ferenc Herczeg) oder "Der Wind hat mir ein Lied 
erzählt" (im Ufa-Film "La Habanera", 1937), u. a. viele weitere Lieder für 
Zarah Leander. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. Brühne beschäftigte den "nichtarisch versippten" 
Richard Mohaupt noch Monate nach dessen Arbeitsverbot vom 9/V1/38 als 
Arrangeur von Ufa-Filmmusik. 

Musik zum Filmbericht Unser Kamerun, zus. mit Rudolf Perak und Max 
A. Pflugmacher (UA: 18/1V/37; Prädikat: Staatspolitisch wertvoll, 
volksbildend, Lehrfilm). 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 

Der Film wirbt anläßlich einer Expedition nach Kamerun für die 
Kolonialidee. 

8. Mai 1938, Ankündigung: 

"(...) wird in Berlin in der Deutschlandhalle die Filmsymphonie 
>Europa erwache< zur Aufführung kommen, die in einer Folge von 
Dichtung, Tonfilm und Musik den Weg der deutsch-italienischen 
Freundschaft aufzeigen und den Kampf schildern wird, den Mussolini und 
Hitler in Europa gegen den Bolschewismus geführt haben" ("Der Führer" 


B 844 





X11/223, Karlsruhe, 8/V/38). 

Europa erwache! (T: Konrad Liß). Feierstunde mit Film, Dichtung und 
Musik über die Achse Berlin-Rom (Berlin, 16/V/38). 

Musik zum Ufa-Film Der Stammbaum des Dr. Pistorius, Lustspiel 
(UA: 5/X11/39) [UB]. 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 
Tritt an, deutsche J ugend (T: Konrad Liß). Marsch aus dem Film "Der 
Stammbaum des Dr. Pistorius". 

Musik zum Bavaria-Film Befreite Hände, Frauenroman, unter 
Verwendung von Beethovens 5. Sinfonie (UA: 20/X11/39; Prädikat: 
Künstlerisch besonders wertvoll, kulturell wertvoll). 

Musik zum Bavaria-Film Feinde (UA: 7/X1/40; Prädikat: Staatspolit. 
wertvoll, künstlerisch wertvoll, jugendwert). 1945 Verbot durch Alliierte 
Militärregierungen. 

Werbung: 

"Der Film gestaltet das Schicksal einer Handvoll Volksdeutschen, die 
als Pioniere und Vorkämpfer des Deutschtums in einem fremden Lande mit 
fanatisch feindseliger Bevölkerung in den letzten Wochen vor 
Kriegsausbruch den Bedrohungen an Gut, Leib und Leben begegnen 
müssen. Ein Kapitel deutscher Geschichte!" (Annoncentext des Roland- 
Filmtheaters. "Westfälische Tageszeitung" Nr. 320, 21/X1/40). 

Mit dem fremden Land war Polen gemeint. 

Musik zum Bavaria-Film Jenny und der Herr im Frack, Kriminalkomödie 
um Perlenschmuck und Briefmarken (UA: 25/X1/41; Prädikat: 
Volkstümlich wertvoll). 

Musik zum Bavaria-Film Komödianten, historisches Stück unter 
Wanderschauspielern, Regie G. W. Pabst (UA: 5/1X/41; Prädikat: 
Staatspolit. und künstlerisch besonders wertvoll, kulturell wertvoll, 
volksbildend). 

Der Film bietet eine romanhafte Biografie der Prinzipalin Caroline 
Neuber um 1750 und ihrer Nachfolgerin Philine. 

Musik zum Bavaria-Film Ein Zug fährt ab, Liebeskomödie (UA: 
22/X1/42; Prädikat: Anerkennenswert). 

Musik zum Ufa-Film Damals, Frauen- und Kriminalstück zwischen Europa 
und Südamerika, zus. mit Ralph Benatzky (UA: 3/111/43; Prädikat: 
Künstlerisch wertvoll). 

22. September 1944: 

Brühne steht in der Film-Besetzungsliste - Komponisten - des 
Reichsfilmintendanten fürs Produktionsjahr 1944/1945 (Quelle: BAR 55/ 
661. Blatt 78). 

Musik zum Bavaria-Film Orientexpreß, Kriminalstück um einen Mordfall 
(UA: Nürnberg, 1/XI1/44; Prädikat: Künstlerisch wertvoll). 

Musik zum Bavaria-Film Regimentsmusik nach dem gleichnamigen 
Roman von Hans Gustl Kernmayr, Regie A. M. Rabenalt (im März 1945 
von der Filmprüfstelle zugelassen; aber nicht mehr für öffentliche 
Vorführung). 1945 Verbot der Alliierten Militärregierungen. 

Der Film spielt im Wk. I und wirbt fürs Militär. 

Information: RMLE. 


B 845 





Bruhns, Nicolaus 
1665 - 1697 


Die Zeit meines Abschieds ist vorhanden (T: 2. Timotheus IV, 6-8). 
Kantate für Astimm. gemCh, StreichOrch und Orgel. 
Ich liege und schlafe. Kantate für 4stimm. gemCh, vier Solostimmen, 
StreichOrch und Orgel. 

Der Verlag Litolff annoncierte diese beiden Werke aus der von Fritz 
Stein besorgten Gesamtausgabe (1936) als "Chöre zum Totensonntag und 
Trauertag der NSDAP" ("DSBZ" XXX/40, 1/X/38). 


Brun, Friedrich 
Bad Harzburg, 25. September 1906 - Koblenz, 16. November 1967. 

Sohn eines Architekten; Dr., Dirigent, Schüler u. a. von J. Conze. 1927 
Kapellmeister in Brandenburg; 1933/34 ohne Engagement in Leipzig, 
1934/35 in der Sommersaison 1. Kapellmeister des Kurtheaters Bad 
Warmbrunn. 1935-38 wieder ohne Engagement in Leipzig. Ab 1938/39 
Kapellmeister in Mötz/ Tirol, 1943/44 Chordirektor und Repetitor im 
Stadttheater Nordhausen. 

Nach 1945 zuletzt in Koblenz. 
Werke: Sinfonie, Lieder etc. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 1933 in Leipzig Dirigent des Orchesters 
nationalsozialistischer Musiker. 
18. Juli 1933: 
Das NSOrch Leipzig, Dgt. Dr. Brun, bietet zur Sendung den Marsch 
"Mutig voran" von Korb (Mirag, 18/V11/33). 
Information: DML, FA. 


Brunck, Konstantin (Constantin) 
Nürnberg, 30. Mai 1884 - Nürnberg, 23. Mai 1964. 

Sohn eines Kaufmanns; Schüler u. a. von E. Humperdinck, Dirigent und 
Musikpädagoge in Nürnberg, dort Dozent seit 1921. Er wirkte im 
Arbeitersängerbund, 1925 Leiter der städt. Musikvolksbücherei, bis 1933 
auch der Musik- und Chorgemeinschaft der Städtischen Volkshochschule 
und Musikkritiker der "Fränkischen Tagespost". Musiklehrer und 
Gesangspädagoge. 

1946-54 Dozent an der Volkshochschule Nürnberg, seit 1948 wieder 
Musikkritiker der "Fränkischen Tagespost". 
Werke: für Orchester Tanzsuite und Rokokovorspiel; Klavierstücke, Chöre 
und Lieder. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Deutschland: Nichts kann uns rauben (T: Karl Bröger). Kanon für 
2stimm. gemCh (1936) [MaN]. 

Information: DNML, DML, FA, KDMK, RML, LdCh. 


B 846 





Brüning, Alfred 
Magdeburg, 22. September 1897 - (?), 1969. 
Sohn eines Kaufmanns; Orchestermusiker, seit 1918 Cellist im 
Stadtorchester Perleberg, bis 1935 auch dessen Geschäftsführer. Im Krieg 
bei der Waffen-SS, zuletzt in den Alpen, am 8/V/45 in Radstädt in alliierter 
Kriegsgefangenschaft. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.775.685. 1927-33 schon beim Stahlhelm. SS seit 
1/111/35,1937 Oberscharführer, 1940 Untersturmführer und 
Obersturmführer, 1943 Hauptsturmführer. 1935 Baritonbläser beim 
Trompeterkorps der SS-Nachrichtenabteilung Berlin-Adlershof; 1938 
vorübergehend beim SS-Nachrichten-Sturmbann Unna, dann Leiter des 
Musikkorps der SS-Verfügungstruppe II1./SS "Der Führer" in Klagenfurt; 
1939 Leiter des Musikkorps E/SS "Der Führer" in Graz, das 1940 als 
Regimentsmusik des neuaufgestellten SS-Regiments "Westland" in 
München stationiert und im Dezember 1944 zum Musikkorps der 5. SS- 
Panzerdivision "Wiking" erhoben wurde. 1942 war er acht Monate der SS- 
Standortkommandantur Lublin zugeteilt. Er erhielt 1941 das EK II, sowie 
das KVK II mit Schwertern. 

Information: Laut Stadtarchiv Magdeburg (28/I/98) enthält die 
Geburtsbeurkundung keinen Todesvermerk. Die WASt Berlin reagierte 
zunächst mit Verwaltungsgebührenforderung, setzte diese dann jedoch 
aus (24/III/99). Das Standesamt Magdeburg (4/VIII/99) bestätigte, daß 
dem Geburtseintrag kein Todesvermerk beigeschrieben und Magdeburg 
nicht der Todesort sei. 


Brüning, Ernst 
Berlin, 31. Dezember 1872 - ? 
Komponist und Direktor einer eigenen Musikschule in Berlin-Neukölln, 
Bergstr. 127 (1942). 
Werke: u.a Singspiele, Chöre und Lieder - besonders mit Laute; 
Unterrichtsliteratur für Klavier, Geige und Laute. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Das Lied der deutschen Arbeit, 0onA, im Juni 1933 an Dr. Goebbels 
eingesandt (Quelle: BA R 55/ 1159). 

Information: DML, FA. Das Landesarchiv Berlin (9/IV/03) benötigte 
zehneinhalb Monate für die Feststellung, man habe nichts über Brüning. 
Identität mit dem gleichnamigen Chorleiter, Sänger und Komponisten 
(1854-1935) in Gummersbach ist auszuschließen. 


Brünn ist nit hin. Mährisches Volkslied. 
In: 
Brünn ist nit hin (1939). 


B 847 





Brünn ist nit hin. Volkslieder der Brünner und Wischauer 

Sprachinsel, ausgewählt und bearb. von Walther Tittor (1939) [K]. 
Vorwort: 

"Volksliedsingen ist längst nicht mehr eine Angelegenheit besonders 
interessierter Kreise, sondern Ausdruck tiefster Verwurzelung mit unserem 
Volkstum und darüber hinaus ein klingendes Bekenntnis zu unserem 
herrlichen deutschen Vaterlande. Die Brünner und Wischauer Sprachinsel 
teilt ihre Volkslieder teils mit Nordmähren-Schlesien, dem Schönhengstgau 
und Südmähren, teils hat sie ein ganz eigenes Liedgut hervorgebracht. Die 
Schönheit der Mundart und die selbständige, edle Formung der Weisen 
erheben die Lieder dieser beiden Sprachinseln mit zu den besten und 
bedeutendsten Volksliedlandschaften im großdeutschen Raume. Mögen 
alle Sprachinselkämpfer nicht nur stolz auf diese Überlieferung sein, 
sondern auch mit aller Liebe für die Erhaltung und Reinbewahrung dieses 
kostbaren Gutes Sorge tragen (...)". 

Der Autor dramatisiert aus politischen Gründen; nur wenige der Titel 
sind echte Dialektlieder. Mehr davon hätten Interessenten ohne 
Dialektkenntnis eher vom Kauf der Edition abgehalten. 

Inhalt: 
1. Brünn ist nit hin. - 2. Mädel, trau einem Soldaten nicht. - 3. Wohlauf, 
ihr Wandersleut. - 4. Ich hab amal an Schatz gehabt. - 5. Was bleibst so 
lang draußen. - 6. Und ich ging einst bei der Nacht. - 7. Bei der Nacht. - 8. 
Dort oben am Beri. - 9. Es ging ein Knab spazieren. - 10. Ach weh wie fallt 
der Tau. - 11. In Mejdrutz stejht a hoks Biatshaus. - 12. Es steht ein 
Schloß in Österreich. - 13. In der Untreu. - 14. Liabst du mich, fä(')s 
Schotzal? - 15. B(*)au ich af dea Goßn kimm. - 16. Da Jesus in den 
Garten ging. 


Bruns, Paul 
Werden/ Ruhr, 13. Juni 1867 - Berlin, 3. Februar 1934. 
Dr. jur. Leipzig; Sänger - Tenor und Bariton - und Gesangslehrer am 
Sternschen Konservatorium in Berlin. 
Werke: gesangspädagog. Unterrichtsliteratur. 


NSDAP seit 1929, Nr. 231.632. Bruns schlug dem RMVP am 7/1X/33 die 
Einrichtung eines Dezernats für Gesangskultur vor und verlangte 
dieserhalb eine Audienz bei Dr. Goebbels: 

"(...) Ich persönlich erstrebe nichts. Eine Opernreform ist nicht 
durchführbar ohne durchgreifende Gesangsreform, die ich in 12 Punkten 
zusammengefaßt und druckreif durchgearbeitet habe. Diese 
Gesangsreformen sind wiederum nicht zu verwirklichen ohne Gründung 
eines eigenen Dezernates für Gesangskultur. Für die Gründung möchte ich 
Sie und den Herrn Minister interessieren und bitte Sie, sehr geehrter Pg,., 
dem Herrn Minister nahezulegen, daß das neu zu gründende Dezernat 
dem Propagandaministerium einverleibt wird" (Bruns an Ministerialrat 
Hanke, 7/1X/33. Quelle: BAR 55/ 1168. Blatt 2-3). 

Solches paßte nicht in die Pläne des RMVP. 





B 848 





Information: DNML, DML, FA, MM2, RML. 


Brüser, Peter 
Im Kriege Mechaniker-Obergefreiter (T) bei der Kriegsmarine. 


Torpedoboote vor Narvik: Unheimliche Schatten in rasender Fahrt (T: 
die Uffz-Anwärter der Torpedoschule Flensburg-Mürwik). Fassung: G. 
Pallmann. 
Textprobe (2. Strophe mit Refrain): 
"Wir liegen auf Lauer und suchen gespannt 
vor Narvik, in Norwegens Fjorden. 
Da wird in der Ferne der Gegner erkannt, 
die Flotte der feindlichen Horden. 
Nun steuern wir in schneller Fahrt aufs Gros, 
die Optik und Rohre gerichtet, 
Torpedos jagen auf den Gegner los, 
und wieder ein Tommy vernichtet. 
Rohr frei! Torpedo los! 
Tod und Hölle allen Plutokraten! 
Rohr frei! Torpedo los! 
Sieg und Ehre den Torpedosoldaten!" 
In: 
Blaujacken-Lieder (1941). 


Brussig, Johann 
Noes bei Rothenburg/ Oberlausitz, 27. Oktober 1867 - Rothenburg 
(SBZ), 23. Februar 1946. 
Autodidaktisch gebildeter Komponist und Dirigent des BlasOrchs in 
Rothenburg, auch Musikverleger 
Werke: u. a. "Frühlingsklänge", Marsch. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Lausitzer Marsch-Album für Blasmusik. Neu arrangiert und hgb. von ]. 

Brussig (1933) [SV]. 

Wehrmachtsmarsch (RS Hamburg, 3/V1/39, aus Flensburg). 
Information: LdBl. 


Brust, Herbert 
Königsberg, 17. April 1900 - Bremerhaven, 26. J uni 1968. 
Sohn eines Kaufmanns; Schüler von R. Lichey und F. E. Koch, Dirigent und 
Komponist im Ostseebad Neukuhren, Samland. Seine Einnahmen aus 
"ernsten Konzerten" schrumpften bis 1942/43 auf 136,38 RM; deshalb 
erhielt er 1.000 RM aus dem Staatszuschuß des RMVP für E-Komponisten. 
Während des Krieges zeitweilig zur Wehrmacht einberufen. 


B 849 





Nach 1945 Musiklehrer in Bremerhaven. 
Werke: u. a. Ballade für Saxofon und Klavier (1934); "Kurische Nehrung 
- Dorf unter der Düne", Musik für kl. Orch Op. 36 (1935); Drei 
Masurentänze Op. 41 (1935); "Du holder Mai bist kommen", Kantate Op. 
62 (1941); Lieder im Volkston nach Dichtungen von W. Scheffler (1941). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.582.760, auf Antrag vom 28/V1/37. 


1933 
Op. 30. Weihekantate zur Einweihung des neuen Funkhauses 
Königsberg (T: E. Hannighofer), für Bariton, Chor, Orgel und Orch (Orag, 
8/X11/33). 
Das Ostpreußenlied: Land der dunklen Wälder und kristallner Seen (T: 
E. Hannighofer), für gemCh/ MCh mit und ohne Orch (1933), 1936 für 
Gesang mit Klavier/ Orch [R&E]. 
In: 
Wir wandern und singen! (1937). 


1934 
Op. 32. Masurenbilder, Hörfolge für kl. Orch (RS Königsberg, 12/1V/34, 
als Stunde der Nation). 
Op. 35. Musik zu Das Große Totenspiel von Ernst Wiechert (RS 
Königsberg, 1934) [R&E]. 
Op. 38. Burg im Osten (T: Fritz Kudnig), für Bariton und gr. Orch (UA: 
Berlin, *August 1934, zur Funkausstellung; RS Berlin, 22/X/41). 
Op. 39. Bauernspruch: Alle eure Nöte sind meine Not (T: F. Kudnig), für 
Bariton und gr. Orch (UA: Berlin, *August 1934, zur Funkausstellung), 
1935 auch für MCh und für einstimm. Chor mit Begleitung von Klavier, 
Orgel/ Orch. 
Op. 43 b. Volk in der Ostmark (T: E. Hannighofer). Kantate für 
Sprecher, Chor, Bariton, Orch und Orgel. 


1935 
Op. 45. Musik zur Dichtung Memelland (T: A. Miegel) (RS Königsberg, 
1935). 
Op. 46. Das Lied vom Memelland: Schwarze Fahne weht im Osten, 
durch die Felder geht der Tod (T: E. Hannighofer), für Gesang und Klavier, 
für MCh/ gemCh und SinfonieOrch/ BlasOrch (1935) [Deutscher Verlag in 
der NSKG, Berlin]. 
Textprobe (3. und 4. Strophe): 

"Hinter allen Türen sprechen 

Deutsche nur von einer Not. 

Und aus allen Türen brechen 

Stürmer gegen fremden Tod. 


Und der Schein von 
Höhenbränden 
zuckt ums stolze Fahnentuch, 


B 850 





und von tausend 
starken Händen 
glüht den Brüdern heilger Spruch". 
In: 
"VB" Nr. 19, 19/1/36. 


1936 
Op. 47 a. O Land voll Blut und Wunden. Eine Musik zum Gedenken 
unserer gefallenen Helden, für Streichquartett und FrCh. 
Op. 47 b. Herrgott, laß mich nicht betteln gehen (T: H. Baumann). 
Gesang für Bariton und Klavier (1936). 
Op. 48. Memelruf (T: E. Hannighofer). Festkantate für Sprecher, Bariton, 
Männer-, Frauen- und gemCh und gr. Orch. Auftrag der NSKG (München, 
*| uni 1936, zur Reichstagung der NSKG). 
Bericht: 

"(...) eine Fanfare, die aufrüttelt und erschüttert; ein Gelöbnis, 
niemals die deutschen Brüder jenseits der Grenzen zu vergessen und ein 
Bekenntnis zum Deutschtum im Memelland. Brust breitet eine Fülle 
großartiger klanglicher Gesichte aus, die durch Erich Hannighofers Worte 
auch von der Dichtung her Gewalt über die Herzen gewinnen. Am Schluß 
des Werkes, das ein politisches Oratorium von hohem vaterländischen 
Ethos darstellt, steht das Lied vom Memelland, das in dem 
gemeinschaftlich gesungenen Chor >Memelland - deutsches Land. Ein 
Volk geht durch die Nacht. Memelland - deutsches Land! Und deutscher 
Wille wachte!< ausklingt" ("Die Musik" XX1X/9, Juni 1937. S. 653). 

1937 
Op. 52. Neukuhrener Bläserspiel. Auftrag des RLM (UA: Berlin, 
24/11/37, Blassinfoniekonzert der LW, Dgt. H. F. Husadel; DtldS, 
28/X11/38, Mittagskonzert des MK der Schutzpolizei der Freien Stadt 
Danzig, Dgt. E. Stieberitz) [R&E]. 

Der Titel bezieht sich auf den damals nördlichsten Fischereihafen 
des Reiches, nebst dort stationiertem Fliegerhorst der LW. 


1938 
Groß-Deutschland: Laßt die Siegesbanner wehen (T: Chr. 
Wüstendörfer), für MCh/ gemCh (1938, 1941) [SV]. 


1939 
13. Mai 1939: 
Die "DMMZ" LXI/19, S, 231-232, bringt Erhard Kriegers Aufsatz 
"Herbert Brust - ein ostpreußischer Tonmeister". 


1941 
Für Volk und Vaterland: Allmächtiger, in deinem Segen (T: onA), für 
Gesang mit Klavier (1941) [SV]. 
Sonnenwende: Wir haben das Feuer angezündt (T: Margarete Kudnig), 
für gemCh (1941) [SV]. 
Der Tannenbaum: Und wieder hat der Sonne Rad (T: Helene Schiffer), 


B 851 





für gemCh (1941) [SV]. 
Op. 60. Leuchtendes Land: Dir schlägt mein Herz (T: W. Scheffler). Lied 
im Volkston für Gesang und Klavier (1941) [SV]. 
22. Oktober 1941: 

Die Sendereihe "Musik aus deutschen Landen II", Dgt. Schulz- 
Dornburg, bietet die Musik für drei Saxofone und Orch von H. Brust. 


1942 
Bernstein (T: M. Kudnig). Kantate vom deutschen Golde für Sprecherin, 
Bariton, S, gemCh und Orch. Auftrag des RPA Ostpreußen (Königsberg, 
1942). 
November 1942, Bericht: 

"(...) würdigt mit sprachschönen. gedankenreichen Worten das Gold 
der Ostseeküste in seiner entwickelungsgeschichtlich abgewandelten 
Bedeutung von der Urzeit bis zur Gegenwart: als mythologisches Symbol 
(Phaetonsage), als Bodenschatz, als Schmuck, als Talisman, zuletzt als 
Sinnbild völkischer Freiheit und Gemeinschaftsarbeit (>In die schönste 
Perle ward das alte Sonnenzeichen eingegraben, das leuchtet sieghaft in 
die neue Zeit<). 

(...) Dem blechgepanzerten, mit allerhand Schlagzeug besetzten 
Orchester weiß er allerdings fast raffiniert klangmalerische Effekte zu 
entlocken - hölzern-harte Xylophonlaute kennzeichnen das Habgier 
weckende wirkliche Gold - doch bleibt seine Tonsprache auch hier auf der 
Linie des Edel-Populären, das zum deutschen Herzen spricht; ein Eindruck, 
den die geschickte Verwendung alter Volks- und Kampflieder (>Nach 
Ostland woll'n wir reiten<) noch verstärkt" (Hans Wyneken: Königsberger 
Uraufführung: Die Bernsteinkantate von Brust. "Die Musikpflege" X111/8-9, 
November-Dezember 1942. S. 151-152). 

Bekenntnis: 

"Ich glaube an die Deutsche Nation und ihren endgültigen 
Wiederaufstieg. Ich sehne den Tag herbei, wo Deutschland frei ist von 
allen Schlacken, wo deutsche Kultur und deutsches Wesen gereinigt ist 
von fremdem Einfluß, wo jeder Deutsche die deutsche Arbeit vor allem 
Anderen ehrt. Ich glaube, daß der Weg frei sein wird zu einer 
reindeutschen Religion, und daß die Seele unsres Volkes groß und hell 
wird, deren Anblick das fremde Volk erstarren läßt. Und der uns die 
heiligen Feuer entzündete, an diesen Mann glaube ich. Er ist der würdigste 
Wächter der Feuer, der würdigste Führer des Volkes. Ich glaube an Adolf 
Hitler. Ich liebe meine Heimat mit dem ganzen verzehrenden Gluten 
meiner Seele. Du Land voll Blut und Wunden, das mich gebar: In Dir will 
ich ausströmen" (Zitiert von Erich Schütze: Landschaftsverbundenes 
Musikschaffen - Der ostpreußische Komponist Herbert Brust. Typoskript, 
undatiert. Quelle: BA NS 15/ 185). 

Information: DNML, DML, FA, MM2, KDMK, RML, LdCh, LdBl. 


B 852 





Brust, Josef Maria 
Stangenroth/ Krs. Bad Kissingen, 4. September 1894 - Bad Neustadt an 
der Saale, 26. April 1973. 
Sohn - elftes Kind - eines Oberlehrers; Bierbrauermeister, Apotheker und 
Amateurkomponist in Bad Neustadt/ Saale. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.151.241. 
Hitlerjungen-Marsch (T: Heimatpoet Wolfsteiner), am 24/X1/34 dem 
RMVP eingereicht. 


Brux, Walter 
Almahütte bei Groß Räschen, 2. Januar 1901 - Bad Salzuflen, 23. 
Oktober 1988. 
Lehrer in Gerlachsheim/ Niederschlesien. 
Nach 1945 zuletzt in Bad Salzuflen. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.142.744. 
Chor der Toten: Wir Toten sind größere Heere (T: C. F. Meyer), für 
4Astimm. MCh mit Klavier/ Orch (1936) [TV]. 


Bua, wann d'willst afn Huhnbfalz giahn. Aus Tirol. Titel: Der 
Huhnbfalz. 
In: 
Hellau! (1942). 


Bubenzer, Karl siehe: Karl Rolan 


Buchal, Hermann 
Patschkau/ Krs. Neiße, 17. Januar 1884 - Jena (DDR), 30. August 1961. 

Schüler u. a. von F. Gernsheim, Musikpädagoge und Pianist in Breslau. 
1924-36 Direktor des Schles. Konservatoriums; Chordirektor der St. 
Petrus-Canisius-Kirche; 1936-45 Leiter der Kompositionsklasse an der 
Schles. Landesmusikschule Breslau. 

1946-52 Dozent für Lehrerbildung an der Universität Jena, 1960 
Professor. 
Werke: u. a. Klavierkonzert in Es-dur Op. 11 (1935); Sinfonie in C-dur 
Op. 42 (1935). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Op. 21. Eine Totenklage (1935; UA: Breslau, 1925, aus dem MS; Berlin, 
11/11/42, Sendekonzert der Reihe "Musik aus deutschen Landen", Dgt. 
Schulz-Dornburg) [K&S]. 
Nachträgliche Publikation zwecks politischer Konjunktur . 
Information: DNML, DML, FA (mit unrichtigem Geburtsort Portschkau), 


B 853 





MM2, KDMK, RML, LdCh, MGGS. 


Buchholtz, Eduard 


Soldatenklänge = AM II, 175. Parademarsch des 5. Garderegiments zu 
Fuß (1858; Südfunk, 18/11/33; Berlin, 10/VI11/38, Militär-Festkonzert im 
Zoo, MK des Wach-Rgts. Berlin, Dgt. StMM Ahlers; RS Köln, 11/X11/38, MK 
des IR 79 Münster, Dgt. O. Reischke). Der Titel erhielt den 2. Preis im 
Wettbewerb 1858 von [B&B] 

In: 

HM 1 (1933). 


Buchholz, Karl 
Gustorf bei Grevenbroich, 14. Juli 1901 - Krefeld, 29. Dezember 1989. 

Theaterdirigent in Berlin-Wilmersdorf, Filmkomponist, Konzertpianist. 
1935-36 2. Kapellmeister der Komödie Berlin. Später für wenige Wochen 
Leiter der Neuen Prager Bühne im ehemaligen Metropol-Theater, das 
leichte Kost vor allem für Soldaten bieten sollte. 

Seit 1/X11/51 in Krefeld ansässig, hier auch i. R. 
Werke, oft unter Pseudonym Charly Fredy: Operette, Filmmusiken, 
Orchesterstücke, Kammermusik, Tänze und Lieder; Klavierstücke, so 
"Kurzwellen", 5 Solostücke für Klavier (1938). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
W. Thiele: Heil Deutschland! Marsch. Für MCh: K. Buchholz (1933) 
[RT]. 
Musik zum Kriegsdokumentarfiilm Im Trommelfeuer der Westfront 
(UA: 6/111/36; Prädikat: Staatspolit. wertvoll, volksbildend). 1945 Verbot 
durch Alliierte Militärregierungen. 

Der Film wirbt für soldatisches Heldentum. 
Unsere Soldaten: Hab acht auf sie, die frohe Melodie! (eigener T). 
Marsch und Kriegslied. 

Tondokument - von 1942 - im DRA: 4211489-01. 

Ausführende: Maria Paudler (Gesang) mit Orch. 

Textprobe (1. Strophe): 

re) 

Wer möchte da noch zagen oder zittern? 
Warum? Wieso? Das fragen doch nur die, 
die immer nur das Ungewisse wittern. 
Herauf, heran, Soldaten, Mann für Mann, 
die woll'n nicht weich und wankelmütig sein, 
und wo den Feind man spürt, 
da wird er attackiert. 
da fahr'n sie wie die Teufel drein. 
Soldaten, die müssen sich schlagen, 
radibumm, wo der Feind auch steht, 


B 854 





die werden nicht wenn und aber sagen, 
wenn es auch mal drunt und drüber geht. 
In der Luft, zu Land und auf den Wogen, 
wie der Sturmwind kommen sie gezogen. 
Glückauf zu neuen Taten, 

Soldaten!" 

Information: FA. Das Amt für öffentliche Ordnung in Krefeld, Frau 
Friedrich und Frau Dohmen (5/VI/97), verlangte trotz Antrag auf Erlaß für 
Mitteilung der Todesdaten von Buchholz 20 DM Verwaltungsgebühr. Das 
Stadtarchiv veranlaßte dann Gebührenerlaß. 


Buchholz, (Gottlieb Wilhelm) Werner 
Wien, 1. März 1904 - ? 
Sohn eines Konservatoriumsleiters; Schüler u. a. von P. Juon, Bratscher, 
Orchmusiker, Mitglied der Kammermusikvereinigung und des 
Streichquartetts des BPhO, 1932 aus dem Berliner Sinfonie-Orch 
übernommen. 

Nach 1945 weiterhin in Berlin; er schied zwar als politisch Belasteter 
aus dem BPhO aus, wirkte aber später im Orch der Staatsoper Unter den 
Linden. Stand 1957: Professor und Leiter des KammerOrchs der 
Deutschen Hochschule für Musik in Berlin (DDR) mit Wohnung in Pankow, 
Wollankstr. 123. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.641.027. 
Information: DML, KDMK (nur Abdruck aus DML). 


Buchner 


Hoch, Mackensen! Marsch (RS München, *8/X1/34). 

Der Titel feiert Generalfeldmarschall August von Mackensen 
(1849-1945), der im Wk. I in Russisch-Polen, Serbien und Rumänien 
kämpfte und hier einige Jahre Oberbefehlshaber war. 


Buchner, Hans (Johann Joseph) 
Kaufering, 17. März 1896 - Starnberg, 21. Mai 1971. 
Sohn eines Bahnverwalters; Musiker in München, ausgebildet an der 
Akademie der Tonkunst, Hauptfach Komposition, an der Universität u. a. 
Schüler von A. Sandberger, Dr. phil. München 1922 (Samuel Friedrich 
Capricornus, 1629-1665). Hauptberuf Wirtschaftsjournalist, kulturpolit. 
Publizist, Redakteur und Chefsyndikus. 

Nach 1945 weiterhin in München, zuletzt i. R. in Kaufering. 
Werke: Im Banne des Films. Die Weltherrschaft des Kinos (München, 
1927); Dämonen der Wirtschaft (1928); Die goldene Internationale (1928 
bei Eher, NS-Bibliothek Nr. 3); Die sozialkapitalistischen Konsumvereine 
(1929, NS-Bibliothek Nr. 11); Grundriß einer nationalsozialistischen 


B 855 





Volkswirtschaftstheorie (1930, NS-Bibliothek Nr. 16); Warenhauspolitik 
und Nationalsozialismus (1931, NS-Bibliothek Nr. 13). 


NSDAP seit 4/11/26, Nr. 30.014. 1928 Fachgruppenreferent für Musiker, 
Film und Rundfunk der Nationalsozialistischen Gesellschaft für deutsche 
Kultur. 
Deutschland erwache! Horst-Wessel-Marschalbum. 1. Band (= Horst- 
Wessel-Marschalbum I). Lieder der NSDAP, Vaterlands- und Soldatenlieder 
und Märsche aus alter und neuer Zeit. Bearbeiter und Hgb. (1931; 71933 - 
19.-21. Tsd. - mit Umschlagtitel "Deutschland erwache") [ZVNSDAP]. 

Es handelt sich um die Klavierausgabe zum Liederbuch der NSDAP. 

Inhalt: 

Lieder der Nationalsozialisten, Vaterlands- und Soldatenlieder 
1. Das Horst-Wessel-Lied. - 2. (Herbstlied der SA) Braun ist unser 
Kampfgewand. - 3. Liebetraut: Braun sind die Hemden und rot ist das 
Blut. - 4. A. K.: Heraus, ihr Kampfgesellen, in eurer braunen Tracht! - 5. 
Brüder in Zechen und Gruben. - 6. Kamerad, wohin marschieren wir. - 7. 
Berchtold sen.: Das Hakenkreuz im weißen Feld . - 8. (Marschlied der SA 
und SS) Die Hitlerscharen heißen wir. - 9. Klaus: Es braust durch unsre 
Tage ein Wort . - 10. (Freiheitslied der Braunhemden) Du bist der Held, 
der uns zur Freiheit führet. - 11. Gebel: Es ziehen die Standarten. - 12. O 
Deutschland, werde wach. - 13. Strauß: Hört ihr die Trommel schlagen. - 
14. A. K.: Kamerad Wessel, wir trauern um dich. - 15. A. K.: (Die Fahne) 
Du bist die schönste aller. - 16. Schenkenbachs Reiterlied. - 17. Steht ein 
Dörflein mitten im Wald. - 18. Es klingt ein heller Klang. - 19. Methfessel: 
Der Gott, der Eisen wachsen ließ. - 20. onA = Lyra: (Reiterlied) Die bange 
Nacht ist nun herum. - 21. Deutschland, Deutschland über alles. - 22. Die 
Bauern wollten Freie sein. - 23. Wilhelm: Es braust ein Ruf wie 
Donnerhall. - 24. Buchner: (Deutscher Schwur) Heilig Vaterland, in 
Gefahren (T: R. A. Schröder). - 25. onA: Hinaus in die Ferne. - 26. Ob 
mächt'ge Eichen der Sturmwind umsaust. - 27. (Gelübde) Ich hab mich 
ergeben . - 28. Summer: Wir geh'n im Schritte. - 29. (Schwurfanfare) Das 
Herz erbebt, wenn die Fanfaren blasen. - 30. Was unser Führer uns 
gebracht. - 31. Als die goldne Abendsonne. - 32. (J ungarbeiterlied) Nun 
pfeift's von allen Dächern. - 33. Herbei zum Kampf, ihr Knechte der 
Maschinen. - 34. Bauernlied, aus dem Bauernkrieg 1525: Wir sind des 
Geyers schwarze Haufen. - 35. Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd! - 36. Du 
kleiner Tambour, schlage ein. - 37. onA: So lebt denn wohl, wir müssen 
Abschied nehmen. 

Märsche 
38. Yorkscher Marsch. - 39. Loewe: Fridericus Rex-Marsch. - 40. 
Bayerischer Avanciermarsch. - 41. Hohenfriedberger Marsch. - 42. 
Dessauer Marsch. - 43. Torgauer Marsch. - 44. Preußens Gloria. - 45. 
Schwarz: Unterm Hakenkreuz. - 46. Radetzky-Marsch. 

Sätze: HB. = Hans Buchner (1, 6, 8, 34, 36). 
Herbstlied der SA: Braun ist unser Kampfgewand (T: H. Anacker). 
In: 
Was der Deutsche singt (1932; wohl irrige Angabe des Urhebers); 


B 856 





Singkamerad (81937; wohl irrige Angabe des Urhebers). 
Horst-Wessel-Marschalbum. 2. Band (= Horst-Wessel-Marschalbum 
II). Bearbeitet und hob. (1933) [ZVNSDAP]. 
Inhalt: 

Lieder der Nationalsozialisten, Vaterlands- und Soldatenlieder 
1. A. E. Rauch: (Deutschlands Lied) Die Fahne, unsrer Väter Stolz . - 2. 
onA: Es rauscht durch Stadt und Felder (Hitler-) ugend heraus). - 3. Ihr 
Sturmsoldaten jung und alt. - 4. Teja Suntlingen: (Deutsches Freiheitslied) 
So wie das Licht im Äther. - 5. Es zog ein Hitlermann hinaus. - 6. (Jahn): 
Wir traben in die Weite. - 7. F. Majewski: Heraus, verführte 
Volksgenossen. - 8. Haag: All die ihr dient mit Hand und Geist. - 9. Haag: 
Sonne auf den Hitlerfahnen. - 10. Haag: Wir gleichen nicht dem Tauber. - 
11. Büchsenschütz: Märkische Heide. - 12. Alf Juergensohn: (Marschlied) 
Was gilt dein Glück und meines. - 13. Juergensohn (15 L): (Sturmlied 15 
II L) Wir tragen stolz die Narben. - 14. Juergensohn: Heraus, ihr 
Kampfgesellen in eurer braunen Tracht. - 15. Köhler: Auf, frisch auf, ihr 
deutschen Brüder. - 16. Köhler: Flattert, ihr Fahnen, ihr stolzen 
Standarten. - 17. Martini: (Schwur der Volkschaft) Wir schwören in 
Chören. - 18. R. Müller: (Der Ruf der SA) Was drängen die Jungen und 
Alten an Fenster und Türen. - 19. Ich habe Lust im weiten Feld. - 20. 
(Pierson): O Deutschland hoch in Ehren. - 21. (Der Ruf) Deutschland, 
mein Deutschland, du bist in großer Not. - 22. Haag (Trutzlied) Wenn 
einmal dich ne Mücke sticht. - 23. Weweler: Auf, deutsche Brüder, mit 
ehernen Schritten. - 24. Grams: Brecht die Versailler Ketten. 

Märsche 
25. Lubrich sen.: Adolf-Hitler-Marsch. - 26. Friedrich Wilhelm IIl.: 
Präsentier-Marsch. - 27. Koburger Marsch = AM I, 27. - 28. Marsch des 
Bataillons Garde (1806) = AM |, 7. - 29. onA: (= Marsch, 1837 aus 
Petersburg mitgebracht) AM Il, 113. - 30. onA: Jägermarsch (1813). - 31. 
Mussinan-Marsch. - 32. Lippert: Die SA ist da! Marsch. 
Liederbuch der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Hogb. 
im Auftrag der Parteileitung von H. Buchner (211933, 426.-475. Tsd. 
Umschlagtitel "Mit Hitler"). Mit einem Motto von Hitler: Trotziger Stolz und 
heiliger Glaube sind die Lieder eines hoffenden Volkes [ZVNSDAP]. 

Nicht numerierte Titel bieten nur Text. 

Inhalt: 

l. Lieder der N. S. D. A. P. 
1. Horst Wessel-Lied. - Als die goldne Abendsonne. - 2. zur Melodie des 
Wolgaliedes: (Arbeiterkampflied) Auf Arbeitsmann, laß uns marschieren! - 
3. (Herbstlied der SA) Braun ist unser Kampfgewand. - 4. Liebetraut: 
(Hitlers Getreue) Braun sind die Hemden und rot ist das Blut. - 5. Brüder 
in Zechen und Gruben. - 6. Berchtold sen.: (Das Hakenkreuz) Das 
Hakenkreuz im weißen Feld. - zur Melodie "Seht ihr drei Rosse": 
(Abschied) Das Hakenkreuz auf unsrer Flagge. - Du kleiner Tambour, 
schlage ein! - zur Melodie "Dort wo der Rhein": (Fahnenlied!) Du schöne, 
deutsche, rote Hitler-Fahne. - zur Melodie: "Du kleiner Tambour, schlage 
ein": Entrollt die Fahnen blutgetränkt. - (Sandhop): (Das Lied vom 
Braunhemd) Erdbraun ist unser Sturmgewand. - zur Melodie "O 


B 857 





Deutschland hoch in Ehren" (Pierson): Es braust ein Ruf durchs weite 
Land. - zur Melodie "Drei Lilien": Es ist ein Held gefallen im braunen 
Ehrenkleid. - 14. zur Melodie "Wir traben in die Weite" (Jahn): Es rauscht 
durch Stadt und Felder, es rauscht durch Rohr und Ried. - Es ziehen die 
Standarten hinaus zum alten Tor. - Es zog ein Hitlermann hinaus. - zur 
Melodie "Ich schieß den Hirsch": Gebt Raum, des Hitlers tapfere Schar 
naht sich. - Hakenkreuzstandarte steht wie Fels im Meer. - Heil mein Lieb, 
der Morgen graut. - Heraus, ihr Kampfgesellen in eurer braunen Tracht! - 
Heraus, verführte Volksgenossen. - (Berliner J ungarbeiterlied) Herbei zum 
Kampf, ihr Knechte der Maschinen. - zur Melodie "Strömt herbei, ihr 
Völkerscharen" (Peters): Hessenvolk, du Stamm der Katten. - (Strauß): 
Hört ihr die Trommel schlagen? - Ihr fragt uns, wer wir seien im braunen 
Sturmgewand. - zur Melodie "Argonnerwald": Im deutschen Land 
marschieren wir. - zur Melodie "In Freiburg sind viele gefallen": In Preußen 
sind viele gefallen. - zur Melodie "In Freiburg sind viele gefallen": In 
München sind viele gefallen. - zur Melodie des Kaiserjägerliedes (Depolo): 
Kameraden, laßt erschallen ein froh gewaltig Lied. - 7. Kamerad, wohin 
marschieren wir? - zur Melodie "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" 
(Becker): Mit schwarzer Mütze, Totenkopf und silberweißen Schnüren. - 
(Mahrer): Nun pfeift's von allen Dächern. - zur Melodie "Vom Barette 
schwankt die Feder" (Thum): (Marschlied) Rot wie Blut ist unsre Fahne, 
schwarz das Kreuz auf weißem Feld. - Steht ein Dörflein mitten im Wald. - 
eigene Melodie (= Gansser): Sturm, Sturm, Sturm! (T: D. Eckart). 
Sturmlied der NSDAP. - zur Melodie "Schier dreißig Jahre bist du alt": Was 
unser Führer uns gebracht, ist Mannes höchstes Gut. - zur Melodie "Ich 
bin ein Preuße" (Neithardt): (Sturmlied) Wir sind des Hitlers braune 
Sturmkolonnen (T: W. Kube, M. d. L.). - zur Melodie "Stimmt an mit 
hellem hohen Klang" (Methfessel): Wir sind das Heer vom Hakenkreuz. - 
zur Melodie "Ich schieß den Hirsch": Wir sind die Radfahrkompangnie. - 
(Jahn): (Berittene SA) Wir traben in die Weiten, im Wind der Wimpel 
weht. - (Das Hakenkreuz) Wir tragen stolz das Hakenkreuz und fordern 
uns're Rechte. - zur Melodie "Heraus die Klingen": (Marschlied) Wir ziehn 
durch Tor und Straßen, durch kleine, enge Gassen. 

II. Vaterlands-, Volks- und Soldatenlieder 
Argonnerwald um Mitternacht. - Auf, auf zum Kampf, zum Kampf sind wir 
geboren. - Soldatenlied, 19. Jh: Brüder, uns ist alles gleich. - (Stuntz): 
Das Käuzlein laß' ich trauern. - (Tiroler Land) Das Schönste auf der Welt 
ist mein Tiroler Land. - (Mein Bayernland) Das schönste Land in 
Deutschlands Gau'n. - Das Schwert heraus und auch Pulver und Blei. - 
(Methfessel): Der Gott, der Eisen wachsen ließ. - Deutschland, 
Deutschland über alles. - (Sotke): Die Bauern wollten Freie sein. - Drei 
Lilien. - zur Melodie "Hier Saaleck, hier die Rudolsburg": (Daß wir uns 
wiederfinden) Du deutsches Volk der Herrlichkeit. - (Wilhelm): Es braust 
ein Ruf wie Donnerhall (T: nach Schneckenburger umgearb. von HH. 
Schauwecker). - (Silcher): Es geht bei gedämpfter Trommel Klang. - alte 
Soldatenweise: Es geht wohl zu der Sommerzeit. - Es zieht der Schütze 
froh und frei, mit ihm die ganze Jägerei. - Es zog ein Regiment vom 
Ungarland herauf. - (Gläser): Flamme empor! Steige mit loderndem 


B 858 





Scheine. - (Loewe): Fridericus Rex, unser König und Herr. - (Jäger- und 
Schützenlied) Gefällt dir meine grüne Tracht. - altes Kriegslied: Ich habe 
Lust im weiten Feld. - Ich hab' mich ergeben. - (Silcher): Ich hatt‘ einen 
Kameraden. - (Ramrath): Im Feldquartier auf hartem Stein. - zur Melodie 
"Wenn alle untreu werden": In festlicher J ulnachtstunde, wann stirbt das 
alte Jahr. - Ist alles dunkel, alles trübe. - (Schlesier-Lied) Kehr ich einst 
zur Heimat wieder. - (Silcher): Kein schönrer Tod ist in der Welt. - Kennt 
ihr das Land, so wunderschön. - (Kunoth): Laßt tönen laut den frohen 
Sang. - Lippe-Detmold. - Mein Regiment: mein Heimatland. - (Silcher): 
Morgenrot, Morgenrot. - Musketier sein lust'ge Brüder. - (Abschied) Muß i 
denn zum Städtele 'naus. - (Pierson): O Deutschland hoch in Ehren. - O 
Straßburg, o Straßburg. - (Bellmann): Schleswig-Holstein 
meerumschlungen. - (Methfessel): Stimmt an mit hellem, hohen Klang. - 
(Thiele): Stolz weht die Flagge Schwarz-Weiß-Rot. - (Peters): (Rheinlied) 
Strömt herbei, ihr Völkerscharen. - alte Landsknechtweise: Unser lieben 
Frauen vom kalten Bronnen. - zur Melodie "Die Bauern wollten Freie sein" 
(Sotke): (Grenzlandschwur) Volk will zu Volk. - (Thum): Vom Barette 
schwankt die Feder. - (Weber): Was glänzt dort im Walde im 
Sonnenschein? - Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren. - Wenn 
wir marschieren, zieh'n wir zum deutschen Tor hinaus. - (Spohr): Wie ein 
stolzer Adler schwingt sich auf das Lied. - (Sotke): Wir sind des Geyers 
schwarze Haufen. - (Jahn): Wir traben in die Weite. - (V. E. Becker): 
Wohlauf, die Luft geht frisch und rein. - (Zahn): Wohlauf, Kameraden, aufs 
Pferd. - Zu Mantua in Banden der treue Hofer war. 

Information: Bestellung von Kopien aus "Horst-Wessel-Marschalbum" 
(12/VII/97) bei der Deutschen Bücherei Leipzig begegnete der Ablehnung 
durch Referatsleiterin Bertram - mit Verweis auf das Urheberrecht; der 
Besteller erlaubte sich, die gesetzliche Ausnahme für seinen Zweck - 8 54 
UrhRG - zu zitieren - und legte formell Widerspruch ein. Da nichts 
geschah, war die Dienstaufsicht anzurufen. Diese - Frau Irmgard Spencker 
- lenkte umständlich ein (17/X/97) und ließ die bestellten Kopien 
anfertigen. 

wo selbst eine Staatsbibliothek derart unfähig ist, mit dem UrhRG 
umzugehen, haben Wissenschaft und Forschung keine Chance mehr. 


Büchsenschütz, Gustav 
Berlin-Zehlendorf, 7. April 1902 - Berlin-Steglitz, 9. Februar 1996. 
Städt. Beamter in Berlin und Liederkomponist. 
Nach 1945 weiterhin in Berlin, seit 1967 i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Rundfunksendung Volk ans Gewehr, Mitautor mit Inge Wessel, J. Koepp 
und A. Pardun (RSdg, 29/VI1/33, als Stunde der Nation). 
Brandenburger-Lied: Märkische Heide, märkischer Sand sind des 
Märkers Freude (Steige hoch, du roter Adler) (eigener T). Zunächst 
Stahlhelmlied, oft angepaßte Fassung mit der 6. Strophe: "Hie 
Brandenburg allewege sei unser Losungswort, dem Hakenkreuz die Treue 


B 859 





für alle Zeiten fort" (1923; u. a. Kuhlmühle bei Rheinsberg, *29/VI1/35, 
Weihestunde beim Welttreffen der auslandsdt. HJ; RS Breslau/ RSdg "Das 
Antlitz der kämpfenden Mannschaft", *9/X1/36; RS Hamburg, *20/1V/39). 
Fassungen: P. Lincke [VfdM]. Titel: Brandenburger Lied oder Hoch 
Brandenburg.. 
Tondokument - Februar 1933 - im DRA: 1901004-03, 1890820-18. 
Ausführende: 1) Mannschaftschor, MZ der SS-Standarte 42, Dgt. A. 
Flessburg. 
Textprobe (4. Strophe mit Refrain, 5. mit angepaßtem Refrain): 
">Hie Brandenburg allwege< 
sei unser Losungswort, 
dem Hakenkreuz die Treue 
in allen Zeiten fort. 
Steige hoch, du roter Adler, 
hoch über Sumpf und Sand, 
hoch über dunkle Kiefernwälder, 
heil dir, mein Brandenburger Land". 


Heil dir, mein Deutschland, 
wie lange schläfst du noch? 
Wir stehn dir bei im Streite, 
wirf ab das Sklavenjoch. 
Steige hoch, du roter Adler 
und schüttle dein Gewand, 
die innern und die 
außern Feinde 
vertreib aus unserm 
deutschen Land!" 

Auch diese Strophen gehören bereits zu den nicht originalen 
Aktualisierungen; das Lied galt zunächst nur dem Ausdruck der Liebe zur 
Heimatmark. 

Vgl. J. Müller-Blattau: Das Soldatenlied im Felde ("Mein Heimatland" 
XXVIII/3, März 1941. S. 301). 

In: 

Was der Deutsche singt (1932; 4 Strophen, Melodie onA); Unter Hitlers 
Fahnen (1932; nur T, Melodie onA); Heil Hitler! (1933); Die Lieder der 
nationalen Erhebung (1933; nur T, 0onA); S.A. Liederbuch (1933); Trum, 
trum (21933; nur T, 0nA); Deutschland glaub' an's Glück (1933; nur T, 
onA); Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934; nur T, 0nA); 
Deutsche J ugend heraus (1. Folge, 1933; "Wort und Weise mündlich 
überliefert", onA); Deutschland über alles! (21933, ?1933); Zum Kampfe 
für die Freiheit! (1933); Deutsche Kampf- und Volkslieder (1933); Das 
Lied des Arbeitsdienstes (1933; nur T, onA); Deutsche Jugend heraus! 
(Kassel, 1933); Sturm- und Kampflieder-Buch (1933; nur T, 0nA); SA. 
SS.-Liederbuch (1933); SA-Sturmlieder (1933; nur T, 0onA); Unsere Lieder 
(?1933; nur T, 0nA); NSBO-Kampflieder-Buch (1933); Deutsche Volks- 
und Kampflieder für die HJ und das Jungvolk (1933); Das kleine SA- 
Sturm-Liederbuch (1933); Sturm-und Kampflieder-Buch (1933; nur T); 


B 860 





Vorwärts SA. (21933; nur T, onA); Singendes Volk 2 (1933); Heil Hitler 
Dir! 1 (41933; nur T, 0onA); Heil Hitler Dir! 2 (1933; nur T, onA); Deutsche 
Lieder im Wehr- und Arbeitsdienst (1933; nur T, onA); Jung Deutschland | 
(1933); Horst-Wessel-Marschalbum II (1933; onA zur Melodie); 
Schlesisches SA-Liederbuch (?1933, nur T, Variante: "dem Hakenkreuz die 
Treue"); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Liederbuch der SA-Marine 
(1934); 100 ausgewählte SA- Sturm- und Marschlieder (1934; nur T, 
onA); 50 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934; nur T, 0nA); 
Arbeitsdienst-Liederbuch (1934); Singkamerad (21934, 31935, 81937); 
Deutsche Lieder der Nation und des Volkes (1934); Deutsche Lieder der 
NSBO und der DAF (21934, nur T); Lieder des neuen Deutschland (1934); 
Volk singt (1934); Jungvolk-Lieder (21934; nur T, onA); Schutz- und 
Trutz-Lieder-Buch (1934); Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen- 
Verbände (1934; nur T, Melodie onA, Texter: Fr. Maaß); Flieger-Lieder 
(1934; nur T, Variante: "Pommersche Heide"); Stahlhelm- und Vaterlands- 
Lieder (1934); Einig Volk/ Einig Sang (1934); Stimmt an! (1934); 
Deutsche Lieder für die Jugend (21935); Deutsche Jugend zur Sonne, zur 
Freiheit (1935); NSLB, Unser Lied 2 (21935); Deutsches Marine- 
Liederbuch (1935); Was die SA singt (1935; nur T, 0onA); Vorwärts! 
Vorwärts... (1935); Soldaten singen (1936); Schlesische J ugend singt 
(1936); Soldaten-Liederbuch (1936); Was Deutschland singt (1936; nur T, 
onA); Singen im NSKK (1936); Lieder für Schulfeiern 14/15 (1936); Wir 
wandern und singen! (1937); Lieder der Zeit 1 (1937; mit aktualisierter 5. 
Strophe); Singen (?1937); Sturm-und Kampfliederbuch (21937; nur T); 
Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937; nur T, 0onA); Und wenn wir 
marschieren (31937); Marschierende Jugend (21938; "altes SA-Lied"); 
Liederbuch der SA (91938); Singend marschieren wir (1938); Stimmt an! 
II (1939); Kameradschafts-Lieder (1939; nur T, 0onA); SA-Liederbuch 
(21939); Siehst du im Osten das Morgenrot (1939; nur T); 
Soldatenliederbuch (41940); SS-Liederbuch (61940, 91941); Das zweite 
neue Soldaten-Liederbuch (1940); RJF, Unser Liederbuch (61941); RJF, 
Unser Kriegs-Liederbuch (71941); Im gleichen Schritt und Tritt (1941; 
onA). 

Märkische Heide. Die Geschichte des Liedes (""Deutsche Liederkunde, 
Band 1, 1939. S. 145-146). 

Zitat: 

"(...) Wir schrieben das Jahr 1923. Ich war damals Leiter des 
Landeswanderamtes im >Deutschen Bismarck-Orden<, einer sehr 
regsamen völkischen Jugendbewegung. In diesem Kreis von 
Gesinnungsfreunden beschäftigten wir uns nicht nur mit politischen 
Tagesfragen, sondern auch mit dem deutschen Volkstum und besonders 
viel mit unserer märkischen Heimat. In einer Veranstaltung, die sich 
>Märkischer Heimatabend< nannte, brauchte ich dringend ein märkisches 
Heimatlied. Ich suchte überall, fand jedoch nichts Geeignetes. Zum Teil 
waren die Lieder als Marschlieder unbrauchbar; außerdem waren sie im 
Text veraltet und enthielten zuviel Worte. So kam mir der Gedanke, selbst 
ein Lied zu schaffen. Ich ging sofort ans Werk, und nach kurzer Zeit war 


B 861 





das Lied fertig. Durch die innige Verbindung mit der Musik, die ich mir auf 
meinen Fahrten erwandert hatte, strömten mir die Worte wie 
selbstverständlich zu und fanden ihren Klang in einer schlichten und 
volkstümlichen Weise". 

(...) Der >politische< Weg des Liedes ging vom Bismarck-Orden 
zum Frontbann und dann zur SA. Hier machte es den Weg der völkischen 
Bewegung mit und gilt jetzt als vielgesungenes Lied der nationalen 
Erhebung. Wenn heute die andern deutschen Gaue die Lieder ihrer Heimat 
singen, dann stehen wir Kurmärker nicht mehr neidvoll und still beiseite. 
Auch wir können nun im Lied das Lob unserer Heimat preisen" (S. 145, 
146). 

Es war immer eine Frage der Singepraxis, ein harmloses Heimatlied 
in ein politisches Bekenntnislied zu verwandeln. 

Information: FA. Das Standesamt Zehlendorf von Berlin (27/X/99) 
forderte 9 DM Auskunftsgebühr; der Antrag auf Aussetzung der Gebühr 
blieb gegen Verwaltungsrecht unbeschieden. Aus Rechtsgründen verbot 
sich die Zahlung. Den Todesfall beurkundete das Standesamt Steglitz von 
Berlin, Nr. 504/1996. 


Büchtger, Fritz 

München, 14. Februar 1903 - Starnberg, 26. Dezember 1978 (an 
Folgen eines Autounfalls). 
Sohn eines Landschaftsmalers; Schüler u. a. von A. Beer-Walbrunn und H. 
W. von Waltershausen, 1926 Absolvent der Akademie der Tonkunst; 
Chordirigent und Musikpädagoge in München. 1927 Gründer und Leiter 
der Münchner Vereinigung für zeitgenössische Musik, 1928 Musik- und 
Chorleiter der "Christengemeinschaft", wo er Rudolf Steiners Lehre 
kennenlernt und tätiges Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft 
wird. Ab 1933 Chordirigent, so des Werkchors der Münchner 
Straßenbahner und des Münchner Chorvereins; Leiter des Münchner 
KammerOrchs und der Neuen Musikalischen Arbeitsgemeinschaft. Stand 
1934: Dirigent der Singgemeinschaft München-West. 1938 Musiklehrer am 
Seminar für Frauenbildung in Kempfenhausen und an der evang. 
Grotschule München-Pasing. 1940-45 bei der Wehrmacht Singeleiter, 
anfangs in Berlin, dann abgeordnet zur Ordnungspolizei, zunächst 
Wachtmeister in Babelsberg, 1943 in Prag, hier mit Aufbau der städtischen 
Musikschule befaßt, jedoch weiterhin Ausbilder von Singeleitern, auch für 
die Waffen-SS, 1943 nach J ugoslawien versetzt, laut eigener Angabe 
wegen "weltanschaulicher Unzuverlässigkeit". 

Nach 1945 befaßte er sich kompositorisch mit Zwölftonmusik. Ab 

1947 Leiter des Studios für neue Musik im Verband Münchner Tonkünstler, 
1954 Leiter der Jugendmusikschule; 1956 Präsident der deutschen 
Föderation der Jeunesses Musicales, 1961-77 Leiter des Landesverbandes 
Bayer. Tonkünstler, 1967-75 Vizepräsident des Verbandes Deutscher 
Musikerzieher und konzertierender Künstler (VDMK), dann dessen 
Ehrenpräsident. 1972 Persönliches Mitglied des Deutschen Musikrats. 
Erhielt 1953 den Musikpreis der Stadt München, 1977 den Schwabinger 


B 862 





Musikpreis. Ab Juni 1976 zuletzt im Wohnstift Augustinum, 1977 
Mitbegründer des Bayer. Musikrats. 

Werke: u. a. "Der Name des Menschen", Kantate nach einer alten 
Michaelslegende Op. 2; Drei kleine Motetten (Der Mensch - Der Pilger - 
Der Tod) für gemCh Op. 4 (1936); "Flamme", Stefan-George-Kantate Op. 
5 (1935); "Hymnen an das Licht" Op. 13 nach den Ghaselen des 
Dschelaleddin Rumi für mittlere Stimme und Orch; Morgenstern-Lieder 
Op. 18 (1940); "Der Feldherr und die Seherin", dramatische Szenen Op. 
24; nach 1945 viele religiöse Titel, so "Die Auferstehung nach Matthäus" 
(1955), "Verkündung und Hymnus Mariae" (1955), "Die Verklärung" 
(1957), "Die Himmelfahrt" (1958), "Pfingsten" (1958). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.588.728, auf Antrag vom 26/V/37. 1932: SA. 
KfdK, Fachgruppenleiter Musik München, Leiter von zweiwöchentlich 
angesetzten Arbeitsabenden der Fachgruppe, die der Pflege junger 
Komponisten galten. 


1934 
Marschlied (RS München, 9/1X/34). 
Op. 3. Musik zu einer Feier, für StreichOrch (1936; UrS: RS München, 
Oktober 1934) [FM]. 
7. Oktober 1934, Bericht: 

"(...) Was diese kraftvolle und klare Musik einzigartig erscheinen 
läßt, ist ihr gesundes und ursprüngliches Wesen, ihre weitgeschwungene 
melodische und rhythmische Entfaltung. Die große Gesundheit, die die alte 
Musik durchpulst, ist in dem Werk Fritz Büchtgers in seltener Weise 
Gestalt geworden. Trotz allen lebendigen Beziehungen zur vorklassischen 
Musik hat sie ein eigenes Gesicht, sie ist im wirklichen Sinne organisch. 
Ihre Ganzheit beruht auf einem lebendigen Wachstum. Die Fülle der 
melodischen und rhythmischen Entfaltungen ist von einer kräftigen 
Melodie gespeist. In diesem melodischen Kern, aus dem der ganze Aufbau 
eines Stückes entwickelt wird, ist auch der klangliche Keim enthalten, der 
die harmonische Entwicklung harmonisch beherrscht. Diese 
Streichorchestermusik Büchtgers ist von außerordentlicher vitaler Kraft 
erfüllt und besitzt eine geistvoll durchformte musikalische Gestalt, was 
man von sehr wenigen Werken behaupten kann, die heute im Rundfunk 
unter >zeitgenössischer Musik< herausgestellt werden (...)" (E. Lt. in 
"Fränkischer Kurier", 7/X/34). 


1935 
Musik zum Spiel Revolution um Luther von Kurt Eggers (München, 
1935). 


1936 
Op. 7. Den Toten (T: Hebbel, C. F. Meyer, Liliencron, R. M. Rilke). Vier 
Männerchöre [T&J]. 
Op. 8. Hymnen (T: O. E. Hartleben, Goethe), für gemCh (UA: Berlin, 
März 1936; Bremen, *20/1V/39). Die Sätze: 1. Groß ist das Leben. - 2. Im 


B 863 





Namen dessen, der sich selber schuf [K&S]. 
12. Oktober 1936: 

"(...) Herr Büchtger hat an Scherchen geschrieben und hat 
Scherchen sein neues Orchesterwerk (Kammerorchester) angeboten. 
Scherchen frug mich ob ich Büchtger (???) für ein Talent halte, darauf ich 
antwortete, daß ich Büchtger für völlig untalentiert halte - darauf 
Scherchen mir sagte, daß er die gleiche Meinung habe. Scherchen an 
Büchtger: >Sehr verehrter Herr Büchtger! Ich danke Ihnen für Ihre 
Zeilen. Ich interessiere mich für Ihr Werk. Schreiben Sie mir bitte etwas 
von Ihnen - was Sie tun und was Sie denken - aber ehrlich muß es sein 
Ihr Scherchen< Ich bin neugierig auf die Antwort (...)" ( Karl Amadeus 
Hartmann an seine Frau Elisabeth, 12/X/36. Quelle: NL Hartmann. 
Provenienz: Richard Hartmann, mit Dank). 

Büchtger dürfte seine Feiermusik Op. 3 angeboten haben. 
Morgenlied: Mit reiner Hand greif jeden Tag (T: Hermann Stehr), für 
gemCh. 

In: 
Singebuch des RVgemChe (1936). 
12. November 1936: 

Im Arbeitskreis für Neue Musik Frankfurt führt W. Fortner die 
"Feiermusik" Von Büchtger auf. 

14. November 1936: 

Das KammerOrch Heidelberg, Dgt. W. Fortner, bietet die 
"Feiermusik" von Büchtger. 

30. November 1936: 

In einer Feierstunde von NSKG und NSD-Studentenbund in Bonn 
bietet Ernst Schrader Büchtgers "Feiermusik". 


1937 
Fortner leitet das Heidelberger KammerOrch im Arbeitskreis für neue 
Musik, München, Eröffnungskonzert 1937, und bietet u. a. eine Spielmusik 
zur NS-Feiergestaltung von F. Büchtger. 


1938 
16. Februar 1938: 

"(...) Bitte senden Sie schnellstens zur Ansicht an die NS- 
Gemeinschaft >Kraft durch Freude<, Kreisdienststelle Magdeburg, Otto v. 
Guerickestr. 6, eine Partitur der >festlichen Musik< von Büchtger, sowie 
eine Auswahl zur Ansicht von kürzeren Orchesterwerken (ca. 10 Min. 
Dauer) die sich als Einleitung für eine nationalsozialistische Morgenfeier 
eigenen würden" (Dr. Donat-Wilckens, Operndramaturg in Magdeburg, an 
MV Willy Müller, 16/11/38. Quelle: Bärenreiter-Archiv; Provenienz: Ulrich 
Blomann, mit Dank). 


1939 
Op. 15. Der Mensch (T: Harald Rehm). Drei Chöre [K&S]. 
Op. 16. Drei Festsprüche (T: W. Kurka, E. G. Kolbenheyer. E. du Vinage) 
für MCh (1939) [T]. Darin: 


B 864 





Sonnenwend: Die Zeit ist reif (T: W. Kurka). 
Ein Traum (T: G. Herder). MCh [K&S]. 

In: 

DSB, Liederbuch für Männerchor (1938). 
Wintersonnenwende (T: onA). Für gemCh. 
9. J uni 1939: 

"(...) Büchtger's Wer je die Flamme umschritt, sowie zwei Binding 
Lieder, die eindringliche Sonnenuhr und das kleinodhafte >Lied< 
hinterliessen besonders nachhaltigen Eindruck" (Rezension, "Frankfurter 
Volksblatt", 9/V1/39, wie zitiert von Büchtger. Quelle: Bärenreiter-Archiv; 
Provenienz: Ulrich Blomann, mit Dank). 

Op. 19. O Mensch, gib Acht. Ein erbauliches Kalenderspiel (T: J. 
Weinheber) für gemCh, MCh, Orch und Tänzerinnen (München 1939; 
Berlin, 5/XI11/42, zu Ehren der gefallenen Polizeiangehörigen). 

22. Dezember 1939: 

In der Neuen Musikalischen Arbeitsgemeinschaft München bietet 
Büchtger ein Weihnachtskonzert mit Werken von Heinrich Schütz, Franz 
Tunder und Johann Christoph Friedrich Bach. 


1940 
März 1940: 

Büchtger bittet Willy Müller, die "Musik zu einer Feier" an die RMK, 
Herrn Seeger, zu schicken, der sie für Konzerte Feldgrauer Komponisten 
vorschlagen möchte (Quelle: Bärenreiter-Archiv; Provenienz: Ulrich 
Blomann, mit Dank). 

6. Mai 1940: 

"(...) durch verschiedene Nachrichten Ihres Verlages ersehe ich dass 
Sie doch noch trotz des Krieges auch verlegerisch tätig sind und von 
Bresgen höre ich, dass Sie gesund und munter in einem Bunker leben. 

Ich möchte Sie nun keineswegs zu irgendetwas veranlassen, doch 
fühle ich mich verpflichtet Ihnen mitzuteilen, dass meine >Flamme< am 
23. Februar 41 in einem Konzert des Bielefelder Musikvereins unter 
Leitung von Dr. Hans Hoffmann mit Kammersänger Rehkemper zur 
Aufführung kommen wird. Falls Sie also noch irgendwie die Absicht haben 
sollten dieses Stück zu drucken, so wäre wohl jetzt dann die beste 
Gelegenheit, denn es handelt sich um fast 300 Sänger. (...)" (Büchtger an 
Willy Müller, 6/V/40. Fehler im Original. Quelle: Bärenreiter-Archiv; 
Provenienz: Ulrich Blomann, mit Dank). 

Baumann: Die Brandung ruft. Für MCh: F. Büchtger. 

Wenn sie säen, wo sie schmieden, atmet unser Volk das Licht (T: G. 
Zemke). Lied zum * Tag der Arbeit für 2 Frauen-, eine Männerstimme, 2 
Geigen, Bratsche und Celli. 

In: 

Der junge Chor 2 (1940). 

Über Gräber vorwärts: Für jeden, der als Freiheitspfand (T: H. 
Anacker). Chor zum *9. November für 3stimm. MCh mit 2 Trompeten ad 
libitum. 


B 865 





In: 

Der junge Chor 4 (1940). 

Du bist der Schöpfung Auge. 

In: 

Singebuch für Frauenchor (21940). 

Der Himmel ist so blau. 

In: 

Singebuch für Frauenchor (21940). 

Op. 21. Kleines festliches Vorspiel für Orch (1940). 
Es ist nur einer ewig: Der Mensch lebt und besteht (T: M. Claudius). 
Für Astimm. Chor a cappella (1940) [K&S]. 

Vom Verlag zu *Heldengedenkfeiern angeboten. 
20. September 1940: 

Das 1. Sinfoniekonzert der Stadt Bielefeld, Dgt. H. Hoffmann, bietet 
- "zum ersten Male" - "Hymnen an das Licht" für Bariton von Büchtger. 

18. Dezember 1940: 

"(...) Dass ich nun seit vier Monaten bei der Polizei bin und nur noch 
abends Musiker sein kann, wissen Sie ja wohl. 

Hoffmann schreibt mir aus Bielefeld, dass die Proben für die Flamme 
schon begonnen hätten und dass er nur bedauert, dass der Klavierauszug 
noch nicht fertig ist, er sagt dass sich sonst viele seiner Sänger ihn kaufen 
würden. Das ist ja nun schaden, vor allem für Sie zweng der Einnahme. 
(...) Dass die Aufführung in Bielefeld ein Erfolg wird ist wohl sicher, denn 
Hoffmann ist einer unsrer allerbesten jüngeren Leute, der bald seinen 
ganz grossen Weg machen wird. (...)" (Büchtger an Willy Müller, 
18/X11/40. Fehler im Original. Quelle: Bärenreiter-Archiv; Provenienz: 
Ulrich Blomann, mit Dank). 


1941 
Op. 22. Auf einem sonnigen Feldrain. Drei Lieder nach Josef Weinheber 
für mittlere Stimme, Violine und Cello [T]. 


1942 
Koch: Schiffer, bleib fern von Engelland. Kriegslied. Für 3stimm. MCh: 
Büchtger (1942) [T]. 
Feierstunde für die Gefallenen des *9. November 1923 (T: Harald 
Rehm), für Mannschaftsgesang, Chor, Sprecher und Instrumente. Auftrag 
des SS-Hauptamts Ordnungspolizei/ Gruppe weltanschauliche Erziehung 
(1942) [V]. Auch in: "Fest und Feier im Reichsarbeitsdienst" 3, 1942, Zum 
9. November. Hgb. vom Erziehungs- und Ausbildungsamt in der RAD- 
Reichsleitung. 
Zitat: 

"Die vorliegende Feierstunde soll ein Stoffbeitrag für die 
Ausgestaltung der Gedenkfeier für die Gefallenen der Bewegung sein. Ihre 
Durchführung wird sich nach den gegebenen Verhältnissen richten 
müssen. Sie stellt an die Durchführenden einige Anforderungen, die aber, 
näher betrachtet, gar nicht so groß sind. 

Es werden drei Sprecher, Chor und Instrumentalmusik benötigt. 


B 866 





Textliche Schwierigkeiten sind für die Sprecher kaum vorhanden. 

Für den Chor bestehen infolge der mehrstimmigen Sätze der Lieder 
scheinbar einige Schwierigkeiten. Da, wo es die Zeit nicht erlaubt, die 
Chöre mehrstimmig einzuüben, können diese auch einstimmig gesungen 
werden, weil diese durch die Instrumentalbegleitung harmonisch gestützt 
sind. (...)" (S. 9). 

Die Sätze: 

1. Ruf und Lied: Erhebet den Sang und singet, legt Schwerter und 
Hämmer beiseit. - 2. Chor: Wir wüßten nicht, daß Tote sind, wenn wir das 
Leben nicht verstünden. - 3. Chor: Auf einen schaut, auf einen hört! (Der 
Führer führt, im Winde weht die Fahne). - 4. Chor: Wir schaffen neu das 
alte Reich! (Der Führer schafft das ewige Reich). - 5. Chor: Aus Ewigkeiten 
steigt das Reich! - 6. Chor: Der Führer spricht durch Wort und Tat, er setzt 
Gericht, er sät die Saat. - 7. Lied: Wir haben ausgetrunken 
jahrtausendlangen Schmerz. - 8. Lied: Es sollen die Toten wandern mit 
uns in alle Zeit! 

Textprobe I ("Der Führer spricht"): 

"(...) die aus den Herzen steigt und blüht. 
es glühn aus uns, die er durchglüht, 
die Toten, die Toten". 

Textprobe II ("Es sollen die Toten wandern"): 
"(...) Das Reich ist wiedererstanden, 
wir stehn in Werk und Wehr. 

Die Hände reichet einander, 

Führer, wir sind bereit! 

Auf Wache in deutschen Landen, 

um uns der Toten Heer. 

Wir Lebenden und ihr Toten, 

wir baun das heilige Reich. 

Das Schicksal hat geboten, 

wir rufen euch, wir rufen euch". 
Bericht: 

"Mit ihrer eindrucksvollen Vertonung schloß Fritz Büchtger eine 

schon lange empfundene Lücke in unserer Literatur zur Feiergestaltung, 
zumal auch seine Textwahl als glücklich anerkannt werden darf" (Friedrich 
Baser: Berliner Konzerte. "Die Musik" XXXV/4, Januar 1943 S. 127). 
Op. 24, 2. Feier der Weihnacht (T: H. Rehm). Gemeinschaftsfeier für 3 
Sprecher, 2stimm. Chor (auch einstimmig ausführbar) mit 2 Violinen, 2 
Bratschen oder Hörnern, 2 Violoncelli/ Kontrabässen [V]. 

Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht" (21942) als Notentip. 


1943 
Ziehen wir früh hinaus ins weite Land (eigener T und Satz). Kriegslied 
[K]. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Einmal wird Friede sein, 
Krieg, der ist aus, 
Jubel im Herzen laut 





ziehn wir nach Haus". 
In: 
RJF, Junge Gefolgschaft 6 (1943). 
Feierstunde zum Gedenken der Machtergreifung am *30. Januar 1933 
(T: H. Rehm), für gemCh und MCh. Auftrag des SS-Hauptamts 
Ordnungspolizei/ Gruppe weltanschauliche Erziehung (1943) [V]. 
Die Sätze: 
1. Ruf und Lied: Vom heiligen Reiche singet, das heute wieder ersteht! - 2. 
Ruf: Es hassen die Feinde das heilige Reich. - 3. Weihe (Chor): Der Führer 
glüht, wir glühn im Reich. - 4. Verpflichtung (Chor): Es reicht euer 
Schwert wie der Glaube so weit. - 5. Die Ansprache (Anstelle der 
Ansprache kann auch eine Lesung erfolgen. Empfohlen wird aus Dr. Joseph 
Goebbels "Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei" Seite 251-253). - 6. Vom 
Sieg des Glaubens (Lied):Wir wollen ewig kämpfen, daß nicht das Reich 
zerbricht. - 7. Chor: Die ganze Welt soll unser sein; anschließend "Die 
Fahne hoch" im Satz von H. Majewski. 
Textprobe ("Die ganze Welt soll unser sein", 1. und 2. Strophe): 
"(...) in unsern Herzen soll sie leben, 
aus uns soll sie sich neu erheben. 


Der Führer will das Reich erneu'n, 

die Welt sich selber wieder schenken, 

uns auf den Weg des Lebens lenken". 
Besprechung: 

"(...) Anspruchsloser im musikalischen Aufwand ist Musik zu Fritz 
Büchtgers >Feierstunde<, die ausdrücklich auf den Ehrgeiz als >Konzert- 
oder Vorführungsstück< zu gelten, verzichtet. Eine schlichte 
Gemeinschaftsleistung ist gewollt, in der Chor, einige Sprecher, der 
Gesang der Anwesenden und Solosänger zum Erlebnis von >Weihe und 
Verpflichtung< beitragen" (Gottfried Schweizer: Musikliteratur und neue 
Noten. "Musik im Kriege" 1/5-6, August-September 1943. S. 102. 


1944 
Der Weihnachtsstern. Ein Liederbuch auf Texte von H. Grunow (1944) 
[K]. 

Inhalt: 


1. Waldweihnacht: Es ist so still im Walde nun. - 2. Das Andreasschifflein: 
Es fährt ein Lichtlein auf dem Fluß. - 3. Allerleirauh: Sonne, Mond und 
Sterne. - 4. Von den drei alten Weiblein: Im Walde ist heute ein Wunder 
geschehn. - 5. Heischelied zur Weihnacht: Apfel, Nuß und Mandelkern. - 6. 
Knecht Ruprecht und die Kinder: Was trägt Knecht Ruprecht hucke, hucke 
pack? - 7. Frau Holles Gang: Frau Holle zieht von Haus zu Haus. - 8. O du 
lieber Tannenbaum. - 9. Wintersonnenwende: O seht, es steigen die 
Sterne. - 10. Mütternacht: Das ist die Nacht der Mütter. - 11. Wiegenlied 
zur Weihnacht: Wiege, wiege, Kindlein mein. - 12. Wenn's Kindle geboren. 
- 13. Das hohe Tor: Ein hohes Tor ist aufgetan. - 14. O wunderbare 
Leuchte: Wie sind so licht die Wälder. - 15. Fitzel, Fitzel, Krone: Wir 
wünschen dem Herrn einen goldenen Tisch. - 16. An die guten Geister: Ihr 


B 868 





guten Geister. 

Der Kampf gegen christliche Weihnachtsüberlieferung bediente sich 
einer neu konstruierten, vorgeblich altgermanischen Mythologie, die 
Dichter und Musiker ins Werk setzten. 

Das Ja: Das Nein ist aller Teufel Hort, nur wer aus dem Ja lebt, nur der 
lebt fort (T: W. Vesper). Kanon zu 3 Stimmen. 
In: 
Ernte des Jahres (1944). 
Tischspruch: Wir fassen die Hände und schließen den Kreis: Brot sei uns 
heilig und heilig die Speis (T: W. Vesper). 
In: 
Ernte des Jahres (1944). 
Tischspruch: Wer jeden Tag nur Kuchen frißt, Pasteten und Kapaune, 
der Kerl weiß nie, wann Sonntag ist, und hat nur schlechte Laune, hei! 
(eigener T). 
In: 
Ernte des Jahres (1944). 
Abendlied: Stern muß verbrennen (T: H. Carossa). 
Textprobe (1. Strophe): 
"(„..) schlaflos im Äther, 

damit auf Erden das Leben grünt. 

Blut muß versinken, viel Blut und Tränen, 

damit uns Erde zur Heimat wird. 

Es gibt kein Ende, nur glühendes Dienen. 

Zerfallend senden wir Strahlen aus". 
In: 
Ernte des Jahres (1944). 


Rückblick, geschönt, 1963: 

"In der Zeit von 33 bis 45 hatte ich naturgemäß Schwierigkeiten, da 
ich der Anthroposophischen Gesellschaft, die als freimaurerähnliche 
Organisation galt, angehört habe. Dokumente gibt es darüber nicht, aber 
die Tatsache, daß ich in der ganzen Zeit keinerlei Stellung inne hatte, sagt 
vielleicht einiges. Vom Jahre 43 an bin ich besonders verdächtig gewesen 
und als weltanschauung-unzuverlässig an die Front versetzt worden. Das 
ist aber nichts weiter Besonderes, da ist ja jedem mehr oder weniger 
passiert. Auf der anderen Seite habe ich mich gegen diese 
Verdächtigungen decken müssen, so daß ich auch seit 37 Parteimitglied 
war" (Fritz Büchtger an Fred K. Prieberg, 7/1/63). 


Geschichtsfälschung |, 1963: 

Lied und Chor" LV/2, Februar 1963, S. 28, druckt eine Würdigung 
Büchtgers zum 60. Geburtstag, welche die die Jahre 1933-45 sorgsam 
ausspart. 

Geschichtsfälschung II, 1989: 

"(...) Während der nationalsozialistischen Herrschaft verstand es 
Büchtger geschickt, seine avantgardistischen Tendenzen (...) wenigstens 
in kleinem Kreise weiter zu verfolgen. Eine Mitgliedschaft in der SA blieb 


B 869 





Intermezzo, da er 1938 wieder austrat. Es gibt eine Reihe von Zeugnissen 
aus der damaligen Zeit, die Fritz Büchtger für die braune Ära eine 
aufrechte demokratische Haltung und eine klare Distanz zu der 
nationalsozialistischen Ideologie in Bescheinigungen bestätigten. (...)" 
(Robert M. Helmschrott und Karl-Robert Danler in: Fritz Büchtger. 
Komponisten in Bayern. Dokumente musikalischen Schaffens im 20. 
Jahrhundert. Tutzing, 1989. S. 33). 

Die Autoren verschwiegen NSDAP-Mitgliedschaft und NS-Werke 
Büchtgers und absolvierten ihn mit "Persilscheinen", sämtlich nach 1945, 
die schon 1946 die Spruchkammer hatten täuschen sollen. Konsequent 
"vergaß" der Kompilator des Werkverzeichnisses, Peter Kiesewetter, 
manchen politischen Titel von Büchtgers Oeuvre, nicht zuletzt 
"Feierstunde zum Gedenken der Machtergreifung" 1943. Die Bayerische 
Staatsregierung unterstützte die Publikation finanziell! 

Der Titel erschien bei Hans Schneider, Tutzing, einem berüchtigten 
Förderer politischer Geschichtsfälschungen. 

Geschichtsfälschung Ill, 2003: 

"(...) Die Annäherung an den >Kampfbund für deutsche Kultur< 
(eine nur nach außen hin unabhängige Besucherorganisation) erbrachte 
nichts, weil diese wenig später in der >N.S. Kulturgemeinde Ortsverband 
München< aufging. Der ebenfalls 1932 vollzogene Eintritt in die SA (deren 
Mitgliedschaft der bekennende Anthroposoph Büchter im Jahre 1938 
wieder aufkündigte) half auch nicht weiter. 

(...) Büchtger selbst wurde zum Leiter des Deutschen 
Arbeitersängerbundes und anderer Singgemeinschaften ernannt (...)" 
(Gabriele E. Meyer: Fritz Büchtger - Münchens aktivster Musikbeweger. 
Zum 100. Geburtstag des Komponisten. "GEMA-Nachrichten", Ausgabe 
167. Juni 2003. S. 67, 68). 

Die Autorin unterschlug nicht nur alle Feiermusiken Büchtgers 
inklusive Hitler-Huldigungen, sondern auch seinen Parteibeitritt 1937. 

Der sozialistische "Deutsche Arbeitersängerbund" war 1933 aufgelöst 
worden, also konnte danach keiner mehr zu dessen Leiter ernannt 
werden. 

Geschichtsfälschung IV, 2003: 

"(...) Wie nur wenige zeigte er aber dann allerdings den Mut, sich 
rechtzeitig seinen fundamentalen Irrtum einzugestehen und wieder auf 
Distanz zu gehen zur menschen- und kulturverachtenden Macht. Er tat 
dann als Chordirigent und >Singeleiter< während der düsteren Zeit 
zunächst in München, nachdem er eingezogen war, in Berlin und Prag, 
das Seine, um gegen die Verwahrlosung der Sittlichkeit anzukämpfen. Die 
logische Folge war, daß man ihm >weltanschauliche Unzuverlässigkeit< 
bescheinigte und ihn schließlich an die Front versetzte. (...)" (Helmut 
Rohm: Mystiker des Klanges. Erinnerungen an den Komponisten Fritz 
Büchtger. "Neue Musik in München. Fritz Büchtger 1903-1978. Zum 100. 
Geburtstag. München, 2003. S. 8). 

Nach bester Weißwäscher-Technik schreibt einer vom andern ab. 
Fakten bleiben ausgespart: Büchtger war nicht nur Pg; er unterstützte die 
NSDAP fleißig im Werk (s. 0.). Die Wehrmacht schickte ihn keineswegs an 


B 870 





die Front, weil er laut Wehrgesetz, da zu alt, nicht frontdiensttauglich war, 
sondern zur Ersatzreserve (Landwehr II) gehörte; Weltanschauung fiel 
nicht in militärische Zuständigkeit, also konnte mit deren Hilfe zivile 
>Unzuverlässigkeit< auch nicht geahndet werden. Das war Sache 
Rosenbergs und der NSDAP, die Büchtger jedoch nie die Parteiwürdigkeit 
absprach. 

Geschichtsfälschung V, 2004: 

"(...) Mitte 1933 (...) Dort hatte Ehlers einen zuverlässigen Maulwurf 
in der Person von Fritz Büchtger (...), der umgehend der Partei, der SA 
und dem Kampfbund beigetreten war. (...)" (Kater Ill. S. 161). 

Der "DRPoH" täuscht seine Leser; Büchter stieß nicht umgehend zur 
Partei, sondern erst 1937- eine praktische Technik der Denunziation! 
Geschichtsfälschung VI, 2004: 

"(...) Herbst 1934 (...) Die Vereinigung für Zeitgenössische Musik 
war da schon längst aufgelöst. (...)" (Kater Ill. S. 161). 

Der "DRPoH" verifiziert seine fragwürdige Quelle nicht; so entging 
ihm, daß diese Vereinigung unter dem Namen "Arbeitskreis für neue 
Musik" noch jahrelang weiterwirkte. 

Information: DML, FA, MM2, KDMK (Büchtger unterschlug dem Hgb. 
von den oben genannten Titeln alle offensichtlich politischen), RML, LdCh, 
MGG. Die WASt (18/X1/02) hat keine Nennung. 


Buchwald, Paul 
Berlin, 1. November 1876 - Gießen, 13. Juni 1937. 
Kapellmeister, Komponist und Pianist in Gießen, auch Bearbeiter für 
Orchestersatz. 
Werke: Operetten, Märsche und Lieder. 


NSDAP seit 1/1V/33, Nr. 1.800.540. 

Heldenmarsch Nr. 1 - Heldenmarsch Nr. 2 (1933). 

Mehrere Kampf- und Sturmlieder (T: SA-Obersturmführer Oscar 
Wendnage!). 

Der deutschen Arbeit Feiertag (T wohl: A. Sergel). Vokalwerk onA, am 
6/VI11/33 dem RMVP eingereicht. 

Die Einreichung ging schon einmal im Juli beim Ministerium ein. 

12. September 1933, Dank: 

"Für das mir zugesandte Zeugnis über meine am 6. August 1933 
eingereichten Kompositionen gestatte ich mir meinen herzlichsten Dank 
auszusprechen. Es war ein Lichtstrahl in das graue, tägliche Elend, das bei 
uns Künstlern nicht weichen will! Mit einem solchen Zeugnis ausgerüstet 
müssten doch einem von den Rundfunk- und Verlagsanstalten Interesse 
durch Aufführungen resp. Inverlagnahme entgegengebracht werden? Weit 
gefehlt! Alles Bemühen umsonst! So habe ich z. B. gestern von dem Herrn 
Obermusikmeister J ahn in Meiningen meineHELDEN-Märsche 
Nr. 1 und 2 für grosses Militär-Orchester mit dem postalischen Vermerk: 
>Annahme 
verweigert<, zurückerhalten. 


B 871 





(...) Ein sehr trübes Bild von Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe! 
(...)" (Buchwald an Dr. Goebbels, 12/1X/33. Fehler im Original. Quelle: BA 
R 55/ 1163. Blatt 86). 

Zwei Volkslieder eigener Bearbeitung: 1. Mädel, ich bin dir so gut. - 2. 
Das schönste Röslein, am 12/1X/33 an Dr. Goebbels gesandt: 

"Gäbe es eine Möglichkeit, für die geschäftliche Vorbereitung dieser 
Volks- Kampf- und Sturmliederabende ein amtliches 
Schreiben zu erlangen, das die Propagation durch die Kreis- resp. 
Ortsleitungen der NSDAP hilfreich förderte? Das Eintrittsgeld würde ich 
den Zeiten entsprechend niedrig halten, sodass jeder in der Lage wäre 
sich den künstlerischen Genuss zu verschaffen. 

Drei Künstler, die dem Arbeitslosenheer zu entnehmen sind, (ich 
gehöre auch dazu) könnten bei bescheidenen Ansprüchen der 
wirtschaftlichen Not entrissen werden!" (Quelle: BAR 55/ 1163. Blatt 86 
R. Fehler im Original). 

Hakenkreuz-Lied: Macht Platz, jetzt gehen wir voran (T: Martha 
Winkler), für Gesang mit Klavier (1934) [AO]. 
Information: FA (ohne Geburtsdatum). 


Buck, Conrad 
Einsender in Bremen. 


Noten und Lieder onA, im J uni 1933 dem RMVP eingereicht (Quelle: BA 
R 55/ 1159). 


Buck, Rudolf 
Burgsteinfurt/ Westfalen, 18. Mai 1866 - Tübingen, 12. Mai 1952. 

Komponist und Dirigent; 1906-19 Kapellmeister in Schanghai, 1910 preuß. 
Professor, 1921 in Tübingen, ab 1936 Kapellmeister und Musikreferent in 
Berlin. 

Nach 1945 i. R., wieder in Tübingen. 
Werke: vor allem Männerchöre, so "Gotenzug" (T: F. Dahn), "Die 
Grenadiere" (T: H. Löns), "Trutzlied" (T: ©. Graf) und "Vaterland" (T: Joh. 
Redlin) mit Orch. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Vaterland (T: onA). MCh a cappella (u. a. Tübingen, *20/VI1/35, 
Kreisliederfest "Uhland" des DSB). 
Textprobe (1. Strophe): 
"Vaterland, mit Herz und Munde 
weih'ich dir mein ganzes Sein; 
Vaterland, zu jeder Stunde 
will ich preisen dich allein! 
Mögen dunkle Wolken ziehen 
über deine Fluren hin, 





mag das Glück dich neidisch fliehen, 

nach dir steht mein Herz und Sinn". 
Marschlieder (Wenn wir marschieren), Liedkantate für Männer-, Frauen- 
und Kinderchor mit Orch (UA: Tübingen, *20/VI1/35, Kreisliederfest 
"Uhland" des DSB, GesamtCh, Dgt. Hermann Achenbach, mit MK des IR 
35, Dgt. OMMR. Schumann) [SV]. 
Die Teile: 1. Wenn wir marschieren, zieh'n wir zum deutschen Tor hinaus. 
- 2. Weg mit den Sorgen, weg mit der Widerwärtigkeit. - 3. Trommeln und 
die Pfeifen, die haben laut Getön. - 4. Wir fragen nicht nach Rang und 
Stand, auch nicht nach Gut und Geld. 
Was ich möchte: Ich möcht des Morgens wandern zur goldnen 
Maienzeit (T: Erich Langer) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. 
Liederfest des DSB). 
Lied der Freude: Rauschet ihr Meere und wehet ihr Winde (T: Groß) (u. 
a. Stuttgart, *J uli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB). 

Information: DML (Geburtsdatum 28/V), FA, MM2, RML, LdCh. 


Bücken, Ernst 
Aachen, 2. Mai 1884 - Köln, 28. Juli 1949. 

Sohn eines Textilwerkdirektors; Dr. phil. München 1912 (Anton Reicha, 
sein Leben und seine Kompositionen), Habilitation Köln 1920 über den 
heroischen Stil in der Oper. Musikwissenschaftler in Köln, seit 1925 a. 0. 
Professor für MW an der Universität, seit 1/XI1/36 auch Lehrer für 
Musikgeschichte an der Abt. Schulmusik der Musikhochschule. 

1945 i. R., noch Autor von Musikerromanen. 
Werke: "Der heroische Stil in der Oper" (Leipzig, 1924); "Deutsche 
Musikkunde" (Potsdam, 1935); "Die Musik der Nationen" (Leipzig, 1937); 
"Das deutsche Lied. Probleme und Gestalten" (Hamburg, 1939); 
"Wörterbuch der Musik" (Leipzig, 1940); "Robert Schumann" (Köln, 
1940); "Handbuch der Musikwissenschaft", Hgb. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.026.645. NS-Dozentenbund (Reichsfachschaft I 
im NSLB). 

Musik aus deutscher Art (1934, 6.-8. Tsd 1940) = Schriften zur 
völkischen Bildung [Schaffstein, Köln]. 

Aufbruch in der Musikwissenschaft. Gegen voraussetzungslosen 
Intellektualismus - Musikpolitik als Blickpunkt ("Westdeutscher 
Beobachter", 6/V11/34). 

Zitat: 

"(...) Es ist aber an der Zeit, daß das geschichtliche Urgesetz vom 
Kampf als dem Bildungsgesetz aller Dinge auch im 
Reiche der Kunst und hier für den Werdegang der Tonformen zur 
Geltung gebracht wird. Nur so werden wir den deutschen Musikformen 
ganz gerecht werden können, die sich - von den instrumentalen 
Hauptformen, der Suite und der Sonate bis zu Oper und Musikdrama - im 
schweren Ringen unserer völkisch-rassischen Kräfte mit andern nationalen 
Mächten gebildet haben. 





(...) Weit mehr aber wird das Fach sich, als es bisher 
geschah, auch um die Fragen der Musikpolitik zu kümmern haben. 

(...) Es wird nun (...) die Aufgabe einer verantwortungsbewußten 
Musikwissenschaft sein, auf diese kulturbedrohenden Tatsachen nicht nur 
mit theoretischer Geste hinzudeuten, sondern durch Aufklärung und Tat, 
wie durch immer weitere Erschließung wertvollen Musikgutes der 
einreißenden Flut des Musik-Ungeistes einen Damm entgegenzuwerfen. 

So wird die Musikwissenschaft mithelfen können, die 
große, unsre Musikkultur bedrohende Krise zu überwinden, wie sie 
anderseits die ihr im eigenen Hause drohenden Gefahren nicht besser als 
durch kräftige Bejahung aller Gegenwartsaufgaben bannen wird. 

Zu ihnen gehört aber - außer den schon genannten 
musiksoziologischen und musikpolitischen Fragen - vor allem 
noch die großzügige Erschließung des Gesamtkreises 
unsres national- völkischen Musikstils. Mag diese auch auf 
manchen Seiten schon in Angriff genommen sein, so harrt doch ein 
allerwichtigstes Gebiet noch der Bearbeitung. Es ist der Gesamtkreis 
unserer deutschen Volksmusik in allen Zweigen und 
Verästelungen, für die gewiß die Ssammelarbeit nicht vernachlässigt 
worden ist. Aber für die geistige Erschließung, angefangen bei der 
rassischen Entstehung dieses gewaltigen deutschen Kulturkreises, 
ist alles noch zu tun". 

Der Wahn des ideologischen Rassismus verbreitete sich wie ein 
Lauffeuer. 

Zersetzung und Wiederaufbau der Musik seit Wagner. 
Vorlesungsreihe an der Universität (Köln, Wintersemester 1935/1936). 
Musikstil, Musikpolitik und Musikkultur. Beitrag zur Mw. Tagung der 
Dt. Gesellschaft für Musikwissenschaft (Düsseldorf, *27/V/38, bei den 
Reichsmusiktagen). 

Sudetendeutsche Musiker und die deutsche Klassik ("Rheinische 
Blätter" XV/1938. S. 765). 

1940: 

In seinem "Wörterbuch der Musik", S. 390, erklärt Bücken, 
Schönberg "bedeutete das Ende, die Auflösung, die Zerstörung". 

Musik der Deutschen. Eine Kulturgeschichte der deutschen Musik (Köln, 
1941). 
Zitat: 

"(...) Krankhafte Erscheinungen waren die Musikrichtungen vom 
Expressionismus und von der Atonalität bis zum Futurismus und zum 
Konstruktivismus, die sich in dem durch den verlorenen Krieg 
erschütterten und geschwächten Kulturorganismus leichter und schneller 
einrichten konnten, als in normalem Zustand. >Erfinder< wie 
Hauptförderer dieser künstlich zu Zeitereignissen aufgeputschten 
Musikströmungen waren durchweg Juden, die damals >ihre< große 
Musikepoche anbrechen sahen. Kein deutscher Musikgenius wurde von 
seinen Pionieren mit solchen Fanfaren begrüßt, wie der Mischling Franz 
Schreker von seinem Rassegenossen Paul Bekker. Kein wirklich großer 
Bahnbrecher ist so gefeiert worden, wie Arnold Schönberg (...)" (S. 294). 


B 874 





Das Buch enthält zwar gerade vier Seiten über neue Entwicklungen 
im 3. Reich, hält sich aber generell an die musikpolitischen Vorgaben des 
Regimes und nennt jüdische Namen nur zwecks negativer Bewertung. Die 
Provinzialität ergibt sich aus der blindwütigen Behauptung, die genannten 
-ismen stammten durchweg von Juden. 
Information: DNML, DML, FA, MM2, RML, SML, MGG. 


Bücker, Fritz (Friedrich) 

Berlin, 9. Juni 1910 - ? 
Chor- und Orchesterleiter in Berlin, Student der Hochschule für 
Musikerziehung. 1939 zur Wehrmacht einberufen. Stand 1941: Feldwebel, 
eingesetzt u. a. in Finnland und an der Ostfront, mit dem EK I und II 
ausgezeichnet, später Leutnant der Reserve, ab 13/111/44 in die Waffen- 
SS übernommen. 
Werke; u. a. dt. Fassungen aus dem Norwegischen in "Norwegische 
Volkslieder" (?) [V]. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.363.039. 1938 Musikreferent des Gebiets 3 
Berlin der HJ. SS, Unterscharführer bei Standarte 7/75, 1944 
Untersturmführer in der 12. SS-Panzerdivision "Hitlerjugend". 
Des J ahres stillste Stunde kommt näher für und für (eigener T). 
Es handelt sich um ein neuheidnisches Weihnachtslied für das 
Julfeierritual. 
Textprobe (1. bis 3. Strophe): 
Mas) 
Die Bäume in der Runde 
beschirmen Haus und Tür. 


Der harte Frost malt Blüten 
den Fenstern ins Gesicht, 
die Menschen drin behüten 
ein klares stilles Licht. 


Die Tanne auf der Truhe 

steht froh in reiner Pracht. 

Sie ist das Bild der Ruhe, 

das Bild der Weihenacht". 
In: 
SS-Liederbuch (21937, 61940, 91941; "Eigentum der SS"); Liederblatt der 
Ostmark 15 (1938); Unsere Lieder 11 (1938). 

Information: Die WASt Berlin forderte zunächst Verwaltungsgebühr, 
setzte diese auf Antrag jedoch aus (24/III/99), hat aber keinen Hinweis 
auf Bücker. Das Landesarchiv Berlin (9/IV/03) benötigte zehneinhalb 
Monate für die Feststellung, man habe nichts über Bücker. Beim 
Landeseinwohneramt Berlin (März 2004) fehlt jede Nachricht. 

Das Standesamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin abzufragen, 
empfiehlt sich nicht; vgl. Baldamus. 


B 875 





Bucklig Männlein = Will ich in mein Gärtlein gehn 


Buder, Ernst Erich 

Kottbus, 2. September 1896 - Berlin, 21. Januar 1962. 
Schüler von M. Bruch und E. Humperdinck; Komponist, Kapellmeister, 
zunächst in Reichenberg, ab 1930 in Berlin-Charlottenburg. 
Werke: u. a. "Legenda Florilor", Oper (Bukarest); U-Musik, so Tangos 
und Walzerlieder, ferner Filmmusik, so "Rosen aus dem Süden", Operette 
unter Verwendung von Melodien von Johann Strauß (UA: 30/VI11/34), 
"Wunder des Vogelzuges" (1935), "Weiberregiment", bayer. 
Bauernschwank (Ufa, UA: 9/VI1l/36), "Autobus S" (1937), "Urlaub auf 
Ehrenwort" (1937), "Wie einst im Mai" (1938), "In letzter Minute", 
Kriminallustspiel (Tobis, UA: 8/1X/39); vor 1933 gemeinsam mit ]. 
Buchhorn (Texte) Studentenlieder; Musik für Hörspiele, so "Das 
Richtefest" (DtldS, 18/1X/35); Charakterstücke, so "Bubis Tanzliedchen". 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.641.021. SA bei Motorstandarte 3/13. 


1933 
Deutschland marschiert: Wir haben übern Tag geschaut und auf ein 
neues Reich gebaut (T: J. Buchhorn). MCh (1933). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Wir leben in geweihter Zeit, 
im Atemschlag der Ewigkeit, 
und stehn doch auf der Erde. 
Aus Gott und uns 
da wächst die Tat, 
da reift die Ernte nach der Saat 
ins neue deutsche Werde". 
In: 
Deutsche Lieder (1940). 
Das ganze Herz dem Vaterland: In dieser Zeit die neue Saat (Da 
neugeboren Volk und Reich) (T: J. Buchhorn). Deutsche Hymne für MCh, 
auch für Singstimme mit Klavier/ Orch. Titel: An mein Vaterland (1933; 
BR, 23/V1I1/33; DtIS, 29/V11/33; FSt. Berlin, 9/VI11/33, Franz Baumann, 
Tenor, mit Orch, Dgt. oder am Flügel: selbst, von Schallplatte). 
Die Soldaten der neuen Zeit: Wir treten, wir treten mit dröhnendem 
Schritt über Granit (H. Hansen). Marschlied für Gesang mit Klavier (1933). 
Für Harmoniemusik: P. Römer [PR]. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Wir lagen mit blutenden Wunden 
im Streit, opferbereit. 
Wir standen im Schatten des Blutgerichts 
als Seher und Künder des neuen Lichts, 
mit knirschenden Zähnen 
im braunen Kleid 
sind wir die Träger der neuen Zeit". 


B 876 





In: 

Die Soldaten der neuen Zeit (1934); Lieder der Mannschaft 4 (1936); SA- 
Liederbuch (21939). 

Musik zum Film Flüchtlinge, zus. mit H. Windt (UA: 8/X11/33; Prädikat: 
Künstlerisch besonders wertvoll; Staatspreis 1934). 1945 Verbot durch 
Alliierte Militärregierungen. 

Der antisowjetische Film behandelt die Flucht von Wolgadeutschen 
aus der UdSSR. 

Flieger empor!: Wir fliegen durch silberne Weiten, selig dem Himmel 
gesellt (T: J. Buchhorn) (1933, 1939 neu gedruckt; u. a. Berlin, 
14/VI11/36, Großkonzert der LW zur Olympiade, Dgt. H. F. Husadel; RS 
Frankfurt, *20/1V/37; RS Köln, 25/V1/37). Für Akkordeon: L. Kletsch [SB]. 
Titel auch "Bruno-Loerzer-Marsch, Fliegermarsch". 

Der Titel feiert Generaloberst Loerzer, der seinerzeit im RLM mit 
dem Aufbau der Kriegsluftwaffe befaßt war. 

Tondokument - vom 20/1X/34 - im DRA: 1570011-16. 

Ausführende: Adrema-Chor und MK der Leibstandarte AH; Dgt. H. 
Müller-J ohn. 

Textprobe (2. Strophe mit Refrain): 

"Wir werden zum Kämpfen geboren. 
Augen stets offen und klar! 
Klingt die Musik der Motoren, 
fühlen wir uns unverloren 
und furchtlos in jeder Gefahr, 
Über der Erde zu thronen 
hoch im sonnigen Schein, 
in unerschlossenen Zonen 
neue Menschen zu sein: 
Braust es im Chor: 
Flieger, empor!" 
In: 
Flieger-Lieder, Flieger-Landesgruppe II (1934); Glück ab, Kameraden! 
(1935); Ruhmreiche Banner II (1936); Der Segelflieger Liederbuch 
(1936); Liederbuch der Wehrmacht (1937); Soldaten-Liederbuch (1938); 
Flieger-Liederbuch (1938; nur T, Melodie onA); Liederbuch der Luftwaffe 
(1939); Das neue Soldaten-Liederbuch für Akkordeon (1940); Kamerad 
sing mit! (1940); Volksliedsingen im Schulfunk 6 (Juni 1940); SS- 
Liederbuch (61940, 91941); Flieger sind Sieger (31941); Hellau! (1942). 
Besprechung, 1934: 

"(...) Pompöser Marsch, dessen erste zwei Teile (6/8Takt) in 
schneidigem, echt militärischem Geist komponiert wurden. Das Trio, das 
die Worte vertont, ist gesangsartig gehalten. Der ganze Marsch ist von 
zündender Wirkung. (...)" (A. Winkler: Neuerscheinungen. "DMMZ" 
LVI/1934. S. 278). 


1934 
Weit ist der Weg zurück ins Heimatland: Singt, Kameraden, singt auf 
Schritt und Tritt (T: Franz Baumann). Bekenntnislied aus dem Film 


B 877 





"Flüchtlinge", dann SA-Lied (1934; u. a. RS Saarbrücken, 10/VI1/38, MZ 
der SA-Standarte 30, Dgt. Edi Schmitt) [RT]. 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Zieh'n die Standarten in ein Städtchen ein, 
Mägdelein warten auf ein Stelldichein. 
Die und die Eine hat wohl ein hübsch Gesicht, 
doch so wie die Meine ist sie nicht! 
Laß sie nur warten, ich geh stramm vorbei, 
bei den Standarten ist man treu! 
J a! Weit ist der Weg zurück ins Heimatland, 
so weit, weit, weit! 
Dort bei den Sternen überm Waldesrand 
liegt die alte Zeit! 
Jeder brave Musketier 
sehnt heimlich sich nach dir, 
ja! Weit ist der Weg zurück ins Heimatland, 
so weit, weit, weit!" 
Der Refrain ist einem älteren Soldatenlied entlehnt. 
In: 
Stahlhelm- und Vaterlands-Lieder (1934); Singend marschieren wir 
(1938; der Originaltext von F. Baumann ist hier ausgetauscht); Morgen 
marschieren wir (1939); Das neue Soldaten-Liederbuch 3 (1941; 
Textversion als Kanonierlied, "Ernst E. Buder und F. Powell"). 
Musik zum historischen Ufa-Filmbericht Auf den Spuren der Hanse 
(UA: 7/1X/34; Prädikat: Volksbildend, Lehrfilm). 
Der Sonne entgegen: Wir fliegen und gleiten. Fliegermarsch. Für 
Blasmusik: H. Männecke [Bi]. 
Matrosen ahoi! (Die Fahne weht im Wind voran) Wir fahren von 
Hamburg, Bremen und Kiel (T: H. Hansen), für Gesang mit Klavier [RT]. 
In: 
Lieder der Pommerschen SA (?1934; nur T, Variante: "Ahoi! Matrosen!") 
Musik zum Hörspiel Helden für uns zum Gedenken an Hans Maikowski 
von Günther Hoffmann (DtldS, *31/1/34). 
SA-Sturmführer Hans Maikowski fiel 1933 in Berlin am Tag nach der 
Machtübernahme einer gegnerischen Kugel zum Opfer. 
Musik zum Hörspiel Christian Man von Erwin Barth von Werenalp (DtldS, 
24/1X/34). 
Sieg Heil, SA!: Schlaf ruhig du in deiner Nacht (T: J. Buchhorn), für 
Gesang und Klavier, gewidmet "Den toten Kameraden" (1934) [RT]. 


1935 
Weihelied Deutscher Arbeit: Wir furchen den Acker (T: J. Buchhorn). 
MCh mit Orch (1935) [RT]. 
Einer für Alle - Alle für Einen!: Immer stehen wir zusammen (T: M. 
Barthel). Lied für Gesang und Klavier (1935) [SB]. 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Seht, nun kämpfen wir zusammen, 
und das Ziel ist klar. 





Seht, nun siegen wir zusammen, 
wie's beschlossen war! 
Und die Fahnen schwingen, 
und der Hornstoß gellt, 
ja, nun laßt uns singen 
in die Arbeitswelt: 
Einer für Alle! Alle für Einen! 
Stolzer den Nacken 
und höher den Blick! 
Immer gemeinsam 
und niemals einsam! 
Einer für Alle! Alle für Einen! 
Vorwärts und nicht mehr zurück!" 
In: 
SA-Liederbuch (21939). 
Soldaten sind immer Soldaten (T: H. Menzel). Marschlied (1935) für 
Gesang und Klavier/ MCh/ Blasmusik, und Marsch (1936). Auch im Film 
"Der Westwall" (1938) verwendet. Für Blasmusik: H. Raasch. Ferner auf 
Textpostkarte [PR]. 
Tondokument - vom 10/V11/36 - im DRA: 1570015-05. 
Ausführende: Sturmbann | Jüterbog mit MK des Infanterie-Lehr- 
Rgts. der Infanterieschule, Dgt. B. Tumforde. 
Textprobe (3. Strophe): 
"O Deutschland, du Land der Soldaten, 
wenn dumpf deine Trommel nur schlug 
zu Aufbruch und lodernden Taten, 
du hattest der Söhne genug: 
Es ziehen die starken Kolonnen, 
die Fahne weht hell uns vorauf, 
wenn wir zu marschieren begonnen, 
dann hält uns die Hölle nicht auf!" 
Solche verlogenen Texte schufen den Mythos der Unbesiegbarkeit 
des Reiches. 
In: 
Lieder der Mannschaft 1 (1936); Wenn wir unter Fahnen stehen (1938); 
Kriegslieder des deutschen Volkes (1939); SA-Liederbuch (21939); Das 
neue Soldaten-Liederbuch 2 (1939); Das zweite neue Soldaten-Liederbuch 
(1940); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941; nur T). 
Lied der Werkscharen: Wir sind des Werktags Soldaten (T: H. Hansen). 
Lied aus dem Schlesien-Film zum *1. Mai (1935), zunächst als Singblatt 
und für Militärmusik, dann auch für SalonOrch: P. Raasch, für Blasmusik: 
Hermann Raasch (RSdg, *9/X1/37, MZ der SA-Brigade 30, Dgt. J. Fuhsel) 
[PR]. 
Tondokument - vom 30/X11/38 - im DRA: 1870637-03. 
Ausführende: Werkscharchor der DAF, Dgt. Hans Menck. 
Textprobe (4. Strophe mit Refrain): 
"Wir schaffen mit Hacken und Spaten 
den Grenzwall aus Eisen und Erz; 





wir sind des Werktags Soldaten, 
wir sind Deutschlands pulsendes Herz. 
Wir sind die junge Garde 
mit Hacke und mit Scheit, 
für Deutschlands größten Führer 
zu stetem Dienst bereit. 
Wir schaffen und wir werken 
mit Pflug und Hammerschaft. 
Es segne uns der Herrgott 
die deutsche Arbeitskraft". 
In: 
Die Soldaten der neuen Zeit! (1934); Lieder der Mannschaft 4 (1936); Wir 
wandern und singen! (1937); Singend marschieren wir (1938); SA- 
Liederbuch (21939); Heute wollen wir ein Liedlein singen (41941). 
Die Totenstandarte (T: Friedrich Ekkehard, Friedrich Barthel). Ein 
Mahnspiel (DtldS/ RSdg zum Heldengedenktag, *17/111/35). 


1936 
Deutschland, heiliges Deutschland (T: H. Menzel). Marschlied für 
Gesang und Klavier/ Chor und Musikkorps (1936) [PR]. 
Vgl. R. Neubert. 

Tondokument - vom 10/VI11/36 - im DRA: 1570010-19. 

Ausführende: Sturmbann I/W Jüterbog, MK des Infanterie-Lehr- 
Rgts. der Infanterieschule, Dgt. B. Tumforde. 

Die Welt gehört den Führenden (T: H. Menzel). Marschlied. MCh mit 
Blasmusik/ Gesang mit Klavier (1936) [PR]. 
Textprobe (5. Strophe): 

"Die Welt gehört den Führenden, 

sie geh'n der Sonne Lauf. 

Und wir sind die Marschierenden, 

und keiner hält uns auf. 

Das Alte wankt, das Morsche fällt. 

Wir sind der junge Sturm, 

Wir sind der Sieg! Die Fahne loht 

wie Brand von Turm zu Turm!" 
In: 
Lieder der Mannschaft 1 (1936); SS-Liederbuch (21937); Wenn wir unter 
Fahnen stehen (1938), SA-Liederbuch (21939). 
Die Fahne besiegt den Tod (T: Helmut Hansen). Kantate von Tod und 
Leben für Sprecher, einstimm. Chor und Orch (1936; DtldS/ RSdg, *9/XI/ 
36; RS München/ RSdg, *30/1/39) [ZVNSDAP]. 
Bericht: 

"(...) >Die Kraft ist euer Wollen, Standartenträger der Geschichte 
sein, das Banner stolz noch überm Tod entrollen< - so ruft der Führer die 
Sturmsoldaten, und die Gefallenen des Weltkrieges stehen auf und reihen 
sich ein mit den Toten der Feldherrnhalle in den Heerbann der braunen 
Schar. >Es reitet der Tod durch die Nacht - wir tragen die Fahne gegen 
den Tod - wir sind der Toten des Weltkrieges Saat - wir sind Soldaten der 


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neuen Zeit< - so klingt des Dichters Heldenlied, und wo dem Wort die 
Grenze gesetzt ist, da enthüllt die Musik von Ernst Erich Buder jene tiefen 
und ewigen Kräfte der deutschen Seele, aus denen die Taten geboren 
wurden. Wie diese Taten selbst, so steht die Musik als ein leuchtendes 
Flammenzeichen über unserem Weg. Keine Klage um die Toten, denn ihr 
Tod war nicht Ende, sondern Beginn eines neuen Geschlechtes, stark im 
Glauben und Bekennen. 

Die Aufführung durch das Symphonieorchester der Obersten SA.- 
Führung und der Gruppe Hochland, den Mannschaftschor der Standarte 
Feldherrnhalle und verschiedene Sprecher unter der musikalischen Leitung 
von Sturmhauptführer Franz Staender und der Spielleitung von H. Hansen 
war durchlebt von dem Geist, aus dem das Werk in seiner packenden 
Geschlossenheit von Dichtung und Musik entstanden ist" (Heinz Beckers: 
Musik im Rundfunk. "VB" Nord, Nr. 36, 5/11/39). 

Zwei Fahnenlieder der SA aus "Die Fahne besiegt den Tod", für 
BlasOrch (1936): 1. SA, halte Wacht. - 2. Wir wollen dich, Fahne, 
enthüllen. Hymne [ZVNSDAP]. 

In: 

Lieder der Bewegung für Blasorchester 5 (1937). 

SA, halte Wacht: Es reitet der Tod über Schlachtfeld und Meer. Marsch 
und Kampflied aus "Die Fahne besiegt den Tod" (1936; RS Frankfurt, 
8/VI1/39) [ZVNSDAP]. 

Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 

"Dem Erbfeind der Menschheit 
gilt unser Kampf, 
die Trommel gerührt, Kameraden. 
In brennender Werke Pulverdampf 
und sterbender Rosse Todesgestampf 
steht Juda schuldbeladen. 
Es reitet der Tod durch die Nacht. 
SA, halte Wacht! 
Wir tragen die Fahne gegen den Tod, 
marschieren für des Führers Gebot, 
wir braunen Sturmsoldaten". 
In: 
Lieder der Mannschaft 3 (1936); SA-Liederbuch (21939). 
Wir wollen dich, Fahne, enthüllen vor unserer Toten Gesicht. 
Fahnenlied aus "Die Fahne besiegt den Tod" (1936) [ZVNSDAP]. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Wir tragen dich, heilige Fahne, 
vor unsrer Toten Heer, 
daß sie zum Werk uns gemahne 
und unsres Landes Wehr". 
In: 
Lieder der Mannschaft 3 (1936); SA-Liederbuch (21939). 


1937 
Hört ihr den Marsch der Kolonnen? (T: H. Menzel). SA-Kampflied, 


B 881 





auch für BlasOrch [ZVNSDAP]. 
Textprobe (2. Strophe): 

"Wir als des Führers Soldaten 

wollen nicht Rast und nicht Ruh. 

Denn unser Führer braucht Taten 

und nur der Spießer sieht zu. 

Ob wir das Ziel auch erst ahnen, 

keiner, der Müdigkeit spürt, 

wir sehen nur auf die Fahnen, 

die uns zum Siege geführt!" 
In: 
Lieder der Mannschaft 6 (1937); Wenn wir unter Fahnen stehen (1938); 
Lieder der Bewegung für Blasorchester 10 (1939); SA-Liederbuch (21939). 
Angeworfen die Propeller (T: Max Barthel). Marsch. Für Fliegermusik/ 
Infanteriemusik: W. Kiesow (1937) (u. a. Berlin, 14/VIIl/36, Großkonzert 
der LW zur Olympiade, Dgt. H. F. Husadel) [PB]. 
Musik zum Ufa-Kriegsfilm Urlaub auf Ehrenwort, Regie Karl Ritter 
(1937; UA: Köln, 11/1/38. Prädikat: Staatspolit. und künstlerisch 
besonders wertvoll). 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 
Musik zum Dokumentarfilm Pflüg mit, Kamerad (1937) im Auftrag des 
Reichsbauernführers. 


1938 
Musik zum Dokumentarfillm Der Westwall (1938). 
Wolff-Fritz: Im Sturmschritt der SA. Für Singstimme mit Klavier: E. E. 
Buder (1938). 
Ewig lebt die SA! (T: H. Menzel). Kantate zur Horst-Wessel-Gedenkfeier 
(DtldS, *23/11/38). 
25. Februar1938, Nachricht: 

"Aus Anlaß der achten Wiederkehr des Todestages Horst Wessels 
veranstaltete der Kulturkreis der SA am Mittwochabend im Haus des 
Rundfunks in der Masurenallee eine eindrucksvolle Horst-Wessel- 
Gedenkstunde, die vom Deutschlandsender übertragen wurde. Im 
Mittelpunkt der Feier stand die Aufführung der Kantate >Ewig lebt die SA< 
von Herybert Menzel, Musik von Erich Buder" ("Der Führer" X11/55, 25/11/ 
38) 

Musik zum Hörspiel Großfriedrichsburg, des Großen Kurfürsten 
afrikanische Kolonie von E. Geyer (RS Berlin, 25/111/38). 


1939 
Den toten SA-Kameraden: Und ist ein Kamerad gefallen (T: J. 
Buchhorn). Kampflied [RT]. 
Textprobe (1. Strophe): 
) 
die Tränen weg, die Augen hell! 
Es tritt ein jeder von uns allen 
in seinem Geist an seine Stell. 
Schlaf ruhig du in deiner Nacht, 


B 882 





wir halten treue Totenwacht. 
Das Leben ruft, es ruft die Zeit, 
wir treten an, wir sind bereit. 
Und wär der Teufel selbst uns nah: 
Sieg Heil, Sieg Heil, Sieg Heil, SA!" 
In: 
SA-Liederbuch (21939). 


1941 
Kampfflieger: Ob Nebel oder freie Sicht (T: Erich Effler). Marsch und 
Kriegslied (1941). Für versch. Besetzungen: E. Gutzeit [W&C]. 
Stuka, kipp ab: Über den schweigenden Wolken (T: Walter Dehmel), für 
Gesang und Klavier (1941). Kriegslied und Marschversion für LW-Musik: E. 
Gutzeit [W&C]. 
In: 
Neues Sanssouci 73 (1942). 


1944 
22. September 1944: 
Buder steht in der Film-Besetzungsliste - Komponisten - des 
Reichsfilmintendanten fürs Produktionsjahr 1944/1945 (Quelle: BAR 55/ 
661. Blatt 78). 


1945 
Musik zum Ufa-Film Kamerad Hedwig über ein Frauenschicksal im Krieg 
(1945, nicht mehr fertiggestellt). Die Außenaufnahmen entstanden 
1944/45 u. a. in Würzburg vor der Zerstörung durch Bombenkrieg. 1945 
Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 
Information: FA, LdCh. 


Bueb, Roland Erich 

Schluchsee, 9. Februar 1911 - Saprina (UdSSR), 21. Januar 1943 
(vermißt im Fronteinsatz). 
Musikpädagoge, zunächst in Überlingen, dann Schulmusiker im 
annektierten Österreich, Assessor, auch Pianist und als solcher Mitarbeiter 
des RS Wien; Ende 1938 Lehrer am Konservatorium Klagenfurt. Seit 
September 1939 bei der Wehrmacht, zuletzt an der Ostfront. 
Werke: Bearbeitungen von Volksmusik. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.024.597. 1939 Musiksachbearbeiter beim 
Gaupropagandaamt Kärnten; Stand 1939: HJ -Musikreferent, Gebiet 31 
Kärnten, und Leiter der HJ -Gebietssingschar. 

31. Januar 1939, Nachricht: 

"Assessor Roland Erich Bueb wurde von der Gauleitung nach Kärnten 
gerufen, um als Musiksachbearbeiter die Organisation und den Aufbau der 
Musikschulen für Jugend und Volk vorzunehmen. Gleichzeitig wurde ihm 
die Gesamtleitung dieser Schulen übertragen. Da er überdies als 


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Gebietsmusikreferent der Hitler-)] ugend eingesetzt wurde, untersteht ihm 
nunmehr die gesamte Musikarbeit der Jugend. An den bis jetzt errichteten 
Musikschulen für Jugend und Volk im Gaugebiet Kärnten werden 
insgesamt 600 Schüler unterrichtet, wobei berücksichtigt werden muß, 
daß das Musikleben gerade in unserem Lande in der Systemzeit bis auf 
wenige Teile daniederlag und einer grundlegenden Aufbauarbeit harrt. 
Schon der heutige Schülerstand und die bis jetzt geleistete 
musikerzieherische Arbeit an der Musikschule für Jugend und Volk geben 
die Gewähr für ein gesundes Musikschaffen auch im Gau Kärnten" (Aus 
dem Kärntner Musikleben. "VB" Nr. 31, Wien, 31/1/39). 

Information: Laut Standesamt des Geburtsorts Schluchsee 
(6/VIII/97) fehle beim Geburtseintrag für Bueb der Todesvermerk. Die 
WASt Berlin forderte zunächst eine Verwaltungsgebühr, setzte diese auf 
Antrag jedoch aus (24/III/99). 


Bühl, Georg 

Nürnberg, 11. Januar 1897 - Buchen, 17. Juli 1958. 
Musiker und Kapellmeister in München, Kassel, Mühlhausen, Colmar, Basel 
und Straßburg; bis 1931 Klarinettist in München, seit 21/V1/31 
Komponist und Musikdirektor in Buchen im Odenwald, hier Dirigent der 
Stadtkapelle und des MGV "Liederkranz" und Kreischormeister des DSB. 
Während des Krieges zur Wehrmacht eingezogen, bis 1946 in 
Kriegsgefangenschaft. 
Werke: u. a. Konzertwalzer nach Motiven der Operette "Die weiße 
Orchidee"; Singspiel "Wenn die Jugend überschäumt" (1939); Lieder, so 
"Liebestraum" und "Frauenschönheit"; "Serenate Romantique" (in 
memoriam Richard Tauber). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Op. 30. Wir bleiben deutsch. Marsch für Klavier (1936) [GrL]. 


Bukofzer, Manfred 
Oldenburg, 27. März 1910 - Berkeley, Cal. (USA), 7. Dezember 1955. 
Dr. phil. Basel 1936 (Geschichte des englischen Diskants und des 
Fauxbourdons nach den theoretischen Quellen); zunächst Student der MW 
in Heidelberg und Berlin. 

Von Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

Er emigrierte über Basel, hier 1937 an der Volkshochschule Dozent, 
nach England und weiter in die USA, dann Lektor an der Western Reserve 
University, Cleveland, ab 1946 o. Professor der University of California in 
Berkeley. 

Information: KDMK, RML, MGG, FA2, SML. 


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Bukowski, Otto 
Berlin, 10. Juli 1883 - Berlin (?), 27. Februar 1976. 

Musikpädagoge in Berlin O 34; Musiklehrer und Komponist, auch 
Selbstverleger. 

Nach 1945 weiterhin in Berlin-Ost. 
Werke, meist unter Pseudonym M. Hessler: u. a. Orchesterstücke; 
Klavierstücke, auch didaktische; U-Musik, so "Blondköpfchen" Op. 26, 
Caprice für SalonOrch; Akkordeonschule. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP oder NSLB. 

Op. 21. Unter der Reichsflagge. Marsch für SalonOrch (1934). 
SS-Standarte I/ 2 (Ellwangen). Marsch (RS Stuttgart, 23/1X/34, 
6/VI1/38). Titel auch "SS-Standartenmarsch". 

Op. 52. Unter deutschen Eichen. Marsch für SalonOrch (u. a. RS Berlin, 
5/1/36). 

Deutscher Mut - deutsche Kraft. Marsch für Orch/ SalonOrch (1938; 
RS Saarbrücken, 28/1V/38) [SV]. 

Information: DML, FA. Laut Referat für Meldeangelegenheiten, Paß- 
und Ausweiswesen beim Polizeipräsidenten in Berlin (9/IV/84) als in Berlin 
gemeldet gewesen nicht zu ermitteln. Das Landeseinwohneramt Berlin (7/ 
VIII/03) hat fürs Ableben weder Standesamt noch Registernummer. 


Bullerian (Bullerjahn), Hans 
Schwarzburg-Sondershausen, 28. Januar 1885 - Zeuthen (SBZ), 29. 
Januar 1948. 
Sohn eines Orchesterdirigenten; Schüler von A. Ljadow und zeitweise N. 
Rimskij-Korssakow in St. Petersburg, Kapellmeister und Komponist in 
Berlin-Wilmersdorf, hier 1927 Gründer und Leiter eines eigenen 
Kammerorchesters. 

Nach 1945 auf der "Schwarzen Liste" der US-Militärregierung, aus 
politischen Gründen für den Rundfunk der SBZ gesperrt, zuletzt in 
Zeuthen 
Werke: Opern, so "Die Stumme von Jerusalem" Op. 19 und "Steuben" 
(RS Köln, 1936); Orchesterwerke, so Ukrainische Tanzsuite Op. 56 (1936), 
Arabische Märchen für Orch Op. 50 (1938), 7. Sinfonie D-dur Op. 78 
(1941); Filmmusik, so zu "Nippon" (1938); Schlager. 


NSDAP seit 1/V/32, Nr. 1.105.353. 1932 Referent für Ernste Musik beim 
KfdK Groß-Berlin, Gruppe Musik; 1933 Referent z. b. V.; Gauobmann der 
Fachschaft Komponisten der RMK für die Gaue Groß-Berlin, Kurmark, 
Ostpreußen, Pommern und Schlesien; 1933 Mitglied des Großen Rats des 
Berufsstandes der dt. Komponisten (RMK) und 1934 Leiter der Fachschaft 
Komponisten in den RMK-Landesleitungen der Gaue Mark Brandenburg 
und Berlin. Erhielt am *30/1/44 das KVK Il ohne Schwerter. 

Musik zu Blutendes Deutschland, "nationaler" zeitgeschichtlicher 
Dokumentarfilm (UA: 30/111/33). 


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30. März 1933, Befehl ausgeführt: 

"In den Anlagen übersenden wir Ihnen die Durchführung der von 
uns gestellten Anträge der Generalversammlung der >Gema< vom 24. 
Ill. Wir bemerken dazu: Sämtliche Anträge sind von überwältigender 
Mehrheit (meist einstimmig!) angenommen worden, so daß die 
Verwaltung der Gema nur noch mit deutschstämmigen Männern besetzt 
ist. Unter anderen (nur deutschstämmigen Männern) sitzen folgende Pgg. 
im Vorstand und Aufsichtsrat: 

Dr. Paul Graener, Hans Bullerian, Willy Geisler, Herm. Männecke, 
Hans Pflanzer, Walter Fischer, Camillo Hildebrand. 

Wir freuen uns, Ihnen dieses Resultat mitteilen zu können und 
werden auch weiter im Sinne unserer heiligen deutschen Bewegung 
unermüdlich kämpfen" (Bullerian und Geisler an KfdK, Hans Hinkel, 30/111/ 
33. Quelle: AP). 

Bullerian hatte die Abberufung der nicht "deutschstämmigen" 
Mitglieder der GEMA-Verwaltung und den Ausschluß von Mitgliedern der 
KPD beantragt. Daß H. Männecke "nichtarisch versippt" war, entging ihm 
freilich. 

Das deutsche Konzertleben und seine Erneuerung ("Die Musik" XXV/ 
9, Juni 1933. S. 652-656). 

Musik zum Dokumentarfilm Danzig muß nationalsozialistisch 
werden. Herstellung: RPL der NSDAP (1933). 

Musik zum Sinnspiel Der Erde Recht von Eduard Landgraf (Goslar, 
*17/X1/34, zum Reichsbauerntag). 

18. November 1934, Bericht: 

"(...) 940 Mitwirkende spielten vor mehreren tausend Zuschauern. 
Das Festspielzelt war aus Holz. Mehrere Minister wohnten der Aufführung 
bei. Das Hauptkontingent des Publikums aber bildeten die Bauernführer 
aus allen Gauen Deutschlands. Den Auftakt ins Kultische bringt das 
Sinnspiel >Der Erde Recht<. Zwiesprache eines Sprechers (Bauer) mit 
unsichtbarem Chor (Erde). Der Sinn: Die Forderung der Erde: >Ich gebe 
Brot nur jenem Blute, das eigene Kraft an meiner Kraft gestählt<. Und die 
Mahnung: >Nur Kampf kann erhalten und weitergestalten, was kämpfend 
geworden im Ahnengeschlecht<." (Kultisches Festspiel auf dem 
Reichsbauerntag. "Berliner Tageblatt", Sonntagsausgabe, 18/X1/34). 

Festliches Vorspiel für gr. Orch (RS Berlin/ RSdg, *1/V/37, *9/X1/38, 
*30/1/39). 
*24. Mai 1938: 

Das Städt. Orch Düsseldorf, Dgt. H. Balzer, bietet im 2. 
Sinfoniekonzert der Reichsmusiktage u. a. Passacaglia und Fuge Op. 76 
von Bullerian. 

H. ©. Borgmann: Großdeutschland bist du genannt. NS-Hymne. Für 
gr. Orch: H. Bullerian (1938) [SB]. 

Mein Führer hat recht! (T: R. Bars). Marschlied. Für versch. 
Besetzungen: E. Gutzeit (1940) [W&C]. 

Dem Licht entgegen: Es graut im Morgen schon der Tag (T: H. Niel). 
Marsch für Blasmusik (1941). Weitere Fassungen: E. Gutzeit [W&C]. 


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In: 

Neues Sanssouci 66 (1941). 

Kameradschaftsgeist (T: G. O. Stoffregen). Marsch für Blasmusik 
(1941). Weitere Fassungen: E. Gutzeit [W&C]. 

In: 

Neues Sanssouci 65 (1941). 

Japanischer Marsch, für Bläser. 

Mit diesem Titel erinnerte der Reichsrundfunk an den Waffenbruder 
Japan nach dessen Überfall auf Pearl Harbour am 7/XII/41 

Tondokument - vom 19/1/42 - im DRA: 1870685-02. 

Ausführende: gr. BlasOrch, Dgt. H. Steinkopf. 

28. Januar 1945, Laudatio: 

"(...) umfasst 7 Sinfonien, 3 Opern, 1 Klavier- und 1 Violinkonzert, 
Chöre und Kammermusikwerke sowie in letzter Zeit hochwertige 
Filmmusiken hauptsächlich zu Partei- und Wehrmachtsfilmen. 

Sowohl als Mitglied des Kampfbundes für deutsche Kultur als auch in 
selbstlosem Wirken für seine Berufskollegen, besonders als Mitglied des 
Werkprüfungsausschusses hat Bullerian wertvolle Dienste geleistet 
aufgrund seines aussergewöhnlichen fachlichen Wissens und seiner 
Personalkenntnisse. Er wird auch von der Partei mit verschiedenen Ämtern 
in Anspruch genommen" (RMVP, Vorlage zum 60. Geburtstag. Quelle: BA 
R 55/ 20626. Blatt 27-28). 

Information: DNML, DML, FA, MM2, RML, LdCh (ohne Todesmeldung), 
MGGS. 


Bülow, Paul 
Lübeck, 21. Oktober 1894 - Lübeck, 18. Juni 1954. 
Dr. phil. Rostock 1916 (Die J ugendschriften Richard Wagners); 
Musikpädagoge und Musikschriftsteller in Lübeck, hier seit 1923 
Studienrat am Johanneum. 
Werke: Schriften über Wagner; "Deutschtum und Musik" (Leipzig, 1929). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. NSLB seit 3/V111/33. 
Adolf Hitler und der Bayreuther Kulturkreis (Leipzig, 1933). 
Adolf Hitler und der Bayreuther Geistesbezirk ("ZfM" C, 1933). 
Dr. Goebbels als Musikfreund ("Leipziger Neueste Nachrichten", 21/1X/ 
34). 
Dr. Goebbels in seinen Beziehungen zur Musik und ihren Meistern 
("Musik im Zeitbewußtsein" 11/48, 1/X11/34). 
Einleitung zu H. St. Chamberlains "Mein Weg nach Bayreuth" 
(München, 1937). 
W. Korte: Bayreuth ("Die Musik" XXX/6, März 1938. S. 411). 

Es handelt sich um eine Besprechung von Bülows Buch.i 
Der Führer und der Bayreuther Kulturkreis ("Die Bühne" V/8, 
*20/1V/39. S. 182-188). 
Zitat: 

"Wenn der Führer in seiner Rede auf dem >Parteitag 


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Großdeutschlands< die kulturelle Schöpfung als die feinfühligste Äußerung 
einer blutsmäßig bedingten Veranlagung bezeichnete, so gilt dies auch für 
Wagners Bayreuth. Der Festspielgedanke erwuchs aus den seelischen und 
geistigen Urgründen eines Genies, das sich in tiefster Wesensart im 
Mutterboden der Volksheimat verwurzelt fühlte. Die auf dem Bayreuther 
Hügel verwirklichte Tat des Festspielbaues und ihre künstlerische 
Ausstrahlung gewann auch den Schöpfer des Dritten Reiches als 
begeisterten Freund und Mitkämpfer. 

Als >gewaltigsten Meister der Töne unseres Volkes< 
verehrt der Führer Richard Wagner. Bayreuth ist ihm daher die 
urheimatliche Landschaft seines Musikerlebens" (S. 182). 

Wagner nutzte seine einzige Möglichkeit, nämlich mit Förderung des 
Königs von Bayern in dessen Herrschaftsbereich ein musik- und 
Theaterzentrum zu eigenem Nutzen zu schaffen. "Nationale" Autoren 
leugneten so etwas". 

Information: FA. 


Bumcke, Gustav 
Berlin, 18. Juli 1876 - Kleinmachnow bei Berlin (DDR), 4. Juli 1963. 

Sohn eines Fabrikbesitzers; Schüler von M. Bruch und E. Humperdinck, 
Komponist und Theorielehrer in Berlin-Zehlendorf, Fachmann für 
Blasmusik. Lehrer für Saxofon sowie Komposition, Musiktheorie und 
Dirigieren am Klindworth-Scharwenka- Konservatorium. 

Nach 1945 weiterhin in Berlin, seit 1950 Lehrer an der 
Musikhochschule. Zuletzt in Kleinmachnow, 
Werke: u. a. Sinfonien und Kammermusik; Saxofonstücke; Chorwerke, 
so "Heil den Gefallenen" Op. 33 (T: M. Greif), für gemCh: Trauermarsch 
für gr. Orch Op. 35; Konzert für Altsaxofon und Orch Op. 54 (1938; UA: 
1955); Op. 73. Vier Präludien für 3 Trompeten und Pauken Op. 73; 
Sinfonisches Konzert für Saxofon und Orch (1955); Dankeshymne Op. 82 
(T: R. Dehmel) für Gesang mit Orch (1955); Zwei Turmmusiken für 2 
Trompeten und 2 Posaunen Op. 83 (1955); Bankett-Musik für 4 
Fanfarentrompeten und Pauken Op. 87 (1958); "Nicht betteln, nicht 
bitten" Op. 94 Nr. 2 (T: Fallersleben), für gemCh (1960); mehrere 
volkstüml. Bläserschulen. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Volksliedermarsch, für 2 Flöten und Trommel [Sc]. 

In: 

[Sc] Neue Marschmusik II (1934). 

Fanfarenklänge. Historische Fanfaren, alte "Feldstücke" und Märsche, 
für 2, 3 und 4 Fanfaren hgb., zum Teil mit Landsknechtstrommel. Zwei 
Hefte (1934) [Kö]. 

Information: DNML, DML, FA, LdCh. Laut Landesarchiv Berlin 
(24/X/99) fehlt ein Meldevorgang. 


B 888 





Bund, Hans (Johann Anton Christian) 
Wiebelskirchen/ Saar, 15. August 1898 - Tegernsee, 1. Februar 1982. 
Kapellenleiter und U-Komponist in Berlin. 
Nach 1945 zuletzt in Rottach-Egern. 
Werke: Tanzmusik, Schlager, so "Ihr herrlichen Frauen", "Das ganze 
Leben ist ein Roman" (1944); U-Musik, so das Intermezzo "Ländliches 
Nocturno"; Orchesterstücke. 


1933 
17. Juni 1933: 

Bund leitet die Funkaufnahme von L. von Schenkendorfs Hitler- 
Hymne "Gott sei mit unserm Führer". Mitwirkende: Hans Schmitt (Bar), 
Orch mit Orgel. 

Tondokument im DRA: 4214381-01. 

10. Oktober 1933: 

Bund leitet für Telefunken (A 1550) die Aufnahme von L. von 
Schenkendorfs Hitler-Hymne "Gott sei mit unserm Führer" und von Hans 
Hermanns "Mahnung". Ausführende: M. Wittrisch (T) und das BPhO. 

Tondokument im DRA: 1621037-10, 2965974-14. 


1934 
Im Gleichschritt, marsch! Marsch u. a. für Blasmusik (1934), Titel 
auch "Das Ganze im Gleichschritt, marsch!" (so: RS Berlin, 6/1V/36, 
17/V1/38). Für Orch: C. Woitschach [Bi]. 


1938 
Eine kleine Dorfgeschichte (RS Berlin/ RSdg mit U-Musik, *10/1V/38 ; 
RS München, 18/V1/39). 
*]. Mai 1938: 
In der Ringsendung "Fröhlicher Tanz im Mai" zum Nationalen 
Feiertag des deutschen Volkes wirkt H. Bund als Pianist mit (RS Berlin- 
Leipzig-Köln-Sender Danzig, *1/V/38, RSdg). 


1939 
Schön ist es, Soldat zu sein: Wenn die Heckenrosen blühen (T: Hans 
Dekner). Marschlied. Für Blasmusik: G. Skibbe. 
In: 
Neues Sanssouci 31 (1939). 


1941 

H. Bund leitet die Funkaufnahme von N. Schultzes Lied "Lili 
Marleen". Mitwirkende: R. Schuricke (Tenor), ein Orch. 

Tondokument im DRA: 1570017-20. 

3. Dezember 1941: 

H. Bund leitet die Funkaufnahme von W. Kleines "Lied der 
Schiffswache" und W. Meisels "Weine nicht, Mütterlein". Mitwirkende: Willy 
Schneider (Bar), ein Orch. 

Tondokument im DRA: 1901003-19, 1901003-20. 


B 889 





4. Dezember 1941: 

H. Bund leitet die Funkaufnahme von H. Carstes "Bleibe meine gute 
Kameradin" und G. Kneips "Soldatenständchen". Mitwirkende: Willy 
Schneider (Bar), ein Orch. 

Tondokument im DRA: 1901003-24, 1901003-23. 

12. Dezember 1941: 

H. Bund leitet die Funkaufnahme von F. Kassens Soldatenlied "Ich 
schreibe meiner Mutter einen Brief". Mitwirkende: R. Schuricke (T), ein 
Orch. 

Tondokument im DRA: 4003029-01. 


1942 
11. Mai 1942: 

H. Bund leitet die Funkaufnahme von W. Bochmanns Lied "Heimat, 
deine Sterne", ferner - mit Chor - des Landserliedes "Wovon kann der 
Landser denn schon träumen" von W. Richartz. Mitwirkende: W. Schneider 
(Bar), ein Orch. 

Tondokument im DRA: 4003035-02, 1570017-16. 

8. Oktober 1942: 

H. Bund leitet die Funkaufnahme von M. Schönickes Lied "Feldpost 
für Annchen". Mitwirkende: W. Schneider (Bar), ein Orch. 

Tondokument im DRA: 1901002-03. 

9. Oktober 1942: 

H. Bund leitet die Funkaufnahme von G. J ussenhovens Kriegslied 
"Nun müssen wir bald von hier gehn" (Mein Kamerad und ich). 
Mitwirkende: W. Schneider (Bar), Chor und Orch. 

Tondokument im DRA: 1901002-04 


1943 
6. Januar 1943: 

H. Bund leitet die Funkaufnahme von W. Kleines Soldatenlied "Ein 
Häuflein Landser sitzen wir beisammen". Mitwirkende: W. Schneider (Bar), 
ein Orch. 

Tondokument im DRA: 1901004-15. 

Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Tegernsee, 
Nr. 18/1982. 


Bund Deutscher Frauen = Deutsche Frau'n, ob arm, ob reich 
Bundeslied = Wo Kraft und Mut in deutscher Seele 
Bundeslied = Freunde, reichet euch die Hand 


Bundeszeichen = Frei und unerschütterlich 


B 890 





Bunge, Gustav (Adolf) 
Mühlberg/ Elbe, 24. Januar 1885 - München, 6. Februar 1968. 

Sohn eines Stadtkapellmeisters, Militärmusiker; Solotrompeter und 
Kapellmeister in München, 1919-27 im Polizeidienst, dann Gründer und 
Leiter einer eigenen Kapelle. Ab 1/1X/39 einen Monat im Polenfeldzug im 
Waffen-SS-Einsatz. 

Nach 1945 weiterhin in München, zuletzt i. R. 
Werke: u. a. "Elbflorenz-Mädel", Walzer; "Castell Miramare", Ouvertüre 
für gr. Orch; Bläserrhapsodien, Rhapsodie für gr. Orch (1933). 


NSDAP seit 1/X11/31, Nr. 754.398. 1919 im Freikorps Ruith (von Epp). 
1931 SS und Gründer der ersten SS-Musik in Bayern; 1933-34 MZF der 
SS-Standarte 1, 1934 Musikinspizient Süd und 1934-41 Führer des 
Musikzugs 1 der SS-Standarte "Deutschland", 1935 Hauptsturmführer, 
vorübergehend in Prag, 1941 Führer des Musikkorps des SS-Artillerie- 
Ersatz-Rgts. "Deutschland" in München, 1943 Sturmbannführer im 
Regimentsstab des SS-Flak-Ausbildungs- und Ersatz-Rgts. 

Op. 83. Frontkameraden. Marsch für Blasmusik (1934). 

In: 

Vier Märsche (1934). 

Ritter-von-Hengl-Marsch (RS München, 22/1V/35). 

SS-Regiment Deutschland. Marsch (1936; RS München, 6/1/37). 
SS-Standartenführer-Steiner-Marsch (RS München, 6/1/37). 

Der Titel feiert Felix Steiner, später SS-Obergruppenführer, im 
Januar 1945 Kommandeur der 11. Panzerarmee, zuletzt einer zur 
Verteidigung von Berlin und Wien eingesetzten Armeegruppe. 

Panzerschiff-Deutschland-Marsch (RS München, 3/111/37). 

Der Titel feiert das erste unter den Beschränkungen des Versailler 
Vertrages noch in der Republik gebaute, am 1. April 1933 in Dienst 
gestellte Kriegsschiff, das nur 10 000 Bruttoregistertonnen maß, jedoch 
große Feuerkraft mit immerhin 26 Knoten Geschwindigkeit vereinte. 

Freiherr-von-Eberstein-Marsch (RS München, 8/VII1/37). 

Wenn alle untreu werden. SS-Treuelied. Für Militärmusik: G. Bunge 
(1938) [DM]. 

Wir sind das Heer vom Hakenkreuz. Alte Kampflieder der Bewegung, 
u. a. mit Chor und MZ der SS-Verfügungstruppe, SS-Standarte 
Deutschland, Dgt. Bunge (RS München/ Teil-RSdg, *9/X1/38). 

*30. Januar 1939: 

Bunge leitet zur Sendung Marschtritt der Geschichte, Märsche 
und Kampflieder, Chor und MZ der SS-Verfügungstruppe, SS-Standarte 
Deutschland, mit Liedern der jungen Mannschaft (RS München/ RSdg, 
*30/1/39). 

Ostpreußen-Marsch (1939?). 
Der Feldzug der 18 Tage. Marsch (1939). 

Der Titel feiert den kurzen Feldzug gegen Polen ab 1. September 
1939; die "18 Tage" waren jedoch Prahlerei, denn Warschau und Modlin 
ergaben sich erst am 27. und 28. September. 

Vor Modlin. Marsch (1939). 


B 891 





Der Titel feiert die EinschließBung am 13. September 1939 und 
anschließende Belagerung der noch von Napoleon I. angelegten Festung 
Modlin nördlich Warschau, die massierten deutschen Angriffen 15 Tage 
lang widerstand. 

Mit Trommel- und Hörnerklang. Marsch (RS Böhmen, 11/1/41). 
Panzergrenadiere. Marsch, "gewidmet den Opfern und soldatischen 
Leistungen der SS-Panzergrenadiere" (1944). 

18. Oktober 1944, Dienstbeurteilung: 

"Stubaf. B. ist ein ausgereifter, ausgeglichener und trotz seines 
Alters sehr temperamentvoller Charakter. Einwandfreie 
nationalsozialistische Haltung, alter SS Mann. Feindbewährung nur kurze 
Zeit in Polen. Seine dienstlichen Leistungen als Musikzugführer sind 
hervorragend und anerkennenswert. Geistig über dem Durchschnitt 
veranlagt und trotz seines Alters körperlich sehr wendig und aufrecht. 
Seine Eignung als Führer eines Musikzuges ist jederzeit nachgewiesen. 
Besonderes Interessengebiet außer dem Allgemeinen ganz besonders 
Musik. 

(...) Durch seine Tätigkeit sehr nervös und dadurch etwas schnell 
aufbrausend. B. komp. selbst" (Beurteilung, 18/X/44. Quelle: BA, Bestand 
SS-Führerkorps, Personalakte Bunge). 


Bungert, August 
1845 - 1915 


Wirket solange es Tag ist. Kantate (UA RS Köln, 21/X1/37). 


Bunk, Gerard 
Rotterdam (Holland), 4. März 1888 - Kamen, 13. September 1958. 
Sohn eines holländischen Musiklehrers, Tonkünstler, Musikpädagoge in 
Dortmund, seit 1927 mit dt. Staatsangehörigkeit; Musiklehrer, Pianist, 
Cembalist, Organist der Dortmunder Synagoge von 1930 bis 11/V/33, 
dann von St. Reinoldi, Leiter des Bach-Vereins; 1936 KMD. Während des 
Krieges zeitweise zur Wehrbetreuung eingesetzt, so 1943 in Dänemark. 
Nach 1945 wohnhaft in Kamen und Dirigent der Musikvereine Unna 
und Menden. 
Werke: u. a. Orgelfantasie Op. 57 (1936); Sinfonische Variationen in Fis- 
moll Op. 67 (1941); Orgelkonzert D-moll Op. 70 (1941); Sinfonie C-moll 
Op. 75 (1941); Musik für Orgel Op. 81 (1940); Chöre. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP oder NSLB. 
Chorgesang am Sonnwendfeuer: Flamme! Lohe empor! (T: Gustav 
Quade). 2stimmiger Kanon mit/ ohne Klavierbegleitung (1935) [CD]. 
Textprobe (1. Strophe): 
Maar) 
Zeige im Feuer dem Vaterlande, 
daß wir zerschlugen die Schmach 


B 892 





und die Schande! 
Halle hinaus, nächtlicher Chor! 
Flamme, lohe empor!" 
In: 
Schlesische J ugend singt (1936). 
Op. 35. Nordische Ballade, für gr. Orch, Titel zunächst "Symphonische 
Ballade" (1936). 
Op. 79. Totenehrung: Wir senken die Fahnen, der Toten zu denken ((T: 
H. Anacker). MCh (Dortmund, *7/111/36) [SV]. 
4. Januar 1937: 
Ein städt. Konzert in Dortmund, Dgt. W. Sieben, bietet - "zum ersten 
Male" - die "Symphonische Ballade" von Bunk. 
7. Dezember 1942: 
Im 2. Quartettabend der Städt. Konzerte Dortmund bietet das 
Enzen-Quartett - erstmals - das Klavierquartett von Bunk. 
Information: DNML, DML, FA, KDMK (Bunk verschwieg dem Hgb. die 
oben genannten Werke), RML, LdCh (Todesort: Dortmund). 


Bunkerlied = Eines Abends, treu und bieder 


Bunkerlied = 's hausen Landwehrmänner hoch im Eifelland 


Bunkerlied der Flak = Wenn es draußen stürmt und regnet 


Bunt sind schon die Wälder siehe: J. F. Reichardt 


Burbach, Ewald 
Pirzenthal/ Wissen, 24. Oktober 1913 - Wissen, 9. Januar 1981. 
Bäcker und Amateurkomponist; Stand 1933: in Pirzenthal, 1934 in Opsen, 
1939 in Betzdorf, hier Leiter des MundharmonikaOrch der Belegschaft der 
Wolf-Gerätefabrik. 
Nach 1945 zuletzt in Wissen i. R. 
Werke: Potpourris; Wolf-Marsch. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.059.912. 
Werkschar-Marsch für MundharmonikaOrch (RS Frankfurt, 10/X1/36, 
aus Koblenz). 


Burchartz, Lambert 
Düsseldorf, 2. August 1902 - Stuttgart-Burbach, 3. April 1948. 
Installateur, Klempner und Amateur-Kapellmeister in Düsseldorf. 
Nach 1945 weiterhin in Düsseldorf, am 17/111/48 abgemeldet nach 


B 893 





Stuttgart-Feuerbach. 
Werke: u. a. "Es lebe der Henkelgeist", Marsch (1933). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.599.722. Stand 1933: MZF der 20. SS- 
Standarte. 


Marsch der 20. SS-Standarte (Werag, 4/1X/33, MZ der SS-Standarte 
20, Dgt. selbst). 

Information: Der Standesbeamte Schubring, Düsseldorf (26/XI/97), 
verweigerte mit Berufung auf das verfälschte PStG 8 61, also 
gesetzwidrig, die Angabe der Todesdaten. Damit raubte er dem Künstler 
das postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog 
den Lexikographen um sein Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. 
Das Amt für öffentliche Ordnung Stuttgart, Zentralmeldestelle (11/X/99) 
hat keinen Meldevorgang für Burchartz. 


Burgartz, Alfred (Friedrich Theodor Josef) 

Landau/ Pfalz, 11. März 1890 - Bergisch-Gladbach, 18. April 1977. 
Sohn eines Majors und einer Klavierlehrerin; Dr. phil. Berlin1922 (Die 
Hosenrolle). Musikschriftsteller, 1927-32 in Stuttgart Redakteur der 
"Neuen Musikzeitung", 1934 in Berlin, hier 1935-38 Hauptschriftleiter der 
Zeitschrift "Die Musikwoche", dann Musikreferent der "Berliner Illustrierten 
Nachtausgabe". 

Nach 1945 zeitweilig wohnhaft in Ahrenshoop/ Wustrow, zuletzt in 
Bergisch-Gladbach i. R. 
Werke: u. a. "Der Musiker der Liebe". Ein Buch für Mozartfreunde 
(Berlin, 1942). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. KfdK. 
Der preußische Stil in der Musik ("Die Musik" XXVI/10, Juli 1934). 
Zitat: 

"(...) Und doch besteht zwischen einer Bachschen Fuge und der 
>friderizianischen Schlacht< tiefste innere Einheit, wenn man nämlich die 
>Schlacht< als äußerste Entfaltung kollektiven Lebens begreift, wobei 
individuelle Freiheit nicht abgeschnitten wird. Bachs Fugen sind wirklich 
eine Art idealer >volkhafter< Zusammenfassung" (S. 722). 

Torheiten solcher Art verdrehten Bach-Fugen zu Schlachtmusik, also 
Musik zum Schlachten. 

Oper ("Die Musik" XXVI/12, September 1934. S. 940). 
Zitat: 

"Die >Deutsche Musik-Bühne< gastiert für die NS.-Kulturgemeinde 
in der NS.-Gemeinschaft >Kraft durch Freude< im Theater am 
Nollendorfplatz. Eröffnung mit einem problematischen, aber immerhin 
höchst sehenswerten >Fidelio<, auf den expressionistische 
Regiegrundsätze angewendet wurden. Vielleicht hatte man die Absicht, auf 
diese Weise einmal die veralteten pathetischen Operngebärden beiseite zu 
schieben und das Revolutionäre, Visionäre und Soziale aus diesem 


B 894 





Beethovenschen Menschheitswerk herauszuholen. Beethoven verträgt 
aber nicht Experimente! 

(...) Rocco, sonst ein freundlich-ängstlicher Greis (der müde und 
gebrechlich ist und deswegen einen Eidam sucht), konnte seiner Tracht 
und dem kurzgeschorenen Haar nach Befehlshaber einer 
Arbeitsdienstformation sein. Pizarro, begleitet von überspitzt gedrillten 
Soldaten, zeigte sich in offenkundiger Napoleon-Maske. Die 
Gefangenenszene, ganz ekstatisch aufgefaßt (mit einem allerdings 
erschütternden eisgrauen Bühnenbild von Reinking), erinnerte an Stücke 
von Brecht, um nicht zu sagen Toller". 

Rudolf Wagner-Regeny. Bildnis eines Schaffenden. Musikalische 
Schriftenreihe der NS-Kulturgemeinde 10 (1935) [Max Hesse, Berlin]. 
Die N.S.-Kulturgemeinde fördert den Komponistennachwuchs 

("DBkorr" IV/18, 6/111/35). 

Burgartz signierte mit seinem Kürzel Bz. 
Zitat: 

"Stärkste Beachtung fand eine Morgenveranstaltung der N.S.- 
Kulturgemeinde, die im Meistersaal Berlin stattgefunden hat und sich 
>Junge deutsche Komponisten< (Ur- und 
Erstaufführungen zeitgenössischer Musik) betitelte. Die N.S.- 
Kulturgemeinde tritt damit neben den Rundfunk, der sich gleichfalls schon 
- zu mitternächtiger Zeit - dem jungen musikalischen Nachwuchs widmet. 

Man hörte zunächst ein Quartett für Oboe, Violine, Bratsche und 
Cello, Werk 18, von dem in Bochum lebenden Flamen Emil Peeters, 
der schon durch das Tonkünstlerfest in Duisburg sowie durch den 
Kompositionspreis für das Ruhrgebiet, der ihm zufiel, bekannt geworden 
ist. Emil Peeters ist eine im Grüblerischen verwurzelte, aber doch einer 
sehr stürmischen Energie fähige Begabung. Sein Quartett ist eine 
wertvolle Bereicherung der Oboe-Literatur, der Klang dieses Instruments 
ist wundervoll in die dunklen Farben der Streicher eingebettet. Das 
bekannte Steiner-Quartett und Max Saschowa_(Oboe) haben das 
Werk vorgetragen. Zu den >Tonsätzen für Klavier< vonLudwig Weber, 
die von Annemarie Heyne aus München gespielt wurden, gewinnt 
man sicher ein näheres Verhältnis, wenn man die übrigen Werke dieses 
Komponisten kennt. Ludwig Weber - durch seine >Gemeinschaftsmusik< 
weitesten Kreisen geläufig - huldigt hier einer Überplastik, die dem 
Klanglichen, dem Kolorit, nicht zugute kommt. Vielleicht traf auch die 
Pianistin nicht ganz des Komponisten Absicht. 

Ein nicht neuer, aber doch auch nicht gerade häufig genannter Name 
ist der von Walter Jesinghaus. Jesinghaus lebt, dem neuen 
Deutschland zugetan, in Lugano (Schweiz). Seine impressionistische 
Klaviersuite, Werk 14, ebenfalls von Annemarie Heyne interpretiert, wirkt 
jedoch im Heim stärker als im Konzertraum. Das, was hübsch an ihr ist, 
das Hingewehte, geht im weiten Raum verloren. Stärkstes Interesse 
durften zwei Uraufführungen von Rudolf Wagner-Regeny 
beanspruchen. Zunächst einmal die >Klaviermusik< Wagner-Regenys, 
herrlich zu Gehör gebracht von Hermann Hoppe. Wagner-Regeny 
strebt formal eine Art Neubarock an (ein Barock aber, das mehr auf der 


B 895 





Telemann-Händel-Linie liegt, nicht so sehr auf der Linie Sebastian Bachs), 
außerdem ist er - obgleich nur Reste davon empfunden werden - stark 
durch die Schule des Bewegungsrhythmischen der Moderne gegangen. 
Das Melos dieser Musik ist eine ungewöhnliche Frische und männliche 
Kraft, ja eine Freudigkeit, die alle Hörer überzeugte. Das uraufgeführte 
>Liederbüchlein<, gesungen von Marianne Bergrath, istein 
Schatzkästlein neuartiger musikalischer Lyrik, die den dünnen (oft 
zweistimmigen) Klaviersatz vom älteren Odenlied (18. J ahrhundert) 
nimmt und ihn mit einem echten, warmquellenden Volksliedton in der 
Gesangsstimme verbindet. Vieles ist in diesen Liedern strophisch. Alles 
wirkt wie mit einem Silberstift gestrichelt. 

Den Beschluß machte ein durch und durch romantisches Horn- 
Quintett, Werk 4, des Saarländers Albert J ung, der mit großen 
Orchesterwerken Straußscher Nachfolge gegenwärtig oft in den Rundfunk- 
Programmen zu finden ist. Besonders der langsame Satz mit seinen 
Leuchtfarben hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. Das Steiner-Quartett 
ergänzt durch Emil Bräutigam (Horn), hatte sich hingebend für dieses 
Werk eingesetzt". 

Nekrolog auf Alban Berg ("Die Musik-Woche" IV/2, 11/1/36. S. 12). 
Zitat: 

"Wenige Jahre sind seit dem Gelingen der nationalsozialistischen 
Revolution vergangen, und schon begreifen wir nicht mehr, daß man die 
Auflehnung einer kleinen Dirne gegen die Sittengesetze der Welt als 
literargeschichtlichen Markstein bejubeln konnte, und indem Berg zu einer 
Zeit, da schon die besten Geister in der Flamme der Erneuerung brannten, 
sich einem so trüb schwelenden Stoff zuwandte, hat er sich selbst 
künstlerisch das Grab gegraben. Bergs >Lulu<-Partitur, soweit man nach 
der Suite zu urteilen imstande ist, offenbart den giftigen Intellektualismus 
in der Hochblüte. Ein technisches Raffinement, das rein könnerisch 
betrachtet, wohl das Meiste von zeitgenössischem Schaffen in den 
Schatten stellt. Die trunkenen Farben des >Tristan< verwandeln sich in 
eine unwürdige, krankhafte Ekstase. Die >Tristan<-Verklärung wird zu 
einem wollüstigen Ertrinken in einem Gefühlsbrei. Alban Berg hätte, in das 
strengere Klima einer mannhaften Epoche hineinverpflanzt und befreit von 
der Umgarnung jüdisch-dekadenter Einflüsse, ein von der Natur 
verliehenes, bedeutendes Talent zum Nutzen der Nachwelt entfalten 
können. Nunmehr aber sind seine Werke Sinnbild der Verfallszeit, und 
wenn sie vergessen werden, ist es kein Schade". 

Der Dirigent Erich Seidler ("Die Musik" XXX1/1939. S. 392). 
Blachers "Fürstin Tarakanowa'". Grundsätzliches zur Aufführung einer 
neuen Oper in Wuppertal ("AMZ" LXVIII/7, 14/11/41. S. 51). 

Es handelt sich um eine sachgerechte und durchweg lobende 
Rezension des Werks. 

Information: DML, FA (Nachtrag), KDMK. Laut Meldebehörde 
Bergisch-Gladbach (16/XII/97) könne Burgartz als gemeldet oder 
gemeldet gewesen nicht ermittelt werden. Den Todesfall beurkundete das 
Standesamt Bergisch-Gladbach, Nr. 372/1977. 


B 896 





Bürgelin (Bürgerlein), Bernhard 
Freiburg i. Br., 30. Dezember 1908 - ohne Datum und Ort (im 
Fronteinsatz vermißt; Todeserklärung vom AG Stockach zum 31/X11/45). 
Student in Hügelheim, 1936 in Brombach, ab 1939 Musikpädagoge in 
Überlingen, hier Lehrer an der Seuse-Schule. Zeitweilig auch in Freiburg. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.112.184. 1939 vom Kulturpolit. Archiv zum 
Musiksachbearbeiter im Dt. Volksbildungswerk, Gau Baden, 
vorgeschlagen. 

Information: Die WASt (18/X1/02) hat keine Nennung. 


Bürger, Julius 
Wien, 11. März 1897 - New York, 12. Juni 1995. 

Schüler von F. Schreker und Humperdinck, Operettenkorrepetitor, 
Arrangeur und Komponist in Berlin, bis 1930 an der Krolloper, 1929-33 bei 
der Berliner Funkstunde. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

Bürger emigrierte, blieb vom 26/VII bis 31/V111/37 in Wien und 
emigrierte 1938 über Paris in die USA, wo er den Umlaut im Namen strich. 

Information: FA. 


Bürger-Weckruf = Mahnend rufen wir durch das Land 


Burgey, Otto 
Lauterbach, 9. Oktober 1889 - Rülzheim, 16. Dezember 1975. 
Sohn eines Lehrers, Schulpädagoge in Frankenthal/ Rheinpfalz. Oberlehrer 
an der Kreis-Taubstummenanstalt und Chorleiter, 1926-32 auch 
Kirchenchorleiter und Organist an der Dreifaltigkeitskirche. Dirigent des 
1932 von ihm begründeten "Liederkranz", eines gemischten Chors mit 
Männerchor. 

Nach 1945 Leiter der Chorgemeinschaft Roxheim und Anreger und 
Organisator des Pfälzischen Sängerbundesfestes 1952 in Frankenthal. 
Zeitweise - Stand 1954 - Mitglied des Musikbeirats des Pfälzischen 
Sängerbundes. Er erhielt 1959 das Bundesverdienstkreuz. Seit 1966 lebte 
er im Altersheim Rülzheim. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.789.848, auf Antrag vom 19/X1/37. 
Kreischorleiter des DSB. 

Deutschland. Chorwerk (RS Saarbrücken, 11/VI1/39, Liederkranz 
Frankenthal, Dgt. selbst). 





Burghauser, Hugo 
Wien, 27. Februar 1896 - New York, 9. Dezember 19832. 
Fagottist der Wiener Philharmoniker, auch Dirigent. Da er mit den 
proletarischen Freidenkern sympathisierte, mußte er 1938 nach Canada 
emigrieren, wo er im Sinfonieorchester Toronto arbeitete, und ging 1941 
in die USA, hier Mitglied des Orchesters der Metropolitan Opera bis zur 
Pensionierung. 


Burgstaller, Siegfried 
Papenburg, 24. September 1883 - Berlin, 28. Januar 1951. 
Sohn eines Chormeisters und Komponisten und einer Musikpädagogin; Dr. 
ing., zunächst Elektrochemiker und Beleuchtungstechniker. Ab 1925 
Pianist, Musikschriftsteller und Komponist in Berlin-Schöneberg. 
Werke: u. a. Konzertwalzer für Klavier Op. 29 (1938). 


NSDAP seit 1/1/32, Nr. 843.325. 1932 beim KfdK Groß-Berlin, Gruppe 
Musik, Sachreferent für Schrifttum und Reichsorganisationsleiter der 
Fachgruppe Musik im KfdK; 1933 Stellv. des Reichsfachgruppenleiters und 
Fachgruppenleiter Musik des KfdK Berlin, außerdem Referent für Ernste 
Musik und Mitglied des Werkprüfungsausschusses. 1934 Mitglied des 
Großen Rats des Berufsstandes der dt. Komponisten (RMK). 

27.)Januar 1933, Keine Entschuldigung: 

"Das Kampfbund-Orchester unter Gustav Havemann setzte sich 
letzthin für eine Novität ein, die in Wirklichkeit eine einzige Reminiszenz 
an die aufgeblasenen Orchesterräusche der Vorkriegszeit darstellte und 
geeignet war, einem den klangfeindlichen Puritanismus der heutigen 
Linearitätsfanatiker liebenswert zu machen. Siegfried Burgstallers Suite 
für großes Orchester und konzertierendes Klavier >Rokoko< - deren Titel 
allein in einem halb sträußelnden, halb mozärtelnden Thema des ersten 
Teils einen Schein von Rechtfertigung findet, während es für den Untertitel 
des zweiten (>Lillys Park< - nach Goethe!!) schlechterdings keine 
Entschuldigung gibt - ist eine unleidliche Nichtigkeit, die mit ihrer fetten 
Harmonik, feisten Instrumentation, dem lärmenden dramatischen Getue 
und der Torheit des vermeintlichen >Inhalts< einfach auf die Nerven geht" 
(Walter Abendroth: Aus dem Berliner Musikleben. "AMZ" LX/4, 27/1/33. S. 
51): 

Information: DML, FA, LdCh. 


Burgwart, Karl Peter siehe: Bourgeois 


Bur is e Bur = \Wenn ma bim Bure deint 


B 898 





Burkard, Jakob Alexander 
Finthen bei Mainz, 15. Februar 1869 - Anspach im Taunus, 11. Juli 
1944. 
Sohn eines Bäckermeisters; Klavierpädagoge und Musikschriftsteller in 
Frankfurt a. M. 
Werke: u. a. vor allem Unterrichtswerke für Klavier; Rheinlieder, 
Liederstudie. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Heil Retter! (eigener T) für Chor (UrS: SWF, 2/VI11/33, NS-Chor der 

Kreisleitung Frankfurt, Dgt. C. Kretzschmar). 

Deutschland wacht! Friede und Freude: Felsenfester Glaube 

(Glockentöne klingen) (eigener T), für Gesang mit Klavier (1941) [SV]. 
Information: DML, FA. 


Bürke, Gustav 

Berlin, 6. Februar 1885 - Berlin, 15. September 1938. 
Theaterkapellmeister und Musikpädagoge in Berlin; 1925 Lehrer für 
Klavier und Theorie an der Musikhochschule, auch Leiter der 
Orchesterschule, 1934 Professor mit Wohnsitz Klein-Machnow. 
Werke: "Frühlingsnacht", romantische Oper; Orchesterstücke; Chöre und 
Lieder, so Sechs Lieder für Singstimme mit Klavier Op. 1 (1914); 
Klavierstücke. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP oder NSLB. 
Erhebung für MCh (DtldS, 14/111/35). 
Arbeitsdienst marschiert: Wir schaffen uns ein Vaterland (eigener T). 
Marschlied für Gesang mit Klavier (1936) [PR]. 
Volksgebet für Musikkorps mit MCh (u. a. Berlin, *31/V/35, zur 
Skagerrak-Feier der Marinevereine und Marineverbände, Ausführende: MK 
der MAA 5, Dgt. Musikfw. Bölk; RS Stuttgart, 16/X11/38). 

Information: DML, FA. 


Burkersroda, Kurt von 
1894 - 1917 


Wir wollen zu Land ausfahren über die Heiden breit, aufwärts zu den 
klaren Gipfeln der Einsamkeit (T: Horant = Hjalmar Kutzleb, 1911, aus der 
Zeitschrift "J ungwandervogel"). Wanderlied der bündischen Jugend 
(1912), auch in W. Jahn, "Spielmannslieder" (1917). Titel: Die blaue 
Blume oder Ausfahrt. 
Textprobe (4. Strophe): 

"Es blüht im Wald tief drinnen 

die blaue Blume fein; 

die Blume zu gewinnen, 

wir ziehn in die Welt hinein. 


B 899 





Es rauschen die Bäume, 
es murmelt der Fluß: 

wer die blaue Blume will finden, 

der muß ein Wandervogel sein!" 
In: 
Unsere Lieder (?1933; nur T, Melodie onA); Deutsche Jugend heraus! 
(Kassel, 1933; Melodie onA); Volk singt (1934); Deutschland über alles! 2 
(1934); Jungvolk-Lieder (21934); Stimmt an! (1934); Singkamerad 
(21934, 31935; mit Vorschlag zur Textparodie "Hitlerjunge" statt 
"Wandervogel","Wanderbursche"); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, 
Textausgabe 1941); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Unsere Lieder 
(71938); Liederbuch der SA (91938). 


Burkhardt, Christian 
1830 - 1908 


Im Feld des Morgens früh eh noch die Nebel sanken (T: L. Bauer). 
Soldatenlied, schon vor dem Wk. | verbreitet (u. a. Stuttgart, *J uli 1938, 
beim Schwäb. Liederfest des DSB). 
Textprobe (3. Strophe): 

"im Feld, des Morgens früh; 

der Mähdrin wird so bange, 

ihr wird so bleich die Wange: 

Ein junger Reiter sinkt vom Roß, 

die Kugel ihm die Brust 

durchschoß 

im Feld, des Morgens früh". 
In: 
Das Lied des Arbeitsdienstes (1933); Stimmt an! (1934); 
Soldatenliederbuch (41940). 


Burkhardt, Gottfried (Georg Gustav) 

Leipzig-Reudhnitz, 22. Juli 1911 - Dresden, 12. März 2001. 
Musikpädagoge in Leipzig; Organist, Musiklehrer, Chorleiter und Dirigent 
der Freien Singgemeinschaft Leipzig. 

Nach 1945 weiterhin in Leipzig, hier KMD an der Markuskirche, die 
von der Regierung der DDR 1973 stillgelegt und 1978 gesprengt wurde; 
zuletzt i. R. im Seniorenzentrum Moritzburg. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP oder NSLB. 

Lied der Panzerjäger: Das Lied der Panzerjäger froh (T: K. Burkhardt 
und E. Bock), für Gesang oder Melodiestimmen mit Klavier/ Akkordeon 
(1941) [CR]. 


B 900 





Burkhardt, Max 

Löbau/ Sachsen, 28. September 1871 - Berlin, 12. November 1934. 
Sohn eines Musikdirektors; Dr. phil. Leipzig 1897 (Beiträge zum Studium 
des deutschen Kunstliedes und seiner Anfänge im 16. und 17. 
Jahrhundert). Komponist, Chordirigent und Hochschuldozent in Berlin, 
auch Musikschriftsteller und Lautensänger. 
Werke: Opern, so "König Drosselbart" (Köln, 1904) und "Das 
Moselgretchen" (Schwerin, 1913); Sinfonien; Lieder, auch mit Laute. 


NSDAP seit 1/V1/30, Nr. 255.634. 1932 Gründer und Leiter des NS- 
Kampfbundchors Berlin, dann Gauchor der NSDAP; beim KfdK Groß-Berlin, 
Gruppe Musik, Abt. Nachschaffende, Referent für Chor; 1933 
Musikfachberater im Gaukulturamt Berlin; Gründer und Leiter des 
Reichsverbandes für Volksmusik. 1934 im Verwaltungsausschuß der RMK 
und Leiter der Fachschaft Volksmusik im Amt für Chorwesen und 
Volksmusik der RMK. 

Vom deutschen Rhein: Quellgeflüster - Der breite Strom - Rheinfall - 
Der Jäger aus Kurpfalz - Auf dem Niederwald - Winzerfest - Loreleyzauber 
- Prozession - Kölner Karneval - Ins ewige Meer. Tondichtung (UrS: FSt. 
Berlin, 7/VI11/33, Berliner KampfbundOrch, Dot. selbst). 

Das erste Jahr des Kampfbundchores ("Deutsche Kultur-Wacht" 11/8, 
1933. S. 20). 

20. Oktober 1933, Nachricht: 

"Der Kampfbund-Chor ist vom Gau Berlin der NSDAP übernommen 
worden und heißt jetzt >Chor des Gaukulturamtes Berlin<. Der Leiter ist 
nach wie vor Dr. Max Burkhardt, der auch als Musikfachberater in das 
Gaukulturamt berufen worden ist" ("AMZ" LX/42, 20/X/33. S. 527). 

Information: DML, FA, RML, MGGS. 


Burkhart, Franz 
Wien, 19. September 1902 - Wien, 20. Oktober 1978. 

Schüler von F. Grossmann und Th. Streicher; Musikpädagoge, Dirigent, 
Komponist in Wien. 1925-38 Lehrer am Volkskonservatorium und Dirigent 
Wiener Chorgruppen, seit 1930 des Wiener Trompeterchors (Deutsche 
Trompeter-Kameradschaft); 1940 Theorielehrer am Städt. Konservatorium 
und 1941 Chormeister des Wiener MGV. 

1948 Leiter der städt. Kindersingschule, 1951 Professor. 
Werke: Messe und Chöre; Männerchöre, auch mit Orch oder Orgel; 
Lieder; Suite für 4 Hörner; Volksliedbearbeitungen. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Valerius: Niederländisches Dankgebet. Für Trompeterchor, Pauken und 
Orgel: F. Burkhart (UA: Wien, *11/V/30, beim 1. Gautag der NSDAP). 
11. Mai 1930: 

Zur Großen Festversammlung beim 1. Wiener Gautag der NSDAP 
bietet die Deutsche Trompeter-Kameradschaft, Dgt. Burkhart, den 
"Feierlichen Marsch" von Alwin Franz, eine "Festmusik zur Fahnenweihe" 


B 901 





bei Weihe und Übergabe von vier neuen SA-Sturmfahnen, die Fanfare 

"Pfalz-Neuburg-Teutschmeister" (1690) und das Deutschlandlied mit Orgel 

und Schargesang. 

Deutsche Wehr, deutsche Ehr. Marsch (RS München, 1/1/36). 

Junges Deutschland. Marsch (RS München, 1/1/36). 

Ewige Scholle (Texte: R. Billinger, Hans Winterl, C. F. Meyer, Th. Storm). 

Kantate für 5 Solostimmen, MCh und Orch (1939; UA: Mannheim, 1942) 

[B&S]. 

Deutschland: Du ewiges Feuer (T: G. Schumann). Hymnus für A4stimm. 

MCh, Blechbläser und Pauken (1940) [B&S]. 

Schnitter Tod. Kantate über das alte Volkslied für dreigeteilten J] ugend- 

oder Frauenchor, Instrumente und Orgel (1944; UA: Wien, 5/V1/43) [D]. 
Information: FA, KDMK (mit verkürztem Werkverzeichnis), LdCh. 


Burmeister, Heinrich 
Münster, 14. Dezember 1883 - Oldenburg, 29. August 1945. 
Orchestermusiker, Posaunist in Oldenburg; Kammervirtuose, Mitglied des 
Oldenburgischen Staatsorchesters, auch Orchestervorstand. 


NSDAP seit 1/VIII/30, Nr. 286.259. Stand Dezember 1933: Leiter der 
Ortsgruppe Oldenburg des KfdK. 1934 Städt. Musikbeauftragter für 
Oldenburg; 1935 Vertrauensmann der RMK, Gau Weser-Ems, 1936 - 
zunächst ehrenamtlich - Landesleiter der RMK Gau XXVIIl Weser-Ems. 


Burmester, Willy 
Hamburg, 16. März 1869 - Hamburg, 16. Januar 1933. 
Sohn eines Geigers; Schüler von J. Joachim, Violinvirtuose in Graz, 
Professor und Geheimer Hofrat, auch Hgb. und Komponist, später in Berlin 
ansässig, zuletzt in Hamburg. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
30. März 1931, Etwas eitel: 
"Prof. Burmester besucht mich. Ein feiner alter und doch junger 
Herr. Ganz bei uns. Der berühmte Geiger ist wohl etwas eitel. Aber so sind 
sie alle" (Goebbels Tagebuch II, Eintrag vom 31/111/31. S. 42). 
Information: DNML, DML, FA, RML, MGG, SML. 


Burmester - Hartmann, Heinrich 
Braunschweig, 28. November 1878 - Hamburg, 21. Februar 1960. 
Komponist und Musiker in Hamburg. 
Nach 1945 weiterhin in Hamburg, nun i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Der Rhein bleibt deutsch. Marsch für StreichOrch mit Ensemblemusik/ 
für Militärmusik (1939) [SV]. 


B 902 





Tondokument- vom 18/1/34 - im DRA: 1570010-10. 
Ausführende: MK der MAA 2 Wilhelmshaven, Dgt. Wilhelm Welge. 


Burschenlied: Burschen heraus! Vaterländ. Studentenlied (1844; u. 
a. München, *10/V/33, zur Bücherverbrennung). Worte und Weise zuerst 
bei: Pocci, "Alte und neue Studentenlieder" (Landshut, 1844). 
Tondokument - vom 10/V/33 - im DRA: 1820111-01. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Burschen heraus! 
Lasset es schallen von Haus 
zu Haus! 
Wenn es gilt fürs Vaterland, 
treu die Klingen dann zur Hand 
und heraus mit mutgem Sang, 
wär es auch zum letzten Gang! 
Burschen heraus!" 
In: 
Das Soldatenlied (1932); Heil Hitler! (1933); Deutsche Marsch- und 
Fahrtenlieder (1933); Blut und Ehre (1933; "von Franz Pocci, vor 1844"); 
Deutsche Wehr- und Soldatenlieder (1933); Trum, trum (21933); Wir 
wollen singen (1933); Neues Deutschland 1 (1933); Vaterlandslieder und 
Freiheitsgesänge (1933); Das Lied des Arbeitsdienstes (1933); SA. SS.- 
Liederbuch (1933); Deutsche Volks- und Kampflieder für die HJ und das 
Jungvolk (1933); Lager-Lieder (1933); S.A. Liederbuch (1933); Deutsche 
Kampf- und Volkslieder (1933); NS-Volks-Liederbuch (21934); Schutz- 
und Trutz-Lieder-Buch (1934); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); 100 
ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934); J ungdeutschlands 
Lieder (1934); Lieder der nationalen Erhebung (1934; "1848"); Wohlauf 
Kameraden (1934); Die weiße Trommel (21935); Singkamerad (31935, 
81937); Glück ab, Kameraden! (1935); Niederdeutschland (1936); 
Deutschland im Lied (1936); Soldaten singen (1936); Wir marschieren 
(1937); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Lied über 
Deutschland (1937, >1941); Marschierende Jugend (21938); Unsere 
Lieder (71938); Kameradschafts-Lieder (1939); Deutsche Musik A (1941); 
RJF, Unser Liederbuch (61941); Hellau! (1942); Singt alle mit! (1944). 


Busch, Ernst 

Kiel, 22. Januar 1900 - Berlin (DDR), 8. Juni 1980. 
Sohn eines Maurers und einer Näherin; politischer Schauspieler und und 
Sänger, zunächst Dockarbeiter und Werkzeugmacher, dann Filmdarstelller, 
1928-30 freischaffend an Berliner Theatern, so auch im Theater am 
Schiffbauerdamm mit "Dreigroschenoper", zeitweise Kabarettsänger in 
Rosa Valettis "Larifari", Werner Fincks "Die Katakombe" und Kurt 
Robitscheks "Kabarett der Komiker", 1930-32 Mitglied des Ensembles der 
Volksbühne; seine letzte Rolle in Georg Kaisers "Der Silbersee" (UA) führte 
ihn zum 19. Februar 1933 nach Magdeburg. 


B 903 





1933 nach Holland emigriert, weil ihm wegen linksagitatorischer 
Aktivitäten Verhaftung drohte, 1935-37 in der UdSSR, 1937-38 in Spanien 
bei der 11. Internationalen Brigade, 1938-40 in Belgien, aber 1940 nach 
Frankreich abgeschoben, hier als "feindlicher Ausländer" in den Lagern St. 
Cyprien und Gurs interniert und 1943 an die deutsche Besatzungsmacht 
ausgeliefert; als Spanienkämpfer auf Seiten der Republik und "roter 
Agitator" im Reich verfolgt und wegen Hochverrat - "Verbreitung des 
Kommunismus in Europa durch Liedvorträge" - inhaftiert; die von G. 
Gründgens veranlaßte und bezahlte Verteidigung vor Gericht verhinderte 
1944 das sichere Todesurteil. 1944-45 saß er im Zuchthaus Brandenburg, 
bis ihn die Rote Armee befreite. 

1946-50 Mitglied des Deutschen Theaters, dann des Berliner 
Ensemble; 1951-53 mit Vorwürfen wegen "Formalismus" verfolgt und 
daher 1954 von der Leitung der Schallplattenfirma "Lied der Zeit" 
entbunden. Danach nur noch freischaffend. Er erhielt mehrere 
Nationalpreise der DDR, III (1949), II (1956), I (1966 und 1979); ferner 
den Vaterländischen Verdienstorden in Silber (1960) und Gold (1965), den 
Lenin-Friedenspreis der UdSSR (1972). 

Werke: Arbeiter- und "linke" Kampflieder in Text und Melodie, so "Am 
Jarama, Februar 1937". 


10. Dezember 1936: 

Im Säulensaal des Gewerkschaftshauses in Moskau bietet die 
Staatliche Philharmonie Moskau ein Programm mit Revolutionsliedern des 
Westens. Mitwirkende: Ernst Busch, der Chor der Karl-Liebknecht-Schule, 
Hans Hauska und Grigorij Schneerson (Klavier), B. Schmitzdorf 
(Schlagzeug), Sergej Tretjakow (einleitende Worte). 

Information: SML, RMLE, FA2. 


Busch, Fritz 
Siegen, 13. März 1890 - London, 14. September 1951. 
Sohn eines Geigenbauers; Orchesterdirigent, seit 1919 Operndirektor in 
Dresden, 1922 sächs. GMD. 

Dort als GMD am 7/111/33 durch örtliche NS-Fanatiker unter Führung 
eines Schauspielers, der sich als "Gaukunstwart der NSDAP" aufspielte, als 
Operndirektor abgesetzt und per Mißtrauensantrag des 
Staatsopernpersonals vom 18/111/33 verdrängt, lehnte aber das Angebot, 
als Kapellmeister weiterzuarbeiten, ab; im Rahmen der Neuordnung und 
Gleichschaltung der Dresdner Staatsoper beurlaubte ihn der k. 
Reichskommissar für das Volksbildungswesen, Dr. Hartnacke, als 
Operndirektor. Busch wurde im Juni "im Einvernehmen mit der Regierung 
und mit Unterstützung des Staatskommissars Hinkel" - jedoch ohne 
Wissen des RMVP - als Gastdirigent mit einem "rassisch" gemischten 
Ensemble zwecks politischer Werbung für das neue Reich nach Buenos 
Aires geschickt. 

Er blieb im Ausland, weil sich im Reich nicht mehr die erwünschte 
Spitzenposition ergab. 1937-41 Dirigent am Rundfunk in Kopenhagen. 


B 904 





Mitbegründer und musikal. Leiter der Glyndebourne Opera. Weiterhin 
gastierend. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. Mitglied des Ehrenpräsidiums der Deutschen 
Musik-Premieren-Bühne e. V. Dresden. 


1933 
7. März 1933: 

"(...) hatte ich nach der Rückkehr von einer 14-tägigen 
Gastspielreise (Kopenhagen-Hamburg) in der Dresdner Staatsoper 
>Rigoletto< zu dirigieren. (...) Wie üblich hatte ich eine Probe mit den 
Sängern 11/2 Stunden vor Beginn der Aufführung angesetzt, zu der ich 
pünktlich eintraf. Nachdem am gleichen Nachmittag die Hakenkreuzfahne 
und die schwarzweißrote Fahne auf dem Rathaus und auf dem Landtag 
gehißt worden waren, wurde abends im Opernhaus von SA-Leuten die 
gleiche Handlung vorgenommen. Vor Beginn der Probe wurde ich gegen 
1/27 Uhr von dem SA-Mann Heger gebeten, die Probe deswegen um 10 
Minuten zu verschieben, womit ich mich einverstanden erklärte. Die Probe 
begann pünktlich 10 Minuten später, wurde aber nach etwa 5 Minuten von 
einem zweiten SA-Mann unterbrochen, der mich aufforderte, auf die 
Bühne zu kommen. Ich machte ihn auf den weiteren Zeitverlust an der 
Probe aufmerksam, ersuchte ihn, die Verantwortung für einen eventuell 
späteren Beginn der Vorstellung zu übernehmen, und folgte der 
Aufforderung. In Gegenwart einer Staffel von etwa 60 SA-leuten und eines 
kleineren Teiles des Personals erklärte der Gaukunstwart der NSDAP, der 
Schauspieler Alexis Posse, in einer Ansprache auf der Bühne, daß er nach 
dem Wahlsieg die Vollzugsgewalt der Staatstheater übernehme; den 
Posten des Operndirektors übertrage er dem Kapellmeister Kutzschbach 
(...)" (F. Busch, Darstellung der Dresdner Vorgänge, undatiert. Quelle: BA 
Bestand RKK, Namensakte F. Busch). 

Da der SA-Mann Heger identisch war mit Franz Heger, Direktor der 
Generalintendanz der Sächsischen Staatstheater, folgte Busch dessen 
Bitte, die Probe um 10 Minuten zu verschieben, ohne Arg. 

11. März 1933: 

(1) 

Busch reist nach Berlin, wo die Schauspielerin Emmy Sonnemann, 
bald Frau Göring, ein Gespräch mit diesem vermittelt; Göring beschimpft 
die eigenmächtigen Parteigenossen in Dresden und verspricht sein 
Eingreifen. 

(2) 

Reichskommissar Manfred von Killinger ernennt Geheimrat Dr. 
Adolph zum k. Generalintendanten der Staatsoper Dresden und Alexis 
Posse zum Vertrauensmann der NSDAP am Theater. 

12. März 1933: 

In der Sächsischen Staatsoper geht für Geheimrat Adolph eine 
Entschließung der Vorstände und fast des ganzen Solopersonals ein, die 
Busch für weder künstlerisch noch menschlich qualifiziert erklärt, an der 
Staatsoper zu wirken. 


B 905 





14. März 1933: 

"(...) Im Auftrage der Parteileitung der N.S.D.A.P. übernahm am 8. 
März 1933 der Schauspieler Alexis Posse die Geschäfte des 
Generalintendanten der Sächs. Staatstheater. Der bisherige 
Generalintendant Dr. Reucker ist seines Amtes enthoben. Der 
Ministerialrat Dr. Reuter ist aus seiner Tätigkeit innerhalb der 
Staatstheater ausgeschieden. Dem Generalmusikdirektor Fritz Busch 
ist eine weitere Tätigkeit als Dirigent anheimgestellt worden. 

(...) Mit sofortiger Wirkung sind vom Dienst beurlaubt der bisherige 
Dramaturg Dr. Karl Wolf und der Studienmeister der Staatsoper Erich 
Engel. (...)" (H. H.: Ein Beispiel für viele: Staatstheater in jüdischen 
Händen / Umwandlung in den Sächsischen Staatstheatern. "VB" Nr. 73, 
14/111/33). 

15. März 1933: 

"(...) Gestern war Strauss bei mir; wir können uns einfach nicht 
denken, wie es möglich war, Sie so zu behandeln - wenn Sie mal fünf 
Minuten Zeit haben, schreiben Sie mir doch mal - oder - kann ich vielleicht 
etwas für Sie tun? Ich stehe zur Verfügung! Strauss auch! Auch ein Artikel 
der Münchner Zeitung, der Ihnen vielleicht Spaß macht. Ich glaube 
bestimmt: wenn die Kinderkrankheiten der erste Tage geheilt sind, wird 
das alles wieder von selbst vergehen. (...)" (Knappertsbusch an Busch, 
15/111/33. Quelle: Brüder-Busch-Archiv, Karlsruhe. Signatur: B 6541). 

Beobachter bemerkten nicht, daß das Chaos des Anfangs politische 
Taktik war, um dann zentralistische Ordnung schaffen zu können. 

17. März 1933, Rechtfertigung des "Gaukunstwarts": 

"(...) Wohl gehörte Busch keiner politischen Partei an. Es ist auch 
bewußte Unwahrheit, wenn eine gewisse Presse jetzt behauptet, Busch 
wäre zum Eintritt in die NSDAP. aufgefordert worden. Dazu lag nie 
Veranlassung vor. Jedenfalls ist Busch Mitglied des Rotary-Clubs und nach 
seinen eigenen Äußerungen ausgesprochener Pazifist und Demokrat. Der 
Besitzer und Hauptschriftleiter der demokratischen >Dresdener Neuesten 
Nachrichten<, der Prof. Julius Ferdinand Wolff, ist Rotarier, getaufter J ude 
und Busch's Freund. Busch verkehrte ausschließlich in den Kreisen von 
Juden, Demokraten und Warenhaus-Besitzern. 

(...) Jedenfalls war er ein ausgesprochener Gegner unserer 
Freiheitsbewegung, was in der noch folgenden ausführlichen Denkschrift 
eingehend dargelegt wird. 

(...) Wenn heute eine gewisse Presse in den Vordergrund stellt, daß 
Busch ein guter Dirigent sei, so habe ich zu erwidern, daß ich das nie 
bestritten habe. Ich habe ihm ja auch, wie schon erwähnt, anheimgestellt, 
als Dirigent zu bleiben. Er ist dennoch gegangen und hat somit als 
Beamter sein Amt verlassen. Ein guter Dirigent ist noch lange kein guter 
Operndirektor. Selbst ein Richard Strauß mußte in Wien und Berlin als 
Operndirektor versagen. Wenn man behauptet, Busch sei Arier, so habe 
ich zu erklären, daß das gerade das bedauerliche ist. Jedenfalls hat es seit 
Jahren nicht an gutgemeinten Mahnungen und Wünschen nationaler und 
Busch nur gut gesinnter Kreise gefehlt. Fritz Busch jedoch befand sich so 
in den Händen seiner jüdischen und undeutschen Ratgeber, daß alle 


B 906 





Mahnungen nutzlos waren" (Alexis Posse an Reichsminister Göring, 17/I11/ 
33. Quelle: BA Namensakte Fritz Busch). 

Posses Frechheit, dem Beamten Busch Arbeitsverweigerung 
anzuhängen, ist charakteristisch für seine Methodik. 
19. März 1933: 

(1) 

Hinterhalt: 

"Dem kommissarischen Volksbildungsminister ist eine von 
sämtlichen Vorständen und der überwiegenden Zahl der Mitglieder der 
Sächsischen Staatsoper unterzeichnete Entschließung zugegangen, in der 
dem kommissarischen Generalintendanten die Bitte unterbreitet wird, zu 
verhindern, daß Fritz Busch in irgendeiner Funktion an die Staatsoper 
zurückkehre. Er sei weder künstlerisch noch menschlich qualifiziert, an der 
Staatsoper zu wirken. Zur Beweisführung wird der Regierung die 
Vorlegung einer Denkschrift hierüber angekündigt" (Eine Entschließung 
gegen Fritz Busch. "Dresdner Anzeiger" Nr. 78, 19/111/33). 

Die Resolution war von 39 Mitgliedern der Staatsoper gebilligt, u. a. 
auch von Tino Pattiera, Maria Cebotari und Paul Schöffler; Chordirektor 
Pembaur lieferte eine eigene Denkschrift gegen Busch dazu, und auch der 
Orchestervorstand der Sächsischen Staatskapelle verfaßte neun Seiten 
Kritik. Nur vier Frauen hatten den Mut, ihre Unterschrift zu verweigern: 
Lotte Elsner, Camilla Kallab, Hilde Clairfried und Martha Fuchs. 

(2) 

"(...) Und wie steht es denn in Wirklichkeit mit jenen >tüchtigen 
Männern<? Sie wären gewiß nicht aus der neuen Bewegung ausgeschaltet 
worden, wenn sie nur mit ihrer fachlichen Befähigung dem Interesse der 
Allgemeinheit gedient hätten. Sie kannten aber meist nur ein einziges 
Motiv ihres Handelns: ihre Ichsucht. Und deshalb sind sie für den neuen 
Aufbau nicht brauchbar. (...) Sie werden sehr bald ersetzt sein" (H. S. = 
Hans Schnoor: Das neue Reich der Kunst. "Dresdner Anzeiger" Nr. 78, 19/ 
111/33). 

Der Autor des Kommentars verlangte Härte bei der Gleichschaltung. 


20. März 1933: 

Posse sendet Ministerialdirektor Hinkel "einige Vorgänge" in der 
Angelegenheit des "bisherigen Dresdner Operndirektors" Fritz Busch. 
21. März 1933: 

"(...) Ich kann jetzt nicht in der Dresdner Luft leben. (...) Es wird 
mir nicht möglich sein, Grete, nach den letzten Vorgängen die >A< in 
Dresden zu dirigieren. Ich kann die Gesichter nicht mehr sehen" (Busch, 
Berlin, Hotel am Knie, an seine Frau, 21/111/33. Quelle: Brüder-Busch- 
Archiv, Karlsruhe. Signatur: B 4748). 

"A" = Arabella. 

1. April 1933, Endgültig: 

"(...) Unter keinen Umständen kann aber daran gedacht werden, 
dass Busch auf seinen Dresdener Posten zurückkehrt oder h. c. noch 
einmal das Dresdener Haus betritt. In Sachen Busch ist alles restlos 
versiebt, und es ergibt sich für Sie die zwingende Notwendigkeit, den 


B 907 





Gedanken Reucker/Busch/Arabella-Uraufführung aufzugeben. (...)" 
(Tietjen an Richard Strauss, 1/1V/33. Quelle: Richard-Strauss-Archiv 
Garmisch. Abdruck in: "Richard Strauss-Blätter", Wien, Heft 20, Dezember 
1988. S. 58). 

Diese UA war geplant in Inszenierung von Generalintendant Reucker 
und unter Buschs Leitung. 

10. April 1933, Goldne Brücke?: 

"(...) nach Verhandlungen, die ich als beauftragter kommissarischer 
Disponent des Bühnennachweises mit Herrn Generalmusikdirektor Fritz 
Busch im Auftrage des Direktoriums des Teatro Colon in Buenos-Aires für 
eine diessommerliche deutsche Spielzeit dort führte, nehme ich heute 
ergebenst Veranlassung, Ihnen folgendes zu unterbreiten: 

Mein Kollege Peter Unkel und Herr Ballarini werden Ihnen 
diesen Brief überbringen und Ihnen nochmals erklären, was ich ganz kurz 
wie folgt andeuten möchte: 

Ich habe den Eindruck, dass GMD Busch fürchtet, falls er sich für 
diese Tournee verpflichten sollte, er also den ersten Monat September der 
neuen Spielzeit von Berlin abwesend sein müsste, ihm dieses in nationalen 
Kreisen der deutschen Theaterwelt wiederum verübelt werden könnte, 
nach der Revision seiner Dresdner Angelegenheit, die er zu seinen 
Gunsten erhofft. 

Ich habe ihn selbst darauf hingewiesen, dass wohl der 
Reichsminister für Propaganda, Herr Dr. Goebbels es übernehmen 
könnte, dem betr. Theaterleiter, der evtl. Herrn Busch engagieren würde, 
klar zu machen, dass die Propaganda der deutschen musikdramatischen 
Kultur im Auslande es wohl sehr erfordern würde, gerade diesen 
prominenten Künstler noch 3-4 Wochen der neuen Spielzeit zu entziehen. 

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wollten Sie den beiden Herren Ihre 
persönliche diesbezgl. Meinung über die Sache gütigst mitteilen, die ich 
dann Herrn Busch weiterleiten könnte, unter dem Gesichtspunkt, dass 
Ihre amtliche Meinung wohl sicher bei den Ministern Herren Dr. Goebbels 
und Rust auf volles Verständnis stossen würde. (...)" (Pg. Carl Braun an 
Staatskommissar Hinkel, 10/1V/33. Quelle: BA Namensakte Busch). 

Wie Carl Braun war auch Stephano Ballarini ein Sänger, der derzeit 
für den Bühnennachweis arbeitete. 

12. April 1933, Zunächst Absage: 

"(...) ich danke Ihnen nochmals für den Empfang, der mir die 
Möglichkeit gab, Ihnen in persönlicher Rücksprache meinen Standpunkt 
bezüglich des deutschen Gastspiels in BUENOS AIRES offen darzulegen. 

Nach eingehenden Überlegungen bin ich zu dem Entschluß 
gekommen, daß ich es als Künstler ablehnen muß, die Leitung und damit 
die Verantwortung zu übernehmen, weil ich keine Möglichkeiten sehe, ein 
erstklassiges Ensemble aus deutschen Sängern bei der vorgeschrittenen 
Zeit zu bilden. 

Außerdem möchte ich gerade unter den heutigen Umständen 
Deutschland nicht verlassen" (Busch an Hinkel, 12/1V/33. Quelle: BA 
Namensakte Fritz Busch). 

Busch baute fest auf ein Engagement im Reich. 


B 908 





Inzwischen war bereits Erich Kleiber für Buenos Aires gewonnen, der 
Jedoch plötzlich absagte. 

15. April 1933: 

"(...) 1.) In Unterredung I mit Tietjen sagte er mir, dass Goe. meine 
Berufung an die Staatsoper wünsche, er, T. aber durch ein gentl. 
agreement gewisse Bindungen mit F. habe; ich erklärte, mir läge nur an 
künstlerischer Arbeit und ich überliesse gerne F. eine übergeordnete 
Stellung als Operndirektor oder ähnliches. 

(...) 5.) Ins Ausland darf ich nicht gehen, da dies die Regierung 
weder zulassen will noch kann. (...)" (Busch, handschriftlich, an Erich 
Engel, 15/1V/33. 10 Seiten, Fehler im Original. Quelle: Brüder-Busch- 
Archiv. Signatur: B 5455). 

Goe = Göring, F = Furtwängler. 

26. April 1933, Buschs Ja: 

"(...) nach der Absage des Herrn KLEIBER würde, wie mir mitgeteilt 
wird, das Zustandekommen der deutschen Opernstagione in BUENOS 
AIRES gefährdet gewesen sein. Ein Telegramm der dortigen deutschen 
Botschaft, von dem ich heute durch das Auswärtige Amt Kenntnis erhielt, 
wird Ihnen bekannt sein. 

(...) Das besondere Interesse, das Sie, sehr geehrter Herr 
Kommissar an dem Zustandekommen der deutschen Opernsaison in 
Buenos Aires nehmen, hat mich veranlasst, erneut die künstlerischen 
Möglichkeiten zu prüfen, Ich erfuhr bei den Verhandlungen, die der hiesige 
>Bühnennachweis< mit den beteiligten Instanzen führt, daß dank Ihrer 
Unterstützung die bisher bestehenden Schwierigkeiten zu einem 
wesentlichen Teil behoben worden sind. Ich kann deshalb meine bisher 
geäußerten künstlerischen Bedenken zurückstellen und weit 
vertrauensvoller als bisher dem Erfolg des deutschen Gastspiels 
entgegensehen. Natürlich muss nach wie vor alles getan werden, um die 
beste deutsche Kunst in Buenos Aires zu vermitteln, da nur so den 
nationalen Interessen gedient ist. 

Ich bin Ihnen deshalb auch für die Zukunft, nachdem ich endgültig 
die Leitung übernommen habe, für jede Unterstützung dankbar und stehe 
Ihnen gern, falls Sie eine erneute persönliche Rücksprache wünschen 
sollten, zur Verfügung" (Busch an Hinkel, 26/1V/33. Quelle: BA, 
Namensakte Fritz Busch). 

Die erneute Besprechung Buschs mit Hinkel fand am 2. Mai im 
Preuß. Kultusministerium statt. 

20. Mai 1933, Querschüsse: 

"Die Amtswalter der Betriebszelle Städtische Oper A. G. haben mit 
Befremden davon Kenntnis genommen, daß, wie der V. B. vom 4. 5. 
mitteilt ein Operngastspiel in Buenos Ayres mit Billigung der Regierung 
und mit Unterstützung des Staatskomissars Hinkel unter der Spielleitung 
des Herrn Karl Ebert stattfinden soll. 

Dagegen wenden wir uns mit folgender Begründung: 

I.) Herr Karl Ebert hat durch die Mitunterzeichung des berüchtigten 
Hölzlbriefes, womit er sich für einen Mordbrenner einsetzte, eine politisch 
bolschewistisch tendierende Haltung eingenommen. 


B 2097 





Il.) Herr Karl Ebert hat ferner mit den durch ihn aufgeführten und 
von ihm besonders liebevoll inscenierten Jüdischen Machwerken 
(Bürgschaft und Schmied von Gent), weiter durch seine 
Holländerinscenierung sowie durch die Auswahl seiner Mitarbeiter für die 
Boheme und Troubadourinscenierungen bewiesen, daß er auch 
künstlerisch absolut bolschewistisch tendiert. 

Ill.) Herr Karl Ebert ist als Vorgesetzter und Bühnenleiter bis zur 
Niedertracht unsozial gewesen. 

Wir erklären als deutsche Nationalsozialisten: Ein solcher Mann darf 
nie mehr in führender Stellung über deutsche Künstler gesetzt werden und 
darf nicht als Repräsentant deutscher Kunstbelange im Auslande, vor 
allem nicht als Inscenator von Richard Wagners Werken zugelassen 
werden. 

Wir richten daher an die im Zusammenhang mit dieser 
Angelegenheit genannten amtlichen Stellen die dringende Bitte, öffentlich 
davon abzurücken" (Entschließung, gez. Wiedemer und Gustavus, an 
Staatskommissar Hinkel, 20/V/33. Quelle: BA Namensakte Karl Ebert). 

Die Reichsbehörden ignorierten dieses Schreiben. Das Gastspiel in 
Argentinien löste nämlich mehrere interne Probleme und galt überdies als 
erstklassige Kulturwerbung für das Reich. 

Der "Hölzlbrief" war ein Appell humanistisch-linker Intellektueller für 
den proletarischen Freikorpsführer Max Hölz, der am Kapp-Putsch 
teilnahm und im März 1921 den Aufstand der Bergarbeiter von Mansfeld 
führte, jedoch scheiterte und als Aufrührer vor Gericht kam. 

Übrigens sind die Namen der beiden Unterzeichner im DBJ 1934 
nicht registriert. 

4. Juni 1933, Fürsprache: 

"(...) 4. Ferner wäre ich Ihnen, Herr Minister, dankbar für ein kurzes 
Wort über den Verlauf der Angelegenheit Busch/ Gewandhaus. Ich 
überlege, wie man auch abgesehen davon Busch eine Tätigkeit in Berlin 
ermöglichen könnte. Auf alle Fälle wird veranlaßt werden, dass er als Gast 
einen Konzert-Zyklus mit dem Philharmonischen Orchester in der 
Philharmonie (so wie ihn voriges Jahr etwa Bruno Walter hatte) leiten 
kann. Was ich mir sonst in dieser Sache denke, darüber mündlich. (Das 
alles hindert allerdings nicht, dass die Hauptsache ist, dass die Sache mit 
dem Gewandhaus glatt gehen wird.)" (Furtwängler an Reichsminister Dr. 
Rust, 4/V1/33. Quelle: BAR 56 I/ 140, Blatt 20-21). 

Der Fürsprecher arbeitete auf die völlige Rehabilitierung Buschs 
gegen den unqualifizierten Angriff in Dresden und für seine Einsetzung als 
Kapellmeister am Gewandhaus Leipzig hin. 

10. Juni 1933, Denunziation: 

"(...) Es hat weiter größtes Bedauern bei allen Eingeweihten 
hervorgerufen, daß Herr Busch für sein Operngastspiel nach Buenos Aires, 
das angeblich vom Deutschen Reich finanziert werden soll, alle diejenigen 
Juden mitnimmt, die auf Grund des Arier-Paragraphen aus dem Verband 
der hiesigen Staatsoper entlassen worden sind (Z. B. den jüdischen 
Kapellmeister Erich Engel, den ungarisch-jüdischen Korrepetitor Kinsky 
usw.). Weiter will das Gerücht nicht verstummen, daß seine 


B 910 





Privatsekretärin die bisherige jüdische Sekretärin des Theateragenten 
Mertens sein soll" (NSDAP Gau Sachsen, Hauptreferent Börner, an 
Staatskommissar Hinkel, 10/V1/33: Quelle: BA Namensakte Fritz Busch). 

Börner erwies sich hier abermals als ein fanatischer Denunziant. 
13. Juni 1933, Abfuhr: 

"Im Besitz Ihres Schreibens vom 10. d. Mts. teile ich Ihnen im 
Auftrag von Herrn Staatskommissar Hinkel in der Angelegenheit 
Generalmusikdirektor Busch mit, dass das Gastspiel Busch nach 
Genehmigung durch die zuständigen ministeriellen Stellen hier in Berlin in 
Ordnung geht. Von einer Finanzierung durch das Reich ist uns hier nichts 
bekannt" (Staatskommissar Hinkel an Theaterfachgruppe, NSDAP Gau 
Sachsen, Börner, 13/V1/33. Quelle: BA Namensakte Fritz Busch). 

Juli 1938: 

Busch erhält ein Angebot von Furtwängler, die Philharmonischen 
Konzerte im Winter zur Hälfte mit ihm zu teilen, lehnt dies jedoch ab. 

27. Juli 1933: 

Die "Neue Freie Presse", Wien, meldet die Verhaftung und 
Beurlaubung von A. Börner wegen Fälschung - Herabsetzung - seiner 
Parteinummer. 

Die Tat beweist, wie dumm dieser NS-Funktionär war, daß er sich 
einbildete, solche Fälschung würde nicht auffliegen. 

3. August 1933: 

Busch dirigiert zur offiziellen Wagner-Feier der Stadt Buenos Aires 
als Auftakt der deutschen Spielzeit das Orch des Teatro Colön und bietet 
einige Vorspiele Wagners und Bruchstücke aus "Der Ring des Nibelungen". 
10. September 1933: 

Busch dirigiert im Teatro Colön als Schlußvorstellung der deutschen 
Temporada den "Rosenkavalier" von R. Strauss. 

22. September 1933, Fürsprache: 

"(...) Fritz Busch hat hier kuenstlerisch fuer Deutschland einen 
Bombenerfolg gehabt, wie noch niemals ein Dirigent zuvor. Es ist als Folge 
hiervon zu hoffen, dass ein deutsches Operngastspiel zur staendigen 
Einrichtung der Saison des Teatro Colon wird. Jedenfalls besteht bei den 
gegenwaertigen Machthabern diese Absicht. Dieses Verdienst ist in der 
Hauptsache ja, man kann fast sagen, ausschließlich Busch's 
ueberragendem Koennen zuzuschreiben. 

Ich hatte Gelegenheit, Busch auch persoenlich naeher 
kennenzulernen und stelle ihn auch menschlich sehr hoch. Er ist zweifellos 
der Typ eines deutschen Kuenstlers und eine starke Persoenlichkeit. 

Andererseits ist nicht zu leugnen, dass er zweifellos bis zu den 
bekannten Dresdner Vorfaellen als 100%iger Kuenstler der Politik leider 
voellig ferngestanden hat. Die Dresdner Vorfaelle, die, wie ich von 
anderen Herren, u. a. Herrn Unkel und dem Regisseur Engels und seiner 
Gattin Editha Fleischer, hoere, doch zweifellos von einer untergeordneten 
Stelle inszeniert wurden, welche spaeter selbst sich als nicht einwandfrei 
herausgestellt hat, waren natuerlich nicht geeignet, Busch's Sympathien 
fuer die Politik zu erwecken, im Gegenteil. Soweit ich die Sache 
uebersehen kann, ist doch wohl Busch zweifellos ein grosses Unrecht 


B 911 





geschehen und ich hoere, dass dies ja auch von dem Pg. Goering und von 
Ihnen anerkannt wird. 

Meiner unmassgeblichen Meinung nach genuegt diese innerlich 
sympathisierende Einstellung Busch gegenueber aber nicht, um das 
begangene Unrecht wieder gutzumachen. Es ist vielmehr unbedingt 
erforderlich, dass Busch von entscheidender Stelle oeffentlich wieder 
rehabilitiert wird. Wenn gegenwaertig fuer ihn kein, seinen Ausmassen 
entsprechender grosser Posten gefunden werden kann, so muesste doch 
in einer oeffentlichen Erklaerung von Regierungsseite aus Busch wieder 
rehabilitiert werden, aus den verschiedensten Gruenden. 

Zunaechst einmal handelt es sich darum, ein zweifellos Busch 
gegenueber begangenes Unrecht wieder gutzumachen. -- Weit wichtiger 
ist aber ein anderer Grund. Ich habe den Eindruck gewonnen, als ob die 
ernsteste Gefahr besteht, dass dieser im besten Sinne kerndeutsche 
Kuenstler durch Verbitterung ueber das Erlebte dem deutschen Volke 
verlorengeht. Es besteht die Gefahr, dass er entweder sich dauernd auf 
Gastspielreisen begibt, oder ein festes auswaertiges Engagement 
einnimmt. Damit wuerde fuer die Aussenstehenden, z. B. die Argentinier 
und die Auslandsdeutschen hier der Eindruck entstehen, als ob auch 
dieser bedeutende Mann aus politischen Gruenden ein aehnliches Los des 
Vagabundentums zu teilen haette, wie die sogenannten, juedischen 
Intellektuellen. Hierdurch wuerde das Ansehen des Nationalsozialismus im 
Auslande ungeheuer geschaedigt werden (...)" (NSDAP, Landesgruppe 
Argentinien, Landesgruppenleiter Brandt, an Staatskommissar Hinkel, 
22/1X/33. Quelle: BA Namensakte Busch). 

Eine öffentlichen Rehabilitierung hätte die Geschichte anders 
gelenkt. Zum Glück für Busch war das Regime im Umgang mit Künstlern 
ganz unerfahren. 

12. Oktober 1933, Mahnung: 

"(...) Von der Reise des Generalmusikdirektors Busch und seines 
Emsembles hatte das Reichsministerium für Volksaufklärung und 
Propaganda leider überhaupt keine Kenntnis erhalten. Ich habe die 
Absicht, diesen Fall zum Anlass zu nehmen, die Theaterkammer, das 
Reichskartell der Deutschen Musikerschaft und das Reichskartell der 
bildenden Künstler darauf hinzuweisen, dass ich den grössten Wert darauf 
legen muss, von jeder Propagandareise deutscher Künstler ins Ausland 
rechtzeitig vorher unterrichtet zu werden. Der Leiter einer solchen Tournee 
muss verantwortlich dafür sein, dass die Zusammensetzung seines 
Ensembles ein dem deutschen Ansehen würdiges Auftreten gewährleistet. 
(...)" (RMVP, Abt. VII, Ministerialrat Demann, an das Preuß. Ministerium 
für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Staatskommissar Hinkel, 12/X/ 
33. Quelle: BA Namensakte Fritz Busch). 

24. Oktober 1933, Argentinien und ein Protest: 

"Ein erfolgreiches Operngastspiel hat der ehemalige 
Generalmusikdirektor Fritz Busch in Buenos Aires veranstaltet. Es wurde 
>Meistersinger<, >Tristan und Isolde<, >Parsifal<, >Fidelio< und 
>Rosenkavalier< mit außerordentlichem Erfolg gegeben. Im Ensemble 
befinden sich u. a. die deutschen Künstler: Lauritz Melchior, Michael 


B 22 





Bohnen, Anni Konietzki neben Leuten wie z. B. Karl Ebert, der ehemalige 
Intendant der Charlottenburger Oper, die wir nicht für würdig erachten, 
deutsche Kunst im Ausland repräsentativ zu vertreten. Nicht uninteressant 
ist es, zu wissen, daß der Bühnennachweis in Berlin diese Leute nicht 
verpflichtet hat. Da wir keinen Wert darauf legen, daß das Ausland einen 
verwässerten Internationalismus mit deutschem Künstlertum identifiziert, 
müssen wir verlangen, daß in Zukunft deutsche Kunst im Ausland nur 
durch Künstler vertreten wird, die in ihrer Person und ihrer Geisteshaltung 
das Siegel reinsten Deutschtums tragen" (Deutsches Operngastspiel in 
Südamerika. "DBkorr" Il/31, 24/X/33. S. 4). 

Der scharfmacherische Artikel informiert falsch; tatsächlich hatte 
der k. Disponent des Bühnennachweises, Pg. Carl Braun, schon Anfang 
April 1933 mit Busch wegen Buenos Aires verhandelt und dessen 
künstlerische Bedenken dann mit Hilfe von Staatskommissar Hinkel 
zerstreut. Pg. Mitarbeiter des Bühnennachweises, Pg. Peter Unkel, 
begleitete sogar die Tournee als "Aufpasser". 

10. November 1933, Eindruck vor Ort: 

"Nur nebenbei soll erwähnt werden, daß Busch und seine prachtvolle 
Künstlerschar durch ihre Wirksamkeit in einem Lande, das unter starker 
antideutscher Propagandaeinwirklung steht, mehr für die Festigung des 
deutschen Ansehens tat, als durch irgendwelche Propagandamaßnahmen 
zu erreichen gewesen wäre" (Dr. Wilhelm Luetke, Buenos Aires: Deutsche 
Oper in Argentinien. "AMZ" LX/45, 10/X1/33, S. 559). 

12. Dezember 1933, Angebot: 

"Ich habe ausserordentlich viel Angebote für ausländische Gastspiele 
und muss im Augenblick die Entscheidung über ein erneutes Gastspiel im 
Theatro Colone in Buenos-Aires abwarten, die in den nächsten Tagen 
eintrifft. Kommt diese Stagione zustande, so bedeutet sie nach dem Erfolg 
der vergangenen eine ungewöhnliche Propaganda für deutsche Kunst. Ich 
muss dann Mitte April nach Südamerika fahren, sodass St. Louis nicht 
einzurichten geht. (...)" (Busch, Zürich, an Dt. Kunstgesellschaft, 
Mutzenbecher, 12/X11/33. Fehler im Original. Quelle: BAR 55/ 1175. Blatt 
138). 


1934 
29. April 1934, Hoffnung in Kopenhagen: 

"Für die deutsche Kolonie ist es erfreulich, festzustellen, daß sich die 
Wiederannäherung des großen deutschen Dirigenten an seine Heimat nach 
den unliebsamen Vorfällen offenbar schon vollzogen hat; auch diese 
Tatsache, wie alle Nuancen aus dem Leben ihrer >Stars<, dem Dänen 
wohlbekannt, hat viel zu dem persönlichen Erfolge Buschs beigetragen" 
(B.: Konzert am Oeresund. "Deutsche Zukunft" 11/17, 29/1V/34 S. 15). 
29. Dezember 1934: 

"Weg mit Elektra! Gott sei Dank. Ihr Komponist ist ein porco, das 
hat er nun definitiv, hoffentlich auch Ihrem Empfinden!!, bewiesen! Ich 
dirigiere bewusst keine Sachen mehr von ihm. Man soll solchen viechern 
nicht auch noch den Bauch mästen" (Busch an Erich Engel, 29/X11/34. 
Quelle: Brüder-Busch-Archiv im Max-Reger-Archiv, Karlsruhe. Signatur: B 


B 913 





3831/2). 
Strauss war am 15/X1/34 Präsident der RMK geworden. Busch stand 
auf der anderen Seite. 


1935 
26. Juli 1935, Denunziation: 

"Busch, Fritz (Generalmusikdirektor)" (NSKG, Amt für Kunstpflege, 
Rundschreiben Nr. 6, Liste der Musik-Bolschewisten, 26/V11/35. Quelle: BA 
NS 15/ 187). 

Fehlte hier eine Begründung, so las man beim Bruder des 
Dirigenten, dem Geiger Adolf Busch zutreffend: "betrachtet den Hitler- 
Gruß als Beleidigung". 


1936 
27. Juni 1936: 

"Die Musik-Woche" IV/26, S. 19, informiert über die Ende Mai 
begonnenen Mozart-Festspiele in Glyndebourne, Dgt. F. Busch, von deren 
geplanten 31 Vorstellungen bis jetzt 23 ausverkauft seien. 

1. Dezember 1936: 

"(...) Es scheint, als wenn Floro M. Ugarte, der als Komponist 
geschätzt wird, die Nachfolge von Athos Palma übernehmen wird. Er steht 
der deutschen Musik freundlich gegenüber. Von dem neuen 
Generaldirektor wird es auch abhängen, ob Fritz Busch, der inzwischen 
das argentinische Bürgerrecht erworben hat, etwa wiederum oder gar 
dauernd als Dirigent hierher berufen wird. (...)" (Deutsche Botschaft 
Buenos Aires an Auswärtiges Amt, 1/X11/36. Quelle: BAR 55/ 20553. Blatt 
218-220). 

24. Dezember 1936: 

"(...) Günstig erscheint uns vor allem die Tatsache, dass auf Grund 
der personellen Umgruppierung innerhalb des Theatro Colon ein deutsch- 
freundlicher Kurs zu erwarten ist. Es müssten die Bemühungen auch dahin 
gehen, Fritz Busch und Carl Ebert auszuschalten. (...)" (Bühnennachweis, 
Kühnly, an RMVP, 24/X11/36. Quelle: BA R 55/ 20553. Blatt 227-230). 


1938 
25. März 1938: 

Im Hinblick auf mögliche Verpflichtung Buschs bei der 
Reichstheaterfestwoche in Wien bittet Dr. Schlösser das RPA Wien zu 
erkunden, ob der Dirigent für Deutschland, insbesondere Wien und 
Salzburg, tragbar sei (Quelle: BAR 55/ 20460. Blatt 165). 

November 1938: 

Der persönliche Referent von Gauleiter Globocnik, Wien, Dr. Heinz 
Capra, sucht Busch in Basel auf, um die Haltung des Dirigenten zum Reich 
zu erkunden. Als Vorleistung für eine etwaige Entscheidung verlangt dieser 
Freilassung und Ausreise für Paul, den Bruder des jüdischen Pianisten 
Rudolf Serkin. 

Die in der Schweiz lebenden Serkins waren Freunde der Familien 
Busch. Rudolf heiratete die Tochter Adolfs. 


B 914 





5. Dezember 1938: 

"Ich habe Ihnen vor etwa 10 Tagen telegraphiert, daß Herr Paul Se 
rkin freigelassen wurde und am 15. ds. M. ausreisen wird. Ich hoffe, 
daß Sie dieses Telegramm inzwischen erreicht hat. 

Heute möchte ich auf die in Aussicht genommene Besprechung mit 
dem Gauleiter in Budapest zurückkommen und Sie bitten, mir 
bekanntzugeben wo Sie am 14. ds. M. in Budapest für diese Besprechung 
erreichbar sein werden. 

Da Sie, sehr geehrter Herr Doktor, leider ablehnten, haben wir für 
die Staatsoper nunmehr andere Schritte eingeleitet und ich hoffe, daß wir 
spätestens mit dem neuen Jahr eine befriedigende Neuregelung, die vor 
allem die Führung grundlegend ändert, einleiten können. 

Wenn der Gauleiter trotzdem größten Wert darauf legt, Sie anläßlich 
Ihres Budapester Gastspieles aufzusuchen, so mögen Sie daraus ersehen, 
daß diesem Besuch nicht die Absicht zugrunde liegt, Sie in absehbarer Zeit 
zu einer Änderung Ihrer Haltung zu bewegen; der Gauleiter, der Ihre 
große Kunst seit langem schätzt und kennt, hat jedoch den Wunsch, von 
Ihnen einen persönlichen Eindruck zu bekommen. Darüber hinaus haben 
wir alle nicht aufgehört Sie als einen der unsern zu betrachten und 
werden, auch wenn Ihr Fernbleiben noch viele Jahre dauern sollte, uns 
bemühen den Kontakt niemals abreissen zu lassen" (Der persönliche 
Referent des Gauleiters Globocnik, Wien, Dr. Heinz Capra, an Fritz Busch, 
5/X11/38. Quelle: Brüder-Busch-Archiv, Signatur: B 6296. Fehler im 
Original). 

Ziel des abstrusen Versuchs war allerdings doch, Busch als Chef der 
Wiener Staatsoper zu gewinnen. Das Treffen fand in Budapest am 14. 
Dezember statt. Busch blieb beim Nein. 

Der Gesprächspartner Odilo Globocnik (1904-1944/45), SS- 
Obergruppenführer, hielt bis 1938 die Verbindung zwischen den 
Nationalsozialisten Österreichs und Hitler, war von Mai 1938 bis Januar 
1939 Gauleiter in Wien, organisierte 1942/43 in Polen den Völkermord an 
Juden in Treblinka und Majdanek und starb 1944 durch Partisanenaktion 
oder 1945 von eigener Hand. 

7. Dezember 1938: 

"(...) Könnt Ihr, Du und John, euch wirklich glücklich fühlen, alle 
diese Leute zu treffen und mit ihnen Hände zu schütteln nach allem, was 
dort in den letzten fünf Jahren und besonders in den letzten fünf Wochen 
geschehen ist (...). Wie ihr wißt, existiert Kunst im heutigen Deutschland 
nicht mehr, und jeder künstlerische Erfolg dort wird überall außerhalb 
Deutschlands mit Argwohn betrachtet, in der Tat nimmt die Welt nicht das 
geringste Interesse an künstlerischen Ereignissen in diesem schwarzen 
Fleck auf der Weltkarte (...). " (Fritz Busch an Audrey Mildmay, 7/X11/38. 
Quelle: Brüder-Busch-Archiv, Signatur: B 2751. Übersetzung). 

Die Adressatin, Sopranistin und Gattin von John Christie, dem 
Begründer des Glyndebourne Festivals, plante einen Auftritt in Hamburg 
bei einer privaten Gesellschaft und in Berlin. Sie hatte auch die Einladung 
zu einem Gastspiel als Susanna nach Salzburg 1939, weil die ursprünglich 
für die Rolle engagierte Ungarin Margit Bokor (1905-1945) als Jüdin 


B 215 





verdächtig war. Jedoch warnte auch Rudolf Bing, General-Manager der 
Glyndebourne Opera, wegen der "Wiedereinführung von mittelalterlichen 
und barbarischen Methode und Institutionen" in Deutschland vor 
Gastspielen (Bing an Audrey Mildmay, 15/XII/38. Quelle: Brüder-Busch- 
Archiv, Signatur: B 2767/1-2). 

12. Dezember 1938: 

"(...) Und am Donnerstag will der Wiener Herr kommen, worüber 
allerdings eine Bestätigung noch aussteht. (...)" (Fritz Busch an Grete 
Busch, handschriftlich, 12/X11/38. Quelle. Brüder-Busch-Archiv, Signatur: 
B 4907/11). 

Das Doppel-m ist im Original durch Strich über m angedeutet. 

Es ging um den Besuch des Gauleiters am 15. Dezember, der dem 
Funktionär kalte Ablehnung erbrachte. 


1941 
8. November 1941, Die Gestapo meldet: 

"Auch Fritz Busch hat sich dem Nationalsozialismus gegenüber 
immer ablehn. verhalten. B. ging, wie viele Künstler der Systemzeit, nach 
der Machtübernahme ins Ausland. B. war ständiger Gastdirigent in Buenos 
Aires, als 1. Kapellmeister am Kopenhagener Sender und bei den 
Mozartspielen in Glyndburne bei London tätig. In London gilt er seither als 
Märtyrer der nationalsozialistischen Revolution. Er hat verstanden, aus 
diesem Ruf viel Vorteile zu ziehen. Busch hat inzwischen die argentinische 
Staatsangehörigkeit erworben. B. war auch an der Staatsoper in Dresden, 
war jedoch durch viele Gastspiele oft fern von Dresden. Während seiner 
Abwesenheit führte der Volljude Erich Engel (Solorepetitor) seine 
Geschäfte (...). 

Außerhalb der Oper waren für B. sehr einflußreiche Kräfte tätig, und 
zwar die Juden Ferdinand Wolff (Verleger der Dresdener Neuesten 
Nachrichten), der Industrielle Sommer und der Prager Rechtsanwalt 
Bächer (Bächer besorgte Busch's ausländische Interessen). Während 
seines Aufenthaltes in Kopenhagen (als 1. Kapellmeister am dortigen 
Sender tätig gewesen) ist B. politisch nicht in Erscheinung getreten. Sein 
Schwiegersohn Graf Owe von Moltke ist konservativer Däne und gehört 
zum Kreis der konservativen Partei, die jedes Zusammengehen mit 
Deutschland ablehnt. Eine weitere Tochter des B. ist mit einem Herrn 
Singer (Jude?) verheiratet. sie soll erklärt haben, solange Hitler an der 
Spitze Deutschland's stehe werde die Familie Busch nicht dorthin 
zurückkehren. Busch traf am 24. Sept. 40 in Begleitung seiner Gattin und 
seines Sohnes Hans Peter Friedrich an Bord des norwegischen Frachters 
>Grenanger< in Buenos Aires ein. Busch erklärte Pressevertretern 
gegenüber, daß er zur Klärung privater Angelegenheit nach Buenos Aires 
gekommen sei, und daß er binnen weniger Wochen nach den Vereinigten 
Staaten zurückzukehren gedenke. Seine Rückkehr nach Europa hänge von 
der >Normalisierung der internationalen Lage< ab" (Aus dem SD-Bericht 
vom 8/XI1/41 auf der Karteikarte Busch der RKK, Abt. Kulturpersonalien, 
abgezeichnet am 12/V/44. Quelle: BA Namensakte Fritz Busch. Fehler im 
Original). 





1943 
12. Januar 1943: 

Der Chef der Sicherheitspolizei und des SD teilt dem RMVP auf 
Anfrage u. a. zu Fritz Busch mit: 

"In politischer, krimineller und abwehrpolizeilicher Hinsicht ist über 
ihn Nachteilige nicht bekannt. Er stand jedoch mit seinem Bruder Adolf 
Busch in Vebindung und hat auch regen Umgang mit Juden unterhalten. 
(...)" (Fehler im Original. Quelle: BAR 55/ 20609. Blatt 152-154). 


Geschichtsfälschung |, 1954: 

Hans Schnorr und Karl Laux verschweigen in ihrem Lexikonartikel 
"Dresden" die NS-Machenschaften gegen Busch völlig (MGG 3, 1954. Sp. 
771-791, besonders Sp. 789). 

Geschichtsfälschung II, 1988: 

"Busch, ebenfalls nach dem Willen der nationalsozialistischen 
Machthaber suspendiert (...)" (Dr. Dagmar Wünsche in einer Fußnote, S. 
86, ihrer Edition von Willi Schuhs Abschriften nach kriegshalber verlorenen 
Originalen des Briefwechsels zwischen Heinz Tietjen und Strauss. "Richard 
Strauss-Blätter". Neue Folge, Heft 20. Wien, Dezember 1988. S. 57). 

Frau Dr. Wünsche verschweigt, daß es sich nicht um eine 
Suspendierung handelte, daß keine "NS-Machthaber" beteiligt waren, 
sondern nur der politisch-größenwahnsinnige Dresdner Schauspieler 
Alexis Posse mit Deckung durch jenen Teil des Ensembles, der Busch in 
den Rücken fiel; wie hätte Busch sonst bei Göring Hilfe suchen können? 
Geschichtsfälschung Ill, 1998: 

"Hitler, der noch 1942 bekannte, nach Krauss und Furtwängler 
>wäre Busch der beste deutsche Dirigent geworden<, scheint dafür 
gewesen zu sein, insoweit seine Schirmherrschaft über Furtwängler 
dadurch nicht gestört wurde" (Kater Il. S. 235). 

Der "DRPoH" scheute Recherche, sodaß ihm entging, daß kein 
Dokument Hitlers Haltung zum Plan einer Position für Busch in Berlin 
offenbart und eine Chefposition derzeit hier auch nicht vakant war; es gab 
keine "Schirmherrschaft" Hitlers über Furtwängler, da deutscher 
Sprachgebrauch (s. "Dt. Universal-Wörterbuch", Mannheim 1983. S. 
1091) diese nicht mit Personen zu verbinden gestattet. 
Geschichtsfälschung IV, 1998: 

"(...) denn obwohl Busch bereits in den zwanziger Jahren nach 
Argentinien eingeladen worden war, war diese spezielle Einladung mit Hilfe 
der Behörden des Reichs manipuliert worden, nachdem sich Busch 
wiederholt mit Hans Hinkel beraten hatte. (...)" (Kater Il. S. 236). 

Der "DRPoH" verschweigt, um Busch ja als Nazikollaborateur 
verleumden zu können, daß das Teatro Colön sich Anfang April, als man 
von Buschs Hinauswurf in Dresden erfuhr, mit einer Einladung an den 
zuständigen Bühnennachweis wandte und dieser am 10/IV/33 Hinkel 
darauf ansprach; der empfing Busch sofort danach, doch sagte der 
Dirigent zunächst ab. Kater deckt seine Attacke mit Fußnotenhinweis auf 
den Brief Hinkels an "Demann (?), Okt. 1933", der einen völlig anderen 
Sachverhalt betrifft, ohne den Vorgang nennen und den Adressaten 


B 917 





identifizieren zu können, Indiz, daß ihm die angegebene Quelle überhaupt 
nicht vorlag. 
Geschichtsfälschung V, 1998: 

"In ihren Memoiren behauptet Berger fälschlicherweise, daß sie sich 
geweigert habe zu unterzeichnen (...)" (Kater Il. S. 511). 

Der "DRPoH" spricht zuvor - S. 234 - von "mündlicher Zustimmung" 
der Sängerin zu jener Erklärung. Gleichwohl beschuldigt er sie im 
Anmerkungsteil der Unwahrheit. Dabei fehlt ihre Unterschrift im 
Dokument. Eine Mitteilung von Alexis Posse an Paul Adolph, 15/I1I/33, 
sagt nur, daß "Fräulein Berger (...) ihr mündliches Einverständnis erklärt" 
habe. 

Geschichtsfälschung VI, 2003: 

"(...) bevor ihn am 7. März 1933 wildgewordene Nazis, voran 
Kulturgauleiter Alexis Posser, davonjagten" (Stefan Amzoll: Fritz Busch 
und die Nazis. "Triangel" VIII/3, März 2003. S. 46. Fehler im Original). 

Amzoll, Jg. 1943, immerhin promovierter Musikologe, sollte wissen, 
daß es im NS keine Funktion "Kulturgauleiter" gab, dem Mann seinen 
korrekten Namen gönnen und nicht totschweigen, daß auch das Ensemble 
der Oper, also Buschs Kollegen, wohl kaum "wildgewordene Nazis", gegen 
den Operndirektor agierten. 

Geschichtsfälschung VII, 2003: 

"(...) es ist einfach so, dass Busch der einzige von den vier 
Dirigenten (so Walter, Klemperer, Kleiber) war, der wirklich versucht hat, 
sich mit den Nazis zu arrangieren, um nicht zu sagen, zu kollaborieren. 

(...) Er wollte dann doch über die Ehre und Würde hinaus versuchen, 
in Berlin etwas zu landen. Ich meine, das ist der große springende Punkt: 
Über Emmy Sonnemann und Göring und vielleicht über Hinkel in Berlin 
etwas landen. Und das bringt mich ein Stückchen weiter. Denn ich sehe 
die Reise nach Südamerika, die er mit Hinkel organisiert hat, die ja eine 
Propagandareise fürs 3. Reich sein sollte, und auch wurde, als ein Vehikel 
für Busch, sich dadurch wieder reinzuwaschen, und eben doch noch 
diesem Objekt, dem er nachgejagt war, näher zu kommen, nämlich einer 
Stellung unter Göring in der Staatsoper. Und das zählt eben viel mehr als 
Ehre und Würde. 

(...) er muss ja doch irgendwie auch Schuldgefühle gehabt haben, 
dass er sich hat einspannen lassen von Hinkel für diese Propagandareise 
in Argentinien, wo dann auch bewusst J uden auftreten sollten, damit auch 
die Welt sehe, wie tolerant das 3. Reich sei. Und da hat er ja mitgespielt" 
(Amzoll, wie oben. S. 44, 47, 49. Amzoll war hier so leichtfertig, Michael 
Kater das laienhafte bösartige Wort in aller Ausführlichkeit zu geben). 

Immer noch fälscht der "DRPoH", um die Verleumdung Buschs zu 
retten. Busch wußte, daß der ständige Gastdirigent Furtwängler den 
Posten an der Staatsoper blockierte, denn darauf machte ihn Göring 
aufmerksam. Dieser wurde erst im April 1933 preußischer 
Ministerpräsident, also Dienstherr auch der Staatsoper, deren Verwaltung 
erst im November an die Theaterabteilung seines Staatsministeriums 
ging. Göring konnte also nicht helfen. Die Temporada war eine sofortige 
Alternative. Da die Einladung vorlag, ist es diffamierende Zweckbehaup- 


B 918 





tung, Busch habe die Reise "mit Hinkel organisiert"; das besorgte der 
Bühnennachweis. Hinkel kümmerte sich nur darum, die von Busch 
gewünschten Solisten freizubekommen und auch die jüdischen Solisten 
ohne Lärm im Ausland loszuwerden, weil die Temporada erst nach 
Saisonbeginn im Reich endete. Kater macht sich wieder einmal mit 
faktenwidrigem Geschwätz wichtig; Amzoll, obwohl promovierter 
Musikologe, allerdings in der DDR, hält solches für Musikgeschichte! 
Information: DNML, DML, FA, MM2, RML, SML, MGG. 


Busch, Max 


Militärmusiker; Musikwachtmeister und Leiter des Musikkorps des Flak- 
Rgts. 13 in Wurzen. 


Alle genannten Werke bei [P]. 

Op. 5. Seid einig. Marsch (1933; u. a. RS Leipzig, *23/11/35). 
Op. 15. Unser Reichskanzler. Marsch (1933; Mirag, *20/1V/33, MZ der 
SS-Standarte 48, Dgt. Max Pausch) 
Op. 19. Flak-Regiment No. 13. Marsch für Militärmusik (1937; RS 
Leipzig, 11/VI/36; MK I des Flak-Rgts. 13, Wurzen, Dgt. Hugo Karisch). 
Op. 8. Deutscher Geist. Marsch für Harmoniemusik mit SaxStn. (1939). 

Information: Einwohnermeldeamt und Stadtarchiv Wurzen haben 
keine Nachricht über Max Busch. 


Busch, Paul 


Bohnen mit Speck. Marsch über westfälische Volksmelodien. 
Tondokument - vom 3/11/37 - im DRA: 1870683-20. 
Ausführende: MZ der SA-Standarte 259 Iserlohn, Dgt. selbst. 


Busch, Wilhelm 
Gelegenheitskomponist in Oldenburg. 


Unter Hitlers Fahnen: Ihr deutschen Männer, schließt die Reih'n 
(eigener T). Kampflied (1933). 
Textprobe (2. Strophe): 

"Du deutsche Jungfrau, rüste dich 
zum Schutz für Haus und Herd! 
Du deutscher J üngling, wappne dich 
zum Kampf mit Faust und Schwert! 
Du deutsche Jugend, hüte dich 
vor fremdem Schund und Tand! 
Von Schand und Schmach befreie dich 
und unser deutsches Land!" 


B 919 





In: 
NS-Volks-Liederbuch (21934). 

Information: Wegen Häufigkeit des Namens kein identifikatorischer 
Hinweis im Stadtarchiv Oldenburg. 


Büscher, Hubert Lorenz 
Overath-Lehnshof, 12. November 1881 - Bensberg, 28. September 
1968. 
Fabrikant und Amateurkomponist in Köln. 
Nach 1945 weiterhin in Köln, 1950 Nährmittelhersteller in Holweide, 
1963 Suppenfabrikant; dann i. R., zuletzt in Bensberg. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.094.127. 
Deutschlands Führer: Heil! Führer Deutschlands (eigener T). Marschlied 
(1933) [SV]. 

Information: Das Einwohneramt der Stadt Köln (14/X/80) verlangte 
für Bearbeitung des Auskunftsantrags 6 DM Gebühr. Auskunft ergab sich 
anderswo jedoch kostenlos. 

Verwirrung stiftete zunächst eine gleichnamige Persönlichkeit 
(Schildgen, 9/II/1892 - Leverkusen, 28/VI/64), die auch in Köln lebte, 
Jedoch nach Bergisch-Gladbach umsiedelte. Den Todesfall beurkundete 
das Standesamt Bensberg, Nr. 370/1968. 


Buschkötter, Wilhelm 
Höxter, 27. September 1887 - Berlin, 21. Mai 1967. 
Sohn eines Kgl. Oberlandmessers; Dr. phil. Berlin 1912 (J. F. Le Sueur). 
Schüler von W. Klatte und A. Kleffel, Kapellmeister, 1926-1937 beim 
Westdeutschen Rundfunk (Werag)/ RS Köln, Abteilungsleiter, 1937-38 am 
Hoftheater Stuttgart, 1938-39 beim Stadttheater Dortmund, ab 1939 in 
Berlin, jedoch bis 1945 zur Wehrmacht einberufen. 

Nach 1945 Transportarbeiter bei einer britischen Besatzungseinheit 
und zunächst aus politischen Motiven für den Rundfunk der SBZ gesperrt, 
ab Juli 1946 gastspielweise Solocellist, zuletzt im Gastspielunternehmen 
Erna Offeney, daneben 1945-49 in Berlin Musiklehrer, von der 
Entnazifizierungskommission für Kunstschaffende am 22/X11/48 entlastet, 
1949 Kapellmeister und Chefdirigent des Sinfonieorchesters 
Sondershausen und Nordhausen; ab 1950 bis zum Ruhestand beim NWDR 
Köln. 


NSDAP seit 1/111/32, Nr. 980.062. SA, Scharführer, 1937-38 bei der SA- 
Gruppe Südwest in Stuttgart Musikreferent. 
*20. April 1933: 

Buschkötter bietet im Rundfunk zu Hitlers Geburtstag die 
"Glockenlieder" für S und Orch und das Violinkonzert von Max von 
Schillings. Solistin: Anita Berber (Violine) (Werag, *20/1V/33). 


B 920 





*]. Mai 1933: 

Das FunkOrch Hamburg, Dgt. Buschkötter, bietet zum "Tag der 
nationalen Arbeit" ein Beethovenkonzert: "Coriolan"-Ouvertüre, 
Klavierkonzert in Es und 4. Sinfonie. Solist: Willy Hülser (Klavier) (Werag, 
*1/V/33). 

20. Juli 1933: 

Das FunkOrch Köln, Dgt. Buschkötter, bietet das Cellokonzert Op. 35 
von Anton (UA) und - erstmals - die Sinfonia breve Op. 96 von P. Graener 
und die Sinfonie von B. Bettingen (Werag, 20/V11/33). 

*2. Oktober 1933: 

Zum 86. Geburtstag des Reichspräsidenten Hindenburg bietet das 
Orch des DtldS, Dgt. Buschkötter, Werke Beethovens: "Egmont"- 
Ouvertüre - Klavierkonzert in C - Ouvertüre "Die Weihe des Hauses" 
(DtldS, *2/X/33). 

*9, November 1933: 

Buschkötter bietet zum Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung 
das Requiem von Reger und Bruckners 5. Sinfonie (Werag, *9/X1/33). 
21. Januar 1935: 

Franz Ludwig schreibt an Buschkötter und bietet ihm eine noch 
unaufgeführte Zwischenaktmusik für BlasOrch aus der Oper 
"Lambertusspiel" an. 

*9, November 1935: 

Kammerchor und Gr. Orch des RS Köln, Dgt. Buschkötter, bieten 
zum Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung eine "Festliche Musik": 
1. Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 3, 1. Satz. - 2. Händel: Largo für 
Altsolo und Orch. - 3. Bach: Konzert in D-moll für zwei Violinen. - 4. 
Beethoven: Leonoren-Ouvertüre Nr. 2. - 5. G. Göhler: "Heldenklage". - 6. 
Wagner: "Siegfried-Idyll" und 7. Trauermusik aus Götterdämmerung". - 8. 
Reger: "An die Hoffnung" für Alt und Orch. - 9. Pfitzner: Vorspiel zum 2. 
Aufzug der Oper "Palestrina". - 10. Brahms: "Selig sind die Toten", 
Schlußsatz aus dem "Deutschen Requiem". Die Solisten: Eva J Ürgens 
(Alt), August Kreuter und Rudi Rhein (Violine) (RS Köln/ RSdg, *9/X1/35). 
11. Februar 1936: 

Das BPhO, Dgt. Buschkötter, bietet ein Konzert mit Werken von 
Brahms und Schubert und dem Klavierkonzert von Atterberg (UA). Solist: 
Hermann Hoppe. 

*20. April 1937: 

Ein Festkonzert des FunkOrch zum Geburtstag Hitlers, Dgt. 
Buschkötter, bietet: 1. Wagner: Vorspiel zur Oper "Die Meistersinger von 
Nürnberg". - 2. Beethoven: Klavierkonzert Nr. 3 in C-moll. - 3. Mozart: 

J upitersinfonie. Solist: Otto Sonnen (Klavier) (RS Stuttgart, *20/1V/37). 
6. Mai 1942: 

"Einer Ministerentscheidung zufolge ist Dr. Wilhelm Buschkötter als 
Dirigent dann und wann wieder einzusetzen" (Protokoll der 
Redaktionssitzung, 6/V/42. Quelle: BAR 55/ 695. Blatt 150). 

Information: DML, FA, KDMK. 


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Busse, G. 


Das braune Hemd ist unser Ehrenkleid (T: H. Anacker). Kampflied 
(1935?; RS Köln, 6/1X/39). 


Bußmann, Hans 


Rate mal, was das ist! Walzer. Fassung: J. Sommer. 
In: 
Neues Sanssouci 13 (1936). 


Büst, Eugen 


Es war ein Knab gezogen wohl in die Welt hinaus (T: O. Roquette). 
Vgl. Es war ein Knab gezogen - F. Kamm. 

In: 

Das Lied des Arbeitsdienstes (1933; nur T). 


Büst min Hanne, bliwwst min Hanne! Niederdt. Soldatenlied. 
In: 
Soldatenlieder (1934) 


Butt, Walter 
Belgard, 28. April 1902 - Lingen, 25. Oktober 1980. 
Musikpädagoge und Kapellmeister in Belgard/ Pommern, Zimmerstr. 6 
(1942); Privatmusiklehrer für Klavier und Harmonika. Am 28/V1/44 
einberufen zur Stamm-Kp./Kraftfahr-Ersatz-Abt. 2. 
Nach 1945 in Lingen/Ems, Baccumer Str. 22. 


NSDAP seit 1/X/32, Nr. 1.333.423. Von Dezember 1932 bis April 1933 
ausgetreten. 


Butting, Max 
Berlin, 6. Oktober 1888 - Berlin (DDR), 13. Juli 1976. 

Sohn eines Kaufmanns; Schüler von F. Klose und W. Courvoisier, 
Komponist in Berlin. Bis 1933 stellv. Vorsitzender und Mitglied des 
geschäftsführenden Vorstands der Genossenschaft Deutscher Tonsetzer, 
1933-38 Direktor der Vermittlungsabteilung der STAGMA, 1939-45 in 
kaufmännischem Beruf, zunächst in München, ab 1940 in Berlin- 
Wilmersdorf. 

Nach 1945 wieder kompositorisch tätig, 1948 Cheflektor für Musik 
beim "Demokratischen Rundfunk". 1951-61 Vorsitzender des Beirats der 


B 222 





DDR-Urheberrechtsgesellschaft AWA, 1951 Mitglied der Deutschen 
Akademie der Künste in Berlin (DDR). Er erhielt Nationalpreise 1954 und 
1973 der DDR und den Vaterländischen Verdienstorden 1961 in Silber, 
1970 in Gold. 

Werke: u.a. 4. Streichquartett Op. 20 (u. a. Berlin, 1940); "Nach dem 
Kriege", Kantate (1948); "Plautus im Nonnenkoster", Oper (Berlin/DDR, 
1959); "Das Verhältnis des schaffenden Musikers zum Rundfunk" (in: Leo 
Kestenberg, Hgb.: Kunst und Technik. Berlin, 1930); 

"Musikgeschichte, die ich miterlebte" (Berlin/DDR, 1955); "Im 
Oktoberschritt", Vokalwerk zum 100. Geburtstag Lenins (1970). 


NSDAP seit 1/V1/40, Nr. 7.623.597, auf Antrag vom 20/11/40. 
15. Februar 1933: 

Akademiepräsident M. von Schillings führt Butting als neues Mitglied 
der Abteilung für Musik in die Akademie ein. 

Den Gefallenen des Weltkrieges. Trauermusik (u. a. Berlin, 1934). 
Juni 1934, Frage: 

"Aber was hat Max Butting in diesem Kreise jüngerer Akademiker zu 
suchen? Zugegeben, daß er unter dem Kestenberg-System in die 
Akademie berufen wurde. Aber auf Grund welcher musikalischen Leistung? 
Was er in Donaueschingen und anderswo als Wortführer des linken Flügels 
einer international orientierten Komponistenclique geleistet hat, ist für das 
neue Deutschland wertlos. Also müßte er schon mit einem Werk von 
echtem Gehalt antreten. Und ein solches ist er bis heute schuldig 
geblieben" (Wenn Akademiker musizieren... "Die Musik" XXVI/9, Juni 
1934. S. 674). 

26. Juli 1935, Denunziation: 

"Butting, Max (Novembergruppe)" (NSKG, Amt für Kunstpflege, 
Rundschreiben Nr. 6, Liste der Musik-Bolschewisten, 26/V11/35. Quelle: BA 
NS 15/ 187). 

Novembergruppe = lose Vereinigung linksgerichteter Künstler, so 
auch Musiker, in den zwanziger Jahren. 

22. September 1939, Ablehnung: 

"(...) bemerken wir, dass Max Butting von uns als Komponist nach 
wie vor abgelehnt wird, da er zu den Musikern gehörte, die in den Jahren 
des Verfalls führend an der Zersetzung des deutschen Musiklebens 
mitgearbeitet haben" (ARR, Hauptstelle Musik, H. Killer, an Amt 
Feierabend Abt. Ill, 22/1X/39. Quelle: BA NS 15/ 29). 

Der Bericht ist von Hauptstellenleiter Dr. Gerigk abgezeichnet. 


Geschichtsfälschung, 1960: 

"In der Nazizeit waren Buttings Werke >unerwünscht<" (LdCh, S. 
39). 

Schweigsam, 1963: 

"(...) gern würde ich Ihnen Auskunft geben, da ich die Klärung der 
Entwicklung in der ganzen ersten Hälfte unseres J ahrhunderts für wirklich 
interessant und wertvoll halte. Aber ich kann Ihnen nichts sagen, weil ich 
aus Gründen, die Ihnen selbst klar sein werden, mich auf dem Gebiete der 


B 923 





Musik in jenen Jahren gegen alles sperrte" (Max Butting an Fred K. 
Prieberg, 4/X1/63). 
Information: DNML, DML, FA, KDMK, LdCh, SML. 


Buttlar, Georg 

Kassel, 10. Februar 1893 - Kulmbach/ Oberfranken, 19. Dezember 
1959. 
Opernsänger (Baß) und Schauspieler; Stand 1932: in Kassel, 1933/34 am 
Deutschen Theater Wiesbaden, 1937/38 in Heidelberg und hier 1938/39 
auch bei den Festspielen, in der folgenden Saison zusätzlich in Konstanz 
(Sommerbühne); 1940/41 Oberspielleiter der Oper und Sänger am 
Stadttheater Troppau und 1943/44 Leiter der Opernschule in Kattowitz bei 
der Landesmusikschule Oberschlesien. 


NSDAP seit 1/11/32, Nr. 889.516. 1934 Obmann der Fachschaft Bühne 
(RTK) für das Dt. Theater Wiesbaden. Er wendete sich am 4/X1/36 an die 
Parteikanzlei der NSDAP und trug Angriffe gegen Intendant von Schirach 
vor, wodurch er parteiinterne Schwierigkeiten bekam, die ein Gnadenerlaß 
am 11/VI11/37 ausräumte. 


Büttner, Max Karl 
Rodach/Coburg, 29. Januar 1891 - München, 1959. 
Harfenist, Kammervirtuose und Komponist, seit 1916 in München. 


Allvaters Volk (T: Herbert von Bomsdorff-Bergen). Bühnenspiel in vier 
Akten. Untertitel: Ein Sang von deutscher Not und Kraft. 
1934/35, Gutachten: 

"Das Textbuch behandelt unter mancherlei Abwandlungen das 
historische Geschehen des Kampfes zwischen Attila, dem Hunnen, und 
Alarich, dem Goten; den Untergang des Hunnenkönigs. 

Die Sprache verrät Geschick, wenn auch hin und wieder der Stil 
teilweise akademisch-trocken, teilweise überladen und schwülstig ist. Das 
heldisch-germanische Ethos tritt stark hervor und wird mit Herzenswärme 
vertreten. Leider ist die Handlung infolge mancher Längen im Text nicht 
immer dramatisch in Fluß, auch läßt die dramatische Spannung im vierten 
Akt erheblich nach, was für die Wirkung des Ganzen sehr belastend ist. 

Das Buch dürfte eine nicht inhaltliche, aber weltanschauliche 
Parallele in M. von Schillings' >Moloch< haben. Sollte die Musik sich auf 
bedeutender Höhe befinden, so mag eine Aufführung des Werkes im 
Deutschen Opernhaus gewagt werden. Andernfalls ist davon dringend 
abzuraten, da - nach den Erfahrungen des >Moloch< - das Textbuch nicht 
sehr publikumswirksam ist" (Quelle: BA Bestand RKK, Namensakte W. 
Krupka). 

Vom scharfen Urteil des abgesprungenen Pastors und Literaten 
Krupka (Jg. 1903), Pg. seit 1/II/32, Nr. 1.162.567, später Landesleiter 
der RSK, doch nicht uk-gestellt, profitierte das Repertoire des Deutschen 





B 924 





Opernhauses sinnfällig. 
Information: DML, FA. 


Büttner, Paul 

Dresden, 10. Dezember 1870 - Dresden, 15. Oktober 1943. 
Schüler von M. Draeseke, Komponist und Musikreferent in Dresden, 
Professor. 1924-33 künstler. Direktor des Konservatoriums Dresden, dann 
durch K. Striegler kommissarisch ersetzt. Büttner galt als "nichtarisch 
versippt", durfte aber mit Sondererlaubnis des Ministers kompositorisch 
arbeiten. 
Werke: u. a. Lieder für den Arbeitersängerbund; Sinfonien, so Nr. lin F- 
dur, Nr. 2 in G-dur, Nr. 3 in Des-dur (1915; RS Berlin, 10/1X/34), Nr. 4 in 
H-moll; Konzertstück für Violine und Orch in G-dur (1939). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Juli 1933: 

"In der künstlerischen Leitung des Konservatoriums zu Dresden, 
Hochschule für Musik und Theater, tritt ein Wechsel ein, indem an Stelle 
von Paul Büttner Staatskapellmeister Kurt Striegler als kommissarischer 
künstlerischer Leiter mit sofortiger Wirkung ernannt worden ist" ("Die 
Musik" XXV/10, Juli 1933. S. 800). 

Heroische Ouvertüre für Orch (1934; u. a. Dresden, 1935, beim 
Internationalen Musikfest). 

Der Titel bestätigt Hitlers Forderung "Heroismus ist nicht nur auf 
dem Schlachtfelde notwendig, sondern auch auf dem Boden der Heimat" 
(Zitat in: "Das Deutsche Hausbuch". Berlin, 1943. S. 85). 

10. Dezember 1939: 

Die Münchener Philharmoniker, Dgt. A. Mennerich, bieten das 
Konzertstück für Violine und Orch in G-dur von P. Büttner (UA); Solist: 
Rudolf Schöne (Violine). 

21. Dezember 1940, Laudatio: 

"(...) die Symphonie Nr. 4 des Dresdner Meisters Paul Büttner, - 
seine h-moll-Symphonie. 

(...) Sie hat auch durchaus das Gepräge einer neueren Zeit. Ja, sie 
trägt sogar eine besondere J ahresmarke: in ihrem Scherzo, das, wie das 
ganze Werk, im Schicksalsjahr 1914 entstand. Gerade an diesem 
orkanartig aufgewühlten Satz hat fühlbar der Ausbruch des Weltkrieges 
mitgestaltet. In seinem heroischen Trio klingt es aus den Horntuben sogar 
wie eherne deutsche Marschmusik. Als Antwort dazu tönt wie aus weiter 
Ferne und fast visionär jene Melodie, die damals unbekümmerter 
Soldatenmund in scherzhafter Vermengung von zwei Kirchenmelodien als 
Refrain zu dem Hauptlied jener Tage, dem Lied vom guten Kameraden, 
zurechtsang: >In der Heimat, da gibt's ein Wiedersehen<. Gerade durch 
diese unmittelbar an jedes deutsche Herz rührende Stelle inmitten des 
Ganzen erhält Büttners große Vierte Symphonie den Charakter eines 
ausgesprochen vaterländischen Kunstwerkes. Als tönendes Dokument des 
Jahres 1914 wird sie in die neuere deutsche Musikgeschichte eingehen. 


B 925 





Und dort verdient sie einen Ehrenplatz. Schon deswegen, weil sie 
wahrscheinlich die bedeutendste symphonische Schöpfung ist, die unser 

J ahrhundert bisher hervorgebracht hat. Nicht umsonst widmete ihr der 
Deutsche Rundfunk vor einigen Jahren eine Reichssendung" (Erich Roeder: 
Paul Büttner. Zu seinem 70. Geburtstag. "DMMZ" LXI1/51, 21/XI1/40. S. 
458). 


Geschichtsfälschung |, 1954: 

"(„..) da ist vor allem die >Heroische Ouvertüre< in C-dur, die uns 
heute besonders viel zu sagen hat. Das Heroische ist für Paul Büttner das 
Vaterländische, und den Gedanken des Vaterlandes spricht der Komponist 
hier aus, wenn er die Fanfaren des Weberschen Liedes von >Lützows 
wilder, verwegener Jagd< zitiert und verarbeitet" (Karl Laux: In 
memoriam Paul Büttner. "Musik und Gesellschaft" IV/4, April 1954. S. 
130). 

So konnte ein NS-Titel für die DDR ausgebeutet werden, u. a. als 
Einstimmung bei "Sozalistischen Jugendweihen" oder - am 7/XI/54 zum 
"Tag der Republik" - bei den Fünfjahrfeiern in Görlitz und Reichenbach. 
Geschichtsfälschung II, 1959: 

"Als Paul Büttner starb, war in den Zeitungen nichts über seine 
langjährige Tätigkeit als Chordirigent und Musikkritiker zu finden; auch 
sein kompositorisches Schaffen erfuhr keine Würdigung. Es war den 
Schriftleitungen verboten worden, darüber zu schreiben. (...)" (Rolf 
Hlawsa: Begegnung mit Paul Büttner. "Musik und Gesellschaft" IX/5, Mai 
1959. S. 313). 

Information: DNML, DML, FA, MM2, RML, LdCh, MGGS. 


Büttner, W. 


Komponist in? 
Werke: Märsche, Charakterstücke und Lieder - Op. 1-26, 1898-1903, 
sonst nur noch 1936 bibliographisch dokumentiert. 


Weddigen-Marsch (Orag, 16/V111/33). 

Der Titel feiert Otto Weddigen (1862-1915), U-Boot-Kommandant 

im Wk. I, der 1914 drei britische Panzerkreuzer zugleich versenkte. 
Hindenburg-Marsch (RS Königsberg, 7/1/36). 

Der Titel feiert Paul von Beneckendorff und Hindenburg 
(1847-1934), Generalfeldmarschall und 1914 Oberbefehlshaber der 
Armee, Sieger der Schlacht bei Tannenberg gegen die Russen, 1925 zum 
Reichspräsidenten gewählt, nochmals 1932; er setzte Hitler am 30/1/33 
als Reichskanzler ein. 

Deutschlands Fahnen. Marsch. Für Handharmonika: P. Fries (1936) 
[Sei]. 

Information: Der Wirkungsort Büttners ließ sich bislang nicht 
feststellen. 


B 926 





Buttschardt, Friedrich 
Biberach/ Riß, 9. November 1893 - Biberach/ Riß, 6. November 1967. 
Sohn eines Chorleiters und Organisten; Musikpädagoge in Biberach, 
Hauptlehrer und Dirigent des Schülerorchesters, auch Leiter des ev. 
Kirchenchors. 
1945 vorübergehend nach Pflummern versetzt, nach 1958 i. R. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.918.779. Leiter des StreichOrch des HJ -Banns 
366 in Biberach; Geschäftsführer der Fachschaft Volksmusik (RMK), Bezirk 
Biberach. 


Butz, Josef 
Langscheid über Bingen, 22. September 1891 - Sankt Augustin, 23. Juli 

1989. 
Sohn eines Hauptlehrers; Dr. phil. Bonn 1922 (Zur Melodik des 
Ochtendunger Volksliedes der Gegenwart), Musikpädagoge, Komponist in 
Godesberg, seit 1924 Leiter des von ihm gegründeten Musikverlags. 
Organist der kath. St. Andreas-Kirche in Rüngsdorf, Musikschriftsteller und 
Chorleiter. 

Auch nach 1945 in Godesberg, zuletzt i. R. in Sankt Augustin. 
Werke: u. a. Volksliedbearbeitungen und Männerchöre; geistliche Musik, 
so Messe Op. 35 (1937). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Op. 14 Nr. 2. Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben (T: ]. G. 
Fichte). MCh, Gauleiter Staatsrat Gustav Simon, Koblenz, gewidmet 
(1934) [SV, dann T]. 

Op. 32. Drei Chöre für 3stimm. Männerchor (1936) [T]. 

1. Bekenntnis: Schon immer haben wir eine Liebe zu dir gekannt (T: K. 
Bröger). - 2. Werkfeierlied: Tritt heran, Arbeitsmann (T: H. Lersch). - 3. 
Saatgebet: Nun zieh die Furche (T: J. M. Lutz). 

Aus dem deutschen Parnaß (T: Goethe). MCh. 

In: 

DSB, Liederbuch für Männerchor (1938). 

Op. 32 Nr. 2. Werkfeierlied: Tritt heran, Arbeitsmann (T: H. Lersch). 
In: 

Wir schaffen und werken (1939); DSB, Liederbuch für Männerchor (1938). 
Jetzt reisen wir zum Tor hinaus. MCh [H]. 

In: 

Liederheft zum Gausängerfest (1940). 

Information: DML, FA, KDMK (Im Werkverzeichnis des Komponisten 
steht Op. 14 als 1928 in Koblenz aufgeführter Männerchor mit Titel "Die 
Maschinen"; "Aus dem deutschen Parnaß" und Op. 32 fehlen), LdCh. Das 
für den Geburtsort zuständige Standesamt Oberwesel ignorierte eine 
Anfrage vom 8/IX/97 und brach damit Verwaltungsrecht. 


B 927 





Butzer, Otto 
Leutnant der Wehrmacht. 


Wir stehn auf unsern Posten: Auf, laßt uns fröhlich singen (eigener T). 
Bausoldatenlied. 

In: 

Bautruppen-Liederbuch (1941). 


Byrd, William 
1543 - 1623 


Kanon im Walde zu singen: Auf, auf in den grünen Wald (T: K. 
Seidelmann). 
Es handelt sich um eine Textparodie. 
In: 
Wohlauf Kameraden (1934); Glück ab, Kameraden! (1935). 


C 


Cahn geb. Bamberger, Gertrud 
Aschersleben, 4. August 1900 - ? 

Musikpädagogin, Klavierlehrerin in Berlin. 

Von Brückner/Rock als Jüdin ("Cohn") und Gerigk/Stengel als 
jüdischer Mischling denunziert. 

Sie emigrierte dann nach New York. 

Information: Seither keine Nachricht. Yad Vashem, Gedenkstätte und 

Informationszentrum, ignorierte eine Anfrage vom 7Z/VII/01. 


Cahn geb. Lind, Selma 
(?), 24. April 1888 - Lodz, nach NS-Aktion verschollen. 
Klavierpädagogin in Frankfurt a. M. 1941/42 zwecks "Endlösung der 
J udenfrage" nach Lodz deportiert. 


Cahn - Speyer, Rudolf 
Wien, 1. September 1881 - Florenz (I), 25. Dezember 1940. 
Sohn eines Bankiers; Dr. phil. München 1908 (Franz Seydelmann als 
dramatischer Komponist), Schüler von A. Nikisch, Kapellmeister und 
Musikschriftsteller in Berlin, bis 1933 Leiter des Deutschen 
Kapellmeisterverbandes. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel (Spalte 45: "erhob auf einem 
Kongreß die typisch talmudistische Forderung, daß Vortragseigentümlich- 
keiten unter urheberrechtlichen Schutz zu stellen seien") als Jude 
denunziert. 

1933 emigrierte Cahn-Speyer nach Florenz. 

Information: DNML, DML, FA, RML. 


Caldara, Antonio 
1670 - 1736 


Crucifixus etiam. Geistliches Lied. 

In: 

Lobeda-Liederbuch 2 (1933). 

Zum Tanz: Mit uns singet, mit uns springt, daß es immer schöner klingt. 
Kanon zu 3 Stimmen. Mehrere Textvarianten. 

In: 

Liederbuch des BDM (1934; Variante: "Mit uns springet, mit uns singt"); 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 21-22 (1937); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938; Textunterlegung: F. Jöde); Deutsche Lieder (1940; 
Variante: "Kommt und springet, kommt und singt"). 

Trink deinen Trank. Kanon. 


C 229 





In: 

DSB, Singendes Volk 25 (1938). 

Was wolln wir singen? Wer schlägt ein Liedlein vor? Kanon zu 3 
Stimmen. 

In: 

Deutsche Lieder (1940). 


Calliess, Hans-Hermann 
Berlin-Charlottenburg, 22. Januar 1910 - Magnitogorsk (UdSSR), 25. 
Januar 1945 (im Kriegsgefangenenlager). 
Musikpädagoge in Berlin N 4, dann W 30, auch Chordirigent. Staatlich 
geprüfter Musiklehrer. Stand 1941/42: Leiter der J ugendmusikschule 
Berlin-West. Im Krieg zur Wehrmacht einberufen und an der Ostfront 
eingesetzt.. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. Stand 1942: Musikreferent des Gebiets 3 Berlin 
der HJ; Leiter der Jugendmusikschule Berlin-West. 

Information: Laut Referat für Meldeangelegenheiten, Paß- und 
Ausweiswesen beim Polizeipräsidenten in Berlin (9/IV/84) als in Berlin 
gemeldet gewesen nicht zu ermitteln. Das Standesamt Charlottenburg von 
Berlin ignorierte eine Anfrage vom 20/X/99, brach also Verwaltungsrecht 
und raubte dem Kriegsopfer das Recht auf postume Erinnerung. 


Callmeyer, Friedrich 


Liederbuch der Kriegsmarine. Hgb. vom Oberkommando der 
Kriegsmarine. Mitarbeit: Hermann Diener und Gottfried Wolters. Band 1 
und 2 (1941) [T]. 

Vgl. Liederbuch der Kriegsmarine 


Calvisius, Sethus 
1556 - 1615 


Musikenklang. Für MCh. 
In: 
DSB, Liederbuch für Männerchor (1938). 


Capelle, (Friedrich Franz) Wilhelm/ Willy 
Hamburg, 12. Oktober 1904 - Hamburg-Eimsbüttel, 19. August 1977. 
Komponist in Hamburg und Berlin. 
Nach 1945 zuletzt wieder in Hamburg. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Einzug der Schutzstaffeln. Marsch onA, im Mai 1933 dem RMVP 


® 930 





angeboten (Quelle: BAR 55/ 1158). 

Flieger voran! Marsch für Harmoniemusik (1937) [Afa]l. 

Mutig voran! Marsch (DtldS/RS Berlin, 18/X1/39, aus Hamburg). 
Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Hamburg- 

Eimsbüttel, Nr. 9791977. 


Carey, Henry 
1696 -1743 


Angeblich Komponist der Hymne "God Save the King", die mit vielen 
Textvariationen Verwendung fand, z. B. "Heil dir im Siegerkranz" 
(Deutsche Kaiserhymne; T: A. Schwartzkopff), "Heil unserm Fürsten, 
Heil!", "Rufst du, mein Vaterland" (Schweizer Hymne) oder Appenzeller 
Landsgemeindelied. 


Hitler-Hymne: Heil unsrem Kanzler, Heil! Feierlied, zur Melodie von 
Carey für Singstimme mit Klavier. Der ungenannte Texter reichte die 
Partitur mit Widmung "Heil Adolf Hitler! unserem großen Reichskanzler u. 
Führer" 1933 beim RMVP ein (Quelle: BA R 55/ 1153). 

Information: Die Melodie ist wohl kaum von Carey erfunden; ihr liegt 
die Hymne des flandrischen Klosters St. Amand zugrunde, die schon 
Hucbald (um 840 - um 930) verwendete. 


Carl, Carl 
1830 - 1898 


Mussinan-Marsch = AM Il, 248. Gewidmet Oberst Ludwig Ritter von 
Mussinan (1882; u. a. Mirag, *20/1V/33, MZ der SS-Standarte 48, Dgt. 
Max Pausch; Mirag, 20/VI11/33; RS Leipzig, *9/X1/34, Reserve-MZ der SS- 
Standarte 48, Dgt. Paul Steinbach; RS Köln, *20/1V/35; RSdg, *1/V/37 
und *30/1/38) [B&S]. Zahlreiche Fassungen, so für Infanterie- und 
Fliegermusik: H. Kliment, Posaunenchor: H. Sieg, Geige und Klavier: R. 
Bender, Akkordeon und Handharmonika: Peter Fries, H. G. Schütz, 
mehrfach für Klavier, in verschied. Verlagen. 

In: 

[Sc] Das goldene Marschbuch (1933); Horst-Wessel-Marschalbum II 
(1933; onA); HM 4 (1933); Der Spielmannszug | (1933); [HK] Standard- 
Marsch-Album (1935); Marsch-Musik I (1937). 


Carl, Robert 
Saarbrücken, 24. März 1902 - Mandelbachtal, 9. Juni 1987. 
Kaufmannssohn, Musikdirektor und Chorleiter in Saarbrücken; 1927-39 u. 
a. Dirigent des Sängerkreises "Eintracht" Saarbrücken V; 1942-46 
Chorleiter und Organist von St. Marien in Godesberg. 
Hier 1945-51 Gründer und Leiter des Kammerchors; 1951 wieder in 


C 93] 





Saarbrücken, Dirigent von Gesangvereinen, Stand 1967: Kreischorleiter 
im Saar-Sängerbund (DSB), auch Musikverleger mit Wohnsitz 
Mandelbachtal. 

Werke: u. a. "Meister Andrea", komische Oper (unaufgeführt); 
Orchestersuiten; Kantaten und andere Chorkompositionen, so Lönslieder; 
Kammermusik; Requiem für John F. Kennedy (1964). 


NSDAP seit 1/X1/35, Nr. 6.925.196. Kreischorleiter des DSB. 
Ruf der Fahne: Mein deutsches Volk, nun schare dich (T: A. Korn). MCh 
(1937) [H]. 
Chor der Fabrikarbeiter: Bei dem Klang der Hämmerfuge (T: A. Korn). 
MCh (1937) [T]. 
Deutsches Volk: Wir schauen in die Ferne (T: K. Kölsch). MCh (1938) 
[H]. 
Das hohe Lied von deutscher Arbeit (T: W. Stein). Kantate für Bariton, 
MCh, Kinderchor und Orch (Saarbrücken, 1938, auch RS Saarbrücken, 
zum Dt. Sängertag; Salzburg, *1/V/40) [H]. 
Textprobe (Schlußfuge): 

"Ein Volk und ein Führer, 

ein ewiges Deutschland 

in Herrlichkeit, Amen!" 

Die Kantate hatte über 70 Aufführungen. LdCh verfälschte den Titel 
zu "Hohelied der Arbeit". 
Deutschland über alles (Texte: W. Stein). Kantate für MCh und Orch, 
dem Auslandsdeutschtum gewidmet (1939) [H]. 
Die Sätze: 1. Fahr in die Welt. - 2. Über alle Grenzen. - 3. Gruß an die 
Heimat . - 4. Sonnwend. - 5. Deutsche Stimme. - 6. Deutschland (mit 
Schlußfuge "Deutschland, herrliches Vaterland"). 
Mütter und Söhne (T: Otto Mießner). Kantate für S, Baß, gemCh und 
Orgel (Berlin, 1943). 
Information: KDMK, LdCh, RMLE. 


Carlos, Walter 
Magdeburg, 15. Oktober 1894 - Berlin-Schöneberg, 14. März 1963. 

Sohn eines Kaufmanns und Kunsthändlers, eigentlich Walter Däbber, 
zunächst im Betrieb des Vaters, selber Kommissionär; seit 1927 in Berlin 
Sprecher - u. a. für die Werbeleitung des "VB" -, Spielleiter, Schauspieler, 
Komponist, Verfasser tanzpädagog. Schriften, auch Kunstsammler. 

Nach 1945 weiterhin in Berlin. 
Werke: U-Musik. 


NSDAP seit 1932, Nr. 1.567.097. KfdK. 

Her mit den deutschen Tänzen! ("Deutsche Wochenschau" X/11, 
18/111/33). 

Maschinen heraus! Das deutsche Fliegerlied (eigener T). Für 
Harmoniemusik/ Blechmusik: H. Schaefer (1933; Schles. FSt., 
12/VI11/33, FliegerOrch des Dt. Luftsportverbandes). Für Orch/ 


C 932 





SalonOrch: Max Lüschow (1934) [W]. 

In: 

Lieder der Pommerschen SA (?1934; nur T, Titel "Flieger-Sturmlied: Wir 
vom deutschen Fliegersturm"); Mit Pauken und Trompeten | (1936; 
Marsch für Blasmusik). 

Information: FA. Laut Referat für Meldeangelegenheiten, Paß- und 
Ausweiswesen beim Polizeipräsidenten in Berlin (9/IV/84) als in Berlin 
gemeldet gewesen nicht zu ermitteln (!). Den Todesfall beurkundete das 
Standesamt Schöneberg von Berlin, Nr. 757/1962. 


Caro, Alfred 
Mannheim, 27. November 1873 - ? 
Ingenieur und Komponist in Mannheim. 
Von Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 


Die ganze Kompanie (T: Peter Purzelbaum) für Infanteriemusik. 
Marschlied (1934) [PB]. 
Information: Keine Nachricht über weiteren Verbleib. 


Caro, Friedrich 
Frankfurt a. M., 18. Mai 1882 - Erfurt (DDR), 30. Juli 1952. 
Schüler von M. Bruch, zunächst in Berlin Lehrer für Komposition, 
Komponist, seit 1929 in Erfurt Musikpädagoge, Privatmusikerzieher für 
Kontrapunkt, Formenlehre und Instrumentation. 
Nach 1945 weiterhin in Erfurt, zuletzt i. R. 
Werke: u. a. Gut Holz! Keglermarsch; 34 Streichquartette; geistl. Musik. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Mit Vollgas voran! Automobilmarsch (Mirag, 3/V1/33, von Schallplatte). 
Information: LdCh (ohne Angaben zu Geburt und Ableben). 


Carste, Hans 
Frankenthal/ Rheinpfalz, 5. September 1909 - Bad Wiessee, 11. Mai 

1971. 
Zunächst Student der Staatswissenschaften an der Universität Wien, 
schwenkte dann zur Musik um und nahm Unterricht bei E. Prohaska und F. 
Grossmann. Dann siedelte er nach Berlin über und tat zunächst 
wechselnde musikalische Gelegenheitsarbeit. Filmkomponist und Kapellen- 
leiter in Berlin-Wilmersdorf bis 1939. Zur Wehrmacht einberufen, an der 
Ostfront schwer verwundet und 1942-48 in sowj. Kriegsgefangenschaft. 

Ab 1948 wieder in Berlin Komponist und Rundfunkdirigent, 1950 
Kapellmeister am Schloßparktheater Steglitz, seit 1949 beim RIAS Leiter 
der Abt. Unterhaltungs- und Tanzmusik, 1951 Kapellmeister und Dirigent 
von dessen Unterhaltungsorchester. 1957 Präsident der BIEM (Paris), 
1958-67 Vorsitzender des Aufsichtsrats der GEMA. In Bad Wiessee i. R. 


C 933 





Werke: Operetten; die musikal. Lustspiele "Lüg nicht, Baby" (Berlin, 
1939) und "Treu, fleißig, reinlich" von B. E. Lüthge (Berlin, 1941); 
Filmmusik, so "Roman einer Nacht", zus. mit Ludwig Rüth (UA: 
22/VI11/33), "Der Außenseiter", Lustspiel vom Pferdesport (UA: 14/X1/35), 
"Unter Ausschluß der Öffentlichkeit", Frauen- und Kriminalstück, Regie 
Paul Wegener (UA: 5/V111/37), "Spiel auf der Tenne", bayer. 
Bauernschwank (UA: 14/1X/37), "Die unvollkommene Liebe", 
Liebesromanze (UA: 20/1X/40); Unterhaltungs- und Tanzmusik, so die 
Tangoparodie "Wenn der Bobby und die Lisa auf dem schiefen Turm von 
Pisa"; Kennmelodie der "Tagesschau" im Deutschen Fernsehen. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.022.456. 

Musik zum Spielfilm Alte Kameraden (Das Fähnlein der Versprengten) 
nach dem Roman von Rudolf Herzog (UA: 5/X/34). 1945 Verbot durch 
Alliierte Militärregierungen. 

Musik zum Film Drei wunderschöne Tage, Gegenwartsstück über die 
Schicksale einiger Fabrikarbeiter (Bavaria, UA: Wien, 27/1/39). 1945 
Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 

Lebe wohl, du kleine Monika: Kamerad, nun heißt's marschieren ins 
Feindesland hinein! (T: Fw Hellmut Boerner). Stammlied der 
Propagandakompanien (1940). Für Gitarre und Zither: P. Linsner [G]. 

Tondokument - von 1940, vom 15/111/40, 24/VIl/41 - im DRA: 
4212672-01, 4211492-01, 1570013-02. 

Ausführende: 1) Gesangsquartett mit MK des Luftnachrichten-Rgts. 
beim Oberbefehlshaber der LW, Dgt. E. Kiesant; 2) die Metropol-Vocalisten 
mit Orch; 3) SoldatenCh mit StabsMK des Wach-Btl. der LW, Dgt. StMM 
Teichmann. 

Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Der Feind, der wird zerschlagen 
mit seinem Haß und Neid! 
Werde tot ich fortgetragen, 
sollst, Liebste, du nicht klagen, 
zieh an dein schönstes Kleid! 


Wenn so jung ich sollte fallen 

im frühen Morgenrot, 

lasset hell ein Lied erschallen, 

der schönste Tod von allen 

ist der Soldatentod!" 
In: 
Das neue Soldaten-Liederbuch 2 (1939); Das Lied der Front 2 (1940); 
Volksliedersingen im Schulfunk 7 (Juli 1940); Kamerad sing mit! (1940); 
Das zweite neue Soldaten-Liederbuch (1940); Im gleichen Schritt und 
Schritt (1941); Volk in Waffen (1941). 
Bork: Ich denk an dich, mein deutsches Mädchen (Afrikalied). 
Marsch. Für JazzOrch: H. Carste (1941) [Sch]. 
Bleibe meine gute Kameradin: Schöne Stunden, schöne Tage (T: 
Günther Schwenn und Peter Schaeffers). Soldatenlied. 


C 934 





Tondokument - vom 4/XI1/41 - im DRA: 1901003-24. 
Ausführende: Willy Schneider (Bar) mit Orch, Dgt. Hans Bund. 
Textprobe (1. Strophe): 
"C..) 
hat die Liebe uns geschenkt, 
doch der Abschied, der kommt leider 
immer schneller, als man denkt. 
Nur nicht klagen und verzagen, 
denn die Trennung muß doch sein, 
komm, wir wollen tapfer 
wie Millionen and're sein!" 
Panzerjäger vor!: Auf Wiedersehn, es dröhnt der Motor (T: H. F. 
Beckmann). Kriegslied (1942) [Ar]. 
Mit Mann und Roß und Wagen (T: P. C.). Kriegslied für Gesang und 
Klavier/ Blasmusik (1943; u. a. RSdg aus Berlin, *12/X1/44, MCh des Dt. 
Opernhauses und Kammerchor Waldo Favre mit MK des Rgts. General 
Göring, Dgt. Paul Haase) [AB]. 

Tondokument - vom 23/V11/40 - im DRA: 1870631-01. 

Ausführende: MCh des Dt. Opernhauses Berlin, Kammerchor Waldo 
Favre mit MK des Wach-Btl. Berlin, Dgt. Guido Grosch. 

Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 

"Lieb Vaterland, kannst ruhig sein, 
wir halten gute Wache. 

Mag auch der Brite noch so schrei'n, 
wir spotten seiner Rache. 

Wir bauen fest auf uns're Wehr, 

auf Führer, Vaterland und Heer. 

Und ist der Krieg vorbei und aus, 
dann ziehen singend wir nach Haus: 
Mit Mann und Roß und Wagen 
hat sie der Herr geschlagen!" 

Die zweite Strophe mit unwesentlich veränderter Textfassung ist 
verwendet von Laurence Rees in seinem Film "Hitlers Krieg im Osten", Teil 
II "Der Terror" (BBC/History Channel/NDR, 2000, Sendung in 3Sat, 
27/VIII/04, 20 Uhr 15). 

Information: FA, KDMK, RML, SML, MGGS. 


Carstens 


Wir sind die Kraftradschützen. Marsch (RS Hamburg, 2/X1/34). 


Casselmann, Helena 
Laienkomponistin in Rijswijk. 


Höre, deutsche J ugend, Marsch, am 20/X1/33 mit elf anderen 


C 939 





Kompositionen ans RMVP eingesandt, dazu Aufruf, dem Führer 
nachzufolgen. 


Cassimir, Heinrich 
Hassenbach/ Unterfranken, 23. Januar 1873 - Karlsruhe, 30. April 
1946. 
Lehrersohn; Schüler u. a. von Max Meyer-Olbersleben, zunächst 
Theaterkapellmeister, dann Musikpädagoge in Karlsruhe, seit 1917 
Professor, Lehrer und Leiter der Dirigentenklasse an der Hochschule für 
Musik. 1938 i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
5. Mai 1933: 

Die "AMZ" LX/18 bringt einen politisch-denunziatorischen Angriff 
gegen Fritz Jöde, u. a. mit Unterschrift von H. Cassimir. 
Gebet für das Vaterland. Massenchor (Südfunk, 28/V/33, 13/VI11/33, 
Sängerkranz Mergentheim, Dgt. Adolf Fleckenstein). 
Wir sind von Brüdern ein einziges Heer (T: H. Böhme, E. A. 
Zacharias, A. Huggenberger, H. Claudius), für Chor und Orch (Karlsruhe, 
1937). 
Vaterland. Für 6stimm. gemCh und gr. Orch (Pforzheim, 1938). 
Ans Werk und laßt die Hämmer singen (T: H. Baumann). Feiermusik 
(Volkskantate) für Volkschor, BlasOrch und Sprecher (1942) [Hl]. 
Wir bauen das Reich. Chorwerk (1943; MS). 
Deutsche Weihnacht, für Jugendchor und Orch. 

Information: DML, FA, RML, LdCh, LaBl. 


Cato, Cicero, summus Aristoteles. Scherzkanon bis zu 8 
Stimmen. Titel: Acht Worte Schullatein. 
In: 
Der Kilometerstein (1937). 


Ce fut en may siehe: Moniot von Arras 


Ceglarski, Günther 
Musikpädagoge in Breslau. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. HJ -Führer und - Stand 1938 - Musikreferent des 
Gebiets Schlesien der HJ. 

Schlesierlied: Wo im Winde unsre Fahnen wehn, künden sie 
schlesischen Osten (T: Richard Schrader, entstanden auf dem Adolf-Hitler- 
Marsch 1936 in der Marschgruppe des HJ -Gebiets Schlesien) [K]. 


@ 936 





Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Diese Fahne ist uns das Gebet, 
Künder im schlesischen Osten. 
Wo die Fahne unsres Glaubens weht, 
loht sie und leuchtet, 
daß jeder versteht: 
Schlesisches Land steht auf Posten. 
Kündet, Fahnen, 
brennt gläubig und heiß 
tief in die Herzen hinein, 
daß es im Lande ein jeder weiß: 
Schlesien ist wach! Und das Reich, 
das wird ewig sein". 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 62 (1937); RJF, Musikblätter der HJ) 62 (1937); 
Unser das Land (1937); Lied über Deutschland (1937, ?1941); RJF, Junge 
Gefolgschaft 4 (1938); Lied über Deutschland 3 (1940). 
Lieder zu Die geheimnisvollen Tankstellen, Spiel vom Vierjahresplan 
von Erich Kolberg (1937) [AS]. 


Cerff, Karl 
Heidelberg, 12. März 1907 - Karlsruhe, 4. Mai 1978. 

1924-29 Angestellter, Beamter bei der Rhein. Kreditbank in Heidelberg; 
danach hauptberuflich in politischen Ämtern. 1939 vorübergehend zur 
Wehrmacht einberufen. 

Nach 1945 in Karlsruhe und mit Entwicklungshilfe der Industrie für 
Drittweltländer im Nahen Osten befaßt, zuletzt i. R. 
Werke: u. a. eigene Jugendfunksendungen; "Die Waffen-SS im 
Wehrmachtsbericht" (Osnabrück, 1971). 


NSDAP seit 17/11/25, Nr. 30.314. SA 1925-28, dann SS. 1928-31 HJ- 
Führer in Heidelberg, 1931/32 Propagandaleiter des Gaues Baden der HJ, 
1933 Oberbannführer, zuletzt Obergebietsführer; ab Mai 1933 in Berlin in 
der RJF, zugleich, von Reichssendeleiter Hadamowsky berufen, als 
Sonderbeauftragter von Reichsjugendführer Schirach, in der 
Reichssendeleitung, 1934 Leiter der Abt. R (Rundfunk) der RJF. 1935 
Leiter des Kulturamts der RJF, zunächst stellv. nach Schirach, der sich 
diese Position vorbehalten hatte. 1941 - als SS-Oberführer - Leiter des 
Hauptkulturamts der RPL und Ministerialdirigent; 1943 Leiter des NS- 
Volkskulturwerkes und SS-Brigadeführer. 


1933 
Von Plauen bis Potsdam. Vom geschichtlichen Wachsen der H. ]. 
(DtldS, 10/V11/33). 
Mit uns zieht die neue Zeit. Hörspiel von K. Cerff (für Schüler ab 12 
Jahren) (DtldS, 21/V11/33, Stunde der jungen Arbeitergeneration; DtldS, 
*2/X/33, Schulfunk: Stunde der Hitlerjugend). 


® 937 





29. Juli 1933: 

K. Cerff führt ein Volksliedersingen des J ungvolks auf dem 
Marktplatz in Fürstenwalde ein (DtIS, 29/V11/33). 
2. August 1933: 

K. Cerff wirkt in der J ugendstunde "Die junge Frontgeneration" mit 
Liedern der HJ neben einem Sprechchor als Sprecher mit (DtldS, 
2/V111/33). 


1935 
24. Mai 1935: 
K. Cerff spricht im RS Stuttgart über die Aktion der HJ zur 
Beschaffung von Rundfunkgeräten. 
Junges Werden in der Kunst. Ansprache (Erfurt, 1/X1/35, zur 
Eröffnung der Musiktage der HJ). 


1936 
Das kulturelle Wollen der HJ. Ansprache (1936; Schallplatte des 
Kulturamts der RJF). 
Die Feier ohne Sprechchor ("Musik und Volk" I11/5, Juni-) uli 1936. S. 
250-252). 
Zitat: 

"(...) Die Aufgaben der Hitler-) ugend sind so vielseitig, und ebenso 
vielseitig ist der Einsatz der vorhandenen Kräfte. Es kann deshalb nicht 
jeder berufen sein, Feiergestaltung zu machen oder Sprechchöre 
einzustudieren. Auf Grund der unaufhörlichen Anforderungen entstanden 
allmählich jene Feiern und Veranstaltungen, die kein Erlebnis waren, 
sondern eine Belästigung des Zuhörers. Dieser Entwicklung Einhalt zu 
gebieten, war vornehmlich der Sinn des Erlasses des Reichsjugendführers. 

Es ist deshalb gut, daß nun einmal für längere Zeit die Sprechchöre 
aus unserer Feiergestaltung verschwinden. Wir haben unterdessen 
Gelegenheit, eine gründliche Schulung der hierfür verantwortlichen 
Kameraden und Kameradinnen vorzunehmen. Eine grundsätzliche 
Ablehnung des Sprechchors liegt uns fern. Ich möchte nur an die 
Langemarck-Kantate von Eberhard Wolfgang Möller erinnern, die wohl als 
eines der besten Werke der jungen Generation zu betrachten ist. Hier ist 
der Sprechchor richtig angewandt und gut gestaltet und zu einer Wirkung 
gebracht, die über jede Diskussion erhaben ist ("Musik und Volk" I11/5, 

J uni-) uli 1936. S. 251). 

Der Reichsjugendführer hatte die Verwendung des Sprechchors in 
der HJ eingeschränkt, weil sie seiner Vorstellung von künstlerischer 
Qualität nicht genügte. Tatsächlich gab es keine organisierte Ausbildung 
für Chorsprecher und Sprechchorleiter; dennoch holten sich Veranstalter 
oft HJ-Sprechchöre, u. a. weil diese ohne Honorar tätig waren. 

Musikerziehung und Hitler-J) ugend. Rede (Braunschweig, 29/X/36, 
beim 3. Reichsmusikschulungslager der HJ. Abdruck in: "Deutsche 
Tonkünstler-Zeitung" XXXI11/3, Dezember 1936. S. 78-80). 

Zitat: 
"(...) Gewiß erhebt die HJ den Anspruch, daß sie die neuen 


® 938 





Erziehungsformen wesentlich bestimmen muß, und daß vor allen Dingen 
eine staatliche Musikerziehung ohne ihre Mitwirkung nicht denkbar ist. Das 
heißt nun aber nicht, daß sie sich bei dieser Arbeit 

ausschließlich auf Mitglieder der HJ beschränkt, sondern sie ist im 
Gegenteil davon überzeugt, daß es ihrer Arbeit nur nützlich sein kann, 
wenn sie alle Kräfte, die mit Liebe und großem Können sich dieser 
Aufgabe zur Verfügung stellen, mit in diese Arbeit einbezieht. 

(...) Es geht uns bei der Erziehung zum ordentlichen Singen vor 
allen Dingen darum, daß man nicht rein vom Musikalischen her das Lied 
betrachtet, sondern daß man weiß, daß unsere Jugend besonders die 
neuen Lieder sehr stark vom Erlebnis des Wortes her 
aufnimmt. Gesangsübungen im alten Stil sind im 
Hinblick auf das neue Liedgut der Jugend geradezu 
unverantwortlich.l 

(...) Wir können auch hier wie bei jedem anderen großen Anlaß in 
unserer Erziehungsarbeit erklären, daß der Weg zur Leistung, zu dem wir 
uns verpflichtet haben, verbunden ist mit den Grundforderungen unserer 
nationalsozialistischen Weltanschauung, die uns gelehrt hat, all unser 
Handeln und all unsere Fähigkeiten in den Dienst an der Gemeinschaft 
unseres Volkes zu stellen. Unser Bekenntnis zur Leistung ist zugleich auch 
ein Bekenntnis zum Nationalsozialismus. Wir strecken jedem freudig die 
Hand entgegen, der mit uns den gleichen Weg zu gehen bereit ist" (S. 78, 
79, 80). 

Arbeiter und Jugend gehören zusammen. Rede bei der Werkfeier im 
Reichsbahnausbesserungswerk Braunschweig, 31/X/36, zu den 
Musiktagen der H]. 


1937 
Kulturarbeit in der Hitlerjugend. Rede (Karlsruhe, 10/X/37, zur 
Landestagung der RKK bei der 2. Badischen Gaukulturwoche). 
Vortrag über musikalische Jugenderziehung (Stuttgart, 10/X1/37, zu den 
Reichsmusiktagen der HJ. Abdruck: "Mi) uV" 1/1937-1938. S. 77). 
Bericht: 

"(...) Auch eine Auseinandersetzung mit der modernen Musik ist 
unumgänglich nötig. Sie darf sich, soll sie für die neue J ugend tragbar 
sein, nicht von den völkischen Grundlagen entfernen, sie darf nicht rein 
konstruktive Hirnmusik sein, sondern sie muß den Menschen direkt 
ansprechen, ihn freudig stimmen und ihm Kraft geben. Die Förderung 
junger Musiker ist selbstverständliche Pflicht der HJ. Der 
Instrumentalmusik läßt die HJ. besondere Pflege angedeihen. 
Obergebietsführer Cerff stellte eine Abnahme des Musikunterrichts fest, 
der teilweise durch veraltete Methoden im Musikunterricht, teilweise mit 
dem in den ersten Jahren strengen Dienst in der HJ. in Zusammenhang 
gebracht wird. Die Lage hat dadurch eine Änderung erfahren, daß der 
Instrumentalunterricht von der HJ. für ebenso wichtig erklärt wird, wie der 
eigentliche Dienst. Cerff hob die erzieherische Bedeutung der Hausmusik 
und die gemeinschaftsbildende Kraft des Liedes hervor" (W. F. = Willy 
Fröhlich: Neuregelung der Musikerziehung. Die grundlegenden 


C 239 





Ausführungen von Obergebietsführer Cerff. "Stuttgarter NS-Kurier" Nr. 
527, Morgenausgabe,11/X1/37). 

Rede zur Aufnahme des Thomanerchors in die HJ (Stuttgart, *11/X1/37). 
Bericht: 

"(„..) sprach Obergebietsführer Cerff. Die Übernahme des 
Thomanerchors in die HJ. bedeute keine nachträgliche Gleichschaltung, 
denn die Leipziger Thomassschule war schon vor dem Umbruch vom 
Geiste des Nationalsozialismus ergriffen. Sie bedeute eine 
formationsmäßige letzte Eingliederung. Diese Überführung sei auch keine 
Prestigefrage, sondern ein inneres Bedürfnis, die Leistung der 
bedeutenden Jugendchöre in die Arbeit der HJ. einzubauen. 
Selbstverständlich bleibe die Hauptarbeit des Chores seine Singarbeit, und 
die Arbeit in der HJ., die sportliche und soldatische, werde der 
künstlerischen Tätigkeit des Chores so eingeordnet, daß die Eigenart des 
Chores nicht eingeengt werde. Denn, noch einmal betonte das 
Obergebietsführer Cerff, unsere soldatische Haltung habe nichts mit 
außerer Schablone zu tun. Dieser Chor solle innerhalb der HJ. große 
kulturpolitische Arbeit leisten. Alle diese großen J ugendchöre müßten 
mitten im Erleben der Jugend stehen, denn sie sollen nicht nur einseitig 
ein musikalisches Ziel verfolgen, sondern sie sind mitten hineingestellt in 
die Gesamtarbeit für das ganze Werk. Dann folgte die feierliche 
Verpflichtung auf den Führer und den Reichsjugendführer durch 
persönlichen Handschlag" (Willy Fröhlich: Thomanerchor in der HJ. Eine 
denkwürdige Stunde. "Stuttgarter NS-Kurier" Nr. 529, Morgenausgabe, 
12/X1/37). 

Rede bei der Werkfeier der Reichsmusiktage der HJ in der Maschinenhalle 
der Fortuna-Werke (Bad Cannstadt, 12/X1/37). 
Bericht: 

"(...) Er hebt hervor, daß die deutsche J ugend nicht zu jenem Teile 
des Bürgertums gehöre, der das Bedürfnis habe, sich ab und zu mit dem 
Arbeiter anzubiedern. Die Hitler-) ugend treibe ein inneres Bedürfnis zur 
Arbeiterschaft. Beide eine der Glaube an die deutsche Zukunft. Mitten im 
Lebenskampf des deutschen Volkes sei die Musik notwendig zur inneren 
Stärkung, unentbehrlich als Kraftquelle. (...)" (Willy Fröhlich: Werkfeier. 
"Stuttgarter NS-Kurier" Nr. 331, Morgenausgabe, 13/X1/37). 

Rede zum Abschluß der Reichsmusiktage (Stuttgart, 14/X1/37). 
Bericht: 

"(...) nahm im Auftrag des Reichsjugendführers Baldur von Schirach 
der Chef des Kultur- und Rundfunkamtes der Reichsjugendführung, 
Obergebietsführer Cerff, das Wort zu einigen grundsätzlichen 
Ausführungen. Nachdem er die Grüße von Reichsminister Dr. Goebbels 
und des Reichsjugendführers Baldur von Schirach überbracht hatte, wies 
er darauf hin, daß es keine Volksgemeinschaft gibt, die natürlicher, 
ursprünglicher und wahrhafter empfindet, was wertvoll und echt ist, als 
die heutige Jugend. Das Werkkonzert in den Hallen der Fortuna hat 
bewiesen, daß echte Kunst gerade im schaffenden Volksgenossen den 
aufmerksamsten Zuhörer findet. Eine Hauptforderung für den 
schöpferischen Künstler von heute ist daher seine Bewährung im 


C 940 





schaffenden Volk. Obergebietsführer Cerff verkündigte dann große Pläne 
für die Musikerziehung der Jugend. In engster Fühlungnahme mit der 
NS.-Gemeinschaft >Kraft durch Freude< werden in den nächsten Monaten 
im ganzen Reich in größeren und kleineren Städten Musikschulen ins 
Leben gerufen, die eine gründliche musikalische, dem Erleben der 
heutigen Jugend angepaßte Schulung gewährleisten. Nachdrücklich wies 
der Redner darauf hin, daß Kunsterziehung und soldatische Schulung 
keine Gegensätze bedeuten, sondern daß erst beide Faktoren zusammen 
einen vollgültigen deutschen Menschen gestalten. Elternhaus, Schule und 
Hitler-) ugend sollen diese große Aufgabe gemeinsam lösen. Zum Schluß 
sprach Obergebietsführer Cerff die Hoffnung aus, daß diese Schulungstage 
den Auftakt für diese Erziehungsarbeit bilden" (do. = Helmut Doster: 
Kunsterziehung und soldatische Schulung. Festlicher Ausklang der 
Reichsmusiktage der Hitler-) ugend. "Stuttgarter NS-Kurier" Nr. 533 
Morgenausgabe, 15/X1/37). 


1938 
Kunst und Glauben. Rede (Weimar, 1938, beim kulturpolitischen 
Arbeitslager der RJF. Abdruck: "Weimar. Bekenntnis und Tat", Berlin, 1938. 
S. 47 ff.). 
SS-Liederbuch. Hgb. von der Reichsführung-SS. Neubearbeitung von K. 
Cerff (1-31938; Kriegsausgabe 451939; 61940; 91941) [ZVNSDAP]. 
Vgl. Reichsführung-SS. 
Ansprache bei der Tagung der deutschen Tanzlehrer (Bad Kissingen, 
August 1938). 

"Bei der Tagung der deutsche Tanzlehrer in Bad Kissingen machte 
Obergebietsführer Cerff, der Leiter des Kulturamtes der 
Reichsjugendführung sehr beachtenswerte Ausführungen über die Stellung 
des jungen Deutschland zum modernen Tanz. Er bezeichnete die Frage 
des Tanzes als von weittragender Bedeutung für die Jugend, und zwar in 
seelischer und kultureller Beziehung. Der Tanz solle zum frohen Menschen 
mit edler Gesinnung erziehen. Nicht die internationalen Tanzformen, wie 
Tango und Foxtrott usw. könnten mit ihrer nichtdeutschen Musik und 
wesensfremden Art Erziehungsmittel sein. Die nationalsozialistische 
Jugenderziehung lehne diese Tanzformen ab (...)" (Die HJ lehnt den 
Tango ab. "Der Rhythmus" XVI/9, September 1938. S. 200). 

Die Kulturaufgaben der jungen Nation. Rede (Linz/ Donau, 15/X1/38, 
bei der Arbeitstagung der Bann- und J ungbannführer sowie der 
Untergauführerinnen des Gebiets Oberdonau. Teilabdruck: "Tages-Post" 
Nr. 267, Linz, 16/X1/38). 

Zitat: 

"(...) Es geht immer wieder darum, das Erlebnis in den Vordergrund 
zu rücken. Es ist nicht so sehr der Appell an den Verstand, als an unser 
Herz, was mitreißt und die Menschen aktiv zu den großen Kulturaufgaben 
einstellt. Gerade wir Menschen aus der Kampfzeit wissen das, da wir 
sahen und erlebten, wie sich einfache Männer und Frauen mit reiner, 
großer Gläubigkeit und Freudigkeit, ohne viel zu fragen, aus einem klaren 
Instinkt heraus unter die Fahne des Führers stellten. 


C 94] 





(...) Wir müssen eine ganz neue Atmosphäre der Kultur schaffen, wir 
müssen die Kunst aus dem Konventionellen reißen und als völkisches 
Erlebnis darstellen. Ich warne auch davor, etwa zu glauben, daß der 
Kunstgenuß lediglich eine Frage des Eintrittspreises sei, es ist eine 
Beleidigung mit dem Herabsetzen der Eintrittspreise volle Häuser erzielen 
zu wollen. Der Arbeiter wird vielmehr gern opfern, wenn er weiß, daß ihm 
wahre, artgemäße Kunst geboten wird. Und gerade zum Arbeiter wollen 
wir immer wieder gehen. So müssen die Veranstaltungen der H). frei sein 
von diesen konventionellen Dingen. (...)". 

Cerff macht deutlich, daß es ums "Mitreißen" geht, um Wirkung 
einer Kraft von außen, die individuelle Handlung und deren Freiheit 
ausschließt. Na eben! 


1942 
Rede bei der Kulturkundgebung zum Volksmusiktag (Straßburg, 16/VIIl/ 
42). 
Kriegsweihnacht 1942 ("Die Musikpflege" X111/8-9, November- 
Dezember 1942. S. 156-157). 
Zitat: 

"Kein Fest im J ahreslauf wird vom deutschen Menschen so tief und 
innig empfunden, wie das Weihnachtsfest. Dies gilt auch für die Kriegszeit, 
in der leider eine leichte Wehmut die ursprüngliche Weihnachtsfreude 
etwas überschattet. Aber gerade das Weihnachtsfest soll, wie uns sein 
Ursprung lehrt, uns neue Kraft im Glauben an das wiedererwachende 
Leben schenken. So sehr die Weihnachtszeit auch unser Gemüt bewegen 
mag, sie darf uns nicht kleinmütig finden, sondern das Immergrün der 
Tannen und das Licht selbst der bescheidensten Kerze muß uns bestärken 
im Glauben an die ewigen Gesetze der Natur, die den Sieg nicht den 
Schwachen, sondern den Starken und Gesunden schenken. Alle 
Gemeinschaften, die sich der Kulturarbeit verschrieben haben, müssen 
besonders dazu beitragen, daß dieses Weihnachtsfest für alle 
Volksgenossen zu einem tiefen seelischen Erlebnis wird. Daß unsere erste 
Sorge hierbei den Verwundeten und Soldaten gilt, ist wohl 
selbstverständlich. Sie müssen das Gefühl haben, daß sie uns an 
Weihnachten ganz besonders nahe stehen. Kein Soldat, der fern seiner 
Heimat Dienst tut oder als Verwundeter in einem Lazarett liegt, darf sich 
an diesen Tagen einsam fühlen. Wir wollen sie mit Lied, Musik und Spiel 
erfreuen und wollen ihnen zeigen, daß die seelische Kraft des deutschen 
Volkes auch im vierten Kriegsjahr ungebrochen ist. 

(...) Die NSDAP wird vom Hauptkulturamt aus reichlich mit 
Gestaltungsmaterial für die Vorweihnachtsfeiern versehen. Durch die enge 
Zusammenarbeit mit der Partei, ist es auch den volkskulturellen 
Gemeinschaften jederzeit möglich, sich dort Anregungen zu holen" (S. 
156). 


1943 
*13. Januar 1943: 
In der Feierstunde zur Gründung des Kulturwerks Westmark in 


C 942 





Saarbrücken spricht Cerff über Kulturarbeit im Kriege. 
22. Mai 1943, Rundfunkmusik mit Luren?: 

(...) Mit Cerff habe ich eine sehr scharfe Auseinandersetzung über 
das gegenwärtige Programm des Rundfunks. Cerff vertritt hier einen 
etwas übernationalsozialistischen Standpunkt. Wenn es nach ihm ginge, 
dann würde die Musik im Rundfunk ausschließlich mit Luren gemacht. So 
kann man auch keinen Rundfunk für die breiten Massen gestalten. Der 
Rundfunk muß möglichst vielfältig und mannigfaltig in seinem Programm 
sein. Cerff will und will das nicht einsehen. Jedenfalls verbiete ich ihm, 
am Rundfunk in den Blättern der Reichspropagandaleitung Kritik üben zu 
lassen. Ich halte es für gänzlich unmöglich, daß eine meiner Dienststellen 
eine andere Öffentlich angreift" (Goebbels Tagebücher. Eintrag vom 
22/V/43.Aus dem Jahren 1942-43. Mit andern Dokumenten hgb. von Louis 
P. Lochner. Zürich, 1948. S. 357). 

Erinnerung, 1964: 

"Ich beanstandete s. Zt. die flache Unterhaltungsmusik im Rundfunk 
und sagte ihm, daß die Bevölkerung nicht nur aus Großstadtmenschen 
bestände, sondern man müßte auch an die Bevölkerung im Schwarzwald, 
im Bayerischen Wald, im Erzgebirge, in Ostpreußen, in der Heide usw. 
denken. Er antwortete mir damals tatsächlich mit diesem in seinem 
Tagebuch niedergelegten Wort und lachte dazu. Er liebte solche 
Übertreibungen. Ich sagte allerdings zu ihm, daß >Lurenmusik< genau 
das entgegengesetzte Extrem wäre. 

Ich habe Sie auf dieses Beispiel nur aufmerksam gemacht, um Ihnen 
zu zeigen, daß ich aus meiner Verantwortung heraus auch eine 
Auseinandersetzung mit Dr. Goebbels nicht scheute und fürchtete. Ob ich 
dabei recht hatte, ist eine andere Sache. Vielleicht war ich damals zu 
streng und sah es zu sehr durch die Brille der Jugendmusikarbeit. Ich 
hatte allerdings öfters solche Auseinandersetzungen, da ich in der zu 
engen Bindung von >Propaganda< und >Kultur< ein Verhängnis sah" 
(Karl Cerff an Fred K. Prieberg, 17/11/64). 

An diesem Punkt färbte Cerff; die Kombination von Propaganda und 
Kultur war ja gerade sein Dienstauftrag. 

Pflichtlieder für das Jahr 1943 ("Die Musikpflege" XIV/1-3, April-J uni 
1943. S. 24). 
Zitat: 

"Das Hauptkulturamt gibt für das Jahr 1943 wieder vier Pflichtlieder 
bekannt, die in möglichst kurzer Zeit erarbeitet und Gemeingut aller 
Deutschen werden müssen. Es muß immer wieder daran erinnert werden, 
daß die Liedpflege zu den kriegswichtigen Aufgaben gehört. Wollten wir 
aufhören zu singen, so würden wir eine unserer stärksten seelischen 
Waffen aus der Hand geben. Zu allen Zeiten, da Deutschland in 
schicksalhaftem Kampf um Sein oder Nichtsein seine schwersten Kriege 
ausfechten mußte, war ihm das deutsche Lied ständiger Begleiter. Wir 
erinnern nur an die Freiheitskriege, in denen gleichlaufend mit einer aus 
deutscher Not erstandenen Wiedergeburt völkischen Geistes auch das 
deutsche Kampflied in hoher Blüte stand. Auch unsere Zeit ist nicht arm 
an Liedern, und wir müssen grundsätzlich fordern, daß das Singen im 


C 943 





Volke unter keinen Umständen vernachlässigt wird. Für dieses Jahr sind 
folgende vier Pflichtlieder festgesetzt: 

Im deutschen Land marschieren wir 

Es zittern die morschen Knochen 

Nun laßt die Fahnen fliegen 

Heilig Vaterland 

(...) Infolge der dauernd sich steigernden Anforderungen, die der 
totale Krieg körperlich wie seelisch an uns stellt, wird es nicht immer leicht 
sein, zur Wachhaltung allgemeinen Interesses am Singen den richtigen 
Weg zu finden. Wie aber schon eingangs gesagt wurde, muß dieser Weg 
gefunden werden" (S. 24). 

Aufruf des Hauptkulturamtes der Reichspropagandaleitung der NSDAP 
("AMdRMK" X/8, 15/VI11/43. S. 36). 
Zitat: 

"Die Hausmusikpflege umschließt das Bekenntnis eines Volkes zum 
Werk seiner schaffenden Musiker aller Zeiten. Jahr für Jahr wird für den 
Gedanken des Selbstmusizierens in Familie und Gemeinschaft geworben. 
Immer neue Freunde werden der Musik gewonnen, die Jugend hängt mit 
neu erwachter großer Liebe an der musikalischen Kunst. Der Nachwuchs 
für die musikalische Laienbetätigung und die berufsmusikalische 
Ausbildung strömt in die Spielscharen und J ugendmusikschulen der Hitler- 
Jugend, um hier im Dienste der Musik sich freiwillig einzusetzen. Die 
Aufgaben der Menschenführung der Partei fordern es, daß die 
gemeinschaftsbildende und damit politische Kraft der Musik besonders in 
den Jahren des Krieges im Volke zu voller Auswirkung gelangen kann. 
Jeder Hoheitsträger, jede Ortsgruppe, jede kleinste Gemeinschaft und 
besonders die nationalsozialistische Familie mögen das Geschenk 
gemeinsamen Musizierens wieder empfinden lernen. 

Der Tag der Hausmusik ist in diesem Jahr auf den 13. November 
1943 festgesetzt und wird in Gemeinschaftsarbeit von der 
Reichsmusikkammer und vom Hauptkulturamt der 
Reichspropagandaleitung der NSDAP durchgeführt. 

(...) Als Hausmusik soll nicht nur die Kammermusik im engsten 
Rahmen bezeichnet werden: an diesem Tage soll der Tatsache gedacht 
werden, daß gerade ein häusliches Musizieren als Wurzel größerer 
musikalischer Entwicklungen anzusehen ist. Die deutsche Musikgeschichte 
selbst ist ein klassisches Beispiel dafür, daß von der Hausmusik der Weg 
zu den größten Formen unserer heutigen Kammer- und Orchestermusik 
führte. 

Auch wenn in diesem Jahre das zeitgenössische Schaffen besonders 
betont wird, so soll hierdurch die Musik unserer klassischen Vergangenheit 
selbstverständlich nicht übersehen werden. Je reichhaltiger die 
Programme nach jeder Richtung gestaltet werden, je mehr es gelingt, die 
Verbindung von der Musik vergangener Zeiten zu unserem gegenwärtigen 
Empfinden geistig und gefühlsmäßig herzustellen, um so stärker wird 
dieser Tag ganz allgemein als Tag der deutschen Musik im Herzen der 
ganzen Nation Bedeutung gewinnen. 

Es gilt in diesem vierten Kriegsjahre ganz besonders der Grundsatz, 


e 944 





mit dem gemeinsamen Musizieren allen denen eine Freude zu bereiten, 
die ihrer bedürfen, und aus dem Selbsttun die Kraft zu gewinnen, die die 
Musik zu geben in der Lage ist. Laßt die Musik starke Herzen und frohen 
Sinn für unseren großen Kampf schaffen!" 


1944 
Pflichtlieder für das Jahr 1944 ("Mi) uV" VIl/2, Februar 1944. S. 31). 
Zitat: 
"Als Pflichtlieder der NSDAP. für das Jahr 1944 sind festgesetzt: 
Brüder in Zechen und Gruben 
Nichts kann uns rauben 
Uns ward das Los gegeben 
Wir tragen das Vaterland. 

Neben der Erarbeitung dieser Pflichtlieder ist in der Partei mit allen 
Gliederungen und angeschlossenen Verbänden darauf zu achten, daß auch 
die Pflichtlieder des Jahres 1943 

Es zittern die morschen Knochen 

Heilig Vaterland 

Im deutschen Land marschieren wir 

Nun laßt die Fahnen fliegen 
lebendiger Besitz bleiben". 
Kulturarbeit und totaler Krieg ("MiJ) uV" VIl/3, März 1944). 
Zitat: 

"Ich habe als Nationalsozialist und Soldat alle Maßnahmen von 
Herzen begrüßt und weiß, daß jetzt nur ganze Entscheidungen und keine 
Halbheiten den Erfolg, d. h. den deutschen Sieg, verbürgen. Nur der 
deutsche Sieg aber wiederum sichert den Bestand unseres heiligsten 
Volksgutes, unserer Kultur. 

(...) Ich erwarte, daß unsere Parteigenossinnen und Parteigenossen 
in diesem Geiste die kulturellen Kriegsaufgaben weiterführen, daß sie sich 
nicht beirren lassen von jenen mechanischen Köpfen, die nur in 
außerlichen Maßnahmen einen Beitrag zur Kriegführung sehen und nicht 
erkennen wollen, daß auch das Erlebnis einer Feierstunde die 
Tatbereitschaft deutscher Menschen auf das höchste zu steigern vermag. 
Wenn der Führer gerade jetzt der nationalsozialistischen Führung in der 
Truppe eine kriegsentscheidende Bedeutung beimißt, so kann und darf es 
wohl unter unter uns keinen geben, der nicht auch alles einsetzt für die 
Aufrüstung unserer Herzen" (S. 38, 40). 

Information: DDFL. 


Cermak, Josef 
. Prag, 10. November 1871 - Novi Sad (Jugoslawien), 1938. 
Österr. Militärkapellmeister in Peterwardein, Komponist. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Mit Blut und Eisen. Marsch (RS Hamburg, 14/X1/37; RS Wien, 
11/V/39). 


® 


945 





In: 
Marschperlen III (1943). 
Information: LdBl. 


Cerny, Josef 


siehe: Stolzing-Cerny 


"Charlotte"-Lied = Was rauscht mit seinen Segeln dort 


Chaussee-Potpourri. Marschlied, 0nA. 
Textprobe: 
"Hallo, die Synagoge brennt, 
hallo, der Itzig steht im Hemd, 


der Itzig. Und der fette Rabiner, 


er rettet die Hühner 


und schickt sie nach Jerusalem, 


Jerusalem. (... 


) 


Alle Ringe rollen, alle Ringe rollen, 

nur der kleine Severing nicht. (...) 
Wenn du nicht kannst, laß mich einmal, 
Rosa Luxemburg schwimmt im Kanal, 
Karl Liebknecht hängt am Baum, 


schüttelt die Pflaum'". 


Dieser widerliche Text gab Material zur Auflockerung von SA- 
Märschen mit parodierten Melodien wie "So leben wir alle Tage", 
"Wolgalied", "Das Wandern ist des Müllers Lust", "O Tannenbaum" etc. 

Die namentlichen Anspielungen betreffen: Carl Severing (SPD), 
mehrmals preuß. Innenminister und 1928-30 Reichsinnenminister; Rosa 
Luxemburg (KPD) wurde nach dem Spartakus-Aufstand in Berlin im 
Januar1919 wie Karl Liebknecht (KPD) von Freikorpsoffizieren ermordet. 


In: 


Heil Hitler! (1933); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934; nur 


T). 


Chelard, Andre Hippolyte 
1789 - 1861 


Konzertouvertüre zur Oper Die Hermannschlacht (1335; u. a. Neuburg/ 
Donau, 1939, Konzert des MK des III./IR 63, Dgt. Georg Huber). 


Chemin - Petit, Hans (Helmuth) 
Potsdam, 24. Juli 1902 - Berlin, 12. April 1981. 


Sohn eines Kapellmeisters und einer Konzertsängerin; Schüler von P. Juon, 


Komponist, Musikpädagoge und Chorleiter in Berlin, 


hier seit 1931 Lehrer 


C 946 





für Theorie, dann auch Chorleitung an der Akademie für Kirchen- und 
Schulmusik, ab *30/1/36 an der Musikhochschule mit Professur. 1939-43 
außerdem Leiter des Domchors in Magdeburg, 1943 Dirigent des 
Philharmon. Chors Berlin. Er meldete sich am 6/X11/44 freiwillig zum 
Volkssturm. 

1945 zunächst Lehrer am Internationalen Musikinstitut Berlin und 
bis 1948 Dirigent des Städt. Chors Potsdam, 1950 Theorielehrer an der 
Musikhochschule Berlin, 1965-69 deren stellv. Direktor. Mitglied der 
Akademie der Künste Berlin. Danach i. R. 

Werke: u. a. Sinfonie A-moll (1936); Gryphius-Kantate (1936); die 
Opern "Der gefangene Vogel" (Berlin, 1927; 1939 mit 100. Aufführung) 
und "Die Komödiantin" (Coburg, 1970); Hölderlin-Hymnen für Bariton und 
Orch (1934). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. NSBO seit 1933; auch NS-Altherrenbund, NSV 
und RLB. Stand 1934: Mitglied des Werkprüfungsausschusses des 
Berufsstandes der dt. Komponisten. 

7. Oktober 1934: 

Das BPhO, Dgt. Chemin-Petit, bietet u. a. drei Sätze aus der Musik 
zum "Sommernachtstraum" von Mendelssohn-Bartholdy. 
*24. Mai 1938: 

Die 1. Kammermusik der Reichsmusiktage in Düsseldorf bietet die 
Kantate für S und KammerOrch "An die Liebe" nach Worten des Kanzlers 
(um 1300) von H. Chemin-Petit. Solistin: Margarete von Winterfeld (S). 
6. März 1940: 

Die Münchener Philharmoniker, Dgt. Chemin-Petit, bieten - erstmals 
- seinen Orchester-Prolog. 

7. Oktober 1940: 

Das 1. Sinfoniekonzert der Städt. Konzerte Krefeld, Dgt. W. Richter- 
Reichhelm, bietet - erstmals - den Orchester-Prolog von Chemin-Petit. 
Festliche Musik für gr. Orch (1941). 

13. Januar 1941: 

Das 6. Konzert der Stadt Duisburg, Dgt. Otto Volkmann, bietet - 
erstmals - den Orchester-Prolog von Chemin-Petit. 
10. Februar 1941: 

Das 6. Sinfoniekonzert des Opernhauses Hannover, Dgt. R. Krasselt, 
bietet - "zum ersten Male" - den Orchester-Prolog von Chemin-Petit. 
10. November 1941: 

Das 2. Vormiete-Konzerts A der Stadt Dortmund, Dgt. W. Sieben, 
bietet - erstmals - den Orchester-Prolog von Chemin-Petit. 

Werkleute sind wir (T: R. M. Rilke). Kantate für Sopran, Bariton, 
A4stimm. Chor und Orch (1944; UA: Magdeburg, 1951). 


Rückblick, 1963: 

"(...) es ist mir kaum Nennenswertes passiert, da ich als Komponist 
mehr oder weniger ein Schattendasein geführt habe. Presse, 
Korrespondenz - alles bei Kriegsende verloren. Eines sei erwähnt: meinen 
Plan, Wedekinds >König Niccolo< zu veropern, mußte ich in diesen Jahren 


C 947 





aufgeben, da Wedekind auf dem Index stand" (Hans Chemin-Petit an Fred 
K. Prieberg, 25/1X/63). 
Diesen Opernstoff realisierte der Komponist erst 1962. 
Information: DML, FA, MM2, KDMK, RML, LdCh, MGG, SML. 


Cherubini, Luigi 
1760 - 1842 


Auf, laßt uns singen. Kanon. 

In: 

Lobeda-Singebuch 2 (1933). 

Lachkanon: Ha, ha, ha! Unsern Jubel ruft das Echo uns zurück 
(Textunterlegung: F. Jöde). Kanon zu 3 Stimmen, aus: Jöde, "Der Kanon". 
In: 

Wir wollen singen (1933); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Vorwärts! 
Vorwärts... (1935); Deutsches Frauenliederbuch (1935); Lieder des Volkes 
(61936); Lobeda-Singebuch 1 (1936); RJF, Wir Mädel singen (1937, 
21938); Stimmt an! Il (1939); Singkamerad, Anhang München (1939); 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); Lied über Deutschland (?1941). 


Chinesische Tragödie = In Chinesien 


Chmel, Otto 
Gröbming/ Steiermark (Österreich), 30. August 1885 - Rockenau am 

Neckar, 1. September 1964. 
Sohn eines pensionierten Fachlehrers; Dr. phil. 1927 Heidelberg, 
Theaterkapellmeister und Musikpädagoge; in Mannheim Lehrer an der 
Hochschule für Musik, bis 1937 Musikreferent der "Neuen Mannheimer 
Zeitung". Chmel war durch Ehe mit der Konzertsängerin Olga Maria Heller 
"jüdisch versippt", ließ sich jedoch nicht scheiden. 

Ab 1946 weiterhin in Mannheim Musikkritiker des "Mannheimer 
Morgen", nach 1950 i. R. 


Flaggen gehißt! Marsch (RS Wien, 23/V1/38). 
Information: DML, FA, KDMK. 


Chopin, Frederic 
1810 - 1849 


28. Oktober 1939: 

"Die Musik-Woche" VII/43 bringt von Ernst Krienitz den Aufsatz 
"Kampf um Chopin" (Teilabdruck: Wulf, S. 234). 

Krienitz erklärt den Komponisten zum Wahldeutschen. 


C 948 





6. Oktober 1943: 

"(...) Die in der Staatsbibliothek Krakau vorbereitete Eröffnung der 
Chopin-Sammlung wird nach den Weisungen des Herrn 
Generalgouverneurs Ende dieses Monats erfolgen. Für diesen Zweck bitte 
ich folgendes zu veranlassen: 

1) Genaue Aufstellung aller Chopiniana, die sich jetzt noch in der 
Staatsbibliothek Warschau, bezw. an andern Stellen Warschaus befinden. 
2) Eine genaue schriftliche Darstellung, was sich bisher über den Verlust 
der Chopiniana der Staatsbibliothek Warschau hat ermitteln lassen. Es 
handelt sich dabei wohl hauptsächlich um die seinerzeit von der 
Verlagsanstalt Breitkopf & Härtel für 100 000 RM erworbenen 20 
Handschriften, 11 Briefe und andere Chopin-Autographen. 

3) Die näheren Angaben über die Erwerbung der 24 Präludien Chopins im 
März 1942; von wem und zu welchem Preis erworben. 

4) Ich bitte Herrn v. Pulikowski um eine Übersicht über die Chopin- 
Sammlungen, die es bisher in der Welt gibt" (Regierung des 
Generalgouvernements, HA Wissenschaft und Unterricht, Hauptverwaltung 
der Bibliotheken, Gustav Abb, an k. Leiter der Staatsbibliothek Warschau, 
Bibliotheksrat Dr. Wilhelm Witte, 6/X/43. Quelle: Bibliothek der Universität 
Wroclaw, Signatur: 156/1X, BAP, HV Bibliotheken, St. 1201 nr. 25 k. 80. 
Provenienz: Willem de Vries, mit Dank). 

9. Oktober 1943: 

"l. Eine >genaue Aufstellung aller Chopiniana, die sich... an 
anderen Stellen Warschaus befinden<: 

Eine derartige Aufstellung anzufertigen war vor September 1939 trotz aller 
Bemühungen der Kommission für die Herausgabe einer kritischen 
Gesamtausgabe der Chopinschen Werke unmöglich, weil sehr viele 
Privatsammler ihren Besitz an Chopiniana verheimlichten. - Diese 
Schwierigkeit ist nach September 1939 nur noch bedeutend gestiegen. - 
Das nachstehende Verzeichnis kann daher nicht als >genaue< Aufstellung 
>aller< Chopiniana bezeichnet werden. 

a) Archivamt Warschau: vorhanden gewisse Familienurkunden. 

b) Museum der Stadt Warschau (ehem. Nationalmuseum): einige Chopin- 
Musealia, darunter auch ein Klavier. 

c) Laura Ciechomska (aus der Linie der Mutter Chopins), Privatbesitz: 
besass vor dem Kriege Autographe, Briefe, Bildmaterial, Musealia. - 
Augenblicklicher Aufenthalt und augenblicklicher Besitzstand unbekannt. 
d) Jude Leopold Binental (Hoza-Str. 15), augenblicklich angeblich in der 
Schweiz, besass Briefe, Bildmaterial und Autographe. 

e) F. Chopin-Institut: besass verschiedene Chopiniana, über deren 
augenblicklichen Verbleib nichts Genaueres bekannt ist. Der grösste Teil 
der Autographen und Fotografien befand sich in den Händen von Prof. 

J özef Turczynski, der vor Kriegsausbruch mit diesen Materialien nach der 
Schweiz zu Paderewski und Prof. Ludwik Bronarski gefahren ist, um mit 
ihnen Fragen des Urtextes zu besprechen. Was Prof. Turczynski tatsächlich 
nach der Schweiz mitgenommen und was er zu Hause gelassen hat, 
entzieht sich der Kenntnis, da das Haus, in dem sich die Privatwohnung 
von Prof. Turczynski befand, vollkommen niedergebrannt ist (September 


C 949 





1939). - Andere Chopiniana hatte der Praeses des Chopin-Instituts, 
Minister August Zaleski an sich genommen, weil er - anlässlich seines 
bevorstehenden Besuches in New York - daselbst eine kleine Chopin- 
Ausstellung veranstalten wollte. Augenblicklich soll sich Minister Zaleski in 
England befinden. - Zu gleicher Zeit, als die Herren Dr. Gerigk und Dr. 
Boetticher auf Grund der Genehmigung des Herrn Generälgouverneurs die 
Elsnerhandschriften aus der Staatsbibliothek und die Handschrift Nr. 52 
aus der Krasinski-Bibliothek sowie Handschriften aus der PrzezdZiecki- 
Bibliothek beschlagnahmten, haben diese Herren - ohne Anwesenheit 
eines Institutsangehörigen - nach Aussage des Hausbesorgers zwei Koffer 
Materialien aus dem F. Chopin-Institut beschlagnahmt. - Was nach dieser 
Beschlagnahme übrig geblieben ist, hat die Abteilung Il. der 
Staatsbibliothek (Rakowiecka 6) am 3. XI. 1940 übernommen: Chopin- 
Autographe und dergleichen waren nicht darunter. - 

2. Die 24 Präludien sind im März 1942 von Herrn Stanistaw Nowicki, 
Rybno bei Sochaczew, zum Preise von 14.000.-Ztoty erworben worden. 
Angeboten wurden diese Präludien für 20.000.-Ztoty; erst nach 
langwierigen Verhandlungen konnte der Preis herabgesetzt werden. 

3. (...)" (Anlage I zum Antwortschreiben von Wilhelm Witte an 
Gustav Abb, 9/X/43, mit der Liste von Dr. Julian Pulikowski. Quelle: 
Bibliothek der Universität Wroctaw, Signatur: 156/1X, BAP, HV 
Bibliotheken, St. 1201 nr. 25 k. 80. Provenienz: Willem de Vries, mit 
Dank). 


Chorblätter der Kriegsmarine, hgb. vom Oberkommando der 
Wehrmacht. Folge 1-15 (1940) [T]. 
. Wer geht mit, juchhe. Volkslied. Fassung: W. Rein. 
. Lustig ist's Matrosenleben. Volkslied. Fassung: E. L. von Knorr. 
. H. Kraft: Abendlied, an Bord zu singen. Fassung: A. Knab. 
. Der Käppen, der Stürmann. Seemannslied. Fassung: W. Bender. 
. Winde wehn. Nordisches Volkslied. Fassung: W. Rein. 
. Es rufen uns die freien Wogen. Nordisches Volkslied. Fassung: B. 
Stürmer. 
7. H. Lang: Und das Seemannsleben. 
8. A. Knab: Still vom Sturm der Kanonaden. 
9. H. Baumann: Setzt ihr euren Helden Steine. Fassung: W. Sendt. 
10. H. Baumann: Die Brandung ruft. Fassung: F. Büchtger. 
11. . W. Koch: Schiffer, bleib fern von England. Fassung: F. Büchtger. 
12. H. Lang: Anker los! 
13. W. Rein: Seemanns Abschied. 
14. E. L. von Knorr: Der junge Schiffer. 
15. Die Reise nach Jütland. Fassung: K. Marx. 


QSoVPWNM 


Chorblätter der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" 
siehe: Carl Hannemann 


C 950 





Chorliederbuch für die Wehrmacht (Anthologie) siehe: Fritz 
Stein 


Christ, Jakob 
Frankfurt-Griesheim, 11. August 1895 - Bonn, 21. Oktober 1974. 
Zunächst Druckerlehrling; am Hochschen Konservatorium in Frankfurt a. 
M. Schüler u. a. von B. Sekles und P. Hindemith. Musikverleger in Bonn - 
seit 1921 Inhaber des MV Braun-Peretti - und Musikdirektor; Dirigent des 
Doppelquartetts "Liederblüte". Das Verlagshaus fiel im Oktober 1944 dem 
Luftkrieg zum Opfer. 

Nach 1945 Leiter des Stiftchors Bonn und der Chorvereinigung 
Walberberg; seit Januar 1946 nahm er die Verlagstätigkeit wieder auf und 
war 1949-61 erster Vorsitzender des Deutschen Musikalien- 
Wirtschaftsverbandes, danach dessen Ehrenvorsitzender. 

Werke: u. a. Männerchöre, Orchestermärsche. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Alle Titel ab Op. 33, wo nicht anders angeben: [BP]. 
Fürs Vaterland! Marsch (RS Berlin, 12/V11/33). 
Op. 33. Du, Deutschland, sollst uns heilig sein: Wir weihn uns dir, 
alldeutsches Land (T: P. Arenz). Deutsches Weihelied für MCh (1933). 
Op. 38. Hindenburg: Am Tannenbergmal um den Feldherrnturm (T: 
Peter Arenz). MCh (1934). 

Der Titel feiert Paul von Beneckendorff und Hindenburg 
(1847-1934), Generalfeldmarschall und 1914 Oberbefehlshaber der 
Armee, Sieger der Schlacht bei Tannenberg gegen die Russen, 1925 zum 
Reichspräsidenten gewählt, abermals 1932; er setzte Hitler am 30/1/33 
als Reichskanzler ein. 

Op. 39. Heil deutscher Arbeit: Nun wird die Arbeitsschlacht geschlagen 
(T: P. Arenz). MCh (1935). 
Op. 40. Arbeit ruft! (T: P. Arenz). MCh (1936). 
C. Latann: Frei weg! (neuer T: P. Arenz). Marsch. Für gemCh mit 
Klavier/ Orch: J. Christ (1937). 
Op. 41. Großes Vaterland: Frucht sind wir aus deinen Säften (T: P. 
Arenz). MCh/ Massenchor (1938). 
Mit Sing-Sang und Kling-Klang (T: P. Arenz). Ein neues Soldatenlied. 
Fassung: Bruno Hartmann (1940) [EL]. 
Wir kapitulieren nie! Marsch für Harmoniemusik (1940; DtldS/RS 
Berlin, 5/11/40) [EL]. 

Information: FA, LdCh. 


Christe, du bist der helle Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag 
(T: nach dem altkirchlichen Hymnus "Christe qui lux es et dies", 6. Jh, 
deutsch von Erasmus Alber, um 1500-1553). Geistl. Lied, 15. Jh, bei 
Cyriakus Spangenberg, 1568. 
In: 


NSLB, Unser Lied 2 (21935). 


C 951 





Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt (T: 
Agnus Dei, deutsch). Kirchenchoral, Braunschweig, 1528. 
In: 
Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940). 


Christian, Karl 


Matrosenmarsch (1933) [P]. 
Treu dem Rhein. Marsch (1933) [P]. 


Christ ist erstanden von der Marter alle. Osterlied (Leis), 13. Jh, 
gedruckt im Klugschen Gesangbuch (Wittenberg, 1531). 
In: 
Das Männerlied (1934); Vorwärts! Vorwärts... (1935); NSLB, Unser Lied 2 
(21935); Lobeda-Singebuch 1 (1936). 


Christliche Kampflieder der Deutschen (Anthologie) siehe: 
Ernst Sommer 


Christnachtigall = Wach, Nachtigall, wach auf! 


Christoph, Wilhelm 
1810 - 1859 


Marsch nach Motiven aus Straußschen Quadrillen = AM Il, 126 (1844). 
Geschwindmarsch. 
Tondokument - vom 30/V/40 - im DRA: B003122532, B003147520. 
Adaption: 
Parademarsch des SS-Artillerie-Ersatz-Rgts. München. 
Marsch nach Melodien des Königs von Hannover (König Georg V.) = AM 
II, 156 (1853). 
In: 
HM 2 (1933). 


Christus, der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn. 
Kirchenchoral, zur Melodie "Ach bleib mit deiner Gnade" von Melchior 
Vulpius (1609). 

In: 
Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Evangelisches 
Feldgesangbuch (1939, 1940). 


C 952 





Chrosziel, Friedrich (Fritz) 
Groß Park, 1. Juni 1909 - Königsberg, (?) 1944. 
Gärtner und Musiker in Ostpreußen, so 1934 in Groß Steinort, 1935 in 
Heiligenbeil, 1936 in Seligenfeld, 1937 in Kalgen, 1941 in Königsberg, 
zeitweise auch in Angerburg. 
Werke: u. a. Märsche. 


NSDAP seit 1/VI11/32, Nr. 1.279.150. SA. 

Adolf-Hitler-Marsch: Horch, die braune Schar marschiert (1933). 

Üb immer Treu und Redlichkeit. Marsch (1933). 

Trauermarsch zum Gedenken der gefallenen Helden des 3. 
Reiches. Vom Politischen Leiter Pg. Kurt Wittmann, Berlin, am 5/V111/34 
an Dr. Goebbels eingereicht (Quelle: BAR 55/ 1168). 

Marsch der nationalsozialistischen Revolution (Berlin, 1934). 

24. November 1934: 

Ein Konzert des MZ der SS-Leibstandarte AH im Schlageterhaus zu 
Königsberg, Dgt. Chrosciel, bietet u. a. von ihm: 1. Trauermarsch. - 2. 
Üb immer Treu und Redlichkeit. - 3. Aufbruch der jungen Nation. - 
4. Hoch Ostpreußen! (RS Königsberg, 24/X1/34). 


Chrzelitzer, Bernhard 
(?), 1. Mai 1902 - KZ Auschwitz, verschollen nach NS-Aktion. 
Sänger in Berlin, nach 1933 Mitarbeiter der Oper im Jüdischen Kulturbund. 
Während des Krieges zwecks "Endlösung der Judenfrage" nach 
Auschwitz deportiert. 


Cilensek, Johann 
Groß Dubrau bei Bautzen, 4. Dezember 1913 - ? 
Sohn eines Porzellandrehers; Komponist und Musikpädagoge in Leipzig, 
Schüler von F. Högner und J. N. David, 1939 in Wernsdorf/ Thüringen, 
1940 in Köthen. 

1945 Dozent für Theorie und Komposition am Thüringischen 
Landeskonservatorium Erfurt, 1947 Professor an der Musikhochschule 
Weimar, 1966-72 deren Rektor, 1973 o. Professor, 1980 emeritiert. 
Zeitweilig Vorsitzender des Bezirksverbandes Thüringen des VDKM und in 
dessen Zentralvorstand; Träger des Nationalpreises 1955 und des 
Vaterländischen Verdienstordens in Silber 1980 der DDR. 


NSDAP seit 1/X11/37, Nr. 6.026.918, auf Antrag vom 17/X11/37. 
Information: LdCh, MGG, SML. 


Claassen, Kurt 
Steinau/ Oberschlesien, 24. Mai 1887 - ? 
Sohn eines Rittergutsbesitzers; Musikpädagoge in Breslau, 1919-45 
Studienrat an der Augustaschule. 


C 953 





Nach 1945 in Berlin-Friedenau, Stubenrauchstr. 49 (1954). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.655.810, auf Antrag vom 2/V1/37. NSLB seit 
1/V/33. SA, in SA-Reserve Il. 
W. Altendorf: Der Himmel grau. Kampflied. 3stimmig: K. Claassen. 
In: 
Stimmt an! Il (1939). 

Information: DML, KDMK. Das Landesarchiv Berlin (6/VIII/0O1) hat 
keinen Eintrag, ebenso das Landeseinwohneramt (10/1/05). 


Clark 


Deutscher Kolonialmarsch (RS Breslau, 1/111/39). 


Clarmann, (Johannes Franz) Erwin von 
Würzburg, 20. August 1890 - Hamburg, 2. Februar 1972. 
Kapellmeister und Komponist in Hamburg. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Du Land dort überm Meer!: Wir wollen nicht beiseite stehn (T: Gertrud 
Hartleb), für Gesang mit Klavier (1938) [PR]. 

Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Hamburg- 
Nord, Nr. 401/1972. 


Clauberg, Claus 

Schwerin, 20. April 1890 - Schwerin (DDR), 15. März 1963. 
Sohn eines Prokuristen und stellv. Bankdirektors; Schüler u. a. von St. 
Krehl und M. Reger in Leipzig, dann in Berlin Komponist und Autor, 
freischaffend, seit 1922 Hauskomponist von Rosa Valettis Kabarett 
"Größenwahn" und bis 1930 des linken Kabaretts "Die Wespen". Nach 
1933 einige Monate hindurch für den Rundfunk gesperrt wegen früherer 
unbotmäßiger Texte. 1944 Direktor der Musikschule Wittenberg bei 
Schwerin. 

Nach 1945 Mitarbeiter der "Schweriner Landeszeitung", 1946 
Landesvorsitzender der Gewerkschaft Kunst und Kultur für Mecklenburg. 
Er baute 1953-56 die Volksmusikschulen Perleberg und Wittenberge auf. 
Werke: rund 60 Chansons für Claire Waldoff; Klavierkonzert; Winterliche 
Suite (z. B. DtldS, 15/11/37); mehrere andere Werke (DtldS, 16/1/38); 
Böhmerwaldsuite (RS Berlin, 28/1/39, 9/V/39); Divertimento für 
Streichquartett (UA: Berlin, 1940, im 100. Hauskonzert von Ruth Frisch). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 1928 vorübergehend in der SPD. Erhielt 1937 
eine Künstlerdank-Zuwendung von 300 RM, da sein Einkommen 1936 nur 
1.500 RM betragen hatte, und 1938 noch einmal 150 RM, obwohl der 
Ortsgruppenleiter dies trotz offensichtlicher Bedürftigkeit nicht befürwortet 


e 954 





hatte, weil Clauberg nach 13jährigem Verlöbnis mit einer Parteigenossin 
und Trennung "ein Liebesverhältnis mit einer 17jährigen" angefangen 
habe. Während des Krieges - Stand 1942 - angestellt im RMVP, Abt. 
Musik. 


1933 
Lied vom Horst Wessel: War einst ein junger Studente (eigener T). 
Chanson (1933). 
Textprobe (mit Refrain): 
u) 
der lebte in Berlin, 
's gab nichts, um das er flennte - 
die Sonne aus ihm schien. 
Nur ein's war's, das ihm drückte, 
sein armes Vaterland. 
Wohin sein Aug' auch blickte, 
da hob die Not die Hand. 
Horst Wessel haben wir verloren. 
Horst Wessel traf des Mörders Hand. 
Horst Wessel hat der Tod erkoren, 
für Adolf Hitler und sein Vaterland". 
Die Kunstform Chanson eignet sich gut zu Ironisierung und Parodie. 


1936 
11. Februar 1936: 

Die Reichssendeleitung - Rundschreiben an alle Intendanten - stellt 
fest, eine Verwendung der Werke Claubergs für den Rundfunk sei nicht 
tragbar. 

15. März 1936: 

Kreishauptstellenleiter der NSDAP, Abt. Kunst und Theater, Otto 
Niebuhr bescheinigt, Clauberg habe sich häufig uneigennützig für 
Parteiveranstaltungen zur Verfügung gestellt und Beiträge für ein 
nationalsozialistisches Kabarett geliefert (Quelle: BAR 55/ 223. Blatt 
135). 

22. Juli 1936, Beschwerde: 

"Mit der auslandsdeutschen Weihnachtssendung (Das blaue Licht) 
für Chor und Orchester, mit der alpenländischen, ostschlesischen, 
burgenländischen, Schönhengstgau Orchestersuite und einer 
>winterlichen< Suite, alles Werke eminent deutschen Charakters, hatte 
ich eben im Deutschlandsender einen unbestrittenen Erfolg 
davongetragen, als mir eine private Mitteilung zuging: ich sei für die 
deutschen Sender verboten. 

(...) Ich habe nie in Abrede gestellt, wie ich überhaupt garnichts zu 
verschweigen habe, dass die Linkskreise ständig interessiert waren, meine 
sozialen Chansons in ihren Vortragsabenden zu haben. Ich habe aber in 
meinem übergebenen Material an Eidesstatt erklärt, dass mit Schluss des 
Jahres 30 alle Beziehungen zu diesen Kreisen erloschen, da ich ganz offen 
für unseren Führer Adolf Hitler eintrat, besonders in den entsprechenden 


® 959 





Künstlerkreisen. 

(...) Meiner ganzen seelischen Einstellung nach, musste die 
Persönlichkeit Adolf Hitlers unbedingt auf mich wirken, und ich habe von 
Anfang an alle Nachrichten über ihn mit wärmstem Interesse in mich 
aufgenommen. 

(...) Wenn nicht die Stagma diesesmal mich gerecht berücksichtigt 
hätte, hätte ich vor Hunger und Obdachlosigkeit gestanden! Ich war seit 
dem Herbst durch Herrn Fritz Heinz Reimesch, den Vertreter des V. D. A. 
in der Reichssendeleitung, beauftragt, die auslandsdeutsche Volksmusik zu 
bearbeiten. Diese Tätigkeit ist mir zum grössten Bedauern des Herrn 
Reimesch selbst, der auch schon die geschaffenen Arbeiten nicht über die 
Sender laufen lassen kann, unterbunden. Das Hörspiel >Prinz Eugen< an 
dessen Vertonung ich mit ganzer Seele hing, wurde mir wieder 
fortgenommen 

(...) mein Kampf für ein gesundes Lied eines lebendigen 
Lebensinhalts steht seit 16 Jahren fest. Daran haben die J uden nichts 
andern können (...)" (Claus Clauberg an RMVP, 22/VI1/36. Quelle: BAR 
55/ 223. Blatt 127, 128, 129, 130). 

Nach der Unbedenklichkeitserklärung der NSDAP-Gauleitung Berlin 
hob der Reichsrundfunk das Beschäftigungsverbot im Dezember 1936 auf. 
1936/37: 

Clauberg steht auf einer Schwarzen Liste des RS Berlin (Quelle: 
National Archives Washington, Record Group 260-OMGUS, ICD, Box 229, 
File 26). 


1937 

Clauberg schreibt für den RS Königsberg "Des Jahres erste Stunde", 
eine Neujahrskantate in neun Sätzen; für den Deutschlandsender Musik 
zur Sendung "Kirchweih in Mähren"; zehn Volksliedsätze für 4 
Frauenstimmen und Streichquartett; "Das Gebet des Herrn" (T: Klopstock) 
für 4 Frauenstimmen, Streichquartett und Orgel; Serenade für 
Streichquartett; ein Sinfonie in vier Sätzen; Variationen über "Hänschen 
klein" für Flöte und Orch; Konzertwalzer für Orch; "Salzburger Suite", 
"Böhmerwaldsuite"; ferner zwölf Lieder und 30 Chansons. 


1938 

Clauberg schreibt eine dreisätzige "Ostpreußische Suite" für 
Singstimme und Orch; 24 Klavierstücke in allen Tonarten; für 
Streochquartett Variationen und "Schwedische Suite"; zwei geistliche 
Lieder (T: Hanns Johst, Hermann Claudius); zwei komische Balladen und 9 
Chansons; ferner die Bearbeitung eines Operneinakters von Donizetti. 
11. Januar 1938: 

Rundfunk-Sendung der "Winterlichen Suite" von Clauberg (DtldS, 
11/1/38). 
16. Januar 1938: 

Clauberg kommt im Programm "Musik aus dem Böhmerwald" zu 
Gehör (DtldS, 16/1/38). 


C 956 





1. Februar 1938: 

Der Rundfunk sendet drei Sätze der "Winterlichen Suite" von 
Clauberg (DtldS, 1/11/38). 

Schönhengster Suite für Orch (RS Wien, 11/V/38). 

Der Titel feiert eines der nächsten Ziele von Hitlers 
Expansionspolitik, den Schönhengstgau in Böhmen/ Mähren. 

17. Juni 1938, Neuer Antrag an "Künstlerdank": 

"Man sollte meinen: ein Komponist, der so ersichtlich aus seiner 
Natur von Anfang an so arbeitet, wie es heute zurecht von oben 
gewünscht wird, sollte existieren können! Aber das Gegenteil ist der Fall; 
denn die Unnatur und der Neid verlegen Einem von neuem den Weg, und 
benützen hierzu noch schlimmere Mittel als früher benutzt wurden. Man 
hatte ja recht: mich 31, 32 zu boykottieren und im Rundfunk kalt zu 
stellen, denn ich war ja ganz ersichtlich ein überzeugter Anhänger, und 
nicht nur das - ein Propagandist Adolf Hitlers, also war ich als ein Gegner 
zu behandeln; aber im Jahre 36 versuchte man aus rein persönlichen 
Gründen, mich als einen Gegner des dritten Reiches hinzustellen, der ich 
aus Natur und Überzeugung nie sein konnte" (Clauberg an Künstlerdank, 
17/V1/38. Quelle: BA Namensakte Clauberg). 


1940 
Nachricht: 

"Der Berliner Schlager- und Operettenkomponist Claus Clauberg hat 
die Musik zu seiner neuesten Operette >Spreewaldmädel< fertiggestellt. 
Die Autoren des Textbuches waren Paul Heinrich Richter und Margarete 
Steinberg, die zusammen mit Claus Clauberg bereits ein neues Singspiel 
>Erika< in Arbeit haben" (Kommende Uraufführungen. "Deutsche 
Theater-Zeitung" Nr. 45, 1940). 


Geschichtsfälschung, 1960: 

"Vom >Dritten Reich< konnte Clauberg deshalb nur Haß und 
Schwierigkeiten erwarten. 1934 erfolgte das Aufführungsverbot für seine 
sämtlichen Chansons, 1936 das Gesamtaufführungsverbot. Durch Zufall 
fand er eine Beschäftigung im Referat für Volksmusik. Das 
Aufführungsverbot wurde zwar 1938 aufgehoben und seine 
>Böhmerwaldsuite< von der Deutschen Grammophongesellschaft 
aufgenommen, aber zugleich erhielt er die Nachricht, daß >leider< keine 
Aufträge mehr an ihn vergeben werden könnten. Im April 1940 gelang es 
ihm noch einmal, sich die Erlaubnis für einen eigenen Abend im 
Bechsteinsaal zu verschaffen. Der Abend war ausverkauft. Im November 
1943 verlor er bei einem Fliegerangriff den größten Teil des von ihm 
Geschaffenen. Die sonst den Komponisten zugestandene Entschädigung 
wurde ihm versagt. Da er sich politisch bedroht fühlte, verließ er Berlin 
und lebte bis zum Kriegsende unangemeldet in Schwerin, welches nun 
sein neuer Wirkungskreis wurde" (Dieter Nowka: Claus Clauberg 70 Jahre. 
"Musik und Gesellschaft" X/4, April 1960. S. 212). 

Die vorübergehende Sperrung galt nur für den Rundfunk. Mitglieder 
der RMK wie Clauberg durften ansonsten beliebig publizieren, auch 


C 957 





Chansons. 

Tatsächlich erschienen seine Chansons "Artisten" 1935 und "Der 
Trinker" 1938 gedruckt in Berlin, und im Januar 1937 sang er bei einem 
Atelierabend des Kunstmalers Georg Günther in Berlin mehrere eigene 
Chansons. 1941 erklang im 100. Hauskonzert der Musiklehrerin Ruth 
Frisch das Divertimento für Streichquintett; für die Saison 1941/42 
registrierte "Die Musik" die UA von fünf Clauberg-Liedern, 1942 sang 
Margarete Krämer-Bergau, von Michael Raucheisen begleitet, eine weitere 
Clauberg-UA. 

Mitglieder der RMK brauchten keine "Erlaubnis" für Konzerte. Zu 
verschweigen, daß das "Referat für Volksmusik" sich im RMVP befand, 
beleuchtet die Methodik der Fälschung. 

Entschädigungen für Kriegsverluste gab es nicht generell, falls es 
sich nicht um kostbare Meistergeigen o. ä. handelte, und waren überdies 
auf die Zeit nach dem "Endsieg" verschoben. Polizeiliche Anmeldung in 
Schwerin war die Voraussetzung für den Erhalt der Lebensmittelkarten 
und die Funktion des Musikschuldirektors. 

Information: FA (Geburtsdatum: 12/IV), SML ("1936 erhielt er Auff.- 
Verbot"). 


Claus siehe: Richard Klaus 


Claus, Max 
Pritschönau, 23. Mai 1856 - Erfurt, 19. Oktober 1937. 
Militärmusiker; 1886-90 Korpsführer bei der 2. Abteilung, Feldartillerie- 
Regiment 4, ab 1/X/90 Stabstrompeter, dann OMM beim Dragoner- 
Regiment 22 in Mülhausen/ Elsaß. 1918 demobilisiert, zuletzt in Erfurt 
ansässig. 


Prinz-Carl-Dragoner-Marsch. 
Es handelt sich um das Dragoner-Rgt 22. 


Clausen, Richard 

Bovenau, 19. Oktober 1873 - ? 
Sohn eines praktischen Arztes; Kgl. Musikdirektor und Militärmusiker, vom 
24/\V/04-1/VI/06 Stabshoboist und MM der Ostasiatischen 
Besatzungsbrigade in Tientsin, Peking und Tsingtau, dann beim IR 149, 
1909-19 schließlich beim IR 54 Kolberg, gleichzeitig Dirigent des dortigen 
Kurorchesters, zuletzt OMM, noch zum IR 102 der Reichswehr abgegeben, 
doch demobilisiert und 1920 Orchesterdirigent und Chorleiter in 
Schneidemühl, später in Wismar Städt. Musikdirektor. 1940 wieder, nun i. 
R., in Schneidemühl, Blumenstr. 4. 


NSDAP seit 1/1V/33, Nr. 1.785.880, jedoch 1938 durch Beschluß des 
Parteikreisgerichts Wismar ausgeschlossen, aber nach Gnadenerlaß Hitlers 


C 958 





1940 wieder Mitglied. 1933-39 Dirigent der Gaukapelle der NSDAP in 
Wismar (= Städt. Orch). 
Hildebrandt-Marsch. Dem Gauleiter von Mecklenburg, Friedrich 
Hildebrandt, gewidmet (RS Hamburg, 18/X/36, NSDAP-Gaukapelle 
Mecklenburg, Dgt. selbst). 

Information: DML (mit Geburtsort Schneidemühl und Verschleierung 
der militärmusikal. Tätigkeit). Laut Archiv der Hansestadt Wismar (26/IV/ 
00) gäbe es außer einem Adreßbucheintrag von 1937 keine Hinweise im 
"hiesigen Aktenbestand" zu Richard Clausen; das Standesamt hat in den 
Sterbebüchern 1931-53 keinen Eintrag zu Clausen; auch die Abt. Statistik 
Melde- und Ausländerrecht der Hansestadt Wismar (20/VII/00) hat keinen 
Hinweis, bemerkt aber, daß die Archivierungsfrist für Meldeunterlagen in 
der DDR nur 20 Jahre betrug. 


Clausen, Paul siehe: Paul Pietzner-Clausen 


Clausius, Claus Eberhard 
Hamburg, 11. Februar 1891 - Berlin-Wilmersdorf, 5. April 1969. 
Schüler u. a. von E. Humperdinck, Kapellmeister in Hamburg-Altona, ab 
1938 in Berlin. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.727.177. 

Musik zur Hörfolge Wider die Not von Walter Heuer über das WHW des 
deutschen Volkes (NDR, 18/111/34). 

Musik zum Dramatischen Mahngedicht (Hörspiel) Heimkehr der Helden 
von Walter Heuer (RS Köln, *23/11/35, zum Horst-Wessel-Tag; RS 
Hamburg, *8/111/36, zum Heldengedenktag). 

Sonnenwendreigen (RS Hamburg, *6/V1/37). 

Information: FA. Das Standesamt Hamburg-Mitte (18/VI/01) teilte - 
wörtlich - mit: "Herr Eberhard Clausius ist laut unserem Generalregisters 
nicht in Hamburg verzeichnet". Das Landesarchiv Berlin (9/IV/03) 
benötigte fast 11 Monate für die Feststellung, man habe nichts über 
Clausius. Das Standesamt Wilmersdorf von Berlin beurkundete den 
Todesfall, Nr. 966/1969. 


Clauß, Walter 
Im Krieg Gefreiter der Wehrmacht in einer Artillerie-Einheit. 


Zugleich! Zugleich! Die Taue gefaßt (eigener T). Kriegslied. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Zugleich! Zugleich! Der Heimat dann zu, 
es erwarten uns unsere Lieben, 
das Geschütz wieder schweigt und Reserve hat Ruh, 
keine Wache ist zu schieben! 


c 959 





Kanonier zieht nach Haus aus der Batterie Verband, 
wo man hilft Volk und Land, 
immer frisch bei der Hand, 
sich im Dienst für die Heimat zu üben". 
In: 
Neue Kriegslieder (1940). 


Cleff, Wilhelm (Lothar) 
Friedrichsthal/ Saarland, 11. September 1902 - Brakel-Gehrden, 12. 
März 1985. 
Sohn eines Kgl. Bergrats; Diplomingenieur, dann Musikpädagoge in Berlin, 
kam aus der Jugendbewegung, ausgebildet an der Akademie für Kirchen- 
und Schulmusik. Studienassessor, später Studienrat. 
Nach 1945 weiterhin in Berlin, 1967 i. R., zuletzt in Brakel. 


NSDAP seit 1/1X/32, Nr. 1.297.270. NSLB seit 1/X11/36. 
Die weiße Trommel. Ein Liederbuch für deutsche Jungmannen und 
Jungen. Hgb. (1933; erweiterte 21935). Sätze für Laute oder Gitarre [V]. 

Vorwort (21935): 

"Ein Jahr lang hat unser Vorrat an >weißen Trommeln< gereicht. 
Nun haben wir neue geschaffen, die noch mehr Lieder als die bisherigen 
erhalten. Wir haben die beiden Nationalhymnen und die Liedgruppen 
>Kreis< und >Feuer< an den Anfang gestellt. Das >Feuer< hat eine 
stärkere Bedeutung als Sonnwendfeuer erhalten. Das vergangene Jahr hat 
uns neue Bekenntnis- und Kampflieder gebracht, die ihren Platz im 
>Banner< und >Speer< gefunden haben. In >Trommel< und >Stiefel< 
bringen wir Neues von Soldaten, Seeleuten und froher Fahrt. Der 
>Hordenpott<, welcher nun am Schluß steht, ist um einige schmackhafte 
Gerichte bereichert worden. Das Quellenverzeichnis hat Gustav Schulten 
mit freundlicher Unterstützung von Dr. Johannes Koepp zusammengestellt. 
Ihnen sei für ihre mühevolle Arbeit herzlich gedankt. 


Im November 1934. Der Verlag und Herausgeber." 
Inhalt: 
1. Deutschland, Deutschland über alles. - 2. Die Fahne hoch. 
Der Kreis 


3. P. Hermann: Alles ist wandelbar. - 4. von den Faröern: Wollt ihr hören 
nun mein Lied. Lautensatz. - 5. 16. Jh: Von erst so wölln wir loben. - 6. 
Unüberwindlich starker Held, Sanct Michael! - 7. Tröst die Bedrängten und 
hilf den Kranken, Sankt Rafael! - 8. aus der Zeit des Dreißigjährigen 
Krieges: Es geht wohl zu der Sommerzeit. - 9. Wer war es, der den 
Lorbeer brach. - 10. Sichers Deutschland, schläfst du noch? - 11. Cleff: © 
Herre Gott. - 12. Cleff: Wir aus Erde, staubgeboren. - 13. Schulten: 
Sieh, die Pflugschar glüht im Ackergrunde! - 14. Höffer: Erde, du bist das 
Korn. - 15. L. Weber, "Hymnen": Laß die Wurzel unsres Handelns Liebe 
sein. 

Das Feuer 
16. Gläser, 1792: Flamme empor! - 17. Ch. Praetorius: Flamme empor 


® 960 





(T: F. Jöde). Kanon zu 4 Stimmen. - 18. L. Weber, 1928: Da kommen wir 
gegangen mit Spießen und mit Stangen. - 19. Spitta, 1932: Daß die 
Glocken wieder schallen. - 20. Svolvaar Raimund: Wir danken der Sonne, 
sie gab unsrer Erde. - 21. nach einem Johannislied aus Gottschee: Die 
Zeit ist reif (T: W. Kurka). - Cleff: Nachtposten im März. - 22. im Wk. | 
gesungen: Der Tod reit' auf einem kohlschwarzen Rappen - 23. 
unbekannt: Der Abend naht und die Herbstluft weht. - 24. Cleff: Gebt 
Raum, ihr Völker, unserm Schritt. - 25. onA: Nächtens auf silbernen 
Rossen. - 26. zur Melodie "Es dunkelt schon über der Heide": Der Wind 
weht kalt von Osten, wir ziehn der Heimat zu. - 27. nach fremden 
Motiven: Harter Kampftag ist nun vorüber, übers Lager senkt sich die 
Nacht. - 28. mdl. überliefert (= Götz): Jenseits des Tales standen ihre 
Zelte. 

Das Banner 
29. Gättke: Und wenn wir marschieren. - 30. zur Melodie "Brüder, zur 
Sonne, zur Freiheit": Brüder, formiert die Kolonnen. - 31. Baumann: Nun 
reißen wir am Glockenstrang. - 32. G. Schwarz: Nicht klagen, nicht zagen. 
- 33. Spitta: Heilig Vaterland. - 34. Schulten: Nichts kann uns rauben. - 
35. Lahusen, 1930: Lewer dod as Slav! Kanon zu 3 Stimmen. - 36. 
Weihelied der schwarzen Freischar 1813: Es sei mein Herz und Blut 
geweiht. - 37. Melodie aus dem 16. Jh: Wenn alle untreu werden (T: Max 
von Schenkendorf, 1814, unterlegt und Satz W. Hensel). - 38. von Knorr, 
1931: Steht zum Banner, Kameraden! - 39. Walther, 1561: Wach auf, 
wach auf, du deutsches Land. - 40. Luther: Ein feste Burg ist unser Gott. 
- 41. Feldgesang aus dem 30jährigen Kriege: Verzage nicht, du Häuflein 
klein. 

Der Speer 
42. Lützel: Frisch hinaus, o Spartas Männer. - 43. Melodie von 1619: Seht, 
wie der Feind mit den Bösen vereint. - 44. von Westendorp, 1881: O 
Feinde, wie falsch habt ihr es euch gedacht. - 45. Methfessel: Der Gott, 
der Eisen wachsen ließ. - 46. Zahn, 1797: Wohlauf, Kameraden, aufs 
Pferd, aufs Pferd. - 47. altes Studentenlied: Burschen heraus. - 48. 
Silcher, 1825: Ich hatt einen Kameraden. - 49. Altendorf: Der Himmel 
grau und die Erde braun. - 50. aus dem Paderborner Gesangbuch, 1617: 
Der grimmig Tod mit seinem Pfeil. - 51. Lyra: Die bange Nacht ist nun 
herum. - 52. 17. Jh: Wer jetzig Zeiten leben will. - 53. Schulten: Noch 
einmal ruf ich: Keiner hier . - 54. im Wk. I verbreitet: Herbei, herbei, zum 
Kampf herbei. - 55. nach einem alten Kriegslied: Ich habe Lust, im weiten 
Feld zu streiten. - 56. Jahn: Wir traben in die Weite. - 57. Pardun: Siehst 
du im Osten das Morgenrot. - 58. (Wiener J ungarbeiterlied) Es pfeift von 
allen Dächern. - 59. Planert: Laßt euch nicht irren, seht euch nicht um. - 
60. Schulten: Weit laßt die Fahnen wehen. - 61. Baumann: Es zittern die 
morschen Knochen. - 62. P. Hermann: Und ist unser Banner vom Sturme 
zerfetzt. - 63. Schulten: Feindwärts knattert die Fahne. - 64. Über die 
Felder Soldaten ziehen. - 65. vom Oberschlesischen Grenzschutz mdl. 
überliefert: Das Heer zog durchs Gebirge. 

Die Trommel 
66. 16. Jh: Gott gnad dem großmächtigen Kaiser frumme. - 67. 16. Jh: 


C 961 





Wir zogen in das Feld. - 68. aus Forsters "Frischen Liedlein" V, 1556: 
Unser lieben Fraue vom kalten Bronnen. - 69. Ambraser Liederbuch: Der 
Reif und auch der kalte Schnee. - 70. Flämisch: Nach Ostland wollen wir 
reiten. - 71. nach Gättke: Die Trummen, die Trummen. - 72. nach Sotke, 
1919: Wir sind des Geyers schwarze Haufen. - 73. nach Wendelmuth: Die 
Glocken stürmten vom Bernwardsturm. - 74. Die Bauern wollten Freie 
sein. - 75. nach Ditfurth: Bei dem Donner der Kartaunen. - 76. nach 
Ditfurth: Lustig ist's Soldatenleben. - 77. aus der "Musikalischen 
Rüstkammer 1719": Prinz Eugen, der edle Ritter. - 78. Friedrich Il: 
(Hohenfriedberger Marsch) Auf, Ansbach-Dragoner. - 79. aus Franken: 
Vivat, jetzt geht's ins Feld! - 80. aus dem Siebenjährigen Krieg: Als die 
Preußen marschierten vor Prag. - 81. aus dem Nerother Wandervogel (= 
H. Hertel): Das Regiment Forcade hat nie ein Feind besiegt. - 82. aus 
Niederösterreich: Jetzt geht der Marsch ins Feld. - 83. Melodie aus dem 
17. Jh: Graf von Stein, der liebte sehr den Wein. - 84. im Wandervogel 
verbreitet: Wer will mit nach Italien ziehn? - 85. Hannover, 1864: Aus 
Lüneburg sein wir ausmarschiert. - 86. 1870: Wir sind die Füsiliere. - 87. 
Spree: Es fuhr ein Zug Soldaten. - 88. wohl aus dem Wk. I: Als wir nach 
Frankreich zogen (T: Josef von Souff = von Lauff). - 89. Koch: Heiß ist die 
Liebe. - 90. nach dem Wk. | verbreitet (= Hertel): Die blauen Dragoner, 
die reiten. - 91. (Götz): Wir ziehen über die Straßen mit ruhig festem 
Schritt. - 92. Jahn: Kamerad, nun laß dir's sagen. - 93. Jahn: Nun tut die 
Trommel rühren. - 94. aus dem Wk. I (Heeren): Morgen marschieren wir 
in Feindesland. - 95. finnisches Soldatenlied: Hurra, nun zieht unsre Schar 
nach der Heimat. - 96. Riel: Kameraden, wir marschieren. - 97. 
Kameraden, die Trompete ruft. - 98. Wächter: Jetzt müssen wir 
marschieren. - 99. Napiersky: Es dröhnet der Marsch der Kolonne. - 100. 
Melodie von 1738: Die Trommel schlägt und schmettert. - 101. aus dem 
Bünden vor 1933: Die Trommel dräut, die Trommel dröhnt. - 102. 
Schulten nach einem englischen Soldatenlied: Die Pfeifen klingen Gloria. - 
103. fünfzehn Rhythmen für die Landsknechtstrommel. 

Der Stiefel 
104. aus Westfalen: Lippe-Detmold. - 105. aus Westdeutschland: Es zog 
ein Regiment vom Ungarland herauf. - 106. aus den Freiheitskriegen: Ihr 
lustigen Hannoveraner. - 107. Nichts Schöneres auf Erden, als was ein 
Schwalangschör. - 108. Melodie bei Ditfurth, "Fränkische Volkslieder": Der 
König von Sachsen hat es selber gesagt. - 109. Knab: Husaren kommen 
reiten. Kanon zu 2 Stimmen. - 110. Mandyszewski: Wenn durch die Stadt 
die Soldaten marschieren. Kanon zu 2 Stimmen. - 111. nach O. Strauß (= 
Straus): Tschingtsching bumbum und humbassa zieht im Triumph der 
Perserschah. - 112. als Lied der Czekler Husaren im Wandervogel 
verbreitet: Es reiten itzt die ungrischen Husaren. - 113. aus Schlesien, 
nach Hoffmann-Richter: Was helfen mir tausend Dukaten. - 114. Es leb' 
der Schütze froh und frei. - 115. aus Götsch, "Fröhliche Chorlieder": Es 
blies ein Jäger wohl in sein Horn. 3stimmiger Satz. - 116. Trara! So blasen 
die Jäger. Kanon zu 4 Stimmen. - 117. Trara, das tönt wie Jagdgesang. 
Kanon zu 4 Stimmen. - 118. aus Kärnten: Auf, auf zum fröhlichen Jagen. - 
119. Ich armes welsches Teufelein. Kanon zu 3 Stimmen. - 120. Es, es, es 


C 962 





und es. Kanon zu 2 Stimmen. - 121. aus der Gegend von Gießen: Glück 
auf! Glück auf! Der Steiger kommt. - 122. Niederländisch: Wer geht mit, 
juchhe, über See? - 123. P. Hermann: Leinen los, wir fahren ab! - 124. 
engl. Melodie, Fassung Schulten: He ho he ho! Alle Männer her an Bord. 
Kanon zu 4 Stimmen. - 125. Seemannsmelodie aus England, Fassung und 
Satz Schulten: He ho! Macht klar! - 126. alte Seemannsmelodie aus 
England: Auf, grüner Jung, reck deine Glieder. - 127. alte 
Seemannsmelodie aus England: Wir fahren übers weite Meer. - 128. 
flämisches Volkslied: Wer will mit uns nach Island ziehn. - 129. zur 
Melodie "Heute wollen wir das Ränzlein schnüren": Heute wollen wir ein 
Liedlein singen. - 130. aus dem Ungarischen: Heute an Bord. - 131. 
Volkslied, verbreitet: Lustig ist's Matrosenleben. - 132. aus Schlesien: 
Frisch auf ins weite Feld! - 133. aus Westfalen: Wach auf, wach auf, du 
Handwerksgesell. - 134. aus Nordböhmen: Auf, auf, ihr Wandersleut. - 
135. schwäbische Volksweise: Horch, was kommt von draußen rein. - 136. 
neueres schwedisches Volkslied: Im Frühtau zu Berge. - 137. Meyer- 
Steinegg: Drei Zigeuner fand ich einmal liegen. - 138. Schulten: Zeig mir 
den Weg nun wieder heim. 

Der Hordenpott 
139. M. Hauptmann: Wir kommen all und gratulieren. Kanon zu 4 
Stimmen. - 140. volkstümlich: Himmel und Erde müssen vergehen. Kanon 
zu 2 Stimmen. - 141. Hering: C-a-f-f-e-e. Kanon zu 3 Stimmen. - 142. 
Beethoven: Signor Abbate. Kanon zu 3 Stimmen. - 143. nach Kuhlau: 
Den großen Sultan Copo preist. Kanon zu 3 Stimmen. - 144. mdl. 
überliefert: O hängt ihn auf! - 145. Wenn's bayrisch Bier regnet und 
Bratwürste schneit. - 146. Wir ham zu Haus n Küchenschrank. - 147. Es 
klapperten die Klapperschlangen. - 148. aus Oberschlesien: Dobsche, 
dobsche trala. - 149. Kennt ji all dat nigge Laid. - 150. En Groffschmied 
sad in gauder Ruh. - 151. Guten Tag, guten Tag, mein Herr Papa. - 152. 
Es war einmal eine schöne, 'ne heilge Katischka. - 153: Cleff: 
Zigeunerlied. - 154. In dem schönen Land Chinesien. - 155. 
Moritatenparodie um 1900: Sabinchen war ein Frauenzimmer. - 156. mdl. 
überliefert: Johann Gottfried Seidelbast. - 157. mdl. überliefert: Im Jahr 
elfhunderzwanzig ante Christum natum (T: Hans von Schubert, 1879). - 
158. mdl. überliefert: Im Land der Griechen kann man sehn. - 159. zur 
Melodie "Als die Römer frech geworden": Archimed von Syrakusa. - 160. 
Franz Abt: Ein Römer stand in finstrer Nacht. - 161. aus dem Englischen: 
Kommt nur her, wir wolln's euch zeigen. 
Nachtposten im März: Wildgänse rauschen durch die Nacht mit 
schrillem Schrei nach Norden (T: W. Flex, "Im Felde zwischen Nacht und 
Tag"). Kriegslied, in: "Lieder des Bundes", W. Gollhardt, "Sankt Georg" 
(1931), "Spur" Nr. 2 (1932). 

Cleffs Melodie weist gelegentlich Beziehungen zur Vertonung des 
gleichen Textes von Robert Götz auf. 
In: 
Lieder der Spur (1934); Niederdeutschland (1936); Soldaten singen 
(1936); Neues Deutschland 2 (1937). 
Zigeunerlied: Im Nebelgeriesel, im tiefen Schnee, im wilden Wald (T: 


C 963 





Goethe). Lied. 

In: 

Lieder der Spur (1934). 

O Herre Gott, o Herre Gott, wir wollen Dank dir sagen (T: aus einem 
alten Flugblatt). Trutzlied, erstmals in: "Die weiße Trommel" (1933) [V]. 

Textprobe (2. Strophe): 
"Wir han viel Feind, viel tausend Feind, 
und wöllen nit verzagen! 
Und weil wir noch nit fertig sind, 
wölln wir ein Bitt noch sagen; 
O Herre Gott, in deinem Reich 
gib auch dein Huld zum letzten Streich, 
denn deutsche Wehr ist deine Wehr 
und deutsche Ehr ist deine Ehr". 

Wir aus Erde, staubgeboren, sind von heilger Lust durchlebt (T: H. 
Lersch). Lied, erstmals in: "Die weiße Trommel" (1933) [V]. 

Gebt Raum, ihr Völker, unserm Schritt! Wir sind die letzten Goten (T: 
F. Dahn). Lied, in: "Die weiße Trommel" (1933) [V]. 

Textprobe (2. Strophe): 
"Mit Schild an Schild und Speer an Speer 
Wir zieh'n nach Nordlands Winden 
bis wir im fernsten grauen Meer 
die Insel Thule finden". 

Lied zur Trommel: Wir ziehen all im gleichen Tritt, wir ziehen mit der 
Trommel mit (T: E. H. von Hopfgarten). "Lied zur Trommel", zus. mit 
Günter Sachs. 

Vgl. Wir ziehen all im gleichen Tritt. 

In: 

Deutsche Lieder für die Jugend (21935). 

Und wenn die Welt sich wie im Wahn befehdet (T: Pidder Lüng). 
In: 

Fahne der Kameradschaft (1937). 
Information: FA2. Den Todesfall beurkundete das Standesamt Brakel, 
Nr. 42/1985. 


Clemens non Papa, Jakob 
ca. 1500 - 1558 


Sanctus. Kanon zu 5 Stimmen (Potsdam, *9/V/34, zur Reichssingewoche 
von DAF und Dt. Studentenschaft). 

In: 

Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940). 

Wie laute singt der Wächter. Morgenlied. 

In: 

Das Männerlied (1934). 


e 964 





Clemens, Adolf 

Köln, 15. Februar 1909 - bei Kalatsch am Don (UdSSR), 9. Dezember 
1942 (vermißt im Fronteinsatz). 
Sohn eines Oberlokomotivführers; zunächst Lehre als Elektrotechniker, 
dann Musikstudium, Komponist und Chorleiter in Köln; 1933-37 Organist 
von St. Quintin in Köln-Mauenheim, Vereinsdirigent u. a. beim 
Quartettverein Sagenau, Nibelungenchor Mauenheim, dem Städt. Chor 
Siegburg, den MGV Polyhymnia Köln, Pulheim, Troisdorf, der Kölner 
Bäcker. 1940 zur Wehrmacht einberufen und ausgebildet. Sein 
Kompositionslehrer-Examen datiert vom 19/1X/42, danach kam er gleich 
zum Einsatz bei Stalingrad. 
Werke: Kantaten, so "Die Stunde schlägt", mit Orch; "Nordische 
Meerfahrt", Chorwerk; Männerchöre, so der Zyklus "Werden und Reifen" 
(1942); Lieder und Volksliedbearbeitungen etc. 


NSDAP seit 1/X1/39, Nr. 7.234.294, auf Antrag vom 18/1X/39. 

Der Antrag fiel auf den Tag des Sieges über Polen. 
Bergarbeiterlied: Wir tragen alle ein Licht (T: R. Dehmel). MCh [T]. 
Soldaten heraus!: Trommeln und Pfeifen, die schallen (T: H. v. 
Fallersleben). MCh mit kl. Flöte und kl. Trommel (1937) [T]. 

In: 
DSB, Liederbuch für Männerchor (1938). 
Wohlan, die Zeit ist kommen. Reiterlied. Für MCh: A. Clemens (u. a. 
Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB).. 
In: 
DSB, Liederbuch für Männerchor (1938). 
Junge Faust um heilige Fahne. MCh. 
In: 
DSB, Liederbuch für Männerchor (1938). 
Ich wollt ein Sträußlein binden (T: Brentano). MCh [T]. 
In: 
DSB, Liederbuch für Männerchor (1938). 
Maurerlied: Und wenn das Glöcklein fünfmal schlägt. Volksweise. Für 
MCh: A. Clemens. 
In: 
Wir schaffen und werken (1939). 
Der Feldjäger: Ein schwarzbraunes Mädchen hat ein Feldjäger lieb. 
Volksweise. Für MCh: A. Clemens (1940) [T]. 
Regiment sein Straßen zieht. Soldatenlied. Für MCh, 3stimmig: A. 
Clemens (1941) [T]. 
In: 
Es leben die Soldaten 21 (1941) 
Information: RML, LdCh (ohne Todesdatum). 


Clemus (Pseudonym) = Clemens Schultze-Biesantz 


C 965 





Clewing, Carl (Karl) 
Schwerin, 22. April 1884 - Badenweiler, 15. Mai 1954. 

Sohn eines Apothekenbesitzers; Schüler von E. Grenzebach und R. Heger, 
zunächst Schauspieler, schließlich Kammersänger - Heldentenor - und 
Gesangspädagoge; im Wk. I Kampfflieger, daher seine Bekanntschaft mit 
Göring und Schulz-Dornburg. 1922 Professor, 1922-26 an der Staatsoper 
Berlin, 1924 und 1925 auch bei den Bayreuther Festspielen, dann Dozent 
für MW. Ab 1931 Leiter eines Lehr- und Forschungs-Instituts für praktische 
Phonetik in Berlin; 1932 an der Musikhochschule Lehrer für Anatomie, 
Physiologie und Hygiene der Stimmorgane, zugleich bis 1935 
Produktionsleiter bei Telefunken. Wohnsitz: Lichterfelde (1942). 1935-38 
künstler. Leiter der Musikfeste der Dt. Gesandtschaft in Wien. Eigentümer 
eines über 1000 Hektar großen Waldguts in Niederösterreich. Er nahm im 
Auftrag der RMK im September/ Oktober 1937 als Mitglied der deutschen 
Delegation am "Congres Universel de la Voix" in Paris teil. 1944 in 
Karlsruhe und Badenweiler. 

Nach 1945 i. R. in Badenweiler. 
Werke: z. B. das populäre Evergreen "Alle Tage ist kein Sonntag", Lied 
und Walzer (1925; noch nach 1933 viel bearbeitet); Hgb. von 
Volksliedbüchern und Editionen von Jagdmusik. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.316.738. SA. SS, Truppführer. Organisator und 
Dirigent von SS-Konzerten, Oberabschnitt Ost und Leibstandarte AH, in 
Berlin. Am 9/V11/34 jedoch wegen "nichtarischer Versippung" 
ausgeschlossen. Musikbeauftragter von Reichsjägermeister Göring. 


1933 
3. Juli 1933, Empfehlung: 

"Vor einiger Zeit besuchte ich mit dem Vizepräsidenten meines 
Oberpräsidiums den bekannten Professor Carl Clewing, der sich besonders 
für die deutsche Hochsprache und ihre praktische Phonetik einsetzt. Bei 
dieser Gelegenheit lernte ich in Herrn Professor Clewing nicht nur einen 
ausgezeichneten Nationalsozialisten, der unserer SS angehört, kennen, 
sondern auch einen Mann, der es verdient, über seine Arbeit und über 
seine Leistungen Ihnen, mein Führer, einmal Vortrag halten zu dürfen. Bei 
dem starken künstlerischen Interesse, das Sie, mein Führer, stets trotz 
Ihrer politischen Überlastung gezeigt haben, wird Ihnen ein Vortrag des 
Professors Clewing zweifellos neue Anregungen und neue Gesichtspunkte 
geben. (...)" (Wilhelm Kube, Oberpräsident von Brandenburg-Berlin, an 
Hitler, 3/VI1/33. Quelle: BA und AP). 

Diese Audienz kam nicht zustande, obwohl Kube gegenüber dem 
Redner Hitler den Phonetiker Clewing ausgespielt und den U-Musiker 
ausgespart hatte. 


1934 
3. März 1934, Gesamtleitung: 
"Berliner Funkstunde, 3/111/34, 20.15. 
Aus dem Sportpalast: 


C 966 





Historisches Konzert der SS (Oberabschnitt Ost und Leibstandarte 
Adolf Hitler). Kapelle der Leibstandarte Adolf Hitler (Musikzugm. 
Sturmhauptf. Müller-John), Kapelle der SS-Standarte 6, Mzf. SS-Truppf. 
Rodenkirchen), Kapelle der SS-Standarte 15 (Mzf. Obertruppführer 
Hellmann), Kapelle der SS-Standarte 42 (Mzf. SS-Truppf. Flessburg), 
Kapelle der SS-Standarte 44 (Mzf. SS-Sturmf. Krüger), Spielmannszüge 
der Leibstandarte Adolf Hitler und des SS-Oberabschnitts Ost (SS-Truppf. 
Krauth). Sängerchor der Leibstandarte Adolf Hitler. Künstlerische 
Gesamtleitung: SS-Truppf. Prof. Carl Clewing. 

l. Flötenmusik u. Märsche Friedrichs des Großen. 1. a) Adagio und 
Allegro aus der Sinfonia 1743; b) Lento amorevole aus der Flötensonate 
Nr. 25 (Flöte: SS-Scharführer Hübner). 2. Grave aus dem Ill. 
Flötenkonzert. 3. a) Mollwitzer Marsch; b) Signal >Trab< aus den 
Feldstücken des Regiments Gens d'armes zur Zeit Friedrichs des Großen. 
4. Preußischer Armeemarsch Nr. 1 Es-dur. 5. a) Der Hohenfriedberger; b) 
Signal >Fanfaro< (Karriere) aus d. Feldstücken des Regiments Gens 
d'’armes zur Zeit Friedrichs des Großen. 6. Ulanen-Marsch. 7. Der 
Hohenfriedberger (jüngere Fassung). (Dir: Herm. Müller-) ohn). 

Il. Feldchorale. 1. Valerius: Herr, sieh die Not (Vor 1625). 2. Altenburg: 
Gustav Adolfs Feldlied (1632). 3. Der Choral von Leuthen (1757). 4. 
Wachet auf (Dir.: Clewing). 

IIl. Historische Märsche aus sechs Jahrhunderten (Dir: Alexander 
Fleßburg, Hans Krüger, Paul Hellmann, Hermann Müller-J ohn)" 
(Programmausdruck in "Die Sendung" und mehren anderen 
Rundfunkzeitschriften). 

18. April 1934, Treffliches: 

"Hatten die bisherigen SS-Konzerte eine Fülle historischer, zum Teil 
gar nicht oder wenig bekannter Märsche aufgeführt, so vermittelte das 
SS-Frühlingskonzert musikalische Kuriositäten, die der Vergangenheit zu 
entreißen unbestreitbares Verdienst ist. Beethovens Militärmärsche in F- 
Dur aus dem Jahre 1809 >Zum Caroussel<, >an dem glorreichen 
Namensfeste ihrer K. Majestät Marie Ludovica in dem K. K. Schloßgarten 
zu Laxenburg verfaßt<, der chinesische Marsch opus 37 C. M. von Webers, 
ein ungarischer und ein Reitermarsch Schuberts in der prachtvoll 
klingenden Orchesterübertragung Lists bildeten den ersten Teil. Als 
besonderer Gewinn muß Lortzings J ubel-Ouvertüre über den Dessauer 
Marsch gewertet werden. Das frisch und unmittelbar, dabei wahrhaft 
volkstümlich erfundene Stück besitzt eine so geschlossene, sorgsam 
gefügte Form, daß es jedem Programm zur Zierde gereicht. Neben dieser 
Erstaufführung konnte der >Feierliche Einzug< von Richard Strauss für 
großes Orchester und einstimmigen Männerchor, jetzt >Feierlicher Anruf< 
genannt und mit neuem Text von Rudolf G. Binding versehen, den Titel 
>Uraufführung< beanspruchen. Von den fünf Militärmärschen Richard 
Strauss‘, die neben Schumann und Wagner den zweiten Teil ergänzten, 
interessierte am meisten ein rhythmisch scharf geprägter Parademarsch 
des Regiments Königsjäger und ein Festmarsch in Es-Dur, das op. 1 des 
Schöpfers der >Electra<, das er einst für ein von seinem Vater geleitetes 
Liebhaberorchester komponierte. Eine höchst wirkungsvolle Schau boten 


C 967 





die Körner-Lieder >der Schwarzen<, im verdunkelten Saale am lodernden 
Lagerfeuer, von einem Vorsänger und zweistimmigem Männerchor mit 
Begleitung von zwei Trompeten, zwei Hörnern und einer Geige gesungen. 
Wenngleich der weite Raum der Intimität dieser sparsamen 
Instrumentierung der dürftig klingenden Geige nicht zuträglich war, so 
überwog doch die Freude an der schönen Melodik C. M. von Webers von 
der Eigenart des ganzen Werkes. Kapelle und Sängerchor der 
Leibstandarte Adolf Hitler und die Kapellen der SS-Standarte leisteten 
Treffliches unter ihren Dirigenten Hermann Müller-) ohn, Hans Krüger, 
Alexander Fleßburg und Karl Clewing, dem die künstlerische 
Gesamtleitung oblag. Stürmisch umjubelt wurde der Führer und Dr. 
Goebbels, die dem Konzert von Beginn bis Schluß beiwohnten. Stabschef 
Röhm, der Stellvertreter des Führers, Hess, Staatssekretär Dr. Meißner, 
Prinz August Wilhelm, General von Blomberg, Herr von Papen und 
zahlreiche führende Persönlichkeiten der Diplomatie und Gesellschaft 
waren unter den Anwesenden" (Th. = Friedrich Mahling: Frühlingskonzert 
der SS im Sportpalast. "Berliner Tageblatt", Abendblatt, 18/1V/34; Fehler 
im Original). 


1937 

100 alte und neue Jägerlieder, mit Bildern und zweistimmigen Weisen 
ausgewählt und bearbeitet (1937). Aus den im Auftrag der Deutschen 
Jägerschaft hgb. "Denkmälern Deutscher J agdkultur" [B; J. Neumann, 
Neudamm]. 

Musik und Jägerei. Lieder, Reime und Geschichten vom edlen 
Waidwerk. Gesammelt und bearbeitet (1937) = Denkmäler Deutscher 
Jagdkultur 1 [J. Neumann, Neudamm, und B]. 

Clewings Buch ist besprochen von H. Gerigk in "Die Musik" XXX/2, 

November 1937. S. 119. 


1938 
Ein Sänger der Lebensfreude. - Carl Michael Bellmann, der 
schwedische Anakreon ("Die Musik" XXX/5, Februar 1938. S. 376). 
November 1937: 

Clewing hat die künstlerische Leitung der Goethe-Konzerte in Paris 
im Auftrag des Auswärtigen Amts und der AO der NSDAP. 

Deutsche Hochsprache im Großdeutschen Reich (Mai 1938, 
Programmheft der Reichsmusiktage). 
Zitat: 

"(...) Wichtig ist in unserem Großdeutschen Reiche aber auch der 
Gebrauch unserer Muttersprache in den militanten Verbänden: in der 
Wehrmacht, in der SS. und SA,., Polizei und H). (einschließlich J ungvolk 
und BdM.). Man unterschätze nicht die Wichtigkeit einer einwandfreien 
Kommandosprache. Auch sie trägt ihr bestimmtes Teil zur sprachlichen 
Erziehung eines großen Teiles aller jungen Volksgenossen bei. Um die 
Jugend aber geht es - das haben wir von unserem Führer und seinen 
Helfern oft gehört - auf allen Gebieten: um die Jugend, um den 
Nachwuchs. Und wir dürfen es uns nicht länger gefallen lassen, daß 


® 968 





irgendwer, der die jungen Menschen im großdeutschen Vaterlande zu 
erziehen und auszubilden hat, unsere geliebte deutsche Sprache 
mißhandelt" (unpaginiert). 

Die Baseler Trommelkunst ("Die Musik" XXX/10, Juli 1938. S. 721). 
Jägerlieder zum Singen beim Klavier über Gedichte aus sechs 
Jahrhunderten, gesammelt und hgb. (1938) = Denkmäler deutscher 
Jagdkultur 2 [B; J. Neumann, Neudamm]. 

J agdmadrigale zum Singen und Spielen für mehrere Stimmen und 
allerlei Instrumente. 30 waidliche Chorgesänge des 16.-19. Jahrhunderts. 
Gesammelt und hgb. (1938) = Denkmäler Deutscher J agdkultur 3 [B]. 
Kantate zur Geburt von Edda Göring für Chor und BlasOrch, zus. mit 
Hermann Heiß (1938, UA: Berlin, 28/11/39). 

Singen und Sprechen (mit besonderer Berücksichtigung der 
ausgleichenden Regelung deutscher Hochsprache). Referat (Düsseldorf, 
*27/\V/38, zur Tagung "Singen und Sprechen" der Reichsmusiktage). 


1939 
12. Januar 1939, Auskunft: 

"(‚..) Über Cl. sind die widersprechendsten Gerüchte im Umlauf. Es 
ist schwierig, genauere Angaben zu erhalten, da bekannt ist, in welch 
gründlicher Weise Cl. solchen Gerüchten nachgeht und mit Hilfe seines 
riesigen Vermögens (man spricht von 22 Millionen) bis zur schweren 
Bestrafung derjenigen, die er fassen kann, verfolgt. 

In unseren Akten befinden sich Hinweise aus früheren Jahren, denen 
zufolge Cl. Freimaurer gewesen sei, was aber erst 1934 festgestellt 
werden konnte, da er es verstanden hat, sich auf den Listen streichen zu 
lassen. Es heisst ferner, dass er homosexuellen Kreisen nahe gestanden 
habe und 1911 aus Strassburg flüchtig geworden sei. Das Motiv ist 
unbekannt. 

Nach der Machtübernahme war Clewing eine Zeit lang Dirigent der 
SS.-Kapelle der Leibstandarte Adolf Hitler. Wie uns Anfang 1935 von 
mehreren Seiten berichtet wurde, soll Cl. aufgrund wichtiger Tatsachen 
aus der SS. ausgeschlossen worden sein. Cl. selbst spricht von einem 
ehrenvollen Abschied, den er genommen habe. Besteht die Möglichkeit, 
dass Sie uns über diese Punkte genauere Angaben vertraulich mitteilen? 

Ein Gewährsmann berichtete uns ferner, dass Cl. vom 
Protestantismus zur katholischen Kirche übergetreten sei, und dass er 
einem der einflussreichsten katholischen Orden, dessen Sitz in Wien 
gewesen sei, angehöre. Der Zugehörigkeit zu dieser Vereinigung soll er 
seine enge Freundschaft mit Papen verdanken, der auf seinem Gut in 
Österreich verschiedentlich Cl. Jagdgast gewesen sei. Zur Zeit soll Cl. 
einen Ehrenrang im Stabe des Reichsjägermeisters bekleiden. 

(...) Es wird behauptet, dass selbst die zweistimmigen Sätze des von 
ihm im Auftrage der Reichsjägerschaft herausgegebenen Bandes >Musik 
und Jägerei< (...) nicht von ihm selbst, sondern von seinem Mitarbeiter, 
Hans Joachim Moser angefertigt sein sollen. Es wird ferner behauptet, 
dass M. sich seit geraumer Zeit gewissermaßen in einem 
Anstellungsverhältnis bei Cl. befinde, und daß M. über Veröffentlichungen 


C 987 





Cl's. besser Bescheid wisse, als der Autor, dessen Name auf dem Titelblatt 
steht. 

(...) Der persönliche Einfluss Clewings selbst bei Dienststellen von 
Ministerien ist gelegentlich feststellbar. In diesem Zusammenhang dürfte 
es nicht ohne Bedeutung sein, dass in seinem Haus sehr oft Gastmäler 
grossen Stils abgehalten werden, bei denen führende Persönlichkeiten des 
kulturellen Lebens eingeladen werden. Es wäre festzustellen, wie weit es 
Cl. gelingt, auf diesem Wege Verbindungen anzuknüpfen und persönliche 
Interessen wahrzunehmen" (ARR, Hauptstelle Kulturpolit. Archiv, Dr. 
Gerigk, an Geh. Staatspolizeiamt Berlin, 12/1/39. Quelle: BA NS 15/ 69). 

Die Mitteilung solcher Gerüchte verrät Bösartigkeit und Neid. 

Außer Moser arbeitete auch Hermann Heiß im Auftrag von Clewing 
und unter dessen Deckung. 

16. März 1939, Gestapo-Bericht: 

"Professor Carl Clewing ist mit Else Clewing, verwitwete Kunheim, 
geborene Arnhold, verheiratet. Frau Clewing ist die Adoptivtochter des 
Geheimrats Arnhold und seiner Ehefrau geborene Arnthal. Am 31. 
Dezember 1938 ist Clewing aus der evangelischen Kirche ausgetreten und 
zur katholischen Kirche übergetreten. Er gilt als mehrfacher Millionär. Seit 
etwa 2 Jahren bekleidet Clewing das Amt eines Kreisjägermeisters z. b. V. 
beim Gaujägermeister Kurmark. Zu seinem Arbeitsgebiet gehört 
jagdliches Brauchtum und Jagdmusik. Nach der Machtübernahme ist 
Clewing in die SS und Partei - unter der Nr. 2.316.738 - aufgenommen 
worden. Aus der SS wurde er jedoch am 9. Juli 1934 wegen jüdischer 
Versippung und 25jähriger Zugehörigkeit zu einer Freimaurerloge 
entlassen" (Bericht vom 16/111/39, zitiert in einer hausinternen 
Information des RMVP vom 1/1IV/39. Quelle: BAR 55/ 124. Blatt 212). 

Derartige Sünden hätten auch zur Aberkennung der NSDAP- 
Mitgliedschaft führen müssen. Die Ehe mit Else Arnhold endete 1940. 

23. März 1939: 

Als Musikbeauftragter des Reichsjägermeisters hält Clewing im 
Studentenhaus Göttingen einen Einführungsvortrag Mit Beispielen zur 
Rondokantate über "Jägerlieder und das alte deutsche Kinderlied". 

Dieser Titel meint die "Wiegenlieder für ein deutsches Jägerkind”, 
die in Streicherversion am folgenden Tag erklangen. 

8. Juni 1939, Sprachregelung: 

"bei vorsichtiger presse haette es nicht vorkommen duerfen, dass 
das gastspiel karl kleving im rosetheater so ausfuehrlich in der presse 
besprochen wurde. kleving sei verheiratet mit einer verwitweten 
kuhnheim, geborene arnhold, tochter des geheimen kommerzienrats. 
kleving war mitglied der landesloge im dritten grade. 

(...) auf anfrage aus der konferenz wie es mit der behandlung eines 
vierbaendigen werkes von kleving gehalten werden solle, das im auftrage 
des ministerpraesidenten goering ueber jaegerei, jagdmusik und 
luftwaffenmusik erscheine, antwortete hinkel, das ihm von einem auftrage 
nichts bekannt sei. der frager solle sich an die zustaendige stelle im buero 
der kanzlei goerings wenden" (Hinkel auf der Pressekonferenz vom 
8/V1/39, Fernschreiben. Fehler im Original. Quelle: BA ZSg. 102/62 fol. 1/ 


C 970 





Sammlung Sänger). 

Das angekündigte Werk kam nicht zustande. 
Liederbuch der Luftwaffe. Mit Genehmigung des RLM hop. in 
Gemeinschaft mit H. F. Husadel. Melodieausgabe mit 95 Liedern (1939, 
21941) [VB]. 

Titel ohne Nummer = nur Text. 

Inhalt: 

I. Hymnen und Feldchoräle. 
1. Deutschland, Deutschland über alles. - 2. Die Fahne hoch. - 3. Der 
Choral vor Leuthen: Gib, daß ich tu mit Fleiß (T: Johann Heermann, 
1630). Fassung: Clewing. - 4. R. Strauss: Großen Volkes heilige Rache (T: 
R. G. Binding). - 5. Valerius: Herr, sieh die Not. - 6. Altenburg: Verzage 
nicht, du Häuflein klein. - 7. zur Melodie "Auf, auf zum fröhlichen Jagen" 
(Clewing): (Der Väter wert) Vom Himmel rauscht gewaltig (T: Karl 
Henckell). - 8. Wachet auf, ruft uns die Stimme (T: Ph. Nicolai). - 9. Wer 
jetzig Zeiten leben will. - 10. Valerius: Wir treten hier im Gotteshaus. 

Il. Führer und Vaterland. 
11. Als die goldne Abendsonne. - 12. Als wir nach Frankreich zogen. - 13. 
Brüder in Zechen und Gruben. - 14. Du kleiner Tambour. - 15. Es pfeift 
von allen Dächern. - 16. Husadel: (Grau und braun) Es wirbeln die 
Trommeln. - 17. Es zog ein Hitlermann hinaus. - 18. (Gläser): Feinde 
ringsum. - 19. aus dem Flak-Rgt 7, Wolfenbüttel: Wenn Flieger 
Deutschland drohen. - 20. (Gläser): Flamme empor! - 21. von Knorr: 
Flieger voran! - 22. von Weber: Glück ab! Frisch auf zu raschem Flug 
(Bearb.: C. Clewing). - 23. Volkslied aus Hessen: Heimat, ach Heimat, ich 
muß dich verlassen. - 24. Heeren: Morgen marschieren wir in Feindesland. 
- zur Melodie "Feinde ringsum" (Gläser): Schlacht, du brichst an. - 25. 
(Pardun): Siehst du im Osten das Morgenrot. - 26. (Knorr): Wir dürfen 
niemals satt im Stillen liegen.- 27. (Waldmann): Zwei Freunde zogen Hand 
in Hand. 

Ill. Heute marschieren wir (Soldatische Weisen und Marschlieder). 
28. Buder: Wir fliegen durch silberne Weiten. - 29. (Mein Schatz das 
muß ein Flieger sein) Als Großmamachens Bräutigam zum ersten Mal 
durchs Städtchen kam (T: nach Max Möller, F 1921; Fassung: Clewing). - 
30. Argonner Wald um Mitternacht. - 31. Heiß: Auf! Steh auf! - 32. Nach 
dem Gesang der LW wiedergegeben: Bin ein Tirolerbub. - 33. Der 
mächtigste König im Luftrevier. - 34. von Knorr: Der Sturmwind ist unser 
Bruder. - 35. Des Morgens zwischen dreien und vieren. - 36. Die blauen 
Dragoner, mit zusätzl. Kehrreim "Weit ist der Weg zurück ins Heimatland". 
Fassung: Husadel. - 37. Soldatenlied, aus Lewalter, "Reichswacht": Die 
Nacht spannt ihren Schleier. Textfassung: Clewing. - zur Melodie 
"Argonnerwald": Die rote Farbe tragen Flak. - 38. Ein Schifflein sah ich 
fahren. - 39. von Knorr: Es gibt keinen Berg, den wir nicht umflogen. - 40. 
Es lebt der Schütze froh und frei. - 41. von Schmidtseck: Es donnern 
unsre Motoren ihr eisernes Lied in die Welt. - 42. Zierach/ Woitschick: 
Fallschirmschützen, tretet an. - 43. | bin Soldat, vallera. - 44. Wenns die 
Soldaten durch die Stadt marschieren. - 45. Schatz, mein Schatz, reise 
nicht so weit. - 46. Ich habe Lust, im weiten Feld zu streiten. - 47. Melodie 


C 971 





und Wort nach einem alten Artilleristenlied aus Kassel eingerichtet: Ich 
stand wohl vor der Türe und schaute rings umher. . - 48. Ecklebe: Ihr 
Wolken, ihr seid unser reisiger Troß. - 49. (Leis): Kamraden, die Trompete 
ruft. - 50. nach einer Vorlage des 16. Jh, Einrichtung: Clewing: Kein 
schönrer Tod ist auf der Welt, als wer vorm Feind erschlagen. - 51. Heiß: 
Kein Tor der Welt ist uns zu hoch. - 52. Krieger, Krieger schläft auf offnem 
Feld. - 53. Volkslied: Mama, Papa, da draußen steht ein Knabe (T: J. S. 
Pakken, 1752, Neufassung: Clewing). - 54. Musketier seins lustge Brüder. 
- 55. Schwarzbraun ist die Haselnuß. - 56. nach einem serbischen 
Volkslied: Steh auf hohem Berge. - 57. Volkslied: Steig ich den Berg 
hinauf, das macht mir Freude (Textfassung: Clewing). - 58. nach dem 
Gesang von 9 Formationen der LW: Tirol, Tirol, du bist mein Heimatland. 
Fassung: Husadel. - 59. Acker, 1937 bei den Nachrichtentruppen in 
Königsberg, Neumark: (Did da-did did) Wenn wir marschieren durch das 
Städtchen, wie leuchten hell die Äugelein. - 60. Jahn: Wir traben in die 
Weite. - 61. (Der Zapfenstreich) Zu Bett, zu Bett! Fassung: Clewing. 

IV. Zu Haus hab ich ein Mädchen (Von Liebe und Heimat). 
62. Volkslied: Ach, in Stücke möcht ich mich zerreißen (Textfassung: 
Clewing). - 63. Annemarie, wo gehst du hin? - 64. Volkslied: Auf dem 
Berg so hoch da droben. - 65. Nach dem Gesang der LW: Ei Mädel vom 
Lande. - 66. aus dem Hessischen, mitget. von Lewalter: Ein Liedelein 
wollen wir singen (Textfassung: Clewing). - 67. volkstüml. Soldatenlied: 
Es hat sich ein Flieger in ein Mädel verliebet (T: nach mdl. Überlieferung 
aus der LW, Fassung: Clewing). - 68. Volkslied: Es wollte sich 
einschleichen. - 69. Volkslied, 19. Jh: Gestern Abend in der stillen Ruh. - 
70. Seemannslied: Heut geht es an Bord. Fassung: Husadel. - 71. In 
einem Polenstädtchen. - 72. Kehr ich einst zur Heimat wieder. - 73. 
Morgen will mein Schatz abreisen. - 74. Nun geht's voran in Reih und 
Glied. - 75. Soll ich euch mein Liebchen nennen. - 76. Von dem Berge 
rauscht ein Wasser. - 77. Volkslied aus Süddeutschland und Böhmen: Zu 
Haus hab ich ein Mädchen. Fassung: Clewing. 

V. Balladen und Moritaten. 
78. Soldatenlied, 19. Jh: Die Rosen blühen im Tale. - 79. Heiß, 1938: An 
der Küste steht ein Leuchtturm.- 80. Bei Sedan wohl auf den Höhen. - 81. 
Volkslied: Da drunten im Tale, da fließt ein Bächlein - 82. Volkslied: Ein 
niedliches Mädchen, ein junges Blut erkor sich (T: Ernst Langbein, 
Fassung: Clewing). - 83. Volkslied aus Franken: Es flogen drei Flieger wohl 
über den Rhein (T: Fassung Clewing). - 84. Volkslied: Es gingen zwei 
alleine. - 85. Moritat vom Flakartilleristen und der Nähmamsell: Es gingen 
zwei zum Tor hinaus. Fassung: Clewing.- 86. Volkslied: Es war einmal eine 
Müllerin. - 87. Es zog ein Regiment vom Ungarland herauf. - 88. Fern bei 
Sedan. - 89. Volkslied, seit dem 18. Jh: Ich ging mal bei der Nacht. - 90. 
In des Gartens dunkler Laube. - 91. H. Heiß: Nur hundert Kilometer. - 92. 
Schönster Schatz, du mußt es mir erlauben (T: Fassung Clewing). 

Clewing hat - abgesehen von der etwas wirren, teils auch nur 
alphabetischen Ordnung - eine Reihe seltener Titel ausgegraben (oder 
ausgraben lassen), die man eigentlich kaum in einem Liederbuch der 
Luftwaffe sucht. Solches scheint das Signum von H. J. Moser zu sein. 





1940 
Liederbuch der Luftwaffe. Hgb. von C. Clewing in Gemeinschaft mit H. 
F. Husadel. Klavier-Ausgabe von H. Heiß (1940) [VB]. 

Inhalt: 
1. Heiß, 1938: Kein Tor der Welt ist uns zu hoch. - 2. Kelting: Und so 
stehen wir auf als ein junges Geschlecht. - 3. von Knorr: Der Sturmwind 
ist unser Bruder, den Wolken sind wir gesellt. - 4. auf Clewings Melodie 
"Auf, auf zum fröhlichen Jagen": (Der Väter wert) Vom Himmel rauscht 
gewaltig ein wundersames Lied (T: Karl Henckell, 1927). - 5. aus dem 


Wk. I: Als wir nach Frankreich zogen. - 6. von Knorr: Es gibt keinen Berg, 
den wir nicht umflogen. - 7. Husadel: Ein Lied erschall' dem Fliegergeist 
von echter deutscher Art. - 8. Heeren: Der Herbststurm singt sein 
brausend Lied - Soldaten singen mit. - 9. aus dem Wk. I (= Hertel): Die 
blauen Dragoner, die reiten. - 10. Volkslied aus Hessen: Heimat, ach 
Heimat, ich muß dich verlassen (Textfassung: Clewing). - 11. Heiß: An der 
Küste steht ein Leuchtturm, leuchtet hell bei Tag und Nacht. - 12. 
Volkslied aus Tirol: Es lebt der Schütze froh und frei (T: Fassung Husadel). 
- 13. aus dem Wk. I: Der mächtigste König im Luftrevier. - 14. von Knorr: 
Flieger voran, Mann für Mann! - 15. Heiß: Auf! Steh auf! Die Stunde hat 
geschlagen. - 16. Volkslied: Soll ich euch mein Liebchen nennen? Rosa 
heißt das holde Kind (T: Fassung Clewing). - 17. nach dem Gesang des 
Flak-Rgts. 7, Wolfenbüttel: Flak greift ein! - 18. nach einem serb. 
Volkslied: Steh auf hohem Berge, schau ins Tal hinunter. - 19. von Weber: 
(Ein neues Fliegerlied in altem Ton) Glück ab! Frisch auf zu raschem Flug 
(T: nach Th. Körner, Einrichtung: Clewing). - 20. Volkslied: Es wollte sich 
einschleichen ein kühles Lüftelein. - 21. älteres Soldatenlied: Die Nacht 
spannt ihren Schleier auf Tal und Hügel aus (T: Fassung Clewing). - 22. 
Clewing: Kein schönrer Tod ist auf der Welt (T: nach einer Vorlage des 
16. Jh eingerichtet von Clewing). - 23. Ofw. Zierach und Oberjäger 
Woitschik: Fallschirmschützen, tretet an! - 24. Handrock: Fliegen, ja 
fliegen ist das allergrößte Glück der Welt. - 25. Volkslied: Ein Schifflein sah 
ich fahren, Kapitän und Leutenant. - 26. Volksmelodie: Heut geht es an 
Bord. - 27. Melodie und Wort nach einem alten Artilleristenlied aus Kassel 
eingerichtet: Ich stand wohl vor der Türe und schaute rings umher. - 28. 
Ecklebe: Ihr Wolken, ihr seid unser reisiger Troß. - 29. Volkslied: Es zog 
ein Regiment vom Ungarland herauf (T: Fassung Clewing). - 30. Volkslied, 
17. Jh: Wer jetzig Zeiten leben will (T: Fassung Clewing). - 31. Volkslied: 
Auf dem Berg so hoch da droben. - 32. Volkslied: Es gingen zwei alleine 
am grünen Waldessaum. - 33. Volkslied aus Franken: Es flogen drei 
Flieger wohl über den Rhein (T: Fassung Clewing). - 34. Volkslied: Mama, 
Papa, da draußen steht ein Knabe (T: J. S. Pakken, 1752, Neufassung: 
Clewing). - 34. Volkslied: Es war einmal eine Müllerin, ein wunderschönes 
Weib (T: Fassung: Clewing). - 35. A. Acker: Wenn wir marschieren durch 
das Städtchen. - 36. Volkslied: Kehr ich einst zur Heimat wieder. - 37. 
Heiß: Wir wollen heute singen ein Lied von weiter See. - 38. Volkslied: 
Ach, in Stücke möcht ich mich zerreißen (T: Fassung Clewing). - 39. 
volkstüml. Soldatenlied: Es hat sich ein Flieger in ein Mädel verliebet (T: 
nach mündl. Überlieferung aus der LW, Fassung: Clewing). - 40. Volkslied: 


C 973 





Steig ich den Berg hinauf, das macht mir Freude (T: Fassung Clewing). - 
41. Clewing: (Mein Schatz, das muß ein Flieger sein) Als 
Großmamachens Bräutigam zum erstenmal (T: nach Max Möller F 1921, 
Fassung: Clewing). - 42. Volkslied: Ein niedliches Mädchen, ein junges 
Blut (T: Ernst Langbein, Fassung: Clewing). - 43. von Müller: Die Tochter 
vom Kantinenwirt. - 44. Kelting: Die Kiste schwanket hin und her, der 
Motor knurrt und brummt. - 45. Heiß: Nur hundert Kilometer trennen mich 
von meinem Lieb. - 46. Heeren: Morgen marschieren wir in Feindesland. - 
47. aus Süddtld.: Da drunten im Tale, da fließt ein Bächlein. - 48. Uffz. d. 
R. von Schmidtseck: Es donnern unsre Motoren ihr eisernes Lied in die 
Welt. - 49. Volkslied: Des Morgens zwischen dreien und vieren (T: nach 
"Des Knaben Wunderhorn", Fassung: Clewing). - 50. Volkslied: 
Schwarzbraun ist die Haselnuß. - 51. von Knorr: Wir dürfen niemals satt 
im Stillen liegen. 


1941 
Adler-Liederheft. Feldausgabe des Liederbuches der Luftwaffe. Hgb. 
mit Genehmigung des RLM. 31 Seiten (1941) [VB]. 
Information: DNML, DML, FA, MM2, KDMK, RML, LdCh. 


Cloß, Walter 


Viele Jahre säen wir unser Korn in deutsche Erde (T: aus "Das Lied der 
Getreuen", 1938). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Einmal aber ist es Zeit! 
Einmal dröhnen die 
Trompeten! 

Einmal heißt es: Seid bereit, 

laßt uns hin zur Fahne treten!" 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 79/80 (1939); RJF, Musikblätter der HJ 79/80 
(1939). 


Coburger J osias-Marsch = AM |, 27. Parademarsch des ehem. 
FeldAR 23 in Montenich (1792/93; u. a. Norag, 19/111/33, Philharmon. 
Orch Hamburg, Dgt. Richard Richter; Schles. FSt., 20/V1/33, Schles. 
SinfonieOrch, Dgt. Rischka; DtldS, 19/VI1/33). Aus dem Siebenjährigen 
Krieg, Komponist mutmaßlich Michael Haydn. 

(Norag, 19/111/33, Philharmon. Orch Hamburg. Dgt. Richard Richter; 
DtidS, 19/V11/33). 

Der Titel feiert den Feldmarschall Friedrich Josias Prinz zu Sachsen- 
Coburg-Saalfeld (1737-1815), der in österreichischen Diensten zunächst 
Oberst eines Kürassierregiments im Siebenjährigen Krieg war. 

In: 
[Sc] Das goldene Marschbuch (1933); Kameraden singt mit! (1940). 





Colberg, Erich 


Der König Ring. Feierspiel über eine alte Legende (1942; UA: 
Straßburg, *13/111/43). 

Der Aufführung voraus ging ein Satz von Mozarts "Kleiner 
Nachtmusik" und eine Ansprache des Kreispropagandaleiters. 


Collignon, Ferdinand 
Koblenz-Ehrenbreitstein, 1. Mai 1895 - Koblenz, 22. März 1968. 

Sohn eines Metzgermeisters; Dr. phil. Bonn 1923 (Pietro Pompeo Sales), 
Musikpädagoge und Chordirigent in Koblenz, Leiter z. B. des Koblenzer 
MGV, Schenkendorf; 1940-45 in Esch im besetzten Luxemburg Städt. 
Musikdirektor und Direktor der Volksmusikschule. 

Nach 1945 Leiter einiger Gesangvereine im Umkreis seines 
Wohnortes Koblenz, so in Winningen. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.055.571. Gauchormeister des DSB Gau 9 
Rheinland. 1938-44 Landesleiter der RMK Gau Moselland; 1939 Städt. 
Musikbeauftragter für Koblenz; 1941 Leiter der Abt. Musik der 
Landeskulturkammer Luxemburg. 
14. Mai 1938: 

Die RMK gibt die Ernennung von "Pg. Dr. Ferdinand Collignon" zum 
Landesleiter für Musik für den Gau Koblenz-Trier bekannt. 

Der Gau hieß später "Moselland". 

Information: LdCh; "Lied und Chor" 1968, S. 96 ( Nachruf, 

Todesdatum 24/III). 


Collmer, Erika 
Stuttgart, 10. Februar 1912 - ? 
Harmonikaspielerin in Stuttgart, auch für den Rundfunk; ab 1935 in 
Trossingen. Zuletzt in der Nähe von Stuttgart. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.232.073; doch trat sie 1936 aus. 
Was unsere Soldaten singen. Die bekanntesten Lieder der Wehrmacht. 
Für diatonische Harmonika (1938) [Sc]. 

Information: Das Stadtarchiv Trossingen (9/VIII/96) ließ wissen: 
"Erika Collmer lebte wohl die letzten J ahrzehnte in oder bei Stuttgart". 
Das Amt für öffentliche Ordnung Stuttgart, Zentralmeldestelle (11/X/99) 
hat jedoch keinen Meldevorgang, so auch die Stadtverwaltung Vaihingen 
an der Enz (9/IX/02). Die Standesbeamtin Groß, Stuttgart (2/IX/04) 
lehnte ein Amtshilfe-Ersuchen des Instituts für MW der Universität Kiel mit 
dem blödsinnigen Hinweis, es gehöre nicht zum berechtigten 
"Personenkreis" nach PStG 8 61, hält also die Behörde Universität für eine 
Person! 


C 275 





Compes de la Porte, Curt 

Schweizerthal bei Chemnitz, 8. Mai 1968 - Halle, 9. Juni 1942. 
Kapellmeister, Musikerzieher und Musiktheoretiker in Halle; Direktor des 
Riemann-Musikseminars und Konservatoriums. Stand 1932: 1. 
Vorsitzender der Ortsgruppe Halle des Reichsverbandes Dt. Tonkünstler 
und Musiklehrer. 
Werke: u. a. "Liebe, Gott und Sterne", 100teiliger Liedzyklus (Anfang der 
30er Jahre); "Ars Nova", eine Melodielehre in 6 Bänden. 


NSDAP seit 1/1V/33, Nr. 1.568.771. KfdK. 

Propagandalied, onA, im J uni 1933 dem RMVP eingereicht. 
Heroisches Lied: Schau zum Hakenkreuz auf (eigener T), 4stimmig, am 
2/V1/33 mit Widmung an Reichsleiter Rosenberg gesandt: 

"Wir haben hier in Halle ein Kampfbundorchester (ich gehöre dem 
Hallischen KfDK an und bin zugleich sein Hauswirt) und auf meinen 
Vorschlag hin wird ev. versucht werden, in die Konzerte ab und zu derart 
eine spezielle Note zu bringen, daß spezielle Kampfbundlieder für 
Orchester und einstimmigen Männerchor mit eingelegt werden. Käme das 
vorliegende hinzu, so würden uns bis jetzt vier zur Verfügung stehen 
(davon drei von mir). 

Ist nun das beiliegende Lied ein solches, wie Sie in Ihrer Rede (von 
der ich ja leider nur den winzigen Zeitungsauszug kenne) im Auge gehabt 
haben, so möchte ich Sie freundlichst bitten, daß das Lied als Ihnen 
gewidmet bezeichnet werden kann" (Compes de la Porte an Rosenberg, 
2/V1/33. Quelle: BA NS 8/ 126. Blatt 68R). 

Der Titel bestätigt Hitlers Forderung "Heroismus ist nicht nur auf 
dem Schlachtfelde notwendig, sondern auch auf dem Boden der Heimat" 
(Zitat in: "Das Deutsche Hausbuch". Berlin, 1943. S. 85). 

Textprobe (4. Strophe): 

"Halt! zu Rasse und Volk! Ob auch vielgestalt, 
wird's doch einen sich mit Natures Gewalt! 
Kein' Grenze dich trennt und 
kein mächtig Gebot, 
wenn dein Volkstum sammeln wird sich 
auf Leben und Tod. 
Halt' zu Rasse und Volk! Wenn auch vielgestalt, 
wird's doch einen sich mit Natures Gewalt!" 
Drei Kampfbund-Lieder für einstimm. MCh und Orch (1933). 
Information: Laut Einwohner- und Statistikamt Halle (24/IX/98), gez. 
Westhusen, fehlt Compes in den Archivunterlagen. 


Conradi, August 
1821 - 1873 


Op. 119. Kriegsraketen. Patriotisches Potpourri (Norag, *2/X/33; MZ 
der SA-Standarte 75, Dgt. Hans Gätjen), für Klavier/ Orch/ 
Infanteriemusik/ Blechmusik [B&B]. 





Coranda, Fritz 
Im Krieg Leutnant der Wehrmacht in einem Baubataillon. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Wir führen Gewehre und Spaten, und wir gebrauchen sie (eigener T). 
In: 

Bautruppen-Liederbuch (1941). 


Cords, Gustav 
Hamburg, 12. Oktober 1870 - Berlin, 18. Februar 1951. 

Sohn eines Cellisten; Orchestermusiker, Geiger in Berlin-Steglitz, zuletzt in 
der Staatskapelle. 1911-19 Präsident des ADMV, auch 2. Vorsitzender des 
Reichsverbandes Dt. Orchester (Weimar), Ortsgruppe Berlin; 
Kammermusiker i. R. und Komponist mit Wohnsitz Berlin-Steglitz. 

Er erhielt im Rahmen des Entnazifizierungsverfahrens 1947 
immerhin die Erlaubnis, Kompositionen aufzuführen. 
Werke: u. a. "Sonnwendnacht", Oper (Nürnberg, 1919); "Gudrun", 
sinfonische Dichtung; "Hellas", sinfon. Fantasie; Sinfonie in A-moll; 
Ouvertüren; Cellokonzert. 


NSDAP seit 1/X/32, Nr. 1.339.809, Amtswalter (Schulungsobmann). KfdK, 
Fachgruppe Musik. Leiter der Fachschaft Orchester in der Landesleitung 
der RMK Gau Mark Brandenburg und Fachberater für Orchester in der 
Landesleitung der RMK Gau Berlin. 

Der Gedanke der Musikerkammer im 20. Jahrhundert ("Musik im 
Zeitbewußtsein" 1/6, 18/X1/33. S. 20-22). 

Cords rühmt, daß R. Strauss während seiner Präsidentschaft im 
Allgemeinen Deutschen Musikerverband (1901-1906) bereits die Bildung 
einer Musikerkammer vorgeschlagen habe; es gehe nun in der RMK um 
die Abwehr volksfremder Einflüsse. 

Behörden und Verbände, Die Reichsmusikkammer (In: "Das 

Atlantisbuch der Musik". Berlin/Zürich, 1934. S. 983 f.). 

Künstlertum oder Routine ("DMMZ" LVIII/43, 24/X/36. S. 7-9). 
Information: DNML, DML, FA, RML. 


Cornelius, Paul (Maria) 
Trier, 6. September 1901 - Hamburg-Altona, 23. J uni 1984. 

Schüler von J. Haas und H. Röhr, Dr., Dirigent, Kapellmeister in Trier, 
Schneidemühl und ab 1932 in Frankfurt a. M., dann arbeitslos, 1937 in 
Berlin; 1938 Kapellmeister am Raimundtheater in Wien. 1939/40-41 
Intendant des "Kraft durch Freude"-Mellini-Theaters in Hannover. 

Nach 1945 in Hamburg-Großflottbeck, zuletzt i. R. 
Werke: Lieder, auch mit Orch, Mosellieder, so "Musik, Mädels und 
Moselwein", Walzer. 


® 971 





NSDAP seit 1/1V/33, Nr. 1.808.557. 1933 Leiter des NSBO-Gauorchesters 
Hessen-Nassau in Frankfurt a. M., 1939 zeitweise musikal. Mitarbeiter von 
Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. 

Siegesmarsch (RS Berlin/ RSdg, *1/V/37). 

1. Februar 1939: 

Das StadtOrch Wiener Symphoniker, Dgt. P. Cornelius, bietet ein 
KdF-Konzert, veranstaltet von NSDAP und DAF: 1. Mozart: Sinfonie G-moll 
KV 550. - 2. Beethoven: Klavierkonzert Nr. 5. - 3. R. Wagner: Siegfried- 
Idyll. - 4. Siegfried Wagner: Vorspiel zur Oper "Die heilige Linde". 

30. März 1939, Telefonat: 

"Pg. Cornelius hat am Donnerstag den 30. März die fertiggestellten 
Kompositionen der Komponisten Zillich und 
Maurice in Klavierskizze dem ROL. vorgespielt. Die beiden 
Kompositionen gefielen dem ROL. sehr gut und sollen sofort instrumentiert 
werden. Nach Fertigstellung der Instrumentierung (ca. 14 Tage) sollen 
beide Feiern dem ROL. auf der Ordensburg Krössinsee vorgespielt werden. 
Da Pg. Cornelius und die übrigen Komponisten nur Teile ihrer 
Kompositionen fertig hatten, sollen diese bis dahin fertiggestellt und dem 
ROL. dann auch mit vorgespielt werden. 

Betreffs technischer Durchführung (Massengesang oder 
Übertragungsanlage) will Pg. Cornelius heute die Entscheidung beim ROL. 
herbeiführen. Laut Angabe des Pg. Cornelius hat der Komponist Erich 
Lauer Murnau am Staffelsee von Reichsleiter Pg. Bormann den Auftrag, 
Kompositionen für die Ausgestaltung des Politischen Leiter-Appells zu 
schreiben. Es ist notwendig hierüber Klarheit zu erhalten und nicht kurz 
vor dem Reichsparteitag die vorgesehene Programmgestaltung wieder 
andern zu müssen" (NSDAP, Der Reichsorganisationsleiter. Niederschrift 
über Ferngespräch mit Pg. Cornelius, 30/111/39. Quelle: BA NS 22/ vorl. 
165, nicht paginiert). 

ROL = Reichsorganisationsleiter. Die telefonische Übermittlung 
verstümmelte die Namen. Gemeint sind Winfried Zillig und Ludwig 
Maurick. 

Komposition unter Verwendung eines vorgegebenen Textes für den RPT 
1939, Auftrag von Dr. Ley (1939 in Arbeit). 

Ley bevorzugte Friedrich Jungs "Appell", zog jedoch den Auftrag 
nicht zurück und ließ sich das Werk fertigstellen. 
4. April 1939, Absage: 

"Ich nehme Bezug auf unsere Unterhaltung im Hause des Herrn 
Reichsorganisationsleiters bezgl. der Feierstunde in Nürnberg. Nachdem 
sich der Herr Reichsleiter für die Arbeit des Bayreuther Chordirektors J u 
ng entschieden hat, werde ich alle übrigen seitens der Reichsdienststelle 
Feierabend mit dem Kompositionsauftrag bedachten Komponisten davon 
unterrichten, dass die Wahl bereits getroffen ist. Den beiden Komponisten 
Maurick-Wien und Zillig-Essen habe ich über die Zentralstelle für die 
Finanzwirtschaft das Honorar anweisen lassen und ihnen gleichzeitig den 
Dank des Reichsorganisationsleiters für ihre Bemühungen ausgesprochen. 
Ich bin der Auffassung, daß die Arbeit von Philipp-Karlruhe nicht zu 
honoriert werden braucht, da dieser ja keine neuen Kompositionen 





C 978 





gemäss dem eingereichten Text geschaffen hat, sondern lediglich 
vorhandene, gedruckte Werke zur Auswahl eingereicht hatte. Ich will 
diesem daher nur brieflich danken, möchte Sie jedoch bitten, mir Ihre 
Ansicht hierüber mitzuteilen. Im übrigen stehe ich Ihnen nach wie vor zur 
Mitarbeit zur Verfügung. Ich werde dem Wunsche des Reichsleiters 
entsprechend meine Komposition der Feierstunde fertig stellen und sie 
dann seinem Büro übergeben. Ich bitte Sie, mir Ihre Auffassung bezgl. der 
Angelegenheit Phillipp-Karlsruhe ehestens bekannt zu geben" (DAF, 
Raimundtheater, Paul Cornelius, an Geschäftsführung der DAF, Mehnert, 4/ 
IV/39. Quelle: BA NS 22/ vorl. 165). 

Information: FA (mit falschem Geburtsjahr). Standesbeamter Müller, 
Trier (5/IX/96), verweigerte mit Berufung auf das verfälschte PStG 8 61, 
also gesetzwidrig, die Angabe des Todesdatums von Cornelius. Das AG 
Trier, Amtsgerichtsdirektorin Terner, lehnte den Antrag dagegen durch 
Beschluß - 14 III 48/97, 14/VIII/97 - ab, indem sie nicht etwa das Gesetz 
heranzog, sondern dessen Verfälschung durch die Kommentatoren 
Massfeller/Hoffmann. Die Juristin raubte dem Künstler das postum 
weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog den 
Lexikographen um sein Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung... 
gegen ihren Amtseid auf das Grundgesetz. Den Todesfall beurkundete das 
Standesamt Hamburg-Altona, Nr. 1580/1984. 


Cornelius, Peter 


1824 - 1874 
Vöglein fliegt dem Nestchen zu, hat sich müd' geflogen (eigener T). 
Wiegenlied. 
In: 


Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934; nur T). 
Siegesmarsch aus der Oper "Der Cid" (RS Leipzig, 3/111/38, Dresdner 
Philharmonie, Dgt. Curt Kretzschmar). 

Grablied: Pilger auf Erden (eigener T). 

In: 

Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940). 


Corrodi, Hans 
Zürich, 25. August 1888 - Erlenbach, Kanton Zürich (CH), 11. 
Dezember 1972. 
Schweizerischer Musikologe, Dr. phil., Musikpädagoge und Musikkritiker, 
Autor, Dramatiker, Professor am Lehrerseminar in Küßnacht/ Zürich. 
Werke: u. a. "Othmar Schoeck", Monografie (Frauenfeld/ Leipzig, 1931); 
"Othmar Schoeck. Bild eines Schaffens" (Frauenfeld, 1956). 


Das NS-Regime erhielt willkommene Unterstützung von einer Reihe 
ausländischer Persönlichkeiten, die zeitweilig publizistisch - mehr oder 
weniger getarnt - für die kulturpolitischen Ziele Hitlers warben. Zu diesen 


C 973 





gehörte Hans Corrodi. 

Musikalischer Bolschewismus in der Oper. Zur Uraufführung der 

Oper "Lulu" von Alban Berg in Zürich ("Die Musik" XXIX/10, Juli 1937). 
Der Artikel erschien zuerst im "VB", München, 6/VI/37. 

Zitat: 

"(...) Wozu aber eigentlich Musik zu einem Drama, das seinen 
>Siegeszug< vor einem Vierteljahrhundert über alle Bühnen angetreten 
hat, zum Realismus eines Fanatikers, zum knisterdürren Papierdeutsch 
eines Sexualpsychopathen, der sich als >Moralist< berufen glaubte? 

(...) Sonst malt die Musik Stimmungen, dient sie der seelischen 
Ausdeutung und unterstreicht eine Handlung, die von Wedekind mehr als 
deutlich schon unterstrichen war: lauernde Dämmerakkorde, 
Nervenzuckungen in wütendem Pizzicato, brodelnde harmonische 
Gärungen, gramselndes Prickeln, geiles Verschlammen, dumpfes Brüten, 
wilde Ausbrüche, gellendes Geheul, tobende Schläge - Schüsse. Musik der 
Dirnen-, Zuhälter-, Hörigen- und Verbrecherwelt. Sehr gekonnt und 
>eindrucksvoll< ohne Zweifel: ein wüstes Zerren an den Nerven, ein 
brutales Aufpeitschen der Lüste, ein peinigendes Aufschüren der Angst, 
Erschrecken und Entsetzen - wozu? Berg hat nicht einmal versucht, den 
Schatten einer neuen Idee, einer neuen Interpretation in das alte 
Greuelbild hineinzubringen. Er ist von erschreckender Vorgestrigkeit. 

(...) Und der Erfolg? Kaum ein kühler Achtungserfolg vor dem sonst 
so schulfrommen und bildungsbeflissenen Züricher Publikum, in dem sich 
dazu noch eine starke östlich-internationale Invasion bemerkbar machte. 
Die Zeit des Atonalismus ist vorbei. Nach 15 Jahren des Terrors weicht der 
Bann" (S. 721, 722). 

Zumal in der Schweiz existierten Kräfte, die durchaus mit der 
kunstpolitischen Ideologie des NS sympathisierten; diese waren als 
Korrespondenten der deutschen Musikpresse willkommen, wenn sie ihren 
Eifer dadurch bewiesen, daß sie im Publikum die "östlich-internationale" - 
soll heißen: jüdische - Invasion registrierten. 


Corsepius 
Im Kriege Feldwebel der Wehrmacht bei der motorisierten Infanterie. 


Schnelle Truppen werden wir genannt (eigener T). Kriegslied, 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Unsres Führers Ruf erwarten wir, 
er ruft uns zum Sieg in neuen Fernen. 
Wir folgen ihm voll Kampfbegier: 
Bald soll uns der Tommy fürchten lernen! 
Dem Führer haben wirs geschworn: 
Der schnellen Truppen Platz ist vorn! 
Wir sind die schnelle Infantrie, 
wir weichen in Gefahren nie. 
Wo's brenzlich wird, 


® 980 





sind wir geschwind 
und fahren drein wie Wirbelwind. 
Wir scheuen nicht vor Schrecken, 
Graus und Not. 
Dem Feinde bringen wir den Tod". 
In: 
Neue Kriegslieder (1940). 


Corzilius, Viktor (Pseudonym) = Walter Espe 


Costa, Bert 
Leitendorf/ Steiermark (Österreich), 15. März 1911 - Wien, 12. 
November 1967. 
Kapellmeister in Wien, ausgebildet an Mozarteum Salzburg und Berliner 
Musikhochschule, Schüler von Franz Schalk. 1936-39 in Berlin, ab 12/VIIl/ 
39 in Wien. 
Nach 1945 weiterhin in Wien. 


NSDAP seit 5/11/32, Nr. 783.947. 1939 in Wien Dirigent und Leiter des 
GausymphonieOrchs Niederdonau. 

Der Klangkörper bildete den Zweckverband für Kulturpflege in 
Niederdonau, Körperschaft des öffentlichen Rechts. Er umfaßte 65 
Musiker. 

2. November 1939, Laudatio: 

"Als im März dieses Jahres Gauleiter Dr. Hugo Jury den Auftrag zur 
Aufstellung eines Orchs gab, das der Partei zur Verfügung stehen sollte 
und dessen Aufgaben völlig auf der Linie der von der NSDAP. in den 
Kreisen verfolgten kulturpolitischen Ziele lagen, da war der Anfang zu 
einer Arbeit gelegt, deren Widerhall in einer breiten Öffentlichkeit am 
besten dadurch gekennzeichnet ist, daß Einladungen in die Nachbargaue, 
in das Protektorat und sogar in die Slowakei das Orch zu einer Reihe 
größerer Gastspielfahrten veranlaßten. Wenn das GausymphonieOrch 
Niederdonau innerhalb so kurzer Zeit über den Rahmen des gaueigenen 
Musiklebens hinaus sich eine führende Stellung erobern konnte, so ist das 
in hohem Maße das Verdienst seines Mitbegründers und ersten Dirigenten 
Bert Costa. 

(...) Nachdem wir erfahren haben, daß Bert Costa (...) auch als 
politischer Kämpfer beispielhaft seinen Mann gestanden hat und jenem 
neuen Typus von Künstler angehört, der es ablehnt, in engster 
individueller Absperrung einer trügerischen subjektiven Welt 
nachzuhängen, sondern der auch als musisch Schaffender die menschliche 
Bewährung im Kampfe sucht, nachdem wir erfahren haben, daß er auf 
Grund seines Einsatzes im politischen Kampfe in der Ostmark über die 
Grenze gehen mußte, um dort in der Österreichischen Legion den 
politischen Kampf weiterzuführen und andererseits als junger 
Kunstbesessener an sich selbst weiterzuarbeiten, wollen wir auch etwas 


C 98] 





über das Verhältnis des Künstlers zur deutschen Musik und Musikübung in 
der Gegenwart erfahren". 
Musikphilosophie: 

"(...) Das Entscheidende aller Kunst, aller Musik und vielleicht vor 
allem der Musik ist in einer Zeit, die das Leben in seinen materiellen, 
organisatorischen und sittlichen Formen nach neuen Wertbegriffen mißt, 
daß sie wieder zum Ausdrucksmittel der ursprünglichsten inneren 
Notwendigkeiten unserer menschlichen Natur wird und damit einerseits 
zur Regelung jenes schöpferischen Rhythmus von Spannung und 
Entladung beiträgt, andererseits zu einer Spiegelung unserer inneren 
Wahrheit und Wirklichkeit wird, aus der unser Wesen den Befehl zu neuen 
Aktionen abliest. Mit anderen Worten: Um entsprechend einem neu 
gewonnenen Weltbild auch unsere, jeglicher äußeren Organisation 
entzogene Natur in eine neue Harmonie mit unserem Gesamtsein bringen 
zu könen, ist es notwendig, daß die Kunst zunächst tatsächlich zur 
Sprache unserer seelischen Bewegungen wird, die durch die gewaltigen 
außeren Geschehnisse unserer Tage mitbestimmt werden, und zweitens, 
daß sie es in echter und Üüberzeugender Weise wird. Unsere Kunst und 
unsere Kunstmusik muß wieder das Bewußtsein einer Sendung in sich 
tragen, sie muß wieder ein Ziel haben. Ich möchte diesen Gedanken in 
eine ganz kurze Formel fassen: Sie muß Ergriffenheit werden und muß 
mehr und mehr aufhören, Betriebsamkeit zu sein. Wir haben einen neuen 
Glauben an die Größe des Lebens, an seine unerschöpflichen 
Möglichkeiten und an seinen heroischen Sinn erhalten. All unser Wirken 
bewegt sich mit bestimmter Orientierung nach neuen Zwecken. Der 
höchste Zweck aber, den ein Volk überhaupt haben kann, ist der seiner 
biologischen Existenz und Unvergänglichkeit" (Neue deutsche Musik. 
Gespräch mit dem Leiter des GausymphonieOrchs Niederdonau Bert 
Costa. "VB" Nr. 306, Wien, 2/X1/39). 

Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Wien 
Landstraße, Nr. 1580/1967. 


Courage, wohlauf! (T: onA), zur Melodie "Wann ich es immer ein 
Edelmann wär". Mitgeteilt von Ditfurth. Titel: J uristenlob. 
In: 
Wohlauf Kameraden (1934); Glück ab, Kameraden! (1935). 


Cowler, Jim (Pseudonym) = Herbert Noack 


Cramer, Hans Donald 
Leer/ Ostfriesland, 17. Dezember 1913 - Goslar, 23. Februar 1994. 
Sohn eines Studienrats, ausgebildet an der Hochschule für Musikerziehung 
und Kirchenmusik in Berlin, Musikpädagoge und Organist in Goslar, auch 
Musiklehrer, Studienrat. Im Kriege zur Wehrmacht einberufen und bei 
einer Flak-Einheit. 


C 982 





Nach 1945 weiterhin Musikstudienrat in Goslar, 1978 i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP; SA seit 1/X1/33. 

Denn die Armee marschiert: Der Sensenmann zieht mit uns mit (T: P. 
Reichelt). Melodie mit Text (1942; UA: Berlin, 6/X/41, zur Eröffnung des 
Wintersemesters der Musikhochschule) [L]. 

Textprobe (2. Strophe): 
"Gar mancher, der im Gliede ging, 
den hat er aufgespürt, 
sich still an seine Seite hing, 
doch die Armee marschiert". 

Herr Hauptmann, Herr Hauptmann, wann ist der Krieg denn aus 

(T: Herybert Menzel). Melodie mit Text (1942) [L]. 


Erinnerung, korrekt, 1984: 

"(...) Völlig überrascht war ich über Ihre Frage nach den beiden 
Soldatenliedern, die ich - in den unendlich vielen toten Stunden des 
Dienstes an einer Flakanone - geschrieben habe. Die Texte fand ich in 
Frontzeitungen. Daß die Lieder durch Littolff gedruckt wurden, geschah 
ohne meine vorher einzuholende Genehmigung. Denn ich hatte während 
des Krieges durch Briefe die Verbindung zur Hochschule für 
Musikerziehung und Kirchenmusik Berlin-Charlottenburg aufrecht gehalten 
und legte einmal die Melodien bei. Sie sind dort in einer Feierstunde, wie 
man mir schrieb, gesungen und sehr anerkannt worden. Die Hochschule 
hat sie dann einfach drucken lassen, vom Verlag sandte man mir RM 10,- 
mit dem Bemerken, daß sie damit Eigentum des Verlages seien, so weit 
ich weiß, habe ich auch einen Vertrag unterschrieben. 

Widrige Reaktionen gegen diese Texte habe ich nicht gehabt! 
Natürlich ist in den Texten meine Kriegsablehnung zu spüren" (Hans 
Donald Cramer an Fred K. Prieberg, 25/1/84. Fehler im Original). 

Information: KDMK. 


Cramer, Heinz 

Lüdenscheid, 24. Mai 1904 - Fredericia (DK), 26. April 1946 (an 
Kriegsfolgen im Lazarett). 
Musikpädagoge in Lüdenscheid bis 1939; Diplommusiklehrer, Komponist, 
dann in Mühlenrahmede, Organist der ev. Kirche Oberrahmede. In 
Lüdenscheid Chorleiter des Männerchors von 1857, ferner beim MGV 
"Germania" (Germania-Philomele), 1939 des Brügger MGV, 1939-44 auch 
der Gesangs-Abt. des Turn- und Sportvereins Grünewald und des 
Lüdenscheider Männerquartetts 1910. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.491.394. Leiter der NS-Kapelle Lüdenscheid- 
Land. 

Wenn wir marschieren. Volksmelodie. Für MCh: H. Cramer (1938) 
[SV]. 


C 983 





Cramm, Walter 
Hildesheim, 29. November 1895 - Vienenburg, 11. Mai 1956. 

Lehrer in Bad Lauterberg, eng mit der Wandervogelbewegung verbunden, 
in Mölme und Hildesheim, zeitweilig Bezirksjugendpfleger, 1922 Gauführer 
der Wandervogelgruppe "Hacketau", 1926-33 in leitender Funktion im Dt. 
Pfadfinderbund, 1929-33 dessen Waffenmeister. 

Nach 1945 Lehrer in Vienenburg. 
Werke: viele Publikationen bei Voggenreiter; auch Texter bei 
Verwandlung traditioneller Melodien in Kriegslieder. 


NSDAP seit 1/1V/40, Nr. 8.941.747, auf Antrag vom 27/111/40. 
Folget der Fahne und dem Führer. Neue J ungenlieder, gesammelt 
unter besonderer Mitarbeit von Wilhelm Cleff (1934) [GW]. 

Inhalt: 
Lieder der Normannen. 
1. Laßt mich nur auf meinem Sattel gelten. - 2. Nächtens auf silbernen 
Rossen. - 3. (Lied der blauen Horde) Wir stieben durch den Schnee in 
wildem Gebraus. - 4. (Im Jungenlager) Die Fahne flammt wie Feuerschein 
hoch. - 5. (Normannen-Ballade) Fährt ein Schiff mit roten Schilden. - 6. 
(Normannenfahrt) Hei, durch die Wogen die Drachen schäumen. - 7. 
(Werbelied) Normannen ziehn und reiten. - 8. (Normannen-Siegestanz) 
Normannen, Normannen, wir haben Beute viel. - 9. (Fahrt nach Orkney, 
1932) Wollt ihr nun lauschen meinem Lied? - 10. 1932: Folget der Fahne 
und dem Führer, feindliches Land durchziehen wir. - 11. (Tatra-Lied, 1932) 
Als vom Speere das Banner so kühn hat geweht. - 12. (Auf nach Ungarn!, 
1933): Wir suchen die schimmernden Weiten. - 13. Nach Nordland woll'n 
wir fahren. - 14. (Radfahrt ins Baltenland) Das Wetter geht in Prangen. - 
15. (Nord) Ich liebe die nordischen Wälder. - 16. (Lied der Baltischen 
Landwehr, 1919) Auf einsamen Wegen und Stegen. - 17. (Das Lied der 
Baltikumer) Der eine blieb hier und der andere dort. - 18. 1918: Hoch in 
Finnland schmilzt der Schnee. - 19. (Österreichs Reiterei) Drüben am 
Wiesenrand hocken zwei Dohlen. - 20. (Österreichisches Soldatenlied) 
Regiment zieht in das Feld, und ein jeder ist ein Held. - 21. Das 
Mesopotamien-Korps, 1917) Heimwärts nun ziehen wir Orientkrieger. - 22. 
Des Königs (von England) deutsche Legion (1806-14): Hannoversche 
Brüder seins allezeit geehrt. - 23. 1915: Vorn auf der Wacht gehen die 
Gedanken. - 24. 1918: Nun reitet ein jeder der Heimat zu. - 25. 
Wildgänse rauschen durch die Nacht (T: W. Flex). - 26. Nun geht's voran 
in Reih und Glied. - 27. (Das Lied der Rheinländer, 1918) Der Wind weht 
kalt von Osten. - 28. (Oberschlesischer Selbstschutz) Wie der Waldkauz 
lacht im Odertal! - 29. Nach der Schlacht (S. A.): Fester bindet euren 
Helm. - 30. Indianer-Ballade (von indianischen Skouts): Zwei rote Krieger 
stehen am Ufer des Ohio. - 31. Die Nacht ist des Freien Freund. - 32. 
(Lager) Zelte sah ich, Waffen, Fahnen. - 33. 1930: Wir sind des neuen 
Reiches Reiter. - 34. (Straßenlied) Es liegt etwas auf den Straßen im Land 
umher. - 35. (Die endlose Straße) Kommt die Straße denn niemals ans 
Ende. - 36. (Lied der blaugrauen Koppel) Wir kämpften im fahlen 
Morgenlicht. - 37. (Der Freikorpsmann, 1932) Sind wir verfemt in allen 


e 984 





Landen. - 38. Wohlauf, ihr Kameraden all, es geht ins Feld. - 39. In des 

Waldes Nachtquartier, um das Feuer liegen wir. - 40. (Widerstands-Kanon) 

Wer fällt, bleibt liegen, wer weiter kämpft, wird siegen. - 41. (Wir Jungen) 

Ja, wir haben eine braune Tracht, wir Jungen in Hitlers Heere. 
Herausgeber oder Verleger verzichteten - gesetzwidrig - auf 

Nennung der Urheber. 

Sturmlied: Hört ihr das Rauschen? Das ist die See (T: unbekannt). Für 

MCh: H. Heinrichs (1942) [K&S]. 

In: 

Kameraden laßt uns singen (21942). 


Geschichtsfälschung, 1975: 
"(...) ab 1933 Führer des illegalen Widerstandes zwischen Harz und 
Heide" (Jantzen II. S. 71). 


Cranz, Carl 
Liedkomponist im Wk. I. 


Herbstlied 1915: Wir stoßen unsre Schwerter nach Polen tief hinein (T: 
Walter Flex). Kriegslied [Sim]. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Durch Polen möcht ich traben, 
bis mir das Blut erglüht, 
das macht das Gräbergraben, 
das macht die Hände müd". 
In: 
Kriegslieder des deutschen Volkes (1939); Die Wehrmacht singt (1939); 
Volksliedsingen im Schulfunk 23 (Februar 1940). 


Cremer, Ernst 

Köln-Deutz, 14. Januar 1891 - Bad Nauheim, 7. Oktober 1970. 
Sohn eines Sanitätsrats; Dr. med. 1919, dann Schüler u. a. vonH. 
Abendroth, H. Unger und A. von Othegraven, Repetitor und Dirigent, 
zunächst in Plauen, 1925 1. städt. Kapellmeister; 1930-40 GMD am 
Nationaltheater Mannheim, 1941/42-44 Kapellmeister und Musikal. 
Oberleiter des Dt. Theaters Wiesbaden. 1944-45 Oberarzt der Reserve bei 
der Wehrmacht und bis 1946 in Kriegsgefangenschaft. 

Nach 1945 freischaffend als Konzertpianist und Leiter von 
Rundfunkkonzerten; 1948 in Marburg Leiter der Marburger Philharmonie 
und des Männerquartetts Biebrich, ab 1950 auch der Singakademie 
Wetzlar, zeitweise Bundeschorleiter des Hessischen Sängerbundes und 
Mitglied des Musikausschusses. Er erhielt 1966 das Bundesverdienstkreuz 
I. Zuletzt in Bad Nauheim i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 1935-40 Städt. Musikbeauftragter für 


C 985 





Mannheim. 
Information: DML, KDMK, LdCh. 


Creutzburg, Werner 
Berlin-Spandau, 3. Juli 1903 - Oberhausen, 13. November 1985. 

Dirigent in Oldenburg, Hagen und Koblenz, Schüler von Richard Wetz; 
zeitweise in Friedrichroda, Kapellmeister und Musikdirektor - Stand 
1933/34 - am Stadttheater Trier; 1940-44 2. Kapellmeister und 
Solorepetitor am Staatstheater Danzig. 

1945 von der sowj. Besatzungsbehörde nach Sibirien deportiert, bis 
1946 Zwangsarbeiter in einer Nickelmine, dann zunächst wieder in 
Friedrichroda, 1948 am Staatstheater Bremen, 1949-67 in Oberhausen 1. 
Kapellmeister und Studienleiter, zuletzt i. R. in Lütjenburg/ Ostholstein, 
danach wieder in Oberhausen. 
Werke: "Nava", Oper nach der gleichnamigen Novelle von Leopold von 
Wiese (1933 in Arbeit, für kl. Orch mit indianischen Handtrommeln); 
Sinfonie, Hölderlin-Ouvertüre, Serenade (1938) und Holsten-Suite; 
Klavierkompositionen. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 1.849.205. 

Schlageter-Lied, onA, im Juni 1933 aus Friedrichroda dem RMVP 
eingereicht (Quelle: BA R 55/ 1158). 

Schlageter-Sinfonie. Orchesterspiel mit Trauermarsch (UrS: RS 
Frankfurt, 11/111/37). 

Musik zu Shakespeares Sommernachtstraum. Auftrag von Intendant 
Erwin Dieterich, Coburg (Landestheater Coburg, 9/X/35) . 

17. Oktober 1935, Bericht: 

"Zu einer Neuinszenierung von Shakespeares Sommernachtstraum 
kam im Landestheater Koburg die neue Musik von Werner Creutzburg 
(Trier), unter H. F. Nolte zur Uraufführung. Sie beschränkt sich im 
wesentlichen auf eine rein stimmungsmäßige Untermalung einzelner 
Szenen, wobei der Komponist gelegentlich auch vom Melodrama und vom 
schlichten Chorlied Gebrauch macht. Am besten gelungen erschien der 
rhythmisch markante, groteske >Rüpeltanz< und der in elegischer 
Grundstimmung gehaltene graziöse Elfenreigen mit Chor. Die gut 
klingende Instrumentierung verrät den erfahrenen Orchesterkenner" (A. 
W. = Alfred Wang in: "Kölnische Zeitung", Morgenblatt, 17/X/35). 
Musik zum Hörspiel Trier - Grenzlandnot und Grenzlandschicksal von 
K. Seekatz (RS Frankfurt, 7/V1/39). 

Musik zur Tragödie Heinrich von Plauen von Friedrich Bethge 
(Staatstheater Danzig, 24/111/42). 
Information: FA (mit unrichtigem Namen Creutzberg), LdCh. 


C 986 





Croner, Helene 
Berlin, 27. Februar 1885 - KZ Auschwitz, verschollen nach NS-Aktion. 
Geigerin in Berlin. 
Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jüdin denunziert. 
Während des Krieges zwecks "Endlösung der Judenfrage" am 28/VI/ 
43 nach Auschwitz deportiert. 


Crüger, Johann 
1598 - 1662 


Vgl. Morgensonne lächelt auf mein Land. 
Ich singe dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust (T: Paul 
Gerhardt) (1647). 
In: 
DSB, Singendes Volk 4 (1934); Lieder für Alle 22 (1935); Evangelisches 
Feldgesangbuch (1939, 1940). 
Lobet den Herren alle, die ihn ehren (T: P. Gerhardt). Geistliches Lied 
(1653). 
In: 
NSLB, Unser Lied 2 (21935); Von deutschem Glauben (31939). 
Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide (T. Johann Franck, 
1618-1677). Kirchenlied (1653). 
In: 
Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940). 
Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen (Choral von 
Leuthen) (T: Martin Rinckart, "Herz-) esu-Büchlein", 1636). Danklied, aus: 
"Praxis pietas melica" (1647). Gesungen vom Heer Friedrichs des Großen 
am Abend der Schlacht bei Leuthen, 15. Dezember 1757. 
In: 
Unter Hitlers Fahnen (1932; nur T, 0onA); Wir wollen singen (1933); 
Deutsche Musiksammlung (1933); Volk singt (1934); Liederbuch der SA- 
Marine (1934; nur T, von "M. Rückert, 1694"); Einig Volk/ Einig Sang 
(1934); Deutsches Marine-Liederbuch (1935; nur T, 0nA); Vorwärts! 
Vorwärts... (1935; Melodie onA); Soldaten singen (1936; Melodie onA); 
Deutschland im Lied (1936); Deutsches Blasmusikalbum (1938); Von 
deutschem Glauben (31939); Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940; 
Text onA); Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940; onA). 
Morgenlied christlicher Soldaten: In dieser Morgenstunde eröffne 
dich, mein Mund (T: Johann Georg Albinus, 1676). 
Textprobe (3. Strophe): 

"Der Teufel schlummert nimmer, 

er wachet allezeit, 

macht alle Sachen schlimmer 

durch alten Haß und Neid. 

Wann es nach seinem Willen 

ergangen diese Nacht, 

wie hätt er sollen brüllen! 





Er hätt uns umgebracht". 

In: 

Kämpfende Mannschaft (1934; Fassung: E. Sommer). 

Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel 
singen (T: Paul Gerhardt). Bearbeitung einer älteren Kirchenmelodie, auch 
Satz (1653). 

In: 

Wir wollen singen (1933); DSB, Singendes Volk 7 (1934); Lobeda- 
Singebuch 1 (1936); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); 
Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940). 


Crusius, Otto 
Tübingen, 1. April 1892 - München, 19. Dezember 1965. 
Sohn eines Philologie-Professors und Geheimrats; Schüler von W. 
Courvoisier und H. W. von Waltershausen, Privatmusiklehrer, Komponist in 
München, ab 1940 hier Musikerzieher an einer Mädchenoberschule. 

Nach 1945 weiterhin Musikpädagoge in München, zuletzt i. R. 
Werke: u. a. Schauspielmusiken und rund 200 Lieder; Sinfonie für gr. 
Orch (1941); Klaviersonatine (1926, atonal); Chorwerke, so "Lobgesang 
des Franziskus" für MCh, StreichOrch und Orgel; Lieder, so Kriegslieder 
auf Texte von Isolde Kurz. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Nun geht's voran in Reih und Glied, wir singen uns ein Wanderlied 
(eigener T). Kriegslied (1914; RS Breslau/ RSdg "Das Antlitz der 
kämpfenden Mannschaft", *9/X1/36 ) [B&Hl. 
Im NS-Staat wegen der Aktualität wiederverwendet, teilweise mit 
Textveränderungen 
Textprobe (3. Strophe): 

"Es klingt die Sense durch das Korn, 

wo mäht sie, hinten oder vorn? 

Kehr dich nicht dran, Reservemann, 

wie's Gott gefällt, so kommt man dran, 

einer oder der andre". 

In: 
Das Soldatenlied (1932); Die Fahne hoch! (1933); Stimmt an! (1934); 
Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Folget der Fahne und dem Führer 
(1934); 50 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934); 100 
ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934); Soldatenlieder (1934); 
Deutsche Lieder für die Jugend (21935); Was Deutschland singt (1936); 
RJF, Junge Gefolgschaft 3 (1938); Singend marschieren wir (1938); 
Marschierende Jugend (21938); Liederbuch der Luftwaffe (1939); Im 
gleichen Schritt und Tritt (1941). 
Tod ist ein selig Ding (T: A. Silesius). Geistl. Lied. 
In: 
Lobeda-Singebuch 2 (1933). 
Kein Rätsel ist so groß. Chor zum *9. November für 4 gemischte 


C 988 





Stimmen. 

In: 

Der junge Chor 4 (1940). 
9. Juni 1941: 

Im 1. Orchesterkonzert der Süddeutschen Tonkünstlerwoche bietet 
das NSRSO die Sinfonie "F.C.D." Op. 36 von Crusius. 
9. Juli 1943: 

Die Münchener Philharmoniker, Dgt. A. Mennerich, bieten zu den 
Münchener Musiktagen 1943 von Crusius die "Triptychon"-Kantate für 
Frauenstimme und Orch (UA); Solistin: Paula Rock (Mezzo-S). 

Information: DNML, DML, FA, KDMK, MGG, LdCh. 


Cube, Felix-Eberhard von 

Hannover, 27. Januar 1903 - Hamburg, 12. März 1988. 
Sohn eines Architekten und Archäologen; Schüler u. a. von H. Zilcher, S. 
von Hausegger und in Wien von H. Schenker. Komponist und 
Musikpädagoge, seit 1931 in Hamburg; er begründete die Heinrich- 
Schenker-Akademie mit Institut für Musiklehrerfortbildung, die unter 
kulturpolit. Druck 1933 schloß. Wegen "nichtarischer" Abstammung 
zeitweise mit Sondergenehmigung des Ministers tätig. 1941-45 zur 
Wehrmacht eingezogen. 

1947 begründete und führte er die Heinrich-Schenker-Akademie von 
neuem. Später eine Zeit lang Lektor und Archivar beim NDR, 1961-71 
Dozent an der Musikhochschule Hamburg, dann i. R. 

Werke: u. a. Streichquartett Es Op. 5 (1939; u. a. Hamburg, 1943); 
Rondo-Burleske für Klavier und Orch Op. 9 (1939); Violinsonate (1939); 
Konzert für 2 Klaviere und Orch Op. 16 (1949); Konzert für 
Orchesterinstrumente im neuen Stil Op. 19 (1951); "Eine deutsche 
Chorsymphonie" H-moll für Solostimmen, Ensembles, Chöre und Orch Op. 
24 (1981); Solokantate nach J eremias für Mezzosopran und Orgel Op. 26. 


Rückblick, 1964: 

"Im Übrigen habe ich seinerzeit von keiner Stelle ein 
schriftliches Verbot bekommen, es genügte vollauf, daß meine Studenten 
nach und nach wegliefen. Erst nach der Verkündung der Nürnberger 
Gesetze mußte ich den Weg zur Öffentlichen Fürsorge antreten. Um den 
Krieg als Infanterist mitzumachen, war ich dann wieder arisch genug. Aber 
erst 1947 durfte ich meine Schule wiedereröffnen. Die Hamburger 
Schulbehörde hatte erst nachgefragt, ob meine Schule nicht eine 
Konkurrenz für die Staatliche Hochschule darstellen würde. 

Heute habe ich auch noch genug Schwierigkeiten: Ganz genau 
dieselben Leute, die vorher zu 99% eifrige >Karteigenossen< waren, sind 
heute - nach einer Schwenkung um 180° - ebenso eifrige Proselyten des 
widernatürlichsten Blödsinns, der heute mit der edlen Musik getrieben 
wird. Ich habe in meinem Archiv die Beweise, daß Leute wie Strobel, 
Oehlmann, Wörner, Steinecke, Fortner, Zillig, Markhl, ja sogar Adorno, in 
N.S.-Zeitschriften die Kunstziele der NSDAP verherrlicht haben, Büchtger, 


C 989 





getreuer Gefolgsmann der N.S.-Gilde, ist heute Präsident der >jeunesse 
musicale<, die vorbenannten zumeist, wie auch Stuckenschmidt, in 
Schlüsselpositionen bei der Tages- und Fachpresse, meist bei Universal- 
Edition - Schottpresse. Das ist kein >pater peccavi<, sondern gemeine 
Gesinnungslumperei!" (Felix-Eberhard von Cube an Fred K. Prieberg, 
7/VIII/64). 

Der Kulturkritiker hätte sorgfältig sortieren sollen; Adorno war 
"Nichtarier", Strobel hatte eine jüdische Frau und Stuckenschmidt galt als 
ideologischer Feind und hatte Publikationsverbot, durchweg hinreichende 
Motivation für politisches Wohlverhalten. 

Statt dessen schloß sich von Cube nach 1945 der mit bekanntem 
rechten Gedankengut werbenden "Europäischen Arbeiterpartei" an und 
ließ seinen Künstlerruf von ihr ausbeuten. 

Information: KDMK, FA2, RMLE. 





Cuje, Fritz 
Wetzlar, 10. März 1903 - Eschborn am Taunus, 30. November 1986. 

Dirigent, zunächst - Stand 1930 - in Wetzlar; Stand 1932: Repetitor in 
Würzburg, 1933 Kapellmeister am Stadttheater Gießen und zugleich im 
Sommerengagement am Kleinen Haus des Hessischen Landestheaters 
Darmstadt, wo sein Orchester aus Musikern der SA-Standartenkapelle 115 
bestand. 1936 ohne Engagement, 1937 freier Mitarbeiter beim RS 
Frankfurt, hier zugleich musikal. Leiter des Rhein-Mainischen 
Landesorchesters. Im Kriege mit dem Orchester zur Wehrbetreuung 
eingesetzt. 

Nach 1945 weiterhin in Frankfurt, 1958 in Wetzlar, zuletzt ab 
26/V111/85 in Eschborn. 


NSDAP seit 1/X/30, Nr. 319.808. 1933 Leiter der Geschäftsstelle des 
Stützpunkts, dann der Ortsgruppe Gießen des KfdK. 1937 Musikinspizient 
der NSDAP Gau Hessen-Nassau, Frankfurt a. M. 

*20. April 1938: 

Ein Werkkonzert des Rhein-Mainischen LandesOrch in der Firma 
Voigt & Haeffner AG in Frankfurt zum Geburtstag Hitlers, Dgt. Cuje, bietet 
Werke von Rossini, Brahms, Richard Strauss, Heuberger und Johann 
Strauß. 

August und September 1940, Gastspiele: 

"Das Rhein-Mainische Landesorchester hat sich in den 
letztvergangenen Jahren durch immer grössere Leistungen den Weg in die 
vorderste Front des deutschen Kulturschaffens erkämpft. Unter der 
Leitung seines zielbewussten Dirigenten, des Gaumusikinspizienten Fritz 
Cuje, ist es vor allem durch einen aussergewöhnlichen Fleiss bei der 
Neueinstudierung weniger bekannter Werke aller Zeiten und Völker 
bekanntgeworden. 

Eine Reise im Dienst der Verwundetenbetreuung der NSG >Kraft 
durch Freude< führte sechseinhalb Wochen lang das Orchester und seinen 
Dirigenten an den Atlantischen Ozean. Biarritz wurde als Standquartier 


C 990 





gewählt, in Bayonne begann die Kunstreise mit dem ersten Konzert im 
Freien. Deutsche Soldaten und Verwundete in den Städten Bordeaux, 
Anday, Orthez und Cambo, in La Rochelle, Orl&ans und Evreux empfingen 
mit Begeisterung und Dankbarkeit die Gaben grosser deutscher 
Musikkultur. Auch Spanien wurde besucht, und in San Sebastian erklangen 
nachts zwölf Uhr deutscher Zeit im Theater Werke deutscher Meister; in 
Bordeaux zog Kapellmeister Fritz Cuj& das französische Theaterorchester 
zur Mitarbeit, die reibungslos und erfolgreich verlief, heran, und eine junge 
französische Pianistin spielte mit dem deutschen Orchester das Es-dur- 
Konzert von Liszt" (Dr. W. Hendel: In Bayonne begann die Kunstreise. 
"Deutsche Zeitung in den Niederlanden" Nr. 114, 26/1X/40). 


Cunz, Rolf (Johann Konrad) 
Hanau, 20. Juni 1890 - ? 

Sohn eines Fabrikanten; Schriftsteller und Musikschriftsteller, Lektor für 
Stilbildung und Kunstkritik, 1922-26 in Essen, Stand 1930: in Burg auf 
Fehmarn Kurdirektor und Intendant der künstler. Veranstaltungen des 
Ostseebades, Leiter der Tanzspiele auf Fehmarn. Stand 1933: 
Chefredakteur der Monatszeitschrift "Die schöne Frau" in Vigonello bei 
Lugano/ Tessin, im Oktober 1934 in Stuttgart, ab September 1935 in 
Berlin-Charlottenburg, Kaiserdamm 25 (1939), Pressechef bei der 
Reichssendeleitung und verantw. Schriftleiter der Presse-Mitteilungen der 
RRG. 1942 in Berlin-Grunewald, Winklerstr. 18. 
Werke: Hgb. u. a. der Zeitschrift "Hellweg" und des "Deutschen 
Musikjahrbuchs" (1. Band 1923/24, 2. und 3. Band 1925/26, 4. Band 
1927/28); Dichtungen und Romane 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 1.815.988. Referent im RMVP, Abt. 
Zeitschriftenpresse, ferner seit J uli 1936 Referent für Tanz beim 
Reichsdramaturgen (RMVP) und bis 1937/38 Leiter der Dt. Meisterstätten 
für Tanz e. V. und der Dt. Tanzgemeinschaft e. V., beides korporative 
Mitglieder bzw. Einrichtungen im Geschäftsbereich der RMK. 

Deutsches Musikjahrbuch 1937. Hgb.: Rolf Cunz (Berlin, 1937). 

Aus der Vorbemerkung des Herausgebers: 

"im Jahre 1922 begründete ich das >Deutsche Musikjahrbuch<, 
dem in den Jahren darauf gegen allen marxistischen Internationalismus 
mehrere Kampfbände folgten, bis die Indolenz irrgeleiteter 
Käuferschichten dem praktischen Endzweck entgegenlief. Ich fand unter 
den getreuen Vorkämpfern deutschen Blutes, die für eine klare und 
reinliche Scheidung in der Musik der Weltnationen schon damals ihr 
ganzes Sinnen und Trachten eingesetzt hatten, einen Mitarbeiterstab 
schlagfertiger Männer, denen unser entschlossenes Beginnen in treuer 
geistiger Waffenbrüderschaft das Herz höher schlagen ließ. Darum ist uns 
auch heute - weit über jedes formale Urheberrecht hinaus - die 
Neuherausgabe unseres >Deutschen Musikjahrbuches< freimütige 
Herzenssache. Die Berechtigung dazu liegt so tief im Wollen und Wirken 
der ersten Wegbereiter deutscher Musikbesinnung begründet, daß es 


C 99] 





keiner Rechtfertigung mehr durch eine lange Vorrede des Herausgebers 
bedarf. 

(...) sowie überhaupt der geschlossenen Phalanx hinzugekommener 
berufener Männer der Praxis ebenfalls kameradschaftlichen Dank für die 
Teilnahme an der Wiedererweckung dieser J ahresveröffentlichung, die 
heute im Zeichen des nationalsozialistischen Aufbaus eine durchweg 
beglückende Aufgabe als volkstümlicher Mittler zwischen Schaffenden, 
Nachschaffenden und Empfangenden zu erfüllen hat" (S. 4). 

Deutsche Musikbühne am Scheideweg ("Deutsches Musikjahrbuch" 
1937. S. 19-30). 
Zitat: 

"Unser Führer hat dem Genius Wagner in seinem >Kampf< den 
rechten Platz angewiesen, als er ihn ein für allemal einen Erneuerer der 
deutschen Seele nannte, dem dereinst das Herz des gesamten Volkes 
gehören wird. 

(...) Es gab nach dem Weltkrieg noch einmal eine Zeit, wo die 
Inflation in der Kunst und Musik zu einer bolschewistischen 
Revolutionierung des deutschen Musikdramas führte, in dem einerseits ein 
weichlich-qualliger Misch-Masch wie die Kontrapunktion Schrekers, 
andererseits eine freche gemütlose Fratzenschneiderei nach den Rezepten 
Kreneks, Hindemiths und Weills ihre kurzatmigen Triumpfe feierten. Aber 
dies blutrünstige Schreckens-Interregnum ist glücklich überwunden und 
wird - so hofft jeder gesund und stark empfindende Kunstfreund - nie 
wiederkehren" (S. 24, 27. Fehler im Original). 

Information: DML, FA (ohne aktuellen Wirkungsort). Das "Deutsche 
Literaturlexikon "(Wilhelm Kosch, 3. Auflage) enthält keine Angabe zum 
Ableben und Biographisches nur bis 1933. Laut Standesamt Hanau, 
(11/XII/97), gez. Noack, war Rolf Cunz in dessen Büchern nicht zu 
finden; erneute Anfrage mit mehr familiengeschichtlicher Information 
ergab (9/XII/99) nichts. Das Ortsbuch der BRD (1999) kennt kein zweites 
Hanau. Weder im Bestand des DRA Potsdam-Babelsberg noch des DRA 
Frankfurt/M. (30/1/03) ist Cunz vorhanden. Das Landesarchiv Berlin 
(9/IV/03) benötigte zehneinhalb Monate für die Feststellung, man habe 
nichts über Cunz. Das Landeseinwohneramt Berlin (7/VIII/03) erklärt nur, 
Cunz sei bis zu einem nicht mehr feststellbaren Zeitpunkt nach 4/IV/38 in 
Berlin-Grunewald, Wallotstr. 7, gemeldet gewesen. 

Information: Die WASt (26/V/04) hat keine Meldung. Verbleib 
unbekannt. 


Curschmann, Karl Friedrich 
1804 - 1841 


Der lustige Wandersmann, und hab ich auch kein Geld (T: Fr. Förster). 
In: 


Und wenn wir marschieren (31937). 


C 992 





Curth, Gustav 


Dirigent und Komponist, Kgl. Musikdirektor in Leipzig; Stand 1933: Leiter 
eines eigenen Klangkörpers - des Argr&-Orchesters - in Leipzig. 

Werke: u. a. Couplets, Märsche, so "Unser Straßburg"; "Altdeutsche 
Tanzliedchen" für Instrumente (alle zwischen 1904 und 1908); 
Charakterstück "Teddy geht spazieren". 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Deutscher Kriegermarsch (Mirag, 17/VI11/33). 
Unser Kanzler 1933. Marsch (Mirag, 17/VI11/33). 
Oberst-Hummitzsch-Marsch = Regimentsmarsch des Kgl. Sächsischen 
Landwehr-IR 133 (Mirag, 17/VI11/33; DtldS, 5/VII1/39) [B&T]. 
Die Leibstandarte. Marsch (RS Leipzig, 29/X11/37). 

Information: Kein Eintrag mehr im DMK 1942. 


Curti, Franz 
1854 - 1898 


Morgendämmerung: Die Nacht liegt ausgebreitet, erquickt die Erde 
ruht (T: Martin Greif) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest 
des DSB). 


Cyganek, Peter 
Kapellmeister in Beuthen, MZF der SA-Standarte 156. 


30. Juli 1933: 

Ein Mittagskonzert des MZ der SA-Standarte 156 Beuthen, Dot. 
Cyganek, bietet: 1. Scherzer: Bayerischer Avanciermarsch. - 2. Gomez: 
Ouvertüre zur Oper "Il Guarany". - 3. Kockert: "Ein Morgen in Sanssouci", 
Tongemälde. - 4. J. Strauß: "Künstlerleben", Walzer. - 5. Zeller: Potpourri 
aus der Operette "Der Vogelhändler". - 6. Friedemann: "Slawische 
Rhapsodie". - 7. Translateur: "Was Blumen träumen". - 8. Hildach: "Der 
Lenz", Lied für Trompete. - 9. Komzäk: "Münchener Kindl", Walzer. - 10. 
Morena: "Sonne über Deutschland", Potpourri (Schles. FSt., 30/V11/33). 

Zu der Zeit hörte man jüdische Werke selbst noch in Programmen 
von NS-Organisationen. 


Czajanek, Viktor Clariß 
Mistek/ Mähren (Österreich), 21. Juli 1876 - Frohnleiten/ Steiermark 
(A), 25. September 1952. 
Schüler von Leos Janäcek, Komponist und Chordirigent in Bielitz; Stand 
1932: Bundeschormeister des Ostschlesischen Sängerbundes, Dirigent des 
kath. Kirchenmusikvereins und des MGV Biala (Bielitz), hier Organist der 


C 993 





kath. Stadtpfarrkirche, ferner Musikreferent des "Oberschlesischen 
Kurier", Kattowitz; später Lehrer an der Städt. Musikschule für Jugend und 
Volk in Bielitz. 

1945 von den polnischen Behörden "ausgesiedelt" und dann in 
Frohnleiten ansässig, seit 1947 Leiter der neubegründeten 
Bezirksmusikschule. 

Werke: u. a. Messen und Männerchöre. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP oder NSLB. 
16. Oktober 1934: 

"In meine Freude, dass ich in dem Komponisten Czajanek einen 
begabten arischen Operettenverfasser entdecken durfte, ist ein 
Wermutstropfen gefallen, dadurch, dass die arisch klingenden Namen der 
Librettisten Pseudonyme sind, hinter denen sich die zwei ziemlich üblen 
Wiener Juden Frieser und Dr. Beer verbergen. Unter diesen Umständen 
habe ich meine sehr freundliche Einstellung bis zum Grade der 
Zurückhaltung zurückgedämmt, und ich glaubte, Ihnen davon zu 
Informationszwecken Kenntnis geben zu müssen" (RMVP, Dr. Schlösser, an 
Reichssendeleitung, Dr. Karl Ludwig Mayer, 16/X/34. Quelle: BAR 55/ 
20170. Blatt 260). 

Dr. Beer = Rudolf Beer, Theaterdirektor in Wien (1888-1938), ging 
nach Annektion Österreichs durch Hitler freiwillig in den Tod. 

Jung und froh (T: Otto Saure). MCh a cappella (1936) [H]. 
Lied der J ugend: Ich trage dich, mein Volk (Karl Herma), für Astimm. 
MCh (1939; Sender Danzig, 24/V1/39) [B&S]. 

Information: FA (ohne Geburtsdatum), LdCh. 


Czapka, Victor 
Podersam/ Sudetenland, 2. April 1901 - ? 
Musiker, zunächst - Stand 1938 - in Podersam, dann Pianist am RS 
Böhmen in Reichenberg, Klavierlehrer und - Stand 1942 - stellv. Leiter der 
Dt. Musikschule der Hauptstadt Prag. 


NSDAP seit 1/X1/38, Nr. 6.714.007, auf Antrag vom 25/1/39. 
Sudetendeutscher Marsch (u. a. Halle, 21/X/36, Wehrmachtkonzert für 
den VDA, MK der FIHKdtr Halle, StMM Steuer; RS Frankfurt, 7/X1/37; RS 
München, 15/V1/38). 
Der Titel feiert das nächste Ziel von Hitlers Expansionspolitik 
Information: Keine weitere Nachricht; Prag gehört seither wieder zur 
Tschechoslowakei bzw. Tschechien. 


Czernik, Willy 
Dresden, 24. Februar 1904 - Offenbach am Main, 6. Januar 1996. 
Orchesterdirigent, Schüler von Kurt Striegler; bis 1933/34 1. 
Kapellmeister am Landestheater Braunschweig, 1934 in Würzburg, 1935 
ohne Engagement, 1937-44 1. Kapellmeister an der Staatsoper Dresden. 


C 994 





Nach 1945 in Bamberg, auf der "Grauen Liste" der US- 
Militärregierung. 1946/47 beim Aufbau der Bamberger Sinfoniker 
engagiert, ab 1948 Musikal. Oberleiter in Gießen, 1956-59 Städt. 
Musikdirektor in Wiesbaden. Dann freischaffend in Oberrod bei Königstein 
im Taunus, seit 9/11/71 in Mühlheim-Lämmerspiel am Main, zuletzt in 
Offenbach 
Werke: u. a. "Die schöne Carlotti", Operette (Prag, 1943), Singspiele 
"Die Winzerkönigin" (Fürth, 1936) und "Christwunder" (1938); "Ein 
Künstlerfest", Ouvertüre (1937); sinfonische Dichtung "Rübezahl" (1943); 
Orchestersuiten "Lebensgeister" (1937), "Großstadt bei Nacht" (1939), 
"Spuk im Schloß" (1941); Tanzrhapsodie (1940); Salonlieder, Chöre, 
Charakterstücke und Konzertwalzer. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.801.058. 
Am Koblenzer Eck (T: Georg Mielke). Lied für Tenor (SWF, 7/V11/33, von 
Schallplatte). 
Deutsche Arbeit. Chorwerk, 1934 im Preisausschreiben der DAF 
ausgezeichnet. 
*21. April 1937: 

Das 6. Städtische Konzert in Krefeld, Dgt. W. Czernik a. G., bietet: 
1. K. Höller: Sinfonie-Fantasie. - 2. J. Brahms: Klavierkonzert B-dur. -3. A. 
Bruckner: 8. Sinfonie. Solist: Willy Hülser (Klavier). 
Großdeutschland. Marsch (Bad Orb, 1938). 


Rückblick, 1963: 

"Ende 1934 fand die Uraufführung meiner Opt. >Die Wette ums 
Glück< im Braunschweigischen Landestheater statt. 

(...) Aufgrund des amerikanischen Milieus der Opt. und der >nicht 
mehr zeitgemäßen< Jazzrhythmen ertönten in einer Aufführung plötzlich 
von Seiten der SA oder SS (dies war nicht festzustellen) schrille Pfiffe, 
welche sich an fragwürdigen Stellen immer wiederholten. Das Stück wurde 
abgesetzt. Es wurde mir übel angekreidet, daß ich mir ein solches 
Textbuch ausgesucht hatte! Hinzu kam folgende Situation: Der Intendant 
befahl auf der Bühne mit dem Hitlergruß zu danken. Ich verweigerte diese 
für mich abwegige Dankesbezeugung vor dem applaudierenden Publikum, 
da dieser Gruß für meine Begriffe die Begeisterung der Theaterbesucher 
beträchtlich mindern mußte! 3 Tage vor dem Weihnachtsfest erhielt ich 
meine Entlassung! "(Willy Czernik an Fred K. Prieberg, 4/1X/63). 

Information: FA (Geburtsjahr: 1901), KDMK (Die oben genannten 
Titel fehlen im Werkverzeichnis), RMLE, LdBl (Geburtsjahr: 1901). 


Czernoch, Franz 


Privatmusikerzieher in Wien XVIll, Währiger Str. 83 (1942), Professor, 
Lehrer für Violine, Klavier, Orgel und Gesang. 


Leier und Schwert. Marsch (RS Böhmen, 1/11/41). 


C 995 





Czikeli, Michael 


Sachs, halte Wacht! Die Väter sie haben gerungen (T: Josef Groß). 
Trutzlied für Siebenbürgen. Zuerst in: Egon Hajek (Hgb.), 
"Siebenbürgisch-sächsische Heimat- und Volkslieder" (1929). 
Textprobe (3. Strophe): 

"Sachs, halte Wacht! 

Will man deine Ehre dir rauben, 

die Sprache, die Sitte, den Glauben, 

dann reiße das Schwert heraus, 

dann rücke zum Kampfe heraus. 

Sachs, halte Wacht!" 
In: 
Deutsche Feierklänge (1935; mit entschärfter Strophe 3); Lieder für 
Schulfeiern 11 (1936); Volksliedsingen im Schulfunk 2 (18. März 1937; 
onA); Lied über Deutschland (1937; onA); RJF, Wir Mädel singen (1937, 
21938); Marschierende Jugend (21938; onA); Unsere Lieder (71938); RJF, 
Liederblatt der HJ 74 (1938; onA); RJF, Musikblätter der HJ) 74 (1938); 
Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Volksliedsingen im Schulfunk 24 
(Februar 1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); RJF, Unser Liederbuch 
(61941); Das Orgelbuch (1943); Lieder unseres Volkes (1943). 

Information: Der Name ist manchmal zu "Zikeli" eingedeutscht. 


Czoska, Paul 
Danzig, 26. Januar 1877 - Danzig, (?) 1936. 
Kapellmeister in Danzig; Stand 1933: Leiter des Orchesters des 
Landesarbeitsamts. Vorübergehend in Königsberg. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.232.790. Leiter der NSBO-Kapelle Königsberg, 
dann MZF der SA-Standarte 128 Danzig. 

Deutschlands Wacht. Marsch (Orag, 30/1V/33). 

20. August 1933: 

Das Orch des Landesarbeitsamts Danzig, Dgt. Czoska, bietet den 
Marsch "Startbereit" von G. Wendel (Orag, 20/V111/33). 
Albert-Forster-Marsch (Orag, 17/1X/33). 

Der Titel feiert Albert Forster (1902-1952), Bankbeamter, 1930 
Gauleiter des Gaues Danzig, ab 23/VIII/39 Staatsoberhaupt der "Freien 
Stadt Danzig", die am 1. September dem Reich zufiel, seit 26. Oktober 
Reichsstatthalter des Gaues Danzig-Westpreußen. Von einem poln. 
Tribunal wegen Kriegsverbrechen 1948 in Gdansk zum Tode verurteilt. 


CzwoydZinski, Willi 
Deutz, 17. Mai 1887 - Köln, 3. Mai 1953. 
Dr. jur. und zunächst Jurist, dann Schüler von A. Thelen, Kapellmeister, 
Chorleiter und Komponist in Köln. Stand 1932: Dirigent des Kölner 
Tonkünstlerorchesters. Musikalischer Leiter des Westdeutschen 


C 996 





Vokalquartetts "Die Rheintrillers", 1936 des Stollwerckschen Männerchors 
"Theobromina" und anderer Chöre der Region. 

Nach 1945 in Blankenberg an der Sieg, zuletzt wieder in Köln. 
Werke: z. B. "An die Freude", Kantate für Tenor, gemCh und Orch 
(1934). 


NSDAP durch Erklärung zum 1/V/33, Nr. 2.048.703, zum 1/V/37, Nr. 
4.987.645; er wurde jedoch stets abgelehnt, da er den politischen 
Anforderungen nicht genüge. Leiter des SinfonieOrchs "Horst Wessel" der 
NSDAP Köln; Kreischorleiter des DSB. 

1938: 

CzwoydZinski bietet in Köln bei der Kulturkundgebung der 
Gaukulturwoche Köln-Aachen1938 die Festaufführung von Franz Philipps 
"Wenn die Fahnen und Standarten". 

1939: 

Eine Musikal. Feierstunde des Kölner Sängerkreises, Dgt. 
CzwoydZinski, bietet den Chorzyklus "Deutschland, das neue große Reich" 
von A. Thelen (UA). 

Licht muß wieder werden (T: H. Claudius). MCh. 
Information: KDMK, LdCh. 


Däbber, Walter siehe: Walter Carlos 


Da draußen auf dem Schießstand, da steht ein Schilderhaus, da 
stand ich einst auf Posten. Reservistenlied, zur Melodie "Bei Sedan auf den 
Höhen". 

In: 
Soldatenlieder (1934; nur T). 


Da droben auf jenem Berge, da steh ich tausendmal an meinem 
Stabe gebogen (T: Goethe). Volkslied, auch von Schubert vertont. Titel: 
Schäfers Klage. 

In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); NSLB, Unser Lied 2 
(21935). 


Da droben auf jenem Berge, da steht ein goldnes Haus 
(Abschied) (T: nach "Des Knaben Wunderhorn", 1806). Liebeslied, aus: 
Groos und Klein, "Deutsche Lieder für Jung und Alt" (1818). Auch in: "Der 
Zupfgeigenhansl" (111915). 

In: 

Deutsche Volks- und Kampflieder für die HJ und das J ungvolk (1933); 
Liederblatt der HJ) 4 (1935); RJF, Singkamerad (31935, 81937); NSLB, 
Unser Lied 2 (21935); Lieder für die Landjugend 1 (1936); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938); Unsere Lieder (71938); Deutsche Musik B (1941; 
"Volkslied 1789", Variante: "hohes Haus"); Lied über Deutschland (?1941; 
"Aus Westfalen"); Lieder unseres Volkes (1943). 


Da droben vor meines Vaters Haus, da steht eine goldne Linde. 
Volkslied. 
In: 
Deutsche Jugend heraus! (Kassel, 1933; Variante: "uralte Linde"); Lied 
über Deutschland (?1941). 


Da drunten im Tale, da fließt ein Bächlein so klar und so süß. 
Soldatenlied. 
Vgl. Do dronta em Täle. 
In: 
Liederbuch der Luftwaffe (1939, 1940); Das neue Soldaten-Liederbuch 2 
(1939); Das zweite neue Soldaten-Liederbuch (1940). 


D 998 





Da drunt im schönen Ungarland. Lied, onA. 
In: 
Niederdeutschland (1936). 


DAF (Deutsche Arbeitsfront) (als Herausgeber) 


Singendes Volk. Liederblätter für offene Singstunden. Hgb.: NSDAP, 
Deutsche Arbeitsfront, Gau Wien, Abt. Propaganda, in Verbindung mit der 
NS-Gesellschaft "Kraft durch Freude", Amt Feierabend - Volkstum und 
Brauchtum. Für den Inhalt verantwortlich: Oskar Fitz; ab Januar 1942 
zusammen mit Franz Vogl (Nr. 1-15/16, 1941-43) [UE]. 

Nr. 1. Sommerfest. 
1. Melodie von 1578: Uns ward das Los gegeben. - 2. Zahn, 1797: 
Wohlauf, Kameraden. - 3. volkstüml. Kanon: Trara, das tönt wie 
J agdgesang. - 4. 18. Jh: Der Jäger aus Kurpfalz. - 5. Nägeli, 1793: Freut 
euch des Lebens. 

Nr. 2. 
6. Heyden: Die Welt gehört den Führenden. - 7. Wer jetzig Zeiten leben 
will. - 8. Seifert: Grüßet die Fahnen, grüßet die Zeichen. - 9. Heyden: Wir 
tragen und bauen das Reich. Kanon. - 10. Wir Werkleute all. Kanon. - 11. 
Lahusen: Lever dod as Slav. Kanon. 

Nr. 3. (Oktober 1941). 
12. Spitta: Wir gehen als Pflüger durch unsere Zeit. - 13. Micheelsen: 
Erde, die uns dies gebracht. Kanon. - 14. Kremser: Nun wird zu eng das 
weite Land. - 15. Volkslied: Es blies ein Jäger wohl in sein Horn. - 16. 
Volkslied: Auf, auf zum fröhlichen Jagen. 

Nr. 4. Totengedenken (November 1941). 
17. Altendorf: Der Himmel grau und die Erde braun. - 18. Baumann: An 
euch rührt kein Feiger. Kanon. - 19. Spitta: Der Führer hat gerufen . - Tag 
der deutschen Hausmusik. 20. Gneist: Zuvor, so laßt uns grüßen. - 21. 
Gneist: Laßt euch Zeit, net gar so hastig singen. Kanon. - 22. 
volkstümlich: Die Musici. 

Nr. 5. Wintersonnenwende (Dezember 1941). 
23. Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne. - 24. von Knorr: Licht muß 
wieder werden. - 25. Lahusen: Trotz Teufel und Tod. Kanon. - 26. 
Lahusen: Gott heißt das große Wort. Doppelkanon. - Weihnachtszeit. 27. 
Nowottny: In dunkler Stunde, still und spät. - 28. Nowottny: Warm und 
heimlich blühn die Lichter. Kanon. - 29. 14. bis 16. Jh: So kommt zur 
Wiege heut. - 30. Westfälisch: O Tannenbaum, o Tannenbaum, du trägst 
ein grünen Zweig. 

Nr. 6. Neujahr (Januar 1942). 
31. nach einem alten Neujahrsruf aus dem Burgenlande: Gar fröhlich zu 
singen (T: F. Jöde). - 32. Heyden: Neues Jahr sei uns das Tor. Kanon. - 33. 
Volkslied aus Niederdonau: Wia lustig is' in' Winter. - Zum 30. Januar. 34. 
Seifert: Grüßet die Fahnen. Kanon. - 35. Walther, 1561: Wach auf, du 
deutsches Land. - 36. Altendorf: Ein junges Volk steht auf. 


D 999 





Nr. 7 (Februar 1942). 
37. Jentsch: Wenn die Stürme Leben wecken. - Zur Fasnacht. 38. altfrz., 
13. Jh: Kommt und laßt uns tanzen (T: F. Jöde). - 39. Volkslied aus 
Westfalen und Hessen: Ein Jäger längs dem Weiher ging. - 40. Volkslied 
aus Wien: Nein, aber nein! - 41. Salieri: Dieses sind Kanons zum Scherzen 
und Lachen. Kanon. - 42. Lahusen: Mit Mädeln sich vertragen. Kanon. - 
43. Schlesisch: Und in dem Schneegebirge. 

Nr. 8. Vorfrühling (März 1942). 
44. Spitta: Nichts kann uns rauben. - 45. Spitta: Fangt an! Kanon. - 46. 
Volkslied aus Nordmähren: Im Märzen der Bauer. - 47. Volkslied, 18. Jh: 
Der Jäger aus Kurpfalz. - 48. Rudolf: Schwinge, Hammer, schwinge. 

Nr. 9. Zum Tag des Führers (April 1942). 
49. Blumensaat: Deutschland, heiliges Wort . - 50. Heyden: Wir tragen 
und bauen das Reich. - 51. Wagner, Chor aus "Die Meistersinger von 
Nürnberg": Wach auf! - 52. Blumensaat: Alle stehen wir verbunden. - 53. 
Spitta: Erde schafft das Neue. 

Nr. 10. Zum Tag der Arbeit (Mai 1942). 
54. Sotke: Auf, hebt unsre Fahnen. - 55. von Knorr: Wir Werkleute all. - 
Zum Muttertag. 56. Baumann: Setzt ihr euren Helden Steine. - Maien. 57. 
Der Winter ist vergangen. - 58. Neidhart von Reuenthal: Nun will der Lenz 
uns grüßen. - 59. Schubert: Willkommen, lieber, schöner Mai. Kanon. - 60. 
Hensel: Ein Schifflein sah ich fahren. 

Nr. 11. Sonnwend (Juni 1942). 
61. Gläser, 1791: Flamme empor. - 62. Rabsch: Und setzet ihr nicht das 
Leben ein. Kanon. - 63. M. Praetorius: Herzlich tut mich erfreuen. - 64. 
Fränkisch: Wahre Freundschaft. - 65. von 1578: Uns ward das Los 
gegeben. 

Nr. 12. Sommerfest (Juli 1942). 
66. Baumann: Nur der Freiheit gehört unser Leben. - 67. Napiersky: 
Lasset im Winde die Fahnen wehn. - 68. Baumann: Die Morgenfrühe ist 
unsere Zeit. - 69. schwedisches Studentenlied: Im Frühtau zu Berge. - 70. 
von Knorr: Nun steckt eure Löffel zsammen. Kanon. - 71. Dietrich: 
Sicheln schallen, Ähren fallen. 

Nr. 13 (August 1942). 
72. Zahn, 1797: Wohlauf, Kameraden. - 73. aus Schwaben: Wenn alle 
Brünnlein fließen. - 74. aus Kärnten: Abr i fahr. - 75. Baumann: Schwer 
von den Garben schwanken die Wagen. - 76. Marx: Nacht bricht an. 
Kanon. 

Nr. 14. Herbst (September 1942). 
77. Baumann: In den Ostwind hebt die Fahnen. - 78. Volksmelodie: Der 
Gutzgauch. - 79. 17. Jh: Ich habe Lust, im weiten Feld zu streiten. - 80. 
Spitta, 1935: Wir sind die junge Bauernschaft. - 81. Lahusen, 1930: Lever 
dod as Slav. Kanon. 

Nr. 15/16. Das Lied des Monats (Januar 1943). 
82 Altendorf: Ein junges Volk steht auf. - 83. aus Schlesien: Und in dem 
Schneegebirge. - 84. Spitta: Nichts kann uns rauben. - 85. Altendorf: Der 
Himmel grau. - 86. Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne. - 87. 
Blumensaat: Deutschland, heiliges Wort. - 88. Sotke: Auf, hebt unsre 


D 1000 





Fahnen. - 89. Gläser, 1791: Flamme empor. - 90. Baumann: Nur der 
Freiheit gehört unser Leben. - 91. Zahn, 1797: Wohlauf, Kameraden. - 92. 
Baumann: In den Ostwind hebt die Fahnen. - 93. Spitta: Wir gehen als 
Pflüger. 

Satz: C. Bresgen (16, 47), F. Dietrich (7, 39), G. Götsch (5, 10, 23, 
72, 86, 91), W. Hensel (1, 15, 30, 43, 46, 65, 69, 73, 83), F. Jöde (31, 
38), Lorenz Lemlin (78), W. Rein (58). 


Liederblätter der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude". Hgb. 
von der Abt. "Volkstum - Brauchtum" im Amt "Feierabend", Blatt 1/2-116 
(1937-1942) [HVA]. 

Die Musikbibliographie nennt mehrere Blätter in unterschiedlichen 
Jahrgängen, also wohl Neuauflagen, ohne diese jedoch als solche zu 
kennzeichnen. 


1937 (Verantwortl. Herausgeber: Otto Schmidt). 

Nr. 1-2. Sonnwend. 
1. Baumann: Der Berg ist lange stumm und tot. - 2. Gläser, 1791: 
Flamme empor. - 3. Baumann: Nur der Freiheit gehört unser Leben. - 4. 
Nowottny: Heller, heller soll es lodern. Kanon zu 3 Stimmen. - 5. Dietrich: 
Flamme lodre. Kanon zu 2 Stimmen. - 6. Baumann: Haltet eures Herzens 
Feuer wach. 

Nr. 3. Arbeit, Ehre, Freiheit. 
1. Lied aus der Kampfzeit: Brüder in Zechen und Gruben. - 2. Sotke: Auf, 
hebt unsre Fahnen. - 3. Blumensaat: Alle stehen wir verbunden. - 4. 
Lahusen: Lever dod as Slav. Kanon zu 3 Stimmen. 

Nr. 4-5. Deutsches Erntedankfest. 
1. Rabsch: Neues Brot im neuen Jahr. Kanon zu 2 Stimmen. - 2. Spitta, 
1933: Erde schafft das Neue. - 3. Spitta: Wir gehen als Pflüger durch 
unsere Zeit. - 4. von Hertzberg: Wir sind die Männer vom Bauernstand. - 
5. Baumann: Und die Morgenfrühe das ist unsere Zeit. - 6. Baumann: Der 
helle Tag ist aufgewacht. - 7. Schulten, 1927: Es steht ein goldnes 
Garbenfeld. - 8. Baumann: Schwer von den Garben schwanken die 
Wagen. - 9. aus Schlesien, Melodie größtenteils neu von W. Hensel: Es 
hatt ein Bauer drei Töchter. - 10. Spitta: Wir sind die junge Bauernschaft. 
- 11. Heyden: Wir tragen und bauen das Reich. Kanon zu 3 Stimmen. 


Nr. 6. Herbst. 
1. W. Rein: Das Weinlaub wird schon rot. - 2. aus Lothringen: Kommt ein 
Reislein... - 3. von Knorr: Im Nebel ruhet noch die Welt. - 4. Baumann: 


Setzt ihr euren Helden Steine. - 5. W Rein: Fallen müssen viele. 

Nr. 7-9. Weihnacht. 
1. von Knorr: Dämmerstille Nebelfelder. - 2. aus Westfalen: O 
Tannenbaum. Textfassung W. Hensel. - 3. H. Helmut: Weihnachtszeit 
kommt nun heran. - 4. H. Helmut: Bald nun ist Weihnachtszeit. - 5. 
Nowottny: Warm und heimlich blühn die Lichter. - 6. Nowottny: In dunkler 
Stunde, still und spät. - 7. 14.-16. Jh, dt. Fassung Otto Schmidt: So 
kommt zur Wiege heut. - 8. M. Praetorius: So kommt zur Wiege heut. - 9. 


Informationshelfer 10000 





38489 Beetzendorf 
Christa Steffens 


49191 Belm 
Prof. Walter Heise 


83671 Benediktbeuern 
Verwaltungsgemeinschaft, Einwohneramt 


51429 Bensberg 
Bürgerbüro: Schütz 
Stadtarchiv 


64625 Bensheim 
Archiv der Stadt: Diplomarchivar Manfred Berg 


83471 Berchtesgaden 
Gemeinde-Archiv: Dr. M. Feulner 


06536 Berga 
Ortschronist Manfred Schröter 


18528 Bergen auf Rügen 
Klaus Nehmann 
Ordnungsamt, Einwohnermeldewesen 
Landratsamt, Kreisarchiv: Scharf 


51400 Bergisch - Gladbach 
Bürgerbüro: G. Schmitter 
Institut für Ostdeutsche Musik, Arbeitskreis für schlesisches 
Lied und schlesische Musik e. V. 
Dr. Stefan Kames 
Standesamt 
Stadtarchiv 


10000 Berlin 
Akademie der Künste, Musikarchiv: Anouk Jeschke 
Amerika-Gedenkbibliothek 
Anstalt zur Wahrung der Aufführungsrechte auf dem 
Gebiete der Musik (AWA-DDR) 
Carl Maria Artz 
Auswärtiges Amt, Politisches Archiv: Dr. Maria Keipert 
Boleslaw Barlog 
Prof. Hans Bergese 
Berliner Sängerbund e. V.: Doris Winkler 
Martin Berndt 
Tatjana Blome 


Informationshelfer 10001 





Fritz von Borries 

Prof. Dr. Siegfried Borris 

Bote & Bock, Musik- und Bühnenverlag 

Prof. Dr. Reinhold Brinkmann 

Kurt Budde 

Bundesarchiv 

Bundespräsidialamt, Deutsche Künstlerhilfe 

Der Bevollmächtigte der Bundesregierung in Berlin, 
Geschäftsbereich des Innern: Wenkheimer, Bärenwald 

Der Polizeipräsident, Referat Meldeangelegenheiten, Paß- 
und Ausweiswesen 

Der Senator für Inneres 

Christian Detig 

Deutsche Dienststelle (Wehrmachtauskunftstelle, WASt): 
Marie-Cecile Zipperling 

Deutsche Staatsbibliothek, Musikabteilung: 
Dr. Karl-Heinz Köhler 

Deutsche Staatsoper, Archiv 

Deutsche Oper, Dramaturgie: Curt A. Roesler 

Deutsche Oper, Notenarchiv: Irene Wenkel 

Deutsches Institut für Internationale Pädagogische 
Forschung, Bibliothek für Bildungsgeschichtliche 
Forschung: Ilka Lenze 

Deutsches Rundfunkarchiv, Standort Berlin: 
Dr. Ingrid Pietrzynski 

Hans Maria Dombrowski 

Elisabeth Donisch 

Dr. Albrecht Dümling 

H.-G. Dunin v. Przychowski 

Alexander Ecklebe 

Prof. Dietrich Erdmann 

Frank Flechtmann 

Prof. Dr. Gotthold Frotscher 

Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz: 
Der Direktor, Kornelia Bobbe 

GEMA, Referat Mitglieder: Direktion Dokumentation 

Klaus Gensichen 

Maria Glückselig 

Prof. Hans Georg Görner 

Erich Gutzeit 

Britta Hanke, M.A. 

Walter Harth 

Friedrich Herzfeld 

Oliver Hilmes 

Hochschule der Künste, Archiv. Vgl. Universiät der Künste 

Humboldt-Universität zu Berlin, Archiv: Dr. W. Schultze 

Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED 

Adelheid J aenisch 


Informationshelfer 10002 





Thomas Jersch 

Jüdische Gemeinde zu Berlin: Itzchak Pruschnowski 

Eva J unghänel 

Hans-Günter Klein 

Gabriele Klühs 

Marianne Koch-Höffer 

Dr. Julius Kopsch 

Dr. Erwin Kroll 

Heinz Kutta 

Landesarchiv (Gebührenverzicht): Axel Schröder, Roswitha 
Schure, Andreas Mahal, Marlies Tomschin, Lydia Kiesling, 
Sabine Preuß 

Landeseinwohneramt: Höpfner 

Hans-Klaus Langer 

Frank Lunte 

Markschiess-van Trix 

Paul Moor 

Peter Muck 

Richard Birnbach Musikverlag 

Musikverlag Ries & Erler 

Werner Oehlmann 

Prof. Kurt Rasch 

Walter Rohde 

Oskar Sala 

Michael Schädlich 

Michael Schimmel 

Benno Schnatz 

Norbert Schultze 

Kurt Schwaen 

Prof. Reinhard Schwarz-Schilling 

Prof. Dr. Kurt-Victor Selge 

Kerstin Sieblist 

Irmgard Soika 

Gerhard Spree 

Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, 
Musikabteilung: Dr. Helmut Hell, Dr. H. Ramge, 
Ina Köhn 

Stadtverwaltung, Zentrale Ordnungsaufgaben, 
Einwohnerwesen 

Edward Staempfli 

Standesamt | Berlin-Mitte: Kurth, Lindemann 

Standesamt Charlottenburg-Wilmersdorf 

Standesamt Pankow: Umbach 

Standesamt Schöneberg 

Standesamt Spandau 

Standesamt Tempelhof: Fischer-Geugler 

Standesamt Wilmersdorf: Buchholz, Hüge 

Standesamt Zehlendorf (Gebührenverzicht) 


Informationshelfer 


10003 





CH - 3000 


86975 


06406 


27616 


F- 95870 


88400 


Eva Sternheim-Peters 

Barbara Stuchlik, geb. Demetriescu 

Prof Dr. h. c. Hans Heinz Stuckenschmidt 

Herbert Trantow 

United States Mission, Berlin Document Center: 
Lucille M. Petterson, Daniel P. Simon 

Universität der Künste, Universitätsarchiv: 
Karen Krukowski, Dr. Dietmar Schenk 

Universitätsbibliothek (Freie Universität) 


Verband Deutscher Komponisten und Musikwissenschaftler 


Prof. Rudolf Wagner-R&egeny 

Renate Walter 

Gerhard F. Wehle 

Mary Wigman 

Eleonore Wikarski 
Wilhelm-Furtwängler-Gesellschaft e. V. 
Werner Wöhler 

Joseph Wulf 

Prof. Walter Zimmermann 


Bern 
Peter Maag 
Stadt- und Universitätsbibliothek 
Schweizerisches Bundesarchiv: 
Dr. D. Bourgeois, H. von Rütte 
Schweizerisches Literaturarchiv: Huldrych Gastpar 


Bernbeuren 
Traute Schaible geb. Karrasch 


Bernburg 
Einwohnermeldeamt (Gebührenverzicht) 
Verwaltungsgemeinschaft, Standesamt 


Beverstedt 
Standesamt 


Bezons 
Dr. Myriam Scherchen 


Biberach an der Riß 
Dieter Buttschardt 
Museum 

Stadtarchiv: Hermann 
Standesamt: Drews 


Informationshelfer 10004 





83673 Bichl 
Lisbeth und Andre Löffler 


35442 Biebertal 
Standesamt: Peter 


35216 Biedenkopf 
Standesamt: Blöcher 


CH - 4105 Biel - Benken 
Prof. Dr. Hans Oesch 


33000 Bielefeld 

Bürgeramt, Abt. Bürgerberatung (Gebührenverzicht), 
Himpel 

Oberbürgermeister Eberhard David 

Dr. med. Sybille Elies 

Bettina Felbinger 

Prof. Hans Richter-Haaser 

Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek: 
Ingrid Ruhnke, Bärbel Sunderbrink, Dr. Monika Min- 
ninger, Prof. Dr. Reinhard Vogelsang, Torsten Klingenberg 

Städtische Bühnen und Städtisches Orchester 

Gudrun Wiedner 


74321 Bietigheim - Bissingen 
Alice Möller-Trinkle 


CH - 4102 Binningen 
Elisabeth Bieber 


96120 Bischberg 
Dr. Michael Goldbach 


01920 Bischheim 
Frank Mager 


01871 Bischofswerda 


Meldestelle 
Stadtarchiv: Schaar 


72406 Bisingen (Hohenzollern) 
Stadtverwaltung 


39629 Bismark (Altmark) 
Verwaltungsgemeinschaft, Standesamt: Beiersdorf 


Informationshelfer 10005 





54634 Bitburg 
Berufsbildende Schule: Studiendirektor Werner Laures 
Stadtverwaltung: Müller 
Verbandsgemeinde Bitburg-Land, Standesamt: Leonardy 


06732 Bitterfeld 
Stadtarchiv: Eva-Maria Engel, Ivo Sonnenschein 
Standesamt: Naumann 


72475 Bitz 
Bürgermeisteramt 


87544 Blaichach 
Einwohnermeldeamt: Lerchenmüller 


38883 Blankenburg (Harz) 
Sozial- und Schulamt: Effler 


53945 Blankenheim 
Standesamt: Nelles 


99749 Bleicherode 
Der Bürgermeister: Ehrhardt 


32820 Blomberg 
Ordnungsamt 


86399 Bobingen 
Einwohnermeldeamt 


71009 Böblingen 
Amt für Kultur: Dr. Günter Scholz 


09627 Bobritzsch 
Gemeindeverwaltung: Bürgermeister Haupt 


46300 Bocholt 
Stadtarchiv: Schmalstieg, Dr. Oppel 
Standesamt (Gebührenverzicht) 


44000 Bochum 
Deutsche Shakespeare-Gesellschaft West 
Einwohnermeldeamt (Gebührenverzicht) 
Steffanie Fischer 
Dr. Herbert Gerigk 
Emil Peeters 


Informationshelfer 10006 





Johanna Schenkel 
Stadtarchiv: Bausch, biroth 
Standesamt 
Universitätsbibliothek 

Dr. Jörg Wintermeier 


04703 Bockelwitz (Landkreis Döbeln) 
Gemeindeverwaltung: Keil 


37619 Bodenwerder 
Eva von der Heyde 
Standesamt: Pirk 


88131 Bodolz 
Gemeindeverwaltung: Heim 


53000 Bonn 

Auswärtiges Amt, Politisches Archiv: Dr. Maria Keipert 
(jetzt Berlin) 

Dr. Johannes Bammer 

Braun-Peretti GmbH, Musikverlag 

Bundeswehr, Streitkräfteamt: Dezernat Militärmusik 

Prof. Dr. Jens Malte Fischer 

Friedrich-Ebert-Stiftung, Zeitschriftenstelle 

Gesamtdeutsches Institut, Bundesanstalt für 
gesamtdeutsche Aufgaben 

Institut für deutsche Musikkultur im östlichen Europa: 
Dr. Klaus-Peter Koch 

Dr. Christa Janssohn 

Dr. Volkhard Laitenberger 

Dr. Heinrich Lindlar 

Meldebehörde Beuel (Gebührenverzicht) 

Ordnungs- und Einwohnermeldeamt (Gebührenverzicht) 

Dr. Richard Rassmann 

Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek: Zeipel, Markus 
Ernzerhoff, Ottmar Prothmann, Hans G. Körnicke 

Standesamt I: Gottschlich 

Theater der Stadt Bonn 

The New York Times: John Tagliabue 

Martin Thrun 

Universitätsbibliothek 

Voggenreiter-Verlag: Sybille Kollek 


USA - 02115 Boston, Mass. 
The Christian Science Monitor, Editorial Department: 
Hugh Smith 


Informationshelfer 


10007 





46200 


37120 


14700 


83098 


A - 5280 


38700 


38100 


65607 


83254 


25821 


28000 


Bottrop 
Stadtarchiv: Biskup 


Bovenden 
Gemeindeverwaltung: Ackerhans 


Brandenburg an der Havel 
Einwohnermeldeabteilung: Krüger 
Stadtarchiv: Stiller, Dr. Heß 
Standesamt: Schöpfel 

Theater der Stadt Brandenburg (DDR) 


Brannenburg (Landkreis Rosenheim) 
Gemeindeverwaltung: Schendel 
Helmut Pabst 


Braunau am Inn (Oberösterreich) 
Stadtamt: Bürgermeister Gerhard Skiba 


Braunlage 
Standesamt: John 


Braunschweig 

Ordnungsamt, Abt. Bürgerangelegenheiten 
(Gebührenverzicht) 

Staatstheater 

Stadtarchiv: Opalka, Nickel, Dr. Garzmann 

Rudolf Suthoff-Groß 


Brechen 
Standesamt: Kremer 


Breitbrunn (Chiemsee) 


Verwaltungsgemeinschaft, Einwohnermeldeamt 


(Gebührenverzicht) 


Breklum 


Einwohnermeldeamt Bredstedt-Land: Gregersen 


Bremen 


Amtsgericht, Abteilung für Aufgebotssachen: Steinmüller 


Archiv "Deutsche Musikpflege" e. V. 
Klaus Blum 

RA Heinrich Hannover 

Friedrich Henkel 

Dr. Hartmut Lück 

Hans Otte 


Informationshelfer 10008 





Dr. Fritz Piersig 

Radio Bremen, Musikabteilung 

Dr. Ludwig Roselius 

Käte Saupe 

Staatsarchiv: Dr. Patemann 

Staatsbibliothek, Gesamtkatalog der deutschen Presse: 
Dr. Jesse 

Staats- und Universitätsbibliothek: Gisela Ludwigsen 

Stadt- und Polizeiamt, Einwohnermeldewesen 
(Gebührenverzicht): Geissenhöner 

Standesamt Mitte: Rosga 

Theater der Freien Hansestadt Bremen, Dramaturgie: 
Urs Leicht 

Universität, Bibliothek - Standortkatalog der deutschen 
Presse: Hertha Lange 


27500 Bremerhaven 
Stadtarchiv: Uwe JÜürgensen 
Stadttheater 
Standesamt: Kück 
Klaus Wende 


64395 Brensbach (Odenwald) 
Gemeindeverwaltung: Hornung 


64747 Breuberg (Odenwald) 
Magistrat (Gebührenverzicht) 


15890 Brieskow - Finkenheerd 
Ordnungs- und Sozialamt: L. Schreiber 
Standesamt: Feichtinger 


52146 Broichweiden bei Würselen 
Hubert Klein 


98599 Brotterode 
Verwaltungsgemeinschaft "Rennsteig", Der Vorsitzende: 
Mühlhausen, Pallasch 


27305 Bruchhausen - Vilsen 
Hermann Bornbusch, Archivpfleger 
Der Gemeindedirektor 


50321 Brühl (Erftkreis) 
Nordrhein-Westfälisches Personenstandsarchiv Rheinland: 
Edith Przyrembel 
Ordnungamt, Meldeabteilung 


Informationshelfer 10009 





Standesamt 


25541 Brunsbüttel 


Einwohnermeldeamt 
Magistrat, Hauptamt: Brakhage 
Emil Mahlstedt 


74722 Buchen (Odenwald) 
Stadtarchiv 


21514 Büchen 
Der Amtsvorsteher: Dr. Bohlmann 
Einwohnermeldeamt 
Standesamt: Fehr 


21244 Buchholz in der Nordheide 
Johannes Aschenbrenner 


31665 Bückeburg 
Niedersächsisches Staatsarchiv: Dr. Stefan Brüdermann, 
Dr. Wagener-Fimpel, Dr. Höing 
Ordnungsamt: Erika Oetken 


R - 70091 Bucuresti 
Dr. Gheorge Firca 


40667 Büderich 
Friedrich W. Herzog 


63654 Büdingen 
Meldeamt 
Standesamt: Kehm 


77652 Bühl (Baden) 
Einwohnermeldeamt: Ehinger 


32257 Bünde 
Einwohnermeldeamt: Wieske 
Stadtarchiv 


03096 Burg (Spreewald) 
Einwohnermeldeamt: Krause 
Standesamt 


23769 Burg auf Fehmarn 
Prof. Dr. Peter Brömse 


D 1001 





Mährisches Volkslied, aufgez. von J. Götz: Kindlein mein. - 10. Baumann: 
Hohe Nacht der klaren Sterne. - 11. W. Rein: Licht wird neu aus Licht 
geboren. 

Nr. 10-11. Fasnacht. 
1. H. Lang: In der Dunkelheit sieht man net so weit. Kanon zu 2 Stimmen. 
- 2. aus dem Rheingau: Ho ho ho, die Fasenacht ist do. Mit antisemit. 2. 
Strophe. - 3. (Ein altehrwürdiger Männersang) O hängt ihn auf. - 4. 
Kickstat: Nörgeln, nörgeln ist das Allerschlimmste. - 5. von Knorr: Man ist 
ja von Natur kein Engel . - 6. aufgez. von E. Kiehn: Unlängst schrieb ich 
eine Oper. - 7. Norddeutsch: Der abhanden gekommene Christian. - 8. aus 
Schlesien: Laßt doch der Jugend ihren Lauf. 

Nr. 12-13. Nationaler Feiertag des deutschen Volkes. 
1. Jentsch: Wenn die Stürme Leben wecken. - 2. aus dem Siebengebirge: 
Der Mai, der Mai, der lustige Mai. - 3. Spitta: Wenn die Hämmer 
schweigen. - 4. Melodie um 1600: Der Winter ist vergangen. - 5. Spitta: 
Unser ist dies Land. - 6. aus der Arbeitsfront: Männer der Arbeit. Kanon zu 
3 Stimmen. - 7. mdl. überliefert: (Kanon zum Kinderfest) Nicht lange 
mehr ist Winter. - 8. H. Lang: Bekränzet die Tonnen und zapfet den Wein. 
- 9. Maientanz: Wir tanzen im Maien. - 10. altes Reigenlied: Nun will der 
Lenz uns grüßen. 

Satz: W. Rein (10). 

Nr. 16. Auf großer Fahrt. 
1. Ein Mann, der sich Kolumbus nannt. - 2. Staden: Von Himmelsrand zu 
Himmelsrand. Kanon zu 6 Stimmen. - 3. Ende des 18. Jh: Ein Schifflein 
sah ich fahren. - 4. Flämisch: Wer will mit uns nach Island ziehn. 

Nr. 17-18. (Handwerkerlieder und -chöre). 
1. Napiersky: Früh am Morgen. - 2. aus Franken: Lied der Zimmerleute. - 
3. nach H. v. Fallersleben, "Schlesische Volkslieder" (1842): Und wenn das 
Glöcklein fünfmal schlägt. - 4. aus Nordmähren: Bauernlied. - 5. 
Bergmannslied. - 6. Melodie aus Kärnten: Auf, auf zum fröhlichen Jagen. - 
7. aus Schlesien: Der Fleischer mit der Fleischbank. 

Nr. 19. Zweistimmige Jodler, zusammengestellt von Hermann 
Derschmidt (aus seiner Sammlung "Unsere Jodler", Karlsbad). 
1. aus Franken: Lied der Zimmerleute. - 2. Und wenn das Glöcklein 
fünfmal schlägt. - 3. weitere J odler. 

Nr. 20. Dreistimmige Jodler, zusammengestellt von Hermann 
Derschmidt (aus "Unsere Jodler", Karlsbad). 

Nr. 21-22. Tag der deutschen Hausmusik, hgb. zusammen mit der 
Arbeitsgemeinschaft für Hausmusik in der RMK. 
1. von Knorr: Was du auch tust. Kanon zu 3 Stimmen. - 2. W. Rein: Nun 
fanget an! Kanon zu 3 Stimmen. - 3. H. Lang: Ohne Singen mag nichts 
gelingen. Kanon zu 2 Stimmen. - 4. Demantius, 1567-1643: Frisch auf! 
Singet all! - 5. aus Augsburger Tafelkonfekt, 1733: Meine Stimme klinge. - 
6. onA = Gerd Benoit: Frisch auf, singt all, ihr Musici! Kanon zu 3 
Stimmen. - 7. Caldara, 1670-1736: Mit uns singt, mit uns springt, - 8. H. 
J. Weber: Auf nun, ihr Burschen und Mädel. - 9. H. Weiß: Tanzen und 
Springen! - 10. (V. Rathgeber) aus Augsburger Tafelkonfekt, 1733: Der 
hat vergeben das ewige Leben. - 11. von Knorr: Wer die Musik in Ehren 


Informationshelfer 10010 





31300 Burgdorf 
Meldeabteilung: Volkening 
Schul- und Kulturabteilung: Monika Rockahr 


09214 Burgstädt 
Stadtverwaltung, Amt Bildung, Kultur, Soziales und 
Fremdenverkehrsbüro: Schäfer, Schrottke 


30938 Burgwedel 
Der Bürgermeister 
Musikverlag Louis Oertel 


51399 Burscheid 
Der Stadtdirektor: Hilprecht, Oehm 


89349 Burtenbach 
Ortsverwaltung: Schnitzlein 


24866 Busdorf (Kreis Schleswig-Flensburg) 
Standesamt Haddeby: Helm 


26963 Butjadingen 
Ordnungsamt: Gebauer 


86647 Buttenwiesen 
Gemeindeverwaltung 


18246 Bützow 
Standesamt: Zeplin 


21605 Buxtehude 
Standesamt (Gebührenverzicht) 
Harald Stolper 


90556 Cadolzburg 
Standesamt: Birkenbach 


39240 Calbe (Saale) 
Die Standesbeamtin: Lind 


AUS - 3124 Camberwell, Victoria 
George Dreyfus 


GB - Cambridge 
Michael Tanner 


Informationshelfer 10011 





14548 Caputh 
Amtsarchiv Schwielowsee: Carmen Hohlfeld 


44500 Castrop - Rauxel 
Der Bürgermeister: Ternieden 
Standesamt: Braun 


29200 Celle 
Friedhelm Meinberg 
Ordnungsamt: Trumtrar 
Stadtarchiv (zunächst Gebührenverzicht): 
Archivoberinspektorin Miehe 


09100 Chemnitz 

Amtsgericht, Vormundschaftsgericht: 
Rechtspflegerin Weber 

Ordnungsamt, Abt. Einwohnermelde- und 
Ausländerangelegenheiten: Reiche, Morgenstern 

Rat der Stadt Karl-Marx-Stadt (DDR) 

Stadtarchiv (Gebührenverzicht): Viertel, Weingart 

Stadtbibliothek: E. Beer, Kluge 

Standesamt/Urkundenstelle: Liese, A. Weißenborn 

Theater: Musikdramaturg Volker Leimert 


83339 Chieming 
M. Morgan 


CH - 7001 Chur 
Staatsarchiv Graubünden: Dr. Silvio Margadant 


CH - 1815 Clarens 
Elisabeth Furtwängler 


38678 Clausthal - Zellerfeld 
Abt. Einwohnerwesen/Paßstelle 
Standesamt: Seiffert 


29459 Clenze 
Standesamt 


96450 Coburg 
Kultur- und Schulamt 
Landestheater, Intendanz 
Stadtarchiv: Tröbs 


56804 Cochem 
Stadtverwaltung, Bürgermeisteramt: Oberamtsrat Hock 


Informationshelfer 10012 





E - 14080 Cördoba 
Thomas Poeschel 


03000 Cottbus 
Einwohnermeldeamt: Press-Maczeizik 
Stadtarchiv: Kober, Steffen 
Standesamt: Machnik 


74564 Crailsheim 
Erich Breymayer 


87993 Creglingen (Main-Tauber-Kreis) 
Kurt Rehfeld 
Standesamt: Wörrlein 


08451 Crimmitschau 
Heimatverein: Heinrich Otto 


19087 Crivitz 
Almuth Bornholdt 
Standesamt: Harms 


27400 Cuxhaven 
Walter Knape 
Stadtarchiv (Gebührenverzicht): Schmidt , Thees 
Stadtbibilothek: K.-U. Ruge 


57563 Daaden 
Verbandsgemeindeverwaltung, Standesamt 


15936 Dahme 
Kirchenmusikdirektor Volker Ochs 


29447 Dannenberg (Elbe) 
Standesamt: Hagen 


64200 Darmstadt 

Amt für Statistik und Einwohnerwesen: 
Magistratsdirektor W. Schwarz 

RA Karl Coutandin 

Dr. Hans Ulrich Engelmann 

Internationales Musikinstitut 

Franz König 

Landesbibliothek 

Else Schüll 

Stadtarchiv: Dr. Friedrich Wilhelm Knieß, Sabine Lemke, 
Dr. Peter Engels, Heinz-J oachim J aensch 


Informationshelfer 10013 





CH - 7270 Davos Platz 
Dokumentationsbibliothek: Timothy Nelson 


73326 Deggingen Kreis Göppingen 
Bürgermeisteramt: Petra Fuchs 


NL- 7491 DN Delden 
Bert van Veen 


27700 Delmenhorst 
Stadtarchiv: Archivamtmann Garbas 


17109 Demmin 
Amt Demmin-Land, Der Amtsvorsteher: Wiese 
Standesamt: Klatt 


USA - 76203 Denton, Texas 
Prof. Timothy Jackson, Ph. D. 


72211 Denzlingen 
Einwohnermeldeamt: Wössner 


06840 Dessau 
Amtsgericht, Nachlaßgericht 
Bürgeramt: Wollkopf 
Prof. Dr. Günther Eisenhardt 
Stadtarchiv (Gebührenverzicht): Antje Geiger 
Stadtbibliothek 


32700 Detmold 
Bürgerberatung, Einwohnermeldeamt: Kegel 
Prof. Franzpeter Goebels 
Hochschule für Musik, Der Kanzler: Wiechers 
Landestheater 
Lippische Landesbibliothek 
Nordrhein-Westfälisches Staatsarchiv Detmold: Groh 
Paul Sixt 
Stadtarchiv im Staatsarchiv NRW: Dr. Andreas Ruppert 


73265 Dettingen unter Teck 
Bürgermeisteramt: Koller 


49356 Diepholz 
Der Stadtdirektor 
Standesamt: Honisch 


Informationshelfer 10014 





56269 Dierdorf 
Verbandsgemeinde-Verwaltung, Standesamt 


86911 Diessen (Ammersee) 
Sylvia Brennicke-Kloss 
Dr. h. c. Carl Orff 
Standesamt: 


90599 Dietenhofen 
Standesamt: Jacob 


35600 Dillenburg 
Standesamt: Breidenstein 


66763 Dillingen (Saar) 
Stadtarchiv 
Standesamt: Stöhr 


91550 Dinkelsbühl 
Der Stadtarchivar 


46500 Dinslaken 
Stadtarchiv 


01741 Dippoldiswalde 
Ordnungsamt Weißeritzkreis, Urkundenstelle 2: Hampel 


03096 Dissen (bei Cottbus) 
Stadtverwaltung 
Standesamt 


04713 Döbeln 
Einwohnermeldeamt: Ebert 
Stadtarchiv: Stadtarchivarin E. Rößger 


03253 Doberlug - Kirchhain 
Weißgerbermuseum: Andreas Hanslok 
Standesamt: Jakwert 


03159 Döbern (Niederlausitz) 
Amt Döbern-Land, Standesamt: Guckenberger 


78156 Donaueschingen 
Hauptamt, Archiv. Milo Schlomski, Zimmermann 
Fürstenberg-Archiv 
Musikhaus Kanitz 


Informationshelfer 10015 





73069 Donzdorf 
Standesamt: Kolb 


84405 Dorfen 
Stadtverwaltung 


A - 6850 Dornbirn (Vorarlberg) 
Dr. Theodor Hladik 
Stadtarchiv 
Prof. Wilhelm Stärk 


44000 Dortmund 

Bürgerdienste, Einwohnermeldeamt (Gebührenverzicht): 
Witt, Porsch, Wittrer, Neuhaus 

Joachim Heßler 

Institut für Zeitungsforschung: Beate Volkenrath 

Stadtarchiv: Buchholz, Holtgreve 

Städtische Bühnen, Bibliothek 

Stadt- und Landesbibliothek 

Standesamt Dortmund-Hörde: Melchert 

Standesamt Dortmund-Huckarde: Zell 

Standesamt Dortmund-Innenstadt: Bernecker, Kappmeyer 

Dr. Hans Josef Wedig 

Erich Wintermeier 


01000 Dresden 

Einwohneramt, Melderegister (Gebührenverzicht): 
Krug, Müller 

Ev.-Luth. Kirchengemeindeverband, Kirchenbuchamt: 
M. Hoppe 

Prof. Dr. Marina Flath 

Dr. Dieter Härtwig 

Prof. Dr. Matthias Herrmann 

Hochschule für Musik 

Jurgen Knauer 

Landesbühnen Sachsen, Dresden-Radebeul (DDR) 

Heide Lazarus, M. A. 

Militärbibliothek (vorübergehend): Dr. Tutenberg 

Rat der Stadt Dresden (DDR) 

Sächsische Landesbibliothek, Musikabteilung: Urte Härtwig, 
Dr. Reich, Prof. Dr. sc. Burgemeister, Wolfgang Ritschel 

Sächsisches Hauptstaatsarchiv: Pfirschke, Dr. Miksch 

Stadtarchiv: Lau, Zill 

Standesamt, Abt. Urkundenwesen (Gebührenverzicht): 
Voigt, Haas, Mischke 

Prof. Johannes Paul Thilman 

Verband der Komponisten und Musikwissenschaftler 


Informationshelfer 


10016 





EIR - 


47000 


52300 


76448 


40000 


99713 


85560 


16200 


der DDR, Bezirksverband Dresden 


Dublin 
National Archives: Tom Quinlan 


Duisburg 

Archiv der Stadt Duisburg: Eisenhauer, Nickel, Rauch 
Ordnungsamt: Bäcker 

Standesamt Duisburg-Mitte (Gebührenverzicht) 


Universität, Fachbereich 1, Fach Politische Wissenschaft: 


Prof. Dr. Gerd Stein 


Düren 

Bürgerbüro (Gebührenverzicht): Sanfleber 
Christian Reimer 

Stadt- und Kreisarchiv: Friedel Gaspers 
Standesamt 


Durmersheim 
Dr. Ernst-Heinrich Schmidt 


Düsseldorf 

Prof. Jürg Baur 

Robert Beyer 

Düsseldorfer Schauspielhaus 

Dr. Erich Feld 

Angela Funk 

Friedemann Herz 

Dorothea Körner 

Landes- und Stadtbibliothek 

Herbert Napiersky 

Nordrhein-Westfälisches Hauptstaatsarchiv: Dr. Zuber 

Hansfried Sieben 

Stadtarchiv (Gebührenverzicht ab 1998): Bernd Hack, 
Spahr, Dr. Elisabeth Scheeben, Dr. Weidenhaupt 

Standesamt: Margitta Spies; Schmitz, Schubring 

Universitätsbibliothek 


Zentralrat der Juden in Deutschland: Dr. Alexander Fried 


Ebeleben 
Standesamt 


Ebersberg (Oberbayern) 
Standesamt 


Eberswalde 
Bürgeramt: Lawrenz 


Informationshelfer 10017 





Stadtarchiv 


79117 Ebnet bei Freiburg 
Ortsverwaltung: Wonlarlarski 


24340 Eckernförde 
Einwohnermeldeamt und Paßstelle 
Standesamt 


95488 Eckersdorf 
Standesamt 


67480 Edenkoben 
Verbandsgemeindeverwaltung 


GB - Edinburgh 


Prof. Dr. Hans Gäl 


72227 Egenhausen (Württemberg) 
Werner Zintgraf 


76344 Eggenstein 
Arthur Grüber 


40883 Eggerscheidt Post Ratingen 
Gerhard Strecke 


88125 Eggstädt 
Gemeindeamt, Einwohnermeldestelle: Huber 


89584 Ehingen (Donau) 
Standesamt 


79238 Ehrenkirchen 
Gemeindeverwaltung 
Friderun Ueter 


85072 Eichstätt (Bayern) 
Konrad Held 
Universitätsbibliothek: Michael Zaffke 
Prof. Dr. Hubert Unverricht 


39221 Eickendorf 
Verwaltungsgemeinschaft Östliche Börde, 
Die Standesbeamtin (Gebührenverzicht): Völker 


Informationshelfer 10018 





51515 Eikamp Post Bechen 
Paul Haletzki 


37559 Einbeck 
Archiv- und Bibliothekswesen 
Standesamt: Wille 


99817 Eisenach 
Rudolf Bley 
Rat des Kreises (Bezirk Erfurt, DDR) 
Stadtarchiv: Dr. Brunner, Katrin Möller 
Standesamt: Lösche 
Thüringer Landestheater: Krah 


07601 Eisenberg (Thüringen) 
Der Bürgermeister, Archiv 
Landratsamt Saale-Holzland-Kreis, Urkundenstelle: 
Buschendorf 


15890 Eisenhüttenstadt 
Günter Fromm, Diplom-Historiker 


83730 Elbach Kreis Miesbach 
Bernward Beyerle 


97725 Elfershausen 
Verwaltungsgemeinschaft, Standesamt: Schubert 


25330 Elmshorn 
Einwohnermeldeamt: Tjappe 


07982 Elsterberg (Vogtland) 
Stadtarchiv: R. Wolf 
Standesamt: Müller 


01920 Elstra 
Standesamt: Mann 


79301 Emmendingen 
Stadtarchiv/Museum: Jenne, A. Piecha 


46446 Emmerich 
Der Stadtdirektor, Meldewesen: Portugall 
Stadtarchiv und Rheinmuseum 
Standesamt: Biller 


Informationshelfer 10019 





31856 Emmerthal 
Standesamt: Müllenmeister 


CH - 6390 Engelberg 
Felicitas von Reznicek 


58256 Ennepetal - Milspe 
Einwohnermeldeamt 


66806 Ensdorf 
Der Bürgermeister als Ortspolizeibehörde. Schwarz 


09575 Eppendorf 
Gemeindeverwaltung, Standesamt 


99000 Erfurt 
Amtsgericht, Vormundschaftsgericht: 
Rechtspflegerin Tröbst 
Einwohner- und Meldeamt 
Städtische Bühnen: Chefdramaturg 
Stadt- und Verwaltungsarchiv: Josef Metze 
Standesamt: Andrea Hollmann, Baum 


41801 Erkelenz 
Standesamt. Scheeren 


40699 Erkrath 
Michael Wilfert 


91050 Erlangen 
Amt für Einwohnerwesen und Wahlen (Gebührenverzicht): 
Kraus 
Stadtarchiv: Renate Wünschmann 
Standesamt 
Universitätsbibliothek 


08265 Erlbach (Vogtland) 
Standesamt 


06463 Ermsleben 
Verwaltungsgemeinschaft Falkenstein/Harz, Standesamt: 
Maercker 


99869 Eschenbergen 
Charlotte Glaß geb. Brodkorb 


D 1002 





hält. Kanon zu 3 Stimmen. - 12. Baumann: Gute Nacht, Kameraden. 

Nr. 23-27. Vgl. 1939. 

Nr. 29. Im ganzen Land marschieren nun Soldaten (1937). 
1. Baumann: Im ganzen Land marschieren nun Soldaten. - 2. Zahn, 1797: 
Wohlauf, Kameraden. - 3. Das Schützenlied: Es lebt der Schütze froh und 
frei. - 4. zur Melodie "Rewelge": Es leben die Soldaten. 

Nr. 30. Der Führer hat gerufen (1937). 
1. Spitta: Der Führer hat gerufen. - 2. Wächter: Jetzt müssen wir 
marschieren. - 3. Jahn: Kamerad, nun laß dir sagen. - Rahlfs: Auf der 
Lüneburger Heide. Nur T. 

Nr. 31. Wenn's die Soldaten durch die Stadt marschieren (1937). 
1. Soldatenlied um 1880: Wenns die Soldaten durch die Stadt 
marschieren. - 2. von Gordon (= Hertel): Die blauen Dragoner. - 3. Steig 
ich den Berg hinauf. - 4. Graf Schlippenbach, 1830: Ein Heller und ein 
Batzen. - 5. von Knorr: (Regenlied aus dem Schützengraben) Es ist naß 
und immer nässer. 

Nr. 32-33. Vivat, jetzt geht's ins Feld (1937). 
1. Friedrichs Feldzug: Vivat, jetzt geht's ins Feld. - 2. aus Ostpreußen: Der 
Preußen König. - 3. Der Hohenfriedberger Marsch. - 4. aus dem 
Siebenjährigen Krieg: Als die Preußen marschierten vor Prag. - 5. Loewe: 
Fridericus Rex. 

Nr. 34. Weit laßt die Fahnen wehen! (1937). 
1. Schulten, 1917: Weit laßt die Fahnen wehen. - 2. Ich habe Lust, im 
weiten Feld. - Jahn, 1914: Wir traben in die Weite. Nur T. - 3. (Kieling): 
Der Wind weht über Felder. - 4. Kanon, mdl. überliefert: Ich armes 
welsches Teufli. 


1938. Vgl. Otto Schmidt. 

Nr. 3. Arbeit, Ehre, Freiheit. Vgl. 1937, 1941 

Nr. 7-9. Warm und heimlich blühn die Lichter. Vgl. 1937. 

Nr. 10-11. Fasnacht. Vgl. 1937. 

Nr. 12-13. Nationaler Feiertag des deutschen Volkes. Vgl. 1937. 

Nr. 14-15. In den Ostwind hebt die Fahnen. 
1. Baumann: In den Ostwind hebt die Fahnen. - 2. Baumann: Wir treten 
ohne Gewehre an. - 3. Das alte Lied der fläm. Ostlandfahrer: Nach 
Ostland wollen wir reiten. - 4. Kremser: Nun wird zu eng das weite Land . 
- 5. Blumensaat: Deutschland, heiliges Wort. - 6. Spitta: Nichts kann uns 
rauben. - 7. Altendorf: Ein junges Volk steht auf. - 8. Baumann: Nun laßt 
die Fahnen fliegen. 

Nr. 16. Auf großer Fahrt. Vgl. 1937. 

Nr. 17-18. Fangt an! Vgl. 1937. 


1939. 
Nr. 19. Zweistimmige J odler. 
Nr. 20. Dreistimmige J odler. 
Nr. 21-22. Tag der deutschen Hausmusik. Vgl. 1937. 
Nr. 23-27. Ehelich zu werden, dienet der Erden. 
1. von Knorr: Was du auch tust. Kanon zu 3 Stimmen. - 2. Spitta: Du bist 


Informationshelfer 10020 





37255 Eschwege 
Erika Hoffmann 
Stadtarchiv: Dr. Karl Kollmann, v. Simon 
Standesamt (Gebührenverzicht): Ullrich 


52249 Eschweiler 
Standesamt: Mrozek 


92693 Eslarn 
Standesamt 


45000 Essen 
Die Bühnen der Stadt Essen: Dramaturg 
Einwohneramt: Rolf, Stermann, Schwedtmann, H. Hansch, 
Graul 
Prof. Franz Feldens 
Folkwang-Musikschule: Meyendorf 
Ralf Kaupenjohann 
Prof. Siegfried Reda 
Prof. Erich Sehlbach 
Stadtarchiv: Kahya, Jutta Vonrüden-Ferner 
Stadtbibliothek. Alfred Peter 
Standesamt: Padberg 
Prof. Dr. Ilse Storb 
Ursula Stumme 
Wolfgang Stumme 


73700 Esslingen am Neckar 
Ordnungsamt (Gebührenverzicht) 
Pädagogische Hochschule. Bibliothek 
Stadtarchiv: Iris Sonnenstuhl-Fekete, Imgo-Ulrich Strerath 


53800 Euskirchen 
Standesamt (Gebührenverzicht): Michalski 


23701 Eutin 
Einwohnermeldeamt: Schläfke 
Stadtarchiv 


14612 Falkensee 
Einwohner-, Paß- und Meldewesen 
Standesamt-Urkundenstelle: Thiele 
Eva Stumme 


61462 Falkenstein (Taunus) 
Konrad Vogelsang 


Informationshelfer 10021 





82340 Feldafing 
Einwohneramt: Straßner 
Gemeindeamt, Archiv: Ursula Neudorfer 


A - 8330 Feldbach (Steiermark) 
Stadtamt: Gradischnig 


70700 Fellbach 
Amt für öffentliche Ordnung 


67822 Finkenbach - Gersweiler 
Standesamt: Gaß 


A - 9583 Marktgemeinde Finkenstein am Faaker See (Kärnten) 
Meldeamt 


99898 Finsterbergen 
Bürgermeister Faulstich 
Heimatverein, Uta Schwintek 


24900 Flensburg 
Bürgerbüro (Gebührenverzicht): Hillebrand, Bernd Petersen 
Rechtsamt 
Stadtarchiv: Tanja Petersen, Bartsch, Dr. Broder 
Schwensen, M. Schütt, Hartmut Kästel 
Standesamt: Krebs 
GMD Heinrich Steiner 


09557 Flöha 
Landratsamt Freiberg, Außenstelle, Urkundenstelle 


65439 Flörsheim 
Frauke Witt 


92696 Flossenbürg 
KZ-Gedenkstätte, Jörg Skribeleit M. A. 


91301 Forchheim 
Standesamt: Bornemann 


39443 Förderstedt 
Standesamt 


03149 Forst (Lausitz) 
Standesamt: Frey 


Informationshelfer 10022 





97833 Frammersbach (Landkreis Main-Spessart) 
Gemeindeamt 


35066 Frankenberg (Eder) 
Einwohnermeldeamt: Seelinger 


67227 Frankenthal (Pfalz) 
Hauptamt: Nestler 


60000 Frankfurt am Main 

Prof. Dr. Theodor W. Adorno 

Amt für Statistik, Wahlen und Einwohnerwesen 

(Gebührenverzicht): Stratschka, Vockenberg 

Dr. Christoph Lucas Brehler 

C. F. Peters Musikverlag 

Dr. Karl Corino 

Wolfgang Coutandin 

Der Magistrat, Ordnungsamt: Germroth 

Deutsches Rundfunkarchiv: Christiane Poos-Breir, Tania 
Klaczko-RyndZziun, Dr. Ludwig Stoffels, Andreas Strieder 

Ev.-lutherische Matthäus-Gemeinde 

FAZ, Archiv, Recherchedienst: Frauke Witt 

J. Hellmut Freund 

Eva-Maria Hanau 

Dr. Harald Heckmann 

Prof. Kurt Hessenberg 

Hochschule für Musik und darstellende Kunst, Bibliothek: 
Dr. Andreas Odenkirchen 

Helga Holle 

Institut für Stadtgeschichte (Gebührenverzicht): 
Prof. Dr. Dieter Rebentisch, Bott, Steffi Lamla, Volker 
Harms-Ziegler 

Hans Kracke 

Dr. Hans Wilhelm Kulenkampff 

Walter Lachnit 

Prof. August Leopolder 

Britta Martini 

Joachim Martini 

Dr. Amalie E. von Mettenheim 

Stadtarchiv: Karin Karl, Dr. Andernacht 

Städtische Bühnen 

Stadt- und Universitätsbibliothek: 
Burkard, Dr. Ann Kersting 

Standesamt Mitte: Eller 

Dr. Bodo Wolf 

Eva Zander 

Prof. Friedrich Zipp 

Paul Zoll 


Informationshelfer 


10023 





15200 


18461 


50209 


09596 


79000 


67251 


Frankfurt an der Oder 
Wolfgang Buwert 
Stadtarchiv: Oberamtmann Targiel 


Franzburg 


Amt Franzburg-Richtenberg: Standesbeamtin Knobel 


Frechen 


Amt Bürgerangelegenheiten, Öffentliche Sicherheit und 


Ordnung: Zaremba 


Freiberg 

Kreisarchiv 

Landratsamt, Urkundenstelle 
Stadtarchiv: Schubert 
Standesamt 


Freiburg im Breisgau 


Albert-Ludwigs-Universität, Universitätsarchiv: 


Dagmar Kicherer 
Kurt Bossler 
Bundesarchiv, Militärarchiv: C. Notzke 
Deutsches Volksliedarchiv: Barbara Boock 
Guido Fackler 
RA Albrecht Götz von Olenhusen 
Dr. Herbert Hauser 
Institut Francais: Victor Hell 
Eckhard John 
Emil Koch 
Kurt von der Nüll 
Sophie Philipp 
Prof. Dr. Albrecht Riethmüller 
Dr. Thomas Salb 
Prof. Dr. h. c. Gustav Scheck 
Hans Sellschopp 
Prof. Dr. Gerhard Splitt 
Staatliche Hochschule für Musik 


Stadtarchiv: Stadtarchivoberinspektorin A. Hefele, 


Dr. Ecker, Dr. Schadek 
Stadttheater 
Standesamt: Stöckle 
Universitätsbibliothek 
Wolfgang Weis 
Eberhard Ludwig Wittmer 


Freinsheim 
Verbandsgemeindeverwaltung 


Informationshelfer 10024 





01691 Freital 
Landratsamt Weißeritzkreis, Urkundenstelle 2: Hampel 


06630 Freyburg (Unstrut) 
Verwaltungsgemeinschaft Freyburger Land, Standesamt 


26446 Friedeburg 
Standesamt: Hoffmann 


88000 Friedrichshafen 
Stadtverwaltung, Personalamt 


66299 Friedrichsthal 
Standesamt 


99869 Friemar 
Verwaltungsgemeinschaft Nesseaue: Bürgermeister Leip 


14662 Friesack 
Landratsamt Havelkreis, Kreis- und Verwaltungsarchiv: 
Siegfried 


78665 Frittlingen 
Dr. Everett Helm 


34560 Fritzlar 
Stadtarchiv: Stadtarchivar Lohmann 


36000 Fulda 
Elisabeth Kollmann 
Rabanus-Maurus-Schule: Trousil, Schulleiter 
Stadtarchiv: Beate Kann 


16798 Fürstenberg (Havel) 
Der Stadtarchivar: Horst Korsinski 


82256 Fürstenfeldbruck 
Stadtverwaltung 


15517 Fürstenwalde an der Spree 
Bürgerbüro: Schwanke 
Städtisches Museum: F. Wilke 
Standesamt: Wosseng 


90700 Fürth 
Einwohner- und Wahlamt 


Informationshelfer 


10025 





64654 


87629 


39579 


82467 


18574 


82131 


75391 


98708 


73301 


04643 


45800 


Stadtarchiv. E. Ammon 


Fürth / Odenwald 
Standesamt 


Füssen 
Standesamt: Rösel 


Garlipp 
Ortschronistin Helma Schütze 


Garmisch - Partenkirchen 
Archiv: Toni Neidlinger 
Bürgermeisteramt 

Leopold von Schenckendorff 


Garz 
Standesamt: Maaske 


Gauting 


Einwohnermeldeamt: Kirnberger 


Gemeindeverwaltung 
Wilhelm Grimm 
Ludwig Kusche 


Gechingen 
Standesamt 


Gehren 


Verwaltungsgemeinschaft "Langer Berg", Standesamt: 


Domhardt 


Geislingen an der Steige 
Ordnungsamt 
Standesamt 


Geithain 
Stadtarchiv: S. Lang 


Gelsenkirchen 
Bürgerservice: J ablonowski 


Stadtarchiv/Institut für Stadtgeschichte: 
Dieter Host, Dr. Priamus, Traud 


Standesamt: Schuchna 


Informationshelfer 10026 





77723 Gengenbach 
Ortsverwaltung Bermersbach 


07500 Gera 
Stadtarchiv: Brodale 
Standesamt: Ebert, Kroner 


06347 Gerbstedt 
Verwaltungsgemeinschaft, Standesamt: Bröhl 


82110 Germering 
Stadtverwaltung 
Standesamt: Müller 


97441 Gerolzhofen 
Verwaltungsgemeinschaft: Pfister 


01920 Gersdorf - Möhrsdorf 
Verwaltungsverband Hügelland/Westlausitz, 
Einwohnermeldeamt: Reppe 


17268 Gerswalde 
Der Amtsdirektor, Standesamt: Pringal 


98716 Geschwenda 
Christel Hildebrand im Auftrag der Gemeinde 


58285 Gevelsberg 
Stadtarchiv 


89526 Giengen an der Brenz 
Amt für Einwohnermeldewesen: Kluß 


35300 Gießen 
Amt für öffentliche Ordnung 
Büro für Presse, Information und Service 
Magistrat, Hauptamt, Lohnsteuerkartenstelle: Wagner 
Stadtarchiv: Dr. L. Brake 
Stadttheater Gießen 
Standesamt: Wißner, Peiter 


38518 Gifhorn 
Volkart Brand 
Der Stadtdirektor 


Informationshelfer 10027 





45900 Gladbeck (Westfalen) 
Stadtarchiv 
Hans Wiltberger 


49219 Glandorf 
Markus Heuger 


63864 Glattbach 
Ruth-Maria Gleißner 


08371 Glauchau 
Landratsamt Chemnitzer Land, Kreisarchiv 
(Gebührenverzicht): Plänitz, Bergt 
Landratsamt Chemnitzer Land, Urkundenstelle: Schreiter 
Stadtverwaltung, Chronik/Archiv: Ulbrich 


06794 Glebitzsch bei Bitterfeld 
Verwaltungsgemeinschaft "Am Strengbach", Ordnungs- 
und Sozialamt: Marx 


37130 Gleichen 
Ordnungsamt (Gebührenverzicht): Aselmann, Baete 


16548 Glienicke (Nordbahn) 
Hauptamt, Einwohnermeldeamt: Wehner 
Gerhard Ewald Rischka 


A - 2640 Gloggnitz (Niederösterreich) 
Der Bürgermeister: Prof. Reschrey 
Standesamt: Eva Schneidhofer 


24957 Glücksburg (Ostsee) 
Ordnungsamt, Meldestelle: Heuchert 


25348 Glückstadt 
Alfred Huth 
Stadtarchiv 


A - 3950 Gmünd (Niederösterreich) 
Kulturamt: Meldeamt 


19396 Goldberg 
Hauptamt, Archiv: Schmalz 


95497 Goldkronach 
Standesamt: Dannreuther 


Informationshelfer 10028 





73000 Göppingen 
Archiv und Museen: Martin Mundorff 
Standesamt 


02820 Görlitz 
Abt. Personenstandswesen 
Bischöfliches Ordinariat: Prälat Bernd Richter 
Ratsarchiv: Roland Otto 
Standesamt: Babig 


38640 Goslar 
Hans Donald Cramer 
Stadtarchiv: Albers 


S - 41328 Göteborg 
Paul Stempel 


99867 Gotha 

Amtsgericht, Nachlaßgericht: J ustizobersekretärin Zwick, 
Rechtspflegerin Rostalsky, J ustizhauptsekretärin 
Trautmann 

Einwohnermeldewesen 

Haupt- und Personalamt 

Kreis- und Stadtarchiv 

Landratsamt, Urkundenstelle: Heß 

Landratsamt, Zentralamt: Cott, Hartwich 

Sicherheits- und Ordnungsverwaltung, 
Personenstandswesen 


79288 Gottenheim 
Bürgermeisteramt 


37000 Göttingen 

Amt für öffentliche Ordnung: Einwohnermelde-Abteilung 
(Gebührenverzicht) 

Prof. Dr. Wolfgang Boetticher 

Wolf-Friedrich Merx 

Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek 

Willi Rehkopf 

Stadtarchiv: Rolf Lohmar, Ulrike Ehbrecht, 
Dr. Helga-Maria Kühn 

Standesamt 


83355 Grabenstätt 
Gemeindeamt: Schröder 


Informationshelfer 10029 





82166 Gräfelfing 
Einwohnermeldeamt: Eva Ludwig 
Heinz Freudenthal 
Walter Thomas 


99330 Gräfenroda 
Verwaltungsgemeinschaft "Oberes Geratal": Meldestelle 
(Gebührenverzicht) 
Standesamt: Lesch 


82284 Grafrath (Amper) 
Verwaltungsgemeinschaft, Archiv Schöngeising 


A - 8010 Graz (Steiermark) 

Amt für Statistik, Wahlen und Einwohnerwesen. 

Archiv der Diözese Graz-Seckau 

Prof. Günther Eisel 

Josef Kolleritsch 

Hannes Kuegerl 

Hansjörg Spies 

Stadtarchiv: Senatsrat Dr. Gerhard Marauschek 

Steiermärkische Landesbibliothek 

Steiermärkisches Landesarchiv: Dr. Elke Hammer-Luza, 
Prof. Dr. Josef Riegler 

Hans Stolz 

Universität für Musik und darstellende Kunst, Archiv: 
Dr. Helga Kaudel 

Universitätsbibliothek, Nachlaßsammlung: 
Mag. Thomas Csanädy 

Prof. Ernst-Ludwig Uray 

Vereinigte Bühnen 

Prof. Dr. Michael Walter 

Prof. Dr. Claudia Zenck 


34393 Grebenstein 
Harald W. Schäfer 


35753 Greifenstein 
Gemeindeamt 


17400 Greifswald 
Amt für öffentliche Ordnung, Einwohnermeldeabteilung: 
Schonschadowski 
Stadtarchiv: Schult, Neitzel 
Standesamt: Reichardt 
Vorpommersches Landesarchiv: 
Archivamtmann Rodig, Lamprecht 


D 1003 





die Kette ohne Ende. - 3. Baumann: Tut auf das Tor. - 4. Albert: Der 
Mensch hat nichts so eigen. - 5. von Knorr: Glückselig muß man preisen. - 
6. Weber: Daß zwei sich herzlich lieben. - 7. Hannemann: Aus meinem 
Brünnlein fließt roter und weißer Wein. - 8. Marx: Das Haus benedei ich. - 
9. Emmentaler Hochzeitstanz. - 10. W. Rein: Ich bin im dunklen Ringe der 
abertausend Dinge. - 11. Der Simelibärg. - 12. K. Marx: Die Krone gerich- 
tet. - 13. Marx: Ehelich zu werden, dienet der Erden. - 14. Marx: Daß es 
ein Wandern werden möge. - 15. Kolneder: Glück, Heil und Segen. - 16. 
Albert: Eine von allen. - 17. Volkslied: Der Kuckuck auf dem Zaune saß. - 
18. Ich trag ein goldnes Ringelein. - 19. nach Hainhofers Lautenbüchlein 
1603: Die Fisch im Wasser wohnen. - 20. Hannemann: Es fliegt ein Storch 
gen Pommerland. - 21. aus dem Oberlahnkreis: Mir gefällt das Ehstandsle- 
ben. - 22. W. Rein: Wer ein Weib freit. - 23. Kickstat: Ein Weib, da der 
Mann kein Freud an hat. - 24.W. Rein: Hollewei, hollewei, wir singen das 
schöne Lied. - 25. aus Ditmarschen: Dar weer ok mal en Hochtietsspaaß. 

Nr. 28-29. O heilig Herzland Böhmen (1939) (Hgb.: Otto Schmidt/ 
Carl Hannemann). 
1. Hensel: Wir heben unsre Hände. - 2. Witzany: Wir Bauern halten unsre 
Hand fest über deutsche Erde. - 3. Schwarz: Heute, Kameraden, heute 
treiben die Wolken noch grau. - 4. Metzner: Wenn wir singend 
marschieren mit hartem Schritt und Tritt. - 5. Brabec: Unsre Fahne ward 
aus Not. - 6. Jeletz: Was wir mit Waffen und ehernem Glauben kühnlich 
geschaffen. - 7. Baumann: Der Nebel steigt im Fichtenwald. 

Nr. 35. Jungs, nu hißt de Flaggen op! (1939). 
1. Schaad, 1915: Heute wollen wir ein Liedlein singen. - 2. von Knorr: 
When the sun shines bright to-day. - 3. W. Rein: Wohlauf, Kameraden, ins 
Boot, ins Boot. - 4. Hannemann: Wir sind die Torpedomatrosen, die 
schneidigsten Kerle der Welt. 

Nr. 101. Lieder aus dem Gau Kurhessen. 

Nr. 102. Tirol. 

Nr. 103. Kärnten. 

Nr. 104-105. Lieder aus Sachsen. 

Nr. 106-107. Lieder aus allen Gauen. Gau Hamburg. 


1940 (Hgb. von Otto Schmidt und Carl Hannemann). 

Nr. 3. Arbeit, Ehre, Freiheit (= Blatt 3, 1937). 

Nr. 7-9. Weihnacht (= Blatt 7-9, 1937) 

Nr. 23-27. Ehelich zu werden, dienet der Erden (= Blatt 43-49, 
1942). Vgl. 1939 

Nr. 28-29. O heilig Herzland Böhmen (= Blatt 28-29, 1939). 

Nr. 30. Der Führer hat gerufen (= Blatt 30, 1937). 

Nr. 31. Wenns die Soldaten durch die Stadt marschieren (= Blatt 31, 
1937). 

Nr. 32-33. Vivat, jetzt geht's ins Feld. (= Blatt 32-33, 1937) 

Nr. 34. Weit laßt die Fahnen wehen (= Blatt 34, 1937). 

Nr. 35. Jungs, nu hißt de Flaggen op! (= Blatt 35, 1939). 

Nr. 36. Im ganzen Land marschieren nun Soldaten (= Blatt 29, 
1937). 


Informationshelfer 10030 





07973 Greiz 
Einwohnermeldeamt: Fiedler 
Landratsamt, Urkundenstelle 1: Lindner 


48268 Greven 
Der Bürgermeister 


23931 Grevesmühlen 
Landkreis Nordwestmecklenburg, Kreisarchiv: Arndt 


| - 22011 Griante-Cadenabbia (Como) 
Ulrich Baumgarten 


64347 Griesheim 
Standesamt: Lochmann-Ritter 


04662 Grimma 
Landratsamt Muldentalkreis, Amt Personenstandswesen: 
Streller 
Landratsamt Muldentalkreis, Archiv Wurzen: Podstufka 
Landratsamt Muldentalkreis, Urkundenstelle Wurzen 
Stadtarchiv. Schön 


18507 Grimmen 
Standesamt: Wehlitz 


06184 Gröbers 
Verwaltungsgemeinschaft "Kabelske-Tal", 
Standesamt: Stephan 


22956 Grönwohld Krs. Stormarn 
Katharina Helms 


71723 Großbottwar 
Hermann Blume 


98701 Großbreitenbach 
Verwaltungsgemeinschaft, Standesamt: Herrmann 


99991 Großengottern 
Verwaltungsgemeinschaft "Unstrut-Hainich", 
Standesamt: Schneider 


26197 Großenkneten 
Klaus Bigalke 
Der Gemeindedirektor 


Informationshelfer 10031 





64505 Groß - Gerau 
Einwohnermeldeamt 
Standesamt: Luley 


01909 Großharthau 
Bürgermeisteramt 


56276 Großmaischeid 
Gemeindeverwaltung 
Maria und Manfred Meurer 


04463 Großpösna 
Gemeindeverwaltung, SB Ordnung/Sicherheit: E. Zschörnig 


38822 Groß - Quenstedt 
Standesamt: Friedrich 


01983 Großräschen 
Standesamt: Prillwitz 


16348 Groß Schönebeck (Schorfheide) 
Standesamt: Ludwig 


82031 Grünwald 
Bernhard Eichhorn 
Einwohnermeldeamt (Gebührenverzicht): Gams 


03172 Guben 
Stadtarchiv: Richter 
Standesamt: Kieschke, Wachsmann 


51600 Gummersbach 
Der Stadtdirektor: Leisner 
Einwohnermeldeamt (Gebührenverzicht) 
Friedhofsamt 
Katholische Kirchengemeinde St. Franziskus 


A - 2352 Gumpoldskirchen 
Prof. Elisabeth Ziegler 


89312 Günzburg 
Stadtarchiv 


21514 Güster 
Gemeindeverwaltung 


Informationshelfer 10032 





18271 Güstrow 
Stadtverwaltung, Archiv: Wendt 
Standesamt: Vetter 


39326 Gutenswegen 
Jürgen Kanstorf 


33330 Gütersloh 
Amt für öffentliche Ordnung, Einwohnermeldestelle: Voß 
Kulturdezernat: Blom, Ochs 
Heimatkundliches Archiv: Erich Pott 
Stadtarchiv: Stephan Grimm 


83527 Haag in Oberbayern 
Standesamt: Seidel 


72760 Haan 
Einwohnermeldeamt (Gebührenverzicht): Valbert 


85540 Haar 
Einwohnermeldeamt: Sowada 


58000 Hagen 
Pfarrer Wolfram Gräwe 
Stadtarchiv (Historisches Centrum): Dietz, A. A. Braune 
Standesamt I (Gebührenverzicht): Oschmann, Rober 
Westfälisches Musikarchiv 
Zentrales Bürgeramt. Schlichter 


49170 Hagen am Teutoburger Wald 
Standesamt 


38820 Halberstadt 
Stadtarchiv: Bremer 


39340 Haldensleben 
Kreis- und Stadtarchiv, Außenstelle Wolmirstedt: Wilke 
Landkreis Ohrekreis, Ordnungsamt: Lindner, Preuße 


87490 Haldenwang 
Gemeindeverwaltung 


A - 6060 Hall (Tirol) 
Stadtamt, Friedhofverwaltung: Pfohl 


Informationshelfer 10033 





06100 Halle (Saale) 
Amtsgericht: Neumann 
Einwohner- und Statistikamt: Bornschein, Westhusen 
Karin Maier geb. Knobbe 
Stadtarchiv: Ullrich, Ralf Jacob 
Standesamt: Labenz, Breede 
Universitätsbibliothek 


25489 Halstenbek 
Jochem Wolff 


45721 Haltern 
Dr. Ulrich Bartels 


67434 Hambach an der Weinstraße 
Stadtverwaltung 


20000 Hamburg 

Amt für zentrale Meldeangelegenheiten, Harburg: Dötsch, 

Borchert, Scharnetzky, Willers, Withohn, Jira 

Amtsgericht, Abt. Todeserklärungen: 
Urkundsbeamtin Friedrich 

Archiv der J ugendmusikbewegung 

Prof Dr. Hans G. Bammer 

H. A. Berinson 

Albert Bittner 

Herbert Böhme 

Brahmsgesellschaft: Ingrid Zinnow 

Dr. Alfred Clayton 

Felix-Eberhard von Cube 

Deutsches Schauspielhaus: 
Verwaltungsdirektor, Chefdramaturg 

Inge Döring 

Prof. Hans Wilhelm Dürr 

Einwohner-Zentralamt (Gebührenverzicht): 
Mikat, Hameister, Kolman 

Adolf Fecker 

Dr. Sophie Fetthauer 

Kurt Fiebig 

Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger, 
Hauptvorstand 

W. Georgy 

Dr. Friedrich von Gizycki 

Alex Grimpe 

Hamburger Lehrerbibliothek, Bibliothek des Instituts für 
Lehrerfortbildung und des Staatlichen Studienseminars 

Hapag-Lloyd AG., Public Relations: Hans-) ürgen Capell 


Informationshelfer 10034 





Hannes Heer 

Kurt Hofmann 

Roswitha Kobabe 

Dr. Hans Koeltzsch 

Hans Martin Majewski 

Musikarchiv der Gesellschaft für pommersche Geschichte, 
Altertumskunde und Kunst 

Musikverlage Benjamin: W. Peters 

Musikverlage Hans Sikorski 

Paul-Walter-) acob-Archiv: Dr. Fritz Pohle 

Hans Poser 

Hubert Rübsaat 

Siegfried Scheffler 

Franko Schmidt 

Oskar Fritz Schuh 

See-Berufsgenossenschaft: Naumann 

Staatsarchiv: Dr. Eckardt, Hella Olcay, Ulf Bollmann, 
Ahrens 

Staats- und Universitätsbibliothek: Stefanie Töppel, 
Dr. Jürgen Neubacher 

Stadtarchiv Harburg 

Otto Tenne 

Universität, Institut für Musikwissenschaft: 
Prof. Dr. Peter Petersen 

Gisela Wagner 

Andreas Willscher 

Susan Witt-Stahl 

Winfried Zillig 


31700 Hameln 
Manfred Arendt 


Stadtarchiv 
Standesamt: Wudke 


59000 Hamm 
Bürgeramt: Dreimann, Borkmann 


57577 Hamm (Sieg) 
Stadtverwaltung 


63400 Hanau 
Uwe Sandvoß 
Stadtarchiv: Dr. Günter Rauch, Monika Rademacher 
Standesamt: Herold, Noack 


30000 Hannover 
Walther Bergmann 


Informationshelfer 10035 





Ludwig Dietz 

Prof. Wilhelm Dürr 

Prof. Dr. Richard J akoby 

Landeskirchliches Archiv: Wojte 

Landestheater 

Gerhard Maerlender 

Prof. Rudolf Metzmacher 

Niedersächsische Landesbibliothek (Gottfried Wilhelm 
Leibniz Bibliothek): Sigrid Lange 

Niedersächsisches Hauptstaatsarchiv: Christian Börner 

Ordnungsamt: Jung 

Dr. Marc-Andr& Souchay 

Stadtarchiv: Christine Peters, Dr. Kreter, W. Heine, M.A., 
Dr. Mechler, Stadtamtsrat Zimmermann 

Stadtbibliothek: Henning 

VW-Stiftung 

Dr. Brigitta Weber 


34346 Hannoversch Münden 
Der Stadtdirektor 


S - 87100 Harnösand 
Johannes D. Degen 


21698 Harsefeld 
Gemeindearchiv: Gerhard Brunkhorst 


06493 Harzgerode 
Standesamt: Reckziegel 


38899 Hasselfelde (Harz) 
Kurverwaltung: Jutta Wenzel 


65795 Hattersheim am Main 
Standesamt 


45500 Hattingen (Ruhr) 
Stadtarchiv 
Standesamt. Beinroth 


37197 Hattorf am Harz 
Einwohnermeldeamt 


76846 Hauenstein 
Einwohnermeldeamt: Kerner 


Informationshelfer 


10036 





36166 


S - 62011 


USA - 19041 


72379 


38277 


69100 


89500 


65321 


24632 


74000 


Haunetal 
Gemeindevorstand: Huff 


Havdhem 
Bergljot & Gunnar Bucht 


Haverford, PA. 
Daniel Gillis 


Hechingen 
Stadtverwaltung 
Otto Werner 


Heere (Landkreis Wolfenbüttel) 
Der Bürgermeister: Kippenberg 


Heidelberg 

Alfons Beil 

Johannes Bigalke 

Bürgeramt Mitte (Gebührenverzicht): Studer 
Prof. Wolfgang Fortner 

Prof. Gerhard Frommel 

Dr. Herbert Haag 

Theodor Hausmann 

Musikverlag Hochstein 

Musikverlag Willy Müller 

Dr. Thomas Schipperges 

Prof. Hans-Helmut Schwarz 

Stadtarchiv: Archivoberinspektorin Diana Weber 
Süddeutscher Musikverlag 
Universitätsbibliothek: Dr. Horst Neu-Zuber 


Heidenheim an der Brenz 

Förderverein für Neue Musik e. V.: Werner Glatzle 
Stadtarchiv 

Standesamt (Gebührenverzicht): Scholtz 


Heidenrod - Laufenselden 
Standesamt: Dattner 


Heidmoor 
Otto-Ackermann-Archiv e. V.: Gert Fischer 


Heilbronn 

Bürgeramt: Birnstiel 

Dr. Manfred Heidler 

Stadtarchiv: Archivrätin Dr. Schlösser, Hirschmann, 


Informationshelfer 10037 





Archivamtsrat Weckbach 
Standesamt: Hoffmann 
KMD Prof. Fritz Werner 


42570 Heiligenhaus bei Velbert 
Der Stadtdirektor 


32760 Heiligenkirchen (Detmold) 
Dr. Karl H. Wörner 


91560 Heilsbronn 
Stadtverwaltung 


52525 Heinsberg 
Standesamt (Gebührenverzicht) 


30900 Hellendorf (Hannover) 
Karl Meinberg 


95233 Helmbrechts 
Stadtverwaltung 


38350 Helmstedt 
Archiv: Ammon, Müller 


21745 Hemmoor 
Der Bürgermeister: Kuhlcke 


53773 Hennef (Sieg) 
Standesamt 


16761 Hennigsdorf 
Archiv und Ausstellungszentrum: U. Jainz 
Einwohnermeldeamt: Vogel 


88634 Herdwangen-Kleinschönach 
Donata Höffer Franke 


32000 Herford 
Archiv der Stadt und des Kreises Herford: 
Christoph Laue, M.A. 
Prof. Dr. Roland Günter 
Nordwestdeutsche Philharmonie, Geschäftsstelle 


88145 Hergatz 
Einwohnermeldeamt: Karg 


Informationshelfer 10038 





17420 Heringsdorf, Seebad 
Gemeindeverwaltung: Adler 


A - 9620 Hermagor (Kärnten) 
Der Bürgermeister: J amritsch 


44600 Herne 
Ulrich Blomann 
Klaus Riechmann 
Stadtarchiv: Hildebrandt, Koch 
Standesamt: Brenke 


82211 Herrsching am Ammersee 
Gemeindeamt: Kant 
Erich Lauer 
Standesamt: Sterl 


91214 Hersbruck 
Stadtarchiv: Stadtarchivar Albert Geng 


45701 Herten 
Standesamt: Sopka 


04916 Herzberg 
Kreisarchiv des Landkreises Elbe-Elster 


72513 Hettingen Landkreis Sigmaringen 
Stadtverwaltung: Kallweit 


63150 Heusenstamm 
Der Magistrat: Simunek, Keller 


57271 Hilchenbach 
Brüder-Busch-Gesellschaft e. V.: Wolfgang Burbach 
Stadtarchiv: Stadtarchivar Reinhard Gämlich 


98646 Hildburghausen 
Kreisarchiv 
Landratsamt, Urkundenstelle: Dodeik 
Meldebehörde 
Karl-Heinz Roß, Sachverständiger für Genealogie, Regional- 
und Kirchengeschichte 


40700 Hilden 
Einwohnermeldeamt 
Standesamt: Becker 


Informationshelfer 


10039 





31100 


A- 2325 


92242 


29456 


DK - 9800 


62239 


68766 


26691 


95000 


65719 


92277 


A - 6845 


06679 


Rudolf Wilde 


Hildesheim 
Ilse Schotte 
Stadtarchiv und Stadtbibliothek 
Standesamt 


Himberg (Niederösterreich) 
Der Bürgermeister Erich Klein, Csida 


Hirschau (Oberpfalz) 
Stadtverwaltung: Piehler 
Standesamt 


Hitzacker (Elbe) 
Bürgeramt: Winkelmann 


Hjgrring 
Kommune Butik: Palle Thomsen 


Hochheim am Main 
Standesamt: Marcheel 


Hockenheim 
Standesamt: Brüning 


Hodenhagen 
Einwohneramt: Fegebank, Dehnbostel 


Hof (Saale) 

Bürgeramt 

Stadtarchiv: I. Fliedner, Händel 
Standesamt (Gebührenverzicht): Nennstiel 


Hofheim am Taunus 
Friedrich Hofmeister Musikalienverlag 


Hohenburg (Landkreis Amberg-Sulzbach) 
Standesamt: Dertinger 


Hohenems (Vorarlberg) 
Stadtarchiv: Hans Schöpf 


Hohenmölsen 


Evangelisches Pfarramt: Gemeindekirchenrat Bergner 


Hauptamt: Kohlbach 


D 1004 





Nr. 108-109. O heilig Herzland Böhmen (= Blatt 28-29, 1939). 
Nr. 110. Lieder aus dem Gau Schleswig-Holstein. 


1941 
Nr. 37-38. Arbeit, Ehre, Freiheit. Vgl. Blatt 3, 1937. 

1. aus der Kampfzeit: Brüder in Zechen und Gruben. - 2. von Knorr: Tritt 
heran, Arbeitsmann. - 3. Sotke: Auf, hebt unsre Fahnen. - 4. H. Beutel: 
Wir stehn am Werk, das Werk ist gut. - 5. Blumensaat: Alle stehen wir 
verbunden. - 6. Altendorf: Was fragt ihr dumm. - 7. Weber: Hörst du den 
Schritt? - 8. Lahusen, 1930: Lever dod as Slav. Kanon. - 9. Sotke, 1932: 
Über die Straßen Kolonnen ziehn. 


1942. 

Nr. 39-42. Ein fröhlich Herz, ein fester Sinn. 
1. Baumann: Ein fröhlich Herz, ein fester Sinn. - 2. Baumann: So fröhlich 
wie der Morgenwind. - 3. Baumann: Da kommt der helle Tag herein. - 4. 
Napiersky: Früh am Morgen . - 5. aus dem Bonner Liederblatt, 1912: Ich 
ging an einem Frühmorgen. - 6. schwedisch: Im Frühtau zu Berge. - 7. 
aus Ditfurth, "Fränkische Volkslieder", 1855: Auf, du junger 
Wandersmann. - 8. aus Nordböhmen: Auf, auf, ihr Wandersleut! - 9. aus 
Kärnten, nach einer Aufzeichnung von Karl Liebleitner: Auf, auf zum 
fröhlichen Jagen. - 10. aus dem Schönhengstgau, aufgez. von W. Hensel: 
Wenn ich morgens früh aufsteh. - 11. aus "Der Zupfgeigenhansl": Wohlan, 
die Zeit ist kommen. - 12. W. Hensel nach einem schles. Volkslied: Jetzt 
geht es in die Welt. - 13. Ich wollt ein Bäumlein steigen, - 14. aus 
Hohenlohe: Die Vöglein im Walde. - 15. Rahlfs: Auf der Lüneburger Heide. 
- 16. Es blies ein Jäger. - 17. Der Jäger in dem grünen Wald. - 18. Ein 
Schifflein sah ich fahren. - 19. zur Melodie der Rewelge: Es leben die 
Soldaten. - 20. nach dem 2. westfälischen Liederblatt, 1913: Regiment 
sein Straßen zieht. - 21. aus Ostpreußen: Der Preußen König. - 22. altes 
Gesellenlied: Handwerksburschen Abschied. 

Nr. 43-49. Ehelich zu werden, dienet der Erden (1942). Inhalt wie 
Nr. 23-27/1939. 

Nr. 50-54. Ein Kindlein kam zur Welt, ob uns das nicht gefällt 
(1942). 
1. Blumensaat: Lobet der Berge leuchtende Firne. - 2. Hannemann: Die 
bunte Bauernwiege. - 3. Baumann: Wind vom Acker und vom Korn. - 4. 
Spitta: Erde schafft das Neue. - 5. Spitta: Du bist die Kette ohne Ende. - 
6. Blumensaat: Alle stehen wir verbunden. -7. Spitta: Du mein Volk. - 8. 
Nowottny: Das Blut, dem du entsprossen. Kanon. - 9. Hannemann: Wo 
immer das Leben erglommen. - 10. Baumann: Haltet eurer Herzen Feuer 
wach. - 11. Twittenhoff: Ein Kindlein ist geboren. - 12. Baumann: Kommt 
gelaufen ohne Schnaufen. - 13. W. Rein: Ein Kindlein kam zur Welt. 
Kanon. - 14. Marx: Nun ist es da, das junge Reis. - 15. 14. Jh: So kommt 
zur Wiege heut. - 16. Hannemann: Der Wind weht in den Zweigen. - 17. 
Wolters: Wenn eine Mutter ihr Kindlein tut wiegen. - 18. Napiersky: Wo 
die Mütter Liebe geben. - 19. Marx: Eine Mutter geht in die Welt hinein. - 
20. Lahusen: Muttertreu ist unergründt. Kanon. - 21. Marx: An die Mutter. 


Informationshelfer 10040 





82069 Hohenschäftlarn 
Einwohnermeldeamt (Gebührenverzicht): Kochs 


09331 Hohenstein - Ernstthal 
Stadtarchiv: S. Günther 


36381 Hohenzell über Schlüchtern 
Ernst Karl Rößler 


37603 Holzminden 
Rechtsamt: Bernhard Hennigfeld 
Stadtarchiv: Dr. Matthias Seeliger 
Standesamt: Dörrier 


34576 Homberg (Efze) 
Standesamt 


35315 Homberg (Ohm) 
Der Magistrat 


66424 Homburg (Saar) 
Standesamt: Groble 


61343 Homburg vor der Höhe 
Standesamt: Reuter 


A - 3580 Horn (Niederösterreich) 
Der Bürgermeister: Alexander Klik 


78132 Hornberg 
Standesamt: Reeb 


24980 Hörup 
Konrad Vogelsang 


37671 Höxter 
Friedrich Leipoldt 
Stadtarchiv 


42491 Hückeswagen 
Einwohnermeldeamt 


35410 Hungen 
Magistrat 


Informationshelfer 10041 





50354 Hürth (Rheinland) 
Prof. Hermann Schroeder 


24975 Hürup 
Der Amtsvorsteher: Stolzenberg 


85813 Husum (Nordsee) 
Stadtarchivar Holger Borzikowsky 
Stadtverwaltung 


89335 Ichenhausen 
Standesamt 


82057 Icking (Isartal) 
Bürgermeisteramt: Bürgermeister Stocker 


65510 Idstein 
Der Magistrat: Stübing 
Standesamt: Fritz 


86859 Igling 
Verwaltungsgemeinschaft: Freudling 


99768 IIfeld 
Verwaltungsgemeinschaft "Hohnstein/Südharz", 
Standesamt: Friedel Ibe 


89171 Illerkirchberg 
Bürgermeisteramt 


89252 Illertissen 
Provinzverwaltung der Schulbrüder: Bruder August Hettich 


92278 IlIschwang 
Standesamt (Gebührenverzicht): Schneider 


98693 Ilmenau 
Landratsamt Ilm-Kreis, Außenstelle, Kreisarchiv: Kaßner 
Stadtverwaltung, Einwohnermeldewesen: Boger 


38871 Ilsenburg (Harz) 
Verwaltungsgemeinschaft, Standesamt: Lüttge 


A - 6460 Imst 
Stadtamtsdirektor Dr. Richard Luxner 
Franz Treffner jr. 


Informationshelfer 10042 





55218 Ingelheim 
Dieter Hoffmann 
Annegret Landgraf 


85047 Ingolstadt 
Stadtarchiv: Edmund Hausfelder, Manfred Daser 


82266 Inning am Ammersee 
Prof. Werner Egk 


A - 6020 Innsbruck (Tirol) 
Stadtarchiv: Senatsrat Dr. Franz-Heinz Hye 
Tiroler Landesarchiv: Dr. Wilfried Beimrohr, Pajk, Weber 


39167 Irxleben 
Verwaltungsgemeinschaft Hohe Börde, 
Standesamt: Blancke 


58600 Iserlohn 
Einwohnermeldeamt: Dworzak 
Standesamt I: Prior 


A - 6300 Itter Post Wörgl (Tirol) 
Gemeindeamt 


25524 Itzehoe 
Amtsgericht, Abt. Todeserklärung 
Gemeinsames Archiv des Kreises Steinburg und der Stadt 
Itzehoe: Puymann 
Prof. Otto Spreckelsen 
Standesamt: Renner 


F- 88600 Ivoux, La Chapelle devant Bruyeres 
Udo Büntgen 


USA - 39206 Jackson, Mississippi 
Stephen V. Gallup 


07740 Jena 
Amtsgericht, Abt. Nachlaßsachen 
Hans-Georg Burghardt 
Einwohner- und Meldeamt: Rink 
Fritz Spindler 
Wolfgang Spindler 
Stadtarchiv: Mann 
Urkundenstelle: Kautz 


Informationshelfer 10043 





IL- 91040 Jerusalem 
Yohanaan Boehm 
Herbert Freeden 
Chemjo Vinaver 


82287 Jesenwang 
Gemeindeverwaltung 


21266 J esteburg 
Die Bürgermeisterin: Reddig 


98631 JÜchsen / Thüringen 
Evangelisch-Lutherisches Pfarramt: Pfarrer Rüdiger Worbes 
Gemeindeverwaltung: Bürgermeister Brehme 


14913 J Üterbog 
Stadtarchiv: CHristine Illlesch 
Standesamt: Mating 


67600 Kaiserslautern 
Bürgercenter, Melderegister (Gebührenverzicht): 
Sieglinde Mock-Lehmann 
Karl Gorvin 
Polizeipräsidium 
Stadtarchiv: Kämmer 
Standesamt Mitte: Westenburger, Sattel 
Standesamt Süd 


67169 Kallstadt (Pfalz) 
Gabriele Weiß-Wehmeyer 


A - 2391 Kaltenleutgeben 
Meldeamt: Elisabeth Graf 


59174 Kamen 
Dr. Jan Böcker 


01911 Kamenz (Sachsen) 
Einwohnermeldeamt 
Stadtarchiv: Fr. M. Herrmann 


47475 Kamp - Lintfort 
Peter Böhm 


07334 Kamsdorf (Landkreis Saalfeld/Rudolstadt) 
Standesamt: Möbius 


Informationshelfer 10044 





77876 Kappelrodeck 
Dr. Peter Ruf 


85757 Karlsfeld 
Einwohnermeldeamt 


76000 Karlsruhe 

Amt für Einwohnerwesen (Gebührenverzicht) 

Badische Landesbibiothek: Dr. Martina Rebmann, Bauer, 
Eva Zilova 

Badisches Staatstheater 

Bezirksärztekammer Nordbaden: Steinmeier, Weiß 

Bibliothek der Technischen Hochschule 

Brüder-Busch-Archiv: Dr. Jürgen Schaarwächter 

Bürgerservice und Sicherheit: Holzer 

Karl Cerff 

Generallandesarchiv: Amtsinspektor Hennhöfer, 
Archivdirektor Dr. John 

Erwin Grosse 

Elisabeth Pracht 

Erich Sauerstein 

Stadtarchiv 

Stadtbibliothek, Archiv, Sammlungen: Sauer; Dr. Schnitt 

Standesamt (Gebührenverzicht): Lieder 

Prof. Dr. Isolde Vetter 

Wolfgang Wendel 


34100 Kassel 
Bärenreiter-Verlag: Barbara Scheuch-Vötterle, Christine 
Quentin, Johannes Mundry 
Otto Besch 
Günter Edelmann 
Einwohner- und Standesamt (Gebührenverzicht) 
Dr. Richard Greß 
Dr. Harald Heckmann 
Mitteldeutscher Sängerbund e. V. 
Staatstheater 
Stadtarchiv (Gebührenverzicht): Krenz, Klaube 
Standesamt (Gebührenverzicht): Grede, Eisenberg 
Irmela Trieschmann 
Ursula Wosche, geb. Steinbach 


56284 Kastellaun 
Standesamt: Lang 


92280 Kastl bei Amberg (Oberpfalz) 
Einwohnermeldeamt 


Informationshelfer 10045 





86912 Kaufering 
Standesamt: Brugmoser, Zink 


77694 Kehl 
Hanauer Museum: Hartmut Stüwe 
Stadtkapelle Harmonie e. V. Kehl-Sundheim 
Dr. Yvonne Woehrlin 


87400 Kempten (Allgäu) 
Stadtarchiv: Dr. Franz Rasso Böck, R. L. Riedel 
Standesamt 


54344 Kenn 
Einwohneramt 
Prof. Dr. Hans Sabel 


GB - HA3ORQ Kenton, Middx. 
Irene Lawford, BA. 


79341 Kenzingen 
Hauptamt 
Stadt- und Feuerwehrkapelle 


50100 Kerpen 
Dr. Jürgen und Brigitte Schuckelt 


24100 Kiel 

Amtsgericht: Richter Bill 

Bibliothek des Instituts für Weltwirtschaft an der 
Universität 

Bürgeramt: Posing, Sabine Awolin, Ilka Dernedde 

Einwohnermeldeamt: Schöning 

Heinrich Grahl 

Oliver Kopf, M. A. 

Willi Kröger 

Personalamt 

Prof. Edgar Rabsch 

Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek 

Prof. Dr. Bernd Sponheuer 

Stadtarchiv: Klüver 

Stadtgemeinschaft Tilsit e. V. 

Universität, Institut für Musikwissenschaft 

Universität, Institut für Slawistik 

Claus Woschenko 


A - 3470 Kirchberg am Wagram (Niederösterreich) 
Standesamt: Eder 


Informationshelfer 10046 





57548 Kirchen (Sieg) 
Verbandsgemeindeverwaltung 


35274 Kirchhain 
Standesamt: Sohn 


73230 Kirchheim unter Teck 
Werner Gneist 
Stadtarchiv 
Standesamt 


85551 Kirchheim bei München 
Horst Peter Kampmann 


97199 Kirchzarten (Breisgau) 
Prof. Dr. Dietrich Edler von Bausznern 


A - 6370 Kitzbühel (Tirol) 
Ev. Pfarramt St. Andreas 
Stadtamt: Erich Brettauer 
Standesamt 


97318 Kitzingen 
Stadtarchiv: Doris Badel M. A. 


A - 9020 Klagenfurt (Kärnten) 
Dr. Gerhard Anderluh 
Kärntner Landesarchiv: Dr. Wilhelm Wadl, 
Hofrat Dr. Alfred Ogris 
Kärntner Landeskonservatorium, Bibliothek: 
Dr. Wolfgang Benedikt 
Ine Korak 
Kulturamt 
Magistrat, Abt. Bevölkerungswesen: Werner Kogler 


18838 Klausdorf 
Amt Am Mellensee, Standesamt 


24147 Klausdorf 
Enken Jacobsen 


66271 Kleinblittersdorf 
Der Bürgermeister als Ortspolizeibehörde 


14533 Kleinmachnow 
Gemeindeamt, Zentrale Steuerung: Wehle, J. Piekarski 


Informationshelfer 10047 





Einwohnermeldeamt: Mühl 


19336 Kletzke 
Standesamt: Sonntag 


76889 Klingenmünster 2 
Pfalzklinik Landeck 


75438 Knittlingen 
Standesamt: Krüger 


DK - 1154 Kabenhavn 
Dansk Musik Informations Center: Bendt Viinholt Nielsen 


56000 Koblenz 

Amt für Statistik und Einwohnerwesen 

Bundesarchiv: Filmabteilung u. a. 

Landeshauptarchiv: Scheugenpflug 

Landeshauptarchiv, Außenstelle Rommersdorf mit 
Stadtarchiv Neuwied: Esch 

Catharina Münnich 

Stadtarchiv: Peter Kleber, Hans Josef Schmidt, 
Michael Koelges, Habrock 

Stadtbibliothek 

Standesamt: Geisen, Kellner 

Theater der Stadt Koblenz, Verwaltung 


99625 Kölleda 
Ralf Lemser 
Stadtverwaltung 


50000 Köln 

Amt für Statistik und Einwohnerwesen: Hessel-Becker, 
Heinz-Dieter Schnieders 

Der Oberstadtdirektor 

Christian Detig 

Deutscher Sängerbund: Dr. Franz-Josef Ewens 

Deutsche Welle, Musikabteilung: Erich Winkler 

Karl Foltz 

Georg Haentzschel 

Paul Haletzki 

Walter Hammerschlag 

Historisches Archiv der Stadt (Gebührenverzicht): 
Fey, Dr. G. Wegener 

Mauricio Kagel 

Dr. Stefan Kames 

Prof. Dr. Heinrich Lemacher 


Informationshelfer 10048 





Ernst-Wilhelm Lindow 

Kirchenmusikdirektor Klaus Linkenbach 

Prof. Georg Meistermann 

Musikverlag Kistner & Siegel 

Musikverlage Hans Gerig 

Prof. Dr. Otto zur Nedden 

NS-Dokumentationszentrum: Erwin In het Panhuis, 
Barbara Kirschbaum 

Prof. Siegfried Palm 

Prof. Rudolf Petzold 

P. J. Tonger Musikverlag Rodenkirchen 

Dr. Hans Prolingheuer 

Manuel Schiffbauer 

J utta Rosen-Schintz 

Prof. Dr. Marius Schneider 

Prof. Dr. Alphons Silbermann 

Staatliche Hochschule für Musik Rheinland: 
ASTA, Bibliothek 

Standesamt: Seidel, 

Dr. Klaus Unger 

Universitäts- und Stadtbibliothek 

Westdeutscher Rundfunk, Historisches Archiv: 
Dieter Christ, Norbert Barwick, Dr. Birgit Bernard 


97486 Königsberg (Bayern) 
Stadtarchiv: Schneider 


78126 Königsfeld im Schwarzwald 
Otto Daube 
Einwohnermeldeamt: Kornelia Rigoni 
Standesamt 


38154 Königslutter am Elm 
Der Stadtdirektor 


61462 Königstein im Taunus 
Der Standesbeamte 
Stadtverwaltung 


53639 Königswinter 
Deutsches Kultur- und Bildungszentrum e. V.: R. Dahs 
Landsmannschaft Schlesien, Bundesgeschäftsführung 
Standesamt: Ruttert 


15711 Königs Wusterhausen 
Standesamt/ Urkundenstelle: Hebert 


Informationshelfer 10049 





06420 Könnern (Kreis Bernburg) 
Verwaltungsgemeinschaft, Standesamt: Fabisch 


78400 Konstanz 
Bürgerbüro (zunächst Gebührenverzicht) 
Marc-Wilhelm Kohfink 
Stadtarchiv: Prof. Dr. Helmut Maurer, Beyer, 
Norbert Fromm, Kuthe 
Standesamt: Gensler 


71404 Korb (Remstal) 
Standesamt: Körner 


70825 Korntal - Münchingen 
Johannes Rietz 
Standesamt I: Büsing 


70803 Kornwestheim 
Einwohnermeldeamt 
Standesamt: Spanntig 


52441 Körrenzig 
Peter Brungs 


85092 Kösching 
Standesamt 


06366 Köthen (Anhalt) 
Verwaltungsgemeinschaft, Standesamt: Pierschel 


93444 Kötzting 
Amtsgericht Cham, Zweigstelle Kötzting 


PL - 30000 Kraköw 
Biblioteka Jagiellonska: Agnieszka Mietelska-Cieperska 
J anusz Zathey 


A - 6233 Kramsach (Tirol) 
Herta Ebenbichler-Kanetscheider 
Stadtverwaltung 


47000 Krefeld 
Amt für öffentliche Ordnung (Gebührenverzicht): Rinkus, 
Friedrich, Stadtamtsrat Strücken, Binger 
Der Oberstadtdirektor 
Hans Coenen 


D 1005 





Kanon. - 22. volkstümlich: Glückwunsch der Geschwister. Kanon. - 23. 
Kickstat: Goldne Wiegen schwingen. - 24. Volkslied: Und in dem 
Schneegebirge. - 25. Hannemann: Ich hab ein Reis gebrochen. - 26. von 
Knorr: Wohl geboren. Kanon. - 27. von Knorr: Von Adel ist, wer Edles tut. 
Kanon. - 28. Hannemann: Tanzliedel. - 29. Micheelsen: Lütt Kind - veel 
Glück. Kanon. - 30. Marx: Wia der Acker, so die Ruabn. - 31. aus Tirol: 
Frau Holle. - 32. Wolters: Schlaf, mein Kind. - 33. Wolters: Leis und lind. - 
34. Licht: Öwer de stillen Straten. - 35. Hannemann: Schlafe, schlafe, 
mein Kind. 


1943. 
Nr. 37-38. Arbeit, Ehre, Freiheit (= 37-38, 1941). 
Nr.39-42. Ein fröhlich Herz, ein fester Sinn (= 39-42, 1942). 
Nr. 50-54. Ein Kindlein kam zur Welt (= 50-54, 1942). 
Nr. 55-56. In den heiligen Nächten. 
Nr. 111. Württemberg-Hohenzollern. 
Nr. 116. Gau Wartheland. 


1944 

Nr. 57. Ewig lebt der Toten Tatenruhm. 
1. Hannemann: Mag sich in Trauer unsre Seele hüllen - 2. Der grimmig 
Tod mit seinem Pfeil. - 3. Erpf: Mensch, alles was du willst. - 4. Es ist ein 
Schnitter, heißt der Tod. - 5. Alles ist vergänglich. - 6. Gute Nacht, gute 
Nacht, o Welt. - 7. Du Sonne klar. - 8. Stumme: Die Sonn' geht auf und 
wieder zu. - 9. von Knorr: Das Leben stirbt, wo es beginnt. - 10. W. Rein: 
Menschen und Sterne müssen einmal sinken. - 11. Hannemann: Wir gehn 
dahin. - 12. Haydn: Tod ist ein langer Schlaf. - 13. Hannemann: Der Tod 
hat nicht gesiegt. - 14. Hannemann: Ewig, unsterblich lebt. - 15. 
Hannemann: Alle Lichter löschen aus. - 16. Wie des Feldes Blumen. - 17. 
W. Rein: Das Weinlaub wird schon rot. - 18. aus Lothringen: Deine 
Schönheit wird vergehn. - 19. Hannemann: Fahr wohl, o Vöglein. - 20. 
Ruhe in Frieden. - 21. W. Rein: Wir Toten sind nicht tot. - 22. von Knorr: 
Seele, vergiß sie nicht. - 23. Hannemann: Es leuchten die Gräber. - 24. 
Brühl: Was du sinnst, sie haben es gesonnen - 25. Baumann: Setzt ihr 
euren Helden Steine. - 26. Hannemann: Alle Mütter in der Welt. - 27. 
Marx: Was Einer ist, was Einer war. - 28. W. Rein: Einmal läßt jede Hand 
vom Pfluge. - 29 a. Wolters: Gevatter Tod. - 29 b. Hannemann: Gevatter 
Tod. - 30. aus der Iglauer Gegend: Mein Hauswirtschaft ist aus. - 31. 
Stern: Wir sahen ihn schreiten. - 32. Baumann: Eh daß der Bauer untreu 
wird. - 33. Spitta: Wir gehen als Pflüger durch unsre Zeit. - 34. Spitta: 
Erde schafft das Neue. - 35 a. Marx: Der Tod ist groß. - 35 b. Marx: Der 
Tod ist groß (Melodievariante). - 36. W. Rein: Je mehr der Stahl geglutet. - 
37. Deutschland muß leben. - 38. W. Rein: Du, Deutschland wirst bleiben. 
- 39. Stumme: Geschlechter kommen. - 40. Spitta: Du bist die Kette ohne 
Ende. - 41. Hannemann: Wo immer das Leben erglommen. - 42. 
Baumann: Haltet eurer Herzen Feuer wach. - 43. Blumensaat: Alle stehen 
wir verbunden. - 44. Baumann: Wo wir stehen, steht die Treue. - 45. 
Baumann: Und haben wir die Treue. - 46. Weiß: Treue ist das Mark der 


Informationshelfer 10050 





Stadtarchiv: Schulte, Hangebruch, Michael van Uem 
Standesamt Mitte: Markard-Klabunde 


37547 Kreiensen 
Der Gemeindedirektor: Kley 
Frauenchor von 1933: Gertrud Gehrke 


83708 Kreuth 
Gemeindeamt 


57223 Kreuztal (Westfalen) 
Bürgeramt: Friedrich 
Stadtarchiv: Siewert 


16755 Krewelin 
Dr. Klaus Muhrbeck 


96317 Kronach 
Stadtarchiv. Stadtarchivar Hermann Wich 


61476 Kronberg im Taunus 
Clara von Arnim 
Klaus Josef Conradi 
Einwohner-Meldeamt 


86381 Krumbach (Schwaben) 
Verwaltungsgemeinschaft, Standesamt: Arnold 


18225 Kühlungsborn, Ostseebad 
Meldestelle: Villbrandt 


95326 Kulmbach 
Bürgerbüro: Beilke 
Landratsamt: Kießling 
Standesamt 


36093 Künzell über Fulda 
Der Gemeindevorstand 


74635 Kupferzell 
Standesamt: Falkenstein 


66869 Kusel (Pfalz) 
Dr. Fritz Koschinsky 
Standesamt 


Informationshelfer 10051 





A - 2136 Laa an der Thaya (Niederösterreich) 
Römisch-Katholische Pfarre 
Stadtgemeinde 


30880 Laatzen 
Standesamt 


68526 Ladenburg 
Eugen Bodart 


32791 Lage (Lippe) 
Einwohnermeldeamt 


56112 Lahnstein 
Dr. Günter Hartmann 
Stadtarchiv 


77933 Lahr (Schwarzwald) 
Stadtarchiv 


31246 Lahstedt 
Bürgermeisteramt (Gebührenverzicht): Kautz 
Standesamt: Blacha 


67460 Lambrecht (Pfalz) 
Verbandsgemeindeverwaltung: Kropp 


76829 Landau in der Pfalz 
Erziehungswissenschaftliche Hochschule Rheinland-Pfalz 
Institut für Musikwissenschaft und Musik der Universität 
Koblenz-Landau: Prof. Dr. Achim Hofer 
Claudia Polloczek 
Standesamt 
Fritz Theil 


84000 Landshut 
Einwohneramt (Gebührenverzicht): Hobelsberger, 
Kaltenegger 
Stadtarchiv: Hans-Peter Bauer, Gerhard Tausche 


40764 Langenfeld (Rheinland) 
Einwohnermeldeamt: Egenbrodt-Zoglbaum 
Bürgerbüro (Gebührenverzicht) 


90579 Langenzenn 
Bürgermeister Fischer 


Informationshelfer 10052 





26454 Langeoog 
Der Gemeindedirektor, Ordnungsamt: Schröder 


06636 Laucha an der Unstrut 
Bürgermeister Ebbinghaus 


21481 Lauenburg (Elbe) 
Bürgeramt: Lange 


91207 Lauf an der Pegnitz 
Hauptamt: Zitzmann 


04874 Lausa 
Ortsverwaltung 


CH - 1000 Lausanne (Kanton Vaud) 
Francois Genoud 


36341 Lauterbach (Hessen) 
Ortspolizeibehörde 


67742 Lauterecken 
Standesamt 


64686 Lautertal 
Gemeindearchiv: Christa Scharf 


26770 Leer 
Der Bürgermeister, Bürgerbüro: Groeneveld 


07349 Lehesten (Thüringerwald) 
Standesamt: Dudziak 


70771 Leinfelden - Echterdingen 
Bürger- und Ordnungsamt: Pratzer, Launer 
Stadtarchivar Dr. Bernd Klagholz 
Standesamt Leinfelden- Echterdingen-Musberg 


04000 Leipzig 
Deutsche Bücherei (Bibliothek): Dr. Pomaßl 
Gisela Burkhardt-Mühlbach 
Gudrun Dittmann 
Fred Dittrich 
Einwohnermeldebehörde: Tantz, Christophori 
Fritz Hennenberg 
Maren Goltz 


Informationshelfer 


10053 





04701 


27809 


49515 


23738 


A - 8700 


33818 


51300 


35423 


33165 


09350 


Grünflächenamt, Abt. Friedhöfe, Friedhofskanzlei: Graichen 


Dr. Steffen Lieberwirth 

Mitteldeutscher Rundfunk 

Sächsisches Staatsarchiv (Gebührenverzicht): 
Kinder, E. Kretzschmar, Oelschlaeger 

Dr. Thomas Schinköth 

Stadtarchiv 

Städtische Theater: Dramaturgie 

Standesamt, Abteilung Geburten: Weißwange 


Standesamt; Abteilung Sterbefälle (Gebührenverzicht): 


Schlegel, Doubs, Pusch, Bednarek, Berthold, Marci 


Verband Deutscher Komponisten (DDR): Dähne 
Gunnar Wiegand 
Zentralstelle für Genealogie in der DDR 


Leisnig 
Archiv: Jäger, Müller 
Der Bürgermeister, Stephan 


Lemwerder 
Hauptamt: Peters 


Lengerich (Westfalen) 
Stadtarchiv: Wolfgang Oehlke, W. Berghoff 


Lensahn 
Helmut-Bräutigam-Archiv: Hermann Wagner 


Leoben - Waasen (Steiermark) 
Römisch-katholisches Stadtpfarramt 


Leopoldshöhe 
Bürgerbüro: Peters 


Leverkusen 
Bürgerbüro 
Standesamt: Heidelmann 


Lich (Hessen) 
Magistrat, Meldebehörde: Nathy 
Standesamt: Stelzer 


Lichtenau (Westfalen) 
Standesamt: Lange 


Lichtenstein (Sachsen) 
Landratsamt Chemnitzer Land, Standesamt: Keim 


Informationshelfer 


10054 





08115 


28865 


74838 


65500 


88131 


49803 


A - 4030 


59500 


25992 


CH - 6014 


02708 


Lichtentanne 


Gemeindechronist Dr. ing. Georg Effenberger 


Lilienthal 
Der Gemeindedirektor 


Limbach 
Bürgermeisteramt 
Standesamt: Bangert 


Limburg an der Lahn 
Standesamt: Knebel 


Lindau (Bodensee) 
Einwohnermeldeamt 
Elisabeth Schurade 
Stadtarchiv 
Standesamt 


Lingen (Ems) 
Stadtarchiv: Dr. Ludwig Remling 


Linz an der Donau (OÖ) 
Archiv: Direktor Dr. Fritz Mayrhofer, 
Dr. Anneliese Schweiger 
Prof. Helmut Eder 
Leopoldine Herbst 
Prof. Dr. Wilhelm J erger 
Franz Kinzl 
Kulturamt: Dr. Wöß 
Landestheater 
Präsidialamt: Dr. Esterl 
Joseph Straub 


Lippstadt 
Stadt- und Museumsamt 


List (Sylt) 
Der Bürgermeister 


Littau - Luzern 
Ernst-Erich Buder jr. 


Löbau 
Stadtarchiv: Görner 
Standesamt: Noack 


Informationshelfer 10055 





07356 Lobenstein 
Hauptamt: Radon, Krauß 


82166 Lochham, Kreis München 
Musikverlag Johann Dennerlein 


53797 Lohmar (Rheinland) 
Hermann-Unger-Gesellschaft 
Ordnungsamt, Meldewesen (Gebührenverzicht): Freier 
Standesamt: Mielcarsky 


97816 Lohr am Main 
Standesamt 


GB - London 
John Hunt 
Library of the British Museum 
lan Sayer 
Prof. Hans-Hubert Schoenzeler 
Wiener Library LTD 


| - 52024 Loro Ciuttena (AR) 
Harvey Sachs 


79500 Lörrach 
Bürgerdienste, Einwohnerabteilung: Schneucker, 
Karin Beuschel, Reinauer 
Stadtarchiv: Hoog 
Standesamt: Brauer, Meier 


USA - 90035 Los Angeles, California 
Theodore Front 


49504 Lotte 
Wolfgang Mechsner 


32294 Lübbecke 
Stadtarchiv: Blochowicz, Hüffmann 


23500 Lübeck 
Bereich Meldestelle, Meldewesen: Schmidt 
Bibliothek der Hansestadt Lübeck: Arndt Schneer 
Bund der Danziger e. V. 
Hugo-Distler-Archiv: Sabine Kruse 
Prof. Dr. Jens Rohwer 
Stadtarchiv: Dr. Ulrich Simon 
Standesamt (Gebührenverzicht): Johannsen 


Informationshelfer 10056 





Erwin Zillinger 


19069 Lübstorf 
Amt Lübstorf/Alt Meteln, Der Amtsvorsteher: Angrick 


29439 Lüchow (Wendland) 
Einwohnermeldeamt 
Marianne Fritzen 


15926 Luckau (Niederlausitz) 
Heimatmuseum: Tucek 
Amtsverwaltung, Standesamt: Tributh 


14943 Luckenwalde 
J ugendtheater Luckenwalde 


58500 Lüdenscheid 
Gerhard Ameln 
Dr. Konrad Ameln 
Willy Hengstenberg 
Rechts- und Ordnungsamt (Gebührenverzicht): Joite 
Stadtarchiv: Dieter Saal 


36251 Ludwigsau (Hessen) 
Standesamt: Prokupek 


71600 Ludwigsburg (Württemberg) 
Bürger- und Ordnungsamt (Gebührenverzicht): Korn 
Pädagogische Hochschule, Bibliothek: Heinz Becker 
Staatsarchiv (Gebührenverzicht): Dr. Elke Koch, Monika 
Dirsch, Dr. Molitor, Bader, Dr. Stein 
Stadtarchiv: Witzmann, Läpple 


14934 Ludwigsfelde 
Standesamt: Tillmann 


67000 Ludwigshafen am Rhein 
BASF AG., Unternehmensarchiv: Kristina Winzen, Meinzer 
Bürgerservice: Moehring 
Einwohnermeldeamt 
Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Der Intendant: 
Christoph Caesar 
Stadtarchiv: Dr. Mörz, Dr. Breunig 
Stadtbücherei 
Standesamt: Minor 


Informationshelfer 10057 





32676 Lügde 
Standesamt: Hahn 


21300 Lüneburg 
Bürgeramt: Höft, Goldbach 
Heinz Gottwaldt 
Torsten Hünke von Podewils 
Dr. Hanns von Krannhals 
Baronin Vera von Sass 
Stadtarchiv: Dr. Reinhardt 
Standesamt: Wilcken 


DK - 2800 Lungby 
Nils Hemmeth 


24850 Lürschau 
Martin Fellenz 


24321 Lütjenburg 
Standesamt: Sachau 


06686 Lützen 
Standesamt/Urkundenstelle: Schunke 


39100 Magdeburg 

Evangelische Superintendentur, Kirchenbuchstelle: 
Burchardt 

Ordnungsamt, Einwohnermeldeabteilung 
(Gebührenverzicht): Dombrowsky 

Rat der Stadt (DDR) 

Prof. Dr. Manuela Schwartz 

Stadtarchiv: Dr. Ballerstedt, Buchholz 

Standesamt: Keiser, Klaus 


55100 Mainz 
Bürgerservice (Gebührenverzicht). Raschke 
Werner Fussan 
B. Schott”s Söhne, Musikverlag 
Stadtarchiv: Göbel, Dr. Falck, Oberarchivrat Schütz 
Stadtbibliothek: Ursula Schneider 
Standes- und Versicherungsamt: Wilfer, Leitzig 
Universal Edition G. m. b. H.: Dr. Jörg Polzin 
Universitätsbibliothek 
GMD Prof. Karl Maria Zwissler 


23711 Malente - Gremsmühlen 
Der Standesbeamte: Göbel 


Informationshelfer 10058 





82291 Mammendorf (Oberbayern) 
Verwaltungsgemeinschaft 


68000 Mannheim 
Bürgerdienste: Uwe B. Schmidt 
Eva Ebeling 
Arno Landmann 
Stadtarchiv: Hillmann, Berger 
Standesamt I: Piesche 
Dr. Karl Theophil Stengel 
Universitätsbibliothek 


06343 Mansfeld 
Verwaltungsgemeinschaft Mansfeld, Standesamt: Malich 


71572 Marbach am Neckar 
Schiller-Nationalmuseum, Deutsches Literaturarchiv, 
Bibliothek: Jochen Walter 
Stadtarchiv: Gühring 
Stadtbüro 


35000 Marburg 

Hessisches Staatsarchiv: 
Sieburg, Archivrat Dr. Ulrich Hussong 

Marburger Schauspiel 

Dr. Justus Noll 

Presseamt 

Stadtarchiv: Dr. Hussong 

Stadtbüro (Gebührenverzicht) 

Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Staatsbibliothek, 
Musikabteilung 

Standesamt 

Westdeutsche Bibliothek 


A- 9182 Maria Elend (Kärnten) 
Römisch Katholisches Pfarramt 


A - 5241 Maria Schmolln 
Gemeindeamt: Petra Reiter 


09496 Marienberg 
Landratsamt Mittlerer Erzgebirgskreis, Urkundenstelle: 
Nützel 
Standesamt 


88670 Markdorf (Baden) 
Stadtarchivar Manfred IIl 


Informationshelfer 


10059 





04416 


08258 


04420 


95352 


95168 


95615 


CH - 1723 


67133 


56727 


40667 


95694 


172537 


58540 


Lene Henkler 
Stadtverwaltung, Hauptamt: Schiele 


Markkleeberg 
Abt. Kultur, Freizeit, Erholung: M. Löffler 
Dieter Schwinn 


Markneukirchen 
Standesamt: K. Dölling 


Markranstädt 
Heimatmuseum: Hanna Kämmer, ehrenamtliche 
Mitarbeiterin für Stadtgeschichte 


Marktleugast 
Verwaltungsgemeinschaft: Renate Boßert, Feulner 


Marktleuthen 
Bürgermeisteramt: 2. Bürgermeister Ritter 
Standesamt (Gebührenverzicht) 


Marktredwitz 
Stadtarchiv: Archivoberinspektorin Kalbskopf 


Marly 


Prof. Dr. Anselm Gerhard, Universität Bern, Institut für MW 


Maxdorf 
Verbandsgemeindeverwaltung 


Mayen 
Schul- und Kulturamt: Ostrominski 


Meerbusch - Büderich 
Stadtarchiv: Stadtarchivar Michael Regenbrecht 
Städtische Musikschule 


Mehlmeisel 
Standesamt: Lehnert 


Mehrstetten 
Bürgermeisteramt: Nägele 


Meinerzhagen 


Deutsche Gesellschaft für Militärmusik e. V.: Hasso Krappe 


D 1006 





Ehre. - 47. Napiersky: Wer seinem Volke so in Treue diente. - 48. von 
Knorr: Wer ein Warum zu leben hat. - 49. W. Rein: Das Schicksal ruht in 
Dir. - 50. W. Rein: Wer mutig lebt und tapfer stirbt. - 51. von Knorr: Hast 
du dein Leben gelebt. - 52. von Knorr: So lang noch Morgenwinde wehn. - 
53. Spitta: Nichts kann uns rauben. - 54. Baumann: Nun laßt die Fahnen 
fliegen. - 55. von Knorr: Haltet das Werk am Leben. - 56. Blumensaat: 
Deutschland, heiliges Wort. - 57. Napiersky: Deutschland, du Herzensland. 
Satz: W. Rein (18). 
Vgl. Schmidt - Hannemann. 


Instrumentalblätter der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude". 
(1937-1940). Instrumentalausgabe zum Liederblatt der NS-Gemeinschaft 
"Kraft durch Freude", Herausgeber bis Blatt 17-18: G. Nowottny, dann C. 
Hannemann [HVA]. 

Blatt 1. Deutsches Erntedankfest, Bauernlieder (1937). 

1. Spitta, 1933: Erde schafft das Neue. - 2. Spitta: Wir gehen als Pflüger 
durch unsere Zeit. - 3. Baumann: Schwer von den Garben schwanken die 
Wagen. - 4. Baumann: Die Morgenfrühe, das ist unsere Zeit (Kleiner 
Marsch und Lied). - 5. Baumann: Der helle Tag ist aufgewacht. - 6. von 
Hertzberg: Wir sind die Männer vom Bauernstand. - 7. aus Schlesien: Es 
hatt ein Bau'r drei Töchter. - 7. Spitta: Wir sind die junge Bauernschaft. 

Blatt 2. Sonnwend (1937). 

1. W. Rein: Ruf für Blechbläser und Bässe. - 2. Baumann: Der Berg ist 
lange stumm und tot. - 3. Gläser, 1791: Flamme empor! - 4. Baumann: 
Nur der Freiheit gehört unser Leben. - 5. W. Rein: Heller, heller soll es 
lodern (Bläserruf für Fanfaren und Trompeten in B, dann Sprechertext von 
Erhard Banitz). - 6. Dietrich: Flamme lodre, Flamme steige. - 7. 
Baumann: Haltet eurer Herzen Feuer. 

Blatt 3. Arbeit, Ehre, Freiheit (1938). 

1. W. Rein: Ruf für Instrumente. - 2. von Knorr: Wir Werkleute all. - 3. 
Lied aus der Kampfzeit: Brüder in Zechen und Gruben. - 4. W. Rein: Anruf 
für Instrumente. - 5. Sotke: Auf, hebt unsre Fahnen. - 6. Blumensaat: Alle 
stehen wir verbunden. - 7. Lahusen: Lever dod as Slav. - 8. Rein: 
Schlußfanfare. 

Blatt 4. (onA). 

Blatt 5. (onA). 

Blatt 6. Herbst - Heldengedenken (1937). 

1. W. Rein: Das Weinlaub wird schon rot. - 2. aus Lothringen: Kommt ein 
Reiflein. - 3. von Knorr: Im Nebel ruhet noch die Welt. - 4. Baumann: 
Setzt ihr euren Helden Steine. - 5. W. Rein: Fallen müssen viele. 

Blatt 7-9. Weihnacht (1937). 

1. von Knorr: Dämmerstille Nebelfelder. - 2. aus Westfalen: O 
Tannenbaum, du trägst ein grünen Zweig. - 3. H. Helmut: Weihnachtszeit 
kommt nun heran. - 4. Helmut: Bald nun ist Weihnachtszeit. - 5. 
Nowottny: Jede Mutter hält ihr Kind . - 6. Nowottny: In dunkler Stunde, 
still und spät. - 7. M. Praetorius: So kommt zur Wiege heut. - 8. 
Mährisches Volkslied: Kindlein mein, schlaf nur ein. - 9. Baumann: Hohe 
Nacht der klaren Sterne. - 10. W. Rein: Licht wird neu aus Licht geboren. 


Informationshelfer 10060 





98617 Meiningen 
Das Meininger Theater 
Max-Reger-Archiv, Abt. Musikgeschichte: Maren Goltz 
Stadtarchiv: Stadtarchivarin Karin Köhler 


01662 Meißen (Sachsen) 
Ordnungsamt, Einwohnermeldeamt (Gebührenverzicht): 
Ullmann 
Landratsamt, Urkundenstelle 
Stadtarchiv: Ursula Franke 
Standesamt: Schwientek, Müller 


A - 3390 Melk (NÖ) 
Adolf Trittinger 


49637 Menslage 
Gemeindeverwaltung: Bluhm 


49716 Meppen 
Rudolf Boll 


86415 Mering (Schwaben) 
Verwaltungsgemeinschaft, Standesamt: Schwenke 


06217 Merseburg 
Zentrales Staatsarchiv (DDR) 
Historisches Stadtarchiv: Ranneberg 
Standesamt: Büchner 


79249 Merzhausen /Breisgau 
Guido Fackler 


59872 Meschede (Hochsauerland) 
Stadtarchiv: Gisela Bartsch 
Standesamt 


88601 Meßkirch 
Bürgermeisteramt 


72469 Meßstetten (Zollernalbkreis) 
Standesamt 


14552 Michendorf 
Standesamt: Graneß 


Informationshelfer 10061 





73714 Miesbach 
Stadtarchiv: Hofäcker 


87714 Mindelheim 
Einwohneramt: Fendt 
Stadtarchiv: Andreas Steigerwald 


32400 Minden (Westfalen) 
Bürgerbüro: Walter 
Kommunalarchiv: Brandhorst 


17262 Mirow 
Standesamt: H. Wilhelm 


95511 Mistelbach (Oberfranken) 
Verwaltungsgemeinschaft, Standesamt: Goldfuß 
Dr. Kurt Dümlein 


02763 Mittelherwigsdorf 
Bürgermeisteramt: Stamnitz 


82481 Mittenwald 
Einwohnermeldeamt 


09648 Mittweida 
Ev.-lutherisches Pfarramt der Stadtkirche 
Landratsamt, Urkundenstelle: Dornheim 
Stadtarchiv: Dressel 


F- 73500 Modane 
Gerard Clement 


A - 2340 Mödling 
Amtsdirektion: Stadtamtsdirektor Dr. Friedrich Weiß 


47440 Moers 
Der Stadtarchivar 
Käte Zoers 


71696 Möglingen (Kreis Ludwigsburg, Württ.) 
Einwohnermeldeamt (Gebührenverzicht): Kaiser 


59519 Möhnesee - Körbecke 
Elmar Wübbecke 


Informationshelfer 100682 





04457 Mölkau 
Einwohnermeldeamt: Patke 


63933 Mönchberg über Miltenberg 
Standesamt: F. Schnellbach, Schuster 


41000 Mönchengladbach 

Einwohnermelde- und Wahlamt (Gebührenverzicht): 
Pfaffmann 

Hermann Große-Schware 

Stadtarchiv: Amtmann Lamers, Oberinspektorin Düppen 

Standesamt Mitte (Gebührenverzicht): Kalibe 

Standesamt (Rheydt): Baltes 

Vereinigte Städtische Bühnen Krefeld und 
Mönchengladbach, Dr. Wolfgang Mika 


24248 Mönkeberg 
Einwohnermeldeamt 


56410 Montabaur 
Standesamt: Kanz 


UdSSR Moskwa 
Oksana Leont'ewa 


84453 Mühldorf am Inn 
Stadtarchiv 
Standesamt 


99974 Mühlhausen (Thüringen) 
Landratsamt Unstrut-Hainich-Kreis, Urkundenstelle: 
Manthey, Harnisch 
Ordnungsamt, Einwohnermeldeamt: Grasse 
Stadtarchiv (Gebührenverzicht): Kaiser 


63165 Mühlheim am Main 
Standesamt: Windisch 
Zentraler Bürger-Service (Gebührenverzicht): Schwemler 


45400 Mülheim an der Ruhr 
Bürgeramt: Harm 
Horst Dowideit 
Stadtarchiv: Dr. Ortmanns 
Standesamt 


79379 Müllheim (Baden) 
Bürgermeisteramt 


Informationshelfer 10063 





Prof. Dipl.-Ing. Konrad Sage 
Standesamt: Benes 


15372 Müncheberg 
Der Amtsdirektor, Sachgebiet Fremdenverkehr/Kultur: 
Stieger 


80000 München 

Walter Abendroth 

Lieselotte Adam 

Archivum Monacense Societas Jesu: Dr. Rita Haub 

Prof. Kurt Arnold 

Bayerische Staatsbibliothek: Renate Peters, Ute Roth, 
Dr. Sabine Kurth, Dr. Uta Schaumberg, Dr. Dieter 
Spatschek, Vera Möllering, Cornelius Lochschmidt 

Bayerische Staatsoper, Intendanz 

Bayerischer Sängerbund 

Bayerisches Hauptstaatsarchiv: Archivoberrat Dr. Malisch 

Bayerisches Staatsschauspiel, Verwaltungsdirektor 

Günter Bialas 

Wolfgang Brugger 

Fritz Büchtger 

Dr. Ulrich Dibelius 

Wolfgang Ebert 

Einwohnermeldestelle 

F. E. C. Leuckart Musikverlag 

Marianne Feuersenger 

Xaver Frühbeis 

Angela Funk 

GEMA, Direktion Dokumentation, Referat Mitglieder, 
Musikdienst 

Prof. Harald Genzmer 

Dr. Alfred Goodman 

Dr. Richard Hartmann 

Gudrun Haselhorst 

Christine Hasting 

Peter Hamm 

Prof. Robert Heger 

Hellmut Hidegheti 

Prof. Karl Höller 

Institut für Zeitgeschichte: Dr. Martin Broszat, 
Dr. Hildegard von Kotze, Karin Popp 

Josef Kaiser, Plattenarchiv 

Karl-Klingler-Stiftung: Marianne Klingler 

Prof. Peter Jona Korn 

Mark Lothar 

Erna Mattausch 

Karl Meister 


Informationshelfer 10064 





Alois Melichar 

Dr. Gabriele E. Meyer 

MGV Münchner Liederkranz 

Egon Neuhaus 

Dr. Edmund Nick 

Otto Junne GmbH. Musikverlag 

Johannes Oertel, Musikverlag und Bühnenvertrieb 

Dr. Jörg Polzin 

Hans Posegga 

Hella Reuther 

Prof. Dr. Helmut Riethmüller 

Dr. Albrecht Roeseler 

Dr. Rainer Schips 

Dr. Klaus von Schirach 

Christoph Schlüren 

Ludwig Schrott 

Prof. Dr. Erich Schulze 

Lotte Seydel 

Staatstheater am Gärtnerplatz, Verwaltungsdirektor Friedl 

Städtische Musikbibliothek: Dr. Alfons Ott 

Stadtarchiv: Anton Löffelmeier, Dr. Stahleder, Dr. Bauer, 
Dr. Ingo Schwab 

Stadtbibliothek 

Standesamt : Hübl 

Dr. Kurt Strom 

Verband Deutscher Musikerzieher und konzertierender 
Künstler 

Verwertungsgesellschaft Wort 

Dr. Otto Wartisch 

Wehrbereichskommando VI/1. Gebirgsdivision: 
Oberstleutnant Stadelmaier 

Dr. Hartmut Zelinsky 


89597 Munderkingen 
Bürgermeisteramt 


82541 Münsing (Starnberger See) 
Gemeindeverwaltung 


48100 Münster (Westfalen) 
Amt für Bürgerangelegenheiten: Janczak 
Archiv zur Erforschung und Förderung des 

Posaunenchorwesens: Christian Blümel 

Brauerei Pinkus Müller: Hans Müller 
Bürgeramt (Gebührenverzicht): Steffens 
Dezernat der Oberbürgermeisterin: Sander 
Oberbürgermeisterin Tüns 
Wolfgang Sandberger 


Informationshelfer 10065 





Stadtarchiv: Martina Körper, Gimpel 
Städtische Bühnen 

Standesamt: Vogel, Elbe 
Universitätsbibliothek 

Michael Wehling 

Elmar Wildt 


25587 Münsterdorf / Holstein 
Ingo Brockmann 


82412 Murnau am Staffelsee 
Hans Baumann 
Gemeindeverwaltung, Einwohneramt: Großmüller 


71540 Murrhardt 
Bürgeramt 


72202 Nagold 
Ordnungsamt, Bürgeramt: Böhm 


56377 Nassau (Lahn) 
Standesamt: Pfaff 


IL- Nathanya 
Elisheva Sh&phäzy 


14641 Nauen 
Landratsamt Havelland, Haupt- und Personalamt: 
Kalkowski 


06618 Naumburg (Saale) 
Einwohnermeldestelle: A. Dietzel 
Standesamt: Amtsleiterin Preißer 


04681 Naunhof bei Grimma 
Einwohnermeldeamt: C. Lorfing 


25946 Nebel (Amrum) 
Elisabeth Mirsch-Riccius 


69151 Neckargemünd 
Ernst-Lothar von Knorr 
Fabian R. Lovisa 
Stadtverwaltung 


Informationshelfer 10066 





53947 Nettersheim 
Standesamt 


17030 Neubrandenburg 
Stadtarchiv: Eleonore Wolf 
Standesamt: Mellenthin 


18233 Neubukow 
Standesamt: Kubicki 


86633 Neuburg an der Donau 
Standesamt: Körner 


54673 Neuerburg 
Standesamt: Schmitt 


83727 Neuhaus bei Schliersee 
Paul Winter 


75242 Neuhausen über Pforzheim 
Bürgermeisteramt 
Eduard Hahn 


63263 Neu - Isenburg 
Bürgeramt: Krentel 


23990 Neukloster 
Der Amtsvorsteher, Meldebehörde 
Erika Bredow-Sonnet 
Standesamt: S. Wendt 


54347 Neumagen - Dhron 
Standesamt 


24530 Neumünster 
Standesamt 


66500 Neunkirchen 
Finanzamt 
Stadtarchiv: Neis 


53819 Neunkirchen - Seelscheid 
Standesamt 


84524 Neuötting 
Stadtverwaltung 


Informationshelfer 10067 





A - 3593 Neupölla (Niederösterreich) 
Der Bürgermeister Ing. Johann Müller 


77743 Neuried - Ichenheim 
Michael Kretschmar 


16816 Neuruppin 
Landratsamt Ostprignitz-Ruppin, Kreisarchiv und 
Hauptamt: Raabe, Knorn, Gielke 
Standesamt: Beutler 


86356 Neusäß 
Amt für öffentliche Ordnung 
Hans Gebhard 


41400 Neuss 
Stadtarchiv: Diplom-Archivar Rossmüller 
Standesamt 


91413 Neustadt an der Aisch 
Standesamt: Schwelch 


96465 Neustadt bei Coburg 
Standesamt: Seyfarth 


93333 Neustadt an der Donau 
Stadtarchiv: Metzger 


07806 Neustadt an der Orla 
Stadtarchiv: Helmrich 


67430 Neustadt an der Weinstraße 
Bezirksregierung Rheinhessen-Pfalz 
Stadtarchiv: Helmut Hoffmann, Schädler 


17235 Neustrelitz 
Einwohner- und Meldeamt 
Karbe-Wagner-Archiv: Harald Witzke 
Stadtarchiv: Christiane Witzke 
Standesamt: Prüfe 


89200 Neu - Ulm 
Stadtarchiv 
Standesamt 


Informationshelfer 10068 





56560 Neuwied 
Landeshauptarchiv Koblenz, Außenstelle Rommersdorf mit 
Stadtarchiv Neuwied: Gerd Anhäuser 
Standesamt: Kutscher, Schröder 


21629 Neu Wulmstorf 
Standesamt: Burfind 


GB - ML2 9HB Newmains, Wishaw, Lanarkshire (Schottland) 
Alfred Deutsch-Hamböck 


USA -1000 New York 
John Kobler 
Dana-Lynn Mack 
Dr. Ludwig Misch 
Boris Schwarz 
Sam H. Shirakawa 
Nicolas Slonimsky 


63667 Nidda 
Standesamt: Siebenborn 


25899 Niebüll 
Der Bürgermeister: Sandra Reich 


40547 Niederkassel 
Einwohnermeldeamt 


31712 Niedernwöhren 
Einwohnermeldeamt 


55268 Nieder - Olm 
Standesamt 


02791 Niederroderwitz 
Einwohnermeldeamt: Arnold 


97462 Niederwerrn 
Bürgermeisteramt: 1. Bürgermeister Seifert 


06429 Nienburg (Saale) 
Stadtarchiv 
Verwaltungsgemeinschaft, Standesamt: Bosannek 


31582 Nienburg (Weser) 
Helmuth Kreysing 


Informationshelfer 10069 





Stadtarchiv: Müller 


93152 Nittendorf 
Gemeindeamt 


26506 Norden Ostfriesland 
Einwohneramt: Meyer 


26945 Nordenham 
Einwohnermelde- und Versicherungsstelle: Spielhagen 


26548 Norderney 
Stadtverwaltung: Nuhn 


22800 Norderstedt 
Ernst Bader 
Einwohnermeldeamt (Gebührenverzicht): Malcha 


99734 Nordhausen 
Ordnungsamt, Sachgebiet Meldewesen: Bergmann 
Stadtarchiv: Dr. Peter Kuhlbrodt 
Standesamt: Nitt, Koch, Heidel 


S - 60000 Norrköping 
Statens Invandrarverk/Migrationsverket: Elisabet Permvall, 
Per Erik Granberg 


37154 Northeim 
Stadtarchiv 


90400 Nürnberg 

Rudolf Böhland 

Fachakademie für Musik Meistersinger-Konservatorium: 
Otto Brandt 

Dr. Karl Foesel 

Klaus Hohn 

Erich Kloss 

Landgericht Nürnberg-Fürth 

Friedl Ludwig 

Gottfried und Brigitte Müller 

Staatsarchiv: Dr. Schnelbögl 

Stadtarchiv: Zottmann, Dr. Udo Winkel, Dr. Helmut Häußler 

Stadtbibliothek 

Städtische Bühnen, Verwaltung - Personalabteilung: 
Reichel 

Städtisches Konservatorium der Musik: Dr. Robert Seiler 

Dr. Karl Thieme 


D 1007 





Blatt 10-11. Fasnacht. Lustige Lieder (1938). 
1. altes Fasnachtslied aus dem Rheingau: Ho ho ho, die Fasenacht ist do 
(2. Strophe: antisemitische Version). - 2. O hängt ihn auf. - 3. Die große 
Oper. - 4. aus Norddeutschland: Der abhanden gekommene Christian. - 5. 
aus Schlesien: Laß doch der Jugend ihren Lauf. - 6. von Knorr: Man ist ja 
von Natur kein Engel. 

Blatt 12-13. Nationaler Feiertag des deutschen Volkes (1938). 
1. Einbringen des Maibaumes (Jagdrufe und Fanfarenstücke). - 2. Jentsch: 
Wenn die Stürme Leben wecken. - 3. aus dem Siebengebirge: (Aufrichten 
des Maibaumes) Der Mai der Mai, der lustige Mai. - 4. Spitta: Wenn die 
Hämmer schweigen, Kamerad, komm mit. - 5. altes Maienlied für 3 
gleiche Stimmen, Melodie um 1600: Der Winter ist vergangen. - 6. Spitta: 
Unser ist dies Land. - 7. Maientanz (Chor mit und ohne Instrumente): Wir 
tanzen im Maien den lustigen Reihen. 

Blatt 14. (onA). 

Blatt 15. (onA). 

Blatt 16. Auf großer Fahrt (1938). 
1. Staden: Von Himmelsrand zu Himmelsrand wogt die See. - 2. Die 
Entdecklung Amerikas: Ein Mann, der sich Kolumbus nannt. - 3. Ein 
Schifflein sah ich fahren. - 4. flämisches Volkslied: Die Islandfischer. 

Blatt 17/18. Handwerkerlieder und -chöre (1939). 
1. Napiersky: Früh am Morgen, wenn der Tag beginnt. - 2. aus Franken: 
Lied der Zimmerleute. - 3. Schlesische Volkslieder 1842: Maurerlied. - 4. 
aus Nordmähren: Im Märzen der Bauer. - 5. Melodie aus Kärnten: Auf, auf 
zum fröhlichen Jagen. - 6. Bergmannslied: Glück auf, der Steiger kommt. 

Blatt 19. (onA). 

Blatt 20. (onA). 

Blatt 21-22. Hausmusik (1939). Hgb.: C. Hannemann 
1. Demantius, 1567-1643: Frisch auf! Singet all! - 2. aus dem Augsburger 
Tafelkonfekt, 1733: Meine Stimme klinge, meine Zunge singe. - 3. Laßt 
doch der Jugend ihren Lauf. - 4. H. J. Weber: Kommet zum Reigen Nr. 1 
für Klavier oder 4 Melodieinstrumente. - 5. Weber: Kommet zum Reigen 
Nr. 2 (Auf nun, ihr Burschen und Mädel, juchhei). - 6. H. Weiß: Tanzen und 
Springen, Singen und Klingen. Für Streicher, auch Holzbläser. - 7. (Von der 
edlen Musik) Weil dann vor allem (2. Strophe). - 8. Baumann: Gute Nacht, 
Kameraden. 

1940. 

Blatt 12/13. Nationaler Feiertag des deutschen Volkes 
(Wiederauflage). 

Blatt 17-18. Fanget an! (Wiederauflage). 

Blatt 23-27. Ehelich zu werden, dienet der Erden (1940). 
1. aus Altstadt bei Mährisch-Trübau: Hochzeitsfanfare. - 2. aus der 
deutschen Sprachinsel Gottschee: Hochzeitsmarsch. - 3. Tiroler 
Hochzeitsmarsch. - 4. Spitta: Du bist die Kette ohne Ende. - 5. Baumann: 
Tut auf das Tor. - 6. Albert: Der Mensch hat nichts so eigen. -7. von Knorr: 
Glückselig muß man preisen. - 8. Spitta: Wir gehen als Pflüger durch 
unsere Zeit. - 9. Baumann: Haltet eurer Herzen Feuer. - 10. Der Ebenseer 
Marsch. - 11. Der Traunbacher Marsch. - 12. H. ] Weber: Daß zwei sich 


Informationshelfer 


10070 





69226 


A - 5411 


99986 


46000 


89171 


95145 


56479 


61440 


97464 


55430 


97199 


85235 


51519 


08606 


Nußloch 
Standesamt: Friedberger 


Marktgemeinde Oberalm (Salzburg) 


Der Standesbeamte: Leopold Ernstbrunner 


Oberdorla 


Verwaltungsgemeinschaft "Vogtei", Standesamt: Stollberg 


Oberhausen (Rheinland) 
Einwohnermeldeamt: Kurth 

Prof. Dr. Roland Günter 
Stadtarchiv: M. Freund, Hingmann 
Standesamt: Baltes 


Oberkirchberg 
Fritz Möhle 


Oberkotzau 


Gemeindeamt Markt Oberkotzau: A. Fischer 


Oberrod (Westerwald) 
Willy Czernik 


Oberursel (Taunus) 


Der Magistrat, Melderegister (Gebührenverzicht): Bott 


Oberwerrn 
Heimatkapelle: Thomas Philipp 


Oberwesel (Rhein) 
Standesamt 


Ochsenfurt 
Richard Seuß 


Odelzhausen 
Verwaltungsgemeinschaft 


Odenthal 
Der Gemeindedirektor, Abt. Kultur: Felder 


Oelsnitz 


Landratsamt Vogtlandkreis, Hauptamt, Archiv: Schmidt 


Informationshelfer 


10071 





86732 


63000 


77600 


68723 


99885 


09526 


23758 


26100 


57445 


CH - 6644 


Oettingen in Bayern 
Standesamt: Krix-Deuter 


Offenbach am Main 
Stadtarchiv: Hans Georg Ruppel 


Offenburg 

Dr. Achim Fliedner 

Judith G. Prieberg-Mohrmann 

Kulturamt, Stadtarchiv: Michael Friedmann 
Standesamt 


Oftersheim (Rhein-Neckar-Kreis) 
Einwohnermeldeamt 


Ohrdruf 

Amt für kommunale Querschnittsaufgaben: Ortlepp 
Hauptamt, Sachbearbeiter Kultur: Kunath, Ständer 
Standesamt: Langbein 


Olbernhau 
Standesamt: Sticklorat 


Oldenburg in Holstein 
Einwohnermeldeamt 
Standesamt 

Hermann Wagner 


Oldenburg in Oldenburg 

Bürgeramt: Rowold 

Claudia Friedel 

Landesbibliothek: Dr. Müller 

Melde- und Wahlamt (Gebührenverzicht): Sünramm 


Niedersächsisches Staatsarchiv, Stadtarchiv Oldenburg: 


Schrape 
Oldenburgisches Staatstheater, Dramaturgie 
Mary Sang 
Stadtmuseum/Stadtarchiv: Ahrens 
Standesamt 
Universitätsbibliothek 


Olpe 
Kreisarchiv: Kreisarchivar D. Tröps 


Orselina (Tessin) 
Dr. Hansjörg Pauli 


Informationshelfer 


10072 





N - 0157 


49000 


CH - 3072 


37507 


73760 


67574 


87724 


85521 


26939 


88696 


GB - Oxl 4JD 


33000 


Oslo 


Musikinformasjonssenteret: Hilde Holbaek-Hanssen 


Osnabrück 
Manfred Kroboth 


Niedersächsisches Staatsarchiv: 
Sonja Wahlbrinck, Manfred Brockel 


Dr. Nina Okrassa 
Standesamt: Wisniewski 
Theater am Domhof 


Ostermundigen 
Ernst Saurer 


Osterrode am Harz 
Stadtarchiv: Eder 


Ostfildern 


Internationale Johann-Nepomuk-David-Gesellschaft e. V.: 


Bernhard A. Kohl 


Osthofen am Rhein 
Stadtverwaltung 


Ottobeuren 
Stadtverwaltung 


Verwaltungsgemeinschaft, Geschäftsstelle: Mön 


Ottobrunn 
Horst Bienek 


Ovelgönne 
Standesamt: Penningroth 


Owingen 
Werner Grüner-von Zieten 


Oxford 
Stefan Fragner 


Paderborn 

Wulff E. Brebeck 
Eugen Mayer-Rosa 
Stadtarchiv: Czeschick 


Universität/ Gesamthochschule, Bibliothek 


Informationshelfer 10073 





83349 Palling (Oberbayern) 
Standesamt 


F- 75000 Paris 
Archives du Centre de Documentation Juive Contemporaine 
Bibliotheque Nationale, Dept. des Periodiques: J. Prinet 
Cite de la musique: Dr. Pascal Huynh 
Stephen V. Gallup 
Antoine Gol&a 
Dieter Mohr 


92331 Parsberg 
Verwaltungsgemeinschaft, Standesamt: Bauer 


17309 Pasewalk 
Standesamt: Pagel 


94000 Passau 
Archiv des Bistums Passau 
Stadtarchiv: Stadtarchivar Richard Schaffner, Schneider, 
Wendl 


A - 4153 Peilstein (Oberösterreich) 
Standesamt 


31200 Peine 
Ordnungsamt: Cassel 
Standesamt: Philipsen 


03185 Peitz 
Standesamt: Böhm 


17328 Penkun 
Amtsverwaltung, Standesamt: Huschke 


93080 Pentling 
Gemeindeamt 


17217 Penzlin 
Amt Penzliner Land, Standesamt: Marek 


19341 Perleberg 
Stadtarchiv: Schmidt 


15345 Petershagen / Eggersdorf 
Bürgermeisterin K. Wolle, Dr. Karhnke 


Informationshelfer 10074 





32458 Petershagen 
Standesamt: Heumann 


85276 Pfaffenhofen an der Ilm (Hallertau) 
Stadtarchiv: Andreas Sauer, M. A. 
Stadtverwaltung 
Standesamt: Evelyn Moll 


89284 Pfaffenhofen an der Roth 
Verwaltungsgemeinschaft 


74397 Pfaffenhofen (Württemberg) 
Bürgermeisteramt 


75000 Pforzheim 
Dr. Heide Hammel 
Stadtarchiv: Andrea Binz-Rudek, Dr. Becht, Welke 


66950 Pirmasens 
Einwohnermeldeamt 
Museum und Archiv: Heike Wittmer 
Standesamt: Habermeyer, Schnur 


01796 Pirna 
Stadtarchiv: A. Geyer, Petzold 
Standesamt: Geißler, S. Sommerschuh, Seipel 
Landratsamt Sächsische Schweiz, Urkundenstelle: 
M. Decker 


F- 88230 Plainfaing 
Bri und Bernard Volkener 


68723 Plankstadt 
Standesamt: Thome 


08520 Plauen 
Einwohnermeldeamt: Grasse 
Erika Heroldt 
Stadtarchiv: Röber 
Urkundenstelle/Standesamt: Heinrich 


58840 Plettenberg 
Heinz-Dieter Zimmer 
Ordnungsbehörde, Einwohnermeldeamt 
Stadtarchiv: Wittkopp-Beine, Martin Zimmer 


Informationshelfer 10075 





24306 Plön 
Der Magistrat, Hauptamt: Demmin 
Charlotte Schlüter 


73655 Plüderhausen 
Bürgermeisteramt, Einwohnermeldeamt 
Theophil Laitenberger 


56751 Polch 
Verbandsgemeindeverwaltung Maifeld, Standesamt: Stelzer 


14400 Potsdam 

Brandenburgisches Landeshauptarchiv: 
Spahn, Dr. Neininger 

Einwohnermeldeamt: Bohn 

Militärgeschichtliches Forschungsamt, Abt. AlIF: 
Major Dr. Peter Popp 

Rat der Stadt (DDR) 

Standesamt: Matthies 

Stadtarchiv: Weber, Lampe 

Zentrales Staatsarchiv (DDR) 


91278 Pottenstein (Landkreis Bayreuth) 
Stadtverwaltung: Köhler 
Standesamt: Hofmann 


PL- Poznan 
Instytut Zachodni: Karol Marian Pospieszalski 


CZ - Praha 
Archivni Spräva (Archivverwaltung) 
Ceskoslovenskä Akademie V&d, Ustav pro Hudebni Vedu 
Stätni Knihovna CSR (Staatsbibliothek): p. Jansovä 


17291 Prenzlau 
Stadtarchiv: Brauchler 
Standesamt 


83209 Prien am Chiemsee 
Gemeindeverwaltung: Posawec 


16928 Pritzwalk 
Standesamt 


82049 Pullach im Isartal 
Rosemarie Blessinger 


Informationshelfer 10076 





16946 Putlitz - Berge 
Standesamt 


06484 Quedlinburg 
Der Landrat, Ordnungs- und Straßenverkehrsamt: Stolz 
Pfarrer i. R. Christoph Schröter 
Rat des Kreises Quedlinburg (DDR) 
Stadtarchiv: Fischer, Stadtarchivarin Kosbab 


01445 Radebeul 
Einwohnermeldeamt 
Gymnasium Luisenstift: Schulleiter Thomas 
Stadtarchiv: Stadtarchivarin Karnatz 


B - 4730 Raeren 
Gemeindeverwaltung, Standesamt 


CH - 8197 Rafz 
Mireille Geering 


06779 Raguhn 
Verwaltungsgemeinschaft, Standesbeamtin: Gusinde 


86641 Rain am Lech 
Stadtverwaltung: Krüsemann 


66877 Ramstein - Miesenbach 
Standesamt: Baldauf 


07389 Ranis 
Verwaltungsgemeinschaft Ranis-Ziegenrück, Standesamt: 
Erdmann 
56235 Ransbach - Baumbach 
Verbandsgemeindeverwaltung, Standesamt: 
Auer, Fischer, Bandow 


76437 Rastatt 
Otto Liening 
Stadtarchiv: Stadtarchivar Wolfgang Reiß 


01824 Rathen (Sachsen) 
Rat der Gemeinde (DDR) 


14712 Rathenow 
Amt für Bildung, Kultur und Sport: Dr. Lemle 
Amtsverwaltung, Presse- und OÖffentlichkeitsarbeit: 


Informationshelfer 10077 





Rolf Giese 

Landkreis Havelland, Kreis- und Verwaltungs-Archiv: 
Siegfried, Ottenberg, Kalkowski 

Standesamt: Wiedemann 


39439 Rathmannsdorf Krs. Staßfurt 
Wolfgang Muth 


40800 Ratingen 
Bürgerbüro, Meldebehörde: Kuschel, Meißner, Simon 
Stadtarchiv: Dr. Erika Münster, Dr. Wisotzky 


88200 Ravensburg 
Einwohner- und Paßamt 
Stadtarchiv: Gisela Fricke, Beate Falk 


45600 Recklinghausen 
Stadtarchiv: Dr. Matthias Kordes, 
Stadtarchivar Dr. Burghardt 
Standesamt 


93000 Regensburg 

Amt für Archiv und Denkmalpflege (Gebührenverzicht): 
Wolfgang Strache, Franz Zollner 

Amtsgericht: Richter Dr. Rosenkranz 

Die Künstlergilde, Musikreferent: Benno Schnatz 

Einwohneramt (Gebührenverzicht): Dietrich 

Regierung der Oberpfalz, Archiv: 
Regierungsamtsrat Franz Englbrecht 

Dr. Hans Dieter Schäfer 

Stadtarchiv 

Stadttheater 

Standesamt: Stubenhofer 

Universitätsbibliothek: Ertel 


08468 Reichenbach (Vogtland) 
Ev.-Luth. Pfarramt Peter-Paul: Singer 
Stadtarchiv: M. Igl 
Vogtland Philharmonie: Haino Rindler 


A - 4193 Reichenthal (Oberösterreich) 
Meldeamt: Steinberger 


21465 Reinbek 
Einwohnermeldeamt: Schnack 


Informationshelfer 10078 





25453 Rellingen 
Ordnungsamt, Einwohnermeldestelle: Hatje 


53406 Remagen 
Stadtarchiv: Kurt Kleemann 
Standesamt: Stauf 


42800 Remscheid 
Einwohneramt: Pietzsch 
Historisches Zentrum, Stadtarchiv: Lo Gatto, 
Dr. Urs Diederichs, Dr. W. Lorenz, Ulrich Chr. Horz 
Ulrich Mutz 
Standesamt: Müller 


24768 Rendsburg 
Stadtarchiv: Dr. R. Becker 


86643 Rennertshofen 
Standesamt: Rupprecht 


71272 Renningen 
Einwohnermeldeamt: Straub 


72700 Reutlingen 
Bezirksamt Sondelfingen: Ripple 
Stadtarchiv: Stadtarchivamtsrat Brühl 


77866 Rheinau 
Fritz Kunle 


47495 Rheinberg 
Der Stadtdirektor 
Stadtarchiv: Seetsir 


16831 Rheinsberg 
Der Bürgermeister: Bürgermeister Richter, Knull 
Standesamt: Baudis 


18303 Ribnitz - Damgarten 
Standesamt: Linnenbank 


A - 2122 Riedenthal (Niederösterreich) 
Liselotte Kalbacher 


96911 Riederau (Ammersee) 
Prof. Richard Trunk 


Informationshelfer 


10079 





88499 


97794 


5 - 59041 


17207 


67803 


63513 


63322 


39326 


I - 10000 


DK - 6792 


CH - 6622 


83020 


51492 


06862 


Riedlingen 
Maria Scheiger 


Rieneck 
Standesamt: Konrad 


Rimforsa 
Heinz Freudenthal 


Röbel 
Der Standesbeamte: Kunta 


Rockenhausen 
Standesamt 


Rodenbach 
Die Standesbeamtin: Heike Geiger 


Rödermark 
Standesamt: Zankl 


Rogätz 
Verwaltungsgemeinschaft "Südliche Altmark/Elbe", 
Standesamt: Möllhof 


Roma 
Dr. Helmut Goetz 
Dorothee Günther 


Rem» 
Heidi Vorwerk 


Ronco sopra Ascona (Tessin) 
Gerhard Maasz 


Rosenheim (Oberbayern) 
Stadtarchiv: Stadtarchivarin Armbrüster 
Standesamt (Gebührenverzicht): Stadler 


Rösrath 
Einwohnermeldeamt: Kärgling 
Franz Oedenkoven 


Roßlau (Elbe) 
Heinz Knocke 
Bürgermeister Klemens Koschig 


D 1008 





herzlich lieben. - 13. Emmentaler Hochzeitstanz. - 14. Marx: Die Krone 
gerichtet. - 15. Marx: Lasset uns scherzen. - 16. Marx: Brautmarsch und 
Brautwalzer. - 17. Marx: Daß es ein Wandern werden möge. - 18. 
Kickstat: Ich trag ein goldnes Ringelein (Rheinländer). - 19. (Kuckuck) Der 
Kuckuck auf dem Zaune saß. - 20. aus Hainhofers Lautenbüchern, 1603: 
Deutscher Danz. - 21. W. Rein: Hollewei, hollewei. 
1942 
Blatt 43-49. Ehelich zu werden, dienet der Erden. 


Da Fuhrmann: Macht da Hahn. Aus dem Ennstal. 
In: 
RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938). 


Da hast nen Taler, geh auf den Markt. Kinderlied. 
In: 
Klingend Erbe (1941). 


Daher seins wir gekommen, und so schön und so grün steht die 
Wintersaat. Neujahrslied der Krimdeutschen, aus deutschen Dörfern der 
Krim. 

In: 
Unser das Land (1937). 


Dahl, Ernst 
Maulen/ Krs. Königsberg i. Pr., 31. März 1895 - ? 
Komponist und Selbstverleger in Stenn bei Zwickau, hier bis 1945. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Zwei Märsche mit Widmung an Adolf Hitler: 1. Unserm Führer. - 2. Wir 
sind erwacht (1934). 

Information: Keine Nachricht über Ernst Dahls weiteren Verbleib. 


Dahlke, Ernst 
Grünewald/ Krs. Neustettin, 19. März 1877 - Eickelborn/ Krs. Soest, 9. 

September 1960. 
Sohn eines Organisten und Hauptlehrers; Musikpädagoge in Dortmund; 
seit 1927 Studienrat, Musiklehrer an der Ludendorff-Oberschule, Hgb. der 
Halbmonatszeitschrift für Schulmusikpflege "Das deutsche Lied". 

Nach 1945 i. R. in Dinker bei Hamm, zuletzt in Eickelborn. 
Werke: vorwiegend Unterrichtsliteratur, so für Laute. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.282.623. NSLB-Gausachbearbeiter für 
Musikerziehung Gau Westfalen-Süd. 


Informationshelfer 10080 





18100 Rostock 
Rat der Stadt (DDR) 
Stadtamt, Abt. Einwohnerangelegenheiten: K. Schmidt 
Stadtarchiv: Bohl 
Standesamt: Thierfeld 
Universitätsbibliothek, Fernleihe 


56459 Rotenhain 
Giselbert Kleemann 


91154 Roth (Mittelfranken) 
Standesamt 


64757 Rothenberg (Odenwald) 
Standesamt: Foshag 


91541 Rothenburg ob der Tauber 
Stadtarchiv: Stadtarchivar Dr. L. Schnurrer 


08468 Rotschau 
Frank Thies 


Rotterdam 
Willem Vos 


NL 


78628 Rottweil 
Stadtarchiv: Stadtarchivar Dr. W. Hecht 
Standesamt 


15562 Rüdersdorf bei Berlin 
Ordnungsamt, Meldewesen: Rusch, Scholz 


65385 Rüdesheim am Rhein 
Einwohnermeldeamt 


07407 Rudolstadt 
Rat des Kreises (DDR) 
Staatsarchiv 
Stadtarchiv: Maria-Luise Krohn 
Standesamt: Stadelmann-Wenzel 
Wolfgang Spindler 


76761 Rülzheim 
Verbandsgemeindeverwaltung: Kalka 


Informationshelfer 10081 





97633 Saal an der Saale 
Verwaltungsgemeinschaft 


83416 Saaldorf - Surheim 
Standesamt: Unterreiner 


07318 Saalfeld (Saale) 
Stadtarchiv: Uhlemann 
Standesamt: Wöckel 


66100 Saarbrücken 

Bürgeramt City: Peter Schöpe 

Einwohnermeldeamt 

Stefan Fricke 

Hochschule des Saarlandes für Musik und Theater 

Landesarchiv Saarland: Christine Frick, 
Archivoberrat Michael Sander 

Dr. Franz-) osef Reichert 

Saarberg AG., Abt. Öffentlichkeitsarbeit 

Dr. Rainer Schmusch 

Stadtarchiv: Archivinspektorin Antje Seifert, Schmitt, 
Archivoberrat Dr. Jakoby 

Stadtbücherei 

Universitätsbibliothek 

GMD Philipp Wüst 


66740 Saarlouis 

Max Bretschneider 

Ernst Dadder 

Dezernat für Soziales und Kultur: Breitenmoser 

Manfred Pistorius 

Standesamt. Waßmuth-Römmert 

Vereinigung für die Heimatkunde im Landkreis 
Saarlouis e. V. 


F- 34160 St. Bauzille de Montmel 
Dr. Wolfgang Seifert 


B - 9051 St. Denijs - Westrem 
Prof. Dr. Eric Derom 


88682 Salem (Baden) 
Dr. Armin Fett 
Standesamt 


A - 5020 Salzburg (Salzburg) 
Prof. Cesar Bresgen 


Informationshelfer 


10082 





38200 


29410 


06525 


53757 


78112 


66369 


A - 9184 


79274 


A - 4381 


A - 8181 


66606 


Erzbischöfliches Konsistorialarchiv: Elisabeth Engelmann 


Gert Kerschbaumer 
Magistrat, Archiv: Dr. Peter F. Kramml, 
Thomas Weidenholzer, Dr. Erich Marx 


Stadtbücherei: Senatsrat Dr. Johann Lettner 


Standesamt: Maisdorfer 
Maria Windisch 


Salzgitter 
Ordnungsamt (Gebührenverzicht) 
Standesamt: Magdiak 


Salzwedel 
Stadtarchiv: Stadtarchivar Langusch 
Standesamt 


Sangerhausen 
Stadtarchiv: Hopfstock 


Sankt Augustin 
Friedrich Deisenroth 
Einwohnermeldeamt 
Dr. Heribert Schröder 


St. Georgen 
Dr. ©. H. Kahler 


St. Ingbert 
Kulturamt, Stadtarchiv: Dieter Wirth 


St. Jakob im Rosental (Kärnten) 
Marktgemeindeamt: Sitter 


St. Märgen (Breisgau-Hochschwarzwald) 
Bürgermeisteramt: Waldvogel-Disch 


St. Nikola an der Donau (Oberösterreich) 
Pfarramt 


St. Ruprecht an der Raab (Steiermark) 
Römisch-katholisches Pfarramt 


St. Wendel 
Stadtarchiv: Catrein 


Informationshelfer 


10083 





88605 


82442 


64850 


06425 


82069 


79227 


23600 


83135 


88175 


31174 


22869 


46510 


CH - 8127 


67105 


Sauldorf 
Standesamt 


Saulgrub 


Verwaltungsgemeinschaft, Standesamt (Gebührenverzicht) 


Schaafheim 
Standesamt 


Schackstedt 


Verwaltungsgemeinschaft Alsleben, Standesamt 


Schäftlarn 
Gemeindeamt 


Schallstadt 
Stephan Hoffmann 


Scharbeutz 

Bürgerhaus: Karina Krogmann 
Ewald Schäfer 

Standesamt: Kahlmeier 


Schechen bei Rosenheim 
Gemeindeverwaltung 


Scheidegg, Landkreis Lindau 
Einwohneramt: Mangold 


Schellerten 
Der Gemeindedirektor: Waldert 
Standesamt: Kawulak 


Schenefeld, Kreis Pinneberg 
Einwohnermeldeamt: Clar 


Schermbeck 
Der Bürgermeister, Archiv: Berthold Schmeing 


Scheuren auf der Forch 
Curt Riess 


Schifferstadt 
Stadtarchiv: Johann Benedom 
Josef Stein 


Informationshelfer 10084 





27619 Schiffdorf 
Herbert Brust 


66578 Schiffweiler 
Amt des Bürgermeisters: Gimmler-Bechthold 


06258 Schkopau 
Einwohnermeldeamt (Gebührenverzicht): Koebe 


38315 Schladen 
Der Samtgemeindedirektor. Saft 


53937 Schleiden (Eifel) 
Standesamt: Knips 


A - 2123 Schleinbach (Oberösterreich) 
Gemeindeverwaltung 


07907 Schleiz 
Landratsamt Saale-Orla-Kreis, Urkundenstelle Pößneck: 
Preuß 


24837 Schleswig 
Kreismusikschule Schleswig-Flensburg 
Kulturstiftung des Kreises Schleswig-Flensburg, Gemein- 
schaftsarchiv: Wolfgang Thiele, Dr. Matthias Schartl 
Landesarchiv Schleswig-Holstein: Pingel 
Ordnungsamt, Einwohnermeldewesen 
Stadtarchiv: Chr. Radtke, M. A. 


36110 Schlitz 
Dr. Gudrun Wilcke (Pausewang) 


79859 Schluchsee 
Der Standesbeamte: Pfriender 


36381 Schlüchtern 
Standesamt: Dörr 


98574 Schmalkalden 
Landratsamt Schmalkalden-Meiningen, Urkundenstelle II: 
Eck 


98709 Schmiedefeld am Rennsteig 
Verwaltungsgemeinschaft "Rennsteig", Standesamt 


Informationshelfer 


10085 





98739 


61389 


04626 


23923 


39202 


38364 


38170 


93489 


24850 


91126 


74501 


41366 


29690 


Schmiedefeld am Rennweg 
Standesamt 


Schmitten (Taunus) 
Gemeindevorstand 
Volker Kühn 


Schmölln (Thüringen) 

Ev.-lutherische Kirchengemeinde St. Nikolai 
Günter Schneider, Ortshistoriker 
Stadtverwaltung, Hauptamt: W. Götze 
Standesamt: Hößelbarth 


Schönberg (Mecklenburg) 
Ordnungsamt, Einwohnermeldeamt. Gutt 


Schönebeck (Elbe) 

Amt für Kultur und Sport, Stadtarchiv: Meldau, 
Oberbürgermeister Haase, Schulke 

Ordnungsamt: Nobis, Sevenich 


Schöningen 
Standesamt: Nowak 


Schöppenstedt 
Ortschronist Ekkehard Thon 


Schorndorf 
Tobias Kraus, ehrenamtlicher Archivar 


Schuby (Kreis Schleswig-Flensburg) 
Einwohnermeldeamt: Heike Schäfer 


Schwabach 
Kulturamt 
Melde- und Standesamt: Schmidt 


Schwäbisch - Hall 
Standesamt (Gebührenverzicht): P.L Wunderlich 


Schwalmtal (Niederrhein) 
Einwohnermeldeamt 


Schwarmstedt 
Standesamt: Schoßmeier 


Bosse, 


Informationshelfer 10086 





94374 Schwarzach 
Standesamt: Müller 


95131 Schwarzenbach am Wald 
Christian Lötsch 


16284 Schwedt (Oder) 
Kulturamt: Scchneider, Schulze 


54334 Schweich (Mosel) 
Verbandsgemeindeverwaltung: Eberhard 


97420 Schweinfurt 
Stadtarchiv 
Standesamt 


19000 Schwerin 
Mecklenburgisches Kirchenbuchamt: Krüger 
Mecklenburgische Staatstheater 
Ordnungsamt, Einwohnermeldeangelegenheiten 
Stadtarchiv: Bernd Kasten 


58239 Schwerte 
Johanna Letzel 
Standesamt: Goos 


01855 Sebnitz 
Kunstblumen- und Heimatmuseum: Manfred Schober 


17424 Seebad Heringsdorf 
Gemeindeverwaltung 


64342 Seeheim - Jugenheim 
Stadtverwaltung, Einwohnermeldeamt 
Standesamt 


15306 Seelow 
Lokalhistoriker Michael Schimmel 
Stadtverwaltung 


A - 3353 Seitenstetten (Oberösterreich) 
Stiftsarchiv: Pater Benedikt Wagner 


95100 Selb 
Ferdinand Pleyer 
Stadtarchiv: A. Rübin 


Informationshelfer 10087 





27443 Selsingen 
Der Gemeindedirektor 
Waltraud Schulze 


56242 Selters (Westerwald) 
Verbandsgemeindeverwaltung, Standesamt: Koch 


A - 2680 Semmering (Niederösterreich) 
Standesamtsverband: Rennhofer 


89250 Senden (Iller) 
Einwohnermeldeamt 
Musikvereinigung Senden-Ay-Oberkirchberg e. V. 


92358 Seubersdorf 
Standesamt: Dechant 


53719 Siegburg 
Bürgeramt 


57000 Siegen 
Prof. Dr. Jens Malte Fischer 
Standesamt: Kaiser 


72488 Sigmaringen 
Stadtarchiv: Osert 
Standesamt 


24887 (Amt) Silberstedt 
Einwohnermeldeamt: Jensen, Hansen 
Standesamt 


A - 6424 Silz (Tirol) 
Gemeindeamt 


71060 Sindelfingen 
Bezirksamt Maichingen 
Gerhard Ungewitter jr. 


78207 Singen (Hohentwiel) 
Hegau-Bibliothek: Salewski 
Standesamt: Geuwese 
Dietmar Weber 


76547 Sinzheim bei Baden-Baden 
Bürgermeisteramt 


Informationshelfer 10088 





53477 Sinzig/Rhein 
Meldeamt: Moritz 
Standesamt: Müller 


55566 Sobernheim 
Rudolf Desch 


S - 15163 Södertälje 
Petra Garberding 


59494 Soest 
Stadtarchiv: Elbert 


02689 Sohland an der Spree 
Standesamt: Dr. Grunert 


42000 Solingen 
Meldebehörde 
Stadtbücherei 
Stadtarchiv: Cesare Borgia, Aline Bensgen, Ursula Martin 


29614 Soltau 
Der Stadtdirektor 
Erika Helms-Wellmann 
Stadtarchiv 


99601 Sömmerda 
Rat des Kreises (DDR) 
Landratsamt Erfurt-Land, Urkundenstelle: Köhler, Keller 


99706 Sondershausen 
Paul Dörrie 
Einwohnermeldeamt: Roick 
Stadtverwaltung, Archiv (Gebührenverzicht): 
Stadtarchivar Martin Helbing 
Landratsamt Kyffhäuserkreis, Urkundenstelle: Knappe 


96504 Sonneberg 
Landratsamt, Urkundenstelle: Sieder 
Stadtverwaltung, Stadtarchiv: Waltraud Roß 


87527 Sonthofen 
Volker Hassenkamp 


36205 Sontra 
Magistrat 


Informationshelfer 10089 





15838 Sperenberg 
Amt Am Mellensee, Meldeamt 


67346 Speyer 
Landesarchiv: Heine 
Pfälzische Landesbibliothek 
Stadtarchiv: Hiltrud Zellner, Katrin Hoppstock 


66583 Spiesen - Elversberg 
Gemeindeamt: Fehrentz, Lehnhoff 


31832 Springe (Deister) 
Ordnungsamt: Grote 


21600 Stade 
Stadtarchiv: Sabine Raschke 


26930 Stadland 
Standesamt: Mommert 


96391 Stadtbergen 
Gemeindeamt 


37627 Stadtoldendorf 
Standesamt 


01829 Stadt Wehlen (Elbe) 
Stadtverwaltung: Bürgermeister Tittel 


85134 Stammham 
Einwohnermeldeamt: Waltraud Hofmann 


82319 Starnberg 
Einwohnermeldeamt (Gebührenverzicht): Riedl 
Dr. Siegfried Goslich 


39418 Staßfurt 
Verwaltungsgemeinschaft, Standesamt: Franke 


36396 Steinau an der Straße (Main-Kinzig-Kreis) 
Der Magistrat: Bürgermeister Knobeloch 


79577 Steinen 
Meldeamt: A. Göbel 


D 1009 





Deutsche Marsch- und Fahrtenlieder für die deutsche J ugend. Hgb. 
von Ernst Dahlke, Studienrat in Dortmund, unter Mitwirkung von Erich 
Schütze, Studienrat in Duisburg-Meiderich. Sonderausgabe zum 
Schulmusikwerk "Das Deutsche Lied" (1933) [Schwann, Düsseldorf]. 

Titelohne Nummer = nur Text. 
Inhalt: 

Deutschland über alles. - 1. Horst-Wessel-Lied. - 2. von Bausznern: 
Deutschland! O heiliger Name. - 3. © Deutschland hoch in Ehren. - 4. Die 
Flagge schwarz-weiß-rot. - 5. zur Melodie des Wilhelmusliedes, 1568: 
Wenn alle untreu werden. - 6. Pardun: Siehst du im Osten. - 7. Bach, nach 
einem Präludium (Einrichtung: E. Dahlke): Aus dunkler Nacht auflodern 
hell die Flammen. - 8. Dahlke: Das Lied vom neuen Reich. - 9. neue 
Volksmelodie nach M. Englert: Wann wir schreiten Seit an Seit. - 10. 
Volksmelodie: Brüder zur Sonne, zur Freiheit. - 11. Dahlke (eigene 
Melodie): (Deutsche J ugend heraus!) Es rauscht durch deutsche Wälder 
(T: P Bellingrodt). - 12. zur Melodie "Drei Lilien": Im festen Tritt 
marschieren wir, J ungdeutschland ist erwacht. - 13. Volker: Wir sind die 
braune Hitlerschar. - 14. Förster, Triomelodie aus dem Marsch "Unsere 
Garde": (Die braune Garde) Wer zieht dort im Sande die Straße einher? - 
15. Hensel: Weit laßt die Fahnen wehen. - 16. von 1848: Burschen 
heraus. - 17. Volker: Ich bin marschiert im Kriege. - 18. nach mdl. 
Überlieferung: Wir ziehn auf stillen Wegen (T: W. Altendorf). - 19. nach 
mdl. Überl.: Der Wind streicht über Felder. - 20. Zahn: Wohlauf, 
Kameraden. - 21. Niederländ. Dankgebet (Nachdichtung: Joseph Weyl, 
1876). - 22. der Lindenschmidtston 1534: Herr Gott! Du großer Herre 
Gott! - 23. Volker: Vater, in deiner allmächtigen Hand. - 24. Dahlke: 
Gedenket der Toten. Kanon. - 25. Silcher: Es geht bei gedämpfter 
Trommel Klang. - 26.-28. Dahlke (Drei neue Kanons): (Sieg Heil!) Heil 
der deutschen Jugend! - (Jugend!) Jugend glückzu! - Deutschland lebe. 
Ferner, nur T: 

(Silcher): Ich hatt einen Kameraden - (Methfessel): Stimmt an mit hohem 
hellem Klang. - Gelübde: Ich hab mich ergeben. - (Wilhelm): Es braust ein 
Ruf wie Donnerhall. 

Das Lied vom neuen Reich: Wir wollen ein starkes einiges Reich (T: H. 
Claudius). NS-Bekenntnislied. 

In: 

Stimmt an! (1934). 

Gedenket der Toten, die für Deutschland fielen im Kampf für Freiheit, 
Recht und Einigkeit! (T onA) Kanon zu 4 Stimmen. 

In: 

Lieder der nationalen Erhebung (1934); Deutsche Lieder der Nation und 
des Volkes (1934). 

Bekenntnis: Ihr betet Worte! (T: Heinz Meiswinkel), für 3stimm. MCh/ 
FrCh (1934) [BF]. 

Bekenntnis: Immer schon haben wir eine Liebe zu dir gekannt (T: Karl 
Bröger), für gemCh (1934) [K&S]. 

Deutschland muß leben: Laß mich gehn, Mutter (T: H. Lersch). MCh 
(1934) [K&S]. 


Informationshelfer 10090 





86989 Steingaden 
Einwohnermeldeamt: Kreer 


76479 Steinmauern 
Bürgermeisteramt 


66879 Steinwenden 
Gemeindeverwaltung 


39576 Stendal 
Verwaltungsgemeinschaft, Standesamt: Fenik 


A - 4400 Steyr (Oberösterreich) 
Magistratsdirektion 


23617 Stockelsdorf 
Standesamt: Kerbstadt 


A - 2000 Stockerau (Niederösterreich) 
Stadtamtsdirektor Erwin Kienböck 


S - 10000 Stockholm 
Swedish Music Information Center: 
Jan Olof Ruden, Gustaf Bergel 
Skattemyndigheten, Avdelning lokal: Per Heimer 


09366 Stollberg (Erzgebirge) 
Landratsamt, Urkundenstelle 


01833 Stolpen (Landkreis Sächsische Schweiz) 
Hauptamt: Bürgermeister Walter 


31586 Stolzenau (Weser) 
Der Gemeindedirektor, Archiv (Gebührenverzicht): 
Hillmann 


15855 Storkow (Mark) 
Einwohnermeldeamt: Purbst 
Ordnungsamt 
Standesamt: Grabs, Alert 


18430 Stralsund 
Stadtarchiv: Dr. Hans-Joachim Hacker 


F- 76000 Strasbourg 
Bibliotheque Nationale et Universitaire 


Informationshelfer 10091 





Franck Rolland 
Service Population, mairies de quartier et acceuil 
H. Strauss 


A - 5204 Straßwalchen (Salzburg) 
Wilhelm Keller 


GB-EX23 9DN Stratton Bude, Cornwall 
Peter Ohlson 


75334 Straubenhardt 
Antiquariat Helge Zimmermann 


94315 Straubing 
Stadtarchiv: Thomas Biermaier 


15913 Straupitz 
Amt Oberspreewald, Standesamt: Schulze 


70000 Stuttgart 

Amt für öffentliche Ordnung, Zentralmeldestelle: 
B. Kurz, S. Gross 

Bibliothek für Zeitgeschichte 

Dr. Hermann Josef Dahmen 

Prof. J. N. David 

Dompfarramt St. Eberhard: Bruni Weber 

Prof. Dr. Hermann Erpf 

Dietrich Esterl 

Evangelische Gesamtkirchengemeinde, Kirchenregisteramt: 
Schwarz 

Jürgen Genuneit 

Gesellschaft für Musikgeschichte in Baden-Württemberqg: 
Georg Günther, M. A. 

Clytus Gottwald 

Paul Groß 

Widmar Hader 

Hauptstaatsarchiv: Dr. Moegle-Hofacker 

Hermann Ruck-Förderkreis e. V. 

Prof. Hugo Herrmann 

Stephan Hoffmann 

Institut für Auslandsbeziehungen 

Dr. Erhard Karkoschka 

Hellmuth Löffler 

Fritz Mareczek 

Prof. Karl Marx 

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst 

Prof. Anton Nowakowski 


Informationshelfer 10092 





Margarete Prokasky 

Prof. Hermann Reutter 

Otto-Erich Schilling 

Staatliche Hochschule für Musik und darstellende Kunst, 
Verwaltungsdirektor: Lang 

Stadtarchiv: Kiehm 

Standesamt: Dangelmaier 

Ingrid Ungewitter 

Württembergische Landesbibliothek 


98500 Suhl 
Stadtarchiv: Annett Raute, Andrea Walther 


66280 Sulzbach 
Ludwig Harig 


92230 Sulzbach - Rosenberg 
Stadtarchiv: Johannes Hartmann 
Standesamt 


28857 Syke 
Kreiszeitung Verlagsgesellschaft mbH. & Co. KG. 


07922 Tanna bei Schleiz 
Standesamt: Häßner 


A - 2523 Tattendorf (Niederösterreich) 
Gemeindeamt 


02689 Taubenheim (Spree) 
Standesamt 


01665 Taubenheim bei Meißen 
Standesamt: Schwientek 


97934 Tauberbischofsheim 
Stadtarchiv: von Zastrow 
Karl Withopf 


65232 Taunusstein 
Einwohnermeldeamt: Eckert 


83684 Tegernsee 
Einwohnermeldeamt 
Standesamt 


Informationshelfer 10093 





IL- 62666 Tel Aviv 
Prof. Dr. Peter Gradenwitz 
Julius Sachs 
Dr. Uri Toeplitz 


17268 Templin 
Standesamt: Faßhauer, Fischer 


83373 Tengling 
Helmut Schlövogt 


06682 Teuchern 
Verwaltungsgemeinschaft Teucherner Land, 
Standesamt: Ottner 


15755 Teupitz 
Amt Schenkenländchen, Einwohnermeldeamt: Arnold 
Amt Schenkenländchen, Standesbeamtin: Sonnenberg 


06502 Thale 
Verwaltungsgemeinschaft, Standesamt: Käßler 


CH - 3600 Thun 
Herbert Freeden 


79874 Thurner Schmiede Post Breitnau 
Alfred Irmler 


79761 Tiengen/ Oberrhein 
Else Simon 


23669 Timmendorfer Strand 
Einwohnermeldeamt 


24894 Tolk 
Amtsverwaltung, Standesamt: Seidel 


04852 Torgau 
Landratsamt Torgau-Oschatz, Urkundenstelle: Daßler 


83294 Traunreuth 
Standesamt: Bockemüller 


83276 Traunstein (Oberbayern) 
Der Oberbürgermeister: Fritz Stahl 
Einwohnermeldeamt 


Informationshelfer 


10094 





A - 2454 Trautmannsdorf an der Leitha (Niederösterreich) 


A - 9521 


54200 


22943 


53840 


78647 


Stadtarchiv: Stadtarchivar Franz Haselbeck, von Dobeneck 


Der Bürgermeister: Wanner 


Treffen bei Villach (Kärnten) 
Gemeindeverwaltung: Mayer 


Trier 


Bürgeramt (Gebührenverzicht): Karin Zimmer, Lamberty 


Stadtarchiv/Stadtbibliothek: Simon 


Trittau 
Meldeamt: Scharfenberg 


Troisdorf 
Der Stadtdirektor 
Dr. Theodor Hundt 


Trossingen 

Bundesakademie für musikalische J ugendbildung, 
Bibliothek: Lilian Fuchs 

Matthias Hohner AG., Musikverlag 

Stadtarchiv: Stadtarchivar Martin Häffner 

Reinhold Stapelberg 

Prof. Guido Waldmann 


72070 Tübingen 


Gesellschaft für interdisziplinäre Forschung (GIFT): 


Gerd Simon 
Stadtarchiv: Stadtarchivar Udo Rauch, Scheibner 
Universitätsbibliothek 


86842 Türkheim (Wertach) 


Standesamt: Filser 


82327 Tutzing 


88662 


Einwohnermeldeamt (Gebührenverzicht): 
Paul Garschhammer 
Karl Eugen Schwarzenbek 


Überlingen (Bodensee) 
Christian Lahusen 
Prof. Dr. Justus Hermann Wetzel 


Informationshelfer 10095 





91486 Uehlfeld 
Standesamt: Wirth 


29525 Uelzen 
Standesamt: Wolpers 


25436 Uetersen 
Standesamt Tornesch 


97215 Uffenheim (Landkreis Neustadt a. d. Aisch) 
Stadtverwaltung: 1. Bürgermeister Georg Schöck 
Verwaltungsgemeinschaft 


79777 Ühlingen - Birkendorf 
Bürgermeisteramt: Albrecht 


EAK - Ukunda (Kenya) 
Rudolf Hohlweg 


89000 Ulm (Donau) 
Ferry Kemper 
Bernhard Rövenstruck 
Stadtarchiv: Stadtarchivdirektor Prof. Dr. Specker, Grotz 
Stadtbibliothek 
Standesamt: Dukek, Ohnesorg 


53572 Unkel 
Tilo Medek 


59400 Unna 
Stadtarchiv 


78089 Unterkirnach 
Dr. Edith Boewe-Koob 


S - 75120 Uppsala (Schweden) 
Universitätsbibliothek 


86919 Utting am Ammersee 
Gemeindeverwaltung 
Dr. Dietwulf von Pigenot 


FL- 949 Vaduz 
Landesverwaltung des Fürstentums Liechtenstein, 
Landesarchiv 


Informationshelfer 10096 





71654 Vaihingen an der Enz 
Meldeamt: Jahnke 
Stadtarchiv: Heidrich 


S - 72215 Västeräs 
Werner Wolf Glaser 


49364 Vechta 
Haupt-und Personalamt: Bunge 
Prof. Dr. Felix Oberborbeck 


42500 Velbert 
Der Stadtdirektor, Musikreferent 


91235 Velden (Mittelfranken) 
Verwaltungsgemeinschaft 


38458 Velpke 
Amt für öffentliche Ordnung: Wehke 
Standesamt 


27283 Verden (Aller) 
Ingeborg Burczyk 
Der Stadtdirektor, Stadtarchiv: Krebber, Karl Nerger 


CH - 6921 Vico Morcote (Tessin) 
Dr. Manfred Steinkühler 


RA - 8500 Viedma 
Rochus von Wechmar 


68519 Viernheim 
Der Magistrat, Hauptamt 
Paula Hanf 


41700 Viersen 
Einwohnermeldeamt 
Stadtarchiv: Dr. Nabrings 
Standesamt: Budnik 
Oberstudiendirektor Theo Zart 


A - 9501 Villach (Kärnten) 
Museum der Stadt 
Stadtpfarramt St. Nikolai 
Standesamt: Gruber 
Wahl- und Einwohneramt: A. Beer 


Informationshelfer 10097 





78000 Villingen - Schwenningn 
Kurt Bader 
Bürgeramt: Iris Loeck 
Stadtchronik Schwenningen: Rappenecker 
Standesamt: Waldkircher 


CH - 6354 Vitznau - Luzern 
Robert Christian Bachmann 


36602 Vlotho 
BürgerInnenBüro 


85088 Vohburg an der Donau 
Standesamt 


72189 Vöhringen (Württemberg) 
Bürgermeisteramt: Götz 
Ev. Pfarramt Wittershausen: Pfarrerin Renate Kleinmann 


66333 Völklingen 
Meldebehörde: Duchene 
Schul-, Kultur- und Sportamt: Obermann, Hoffmann 
Standesamt 


34590 Wabern (Hessen) 
Einwohnermeldeamt: von Heymann 


53343 Wachtberg 
Einwohnermeldeamt 


68745 Waghäusel 
Standesamt: Lehn 


88639 Wald (Hohenzollern) 
Bürgermeisteramt 


51545 Waldbröl 
Einwohnermeldeamt (Gebührenverzicht) 


34513 Waldeck 
Standesamt 


A - 2754 Waldegg (Niederösterreich) 
Der Bürgermeister 


Informationshelfer 10098 





7ı111 Waldenbuch 
Pfarrer Wolfgang Adelheim 
Einwohnermeldeamt: Lindemann 


04734 Waldheim (Sachsen) 
Kulturamt, Archiv: E. Vorberger, Hengst 
Standesamt: Voss 


84478 Waldkraiburg 
Standesamt: Knape 


79761 Waldshut - Tiengen 
Hans Kramer 
Stadtarchiv 


65396 Walluf 
Sibylle Pirö 


29654 Walsrode 
Der Bürgermeister: Lüders 


99880 Waltershausen 
Einwohnermeldeamt: Jung 


37281 Wanfried 
Ulrich Scheer 


17181 Waren (Müritz) 
Stadtarchiv: A. Benkendorf 
Standesamt: Prinz 


USA - 20009 Washington, D. C. 
Dr. Charles Timbrell, Professor of Music 


98634 Wasungen, Landkreis Schmalkalden-Meiningen 
Verwaltungsgemeinschaft Wasungen-Amt Sand: Genßler 


22880 Wedel (Holstein) 
Ortliche Ordnungsbehörde 


30900 Wedemark 
Der Gemeindedirektor 


47652 Weeze 
Der Standesbeamte: Peters 


Informationshelfer 10099 





41837 Wegberg 
Standesamt: Schröder 


37285 Wehretal 
Gemeindevorstand (Gebührenverzicht): Appel 


85258 Weichs (Kreis Dachau) 
Gemeindeverwaltung 


92610 Weiden (Oberpfalz) 
Stadtarchiv: Petra Vorsatz 


95466 Weidenberg 
Verwaltungsgemeinschaft, Einwohnermeldeamt 


35774 Weilburg an der Lahn 
Bergbau- und Stadtmuseum: P. Wienand 


53919 Weilerswist 
Standesamt: Höver 


99420 Weimar 

Prof. Alfred Böckmann 

Prof. Johannes Cilensek 

Deutsche Shakespeare- Gesellschaft 

Deutsches Nationaltheater und Weimarische Staatskapelle, 
Generalintendanz 

Hochschule für Musik "Franz Liszt", Hochschularchiv: 
Dr. Irina Kaminiarz 

Wolfgang Helmuth Koch 

Ordnungsamt, Einwohnermeldebehörde: L. Bernhardt 

Rat der Stadt (DDR) 

Staatsarchiv 

Stadtarchiv (Gebührenverzicht): Günther 

Standesamt/Urkundenstelle: Axthelm 

Thüringisches Hauptstaatsarchiv: 
Archivinspektorin Gremot, Klein 


35096 Weimar (Lahn) 
Der Gemeindevorstand: Hahn 


99427 \Weimar - Buchenwald 
Gedenkstätte Buchenwald, Kustos Dr. Bodo Ritscher 


01689 Weinböhla 
Der Hauptamtsleiter: Schneider 


D 1010 





Deutsch sei dein Geist. Kanon. 
In: 
Singendes Volk 22 (1935) 
Lieder für Schulfeiern. Hgb. von Ernst Dahlke (1936) [CD]. 
Titel ohne Nummer = nur Text. 

Folge la: Nationale Erhebung 
1. zur Melodie "Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd" (Zahn): Sei hoch gefeiert 
der deutsche Tag (T: Wilhelm Hey, 1789-1854). - 2. Pardun: Siehst du im 
Osten. - 3. Dahlke: Das Lied vom neuen Reich. - 4. Wollt ihr frei sein? 
(T: Gutberlet), Kanon. - 5. zur Melodie des Wilhelmuslieds, 1568: Wenn 
alle untreu werden (T: Max von Schenkendorf, 1814). - 6. aus neuer Zeit 
(= Ernst Dahlke): Eine Trommel geht in Deutschland um. - 7. Fürst: 
Badenweiler-Marsch. Lied. - 8. Borgmann: Unsre Fahne flattert uns voran. 
- 9. Dahlke: (Das neue Lied) Laßt uns durch die Lande schreiten, für ein 
neues Deutschland streiten (T: Hanns Kappler). 

Folge 1b: Nationale Erhebung 
10. 1801: Alles schweige! Jeder neige. - 11. neue Melodie: 
Hunderttausend Herzen schlagen für das Reich. - 12. Dahlke: 
Deutschland, heiliges Deutschland, du schaust aus der Jungen Gesicht 
(T: H. Menzel). - 13. Sotke: Auf hebt unsre Fahnen. - 14. Dahlke: 
Freiheitsfahne, wir grüßen dich! Sieghaft wehst du im ganzen Lande (T: 
H. Anacker). - 15. E. Herrmann: Es dröhnt ein Wort von erznem Klange. - 
16. Altdeutscher Fahnenspruch. Kanon. - 17. B. A. Weber, 1766-1821: 
Triumph! Das Schwert in tapfrer Hand. - 18. histor. Volkslied, 1540: Frisch 
auf in Gottes Namen. - 19. (Schwur) Wir wollen entbehren, entsagen. 
Kanon. - 20. Altendorf: Ein junges Volk steht auf. 

2. Folge: Der 16. März 
21. vorreformatorisch, Wittenberg 1523: Wir treten hier im Gotteshaus. - 
22. Dahlke: (Deutscher Schwur) Heilig Vaterland, in Gefahren deine 
Söhne stehn (T: R. A. Schröder). - 23. auf eine Melodie von F. Schubert: 
Schwöret bei der blanken Wehre. - 24. Dahlke: Freiheit und Ehre, ihr 
seid gerächt (T: E. Uellenberg). Kanon zu 2 Stimmen. - 25. von 1817: Es 
sei mein Herz und Blut geweiht. - 26. Gättke: Und wenn wir marschieren, 
dann leuchtet ein Licht. - 27. Wächter: Jetzt müssen wir marschieren. - 
28. Brahms: Freiwillige her! - 29. Baumann: Soldaten tragen Gewehre. - 
30. Zahn: Wohlauf, Kameraden. - 31. Methfessel: Der Gott der Eisen 
wachsen ließ. 

3. Folge: Heldengedenken 
32. Dahlke: Sie trugen in ihren Seelen der besseren Zukunft Traum (T: 
Maria Kahle). - 33. Dahlke: Gräber des Krieges sind ewigen Sieges (T: 
H. Böhme). - 34. nach bekannten Motiven: Wir senken die Fahnen, der 
Toten zu denken. - 35. Grabner: Zwei Vöglein sah ich schwingen. - 36. 
Lahusen, 1930: Leever dood as Slav. Kanon. - 37. P. Müller, 1791-1877: 
Ferne in der fremden Erde. - 38. Anfang des 19. Jh: Wir wollen ihnen 
danken, den Männern jener Zeit. - 39. Altendorf: Der Himmel grau und die 
Erde braun. - 40. zur Melodie eines Präludiums von Chopin: Still vom 
Sturm der Kanonaden. - 41. aus neuer Zeit: Nächtens auf silbernen 
Rossen. - 42. Volksweise, nach einer Melodie von Mozart: Wir schritten 


Informationshelfer 10100 





69449 \Neinheim (Bergstraße) 
Hauptamt, Archiv: A. Rößler, Buggle 


71384 Weinstadt - Endersbach 
Einwohnermeldeamt 


06667 \Weißenfels 
Museum 
Stadtarchiv: Silke Künzel 
Standesamt: Gattinger 


A - 4601 Wels (Oberösterreich) 
Stadtarchiv: Günter Kalliauer 


59514 Welver 
Der Gemeindedirektor 


25993 Wenningstedt (Sylt) 
Der Bürgermeister: H. Callesen-Sorhagen 


21465 \Wentorf bei Hamburg 
Der Bürgermeister, Ordnungs- und Sozialamt: Hundsdörfer 


08412 \Nerdau (Sachsen) 
Landratsamt Zwickauer Land, Sachgebiet 
Personenstandswesen 


14542 Werder (Havel) 
Standesamt: Schröder 


58791 Werdohl 
Einwohnermeldeamt 


49929 Wermelskirchen 
Einwohnermeldeamt 


73249 Wernau (Neckar) 
Standesamt: Bauer 


97440 Werneck 
Gemeindeamt 
Standesamt (Gebührenerlaß): Erich Goebel 


38843 \Nernigerode 
Stadtarchiv: Fricke 
Standesamt: Dellnitz 


Informationshelfer 10101 





46480 Wesel 
Standesamt: Hinnemann 


82234 \Weßling (Oberbayern) 
Gemeindeverwaltung 


56457 \Westerburg 
Verbandsgemeindeverwaltung, Ordnungsbehörde 
(Gebührenverzicht) 


26653 Westerstede 
Der Stadtdirektor. Vangerow 


35500 Wetzlar 
Der Magistrat, Historisches Archiv: Dr. Irene Jung 
Gustav Adolf Schlemm 


A - 1000/1100 Wien 

AKM (Staatlich genehmigte Gesellschaft der Autoren, 
Komponisten und Musikverleger): Gabriele Blieweis 

Archiv der Wiener Philharmoniker 

Archiv der Wiener Symphoniker: Dr. Ernst Istler 

austro mechano (Urhebergesellschaft) 

Alexander A. Bankier 

Bundespolizeidirektion, Zentralmeldeamt 

Burgtheater, Dramaturgie 

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes 
(DÖW) 

Franz Fahrensteiner 

Werner Hensellek 

Hanns Jelinek 

Dr. Ernst Kobau 

Magistrat, Wiener Stadt- und Landesarchiv: 
Prof. Dr. Ferdinand Opll, Amtsrat Herbert Koch 

Richard Maux 

Adolf Opel 

Orpheus Trust, Dr. Primavera Gruber 

Österreichische Nationalbibliothek, Musiksammlung: 
Dr. Michaela Auchmann 

Österreichischer Gewerkschaftsbund, Gewerkschaft Kunst, 
Medien, Freie Berufe, Sektion Bühnenangehörige 

Österreichisches Staatsarchiv, Allgemeines 
Verwaltungsarchiv 

Österreichisches Staatsarchiv, Haus-, Hof- und 
Staatsarchiv: Dr. Franz Dirnberger 

Prof. DDr. Oliver Rathkolb 

Prof. Erwin Ratz 


Informationshelfer 10102 





Dr. Marcel Rubin 

Erna Samuel 

Alfred Schlee 

Maria Schwarz 

Prof. Otto Siegl 

Standesamt Wien-Favoriten 

Stiftung Bruno Kreisky Archiv 

Einzi Stolz 

Prof. Hans Swarowsky 

Otto Strasser 

Karl Tittel 

Prof. Alfred Uhl 

Universal-Edition AG.: Elisabeth Knessl 

Universität für Musik und darstellende Kunst, Institut für 
Musikgeschichte, Archiv: Dr. Cornelia Knotik, Dr. Lynne 
Heller, Dr. Otto Karner, Erwin Strouhal 

Universitätsbibliothek 

Prof. Dr. Leopold Matthias Walzel 

Prof. Erik Werba 

Wiener Stadt- und Landesbibliothek: 
Dr. Walter Obermaier, Dr. Hubert Prigl 


A - 2700 Wiener Neustadt (Niederösterreich) 
J oseph- Matthias-Hauer-Konservatorium: 
Direktor Raoul Herget 


65000 Wiesbaden 

Grete Altstadt-Grupp 

Einwohnermeldeamt (Gebührenverzicht): 
Neumann, Aurand 

Minnegard Elmendorff 

Rudolf Erdmann Musikverlage 

Robert Curt von Gorrissen 

Hessische Landesbibliothek 

Hessisches Hauptstaatsarchiv: Haberkorn, Pult 

Dr. Rudolf Lück 

Dr. Richard Meißner 

Heinz Moehn 

Ordnungsamt (Gebührenverzicht): Andersch 

Inge Pollok geb. Free 

Hans-Jürgen Radecke 

Stadtarchiv: Jochen Dollwet, Spiegel 

Standesamt (Gebührenvericht): Wahle, Fischer, Enterling 

Dr. Fritz Stege 

Dr. med. Maria Strecker-Daelen 

Holger Reiner Stuntz 

"Wiesbadener Kurier", Dokumentation: Dr. Schade 


Informationshelfer 10103 





A - 4933 Wildenau (Oberösterreich) 
1. Innviertler Trachtenkapelle "Solinger": Karl Karrer 


26382 Wilhelmshaven 
Amt Öffentliche Ordnung, Melde- und Ausländerwesen 
(Bürgeramt) 
Dienststelle Schulen und Kultur 
Heinrichshofen-Verlag: Karin Friedrichs 
Kulturamt 
Helmut Majewski 
Stadtarchiv 
Standesamt: Diana Kreye 


34439 Willebadessen 
Standesamt: Zimmermann 


92666 Windischeschenbach 
Standesamt: Walberrer 


21423 Winsen (Luhe) 
Melderegister 
Stadtarchiv: Stadtarchivar Günther Hagen 


59955 Winterberg (Westfalen) 
Einwohnermeldeamt: Braun 
Standesamt 


CH - 8400 Winterthur 
Stadtbibliothek, Sondersammlungen: 
Harry Joelson-Strohbach 


A - 2722 Winzendorf - Muthmannscdorf (Niederösterreich) 
Gemeindeverwaltung 


23900 Wismar 
Ordnungsamt, Abt. Statistik, Melde- und Ausländerrecht: 
Gäbler 
Stadtarchiv: Gerd Giese 
Standesamt: Szczepanski 


57537 Wissen (Sieg) 
Verbandsgemeindeverwaltung, Standesamt: Quast 


58450 Witten 
Robert Ruthenfranz 
Stadtarchiv: Dr. Martina Kliner-Fruck, Dieter Berrar, 
Frank Wolf, Oppenkowski 


Informationshelfer 10104 





06886 Wittenberg, Lutherstadt 
Bürgeramt: Glaubke, Ende 
Standesamt: Schmidt-Maiwald, Dittfeld 


19311 Wittenberge 
Der Bürgermeister: Pankow 
Der Standesbeamte: Kaufmann, J ablonski 


29370 Wittingen 
Hanna Schulze 


16909 Wittstock (Dosse) 
Kulturamt: Stüben 
Standesamt: Flise 


37210 Witzenhausen 
Archiv der deutschen J ugendbewegung, Burg Ludwigstein: 
Dr. Winfried Mogge 
Einwohnermeldeamt: Kulle 
Standesamt: Faßhauer 


17348 Woldegk 
Standesamt: Möller 


38300 Wolfenbüttel 
Archiv der J ugendmusikbewegung 
Herzog-August-Bibliothek 
Dr. Manuel Lichtwitz 
Möseler-Verlag: Jutta Möseler 
Niedersächsisches Staatsarchiv: Diehl, Dr. Ulrich Schwarz 
Ordnungsamt 
Prof. Dr. Franz Riemer 
Standesamt (Gebührenverzicht): Bode, Klusmann 


34466 Wolfhagen 
Der Bürgermeister als Ordnungsbehörde 


82515 Wolfratshausen 
Bayerischer Sängerbund e. V., Iris Rößler 


38440 Wolfsburg 
Institut für Museen und Stadtgeschichte: Strauß 
Stadtbücherei 


17438 Wolgast 
Amtsgericht: Justizsekretärin Rolle 
Standesamt: Karbstein 


Informationshelfer 10105 





39326 Wolmirstedt 
Außenstelle des Kreis- und Stadtarchivs Haldensleben 
Einwohnermelde- und Paßabteilung: Dargel 
Landkreis Ohrekreis, Museum Wolmirstedt 
Museum: Annette Pilz 
Standesamt 


67500 Worms 
Einwohnermeldeamt 
Stadtarchiv: Dr. Bönnen, Reuter 
Standesamt: Johannes 


16269 Wriezen 
Ortschronist Gerhard Wolff 


95632 Wunsiedel 
Verkehrts- und Kulturamt 


42000 Wuppertal 
Evangelischer Sängerbund e. V. 
Fritz Christian Gerhard 
Barbara Groß 
Meldebehörde: Wittenburg 
Antje Olivier 
Matthias Pannes 
Stadtarchiv: Dr. Uwe Eckardt, Peter Elsner, Grewel 
Stadtbetrieb Stadtgeschichte und Umwelt 
Stadtbibliothek 
Standesamt: Thomas Pique 
Universitätsbibliothek 
Dr. Heinz Wildhagen 
Wuppertaler Bühnen, Opernhaus 


52146 Würselen 
Richard Klein 
Stadtarchiv 


97070 Würzburg 

Amt für öffentliche Ordnung, Meldewesen 
(Gebührenverzicht): Hofmann, Schaller 

Friedhofsverwaltung, Grabkartei: Schenk 
Wolfgang Hirn 
Alfred Freiherr von Horn 
Katholisches Matrikelamt 
Annelie Meixner, Autographenhandel 
Stadtarchiv: Sybille Grübel, Dr. H. Hofmann 
Standesamt 


Informationshelfer 


10106 





04808 


25933 


16792 


06712 


77136 


39251 


90513 


02763 


B - 9930 


15806 


09405 


72250 


Katharina Teschers-Wanek 


Wurzen 
Standesamt: Kormann, Schaal 


Wyk auf Föhr 
Der Bürgermeister als Ordnungsbehörde: Tramp 


Zehdenick 
Standesamt (Gebührenverzicht): Voss 


Zeitz (Elster) 
Standesamt 


Zell am Harmersbach 
Bürgermeisteramt 


Zerbst 
Stadtarchiv: Rainer Frankowski 
Standesamt: Meerkatz 


Zirndorf 
Der Standesbeamte: Schmid 


Zittau 
Christian-Weise-Bibliothek: Uwe Kahl 


Landratsamt Landkreis Löbau-Zittau, Urkundenstelle: 


A. Jung, Theurich 


Landratsamt Landkreis Löbau-Zittau, Ordnungsamt: 


U. Scholze 
Einwohnermeldewesen: Schröder 
Stadtarchiv (Gebührenverzicht): Rothmann 


Zomergem 
Frans C. Lemaire 


Zossen 

Rat des Kreises (DDR) 

Ordnungsamt: Dr. Martina Vogelsang, Schumann 
Amtsverwaltung, Standesamt: Busche 


Zschopau 
Stadtverwaltung 


Zuflucht 
Prof. Kurt Thomas 


Informationshelfer 10107 





CH - 8000 Zürich 
Dr. Hans Curjel 
Musik Hug, Verlage 
Neue Zürcher Zeitung: R. Urs Ringger 
Dr. Willi Reich 
Hans-Schäuble-Stiftung 
Stadtarchiv: Prof. Dr. W. G. Zimmermann, Dr. Robert Dünki 
Zentralbibliothek, Musikabteilung 


04442 Zwenkau 
Stadtchronist Dietrich Wünschmann 


08000 Zwickau 
Amtsgericht 
Archiv des Robert-Schumann-Hauses: Dr. Gerd Nauhaus 
Einwohnermeldeamt: Schäfer 
Stadtarchiv: Schmidt 


94223 Zwiesel 
Stadtverwaltung: Alexander Reif 


D 1011 





beide durch die Nacht. - 43. ostpreußisch: Der Wind weht kalt von Osten. 
4. Folge: Schulentlassung 
44. Dahlke: Ich weiß es nicht, wie man die Ketten trägt (T: B. von 
Selchow). - 45. Dahlke: Jugend, Glück zu! Kanon. - 46. aus neuer Zeit: 
Kam'raden auf, und schließt den Ring. - 47. altes Fahrtenlied: Hoch laßt 
die Fahnen wehen, laßt die Jugend nicht vergehen. - 48. nach Richard 
Wagner, 1813-83: Stellt euch um die Standarte rund. - 49. Baumann: 
Haltet eurer Herzen Feuer wach. - 50. Dahlke: Nun zu guter Letzt (T: H. 
v. Fallersleben). - 51. J. A. P. Schulz: Lebet wohl. - 52. 16. Jh: Wer jetzig 
Zeiten leben will. - 53. Volksmelodie: Heute noch sind wir hier zu Haus. - 
54. Seifert: Kameraden, Fackelträger deutschen Glaubens. 
5. Folge: 1. Mai 
55. Mergner, 1818-1891: Das ist der Tag der Einigkeit . - 56. Melodie des 
Wilhelmusliedes: Uns ward das Los gegeben. - 57. 1936: Ein Volk tritt an! 
Der Marschtritt dröhnt durch Straßen. - 58. Englert: Wann wir schreiten. - 
59. Kanon: Arbeiter, Bauern. - 60. nach einer Volksmelodie, 16. Jh: Es 
klingt, solange die Menschheit lebt. - 61. Dahlke: Der Hammer klingt, 
die Esse glüht (T: Else Lieber-Tributh). - 62. Kampflied der SA, 
Volksmelodie: Brüder in Zechen und Gruben. - 63. W. Rein: Werkertag, 
Hammerschlag . - 64. von 1935: Wir fragen nicht nach Rang und Stand. - 
65. Tucher, 1934: Die Fahnen geschwungen, die Trommel gerührt. - 66. P. 
Hermann: So feiern wir den heiligen Mai. 
6. Folge; Muttertag 
67. Hanitsch: Weißt du das höchste Gut hienieden? - 68. Melodie aus dem 
Schemellischen Gesangbuch von J. S. Bach: Wenn du noch eine Mutter 
hast. - 69. Kanon: Was sinnig die Mutter hegt und pflegt. - 70. Reichardt: 
Laß dir danken alle Tage. - 71. Dahlke: Ein einzig Herz auf Erden ist (T: 
Auguste Kurz). - 72. Grieg: Du alte Mutter bist so arm. - 73. Dahlke: 
Mütter, in euren Augen (T: H. Menzel). - 74. aus neuerer Zeit: Im starken 
Volke dienen still die Frauen. - 75. Schreck, 1849-1918: Zerschlagenes 
Mutterherz. - 76. Schubert: Wie oft sah ich die blassen Hände. - 77. (Der 
Mutter) Wir heißen dich willkommen. - 78. finnisches Volkslied: Dort, wo 
die Fichten aufragen. - 79. Melodie von K. Loewe: Muttersprache, 
Mutterlaut. - 80. Dahlke: Der schönste Nam im Erdenrund (T: Carmen 
Sylva). Kanon. 
7. Folge: Sommer-Sonnenwende 
81. Gläser: Flamme empor. - 82. aus neuerer Zeit: Die Zeit ist reif, es 
dreht das Sonnenrad. - 83. Dahlke: Feuer, sprühe, Feuer, glühe (T: 
Gustav Quade). - 84. 18. Jh: Nun kommen wir gegangen mit Spießen und 
mit Stangen. - 85. Dahlke: Lodert, ihr Flammen (T: G. Quade). - 86. 
Dahlke: (Sonnwendschwur) Flamme, bei deiner aufleuchtenden Reinheit 
(T: H. Anacker). - 87. Beethoven: (Opferlied) Die Flamme lodert. - 88. 
neuere Melodie: Die Flamme loht in die Nacht empor. - 89. K. Groß: 
Freiheit, die ich meine. - 90. Dahlke: Rauschende Flamme (T: W. 
Kurka). Kanon. 
8. Folge: Erntedank 
91. alter Bergreihen, Wittenberg 1537: Allvater hat mit milder Hand. - 92. 
Dahlke: Auch ich bin Ritter (T: Albert Gustav Puppke). - 93. Kanon: 


D 1012 





Schwert wird Sichel. - 94. um 1800: Wir pflügen und wir streuen. - 95. 
Dahlke: Ich singe dir mit Herz und Mund (T: 17. Jh). - 96. Dahlke: 
Wagen auf Wagen schwankte herein (T: Julius Sturm, 1816-1896). - 97. 
Kanon: Erde, die uns dies gebracht. - 98. aus Niederschlesien: In lautem 
Jubel bringen wir den schönen Erntekranz. - 99. Kotalla, 1914: J uchheißa 
juchhei. - 100. aus Nordmähren: Im Märzen der Bauer. - 101. aus 
Westpreußen: Recht guten Abend insgemein. - 102. Erntetanz, 13. Jh: 
Räumt aus die Schemel. 

9. Folge: Helden der Bewegung 
103. Horst-Wessel-Lied. - 104. volkstüml., aus der SA: Von all unsern 
Kameraden. - 105. Dahlke: (Horst Wessel) Kaum einer von uns (T: B. 
von Schirach). - 106. nach Silcher: Treu bis zur letzten Stunde. - 107. 
Dahlke: Senk die Fahnen vor dem Toten (T: aus einem schlesischen SA- 
Liederbuch = H. Anacker). - 108. histor. Kampfmelodie nach dem Lied "In 
Flandern sind viele Soldaten": In München sind viele gefallen (T: A. 
Wagner). - 109. Braun ist unser Kampfgewand. - 110. von 1817: Bruder, 
der von uns geschieden. - 111. Baumann: Nun laßt die Fahnen fliegen. - 
112. G. Schwarz: Unter der Fahne schreiten wir. - 113. Silcher: Ich hatt 
einen Kameraden. 

10. Folge: Wintersonnenwende und Weihnacht 

114. Laßt die Lieder klingen! (T: W. A.). - 115. Wintersonnenwende! 
Kanon (T: M. Greif). - 116. altdeutsch, 16. Jh: So treiben wir den Winter 
aus. - 117. Dahlke: Wühlt, ihr Winde, braust, ihr Flammen (T: G. 
Stammler). - 118. Hille: Wintersonnenwende. - 119. Melodie aus Genf 
1551: Nun zündet die heimlichen Kerzen an. - 120. Dahlke: Wie ist der 
Tag so ganz dem Fest geweiht (T: Hans Pflug). - 121. altniederländ. 
Hymne, Wende des 17. Jh: Berghoch am Walde (T: H. Wirth). - 122. 15. 
Jh: In festlicher J ulnachtstunde, wann stirbt das alte Jahr (T: aus "Mit 
Hitler", ZVNSDAP). - 123. alte Melodie, 1599: Ein leises, zartes Singen - 
124. Dahlke: Heut ist der Tag (T: unbekannt). - 125. 17. Jh: Mit diesem 
neuen Jahr. 

11. Folge: Auslandsdeutschtum 
126. nach der Melodie des Wiener J ungarbeiterliedes, mündlich aus der 
SA: Fern vom Land der Ahnen (T: J. Will). - 127. Waldow: (VDA- 
Bundeslied) Laßt vom Streite der Parteien. - 128. nach K. M. von Weber: 
Volk will zu Volk. - 129. Anthes, 1789-1843: Ihr Grenzvolk seid nicht 
jenseits. - 130. Nufer: Die Eisenfaust am Lanzenschaft. - 131. Dahlke: 
Wir sind in die Welt gezogen (T: K. H. Oberacker, Brasilien). - 132. 
Czikeli: Sachs, halte Wacht . - 133. aus Gottschee. Wir sind J ungen. - 134. 
flam. Volksmelodie: Nach Ostland wollen wir reiten. 

12. Folge: 29. März, Deutscher Tag für Ehre, Freiheit und Frieden 
135. aus Stralsund 1665: Allmacht, die furchtbar und gnadenvoll. - 136. 
Dahlke: (Zum 29. März 1936) Begraben Bruderhaß und Ränke (T: Pidder 
Lüng). - 137. Dahlke: Ihr seid viel tausend hinter mir (T: B. von 
Schirach). - 138. Piefke, Triomelodie aus "Preußens Gloria": O Glück, o 
Lust an diesem Tag! - 139. Bathe: Schlagt die Pauken, schlagt die 
Trummen. - 140. Rüdinger: Sieh, wie starke Kräfte walten. - 141. zur 
Melodie des Rolandliedes, 1609: Wir wollen frei bewahren den Boden. - 


D 1013 





142. aus neuerer Zeit: Wir wollen nicht reden allerorten. - 143. Dahlke: 
Nun leuchten Siegesfahnen in unser Sein hinein (T: E. J.). - 144. 
Dahlke: Nichts kann uns rauben Liebe und Glauben (T: Karl Bröger, 
1931). - 145. Valerius: Wir treten zum Beten. 
13. Folge: Zum Geburtstage des Führers 
146. Dahlke: Ihr seid viel tausend hinter mir (T: B. von Schirach). - 
147. Wo immer Deutsche schaffen. Kanon (T: Elke Heimdal). - 148. 
Wagner, zur Melodie des "Kaisermarsches": Heil, Heil dem Führer! Adolf 
Hitler! - 149. alte militär. Spielmannsweise: (Dem Führer) Wir bringen dir 
zum frohen Fest. Aus: Otto Scholz, "Jungdeutschland" [CD]. - 150. 
Melodie eines alten Militärmarsches: Der Führer eint das Vaterland. Aus: 
O. Scholz, "Jungdeutschland". - 151. Bach, nach einem Präludium: Aus 
dunkler Nacht auflodern hell die Flammen (T: Emil Heß, 1933). - 152. zur 
Volksmelodie "Es waren einmal drei Reiter": Was unser Führer uns 
gebracht, ist Mannes höchstes Gut. - 153. Dahlke: Eine Trommel geht in 
Deutschland um (T: H. Böhme). - 154. mdl. mitgeteilt: Die Hand zum 
Schwur erhoben . - 155. 1933: Nebel und Nacht über Deutschland lag. - 
156. Wir alle tragen im Herzen dein Bild. Kanon. 
14./15. Folge: Im Lager 
157. Henning: In unsern Fahnen lodert Gott. - (Methfessel): Stimmt an 
mit hellem hohem Klang. - 158. Dahlke: Heilig Vaterland (T: R. A. 
Schröder). - 159. Heyden: Eine Trommel geht in Deutschland um. - 160. 
Baumann: Nun laßt die Fahnen fliegen. - 161. Sotke: Auf, hebt unsre 
Fahnen. - 162. Dahlke: Komm, laß dich grüßen (T: G. Stammler). - 
163. Dahlke: Nun senken wir die Fahnen (T: Eberhard Wiesbauer). - 
164. Altendorf: Der Himmel grau und die Erde braun. - Pardun: Siehst du 
im Osten das Morgenrot. - 165. Wilhelmuslied, 1568: Wenn alle untreu 
werden. - 166. Methfessel: Der Gott der Eisen wachsen ließ. - 167. 
Baumann: Es zittern die morschen Knochen. - 168. aus dem Wk. I, mdl. 
aus der SA: Morgen marschieren wir in Feindesland. - 169. Jahn: Wir 
traben in die Weite. - 170. 17. Jh: Ich habe Lust, im weiten Feld. - 171. 
Wir zogen in das Feld. - 172. Nach Ostland geht unser Ritt. - 173. 
(Hertel): Die blauen Dragoner. - 174. Grote: Niedersachsenlied. - 
(Büchsenschütz): Märkische Heide. - 175. Koch: Wir stehen hier in Reih 
und Glied. - 176. auf eine Melodie von J. Crüger: Morgensonne lächelt auf 
mein Land. - 177. Weckruf. - 178. von 1840: Kein schöner Land. - 179. 
Dahlke: Tischkanon. - 180. aus Dalarne: Lob und Preis, Allvater, dir! - 
181. von Knorr: Wir Werkleute. - (Gläser): Flamme empor! - 182. 
Lahusen, 1930: Leever dod as Slav. Kanon. 
Satz (Fassung): E. Dahlke (13, 28, 40, 42, 72, 74, 107, 118, 140, 

148, 151, 164, 167, 180). 

Information: DNML (ohne Geburtsjahr), DML, FA, MM2, LdCh. 


Dahlke, Franz 
Niekosken, 18. Juli 1893 - Ahlen/ Westfalen, 28. November 1946 
(durch Verkehrsunfall). 
Lehrersohn; Musikpädagoge in Ahlen, seit 1923 Musiklehrer am städt. 


D 1014 





Realgymnasium, später Gymnasium Hindenburgdamm 76. 1933 Gründer 
und Leiter des Madrigalchors, Leiter der Vereinigten Männerchöre Ahlen. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.829.582, auf Antrag vom 29/X/37. 1936 Städt. 
Musikbeauftragter für Ahlen. 
Husarenlied: Es flammt mein Herz, es schwillt mein Mut (T: G. 
Herwegh). MCh [WD]. 
Ich habe Lust im weiten Feld. Kriegslied. Für MCh: F. Dahlke [WD]. 
Saatgebet: Nun zieh ich die Furche (T: J. M. Lutz), für gemCh/ MCh 
(1934; UrS: RS Köln, 28/X/34; Düsseldorf, *23/V/38, zu den 
Reichsmusiktagen; Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest des 
DSB) [Hl. 
Textprobe (3. Strophe): 

"Ich tu am Acker der Liebe Pflicht, 

ich säe und ich flehe: 

Deutschland, Deutschland, 

treib deine Saat ins Licht, 

Herr Gott, dein Wille geschehe". 


Für Deutschland soll es sein: Es ziehen die Standarten (T: H. 
Anacker). MCh (1935; Dortmund, 1934) [WD]. 
Kamerad, komm mit!: Nach der Woche hartem Dienen (T: H. Anacker). 
MCh (1935; Dortmund, 1934) [WD]. 
Ein Volk: Ein Volk im Schritt, ein Volk im Tritt (T: onA). MCh (1936) [Hl. 
Deutsche Erde: Du bist der Acker (T: Fritz Fink). MCh (1939) [Hl]. 
Ewig teures Vaterland. Ein Zyklus nach Gedichten von Albert Korn. 
MCh (1941) [H]. 
1. Deutscher Frühling: Alles Große keimt. - 2. Land der opferstarken 
Herzen. - 3. Herrliches Deutschland: Nun hast du, Deutschland, hohe 
Zeit. 

Information: LdCh. "DSBZ" XXXIX/2, März 1950. S. 40. 


Dahlke, Julius 
Berlin, 28. Juni 1891 - Seefeld/ Tirol (A), 14. September 1951. 
Beamtensohn; Musikpädagoge und Konzertpianist in Berlin-Halensee, seit 
1924 Lehrer, ab 1935 auch Professor an der Akademie für Kirchen- und 
Schulmusik. Am 6/X11/44 meldete er sich freiwillig zum Volkssturm. 
Nach 1945 weiterhin an der Musikhochschule. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP, da seine Zugehörigkeit zur Loge "Zum 
Friedensbund" in der großen Landesloge der Freimaurer Deutschlands von 
1920-33 dies ausschloß. Jedoch KfdK und NSBO der Hochschule, hier 
1934 vorübergehend Schriftwart. 

Information: DML, FA, MM2. 


D 1015 





Dahmen, Hermann Josef 

Bonn, 19. Februar 1910 - Stuttgart, 14. November 1991. 
Dr. phil. Bonn 1940 (Das geistliche Lied in Lothringen), Dirigent und 
Musikwissenschaftler; Stand 1934/35: Gesangsstudium an der 
Musikhochschule Köln mit Privatmusiklehrerprüfung, 1936-40 
Musikdirektor, Chordirigent und Sänger (Bariton) in Bonn, hier Leiter eines 
eigenen Kammerchors und des Collegium musicum der Universität, auch 
freier Mitarbeiter bei RS Köln und Saarbrücken; am 27/1/44 als Funker zur 
Wehrmacht einberufen. 

1946-48 stellv. Musikabteilungschef beim NWDR Köln, dann Leiter 
des Rheinischen Volksliedarchivs in Bonn; 1951-75 Dirigent des 
"Südfunkchors" beim SDR Stuttgart, hier auch Betreuer des Silcher- 
Archivs, dann i. R. Seit 1959 Leiter des Stuttgarter LGV und ab 1964 des 
Aichschießer Männerchors, auch Gründer einer J ugendmusikschule im 
vorderen Schurwald. Mitarbeiter des DSB seit 1930. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 1942-44 in Kauen beim Generalkommissar für 
Weißruthenien (Minsk) und Litauen Referent in Abt. Kultur und Politik - 
1943 auch Abteilungsleiter Kultur im Propagandaamt. 


Vorgang im RMVP, Abt. RV, mit Unterlagen über Mitarbeiter, Band 2, 
1942-1945 (Quelle: BAR 55/ 302). 
Darin u. a.: 
Hermann Josef Dahmen, Generalkommissariat Kauen (Blatt 320). 


Geschichtsfälschung, 1970: 

"Im Krieg konnte er diese Arbeit weitgehend fortsetzen als 
Kulturdezernent in Weißruthenien und Litauen. Für diese Tätigkeit wurde 
er später zum Präsidenten der Deutsch-Litauischen Gesellschaft ernannt" 
(wz = Werner Zintgraf: Dr. Hermann Josef Dahmen 60 Jahre. "Lied und 
Chor" LXII/3, März 1970. S. 60). 

Daß der "Kulturdezernent" in Diensten der NS-Besatzungsbehörde 
arbeitete, war wohl nicht der Rede wert. 

Information: KDMK, LdCh. 


Da Jesus in den Garten ging. Mährisches Volkslied. 
In: 
Brünn ist nit hin (1939). 


Da kann kein Kaiser. Soldatenulklied. 
In: 
Singen (?1937). 


Da kommen wir gegangen mit Spießen und mit Stangen und 
wolln die Knaken langen. Altes Ansingelied zum Mittsommertag. Aus: Erk- 


D 1016 





Böhme, "Deutscher Liederhort" III. 

Vgl. Fritz Stein. 

In: 

RJF, Liederblatt der HJ 1 (1935; Liedkantate); Die Singstunde 79 (1935); 
RJ F, Eine Flamme ward gegeben (1936); RJF, Wir Mädel singen (1937, 
21938; "nach einer alten Volksweise bearbeitet von Fritz Stein"); Lied über 
Deutschland (1937, >1941); Unser das Land (1937); Wir wandern und 
singen! (1937); RJF, Unsere Lieder-Weimar (1938); DSB, Singendes Volk 
27 (1938); Deutsche Musik A, B (1941). 


Da kommt die Maus von allen Mäusen her, sie nahm das Korn 
gefangen. Lothringische Überlieferung, aus: Pinck, "Verklingende Weisen" 
| (1926). 

In: 
Lieder unseres Volkes (1943). 


Damberger, Max 

St. Gallen/ Steiermark (Österreich), 6. August 1877 - Linz/Donau (A), 
15. April 1943. 
Sohn eines Gasthofbesitzers; Schüler K. Komzaks und F. Nowowiejskis, 
Militärmusiker, zuletzt Leiter der Kapelle des Alpenjäger-Rgts. Nr. 7, seit 
1918 Militärkapellmeister a. D. in Linz und 1922 Dirigent des 
Konzertvereins, Leiter der Kurkapelle Bad Hall, Dirigent der Stadtkapelle. 
Werke: Konzertmärsche, viel für Militärkapelle. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. MZF, Leiter des Musikzugs der Motorgruppe 
Oberdonau. 
Freundorfer: Einzug in Braunau. Marsch. Für Harmonie- und 
Blechmusik: M. Damberger (1938) [HF]. 

Der Titel feiert Hitlers Besuch in Braunau 1938. 
Freundorfer: Von Linz bis Wien. Marsch. Für Harmonie- und Blechmusik 
mit SaxStn.: M. Damberger (1938) [HF]. 

Der Titel feiert den Höhepunkt von Hitlers Triumphzug 1938. 
In treuer Kameradschaft. Marsch für Harmoniemusik (RS Hamburg, 
24/1X/38; Sender Wien, 21/X11/38) [KW]. 
Gebirgsjäger-Marsch (T: S. Torggler), für Harmoniemusik mit SaxStn. 
(1942) [KW]. 

Information: DML, FA, LdBl. 


Dammer, Karl 
Elberfeld, 2. Januar 1894 - Münsterlingen, Kanton Thurgau (CH), 3. 
Februar 1977. 
Dirigent, Pfitzner-Schüler, 1925 Musikal. Oberleiter am Stadttheater 
Aachen, 1927 1. Kapellmeister am Staatstheater Bremen, 1934/35 in 
Berlin-Halensee, am Dt. Opernhaus Berlin; am *30/1/37 von Hitler zum 


D 1017 





GMD ernannt, 1939-44 GMD und musikalischer Oberleiter des 
Opernhauses Köln. 

1946-49 in Bonn, seitdem Gastdirigent, 1959 in Konstanz/ Staad, 
dann ab 1961 ohne Engagement in Kreuzlingen (CH), zuletzt i. R. in 
Münsterlingen. 


NSDAP seit 1/X1/39, Nr. 7.267.290, auf Antrag vom 2/X/39. 
15. bis 18. Januar 1941: 

K. Dammer führt die Kölner Oper zu einem Gastspiel ins besetzte 
Belgien und bietet in Gent und Brüssel "Die Hochzeit des Figaro" von 
Mozart. 


Geschichtsfälschung, 1970: 

"Karl Dammers charaktervolle Haltung den Nationalsozialisten 
gegenüber führte zu seinem Weggang (aus Berlin). Dank der Intervention 
Hans Pfitzners und dem Mut Alexander Springs (Generalintendant des 
Kölner Theaters) kam er nach Köln" (H. Kl. = Horst Klausnitzer in: "DBJ" 
1970. S. 64). 

Die "charaktervolle Haltung" bewies er u. a. durch Eintritt in die 
NSDAP. 

Information: MM2, FA2, RMLE. 


Damrow 


Anneliese. Marschlied mit Soldatenchor (RS Frankfurt, 12/1V/39, MK des 
IR 36 Friedberg, Dgt. MM Schulz). 


Danckert, Werner 

Erfurt, 22. Juni 1900 - Krefeld, 5. März 1970. 
Dr. phil. Erlangen 1924 (Geschichte der Gigue), Habilitation in Jena 1925; 
Musikwissenschaftler, zunächst in Erfurt, dann Privatdozent, 1937 nicht 
beamteter o. Professor in Jena, 1939-42 Lektor an der Universität Berlin, 
mit Wohnung in Wilmersdorf, 1943 im Auftrag des REM Vertreter der 
vakanten Lehrkanzel am Institut für MW der Universität Graz mit 
mindestens einer Verlängerung im März 1944. Danckert verließ Graz im 
Februar 1945 zum Ende des Wintersemesters. 

1945 - Stand 18/VI - in IImenau/ Thüringen, wo seine Frau schon 
seit mindestens 5/VI11/44 wohnte. 1949 bewarb er sich um die Professur 
für MW an der Universität Rostock, zum 19/XI1/49 akzeptierte ihn der 
Senat der Universität einstimmig, doch da die Entscheidung des 
Ministeriums auf sich warten ließ, nahm Danckert seine Zusage nach 
einigen Monaten zurück und ging im Oktober 1950 nach Krefeld. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.295.345. 1939 Lektor im ARR, Amt Musik, u.a. 
beteiligt am Lexikon der Juden in der Musik von Gerigk/Stengel. Auch 
externer Mitarbeiter des ERR. 


D 1018 





Altnordische Volksmusik ("Die Musik" XXX/1, Oktober 1937. S. 4-12). 
Volkstum, Stammesart, Rasse im Lichte der Volksliedforschung. 
Beitrag zur Mw. Tagung der Dt. Gesellschaft für Musikwissenschaft 
(Düsseldorf, *28/V/38, bei den Reichsmusiktagen). 

Das deutsche Lied. Probleme und Gestalten (1939). 

Grundriß der Volksliedkunde (Berlin, 1939) [Hahnefeld, Berlin]. 

Die ältesten Spuren germanischer Volksmusik ("Zeitschrift für 
Volkskunde" XLVI11/1939. S. 137-180). 

Volkslied und Stammesart ("Völkische Musikerziehung" V/7-8, J uli- 
August 1939. S. 305-316). 

Von der Stammesart im Volkslied ("Die Musik" XXX11/7, April 1940. S. 
217-222). 

21. Juni 1940: 

"(...) Besten Dank auch für die Uebersendung Ihrer Kritik Danckerts. 
In manchen Punkten sind Sie sogar etwas milde mit ihm verfahren. 
Manches ist bei Danckert direkt leichtfertige Konstruktion, er redet über 
Dinge, über die er nicht nur nichts weiß, sondern über die man z. Zt. auch 
garnichts wissen kann" (Prof. Dr. Hans Engel an Dr. A. Quellmalz, 
21/V1/40. Quelle: BA NS 21/ 220, unpaginiert). 

Die Klangwelt des Samurai-Reiches. Ursprung und Wesen japanischer 
Musik ("Berliner Börsenzeitung" Nr. 147, 28/111/41). 

Deutsches Lehngut im Lied der skandinavischen Völker ("NS- 
Monatshefte" X11/136, Juli 1941. S. 575-596). 

Der Musikologe unterstellt blindwütig und pauschal, daß deutsche 
Melodien nach Norden gewandert seien; obwohl er fürs 15. und 16. Jh 
"die Pilgerfahrten der Skandinavier - der Scholaren - nach dem Süden" 
erwähnt, macht er seine Leser glauben, diese hätten überhaupt nicht 
gesungen. 

Deutsches Lehngut im norwegischen Volkslied ("Deutsche 
Monatshefte in Norwegen" III/1, Januar 1942. S. 2). 
20. April 1944: 

"(...) Mit grösstem Interesse las ich Ihre Anfrage vom 11. 4. betr. 
das Manuskript von Prof. Dr. Werner Danckert über den französischen 
Musiker Debussy. Ich möchte doch empfehlen, mit der Herausgabe dieser 
gewiss sehr interessanten Arbeit noch ein wenig zu warten, denn wenn es 
uns auch notfalls gelingen könnte, die Bedenken gegen die 
Veröffentlichung über einen französischen Künstler zurückzudrängen, so 
sind doch die Papier- und Herstellungsschwierigkeiten heute so ungeheuer 
gross, dass mit einer Genehmigung seitens des Propagandaministeriums 
für eine derartige Planung nicht zu rechnen ist. (...)" (Hauptamt 
Schrifttum, Oberbereichsleiter Dr. Bernhard Payr, an Dr. Gerigk, 11/1V/44. 
Quelle: BA NS 15/ 73, unpaginiert). 


Geschichtsfälschung |, 1954: 

"(...) 1943-45 apl. Prof. Univ. Berlin 45 Wahrn. mwiss. Lehrstuhl 
Univ. Graz" (Namensartikel. KDMK 1954. Sp. 189). 

Der Eintrag folgte den - unrichtigen - Angaben Danckerts. 


D 1019 





Geschichtsfälschung II, 1971: 

"(...) Aber es war auch eine Tragödie seiner Zeit, daß er politisch mit 
dem Establishment zusammenstieß und so die Chance für ein 
Universitäts-Lehramt verlor. 

(...) Dann emigrierte er nach Ostdeutschland, wo er fünf Jahre 
warten mußte, ehe man ihm eine Professur in Rostock anbot. Inzwischen 
war seine Meinungsverschiedenheit zur Politik des gewählten Landes so 
ernst geworden, daß er in den Westen flüchtete. (...)" (W. Suppan: 
Werner Danckert 1900-1970. "Ethnomusicology". Journal of the Society 
for Ethnomusicology, Jg. 1971. S. 94-99. Übersetzung). 

Wolfgang Suppans Darstellung weicht signifikant von KDMK ab und 
verschweigt in der Bibliographie einige Titel deutlich rassistischer Art oder 
aus NS-Publikationen. Die Vokabel "emigrierte" (nämlich als Deutschland 
nur in Besatzungszonen geteilt und ohne Staatlichkeit in Ost oder West 
war) verrät Täuschungsabsicht. 

Geschichtsfälschung II, 2000: 

"(...) Nachdem er nach Ostdeutschland emigriert war, um Professor 
an der Universität Rostock (1950) zu werden, war er gezwungen, im 
gleichen Jahr nach Krefeld, Westdeutschland, zu flüchten. (...)" (Israel J. 
Katz: Werner Danckert. "The New Grove Dictionary of Music and 
Musicians". London 22001. S. 219. Übersetzung). 

Auch Katz verfälscht die Umsiedlung ohne Angabe des Zuzugsjahres 
in eine (politische) Flucht... ausgerechnet im "Grove", 

Information: DNML, DML, FA, MM2, KDMK, RML, MGG. 


Daniel, Ludwig 
Offenbach/ Main, 1. September 1898 - Hungen/ Oberhessen, 4. Januar 
1987. 
Musikdirektor und Geiger in Offenbach. 
Seit 1947 in Lich/ Oberhessen, zuletzt in Hungen i. R. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.600.153. MZF der NSDAP Hainstadt a. M. Leiter 
der Ortsmusikerschaft Offenbach der RMK; 1943-45 Landesleiter der RMK 
Gau X Hessen-Nassau. 


Dank siehe: Svolvaer Raimund 


Dankelmeyer, Wilhelm. 
Ovenstädt bei Minden, 8. April 1910 - ? 

Militärmusiker; nach Musikmeisterausbildung an der Musikhochschule 
Berlin ab 8/111/37 Musikmeisteranwärter, dann MM und Leiter des 
Trompeterkorps des AR 19 in Hannover. Ab 1/VIIl/41 OMM, dann bei der 
349. Infanteriedivision. 

Nach 1945 zuletzt i. R. in 31582 Nienburg/ Weser, Deichstr. 24. 
(Stand: Januar 2001). 


D 1020 





Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Großdeutschland. Marsch (RS Hamburg, 21/1X/38). 
Deutschland voran!: Nun lasset uns singen. Lied (1939?). 


Danket dem Herrn, denn er ist sehr freundlich; Kanon zu 4 
Stimmen zum Erntedank, onA. In: Jöde, "Der Kanon". 
In: 
Singendes Volk 18 (1934); Deutsche Feierklänge (1935); Das Lied im 
Deutschen Arbeitsdienst (1937; nur T). 


Danket dem Schöpfer und preist den Erhalter, dessen 
Barmherzigkeit immer noch neu (T: onA). Geistl. Lied, vor 1860. Titel: 
Lobgesang. 

In: 
HM-Liederbuch (1933/34). 


Dankgebet nach siegreichem Kampf (T: holländisch, Valerius). 
In: 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940; onA). 


Danklied = Nun danket Gott mit Herzen 


Danklied 


Lob und Preis, Allvater, dir! 


Danklied nach Tisch 


Sind wir alle aufgestanden 


Danklied zu Gott = Das Feld ist weiß 


Danklied zur Wiedergewinnung der Wehrfreiheit. Zur Melodie 
"Es waren einmal drei Reiter gefangen", mdl. aus der SA überliefert. 
In: 
Lobeda-Singeblatt 24 (1935). 


Danne, Gustav 
Hannover, 22. April 1877 - Hannover, 23. Januar 1956. 
Kaufmann und Amateurkomponist in Hannover. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.312.890. 
Op. 1. Karolinger-Marsch. Fassung: B. Kutsch (1941) [Di]. 


D 1021 





Op. 2. Es lebe das Leben. Marsch. Für LW-Musik: K. Noack (1942) [Di]. 


Dannehl, Franz 
Rudolstadt, 7. Februar 1870 - Bad Blankenburg (SBZ), 22. Mai 1947. 
Ehemals Offizier; Tondichter in Bozen, dann München, von Hitler zum "Tag 
der Deutschen Kunst" am 15/VI1/39 mit dem Titel Professor geehrt; auch 
Naturwissenschaftler und Entomologe, Inhaber eines Museums der 
Schmetterlinge Europas. Er verlor im Januar 1945 seine Wohnung in 
München durch Luftangriff und erhielt zunächst Unterkunft in Weimar. 
Nach 1945 zunächst weiterhin in Weimar, zuletzt in Bad Blankenburg 
im Harz. 
Werke: über 100 Titel, so Chöre, Lieder und Kammermusik. 


NSDAP, angeblich unter Nr. 5 "einer der ersten sieben der NS-Bewegung", 
offiziell seit 10/X/29, Nr. 153.006, jedoch am 1/111/31 wieder ausgetreten. 
Sturm (T: D. Eckart). Lied (1923). 

9. Oktober 1934, Lied des Volkes: 

"Dietrich Eckart hat sowohl von Anfang an gerade von mir - er war 
ein großer Verehrer meiner Musik - die Komposition dieses ihm sehr am 
Herzen liegenden und für das Neue Deutschland so bedeutungsvoll 
gewordenen Gedichts gefordert und gewünscht, als er auch diese letzte 
Fassung, die ich ihm noch kurz vor der Katastrophe 1923 improvisierend 
vorspielte, als so bezeichnete, wie er sich die Vertonung dachte und 
erhoffte. Es ist doch wohl eine Pflicht der Dankbarkeit und Pietät dem 
großen Vorkämpfer gegenüber, wenn der Versuch unternommen wird, das 
herrliche Gedicht als >Lied des Volkes< einzuführen (Franz Dannehl an 
RMVP, 9/X/33, handschriftlich. Quelle: BAR 55/ 1169. Blatt 5). 

Das Ministerium ließ das Lied durch seinen Gutachter Heydenreich 
prüfen. 

D. Eckart konnte, da verstorben, die Richtigkeit der Angabe nicht 
mehr bezeugen, sodaß offen blieb, ob Dannehl nicht Eigenwerbung 
betrieb. 

14. Juli 1934, Antwort: 

"(...) Das Lied berührt gewiß durch seinen ehrlichen Schwung 
sympathisch, doch scheint es mir den Vergleich mit der von Dietrich 
Eckart selbst zu seinem Gedicht komponierten Weise nicht ganz 
auszuhalten" (RMVP, Der Reichsdramaturg, an F. Dannehl, 14/V11/34. 
Quelle: BAR 55/ 1169. Blatt 10). 

Op. 81. Totenklage. Sonate für Violine und Klavier in D-moll, 
"geschrieben zum Andenken an den 9. November 1923" und an Dietrich 
Eckart, später gewidmet der "Hauptstadt der Bewegung" (Januar 1924; 
RS München, *8/X1/35, als RSdg, *9/X1/38; München, *9/X1/35). 

Der 3. Satz - "Totenklage", Andante sostenuto - ist dem Andenken 
Dietrich Eckarts gewidmet. 

16. April 1937, Förderung: 

"Reichsleiter Rosenberg hat uns durch Stabsleiter Urban 
angewiesen, unbedingt das Schaffen von Franz Dannehl zu fördern. Ich 


D 1022 





habe in der >Musik< wiederholt Besprechungen seiner Kompositionen 
veröffentlicht, die durchaus positiv gehalten waren. Dannehl komponiert 
auf einer gesunden romantischen Grundlage. Er gehört zu den ersten 
1000 Mitgliedern der NSDAP. Aus diesem Grunde besteht angesichts der 
Qualitäten seiner Kompositionen eine gewisse Verpflichtung für uns, ihn 
im Rahmen unserer Konzertveranstaltungen zu berücksichtigen. Vielleicht 
kann Pg. Teske einige der von uns für die nächste Spielzeit verpflichteten 
Künstler veranlassen, dass sie einige Lieder oder auch eine Sonate von 
Dannehl in ihr Repertoire aufnehmen" (NSKG, Amt Musik, Dr. Gerigk, an 
NSKG, Ortsverband Berlin, Gauobmann Dransmann, 16/1V/37. Quelle: BA 
NS 15/ 92). 

16. November 1940: 

Die NSG "Kraft durch Freude", Kreis Leipzig, veranstaltet im Gohliser 
Schlößchen einen Franz-Dannehl-Abend: 1. Sonate As-dur für Cello und 
Klavier, Werk 103. - 2. Klavierlieder. - 3. Sonate D-moll für Violine und 
Klavier, Werk 81. Mitwirkende: Friedrich Wilhelm Haertel (Bar), Georg 
Hanstedt (Violine), Karl Riedel (Cello) und Hans Gulden (Klavier). 

30. Januar 1945: 

"Der Komponist Prof. Franz Dannehl, vor einigen Wochen in München 
ausgebombt und zurzeit in Weimar untergebracht, begeht am 7. 2. den 
75. Geburtstag. Das Reichspropagandaamt Weimar bittet um Prüfung, ob 
für ihn die Goethe-Medaille in Betracht kommt, da ihm beim 70. 
Geburtstag seitens des Bayerischen Volksbildungsministeriums eröffnet 
worden sein soll, der Herr Minister habe diese Ehrung für den 75. 
Geburtstag vorgesehen. Da nun aber die Verleihung derartiger 
Auszeichnungen zurzeit strikt gesperrt ist wird vorgeschlagen, ihm als 
dem Pg. Nr. 5, der auch einen Ehrensold des Führers erhält, eine 
Ehrengabe von RM 10.000.-- und ein Schreiben des Ministers zu 
übersenden, dessen Entwurf beigefügt wird" (RMVP, Ministervorlage, 30/1/ 
45. Fehler im Original. Quelle: BAR 55/ 20616. Blatt 17-18). 

Information: FA, MM2, LdCh. 


Dannenberg, Fr. (Pseudonym) = Friedrich Kark 


Dannenmann, Hans 


Das letzte Aufgebot (T: E. F. Bartelmäs). HJ-Lied. 

In: 

Wir schreiten über die Straßen 2 (1935). 

Wo deutsche Männer kämpfen, stehen wir Frauen bereit (T: E. F. 
Bartelmäs). HJ -Lied. 

In: 

Wir schreiten über die Straßen 2 (1935). 

Deutschland, Deutschland, als alle dich quälten (T: Oskar 
Wendnagel). HJ-Lied. 


D 1023 





In: 
Wir schreiten über die Straßen 2 (1935). 


Dannenmann, M. 


Auch wir Frauen wollen helfen (T: E. F. Bartelmäs). HJ-Lied. 
In: 
Wir schreiten über die Straßen 2 (1935). 


Dantonello, Josef 
Öttingen/ Bayern, 6. April 1891 - Augsburg, 15. Januar 1945. 
Sohn eines Kaufmanns; Schüler von A. Greiner, 1923 Musikpädagoge und 
Chormeister in Augsburg, Chordirektor der kath. Stadtpfarrkirche St. Peter 
und Paul; Hauptlehrer und Studienrat, ab 1926 auch Lehrer für 
Sologesang u. a. an der Singschule. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.826.893. NSLB vom 1/X1/33 - 18/1/38. 
Op. 10. Den Gefallenen: Danket den Toten. MCh (1937) [B&S]. 
Op. 15. (Heil den Gefallenen): Selig, die gefallen für das Vaterland 
(T: Martin Greif). MCh (1937) [B&S]. 
Arbeiterlied: Leuchte, scheine, gold'ne Sonne (T: H. Lersch). MCh 
(1939) [B&S]. 
Textprobe (3. Strophe): 

"Leuchte, scheine, gold'ne Sonne, 

unserm Vormarsch in die Welt, 

uns, die nun im Aufgang stehen, 

keine Macht noch Fessel hält. 

Alte? Junge? Neue Menschen! 

Werkbeglückt einander nah'n, 

Menschen keinem andern Geiste 

als der Liebe untertan. 

Drum, mein Hammer, schwing 

und schalle, 

läute Frieden, Hammerschlag!" 
Op. 45. Es naht das Licht: Die Flocken rieseln weit und breit (T: P. 
Sirus), für versch. Chorbesetzungen (1942) [B&S]. 

Neuheidnisches Weihnachtslied für das Julfeierritual. 
Information: DML, FA, LdCh. 


Danz, danz, Lisebeth, sau schenk eck deck en Ei! Aus 
Niedersachsen. 
Vgl. den folgenden Titel. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 13 (23. September 1937). 


D 1024 





Danz, danz, Quieselche, so schenk ich dir ein Ei. Volkslied vom 
Niederrhein. 
Vgl. den vorigen Titel. 
In: 
Wir wollen singen (1933); Niederdeutschland (1936); Unser das Land 
(1937); Klingend Erbe (1941; Variante hochdeutsch). 


Danzig ist deutsch. Neue Danziger Heimatlieder. Hgb. von der 
Landeskulturkammer. Vorwort des Direktors der Landeskulturkammer der 
Freien Stadt Danzig (1939) [Danziger Verlags-Gesellschaft, Danzig]. 

Vorwort: 

"Danzig hat, wider seinen einmütig bekundeten Willen von der 
deutschen Heimat losgerissen, selbst in den Jahren der schlimmsten 
parteipolitischen inneren Gegensätze immer in voller Einigkeit zu seinem 
Deutschtum gestanden. Als nach der Machtübernahme durch die NSDAP. 
durch den Beauftragten des Führers, Gauleiter Albert Forster, auch für 
Danzig ein neuer Abschnitt seiner Geschichte begann, hat die nationale 
Begeisterung ihren Ausdruck in zahlreichen neuen Liedern gefunden, die 
von dem machtvollen Erlebnis unserer Zeit erfüllt sind. 

Eine Zusammenfassung dieser Lieder, die zum festen Bestand des 
heimatlichen Liedgutes geworden sind, ist seit langem gewünscht worden, 
nicht zuletzt von den vielen Danzigern, die im Reich Arbeit und 
Entwicklungsmöglichkeiten gesucht und gefunden haben. So erfolgt die 
Veröffentlichung dieser kleinen Auswahl aus den neuen Liedern Danzigs 
nicht aus ehrgeizigen Antrieben, sondern zur Erfüllung eines lebendigen 
Bedürfnisses. Worte und Weisen aller dieser Lieder rühren ausnahmslos 
von Danzigern her. So gibt die kleine Sammlung zugleich Zeugnis von dem 
Beitrag Danzigs zum neuen Liedgut unserer Zeit. Mögen diese Lieder, die 
wir in Danzig singen, weil sie ausdrücken, was wir empfinden, auch im 
Reich überall den rechten Widerhall finden". 

Inhalt: 

1. E. Zernickel, 1933: Deutschland, Mutterland, hol uns zurück! - 2. H. 
Lühning: Um deiner Heimat willen bist du da. - 3. A. Kramer: Wir sind 
Soldaten außen und innen. - 4. Erich Goebel: Schließt die Reihen, reicht 
euch die Hand. - 5. H. Werner: Fallen müssen viele. - 6. A. Kramer: Fern 
vom Land der Ahnen - 7. W. Reinhard: Wenn wir marschieren im Danzger 
Land mit festem Schritt. - 8. Otto Heß: Wir ritten gestern in die Schlacht. 
- 9. J. Grabow: Wir J unggardisten der neuen Zeit stürmen. - 10. ]. 
Grabow: Wir Danziger Hitlerjungen zerbrechen der Feinde Diktat. - 11. 
Otto Heß: Uns ist vom Schicksal bestimmt zu marschieren. - 12. E. 
Stieberitz: Wenn sich die Sonne neigt, dröhnt unser Marschschritt. - 13. E. 
Volmar: Nach Ostland woll'n wir reiten, nach Ostland weit hinein. - 14.]. 
Hannemann, 1939: Danzig, stolze Wacht im Osten. - 15. W. Schramm, 
1939: Danzig, mein Heimatland, am Ostseestrand. 

Sätze: J. Grabow (8, 11). 


D 1025 





Danziger Berge, blauer Ostseestrand sind des Danz'gers Freude, 
sind sein Heimatland (T: onA, jedoch dem Vorbild nachempfunden). NS- 
Heimatlied, Melodie "Märkische Heide" (Büchsenschütz). Textparodie. 

Textprobe (4. Strophe): 

">Deutschland erwachel!< sei unser Losungswort! 
Dem Hakenkreuz die Treue, getreu bis in den Tod! 
Steige hoch, du stolzer Adler, 
hoch über Sumpf und Sand, 
hoch über dunkle Kiefernwälder! 
Heil dir, mein schönes Danz'ger Land!" 
In: 
Freiheitslieder des Dritten Reiches für Schulen (1933). 


Danz rüber, danz nüber = Tanz rüber 


Dar geiht nix öwer de Gemütlichkeit, ei ja, sieh da! Tanzlied aus 
Holstein. 
In: 
Wir wollen singen (1933). 


Dar weer enmal en lütje Buurbuurdeern. Volkslied aus Holstein. 
In: 
NSLB, Unser Lied 1 (31935). 


Dar weer ok mal en Hochtietsspaaß mit Hans un Gret'n un Trien 
un Klaas. Hochzeitslied aus Dithmarschen. 
In: 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 23-27 (1939), 43-49 (1942; 
Wortbearbeitung: Otto Tenne). 


Dargel, Paul 
Berlin, 30. Mai 1908 - Berlin, 15. März 1982. 
Orchstermusiker in Berlin-Charlottenburg, Trompeter im Orchester der 
Städtischen Oper/ Dt. Opernhaus. Im Kriege zur Wehrmacht einberufen 
dann in brit. Kriegsgefangenschaft und zum 20/VI11/45 entlassen. 
Nach 1945 weiterhin in Berlin- Charlottenburg bzw. Wilmersdorf.. 


NSDAP seit 1/111/37, Nr. 3.907.765. 
Großdeutschland. Marsch (RS Wien, 25/X1/38). 


Darras, Eugen Herbert (Pseudonym) = Gerhard Sauber 


D 1026 





Dart driwe in dr Kleeheislergaß dart wohnt jo mei herzliebschter 
Schatz. Aus dem südslawischen Banat. In: "Laßt uns singen" (1936; hob. 
von der Musikstelle des Schwäbisch-Deutschen Kulturbundes in 
Südslawien). 

In: 
Lieder unseres Volkes (1943). 


Dar weeren twee Königskinner. Volkslied, niederdt. Fassung. 
Vgl. Es waren zwei Königskinder. 
In: 


NSLB, Unser Lied 2 (21935). 


Das Abendlied = Nun wollen wir singen das Abendlied 
Das Adolf-Hitler-Lied = Stimmt an das heilge deutsche Lied 
Das Afrika-Lied = Auf, auf, ihr Brüder und seid stark 


Das Alte ist vergangen, das Neue angefangen. Alter Neujahrsruf 
aus Westfalen, aus: Johannes Hatzfeld (Hgb), Westfälische Volkslieder mit 
Bildern und Weisen (Münster, 1928). 

In: 

Neues Singen 1 (1934); Lobeda-Singeblatt 2 (1934); NSLB, Unser Lied 1 
(31935); Lieder zur Weihnachtszeit (1935, 1944); Singkamerad (31935, 
81937; 2.-3. Strophe: L. Vogt); Volksliedsingen im Schulfunk 19/20 II (20. 
Dezember 1937), 19/20 (22. Dezember 1938); Unsere Lieder 11 (1933); 
Stimmt an! I (1939); Deutsche Lieder (1940); RJF, Liederblatt der HJ 
109/110 (1941); Lied über Deutschland (?1941); RJF, Musikblätter der HJ 
109/110 (1941); RJF, Unser Liederbuch (1941). 


Das alte Ostlandfahrerlied = Nach Ostland wollen wir reiten 


Das alte Reich zerrissen, entehrt die blanke Wehr, 
Marxistenbonzen herrschen und Juden noch viel mehr (T: onA), auf eine 
alte Landsknechtsmelodie. Titel: Lärm an! 

Textprobe (2. Strophe): 

"Ein Hakenkreuz im Schilde 
ist unser Wappen stolz. 
Uns führet Adolf Hitler, 

ein Mann aus Eichenholz". 


D 1027 





In: 

Deutschland erwache! (551932); Was der Deutsche singt (1932; 
"mündlich überliefert", nur T, Variante: "Undeutsche uns beherrschen, 
Landfremde noch viel mehr"). 


Das ander Land = Es ist nit allewege Festabend 


Das Banner fliegt, die Trommel ruft (T: R. A. Schröder, 1914, 
aktualisiert). Kriegslied, mehrfach vertont, so von E. L. von Knorr, H. 
Mießner/ A. Preuß, H. Spitta. 

In: 
Lose Blätter 414 (1936; onA). 


Das Bannorchester (Anthologie) siehe: Wolfgang Stumme 

Das bergmänn'sche Leben = Wenn ich eins betrachte 

Das Bochumer J ungens-Lied = Es kann ja nicht immer 
so bleiben 


Das braune Bataillon (T: Karl Kappes). SA-Marschlied, zur Melodie 
"Wohlauf, Kameraden" (Zahn), vom Texter in Eberbach/ Baden am 
20/V/33 dem RMVP angeboten (Quelle: BAR 55/ 1153). 


Das braune Heer marschiert im Sturmschritt (T: SAR-Mann 
Horst Neumann, Standarte 4/6). SA-Kampflied, zur Melodie "Wem Gott 
will rechte Gunst erweisen" (Fröhlich). 

SAR = SA-Reserve 

Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Der Führer Hitler ist erkoren, 

Treueid hab'n wir ihm geschworen! 
Sein Wille ist uns Kampfgebot, 

das Volk zu erlösen aus Knechtes Not! 


Viel' Kameraden gaben ihr teures Blut, 

durch der Marxisten wilde Wut. 

Doch soll'n sie nicht umsonst gefallen sein, 

wir werden uns vom Judenjoch befrei'n!" 
In: 
SA-Sturmlieder (1933); NSBO-Kampflieder-Buch (1933); Das kleine SA- 
Sturm-Liederbuch (1933; nur T). 


D 1028 





Das braune Hemd ist unser Kleid, es ziert den Hitlermann (T: 
onA). SA-Lied, zur Melodie "Drei Lilien". 

Gerhard Schwalbe, Leipzig, rügte diesen Titel als nationalen Kitsch 
("ZfM" CIII/5, Mai 1936. S. 620). 


Das Brombeerlied = Es wollt ein Mädel früh aufstehn 


Das Brot, Herr, uns segne das tägliche Brot! Tischlied (1928), onA. 
In: 
Lieder der christlichen Kampfschar (1933); Das Lied im Deutschen 
Arbeitsdienst (1937; nur T). 


Das Deutsche Hausbuch. Hop. in Verbindung mit dem 
Winterhilfswerk des deutschen Volkes vom Hauptkulturamt in der RPL der 
NSDAP. (301.-400. Tsd, 1943) [ZVNSDAP]. 

Darin folgende Titel in Notendruck, teilweise als "Lieder des 
Monats": 

Spitta: Heilig Vaterland! (Januar) - Heio, sauso! - Alleweil ein wenig lustig 
- Der Schneider hat die Zieg verlorn (Februar) - Im Märzen der Bauer die 
Rößlein einspannt (März) - Wenn alle untreu werden (April) - Wenn eine 
Mutter ihr Kindlein tut wiegen - Der Winter ist vergangen (Mai) - 
Baumann: Und die Morgenfrühe, das ist unsre Zeit (Juni) - Kein schöner 
Land in dieser Zeit (Juli) - Und in dem Schneegebirge (August) - 
Baumann: In den Ostwind hebt die Fahnen (September) - Blumensaat: 
Lobet der Berge leuchtende Firne - Kindlein mein, schlaf doch ein 
(Oktober) - Spitta: Wir gehen als Pflüger durch unsere Zeit (November) - 
Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne - Es kam ein Herr zum Schlößlein 
(Dezember). 

Im Kontext der angebotenen Gedichte, Monatssentenzen aus 
Hitlerreden und Erzählungen zu politischem Ziel spielen diese Lieder, auch 
die scheinbar unpolitischen Volkslieder, eine geschickt kalkulierte 
unterstützende Rolle. 


Das deutsche Lied. Instrumentalsonderheft für Bläser zur 2. 
Reichsstraßensammlung am 24/25. Oktober 1942. Sonderdruck für das 
WHW [V]. 


Das deutsche Podium. Fachblatt für Unterhaltungs-Musik und 
Musik-Gaststätten. Kampfblatt für deutsche Musik. Erscheinen 
wöchentlich; Jg. I, 1933, Jg. V, 1937. Hauptschriftleiter: Hans Brückner 
[Das deutsche Podium (Brückner), München]. 1941 nach dem Tod 
Brückners eingestellt. 


D 1029 





Das deutsche Schwert (T: onA). Lied eines anonymen jungen 
Musikers, dem RMVP eingereicht am 7/X11/34 von Walter Schulze- 
Trenzinger aus Weimar (Quelle: BA R 55/ 1169). 


Das deutsche Volk ist aufgewacht aus schwerem Traum, aus 
Todesnacht (T: Luzia Jagau). NS-Treuelied, zur Melodie "Es braust ein Ruf 
wie Donnerhall" (K. Wilhelm). Titel: Freiheitshymne an Adolf Hitler. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Der Tag ist da, die Freiheit winkt! 
Die alten deutschen Lieder singt! 
Mit Gott! Gebt Hitler alle Macht! 
Er kämpft für uns und hält die Wacht! 
Du deutsches Volk bist stark und gut! 
Du deutsches Volk hast deutschen Mut! 
Schwörest den Treueid 
vor Gott dem Herrn!" 
In: 
Heil Hitler Dir! 2 (1933; nur T). 


Das deutsche Volkslied. Zeitschrift für seine Kenntnis und Pflege. 
Gegründet von Dr. Josef Pommer. Unter der Leitung von Karl Liebleitner, 
Raimund Zoder, Dr. Georg Kotek, Karl M. Klier. Jährlich 10 Hefte. Jg. XL/4, 
April 1938. 

Vorwort: 

"Wir wollen wahren 

die ewigen Fundamente 

unseres Lebens, unser Volkstum 

und die in ihm gegebenen 

Kräfte und Werte 

Adolf Hitler 
Eine der schönsten Ausdrucksformen deutschen Volkstums ist das 
Volkslied. Es sind nahezu fünf Jahrzehnte, daß der >Deutsche 
Volksgesang-Verein< in Wien für das echte deutsche Volkslied kämpft und 
wirbt, wie es unser Gründer Dr. Josef Pommer gelehrt hat. Für uns 
Volksliedleute bedeuten die Worte des Führers die wir an die Spitze 
stellen, eine Bestätigung dafür, daß unser Weg der richtige war und ist. 
Und so wollen wir auch im endlich geeinten deutschen Vaterlande die 
stille, beharrliche Arbeit für unser Volk und sein Lied weiterführen. 
Die Schriftleitung" (XL/4, S. 65). 


Das Donnern der Motoren ist unser schönster Sang (T: Dr. Kurt 
Marion, Motorstaffel 4/2). SA-Lied, zur Melodie "Es wollt ein Mädchen früh 
aufstehn". 

Textprobe (2. Strophe): 

"Vom Kühler weht das Hakenkreuz 


D 1030 





als Zeichen uns'rer Treu. 

Für Adolf Hitler kämpfen wir 

(Sieg-Heil, Sieg-Heil!) 

das schwören wir aufs neu!" 
In: 


Lieder der Pommerschen SA (?1934; nur T). 


Das Dröhnen der Lafetten, hei, ist unsre Melodie (T: Lt. Fritz 
Sachße). Kriegslied, zur Melodie Deutschmeistermarsch. 
Vgl. Pallmann. 

Textprobe (1. Strophe mit Refrain): 

"..) 
Das Klirren der Verschlüsse, heil, 
was Schönres gibt es nie. 
Wie Mohn so rot und heiß wie Blut 
sind wir die Artillerie, 
ob Kanonier, ob Kavalier, 
sein Stolz ist die Batterie. 
Hoch leb der Sieg, der Wein 
und die Annemarie! 
Tod und Teufel und wir, die Artillerie!" 
In: 
Soldaten singen (1936). 


Das Edelweiß = Das schönste Blümlein auf der Welt 


Das Elsaß, unser Ländel, das ist meineidig schön. Heimatlied. 
In: 


Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 5 (1942). 


Das Emdenlied = Merkt auf und lauscht jetzt 


Das Erste Bataillon Garde = Marsch des 1. Garde-Bataillons 


Das Feld ist weiß, die Ähren all sich neigen (T, masurisch: Berhard 
Rostock - Rostkowski, 1690-1759, deutsch, Lyck 1858). Volksweise aus 
Masuren. Titel: Danklied zu Gott oder Erntelied oder Vor der Ernte. 

In: 
Die Singstunde 56 (1933); Lieder des Volkes (61936); Deutsches 
Grenzland im Lied Il (1937); Deutsche Musik A, B (1941). 


D 1031 





Das Feuerrohr aus Erz gegossen. Kriegslied. Titel: Artillerie-Lied, 
onA. 
In: 
Soldatenlieder (1934; Variante: "aus Stahl"); Im gleichen Schritt und Tritt 
(1941). 


Das Flachsernten = Heut soll das große Flachsernten sein 


Das Flandernlied = Flandern, du mein Flandern 


Das Fliegen macht den ernsten Mann (T: Hanns-Gerd Rabe). 
Fliegerlied, zur Melodie des westfäl. Volkslieds "Es wollt ein Jüngling auf 
Reisen gehen". Titel: Das Seitenruder. 

In: 
Flieger sind Sieger (31941). 


Das Flugzeug ist ein wildes Tier (T: Walter von Müller). 
Fliegerlied, zur Melodie eines westfäl. Volkslieds, in einer von G. Pallmann 
bearb. eigenen Aufzeichnung. Titel: Kampf mit dem Drachen. 

In: 
Flieger sind Sieger (31941). 


Das Frührot blinkt, der Motor singt (T: Günter Lenning). 
Fliegerlied, zur Melodie des altholländ. Tabakliedes "Isser iemant uijt Oost- 
Indien gecomen". Titel: In tausend Formen. 

In: 
Flieger sind Sieger (31941). 


Das Gaismayr-Lied = Die Herren und die Pfaffen 


Das Gamsgebirg = Wir sind Tiroler Schützen 


Das Ganze Halt! Militärsignal. 
In: 
Schlesische J ugend singt (1936). 


Das Geusenlied = Gleichwie die Möwe ruhlos hastet 


D 1032 





Das Gläschen, das muß wandern, viv la Kompaneja! Von einem 
Ort zum andern. Wolgadeutsches Trinklied, aus: G. Dinges, 
"Wolgadeutsche Volkslieder". 
In: 
Ihr Deutschen, wollt ihr wachen! (1938); Volksliedsingen im Schulfunk 24 
(Februar 1940); RJF, Unser Liederbuch (1941); Lied über Deutschland 
(?1941). 


Das Glück, kein Reiter kann's erjagen, bald ist es dort, bald ist 
es hier. Kanon zu 3 Stimmen. 
In: 
Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 6 (1942). 


Das goldene Marschbuch. 62 beliebte Märsche aus alter und 

neuer Zeit für Klavier in 2 Bänden, dazu Violinstimme (1933) [Sc]. 
Inhalt (Band 1): 
1. Beez: Hacketäuer-Marsch. - 2. Carl: Mussinan-Marsch. - 3. Julius Fucik: 
Einzug der Gladiatoren, Op. 68. - 4. Blankenburg: Deutschlands 
Waffenehre, Op. 58. - 5. Oscar Jünger: Die Welt ist so schön. - 6. von 
Blon: Frühlings Einzug, Op. 55. - 7. F.J. Wagner: Unter dem Doppeladler, 
Op. 159. - 8. Unrath: König-Karl-Marsch. - 9. Blankenburg: Empor zum 
Licht. - 10. Friedemann: Kaiser-Friedrich-Marsch, Op. 66. - 11. Laukien: 
Trocadero-Marsch, Op. 260. - 12. G. Sonntag: Nibelungen-Marsch. - 13. 
R. Noväcek: Castaldo-Marsch. - 14. Kräl: Hoch Habsburg, Op. 86. - 15. 
Schrammel: Wien bleibt Wien! - 16. Kräl: Brucker Lager-Marsch, Op. 51. - 
17. Kopetzky: Egerländer Marsch, Op. 172. - 18. Johann Strauß Vater, 
1848: Radetzky-Marsch = AM II, 145. - 19. Scherzer: Bayerischer 
Avanciermarsch. - 20. Henrion: Fehrbelliner Reitermarsch. 
Fanfarenmarsch Nr. 2. - 21. um 1640: Finnländischer Reitermarsch. - 22. 
um 1645: Der Pappenheimer = AM I, 100. - 23. Der Dessauer = AM I, 1 
b. - 24. Friedrich II, 1745: Der Hohenfriedberger = AM I, 1 e. - 25. 
Leuthen-Marsch. - 26. 1760: Der Torgauer = AM II, 210. - 27. 1806: 
Marsch Bataillon Garde = AM I, 7. - 28. Regimentskolonne. Marsch. - 29. 
Beethoven, 1809: Yorkscher Marsch = AM Il, 37. - 30. 1813: Alter 
Jäagermarsch. Marsch der freiwilligen Jäger aus den Befreiungskriegen = 
AM II, 239. 
Inhalt (Band 2): 

1. von Blon: Heil Europa, Op. 75. - 2. Spohr, 1883: Gruß an Kiel. - 3. 
Bratfisch: Steinmetz-Marsch = AM II, 197. - 4. Lehnhardt: Die 
Ehrenwache, Op. 48. - 5. Latann: Frei weg! - 6. Seifert: Kärntner Lieder- 
Marsch, Op. 80 = AM II, 192. - 7. Lehnhardt: Schneidige Truppe, Op. 17. - 
8. Piefke: Preußens Gloria, Il, 240. - 9. Hauschild: Frohsinn-Marsch = AM 
II, 107. - 10. Lübbert: Helenen-Marsch = AM II, 173. - 11. Krettner: 
Tölzer Schützen-Marsch, Op. 8. - 12. Sousa: Kadetten-Marsch. - 13. C. A. 
Silva: San Lorenzo-Marsch. - 14. Rode: Der Jäger aus Kurpfalz = AM II, 
243. - 15. Kunoth: Hipp hipp. hurrah! Op. 24. - 16. Leonhardt: Alexander- 


D 1033 





Marsch = AM II, 161. - 17. Loßner: Zehner-Marsch. - 18. Radeck: 
Fridericus Rex, Grenadier-Marsch = AM II, 198. - 19. Friedrich II, 1741: 
Der Mollwitzer = AM |, 1e. - 20. Friedrich II: Kavallerie-Parademarsch. - 
21. Möllendorf: Kavallerie-Parademarsch Nr. 1 = AM III, 51. - 22. Henrion: 
Hie guet Brandenburg allewege! Fanfarenmarsch Nr. 1. - 23. Der 
Kesselsdorfer. - 24. Althessischer Marsch (117er) = AM II, 262. - 25. Der 
Coburger Josias = AM I, 27. - 26. Friedrich Wilhelm III, 1806: Präsentier- 
Marsch = AM I, 1a. - 27. Faust: Defilier--Marsch = AM II, 168. - 28. 1806: 
Prinz August Grenadier-Marsch = AM I, 10. - 29. 1820: Wiener Alexander- 
Marsch = AM II, 48. - 30. 1837: Der Petersburger = AM II, 113. - 31. 
Piefke: Düppeler Schanzen-Marsch = AM II, 186. - 32. Piefke: Der 
Königsgrätzer Marsch = AM II, 195. 


Das Grab des unbekannten Soldaten = Wir schritten beide 
durch die Nacht 


Das Greifensteiner Kampflied = Nu huß, sprach der Michl 


Das grelle Rot der Fahne schreit, die Flamme höhnt der Nacht 
(T: Erich Teßmer). "Sturmlied" (1923), Melodie onA. 
In: 
Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937; nur T). 


Das große Rad steht stille nun, wir gehn nach Haus (T: Oskar 
Bergien). Arbeitslied, zur Melodie eines Volksliedes. Titel: Feierabend. 
In: 

Männerweisen 4 (1938). 


Das Hakenkreuz im weißen Feld (T: ©. Kernstock). NS-Kampflied, 
onA (u. a. RS Hamburg, *20/1V/39). 
Vgl. Berchtold sen. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Das Hakenkreuz im weißen Feld 
auf feuerrotem Grunde, 
zum Volksmal ward es auserwählt 
in ernster Schicksalsstunde, 
als unter Schmerzen, heiß und tief, 
das Vaterland um Hilfe rief, 
das teure, todeswunde". 
In: 
Horst-Wessel-Marschalbum I (1931; nur Titel); Unter Hitlers Fahnen 
(1932; nur T, "von Pg. Pfarrer Ottokar Kernstock T"); Deutsche Kampf- 
und Volkslieder (1933); Deutsche Volks- und Kampflieder für die HJ und 
das Jungvolk (1933; nur T, 0onA); Sturm- und Kampflieder-Buch (1933); 


D 1034 





SA-Sturmlieder (1933); Das kleine SA-Sturm-Liederbuch (1933); Einig 
Volk/ Einig Sang (1934); Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 
41934); Lieder der Pommerschen SA (?1934); Lieder der Arbeit (1934); 
Lieder der SS Pommerns (1934); Deutsches Marine-Liederbuch (1935; T 
onA); Sturm- und Kampfliederbuch (21937). 


Das Hakenkreuz auf unsrer Flagge, es winkt uns stumm zum 
Morgengruß (T: onA). SA-Kampflied, zur Melodie "Seht ihr drei Rosse". 
Titel: Abschied. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Gedenket dieser Scheidestunde, 

so ich für euch mein Leben gab. 

Und bringt vom dritten Reiche Kunde 

an eines Hitlermannes Grab". 
In: 
Liederbuch der NSDAP (211933); Heil Hitler Dir! 1 (41933); Heil Hitler Dir! 
2 (1933); Lieder der Pommerschen SA (?1934; nur T). 


Das Hakenkreuz, es ist mein Lieb (T: Bruno Stralendorff). 
Bekenntnislied, zur Melodie "Der wilde Wald ist mein Gesell". Titel: Unser 
Lieb. 

Textprobe (1. Strophe): 

"Das Hakenkreuz, es ist mein Lieb, 
dem ich von Herzen gut, 
in Not und Drang ich treu ihm blieb, 
ihm weih' ich alle Glut. 
Und immer soll mein Lieb so traut, 
so fest am Arm mir ruh'n, 
als meine treue, holde Braut 
sich nimmer von mir tun". 

In: 

Lieder der Pommerschen SA (?1934; nur T). 


Das Hausgesinde = Widewidewenne 


Das Heer zog durchs Gebirge, reisig und hoch zu Roß. 
Kriegslied, vom oberschlesischen Grenzschutz 1919-20 mdl. überliefert, 
zuerst in: "Spur" Heft 8, 1926. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Zuletzt auf schwarzem Rößlein 

ein stiller Krieger ritt, 

das Krummschwert quer im Sattel: 
wohlan, ich treite mit! 

Nichts Schönres als Kriegsvolk in Seiden 


1035 





In: 


mit Panzer und Paukenschlag, 
goldene Garben zu schneiden am Erntetag". 


Heijo, der Fahrwind weht (1933); 100 ausgewählte SA-Sturm- und 
Marschlieder (1934); Die weiße Trommel (21934); Wir werden 
weitermarschieren (1936); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); 
Lied über Deutschland (1937); Siehst du im Osten das Morgenrot (1939); 
Lied über Deutschland 3 (1940). 


Das Heidenlied = OÖ vijand, wat valsch 


Das Helgoland-Feuer = \Nenn wir verlassen das 
traute W'haven 


Das Herz erbebt, wenn die Fanfaren blasen. Kampflied, onA. 


Titel: Schwurfanfare. 


In: 


Textprobe (2. Strophe): 
"Dem Bruder treu, den Meuchler feig erschlagen, 
ihm weih' ich heißer Schwüre flammend Brand: 
Für Deutschlands Freiheit will ich alles wagen, 
in Not und Tod mein teures Vaterland!" 


Horst-Wessel-Marschalbum I (71933). 


Das Hitlerlied = Kommt herbei, ihr Streiter 
Das Holmer Fischerlied = De grote Buur 

Das Indermädchen = Es lag ein Schiff fern 
Das Innsbruckerlied = Im schianen Innsbruck 


Das ist das Arbeitslagerleben, nimm die Schippe nicht zu voll (T: 


onA). Lied für den Freiwilligen Arbeitsdienst, zur Melodie "Das ist die Liebe 
der Matrosen" (Heymann). 


Textprobe: 
ae) 
weil die Arbeit reichen soll! 
Du brauchst dir nicht zu überheben, 
zuviel Arbeit macht bloß krank, 
siehstewoll! 


D 1036 





Man muß nicht immer vorwärtsstreben, 
wenn einer schiebt, 
mußt du nicht ziehn. - 

Das ist das Arbeitslagerleben 

von dem Schulze und dem Lehmann 

bis zum Grafen von Schwerin". 
In: 
Zum Kampfe für die Freiheit! (1933); Das Lied des Arbeitsdienstes 
(1933); Arbeitsdienst-Liederbuch (1934; Der Titel steht nur noch im 
Inhaltsverzeichnis, ist aber gegen einen von Will Decker ausgetauscht, da 
Heymann schon verdächtig war). 


Das ist das Schönste, was es gibt nach Tages Werk und strenger 
Pflicht (T: Erich Otto Frank). Feierabendlied, "neue Weise". 
In: 
Lieder für Alle 23 (1936). 


Das ist der Tag der Einigkeit, der Arbeit Feierstunde (T: G. 
Schlipköter). Lied zum Tag der Arbeit, zu einer Melodie von Friedrich 
Mergner (1818-1891). 

Textprobe (3. Strophe): 

"All' Zwietracht, Hader, Neid und Streit 
soll künftig von uns weichen. 
Im Geist des Führers wollen wir 
die Hände gern uns reichen". 
In: 
Lieder für Schulfeiern 5 (1936). 


Das ist der Tag des Herrn. Soldatenscherzlied. 
In: 
Singen (?1937). 


Das ist die Brut der Natter (T: Eichendorff). Bittlied an Sankt 
Georg, zu einer Melodie von Bartholomäus Gesius, um 1600. Titel: Sankt 
Georg. 

Textprobe (1. und 2. Strophe): 

Rn) 

die immer neu entstand; 
Philister und Gevatter, 

die machen groß Geschnatter 
im deutschen Vaterland! 


Sankt Jörg, du blanker Streiter, 
leg'deine Lanze ein, 


D 1037 





und wo ein wackrer Reiter, 
dem noch das Herz wird weiter, 
der steche frisch mit drein!" 

In: 

Der Ring (1935). 


Das ist die Liebe der Matrosen siehe: W. R. Heymann 


Das ist die Stadt am Bernsteinstrand. Danziger Heimatlied. 
In: 
Wegweiser zur Musik 1 (1933). 


Das ist kurz und das ist lang, und das ist ne Hobelbank. 
Scherzlied. 
In: 
Der Kilometerstein (1937). 


Das jagrische Leb'n is a Freud auf der Welt, holare diri. J ägerlied, 
onA. 
In: 
Soldatenliederbuch (41940); Hellau! (1942). 


Das Kalbsfell klingt, der Landsknecht schwingt, hei, lustig sein 
Mädel im Kreise. "Landsknechtslied" auf eine Volksmelodie, onA. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Frundsberg, spiel auf, 
paart euch zu Hauf, 
hei lustig, ihr Welschen 
und Fränzen, 
heut macht uns heiß 
die Landsknechtsweis', 
gesegn euch Gott ein Tänzchen". 
In: 
Deutschland über alles! (21933, 51933); Trum, trum (21933); Wir wollen 
singen (1933); Unsere Lieder (21933); Stimmt an! (1934); Heraus, ihr 
Kampfgesellen! (1934); Ähre und Spaten (1934); Schutz- und Trutz- 
Lieder-Buch (1934); J ungvolk-Lieder (21934); Lieder der nationalen 
Erhebung (1934); Jungvolk-Lieder (1934); HJ singt (1934); Das Lied im 
Deutschen Arbeitsdienst (1937); Wir marschieren (1937); Unsere Lieder 
(71938); Marschierende Jugend (21938). 


Das Karpathenlied = Hoch droben in den Karpathen 


D 1038 





Das Käuzlein laß ich trauern siehe: J. H. Stuntz 
Das Kindelwiegen (Anthologie) siehe: G. Blumensaat 
Das kleine SA-Sturm-Liederbuch (Anthologie) siehe: H. Roesler 
Das kluge Töchterlein = Es flogen drei Flieger 


Das Königsbanner zieht voraus, ihm folgt das ganze Königshaus, 
es kennt das Zeichen in der Fahn, das Kreuz geht Gottes Heer voran (T: O. 
Riethmüller, 1934, nach Gottlieb Köhler, 1788-1855). Geistliches 
Kampflied, zu einer Melodie von J. Eccard (1597). Titel: Das Kreuzheer. 
In: 
Wehr und Waffen (1936). 


Das Kramerstandl = Heint han i wieder 
Das Kreuzheer = Das Königsbanner zieht voraus 


Das Land meiner Väter, in dem ich geboren, mein Deutschland 
behüte (T: Ernst Krenge). Bekenntnislied, zur Melodie des Niederländ. 
Dankgebets (Valerius). 

In: 
Singkamerad (31935, 81937; onA); Von deutschem Glauben (31939; nur 
T); Evangelisches Feldgesangbuch (1939; nur T, 0nA). 


Das Laub fällt von den Bäumen, das zarte Sommerlaub (T: 
August Mahlmann). Volksmelodie vor 1775. In: Laudan, "Hamburger 
J ugendlieder" (1924). 
In: 
Deutsche Lieder für die Jugend (21935); DSB, Singendes Volk 23 (1937). 


Das Leben ein Flug = Kommst du, Menschlein 
Das Leben in der Meteorologie = Kommst du, Menschlein 


Das Licht der Höhe = Ich weiß, woran ich glaube 


D 1039 





Das Lieben bringt groß Freud', es wissens alle Leut! Liebeslied 
aus Schwaben, vor 1825. 
Vgl. F. Silcher, "Volkslieder" (1827). 
In: 
Heil Hitler! (1933); Alte deutsche Volkslieder (1933); Deutsche Kampf- 
und Volkslieder (1933); Lager-Lieder (1933); Deutsche Volks- und 
Kampflieder für die HJ und das Jungvolk (1933); Deutsche Lieder im 
Wehr- und Arbeitsdienst (1933); S.A. Liederbuch (1933); Das Lied des 
Arbeitsdienstes (1933); Liederbuch für Dt. Frauen und J ungmädchen- 
Verbände (1934); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Liederbuch des 
Turner-Musikant (1934); (Sc) Tritt gefaßt! II (1934); Deutsche Lieder der 
NSBO und der DAF (21934); Deutsches Frauenliederbuch (1935); NSLB, 
Unser Lied 2 (21935); Lobeda-Singebuch 1 (1936); Kommt, singt und 
klingt (1937); Wir wandern und singen! (1937); Unser das Land (1937); 
Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Unsere Lieder (71938); 
Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Marschierende Jugend (21938); 
Schwäbisches Liederbuch (*1938); Singend marschieren wir (1938); 
Liederbuch der SA (91938); SA-Liederbuch (21939); Singende Mannschaft 
(1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); Deutsche Musik A, B (1941); Lied 
über Deutschland (?1941); Das neue Soldaten-Liederbuch 3 (1941); Es 
leben die Soldaten 50 (1942); Lieder unseres Volkes (1943); Deutsche 
J ugend im Osten 1 (1943); Singt alle mit! (1944). 


Das Lieben bringt groß' Freud. Marsch. 
In: 
Deutsche Soldaten-Liedermärsche 1 (1933). 


Das Lied = Ich ging den Weg 
Das Lied der Arbeit = Kameraden, schließt die Reihen 
Das Lied der Arbeit = Es klingt, solange die Menschheit lebt 
Das Lied der Baltikumer = Der eine blieb hier 


Das Lied der Deutschen Arbeitsfront = Auf, Brüder, folgt den 
stolzen Fahnen zur Arbeitsschlacht 


Das Lied der Front (Anthologie) siehe: Alfred-Ingemar Berndt 


Das Lied der Rheinländer = Der Wind weht kalt von Osten 


D 1040 





Das Lied der schwarzen Fahne = Schwarz ist die Sorge 


Das Lied der Wallensteiner = Es geht wohl zu der Sommerszeit 


Das Lied des Arbeitsdienstes (Anthologie) siehe: J. Schaufuß 


Das Lied im deutschen Arbeitsdienst. Gesammelt von Erich 

Teßmer und hgb. von Martin Eisenbeck (1937) [Tr]. 
Inhalt (nur T): 

Il. Wanderlieder. 
Auf, auf zum fröhlichen Jagen. - Mein Büchslein am Arm. - Der Jäger in 
dem grünen Wald. - Im Frühtau zu Berge. - Auf, auf, ihr Wandersleut'. - 
Auf, du junger Wandersmann. - Ich wollt' ein Bäumlein steigen. - Muß i 
denn zum Städtele hinaus. - Ein Burschenherz voll Lieb und Lust. - Horch, 
was kommt von draußen rein. - Das Lieben bringt groß' Freud. - (Becker): 
Wohlauf, die Luft geht frisch und rein. 

II. Landsknecht- und Soldatenlieder. 
(Jahn): Wir traben in die Weite. - (Gättke): Trum, trum. - Das Kalbfell 
klingt. - Ich habe Lust, im weiten Feld. - Es gibt nichts Schönres auf der 
Welt. - Regiment sein Straßen zieht. - Es lebt der Schütze froh und frei. - 
Wohlan, die Zeit ist kommen. - Trem, trem, trem, träredi. - (Zahn): 
Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd. - Ihr lustigen Hannoveraner. - Die 
Hellebarden blinken. - Heraus, heraus die Klingen. - Es blühen die Rosen. 
- Mein Regiment, mein Heimatland. - (Ramrath): Im Feldquartier auf 
hartem Stein. - Kehr' ich einst zur Heimat wieder. - (Silcher): Es geht bei 
gedämpfter Trommel Klang. - Ist alles dunkel, alles trübe. - O Straßburg, 
du wunderschöne Stadt. - Auf, auf zum Kampf. - Wenn wir marschieren, 
zieh'n wir zum deutschen Tor hinaus. - Wenn die Soldaten durch die Stadt 
marschieren. - Lippe-Detmold, eine wunderschöne Stadt. - Gott gnad' 
dem großmächtigen Kaiser. - (Sotke): (1525) Wir sind des Geyers 
schwarze Haufen. - Unser lieben Frauen vom kalten Bronnen. - (Stuntz): 
Das Käuzlein laß ich trauern. - (Koch): Heiß ist die Liebe. - (Kieling): Der 
Wind weht über Feldern. - (Jahn): Ich weiß nicht, wo der Weg verläuft. - 
Es zog ein Regiment von Ungarland herauf. - Es reiten itzt die ungrischen 
Husaren. - Brüder, uns ist alles gleich. - Das Heer zog durchs Gebirge. - 
(Sotke): Die Bauern wollten Freie sein. - Es geht wohl zu der 
Sommerszeit. - (Schulten): Weit laßt die Fahnen wehen. 

Ill. Das Morgenlied. 
(Ahle): Die güldne Sonne voll Freud'und Wonne. - (Nicolai): Wie schön 
leuchtet der Morgenstern. - (Harder): Geh aus, mein Herz, und suche 
Freud‘. 

IV. Bei Tisch. 
Das Brot, Herr, uns segne. - Danket dem Herrn. - Sind wir alle 
auferstanden. 


D 1041 





V. Spinnstubenlieder. 
Wenn alle Brünnlein fließen. - Wie schön blüht uns der Maien. - Ich wollt, 
wenn's Kohlen schneit. - Kommt, ihr Gespielen. - (Zuccalmaglio): 
Feinsliebchen, du sollst mir nicht barfuß geh'n. - Es freit ein wilder 
Wassermann. - Der Winter ist vergangen. - Weist mir ein Blümlein blaue. - 
Und in dem Schneegebirge. - Im Märzen der Bauer. - Es wollt' ein 
Fuhrmann fahren. - Wenn ich morgens früh aufsteh'. - Steh'n zwei Stern' 
am hohen Himmel. - Dort nieden in jenem Holze. - Ich ging durch einen 
grasgrünen Wald. - Die Gedanken sind frei. - Es blies ein Jäger wohl in 
sein Horn. - Ei, wie so thöricht ist's, wenn man's betrachtet. - Gestern bei 
Mondenschein. - Ich hört ein Sichelein rauschen. - Es wollte sich 
einschleichen. - Hab'mein Wage vollgelade. - Es waren zwei Königskinder. 

VI. Das Abendlied. 
Hört, ihr Herrn, und laßt euch sagen. - Es dunkelt schon in der Heide. - 
(Zuccalmaglio): Kein schöner Land in dieser Zeit. - (J. A. P. Schulz): Der 
Mond ist aufgegangen. - Guten Abend, gut' Nacht. - Ade zur guten Nacht. 
- (Licht): Öwer de stillen Straten. 

VII. Kanons (Singrädlein). 
Alle Titel aus Jöde, "Der Irrgarten": 
Ich armes welsches Teufli. - Ein Schifflein sah ich fahren. - Trommel auf 
dem Bauch. - Hau dich nit! - In dieser Nacht bewahre. - (M. Praetorius): 
Viva la Musica. - Wir kommen all' und gratulieren. - Himmel und Erde 
müssen vergehn. - Trara, das tönt wie Jagdgesang. - Trara, so blasen die 
Jäger. - Komm doch und folge mir. - Alles schweiget, Nachtigallen. - Dona 
nobis pacem! 

VIII. Löns-Lieder (Rosengarten): 
Alle Titel aus Fritz Jöde, "Der kleine Rosengarten": 
Über die Heide geht mein Gedenken. - Auf der Lüneburger Heide. - In 
dem Grünebusch. - Rosmarienheide zur Maienzeit blüht. - Irgendwo und 
irgendwo. - Rose-Marie, sieben Jahre mein Herz nach dir schrie. - Ich weiß 
einen Lindenbaum stehen. - Alle Birken grünen in Moor und Heid'. - Horch, 
wie der Tauber ruft. - Ei, was mag denn das da sein. - Rose weiß, Rose 
rot, wie süß ist doch dein Mund. 

IX. Am Feuer. 
(Lyra): Die bange Nacht ist nun herum. - (Wolzogen): Der Tod reit't auf 
einem wilden Rappen. - Ich hab die Nacht geträumet. - Der Mond steht in 
den Gassen (T: Klabund). - (Loewe): Zu Speyer in dem Schlosse . - Es 
war ein König in Thule. - Wer wird die Rosen brechen. - (Silcher): Kein 
schönrer Tod ist in der Welt. - Paderborner Wallfahrtslied, 1638: 
Meerstern, ich dich grüße. 

X. Weihelieder. 
Alle Titel aus W Hensel, "Singender Quell” und "Aufrecht Fähnlein": 
W. A. Mozart, 1791: Brüder, reicht die Hand zum Bunde. - Wenn alle 
untreu werden. - (Gläser): Flamme empor! - Burschen heraus! - Ich hab' 
mich ergeben. - Wahre Freundschaft soll nicht wanken. - (Groos): Freiheit, 
die ich meine. - (Silcher): Ich hatt! einen Kameraden. - (Methfessel): Der 
Gott, der Eisen wachsen ließ. - (Pierson): O Deutschland, hoch in Ehren. - 
(Wilhelm): Es braust ein Ruf wie Donnerhall (T: H. Schauwecker nach M. 


D 1042 





Schneckenburger). - (Thiele): Stolz weht die Flagge Schwarz-Weiß-Rot. - 
Wer jetzig Zeiten leben will. - Wandervogel 1918: Wann wir schreiten Seit' 
an Seit‘. - W. Hensel: Wir heben unsre Hände. - (Methfessel): Stimmt an 
mit hellem, hohem Klang. - Deutschland über alles. - Die Fahne hoch. 

Xl. Gottesdienst. 
(Valerius): Wir treten zum Beten. - (Luther): Ein' feste Burg ist unser 
Gott. - Großer Gott, wir loben dich. - Lobe den Herren, den mächtigen 
König der Ehren. - (Isaac): Nun ruhen alle Wälder. - Befiehl du deine 
Wege. - Gott ist gegenwärtig. - Macht hoch die Tür. - (Hassler): O Haupt 
voll Blut und Wunden. - Christus, der ist mein Leben. - Es ist ein Schnitter, 
heißt der Tod. - (Scheidt): Allein Gott in der Höh'. - O, daß ich tausend 
Zungen hätte. - Ich weiß, an wen ich glaube. - Mitten wir im Leben sind 
vom Tod umfangen. - Morgenglanz der Ewigkeit. 

XII. Advents- und Weihnachtslieder. 
Nun sei uns willkommen, Herre Christ. - Maria durch ein' Dornwald ging. - 
Vom Himmel hoch, da komm ich her. - Vom Himmel hoch, o Englein 
kommt. - Es ist ein Ros entsprungen. - In dulci jubilo. - Joseph, lieber 
Joseph mein. - (Crüger): Fröhlich soll mein Herze springen. - Es kommt 
ein Schiff geladen. - Erfreue dich, Himmel. - Gelobet seist du, Jesus 
Christ. - Lieb Nachtigall, wach auf! - Kommet, ihr Hirten, ihr Männer und 
Frauen. - Auf dem Berge, da wehet der Wind. - (Gruber): Stille Nacht, 
heilige Nacht. - O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende 
Weihnachtszeit. 

XIII. Nationalsozialistische Kampflieder. 
(Mahrer): Nun pfeifts von allen Dächern. - zur Melodie des 
Kaiserjägerliedes (Depolo): Kameraden, laßt erschallen. - Im Sachsenland 
marschieren wir. - (Morse): (Ehrhardtlied) Kam'rad, reich' mir die Hände. - 
Brüder in Zechen und Gruben. - In München sind viele gefallen. - Herbei 
zum Kampf, ihr Knechte der Maschinen. - (Gansser): Sturm, Sturm, 
Sturm. - Wir sind das Heer vom Hakenkreuz. - Als die gold'ne 
Abendsonne. - Es zog ein Hitlermann hinaus. - Du kleiner Tambour, 
schlage ein! - Das grelle Rot der Fahne schreit. - Von all unsern 
Kameraden. - (Pardun): Siehst du im Osten das Morgenrot? - Ihr 
Sturmsoldaten, jung und alt. - (Büchsenschütz): Märkische Heide, 
märkischer Sand. - Morgenrotglühende Fahne. - Es klingt wie eine Sage. - 
Ihr Männer, an die Gewehre. 

XIV. Arbeitsdienst-Lieder. 
zur Melodie des Kaiserjägerliedes (Depolo): Es tönt auf grüner Heide. - 
Unser die Jugend, unser das Erbe. - zur Melodie "Wohlauf, die Luft geht 
frisch und rein" (Becker). - Einst standen wir im grauen Rock. - Die Hacke 
hallt, der Spaten sticht. - zur Melodie "Es braust ein Ruf wie Donnerhall" 
(Wilhelm): Ein neuer Geist durchzieht das Land. - zur Melodie "Wohlauf, 
Kameraden" (Zahn): Die Ihr arbeitet, vorwärts, Jugend voran! - Wir 
stehen hier in einem Glied. - Das ist das Arbeitslagerleben (so laut 
Inhaltsverzeichnis, jedoch durch folgendes ersetzt). - Decker: Heiliges 
Feuer brennt in dem Land. - Wir lagen lange auf der Straße. - zur Melodie 
"Volk ans Gewehr" (Pardun): Hell ist der Tag und dunkel die Nacht. - Es 
ging ein Sturm durch deutsche Lande. - zur Melodie "Wohlauf, 


D 1043 





Kameraden" (Zahn): Wir sind vom Freiwilligen Arbeitsdienst. - zur Melodie 
"Ich schieß den Hirsch" und "Von Berg und Turm": Auf Heid' und Sand in 
Hammerstein. - zur Melodie "Nach Ostland wolln wir reiten": Seht ihr im 
Osten winken. 


Das Lied vom Arbeitsdienst = Ein neuer Geist durchzieht 
das Land 

Das Lied vom Arsch der Welt = Wo die Wolgawellen 

Das Lied vom freiwilligen Arbeitsdienst = Im Arbeitsdienst 


stolz stehen wir 
Das Lied vom Führer = Ihr seid viel tausend hinter mir 
Das Lied vom nationalen Sozialismus = Auf Hitlerleute, 
schließt die Reihen 

Das Lied vom Tannenbaum = Ach, Tannenbaum 

Das Lied von den Lügenlords: Der Lügenlord von Engeland hat 
einen Boten abgesandt (T: unbekannt). Textparodie bzw. Ergänzung zu 
dem Lied von Willy Rudek. 


Vgl. W. Rudek. 
Tondukument - von 1940 - im DRA: 1870691-01. 


Das Lied von der alten Garde. Aufnahme: NS-Schallplatten- 
Industrie 2003 (1933). 


Das Lied von der Fahne = Wir singen das Lied von der Fahne 


Das Mädchen und der Fähnrich = OÖ Mutter, liebst Mutter 


Das Malbruck-Lied = Ein Fähnrich zog zum Kriege 


D 1044 





Das Männerlied. Liederbuch für Männerchöre. Hgb. von Walther 
Lipphardt (1.-10. Tsd, 1934) [B]. 


Inhalt: 

Heilig Vaterland 
1. Frisch auf in Gottes Namen. - 2. Wach auf, du deutsches Land. - 3. 
Sichers Deutschland, schläfst du noch. - 4. Uns ward das Los gegeben. - 
5. G. Schwarz: Frisch auf, ihr deutschen Schaaren. - 6. Valerius: O 
deutsches Land! Sieh auf dein Sach. - 7. Wie steht, o Herr, in diesen 
Tagen. - 8. Nach Ostland wollen wir reiten. - 9. M. Haydn: Er geht und 
siegt. - 10. Ich habe Lust im weiten Feld. - 11. Brahms: Gebt acht! Es 
harrt der Feind. - 12. W. Rein: Heilig Vaterland. - 13. Wir zogen in das 
Feld. - 14. Ameln: Wir wollen ein starkes, einiges Reich. - 15. zu einer 
Melodie von M. Prätorius: Flamme empor. - 16. Joh. Stahl: Ich will zu Land 
ausreiten. 

Wir treten zum Beten 
17. Gumpelzhaimer: Gott Vater uns sein Sohn vorstellt. - 18. O Heiland, 
reiß die Himmel auf. - 19. Es ist ein Ros entsprungen. - 20. M. Praetorius: 
Ein Kind geborn. - 21. Vulpius: Die Wurzel Jesse. - 22. Vom Himmel hoch. 
- 23. Fridrich: Ehre sei Gott. - 24. L. Schröter: Allein Gott in der Höh. - 25. 
M. Schärer: Gelobet seist du Jesu Christ. - 26. Volkslied aus 
Oberösterreich: Der Heiland ist geboren. - 27. Lothringer Volkslied: 
Gelobt sei der Herr Jesu Christ. - 28. Christ ist erstanden. - 29. Nun bitten 
wir den Heiligen Geist. - 30. Der grimmig Tod. - 31. Der grimmig Tod. - 
32. Es ist ein Schnitter, heißt der Tod. - 33. Wir treten zum Beten. - 34. 
Walther: Ein feste Burg. - 35. Unüberwindlich starker Held. - 36. Wie 
schön leuchtet der Morgenstern. - 37. Nun laßt uns Gott dem Herren. - 
38. Albert: Der Mensch hat nichts so eigen. 

Wohlauf, wohlan, der Tag hebt an 
39. Hensel: Wohlauf, wohlan. - 40. Clemens non papa: Wie laute singt der 
Wächter. - 41. unbekannter Meister: Wach auf, wach auf, mit heller Stimm 
- 42. Volkslied: Es taget vor dem Walde. - 43. Rinaldo di Mel: Frohe Lieder 
grüßen nun die goldne Sonne. - 44. Volkslied: Wach auf, meins Herzens 
Schöne. - 45. Der Tag hat sich geneiget. - 46. M. Haydn: Der Mond ist 
aufgegangen. - 47. Schärer: So wünsch ich ihr eine gute Nacht. - 48. 
Isaac: Nun ruhen alle Wälder. 

Die Lust hat mich gezwungen, zu fahren in den Wald 
49. Albert: Die Lust hat mich gezwungen. - 50. Volkslied: So treiben wir 
den Winter aus. - 51. Volkslied: Der Winter ist ein strenger Gast. - 52. 
Der Winter ist vergangen. - 53. H. Schein: Der kühle Maien. - 54. Schein: 
Viel schöner Blümelein. - 55. M. Franck: Kommt ihr G'spielen. - 56. Adolf 
Ludwig Rauch: Allein ich neulich ausspaziert. - 57. Gesellschaftslied, 16. 
Jh: Fröhlich muß ich singen. - 58. Jagen, Hetzen und Federspiel. - 59. 
Weber: Was gleicht wohl auf Erden. - 60. M. Haydn: Du schöner Wald. - 
61. Schumann: Zürne nicht des Herbstes Wind. 

Ach Elslein, liebes Elselein 
62. flämisches Volkslied: In Österreich, da steht ein' Stadt. - 63. Ach 
Elslein, liebes Elslein. - 64. Volkslied: Ich stund auf einem Berge. - 65. Es 


D 1045 





steht ein Lind. - 66. A. Rauch: Viel fromm und schöner Mägdelein. - 67. ]. 
Jeep: Ich sah in einem Garten. - 68. A. Rauch: All Lust und Freud. - 69. 
Hensel: Hei, mein Schätzelein, das ist schön. - 70. Clemens non papa: Ich 
sag ade. - 71. Isaac: Innsbruck, ich muß dich lassen. - 72. Verdelot: 
Meines Herzens Königinne. - 73. A. Rauch: Ach weh, des Leiden. - 74. 
Haßler: Ach, Schatz, ich sing und lache. 

Ein Musikant wollt fröhlich sein 
75. Zelter: Ein Musikant wollt fröhlich sein. - 76. Zelter: In allen guten 
Stunden. - 77. Johann Jeep: Musika, die ganz lieblich Kunst. - 78. J. Jeep: 
Fröhlich fangt alle mit mir an. - 79. Lechner: Gut Singer und ein Organist. 
- 80. Volkslied: Was trag ich auf der Hände. - 81. H. Dedekind: Frisch auf, 
wir woll'n fröhlich sein. - 82. Studentenlied: Frisch, fröhlich, frei ein jeder 
sei. - 83. Zelter: Wie hehr im Glase blinket. 

Satz: M. Apiarius (42), Clemens non papa (51, 52, 64, 65); H. 
Distler (1, 2, 3, 19, 34, 45); W. Hensel (4, 6, 7, 8, 18, 26, 33, 50); L. 
Lechner (48, 58), Stephan Mahu 28); Matthäus Le Maistre (29, 37); C. 
Othmayr (30); M. Praetorius (22, 31, 36); A. Rauch (82); Melchior 
Schärer (44); G. Schwarz (10, 27, 32); L. Senfl (63); Thomas Sporer 
(57); Thilman Susato (62); Vogelhuber (80). 


Das Männlein im Walde = Ein Männlein steht 


Das Maß meiner Leiden ist voll, jetzt kauf ich mir eine Pistol. 
Scherzhafter Klotzmarsch der Jugend. 
In: 
RJF, Musikblätter der HJ 9 (1935); Der Kilometerstein (?1937); Hellau! 
(1942). 


Das Mesopotamien-Korps = Heimwärts nun ziehen 
wir Orientkrieger 


Das Minenräumlied = Hörtet ihr jemals vom Minendienst 


Das muß den Ersten Seelord doch erschüttern: Wie gerne 
Churchill uns blockiert (T: Gerhard Fließ). Textparodie, Spottlied gegen 
Großbritannien, auf die Melodie "Das kann doch einen Seemann nicht 
erschüttern" (M. Jary, 1939). 

Tondokument - vom 29/X1/39 - im DRA: 1570016-19. 

Ausführende: Gesangsterzett R. Schuricke, Instrumentalgruppe, 
Fred Dömpke (Bandoneon). 

Textprobe (1. Strophe): 

Kr) 
(You see it looks now black), 
das deutsche U-Boot torpediert 


D 1046 





ihm seinen Frühstücksspeck. 

Ihn selber trifft ein jeder Schuß, 

die Welt zu rulen ist jetzt Schluß. 

Die Nordsee ward ein deutsches Meer, 
nu kiekste hinterher!" 


Geschichtsfälschung, 2000: 

"(...) Es spielt auf die Torpedierung des britischen Schlachtschiffs >Royal 
Oak< durch U 47 unter dem Kommando von Günther Prien am 14. 
Oktober 1939 im Hafen des britischen Stützpunktes Scapa Flow an (...)" 
(Korrekturbogen, S. 31, für den DRA-Katalog "Politische Musik in der Zeit 
des Nationalsozialismus. Ein Verzeichnis der Tondokumente 1933-1945". 
Potsdam, 2000). 

Meinen die Kommentarschreiber, daß Churchills Frühstücksspeck auf 
Kriegsschiffen lagerte! 


Das muß man sehen, wie daß wir fliegen (T: Georg Queri). 
Fliegerlied, zur Melodie "Steig ich den Berg hinauf", bearbeitet. Titel: Der 
bayerische Flieger. 

In: 
Flieger sind Sieger (31941). 


Das Napoleonslied = Hellauf mit frohem Rundgesang 
Das Napoleonslied = Ist es denn schon wirklich wahr 
Das neue Hitlerlied = Kommt herbei, ihr Streiter 


Das neue Jahr, es tritt herein. Neujahrslied. 
In: 
Deutsches Frauenliederbuch (1935). 


Das neue Jahr ist kommen, silberweißes rotes Gold. Von der 
Gottschee. Nach: Tschinkel, "Gottscheer Volkslieder". 
In: 
Ihr Deutschen, wollt ihr wachen! (1938); Volksliedsingen im Schulfunk 
19/20 (22. Dezember 1938), 20/21 (Januar 1941); RJF, Liederblatt der HJ 
109/110 (1941); RJF, Musikblätter der HJ) 109/110 (1941). 


Das neue Ostlandfahrerlied = Nach Ostland geht unser Ritt 


D 1047 





Das neue Soldaten-Liederbuch (Anthologie) siehe: F. J. 
Breuer 


Das neue Soldaten-Liederbuch für Akkordeon. Leicht gesetzt 
von L. Kletsch und W. Draths. Die heute gesungenen Lieder unserer 
Wehrmacht in ungekürzten Originalausgaben (1940) [Sc, Ed. Schott 
3577]. 

Aus dem Inhalt: 
Herms Niel's große Erfolge: Engellandlied / Landpartie / Hannelore / 6 
neue Lieder aus dem Rundfunkwettbewerb: Kleine Dorothee / Das Meer 
ist unsre Liebe / Nur die Lore u. a. / Westwall-Lied / Das kann doch einen 
Seemann nicht erschüttern / Graue Kolonnen / Flieg', deutsche Fahne, 
flieg' / Flieger empor / Wir sind Kameraden auf See / Panzerlied: Ob's 
stürmt oder schneit / Siehst du das Kreuz / Argonnerlied / Ich bin der Bua 
vom Aubachtal / Edelweiß / Auerhahnlied: Steig ich den Berg hinauf / 
Schweizermadel / Heiß ist die Liebe / Droben im Oberland / Ein Heller und 
ein Batzen / Brombeerlied / I bin Soldat, vallera / Ei, Mädel vom Lande / 
Ich hab daheim ein Groschen / Es geht ins Märkerland / Niedersachsenlied 
/ Tirol, du bist mein Heimatland / Westerwaldlied / Schlesierlied / Heimat, 
ach Heimat / Ade zur guten Nacht. 


Das Orgelbuch (Anthologie) siehe: G. Frotscher 
Das Osterei = Hei, juchhei! 
Das Panzersoldatenlied = Wir Panzersoldaten, wir 


fliegen dahin 


Das Pavia-Lied = Was wölln wir aber heben an? 


Das Pommernlied = \Nenn in stiller Stunde Träume 
mich umwehn 


Das Pulver, das ein Mönch erfand, aus Schwefel, Salz und 
Kohlen, hat er, wie aller Welt bekannt. dem Teufel abgestohlen. 
Artilleristenlied, 0nA. 

In: 
Kameradschafts-Lieder (1939; nur T). 


Das Regiment Forcade (T: Georg von Kries). Kriegslied, zwei 
Melodien, zuerst in: "Heijo, der Fahrwind weht", dann mdl. in der HJ 
überliefert. 

Vgl. Hans Hertel. 


D 1048 





Textprobe (3. und 4. Strophe): 
"Und will ich Helden sehen, 
seh' ich dies Regiment, 
doch Kriegesglück ist launisch. 
Nacht ist, und Hochkirch brennt. 


Von allen Grenadieren 

steht auch nicht einer mehr, 
es kämpft nur noch ein J unker 
und endlich fällt auch er". 

Der Text spielt auf die Schlacht bei Hochkirch am 14. Oktober 1758 
an, bei der Friedrich II. fast zehntausend Mann, über hundert Kanonen, 
dreißig Fahnen, die Zelte und einen Großteil des Feldgeräts verlor, selber 
Jedoch mit einer leichten Blessur davonkam. Das Regiment Forcade ging 
unter. 

In: 

Heijo, der Fahrwind weht (1933); Wohlauf Kameraden (1934; Variante: 
"Forcade"); Glück ab, Kameraden! (1935; Variante: "Forkade"); Singendes 
Volk 24 (1935; "Forcarde"); RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); 
Volksliedsingen im Schulfunk 21 (14. Januar 1937); Und wenn wir 
marschieren (21937; Variante: "Forgade"); Neues Deutschland 2 (1937; 
Variante: "Forkade"); Lied über Deutschland (?1941). 


Das Reich wir wollen wahren trotz Tod und Ungemach. NS- 
Kampflied, onA. 
In: 
RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936; nur T). 


Das Röckerl grean und grau. Soldatenlied. Titel: Die Jager von 
Nummro Neun. 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Das Rosengartenlied = 's wird aber e lustiger Sommer si 


Das saggrische Lebn = Kannst machn 


Das Schiff streicht durch die Wellen, Fidelin, von Ost die Segel 
schwellen, Fidelin (T: Brassier, 1820). Seemannslied, Melodie onA. 
Textprobe (5. Strophe): 
"Wenn wild die Stürme sausen, Fidelin, 
und hoch die Wellen brausen, Fidelin, 
dann denk ich nur an dich, 


D 1049 





daß mir bliebe deine Liebe 
und kein Sturm erschüttert mich, 
Fidelin la". 
In: 
Liederbuch der SA-Marine (1934); Deutsches Marine-Liederbuch (1935; 
nur T). 


Das Schifflein schwingt sich dani vom Land. Abschiedslied, 
Titel: Wachauer Schifferlied. 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941); Liederblätter, LGKdo Westfrankreich 
2 (1942). 


Das Schiffmannslied = Lustig ists Matrosenleben 

Das schlesische Himmelloch = Der Fleischer mit der 
Fleischbank 

Das Schneeschuhbataillon = Wir sind vom ersten steirischen 


Schneeschuhbataillon 


Das Schnützelputz-Häusel = So geht es in Schnützelputz Häusel 


Das schöne Nanerl = Mei Nanerl hab' i gern 


Das Schönste auf der Welt ist mein Tirolerland, mit seinen 
grünen Auen und seiner Felsenwand. Heimatlied, Volksmelodie. 
In: 
Liederbuch der NSDAP (211933); Schlesisches SA-Liederbuch (?1933); 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); SA-Liederbuch 
(?1933); Jung Deutschland II (1933); Heil Hitler (1933; nur T, Variante: 
"Das schönste Land der Welt"); Arbeitsdienst-Liederbuch (1934); Ähre 
und Spaten (1934); Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen- 
Verbände (1934); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934; nur T, 
Variante s. o0.); Soldaten singen (1936); Neues Deutschland 2 (1937); 
Singen (?1937); Soldaten-Liederbuch (1938); Die Wehrmacht singt 
(1939; Variante s. 0.); Soldatenliederbuch (41940); Hellau! (1942). 


Das schönste Blümlein auf der Welt. Es blüht versteckt auf 
steiler Höh. Volkslied. Titel: Das Edelweiß. 


D 1050 





In: 
Das neue Soldaten-Liederbuch für Akkordeon (1940); Im gleichen Schritt 
und Tritt (1941). 

Das Edelweiß war militärisches Symbol; es zierte die Mützen des 
Alpenkorps und verbreitete sich bei der Rechten: 

"Das Edelweiß hat seine alte Bedeutung behalten. Die 
Alpenkorpsmütze, die das Freikorps Medem zuerst als dienstliche 
Kopfbedeckung wählte, nahm dann auch das bayerische Freikorps 
Oberland des Hauptmanns von Angerrer mit dem Edelweiß als Abzeichen. 
Die erste SA. trug dieselben grauen Gebirgsmützen. Aus dem Grau wurde 
dann Braun. Aber die Form blieb. Es ist die Mütze, die Albert Leo 
Schlageter beim Sturm auf Riga getragen hat" (Hauptmann Walter 
Eberhard von Medem: "Stürmer von Riga. Die Geschichte eines Freikorps". 
Berlin, 1935. S. 32). 


Das schönste Blümlein, das ich kenn, das ist das Edelweiß. 
Marschlied, onA. 
Vgl. Das schönste Blümlein auf der Welt. 
In: 
Das Lied des Arbeitsdienstes (1933; nur T). 


Das Schönste ist: dies junge Säftefließen. Fühlingslied. 
In: 
Mein Deutschland (1936, 1938). 


Das schönste Land der Welt. Im Wk. | entstanden. 
In: 
Lied über Deutschland 3 (1940). 


Das schönste Land in Deutschlands Gau'n bist du, mein 
Bayernland. Volksweise, vaterländ. Heimatlied. Titel: Mein Bayernland. 
In: 
Liederbuch der NSDAP (211933); S.A. Liederbuch (1933); Heil Hitler Dir! 2 
(1933); Wir singen (1934); NS-Volks-Liederbuch (21934); Liederbuch für 
Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); Soldatenliederbuch 
(41940). 


Das schönste Land in Deutschlands Gaun, das ist mein Badner 
Land. Heimatlied. Titel: Das Badner Land. 
In: 
Lobeda-Singeblatt 27 (1936); Singend marschieren wir (1938). 


D 1051 





Das schönste Leben in der Welt führt der Soldat, zieht er ins Feld 
(Denn treu ist die Soldatenliebe). Soldatenlied, um 1860. Titel: 
Soldatenliebe oder Ja, treu ist die Soldatenliebe. 

In: 

Deutsche Wehr- und Soldatenlieder (1933); Stahlhelm- und Vaterlands- 
Lieder (1934; nur T); Einig Volk/ Einig Sang (1934); Soldatenlieder 
(1934); Singen (?1937). 


Das Schützenlied = Es lebt der Schütze 


Das schwarzbraune Bier, das trink' ich so gern, und 
schwarzbraune Mädel. 

Das vor dem NS entstandene Lied gewann 1933, weil es zufällig die 
Farben der BDM-Uniform nannte, gewisse politische Möglichkeiten. 
Vgl. Schwarzbraun ist die Haselnuß. 
In: 
Heil Hitler! (1933); Flieger-Liederbuch (1938; nur T, 0nA). 


Das Schwarzwaldlied = Im grünen Wald, dort wo die 
Drossel singt 


Das Schweizermadel = Wenn am Sonntag (des Morgens) 
früh die liebe Sonn aufgeht 


Das Schwert heraus und auch Pulver und Blei, die schwarzen 
Jäger rücken an. Landesschützenlied aus der Zeit nach dem Wk. I, onA, 
Titel: Die schwarze Garde. 

Vgl. Robert Preß. 
Textprobe (2. Strophe mit Refrain): 
"Für deutsches Land und für Freiheit und Recht 
zogen wir vier Jahre in den Krieg. 
Und sind auch noch heute ein starkes Geschlecht 
und halten durch bis zum Sieg. 
Das ist die schwarze Garde, die nie 
ein Feind gefällt, 
die Garde Landesschützen, das beste 
Korps der Welt". 

Der prahlerische Text ignoriert die Tatsache, daß das Heer des 
Kaisers, also auch "das beste Korps der Welt", den Wk. I gegen einen 
offensichtlich noch besseren Feind verlor. 

In: 
Liederbuch der NSDAP (211933); Heil Hitler Dir! 2 (1933); Lieder der SS 
Pommerns (1934; nur T). 


D 1052 





Das Seitenruder = Das Fliegen macht den ernsten Mann 


Das sind die Torpedomatrosen, die schneidigsten Kerle der Welt. 
Urheber unbekannt. Kriegslied aus dem Wk. |. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Um sechs Uhr morgens, wir Helden, 
dann kommen wir wieder an Bord. 
Da ist als erstes zu melden: 
Der Bootsmannsmaat ist schon dort 
mit Putze, Schlauch und Besen, 
das Deckwaschen fängt schon an. 
Ja, ja, hier ist zu lesen, 
was ein Matrose nicht alles kann". 
In: 
Seemannslieder (1938). 


Das Soldatenlied (Anthologie) siehe: E. Hölter 
Das Sonnenrad (Anthologie) siehe: G. Benoit 
Das Spingeser Schlachtlied = Jatz wölln mir 


Da steht das kleine Bienenhaus. 
In: 
NSLB, Unser Lied 1 (31935). 


Das Störtebeckerlied = Der Störtebecker und Gödeke Michael 


Da streiten sich die Leut' herum wohl um den Wert des Glücks 
(T: F. Raimund, Hobellied im Schauspiel "Der Verschwender", 1834). 
In: 
Liederbuch für Dt. Frauen und J ungmädchen-Verbände (1934; 
"Volksweise"); Flieger-Liederbuch (1938; nur T, 0nA). 


Daß wir uns wiederfinden = Du deutsches Volk 
der Herrlichkeit 


Das Tiroler-Mandl = Und zwoa Schindeln 


D 1053 





Das treue deutsche Herz siehe: Julius Otto. 
Das tröstliche Studentenlob = Frischauf! Edles Studentenblut! 
Das tumbe Brüderlein = Wo soll ich mich hinkehren 


Das Vaterland braucht Männer, es liegt in argem Streit. Erst 
wenn die Juden sterben, hört auf das deutsche Leid (T: F. M. = Franz 
Müller). Kampflied, zur Melodie "Zu Mantua in Banden". Titel: Hitler- 
Garde. 

Der Text unterschlägt, daß Juden nicht von selber starben, also 
ohne Zweifel umgebracht werden mußten. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Bald wird der Kampf beginnen 
ums heil'ge Vaterland. 
Wir neiden unsern Brüdern 
das Schlachtschwert in der Hand. 
Das Hakenkreuz weht uns voran, 
wir sind der Hitler-Garde Stamm! 
Wir stehn für Schwarz-weiß-rot 
getreu bis in den Tod!" 
In: 
Durch Kampf zum Sieg! (71926); Deutschland erwache! (551932); Was 
der Deutsche singt (1932). 


Das Vaterland ruft mich zum heiligen Streite (T: onA), zu einer 
Melodie aus "Nederlandtscher gedenck-klanck" (Valerius). 
Textprobe (1. Strophe): 
"Wer redlich wie wir seiner Heimat ergeben, 
den schützet der Himmel vor Weh. 
Mein Herz euch, ihr Lieben, 
der Heimat mein Leben, 
Gott schütz euch, ihr Teuern, ade!" 
In: 
Singendes Volk 13 (1934). 


Das völkische Liederbuch (Anthologie) siehe: Erich Lauer 


Das Volk ist wach, es läßt sich nicht mehr knechten, mit Hitler in 
den heil'gen Kampf es geht (T: Grete Kase, Brandenburg a. d.H.). 
Kampflied, zur Melodie "Ich bin ein Preuße" (Neithardt). 


D 1054 





Textprobe (2. Strophe): 
"Wir dulden nicht der Bolschewisten Horden, 
geschändet haben sie das deutsche Land! 
Des Volkes Seele dachten sie zu morden, 
Zerstörung geht mit ihnen Hand in Hand. 
Sie fanden viele Toren, 
die Not gab off'ne Ohren. 
Doch wir beweisen's 
mit Hitler, unserem Held: 
Wir fürchten Gott und sonst 
nichts auf der Welt!" 
In: 
Sturm-und Kampflieder-Buch (1933; nur T). 


Das Volk steht auf, der Sturm bricht los! Wer legt noch die 
Hände feig in den Schoß (T: Th. Körner, 1813, von Herbert Molenaar 1931 
aktualisiert). Marschlied, zu einer Volksmelodie vor 1720. Titel: Männer 
und Buben. 

Textprobe (7. Strophe): 

"Und schlägt unser Stündlein 

im Schlachtenrot, 

willkommen dann, seliger Wehrmannstod! 

Du mußt dann unter seidenen Decken, 

unter Merkur und Latwergen verrecken; 

stirbst als ein erbärmlicher Wicht! 

ein deutsches Mädel beweint dich nicht, 

ein deutsches Lied besingt dich nicht 

und deutsche Becher klingen dir nicht. 

Stoßt mit an, Mann für Mann, 

wer den Flamberg schwingen kann!" 
In: 
Was der Deutsche singt (1932; "eigene Melodie"); S.A. Liederbuch 
(1933); Deutsche Wehr- und Soldatenlieder (1933; T onA); Heraus, ihr 
Kampfgesellen! (1934); Wir singen (1934). 


Das Volk steht auf, der Sturm bricht los. Marsch. 
In: 
Deutsche Soldaten-Liedermärsche 2 (1933). 


Das walt Gott Vater, meine Kraft, und Jesus Christus, meine 
Macht, der Heilge Geist, mein beste Stärk. Protestantisches Kampflied. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Du bist mein Rohr, mein Spieß und Schwert, 
halt mich vor Deinen Augen wert, 
daß ich getrost vorm Feind besteh 


D 1055 





und ungeschlagen von ihm geh". 
In: 
Christliche Kampflieder der Deutschen (1933; onA). 


Das walte Gott, der helfen kann! (T: Johannes Betichius, 
1650-1722), aufgesetzt von W. Herrmann der Melodie "Erschienen ist der 
herrliche Tag" (N. Herrman, 1560). 

In: 
Schaffendes Volk (1934). 


Das Wandern bringt groß Freud' (T: Ph. Lewalter). Wanderlied. 
In: 
Singkamerad (31935, 81937); Vorwärts! Vorwärts... (1935); Deutsche 
Lieder für die Jugend (21935). 


Das Wandern ist des Müllers Lust (T: Wilhelm Müller, 1817). 
Wanderlied, onA. Vertonungen u. a.: F. Schubert, K. F. Zöllner. Titel u. a.: 
Wanderschaft. 

In: 

Deutsche Volks- und Kampflieder für die HJ und das J ungvolk (1933); 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); Heil Hitler! (1933); 
Liederbuch für Dt. Frauen und J ungmädchen-Verbände (1934; nur T); 
Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934); Liederbuch des Turner- 
Musikant (1934); Flieger-Lieder der Flieger-Landesgruppe II (1934); 
Singkamerad (31935, 81937); Deutsche Lieder für die Jugend (21935); 
Lobeda-Singebuch 1 (1936); Was Deutschland singt (1936; nur T); 
Unsere Lieder (71938). 


Das Wandern ist des Müllers Lust. Marsch. 
In: 
Deutsche Soldaten-Liedermärsche 1 (1933). 


Das war ein schönes Lied, das war ein feines Lied. Das Lied hat 
gut geklungen, das wird noch mal gesungen! Knabenlied, onA. 
In: 
Der Kilometerstein (?71937); Unsere Lieder 7 (1938); Lied über 
Deutschland (?1941). 


Das Weidwerk ist ja mein Leben (T: nach Pocci und von Kobell, 
"Alte und neue Jägerlieder"). Jägerlied auf eine Melodie nach Ditfurth. 
In: 
Wohlauf Kameraden (1934); Glück ab, Kameraden! (1935). 


D 1056 





Das Werksoldatenlied = Es klingt auf grüner Heide 


Das Werksoldatenlied = Es klingt in deutschen Landen 


Das Wetter geht in Prangen, der Wald steht weit und grün 
(1931), onA. Titel: Radfahrt ins Baltenland. 
Das Lied behandelt eine bündische Fahrt. 
Textprobe (3. Strophe): 
"An Kurlands fernem Strande, 
da warten Freunde gut. 
Im alten Livenlande, 
da lebt noch deutsches Blut. 
Mit ihm uns zu vereinen, 
drum klingt das Lied so hell. 
Deutschland erkennt die Seinen, 
o Schifflein, fahre schnell". 
In: 
Folget der Fahne und dem Führer (1934). 


Das Wort aus Gottes Herz und Mund lebt, schafft und macht uns 
ganz gesund (T: O. Riethmüller, 1934), zu einer Melodie von Melchior 
Vulpius. Titel: Ein neu Bekenntnis, Tat und Lied. 

In: 
Wehr und Waffen (1936). 


Das Wort geht von dem Vater aus (T: O. Riethmüller, 1934 nach 
dem altkirchlichen Hymnus "Verbum supernum prodiens" von Thomas von 
Aquin, 1224-1274) Textparodie auf eine Melodie von Josquin de Pres 
(1450-1521). Titel: Krippe und Kreuz. 

In: 
Wehr und Waffen (1936). 


Das zweite Bataillon, in Frankreich sollt es streiten. Zuerst in: 
Hans Krohn, "Vor uns das Reich - Lieder der Gegenwart". 
In: 
Vor uns das Reich (31933; onA). 


Das zweite neue Soldaten-Liederbuch (Anthologie) siehe: 
F.J: Breuer 


Dat du min Leevsten büst, dat du wull weeßt (T: zuerst bei Karl 
Müllenhoff, "Sagen, Märchen und Lieder der Herzogtümer Schleswig 


D 1057 





Holstein", Kiel 1845). Liebeslied aus der Nordseemarsch. Melodie z. B. im 
"Niederdeutschen Liederbuch" (Hamburg/ Leipzig, 1884). 

In: 

Unser das Land (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Unsere 
Lieder (71938); Lieder vom Führerthing (1938); RJF, Musikblätter der HJ 
538 (1941); SS-Liederbuch (61940, 91941); Lied über Deutschland 
(?1941); Lieder unseres Volkes (1943); Mein Schätzlein hör ich singen 
(1944). 


Dat fleit un singt dörcht ganze Dörp. Melodie und Text nach 
mdl. Uberl. der Truppe bei einem Landesschützen-Btl. aufgez. Titel: De 
lustigen Reserwisten. 
In: 
Soldatenlieder (1934); Kriegslieder des deutschen Volkes (1939). 


Dat Lämmken güng in'n Holte. Kinderlied. 
In: 
Klingend Erbe (1941). 


Da tranken sie die liebe lange Nacht. Trinklied. Titel: Viel gut 
Bier. 
In: 
Lobeda-Singebuch 1 (1936). 


Dat Twee Bruten-Leed = En J antje harr twee Bruuten 


Daube, Johann Friedrich 
um 1730 - 1797 


Trio für Flöte, Laute und Klavier. 
Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht" (21942) als Notentip. 


Daube, Otto 
Halle/ Saale, 12. Juni 1900 - Königsfeld im Schwarzwald, 9. März 1992. 

Sohn eines Oberzollinspektors; Schulmusiker, zunächst in Eisenberg, 
Altenburg und Leipzig,1929-34 an der Deutschen Schule in Sofia. 1934-45 
Musikstudienrat (Obermusiklehrer) am Städt. Lyzeum Detmold, 1936-39 
in der Jugendherberge Hiddesen/ Westfalen, ab 1935 Leiter der 
Reichswichtigen Richard-Wagner-Festwochen und der Richard-Wagner- 
Schule Detmold, als deren Schirmherr er Gauleiter und Reichsstatthalter 
Dr. Alfred Meyer gewann. 

1948 Musikstudienrat in Hattingen, seit 1965 i. R. in Königsfeld. 


D 1058 





Werke: Märchenspiele und Singspiele, Lieder und Klaviermusik; Wagner- 
Literatur; Musikpädagogisches, so als Hgb. des Liederbuchs "Fröhliche 
Werkstatt" und des Lehrerhandbuchs Musik (1973). 


NSDAP seit 1/11/34, Nr. 3.402.184. 1936 Städt. Musikbeauftragter für 
Detmold; 1937-45 Landesleiter der RMK Gau Westfalen-Nord; 1938 
Reichsbundesführer (1925 Mitbegründer) des Bayreuther Bundes der dt. 
Jugend e.V.; 1942 Leiter des Referats "Richard Wagner und die deutsche 
Schule" im NSLB 

28. Juli 1934, Kontakt: 

"Auf die Enderlebnisse dieses Festspieljahres zugehend möchte ich 
mir erlauben, Ihnen ein kleines Zeichen des Gedenkens zu senden und 
Ihnen gleichzeitig einige Hefte zu überreichen, von denen Ihnen wohl der 
Verlag schon den >Parsifal< sandte? In einem Monat hoffe ich Sie mit 
einer besonderen Überraschung erfreuen zu können: die Rich. Wagner 
Erziehungsstätte, wo der Meister u. Werk dem tiefen Verständnis 
übergeben werden sollen, ist im sicheren Werden! (...)" (Daube an Karl 
Grunsky, Postkarte, handschriftlich, mit Poststempel 28/V11/34; 
Provenienz: Egon Neuhaus, München, mit Dank). 

Richard Wagner und die Volksschule ("ZfM" CI/9, September 1934. 
5.9251). 
Zitat: 

"Das großartige Bekenntnis des Führers Adolf Hitler zum Kunstwerk 
und zur Geisteswelt des großen deutschen Meisters Richard Wagner, das 
er in den Bayreuther Festtagen vor aller Welt ablegte, ist mehr als eine 
einmalige kulturpolitische Äußerung. Es verwirklicht Leitsätze seines 
staatspolitischen und im besonderen kulturellen Programms, die er in 
seinem, sein Leben, sein Handeln und sein Wollen umfassenden Werke 
>Mein Kampf< niedergelegt hat, und die durch die programmatische 
Betonung Bayreuths in den Vordergrund unserer Erziehung und ihrer 
Neugestaltung gerückt werden. (...)" (S. 925). 

26. April 1935, Festwoche: 

"(...) Ich könnte dann über alle Einzelheiten des Detmolder Planes 
mit Ihnen sprechen und füge meinem heutigen Schreiben zu Ihrer 
vorläufigen Unterrichtung die Ankündigung der Reichswichtigen Richard- 
Wagner-Festwoche 1935 bei, die übrigens von der Reichsmusikkammer in 
vergangenen Jahre in der ganzen vorliegenden Form genehmigt wurde 
und durch Reichsminister Dr. Goebbels mit der >Reichswichtigkeit< 
ausgezeichnet wurde. (...)" (Daube an GMD Stange, 26/1V/35. Quelle: BA 
Namensakte Daube). 

7. Mai 1935, Querschuß: 

"(...) Es ist unerträglich für mich, von einem Manne bevormundet zu 
werden, der selbst nur Cafe-Cellist ist und dennoch den Anspruch erhebt, 
an Stelle Zibulkas in der Festwoche zu spielen oder an Stelle Elmendorffs 
zu - - - - dirigieren!!! 

(...) Denken Sie sich, lieber Herr Stange, daß Sie, Pfitzner, 
Elmendorff, Schulz-Dornburg in einem Atem mit dem Herrn >Wilke<, 
Kaffeehaus-Cellist, als Dirigent genannt werden!!! 


D 1059 





Ich bitte Sie deshalb herzlichst, beenden Sie einen derart 
unmöglichen Zustand und geben Sie strikte Anweisungen, daß man mich 
in Ruhe läßt, und geben Sie dem Herrn Wilke eins auf den Hut. (...)" 
(Daube an GMD Stange, 7/V/35. Quelle: BA, Namensakte Daube). 

Der Störenfried war damals Leiter der Ortsmusikerschaft Detmold, 
der Cellist Willy Wilke, Führer des SA-Musikzugs 12/55, der seine amtliche 
Funktion mit Rückendeckung durch den Landesleiter der RMK in Essen zu 
eigenem Nutzen gegen Daube einsetzte. Er beanspruchte, anstelle des 
bulgarischen Cellovirtuosen Cibulka den Solopart eines Konzerts zu 
spielen oder gar statt Elmendorff zu dirigieren! 

14. Mai 1935, Regelung: 

"(...) Nachdem Obermusiklehrer Otto Daube wegen seiner 
künstlerischen Befähigung von Frau Winifred Wagner, der Schirmherrin der 
Richard-Wagner-Festwoche 1935, mit der künstlerischen Gesamtleitung 
beauftragt worden ist, lag es in jedem Falle im freien Ermessen desselben, 
die ihm geeignet erscheinenden Solisten zur Mitwirkung heranzuziehen. 
Ausserdem ist eine grundsätzliche Genehmigung bezüglich der Mitwirkung 
des bulgarischen Solocellisten, Professor Cibulka, vom Herrn 
Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda eingeholt worden. Mir 
selbst ist Professor Cibulka als Künstler und als der führende Cellist 
Bulgariens bekannt, so dass ich im Interesse der freundschaftlichen 
Beziehungen zu Bulgarien die Heranziehung des Professors Cibulka 
äusserst begrüsse. 

Ich erwarte, dass nunmehr sämtliche Schwierigkeiten behoben sind, 
so dass weder Herrn Obermusiklehrer Daube bei der Durchführung der 
künstlerischen Ausgestaltung der Festwoche, noch der Mitwirkung des 
Herrn Professor Cibulka weitere Hindernisse bereitet werden" (Der 
Präsident der RMK, i. V. Hermann Stange, an den Landesleiter Westfalen- 
Niederrhein der RMK, 14/V/35. Quelle: BA Bestand RKK, Namensakte 
Daube). 

Stange war zunächst als Festspieldirigent vorgesehen und auch in 
die Programmvorbereitung einbezogen. 

20. Juni 1935: 

Daube sendet an Präsidialrat Heinz Ihlert eine schriftliche Einladung, 
beim großen Festkonzert die Ansprache zu halten, und betont, außer 
Pfitzner, EImendorff und Schulz-Dornburg werde kein weiterer Dirigent in 
der Festwoche in Erscheinung treten. 

25. Juni 1935: 

Daube teilt GMD Stange mit, wegen Überlastung des - von Schulz- 
Dornburg zur Verfügung gestellten - Luftsportorchesters könne kein 
Konzert mehr unter seiner Leitung stattfinden. 

Stange durchschaute später die Intrige anhand der Korrespondenz. 
Wahrscheinlich wußte Daube, daß die RMK, vorab Ihlert, dabei war, 
Stange kaltzustellen. Im August brach Stange den Kontakt zu Daube ab. 
Amtlicher Führer durch die 4. Richard-Wagner-Festwoche, Detmold 
(1938). Hgb. i. A. der Stadt Detmold von Otto Daube. 

September 1939, Bayreuther Bund: 
"Seit dem Frühjahr 1938 wurden ihm neue Zielsetzungen seiner 


D 1060 





Arbeit gegeben: das Kunstwerk und der kulturpolitische Kämpfer Richard 
Wagner sollen nach dem Willen und Kulturprogramm des Führers dem 
Verständnis des ganzen Volkes übermittelt werden. Die Notwendigkeit 
solcher Arbeit wurde von Otto Daube an treffenden Beispielen erörtert. Sie 
ist auch bereits von entscheidenden Instanzen in der Führung der 
nationalsozialistischen Kulturpolitik in Angriff genommen und wird 
insbesondere in den Ortsgruppen des Bayreuther Bundes 
vorwärtsgetragen. Mit besonderer Freude konnte Daube auf die 
erfolgreiche Entwicklung des Bundes in der Bayerischen Ostmark und im 
Gau Westfalen-Nord hinweisen. Ferner wurde die Verbindung seiner Arbeit 
mit den örtlichen Stellen der NS-Gemeinschaft >Kraft durch Freude< 
dankbar begrüßt. Auch die Reichsjugendführung will die Arbeit des 
Bayreuther Bunde in der HJ verankert sehen. Der NSLB schließt sich 
ebenfalls den Bestrebungen des Bundes an. So sind überall erfreuliche 
Ansätze zu weiterer Aufbauarbeit vorhanden. Auf dem Fundament von 117 
Ortsverbänden mit etwa 3200 Mitgliedern kann sich die Weiterentwicklung 
dank der umfassenden Förderung von Partei und Staat erfolgreich 
vollziehen" (Paul Bülow: Reichstagung des Bayreuther Bundes 1939. 27. 
Juli bis 2. August in Bayreuth. "ZfM" CVI/9, September 1939. S. 
980-981). 

Amtlicher Führer durch die 5. Richard-Wagner-Festwoche, Detmold 
(1939). Zugleich Jahrbuch des Bayreuther Bundes. Hgb. von Otto Daube. 

Amtlicher Führer durch die Richard-Wagner-Festtage, Detmold (1940). 
Zugleich Jahrbuch des Bayreuther Bundes. Hgb. von Otto Daube 
[Schnelle, Detmold]. 

20. Oktober 1942: 

Daube sendet Reichsdramaturg Dr. Schlösser seine Bearbeitung von 

Wagners "Wieland der Schmied". 

10 Jahre Pflege des Bayreuther Kulturideals im Gau Westfalen-Nord 
(Detmold, 1944). 

Es handelt sich um eine lobende Selbstdarstellung seiner Leistung. 
Information: DML, FA, MM2, KDMK. 


Daubitz, Paul 
Rynarzewo (Posen), 8. Januar 1881 - Joachimsthal (DDR), 10. April 

1951. 
Sohn eines Lehrers; Schüler von Paul Homeyer und F. E. Koch, Organist, 
Chordirigent und Schulmusiker in Schwedt an der Oder, seit 1925 Lehrer 
an der Hohenzollernschule (Reform-Realgymnasium), ab 1931 als 
Studienrat, Kantor der ev. Stadtkirche. Auch Leiter eines Akkordeon- 
Orchesters. Seit 1942 i. R., doch weiterhin im Kirchendienst und Dirigent 
der "Liedertafel". 

Seit 1945 in Joachimsthal Männerchordirigent und vorübergehend 
Schulleiter. 
Werke: viel Kirchenmusik, so zehn Festmotetten; Lieder und Chöre. 


NSDAP seit 1/VI1/40, Nr. 8.149.147, auf Antrag vom 11/V1/40. NSLB seit 


D 1061 





10/V/33. Leiter der Nebenstelle Schwedt, Kreismusikerschaft Eberswalde 
der RMK. Städt. Musikbeauftragter für Schwedt. 

Ich bin ein lust'!ger Wandersmann (T: F. Förster). 

In: 

Vorwärts! Vorwärts... (1935). 


Geschichtsfälschung, 1960: 

"(...) Seine Zugehörigkeit zu einer, dem Hitlersystem verhaßten 
Partei und sein Amt als Stadtverordneter genügten, daß er 1944 verhaftet 
und in das Konzentrationslager Sachsenhausen eingeliefert wurde. Die nur 
wenigen dort verbrachten Monate reichten aus, ihn körperlich und seelisch 
zu ruinieren" (E. M.-D./A. St. = Elfriede Mahler-Daubitz, Arthur Stoeckel: 
Studienrat Paul Daubitz. In: "Schwedter Heimatblatt des Uckermärkischen 
Heimatvereins Schwedt/Oder und Umgegend zu Berlin West", Nr. 19/20, 
November 1960). 

Information: DML, FA, LdCh (mit falschem Wirkungsort, ohne 
Todesmeldung). 


Dauborn, Georg 
Ginsheim, 13. Mai 1899 - Mainz, 2. Oktober 1975. 

Maschinenbau-Ingenieur und Ingenieur für Brücken- und Eisenhochbau 
bei der Firma MAN; daneben Chorleiter in Ginsheim bei Mainz und Leiter 
der Werkschar und Werkkapelle der Firma MAN in Mainz-Gustavsburg. Im 
Krieg zur Wehrmacht einberufen und Soldat bei einer Pionier-Einheit. Auch 
Komponist und Textdichter und Leiter der erfolgreichen Fastnachtsgruppe 
"Ginsheimer Meedcher". 

Nach 1945 weiterhin in Mainz, zuletzt i. R. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.860.402. 
Rheinland, mein Heimatland. Marschlied (RS Frankfurt, 24/V1/38). 
Das Lied vom Brückenbau-Bataillon: Wir sind die Pioniere vom 
Brückenbau-Bataillon (eigener T). Kriegslied (1940) [K]. 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Dem Führer treu ergeben 
sind wir mit Herz und mit Hand! 
und unser Blut und Leben 
gehörn dem Vaterland. 
Allzeit kampfbereit 
sind wir mit Mut und Schneid! 
Pioniere greifen an! Hauruck! 
Stehn zusammen Mann für Mann! 
Ruckzuck! 
Drum schaun uns auch die Mädchen 
mit frohen Augen an! 
Kein Wasser ist uns tief genug, 
zu breit ist uns kein Strom; 
denn wir sind die Pioniere 


D 1062 





vom Brückenbaubataillon!" 
In: 
Das Lied der Front 1 (1940); Alte und neue Soldatenlieder (1940); 
Sechzehn neue Soldatenlieder (1940). 


Daucha, Ludwig 
Wien, 6. April 1875 - Wien, 20. Juli 1955. 
Magistratsrat a. D. in Wien und Komponist. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Aus Tagen großen Weltgeschehens. Zwölf Lieder für Singstimme mit 
Klavierbegleitung (1942) [D]. 

l. Aus der Zeit der Freiheitskriege. 1809-1813. 
1. (Trost) Herz, laß dich nicht zerspalten (T: Th. Körner). - 2. (Der König 
von Westphalen) Zu Kassel in dem Königsschloß (T: ©. Weddingen). - 3. 
(Blücher am Rhein) Die Heere blieben am Rheine steh'n (T: A. Kopisch). 

Il. Aus der Zeit des Weltkrieges. 1914-1918. 
1. Ich hab' ein Hüglein im Polenland (T: K. Dankwart Zwerger). - 2. 
(Deutsche Mädchenwünsche) O Lust an Putz (T: O. Kernstock). - 3. 
(Schutztrupplers Weihnacht) Was mir den Schmerz versüßte (T: Franz 
Christel). - 4. (Trutzlied) Und mögt ihr bedräu'n mich (T: Mathilde Gräfin 
Stubenberg). 

Ill: Aus den Kampftagen des geeinten deutschen Volkes 1939-1942. 
1. Vater im Himmel (T: D. Eckart). - 2. (Große Zeit) Gespensterhaft 
verdunkelt (T: E. A. Weise). - 3. (Die Wacht) Das letzte, was vernahm 
mein Ohr (T: M. F. Bevern). - 4. (Deutscher Frühling) Oft, wenn die ersten 
Birkenhaare wehten (T: J. Ringler-Kellner). - 5. (An den Frieden) Blühe, 
meine Seele (T: K. Habermann). 

Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Wien 

Alsergrund, Nr. 1817/1955. 


Dauer 


Deutsche Musik für Orch (RS Köln, 22/V/39). 


Daum 


Polizeimarsch Essen (u. a. Berlin, *17/11/40, Großkonzert der Polizei, 
Dgt. W. Schierhorn). 


Da unten im Tale am rauschenden Bach. Volksläufiges Lied. 
In: 
Lieder von heute (1934). 


D 1063 





Dautz, Hans 


Steirischer Holzknecht. Marsch. 
In: 
Marschperlen I (1943). 


David, Hanns Walter 
München-Gladbach, 26. März 1893 - KZ Majdanek, 1942 (ermordet 
durch SS). 
Sohn eines Justizrats; Schüler von P. Juon, R. Krasselt und F. Schreker, 
Orchesterdirigent und Theaterkapellmeister, zuletzt gastierend, sowie 
Musikkritiker in Düsseldorf. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

Er emigrierte 1935 über Frankreich und Italien in die UdSSR und war 
in Engels Dirigent des Staatschors. 1940 von den sowjetischen Behörden 
an die Gestapo überstellt und zunächst im Ghetto von Lublin, 1942 zwecks 
"Endlösung der J udenfrage" ins Vernichtungslager deportiert. 

Die UdSSR duldete während der Zeit des Pakts mit dem Reich nicht 
nur eine NSDAP-Ortsgruppe Moskau, sondern lieferte häufig deutsche 
Flüchtlinge nach Deutschland, freundliche Geste gegenüber dem 
unverhofften Bündnispartner und - Beihilfe zum Mord. 

Information: DML, FA. 


David, Johann Nepomuk 

Eferding/OÖ, 30. November 1895 - Stuttgart, 22. Dezember 1977. 
vierter Sohn einer zehnköpfigen Familie; Musikpädagoge, Komponist, 
Schüler von J. Marx; bis 1934 in Wels Volksschullehrer, Organist und 
Chordirektor, dann bis 1945 in Leipzig Lehrer für Komposition, Tonsatz und 
Chordirigieren und -gesang am Landeskonservatorium bzw. der Staatl. 
Hochschule, 1942 deren k. Leiter, zuletzt noch Leiter des Musischen 
Gymnasiums. 1942/43 waren seine Einnahmen aus "ernsten Konzerten" 
auf 5.805,71 RM gesunken; deswegen bekam er 4.000 RM Staatszuschuß 
für E-Komponisten. 

Nach 1945 auf der "Schwarzen Liste" der US-Militärregierung; 
1945-48 Lehrer am Mozarteum Salzburg, ab 1948 Professor für Theorie 
und Komposition an der Musikhochschule Stuttgart. Er erhielt 1949 den 
Liszt-Preis Weimar, 1951 den Musikpreis der Stadt Wien, 1953 den 
Buxtehudepreis Lübeck und den Österreich. Staatspreis für Musik, 1963 
den Hamburger Bach-Preis (20.000 DM), 1966 den Mozartpreis der 
Goethestiftung Basel. David war Einzelmitglied des Dt. Musikrats und 
1953-57 dessen Ehrenpräsident. 

Werke: u. a. Chorwerke, zumeist geistl. Inhalts; Orchesterwerke, so 1. 
Sinfonie A-moll Op. 18 (1936), Partita Nr. 2 Op. 27 (1940), Sinfonie Nr. 3 
Op. 28 (1941); "Johannes Kepler", Oper auf einen Text von Friedrich 
Mahling (seit 1937, aber nicht ausgeführt). 


D 1064 





Kein Eintrag in ZKNSDAP. Laut RSHA, 27/1X/44, lagen "nachteilige 
Notierungen in politischer Hinsicht" über ihn nicht vor. 1941 Träger des 
Gaukulturpreises des Gaues Oberdonau der NSDAP. 


1935 
Toccata und Fuge in F-moll für Orgel (u. a. RS Leipzig, *23/11/35, an 
der Orgel: K. Hoyer). 


1937 
4. Mai 1937: 

In der Feierstunde des Landeskonservatoriums Leipzig zur 
Einweihung einer Büste Hitlers durch Stadtrat F. A. Hauptmann leitet J. N. 
David die Rahmenmusik der Kantorei. 

12. Juni 1937: 

H. Rosbaud bietet im Opernhaus Frankfurt das Konzert für Flöte und 
KammerOrch von David (UA). Solist: Carl Bartuzat (Flöte). 

6. September 1937, Beurteilung: 

"(...) Johann Nepomuk David hat m. E. seine bejahende 
Einstellung zum nationalsozialistischen Staate schon damit bewiesen, daß 
er aus seiner oesterreichischen Heimat nach Deutschland übersiedelte. 
Stünde er dem Nationalsozialismus ablehnend gegenüber, dann hätte er 
diesen Schritt gewiß nicht getan. (...) 

Daß er sich politisch nicht aktiv betätigt, liegt einmal daran, daß ihm 
als vielbeschäftigtem Lehrer - außerdem ist er wohl einer der begabtesten 
und hoffnungsreichsten Komponisten der Gegenwart - kaum freie Zeit 
übrig bleibt, ferner aber daran, daß er im Augenblick größte Vorsicht 
walten lassen muß, da er in Wels in Oesterreich ein Haus besitzt, welches 
ihm infolge der ja hinlänglich bekannten Bespitzelung ohne weiteres 
enteignet werden würde, falls man von einer aktiven 
nationalsozialistischen Betätigung erführe. Hinzu kommt, daß seine 
Stellung in Leipzig bis vor kurzem noch keineswegs befestigt war, so daß 
er durchaus mit der Möglichkeit rechnen mußte, wieder nach Oesterreich 
zurückzukehren. Diese Schwierigkeiten sind jedoch jetzt behoben. 

(...) Da die beiden Beurteilten nicht Parteimitglieder sind, ist wohl 
mit Recht anzunehmen, daß sich die nicht vorteilhaften Äußerungen 
tatsächlich nur auf Vermutungen stützen, und ich wäre dankbar, wenn auf 
Grund der vorstehenden Widerlegungen eine entsprechende Abänderung 
der Gutachten erfolgen würde, damit ich bald in der Lage bin, die 
Professorentitel für die beiden Lehrer zu erwirken. Ich bitte ferner, die 
jetzt vorliegenden Gutachten nach Änderung zu vernichten, damit derartig 
belastende Unterlagen, die einen strebsamen Volksgenossen Zeit seines 
Lebens unmöglich machen können, nicht Bestandteil der Akten bleiben" 
(Stadtrat F. A. Hauptmann an Kreisleiter Dönicke, 6/1X/37. Quelle: 
Stadtarchiv Leipzig, Akten Professorentitel für Lehrer des 
Landeskonservatoriums betreffend, Beiheft 15 zu Kap. 32 Nr. 13, Blatt 
101. Abdruck bei: Patricia Dolata, "Mein Leben überschauend...". In: Th. 
Schinköth, Hrsg., "Musikstadt Leipzig im NS-Staat", Altenburg 1997. S. 
382-383). 


D 1065 





Die Kreisleitung hatte die Lehrkräfte David und Grisch nicht gerade 
günstig beurteilt; der prominente Funktionär F. A. Hauptmann setzte sich 
gegen den Kreisleiter fast ganz durch. Dieser änderte das Gutachten, 
bewahrte jedoch das ursprüngliche Gutachten auf. 


1938 

3. Januar 1938: 

Das 3. städt. Konzert B in Dortmund, Dgt. W. Sieben, bietet - "zum 
ersten Male" - die Partita von J. N. David. 
7. Oktober 1938: 

Davids A-moll-Sinfonie Nr. 1 Op. 18 erklingt zur Gaukulturwoche 
Saarpfalz in Saarbrücken (RS Saarbrücken, *7/X/38). 
November 1938: 

David dirigiert in Leipzig den zweiten Teil eines Orchester- und 
Chorkonzerts des Landeskonservatoriums. Allein im Programm: 
Strawinskys "Psalmensinfonie". 


1939 
9. Februar 1939: 
Ein Gewandhauskonzert zu Leipzig, Dgt. H. Abendroth, bietet die 2. 
Sinfonie von David (UA). 


1940 
25. und 26. November 1940: 

Das 4. Sinfoniekonzert der Philharmon. Gesellschaft Bremen, Dgt. H. 
Schnackenburg, bietet - erstmals - das Divertimento "Kume, kum, 
Geselle min" nach alten Volksliedern Op. 24 von David. 

9. Dezember 1940: 

Das 4. Anrechtskonzert der Stadt Flensburg, Dgt. Otto Miehler, 

bietet - erstmals - das Divertimento Op. 24 von David. 


1941 

15. Januar 1941: 

Das 1. Konzert des Zeitgenössischen Musikfestes, Städt. Orch Berlin, 
Dgt. Fritz Zaun, bietet - erstmals - die Sinfonie Nr. 2 von David. 
16. Januar 1941: 

Das 4. Konzert der Stadt Gelsenkirchen, Dgt. H. Folkerts, bietet die 
1. Sinfonie von David. 
5. Oktober 1941: 

Das Städt. Orch Berlin, Dgt. F. Zaun, bietet Davids 3. Sinfonie Op. 
28 (UA). 
4. Dezember 1941: 

Das 4. Orchesterkonzert der Stadt Zwickau, Dgt. K. Barth, bietet - 
erstmals - das Divertimento Op. 24 von David. 
11. Dezember 1941: 

Das 7. Gewandhauskonzert, Dgt. Abendroth, bietet - erstmals - das 
Divertimento Op. 24 von David. 


D 1066 





13. Dezember 1941: 
Die Münchener Philharmoniker, Dgt. ©. Kabasta, bieten - erstmals - 
Davids Divertimento Op. 24. 


1942 
3. Februar 1942: 

Ein Konzert der Stadt Mühlheim (Ruhr), Dgt. H. Meißner, bietet - 
erstmals - die Partita Nr. 1 für StreichOrch von David. 
10. März 1942: 

In der Preuß. Akademie der Künste bietet das BPhO, Dot. David, 
seine Partita Nr. 2 Op. 27 (EA). 
15. März 1942: 

Das 7. Sinfoniekonzert der Stadt Essen, Dgt. A. Bittner, bietet - 
erstmals - die 2. Sinfonie C-moll Op. 20 von David. 

Die Musik und der Staat ("Neue Leipziger Tageszeitung", 9. Juni 1942). 

Der Aufsatz galt dem ersten Jahrestag der Erhebung des 
Landeskonservatoriums zur staatlichen Hochschule für Musik. 

Wer seinem Volke so die Treue hält (T: Adolf Hitler). Motette für Chor 
und Bläser (UA: Leipzig, * 7/XI/42, Feierstunde zur Gründung der Deutsch- 
Japanischen Gesellschaft, Zweigstelle Leipzig) [B&H] . 

Dieser Titel ist bibliographisch nicht registriert. 

Januar 1943, Nachricht: 

"Zur Gründung der Zweigstelle Leipzig der Deutsch-J apanischen 
Gesellschaft fand am 7. November im Leipziger Völkerschlachtdenkmal 
eine feierliche Gedenkstunde statt, in deren Rahmen eine neue Motette für 
Chor und Bläser von Joh. Nep. David zur Uraufführung kam. Ihre textliche 
Grundlage bildet das Führerwort >Wer seinem Volk so die Treue hält, der 
soll selbst in Treue nie vergessen werden<" ("Der Musikerzieher" XXXIX/4, 
Januar 1943. S. 57). 

David versuchte nachträglich, Biographen und Nachwelt zu 
täuschen, indem er behauptete, das Stück habe dem Andenken der in 
Stalingrad Gefallenen gegolten. 

Am 23. August 1942 erreichte die Spitze der 16. Panzerdivision den 
Stadtrand. Am 8. November erklärt Hitler protzig, Stalingrad sei gefallen. 
Am 22. November schloß die Rote Armee bei Kalatsch den Ring um Stadt 
und 6. Armee, also erst zwei Wochen nach der Uraufführung. Der letzte, 
der Nordkessel, kapitulierte am 2. Februar 1943. 

8. November 1942, Bericht: 

"Vierstimmige Chorlieder von Bach und Brahms, von der Kantorei 
der Staatlichen Hochschule für Musik unter Leitung ihres Direktors Joh. 
Nep. David zu Gehör gebracht, leiten über zu der besinnlichen 
Weihestunde, die Gelegenheit gibt zu einer Zwiesprache mit unseren 
Gefallenen. >Wir gedenken unserer Helden, sie marschieren im Geist in 
unsern Reihen mit< - wie ein Fanal dringen die Worte des Sprechers aus 
der Höhe des Denkmalsdomes. Und während die Weise vom >guten 
Kameraden< verhallt, legen SS-Männer die Lorbeerkränze des Gauleiters 
Mutschmann, des Botschafters Oshima und des italienischen Konsuls Dr. 
Catalano zu Füßen der Opferschale nieder. Dann klingt noch einmal der 


D 1067 





Chor von der Empore. David bringt mit der Kantorei der Musikhochschule 
seine nach einem Führerwort geschaffene Motette >Heldenehrung< zu 
eindrücklicher Uraufführung. Das Werk verbindet den feierlich-ernsten 
Marschschritt dreier Posaunen, die mit gleichsam schicksalshafter 
Notwendigkeit sich wiederholen, mit einem vierstimmigen Chorklang von 
beschwörender Bewegtheit. Es ist eine Fuge, die durch eine plastische 
Linienführung ihr Thema zu großen Steigerungen ausformt und den 
ethischen Sinn der unterlegten Worte mit ergreifender Gefühlskraft 
ausspricht" (Bt. = Horst Büttner: Symbol der Freundschaft zweier Völker. 
"Leipziger Neueste Nachrichten" Nr. 312, 8/X1/42). 

Die Frage, weswegen David, obwohl kein Nationalsozialist, dieses 
Zitat aus der Reichstagsrede Hitlers vom 6/VIII/34 zum Gedenken an den 
verstorbenen Reichspräsidenten Hindenburg vertonte, ist noch ungelöst. 

Daher versuchten sich auch Freunde nach 1945 in Verschleierung. 
H. H. Stuckenschmidts Biografie "Johann Nepomuk David" (Wiesbaden, 
1965) unterschlägt dieses Opus sogar im Werkverzeichnis. 

Möglicherweise aber hängt das Opus - ähnlich wie der am 24/X1/43 
erklärte Beitritt zum Reichsbund Deutsche Familie, einem vom 
Rassenpolitischen Amt der NSDAP betreuten "Kampfbund für den 
Kinderreichtum der Erbtüchtigen", dessen Aufnahmebedingungen auf 
David gar nicht zutrafen - zusammen mit dem Versuch, ohne Beitritt zur 
Partei die begehrte Position des Hochschuldirektors zu bekommen. 

Die Partitur trägt den Aufdruck "Den gefallenen Lehrern und 
Studierenden der Staatl. Musikhochschule in Leipzig zum Gedächtnis"; 
diese fielen "für Hitler" - solches und die zeitliche Nähe zum 9. November 
wirft weitere Fragen auf. 


1943 
Op. 29 b. Sinfonische Variationen über ein Thema von Heinrich Schütz 
(UA: München, 8/1/43, Die Münchener Philharmoniker, Dgt. O. Kabasta) 
[B&H]. 
11. Januar 1943, Bericht: 

"(...) Man könnte das Werk als einen Versuch bezeichnen, mit den 
Mitteln des allerstrengsten Kontrapunkts programmusikalische Wirkungen 
zu erzielen. Die vier knapp gehaltenen Sätze sollen eine Kriegsmusik 
darstellen. Das aus dem Beckerschen Psalter von Schütz entnommene 
(ursprünglich choralartige) Thema wird in zahlreichen Wandlungen 
vorgeführt, wobei besonders kanonische Führungen und gleichzeitiges 
Erklingen in verschiedenen Größenverhältnissen (Verkürzungen) eine 
wichtige Rolle spielen. Die einzelnen Sätze sollen den Aufzug zum Streit, 
die Andacht, ein Menetekel für den Feind und endlich den Sieg 
charakterisieren - das Finale ist natürlich eine Fuge. Die Freude an einem 
raffinierten Kontrapunkt läßt die von der Orgelregistrierung abgeleitete 
klangliche Seite sehr wesentlich zurücktreten. In der Formung steckt 
selbstverständlich viel gekonnte Kunst - neben mancher etwas 
beabsichtigten Künstlichkeit" (Oskar von Pander: David-Uraufführung bei 
Kabasta. "MNN", 11/1/43). 


D 1068 





Januar-Februar 1943: 

"Zur Gründung der Zweigstelle Leipzig der Deutsch-Japanischen 
Gesellschaft fand im Leipziger Völkerschlachtdenkmal eine feierliche 
Gedenkstunde statt, in deren Rahmen eine neue Motette für Chor und 
Bläser von Joh. Nep. David zur Uraufführung kam" ("Die Musikpflege" 
XI11/10-11. Januar-Februar 1943. S. 200). 

Alle vier anderen werkbezogenen Meldungen unter "Verschiedenes" 
verschweigen den Titel nicht. 

11. Februar 1943: 

Das 12. Anrechtskonzert des Gewandhauses Leipzig, Dgt. H. 
Abendroth, bietet - erstmals - die 3. Sinfonie von David. 

28. Februar 1943: 

Im 7. Kammermusikabend des Gewandhauses Leipzig bietet das 
Gewandhausquartett das Trio für Flöte, Violine und Viola von David (UA). 
7. März 1943: 

Die Kantorei, Dgt. David, gibt u. a. ein Chorkonzert in Linz - für die 
NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" 

27. März 1943: 

Zur Jahrhundertfeier der Leipziger Musikhochschule bietet die 
Kantorei der Hochschule, Dgt. David, seine Astimmige Chorfassung von 
"Ich hab mich ergeben", ferner Felix Petyreks Hölderlin-Ode "Der Tod fürs 
Vaterland" für Chor und Orch (UA). 

28. März 1943: 

Unter dem Titel "Hundert Jahre Hochschule für Musik. Heldenehrung 
im Völkerschlachtdenkmal" berichtet Willy Stark für die "Neue Leipziger 
Tageszeitung" über die gestrige Veranstaltung. 


1944 
6. Januar 1944: 
Unüberwindlich starker Held, St. Michael. Partita für Orgel (Datum 
der Komposition). 

Das Werk basiert auf einem geistlichen Volkslied von 1623, das 
religiös-kämpferisch die Situation des 30jährigen Krieges aufgriff und den 
Erzengel, Beschützer und Führer der christlichen Heere, um Hilfe anruft. 
Im NS-Staat war es im Hinblick auf die Auseindersetzung mit den 
"gottlosen Bolschewisten" in eben diesem Sinne höchst populär. 

12. Oktober 1944, Gutachten: 

"Ich weise darauf hin, daß wir bisher eine gewisse Zurückhaltung 
ihm gegenüber zeigten, weil David in dem Ruf steht, starke katholische 
Bindungen zu haben. Er ist auch als Komponist kirchlicher Musik 
hervorgetreten. Der zuständige Hoheitsträger teilt hierzu mit, daß David 
zwar aus einer streng katholischen Familie stammt, daß er aber seit seiner 
Reifeprüfung keinerlei Verbindung zur katholischen Kirche mehr hätte. Er 
wurde evangelisch getraut und ließ auch seine beiden Söhne evangelisch 
taufen. Seine politische Zuverlässigkeit wird bestätigt. Mitglied der NSDAP. 
ist D. allerdings nicht. Wir stimmten damals der Dienstbezeichnung 
>Professor< an ihn zu. Ich wies bereits im Juli 1943 darauf hin, daß D. 
seit etwa einem Jahr als Direktor der Staatl. Hochschule für Musik in 


D 1069 





Leipzig amtiert. Anscheinend ist diese Beauftragung zunächst 
kommissarisch erfolgt. Da wir nach den Ereignissen des 20. Juli zur 
besonderen Vorsicht verpflichtet sind, schlage ich vor, D. nicht als Direktor 
der Musikhochschule zu 

bestätigen, im Hinblick darauf, daß er der NSDAP. nicht angehört. Er ist 
also einer jener Künstler und Erzieher, die angeblich völlig unpolitisch sind. 
Ich halte einen solchen Vertreter zur Leitung einer Staatl. Hochschule für 
ungeeignet. Die endgültige Besetzung des Direktorpostens kann bis zum 
Kriegsende zurückgestellt werden. Es ist sehr wahrscheinlich, daß dann 
aus den von der Front heimkehrenden Musikerziehern ein zuverlässiger 
Nationalsozialist gefunden wird, der zur Übernahme dieser gewichtigen 
Position geeigneter ist als David" (ARR, Amt Musik, Dr. Gerigk, an 
Hauptamt Wissenschaft, Amt Wissenschaftsbeobachtung und -wertung, 
12/X/44. Quelle: BA NS 15/ 74). 

Das Hauptamt Wissenschaft hatte zwei Tage zuvor telegrafisch 
rückgefragt, weil die endgültige Entscheidung über den Direktorposten 
anstand, die nun allerdings ausgesetzt wurde. 

9. Januar 1945: 

Die "Leipziger Neuesten Nachrichten" Nr. 28, 2/11/45, berichten über 
eine Ministeranordnung vom REM obigen Datums zum Weiterstudium der 
Musik und nennen Davis ohne Relativierung "Direktor" der 
Musikhochschule Leipzig. 


Ein Zeuge, 1963: 

"Die Konzertprogramme erstreckten sich im Wesentlichen auf die 
populärsten Werke von Bach bis Richard Strauss, wobei in Oberösterreich 
Bruckner stark gepflegt wurde und in der Oper Wagner. Eine Ausnahme 
bildete mein Freund und Altersgenosse Johann Nepomuk David, der mit 
seiner Partita und einer Symphonie einmal aufs Programm kam, aber von 
der Partei offiziell gefördert (er war kein Nazi), hinter verschlossenen 
Türen jedoch als >angekränkelt< stark kritisiert wurde. Er bekam 1941 
den Gaukulturpreis für Musik" (Franz Kinzl an Fred K. Prieberg, 18/X/63). 

Gemeint sind David-Aufführungen in Linz. Anderswo im Musikbetrieb 
des Reiches war der Komponist häufiger vertreten. 

Erinnerung, korrekt, 1964: 

"im Sommersemester 1938 habe ich die Aufführung der 
Psalmensinfonie geplant, wurde aber durch den Einspruch des damaligen 
Vertreters der Kulturabteilung der Stadt Leipzig aufmerksam gemacht, daß 
mein Vorhaben aus politischen Gründen nicht durchführbar wäre. 

Ich habe aber trotzdem das Werk vorbereitet und die Aufführung 
desselben im nächsten Semester einfach angesetzt. Es ist mir nicht mehr 
erinnerlich wie und wie weit die Kulturbehörde damals darauf reagierte; 
jedenfalls war die Aufführung für den gesamten Chor und das Orchester 
der Hochschule ein großes Erlebnis" (). N. David an Fred K. Prieberg, 1/11/ 
64). 

Wie auch anderswo im Reich zu dieser Zeit war Strawinsky, 
Sympathisant des Faschismus, generell zugelassen. Die RMK - und hinter 
ihr Minister Dr. Goebbels - machte keine Schwierigkeiten. Der erwähnte 


D 1070 





Leipziger "Vertreter der Kulturabteilung", Stadtrat Hauptmann, hatte nicht 
die mindeste Zuständigkeit für das von der RMK gebilligte Musikrepertoire. 

Geschichtsfälscher sehen die Aufführung gern als "antifaschistische" 
Aktion mit persönlicher Gefährdung Davids. 


Geschichtsfälschung |, 1982: 

"(...) In der Tat erscheint dem un-informierten Leser das Faktum 
einer Vertonung von, wie Sie formulieren, Hitlertexten eine >Schandtat<. 
Als Musikwissenschaftler, der seit über 10 Jahren Material über eine 
Biographie Davids zusammenträgt, blieb mir dieses Opus nicht verborgen. 
Mir scheint aber, daß Sie sich nicht die Mühe machten, wenigstens den 
Text dieses Stückes auszugraben und auf seine nationalsozialistische 
Komponente hin zu befragen. Sie würden - darf ich vermuten - zu gänzlich 
anderer Einschätzung dieser speziellen Sachlage gelangt sein. (...)" 
(Internationale Johann-Nepomuk-David-Gesellschaft e. V., Bernhard A. 
Kohl, an Fred K. Prieberg, 14/V11/82). 

Kohl, Jg. 1950, macht deutlich, daß er pauschale Weißwäsche plant 
und daher den jämmerlichen Text aus dem Mund Hitlers sinnwidrig 
"interpretiert". Aufmerksame Beobachter als "uninformierte Leser" zu 
denunzieren, soll seine Größe betonen. Damit schlägt er sich zum 
miserablen Flügel der Musikwissenschaft! 

Dr. Kohl hat die Musikforschung später von sich befreit, indem er - 
Stand 2005 - umgestieg auf den Handel mit antiiquarischen Noten, sodaß 
er keinen Schaden mehr anrichten kann. 

Geschichtsfälschung II, 1993: 

"Spätestens nach der Leipziger Aufführung von Strawinskys 
Psalmensinfonie unter Davids Leitung im November 1938, die von der 
NSDAP als unerwünscht erklärt und im nachhinein heftig angegriffen 
wurde, war Davids politische Zuverlässigkeit mehr als in Frage gestellt" 
(Bernhard A. Kohl in: Festschrift "150 Jahre Musikhochschule 1843-1993". 
Leipzig, 1993. S. 160). 

Noch 1944 hatte der sonst so aufmerksame SD keine politische 
Unzuverlässigkeit Davids festgestellt; Geschichtsfälscher ignorieren solche 
Dokumente. Tatsächlich besaß "die NSDAP" keine Zuständigkeit für 
Konzertprogramme; diese waren vorher dem RMVP vorzulegen, und das 
genehmigte Strawinsky wie stets vor dem Krieg. 

Geschichtsfälschung Ill, 1998: 

"(...) wurde David Direktor der aufgewerteten Institution (...)" 
(Kater Il. S. 319). 

Der "DRPoH" war unfähig feststellen, daß David - aus politischen 
Gründen - lediglich zum k. Leiter und nicht zum Direktor ernannt war. 
Geschichtsfälschung IV, 1999: 

"(...) Spätestens nach der Aufführung von Strawinskys 
Psalmensinfonie unter Davids Leitung im November 1938, die von der 
NSDAP als unerwünscht erklärt und im nachhinein heftig angegriffen 
wurde, war Davids politische Zuverlässigkeit mehr als in Frage gestellt" 
(Louise Hanckel: Johann Nepomuk David - gegen die Klischees seiner 
Liebhaber und Feinde. In: Brunhilde Sonntag, Hans-Werner Boresch, 


D 1071 





Detlef Gojowy, Hgb.: Die dunkle Last. Musik und Nationalsozialismus. 
Köln, 1999. S.343). 

Die Autorin, Diplompsychologin, Jg. 1924, zwei Jahre lang sogar 
Studentin der Musikwissenschaft, dafür Schülerin und Chormitglied 
Davids, übernimmt diesen Text von B. Kohl (vgl. II, 1993), ohne 
Kennzeichnung als Zitat und Quellenangabe. Das ist wissenschaftliche 
"Professionalität" vom Feinsten. Natürlich verschweigt sie, daß 
"Heldenehrung" kein Auftragswerk war, der Text, den sie nicht lokalisieren 
kann, nicht "befohlen", und nennt weder Datum noch Umstände der 
Aufführung. Ein Auftrag ist nirgends dokumentiert oder - außer privatim 
von David und angeblich Doppelbauer (!) - auch nur amtlich erwähnt; das 
Regime war so vorsichtig, nicht mit Aufträgen politischen Inhalts um sich 
zu werfen: Kunst auf Befehl schafft meist unbrauchbare Kunst. Daß David 
diesen Text vertonte, sieht nach Kalkulation aus: Er wollte Direktor der 
Hochschule werden und nicht kommissarischer Leiter bleiben, dabei aber 
ostentative NSDAP-Mitgliedschaft meiden. 

Information: FA, MM2, KDMK (David verschwieg dem Herausgeber 
seine Hitler-Vertonung), RML, MGG, LdCh, SML, LdBl. 


Davignon, Felix 
Danzig, 22. Februar 1880 - Mühlberg (SBZ), 20. September 1947 
(Todeserklärung AG Bremen durch Beschluß - II 1041/1952 - 12/1X/52). 
Musikpädagoge in Markneukirchen; hier Lehrer für Harmonielehre an der 
Fachschule für Instrumentenbauer und Leiter des Städt. Orchesters, Städt. 
Musikdirektor, Klaviervirtuose und Chordirigent. 

Am 25/1X/45 im Auftrag der sowjetischen Besatzungsmacht von 
Polizeiorganen ins Internierungslager Mühlberg/ Elbe verschleppt, dort im 
Lagerlazarett an Erschöpfung verstorben. 

Werke: Klavierstücke, Lieder, Chöre. 


NSDAP seit 1/XI1/31, Nr. 768.548. Musikfachberater der NSDAP Kreis 
Obervogtland und Leiter des KreisMZ der NSDAP in Oelsnitz/ Vogtland, 
1934 der Ortsmusikerschaft Markneukirchen der RMK, 1936 der 
Kreismusikerschaft der RMK. Städt. Musikbeauftragter für 
Markneukirchen. 

Festfanfare (1. Ruf - 2. Ruf - 3. Ruf), für Militärmusik (1939) [E&C]. 
Op. 62. Reichsstatthalter-Martin-Mutschmann-Fanfarenmarsch 
(1939), für Militärmusik [E&C]. 

Der Titel feiert Martin Mutschmann (1879-1945), seit 1924 Gauleiter 
des Gaues Sachsen der NSDAP, 1933 Reichsstatthalter und 1939 für den 
Wehrkreis IV Reichsverteidigungskommissar. 

Deutschland stirbt nicht. Tongemälde für gr. Orch (Markneukirchen, 
1940). 
Information: FA (mit Wirkungsort Plauen im Vogtland). Das für den 
Ort Mühlberg zuständige Standesamt Bitterfeld (30/III/00) ließ wissen, 
Davignon sei nicht in "Mühlbeck" 1947 verstorben und auch nicht im 
Standesamt Bitterfeld beurkundet. 


D 1072 





Davisson, Walther 
Frankfurt a. M., 15. Dezember 1885 - Bad Homburg, 18. Juli 1973. 
Sohn eines Kaufmanns; Schüler u. a. von Iwan Knorr, Musikpädagoge und 
Geiger, 1926 Professor. Seit Herbst 1932 Direktor - künstler. Leiter - der 
Musikhochschule Leipzig, ab 1942 nur noch Lehrkraft, auch am Musischen 
Gymnasium. 

1947-48 Hochschulprofessor in Halle, ab 1950 künstler. Leiter der 
Soloklasse für Violine und der Orchesterschule an der Musikhochschule 
Frankfurt a. M. Zuletzt in Bad Homburg i. R. 

Werke: Studienliteratur für Violine. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.989.646. 
21. März 1935: 

Davisson informiert Stadtrat F. A. Hauptmann über die Folgen der 
Arbeitsdienstpflicht für Studenten, sodaß nur Studenten aufgenommen 
werden könnten, die ihre Arbeitsdienstpflicht abgeleistet haben. 

4. Oktober 1936: 

"(...) Am Konservatorium studieren z. Zt. 2 reichsdeutsche und 4 
ausländische Juden. Es ist die Frage an Herrn Prof. Davisson 
herangetragen worden, ob diese J uden im Chor und Orchester mitwirken 
und als Solisten in öffentlichen Vortragsabenden und Konzerten des 
Konservatoriums auftreten dürfen. 

Die Mitwirkung im Chor kann sich, da in der Hauptsache 
evangelische Kirchenmusik getrieben wird, nur auf die Übungsabende in 
den Räumen des Konservatoriums erstrecken. Bei Aufführungen des 
Chores wäre die Mitwirkung von vornherein ausgeschlossen. 

Alle angeführten Tätigkeiten gehören zu den 
Unterrichtsgegenständen und zur Ausbildung des Konservatoriums. 

Soll ein Unterschied gemacht werden zwischen in- und 
ausländischen Juden? 

oder dürfte es sich empfehlen, um diesen Schwierigkeiten aus dem 
Wege zu gehen, in Zukunft Juden überhaupt nicht mehr aufzunehmen u. 
den z. Zt. noch Studierenden den Rat zu geben, das Konservatorium zu 
verlassen? (...)" (Aktennotiz, 4/X/36). 

Landeskonservatorium in Leipzig wird Staatliche Musikhochschule 
("Leipziger Neueste Nachrichten", 23/1V/41). 
Zitat: 

"(...) Wir deutschen Künstler haben ein musikalisches Erbe zu 
verwalten wie kein anderes Volk der Welt. Wahrlich eine Aufgabe, die zu 
selbstloser Hingabe verpflichtet und die so groß ist, daß sie nur mit jener 
Besessenheit gelöst werden kann, mit der ganz große Künstler von jeher 
an ihre Aufgaben herangetreten sind. Mit Lauheit wird da nichts zuwege 
gebracht. So wird sich die Arbeit an der neuen Hochschule bei jung und alt 
immer wieder an dem Führerwort entzünden: >Die Kunst ist eine 
erhabene zum Fanatismus verpflichtende Mission<" . 

29. April 1941, Denunziert: 

"Von Herrn Davisson in Leipzig wird auch behauptet, daß er Jude 

sei; der frühere Schauspieler in Dresden Davison soll ein Onkel von ihm 


D 1073 





sein. Vielleicht könnten Sie darüber Bestimmtes erfahren" (Paul Krüger, 
Dresden-Weißer Hirsch, an Dr. Gerigk, 29/1V/41. Quelle: ACDJC, 
Document CXXXIxX-36). 

Der Denunziant Paul Krüger war Geiger, Kammermusiker, und 
Geigenlehrer am Konservatorium der Landeshauptstadt Dresden; er 
mißachtete die unterschiedliche Schreibung der Namen. Dies macht die 
Konkurrenzsituation offensichtlich. 

8, Juni 1941: 

Beim Staatsakt zur Hochstufung des Landeskonservatoriums der 
Musik als Staatl. Hochschule für Musik, Musikerziehung und darstellende 
Kunst umrahmt das Stadt- und GewandhausOrch, Dgt. Davisson, die 
Ansprachen des Oberbürgermeisters von Leizig und von Reichsminister 
Rust mit der Akademischen Fest-Ouvertüre Op. 80 von Brahms und der 
Vierten von Schumann. 

Information: DNML, DML, FA, MM2, KDMK, RML. 


Daxenberger, Toni (Pseudonym) = Ludwig Dennerlein 


D'Bäure hot d'Katz verlora. Volkslied aus Schwaben. 
Vgl. D’'Büri hat. 
In: 
Schwäbisches Liederbuch (41938). 


D'Büri hat d'Katz verlorn. Volkslied aus Baden. Titel: Mei Bulli. 
Vgl. D’'Bäure hot. 
In: 
Deutsches Grenzland im Lied I (1937). 


Debes, Arnold 
Hamburg, 24. März 1877 - Ludwigsburg, 31. Dezember 1956. 

Sohn eines Generaldirektors; Schüler u. a. von C. Reinecke und G. 
Schreck, 1927-29 in München Opern- und Operettenkapellmeister, 
Komponist, Konzertbegleiter, Konzertsänger - Iyrischer Bariton - und 
Musikschriftsteller, dann in Ludwigsburg und Stuttgart. 

Nach 1945 weiterhin in Ludwigsburg i. R., zuletzt im Städtischen 
Altersheim. 
Werke: Klavier- und Violinstücke; Lieder, Chöre, Tänze und Märsche. 


NSDAP seit 1/1/31, Nr. 398.940. KfdK. Stand 1932: Leiter des Singchors 
der NSDAP Ludwigsburg. 
1937, Laudatio: 

"Arnold Debes wurde 1877 in Hamburg geboren. Von früh auf folgte 
er vielen Widerständen zum Trotz seiner künstlerisch-musikalischen 
Neigung, studierte in Leipzig und war als Kapellmeister an mitteldeutschen 


D 1074 





Bühnen tätig. Seit 1920 lebt Debes in Ludwigsburg, wo er sich 1931 der 
NSDAP. anschloß. 1933 wurde er als Begründer des Kampfbundes für 
Deutsche Kultur in Ludwigsburg Kreiskulturwart und später 
Kreismusikfachschaftsleiter. Sein Idealismus und Opfersinn in schwerer 
Zeit untergrub seine Gesundheit, und nur allmählich konnte er sich wieder 
zu schöpferischer Musikarbeit erholen. In den letzten Jahren wandte er 
sich vor allem seiner alten Liebe, der Volksmusik, zu und verfaßte 
zahlreiche Stücke für Handharmonika, die von ersten Verlagen 
angenommen wurden. (...)" (Komponist Debes 60 Jahre alt. 
"Ludwigsburger Zeitung", 9/X1/37). 

Information: DML, FA. 


De blaue Flagge weiht (T: K. Koppmann). Zu einem alten 
Landsknechtsmarsch aus Forster, "Frische teutsche Liedlein", 1540. 
Marineinheiten an Land zeigten das Eiserne Kreuz auf blauem 
Grund. 
In: 
Liederbuch der Kriegsmarine 2 (1940); RJF, Liederblatt der HJ 93/94 
(1940); RJF, Musikblätter der HJ) 93/94 a (1940; "Von der Nordsee"). 


Decker, A. 


Zwei Märsche: 1. Parademarsch der Standarte 20. - 2. Adjutant- 
John-Marsch (1934) [OH]. 
In: 
Marsch-Album 4 für Blasmusik. 
Die SA-Standarte 20 war in Wittenberg stationiert. 


Decker, Will 

Rostock, 13. Dezember 1899 - Berlin-Grunewald, 1. Mai 1945 (im 
Fronteinsatz gefallen). 
Dr. phil. 1922 (Geschichte und Germanistik), Journalist, Pädagoge und 
Schriftsteller in Berlin mit Wohnung in Sachsenhausen; 1933 
Lehrbeauftragter, ab 11/V1/37 Honorarprofessor an der Friedrich- 
Wilhelms-Universität Berlin. 
Werke: u. a. "Kreuze am Wege zur Freiheit", Erinnerungsbuch (Leipzig, 
1935), "Wille und Werk" (1935), "Der Deutsche Arbeitsdienst" (1937), 
"Mit dem Spaten durch Polen" (1939); Rundfunkvorträge, so "Das 1. 
Reich" (DtldS, 3/111/34, in der Reihe "Der deutsche Gedanke"). 


NSDAP seit 1/V1/29, Nr. 136.932. 1929 Kreistagsabgeordneter der NSDAP 
für Niederbarnim, 1930 Reichstagsabgeordneter. 1931 von Konstantin 
Hierl, Reichsleitung der NSDAP, mit der staatspolit. Erziehung im 
Arbeitsdienst betraut; später Inspekteur für Erziehung und Ausbildung in 
der RAD-Reichsleitung und Obergeneralarbeitsführer, 1942 Stabschef der 


D 1075 





Reichsleitung. Beauftragter für Feiergestaltung in der 
Reichsarbeitsgemeinschaft für dt. Volkskunde. 

Deutschlands Arbeitssoldaten: Heiliges Feuer brennt in dem Land 
(eigener T). Feierlied des RAD (1933; Nürnberg, *6/1X/34, beim RPT; 
Goslar, *30/1X/34, zum Erntedankfest auf dem Bückeberg; Nürnberg, 
*10/1X/36, beim RPT; Nürnberg, *8/1X/37, beim RPT) [SB]. 

Tondokument - vom 6/1X/34, 30/1X/34, 10/1X/36, 10/111/37, 
8/1IX/37 - im DRA: 1820111-15, 1820111-18, 1570019-03, 1890832-18, 
1820113-29. 

Ausführende: 1) RAD-Chor mit BlasOrch; 2) MCh; 3) RAD-Chor mit 
BlasOrch; 4) HJ-Rundfunkspielschar; 6) RAD-Chor. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Braun ist das Kleid wie die Erde von dir, 
Deutschland, wir grüßen dich wieder, 

du bist die Mutter von allen und mir, 

dir danken wir unsere Lieder, 

nie wollen wir dich verraten 

als deiner Arbeit Soldaten". 

Der DRA-Katalog "Politische Musik in der Zeit des 
Nationalsozialismus" (Potsdam, 2000) nennt den Komponisten obstinat 
Wilhelm "Will" Decker, obwohl dieser in seinen Werken immer Will 
zeichnete und so auch in der Musikbibliographie und in der NSDAP- 
Zentralkartei steht. 

In: 
Ähre und Spaten (1934); Wohlauf Kameraden (1934); Arbeitsdienst- 
Liederbuch (1934); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 
1941); Wir singen (1934; T:"W. Stutte"); RJF, Liederblatt der HJ 24 
(1935); Glück ab, Kameraden! (1935); Lieder der Mannschaft 5 (1936); 
Singend wollen wir marschieren (21936); RJF, Liederbuch Gebiet 
Nordmark (1936); Die Singstunde 91 (1936); Das Lied im Deutschen 
Arbeitsdienst (1937; nur T); Lied über Deutschland (1937); RJF, Junge 
Gefolgschaft 2 (1938); Liederbuch der SA (91938); Singend marschieren 
wir (1938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); DSB, Singendes Volk 34 
(1939); DSB, Kernlieder (1939); Volksliedsingen im Schulfunk 22/22 a 
(2. Februar 1939); Das Bannorchester (1939); Stimmt an! Il (1939); RJF, 
J unge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); Singkamerad, Anhang 
München (1939); Deutsche Lieder (1940); Kernlieder des REM (1940); 
SS-Liederbuch (1940, 91941); Musikbuch A, B (1941); RJF, Unser 
Liederbuch (61941); Frisch gesungen, Musikbuch A (291941); Kernlieder 
der NSDAP (1942/43); Das Orgelbuch (1943). 
Wir tragen das Vaterland in unsern Herzen, denn wir sind das Reich 
(eigener T). Lied zu einer Morgenfeier des RAD im Rundfunk 1934 (1942; 
RS Frankfurt, *20/1V/37) [SB; ZVNSDAP]. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Wir tragen das Vaterland 
in unsern Herzen. 
Des Führers Gebot 
getreu bis zum Tod 


D 1076 





stehn wir im Kampf 
für Arbeit und Brot. 
Wir tragen das Vaterland 
in unsern Herzen". 
In: 
Singend wollen wir marschieren (21936); Volksliedsingen im Schulfunk 3 
(13. Mai 1937), 22/22a (2. Februar 1939); Lied über Deutschland (1937, 
>1941); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Marschierende Jugend (21938); 
RJF, Liederblatt der HJ) 71/72 (1938); RJF, Musikblätter der HJ 71/72 
(1938), 574/575 (1942), 576/578 (1942); Morgen marschieren wir 
(1939); Das Bannorchester (1939); Die Fahne der Gemeinschaft 2 
(1939); Heute wollen wir ein Liedlein singen, Ergänzungsblatt 1 (1940); 
SS-Liederbuch (1940, 91941); RJF, Unser Liederbuch (61941); RJF, Unser 
Kriegs-Liederbuch (71941); Kernlieder der NSDAP (1942/43); Das 
Orgelbuch (1943). 
Singend wollen wir marschieren in die neue Zeit. Adolf Hitler soll uns 
führen (eigener T). Marschlied des RAD, auf Singblatt (1934) (u. a. 
Reichsprogramm aus Berlin, *12/X1/44, Soldatenchor und MCh des Dt. 
Opernhauses mit MK des Rgts. General Göring, Dgt. H. Niel) [SB]. 
Tondokument - vom 19/111/38 - im DRA: 1621031-15. 
Ausführende: Chor der Feldmeisterschule I Golm mit RAD-ReichsMZ, 
Dgt. H. Niel. 
Textprobe (2. Strophe mit Refrain): 
"Unsre Hände wollen heben 
deutschen Volkes Not, 
unsre Arbeit, sie soll geben 
deutschen Menschen Brot. 
Links und rechts und 
links und rechts 
schaut manch liebes Mädel 
aus dem Haus heraus. 
Wir, wir marschieren 
gradeaus!" 
In: 
Singend wollen wir marschieren (21936); Lied über Deutschland (1937, 
>1941); Die Fahne der Gemeinschaft 1 (1937); Singend marschieren wir 
(1938); RJF, Liederblatt der HJ) 82 (1939); RJF, Musikblätter der HJ 82 
(1939); Stimmt an! I (1939; onA); Das neue Soldaten-Liederbuch 2 
(1939); Lied über Deutschland 3 (1940); Unsere Lieder 13 (1940); Das 
zweite neue Soldaten-Liederbuch (1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); 
Frisch gesungen, Musikbuch A (291941); RJF, Unser Liederbuch (61941); 
Musikbuch A, B (1941); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941; nur T). 
Feierlied der Arbeit: Gott segne die Arbeit und unser Beginnen, Gott 
segne den Führer und diese Zeit! (T: Th. Scheller). Treuelied des RAD, 
zus. mit D. Steinbecker (Nürnberg, *September 1935, beim RPT; RS 
Frankfurt, *20/1V/37; RS Königsberg, *30/1/38) [ZVNSDAP]. 


D 1077 





Textprobe (2. Strophe): 
"Gott segne die Arbeit und all unser Ringen. 
Gott segne die Spaten mit blankem Schein, 
Werk uns'rer Hände, laß es gelingen, 
denn jeder Spatenstich, den wir vollbringen, 
soll ein Gebet für Deutschland sein". 
In: 
Singend wollen wir marschieren (21936); Lieder der Arbeitsmaiden 
(1938); Die Fahne der Gemeinschaft 2 (1939); Das völkische Lied (1939); 
SS-Liederbuch (61940, 91941); Lied über Deutschland (?1941); RJF, Unser 
Liederbuch (61941); Das Orgelbuch (1943). 
Zwei Lieder des Arbeitsdienstes (eigener T): 1. Singend wollen wir 
marschieren. - 2. Deutsche Erde, wir sind dein. Für Gesang mit 
Klavier (1936) [SB]. 
Deutsche Erde, wir sind dein. Bekenntnislied. 
In: 
Singend wollen wir marschieren (21936). 
Wir sind die Fahnenträger der neuen Zeit, wir schwuren Volk und 
Führer den heil'gen Eid (eigener T). NS-Bekenntnislied [SB]. 
Textprobe (3. und 4. Strophe): 
"Wir danken unserm Führer, 
daß er uns rief. 
Wir hörten seine Stimme, 
als Deutschland schlief. 


Nun sind wir Volk geworden 

durch seine Hand, 

die uns zusammenführte 

ins Vaterland". 
In: 
Singend wollen wir marschieren (21936); Lieder der Arbeitsmaiden 
(1938); SS-Liederbuch (61940, 91941); Die Fahne der Gemeinschaft 3 
(1941); Fest und Feier im RAD 4 (1943). 
Das Lied stimmt an vom Arbeitsmann (eigener T). Marschlied für eine 
RAD-Morgenfeier des Gaus 18 Hannover (RS Hamburg, 21/1X/38). 
In: 
Singend wollen wir marschieren (21936). 
In unseren Spaten, die wir tragen (eigener T). Lied des RAD 
(Nürnberg, *8/1X/37, beim RPT). 

Tondokument - vom 8/1X/37 - im DRA: 1820113-28. 

Hinter der Fahne marschieren wir. Lied des RAD (RS Stuttgart, 16/X/ 
37). 
In: 
Singend marschieren wir (21936). 
Fahnenspruch: Die Fahne weht im Winde, wo unsre Lager stehn 
(eigener T). 


D 1078 





Textprobe (1. Strophe): 
He) 
Sie trägt es weit durch unsre Zeit, 
das Lied der Arbeitsmaid... 
Wir fragen nicht nach unserm Ich, 
denn ich für dich und du für mich 
stehn wir, mit jungen Händen 
die deutsche Not zu wenden". 
In: 
Lieder der Arbeitsmaiden (1938). 
Freizeit, Feierabend, Feier ("Rhythmus" XVI/(5, Mai ) 1938. S. 
103-106). 
Zitat; 

"(...) Wir können nicht dauernd politische Bekenntnisse in Feierform 
von uns geben, denn dann erheben wir die Menschen nicht, sondern 
stumpfen sie ab. Die großen Feiern des Volkes sollen wirklich auf die Tage 
beschränkt bleiben, die der Führer der ganzen Nation geschenkt und mit 
Inhalt erfüllt hat. Wie gewaltig und aufrüttelnd war wieder der Marsch 
des 9. November in München! Ihn hat der Führer selbst gestaltet. 
Wie schwach aber sind doch viele Versuche, in irgendeinem kleinen Ort 
nach diesem Vorbild nun im kleinen etwas Ähnliches gestalten zu wollen. 
Für solche Feiern gibt es nur eines: teilnehmen - und wenn auch nur am 
Lautsprecher - aber nicht nachmachen. Denn den Odeonsplatz und 
die Ewige Wache gibt es nur in München; sie aber geben der 
Feier die unmittelbare Erlebniswirkung" (S. 104). 

Wir sind die Fahnenträger. Marsch und Lied, zus. mit H. Niel. Für 
Blasmusik: A. Hildebrand (1938) [SB]. 
Die Welt horcht auf! Aus Nacht und Traum ist Deutschland 
auferstanden (T: Th. Scheller). Bekenntnislied (Nürnberg, 1938, beim 
RPT). 
Textprobe (1. Strophe): 

elizer 
Ein starkes Volk, es schafft sich Raum, 

macht alle Schmach zuschanden. 

Mauern und Grenzen, von Menschen erdacht, 

können das Reich nicht zerstören; 

Blut ist stärker als feindliche Macht, 

und was deutsch sein will, 

muß Deutschland gehören". 
In: 
Singend wollen wir marschieren (?-61939); Das Orgelbuch (1943). 
Kameraden unterm Spaten (eigener T). Marschlied und Marsch, zus. 
mit H. Niel (RS Frankfurt, 1/VI1/39). 

Tondokument - vom 19/111/38 - im DRA: 1621031-16. 

Ausführende: Chor der Feldmeisterschule 1 Golm mit RAD- 
ReichsMZ, Dgt. H. Niel. 

Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 

"Kameraden unterm Spaten, 


D 1079 





wir sind dem Führer gehorsam und treu, 
Kameraden unterm Spaten, 
wir bauen Deutschland neu. 
Tritt gefaßt und seht nicht nach links, 
Tritt gefaßt und seht nicht nach rechts, 
wir marschieren gradeaus, ja gradeaus, 
Kameraden unterm Spaten, 
wir sind die neue Zeit". 

In: 

Singend wollen wir marschieren (21936). 

15. September 1938: 

"Mittwoch, den 7. September 1938 (...) Auf meine Frage, ob er die 
ausgezeichneten Texte der Lieder und Wechselgesänge des 
Arbeitsdienstes, die von Will Decker verfaßt wären, verstanden hätte, 
bejahte er dies und bemerkte, daß Generalfeldmarschall Göring ihn auf 
eöinmige Kernstellen aufmerksam gemacht habe" (Aufzeichnung des SS- 
Untersturmführers Baumann - SS Nr. 132 574 - über die Tage mit dem 
britischen Botschafter Sir Nevile Henderson auf dem Parteikongreß 1938. 
Quelle: Akten zur deutschen auswärtigen Politik 1918-1945. Aus dem 
Archiv des Auswärtigen Amtes. Baden-Baden, 1950. S. 611). 

Henderson war Gast beim RPT; es ging um die Sudetenfrage. 
Kinder sollen danken, weil sich ohne Schranken ihrer Mütter Liebe um 
sie stellt (eigener T). "Lied der Mütter". 

Textprobe (3. Strophe): 

"In den Kindern tragen 
sie auf Gottes Fragen 
ihre Antwort ewig 
durch die Zeit. 
Deutschen Volkes Leben 
ist als Lohn gegeben 
für der Mütter Liebe, Lust 
und Leid". 
In: 
Lieder der Arbeitsmaiden (1938); SS-Liederbuch (1940, 91941). 
Information: Laut Referat für Meldeangelegenheiten, Paß- und 
Ausweiswesen beim Polizeipräsidenten in Berlin (9/IV/84) als in Berlin 
gemeldet gewesen nicht zu ermitteln. 


Decsey, Ernst 
Hamburg, 13. April 1870 - Wien, 12. März 1941. 

Sohn eines Uhrmachers; Dr. jur, Schüler von A. Bruckner und R. Fuchs, 
1924 Professor. Musikschriftsteller und Musikkritiker in Wien, seit 1921 
beim "Neuen Wiener Tageblatt". 
Werke: Biographien von Hugo Wolf, Anton Bruckner, Johann Strauß, 
Franz Le&har, Claude Debussy und Georges Bizet etc. 

Von Brückner/Rock I als Mischling, später als "Jude Ernst Deutsch" 
denunziert, so auch von Gerigk/Stengel. 


D 1080 





26. Juli 1935, Denunziation: 

"Decsey, Ernst (Jüdischer Musikschriftsteller)" (NSKG, Amt für 
Kunstpflege, Rundschreiben Nr. 6, Liste der Musik-Bolschewisten, 
26/V11/35. Quelle: BA NS 15/ 187). 

Information: DNML, DML, FA, RML, MGG. 


Dedekind, Henning 


(?) - 1628 
Frisch auf, wir wollen fröhlich sein, hoscha poscha! Studentenlied, 
Trinklied. 
In: 


Das Männerlied (1934). 


De Dierns van Finkenwarder (T: Gorch Fock). Seemannslied, 
onA. 
In: 
Niederdeutschland (1936); Liederbuch der Kriegsmarine 2 (1940; 
Variante: "Deerns von Finkwarder"). 


De Duv = Wo is din Vaderhus, wo is de Port? 


De erde ist untslozen siehe: Wizlaw von Rügen 


Deffner, Oskar 
Würm/ Krs. Pforzheim, 15. Januar 1891 - Kiel, 13. Dezember 1982. 

Sohn eines Schulrektors; Dr. phil. Kiel 1927 ("Über die Entwicklung der 
Fantasie für Tasten-Instrumente"), 1914 Organist an der Christuskirche 
Heidelberg, 1919 Assistent am Institut für MW der dortigen Universität, 
1920/21 Kapellmeister in Saarbrücken und Mainz. Von 4/VIIl/22 bis 
15/111/43 in Kiel-Elmschenhagen, hauptamtl. Organist an St. Nikolai, am 
15/V/41 zur 700-J ahr-Feier der Kirche zum KMD ernannt, Dirigent des 
Chorvereins Kiel, Leiter des Kieler Schütz-Vereins, Dozent an der 
Hochschule für Lehrerbildung. Seit 1943 in Mannheim an der 
Christuskirche. 

Nach 1945 und bis 1960 weiterhin in Mannheim tätig, seit 20/1X/61 
I. R. in Elmstein-Eggelbach. Am 3/X1/69 siedelte er nach Kiel zurück. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.730.695. Leiter der Fachschaft Kirchenmusik bei 
der Ortsmusikerschaft Kiel der RMK. 

Information: Standesbeamtin Reich, Pforzheim (13/XI/00), 
verweigerte Angabe von Ort und Datum des Ablebens mit Berufung auf 
das verfälschte PStG 8 61, also grundordnungswidrig. Damit raubte sie 


D 1081 





dem Künstler das postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in der 
Nachwelt und betrog den Lexikographen um sein Grundrecht auf 
ungehinderte Berufsausübung. 


Degele, Ludwig 
München, 23. September 1874 - München, 17. September 1952. 
Musiker und Musikschriftsteller in München. 


NSDAP seit 1/1/32, Nr. 865.073, jedoch im Oktober 1932 gestrichen 
wegen Unterlassung der Monatsmeldung nach Umzug. 

Das Wesen des Militärmarsches ("DMMZ" LV/42, 21/X/33. S. 
335-336). 

Die Militärmusik, ihr Werden und Wesen, ihre kulturelle und nationale 
Bedeutung (1937) [Verlag für musikal. Kultur und Wissenschaft, 
Wolfenbüttel]. 

Degele war so mutig, im Quellennachweis seines Buches noch 
Jüdische Autoren ohne Kennzeichnung anzuführen, so Adolf Aber, Guido 
Adler und Curt Sachs. 

Zitat: 

"Und wie dankbar zeigt sich dieses Volk für jede Möglichkeit, 
wenigstens für Stunden dem Getriebe des Alltags entrückt in der 
Erinnerung untertauchen und den Pulsschlag einer Zeit empfinden zu 
können, da von einer heldischen Generation das Fundament zur späteren 
Macht und Größe des Reiches gelegt ward. 

Die deutsche Militärmusik schlägt die Brücke zu dieser Erinnerung 
wie kaum eine andere künstlerische Offenbarung, und darum lohnt dieses 
unser Volk jede dahin zielende Absicht mit dem Besten, das in ihm 
lebendig ist: mit dem Bekenntnis zur überlieferten Geschichte und dem 
Gelöbnis, nicht zu ruhen, bis Unrecht wieder in Recht gewandelt, bis 
Deutschlands Weltgeltung wieder erkämpft ist. Diesen Glauben des 
deutschen Volkes an sich selbst wieder erstehen zu lassen, das ist die 
hehrste Aufgabe der mit der deutschen Volksgemeinschaft 
schicksalverbundenen deutschen Militärmusik" (S. 211). 

Degele verschweigt, da interessengebunden, daß jene "heldische 
Generation" das Fundament zum Ruin des Reiches legte, indem dieses 
zwar Recht - für sich selbst - verlangte, aber andern nicht zugestehen 
wollte. 


Degen, Dietz 

Borsdorf bei Leipzig, 11. Januar 1910 - Härnösand (S), 6. Dezember 
1989. 
Dr. phil. Leipzig 1939 (Zur Geschichte der Blockflöte in den germanischen 
Ländern), Musikpädagoge; Schüler von M. Ludwig und H. Grabner 
1939-45 Lehrer an der Musikhochschule Leipzig, wohnhaft 1941-42 in 
Naunhof bei Leipzig, 1943-45 auch an der Akademie der Tonkunst in 
Dresden. 


D 1082 





Ab 1947 in Kapellsberg, dann in Härnösand (Schweden), wo er sich 
Johannes D. Degen nannte, Dozent am Institut für Erziehung in Luleä, 
Lehrer an der Volkshochschule Härnösand und 1967-75 deren Direktor, 
auch Lektor an der Lehrerhochschule Härnösand, 1972 Musikkritiker bei 
"Västernorrlands Allehanda", Vorsitzender der Musikgesellschaft 
Harnösand. Ab 1975 i. R., jedoch noch Gastdozent. 

Werke: Spielmusik, Hausmusik, vor allem für Blockflöte, in den Verlagen 
Bärenreiter und Schott. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.946.381, auf Antrag vom 29/V1/37. Im 
besetzten Paris beim Sonderstab Musik im ERR und mit Sicherstellung von 
Musikalien aus jüdischem Besitz befaßt. 

Nordische Volksweisen, für Blockflöte, hgb. von D. Degen (1937) [B]. 
Der Spielmann aus Flandern. 2- bis 4Astimmige Instrumentalsätze 
altniederländischer Weisen, für Streicher, Bläser (vor allem Blockflöten) 
und Gitarre. Zusammen mit Anna E. Scheumann nach den Quellen hgb. 
und gesetzt von D. Degen (1940) [Sc]. 

13. Januar 1943, Paris: 

Dietz Degen trifft als Angestellter des ERR in Paris ein und nimmt 
seine Arbeit auf. 

30. Januar 1943, Beihilfe zum Raub: 

"Die mir für den diesmaligen Einsatz von 3-4 Wochen übertragenen 
Arbeiten werden im Wesentlichen Mitte bis Ende der laufenden Woche 
abgeschlossen sein. Besonders die umfangreichen Bestände des Lagers 
Rue de Bassano sind völlig gesichtet, aufgenommen und 
verpackungsfertig gemacht worden. Meine Anwesenheit ist mit Beginn der 
2. Februarwoche also nicht mehr erforderlich. 

(...) Ich würde dann unmittelbar nach Berlin durchfahren und Ihnen 
Bericht erstatten sowie meine weitere Mitarbeit beim Hauptamt Musik mit 
Ihnen besprechen" (Dietz Degen an Hauptamt Musik, Dr. Gerigk, 30/1/43. 
Quelle: BA NS 30/ 65). 


Degen, Helmut 
Aglasterhausen bei Heidelberg, 14. Januar 1911 - Trossingen, 2. 

Oktober 1995. 
Musikpädagoge, Schüler von W. Maler und Ph. Jarnach, zunächst in Bonn, 
1933 in Köln Leiter des "Kammerorchesters für neue Musik", dann 
freischaffend in Altenkirchen/ Westerwald, 1937 in Duisburg mit 
Lehrauftrag an der Orchesterklasse des Konservatoriums. 1942 in 
Buchenau bei Hersfeld. 

Seine Einnahmen aus "ernsten Konzerten" standen 1942/43 auf 
Null; deswegen erhielt er 2.000 RM Staatszuschuß für E-Komponisten. 

Nach 1945 auf der "Schwarzen Liste" der US-Militärregierung. 1947 
Kompositionslehrer am Hochschulinstitut für Musikerziehung in Trossingen, 
1954 Professor, seit 1976 i. R. 
Werke: u. a. das Tanzspiel "Der Narr von Flandern" (Braunschweig, 
22/XI/41); Konzerte mit Orch, so für Orgel (1939), für Klavier (1940); 


D 1083 





Tanzstücke und Spielmusiken; Symphonisches Konzert für gr. Orch 
(1938). 


NSDAP seit 1/VII/41, Nr. 8.859.969, auf Antrag vom 27/V/41. 

Über Erz und Stein (T: E. W. Möller, "Kantate auf einen großen Mann"). 
Festliches Vorspiel für Orch und einstimm. Chor. Singblatt (Dresden, 1936; 
z. B. RS Königsberg, *30/1/38) [Sc]. 
Juni 1936, Bericht: 

"(...) Klar geformte Zweckmusik, in ihrer, jedem falschen Pathos aus 
dem Wege gehenden Haltung ausgezeichnet geeignet für Festlichkeiten, 
besonders vaterländische Feiern. Zumal Degen einen schönen Text von 
Eberhard Wolfgang Möller verwendet, der die alles besiegende Tat 
verherrlicht" (Karl Laux: Zeitgenössische Musik in Dresden. "Die Musik" 
XXVI11/9, Juni 1936. S. 694). 

19. Dezember 1936: 

Ein städt. Konzert in Aachen, Dgt. Karajan, bietet das Festliche 
Vorspiel von H. Degen. 

19. März 1937: 

Das 2. Orchesterkonzert des 2. Internationalen Musikfestes in 
Baden-Baden, Dgt. H. Albert, bietet Degens Variationen über ein 
Geusenlied (UA). 

23. April 1938: 

Das 2. Orchkonzert des 3. Internationalen Musikfestes in Baden- 
Baden, Dgt. G. E. Lessing, bietet von Degen das Sinfonische Konzert (UA). 
24. November 1938: 

Ein Konzert der Preuß. Akademie der Künste, Dgt. des BPhO Degen, 
bietet dessen Variationen über ein Geusenlied. 

2. April 1939: 

Die Kammermusik des 4. Internationalen Musikfestes Baden-Baden, 
Ltg. G. E. Lessing, bietet die Konzertmusik für Klavier in 2 Teilen von H. 
Degen (UA). 

*15. Mai 1939: 

Beim Volksmusikabend der Reichsmusiktage Düsseldorf spielt das 
KammerOrch Schoenmaker aus Wuppertal-Elberfeld, Dgt. Anton 
Schoenmaker, die "Spielmusik" für Streichinstrumente von H. Degen. 

6. Oktober 1939: 

Das 2. Konzert des Städt. Orch Bielefeld, Dgt. Hans Hoffmann, bietet 
- als EA bezeichnet - das Konzert für Orgel und Orch von H. Degen. Solist: 
Adalbert Schütz (Orgel). 

24. Oktober 1939: 

Im 2. Orchesterkonzert der Stadt Essen, Dgt. A. Bittner, steht - als 
UA bezeichnet - das Orgelkonzert von H. Degen; Solist: Ernst Kaller 
(Orgel). 

Erwartung, für Klavier. 
In: 
Liebliche Weihnacht, Wunder des Leuchtens (1940). 
14. Oktober 1940: 
Das 1. städt. Kammerkonzert in Dortmund, Dgt. W. Sieben, bietet - 


D 1084 





"zum ersten Male" - die Serenade von H. Degen. 
18. Oktober 1940: 

Das 3. Sinfoniekonzert der Stadt Bielefeld, Dgt. H. Hoffmann, bietet 
- "zum ersten Male" - das Capriccio von H. Degen. 

28. Oktober 1940: 

Das 2. Sinfoniekonzert des Opernhauses Hannover, Dgt. R. Krasselt, 
bietet - "zum ersten Male" - das Capriccio von H. Degen. 
3. und 4. November 1940: 

Das 3. Sinfoniekonzert der Württemb. Staatstheater Stuttgart, Dgt. 
H. Albert, bietet das Klavierkonzert von H. Degen (UA); Solist: Udo 
Dammert (Klavier). 

20. November 1940: 

Das 1. Chorkonzert der Städt. Konzerte Krefeld, Dgt. W. Richter- 
Reichhelm, bietet zum Bußtag - erstmals - das Sinfonische Konzert für gr. 
Orch von H. Degen. 

9. Dezember 1940: 

Das 5. Konzert der Stadt Duisburg, Dgt. O. Volkmann, bietet - 
erstmals - das Capriccio von H. Degen. 
Hymnische Feiermusik (Mannheim, 1941) [Sc]. 
17. Januar 1941: 

Das 3. Konzert des Zeitgenössischen Musikfestes, Städt. Orch Berlin, 
Dgt. F. Zaun, bietet - erstmals - das Capriccio von H. Degen. 

17. März 1941: 

Das 5. Sinfoniekonzert des Dt. Nationaltheaters Osnabrück, Dgt. 
Willy Krauß, bietet - "zum ersten Mal" - das Capriccio von H. Degen. 

18. Oktober 1941: 

Das 2. Konzert A der Stadt München-Gladbach, Dgt. H. Anraths, 
bietet - erstmals - das Capriccio von Helmut Degen. 

Vorspruch für einstimm. MCh und Orch (Berlin, 19/X1/41, Sendekonzert 
der Reihe "Musik aus deutschen Landen", Großes RundfunkOrch Berlin, ein 
HJ -Chor, Dgt. R. Schulz-Dornburg). 

Januar 1942: 

Das Deutsche Institut im besetzten Paris gibt gemeinsam mit der 
Groupe Collaboration im Chopinsaal des Maison Pleyel ein Konzert und 
bringt auch H. Degen zu Gehör. 

4. Januar 1942: 

Das 5. Sinfoniekonzert der Stadt Essen, Dgt. A. Bittner, bietet - 
"zum ersten Male" - das Klavierkonzert von H. Degen; Solist: Udo 
Dammert (Klavier). 

13. Januar 1942: 

Das 2. Kammerkonzert der Stadt Mülheim (Ruhr), Dgt. H. Meißner, 
bietet - erstmals - die Serenade von H. Degen. 
19. Mai 1942: 

Die Münchener Philharmoniker, Dgt. A. Mennerich, bieten - erstmals 
- das Capriccio von H. Degen. 

4. Oktober 1942: 

Das 1. Sinfoniekonzert der Hansestadt Danzig, Dgt. Karl Tutein, 
bietet - erstmals - das Klavierkonzert von H. Degen; Solist: Udo Dammert 


D 1085 





(Klavier). 

Zwei Vorspiele für Orgel (1943). 
In: 

Oberrheinisches Orgelbuch (1943). 
22. März 1943: 

Das 7. Hauptkonzert der Stadt Duisburg, Dgt. O. Volkmann, bietet - 
erstmals - das Klavierkonzert von H. Degen; Solist: Udo Dammert 
(Klavier). 

25. März 1943: 

Das 8. Hauptkonzert der Stadt Gelsenkirchen, Dgt. H. Folkerts, 
bietet - erstmals - das Klavierkonzert von H. Degen. Solist: Udo Dammert 
(Klavier). 


Unklare Erinnerung, 1963: 

"Da ich zwischen 1933 und 1945 - wie aus meinem Werkverzeichnis 
hervorgeht - in der Hauptsache nur Instrumentalwerke geschrieben habe, 
oder solche Texte verwendet habe, die unpolitisch waren (...)" (Degen an 
Fred K. Prieberg, 9/111/63). 

Information: FA, MM2, RML, MGG, LdCh, LdBl, SML. 


Degen, J. 
Leiter der Werkkapelle der Firma Gebrüder Heyne in Offenbach. 


Frisch voran! Marsch (RS Frankfurt, 16/11/38). 
Information: Das Stadtarchiv Offenbach (10/VII/98) bedauerte, keine 
Angaben zu Degen machen zu können. 


Degler, Josef 
Rosenheim, 29. November 1890 - Fraueninsel im Chiemsee, 5. August 
1957. 
Bühnensänger; 1918-45 (Großherzogl. Oldenburg.) an der Staatsoper 
Hamburg, Kammersänger zum 25. Künstlerjubiläum 1938. 
Nach 1945 i. R. auf der Fraueninsel im Chiemsee. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.977.442, auf Antrag vom 1/VIII/37. Stand 
1933/34: Obmann der NSBO für die Solisten der Staatsoper; 1934 
Gauobmann der Fachschaft Bühne der RTK, dann stellv. Landesleiter der 
RTK; Obmann der Fachschaft Bühne der RTK für die Hamburgische 
Staatsoper. 

Information: Das Standesamt Rosenheim (3/IX/97) verlangte für fünf 
Datenanfragen 75 DM Gebühren, setzte diese jedoch auf Antrag aus. Den 
Todesfall beurkundete das Standesamt Breitbrunn am Chiemsee, Nr. 
4/1957. 


D 1086 





De grote Buer, de Herr vunt Land, de fritt de Braatens mit 
Unverstand. Fischer-Schantie aus Holm, Schleswig, für Vorsänger und 
Chor. 

In: 
Niederdeutschland (1936); Liederbuch der Kriegsmarine 3 (1941; 
Variante: "de Herr von't Land"). 


Dehnert, Max 
Freiberg/ Sachsen, 11. Februar 1893 - Leipzig (DDR), 22. September 
1972. 
Schüler von G. Mraczek, Musikpädagoge, Lehrer und Komponist in 
Freiberg, ab 1936 in Leipzig. 
1948 Lehrer und 1953 Professor für Theorie und Schulmusik an der 
Musikhochschule Leipzig, 1961 emeritiert. Auch Musikschriftsteller. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.415.415. 
Information: FA (ohne Geburtsdatum), SML. 


De Hochtietspaaß = Dar weer ok mal 


Deike, H. R. 
Autor in Berlin. 


Die J uden in der Musik ("DMMZ" LXV/13-14, Juli-Ausgabe 1943. S. 
73-75). 

Der Autor betont, daß er ja nur einen kleinen Ausschnitt habe geben 
können, der sich hauptsächlich auf das "Lexikon der Juden in der Musik" 
von Gerigk/Stengel stütze. 


Deike, Richard 
Hannover, 14. Juli 1883 - Hannover, 4. Mai 1939. 
Kassierer in Hannover, Amateurkomponist. 
Werke: z. B. "Vaterlandslied 1914"; Lieder nach H. Löns. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.312.907. Jedoch 1935 ausgeschlossen. 
Hitler-Hymne: Heil Dir, o Führer Du (eigener T), onA, im Herbst 1933 
der Reichskanzlei eingereicht, am 14/X11/33 Dr. Goebbels zugeschickt: 
"Die grenzenlose Verehrung und Hochachtung für unsern großen 
Führer haben mich dazu begeistert, beifolgende Hymne zu dichten und in 
Musik zu setzen. Ich gestatte mir ergebenst, Ihnen Worte und Noten zu 
übersenden mit der höflichen Anfrage, ob Sie dieselbe für passend und 
würdig halten veröffentlicht zu werden. Ich möchte Ihnen auch nicht 
verhehlen, daß mein innigster Wunsch dahin geht, sie vielleicht als 


D 1087 





Volkshymne erstehen zu sehen, um auf diese Weise das Bild unseres 
geliebten Führers noch tiefer im Herzen des deutschen Volkes zu 
verankern" (Quelle: BAR 55/ 1167. Blatt 163). 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Wie aus Granit ein Turm 

steht fest Dein brauner Sturm 

um Dich geschaart. 

In stillem Heldentum 

kämpften sie nie um Ruhm; 

Deutschland sollt' neu erstehn, 

ehrlich und frei! 


Was noch kein Mensch vollbracht, 

durch Deines Glaubens Macht 

gab Gott Dir Kraft. 

Du hast das Reich geeint, 

Du trafst des Volkes Feind, 

führst uns aus Nacht zum Licht. 
Heil Hitler, Dir!" 


Deiler 


SA, MZF der SA-Standarte 18 Bad Dürkheim. 
SA-Lieder-Potpourri (BR, 7/X/33, MZ der SA-Standarte 18, Dgt. 
selbst). 
Parademarsch der SA-Standarte 18 (BR, 7/X/33, MZ der SA- 
Standarte 18, Dgt. selbst). 

Information: Das Archiv Bad Dürkheim gab 1996 an, kein Material 
über Deiler zu besitzen. 


Deimek, K. 
Leiter eines Schrammelquartetts in Hamburg. 


Wien-Berlin. Marsch nach Motiven von Schrammel (RS Hamburg, 16/X/ 
38). 

Information: Wegen Zerstörung der Meldeunterlagen von 1926 bis Juli 
1943 ist Deimek vom Amt für zentrale Meldeangelegenheiten Hamburg- 
Harburg (17/VI/98) nicht mehr zu ermitteln. 


Deine Schönheit wird vergehn wie die Rosen im Garten stehn. 
Volkslied aus Lothringen. In: Pinck, "Verklingende Weisen". 
In: 
Ihr Deutschen, wollt ihr wachen! (1938); Lied über Deutschland (?1941); 
Es leben die Soldaten 43 (1941). 


D 1088 





Deine Söhne, Land im Osten, auf der Grenzmark letzten Posten 
(T: in der SS entstanden). Kampflied, zur Melodie "Prinz Eugen". 
Textprobe (4. Strophe): 
"Sind der Heimat eingeschworen, 
sind dem Sattel schon geboren 
und auf ewig ihm geschenkt. 
Denn die Preußenreiter reiten, 
bis sie aus dem Sattel gleiten, 
wenn der Tod die Flagge senkt". 
In: 
SS-Liederbuch (21937). 


Deine Wangelen sein röselrot. Aus Tirol. 
In: 
Hellau! (1942). 


Deinert, Wolfgang (Pseudonym) = Gustav Kneip 


Deisenroth, Friedrich 

Philippsthal/ Hessen, 28. September 1903 - Hennef, 16. Dezember 
1997. 
Militärmusiker; zunächst ab 1924 Musiksoldat in Eisenach, als Musik- 
Unterfeldwebel vom II./ IR 15, Ostern 1931 zur weiteren Ausbildung an 
die Musikhochschule Berlin kommandiert, 1934 MM in Marburg beim IR 
15, Ausbildungsbataillon, 1936 in Siegen Leiter des Musikkorps des IR 57. 
Ab 1/1/40 OMM, zeitweise in Kopenhagen Leiter eines dem 
Militärbefehlshaber direkt unterstellten Musikkorps, ab 1/1/43 StMM bei 
der Wehrmachtkommandantur Kopenhagen. 1944 in der UdSSR 
eingesetzt. 

1945 im Juli aus Kriegsgefangenschaft entlassen und alsbald Leiter 

einer J ugendmusikschule in Schleswig-Holstein; 1946 in Siegen Gründer 
einer Orchesterschule und des Orchesters Siegerland-Wittgenstein. 1956 
als Hauptmann wiederverwendet im Militärmusikdienst der BRD, zunächst 
als Chef des Musikkorps der 5. Panzerdivision; 1965 Stellv. des 
Musikinspizienten der Bundeswehr, seit 1965 i. R. in St. Augustin, dann in 
Hennef. 
Werke: u. a. Ernste Musik Op. 43 für Harmoniemusik (1940); "Deutsche 
Militärmusik in fünf Jahrhunderten" (Wiesbaden, 1961); "Die Militärmusik 
der Bundeswehr" (Fachdienstliche Mitteilungen für den Militärmusikdienst, 
Heft 5/6. Bonn, 1963. S. 4 f.). Bearbeiter von "Deutsche Armeemärsche", 
Band II (Wiesbaden, 1970). 


NSDAP (It. BDC-Auskunft 1980), jedoch kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Armandola = Willi Lautenschläger: Romantische Suite, 3 Sätze in 
Version für Militärmusik: F. Deisenroth (Berlin, 24/X1/33, Vortragsabend 


D 1089 





der Dirigentenklasse Hermann Schmidt, Dgt. Deisenroth). 
Saarland-Fanfare. Fanfarenmarsch nach Motiven aus "Deutsch ist die 
Saar" für Infanteriemusik (1935; RS Saarbrücken, *16/1/36) [PB]. 
Treueschwur. Konzertmarsch (1935; RS Köln, 26/111/39, MK des IR 57, 
Dgt. selbst). 

Flieger-Marsch: Hoiho, nun fertig zum Start (T: Johann Trieschmann). 
Für Infanteriemusik (1935) [PB]. 

Vier Signalhorn-Märsche mit Musikkorps, für Harmonie-/ Blechmusik 
(1936) [HM]. 

1. Lustige Infanterie (RS Köln, 26/111/39, MK des IR 57, Dgt. der 
Komponist). - 2. Heldenehre. - 3. Morgen marschieren wir (Gesang ad 
libitum). - 4. Junge Wehr (Gesang ad libitum). 
Hermann-Göring-Marsch (RS Königsberg, 7/1/36). 

Der Titel feiert Ministerpräsident Göring, Reichsluftfahrtminister und 
Träger vieler weiterer Funktionen und Titel (1893-1946), der nach dem 
Zusammenbruch durch Freitod endete. 

Deutscher Frühling. Romantische Impression (Marsch) für 
Infanteriemusik/ Fliegermusik (1937; RS Frankfurt, 26/V1/38, MK des IR 
81, Dgt. MM Eugen Leibbrandt; Berlin, 10/VI11/38, MK des Wach-Rgts. 
Berlin, Dgt. StMM F. Ahlers; RS Köln, 26/111/39, MK des IR 57, Dgt. 
selbst) [PB]. 

Vorwärts für Deutschland! Für Chor und Orch (1937). 
Rheinland-Fanfare, "zur Befreiung des Rheinlandes komponiert" für 
Blechmusik/ Harmoniemusik (1937; u. a. RS Köln, *20/1V/39; 
Litzmannstadt, 26/V1/40, MK der StandortKdtr., Dgt. StMM Klamberg) 
[Sc]. 

"Befreiung" war eine Zwecklüge; das Rheinland blieb nach wie vor 
Teil des Reiches. Der Friedensvertrag von Versailles hatte lediglich eine 
entmilitarisierte Zone östlich des Rheins geschaffen, die Locarno- 
Konferenz 1925 die Unverletzlichkeit der Westgrenze garantiert. Hitler ließ 
- mit erheblichem außenpolitischen Risiko - am 7/III/36 die Wehrmacht 
einmarschieren. 

Vorspiel zu einer Feier (1933). 

Zehntausend Mann, die zogen ins Manöver. Marsch (1938; RS 
Frankfurt, 13/V11/38). 

Das Regiment kommt. Marsch (RS Köln, 5/1V/38). 

Die neue Zeit: Schwur. Marsch (RS Frankfurt, 15/V/38). 
Kyffhäuser-Fanfare, für Militärmusik mit SaxStn. (1939; RS Frankfurt, 
13/V11/38, 24/V11/39) [PB]. 

Panzerfanfare, für Militärmusik mit SaxStn. (1939) [PB]. 

Vier Bilder aus dem Soldatenleben: 1. Der Morgen des Soldaten. - 2. 
Fröhlicher Ausmarsch. - 3. Im Gefecht. - 4. Abends im Quartier. Suite für 
Heeresmusik (Wiesbaden, 1939, Großkonzert der Wehrmacht zum Besten 
des WHW, Dgt: StMM Ernst Krauße; RS Frankfurt, 4/11/39). 
Siegerländer Erzstufen. Marsch (RS Köln, 26/111/39, MK des IR 57, 
Dgt. selbst). 

Das Regiment kommt (RS Köln, 26/111/39, MK des IR 57, Dgt. selbst). 
Von den Bergen rauscht ein Wasser. Tondichtung über die 


D 1090 





Volksmelodie (RS Köln, 26/111/39, MK des IR 57, Dgt. selbst). 
In der Schorfheide. Marsch (Sender Danzig, *19/1V/39, MK der 
Schutzpolizei der Freien Stadt Danzig, Dgt. E. Stieberitz). 

Die mecklenburgische Schorfheide war das Jagd- und Wildhege- 
Revier des Reichsjägermeisters Göring, wo auch Hitler Besuch machte. 
Paris-Fanfare zum *14. Juni 1940, für Infanterie- und LW-Musik (1943) 
[PB]. 

Der Titel feiert die Einnahme der Hauptstadt Frankreichs durch die 
Wehrmacht am genannten Datum. 
Ukrainische Rhapsodie (Berlin, 1943). 

Nach dem Überfall auf die UdSSR war die Ukraine für Hitlers 
Wehrmacht ein vorrangiges Ziel - wegen ihres landwirtschaftlichen und 
industriellen Potenzials. 


Geschichtsberichtigung, 1983: 

"(...) stimme ich der Veröffentlichung der Fakten für Ihr 
Musikerlexikon zu. Jedoch knüpfe ich die Bedingung für die spätere 
Veröffentlichung an meine Zustimmung, daß ich in Ihre Fassung Einsicht 
nehmen und nach Notwendigkeit Berichtigungen vornehmen kann" 
(Friedrich Deisenroth an Fred K. Prieberg, 14/X11/83). 

Die Publikation wahrer Tatsachen - die Deisenroth gar nicht im 
Besitz des Lexikographen ahnte - bedarf keiner Erlaubnis dessen, der sie 
geschaffen hat und verantwortet; er bekam den ihn betreffenden Text 
daher nicht zu Gesicht. 

Information: LdBl. 


Deißer 
Hauptmann der Wehrmacht. 


Lied der Fahrkolonnen: Wir sind die erste Kolonne, von den Bergen 
kommen wir her (T: Uffz. Ecker). Kriegslied. 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 
"Wenn sie zum Sturme dann blasen, 
ja dann ziehn wir ins Morgenrot 
und fahren auf unseren Wagen 
in Kisten und Kasten den Tod. 


Wir zogen im Sommer nach Polen, 
zu Hause blieb Weib und Kind. 
Wir lagen vor Lembergs Toren, 
die Fahrer vom Tod wir sind". 

In: 

Soldatenliederbuch (41940). 


D Ne 





De Klokken de lüd. Lied aus Holstein. 
In: 
Niederdeutschland (1936). 


De Kuckuck op dem Tune satt. Niederdeutsch, Dialektfassung. 
Vgl. Der Kuckuck auf dem Zaune saß. 
In: 
Unser das Land (1937). 


Dellmann 


Tritt gefaßt! Marsch (RS Frankfurt, 27/V11/37, aus Worms, MZ der RAD- 
Gruppe 252, Dgt. selbst). 


Dellwihk (-Schönfelder), Gerti 
Zeitz, 21. November 1886 - ? 
Lautensängerin in Leipzig S 3, Kaiserin-Augusta-Str. 36 (1942, 1949). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.430.683. 
Heraus, ihr Kampfgesellen (T: H. Anacker). Marschlied. Fassung für 
Infanteriemusik/ LW-Musik: Otto Putler (1941) [SL]. 

Information: Das Standesamt Zeitz (5/XII/97) konnte keinen 
Geburtseintrag ermitteln; das Sächs. Staatsarchiv Leipzig (4/V/99) fand 
Frau Dellwihk nicht in der Meldekartei, nur 1943-49 im Adreßbuch. Die 
Einwohnermeldebehörde der Stadt Leipzig (18/V/O00) teilte mit, Frau 
Dellwihk-Schönfelder sei in den Meldeunterlagen nicht zu ermitteln. Das 
Grünflächenamt, Abt. Friedhöfe, der Stadt Leipzig (11/X/O00) hat keinen 
Hinweis. 


De Lundener Fretgesang = Gräser sünd wat Grönes 
De lustigen Reserwisten = Dat fleit un singt dörcht 
ganze Dörp 


Dem Adler gleich, der stets den Flug hinauf zum Himmel lenkt 
(T: onA). "Ballonsturm-Lied", zur Melodie "Laßt tönen heut den frohen 
Sang" (Kunoth). 

Der Text beschwört "Hitler, Deutschlands Schmied". 
In: 
Flieger-Liederbuch (1938; nur T). 


D 1992 





Demantius, Christoph 
1567 - 1643 


Frisch auf! Singt all, ihr Musici! 

In: 

RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Liederblätter der NSG "Kraft durch 
Freude" 21-22 (1937); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); 
Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 21-22 (1939); Lied über 
Deutschland (?1941); Posener Chorbuch II (1943). 

Der Nachtigallensang: Viel Freuden mit sich bringet die schöne 
Sommerzszeit (eigener T, 1595). Titel: Der Nachtigall Morgenlied. 

In: 

NS-Volks-Liederbuch (21934); Uns geht die Sonne nicht unter (1934; onA 
zur Melodie, Textausgabe 1941); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); 
Volksliedsingen im Schulfunk 4 (2. Juni 1938). 


Dem der Hirten Lieder klangen. Geistliches Lied, onA. Titel: Ein 
schön Lied für die Knaben in der Kirche zu singen auf 4 Chor. 
In: 
Niederdeutschland (1936). 


Dem deutschen Volke = Ehre sei dir! 


Dem deutschen Volk zu Ehren (T: onA). Lied des Freiwilligen 
Arbeitsdienstes, Garssen, zur Melodie "O Deutschland hoch in Ehren" 
(Pierson). 

Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 

"Ob arm ihr seid, ob Reiche, 
das ist bei uns ganz gleich. 
Wir tragen all das gleiche, 
unser blaues Ehrenkleid. 
Wir kennen Volksgemeinschaft, 
nur nicht mörderischen Klassenhaß, 
des Kanzlers Worte haben uns 
schon seit langer Zeit erfaßt. 
Her zu uns, schafft fürs 
deutsche Vaterland. 
Mädels hört, Mädels hört, 
auch auf euch da kommt es an. 
Könnt ihr dem Manne fest 
zur Seite stehn, 
wird das Deutsche Reich 
nie untergehn. 
Reicht, deutsche Mädels, 
euch die Hand 


D 1093 





im FAD fürs Vaterland". 
In: 
Arbeitsdienst-Liederbuch (1934; nur T). 


Dem Führer = Eine Trommel geht in Deutschland um 


Dem Führer = Wir bringen dir zum frohen Fest 


Dem Führer sei dies Lied geweiht, den Gott uns auserkoren (T: 
H. Müller). Huldigungslied, zur Melodie "Stimmt an mit hohem, hellem 
Klang" (Methfessel). Titel: Unserm Führer. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Wir wollen kämpfen stets aufs neu, 
soll Deutschland nicht vergehen; 
wir wollen furchtlos, stolz und treu 
zu unserm Führer stehen". 
In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934; nur T). 


Dem Führer zum 20. April = Nebel und Nacht über 
Deutschland lag 


Dem Gedenken Albert Schlageters = Treu bis zur 
letzten Stunde 


Dem Heer, aus deutschem Geist geboren, geht Adolf Hitler stets 
voran (T: Fritz Bauer). Treuelied, onA . Titel: Heil und Sieg. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Sind wir vereint zum Siegesfeste, 
schaut mich mein blondes Mädel an, 
dann will ich sein der allerbeste S. S. 
und Sturmabteilungsmann". 
In: 
Unter Hitlers Fahnen (1932; nur T). 


Dem Herrn allein die Ehre! = Wir treten hier im Gotteshaus 


Dem Himmel entgegen = Frisch auf, mein Flugzeug, 
sei zur Hand 


D 1094 





Demmel, Josef 
Saulgrub/Garmisch, 27. November 1884 - Berlin-Charlottenburg, 12. 
August 1964. 
Zunächst Militärmusiker, 1917 Vizefeldwebel und Regimentstambour, 1920 
demobilisiert und Stenotypist, Telefonist, Kapellenleiter in München. 
Nach 1945 zuletzt i. R. in Berlin. 


NSDAP seit 10/VI11/22, Nr. 6804, neuer Beitritt am 1/X1/30 unter Nr. 
341.897. SA ab 1/X1/30 als Musiker im MZ der Leibstandarte, 1932 
Scharführer, 1933 MZF der SA-Standarte S 1, jedoch 1935 strafhalber 
wegen Verfehlung im privaten Bereich entlassen. 

Alte SA-Garde! Marsch (RS München, *8/X1/35). 

14. Januar 1936: 

"Die Kanzlei des Führers frägt bei uns an, warum der Pg. Josef 
Demmel, Mitgliedsnummer 6 804, von der Obersten SA-Führung als 
Kapellmeister entlassen worden ist. (...)" (NSDAP-Gauleitung München- 
Oberbayern an Oberste SA-Führung, 14/1/36. Quelle: BA, Bestand SA, 
Namensakte Demmel!). 

23. Januar 1936: 

"(...) übergibt die Oberste SA-Führung in der Anlage den Personalakt 
Demmel, enthaltend Blätter 1 bis 54 zu treuen Händen mit der Bitte um 
Kenntnisnahme und Rückgabe nach Gebrauch. 

Aus Blatt 48 ist ersichtlich, daß Pg. Demmel wegen Verstöße 
schwerwiegender Art aus der SA entlassen werden mußte. 

Darüber hinaus empfiehlt die Oberste SA-Führung das Büro des 
Ratsherrn Ortner, das sich wegen der Beziehungen des Demmel zu der 
angeblichen Kammersängerin Arlette Hypius wiederholt mit der 
Angelegenheit befassen mußte, zu hören. (...)" (Oberste SA-Führung, Der 
Chef des Gerichts- und Rechtsamts, an NSDAP-Gauleitung München- 
Oberbayern, 23/1/36. Fehler im Original. Quelle: BA, Bestand SA, 
Namensakte Demmel!). 

Information: Die Verwaltungsgemeinschaft Saulgrub stellte für die 
standesamt!. Mitteilung der Todesdaten zunächst 9 DM Gebühr in 
Rechnung, erließ sie aber auf Antrag. 


Demmer, Karl 
Köln, 8. November 1897 - Nürnberg, 31. Mai 1956. 
Kapellmeister in Nürnberg; hier 1928 Leiter des LGV und Dirigent des 
Vereins für klassischen Chorgesang. Stand 1932: Leiter der Ortsgruppe 
Nürnberg des Reichsverbandes Dt. Tonkünstler und Musiklehrer. 
Nach 1945 weiterhin in Nürnberg, 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.714.722. 1933 Leiter des DAF-Orchesters 
Nürnberg, dann hier Dirigent des NS-Franken-Orchesters. 1943-45 
Landesleiter der RMK Gau VII Franken. 
März 1934: 

"(...) Das >Orchester der Arbeitsfront< unter der energischen und 


D 1995 





zielbewußten Leitung Karl Demmers setzte sich mit großer 
spieltechnischer Beschlagenheit für Gottfried Müllers Variationen und Fuge 
über das Lied >Morgenrot< ein" (Wilhelm Matthes in: "Die Musik" XXV1/6, 
März 1934. S. 465). 

Information: KDMK. 


Demtröder, Heinrich 
Hagen/ Westfalen, 6. März 1895 - Werdohl, 8. April 1972. 
Schüler von Willi von Moellendorff; Musikpädagoge, Volksschullehrer, 
Dirigent , Gesangslehrer und Komponist in Werdohl-Eveking. 
Nach 1945 weiterhin in Werdohl, zuletzt i. R. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.881.112, auf Antrag vom 8/VI11/37. 
Wacht auf! (T: H. Böhme). MCh a cappella (1936), ausgewählt für das 
Deutsche Sängerbundesfest in Breslau [Hl]. 

Information: LdCh. Das Einwohnermeldeamt der Stadt Werdohl 
(25/VI/96), Frau Welsch, verlangte 20 DM mit dem Bemerken, die 
"Anfrage ist gebührenpflichtig", und sandte den Antrag zurück. Die 
Auskunft andernorts war gratis. 


Dem Turner ward das schönste Ziel. 
In: 
Liederbuch des Turner-Musikant (1934). 


Dem Vaterlande! (1934). Ergänzungsheft zu Johann Josef Wolff, 
"Liederschatz für Volksschulen", neubearbeitet (291931) [Scheffel, Bad 
Kreuznach]. 


Den Ackermann soll man loben und preisen auf dieser Erde. 
Volkslied, Lothringen. Aus: Pinck, "Verklingende Weisen" (1933). 
In: 
Lieder unseres Volkes (1943). 


Denckler, Heinz Eberhard 

Berlin, 19. April 1908 - ? 
Verleger in Berlin-Mitte, An der Schleuse 5 a (1943). 
Werke: Anleitungen und Einführungen zu Straßenverkehrsgesetz, 
Entfernungsschätzen, Exerzieren, Gasmaske, Gewehr 98, Handgranate, 
Kartenkunde, Kleinkaliberschießen, Leuchtpistole, Maschinenpistole, 
Tageslosungen für SA, SS, Hitlerjugend und Arbeitsdienst, Geländesport, 
Ahnenforschung etc.; Dienstformulare für die Gliederungen der NSDAP. 


NSDAP seit 1/V1/40, Nr. 7.621.915, auf Antrag vom 8/1V/40. 


D 1096 





Es ging Denckler, abzulesen an seiner Liedauswahl, sichtlich darum, 
die Konjunktur zu nützen. Dazu genügten die Texte, zumeist ohne Angabe 
von Urhebern, in alphabetischer Folge. Diese "Liederbücher" kranken an 
der nicht sachbestimmten Hast der Herstellung. Obwohl sie billig waren - 
10 bis 25 Pfennig -, muß der Riesenumsatz einen schönen Profit erbracht 
haben. 

Alle Editionen im Heinz Denckler-Verlag. 

50 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (nur T), hgb. von H. E. 
Denckler (1934, 1936). 

Inhalt: 
Als die gold'ne Abendsonne. - Als wir nach Frankreich zogen. - Auf, auf 
zum Kampf. - Braun ist unser Kampfgewand (T: P. L. Alexander). - Braun 
sind die Hemden und rot ist das Blut. - zur Melodie "Brüder aus Zechen 
und Gruben": Brüder, formiert die Kolonnen. - Brüder in Zechen und 
Gruben. - Der mächtigste König im Luftrevier. - H. Bajer: Des Morgens um 
halb vier (Lisa). - Deutschland, Deutschland über alles - (Sotke): Die 
Bauern wollten Freie sein. - (Hertel): Die blauen Dragoner. - Die Fahne 
hoch. - Durch Groß-Berlin marschieren wir. - (Götz): Einst sind wir so 
freudig geschritten. - Es klingt wie eine Sage aus längst vergangener Zeit. 
- (Mahrer): Es pfeift von allen Dächern. - Es zog ein Hitlermann hinaus. - 
Es zog ein Regiment vom Oberland herauf. - (Gläser): Flamme empor! 
Steige mit loderndem Scheine. - (Koch): Heiß ist die Liebe. - Ihr 
Sturmsoldaten, jung und alt. - In dem Kampfe um die Heimat. - In 
München sind viele gefallen. - R. Herzog-Bernards: Kehr ich einst zur 
Heimat wieder. - (Büchsenschütz): Märkische Heide. - Mein Regiment, 
mein Heimatland - (Heeren): Morgen marschieren wir in Feindesland. - 
Nach Ostland geht unser Ritt. - Nach Ostland wolln wir reiten. - Nächtens 
auf silbernen Rossen. - (Gansser): Noch ist die Freiheit nicht verloren. - 
(Altendorf): Noch leis durch Schlesiens Wälder. - Nun geht's voran in Reih 
und Glied. - 1914: Regiment sein Straßen zieht. - Pardun: Siehst du im 
Osten das Morgenrot. - Kutsch: Tief in des Waldes Dunkel (Lore). - 
(Thum): Vom Barette schwankt die Feder. - Von all unsern Kameraden war 
keiner so lieb und so gut. - Wer will mit uns zum Kampfe zieh'n, wenn 
Hitler kommandiert? - (Förster): Wer zieht dort im Sande die Straße 
einher. - Wenn alle untreu werden. - (Sotke): Wilde Gesellen, vom 
Sturmwind durchweht. - Wir brauchen keine Gesellen. - Wir kämpfen für 
Freiheit, für Arbeit und Brot. - Wir sind das Heer vom Hakenkreuz. - Wir 
sind die Sturmkolonnen. - (Jahn): Wir traben in die Weite. - Wir tragen 
das Banner der Freiheit. - (Altendorf): Wir ziehn auf stillen Wegen. 

100 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (nur T), hgb. vonHH. E. 
Denckler (1934, 1936). In der Verlagswerbung mit Titel "100 der besten 
SA-Sturm- und Marschlieder". 

Inhalt: 
(Klaebe): Adolf Hitler, unserm Führer. - Als die gold'ne Abendsonne. - Als 
wir nach Frankreich zogen. - Argonnerwald um Mitternacht. - Auf, auf ihr 
deutschen Mannen. - Auf, auf zum Kampf. - Auf dem Wedding und in 
Moabit. - (Götz): Aus grauer Städte Mauern. - Braun ist unser 
Kampfgewand. - Braun sind die Hemden. - Brüder in Zechen und Gruben. 


D 1097 





- Brüder, zur Sonne, zur Freiheit. - Burschen heraus. - Das Heer zog 
durchs Gebirge. - (Methfessel): Der Gott, der Eisen wachsen ließ. - 
(Altendorf): Der Himmel braun und die Erde grau. - Der König von 
Sachsen hat es selber gesagt. - Der mächtigste König im Luftrevier. - 
(Kieling): Der Wind weht über Felder. - H. Bajer: Morgens um halb vier 
(Lisa), Marschlied. - Deutschland, Deutschland über alles - (Sotke): Die 
Bauern wollten Freie sein. - (Hertel): Die blauen Dragoner. - zur Melodie 
"O alte Burschenherrlichkeit": Die Bonzenwirtschaft ist vorbei. - Die Fahne 
hoch. - (Wendelmuth): Die Glocken stürmten vom Bernwardsturm. - Du 
deutsches Volk der Herrlichkeit. - Durch Groß-Berlin marschieren wir. - 
(Götz): Einst sind wir so freudig geschritten. - (Heeren) Es blühen die 
Rosen, die Nachtigall singt. - (Götz): Es klappert der Huf am Stege. - Es 
klingt wie eine Sage. - (Mahrer): Es pfeift von allen Dächern. - Es zog ein 
Hitlersmann hinaus. - Es zog ein Regiment vom Oberland herauf. - 
(Gläser) Flamme empor. - Gleich wie die Möwe. - (Koch): Heiß ist die 
Liebe. - Heraus, heraus die Klingen. - (Altendorf): Hört ihr das Gellen in 
Straßen und Gassen. - (Bortniansky): Ich bete an die Macht der Liebe. - 
Ich bin ein lustger Grenadier. - Ich habe Lust, im weiten Feld. - (Silcher): 
Ich hatt! einen Kameraden. - Ihr Sturmsoldaten, jung und alt. - 
(Ramrath): Im Feldquartier auf hartem Stein. - Im Frühtau zu Berge. - In 
dem Kampfe um die Heimat stehen viele Hitlerleute. - In München sind 
viele gefallen. - (Götz) Jenseits des Tales standen ihre Zelte. - Jugend 
voran! Tragt das Banner der Zukunft . - (Jahn): Kamerad, nun laß dir's 
sagen. - (Büchsenschütz): Märkische Heide. - Mein Regiment, mein 
Heimatland. - (Heeren): Morgen marschieren wir in Feindesland. - 
Musketier seins lustge Brüder. - Nach Ostland geht unser Ritt. - Nach 
Ostland wolln wir reiten (T: W. Hensel [GW]). - Nächtens auf silbernen 
Rossen. - (Gansser): Noch ist die Freiheit nicht verloren. - (Altendorf): 
Noch leis durch Schlesiens Wälder. - Jetzt geht's voran in Reih und Glied. - 
O Straßburg, o Straßburg. - zur Melodie "Hamburg ist ein schönes 
Städtchen": Preisend mit viel schönen Reden. - Regiment sein Straßen 
zieht (1914). - (Altendorf): Rollt nun die blutigroten Fahnen auf. - Siehst 
du im Osten das Morgenrot. - (Methfessel): Stimmt an mit hellem, hohen 
Klang. - (Gansser): Sturm! Sturm! Sturm! - (Lyra): Tralalala, das 
Käuzchen laß ich trauern . - (Lore) Tief in des Waldes Dunkel. - (Thum): 
Vom Barette schwankt die Feder. - Von all unsern Kameraden. - 
(Borgmann): Vorwärts! Vorwärts! schmettern die hellen Fanfaren. - 
(Schulten): Weit laßt die Fahnen wehen. - Wer jetzig Zeiten leben will. - 
Wer will mit uns zum Kampfe ziehn'n. - (Förster): Wer zieht dort im Sande 
die Straße einher. - Wenn alle untreu werden. - Wenn die Soldaten durch 
die Stadt marschieren. - Wenn wir marschieren. - (Sotke): Wilde Gesellen. 
- Wind, der über Berge weht. - Wir brauchen keine Gesellen. - Wir 
fürchten Tod und Teufel und auch die Hölle nit. - Wir kämpfen für Freiheit, 
für Arbeit und Brot. - zur Melodie "Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd" 
(Zahn): Wir sind Adolf Hitlers braunes Heer. - Wir sind das Heer vom 
Hakenkreuz. - (Sotke): Wir sind des Geyers schwarzer Haufen (1525). - 
zur Melodie "Wir sind des Geyers schwarzer Haufen" (Sotke): Wir sind des 
Hitlers braunes Heer. - Wir sind die Sturmkolonnen. - aus Willie Jahn, 


D 1098 





"Junger Mut": Wir traben in die Weite. - Wir tragen das Banner der 
Freiheit. - Niederländisches Dankgebet, neue Fassung: Wir treten zum 
Beten. - (Altendorf): Wir ziehn auf stillen Wegen. - Wohlan, die Zeit ist 
kommen. - (Zahn): Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd. 
Deutsch ist die Saar! Gesammelte Saarlieder, hgb. von H. E. Denckler 
(1934). 
Titel ohne Nummer = nur Text. 

Inhalt: 
1. zur Melodie "Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt": Deutsch ist die 
Saar (T: H. M. Lux, neue Fassung). - Saarlied (T: H. M. Lux, alte Fassung). 
- Deutschland über alles! - Die Fahne hoch. - Reckzeh: (Saarlied) Am 
grünen Saum der Saar, da liegt mein Heimatland. - 2. Th. Jörg: Brüder im 
Westen, die Feinde sind erwacht. - Hans Siebold: Dir gilt mein Sang, o Tal 
der Saar. - zur Melodie "Ich hab mich ergeben": Ein Ruf ist erklungen am 
grünen Strand der Saar. - 3. Th. Behr: Es kämpft ein Volk in harter Wehr. - 
zur Melodie "Mosellied": Es kommt so still gezogen von Welschlands 
Wasgenwald. - A. Röller: Es liegt ein Tal in Rheinlands Flur. - zur Melodie 
"Freiheit die ich meine": Frei sind wir geboren in dem Tal der Saar. - M. 
Beck: Gottes Erde, weit und prächtig. - zur Melodie "Ihr mögt den Rhein, 
den stolzen, preisen": Heil dir, o Land, geweihter Boden. - Hogrebe: Ich 
weiß wo ein liebliches, freundliches Tal. - Gerlach: Im weiten deutschen 
Vaterlande manch' Städtchen. - 4. K. Heyser: Im Westen uns'rer 
Heimatgaue. - P. Heinke, Saarlouis: (Saarlied 1921) Im Wunderland der 
schönen Mosel. - zur Melodie "Schön ist die Jugend": In meiner Heimat, 
da wächst ein Segen im tiefen Schacht. - 5. C. Gretscher: Nickende Halme 
am Wiesenhang. - zur Melodie "O Deutschland hoch in Ehren": Noch bist 
du nicht verloren, o Heimat an der Saar. - zur Melodie "O Straßburg": O 
Heimat, o Heimat, du heißgeliebtes Land. - zur Melodie "Wohlauf, die Luft 
geht frisch und rein": O Saar, du Fluß im Brautgewand. - Laugs: O 
wunderbar Land an den Ufern der Saar. - 6. C. Gretscher: Saarland, 
Heimat, wonnigstes Wort. - zur Melodie "Deutschland über alles": 
Saarland, Saarland, du sollst deutsch sein. - 7. Hoos: Volk an der Saar, 
treudeutsch und wahr. - Ph. Stilz: Weißt du, wo stolze Eichen grünen. - 
(Lied der Saardeutschen) Wie herrlich doch lebt sich's am Strande der 
Saar. - Mit Hurra hemm: Wie ist doch unser Deutschland verriß und 
iweldraan. - zur Melodie "Es geht bei gedämpfter Trommel Klang": Wir 
gehen alle den gleichen Gang. - zur Melodie "Deutschland über alles": Zu 
der ganzen Welt laßt singen: Ewig deutsch bleibt Rhein und Ruhr. 
Trommel und Fahne. Lieder der deutschen Jugend, hgb. (1935, 1936). 
Nur T. 
Was Deutschland singt! Volkslieder, Marsch- und Soldatenlieder, 
Sturm- und Kampflieder, bearb. und zusammengestellt von H. E. Denckler 
(61936). Nur T. 

Inhalt: 
(Steiner) Flieg, deutsche Fahne, flieg. - Als die goldne Abendsonne - Als 
ich gestern einsam ging - Als wir nach Frankreich zogen. - Am Brunnen 
vor dem Tore. - (Fesca) An der Saale hellem Strande. - Argonnerwald um 
Mitternacht. - Auf, auf zum Kampf. - (Rahlfs) Auf der Lüneburger Heide. - 


D 1099 





(Fürst): (Badenweiler Marschlied) Vaterland, hör deiner Söhne Schwur 
(letzte Strophe: "Hakenkreuz leuchtet vom Fels zum Meer"). - Bin ein 
fahrender Gesell. - Braun ist unser Kampfgewand. - Braun sind die 
Hemden. - (Büchsenschütz): (Brandenburger Lied) Märkische Heide. - 
Brüder, formiert die Kolonnen. - Brüder in Zechen und Gruben. - Das 
Wandern ist des Müllers Lust. - (Methfessel): Der Gott, der Eisen wachsen 
ließ. - (Altendorf): Der Himmel grau und die Erde braun. - Der mächtigste 
König im Luftrevier. - (Götz): (Der Trommelbube) Wir ziehen über die 
Straße. - (Kieling): Der Wind streicht über Felder. - (Lisa) Des Morgens um 
halb vier. - zur Melodie "Glück auf, der Steiger kommt": Deutsch ist die 
Saar. - Deutschland, Deutschland über alles. - (Sotke): Die Bauern wollten 
Freie sein. - (Hertel): Die blauen Dragoner. - Die Fahne hoch. - (Wilhelm): 
Es braust ein Ruf wie Donnerhall. - Drei Lilien. - Drüben am Wiesenrand 
hocken zwei Dohlen. - Durch Groß-Berlin marschieren wir. - Ein Mädel 
wollte früh aufstehn. - Einst sind wir so freudig geschritten. - (Silcher): Es 
geht mit gedämpfter Trommel Klang. - Es klappert der Huf am Stege. - 
(Mahrer): Es pfeift von allen Dächern (Wiener J ungarbeiter-Lied). - Es zog 
ein Hitlermann hinaus. - Es zog ein Regiment vom Oberland herauf. - Es 
zogen drei Burschen wohl über den Rhein. - (Gläser): Flamme empor. - 
Gold und Silber lieb ich sehr. - Hab mein Wage voll gelade. - (Koch): Heiß 
ist die Liebe. - (Höhne): Hoch auf dem gelben Wagen. - Horch, was 
kommt von draußen rein? - Ich hab mich ergeben. - (Silcher): Ich hatt 
einen Kameraden. - Ich schieß den Hirsch. - Ihr Sturmsoldaten, jung und 
alt. - (Ramrath): Im Feldquartier auf hartem Stein. - Im Krug zum grünen 
Kranze. - Im Wald und auf der Heide. - Immer langsam voran. - In 
München sind viele gefallen. - Kehr ich einst zur Heimat wieder. - 
(Schenckendorff) Wir knien vor keinen Thron, wir sind gesunde Kraft. - 
Nächtens auf silbernen Rossen. - Wenn alle untreu werden. - Tief in des 
Waldes Dunkel. - Was glänzt dort im Walde im Sonnenschein. - Mein 
Regiment, mein Heimatland. - (Heeren): Morgen marschieren wir in 
Feindesland. - (Silcher): Morgenrot, Morgenrot. - Muß i denn. - Nach 
Ostland geht unser Ritt. - Nach Ostland woll'n wir reiten. - (Gansser): 
Noch ist die Freiheit nicht verloren. - (Altendorf): Noch leis durch 
Schlesiens Wälder. - Nun ade, du mein lieb Heimatland. - Nun geht's voran 
in Reih' und Glied. - O Straßburg. o Straßburg. - Regiment sein Straßen 
zieht. - (Pardun): Siehst du im Osten das Morgenrot. - (Methfessel): 
Stimmt an mit hellem, hohen Klang. - (Peters): Strömt herbei, ihr 
Völkerscharen. - (Götz): Von all unsern Kameraden war keiner so lieb und 
so gut. - Wir brauchen keine Gesellen, durchziehn allein die Welt. - 
(Thum): Vom Barette schwankt die Feder. - Von allen den Mädchen (Lore). 
- Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren. - Wenn wir 
marschieren, ziehn wir zum deutschen Tor hinaus. - (Klauer): \Wer recht in 
Freuden wandern will. - (Förster): Wer zieht dort im Sande die Straße 
einher. - (Sotke): Wilde Gesellen. - Wir sind die Sturmkolonnen. - (Jahn): 
Wir traben in die Weite. - (Altendorf): Wir ziehn auf stillen Wegen. - 
(Becker): Wohlauf, die Luft geht frisch und rein. - (Zahn): Wohlauf, 
Kameraden, aufs Pferd. 

Wir werden weitermarschieren. Liederbuch (nur Texte), hgb. von H. 


D 1100 





E. Denckler (1936). 

Nicht ergänzte Urhebernamen: vgl. weiter oben. 

Inhalt: 

Als die goldne Abendsonne. - Als wir nach Frankreich zogen. - Braun sind 
die Hemden. - Brüder, formiert die Kolonnen. - Das Heer zog durchs 
Gebirge. - Der Himmel grau und die Erde braun. - Der mächtigste König 
im Luftrevier. - Deutschland, Deutschland über alles. - R. Neubert: 
Deutschland, heiliges Deutschland. - Die Bauern wollten Freie sein. - Die 
blauen Dragoner - Die Glocken stürmten vom Bernwardsturm. - H. 
Menzel: Die Welt gehört den Führenden. - Erde, du bist das Korn. - 
Baumann: Wer zur Fahne rennt. - Nächtens auf silbernen Rossen. - 
Flamme empor! - Flieg, deutsche Fahne, flieg. - Horst-Wessel-Lied: Die 
Fahne hoch. - Ich hatt einen Kameraden. - Jetzt müssen wir marschieren, 
ich und mein Kamerad. - Im Feldquartier auf hartem Stein. - Baumann: 
Kameraden fragen nicht lange: woher? - (Liebe zur Heimat, Treue zum 
Führer) Wir knien vor keinem Thron. - Spitta: Hört ihr den Sturm und 
hört ihr den Schrei. - Morgen marschieren wir in Feindesland. - Nach 
Ostland geht unser Ritt. - Nach Ostland wollen wir reiten. - Nicht klagen, 
nicht zagen. - Spitta: Nichts kann uns rauben. - Von der Weser bis zur 
Elbe. - Noch leis durch Schlesiens Wälder. - Obs stürmt oder schneit. - 
Pardun: Siehst du im Osten das Morgenrot . - Baumann: Soldaten tragen 
Gewehre. - Und ist unser Banner vom Sturme zerfetzt. - Unsre Fahne 
flattert uns voran! - Vaterland, hör deiner Söhne Schwur. - Vom Barette 
schwankt die Feder. - Weit laßt die Fahnen wegen. - Wenn alle untreu 
werden. - Wer zieht dort im Sande die Straße einher? - Wilde Gesellen, 
vom Sturmwind durchweht. - Wir brauchen keine Gesellen. - Blumensaat: 
Wir Jungen tragen die Fahne. - Wir traben in die Weite. - Altendorf: Wir 
ziehn auf stillen Wegen. - Wir ziehen über die Straße im schweren Schritt 
und Tritt. - Baumann: Es zittern die morschen Knochen. 
Soldaten singen. Marsch- und Soldatenliederbuch (1943). 78 Seiten. 

Information: Das LA Berlin (5/II/01) hat in der lückenhaften 
Meldekartei keinen Hinweis aufs Ableben; Grund: Nichtverwendbarkeit der 
Ostberliner Meldeunterlagen auf Film. Das Landeseinwohneramt Berlin 
(März 2004) hat keine Nachricht. 

Das Standesamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin abzufragen, 
empfiehlt sich nicht; vgl. Baldamus. 


Den die Hirten lobten sehre und die Engel noch viel mehre. 
Weihnachtshymne, Der alte Quempas. Erstdruck in: Valentin Triller, 
"Schlesisches Singbüchlein aus göttlicher Schrift" (Breslau, 1555). 

In: 
Leib, Heidelberger Kurrende der Hitlerjugend 1 (1933); NSLB, Unser Lied 
2 (21935). 


Den Ehrenkragen der Armee, den trägt der Pionier. Pionierlied, 
zur Melodie "Laßt tönen laut den frohen Sang" (Kunoth). 


D 1101 





Textprobe (3. Strophe): 

"Die Pioniere sind fürwahr 
das schönste Korps der Welt, 
es sei zu Fuß, zu Eisenbahn, 
im Frieden wie im Feld, 
ein festes Band der Einigkeit, 
so lautet unser Spruch, 
für unser Vaterland das Blut, 
das sagt der Welt genug". 

In: 

Soldatenliederbuch (41940; nur T). 


Den Ferkeln schuf der Herr die J auche (T: Günter Praus). 
Fliegerlied, zur Melodie des Reservistenliedes "Wo sind die Jugendjahr 
geblieben", bearb. nach dem Gesang der Truppe von G. Pallmann. Titel: 
Jedem das Seine. 

In: 
Flieger sind Sieger (31941). 


Den Führer segne Gott! (T: Ilse Böhme, Dresden). NS- 
Huldigungslied, zur Melodie "Den König segne Gott". 
Textprobe (2. Strophe): 
"Wir flehen am Altar: 
Vor Feinden ihn bewahr 
und blindem Haß! 
Nur ihm der Dank gebührt, 
der uns zum Sieg geführt. 
Den Führer segne Gott! 
Ihn segne Gott!" 
In: 
Heil Hitler Dir! 1 (41933); Heil Hitler Dir! 2 (1933; nur T). 


Dengelspruch I = Hammer schlag die Schneide 
Dengelspruch II = Hübsch im Takt mein Hammer lauf 
Denkt dran! = Es klingt wie eine Sage 


Denn auf der See, da ist nichts los, da ist die Arbeit viel zu groß. 
Scherzlied, onA. 
In: 


Der Kilometerstein (?1937). 


D 1102 





Denn bei uns geht alles wie genudelt. "Liedersalat". 
In: 
Soldatenlieder von Front und Heimat (1940). 


Dennerlein, Ludwig 
München, 30. Juli 1892 - München 12. Dezember 1961. 

Musikverleger und Komponist in München, seit 1932 Inhaber des 
väterlichen Musikverlags Johann Dennerlein. Ursprünglich Musiker; jedoch 
schwerkriegsbeschädigt und daher dann im verwandten Beruf. 

Nach 1945 weiterhin in München. 
Werke, meist unter Pseudonym Toni Daxenberger: Tanzmusik; eine 
Akkordeonschule; bayerische Heimatmusik, darunter Schuhplattler usw. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.942.307. 
SA-Liederpotpourri. Für diaton. Handharmonika...: C. Herold (1934) 
[EP]. 
Mitmachen! Zur Frage "Volksmusik auf Handharmonika" 
("Musikalienhandel" XXXVII1/1936. S. 206). 

Information: FA, LdBl. 


Dennessen, Theo 
Mülheim/ Ruhr, 14. Mai 1890 - Mülheim/ Ruhr, 23. November 1970. 
Musikpädagoge, ausgebildet am Konservatorium Köln; Vereinsdirigent, 
Komponist und Begleiter in Mülheim, Stand 1932: staatl. anerkannter 
Musiklehrer für Klavier, Theorie und Harmonielehre. 
Nach 1945 weiterhin in Mülheim, auch Musikdirektor, zuletzt i. R. 
Werke: u. a. Karnevalsschlager und Männerchöre. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.596.296, auf Antrag vom 12/V/37. 
Schwarz-braune Schar. Marsch (Werag, 22/V11/33, MZ der SA- 
Standarte 159). 
SA-Reservesturm marschiert (T: W. Schöss). Lied auf Postkarte (1934) 
[E]. 

Information: FA, LdCh. 


Den Stutzen hear. Kampflied aus Tirol. 
In: 
Hellau! (1942). 


Den Toten des 9. November 1923 = In München sind 
viele gefallen 


Den Wohlklang in der Kehle, die Zither in der Hand. Wanderlied, 
oNA. 


D 1103 





In: 
Kameradschafts-Lieder (1939; nur T). 


Depolo, Max 

Stein/ Krain (Österreich), 13. September 1888 - Innsbruck/ Tirol (A), 
24. August 1971. 
Oberleutnant der Reserve beim k. u. k. 1. Regiment Tiroler Kaiserjäger, 
Vermessungsingenieur in Innsbruck, Komponist, Liedtexter und 
Heimatdichter. Er regte 1931 Bau und Aufstellung der Heldenorgel auf der 
Festung Kufstein zum Gedenken an die Kriegstoten von 1914-1913 an. 
Nach 1933 zeitweise in Berlin, ging er beim "Anschluß" 1938 wieder nach 
Innsbruck zurück. 

Nach 1945 weiterhin in Innsbruck Diplomingenieur im Amt der 
Tiroler Landesregierung. Nach Pensionierung 1954 arbeitete er noch als 
Zivilgeometer. 

Werke: Dichtungen, Texte und Lieder, so die Anthologie Kriegs- und 
Soldatenlieder "Als wir am Pasubio standen"; Gedichte. 


NSDAP seit 30/V/32, Nr. 1.080.805. 
Das Kaiserjägerlied: Wir Jäger lassen schallen ein froh, gewaltig Lied, 
hurra! (eigener T) (1913). Nach der Vorlage von Johann Georg Obrits 
(1875) aus einem älteren Kommersbuch [Grl]. Titel: Mir san die 
Kaiserjager oder Alpenjägerlied oder Oberlandlied |. 
Vgl. K. Mühlberger. 
Textprobe (3. Strophe): 

"Wenn vor dem Feind wir stehen 

mit mutgeschwellter Brust, 

muß alles in Scherben gehen 

bei unsrer Kampfeslust. 

Bei uns, da gibt's kein Weichen, 

wir stehen Mann für Mann, 

stark wie die deutschen Eichen, 

die niemand brechen kann. 

Und sinkt auch mancher nieder, 

im Herz die Kugel brennt, 

wir sind die Kaiserjäger 

vom ersten Regiment". 

Diese Originalversion ist auf das 1. Regiment der Kaiserjäger 

gemünzt. Mehrere spätere Varianten beziehen sich auf NS-Realität. 
In: 
Durch Kampf zum Sieg! (71926; nur T, angepaßt auf die "Oberlandler vom 
Frankenregiment"); Blut und Ehre (1933); Heil Hitler! (1933; nur T, 0nA, 
Variante: "Ihr Jäger laßt erschallen"); Deutsche Lieder der NSBO und der 
DAF (21934; nur T, Variante s. o., 0nA); Unsere Fahne flattert uns voran 
(1934; onA); Singen (1937); Marschierende Jugend (21938); Das neue 
Soldaten-Liederbuch 3 (1941); Im gleichen Schritt und Tritt (1941; onA, 
weitere Variante auf das 1. Tiroler Jäger-Btl.); RJF, Unser Liederbuch 


D 1104 





(61941); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941); SS-Liederbuch (91941); 
Hellau! (1942). 
Wie das Kaiserjägerlied entstand ("Deutsche Liederkunde", Band 1, 
1939. S. 149 f.) 
Fliegerlied: Wir sind die jungen Soldaten, sind Deutschlands Kraft und 
Ehr (T: Flieger Knoppe). 
In: 
Kriegslieder des deutschen Volkes (1939). 
Wir Schützen sind gar lustge Leut (eigener T). 
In: 
Hellau! (1942). 
He, Buabn, an J uchzer drau (eigener T). 
In: 
Hellau! (1942). 
Als wir am Pasubio standen (eigener T). Kriegslied. 
Der Titel feiert die Kämpfe um den 2236 Meter hohen Monte Pasubio 
in den Trientiner Alpen 1916. 
Textprobe (1. Strophe): 
Ma) 

weißt du noch, mein Kamerad? 

wir den schönsten Lorbeer fanden, 

weißt du noch, mein Kamerad? 

Dröhnend ging es Tag für Tag, 

Krach auf Krach 

und Schlag auf Schlag. 

Als sollt der Berg in Fransen gehn, 

als machte sich die Hölle auf, 

als sprängen tausend Teufel drauf, 

wir hielten aus und blieben stehn, 

wir Jagersleut fürs Vaterland!" 
In: 
Hellau! (1942). 


Deppe, Frithjof 
Oelde/ Westfalen, 3. März 1913 - ? 

Sohn eines Volksschullehrers; Musikpädagoge. Er belegte zunächst zwei 
Semester Religionswissenschaft, nahm im April 1933 das Studium der 
Musikgeschichte an der Universität Berlin auf, seit April 1934 auch - mit 
Hauptfach Orgel - an der Akademie für Kirchen- und Schulmusik. 

Nach 1945 absolvierte er die Schulmusikerlaufbahn bis zum 
Oberstudienrat; Lehrer am Gymnasium Bad Salzuflen bis 1978. Dann hier 
i. R., 32105, Rudolf-Brandes-Allee 5 (Stand: Juni 2004). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.216.389, auf Antrag vom 30/X1/37. SA, 1933-34 
SA-Hochschulgruppe, 1935 bei der HJ -Rundfunkspielschar am 
Deutschlandsender. Von Juni 1936 bis Februar 1938, Juli 1939 bis 
4/X11/39 und 27/1V/41 bis 7/IV/43 hauptamtl. Mitarbeiter der HA Musik 


D 1105 





der RJF. 

Grenzlandfahrt der Rundfunkspielschar der RJF ("Musik und Volk" 
11/5, Juni-Juli 1935. S. 194-195). 

Zitat: 

"In der ersten Aprilwoche dieses Jahres weilten wir, 10 Kameraden 
von der Rundfunkspielschar der RJF, mit unserem musikalischen Leiter 
Wolfgang Stumme in der Grenzmark, um einmal einen Einblick in das 
Leben, die Sorgen und Nöte der dortigen Bevölkerung zu gewinnen und ihr 
das Bewußtsein wiederzugeben, daß wir im Reich zu ihnen gehören und 
sie zu uns, und daß wir gewillt sind, die Lücke, die in ihnen bisher fast ein 
Gefühl der Verlassenheit aufrecht hielt, gänzlich zu beseitigen. Wie konnte 
das besser geschehen, als dadurch, daß wir ein gemeinsames 
Volksliedsingen veranstalteten, um ihre Lieder zu hören und ihnen von uns 
aus Lieder zu bringen, neue Lieder, Ausdruck unserer Zeit, Soldatenlieder 
und Lieder echter deutscher Fröhlichkeit. 

(...) Wir haben unsere neuen Lieder in die Grenzmark getragen, dort 
sollen sie den in schwerem Kampf um Volkstum und Heimat stehenden 
Volksgenossen ein Wegweiser sein, deshalb fuhren wir hinaus, 
Hitlerjugend in die Grenzmark" (S. 194, 195). 

"Volksliedersingen" war nur eine Tarnbezeichnung; u. a. trugen die 
Berliner HJ-Sänger politische Lieder wie "Auf, hebt unsre Fahnen", "Erde 
schafft das Neue", "Immer stehen wir zusammen" und "Wir Werkleute all" 
vor. Die Gruppe bereiste Orte in der ehemaligen Provinz Posen, die als 
Folge des Wk. I an Polen gefallen war. 

Fliegt der erste Morgenstrahl (T: J. v. Eichendorff). Volkslied. Satz: F 

Deppe. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 12 (10. September 1936). 

Es blies ein Jäger wohl in sein Horn. Vorspiel zu dem Volkslied. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 6 (17. Juni 1937). 

Maria Theresia, zieh nicht in'n Krieg. Instrumentalsatz: F. Deppe. 

In: 

RJF, Musikblätter der H) 31/32 (1935). 

H. Baumann: In den Ostwind hebt die Fahnen. Bläsersatz: F. Deppe. 

In: 

RJF, Junge Gefolgschaft 3 (1938); Das Bannorchester (1939). 
Information: Deppe ignorierte eine Anfrage vom 20/X1/97. 


Depser 


Ernst-Röhm-Marsch (BR, 28/1/34, MZ der SA-Standarte R 16 "List", 
Dgt. Sturmhauptführer Bär). 

Der Titel feiert den Stabschef der SA (1887-1934), der weniger als 
ein halbes Jahr nach Sendung als Mordopfer Hitlers fiel; ein gutes 
Beispiel, wie datiert und kurzlebig Personenhuldigungen in der Musik sind. 


D 1106 





Der Abend naht, und die Herbstluft weht, Reifkälte spinnt um 
die Tannen (T: V. von Scheffel). Herkunft der Melodie unbekannt. Aus: 
Gollhardt, "Sankt Georg" (1931), verbreitet vor 1933 in den Bünden. Titel: 
Nordmännerlied. 

Textprobe (4. und 5. Strophe): 

"Steig auf und empfah unser 

reisig Geschlecht! 
Auf geschnäbelten Schiffen kommen 
die alten Götter, das alte Recht, 
die alten Nordmänner geschwommen! 


Wo der Feuerberg loht, Glutasche fällt, 

Sturmwogen die Ufer umschäumen; 

auf dir, du trotziges Ende der Welt, 

die Winternacht woll'n wir verträumen". 
In: 
Wir traben in die Weite (1931; Variante: "Der Abend kommt", T onA); Die 
weiße Trommel (21935); Niederdeutschland (1936); Siehst du im Osten 
das Morgenrot (1939; Komponist: R. Götz); Deutsche Lieder (1940; 
Variante S. 0.). 


Der abhandengekommene Christian = Wo mag denn nur 
mein Christian sein? 


Der 1870er Marsch. 
In: 
Deutsche Soldaten-Liedermärsche 2 (1933). 


Der Adebar, der Adebar, der hat 'ne lange Näs'! Kinderlied aus 
Ostpreußen. 
In: 
Kinderliedersingen 11 (1939; Klaviersatz: Hedwig Zöllner). 


Der alte Hanauer = Lebt denn der alte Hanauer 


Der April ist nicht zu gut, er schneit den Leuten auf den Hut. 
Kanon zu 3 Stimmen, aus "Musikalischer Hausfreund", 1822. Titel: April- 
Kanon 
In: 

Der Ring (1935); Lieder für Werk-Frauengruppen 4 (1937); Unsere Lieder 
10 (1938). 


Der Auerhahn = Steig ich den Berg hinauf 


D 1107 





Der Bauer = Wollt ihr wissen 


Der Bauer = Ich bin halt ein fröhlicher Bauer 


Der Bauer ist ein Ehrenmann, er bauet uns das Feld 
(T: G. W. Burmann). "Volkslied". 
Vgl. F. Nagler. 
In: 
Lieder der Arbeit (1934). 


Der Bauernstand der beste Stand (T: Grimmelshausen). 
In: 
Schaffendes Volk (1934). 


Der Baumeister = Kommt herbei und sehet an 
Der bayerische Flieger = Das muß man sehen, wie daß 
wir fliegen 


Der bayrische Marsch. 
In: 
Deutsche Soldaten-Liedermärsche 2 (1933). 


Der Bergmann = Wie könnte denn heute die Welt noch 
bestehen 

Der Bergsche Fuhrmann = Ja, der Bergsche Fuhrmann 

Der Berner Marsch = Trem, trem, trem, trä-ri-di wir wei 


freie Schwyzer si. 


Der Bettelmann = Bim bam bom! 
Der Bettelvogt = Ich war noch so jung und war doch so arm 
Der Birnbaum = Ein reifender Birnbaum rauscht im Wind 


Der blinde J ost hat ene Deren. Westfälisch ("Bettelhochzeit"). 


D 1108 





Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 
In: 
Niederdeutschland (1936). 


Der böhmische Wind = Ich hab mir mein Weizen 


Der Bonopartl is nimmer stolz. Tiroler Spottlied auf Napoleon. 
In: 
Hellau! (1942). 


Der Brief von deiner lieben Hand liegt jetzt vor mir (Lied in 
einem Feldlazarett) (T: Lt. Karl Rolle). 
Textprobe (3. Strophe): 
"So klingt der Sehnsucht Liebeslied 
voll Glück und Leid, 
wenn Herz von Herz 
das Schicksal schied 
für lange Zeit". 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Der Bub vom Elstertal = Ich bin der Bub vom Elstertal 
Der Bürstenbinder = Ein Bürstenbinder bin ich 
Der Butterräuber von Halberstadt = Durch des Huywalds 
Der Butzemann = Es tanzt ein Butzemann 
Der Choral von Leuthen siehe: Johann Crüger 

Der Choral vor Leuthen = Gib, daß ich tu mit Fleiß 


Der Christbaum ist der schönste Baum, den wir auf Erden 
kennen. Norddeutsches Weihnachtslied. 
In: 
Weihnacht im 3. Reich (1934). 


D 1109 





Der Coburger J osias-Marsch = Coburger J osias-Marsch 
Der Coburger Marsch siehe: Thiele 
Der Czaslauer Schneider = In Czaslau lebte einst 


Der (alte) Dessauer = AM |, 1 b, auf eine italien. Melodie (1740; 
aufgenommen 1928) (u. a. DtldS, 10/V11/33; Berlin, 12/VIIl/36, Militär- 
Festkonzert zur Olympiade, MK der Wachtruppe Berlin, Dgt. StMM F. 
Ahlers; RSdg, *1/V/37). Fassung: F. J. Breuer (1939) [EL]. 

Tondokument - vom 5/V11/34 - im DRA: 1570027-13. 

Ausführende: Kurt Bauer (Trompete) mit A. Lutter und seinem 
Orch. 

In: 

HM 2 (1933); Horst-Wessel- Marschalbum 1 (71933); [Sc] Das goldene 
Marschbuch (1933); Deutsche Wehr- und Soldatenlieder (1933); Jung 
Deutschland I (1933). 

Information: Dieser Titel, oft Friedrich II. von Preußen 
zugeschrieben, erklang schon 1706 in Turin, als brandenburgisch- 
preußische Truppen mit Fürst Leopold von Anhalt-Dessau siegreich 
einzogen. 


Der deutsche Gruß = Heil, Hitler, Heil! 
Der Deutschmeister = A Deutschmeister bin i 
Der dreieinige Gott = Wir glauben all an einen Gott 


Der Ebenseer Marsch. i 

Der Titel feiert einen Ort im Gau Oberdonau (Österreich). 
In: 
Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 23-27 (1940). 


Der edelste Schatz = Ein edler Schatz der Weisheit 


Der Eichhorn und die Eichhörnin, Kuckuck! Kuckuck! warn lange 
Zeit ein Herz und Sinn. Volkslied aus dem Kuhländchen in Mähren. Titel: 
Der Eichhorn mit seiner Eichhörnerin. 


D 1110 





In: 
Singkamerad (31935, 81937); NSLB, Unser Lied 2 (21935); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938; Variante); Stimmt an! Il (1939). 


Der eine blieb hier und der andere dort, wer weiß, wo im Lande 
die dritten. "Das Lied der Baltikumer", onA. 

Lied über die Freikorpskämpfe im Baltenland,. 

Textprobe (1. Strophe): 

") 

und doch sind wir alle in einer Schwadron 
einst gegen den roten Satan geritten". 
In: 
Folget der Fahne und dem Führer (1934). 


Der Eine singt ein Lied aus voller Brust, der Andre sang es nach 
mit Lust. Kanon zu 3 Stimmen, volkstümlich. 
In: 
Lieder der Arbeitsmaiden (1938). 


Der Elefant, tralala, tralala, ist weltbekannt. Scherzlied, onA. 
In: 
Der Kilometerstein (1934); RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936). 


Der Erntekranz = Mit lautem Jubel bringen wir 


Der erste Mann im ganzen Heer und seine schönste Zier. 
Kürassierlied. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Der erste Schulflug hat den Schein (T: Günter Praus). Fliegerlied, 
zur Melodie "Des Morgens, wenn ich früh erwach". Aufzeichnung nach dem 
Gesang der Truppe. Titel: Der erste Schulflug. 

In: 
Flieger sind Sieger (31941). 


Der Fahne treu! Das haben wir geschworen! Sie weht zum Kampf 
uns hoch und hehr voran. NS-Lied, onA. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Dem Hakenkreuz getreu bis in den Tod! 
Hört, deutsche Männer, 
Hitler stehet vor den Toren 


D 1111 





und hell erstrahlt der Freiheit Morgenrot". 
In: 
Unter Hitlers Fahnen (1932; nur T). 


Der Fahnenmarsch = Die Fahnen fliegen in den Tag 
Der Fähnrich = Es war einmal ein Fähnrich 
Der Fährmann = Wer wird uns bringen 
Der Fahrstuhl = Im Kaufhaus und im Wolkenkratzer 
Der Faltrock = Es ließ sich ein Bauer ein Faltrock schneidn 
Der Fanfarenzug (Anthologie) siehe: H. Majewski 
Der Feierabend-Kanon = Bim, bam 
Der Feldjäger = Ein schwarzbraunes Mädchen hat ein 
Der Feldpostbrief = Der Brief von deiner lieben Hand 
Der Feldsoldat = Hoch am Gewehr den Blumenstrauß 
Der Flak-Artill'rist = Ich stand wohl vor der Türe 


Der Fleischer mit der Fleischbank, der macht halt den Anfang in 
das Himmelloch hinein. Volkslied aus Schlesien, aufgez. 1910 in der 
Grafschaft Glatz, aus: Georg Amft, "Volkslieder der Grafschaft Glatz" 
(1911). 

In: 

Der Kilometerstein (?1937); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 
17-18 (1937); Die Fahrt (1937); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Auf 
großer Fahrt (1938); RJF, Liederblatt der HJ) 47 (1938), 83/84 (1939); 
Volksliedsingen im Schulfunk 6 (23. Juni 1938); Unsere Lieder (71938); 
RJF, Musikblätter der HJ) 83/84 (1939); Morgen marschieren wir (1939); 


D 1112 





SS-Liederbuch (1940, 91941); Lied über Deutschland (?1941); RJF, Unser 
Liederbuch (61941); Liederbuch der Kriegsmarine 3 (1941); Deutsche 
Jugend im Osten 1 (1943). 


Der fliegende Adler = Wir tragen den fliegenden Adler 

am Rock 
Der Florian = Gebt uns a Holz 
Der Flug in die Ehe = Kommst du, Jüngling, in die Zeiten 
Der Freiheitssänger siehe: Franz Pollak 
Der Freikorpsmann = Sind wir verfemt in allen Landen 
Der Friedhof von Santa Lucia = Schlaft wohl auf Santa 


Lucias Friedhof 


Der Frontchor (Anthologie) siehe: Hanns Mießner 


Der Frosch sitzt in dem Rohre, der dicke breite Mann (T: G. Ch. 
Dieffenbach, 1822-1901). Kinderlied onA. 
In: 
NSLB, Unser Lied 1 (31935); Lieder für die Grundschule (1938). 


Der Frühling kehrt wieder. 
In: 
Vorwärts! Vorwärts... (1935). 


Der Früohling = Im Früohling ganz bsondar 


Der Führer eint das Vaterland. Zum Danke heben wir die Hand 
(T: onA). Huldigungslied, zur Melodie eines alten Militärmarsches. Aus: 
Otto Scholz, "Jungdeutschland". Titel: Heil Hitler! 
In: 
Lieder für Schulfeiern 13 (1936). 


Der Führer hat gerufen = Das Banner fliegt, die Trommel 


D 11183 





Der Führer hat gerufen (Anthologie) siehe: G. Pallmann 


Der Führer ruft, das Banner fliegt (T: Prof. Carl Langhorst). NS- 
Lied, 0onA; Melodie angeblich vom Texter. 
Vgl. C. Langhorst. 
In: 
S.A. Liederbuch (1933); Wir singen (1934). 


Der Führer ruft = Wie einst in alten, stolzen Tagen 


Der Fuhrmann auf der Straßen. Volkslied aus Schwaben. 
In: 


Schwäbisches Liederbuch (41938). 


Der Fuhrmannssohn = Bin init a lustiger Fuhrmannssohn? 


Der "Fünfstimmige". 
In: 
Hellau! (1942). 


Der furchtsame Jäger = Der Jäger längs dem Weiher 
Der Gänsedieb = Fuchs, du hast die Gans gestohlen 
Der Gardeschütz = Ich bin ein Gardeschütz 


Der General Bumbum. Kinderlied. 
In: 
Singkamerad, Anhang München (1939). 


Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte (T: E. 
M. Arndt, 1812), 3stimmig, der Pavierweise "Was wölln wir aber heben an" 
(Hans von Würzburg, 1525) aufges. von G. Pallmann (Potsdam, 1934, zur 
*Reichssingewoche der DAF und der Dt. Studentenschaft) [B]. Titel: Die 
Knechtschaft hat ein Ende. 
Vgl. A. Methfessel. 

Erläuterung ("Lieder für Alle 13"): 
"Arndts mächtige Verse passen schlecht in dem Hurrageklingel der 


D 1114 





gebräuchlichen Weise von A. Methfessel, die besser zwischen die 
Bierbänke der Kegelclubs von gestern gehört, als in die Kolonnen der 
jungen Mannschaft von morgen". 

In: 

Lieder für Alle 13 (1934); Glück ab, Kameraden! (1935); NSLB, Unser Lied 
2 (21935); Lieder des Volkes (61936); RJF, Unser Liederbuch (1941). 


Der Grenadier = Die Trommeln und die Pfeifen, die haben 
ein laut Getön 


Der grimmig Tod mit seinem Pfeil tut nach dem Leben zielen (T: 
nach dem Paderborner Gesangbuch, 1617). Totentanzlied aus der Pestzeit 
zur Melodie der erstmals 1535 mit einem ev. Choraltext gedruckten 
"paffier weiß". Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 

In: 

Lieder zur Toten-Gedenkfeier (1934); Wohlauf Kameraden (1934); Das 
Männerlied (1934); Das Männerlied (1934); Stimmt an! (1934); Glück ab, 
Kameraden! (1935); Die weiße Trommel (?1935); Der Ring (1935); 
Deutsches Frauenliederbuch (1935); NSLB, Unser Lied 2 (21935); Lobeda- 
Singebuch 1 (1936). Werkleute singen (1936); Lieder des Volkes (61936); 
Unser das Land (1937); Deutsche Musik A, B (1941); Lied über 
Deutschland (?1941); Lieder unseres Volkes (1943); Mein Schätzlein hör 
ich singen (1944); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 57 (1944). 


Der Große Zapfenstreich, mit Massengesang "Ich bete an die 
Macht der Liebe" (DtldS/ RSdg, *1/V/33, von der Feier der nationalen 
Arbeit, Tempelhofer Feld in Berlin; Schwerin-Zippendorf, 13/VI11/33, dem 
Gauleiter und Reichsstatthalter von Mecklenburg-Schwerin zu Ehren, von 
der Bordkapelle des Linienschiffs "Schleswig-Holstein" und fünf SA- 
Kapellen, Dgt. MM O. Bismarck; Nürnberg, *11/1X/38, beim RPT nach 
Hitlers Schlußrede unter Beteiligung aller MK; Berlin, *19/1V/39, 
Wilhelmsplatz, mit anschließendem Vorbeimarsch der Wehrmacht am 
Führer; Versailles, 3/VI1/40, im Innenhof des Schlosses; München, 
*20/1V/41, vor der Feldherrnhalle). Aufnahme: NS-Schallplatten-Industrie 
2005 (1933). 

Tondokument (von der Trauerparade für Paul von Hindenburg) - 
6/V111/34 - im DRA: 1570018-28. 

Ausführende: die verein. Reichswehrkapellen. 


Der Gugger = Bei der schönsten Sommerszeit 


Der gute Kamerad. Marsch. 
In: 
Deutsche Soldaten-Liedermärsche 1 (1933). 


D 1115 





Der Gutzgauch auf dem Zaune saß, es regnet' sehr, und er ward 
naß. Alte Volksweise, aus: Forster, "Frische teutsche Liedlein" II (1540). 
Vgl. Der Kuckuck auf dem Zaune saß; De Kuckuck op dem Tune satt. 
In: 
NSLB, Unser Lied 2 (21935); Deutsche Lieder (1940); DAF, Singendes Volk 
14 (September 1942). 


Der Hahn mit seinem Schreien. Nach dem Hymnus "de Dominica 
ad Laudes in hieme" von Ambrosius, Bischof zu Mailand, hgb. vom 
braunschweigisch-lüneburgischen Landfiskal Franziskus Algermann, 1525; 
zur Melodie "Entlaubet ist der Walde". Titel: Morgengruß. 

In: 
Unser das Land (1937). 


Der Handwerksmann tut seinen Fleiß. Altes Handwerkerlied, 
aus: Paul Kenz, "Güldener Handwerksboden" (1629). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Bloß wegen so viel Müßiggangs, 
der Teurung Ursach 
und des Zwangs, 
da viele sich der Arbeit scheun, 
findt sich so vieles Unheil ein". 
In: 
Lieder der Arbeit (1934). 


Der Hase als Segelflieger = Ein Hase saß 


Der hat vergeben das ewig Leben siehe: V. Rathgeber 


Der Heiland ist geboren, freu dich, du Christenheit. Krippenlied 
aus Oberösterreich, vor 1881. 
In: 


Das Männerlied (1934); NSLB, Unser Lied 2 (21935). 


Der helle Tag = Wach auf, meins Herzens Schöne 


Der helle Tag bricht an. Altes Rekrutenlied aus Franken. 
Textprobe (2. Strophe). 

"Nach Würzburg wurd ich geführt, 

unters Maß habens mich stalliert; 

das kann sich einer denken, 


D 1116 





dems selber ist passiert". 
In: 
Soldatenliederbuch (41940). 


Der Herbststurm weht übers Stoppelfeld, er weht über Acker 
und Brache. Antikirchliches NS-Lied, onA. 
Textprobe (5. und 6. Strophe): 
"Die Zeit verging, der Pfaffe blieb, 
dem Volke die Seele zu rauben; 
und ob er's römisch, 
ob lutherisch trieb, 
er lehrte den jüdischen Glauben. 


Doch sind nun die Jahre 
des Kreuzes vorbei, 
das Sonnenrad will sich erheben; 
so werden durch Gott 
wir endlich frei, 
der Heimat die Ehre zu geben". 
In: 
Liederbuch der SA (1936; nur T; Variante: "fährt übers Stoppelfeld"); 
Flieger-Liederbuch (1938; nur T); Siehst du im Osten das Morgenrot 
(1939; nur T, Variante: "Herbstwind", zur Melodie "Die Glocken stürmten 
vom Bernwardsturm"). 


Der Herr erhör euch in der Not, der Sohn Gottes, Herr Zebaoth. 
Protestantisches Bittlied. Titel: Der 20. Psalm. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Wer Gott, Ehr, Tugend, Vaterland 
treulich meint, der regt 
nun sein Hand. 
Es gilt jetzt deutscher Nation 
und heilgem Evangelion. 
Also im Namen Christi 
wir aufrichten fröhlich das Panier". 
In: 
Christliche Kampflieder der Deutschen (1933; onA). 


Der Herrgott thront überm Sternenzelt. Flieger-Kanon zu 4 
Stimmen, onA. 
Textprobe: 
"Der Herrgott thront überm Sternenzelt, 
der Flieger wohnt in der Wolkenwelt, 
für Deutschland immer bereitgestellt, 
das Banner steht, 


D 1117 





wenn der Mann auch fällt". 
In: 
Glück ab, Kameraden! (1935). 


Der Herr Soldat = Hiaz bin i schon a Herr Soldat 


Der Herr wird uns erlösen. Bittlied. 
In: 
Heilig Vaterland (1934). 


Der Herzog = Wohlauf, ihr Christen, freuet euch 
Der Hitlerkamerad = Als die goldne Abendsonne 
Der Hohenfriedberger Marsch siehe: Preußen 


Der Holderstrauch der Holderstrauch, der blühte einst im Mai (T: 
Karl Römer, Siebenbürgen). Liebeslied, onA. 
In: 
Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934; nur T). 


Der Huhnbfalz = Bua, wann d'willst 


De richtige Seemann = Hurra, dat Seefahrn 


Der in den Krieg will ziehen, der soll gerüstet sein (T: Jörg 
Graff?). Kriegslied zur Melodie "Der Schüttensam, der hett ein Knecht", 
Fliegendes Blatt vor 1530. Aus den "Souterliedekens", 1540. Auch in: L. 
Uhland, "Alte hoch- und niederdeutsche Volkslieder" (Stuttgart, 1844/46). 
Titel: Ein New Lied von dem Landsknecht auf der Stelzen. 

Textprobe (5. Strophe): 

"Ei werd ichs dann erschossen, 
erschossen auf breiter Heid, 
so tragt man mich 

auf langen Spießen, 
ein Grab ist mir bereit; 
so schlägt man mir 

den Bummerleinbum, 

der ist mir neunmal lieber, 


D 1118 





denn aller Pfaffen Gebrumm". 
In: 
Wohlauf Kameraden (1934); Glück ab, Kameraden! (1935); Lied über 
Deutschland 3 (1940); Sing- und Spielmusik für Jugend und Volk 10 
(1940); Deutsche Musik A, B (1941). 


Der Infantrist = Die höchste Gunst beim Publikum 


Der Jäger aus Churpfalz. Melodie und Text um 1830 von Ditfurth 
in Schweinfurt aufgez. 
Vgl. Ein Jäger aus Kurpfalz. 
In: 
Glück ab, Kameraden! (1935). 


Der Jäger aus Kurpfalz. Jägerlied und Marsch, auch Kanon zu 2 
Stimmen. 

Vgl. Ein Jäger aus Kurpfalz. 

In Marschversion war die Melodie das akustische Signet von 
Reichsjägermeister Göring und kündigte dessen öffentliche Auftritte in 
dieser Funktion an. 

In: 

Deutsche Volks- und Kampflieder für die HJ und das J ungvolk (1933); 
Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); NSLB, Unser Lied 1 (31935); 
Kinderliedersingen 15 (1937); Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940; 
in zwei Satzversionen: F. Stein, A. von Othegraven); Kamerad sing mit! 
(1940); RJF, Musikblätter der H) 101/102 a (1941). 


Der Jäger in dem grünen Wald, da sucht er Tierleins Aufenthalt. 
Jägerlied aus Schwaben und dem Elsaß, mündl. überliefert, seit 1830 
allgemein bekannt, u. a. in "Der Zupfgeigenhansl". Titel: Strahlloses 
Mägdelein oder Strahläugiges Mägdelein. 

In: 

Das Soldatenlied (1932); Wir wollen singen (1933); Deutsche Volks- und 
Kampflieder für die HJ und das Jungvolk (1933); Singendes Volk 4 (1933); 
Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Ähre und Spaten (1934; nur T, 
Variante: "der sucht des Tierleins"); Stimmt an! (1934); Treu unserm 
Volke (1934); Liederbuch des Turner-Musikant (1934); DSB, Singendes 
Volk 8 (1935); Vorwärts! Vorwärts...(1935); NSLB, Unser Lied 2 (21935); 
Werkleute singen (1936); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Das Lied 
im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Liederbuch der Wehrmacht (1937); 
Neues Singen 3 (1938); Schwäbisches Liederbuch (41938); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938); RJF, Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel 
(1938); Unsere Lieder (71938); Marschierende Jugend (21938); Das neue 
Soldaten-Liederbuch 2 (1939); Deutsche Lieder (1940); Lied über 


D 1.112 





Deutschland 3 (1940); Das zweite neue Soldaten-Liederbuch (1940); 

Lose Blätter 601/602 (1941); RJF, Liederblatt der HJ 101/102 (1941); RJF, 
Musikblätter der HJ) 101/102 (1941); Lied über Deutschland (?1941); Im 
gleichen Schritt und Tritt (1941); RJF, Unser Liederbuch (61941); 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 39-42 (1942); Kameradschaft 
im Lied 25/26 (1943); Lieder unseres Volkes (1943). 


Der Jäger längs dem Weiher ging = Ein Jäger 
Der J agersbue = Seht des Liebchens roten Mund 
Der Jugend = Wir brauchen eine Jugend 
Der junge Chor (Anthologie) siehe: H. Kohlheim 


Der Käppen, der Stürmann, der Bootsmann und ich _ siehe: 


G. Schulten 
Der Kehraus = Dr Kehrüs, dr Kehrüs 
Der Kehraus = Als der Großvater die Großmutter nahm 
Der Kesselsdorfer = Marsch der Kursächsischen Leibgarde 
Der Kilometerstein (Anthologie) siehe: G. Schulten 
Der kleine Tambour Veith = Bin der kleine Tambour 


Der Kleinwalser J odler. 
In: 
Hellau! (1942). 


Der klingende Tornister. Neue Soldatenlieder des Soldatenfunk 
"Nordwest", Nr. 1-12. Hgb.: [SR] (Den Haag, 1944). 
Inhalt: 
1. Werner Kern: (Stolze Infanterie) Panzer und Flieger machen's nicht 
allein. Marschlied. 


D 1120 





2. W. Bochmann: (Die alte Segelmarie) Aber wir, wir singen das alte Lied 
(T: H. U. Metzger). Seemannslied. 

3. Werner Schmidt: (Über uns die Sterne) Jeden Abend, Liebste (T: H. U. 
Metzger). 

. W. Kern: (Kleine Anni) Anni, sag auf Wiedersehn. Marschlied. 

. W. Bochmann: Alle Straßen der Welt (T: H. U. Metzger). 

. Oskar Wolff: Wir saßen zusammen im Urlauberzug (T: H. U. Metzger). 
. W. Kern: Kamerad, mit dir marschieren (eigener T). Marschlied. 

. Verhoeven: Mädel im Heimatland. 

. Oskar Wolff: Jäger, gib mir deine Hand (T: H. U. Metzger). Marschlied. 
10. Helmut Laue: Weit übers Meer. Lied zum Schifferklavier. 

11. Winfried Schmitz: SF-Zug Heimat. 

12. Heinz Gondersen: Gute Nacht, ihr Soldaten... 


vo ou» 


Der Knechtschaft Ende = Seht die heil'ge Fahne wallen 


Der König fragte die Tochter sein: Wer soll nun dein neuer Gatte 
sein? "Reckenlied" von den Färöern. Aus: H. Möller (Hgb.), "Das Lied der 
Völker". Titel: Herr Ole. 

In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 18 (3. Dezember 1936); Deutsche Musik A, 
B (1941). 


Der König von Preußen hat Leut', die sind dem Teufel gleich. 
Kriegslied, onA. In: Ditfurth, "Die historischen Volkslieder des 
siebenjährigen Krieges" (Berlin, 1871). 

Textprobe (3. und 4. Strophe): 

"Der Kommandant von der Stadt, 
der viel Kouragi hat, 
kohlrabenschwarz, 
der ließ ihm wieder 'naussagen, 
er tät sein Leben dran wagen; 

er gab s' ihm nit. 


Drauf fing das Bombardement an, 

wie mans nur wünschen kann, 

kohlrabenschwarz, 

Hundert und noch neununddreiß 

Bomma ham sie eingeschmeißt: 
Etsch! hams aber nit kriegt." 

Das Lied behandelt den - vergeblichen - Versuch des österr. 
Feldmarschalls Laudon, im Zuge der Rückeroberung Schlesiens 1760 die 
von Tauenzien gehaltene Stadt Breslau einzunehmen. Laudon ist im Text 
nicht genannt, jedoch als "General Bärenklau" verhöhnt. 


D 1121] 





In: 
Schlesisches SA-Liederbuch (?1933); Soldatenlieder (1934); Soldaten 
singen (1936). 


Der König von Sachsen hat es selber gesagt, daß die hübschen, 
jungen Burschen müssen werden Soldat (T: Sächsisches Liederblatt 
1911), zu einer Melodie bei Ditfurth, "Fränkische Volkslieder" II (1855). 
Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 

In: 

Blut und Ehre (1933); 100 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder 
(1934); Soldatenlieder (1934); Die weiße Trommel (21935); Soldaten 
singen (1936); Kommt, singt und klingt (1937); Lied über Deutschland 
(1937, ?1941); Singen (?1937); Lied über Deutschland 3 (1940). 


Derksen, Bernhard 
Essen, 26. April 1896 - Essen, 3. Januar 1965. 
Schüler von A. Reisenauer und F. Busoni, Tonkünstler in Berlin-Dahlem, 
Pianist, ferner Leiter einer Unterhaltungskapelle am Deutschlandsender. 
Nach 1945 weiterhin in Berlin, dann in Hamm-Sieg und zuletzt seit 
29/1X/64 in Essen i. R. 
Werke: u. a. Lieder und Orchesterstücke; Charakterstücke, so 
"Rumpelstilzchen", "Klabautermännchen". 


NSDAP seit 1/11/32, Nr. 925.293. 

Deutschlands Heldensöhne. Marsch (Werag, 19/11/33; RS Berlin, 
28/111/40). 

Sonnige Ostmark. Marsch (RS Köln, 10/1/40). 

Kameradschaft und Tradition. Marsch. Für Blasmusik: B. Kutsch 
(1940) [B&B]. 

Niel: Es blitzen die stählernen Schwingen. Kriegsmarsch. Für 
Akkordeon: B. Derksen (1941) [B&B].. 

Windt: Wenn deutsche Soldaten marschieren (Auf den Straßen des 
Sieges). Kriegslied. Für Akkordeon und Gesang: B. Derksen (1941) [B&B]. 
Windt: Hundert Mann und Lieselotte. Marschlied. Für Akkordeon und 
Gesang: B. Derksen (1941) [B&B]. 

Information: FA. Der Standesbeamte Stuhldreier, Essen I (8/X/97), 
verweigerte mit Berufung auf das verfälschte PStG 8 61, also 
gesetzwidrig, die Angabe des Todesdatums. Damit raubte er dem Künstler 
das postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog 
den Lexikographen um sein Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. 
Der künstlerische Nachlaß Derksens, den die Witwe 1969 der Folkwang- 
Schule übergeben hatte, ist verschollen (Vgl. Vor sieben Jahren 
verschwanden Noten. "Westdeutsche Allgemeine Zeitung", 27/IX/77). 


D 1122 





Der Kuahdreck. Aus Tirol. 
In: 
Hellau! (1942). 


Der Kuckuck = Gehn miar außi in Wald 


Der Kuckuck auf dem Zaune saß, es regnete, und er ward naß. 
Altes Hochzeitslied, 16. Jh, aus Niedersachsen, Westfalen, Schlesien. 
Melodie bei: G. Forster, "Frische teutsche Liedlein" (Nürnberg, 1540). Auch 
in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 
Vgl. De Kuckuck op dem Tune satt. 
In: 
DSB, Singendes Volk 21 (1937); Lieder der Arbeitsmaiden (1938; 
Variante: "auf dem Baume"); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 
23-27 (1939), 43-49 (1942); Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch 
Freude" 23-27 (1940); Singende Mannschaft (1940); Lied über 
Deutschland (?1941; Variante: "Zaune saß, da kam ein Schaur"). 


Der Kuckuck auf hohem Birenbaum. Volkslied aus Schwaben. 
In: 


Schwäbisches Liederbuch (41938). 


Der Kuckuck, der fliegt rüber und nüber. Aus Nordmähren. 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 103/104 (1941); RJF, Musikblätter der H) 103/104 
a(1941). 


Der Kuckuck fliegt über mein Schatzla sein Haus. Fränkisch. 
Aus Ditfurth: "Fränkische Volkslieder". Auch in: Hensel, "Das aufrecht 
Fähnlein". 
In: 
Wir singen (1934); Unser das Land (1937); Singkamerad, Anhang 
Mainfranken (1937). 


Der Kuckuck und der Esel, die hatten großen Streit, wer wohl am 
besten sänge. Scherzlied. 
In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); J ungvolk-Lieder 
(1934); Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); 
Singkamerad, Anhang München (1939). 


D 1128 





Der Kuckuck und der Jäger, onA. 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 32 (1938). 


Der Landchor (Anthologie) siehe: Walter Lott 


Der Landsknecht auf Stelzen = Ein New Lied 


Der Lenz beginnt, die Blumen blühn so bunt schon auf der Au'n. 
Wanderlied, onA zur Melodie. 
In: 
Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934; nur T). 


Der Lenz ist angekommen siehe: Johannes Dürrner 


Der Lenzing schleußt nach alter Weis (T: teilweise nach Hans 
Rosenplut, 1430-1460, bearb. von H. Fischer), auf eine Volksmelodie von 
1540. 

In: 
Lied über Deutschland (21941). 


Der letzte Gruß = Frühling, o goldne Zeit! 


Der liebste Buhle, den ich han, der liegt beim Wirt im Keller. 
Trinklied. 
In: 
Lobeda-Singebuch 1 (1936); DSB, Singendes Volk 22 (1937); Flieger- 
Liederbuch (1938; nur T, 0nA). 


Der Lindenschmied = Es ist nit lang 


Der lippische Schützenmarsch. Regimentsmarsch 55 (Werag, 15/ 
V11/33, von Schallplatten). 


Der lustige Jager = Und d'Gamsal an Gwänd 


Der lustige Schütz. = An Gamsbock han i g'schoss'n 


D 1124 





Der lustige Wildschütz. Jägerlied, 0nA. 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 49 (1938). 


Der mächtigste König im Luftrevier ist des Sturmes gewaltiger 
Aar (T: Keller). "Seeräuberlied" aus dem Wk. I, von U-Boot-Matrosen 
adaptiert, in: Sotke, "Unsere Lieder", Gollhardt, "St. Georg". Auch auf 
Schallplatte Grammophon 10164 E (März 1934, MK der Leibstandarte AH 
und ein Standartenchor, Dgt. H. Müller-John). Titel: Der mächtigste König 
im Waldrevier. 
Textprobe (1. Strophe): 
"Cd) 
Die Vöglein erzittern, vernehmen sie nur 
sein rauschendes Flügelpaar. 
Wenn der Löwe in der Wüste brüllt, 
dann erzittert das tierische Heer. 
Ja, wir sind die Fürsten der Welt, 
die Könige auf dem Meer. 
Tiralalala". 
In: 
Unter Hitlers Fahnen (1932); Wir wollen singen (1933); Heil Hitler! 
(1933); Blut und Ehre (1933); Das Lied des Arbeitsdienstes (1933); 
Deutsche Volks- und Kampflieder für die HJ und das J ungvolk (1933); 
Schlesisches SA-Liederbuch (?1933); S.A. Liederbuch (1933; Variante: 
"König auf weiter Flur"); Trum, trum (21933); Neues Deutschland 1 
(1933); Freiheitslieder des Dritten Reiches für Schulen (1933); Jung 
Deutschland II (1933); Liederbuch des Turner-Musikant (1934); Flieger- 
Lieder, Flieger-Landesgruppe II (1934; nur T); 100 ausgewählte SA- 
Sturm- und Marschlieder (1934; nur T); Lieder der SS Pommerns (1934); 
Soldatenlieder (1934); Liederbuch der SA-Marine (1934); Singkamerad 
(21934, 31935, 81937); Arbeitsdienst-Liederbuch (1934); Jungvolk-Lieder 
(21934); Deutschland über alles! 2 (1934); Lieder der Pommerschen SA 
(1934); Treu unserm Volke (1934); Ähre und Spaten (1934); Was die SA 
singt (1935); Deutsches Marine-Liederbuch (1935; mit Variante "... auf 
weiter Flur"); Vorwärts! Vorwärts... (1935); Was Deutschland singt 
(1936); Wir werden weitermarschieren (1936); Soldaten singen (1936); 
Soldaten-Liederbuch (1936); Singen (?1937); Wir wandern und singen! 
(1937); Liederbuch der Wehrmacht (1937); Marschierende J ugend 
(21938); Liederbuch der SA (91938); Liederbuch der Luftwaffe (1939, 
1940); Das neue Soldaten-Liederbuch 2 (1939); SA-Liederbuch (?1939); 
Siehst du im Osten das Morgenrot (1939; nur T); Liederbuch der 
Kriegsmarine 2 (1940); Soldatenliederbuch (41940); SS-Liederbuch 
(61940, 91941; Variante: "Herren der Welt"); Lied über Deutschland 3 
(1940); Liederbuch der Bundeswehr (1958, 1963, 1976). 


D 1123 





Der Mai, der Mai, der lustige Mai, der kommt herangerauschet. 
Lied beim Aufrichten des Maibaums, aus dem Siebengebirge, zuerst 1847 
aufgeschrieben. Kernlied. 
In: 
Die Müttersingstunde (1935; onA); Schlesische J ugend singt (1936); Wir 
wandern und singen! (1937); Unser das Land (1937); RJF, Wir Mädel 
singen (1937, 21938); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 12-13 
(1937); Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 12-13 (1938); 
RJF, Liederblatt der HJ 34 (1938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); DSB, 
Singendes Volk 31 (1939); Stimmt an! I (1939); Volksliedsingen im 
Schulfunk 3/3 a (11. Mai 1939;); Lied über Deutschland (?1941); 
Klingend Erbe (1941). 


Der Maien, der Maien, der bringt uns Blümlein viel (Der mayen, 
der mayen, der pringt uns plümelein vil) (T: Hans Sachs, aus dem 
Fastnachtsspiel "Der Neydhart mit dem Feyhel", 1562). Frühlingsreigen, 
mixolydische Melodie aus "Geistliche Ringeltentze", 1550, oder im Ton "Ein 
schöner Abendregen". Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 

In: 

Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Liederbuch für Dt. Frauen und 
Jungmädchen-Verbände (1934; nur T, original); Deutsches 
Frauenliederbuch (1935); Unser das Land (1937; Titel: Reigen ums erste 
Veilchen); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Deutsche Musik A, B (1941; 
Variante: "Der meie"). 


Der Mäi ist gekommen siehe: J. W. Lyra 


Der Maäi ist gekommen, und das ist ja was! Es grünet jetzt alles in 
Laub und in Gras (T: Volksmund, Schweizerisch, hochdt. von W. Hensel). 
Maienlied aus Bern, vor 1818. Zuerst in: G. J. Kuhns und J. R. Wyss, 
"Sammlung von Schweizer-Kühreihen und Volksliedern" (Bern, 31818). 
Variante " und das ist ja wahr!" Titel: Das Maylied. 

Es handelt sich um ein altes Ansinge- und Heischelied. 
In: 
Deutsche Feierklänge (1935); Deutsches Frauenliederbuch (1935); Lieder 
des Volkes (61936; Variante); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); 
Klingend Erbe (1941); Lieder unseres Volkes (1943). 


Der Maien ist kommen. Frühlingslied. 
In: 
NSLB, Unser Lied 1 (31935). 


Der Mai tritt ein mit Freuden, hinfährt der Winter kalt. 


D 1126 





Frühlingslied, Satz aus Georg Rhau, "Bicinia Germanica" (1545). 
In: 
Lobeda-Singebuch 1 (1936). 


Der Maurer = Und wenn das Glöcklein 


Der Mensch hat nichts so eigen (T: S. Dach), zur Melodie "In 
allen guten Stunden". 
Vgl. Heinrich Albert. 
In: 
Das Lied des Arbeitsdienstes (1933; nur T). 


Der Mensch soll nicht denken, wer da trinkt, der ist schlecht. 
Trinklied, onA. 
In: 
Heil Hitler! (1933); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934; nur 
T). 


Der Mensch soll nicht stolz sein. (T: nach Karl Elmar). Volkslied 
aus Hessen. Eine Fassung der Melodie wird Franz von Suppe 
zugeschrieben 
In: 

Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Der Mensch soll nicht stolz sein auf Glück und auf Geld (T: Karl 
Elmar, 1855). Melodie nach Franz von Suppe. 
In: 
Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934). 


Der Mollwitzer Marsch siehe: Preußen 


Der Mond ist aufgegangen siehe: M. Haydn, J. A. P. Schulz 


Der Mond steht in den Gassen, ade, mein Schatz, ade! (T: 
Klabund). "Altes Reiterlied", 0nA. 
In: 
Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937; nur T). 


Der Mord an der Hulda = War einst ein Forsteleve 


D 1127 





Der Morgenstern = O Christe Morgenstern 


Der Morgenstern ist aufgegangen. Altes Tagelied, 16. Jh, nach 
einem niederdeutschen Liedblatt, Fassung: Fr. Wüllner. Melodie nach M. 
Praetorius, 1609. 

In: 
Deutsche Musik B (1941). 


Der Morgen tagt, die Sonne lacht. Hell glänzt die weite Welt (T: Lt. 
Otto Zimmer). Panzerjägerlied, zur Melodie "Stolz weht die Flagge" 
(Thiele). 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Der Motor dröhnt. 
Die Erde schwankt. 
Der Tod kommt 
schnell herbei! 
Er droht und höhnt. 
Doch niemals bangt 
die Panzerjägerei! 
Ein jedes wildes Panzertier 
vor unsern eigenen Reihn, 
das schießen und 
das treffen wir 
und werden Sieger sein! 
Ja, Panzerjäger halten stand, 
sie haben frohen Mut. 
Für unser deutsches Vaterland 
unser Leben und unser Blut!" 
In: 
Liederbuch der Wehrmacht (1937; nur T). 


Der Münchner Umgang = Woll'n mer net zum Umgang gehn 


Der Musikerzieher. Nachfolgetitel der "Deutschen Tonkünstler- 
Zeitung". Hgb.: H. Abendroth, W. Gieseking, B. Kittel und C. Wendling; 
Schriftleiter: H. Just [Sc]. Stellte mit Jg. XXXIX/6, März 1943, das 
Erscheinen ein und ging in "Völkische Musikerziehung" auf. 


Der Mutter = Wir heißen dich willkommen 


Der Narrentanz = Ein läppisch Mann 


D 1128 





Der Page von Hochburgund = Ich bin der Page von 
Hochburgund 


Der Pappenheimer Marsch = AM |, 100 und III, 138 (um 1645; 
Berlin, 12/VI111/36, Militär-Festkonzert zur Olympiade, MK der Wachtruppe 
Berlin, StMM Ahlers; Litzmannstadt, 26/V1/40, MK der Standortkdtr., StMM 
Klamberg). 

Der Titel feiert Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim (1594-1632), 
Feldmarschall, kaiserlicher Reitergeneral, der in der Schlacht bei Lützen 
gegen die Schweden fiel. 

In: 
HM 2 (1933); [Sc] Das goldene Marschbuch (1933); Jung Deutschland II 
(1933); [Sc] Neue Marschmusik II (1934). 


Der Papst lebt herrlich auf der Welt, es fehlt ihm nie an 
Ablaßgeld. 
In. 
Flieger-Liederbuch (1938; nur T, 0onA). 


Der Pariser Einzugsmarsch siehe: J. H. Walch 


Der Piefke lief die Stiefel schief. Soldatenscherzlied, zur Melodie 
des Königgrätzer Marsches, auch Kehrreim zu "Brüder, Brüder, wir ziehen 
in den Krieg". 

In: 
Soldatenlieder (1934); Der Kilometerstein (?1937). 


Der Postillon. Spielstück für Blockflöte. 
In: 
NSLB, Unser Lied 1 (31935). 


Der Postknecht = Abr ii fahr 


Der Preußen König hat gar viel Soldaten (T: 0onA, zuerst gedruckt 
in Ludwig Jahn, "Deutsche Wehrlieder"). Kriegslied, Melodie aus 
Ostpreußen. Bläsersatz, 1936: F. Dietrich [B]. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Abends Baß und Geigen, 
mittags Pfeif und Trommel, 
und den lieben langen Tag 
bei Trompetenschalle". 
Das Lied fälscht den "großen Krieg" in eine Lustpartie um. 


D 1122 





In: 

Kämpfende Mannschaft (1934); DSB, Singendes Volk 2 (1934); Lieder für 
Alle 16 (1934); RJF, Musikblätter der HJ) 35 (1935), 83/84 (1939); NSLB, 
Unser Lied 1 (31935); RJF, Liederblatt der H) 35 (1936), 83/84 (1939); 
Werkleute singen (1936); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 
32-33 (1937), 39-42 (1942); Lied über Deutschland (1937, >1941); 
Volksliedsingen im Schulfunk (14. Januar 1937), 26 (30. März 1939); 
Unsere Lieder 2 (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); 
Marschierende Jugend (21938); Neues Singen 3 (1938); RJF, Unsere 
Lieder-Weimar (1938, nur T); Das Bannorchester (1939); SA-Liederbuch 
(21939); Singende Mannschaft (1940); Es leben die Soldaten 6 (1940); 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); Lied über Deutschland 3 
(1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); Deutsche Musik A, B (1941); 
Heute wollen wir ein Liedlein singen (41941); RJF, Unser Liederbuch 
(61941); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941; nur T). 


Der preußische Marsch. 
In: 
Deutsche Soldaten-Liedermärsche 2 (1933). 


Der Quempas = Quem pastores laudavere. Altes mehrstimmiges 
Weihnachtslied. 
In: 
Das Kindelwiegen (1943). 


Der rechte Weg = In Gottes Namen fahren wir 


Der Reif und auch der kalte Schnee, der tut uns armen 
Landsknecht' weh. Reiterlied aus dem Ambraser Liederbuch, 1582. In: K. 
Goedeke und Julius Tittmann, "Liederbuch aus dem 16. Jahrhundert" 
(Leipzig, 1867). Von F. M. Böhme nach der erhaltenen Baßstimme 
rekonstruiert; so in: Erk-Böhme III. 

In: 

Die weiße Trommel (21935); Volksliedsingen im Schulfunk 16 (4. 
November 1937); Lied über Deutschland (1937); Sing- und Spielmusik für 
Jugend und Volk 10 (1940); Lied über Deutschland 3 (1940); Deutsche 
Musik A, B (1941). 


Der Reiter = Mein Schatz ist ein Reiter 


Der Reitersmann = Es blühen die Rosen 


D 1130 





Der Reiter spreitet seinen Mantel aus, wohl in das grüne Gras. 
Lied, onA. Titel: Der Reiter. 
In: 
Lobeda-Singebuch 1 (1936). 


Der Rekrut = | bitt, Herr Hauptmann, bitt recht schön 
Der Rheinströmer = Präsentiermarsch 
Der Ring (Anthologie) siehe: G. Schulten 


Der Rose Duft vor allen kann uns so gut gefallen (T: nach einem 
alten Spiellied), zu einer Melodie aus Mozarts Oper "Die Zauberflöte". 
Titel: Die fünf Kränze 
In: 


Singkamerad (31935, 81937). 


Der Rosengarten = Ich weiß ein Garten 
Der Rosengarten zu Mailand = Nun geht der lustige 
Sommer an 


Der rote, der weiße und der blutrote Klee. Soldatenlied. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Der Ruf = Deutschland, mein Deutschland, 
du bist in großer Not 


Der Rummelsberger = Dort auf den Rummelshöhn 


Der Sächsische Zapfenstreich (RS Leipzig, *9/XI1/34, Reserve-MZ 
der SS-Standarte 48, Dgt. Paul Steinbach). 


Der Sandwirt = Grüaß Gott euch 


Der Sänger hält im Feld die Fahnenwacht. Kriegslied. 


D 1181 





In: 
Köhler's Taschen-Liederbuch (1932; nur T). 


Der Schäfer trägt Sorgen des Morgens sehr fruh, seine Schäflein 
zu versorgen. Volkslied aus Schlesien. 
In: 
Stimmt an! I (1939). 


Der Schantie vom Bäckergang = |k keem von de Reis’ 


Der Schiffer auf dem blanken Rhein, tratiketitetom, bist du der 
Meine, komm. Volkslied, aus: Zuccalmaglio, "Deutsche Volkslieder in ihren 
Originalweisen" (1838). 

In: 
Lied über Deutschland (?1941). 


Der Schimmelreiter = Es kam ein Herr zum Schlößlein 


Der Schlesiermarsch = Jetzt ziehn die Kolonnen im 
gleichen Schritt 


Der Schmied. Spielstück für Blockflöte. 
In: 
NSLB, Unser Lied 1 (31935). 


Der Schmied und der Schlosser. Handwerkerlied. 
In: 
Schlesische J ugend singt (1936); Klingend Erbe (1941). 


Der schmucke Hans = Dr Hans het e schöns Hüetli uf 


Der Schnee zerrann, es schmolz das Eis, die blauen Glocken 
lauten (T: R. Baumbach). Wandervogellied aus Schlesien. 
In: 
Wir wandern und singen! (1937). 


Der Schneider hat die Zieg' verlorn. Kinderlied. 
In: 
Klingend Erbe (1941); Das Deutsche Hausbuch (1943). 


D 1132 





Der schöne Mai. Aus Lothringen. 
In: 
Es leben die Soldaten 32 (1941). 


Der Schwalangschör = Nichts Schöneres auf Erden 


Der Schwarze, die Deutschen zu Falle zu bringen (T: onA). 
"Kampflied der Deutschen Abwehr", zu einer altniederländ. Melodie. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Vertraut nur euch selber, 
hofft nichts von Gebeten, 
den Würger vertreibt allein tatfrohe Kraft. 
Den Stolzen und Starken, 
von Schleichern getreten, 
entflammet der Zorn, 
der jetzt Freiheit uns schafft". 
In: 
Lieder der Deutschen (1932). 


Der Schweinauer Tanz = Geh mit der Dordel, tanz mit 
der Dordel 

Der Schwellenmarsch = Obs regnet, ob der Himmel blau 

Der schwere Kanonier = Es ist stille Nacht, nur ein 


Posten wacht 


Der Schwerenöter = Dummes Mädel, nicht so zieren 


Der Schwur erschallt, der Sturm bricht los (T: A. Hocke, 1931). 
Kampflied, zur Melodie "Ich schieß den Hirsch". Titel: Treu zu Hitler. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Für deutsche Freiheit, Recht und Kraft, 
nach einst'ger Größ' und Ehr, 
wie sie uns Adolf Hitler schafft, 
sei Kampf zu Land und Meer". 
In: 
Was der Deutsche singt (1932). 


Der Segelflieger Liederbuch (Anthologie) siehe: A. Schlie 


D 1133 





Der Sieg ist erstritten (Anthologie) siehe: Heyck 
Der Simelibärg = 'sisch äben a Mönsch 
Der Smuttje ruft = Schaffen, schaffen 


Der Soldat lebt herrlich in der Welt. Soldatenscherzlied, zur 
Melodie "Der Papst lebt herrlich in der Welt". 
In: 
Köhler's Taschen-Liederbuch (1932; nur T); Soldatenlieder (1934). 


Der Spielmannszug (Anthologie) siehe: O. Lutz 


Der Spieß, der hat ein dickes Buch, darinnen aufgeschrieben, 
wer seine Stiefel schlecht geputzt. Soldatenlied, letzter Vers nach dem 
Gesang ostpreuß. Regimenter. 

In: 
Soldaten-Liederbuch (1936). 


Der Spießer, der prahlend beim zehnten Glas Bier. SA-Lied, 
onA, zur Melodie "Der mächtigste König im Luftrevier". 
Textprobe (1. Strophe): 
"Wir aber singen ein grimmiges Lied 
und rufen hohnlachend ihm zu, 
der SA-Mann im letzten Glied 
ist hundertmal mehr wert als du". 
In: 
Heil Hitler! (1933); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934; nur 
T). 


Der Stacheldraht, der Stacheldraht. Scherzlied. 
In: 


RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); Der Kilometerstein (?1937); Die 
Fahrt (1937); Hellau! (1942). 


Der Steirerschütze = Steirerschütze, fasse fester 
deinen Stutzen. 


Der Storch und die blinde Schleiche = Ein Storch 


D 1134 





Der Störtebecker und Gödeke Michael, die raubten beide zu 
gleichem Teil zu Wasser und auch zu Lande. Melodie und Text um 1600. 
Titel: Klaus Störtebeker und Gode Micheel. 

In: 
Deutsches Marine-Liederbuch (1935); Liederbuch der Kriegsmarine 2 
(1940). 


Der Sturm hebt hoch sein Haupt, nun ist der Tag gekommen. 
Kampflied, zur Melodie "Stimmt an mit hellem, hohem Klang" 
(Methfessel). Titel: Der Sturm. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Im Feuer stürzt das Scheingericht 
Alljudas jetzt zusammen 
und unser neues Vaterland 
steigt siegreich aus dem Flammen". 
In: 
Unter Hitlers Fahnen (1932; nur T). 


Der Summer ist außi, i muaß awi ins Tal. Obersteiermark, Lied 
beim Abtrieb. Aus: Viktor Zack, "Alte liebe Lieder" (1925). 
In: 
Lieder unseres Volkes (1943). 


Der süße Schlaf, der sonst alls stillet. Abendlied. 
In: 
Lobeda-Singebuch 1 (1936). 


Der Tag bricht an, es rüsten sich Millionen (T: Ernst Sommer, 
Zittau). Lied zum Tag der nationalen Arbeit zur Melodie "Die Fahne hoch", 
1933 dem RMVP eingereicht (Quelle: BAR 55/ 1158. Blatt 45). 

Textprobe (5. und 6. Strophe): 

"Der unbekannte tapfere Gefreite, 

nur aus dem Volk heraus von Gott bestimmt, 
in größter Not ihn Gott ja uns noch weihte, 
glückliche Lösung noch das Wirrwarr nimmt. 


Ja, Adolf Hitler hat es sich verschworen, 
das dritte Reich muß einmal aufersteh'n, 
und die Germanen, sie waren nicht verloren, 
ein neues Deutschland wird die Welt nun seh'n". 
Es handelt sich um eine der typischen Reimereien am Leitfaden der 
NS-Propaganda entlang, verfaßt von jemand, der mit der deutschen 
Sprache einige Nöte hatte. 


D 1135 





Der Tag der Ehre und Freiheit = O0 Glück, o Lust 


Der Tag, der ist so freudenreich aller Kreature (T, lateinisch: 
"Dies est laetitiae", 14. Jh). Weihnachtslied auf eine alte Kirchenmelodie, 
onA, Wittenberg, 1533. 
In: 
Lieder für Alle 18 (1935). 


Der Tag hat seinen Schmuck siehe: C. M. von Weber 


Der Tag hat sich geneiget (T: M. Claudius). Abendlied. 
In: 
Das Männerlied (1934); Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940). 


Der Tag ist erwacht, und die Fahne steigt auf, es steigt mit der 
Fahne die Sonne auf. Kanon zu 3 Stimmen beim morgenlichen Hissen der 
Fahne, onA [V]. 

In: 
Unsere Lieder 10 (1939). 


Der Tag ist hin. Kanon. 
In: 
RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938). 


Der Tag vertreibt die finstre Nacht. Tagelied, 1531. 
In: 
NSLB, Unser Lied 2 (21935); Niederdeutschland (1936); Lobeda- 
Singebuch 1 (1936). 


Der Tambour hat geschlagen, die Trommel wirbelt noch. 
Vaterländ. Lied aus dem Elsaß. 
Textprobe (3. Strophe): 
"So laßt uns fröhlich scheiden, 
zum Abschied noch die Hand. 
Und kehren wir nicht wieder, 
so sterben wir, ihr Brüder, 
fürs deutsche Vaterland, 
fürs deutsche Vaterland". 
In: 
Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 5 (1942). 


D 1136 





Der Tannenbaum = Ei du edler Tannenbaum 


Der Tannenbaum = O Tannenbaum, du trägst ein grünen Zweig 


Der Tod kömmt und bringet den Abend = Es ist nit allewege 
Festabend 


Der Tod reit' auf einem kohlschwarzen Rappen siehe: E. 
L. von Wolzogen 


Der Torgauer Marsch = AM II, 210 und III, 69. Parademarsch 
(1760; u. a. DtldS, *1/V/33; Schles. FSt., 14/VIl/33; Werag, 7/1X/33, 
Musiker des TheaterOrch Osnabrück, Dgt. O. E. Steeger; RS München, 
*30/1/35; Berlin, 11/VI11/36, "Deutsche Reitermusik" zur Olympiade, MK 
der Aufklärungs-Abt. 3, Dgt. StMM Willi Thiele; RSdg, *9/X1/37, *30/1/38; 
Litzmannstadt, 26/V1/40, MK der Standortkdtr, Dgt. L. Klamberg). Urheber 
unbekannt, manchmal Scholz genannt, aus dem Siebenjährigen Krieg. 

In: 

HM 2 (1933); Horst-Wessel-Marschalbum I (71933); [Sc] Das goldene 
Marschbuch (1933); Sieg-Heil! (1933); Jung Deutschland | (1933); [Sc] 
Neue Marschmusik II (1934); Kamerad sing mit! (1940). 


Der Tralala holdje. Jodler aus Tirol. 
In: 
Hellau! (1942). 


Der Traunbacher Marsch. 
In: 
Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 23-27 (1940). 


Der treue Husar = Es war einmal ein treuer Husar 


Der Trommelbube = Wir ziehen über die Straßen mit ruhig 
festem Schritt 


Der Trommler schlägt Parade, die Seidenfahnen weh'n (T: 
onA = Prinz Schönaich-Carolath). Komponist unbekannt. 
In: 
Schlesisches SA-Liederbuch (?1933); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); 
Singen (?1937). 


D 1137 





Der Trunkenbold = Wenn ich des Morgens früh aufsteh 


Dertz, Albert 


Flak im Einsatz: Ich bin ein deutscher Flaksoldat, und ich bin stolz 
darauf (eigener T). 

In: 

Volk in Waffen (1941) 


Der Umgang = Woll'n mer net auf Umgang gehn 
De Runner von Hamborg = De See geiht hoch 
Der Urlauber = Geh i auffi auf die Alma 
Der Väter wert = Vom Himmel rauscht gewaltig 


Der völkische Musikerzieher. Gemeinschaftsausgabe der als 
selbständige Publikationen eingestellten Musikzeitschriften "Der 
Musikerzieher" und "Völkische Musikerziehung", ab April 1943. 


Der Wächter auf dem Türmlein saß und rief mit heller Stimme 
(Textfassung: F. Jöde). Volkslied, Thüringen und Elsaß-Lothringen. Titel: 
Morgenruf. 

Vgl. Ein Wächterlein auf dem Turme. 

In: 

Die Müttersingstunde (1935; onA); RJF, Liederblatt der HJ) 71/72 (1938), 
83/84 (1939); RJF, Musikblätter der HJ) 70 (1938); RJF, Wir Mädel singen 
(1937, 21938); Lied über Deutschland (?1941). 


Der Weber = Ei, wie so töricht ist 


Der Weg zu mein Diandl isch stoanig. Aus Tirol. 
In: 
Hellau! (1942). 


Der Weihnachtsmann (Anthologie) siehe: F. Jöde 


D 1138 





Der Weihnachtsmann = Morgen kommt der Weihnachtsmann 
Der Werkchor (Anthologie) siehe: W. Rein 
Der Wildbretschütz = Ich bin ein freier Wildbretschütz 


Der Wildschütz. Aus Franken. 
In: 
Singende Mannschaft (1940). 


Der Wind bläht die Segel, frisch auf geht die Fahrt in die wild 
aufschäumende See. "Seeräuberlied", onA. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Vitalienbrüder sind wir genannt, 
als der Kauffahrer Freund wohl bekannt, 
dem Hamburger Pfeffersack, dem gilt 
unser Dank, 
der ließ uns manch lohnendes Pfand. 
Des Kaufmannes Gold ist unser Sold, 
das lassen wir uns nicht entgehn. 
Es lebe die See, das brausende Meer 
und Störtebecker, unser Kapitän". 
In: 
Liederbuch Hamburgischer SA (61933). 


Der Wind streicht über Felder siehe: W. Kieling 


Der Wind weht kalt von Osten, der Heimat reit ich zu (T: von 
rheinischen Pfadfindern). Kriegslied zur Melodie "Es dunkelt schon in der 
Heide", "aus Ostpreußen", zuerst in W. Gollhardt, "Sankt Georg" (1931), 
als Baltikumlied 1919, von rhein. Pfadfindern beim Liedertreffen in Seddin 
1929 gesungen, Liedbeilage des "Pfadfinder", August 1929. Auch in: Götz, 
"Wir traben in die Weite" (1931). Titel: Das Lied der Rheinländer. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Die Schlacht, sie ist verloren, 

das Heer zerstob wie Spreu. 

Wir haben dem König geschworen, 

dem König, dem bleiben wir treu". 
In: 
Folget der Fahne und dem Führer (1934; Variante: "wir ziehen der Heimat 
zu"); Die weiße Trommel (21935); Kameraden singt! (1935; onA); Lieder 
für Schulfeiern 3 (1936; Variante: "wir ziehn der Heimat zu"); Soldaten 


D 1139 





singen (1936); Lied über Deutschland (1937; onA). 


Der Wind weht über Flandern. Soldatenlied, 0onA. 
In: 
Arbeitsdienst-Liederbuch (1934; nur T); Heilig Vaterland (1934). 


Der Winter, der is mir net z'wider. Schifahrerlied, Melodie nach 
einem Pfrontner Volkslied. 
In: 


Singkamerad (31935, 81937). 


Der Winter ist ein strenger Gast, das merk ich an dem Hage. 
Volkslied. 
In: 
Das Männerlied (1934). 


Der Winter ist kommen, verstummt ist der Hain (T: Agnes Franz, 
1841), zur Melodie "Bald gras ich am Neckar". 
In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); Jungvolk-Lieder 
(1934); Lieder für die Grundschule (1938); Stimmt an! I (1939). 


Der Winter ist vergangen, ich seh des Maien Schein (T: 
altniederländ., aus der Weimarer Handschrift, 1537). Mailied. Melodie in 
einem Lautenbuch von J. F. Thysius um 1600; später in: Erk-Böhme, 
"Deutscher Liederhort" (1856/1893), "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 
Kernlied für die oberen vier Jahrgänge der Volksschule. 

In: 

Das Lied des Arbeitsdienstes (1933); Wir wollen singen (1933); Wir 
singen (1934); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); 
Treu unserm Volke (1934); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Lobeda- 
Singeblatt 3 (1934); Liederbuch des Turner-Musikant (1934); Deutsche 
Volkslieder (1935); RJF, Liederblatt der HJ 14 (1935), 91/92 (1940); 
Deutsches Frauenliederbuch (1935); Der Ring (1935); NSLB, Unser Lied 2 
(21935); Singkamerad (21935, 81937); Deutsche Lieder für die Jugend 
(21935); Vorwärts! Vorwärts... (1935); Lieder für die Landjugend 1 
(1936); Lobeda-Singebuch 1 (1936); Werkleute singen (1936); Lieder des 
Volkes (61936); Niederdeutschland (1936); Das Lied im Deutschen 
Arbeitsdienst (1937); Lieder für Werk-Frauengruppen 4 (1937); RJF, Wir 
Mädel singen (1937, 21938); Unser das Land (1937); Volksliedsingen RS 
Berlin 3 (1937); Wir wandern und singen! (1937); Liederblätter der NSG 
"Kraft durch Freude" 12-13 (1937); Kommt, singt und klingt (1937); 
Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 12-13 (1938; für 3 


D 1140 





gleiche Stimmen); Unsere Lieder (71938); Lieder der Arbeitsmaiden 
(1938); Marschierende Jugend (21938); DSB, Liederbuch für Männerchor 
(1938); DSB, Singendes Volk 31 (1939); Stimmt an! Il (1939); 
Volksliedsingen im Schulfunk 25 (16. März 1939); Kernlieder des REM 
(1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); Deutsche Lieder (1940); RJF, 
Musikblätter der HJ 91/92 a (1940); Kameradschaft im Lied 13 (1941); 
Lied über Deutschland (?1941); RJF, Unser Liederbuch (1941); DAF, 
Singendes Volk 10 (Mai 1942); Das Deutsche Hausbuch (1943); Lieder 
unseres Volkes (1943). 


Der Winter ist vergangen (T: flämisch, dt. von W. Hensel). Eigene 
Melodie. 
In: 
Das Männerlied (1934). 


Der Wischauer. Spielstück für Blockflöte [K]. 
In: 
NSLB, Unser Lied 1 (31935). 


Der Zapfenstreich = Matrosen, Landser, Flieger 
Der Zapfenstreich = Soldaten sollen nach Hause gehn 
Der Zapfenstreich = Zu Bett! Zu Bett! 


Der Ziegelstein ist selten allein. Stumpfsinnlied. 
In: 
Hellau! (1942). 


Der Ziffernjodler = Oans, zwoa, drei vier, fünf 


Der zufriedene Bauer. 
In: 
DSB, Singendes Volk 16 (1936). 


Des Abends, wenn ich früh aufsteh. Lügenlied aus Hessen. 
In: 


Lied über Deutschland (?1941). 


D 1141 





Desch, Rudolf 
Bockenau/ Rheinpfalz, 1. August 1911 - Mainz, 15. Februar 1997. 
Sohn eines Landwirts; Schüler von L. Windsperger, H. Reutter und H. 
Rosbaud, Musikpädagoge in Sobernheim/ Nahe, Privatmusiklehrer und 
Chormeister ab 1934, u. a. des Kreuznacher Konzertchors, auch 1941-45 
am Realgymnasium Sobernheim. Dazwischen - 1938-42 - Student der 
Musikhochschule Frankfurt a. M. 

1945-52 weiterhin am Realgymnasium Sobernheim; 1945 
Musikbeirat und 1955 Bundeschormeister des Sängerbunds Rheinland- 
Pfalz (DSB); 1955 am Hochschulinstitut Mainz Dozent für Chorleitung. Er 
erhielt 1971 das Bundesverdienstkreuz I, 1981 an der Universität Mainz 
eine Honorarprofessur. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.190.204. 

Denn wir sind treu!: Wir, angerufen von ewig eisernem Wort (T: Luise 

Rinser). MCh (1936) [E]. 

Lothringen (T: Kurt Kölsch). Kantate für Tenor, Bariton, MCh und gr. 

Orch (Metz, *Juli 1943, zum 5. Gausängertag der Westmark). 
Information: KDMK (ohne Geburtsort; fürs Werkverzeichnis gab 

Desch der Kantate "Lothringen" den harmlosen Titel "Herzland der 

Liebe"), RML, LdCh. 


De See geiht hoch. Matrosenlied, onA, Titel: De Runner von 
Hamborg. Aus: "Knurrhahn, Seemannslieder und Shanties". 
In: 
Niederdeutschland (1936). 


Des Glaubens Sieg = Wer ein rechter Christ will sein 


Des Jahres schönster Schmuck entweicht. 
In: 
DSB, Singendes Volk 24 (1937). 


Des Kanonieres Lebenszweck geht aus der Pflicht hervor. 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Des Kriegers Traum = Die Nacht spannt ihren Schleier 


Des Morgens schon um viere weckt uns der Unteroffizier. 
Soldatenlied, onA. 
Vgl. H. Bajer, "Lisa". 


D 1142 





Textprobe, angepaßte Version (9. Strophe): 

"Und da wir nicht dienen 

zwei Jahre treu und stramm, 

meld'n wir uns bei den Nazis 

als Sturmabteilungsmann". 
In: 
Deutsche Lieder im Wehr- und Arbeitsdienst (1933; nur T, onA, Variante: 
"um halb viere"); Schlesisches SA-Liederbuch (?1933); Heil Hitler! (1933; 
nur T, Variante: "um halb vier"); Einig Volk/ Einig Sang (1934); Im 
gleichen Schritt und Tritt (1941; Variante: "schon um halb viere"). 


Des Morgens um halb viere (Lisa). Humoriges Soldatenlied, 19. 
Jh. Text auch angepaßt ("Lisa, Lisa, schenke dem Hitlermann ein!"). Titel: 
Lisa. 
Vgl. H. Bajer,"Lisa”. 

Tondokument - vom 2/X1/33 - im DRA: 1570013-07. 

Ausführende: Chor des SA-Sturms 33, Standarte Hans Maikowski, 
mit gr. BlasOrch, Dgt. C. Woitschach. 
In: 
Einig Volk/ Einig Sang (1934); Singen (?1937); Soldaten singen alte und 
neue Lieder (1937); Alte und neue Soldatenlieder (1940). 


Des Morgens, wenn die Hähne krähen. Marsch. 
In: 
Deutsche Soldaten-Liedermärsche 1 (1933). 


Des Morgens, wenn es fünf Uhr schlägt, fünf Uhr schlägt, wir 
zur Arbeit seins bewegt. Flößerlied aus dem Frankenwald und vom 
Obermain, mitgeteilt von Andreas Bauer, Kronach. 

In: 
Unser das Land (1937). 


Des Morgens, wenn ich früh erwach' und die Sonne scheint. 
Jägerlied, onA. Titel: O wie schön, ein Jägersmann zu sein. 
In: 
Vorwärts SA. (21933); Heil Hitler! (1933); Die Wehrmacht singt (1939); 
Soldatenliederbuch (41940). 


Des Morgens zwischen drein und vieren, da müssen wir 
Soldaten marschieren (T: aus "Des Knaben Wunderhorn", 1806). 
Soldatenlied auf eine Volksmelodie ("Rewelge"). Aus: Kretschmer- 
Zuccalmaglio, "Deutsche Volkslieder" I (1840), Lewalter, "Deutsche 
Volkslieder aus Nieder-Hessen". Oft zur Melodie "Es leben die Soldaten". 


D 1143 





Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). Titel u. a.: Marsch ins Feld. 
Textprobe (5. und 8. Strophe): 
"Ich muß wohl meine Trommel rühren, 
sonst werde ich mich ganz verlieren, 
die Brüder dick gesät, 
die liegen wie gemäht. 


Da stehen morgens die Gebeine 

in Reih und Glied wie Leichensteine, 

die Trommel steht voran, 

daß sie ihn sehen kann". 

Solche Texte schreckten nicht ab; schließlich gab es eine Allgemeine 

Wehrpflicht. . ohne Ausnahme. 
In: 
Das Soldatenlied (1932); Köhler's Taschen-Liederbuch (1932; nur T); 
Deutsche Wehr- und Soldatenlieder (1933); Die Fahne hoch! (1933); 
Schlesisches SA-Liederbuch (?1933); Jungdeutschlands Lieder (1934); 
Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Soldatenlieder (1934); NSLB, Unser 
Lied 2 (21935; nur Str. 1-3); Singkamerad (31935, 81937); Soldaten- 
Liederbuch (1936); Soldaten singen (1936); Werkleute singen (1936); 
Und wenn wir marschieren (?1937); Neues Deutschland 2 (1937); Die 
Fahrt (1937); DSB, Singendes Volk 13 (1938); Soldaten-Liederbuch 
(1938); Marschierende Jugend (21938); Soldatenliederbuch (41940); 
Liederbuch der Luftwaffe (1939, 1940); Alte und neue Soldatenlieder 
(1940); Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); Heute wollen wir ein 
Liedlein singen (41941); Im gleichen Schritt und Tritt (1941); RJF, Unser 
Kriegs-Liederbuch (71941); Lieder unseres Volkes (1943). 


Des neuen Jahres erste Stunde hat ihren Ruf uns angesagt. Aus 
dem Sudetenland. In: Benoit, Lieder und Kanons. 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 109/110 (1941); RJF, Musikblätter der HJ) 109/110 
(1941). 


Des neuen Tages erste Stunde (T: Gerd Benoit). Nach einer 
sudetendeutschen Weise. 
In: 
RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938). 


De Spatzen vun de J akobikark. Volkslied aus Hamburg. 
In: 


NSLB, Unser Lied 2 (21935). 


Des rechten Wegs Bekenner = Frisch auf in Gottes Namen 


D 1144 





Des Reiches Führer, Adolf Hitler, sprach: "Nun drauf, meine 
braven Soldaten!" (T: Josef Huggenberger). Nach dem Gesang der Truppe 
bearb. von G. Pallmann. Titel: Wider England. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Dies Wort aus des 
deutschen Führers Mund, 

es hat wie ein Schwertlied geklungen. 
Und weithin ists durch den Erdenrund 
gleich einer Fanfare gedrungen. 
Ja, England, Schandmal der ganzen Welt, 
auf dich die Blutschuld des Krieges fällt, 
du hast die Polen gedungen". 

In: 

Kriegslieder des deutschen Volkes (1939). 


Des Sohnes Heimkehr = Horch, was geht dort draußen vor? 


Des Sonntags in der Morgenstund', wie wandert sich's so schön 
am Rhein. Wanderlied, onA. 
Textprobe (6. Strophe): 
"Das fromme, teure Vaterland 
in seiner vollen Pracht, 
mit Lust und Liedern allerhand 
vom lieben Gott bedacht". 
In: 
Kameradschafts-Lieder (1939; nur T). 


Des Vaterlandes Hochgesang. Marsch. 
In: 
Deutsche Soldaten-Liedermärsche 1 (1933). 


Des Volkes Kampflied = Was kümmert uns Tod oder Teufel 


Des Volkes Lied = Auf Deutschlands Bergen wehen Hitlerfahnen 


Dessau, Paul 
Hamburg, 19. Dezember 1894 - Königswusterhausen (DDR), 28. Juni 
1979. 
Sohn eines Zigarrendrehers; Schüler von E. Behm und Max Loewengard, 
Geiger, Film- und Theaterkapellmeister und Komponist in Berlin, zuletzt an 
der Städtischen Oper. 
Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 


D 1145 





Dessau emigrierte 1933 zunächst nach Paris, 1939 weiter in die 
USA; hier anfangs Musiklehrer in einem Kinderheim in New York. Ab 1942 
Zusammenarbeit mit Bert Brecht und Umsiedlung nach Hollywood. 1946 
trat er hier der KP bei. 

1948 Rückkehr in die sowj. Besatzungszone Deutschlands, 1949 in 
Berlin-Ost, 1952 Mitglied der Akademie der Künste der DDR und 1959 
deren Vizepräsident, auch Professor. 1968 traten er und Hans Werner 
Henze aus der Akademie der Künste (West-Berlin) aus. Er erhielt 1953, 
1956 und 1965 Nationalpreise der DDR und 1964 den Vaterländischen 
Verdienstorden der DDR in Gold, 1969 den Karl-Marx-Orden. 1974 
ernannte ihn die Universität Leipzig zum Ehrendoktor. 


Musik zum Film Nordpol - ahoi!, Parodie über die Abenteuer zweier 
Hamburger Zimmerleute in Grönland, deutsch-amerikanische 
Gemeinschaftsproduktion (UA: 18/1V/34). 

Information: DML, FA, RML, LdCh (verschweigt die Emigration), SML, 
MGGS. 


Dessauer - Lorch, Elisabeth 
(?), 18. Dezember 1886 - Lodz, verschollen nach NS-Aktion. 
Musikpädagogin, Geigerin in Frankfurt a. M., leitete hier die Reihe "Jugend 
musiziert" im Jüdischen Kulturbund Rhein-Main. Während des Krieges 
zwecks "Endlösung der Judenfrage" nach Lodz/ Litzmannstadt deportiert. 


Dessoir geb. Triepel, Susanne 
Grünberg/Schlesien, 23. Juli 1869 - Königstein/ Taunus, 24. Juni 1953. 
Tochter eines Kunsthändlers; Frau des Universitätsprofessors Dr. Max 
Dessoir; Sopranistin und Gesangspädagogin in Berlin. 
Von Brückner/Rock als J üdin denunziert. 
Information: DNML, DML, FA, RML 


Detert, A. 


Treue zum Regiment (1943) [B&C]. 


De tofrädene Seemann = Gottlev, dat ick een Seemann bün 


Dette, Walter 
Berlin-Charlottenburg, 9. Februar 1901 - ? (mutmaßlich Kriegsopfer). 
Instrumentalist, Schüler von Otto Niedermayr (Cello) und B. Zeitler 
(Theorie), und Komponist in Berlin, 1924-30 Kinokapellmeister, ab 1931 
Leiter eines eigenen Blasorchesters, mit dem er im Berliner Zoo und im 
Rundfunk auftrat. 1932 im Reichskulturamt der "Deutschen Christen" 


D 1146 





Musikreferent, ab Juni 1934 ein Jahr bei einer Krankenversicherung 
angestellt. 


NSDAP seit 9/111/33, Nr. 1.596.313, und 1933 Polit. Leiter. Ab Juli 1935 
Gaumusikreferent - zunächst ehrenamtlich - der DAF, Gau Berlin, Abt. 
Ausbildung. Obmann der Fachgruppe IX des Reichsverbandes für 
Volksmusik, Gau Berlin (RMK). 
Heilig sei das Werk der Hände: Wo die Schmiedefeuer glühen lodernd 
zu der Hämmer Takt (T: Walter Heinze). Lied der Werkscharen (1935) [V]. 
Textprobe (1. Strophe): 

"(...) Heilig sei das Werk der Hände, 

heilig schaffender Verstand, 

daß es höchsten Nutzen spende 

unserm Volk und Vaterland". 
In: 
Lied der Werkscharen 18 (1937); Heute wollen wir ein Liedlein singen, 
Erganzungsblatt 3 (1941). 
Werk und Ehre (T: Heinz Hartmann). Festspiel für Chor und BlasOrch 
(Berlin, 1938). 
Die Welt ist so weit und der Himmel so blau. Aus "Werk und Ehre". 
In: 
Lied der Werkscharen 25 (1938). 
Im Hämmern des Werktages unsere Schar zum Heerbann der Arbeit 
sich fand. Aus "Werk und Ehre". 
In: 
Lied der Werkscharen 26 (1938). 
Es weht unsre Fahne über Land und kündet das Ende der Not. Aus 
"Werk und Ehre". 
In: 
Lied der Werkscharen 27 (1939). 

Information: Laut Referat für Meldeangelegenheiten, Paß- und 
Ausweiswesen beim Polizeipräsidenten in Berlin (9/IV/84) als in Berlin 
gemeldet gewesen nicht zu ermitteln. Das Standesamt Charlottenburg von 
Berlin ignorierte Anfragen vom 20/X/99 und 30/III/03, brach also 
Verwaltungsrecht. Das Landesarchiv Berlin (9/IV/03) benötigte 
zehneinhalb Monate für die Feststellung, man habe nichts über Dette; laut 
Landeseinwohneramt (7/VIII/03) existieren keine Angaben über ihn. Das 
Geburtsstandesamt Charlottenburg 2 (17/III/04) hat keine Meldung vom 
Ableben. 


Dettinger, Hermann 
Eßlingen am Neckar, 15. Februar 1888 - Stuttgart, 27. Juli 1951. 
Schüler u. a. von E. H. Seyffarth; Theaterkapellmeister, Vereinsdirigent in 
Dortmund, 1935 Kapellmeister in Stuttgart, Dirigent des Orchesters des 
Stuttgarter Liederkranzes. Musikpädagoge und Musikschriftsteller. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.190.352, jedoch 1936 ausgeschlossen. SA. 


D 1147 





Adolf-Hitler-Lied: Wehn uns voran Standarten (T: K. Irmler). MCh 
(1933). 
Information: DML, FA, LdCh. 


Dettlaff, Walter 
Hoppenbruch/ Krs. Marienberg, Wpr., 30. Juli 1883 - Koblenz, 27. 
August 1961. 
Orchestermusiker, Paukist und Trompeter, 1907-44 im Städt. Orchester 
Koblenz. 
Nach 1945 weiterhin in Koblenz, ab 1953 i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
General von Pestel. Marsch (Südfunk, 25/V111/33; RS Saarbrücken, 
5/V1/37). 

Der Titel feiert Generalmajor Eduard von Pestel (1821-1908), 
1869-1874 Kommandeur des (Rheinischen) Ulanen-Rgts. Nr. 7 
Großherzog Friedrich von Baden in Saarbrücken. 

Heil Hitler! Marsch. Orchesterfassung: Max Rhode (1936; (DtldS, *30/1/ 
35, MK der Leibstandarte AH, Dgt. Müller-John; RS Köln, 26/X/37, MK des 
IR 80, Koblenz) [HL]. 

Parademärsche Nr. 1 und 2 (RS Köln, 26/X/37). 

Parademärsche Nr. 3 und 4 (RS Frankfurt, 17/X/38). 


Deuerlein 


Treu dem Führer. Marsch (RS München, 22/111/36). 

Information: Welchem der beiden Musiker dieses Namens der Titel 
zuzuordnen ist, blieb ungeklärt mangels Angabe der Vornamen im 
Rundfunkprogramm. 


Deuerlein, Hans 
Nürnberg, 29. Oktober 1899 - Nürnberg, 10. Februar 1964. 
Orchestermusiker in Nürnberg, Posaunist im Städt. Orchester, 
Kammermusiker. 
Nach 1945 weiterhin in Nürnberg. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.166.119, auf Antrag vom 3/V1/37. 

Information: Das Einwohneramt Nürnberg (19/VIII/98), gez. Richter, 
beantwortete eine Anfrage in diesem Fall und acht weiteren mit Forderung 
eines Kostenvorschusses von 180 DM. Den Antrag zum Oberstadtdirektor 
auf Erlaß der Gebühr lehnte das "Direktorium Recht und Sicherheit" der 
Stadt Nürnberg (18/IX/98), Dr. Frommer, ab, weil "kein hinreichender 
Grund" dafür vorliege; damit ist bewiesen, daß Verwaltungspersonal in 
Nürnberg Geld höher bewertet als das kulturelle Image der Stadt. Die 
erbetene Information kam auf andrem Weg - gratis. 


D 1148 





Deuerlein, (Johann) Wilhelm 
Nürnberg, 5. Juni 1904 - Nürnberg, 12. April 1986. 
Orchestermusiker in Nürnberg, Posaunist im Städt. Orchester. 
Nach 1945 weiterhin in Nürnberg, zuletzt i. R. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.216.315, auf Antrag vom 21/X/37. 

Information: Das Einwohneramt Nürnberg (19/VIII/98), gez. Richter, 
beantwortete eine Anfrage in diesem Fall und acht weiteren mit Forderung 
eines Kostenvorschusses von 180 DM. Den Antrag zum Oberstadtdirektor 
auf Erlaß der Gebühr lehnte das "Direktorium Recht und Sicherheit" der 
Stadt Nürnberg (18/IX/98), Dr. Frommer, ab, weil "kein hinreichender 
Grund" dafür vorliege; damit ist bewiesen, daß Verwaltungspersonal in 
Nürnberg Geld höher bewertet als das kulturelle Image der Stadt. Die 
erbetene Information kam auf andrem Weg - gratis. 


Deuschle, Klara 


Deutsche Volkstänze und Reigen für BdM und Jungmädel, für diaton. 
Handharmonika (1935) [EP]. 


Deussen, (August Johann Wilhelm) Willy 
Viersen, 9. Oktober 1887 - Köln, 18. September 1965. 
Sohn eines Konrektors; Schüler von J. Kwast und O. Neitzel, Sänger 
(Baßbariton), Chordirigent und Gesangspädagoge, seit 1927 am 
Konservatorium Krefeld. Leiter der Singgemeinschaft Krefeld-Uerdingen. 
Stand 1939: Musikdirektor und Sänger in Konzert und Oper in Köln. 
Auch nach 1945 in Köln, zuletzt i. R. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.097.886. 
Deutscher Maienruf: Volk der Arbeit, aufgewacht (T: Willi Thiemann). 
Chor (RS Köln, 6/VI11/37). 

Information: DML, FA (beide mit Geburtsjahr 1889), LdCh. Das 
Historische Archiv der Stadt Köln (11/V/98) kündigte "für die Bearbeitung 
von schriftlichen Anfragen" eine Forderung von 40 DM "pro halbe Stunde 
aufgewandter Arbeitszeit" an, obwohl das Grundgesetz unbehinderte 
Information verspricht, setzte die Forderung auf Antrag jedoch aus. Dann 
(18/VI/98, Dr. Illner) teilte es mit, zu Deussen seien keine Daten 
verfügbar, "da keine Kongruenz zwischen dem angegebenen 
Geburtsdatum, -ort bzw. Zeitrahmen vorliegt oder herzustellen ist"... 
sinnleeres-wichtigtuerisches Bürokratengeschwätz. 


Deutsch, Otto Erich Georg 
Glogau, 15. November 1907 - Thirimont/ Krs. Malmedy (Belgien), 13. 
Januar 1945 (gefallen im Fronteinsatz und auf dem Soldatenfriedhof 
Lommel beigesetzt). 


D 1149 





Militärmusiker; zunächst Musikoberfeldwebel, Musikmeisteranwärter ab 1/ 
111/38, 1/VI111/38 MM, Leiter des MK der Fliegerhorstkommandantur 
Neuruppin. Während des Kriegs zuletzt im Erdkampf an der Westfront 
eingesetzt. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Deutschland, ein Volk, ein Reich. Marsch (DtldS, 7/1V/39, MK der 
FIHKdtr Neuruppin, Dgt. selbst). 

Information: Laut Kreisverwaltung Ostprignitz-Ruppin, Neuruppin 
(8/IX/99), Hauptamt, könne man "keine Aussage zum Geburtsort von 
Otto Deutsch treffen". Der Standesbeamte Strunk, Tiergarten (30/XII/99), 
verweigerte die Nennung des Todesdatums unter Hinweis auf das 
verfälschte PStG, also rechtswidrig. Der Beschluß des dagegen 
angerufenen AG Schöneberg - Richterin Wolff - vom 22/V/00 bestätigte 
die Verweigerung mit der dummen Phrase "Gemeinwohl”, entrechtete 
damit das Kriegsopfer und betrog den Lexikographen verfassungswidrig 
um sein Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. 


Deutsch, Otto Erich 
Wien, 5. September 1883 - Wien, 23. November 1967. 

Bibliothekar, Privatgelehrter und Schubert-Forscher in Wien, 1928 
Professor. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

Deutsch emigrierte 1939 nach Cambridge, lebte und arbeitete aber 
seit 1953 wieder in Wien. 

Information: DNML, DML, FA, MM2 ("j."), KDMK, RML, SML, MGG. 


Deutsche Auferstehung siehe: Karl Hasse 
Deutsche Feierklänge (Anthologie) siehe: O. Roy 
Deutsche Feierstunde siehe: R. Heyden 


Deutsche Frau'n, ob arm, ob reich, knüpfet feste Bande (T: onA). 
Bekenntnislied, zur Melodie "Gold und Silber". Titel: Bund Deutscher 
Frauen. 

Vgl. E. Chr. Haase. 
In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934; nur T). 


Deutsche Freiheit = Deutsche Schwestern, deutsche Brüder 


D 1150 





Deutsche Gewerke unter sich. Aus der Schweiz. 
In: 
Singende Mannschaft (1940). 


Deutsche Heimat = In deinem Grund hab Wurzeln ich 


Deutsche in letzter Stunde (T: Arno Kühn). NS-Kampflied, zur 
Melodie "Brüder in Zechen und Gruben". 
Textprobe (4. Strophe): 
"Lodernder Haß ist entglommen, 
unsere Rache ist da. 
Vaterland, siehe, wir kommen! 
Brüder, die Freiheit ist nah!" 
In: 
Freiheitslieder des Dritten Reiches für Schulen (1933). 


Deutsche in letzter Stunde (T: onA). Altes SA-Lied, nach einer 
Aufzeichnung des Herausgebers. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Hört durch die Straßen 
schon schreiten 
Sturmbataillone im Schritt. 
Lasset uns tapfer nun streiten, 
mutig marschieren wir mit. 
Deutsche in letzter Stunde! 
Stürmisch die Banner schon weh'n! 
Höret nun alle die Kunde: 
Deutschland im Aufersteh'n". 
In: 
Siehst du im Osten das Morgenrot (1939). 


Deutsche J ugend am Klavier. Signale, Lieder der Hitlerjugend, 
Vaterländische und Soldatenlieder, Spiel- und Tanzlieder, Märsche. Für 
Klavier leicht gesetzt von R. Krentzlin. Mit Violinstimme (1934) [Sc]. 
Zitat: 

"Die Sammlung beginnt mit der Zusammenstellung der 
bekanntesten Militär-, SS-, SA- und HJ-Signale und führt über die 
Lieblingslieder der HJ wie: Unsere Fahne flattert uns voran, Trum trum 
terum, Die blauen Dragoner, Kein schöner Land in dieser Zeit, Die Glocken 
stürmten vom Bernwardsturm, u. a. zu den wichtigsten Hymnen und 
Vaterlandsliedern. Mit Spiel- und Tanzliedern wie: Mädel kämm dich, putz 
dich, wasch dich, Beim Kronenwirt ist heute Jubel und Tanz, Als der 
Großvater die Großmutter nahm u. a. kommt der Frohsinn zu seinem 
Recht. Schließlich folgen die heutigen Lieblingsmärsche wie: 


D 1151 





Hohenfriedberger-Marsch, Preußens Gloria, Alter Berner Marsch u. a. und 
eine große Marschlieder-Folge mit Teilen aus dem Horst Wessel-Lied, 
Badenweiler Marsch, Lore, Lisa usw. Den Ausklang bildet der 
Zapfenstreich" (Verlagswerbung). 


Deutsche Jugend heraus! (Anthologie) siehe: Otto Fröhlich 


Deutsche J ugend heraus! Freiheitsgesänge, Marsch- und 
Fahrtenlieder. Anhang zum Hessischen Liederbuch "Lasset uns singen". 
Hgb. vom Hessischen Volksschullehrerverein, Kassel (1933) [Rottger, 
Kassel, in Kommission der Hessischen Schulbuchhandlung]. 

Inhalt: 
1. Pardun: Siehst du im Osten. 3stimmig. - 2. Bellingrodt, 1921: Es 
rauscht durch deutsche Wälder. Ein- bis 3stimmig zu singen. - 3. Im 
Hessenland marschieren wir. - 4. Als die goldne Abendsonne. - 5. zu einer 
Melodie von Franz Abt: Laßt die Trommeln gehn, laßt die Fahnen wehn! (T: 
R. Seyfarth, Kassel, 1933). - 6. Borgmann: Vorwärts! Vorwärts! 
schmettern die hellen Fanfaren. - 7. onA = H. Heeren: Morgen 
marschieren wir in Feindesland. - 8. Gättke: Und wenn wir marschieren. - 
9. Volksmelodie: Brüder, zur Sonne, zur Freiheit. Ein- bis 3stimmig zu 
singen. - 10. nach Willi Jahn: Wir traben in die Weite. - 11. onA = Götz: 
Wir ziehen über die Straße in festem Schritt und Tritt. - 12. Regiment sein 
Straßen zieht. - 13. Thum: Vom Barette schwankt die Feder. - 14. 
Büchsenschütz: Märkische Heide. - 15. Volkslied: Ich habe Lust, im weiten 
Feld. - 16. onA, mdl. überliefert = Kieling: Der Wind streicht über Felder. - 
17. Methfessel: Der Gott, der Eisen wachsen ließ. - 18. Gläser: Flamme 
empor! (Zum 18. Oktober 1814). - 19. Groos: Freiheit, die ich meine. - 
20. onA = Götz: Aus grauer Städte Mauern. - 21. onA = Burkersroda: Wir 
wollen zu Lande ausfahren. - 22. onA: Ich trag in meinem Ranzen der 
alten Stiefel zwei. - 23. Auf dem Berge so hoch da droben, da steht ein 
Schloß. - 24. Da droben vor meines Vaters Haus, da steht eine uralte 
Linde. - 25. Und wieder blühet die Linde am quellumrauschten Gestein. - 
26. Im Wald, im grünen Walde, da steht ein Försterhaus. 


Deutsche J ugend, heraus zum Kampf: Nun heraus, du deutsche 
Jugend, heraus zum Kampf! (u. a. Thale/ Harz, *30/1V-1/V/33, zur 
"Deutschen Mainacht der Hitlerjugend und des Bundes deutscher Mädel"), 
onA. 

Tondokument - vom 30/1V/33 - im DRA: 1820112-32. 


Deutsche J ugend im Osten. 1. Liederheft (1943) [K]. 
Weitere Nummern sind bibliografisch nicht nachweisbar. 
Inhalt: 
Fahne, Freiheit, Vaterland 


D 1152 





1. Ich hab mich ergeben mit Herz und mit Hand. - 2. Baumann: Nur der 
Freiheit gehört unser Leben. - 3. Altendorf: Ein junges Volk steht auf. - 4. 
Spitta: Nichts kann uns rauben. - 5. Napiersky: Lasset im Winde die 
Fahnen wehn. 

Vom Soldaten 
6. Zahn: Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd. - 7. Napiersky, 1933: Jetzt 
müssen wir marschieren, ich und mein Kamerad. - 8. Hertel: Die blauen 
Dragoner. - 9. Ich habe Lust, im weiten Feld zu streiten. - 10. Spree: Es 
fuhr ein Zug Soldaten. - 11. Regiment sein Straßen zieht. 

Wandern und Marschieren 
12. Es blies ein Jäger wohl in sein Horn. - 13. Horch, was kommt von 
draußen rein. - 14. Rahlfs: Auf der Lüneburger Heide. - 15. Wohlan die 
Zeit ist kommen. - 16. J etzt kommen die lustigen Tage. 

Volkslied 
17. Spengel: Alle Vögel sind schon da. Kanon zu 3 Stimmen. - 18. Wenn 
alle Brünnlein fließen. - 19. Und in dem Schneegebirge. - 20. Jetzt gang i 
ans Brünnele. - 21. Das Lieben bringt groß Freud. 

Stand und Handwerk 
22. Spitta, 1932: Fangt an! Kanon zu 4 Stimmen. - 23. Im Märzen der 
Bauer. - 24. Dreh dich, dreh dich, Rädchen. - 25. Ich hab mir mein Weizen 
am Berg gesät. - 26. Schneidrei, schneidra, schneidrum! 

Tageslauf 
27. Wachsmann, 1791-1853: Wachet auf, es krähte der Hahn. Kanon zu 2 
Stimmen. - 28. Baumann: Der helle Tag ist aufgewacht. - 29. Baumann: 
Gute Nacht, Kameraden. - 30. Ade nun zur guten Nacht. - 31. Heim, heim, 
heim wolln wir gehn. 

Lustig 
32. Froh zu sein bedarf es wenig. Kanon zu 4 Stimmen. - 33. Der Fleischer 
mit der Fleischbank. - 34. Im Walde, da wachsen die Beer'n. - 35. Als wir 
jüngst in Regensburg waren. - 36. Ein Vogel wollte Hochzeit machen. 

Satz: F. Jöde (18), E. Stahmer (34). 


Deutsche J ugend, unser Hoffen, Frühlingsbaum mit frischem 
Saft! (T: E. Scherenberg, 1892), onA zur Musik. 

Textprobe (1. und 2. Strophe): 

Ms) 

Jeder Schlag, der sie getroffen, 
trifft des Volkes Mark und Kraft. 
Vaterland, dein Kleinod hüte, 
deiner Jugend Schützer seil 
Knospe, schwelle, werde Blüte, 
deutsch und frei, deutsch und frei. 


Schatten gehen um im Dunkeln 
aus jahrhundertalter Gruft, 

aber Deutschlands Sterne funkeln 
nur in nebelreiner Luft. 


D 1153 





Wehe, fiel auf junge Saaten 

nächtig gift'ger Frost im Mai! 

Welscher List laßt uns entraten, 

deutsch und frei, deutsch und frei". 
In: 
Deutsche Wehr- und Soldatenlieder (1933; onA); J ungvolk-Lieder (1934; 
nur T). 


Deutsche J ugend zur Sonne, zur Freiheit. Vaterlands- und 
Marschlieder für die deutsche Schuljugend. Bearbeitet von Dr. E. Stilz. 
Ergänzung zu dem in den Volksschulen eingeführten Liederbuch (1935) 
[HV]. 

Titel ohne Nummer = nur Text. 

Inhalt: 
1. Horst-Wessel-Lied: Die Fahne hoch. - 2. Pierson: O Deutschland, hoch 
in Ehren. - 3. Hensel: So gelte denn wieder Urväter Sitte . - 4. zur Melodie 
des Wilhelmusliedes: Wenn alle untreu werden. - 5. Spitta: Heilig 
Vaterland. - 6. Pardun: Siehst du im Osten das Morgenrot. - 7. Kneip: 
Deutsch ist das Land, das Volk an der Saar. - 8. Schmitt-Ensdorf: Nun 
schlagt die Trommeln, die Hörner gespielt! - 9. Borgmann: Unsre Fahne 
flattert uns voran. - 10. Spitta: Erde schafft das Neue. - 11. Bellingrodt: 
Es rauscht durch deutsche Wälder. - 12. K. Strauß: Hört ihr die Trommel 
schlagen? - 13. mdl. überliefert: Wir singen das Lied von der Fahne. - 14. 
G. Schwarz: Unter der Fahne schreiten wir. - 15. onA (= Zschiesche): 
Wenn die bunten Fahnen wehen. - 16. Altendorf: Wir ziehn auf stillen 
Wegen. - 17. Riel: Kameraden, wir marschieren. - 18. Heeren: Morgen 
marschieren wir in Feindesland. - 19. onA (= Hagemeister): Nach Ostland 
geht unser Ritt. - 20. Brüder, zur Sonne, zur Freiheit. - Brüder, formiert 
die Kolonnen! - 21. Büchsenschütz: Märkische Heide. - 22. v. Gordon: 
Argonnerwald. - Im Saargebiet marschieren wir (T: H. Hammer). - 23. A. 
Jung: (Lied der pfälzischen SS) Ihr Brüder, Kameraden. - 24. onA (= 
Jahn): Wir traben in die Weite. - 25. Schulten: Weit laßt die Fahnen wehen 
(T: altes Landsknechtslied). 


Deutsche Kampflieder, z. T. nachgebildet den Liedern aus der Zeit 
der Glaubenskriege des 16. und 17. Jahrhunderts. Jedes Blatt 5 Pfennige. 


1. Blatt 

Kampflied der Deutschen Abwehr. - Die gemordeten "Helden und Ketzer". 
2. Blatt 

(M. Jacobi): Sichers Teutschland, schläfst du noch? 
3. Blatt 


(Lahusen): Levver dod as Slav! - (F. H. Hoffmann): Zerbrecht, was 
schlecht! 

4. Blatt 
Deutsche Weihenachtslieder. 

5. Blatt 


D 1154 





Wer jetzig Zeiten leben will. 
Die Sammlung war annonciert in "Ludendorff's Volkswarte" IV/46, 
20. Nebelung (November) 1932. 


Deutsche Kampf- und Volkslieder. Über 100 der beliebtesten 
Kampf-, Marsch- und Volkslieder. Nur Texte. Vorwort von M. Freitag (1933) 
[E&L]. 

Der Herausgeber verzeichnete fast durchweg die ersten fünf bis 
neun Töne jedes Titels in Tonbuchstaben, aber wenige Urheber. 

Aus dem Vorwort: 

"Jedes Volk hat seine Lieder. - Jeder Kampf hat seine Lieder. - Jeder 
Sieg hat seine Lieder. 

Leider sind in den letzten Jahrzehnten in deutschen Landen Lieder 
erschallt, an denen sich das deutsche Land schämen mußte. 

Es blieb einer gott- und vaterlandvergessenen Bewegung 
vorbehalten, Lieder wider unser Volk und Vaterland zusammenzureimen 
und sie in unser Volk hineinzuschreien. Die Sünde dieser Lieder war die, 
daß sie gegen unser deutsches Blut, gegen deutsche Ehre und Sitte und 
gegen den deutschen Wehrsinn anliefen. 

Dazu gesellte sich ein Schwarm ungezogener Schlager, die sich 
erfrechten, unser altes liebes Volkslied zu verdrängen. Die 
nationalsozialistische Bewegung setzte ein. Von diesem Zeitpunkt an 
hatten wir das Hitlerlied. Es wurde der Ausdruck glühender vaterländischer 
Begeisterung und Kampfeslust; es wurde uns Waffengenosse im Streit 
gegen jene Volksverderber und Liederreimer. 

>Zum Kampf sind wir geboren!< Das ist der Grundtext der 
Hitlerlieder. - >Wie so innig feurig lieb ich Volk und Vaterland!< Das ist 
der Grundtext des deutschen Volksliedes. Hitlerlieder und Volkslieder in 
einer Sammlung vermählt, von deutscher Zunge gesungen, was könnte es 
Erhebenderes geben? 

So ist es recht! So muß es sein!" (S. 3). 

Inhalt: 
Thum: Vom Barette schwankt die Feder. - H. Herrmann: Helleuchtend 
zieht das Morgenrot am deutschen Himmel auf. - Adolf Hitler, unserm 
Führer, reichen wir die Hand. - Als die goldne Abendsonne. - An der 
Weichsel gegen Osten. - von Gordon: Argonnerwald um Mitternacht. - zur 
Melodie des Wolgaliedes: Auf, Arbeitsmann, laß uns marschieren. - Auf, 
auf zum Kampf, zum Kampf sind wir geboren. - Pietzner-Clausen: Auf, 
Brüder, folgt den stolzen Fahnen zur Arbeitsschlacht. - Bei Sedan auf den 
Höhen. - Braun sind die Hemden, und rot ist das Blut - Kampflied: Brüder, 
formiert die Kolonnen. - Brüder in Zechen und Gruben. - Brüder, zur 
Sonne, zur Freiheit. - Burschen heraus! - Das Hakenkreuz im weißen Feld, 
auf feuerrotem Grunde. - Das Lieben bringt groß Freud. - (W. Melech) Du 
bist ein Deutscher!: Deine laubgekrönten Wälder. - (Methfessel) Der Gott, 
der Eisen wachsen ließ. - Deutschland über alles. - Horst-Wessel-Lied. - 
(Hitler-Marschlied der SA und SS) Die Hitlerscharen heißen wir. - Drei 
Lilien. - F. Pollak: (Die Führer rufen, Marsch der Leibstandarte München) 


D 1155 





Dumpf die Trommeln rollen. - zur Melodie "Argonnerwald": Durch 
deutsches Land marschieren wir. - zur Melodie "Dort, wo der Rhein": Du 
schöne, deutsche, rote Hitler-Fahne mit hehren Hakenkreuzes edler Zier. - 
zur Melodie "Stimmt an mit hellem hohem Klang" (Methfessel): Ein heller 
Ruf in weiter Rund läßt hoch das Herz uns schlagen. - Ein Heller und ein 
Batzen. - Ein Schifflein sah ich fahren. - Lied der SA München: Entrollt die 
Fahnen, blutgetränkt. - Es blühen die Rosen. - (Wilhelm): Die Wacht am 
Rhein. - (Silcher): Es geht bei gedämpfter Trommel Klang. - Es klingt wie 
eine Sage aus längst vergangner Zeit. - Es wollt ein Mägdlein früh 
aufstehn. - (Für Deutschland soll es sein!) Es ziehen die Standarten hinaus 
zum alten Tor. - Es zieht der Schütze froh und frei. - Es zog ein Hitlermann 
hinaus, er ließ sein Mütterlein zu Haus. - Es zog ein Regiment vom 
Oberland. - (Gläser): Flamme empor. - Freiheit, die ich meine. - Gebt 
Raum!: Gebt Raum, des Hitlers tapfere Schar. - Jäger- und Schützenlied: 
Gefällt dir meine grüne Tracht. - Hakenkreuzstandarte steht wie Fels im 
Meer. - (Wenn Hitlerleut marschieren!): Heraus, ihr Kampfgesellen in eurer 
braunen Tracht. - Florian Majewski: Heraus, verführte Volksgenossen, aus 
roter Front und Reaktion. - Hitlerleute-Kameraden, Deutschland wird nicht 
untergehn. - Ich hab mich ergeben. - (Silcher): Ich hatt einen Kameraden. 
- Ihr fragt uns, wer wir seien im braunen Sturmgewand? - Ihr 
Sturmsoldaten jung und alt. - Im Feldquartier. - Im Krug zum grünen 
Kranze. - Fr. Freitag: (Wanderlied der Stuttgarter Mädchenschaft): Im 
Schritt und Tritt mit Sang zum Sieg. - C. Otto: (Lore, des Försters 
Töchterlein) Im Wald, im grünen Walde. - Landsknechtslied: Kamerad, nun 
laß dir's sagen. - Kamrad, reich mir die Hände, fest wolln zusammen wir 
stehn. - (Lied der SA) Kamerad, wohin marschieren wir, sind wir denn 
noch nicht im Quartier? - Kamraden, laß't erschallen ein sturmgewaltig 
Lied. - Kehr ich einst in meine Heimat wieder (aus d. Schlesischen SA- 
Liederbuch). - Kein schönrer Tod. - Büchsenschütz: Märkische Heide. - 
Mein Regiment, mein Vaterland. - zur Melodie "Wohlauf, die Luft geht 
frisch und rein": (Marschlied der SS) Mit schwarzer Mütze, Totenkopf und 
silberweißen Schnüren. - (Heeren): Morgen marschieren wir in 
Feindesland. - (Silcher): Morgenrot, leuchtest mir zum frühen Tod. - 
Musketier sind lustge Brüder. - Muß i denn zum Städtele naus. - (Mahrer): 
Nun pfeift's von allen Dächern (T: Hans Buchner). - (Pierson): O 
Deutschland hoch in Ehren. - O Straßburg, o Straßburg. - Rot wie Blut ist 
unsre Fahne, schwarz das Kreuz auf weißem Feld. - (Bellmann): 
Schleswig-Holstein, meerumschlungen. - (einziger Titel mit Noten) 
Wirsching: (Marschlied der SA) Schwarz ist die Nacht und weiß ist das 
Licht. - zur Melodie "Es geht bei gedämpfter Trommel Klang": Schwarz ist 
die Sorge, schwarz unser Brot. - Pardun: Siehst du im Osten. - (Thiele): 
Stolz weht die Flagge schwarzweißrot. - (Gansser): (Deutschland, 
erwachel!) Sturm! Sturm! Sturm! - Tirol, Tirol, du bist mein Heimatland. - 
(Dem Gedenken Schlageters) Treu bis zur letzten Stunde, treu deutschem 
Pflichtgebot. - W. Gättke: Trum, trum, terum, tum, tum. - (Borgmann): 
Unsere Fahne flattert uns voran! - Englert: Wann wir schreiten. - Was die 
Welt morgen bringt. - (Trutzlied) Was unser Führer uns gebracht. - (Die 
Tat ist stumm!) Weiße Wolken ziehn am Horizont. - Wenn alle untreu 


D 1156 





werden. - Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren. - Pollak: (Um 
Freiheit und Recht) Wenn uns, Kamerad, auch genommen der Hammer. - 
Wenn wir marschieren, ziehn wir zum deutschen Tor hinaus. - Wer will mit 
uns zum Kampfe ziehn, wenn Hitler kommandiert? - (Die braune Garde) 
Wer zieht dort im Sande die Straße einher? - (Von allen den Kameraden) 
Wir saßen so fröhlich beisammen. - Wir sind das Heer vom Hakenkreuz, 
hebt hoch die roten Fahnen. - zur Melodie "Wir sind des Geyers schwarze 
Haufen" (Sotke): Wir sind des Hitlers braunes Heer. - Wir sind des Hitlers 
braune Sturmkolonnen, wir führen stolz das Hakenkreuzpanier. - Wir sind 
die Sturmkolonnen, wir gehen drauf und dran. - Jahn: Wir traben in die 
Weite. - zur Melodie "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" (V. E. 
Becker): Wir tragen stolz das Hakenkreuz. - Wir treten zum Beten. - 
(Altendorf): (Nachtmarsch) Wir ziehn auf stillen Wegen (aus SA- 
Marschliedertexte der NSDAP-Standarte 102). - zur Melodie "Heraus die 
Klingen": (Lied der SA) Wir ziehn durch Tor und Straßen durch kleine, 
enge Gassen. - (Becker): Wohlauf, die Luft geht frisch und rein. - (Zahn): 
Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd. - (Schlageterlied) Zu Düsseldorf im 
Steinbruch. - Zu Mantua in Banden. - zur Melodie "O Deutschland hoch in 
Ehren" (Pierson): Bist deutsch, merk dir das Eine. - zur Melodie "Wem 
Gott will rechte Gunst erweisen": Vom festen Tritt die Straßen dröhnen, 
ein Hitlerbataillon marschiert. - Deutsch ist die Saar. - W. Rusch: (Heil 
Hitler! - Parademarsch der Nation) Uns leuchtet der Morgen, vorbei ist die 
Nacht. 


Deutsche Kriegsweihnacht. Sonderdruck zur Ergänzung des 
Parteiarchivs für nationalsozialistische Feier- und Freizeitgestaltung. Hgb. 
vom Hauptkulturamt in der RPL der NSDAP unter Mitarbeit der Dienststelle 
des Beauftragten des Führers für die Überwachung der gesamten 
geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP, des 
Kulturamts der RJF, der Hauptabteilung Kultur, Erziehung, Schulung der 
Reichsfrauenführung, der Ämter "Feierabend" und "Deutsches 
Volksbildungswerk" der NSG "Kraft durch Freude" u. a. Zusammenstellung 
und für den Inhalt verantwortlich: Hermann Liese (München, o. J. = 1941 
; 21942, 31943, 41944). 

Der Titel enthält Gedichte, Sprüche, Erzählungen und Briefe, die den 
Zweck der Julfeier gegen die christliche Weihnacht erfüllen, aber hier nicht 
aufgelistet werden mußten, dazu folgende Lieder und Instrumentalstücke. 

Inhalt (31943): 
1. Napiersky: Tal und Hügel sind verschneit. - 2. Baumann: Hohe Nacht 
der klaren Sterne. - 3. Hans Helmut (= W. Stumme): Weihnachtszeit 
kommt nun heran . - 4. H. Helmut (= Stumme): Bald nun ist 
Weihnachtszeit. - 5. H. Helmut (= Stumme): Ich brach drei dürre 
Reiselein. - 6. Melodie seit dem 18. Jh: O Tannenbaum, o Tannenbaum, 
wie treu sind deine Blätter. - 7. Wolters: Grünt ein Tannenbaum in unserm 
Winterwalde. - 8. aus Westfalen: O Tannenbaum, du trägst ein' grünen 
Zweig. - 9. W. Rein: Auf, haltet euer Herz bereit - 10. Wolters: (Komm, 
lieber Weihnachtsmann) Weihnachtsmann, zieh Stiefel an. - 11. 


D 1157 





Lischewski: Es hat in der tiefschwarzen Nacht geschneit. - 12. Baumann: 
Die Weihnacht steigt ins Tal im klaren Wind. - 13. Baumann: Ein Jahr muß 
nun vergehen. - 14. Napiersky: Wir zünden an den Lichterkranz . - 15. 
Wolters: Heut ist ein Sternlein vom Himmel gefallen. - 16. Wolters: Wenn 
eine Mutter ihr Kindlein tut wiegen. - 17. I. Lang: Weihnacht macht die 
Türen weit. - 18. H. Helmut (= Stumme): Freut euch, ihr lieben Leute. - 
19. aus dem Odenwald: O Tannenbaum, du bist ein edler Zweig. - 20.)]. 
Ch. Schickhardt, um 1680-1740: Sarabande aus den Sechs Triosonaten. - 
21. Händel: Musette aus der Festmusik in B-dur. - 22. V. Lübeck, 
1654-1741: Weihnachtsmusik für 2 Geigen, Orgel oder Klavier, Cello und 
Kontrabaß. 

Sätze: Ilse Arnold (17), G. Frotscher (11), W. Rein (8), Paul Winter 
(12). 


Deutsche Lieder (Anthologie) siehe: H. Gansser 


Deutsche Lieder der Nation und des Volkes. Ergänzungsheft 
zum Liederbuch von Kühn/ Bauer/ Mies (1934) [Quelle & Meyer, Leipzig]. 

Titelohne Nummer = nur Text. 

Inhalt: 

1. Das Lied der Deutschen: Deutschland, Deutschland über alles. - 2. 
Horst-Wessel-Lied. - 3. Pierson: O Deutschland hoch in Ehren. - 4. Kein 
schöner Land. - 5. Dankgebet für die niederländischen Siege 1597: Wir 
treten zum Beten (neue Fassung der 2. Strophe, gesungen bei der 
Eröffnung des Preußischen Staatsrates 1933). - 6. Pardun: Siehst du im 
Osten. - 7. Bellingrodt, 1922: Es rauscht durch deutsche Wälder. - 8. 
Borgmann: Unsre Fahne flattert uns voran. - 9. Gläser: Flamme empor! - 
10. Auf, auf, zum fröhlichen J agen.- 11. von 1724: (Erneuter Schwur - An 
F.L. Jahn, Juni 1814) Wenn alle untreu werden. - 12. Methfessel: Der Gott 
der Eisen wachsen ließ. - 13. Beethoven, Singspiel "Die gute Nachricht": 
Germania, Germania. - 14. Gättke: Und wenn wir marschieren. - 15. 
Brüder, zur Sonne, zur Freiheit! - 16. Kaun, "Heimat", Op. 109 Nr. 14: Das 
Land meiner Väter. - 17. A. Kühn: Vater, in deiner Allmacht Hand. - 18. E. 
Dahlke: Gedenket der Toten. Kanon. - 19. Straßmann: Mit finsteren 
Gewalten ringt unser Vaterland. - 20. Büchsenschütz: Märkische Heide. - 
21. Deutsch ist die Saar. - 22. Es lebt der Schütze froh und frei. - 23. neue 
Volksweise nach M. Englert: (Frohe Jugend) Wir sind jung, die Welt steht 
offen. - 24. Wanderlied: Im Frühtau zu Berge. - 25. Frohe Wanderlust 
füllt die junge Brust. - 26. (Hertel): Die blauen Dragoner - 27. Jöde: Heiß 
ist die Liebe. - 28. entstanden aus einem Lied des Berliner Possendichters 
A. Cosmar: Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren. 


Deutsche Lieder der NSBO und der DAF. 192 schönste und 
beliebteste SA-, SS-, Soldaten- und Volkslieder. Vorwiegend Texte mit 
wenigen Noten. (21934) [RP]. 


D 1158 





1. Auflage: vgl. Behnke. 
Inhalt (21934): 

Die Sammlung enthält - weitgehend ohne Urheberangabe - in 
ungefährer alphabetischer Reihung u. a. Heimatlieder, vorgebliche 
Landsknechtslieder, Freikorpslieder, ferner: 

Als die goldne Abendsonne (T: Muschalla). - Als ich gestern einsam ging 
- Alte Kameraden auf dem Kriegespfad. - Am Brunnen vor dem Tore - 
Annemarie, wo geht die Reise hin. - Argonnerwald um Mitternacht - Auf, 
auf zum Kampf, zum Kampf sind wir geboren. - Auf dem Berg, so hoch da 
droben. - Brüder in Zechen und Gruben (6. Strophe: Hitler treu ergeben, 
treu bis in den Tod). - Das Lieben bringt groß' Freud. - Das schönste Land 
der Welt ist mein Tirolerland - (Das Lied der Deutschen Arbeitsfront) Auf 
Brüder, folgt den stolzen Fahnen zur Arbeitsschlacht. - Das Wandern ist 
des Müllers Lust. - Der Mai ist gekommen. - Der Mensch soll nicht denken, 
wer da trinkt. - zur Melodie "Der mächtige König": (SA-Lied) Der Spießer, 
der prahlend beim zehnten Glas Bier. - (Kieling): Der Wind weht über 
Felder. - Die Fahne hoch (mit zwei später hinzugefügten Strophen, "Nur 
bei feierlichen Anlässen zu singen"). - Die Trommeln und die Pfeifen, die 
haben ein laut Getön (T: H. Löns). - Drei Lilien. - zur Melodie 
"Argonnerwald": Durchs Schlesierland marschieren wir. - Es blühen die 
Rosen, die Nachtigall singt (T: H. Löns). - (Wilhelm): Es braust ein Ruf wie 
Donnerhall (T: nach M. Schneckenburger, umgearbeitet von H. 
Schauwecker). - (Blumensaat): Es dröhnen die Trommeln durch das Land, 
die Trommeln der HJ. - (Silcher): Es geht bei gedämpfter Trommel Klang. 
- zur Melodie "O Deutschland hoch in Ehren" (Pierson): Es klingt wie eine 
Sage aus längst vergangener Zeit. - Es lebt der Schütze froh und frei. - 
(Hill): Es liegt eine Krone im grünen Rhein. - (Mahrer): Es pfeift von allen 
Dächern. - Es stehen drei Birken auf der Heide (T: H. Löns). - Es steht an 
der Ostsee die eiserne Schaar. - Es war ein Knab gezogen wohl in die Welt 
hinaus. - Es war ein Mädel jung an Jahren. - Es war einmal 'ne Müllerin. - 
Es welken alle Blätter, sie fallen alle ab. - Es war einst ein Fähnrich wohl in 
ein Mädel verliebet. - zur Melodie "Wir traben in die Weite" (Jahn): Es 
ziehen die Standarten hinaus zum alten Tor. - 1. Volksweise: Es zog ein 
Hitlermann hinaus. - Es zog ein Regiment vom Ungarland herauf. - Es 
zogen drei Burschen wohl über den Rhein. - (Gläser): Flamme empor! - In 
dem Kampfe um die Heimat starben viele Hitlerleute. - In dem Schatten 
dunkler Lauben (Lola). - Achtung, DAF! Die Roten sind bezwungen. - Ick 
weit einen Eikboom, de steiht an de See. - (Depolo): Ihr Jäger laßt 
erschallen ein froh gewaltig Lied. - Ihr Sturmsoldaten jung und alt. - 
(Ramrath): Im Feldquartier auf hartem Stein. - Im grünen Wald, dort wo 
die Drossel singt. - Im Krug zum grünen Kranze. - Im schönsten 
Wiesengrunde. - Im Wald, im grünen Walde, da steht ein Försterhaus 
(Lore). - Im Wald und auf der Heide, da such ich meine Freude. - In dem 
Kampfe um die Heimat starben viele Hitler-Leute. - In einem kühlen 
Grunde, da geht ein Mühlenrad. - In München sind viele gefallen. - In 
Schlesien liegt ein Städtchen, darinnen wohnt ein Mädchen. - Ist alles 
dunkel, alles trübe. - (Jahn): Kam'rad, nun laß dir's sagen. - (Lied der 
Brigade Ehrhardt) Kam'rad, reich mir die Hände. - Lustig ist das 


D 1159 





Zigeunerleben. - (Büchsenschütz): Märkische Heide (4. Strophe: "dem 
Hakenkreuz die Treue"). - 2. Mein Kamerad im Braunhemd du, laß unser 
Banner wehn. - Mein Regiment, mein Heimatland (Annemarie). - zur 
Melodie "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" (Becker): (SS-Marschlied) 
Mit schwarzer Mütze, Totenkopf und silberweißen Schnüren. - Morgen 
marschieren wir zu dem Bauern ins Nachtquartier. - Nach der Heimat 
möchte ich wieder. - (Hagemeister): Nach Ostland geht unser Ritt. - W. 
Altendorf: Noch leis durch Schlesiens Wälder. - Nun ade, du mein lieb 
Heimatland. - Regiment sein Straße zieht. - (W. Altendorf): Rollt nun die 
blutigroten Fahnen auf. - Sah ein Knab ein Röslein stehn. - Schatz, mein 
Schatz, reise nicht so weit von mir. - Und in Brandenburg auf dem 
Bethsee. - (Himmel): Vater, ich rufe dich. - Pardun: Siehst du im Osten. - 
Von allen den Kameraden war keiner so lieb und so gut. - zur Melodie 
"Gardemarsch": Von allen den Mädchen, so blink und so blank. - 
Borgmann: Unsre Fahne flattert uns voran. - Wir heben die Hände empor 
zum Schwur. - zur Melodie "Wolgalied": Wir kämpfen unter Russenfahnen. 
- zur Melodie "Stimmt an mit hellem, hohem Klang" (Methfessel): Wir sind 
das Heer vom Hakenkreuz. - (Sotke): Wir sind des Geyers schwarze 
Haufen. - 3. Hurrle: (Badisches Arbeitsdienstlied) Wir sind die 
Sturmkolonnen. - Wir sind die Sturmkolonnen, wir gehen drauf und dran. 
- Wir sind vom 1. bayerischen Schneeschuhbataillon. - (Jahn): Wir traben 
in die Weite. - Wir tragen am Arme das Wikingerschiff. - Wir treten zum 
Beten vor Gott den Gerechten. - (Borgmann): Immer nur vorwärts: Wir 
woll'n treu zum Banner steh'n. - W. Altendorf: Wir ziehn auf stillen Wegen. 
- Zwei Freunde zogen Hand in Hand. - Chaussee-Potpourri. 


Deutsche Lieder für die Jugend. Hgb. von hessischen 
Schulmännern. Melodien mit Text (1933; 21935) [Moritz Diesterweg, 
Frankfurt a. M.]. 

Titelohne Nummer = nur Text. 

Aus dem Vorwort: 

"Eine neue Zeit hat mit dem fünften März begonnen. Nun gilt es, das 
Volk und die Jugend in den Dienst des Wiederaufbaues zu stellen. Dieses 
Buch will dabei Helfer sein. Es bringt Lieder, in denen die deutsche Seele 
ihr Fühlen und Sehnen zum Ausdruck bringt. Diese Einstellung bedingt, 
daß das Buch keine Liedersammlung im hergebrachten Sinne ist, die ein 
inhaltlich möglichst reichhaltiges Liedgut bietet, sondern deren Auswahl 
unter dem Gesichtspunkt der nationalen Erhebung getroffen wurde. So 
soll das vaterländische Lied im Vordergrunde stehen. Ferner erhielten die 
im Volke noch lebendigen und gern gesungenen Lieder gegenüber den im 
Aussterben begriffenen den Vorzug. (...)" 

Inhalt u. a. (21935): 
1. Spohr: Wie ein stolzer Adler. 

Heimat. 

2. In meine Heimat kam ich wieder. - 3. In der Heimat ist es schön. - 4. 
Nun ade, du mein lieb Heimatland. - 5. Im schönsten Wiesengrunde. - 6. 
Wenn in der Ferne. - 7. Nägeli: Es klingt ein heller Klang. - 8. Peters: 


D 1160 





Strömt herbei, ihr Völkerscharen. - 9. Ich weiß nicht, was soll es 
bedeuten. - (...) 19. Silcher: Nun leb wohl, du kleine Gasse. - 20. Aus der 
J ugendzeit. 

Feld und Wald. 
21. Der Winter ist vergangen. - 22. Die Sonn erwacht. - 23. Goldne Ähre, 
du mußt fallen. - 24. Es steht ein Lind' in jenem Tal. - 25. Dort unten in 
der Mühle. - 26. Am Brunnen vor dem Tore. - 27. Trara, das tönt wie 
Jagdgesang. - 28. W. Kothe: Konzert is heute angesagt. - 29. Wie herrlich 
ist's im Wald. - 30. Ein Jäger aus Kurpfalz. - 31. Es wollt ein Jägerlein 
jagen. - 32. Ein Jäger längs dem Weiher ging. - 33. Isaac: Nun ruhen alle 
Wälder. - 34. Ade zur guten Nacht. 

Wandern. 
35. Hinaus! Es läßt mir keine Ruh'. - 36. Das Wandern bringt groß' Freud. 
- 37. Fröhlich: Wem Gott will rechte Gunst erweisen. - 38. Rasch stehn wir 
vom Lager auf. - 39. Ein Sträußchen am Hute. - 40. Das Wandern ist des 
Müllers Lust. - 41. Turner, auf zum Streite. - 42. Horch, was kommt von 
draußen rein. - 43. Grüß Gott, du schöner Maien. - 44. Lyra: Der Mai ist 
gekommen. - 45. Büchsenschütz: Märkische Heide. - 46. Klauer: Wer recht 
in Freuden wandern will. - 47. Wohlauf, in Gottes schöne Welt. - 48. 
Wohlan, die Zeit ist kommen. - 49. Als ich wohl einmal reiste. - 50. So 
scheiden wir mit Sang und Klang. - 51. Heut noch sind wir hier zu Haus. - 
52. Silcher: Morgen muß ich fort von hier. 

Leid und Freud. 
53. All mein' Gedanken. - 54. Schubert: Sah ein Knab ein Röslein stehn. - 
55. Das Laub fällt von den Bäumen. - 56. Ich hab' die Nacht geträumet. - 
57. Es ist ein Schnitter. - 58. Hassler: Wenn ich einmal soll scheiden. - 59. 
Tochter Zion. - 60. Lieb Nachtigall, wach auf. - 61. F. Gruber: Stille Nacht, 
heilige Nacht. - 62. O du fröhliche. - 63. Ehre sei Gott. - 64. Es ist ein Ros 
entsprungen. 

Vaterland. 
65. Fürst: Vaterland, hör deiner Söhne Schwur. - 66. zur Melodie 
"Gaudeamus igitur": Frei und unerschütterlich. - 67. (Das Lied der 
Deutschen) Deutschland über alles. - 68. Hensel: Wir heben unsre Hände. 
- 69. Horst Wessel-Lied. - 70. H. Herold: (Heil Hindenburg) Hörst du das 
Lied der alten Eichen. - 71. Herold: (Heil Hitler) Die Hand zum Schwur 
erhoben. - zur Melodie "Zu Mantua in Banden": (Schlageterlied) Bei 
dumpfem Trommelwirbel, zu Benrath. - 72. H. Marschner: Wir wollen 
deutsch und einig sein. - 73. Hädelmayr (= Mahrer): Es pfeift von allen 
Dächern. - 74. Groos: Freiheit, die ich meine. - 75. Hanitsch, 1790-1865: 
(Bundeslied) Sind wir vereint zu guter Stunde. - 76. Gläser: Flamme 
empor. - 77. Pierson: O Deutschland hoch in Ehren. - 78. Methfessel: 
Stimmt an mit hellem, hohem Klang. - 79. Thiele, 1847-1903: Stolz weht 
die Flagge Schwarz-Weiß-Rot. - 80. R. Schumann: Sie sollen ihn nicht 
haben. - 81. (Wilhelm): Die Wacht am Rhein. - 82. Prinz Eugen. - 83. 
(Silcher): Ich hatt einen Kameraden. - 84. (Silcher): Morgenrot, leuchtest 
mir. - 85. Ich hab mich ergeben. - 86. (Silcher): Es geht bei gedämpfter 
Trommel Klang. - 87. O Straßburg. - 88. Zu Straßburg auf der Schanz. - 
89. Zu Mantua in Banden. - 90. (Methfessel): Der Gott der Eisen wachsen 


D 1161 





ließ. - 91. (Himmel): Vater, ich rufe dich! - 92. (Weber): Du Schwert an 
meiner Linken. - 93. (Weber): Lützows wilde Jagd. - 94. Mangold 
1813-1889: Treue Liebe bis zum Grabe. - 95. L. Liebe, 1819-1900: Mein 
Vaterland, ich liebe dich. - 96. Wir treten zum Beten. - 97. zur Melodie 
"Strömt herbei" (Peters): (Lied der deutschen Jugend) Auf, Jungmädchen 
und Jungmannen. - 98. Gättke: Trum, trum, terum tum tum. - 99. 
(Planert): Laßt euch nicht irren, seht euch nicht um! - 100. Günter Sachs 
und W. Cleff: (Lied zur Trommel) Wir ziehen all im gleichen Tritt. - 101. 
(Bannerlied) Wir singen das Lied von der Fahne. - 102. (Kolonnen) Im 
blauen Kleid ziehen die Kolonnen! - 103. Pardun: Siehst du im Osten. - 
104. Muschalla: Als die goldne Abendsonne. - zur Melodie "Stimmt an mit 
hellem, hohem Klang" (Methfessel): Wir sind das Heer vom Hakenkreuz. - 
106. Auf, auf zum Kampf, zum Kampf sind wir geboren. - 107. Wir tragen 
das Banner der Freiheit. - 108. Borgmann: Unsre Fahne flattert uns voran. 
- 109. Brüder in Zechen und Gruben. - 110. zur Melodie "Brüder in Zechen 
und Gruben": Brüder zur Sonne und Freiheit. - 111. Argonnerwald. - 112. 
(Das alte Ostlandfahrerlied) Nach Ostland wollen wir reiten. - 113. (Das 
neue Ostlandfahrerlied) Nach Ostland geht unser Ritt. - 114. Deutsch ist 
die Saar. - 115. C. Strauß: Hört ihr die Trommel schlagen? - 116. zur 
Melodie "Setzt zusammen die Gewehre": Jungs und Mädels, schließt die 
Reihen. - 117. Gättke: Und wenn wir marschieren. - 118. Crusius: Nun 
gehts voran in Reih und Glied. - 119. Schließt die Reihen fest zusammen, 
laßt aufs neu dem Bund uns weihn. - 120. Stuntz, 1793-1859: 
(Vaterlandssänger) Auf, ihr Brüder, laßt uns wallen. - 121. (Hertel): Die 
blauen Dragoner. - 122. (Kieling) Der Wind streicht über Felder. 


Deutsche Lieder im Wehr- und Arbeitsdienst. Hgb. vom 

Stahlhelm Gau Hamburg. 29 Seiten, nur Texte (1933) [B&M]. 
Inhalt: 

Argonnerwald um Mitternacht. - Auf der Lüneburger Heide. - E. Kramer: 
(Berg op Zoom) Seht, welche Macht sie gebracht. - Brüder in Zechen und 
Gruben. - Das Lieben bringt groß Freud. - E. Kramer: Das Vaterland ruft 
mich zum heiligen Streite. - Der Gott, der Eisen wachsen ließ. - Des 
morgens um halb viere (Lisa). - Deutschland, Deutschland über alles. - 
Die Bauern wollten Freie sein. - Horst-Wessel-Lied. - Es tönt auf grüner 
Heide das Döberitzer Lied. - Drei Lilien. - Einst sind wir so freudig geritten. 
- zur Melodie "O, Deutschland hoch in Ehren": Es klingt wie eine Sage aus 
längst vergangner Zeit. - Es lebt der Schütze froh und frei. - Es pfeift von 
allen Dächern. - (Verschütt) Es steh'n drei Birken auf der Heide. - Es war 
einmal 'ne Müllerin, ein wunderschönes Weib. - Es wollt' ein Mädchen früh 
aufsteh'n, dreiviertel Stund vor Tag. - Es zog ein Regiment vom Ungarland 
herauf. - Flamme empor! - Heiß ist die Liebe, kalt ist der Schnee. - Heute 
wollen wir das Ränzlein schnüren. - Ich hatt! einen Kameraden. - Ich 
schieß den Hirsch im wilden Forst. - Ihr Sturmsoldaten jung und alt. - Im 
Feldquartier auf hartem Stein. - Jungstahlhelm ward in tiefster Nacht der 
deutschen Schmach geboren. - Kamerad, reich mir die Hände. - Kehr ich 
einst zur Heimat wieder. - Liebster Schatz, mußt mir erlauben. - Lippe- 


D 1162 





Detmold. - Märkische Heide. - Mein Regiment, mein Heimatland. - 
Musketier' sein lust'ge Brüder. - (Niederländisches Dankgebet) Wir treten 
zum Beten vor Gott den Gerechten. - O Deutschland hoch in Ehren. - 
Schatz, mein Schatz, reise nicht so weit von hier! - Schleswig-Holstein 
meerumschlungen. - Sprung auf, marsch, marsch, geschlossen geh'n wir 
vor. - Volk ans Gewehr. - Vom Barette schwankt die Feder. - Von den 
Bergen rauscht ein Wasser. - Weit laßt die Fahnen wehen. - Wenns die 
Soldaten durch die Nacht marschieren. - Wilde Gesellen vom Sturmwind 
durchweht. - Wir sind des Geyers schwarze Haufen. - Wir traben in die 
Weite. - Wir tragen am Arme das Wikingerschiff. - Wir ziehen durch die 
Straßen im festen Schritt und Tritt. - Wo sind die Jugendjahr geblieben. - 
E. Kramer: Wohl sehr glücklich ist, wer zu sterben weiß. - Wohlan, 
Kam'raden, stimmt mit hellem Schalle aus voller Brust das Lied des 
Bundes an! - Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd. 


Deutsche Marsch- und Fahrtenlieder (für die deutsche Jugend) 
(Anthologie) siehe: E. Dahlke 


Deutsche Meereswacht = Es träumt die deutsche Flotte 


Deutsche Militär-Musiker-Zeitung. Einziges Musik-Fachblatt der 
deutschen Wehrmacht. Jg. LV, 1933, erscheint wöchentlich, ab 1942 
vierzehntäglich, 1943 nur noch monatlich. Schriftleiter: Hans Hertwig, ab 
1/X/35 Georg Kandler, Vertreter, dann - wegen Wehrdienst Kandlers - 
diensttuender Schriftleiter (ab Oktober1941): Ernst Krienitz. Auflage ab 
Jg. LVII/4: 8.000 Exemplare [PB]. 


Deutsche Musik A, B (Anthologien) siehe: Adolf Engel 


Deutsche Musikkultur. Zweimonatshefte für Musikleben und 
Musikforschung (SIM). Hgb. von Hans Engel im Auftrag des Staatl. 
Instituts für dt. Musikforschung zu Berlin und in Verbindung mit P. Raabe, 
F. Stein, Ch. Mahrenholz, H. Besseler, J. Müller-Blattau, W. Ehmann, später 
nur noch vom SIM. Schriftleiter: Johann Wolfgang Schottländer (ab Jg. II, 
1937/38), W. Ehmann (ab Jg. IV, 1939/40) und Anna Amalia Abert (ab Jg. 
VII, 1942/43). Jahrgang I/1, April-Mai 1936. Eingestellt mit Jg. IX/3-4, 
1944 [B]. 

Geleitworte von Ministerialdirektor Dr. Wolf Meinhard von Staa 
("Deutsche Musikkultur" I/1, April-Mai 1936). 

Zitat: 

"Der nationalsozialistische Staat hat die gewaltigen Aufgaben, die 
ihm auf dem Gebiet der Kultur und der Kunstpflege obliegen, von Anfang 
an klar erkannt. Er hat, und zwar jedes Ressort an seinem Teile, ihre 


D 1163 





Verwirklichung in Angriff genommen mit einer Schwungkraft, für die es 
nur wenige geschichtliche Beispiele gibt. 

Im Reigen der Künste gilt die besondere Aufmerksamkeit des 
Staates der Musik. Sie war von jeher ein hervorragender Wesensausdruck 
deutschen Geistes und deutscher Kultur, und die Rolle, die sie im Leben 
unseres Volkes spielte und spielt, ist eine stärkere und größere als in 
anderen Ländern. Die musikalische Veranlagung des deutschen Volkes ist 
von besonderer Artung; nordische Musikauffassung offenbart sich weniger 
in Schwung und Leidenschaftlichkeit als in der Fülle seelischen Ausdrucks 
und innerer Kraft. Musik ist in Deutschland nicht erstlich Kunst der 
Repräsentation, sondern volkhafte Kunst. Hier zeigt sich die formbildende 
Kraft des deutschen Volkes nicht nur in der unendlich großen Zahl 
musikalischer Begabungen, sondern auch an dem unerschöpflichen Schatz 
deutscher Volkslieder. Ihn zu hegen und zu pflegen ist eine mit dem 
Herzen übernommene Pflicht des nationalsozialistischen Staates. 

Die Weltgeltung der deutschen Musik datiert seit den großen 
deutschen Klassikern. Die große Kunst, Oper und Konzert mit ihren neu 
gestalteten Formen findet in Deutschland eine Fülle von Pflegestätten, wie 
sie zu besitzen sich kein anderes Land rühmen darf (...)". 

Der Ministerialdirektor kam aus dem REM. Er trug Postulate und 
Wunschvorstellungen des NS-Staats vor. 


Deutsche Musik-Premieren-Bühne siehe: Lampadius 


Deutsche Musiksammlung in zwei Heften, bearb. von Richard 

Koch (1933) [P]. 

Heft 1: 
1. Deutschland über alles. - 2. Horst-Wessel-Lied. - 3. Ich hatt‘ einen 
Kameraden. - 4. Ich bete an die Macht der Liebe. - 5. Ein feste Burg ist 
unser Gott. - 6. Nun danket alle Gott. - 7. Wir treten zum Beten. - 8. O 
Deutschland hoch in Ehren. 

Heft 2: 
1. Der Gott der Eisen wachsen ließ. - 2. Flamme empor. - 3. Ich hab mich 
ergeben. - 4. Brüder reicht die Hand zum Bunde. - 5. Was ist des 
Deutschen Vaterland. 


Deutsche Musikzeitung (vormals: Rheinische Musik- und 
Theaterzeitung. Auflage (Stand 1934): 800. Jg. XXXIV, 1933. Monatlich. 
Hgb.: Dr. G. Tischer. Sie stellte ihr Erscheinen ein mit Jg. XXXVIII/I1 vom 
25/X1/37 [TS]. 


Deutscher Danz: Die Fisch im Wasser wohnen, das Wild wohnt in 
dem Wald. Melodie und Text nach Philipp Hainhofers Lautenbüchern, 1603. 


D 1164 





In: 
Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 23-27 (1940); 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 43-49 (1942). 


Deutscher Frühling = Es ging ein Sturm durch deutsche Lande 
Deutscher Frühling = Stürme gehn durch deutsches Land 
Deutscher Kampfgesang = Einst sind wir so freudig geritten 
Deutscher Kriegschoral = Herr Gott! Du großer Herre Gott! 
Deutscher Notschrei siehe: A. Valerius 


Deutscher Sängerbund (DSB) 


1933 
1. April 1933, Bekenntnis: 

"Unser Gruß gilt heute unserem zu neuem nationalen Leben 
geeinten deutschen Volke. Die Ereignisse vom 30. Januar, vom 5. und 
21./23. März 1933 sind dem DSB. Tage der Erfüllung langen, heißen 
Sehnens geworden. Er hat in Wort und Lied stets und stark im Dienste 
überparteilicher deutschbewußter Sammlung gestanden und die vierzehn 
Jahre der nationalen Niederung traditionsgetreu überbrückt. Im 
erhebenden Bewußtsein seiner vaterländischen Sendung hat der DSB. die 
Verunglimpfungen, die ihm wegen dieser seiner Einstellung all die Jahre 
hindurch von undeutschen Kreisen, insbesondere vom Arbeiter- 
Sängerbund, dem bevorzugten Bannerträger der November-Kultur, 
zugedacht wurden, stolz-schweigend getragen. 

>Das deutsche Volksbewußtsein zu stärken, die Gemeinschaft aller 
Volksschichten zu fördern und das Gefühl der Zusammengehörigkeit der 
deutschen Stämme zu kräftigen<, waren die satzungsgemäßen 
Grundgedanken, die unseren Bund vor mehr als siebzig Jahren erstehen 
ließen. Im Streben nach diesen hohen Zielen sieht sich der DSB. nunmehr 
wieder in gleicher Front mit einer starken nationalen Reichsregierung und 
darf ihr Helfer sein. Es soll das politische Wort die Geister überzeugen, das 
deutsche Lied die Herzen für das neue Deutschland werben. 

Heil unserem Volke, unserem Vaterlande und seinen Führern! 

Georg Brauner 
stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Sängerbundes" 
(Die deutschen Sänger grüßen das neue Deutsche Reich. "Fränkische 
Sängerzeitung" VIIl/7, 1/1V/33. S. 75. Abdruck in: "DSBZ"). 


D 1165 





15. April 1933: 

Fritz Binder vergleicht in der "Fränkischen Sängerzeitung" VIIIl/8, S. 
88-89, unter dem Titel "Zwei Deutsche!" Richard Wagner und Adolf Hitler 
und verpflichtet die Sängerschaft auf den Führer. 

Juni 1933: 

In Schirnding findet das 17. Bundessängerfest des Sechsämter- 
Sängerbundes statt. Dabei begleitet die Kapelle Schlegel-Arzberg: 1. Max 
Seidel: Prolog. - 2. Volkmar: Zuruf ans Vaterland. - 3. Kistler: Ich bin ein 
Deutscher. - 4. Giese: Jäger und Bäuerin. - 5. Häusermann: Frühlingszeit. 
- 6. Becker: Mein Heimatwald. - 7. Becker: Der freie deutsche Mann. - 8. 
Wengert: Die Treue. - 9. Rainer: Frohe Fahrt (BR, 18/V1/33). 

20. Juni 1933, Gleichschaltung: 

"Zwischen den zuständigen Stellen der NSDAP. und dem Deutschen 
Arbeiter-Sängerbund sind erfolgversprechende Verhandlungen geführt 
worden, welche die vom künstlerisch-kulturellen Standpunkt aus 
wünschenswerte Erhaltung des Deutschen Arbeiter-Sängerbundes zum 
Ziel haben. Für die Gleichschaltung des Bundes soll von den beteiligten 
Organisationen dem Direktor der Staatlichen Akademischen Hochschule 
für Musik in Berlin Herrn Professor Dr Fritz Stein Generalvollmacht erteilt 
werden. Ich bitte daher ergebenst, von Maßnahmen (Auflösung) gegen die 
dem Deutschen Arbeiter-Sängerbund angehörenden Vereine abzusehen" 
(Der Reichsminister des Innern an die Landesregierungen, 20/V1/33. 
Quelle: BAR 55/ 1138. Blatt 268). 

*13. August 1933: 

Im Hof von Schloß Marienburg bei Nordstemmen findet der 
Gausängertag des Gaus Hildesheim im Sängerbund Niedersachsen, Dot. 
Wilhelm Bein, statt: 

1. Feierlicher Einzug der Fahnen. - 2a. Bein: "Im Liede stark", 
Sängerspruch. - 2b. Schumann: "Gottes ist der Orient" für Gesamtchor 
und Orch. - 3a. Göhl: "Wie am Dom zu Hildesheim", Sängerspruch. - 3b. 
J anoske: "Deutsches Volksgebet". - 3c. Weidt: "Frischauf in Gottes 
Namen". - 4a. Bein: "Es grüne die Tanne", Sängerspruch. - 4b. "Wenn alle 
Brünnlein fließen". - 5. Fürst: "Badonviller Marsch". - 6a. Methfessel: 
"Grüß Gott mit hellem Klang", Sängerspruch. - 6b. Nagel: "Das Ringlein". 
- 6c. Schubert-Silcher: "Der Lindenbaum". - 7a. "Wo die Weser rauscht", 
Sängerspruch. - 7b. Pfusch: "Das Hederitt". - 7c. "Von Hause muß ich 
fort". - 8a. Silcher: "Frisch gesungen". - 8b. Bein: "Im Liede stark", 
Sängerspruch (Norag, 13/V111/33). 

14. September 1933, Einladung: 

"Der Berliner - Lehrer - Gesangverein wird am 30. November d. ]. 
unter Leitung von Professor Hugo Rüdel in der Philharmonie den Zyklus 
>Feier der neuen Front< von Richard Trunk, Dichtung von Baldur von 
Schirach, dessen Widmung Sie die Güte hatten anzunehmen, zur 
Uraufführung bringen. Neben anderen vaterländischen und volkstümlichen 
Chorwerken steht auch desselben Komponisten >Der Tag bricht an<, zum 
Gedächtnis Leo Schlageters, auf dem Programm. Der Reinertrag des 
Konzerts fliesst ungekürzt der Spende für die >Opfer der Arbeit< zu. 

Im Namen des Vereins erlaube ich mir, Sie ehrerbietigst zu der 





D 1166 





Veranstaltung einzuladen. Ihre Anwesenheit würde nicht nur den Berliner - 
Lehrer - Gesangverein, der seit 1920 auf elf Grenz- und Auslandsfahrten 
wie durch die Vortragsfolgen seiner hiesigen Konzerte vaterländische 
Arbeit im Geiste der nationalsozialistischen Bewegung zu leisten bemüht 
war, sondern auch dem Deutschen Sängerbunde höchste Anerkennung 
und Auszeichnung bedeuten" (Berliner Lehrer-Gesangverein, Georg 
Brauner, an "Herrn Reichskanzler Adolf Hitler", 14/1X/33. Quelle: BAR 43 
II/ 1240). 

Weil Hitlers Kanzlei sich nicht festlegte, wiederholte Brauner die 
Einladung unter dem 16. November. 

Oktober 1933: 

"(...) wie die Männerchöre in lebendiger Mitarbeit in die große 
Volksgemeinschaft hineinwachsen. Am Tage der nationalen Arbeit 
marschierten die Sänger im Heer der Arbeiter der Stirn und Faust, am 
Ehrentag des deutschen Bauern, am Erntedanktag erklangen unsere 
Lieder in Stadt und Land, am Geburtstag des Freiheitskämpfers der 
nastionalen Revolution, Horst Wessel, sangen an der Geburtsstätte 
Bielefelder Sänger ihm deutsche Lieder zu Ehren, beim Westfalentag in 
Münster erfreuten Sänger tausende Volksgenossen durch heimatliche 
Klänge, und als man die unglücklichen Opfer der furchtbaren Katastrophe 
an der Kohlfurter Brücke zur letzten Ruhe bettete, da tröstete das Lied 
Bochumer Sänger eine große Gemeinschaft (...)" (Karl Brüggestrat in 
"DSBZ" XXV/42, 1933). 

25. November 1933, Absage: 

"(...) beehre ich mich, ergebenst mitzuteilen, dass der Herr 
Reichskanzler infolge überaus hoher Inanspruchnahme durch vordringliche 
Amtsgeschäfte zu seinem Bedauern nicht in der Lage ist, der freundlichen 
Einladung zu der am 30. November in der Philharmonie stattfindenden 
Uraufführung des Zyklus >Feier der neuen Front< Folge zu leisten" 
(Reichskanzlei, Der persönliche Referent des Reichskanzlers, RR Dr. 
Meerwald, an Berliner Lehrer-Gesangverein, 25/X1/33. Quelle: BAR 43 II/ 
1240). 

1. Dezember 1933: 

Der Leipziger Männerchor ehrt seinen Leiter Gustav Wohlgemuth 
zum 70. Geburtstag mit einem Festkonzert, Dgt. Wohlgemuth, im Saal des 
Zoos zu Leipzig, mit u. a. dem Chor "Freiheit" von H. Zöllner und "Feier 
der neuen Front" vonR. Trunk. 


1934 
Monopol: 

"Kurz nach dem Dortmunder Sängertag am 22. April 1933 empfing 
Reichsinnenminister Dr. Frick sowie der Stellvertreter des Führers, Rudolf 
Heß, den Bundesvorsitzenden Brauner und den stellvertr. 
Bundesvorsitzenden Dr. Bongard. Reichsinnenminister Dr. Frick erklärte in 
dieser Unterredung, daß er die bisherige Wirksamkeit des DSB würdige 
und deshalb gern mit ihm zusammenarbeiten wolle. Die Bildung von 
besonderen nationalsozialistischen Chorvereinen u. dgl. neben dem DSB 
sei unerwünscht. Der Stellvertreter des Führers trat diesem Standpunkte 


D 1167 





bei. Damit hatte die Reichsregierung den DSB grundsätzlich anerkannt. 
Trotzdem wurde an einigen Stellen versucht, eine Bresche in die 
Organisation zu schlagen. Einzelne Kreise machten im Laufe des Sommers 
und Herbstes 1933 Personalkrisen durch, die einen Wechsel in der 
Führung zur Folge hatten. Inzwischen trat der DSB in ein näheres 
Verhältnis zum Kampfbund für deutsche Kultur, dem die Betreuung des 
geistigen, besonders des künstlerischen Lebens oblag" (F. J. Ewens: 
Jahresrundschau. "Jahrbuch des Deutschen Sängerbundes 1934". Berlin, 
1934. S. 79). 

Januar 1934, Volkwerdung: 

"(...) In schwersten Stahlketten lagen die Begriffe >Volk, Vaterland 
und Nation<. Adolf Hitler befreite sie mit starker Hand! In 14jähriger 
unerträglicher Gefangenschaft litt ihr Begriffsinhalt, litt das Gefühl, der 
Verstand für die kostbarsten Begriffe einer lebensgesunden und 
lebenskräftigen Nation. Was in 14 Jahren vernichtet, zertreten, 
verschandelt und verhöhnt wurde, muß neuem Leben entgegengeführt 
werden, einem Leben, dem nicht nur Daseinsberechtigung, sondern ewige 
Kraft und das höchste, was es überhaupt in diesem irdischen Leben gibt: 
ewige Schönheit innewohnt. Ungeheuer groß und schön, aber ebenso 
ungeheuer verantwortungsvoll und schwer ist diese neue Aufgabe, diese 
neue Aufgabe am deutschen Lied für Deutschlands Zukunft. Ihre Wertung 
kann darum nur noch erfolgen nach der Bedeutung, die ihr für die 
Volkwerdung, für die Erziehung zur Volksgemeinschaft, für das Volksleben 
und die Volkskultur beizumessen ist! (...)" (Oskar Hillmann: Die deutschen 
Männerchöre an der Schwelle des neuen Jahres. "Der Männerchor" XIV/1, 
Januar 1934. S. 3). 

30. Januar 1934: 

In seiner Jahreshauptversammlung in Leipzig setzt der Leipziger 
Männerchor die bisherigen Statuten außer Kraft, veranlaßt den ehedem 
gewählten Vorstand zu geschlossenem Rücktritt und führt das 
"Führerprinzip" ein, nach dem der Vereinsvorsitzende die neuen 
Vorstandsmitglieder bestimmt. 

11. Februar 1934: 

Rechtsanwalt und Innenminister Dr. Jonathan Schmid, NSDAP seit 
1923, wird Bundesführer des Schwäb. Sängerbundes. 

24. März 1934: 

"(...) Der Deutsche Sängerbund ist auf Grund eines Antrages des mit 
der Führung des des Deutschen Sängerbundes Beauftragten unter 
nachstehenden Bedingungen als Fachverband in die Reichsmusikkammer 
aufgenommen worden: 

1. Der Deutsche Sängerbund wird als Fachverband für das gesamte 
Männerchorwesen in die Reichsmusikkammer aufgenommen. Durch seine 
Eingliederung wird er der einzige anerkannte Fachverband für das 
gesamte deutsche Männerchorwesen, dem sich alle bisher noch nicht 
organisierten Männerchöre einzugliedern haben, um die mittelbare 
Mitgliedschaft der Reichsmusikkammer zu erwerben, welche in Zukunft 
Voraussetzung für deren weitere Öffentliche Betätigung ist. 

(...) 3. Die im Deutschen Sängerbund bisher organisierten 


D 1168 





gemischten und Frauenchöre werden aus diesem ausgegliedert und dem 
Reichsverband Gemischter Chöre, welcher der Reichsmusikkammer 
ebenfalls als selbständiger Fachverband angehört, eingegliedert (...). 

5. Der Deutsche Sängerbund leistet am 1. April und 1. Mai 1934 an 
die Reichsmusikkammer einen einmaligen Organisationsbeitrag in Höhe 
von je 5000,- RM (zusammen 10 000,- RM). (...)" (Verfügung der RMK, 
24/111/34., gez. Meister als mit der Führung des DSB Beauftragter und 
Ihlert, Der Präsident der RMK. Betrifft: Eingliederung des Deutschen 
Sängerbundes in die Reichsmusikkammer. AMdRMK I/11, 28/111/34. S. 
35% 

April 1934, Verbot: 

"Das kürzlich erlassene Verbot der Betätigung des Deutschen 
Sängerbundes ist nunmehr durch dessen Aufnahme als Fachverband in die 
Reichsmusikkammer aufgehoben. Alle dem Deutschen Sängerbund 
angehörenden Vereine erwerben damit die unmittelbare Mitgliedschaft zur 
Reichsmusikkammer, welche in Zukunft Voraussetzung für deren 
öffentliche Betätigung ist" ("ZfM" CI/4, April 1934. S. 459). 

*20. April 1934, Geburtstag: 

"Im Mittelpunkt der Hitler-Geburtstagsfeier des Liederkranzes 
Bayreuth im Dittmarsaal (Vereinslokal) stand die Ansprache des 
Vereinsführers, Studienprofessors Böhner, der u. a. ausführte: Wenn heute 
das Bild des Führers überall zu sehen ist, dann habe das eine ganz andere 
Bedeutung als die früher aufgehängten Bilder des Landesfürsten; mit 
diesen kam das Volk nie so innig und herzlich in Berührung, zwischen 
ihnen und dem Volk herrschte immer eine kühle Zurückhaltung. Das sei 
aber heute ganz anders geworden. Dem Führer könne man sich gar nicht 
entziehen. Jeder müsse sich zu ihm, der nur von der einen Leidenschaft 
erfüllt ist, für sein Volk zu kämpfen und seinem Volk zu dienen, bekennen. 
Das Treuebekenntnis zum Führer, das er im Namen des Liederkranzes hier 
ablege, sei nicht erst von gestern oder heute. Der Liederkranz sei sich 
bewußt, die nationalen Pflichten, ohne die ein deutscher Sänger gar nicht 
zu denken sei, stets erfüllt zu haben. Die nationalsozialistische Bewegung 
hat schon früh in unsern Reihen einen starken Widerhall gefunden. Einmal 
erhielt dieser Raum eine besondere Weihe. Das war 1925 während der 
Festspiele, als nach der Aufführung der Führer auf geheimen Wegen 
hierher gebracht wurde und vor seinen Getreuesten sprach, denn über ihn 
war ja noch das Redeverbot verhängt. Heil uns, daß diese Stätte, wo wir 
wirken, geweiht ist für alle Zeit! Der Liederkranz habe dem deutschen Volk 
in den Zeiten tiefster Erniedrigung die Treue gehalten. Er habe auch nach 
Kräften zum Winterhilfswerk und zur Arbeitsbeschaffung beigetragen. 
Liebe, Treue, Mannesmut, das seien die Begriffe, von denen die deutschen 
Sänger immer mit Begeisterung singen. Diese Begriffe wurden durch den 
Nationalsozialismus wieder zu neuer Geltung gebracht. In voller 
Bereitschaft, mitzuarbeiten am großen Werke, grüßten die Sänger des 
Liederkranzes den Führer mit einem dreifachen >Sieg Heil!< Nach der 
Rede des Vereinsführers, der das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied 
folgten, erklang kraftvoll Richard Trunks Männerchor >Deutschland, mein 
Deutschland!< unter Professor Ernst Schmidts sicherer Leitung. Leider 


D 1169 





mußten die Vertreter der Kreisleitung, die Herren Dennerlein und Wolf, 
anderer Verpflichtungen halber die Feier vorzeitig verlassen. Ihnen zum 
Abschied sang der Männerchor den Sängerspruch: >Grüß Gott mit hellem 
Klang<. - Ein Lichtbildervortrag über das schicksalsreiche Leben unseres 
Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler, der natürlich auch bemerkenswerte 
Ausschnitte aus den Kampfjahren brachte, schloß sich an. Fröhliche 
Weisen leiteten über zum gemütlichen Teil des Abends, der neben 
allgemeinen Gesängen manch schöne Darbietungen den 
Vereinsmitgliedern brachte" (Bayreuth. Feierstunden beim Liederkranz. 
"Fränkische Sängerzeitung" IX/10, 15/V/34. S. 107). 

22. April 1934, Satzung: 

Der außerordentliche Sängertag in Berlin beschließt die Neufassung 
der Satzung des DSB. Die Aufgaben heißen nun: 

"a) Der Deutsche Sängerbund bezweckt die Ausbreitung und 
Veredelung des deutschen Chorgesanges. 

b) Durch die einigende Kraft des deutschen Liedes will der Deutsche 
Sängerbund das deutsche Volksbewußtsein stärken, die Gemeinschaft aller 
Volksschichten fördern, das Gefühl der Zusammengehörigkeit der 
deutschen Stämme kräftigen und die Deutschen aller Länder der Erde 
umfassen" ("Jahrbuch des Deutschen Sängerbundes" 1934. Berlin, 1934. 
S. 12). 

Die politische Zielsetzung ergibt sich deutlich, zum Schluß noch in 
der Gegenposition Volksgemeinschaft zu Klassenkampf und "Proletarier 
aller Länder, vereinigt euch!" 

28. April 1934, Der Ehrenführer spricht: 

"(...) Und so glaube ich, daß die Hoffnung, die das ganze deutsche 
Volk heute durchzieht, auch in Ihren Herzen lebendig ist, die Hoffnung, 
daß das Ewige, das die deutschen Musiker vergangener Zeiten geschaffen 
haben, in Ihnen eine fortdauernde Pflege erfährt, daß aber der neue 
Lebensrhythmus ebenfalls Sie durchzieht in dem Bewußtsein, daß nach 
dem alten, absterbenden Zeitalter nun erst recht eine starke motorisch- 
dynamische Lebendigkeit einsetzen muß. 

Das ist die Ausmerzung überlebter Formen, die 
Wiederanknüpfung an Ewiges und die Geburt immer wieder sich 
erneuernder Volkskunst, wie sie in jedem schlichten Gesang im 
Dorfe, wie sie in jedem Gesang der Hitlerjugend heute schon eine 
Auferstehung erlebt. 

Deutschlands Wiedergeburt vollzieht sich nicht nur auf dem Gebiete 
der Politik, wird sich nicht nur darauf beschränken, die Wirtschaft wieder 
zu gesunden, sondern sie muß viel tiefer gehen. Wir können sagen: Wenn 
die nationalsozialistische Bewegung nur eine machtpolitische Bewegung 
wäre, wenn sie sich mit einer Machtverkörperung begnügt hätte, dann 
hätte sie ihre Sendung nicht erfüllt (Sehr richtig!). 

(...) Darum ist das Ziel der nationalsozialistischen Weltanschauung, 
den ganzen deutschen Menschen nicht in kleinlicher Dogmatik, sondern in 
seiner tiefen inneren Geistes- und Willensrichtung, in seiner gesamten 
Seelenhaltung zu erfassen, die auf das Ganze des deutschen Volkes 
hinzielt, von diesem Ganzen kommt und zu diesem Ganzen wieder hin will. 


D 1170 





Das ist die große Aufgabe, die auch Sie zu tragen haben. Denn wenn 
andere Künste ihren Einfluß vielfach verloren haben: im deutschen Lied 
und in der deutschen Musik steckt ein sich ewig erneuerndes und die 
Millionen immer wieder verbindendes Mittel, und dieses Mittel ist auch in 
Ihre Hand gegeben. Deshalb möchte ich diese Ansprache schließen mit 
einem Heil dem 

deutschen Liede!" (Feierstunde des Deutschen Sängerbundes im 
Preußischen Landtag. Grundlegende Ausführungen des Ehrenführers des 
DSB Rosenberg. Oberbürgermeister Meister-Herne einstimmig zum 
Bundesführer gewählt. "DSBZ" XXV1/17, 28/1V/34. S. 260-261). 

Diese Veranstaltung mit Rosenberg-Rede fand am Sonntag, dem 22/ 
IV/34, statt. 

30. April 1934: 

In Augsburg brennen politische Gegner des NS in der Nacht zum 
Maifeiertag die Sängerhalle nieder und verhindern dadurch die mit 
Massenchören geplante Feier zum Tag der Nationalen Arbeit. 

Mai 1934, Nachricht: 

"Julius Gatters dreistimmiger Männerchor >Das ewige Deutschland< 
wurde vom Hessischen Sängerbund für das Preisgesangsfest in Neu- 
Isenburg ausgewählt" ("Die Musik" XXVI/8, Mai 1934). 

3. Mai 1934, Denunziation: 

"Von einigen Herren, Mitglieder des Sängerbundes, in deren Nähe 
ich am 1. Mai auf dem Tempelhofer Feld stand, hörte ich, daß das 
Professor Felix Schmidt-Quartett, Doppelquartett des Berliner Lehrer- 
Gesangvereins, Mitte dieses Monats nach Amerika fahren solle. Ich kenne 
dieses Quartett von früher her genau, und weiß, daß von den 9 Herren 
etwa 5 bis in die jüngste Zeit hinein Logenanhänger waren. Die Absicht, zu 
denunzieren, habe ich nicht, glaube aber, daß es nicht im Sinne unserer 
Regierung ist, Logenmitglieder ins Ausland zu schicken. 

Als Nationalsozialistin bin ich der festen Ueberzeugung, daß sich 
wohl geeignetere Männer finden lassen, die das deutsche Lied und in 
Verbindung damit, das 3. Reich in Amerika würdiger vertreten, die sich mit 
ihrer ganzen Person für unseren Führer Adolf Hitler einsetzen, als solche, 
die einer Loge angehörten. 

Ich bitte daher ganz ergebenst, die Angelegenheit schnellstens zu 
prüfen und falls diese Nachricht nur ein Gerücht ist, mein Schreiben als 
erledigt zu betrachten. 

Ich will nur aufmerksam machen, und nochmals darauf hinweisen, 
daß Eile geboten ist, da, wie gesagt die Reise Mitte Mai stattfinden soll" 
(Frieda Godemann an "Ministerium für Aufklärung und Propaganda", 
handschriftlich, 3/V/34. Fehler im Original. Quelle: BAR 55/ 1175. Blatt 
185). 

8. Mai 1934: 

Beim Nürnberger MGV findet der erste Vortrag einer vom KfdK im 
Auftrag der politischen Leitung angesetzten Informationsreihe statt. Herr 
Otto, Mitglied des Kammerchors, spricht über "Die Rassenfrage im neuen 
Staat". 


D kl7i 





Juni 1934: 

Der DSB vereinbart Zusammenarbeit mit dem Reichsbund Volkstum 
und Heimat und tritt ihm korporativ bei. Der Leiter der praktischen 
Volkstumsarbeit des Reichsbundes, Pg. Bernhard von Peinen, wird in die 
Bundesführung des DSB entsandt. 

14. September 1934, Sängertag: 

"Der diesjährige ordentliche Sängertag des Deutschen Saar- 
Sängerbundes fand am 14. September in Trier statt, nachdem das für den 
15. und 16. September in Saarbrücken geplante Sängerbundesfest von 
der Abstimmungskommission nicht gestattet worden war!" ("ZfM" CI/10, 
Oktober 1934. S. 1078). 

22. bis 24. September 1934: 

In Volmarstein findet die Feier zum 30jährigen Bestehen des "MGV 
Einigkeit" statt, verbunden mit einem regionalen Preissingen. Beim 
Festkommers in der großen Halle der Burg Volmarstein sprach nach der 
Gefallenenehrung mit dem Lied "Das Grab in Flandern" Pfarrer Niemöller 
über deutschen Gesang und seinen Wert (Quelle: "Hagener Zeitung", 
25/1X/34). 

11. November 1934, Bericht: 

"Am 11. November versammelte sich die Fürther Sängergruppe zu 
einem Generalappell im Fürther Geismann-Saal. (...) 

Gleich darauf nahm unser Gauführer Ludwig Lebegern, Erlangen, 
das Wort zu seinem Vortrag. Er sprach über das hochaktuelle Thema >Die 
Aufgaben der Gesangvereine im Dritten Reich<. (...) 

Die Aufgabe der deutschen Sänger müsse also in erster Linie eine 
politische sein, damit das große Ziel Adolf Hitlers, ein einiges deutsches 
Volk in einem einigen deutschen Vaterland und unter einem einzigen 
Willen, dem Willen des Führers, zu schaffen, erreicht werden kann. 
Daneben falle der deutschen Sängerschaft eine große Sonderaufgabe zu, 
die auf dem Gebiete des Kulturellen liege. Kultur sei das, was den 
Menschen innerlich erfüllen und stärken, was ihm Kraft zur Überwindung 
der von außen kommenden Widerstände geben könne. Dazu gehöre auch 
das deutsche Lied. Gegenüber der bedauerlichen Tatsache, daß viele 
deutsche Volksgenossen, ja sogar gar manche Sangesbrüder, den hohen 
Wert des deutschen Liedes für unsere deutsche Kultur noch nicht voll und 
ganz erkannt hätten, müsse folgendes festgestellt werden: 

Das deutsche Lied sei eine Offenbarung der deutschen Seele, 
herübergenommen aus Jahrhunderten und so unendlich wertvoll, daß es 
all die Stürme vergangener Zeiten habe überwinden können. 

Das deutsche Volkslied sei die wahrste und einfachste Verkörperung, 
der unmittelbarste Ausdruck unseres deutschen Seelenlebens. In ihm 
spiegele sich alles wider, was unsere Vorfahren gefühlt und gedacht 
haben, was sie hat begeistern, aufrichten und trösten können. Sollte ein 
solch kostbares Gut nicht wert sein, daß es gehegt und gepflegt wird, 
damit das deutsche Volk sich immer wieder von neuem an ihm begeistere? 
Das deutsche Volkslied sei unser kostbares und lebendigstes Kulturgut, ein 
Schatz, der, aus einer großen Vergangenheit herübergerettet, immer 
wieder von neuem zum Ausdruck unseres innersten Wesens, zum 


D 1172 





vollendeten Deutschtum Bekenntnis werden kann. (...) 

Jeder Gesang müsse zu einem Bekenntnis werden. Ob beim Singen 
Einstimmigkeit oder Mehrstimmmigkeit am Platze sei, werde ebenso, wie 
die Frage Volksmusik oder Kunstmusik durch den Sinn und Zweck der 
Veranstaltung bestimmt werden müssen. Das Wirken der Sängerschaft 
müsse unter das Wort des Führers gestellt werden: >Auch dein Leben ist 
gebunden an das Leben Deines Volkes.< Das ist das Fundament, auf dem 
wir alle stehen wollen. Jedes Sinnen und Trachten muß opferfreudiger 
Kampfwille sein, um die Gemeinschaft des deutschen, einigen, sich eines 
Deutschseins von innen heraus bewußten schicksalsverbundenen, ewigen 
Volkes. Hier haben wir uns einzusetzen für das Volk unseres Führers Adolf 
Hitler. (...)" (Wigand Drescher: Eine grundsätzliche Rede unseres 
Gauführers Ludwig Lebegern! "Fränkische Sängerzeitung" X/1, 1/1/35. S. 
11). 


1935 
Zielvorstellung: 

"Reichsleiter Alfred Rosenberg sprach auf dem Sängertag des DSB 
im Preußenhaus zu Berlin im April 1934 den wegweisenden Gedanken aus: 
>Es ist das Ziel der nationalsozialistischen Weltanschauung, den ganzen 
deutschen Menschen in seiner tiefen inneren Geistes- und Willensrichtung 
und in seiner gesamten Seelenhaltung zu erfassen, die auf das Ganze des 
deutschen Volkes hinzielt, von diesem Ganzen kommt und zu diesem 
Ganzen wieder hin will. Das ist die große Aufgabe, die auch der Deutsche 
Sängerbund zu tragen hat: denn wenn andere Künste ihren Einfluß 
vielfach verloren haben, in der deutschen Musik und im deutschen Lied 
steckt ein sich ewig erneuerndes und die Millionen immer wieder 
verbindendes Mittel<. Durch diese den Menschen und die Gemeinschaft 
formende Macht rückt das Singen im neuen deutschen Volks- und 
Staatsleben an eine entscheidende Stelle. Als nationalpolitisches 
Erziehungsmittel hat es die Aufgabe, zu der Willenshaltung zu führen, 
die in rechter Verbindung von Kraft und Innerlichkeit den heroischen 
deutschen Menschen formt. (...)" (Bundesaufgaben. Das Kulturprogramm 
des DSB. "Jahrbuch des Deutschen Sängerbundes" X/1935-36. Berlin, 
1935. S. 48). 

10. Januar 1935: 

Der Präsident der RMK, Ihlert, und der Bundesführer des DSB, 
Meister, schließen ein Abkommen, mit dem sich der DSB als Fachverband 
verpflichtet, den Weisungen des Präsidenten der RMK Folge zu leisten und 
die Arbeitsgemeinschaft mit dem Reichsbund "Volkstum und Heimat" 
sofort aufzuheben, jedoch behalte der DSB als Fachverband der Kammer 
seine Selbständigkeit im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen 
(Abdruck: Abkommen zwischen der Reichsmusikkammer und dem 
Deutschen Sängerbund. "DSBZ" XXVI1/5, 1/11/35. S. 66). 

15. Januar 1935: 

Der Leipziger Männerchor wirkt mit bei einem Fackelzug anläßlich 

der Saarabstimmung. 


D 1173 





1. Februar 1935, Völkische Dringlichkeit: 

"l. Alles Singen und Musizieren ist unlösbar verwoben in die 
gesamte politische Wirklichkeit >Deutsches Volk<. Alle Entscheidungen 
über Singen und Musizieren sind an die Verantwortung gegenüber der das 
Ganze erfassenden Neuordnung des Volkslebens gebunden, die der 
Nationalsozialismus mit der deutschen Revolution eingeleitet hat und die 
er nunmehr in schrittweiser Wandlung der Sachzustände und der 
menschlich-haltungsmäßigen Gegebenheiten planvoll vollendet. 

2. Diese Grundentscheidung gibt allen Entscheidungen ihre völkische 
Dringlichkeit. Der Deutsche Sängerbund ist keine lediglich äußere 
Organisation des Chorwesens, innerhalb deren die einzelnen Vereine und 
deren Zusammenfassungen unbesehen weiterleben. Sondern er ist 
innerhalb des ihm anvertrauten Bereichs des Volkslebens der Sachwalter 
des Gesamtvolkes gegenüber allen Sonderansprüchen. 

Er ist damit vor allem auch Träger des Willens, Lebensformen und 
Lebensinhalte seines ganzen Bundeslebens so zu formen, daß sie inhaltlich 
und haltungsmäßig dem Mannes- und Volkstum entsprechen, auf das 
allein der Nationalsozialismus die Gesundheit seiner Volksordnung 
gründen kann. 

An ihm haben heute alle Volksgenossen, und besonders alle 
Sangesbrüder, Anteil. Sie nehmen damit die Volksehrenpflicht auf sich, alle 
Ansprüche aus dem engen Kreise begrenzter Gegebenheiten dem 
Anspruch des Volksganzen unterzuordnen. Das ist in der Volksmusikarbeit 
des DSB. um so mehr notwendig, als sie Zwangsmaßnahmen vermeidet 
und dafür ihre Arbeit nur auf volksbildnerische Erziehung und Auslese 
gründet (...)" (Alfred Rosenthal-Heinzel: Leitsätze für die Volksmusikarbeit 
im Deutschen Sängerbund. "Fränkische Sängerzeitung" X/3, 1/11/35. S. 
30). 

5. Februar 1935: 

Der Leipziger Männerchor wirkt mit bei einer Veranstaltung der NS- 
Kriegsopferversorgung. 

*17. März 1935: 

Der Leipziger Männerchor wirkt mit bei der Heldengedenkfeier am 
Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig. 

19. März 1935: 

Der Leipziger Männerchor singt im Völkerschlachtdenkmal vor 
führenden Funktionären der DAF. 
26. April 1935: 

Der Leipziger Männerchor wirkt mit bei der Feier des NS- 
Frontkämpferbundes. 

4.) uni 1935: 

Der Leipziger Männerchor singt bei einem Frühjahrskonzert 
zusammen mit den Chören der 2. Hauptaufführung des 2. Sächsischen 
Sängerfestes in Leipzig: 1. Erdlen: "Morgenlied". - 2. Lissmann: "Feiger 
Gedanken". - 3. Hensel: "Wachet auf, ruft uns die Stimme". - 4. Simon: 
"Bauernerde". - 5. Wohlgemuth: "Vaterland". - 6. "Jetzt kommt die Zeit". - 
7. Herold: "Deutsches Volkslied". - 8. Silcher: "Muß i denn". - 9. Jochum: 
"Vaterländische Hymne". 


D 1174 





21. bis 24. Juni 1935: 

Der DSB, Gau V Nordmark, veranstaltet in Kiel das 1. Nordmark- 
Liederfest. 

26. Juni 1935: 

"(...) eine würdige Gefallenenehrung statt. 

Im dichtgefüllten Ehrenraum erklang der Weihechor unter der 
Leitung von Gauchorleiter Studienrat Stolz. Erinnerungen an unsere 
gefallenen Brüder wurden wach, als Gauführer Klüßmann - Lübeck in 
seiner Gedächtnisrede den Sangesbrüdern die Heldentaten der deutschen 
Soldaten vor Augen führte. Er wies darauf hin, daß der Tod der Millionen in 
den Jahren 1914 bis 1918 das heutige Reich vorbereitet habe. Dieses 
heilige Vermächtnis sei heute in herrlichste Erfüllung gegangen, denn ein 
einiges, starkes Reich wache über den Schlaf aller Helden in Ost und West, 
und Süd und Nord. Die deutsche J ugend habe Tritt gefaßt und erfüllte 
Deutschland mit neuem Geist. Der Ehre der Toten des Heeres und der 
Marine des Weltkrieges, der Ehre der gefallenen Sangesbrüder und der 
Ehre der Helden der braunen Armee Adolf Hitlers, der Deutschland wieder 
aufrichtete, soll diese Stunde geweiht sein. (...)" (Der Abschluß des ersten 
Nordmark-Liederfestes. Gefallenen-Ehrung in Laboe. "Kieler Neueste 
Nachrichten" Nr. 146, 26/V1/35). 

Klüßmann = Wilhelm Klützmann. 

28. bis 30. Juni 1935: 

Der DSB veranstaltet in Leipzig das 2. Sächsische Sängerfest. 
20. Juli 1935, Begrüßungsrede: 

"(...) Der Uhlandkreis hat im Dritten Reiche seine erste Probe 
glänzend bestanden. 

Ist es Eitelsucht und Ichsucht, die uns so sprechen lassen? Soll 
damit nichts anderes erreicht werden, als daß unsere Vereine allüberall als 
die besten gelten und der Uhlandkreis als der feinste unter 
seinen Brüdern steht. Wäre dem so, man würde uns mit Recht des 
Eigennutzes anklagen oder uns gar den Vorwurf der Vereinsmeierei 
entgegenschleudern. Und doch würden wir uns gegen nichts so sehr 
wehren als gegen diesen Vorwurf. Denn ist es wirklich ein Sänger, der 
nicht von dem Bewußtsein beherrscht ist, daß deutsches Lied nichts 
anderes ist als Ausdruck dessen, was in der Brust des deutschen 
Menschen lebt und webt. Erfüllt uns nicht Mann für Mann die Aufgabe mit 
tiefstem Ernste, dieses deutsche Lied und mit dem deutschen Liede den 
deutschen Menschen auf eine Höhe zu führen, die uns Deutsche das Recht 
gibt, eine Mission in uns zu fühlen. Und wenn unser Führer und seine 
Getreuen in den hinter uns liegenden schweren Jahren unter Einsatz ihrer 
Person dafür gekämpft und heute mit unverminderter Energie kämpfen, 
dem deutschen Vaterlande nach innen Ruhe und Frieden zu geben und 
nach außen Achtung und Respekt zu verschaffen, so ist es unsere 
Aufgabe gewesen und wird es immer unsere Aufgabe sein, jenes 
deutsche Wesen, für das sich unser Führer eingesetzt hat, als 
wertvoll zu erweisen und ihm immer wieder neue Werte 
zuzuführen. 

Hier liegt unsere eigentlichste vaterländische Aufgabe und im 


D 1175 





Bewußtsein dieser Aufgabe fühlen wir uns dem deutschen Vaterlande und 
seinem Führer Adolf Hitler verantwortlich. (...)" (Kreisführer Dr. Leuze an 
seine Sänger. "Tübinger Chronik - Neues Tübinger Tagblatt" Nr. 168, 
22/VI11/35. Fehler im Original). 

Der Sängerkreisführer des Uhlandkreise des Schwäb. Sängerbundes 
im DSB, Dr. Leuze, war Rechtsanwalt 
22. Juli 1935: 

"(...) Das heldische Ringen um die Freiheit unseres Volkes mit 
seinem ganzen hämmernden Rhythmus durchzog nicht nur die einzelnen 
Konzerte und Lieder, sondern jeden einzelnen Sänger und Teilnehmer. Für 
alle Festbesucher waren die Vorträge, namentlich die Massenchöre der 
verschiedenen Gruppen Höhepunkte des Erlebens. Als die machtvollen 
Akkorde >) etzt sollst du wieder Fahnen tragen<, >Deutsche 
Auferstehung<s, >Ein Gott, ein Volk, ein Vaterland< und vollends die 
>Sturmglocken< Kauns wie ein beispielloses Bekenntnis zur 
Volksgemeinschaft durch die Halle klangen, gab es niemand, der nicht im 
Innersten ergriffen und erschüttert durch die Klanggewalt der Chöre dem 
zündenden Ruf der Tat verschlossen und freudig eingestimmt hätte in den 
glühenden Kameradschafts- und Freiheitsgesang einer idealen 
Gemeinschaft. >Im Herzen schlicht, im Sinne grad, so denkt der brave 
Kamerad<, so klang es in den Reihen der deutschen Sänger, wo schon seit 
jeher hoch und nieder, arm und reich brüderlich beisammen stand. (...)" 
(Des Vaterlandes Hochgesang. Einzigartiger Verlauf des 6. 
Uhlandkreisliederfestes. "Tübinger Chronik - Neues Tübinger Tagblatt" Nr. 
168, 22/V11/35. Fehler im Original). 

August 1935, Vortrag: 

"(...) Größer und weiter spannten sich die Bogen, sogar bis über die 
Grenzen des Vaterlandes, die singenden deutschen Brüder bis zu den 
Städten und Urwäldern fremder Welten zur großen deutschen 
Sängergemeinschaft zusammenzuschließen. Trotz mannigfacher widriger 
Zeitumstände wuchs der Deutsche Sängerbund zu einem Millionenheer 
deutscher Sänger heran und seine einzelnen Glieder waren sich stets ihrer 
Mission bewußt, gliederten sich in ihren Verbänden und sangen von Gott, 
Heimat, Vaterland, von Freundschaft, Liebe und Treue und wurden nicht 
irre in ihren Zielen, selbst in der Zeit, als von der Gegenseite der Sang von 
Gleichheit, Weltverbrüderung, von Internationalismus und Pazifismus 
stärker und stärker anschwoll. 

So marschierte der Deutsche Sängerbund im Zeitgeschehen mit. 
Ihm hafteten allerdings die Stärken wie die Schwächen der verschiedenen 
Zeitepochen an; denn wir wollen ehrlich genug sein zuzugeben, daß der 
Deutsche Sängerbund in seinem Streben schon den rechten Weg ging, 
aber, kulturell gesehen, auch manchen irrigen Seitenweg beschritten hat. 
Das lag in dem Wirrwarr der jeweiligen Zeitepoche begründet. Es waren 
von vielen viele Wege vorgezeichnet, von vielen viele Wegweiser 
aufgestellt, aber niemand bürgte für die Richtigkeit des Weges, für die 
Echtheit des Zieles. Wenn Minister Goebbels einmal den Ausspruch tat: 
>Die Kunst lebte neben der Zeit und hinter dem Volkes ihr eigenes Dasein 
und isolierte sich dadurch mehr und mehr von Zeit und Volk<, so soll man 


D 1176 





wirklich nicht versuchen, diesen Vorwurf von mancher Musik des 
verflossenen Jahrzehnts abzuwenden, die volkhaften Ansprüchen nicht 
mehr genügte. 

Wie beschämend empfinden wir heute noch die damalige 
Überfremdung des gesamten deutschen Musiklebens! Nichts vermochte 
man auszurichten gegen die zersetzenden Tendenzen einer auf bloße 
Äußerlichkeit und Oberflächlichkeit gestellten Zivilisation. Hilflos stand 
man dem ungehinderten Einbruch seichtester, artfremder, zweideutiger 
Schlagermusik gegenüber, von deren Rhythmen alle Volksschichten bis 
hinunter zum ärmsten Schulkinde erfaßt waren. Die wenigen, die dagegen 
ihre Stimmen erhoben, wurden mutlos, da ihrem guten Wollen die 
Öffentlichkeit nur wenig oder gar kein Verständnis entgegenbrachte. 

In diesen Spuk hinein tritt ein Ereignis, dessen geschichtliche Folgen 
wir zunächst noch nicht überschauen können: der 30. Januar 1933. Die 
einsetzende nationale Revolution war zunächst ein Vorgang des 
Regierungswechsels. Aber diese nationale Revolution unterscheidet sich 
von allen anderen Revolutionen: ihre Gesetze >wirken sich aus, bis sie 
den Zustand, dem sie Kampf ansagten, beseitigen und auf seinen 
Trümmern einen neuen errichten<. Der neue Staat ist ein Gebilde 
deutscher Gemeinschaft. Als Glied der Gemeinschaft gilt nur die 
Persönlichkeit. Auch in Fragen der deutschen Kunst, insbesondere der 
Musik, gilt es, den Herzog zu küren, um ihm zu folgen, und von der 
Lebensmitte unserer Gemeinschaft gesehen, muß auch die Musik einen 
neuen Sinn bekommen. 

Wenn unser Führer in Nürnberg schon zweimal bekannt hat, >daß 
die Kunst eine heilige Angelegenheit des deutschen Volkes sei<, so haben 
auch wir als Deutscher Sängerbund die heilige Verpflichtung, unsern 
deutschen Chorgesang als einen Teil der deutschen Kunst mit allen Mitteln 
zu fördern, und ich ziehe aus dieser Verpflichtung die unerbittliche 
Konsequenz, niemanden in meiner Gefolgschaft als Wegbereiter zu wissen, 
der einmal in andern Lagern gewohnt und in andern Bahnen gewandelt 
ist. 

Der Deutsche Sängerbund trägt als die einzige Gesamtheit aller 
deutschen Sänger eine kulturpolitische Staatsverantwortung. Wir haben 
nach dem Willen des Führers die Pflicht, mit unsern Liedern und 
Gesängen, mit unserer ganzen Haltung den neuen deutschen Menschen zu 
formen und ihn für den nationalsozialistischen Staat zu gewinnen" (...) 
(DSB. und Nationalsozialismus. Vortrag von Bundesführer 
Oberbürgermeister Meister auf dem Sängertag in Königsberg. "Fränkische 
Sängerzeitung" X/16, 15/VI111/35. S. 175). 

September 1935, Sängerfest-Probleme: 

"(...) Wenn der altehrwürdige Heinrich Zöllner unbekümmert um den 
Grad der Originalität, eine >Vaterländische Ouvertüre< schreibt und in 
seiner >Vätergruft< die bewährte >Männerchor-Weis< in einer sogar 
sympathischen Form anstimmt, so nimmt man ihm das nicht übel. Wenn 
aber von einem anderen Tonsetzer das >Hohelied der deutschen Seele< in 
einem lärmenden fassadenhaften Achtzehnhundertneunziger-Stile 
gesungen wird oder wenn >volkstümliche<, noch dazu gemischtchörige 


D 1177 





Kantaten mit Chorälen und nationalen Symbolliedern in einer abstoßend 
außerlichen Weise herumwirtschaften, so fragt man sich doch, wie eine 
solche >Kunst< von Vorvorgestern heute noch vor eine breitere 
Öffentlichkeit kommen kann. Unsere Symbollieder sind einfach nicht dazu 
da, jedes fragwürdige musikalische Gericht zu garnieren und dadurch 
etwas >schmackhafter< zu machen" (Horst Büttner, Leipzig, in: "ZfM" CII/ 
9, September 1935. S. 1029). 

Hier ging es um das Programm des 2. Sächsischen Sängerfestes in 
Leipzig, 28. bis 30. Juni 1935; doch können die rügenden Beobachtungen 
des Berichterstatters auf den ganzen Bereich des DSB ausgeweitet 
werden. 


1936 
1. Februar 1936: 

Die "DSBZ" XXVIl1/5, 1/11/36, S. 66, druckt eine Verfügung der RMK 
über den Nachweis der arischen Abstammung, nach der jeder Mitarbeiter 
der Kammer diesen bis spätestens 20. Februar 1936 einzureichen hat. 
März 1936, Aufruf: 

"Der Deutsche Sängerbund hat an alle deutschstämmigen 
Komponisten einen Aufruf zur Schaffung von Chorwerken gerichtet. Der 
Einsendungsschluß ist der 31. Mai dieses Jahres. Die Werke sollen nach 
Annahme durch einen Prüfungsausschuß in Breslau bei dem großen 
Deutschen Sängerbundesfest im Juli nächsten Jahres zur Aufführung 
kommen (...). 

Um jeder Einseitigkeit vorzubeugen, wird bestimmt, daß deutsche 
Dichtung aus allen Zeiten vertont werden kann wenn sie in ihrer 
Grundhaltung in die jetzige Zeit paßt. Besonders erwünscht sind Werke, 
die sich für eine nationalsozialistische Feiergestaltung wie Tag der 
nationalen Arbeit oder für das Erntedankfest eigenen" ("Die Musik" 
XXVI1l/6, März 1936. S. 477. Vgl. "Musikalienhandel" XXXVIII/1936. S. 
303). 

März 1936, Tagung: 

"Am Sonntag hielt die Sechsämtersängergruppe in Wunsiedel eine 
Tagung ab. Es galt eine Überschau über das Arbeitsfeld zu gewinnen. Vor 
elf Monaten wurde die Gruppe aus dem früheren Sechsämtersängerbund 
und der Kösseinegruppe gebildet. Elf Monate genügten, um die 40 
Gesangvereine des Sechsämterlandes und des Marktredwitzer Gebietes zu 
einem festen Gefüge zusammenzuschließen, das die alte Sängertradition 
wahrt und sie mit dem Liedergut der neuen Zeit verbindet. Eine besondere 
Auszeichnung erhielt die Tagung durch die Teilnahme von Vertretern der 
Partei, des Staates und der Stadt. Einen starken Gewinn zogen zunächst 
die Sänger aus den Worten, die Kreiskulturamtsleiter Zeheter an sie 
richtete und sie im Namen der Kreisleitung der NSDAP. begrüßte. Er 
sprach einleitend über den Sinn des Singens und Musizierens. Der Gesang, 
wie ihn die Gesangvereine pflegen, soll mehr sein als billige Unterhaltung. 
Wenn es oft der Verstand nicht mehr vermag, so ist es die Musik, die den 
Menschen erobert, und wenn das gesprochene Wort versagt, so ist es oft 
das Lied, das den Menschen gewinnt. Musik ist letzten Endes 


D 1178 





Politik. Auch das Lied und die Musik sollen die Seelen 
für das Vaterland erobern. (...)" (Tagung der Sechsämtergruppe in 
Wunsiedel. "Fränkische Sängerzeitung" XI1/6, 15/111/36. S. 66). 

*8. März 1936, Heldengedenken: 

"Der Sonntag Reminiscere, der Tag des >Gedenkens<, wurde im 
Reiche des Frontsoldaten Adolf Hitler zu einem Nationalen Feiertag 
erhoben. Das Volk soll an ihm in Trauer und in Stolz, in Ehrfurcht und 
Dankbarkeit sich der Männer erinnern, die in selbstverständlicher 
Pflichterfüllung und im Glauben an das ewige Vaterland ihr Leben gaben; 
aus diesem Gedenken an die Toten - die Toten des Weltkrieges und der 
Bewegung - aus ihrem Beispiel wachse für das lebende Geschlecht die 
Kraft zu gleicher Tat und Opferbereitschaft! 

Bevor die Wehrmacht unserer Stadt und mit ihr Abordnungen 
sämtlicher Gliederungen der Bewegung und die Bevölkerung zu ernster, 
würdiger Totenfeier auf dem Adolf-Hitler-Platz antrat, versammelte sich 
die Sängerschaft des Kreises Nürnberg in der Katharinenkirche. In diesem 
geheiligten Raume gedachte sie im Auftrag des DSB. angesichts der 
beiden Ehrenmale, der um des Reiches Bestand gefallenen 30 000 Sänger. 
Zu Beginn der Feierstunde erklang, gesungen von den vier ältesten 
Nürnberger Gesangvereinen, ein 8stimmiger Chor von E. Grell Gedenken 
der Toten<, der eindringlich aus dem pp der Trauerstimmung hinaufwuchs 
zu einem mächtigen f >Euch der Nachruhm, Nievergessen und ewger 
Dank<. Während eines Sprechchores, von Kindern vorgetragen, senken 
sich die Fahnen; ein Streichquartett stimmt leise den >Guten Kameraden> 
an. Unter dieser einfachen und doch ergreifenden Weise schmücken sich 
die Ehrenmale mit Lorbeerkränzen. - Und wieder hebt der Sprechchor an, 
diesmal mit anderen Tönen: Die Trauer weicht dem Willen zu heldischer 
Tat. >Wir heben die Fahnen! Die Toten, sie leben! Wir tragen ihr Wollen 
hinein in den Staat!< 

Damit war die Grundstimmung geschaffen zu den Worten, die nun 
Sängerführer Pg. Lebegern an die Zuhörer richtete. Zuerst führte ein 
Rückblick hinein in die Zeiten, in denen wohl auch der Gefallenen gedacht 
wurde, meist aber mit dem verzweifelten Eingeständnis, daß ihr Tod 
umsonst gewesen sei, in die Zeiten, in denen die Opfer des Krieges in 
Wort und Bild sogar geschändet wurden. Bis jener Gefreite des 
Weltkrieges, der unbekannte Gasvergiftete, entzündet in Liebe zu 
Deutschland, erfüllt vom Glauben an die Werte seines Volkes, gestählt 
durch ein unerhörtes Fronterleben, empört über die Niedertracht und 
Feigheit der Novemberlinge, getrieben von unbändigem Willen, den 
Aufbruch einer Nation einleitete und schließlich die tausendjährige 
Sehnsucht eines Volkes zur Erfüllung brachte. Damit war das Wort des 
Führers an seine 16 Toten der Feldherrnhalle: >Und Ihr habt doch gesiegt! 
< auch für die 2 Millionen gefallener deutscher Soldaten und damit auch 
für die 30 000 deutschen Sänger, die ihr Leben gelassen hatten, zur 
Wahrheit geworden. Wofür die Sänger lebten und sangen - für 
Deutschlands Ruhm und Ehre - wofür sie starben - für ihres Vaterlandes 
Größe - das ist heute Wirklichkeit. Auch sie - so können wir heute mit 
unbedingter Gewißheit sagen - starben nicht umsonst; auch ihr Tod schuf 


D 1179 





mit das neue Deutschland; sie leben - und sie wirken unter uns seit 15 
Jahren und wirken weiter im heldischen Geist, in dem sie fielen, gleich den 
Millionen ihrer gefallenen Brüder. 

Nach dieser erhebenden und aufrüttelnden Rede schwangen wieder 
starke Worte eines Sprechchores durch den stillen Raum und hinein in die 
aufgelockerten Herzen der Hörer: >Nichts kann uns rauben Liebe und 
Glauben zu diesem Land - Deutschland stirbt nicht!< 

Der Chor greift den Sinn der Sätze auf im Schlußgesang, der 
>Mahnung< von H. Heinrichs, und singt in >Deutschland muß bestehen< 
das trotzige Bekenntnis und harte Gelöbnis eines 68-Millionen-Volkes. Die 
Heldengedenkfeier des Deutschen Sängerbundes war beendet" (Karl Ott: 
Heldengedenkfeier des DSB. in der Katharinenkirche zu Nürnberg am 8. 
März 1936. "Fränkische Sängerzeitung" XI/8, 15. April 1936. S. 91). 

Die typische Auslassung vor Mitgliedern des DSB verschmilzt 
Chauvinismus, Kotau vor Hitler, "Helden"- und Totenkult mit 
Verkündigung des Weiterlebens der Gefallenen. Ziel war Indoktrinierung 
in Richtung Kampf und Opfertod fürs "Vaterland", alles andere als eine 
revolutionäre neue Idee. 

31. März 1936, Dank: 

"Die Mobilisierung all Ihrer Verbände zum Einsatz für die 
Durchführung unseres Wahlkampfes hat ebenfalls dazu beigetragen, den 
gewaltigen, in der Welt beispiellosen Erfolg des 29. März zu sichern. 
Hierfür spreche ich Ihnen und Ihren Mitarbeitern meinen Dank und meine 
Anerkennung aus" (Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels, Reichsleitung 
der NSDAP, an DSB, 31/111/36. Faksimile in: "DSBZ" XXVIIl/16, 18/1V/36. 
S. 245). 

15. Juli 1936, Geleitwort: 

"Was wir an Gutem in deutschen Landen besitzen, ist aus dem Volke 
gekommen. Zu dem Guten, das als Vatererbe aus der Vergangenheit kam, 
gehört auch das Volkslied. Solange man in deutschen Landen die Lieder 
singt, die aus dem Volke kommen, werden wir immer wieder den Teufel 
bezwingen, der das Unglück in die Welt brachte u. der auch am Werke 
war, dem deutschen Volke ein tragisches Ende zu bereiten. Und dieser 
Teufel ist der Jude!" (Gauleiter J ulius Streicher zum 14. Fränkischen 
Sängerfest in Nürnberg, handschriftlich. "Fränkische Sängerzeitung" 
X1/14, 15/VI1/36. S. 155). 

Streicher hielt bei der Kundgebung im Nürnberger Stadion zum 
Sängerfest am 18. Juli 1936 auch eine Rede ähnlichen Inhalts. 

17. Juli 1936: 

Zur Feierlichen Eröffnung des Fränkischen Sängerfestes in Nürnberg 
bietet das NS-FrankenOrch das Vorspiel zu "Die Meistersinger von 
Nürnberg" und mit der Gesangsgesellschaft des Industrie- und 
Kulturvereins den "Wach auf"-Chor aus R. Wagners Oper. 


1937 
5. Mai 1937: 
Der DSB, Gruppe Kiel, veranstaltet einen Lieder-Abend unter 
Mitwirkung von Max Bamler (Tenor), Leitung und Liedbegleitung 


D 1180 





Studienrat Gustav Stolz. Im Programm: Neues Liedgut von Führer, Volk 
und Vaterland. Männerchöre und Sololieder von Schumann, Jensen, R. 
Trunk, H. Erdlen, J. J. Scheffler, K. Schüler, G. Stolz u. a. 

Juli 1937, Erinnerung: 

"Der Führer und Reichskanzler stiftete die Erinnerungsplakette für 
das Breslauer Sängerbundesfest, die an der Fahnenstange aller 
teilnehmenden Vereine befestigt wird. Der Entwurf stammt von dem 
Bildhauer Arno Breker" ("ZfM" CIV/7, Juli 1937. S. 734). 

August 1937, Kampflieder: 

"Der Sängerbund der Sudetendeutschen hat auf Anordnung der 
tschechischen Zensurbehörde aus einem neu erschienenen Liederheft 
>Sing mit< die Lieder >Freiheit, die ich meine<, >Die Gedanken sind 
frei< und >Wohlauf, Kameraden< herausschneiden müssen" ("Die Musik" 
XXIxX/11, August 1937. S. 815). 

Es handelte sich um den 1935 in Aussig gedruckten Titel "Sing 
mit!", Ein- und mehrstimmige Scharlieder für offene Singstunden und 
Volksliedabende, Liederheft Nr. 1 des Sängerbundes der 
Sudetendeutschen. Die Verwendung der indizierten Lieder als politische 
Trutzgesänge macht die Reaktion der Tschechen verständlich. 

*]. August 1937, Weihestunde: 

"Die Rede des Führers bei der Weihestunde des Deutschen 
Sängerbundesfestes in Breslau, die von mehr als 500 000 Deutschen mit 
einem einzigartigen Beifallssturm aufgenommen wurde, hat folgenden 
Wortlaut: 

>(...) Es ist fast stets das Unglück gerade unseres Volkes gewesen, 
nicht politisch geeint zu sein. Millionen Deutsche leben auch heute 
außerhalb des Reiches, fast die Hälfte derer, die in Deutschland selber ihre 
Heimat und Wohnstätte besitzen. Allein, gerade ein Volk, das so viele 
J ahrhunderte keine politische Einheit bilden konnte, muß andere Momente 
besitzen, die in der Lage sind, das Fehlen der realen politischen Einheit 
wenigstens ideell zu ersetzen. Das erste ist unsere deutsche Sprache, 
denn sie wird wohl nicht von 68 Millionen, sondern von 95 Millionen 
gesprochen. Ein zweites ist das deutsche Lied, denn es wird nicht nur 
innerhalb der Grenzen dieses Reiches gesungen, sondern es klingt über 
sie hinaus, überall dort, wo überhaupt Deutsche in der Welt leben. Dieses 
Lied begleitet uns von unserer Kindheit bis ins Greisenalter. Es lebt in uns 
und mit uns, und es läßt, ganz gleich, wo wir auch sind, immer wieder die 
Urheimat vor unseren Augen entstehen, nämlich Deutschland und das 
Deutsche Reich. 

(...) So ist es denn auch gerade das Lied, das uns Deutschen am 
heiligsten erscheint, ein großes Lied dieser Sehnsucht. Viele, in anderen 
Völkern verstehen es nicht, sie wollen gerade in jenem Lied etwas 
Imperialistisches erblicken, das doch von ihrem Imperialismus am 
weitesten entfernt ist. Denn welch schönere Hymne für ein Volk kann es 
geben als jene, die ein Bekenntnis ist, sein Heil und sein Glück in seinem 
Volke zu suchen und sein Volk über alles zu stellen, was es auf dieser Erde 
gibt<." (Sprache und Lied. "Völkische Musikerziehung" IIl/9, September 
1937. S. 411- 412). 


D 1181 





Hitler "vergaß" mit Absicht, daß das Deutschlandlied nicht das Volk 
"über alles" stellt, sondern die Staatsidee Deutschland in poetisch weit ins 
Ausland hinausgeschobenen Phantasiegrenzen. 

*1. August 1937: 

Hitler empfängt zum Sängerbundesfest im Hotel Monopol in Breslau 

den Führerrat des DSB. 


1938 
Ernennungen I: 

Pg. Rektor Friedrich Rohde aus Duisburg, Gauredner der NSDAP, 
wird Sängergauführer Rheinland-Nord; Schulleiter Karl aus Eisenach, 
Kreispropagandaleiter der NSDAP, wird Sängerkreisführer des Kreises 
Wartburg-Rhön. 

24. Januar 1938: 

In einer Besprechung u. a. mit Bundesführer Meister zwingt Dr. 
Goebbels den DSB endgültig unter das Dach der RMK. 

Februar 1938: 

"Die Reichsbahnsänger Frankfurts, die mit dem Lorbeer des 
Breslauer Sängerbundesfestes geschmückt sind, vereinigten sich zu einem 
Deutschen Abend im Saalbau. Die 14 Vereine zählten über 200 Sänger, die 
Hermann Reutters Kantate >Der glückliche Bauer< mit besonderem Erfolg 
vortrugen. Musikdirektor Carl Stoll war ein guter Interpret. Neben eigenen 
Werken mit Orchesterbegleitung nahm Rich. Trunks festlicher Hymnus 
>Morgenrot, Deutschland< eine bedeutende Stelle ein. (...)" 
(Süddeutsche Rundschau. "Allgemeine Sänger-Zeitung" XXXIl/2, Februar 
1938. S. 23). 

11. April 1938, Dank für Wahlhilfe: 

"Der Wahlkampf gab jedem Propagandisten wieder einmal 
Gelegenheit, seine Kräfte restlos zur Entfaltung zu bringen. Mit Freude 
habe ich festgestellt, mit welchem Eifer Sie die Ihnen gestellten Aufgaben 
gelöst haben. Hierfür möchte ich Ihnen und Ihren Mitarbeitern meinen 
besonderen Dank und meine Anerkennung aussprechen" (NSDAP, 
Reichsleitung, Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels, an DSB, 11/1V/38. 
Faksimile in "DSBZ" XXX/17, 23/1V/38. S. 229). 

25. Mai 1938, Rücktritt: 

"Nach dem freiwilligen Rücktritt des langjährigen Bundesobmannes, 
Hofrat Ingenieur Theodor Frühwirt, hat der kommissarische Leiter aller 
oberösterreichischen Sängerorganisationen, Karl Ludwig Pillweis, Wien, 
mit der kommissarischen Führung des oberösterreichischen Sängerbundes 
den Pg. Prof. Dr. Walter Gabl beauftragt. Pg. Dr. Gabl gehört schon seit 
mehreren Jahren dem Bundesausschuß an und ist somit mit den Sorgen 
und Bedürfnissen des Deutschen Sängerbundes voll vertraut. Seine 
nächste und dringendste Aufgabe wird es sein, für die politische 
Ausrichtung der Gesangvereine nach den jüngst ergangenen Anordnungen 
des Stillhaltekommissars für Organisationen und Verbände zu sorgen" 
(Kommissarische Leitung des oberösterreichischen Sängerbundes. 
"Tagespost", Abendblatt, Linz, 25/V/38). 


D 1182 





8. bis 11. Juli 1938: 

In Stuttgart findet das Schwäbische Liederfest des DSB statt. 
10. Juli 1938: 

Das Schwäbische Liederfest in Stuttgart gipfelt in einem Festkonzert, 
Dgt. Gauchormeister W. Nagel. Mitwirkende: Orch der Württembergischen 
Staatstheater, LandesOrch Gau Württemberg-Hohenzollern, 
Kammersänger Max Roth (Staatsoper Stuttgart), ein Knabenchor aus 
Schülern der Stuttgarter Volks- und Oberschulen. 

Das Programm: 

l. 

1. Wagner: Vorspiel zu "Die Meistersinger". 

II. Dem Ewigen. 

2. Beethoven: "Die Ehre Gottes aus der Natur", für MCh mit Bläsern. 

III. Totenehrung. 

3. Simon: "Totenehrung", für MCh a cappella. - Silcher: "Ich hatt einen 
Kameraden", für kl. Chor. 

IV. Deutscher Gruß. 

V. Deutscher Glaube. 

4. Nagel: "Deutschland stirbt nicht" und "Du sollst an Deutschlands 
Zukunft glauben", zwei Sprüche für MCh a cappella, dem Schirmherrn des 
Festes, Herrn Reichsstatthalter Wilhelm Murr, zugeeignet. 

VI. Lob der Musik. 

5. Haas: "Lob der Musik", für MCh, Knabenchor und Orch. 

VII. Tugend und Reinheit. 

6. Schubert: "Die zwei Tugendwege", für 3stimm. MCh a cappella. 

VIII. Auslandsdeutschtum. 

7. Kaun: "Heimatgebet", für Männerchor und Orch. - Gansser: "Allen 
Gewalten zum Trutz sich erhalten", für MCh, Solostimmen und Orch. 

IX. Liebe. 

8. Schwäbische Weisen für MCh a cappella, Satz F. Silcher: (Die 
Auserwählte) Mädele ruck, ruck, ruck. - Nagel: (Schwäbisches Liebeslied) 
Mädele, guck raus. 

X. Soldatenlieder. 

9. Grabner: "Für Deutschland soll es sein", für MChe a cappella. - Wagner: 
Matrosenchor aus der Oper "Der fliegende Holländer", für MCh und Orch. 
XI. Heldentum. 

10. Bruch: "Heldenfeier", für MCh und Orch. 

XII. Preis deutscher Kunst und ihrer Meister. 

11. Wagner: "Wach auf" und "Ehrt eure deutschen Meister" aus der Oper 
"Die Meistersinger", für gemCh und Orch. 

22. bis 31. August 1938: 

Der DSB veranstaltet in der Sportschule Gau VI, Bad Blankenburg 
(Thüringer Wald) das zweite Arbeitslager. Unterrichtsfächer: Chorliteratur 
und Chorpraxis, Stimmbildung und Volksmusik. Außerdem werden 
weltanschauliche Vorträge geboten. Unterkunft und Verpflegung sind frei, 
doch ist Alkohol- und Rauchverbot zu beachten. 

Die Verbote erinnern daran, daß Veranstaltungen der Männerchöre 
oft in Geselligkeit mit Stammtisch mündeten. 


D 1183 





1939 
Ernennungen II: 

Magistratsschulrat Hans Uebel aus Stettin, NSDAP seit 1928, wird 
zum Sängergauführer Pommern ernannt; Pg. Dr. Herbert Hiebsch in Prag 
wird Führer des Sängerkreises Prag; Karl Ludwig Pillweis Sängergauführer 
Donauland, Pg. Prof. Dr. Karl Paul in Karlsbad Sängergauführer 
Sudetenland. 

25. März 1939, Drohung: 

"Wir sagen jedem den Kampf an, der die Versorgung unserer 
Chöre mit nationalsozialistischem Liedgut verhindert, indem er 
unter dem Vorwand der >guten, alten Schule< die von jedem auf 
dem Boden der Jetztzeit stehenden ernsthaften Musiker 
abgelehnte Literatur der liberalistischen Epoche zu verewigen 
versucht, und wir bekämpfen jeden, der das auf 
nationalsozialistischer Grundlage beruhende Kulturprogramm des 
DSB zu sabotieren sich unterfängt. 

In diesem Sinne wird der Deutsche Sängerbund seine Arbeit 
fortsetzen und nicht eher ruhen, bis das hohe von unserem Führer 
gesteckte Ziel, von dem wir bis zum letzten Atemzuge überzeugt sind, 
erreicht ist" (F. J. Ewens: Zur musikpolitischen Lage im DSB. "DSBZ" 
XXXI/12, 15/111/39. S. 167). 

Offensichtlich kämpften die DSB-Funktionäre immer noch gegen die 
Beharrung auf Gewohnheit und Tradition. 

*20. April 1939, Huldigung: 

"Mit Stolz kann der Deutsche Sängerbund den 20. April 1939 in das 
an denkwürdigen Erinnerungen und Erlebnissen so reiche Buch seiner 
Geschichte eintragen: den Sängern der Reichshauptstadt war es vergönnt, 
dem Führer des deutschen Volkes, dem Schirmherrn des deutschen 
Liedes, an seinem Ehrentage, dem 50. Geburtstag, unter dem Balkon der 
Reichskanzlei eine Reihe von Liedern zu singen. Diese Weihestunde, den 
mehr als 1500 teilnehmenden Berliner Sangeskameraden unvergeßlich, 
war zugleich die Huldigung aller deutschen Sänger, die seit Breslau 
wissen, daß sie eine Aufgabe zu erfüllen haben, daß der Führer, der Mann 
aus dem Volke mit dem tiefinnerlichen Empfinden für deutsches Volkstum, 
die unendliche Bedeutung des deutschen Liedes für die seelische 
Gemeinschaft aller Deutschen erkannt hat und ihm seine starke Förderung 
zuteil werden läßt. 

(...) Deutschlands Sänger hatten durch den Mund ihrer Berliner 
Sangeskameraden dem Führer gehuldigt und ihm in Treue zur Heimat ihre 
Lieder geweiht! Gott schütze und segne unseren Führer und Reichskanzler 
Adolf Hitler noch ungezählte Jahre, das ist auch das heiße Gebet der 
deutschen Sänger" (Hans Heidrich: Unsere Sänger huldigen dem Führer 
am 20. April. "DSBZ" XXX1/17, 29/IV/39. S. 242, 243). 

19. bis 21. Mai 1939: 

"Die Gauhauptstadt Hannover stand von Freitag bis Sonntag im 
Zeichen des niedersächsischen Sängerfestes, das unter der 
Schirmherrschaft vom Oberpräsidenten der Provinz Hannover, Stabschef 
Lutze stattfand. 


D 1184 





Das besondere dieses Festes, bei dem man einen Querschnitt von 
der Entwicklung des deutschen Liedes bis in die jüngste Zeit erlebte, war 
die Tatsache, daß kein Einzelverein hervortrat, sondern sich erstmals im 
ganzen Deutschen Sängerbund nur eine Gemeinschaft von Sängern und 
Sängerinnen im Rahmen eines Sängerkreises zur packenden Feierstunde 
vereinte. Höhepunkte waren die Eröffnung mit neuen Chören und 
Volksliedsätzen unter dem Leitwort >Niedersachsen singt<, die 
Feierstunde des Sängerkreises Bremen mit der Uraufführung von Hermann 
Grabners Kantate >Weg ins Wunder<, sowie die abschließende 
Großkundgebung, auf der sich 25 000 Sänger vereinten" (msk = Hans 
Meseke: 25 000 Sänger in Hannover. "VB" Nord, Nr. 142, 22/V/39). 

21. Mai 1939: 

"(...) Zum Abschluß der Großkundgebung nahm der Bundesführer 
des DSB, Oberbürgermeister Meister-Herne das Wort, der einleitend 
betonte, daß man ein Volk wohl unterdrücken, aber nicht seine Sprache 
und sein Lied beseitigen könne. "Das ganze Deutschland soll es sein", so 
stehe auf der Bundesfahne des Deutschen Sängerbundes, der von 
Anbeginn bestrebt gewesen sei, das deutsche Lied weit hinein ins Volk zu 
tragen. Man sei stolz, daß der Führer die Kulturarbeit des Deutschen 
Sängerbundes durch sein Erscheinen auf dem Breslauer Sängerbundesfest 
anerkannt habe. Man werde dem alten Grundsatz treu bleiben und rastlos 
vorwärts streben. Wien solle in drei Jahren 
ein Sängerbundesfest erleben, zu dem die gesamte deutsche Sängerschaft 
wohlgerüstet einrücken werde. Abschließend wies der Sängerbundesführer 
auf die Anwesenheit der HJ. und des BDM. und der Ehrenabordnungen der 
Wehrmacht und des Reichsarbeitsdienstes hin und richtete an die Sänger 
die Mahnung, den Geist harmonischer Verbundenheit, wie er sich in 
Hannover gezeigt habe, fruchtbar fortwirken und über der ferneren Arbeit 
bestimmend stehen zu lassen. 

Gauleiterstellvertreter Schmalz überbrachte alsdann die Grüße 
und besten Wünsche des Schirmherrn des Niedersächsischen 
Sängerfestes, Oberpräsident Stabschef Lutze, des Oberbürgermeisters 
der Hauptstadt Hannover und der Bevölkerung des Gaues. Auf die großen, 
stolzen Ereignisse der letzten Zeit hinweisend, unterließ er es nicht, des 
großen Anteils der deutschen Liedkunst als einem immer wieder sich als 
Glaubensträger im Gesamtleben der Nation erweisenden bedeutenden 
Faktor hinzuweisen. 

Anschließend verlas der Gauleiterstellvertreter ein Telegramm an 
den Führer, in dem das Gelöbnis der niedersächsischen Sängerschaft 
getreuer Gefolgschaft und weiterer Pflege edler deutscher Sangeskunst im 
Dienste der Volksgemeinschaft und der Nation dargebracht wurde. (...)" 
(Glanzvoller Verlauf des Sängertreffens. "Hannoverscher Anzeiger" Nr. 117 
a, 22/V/39). 

1. Juni 1939, Veranstalter: 

"Nach einer Mitteilung des Chefs der Reichskanzlei, Reichsminister 
Dr. Lammers, hat der Führer und Reichskanzler Wien als Ort für das 
nächste Deutsche Sängerbundesfest im Jahre 1942 bestimmt" ("AMdRMK" 
Vı/11, 1/VI/39. S. 35). 


D 1185 





1. Juni 1939, Angliederung: 

"Der Herr Stillhaltekommissar hat verfügt, daß die Gesangvereine 
des Sängergaues Sudetenland dem Deutschen Sängerbund überwiesen 
worden sind. Wir benutzen die Gelegenheit, um dem Sängergauführer 
Sudetenland, Pg. Prof. Dr. Karl Paul in Karlsbad, für seine im Auftrage des 
Reichskommissars durchgeführte Tätigkeit als Generalbevollmächtigter 
herzlichsten Dank zum Ausdruck zu bringen. 

Herne, 1. Juni 1939 Meister, Bundesführer des DSB" ("DSBZ" 
XXX1/27, 8/V11/39. S. 384). 

Meister wußte noch nicht, daß sich Pauls Aufnahme in die NSDAP 
aus Rechtsgründen bis 1941 verzögerte. 
26. August 1939, Parteitreue: 

(...) Besonders sei hervorgehoben, daß (sich) bei den letzthin im 
Gau durchgeführten Erhebungen über die Mitgliedschaft der Sänger in der 
NSDAP und ihren Gliederungen ergab, daß 50 v. H. der aktiven Sänger 
Parteimitglieder sind, 30 v. H. in der politischen Leitung und 20 v. H. in 
den verschiedenen Gliederungen mitarbeiten" ("DSBZ" XXX1/34, 
26/VI11/39). 

Dieses Ergebnis hebt ein Bericht über den Sängergau Westmark 
hervor. Es ist falsch, da Parteimitgliedschaft keineswegs die Zugehörigkeit 
zur PL oder zu Gliederungen ausschloß. 

Oktober 1939, In gewohnter Weise: 

"Die Bedeutung des Liedes für unser Volksleben unterstreichen 
Aufrufe der verschiedenen Gaue des Deutschen Sängerbundes, wonach 
die Kulturarbeit der Vereine und insbesondere auch der 
Singstundenbetrieb weitgehendst in der gewohnten Weise durchgeführt 
wird. Wo Vereinsführer und Chorleiter fehlen, wird sich aus dem Kreise der 
Sänger ein geeigneter Ersatz finden. Auch durch die Zusammenarbeit 
mehrerer Vereine läßt sich Aushilfe schaffen" ("ZfM" CV1/10. Oktober 
1939. S. 1071). 

18. November 1939, Psychose: 

"(...) Sonderbar, daß in Deutschland, dem >Erzfeind der Kultur<, 
diese Kriegspsychose kaum in Erscheinung trat! Die Werke französischer 
und, soweit vorhanden, englischer Tondichter wurden ebenso wie früher 
aufgeführt. Von Schmähung feindlicher Meister war nicht die Rede! Man 
besaß zuviel Kultur, um die großen feindlichen Musiker den Krieg entgelten 
zu lassen. Den Feinden aber blieb dann die Demütigung nicht erspart, 
selbst die gehaßtesten Deutschen, namentlich >Mister Uagner<, >the 
damned Dutschman<, und das >moralische Ungeheuer< Richard Strauß 
wieder annehmen zu müssen. (...)" (Konrad Huschke: Neue feindliche 
Kriegspsychose in der Musik? "DSBZ" XXX1/46, 18/X1/39. S. 561). 

Kurz zuvor waren Aufführungen von Werken aus kriegsbeteiligten 
Ländern im Reich untersagt worden. Chauvinist Huschke war blind und 
taub! 


1940 
14. Mai 1940, Kämpfer: 
"(...) Und als Adolf Kirchl die Burenhymne für Männerchor setzte und 


D 1186 





im Sophiensaale zur Erstaufführug brachte, da wußte alle Welt, wem 
dieser Schrei der Entrüstung galt. Es war ein politisches Lied im vollsten 
Sinne des Wortes. Heute sind die Hemmungen von ehedem weg, wir 
Sänger dürfen, müssen uns zu unserm Volke bekennen, und neben uns 
erklingt, von Jungen und Alten gesungen, das politische Lied, begleitet 
vom Donner der Geschütze. Darum ist unser Singen aber nicht überflüssig 
geworden. Als Soldaten der inneren Front haben wir auf unserm Posten 
auszuharren und mitzukämpfen; unsere Waffe aber ist das deutsche Lied 
und besonders das politische Lied" (Fritz Zoder: Das politische Lied und 
seine Bedeutung. "Volkszeitung" Folge 131, Wien, 14/V/40). 

Adolf Kirchl (1858-1936), Chordirigent in Wien, langjähriger Leiter 
des Schubertbundes. 


1941 
15. September 1941, Festkonzert: 

""Daß unsere Sänger bei Gelegenheit der Bergischen Musiktage 
sich besonders regen, ist wohl nicht anders zu erwarten, denn einmal 
spielt die Bedeutung des Chorgesanges im Musikgeschehen unserer Tage 
eine große Rolle, zum andern aber auch ist es die Pflege des 
Chorgesanges, der bei uns immer eine Heimstätte fand und der den Ruhm 
unsrer singenden und klingenden Berge wesentlich mitbegründen half. 
Und dessen sind sich die Sänger des Deutschen Sängerbundes, in dem 
der Kreis Remscheid-Rhein-Wupper sich mit regem Eifer betätigt, wohl 
bewußt, sonst hätten sich die Sänger von Alt-Remscheid nicht in so 
stattlicher Zahl auf dem Adolf-Hitler-Platz am Sonntagmorgen 
eingefunden. Unter der lebendigen Leitung des Kreischormeisters Peter 
Weber sang hier ein Chor, der die in diesen Tagen auftretenden Sorgen 
um Stimm- und Ausdrucksfähigkeit nicht aufkommen ließ. Außer den 
Darbietungen, die zunächst die kraftvollen Bekenntnisse nationalen 
Willens in sich tragen: >Was ist des Deutschen Vaterland< von Reichardt, 
>Der Gott, der Eisen wachsen ließ< von Methfessel und >Es braust ein 
Ruf< von Wilhelm, fand die liebevolle Beachtung des Gegenwartsschaffens 
ihre Krönung bei dem mit musikalischer Stimmungspoesie ausgewerteten, 
klangliche Fülle und Reichtum enthaltenden >Viel Träume< von Graener. 
Mit gleichem Vorteil trat ausgeglichener und ausgefeilter Chorklang zutage 
bei dem rhythmisch gestrafften, von drängendem Ausdruckswillen 
beherrschten >Erntelied< von Robert (=Richard) Trunk, das mit Schwung 
dargeboten wurde. (...)" (Gustav Kottmann: Und die Heimat sang. 
"Remscheider General-Anzeiger" Nr. 217, 15/1X/41. Fehler im Original). 


1942 
6. November 1942, Sängertag: 

"In Weimar, der Stadt deutscher Kultur und der Stadt, die von 
nationalsozialistischem Bauwillen beredtes Zeugnis ablegt, hielt der 
Deutsche Sängerbund dieser Tage seinen 36. Sängertag ab. Nach internen 
Arbeitstagungen wurde in der Weimarhalle von der Weimarer Sängerschaft 
unter Mitwirklung der Weimarischen Staatskapelle das Oratorium >Der 
reiche Tag< von Paul Höffer bestens aufgeführt. Zur Eröffnung des 


D 1187 





offiziellen Sängertages führte der stellvertretende Bundesführer, 
Oberbürgermeister Memmel, Würzburg, aus, daß die Gründung der 
Gesangvereine wohl aus politischen Gründen erfolgt ist, die deutsche 
Sängerschaft ist in ihren Liedern immer für ein geeintes Deutschland 
eingetreten, sie singe von Freiheit und Männerwürde, von Treu und 
Heiligkeit, von hohen vaterländischen und politischen Zielen. Er gedachte 
des verstorbenen Bundesführers, Oberbürgermeister Meister (Herne), der 
für Deutschland gefallenen und seit dem letzten Dresdner Sängertag 
verstorbenen Sängerkameraden. Oberbürgermeister Koch (Weimar) 
überbrachte die Grüße des Reichsstatthalters und Gauleiters Sauckel, des 
Ministerpräsidenten Marschler und der Tagungsstadt. Oberbannführer 
Stumme grüßte im Auftrage des Leiters des Hauptkulturamtes in der 
Reichspropagandaleitung der NSDAP. des SS-Oberführers Cerff, und 
führte aus, daß durch den Zusammenschluß aller kulturellen Verbände im 
NS.-Volkskulturwerk diesen eine einheitliche Richtung gegeben, und daß 
nun die musikliebende deutsche Jugend in den Chorverbänden eine neue 
Heimat finden wird. Zum Schluß des kulturellen Teils des Sängertages 
sprach der uns Dresdner Sängern wohl bekannte Musikprofessor Dr. Moser 
(Berlin) über den Beitrag des Männergesangs zur deutschen Musikkultur. 
Im geschäftlichen Teil gab sich der Deutsche Sängerbund eine neue 
Satzung, durch die das schon seit Jahren durchgeführte Führerprinzip 
seine rechtliche Grundlage erhielt" (J. K. = Johannes Korndörfer: 36. 
Deutscher Sängertag des Deutschen Sängerbundes. "Dresdner Neueste 
Nachrichten" Nr. 261, 6/X1/42). 


1943 
April 1943, Einsatz: 

"Der aus Mitgliedern zahlreicher Berliner Vereine gebildete 
>Bereitschaftschor< des Sängergaues Berlin stellte sein gemeinsam mit 
der Frauengruppe veranstaltetes Konzert überwiegend in den Dienst 
zeitgenössischen Schaffens, das mit zwei uraufgeführten Kantaten 
vertreten war. Rudolf Eisenmanns >Deutscher Weg< zeichnet in sich 
steigernder musikalischer Plastik auf romantischem Grunde den Aufstieg 
unseres Volkes nach klar gemeißelten Worten Hans Schauweckers, 
während Robert Carl aus der Empfindungswelt des Krieges seine >Mütter 
und Söhne< (T: Otto Mießner) mit eigenwüchsiger und oft eigenwilliger 
Tonsprache zu gestalten sucht" (Hermann Killer, Berlin, in: "Musik im 
Kriege" I/1-2, April-Mai 1943. S. 28). 

Was hier "zeitgenössisches Schaffen" heißt, war in Wirklichkeit 
politische Propaganda. 

August-September 1943, Nachricht: 

"Beim fünften Gausängertag der Westmark in Metz wurde die 
Kantate >Lothringen< für Massenchor mit Tenor- und Baritonsolo und 
großem Orchester von Rudolf Desch-Sobernheim, Text von Kurt Kölsch, 
uraufgeführt" ("Musik im Kriege" 1/5-6, August-September 1943. S. 115). 


Geschichtsfälschung, 1966: 
"(...) der Herner Oberbürgermeister Albert Meister, der Präsident 


D 1188 





während der Nazizeit war und nach seinem Tode vom Oberbürgermeister 
von Würzburg, Theo Memmel, abgelöst wurde. Dank der klugen Politik 
Edmund Konseks, der damals schon der heimliche Führer des DSB war, 
wurde die Organisation vor dem Schicksal einer NS-Organisation bewahrt. 
(...) (Felix Oberborbeck: Dr. Franz Josef Ewens 40 Jahre Schriftleiter der 
Zeitschrift "Lied und Chor". "Lied und Chor" LVIII/9, Sept. 1966. S. 183). 
Information: Der DSB ignorierte 1983 eine Bitte um Information. 


Deutscher Sängerbund (DSB) (als Herausgeber) 


Liederblätter des Deutschen Sängerbundes (ab 1933) [DSB] (= 
Liederblatt des DSB). 
Bis Februar 1935 waren 113 Liederblätter publiziert. 


Nr. 10. Stieber: Wetterleuchten, für einstimmigen Chor mit Posaunen ad 
libitum. 

Nr. 40. Rinkens: Flamme empor. Satz des Liedes von Gläser für Männer- 
und Knabenchor. 

Nr. 48. Grabner: Der Tod ist groß (T: R. M. Rilke), für gemischten Chor a 
cappella. 

Nr. 67. H. Simon: Schwur (T: Schiller), für MCh a cappella. - Erdlen: 
Richtung (T: R. Dehmel), für 4stimmigen MCh. 

Nr. 68. H. Simon: Soldaten (T: K. Eggers). 

Nr. 69. H. Simon: Bauernerde. 

Nr. 71. Erdlen: (Lied des Volkes) Wir glauben an die neue Zeit (T: H. 
Claudius). MCh. 

Nr. 72. Erdlen: (Lied des Volkes) Wir glauben an die neue Zeit, für 
gemischten Chor. 

Nr. 84. Erdlen: Schwur, für gemischten Chor. 

Nr. 88. Knöchel: Bekenntnis (T: H. Anacker). Hymne für 4stimm. 
gemischten Chor. 

Nr. 89. Knöchel: Dem Führer (T: H. Anacker). MCh. 

Nr. 91. Knöchel: Es ziehen die Standarten (T: H. Anacker). MCh. 

Nr. 92. Knöchel: Wir brechen die Ketten (T: H. Anacker). MCh. 

Nr. 93. Knöchel: Ein deutsches Kredo (T: H. Anacker). MCh. 

Nr. 96. K. Schüler: Schwur und Gebet. MCh. 

Nr. 97. Schüler: Deutscher Glaube (T: K. Bröger). 

Nr. 99. Schüler: Schwingt die Hämmer (T: F. Woike). MCh. - K. Dölling: 
Werklied (T: R. Euringer). MCh (1934). 

Nr. 113. H. Simon: Den Gefallenen zum Gedächtnis. 1. Totenehrung (T: 
K. Eggers). - 2. Unsterblichkeit (T: M. Barthel). 


Singendes Volk. Liedblätter für Volksliedsingen. Hgb. vom DSB, 
teilweise mehrstimmig gesetzt (1934-39, 1943) [DSB]. 

Blatt 1. Im frohen Kreise (1934). 
1. Himmel und Erde müssen vergehn. Kanon. - 2. Kremberg: Grünet die 
Hoffnung. - 3. Krieger: Rheinwein muß sein. - 4. Wo soll ich mich 


D 1189 





hinkehren. - 5. Brüder, laßt ein Rundgesang. - 6. Erdlen: Laßt uns durch 
die Lande schreiten. 

Blatt 2. Bei Marsch und Rast (1934). 
1. G. Schwarz: Unter der Fahne. - 2. Staden: Wer die Musik verachten tut. 
- 3. Hensel: Geh aus, mein Herz. - 4. Riel: Kameraden, wir marschieren. - 
5. Trara, das tönt wie Jagdgesang. Kanon. - 6. Ich armes welsches Teufli. - 
7. Der Preußen König. 

Blatt 3. Abendsingen (1934). 
1. Englert: Wann wir schreiten. - 2. Englert: Nicht Gerede, nicht Geschrei. 
- 3. Die beste Zeit im Jahr ist Mai'n. - 4. G. Schwarz: Unter der Fahne. - 5. 
Deutsch ist die Saar. - 6. Ade zur guten Nacht. - 7. Kein schöner Land. 

Blatt 4. Erntedank (1934). 
1. J. A. P. Schulz: Wir bringen mit Gesang und Tanz. - 2. J. Crüger: Ich 
singe dir mit Herz und Mund. - 3. K. Schüler: Der du die Tiere weidest. - 
4. Im Märzen der Bauer. - 5. Schüler: Wir alle, durch Blut und Boden 
verbunden. Kanon. - 6. Die Felder, die sind alle leer. - 7. Tucher: Die 
Fahnen geschwungen. 

Blatt 5. Unser Kampf (1934). 
1. Wer jetzig Zeiten leben will. - 2. Englert: Nicht Gerede, nicht Geschrei. 
- 3. Hensel: Wir zogen in das Feld. - 4. Seht, welche Macht. - 5. Hensel: 
Weit laßt die Fahnen wehen. - 6. Brüder, formiert die Kolonnen. 

Die "DSBZ" XXX/15, 9/IV/38, nennt einen anderen Inhalt für Blatt 
5: Wer jetzig Zeiten leben will / Englert: Nur die Tat macht frei / Schließet 
fest die Reihen / Riel: Kameraden, wir marschieren / Laßt weit die Fahnen 
wehen / Brüder, formiert die Kolonnen. 

Blatt 6. Volksfest (1935). 
1. Guten Tag auch zu diesem Fest. - 2. Und in dem Schneegebirge. - 3. 
Kommt, ihr G'spieln. - 4. Es ritten drei Reiter wohl über den Rhein. - 5. W. 
Hensel: Auf, auf zum fröhlichen Jagen. - 6. Heim wolln wir gehn. 

Blatt 7. Weihnachten (1934). 
1. Es kommt ein Schiff geladen. - 2. Als ich bei meinen Schafen wacht. - 
3. Erfreue dich, Himmel. - 4. Wenn du hübst geschickt bist. Kanon. - 5. 
Philip Hayes: Ubi sunt gaudia. Kanon. - 6. J. Crüger: Fröhlich soll mein 
Herze springen. - 7. Gebhardi: Ehre sei Gott in der Höhe! Kanon. 

Blatt 8. Marschlieder (1935). 
1. Soldat, du bist mein Kamerad. - 2. Wer geht mit, juchhe, über See. - 
3. Regiment sein Straßen zieht. - 4. Es leben die Soldaten. - 5. Der Jäger 
in dem grünen Wald. - 6. Auf, du junger Wandersmann. 

Blatt 9. Volk und Arbeit (1935). 
1. Grabner: Auch du mußt mit. - 2. G. Schwarz: Wir schreiten, Kolonnen. - 
3. K. Schüler: Was du auch tust, du werkgebeugter Bruder. - 4. Wirdel: 
Reiht euch zu vieren. - 5. Methfessel: Der Gott, der Eisen wachsen ließ. - 
6. G. Böttcher: Wir schlagen den Amboß. Kanon. 

Blatt 10. Sommerlust (1935). 
1. Die beste Zeit im Jahr ist mein. - 2. Stimmt an, ihr Sänger. Kanon. - 3. 
Herzlich tut mich erfreuen. - 4. Kein schöner Land. - 5. Jetzt reisen wir 
Burschen. - 6. Wenn die Bettelleute tanzen. - 7. Alle Leute gehen jetzt 
nach Haus. 


D 1190 





Blatt 11. Bauer und Ernte (1935). 

1. G. Schwarz: Du starke deutsche Bauernschaft. - 2. von Hertzberg: Wir 
sind die Männer vom Bauernstand. - 3. Rabsch: Neues Brot im neuen Jahr. 
Kanon. - 4. J. A. P. Schulz: Wenn kühl der Morgen atmet. - 5. Micheelsen: 
Erde, die uns dies gebracht. Kanon. - 6. H. Dietrich: Was eingeht in das 
gute Land. - 7. H. Lang: Was wir heut vollbracht. Kanon. 

Blatt 12. Vaterland (1937). 

1. Rößner: Deutschland, Vaterland. - 2. Uns ward das Los gegeben. - 3. 
M. Gebhard: Arbeit, du heilig Land. - 4. Riel: Kameraden, wir marschieren. 
- 5. Gläser: Flamme empor! - 6. Hensel: So gelte denn wieder Urväter 
Sitte. - 7. Walther: Wach auf, du deutsches Land. 

Blatt 13. Soldatenlieder (1938). 

1. Des Morgens zwischen drein und vieren. - 2. Und unser liebe Fraue vom 
kalten Bronnen. - 3. Wenns die Soldaten durch die Stadt marschieren. - 4. 
Zahn: Wohlauf, Kameraden. - 5. Es reiten itzt die ungrischen Husaren. 

Blatt 14. Abschied und Wandern (1938). 

1. Es, es, es und es. - 2. Heut' noch sind wir hier zu Haus. - 3. Innsbruck, 
ich muß dich lassen. - 4. Wohlauf in Gottes schöne Welt. - 5. Muß i denn 
zum Städtele hinaus. 

Blatt 15. Deutscher Liedertag (1933). 

1. Wacht auf, ihr schönen Vögelein. - 2. Kommt, ihr G'spielen. - 3. Im 
Krug zum grünen Kranze. - 4. Gläser: Flamme empor! - 5. Ich habe Lust, 
im weiten Feld. - 6. ©. Riethmüller: Deutschlands Erwachen. - 7. 
Geilsdorf: Wer sich die Musik erkiest. Kanon. 

Blatt 16. Erntedankfest (1936). 

1. J. Schop: Sollt ich meinem Gott nicht singen? - 2. Himmelsau, licht und 
blau. - 3. Der Erntekranz. - 4. Geilsdorf: Es schritt ein Sämann. - 5. Der 
zufriedene Bauer. - 6. Geilsdorf: Bunt sind schon die Wälder. - 7. Kommt 
und laßt uns tanzen. Kanon. 

Blatt 17. Totensonntag und Allerseelen (1936). 

1. H. von Laufenberg: Ich weiß ein lieblich Engelspiel. - 2. Ich wollt, daß 
ich daheime wär. - 3. Sterben ist ein schwere Buß. - 4. Dort oben vor der 
himmlischen Tür. - 5. Sag, was hilft alle Welt. - 6. Es ist ein Schnitter. - 7. 
Wie des Feldes Blumen. Kanon. 

Blatt 18. Advent und Weihnachten (1936). 

1. O Heiland, reiß den Himmel auf. - 2. Zu Bethlehem geboren. - 3. 
Inmitten der Nacht. - 4. Auf, auf, ihr Hirten. - 5. Erfreut euch, ihr Himmel. 
Kanon. - 6. O Kind, o wahrer Gottessohn. - 7. Geilsdorf: Benedictus. 
Kanon. 

Zu dieser Zeit pakierte der DSB noch mit den zahlreichen 
konfessionell gebundenen Sängern. 1937 bot er keine Weihnachtslieder 
der Überlieferung mehr. 

Blatt 19. Frühlingslieder (1937). 

1. Nicolai: Da kommt von den blauen Hügeln. - 2. Im Frühtau zu Berge. - 
3. Jetzt fängt das neue Frühjahr an. - 4. Haßler: Tanzen und springen. - 5. 
Es tönen die Lieder. Kanon. - 6. Schubert: Willkommen, schöner Mai. 
Kanon. 

Blatt 20. Lieder zum 1. Mai (1937). 


D 1121 





1. Simon: Laßt einen Tag die Arbeit ruhn. - 2. H. Lang: Volk ist die Kette. - 
3. K. Schüler: Her zu uns, wir schreiten. - 4. H. Lang: Morgenspruch. - 5. 
Rößner: Mit fröhlichen Herzen. 

Blatt 21. Sommerfreuden (1937). 
1. K. Schüler: Wir schreiten in die Sonne. - 2. Viel Freuden mit sich 
bringet. - 3. Sensen klirren. Kanon. - 4. Ich hört ein Sichlein rauschen. - 
5. Albert: Die Lust hat mich gezwungen. - 6. Der Kuckuck auf dem Zaune 
saß. - 6. L. Weber: Sommertag. 

Blatt 22. Fröhliche Kumpanei (1937). 
1. Zelter: In allen guten Stunden. - 2. J. S. Bach: Trinkspruch. - 
3. Der liebste Buhle, den ich han. - 4. Lustig, ihr Brüder. - 5. K. Schüler: 
Der weise Diogenes. Kanon. - 6. J. F. Reichardt: Fröhlich tönt der Becher 
Klang. 

Blatt 23. Herbstzeit (1937). 
1. Das Laub fällt von den Bäumen. - 2. K. Schüler: Spätsommer. - 3. 
Albert: Jetztund heben Wald und Feld. - 4. Bunt sind schon die Wälder. - 
5. von Knorr: Septembermorgen. - 6. K. Schüler: Herbst. Kanon. 

Blatt 24. Winter (1937). 
1. Des Jahres schönster Schmuck entweicht. - 2. Ach bittrer Winter. - 3. 
Entlaubet ist der Walde. - 4. Es saß ein klein wild Vögelein. - 5. M. 
Praetorius: Nach grüner Farb mein Herz verlangt. - 6. So treiben wir den 
Winter aus. 

Blatt 25. Sängersprüche (1938). 
1. Methfessel: Grüß Gott. - 2. Heyden: Wir grüßen dich. Kanon. - 3. Lebe 
wohl. Kanon. - 4. M. Hauptmann: Wir kommen all. Kanon. - 5. Zöllner: 
Auf, ihr Brüder. - 6. Lahusen: Singt ein Hoch. Kanon. - 7. Lahusen: Ein 
andrer hält auf Geld und Gut. Kanon. - 8. Lahusen: Wer nicht kommt zur 
rechten Zeit. - 9. Beethoven: Freundschaft. Kanon. - 10. Caldara: Trink 
deinen Trank. Kanon. - 11. Zelter: Soldatenkanon. 

Blatt 26. Feiertag der Arbeit (1938). 
1. Hannabach: Wir fragen nicht nach Rang und Stand. - 2. Markt und 
Straßen sind voll J ubel. - 3. von Knorr: Nun hebt ein neu Marschieren an. 
- 4. Lahusen: Arbeit ist das wärmste Hemde. Kanon. - 5. H. Lang: 
Rausche, mächtiger Psalm. - 6. Männer der Arbeit. Kanon. - 7. E. 
Sommer: Wir stehn am Werk. - 8. Heyden: Räder, die rollen. Kanon. 

Blatt 27. Sonnenwende (1938). 
1. Baumann: Feuer, steh auf dieser Erde. - 2. Ameln: Mein erster Spruch 
heißt. - 3. Chr. Praetorius: Flamme empor! Kanon. - 4. Dorscht: Volk will 
zu Volk. - 5. Spitta: Wir fachen die Flammen. - 6. Da kommen wir 
gegangen. 

Blatt 28. Lustige Weisen (1938). 
1. Nägeli: Freut euch des Lebens. - 2. J. Haydn: Lange lauern und nichts 
erwischen. Kanon. - 3. Telemann: Glück kommt selten. - 4. Karl Eberwein: 
Immer fröhlich unser Sang. Kanon. - 5. Salieri: Kanon. - 6. M. Praetorius: 
Nu, nu, nu. Kanon. 

Blatt 29. Handwerkerlieder (1938). 
1. Wach auf, du Handwerksgesell. - 2. Fanget an. Kanon. - 3. Von Sonntag 
bis Sonnabend. - 4. Lob der Leineweber. - 5. Wir Maurersleut beisammen. 


D 1192 





- 6. O du edler Schusterstand. - 7. Ich bin der Meister Schneider. 

Blatt 30. Lustig ist die Jägerei (1938). 
1. Volksmelodie: Es wollt ein J ägerlein jagen. - 2. aus Franken: Wer jagen 
will. - 3. Gehricke: Im Wald und auf der Heide. - 4. Silcher: Es ritt ein 
Jäger wohlgemut. - 5. Volksmelodie: Ich schieß den Hirsch. 

Blatt 31. Frühling und Wandern (1939). 
1. Baumann: Und die Morgenfrühe. - 2. Melodie nach einem alten 
Maientanz aus dem Siebengebirge: Der Mai, der Mai, der lustige Mai. - 3. 
Ahle: Die güldene Sonne. - 4. Der Winter ist vergangen. - 5. Westfälisch: 
O Tannenbaum, du trägst ein grünen Zweig. - 6. Volksmelodie: Nun will 
der Lenz uns grüßen. 

Blatt 32. Lieder der Jugend (1939). 
1. aus Mähren: Wohlauf, ihr Wandersleut. - 2. Sotke: Auf, hebt unsre 
Fahnen. - 3. Wächter: Jetzt müssen wir marschieren. - 4. Napiersky: 
Lasset im Winde die Fahnen wehn. - 5. Altendorf: Der Himmel grau und 
die Erde braun. - 6. Napiersky: Jetzt trag die Trommel vor uns her. 

Blatt 33. Kampf und Sieg (1939). 
1. Baumann: Nun laßt die Fahnen fliegen. - 2. Hagemeister: Nach Osten 
geht unser Ritt. - 3. (Freiheitslied der Geusen) Wenn alle untreu werden. 

Blatt 34. Heilige Heimaterde (1939). 
1. Spitta: Heilig Vaterland. - 2. Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne. - 
3. Spitta: Erde schafft das Neue. - 4. Decker: Heiliges Feuer brennt in 
dem Land. - 5. Spitta: Wir gehen als Pflüger durch unsere Zeit. 

Blatt 35. Werkleute singen (1939). 
1. A. Bauer, aus "Werkscharlieder": Die Trommel gellt. - 2. Voß: Horch, die 
Sirenen. - 3. A. Bauer: Hört die Walzen. - 4. Bischoff: Wir schwingen die 
Hämmer. - 5. Henschke: Kameraden! Kamerad zu sein. 

Blatt 36. Ohne Angaben. 

Blatt 37. Auf, Ansbach-Dragoner (1943). 

Blatt 38. Kapitän und Leutenant. 

Blatt 39. Kamerad sing. 

Blatt 40. Setzt zusammen die Gewehre. 

Blatt 41. Frisch auf, Soldatenblut. 

Blatt 42. Mit Mann und Roß und Wagen. 

Blatt 43. Heute an Bord. 

Blatt 44. Schlesische Volkslieder. 

Blatt 45. Schwäbische Volkslieder. 

Blatt 46. Rheinische Volkslieder. 

Blatt 47. Fränkische Volkslieder. 

Blatt 48. Thüringische Volkslieder. 

Blatt 49. Alemannische Volkslieder. 

Blatt 50. Steirische Volkslieder. 

Blatt 51. Tanzlieder. 

Blatt 52. Landsknechtslieder. 

Blatt 53. Lob der Musik. 

Blatt 54. Schnurren. 

Blatt 55. Balladen. 


D 1193 





Liederbuch für Frauenchor. Hgb. vom DSB. 149 mehrstimmige 
unbegleitete und begleitete Gesänge für Frauenstimmen in Originalsätzen 
und Bearbeitungen (1935, 1936) [Zs]. 


Liederbuch für gemischten Chor. Hgb. vom DSB. 118 mehrstimmige 
unbegleitete und begleitete Gesänge in Originalsätzen und Bearbeitungen 
(1937) [Zs]. 


Liederbuch für Männerchor. 136 Gesänge in Originalsätzen und 
Bearbeitungen, nur in Singpartitur (1938, 1939) [DSB]. 

Inhalt (Namen bezeichnen Komponisten wie Bearbeiter): 

Lob der Musik. 
1. Hagius (ca. 1550): Du bist eine Gottesgabe. - 2. H. Lang: Auf, laßt 
Gesänge erschallen. - 3. Calvisius (1556-1615): Musikenklang. - 4. 
Mozart: Kommt her und singt! - 5. Heyden: Wo man singt. - 6. Wittmer: 
Wenn Kinderlein singen. - 7. unbekannt: Himmel und Erde müssen 
vergehen. 

Volk und Vaterland. 
8. Jacobi: Sichers Deutschland, schläfst du noch. - 9. Gläser: Flamme 
empor! - 10. Walther: Wach auf, du deutsches Land. - 11. Uns ward das 
Los gegeben. - 12. von Bausznern: Deutschland! O heiliger Name. - 13. 
Grabner: Ja, wir sind Widerhall ewigen Halls. - 14. Grabner: Volk auf dem 
Wege. - 15. Grabner: Der Kamerad. - 16. Clemens: Junge Faust um 
heilige Fahne. - 17. Sommer: Schwertspruch. - 18. Stürmer: Schlag zu! - 
19. H. Herrmann: Heimatgefühl eines Deutschen. - 20. Wer jetzig Zeiten 
leben will. - 21. Rößner: Deutschland, Vaterland. - 22. Knab: 
(Befreiungslied der Deutschen) Brüder auf, die Welt zu befreien. - 23. 
Unger: Fahneneid. - 24. Simon: Beherzigung. - 25. Barthe: Wozu such ich 
den Weg. - 26. Rabsch: Jeder strebe, daß Deutschland lebe. 

Fest und Feier. 
27. Butz: Aus dem deutschen Parnaß. - 28. H. Lang: Totenehrung. - 29. 
Schütz: Festlied. - 30. Büchtger: Ein Traum. - 31. Praetorius: Flamme 
empor! 

Arbeit. 
32. J. Haas: Der deutschen Arbeit Feiertag. - 33. Glück auf! Der Steiger 
kommt. - 34. Frisch auf, ihr Bergleut. - 35. Butz: Werkfeierlied. - 36. 
Höffer: Abendlied der Schnitter. - 37. Gerster: An das Handwerk. - 38. 
Unger: Werkspruch. - 39. Gerster: Drescherlied. - 40. Ungerer: Lied der 
deutschen Heidebauern in Ungarn. - 41. Sendt: Wir Bauern. - 42.H. 
Gebhard: (Arbeit) Pack zu! - 43. Trunk: Op. 66 Nr. 1. Lied der 
Werkgemeinschaft. - 44. H. Lang: Erntedank. - 45. Uldall: Du Werksoldat. 
- 46. W. Rein: Werkertag. - 47. Kolneder: Ans Werk. 

Wehr und Wandern. 
48. H. Lang: Jägerlied. - 49. Isaac: Innsbruck, ich muß dich lassen. - 50. 
Aus Lüneburg sein wir ausmarschiert. - 51. Wohlan, die Zeit ist kommen. - 
52. Der Grenadier. - 53. Es leben die Soldaten. - 54. Der Tod in Flandern. 
- 55. Fröhlich: Der frohe Wandersmann. - 56. H. Simon: Soldatenmarsch. 
- 57. Wüst: Wandertrost. - 58. Hübschmann: Vater Wald. - 59. Es reiten 


D 1194 





itzt die ungrischen Husaren. - 60. Regiment sein Straßen zieht. - 61. 
Clemens: (Soldaten heraus) Trommeln und Pfeifen, die schallen. - 62. H. 
Lang: Handwerksburschen-Wanderlied. - 63. H. K. Schmid: Wenn wir 
marschieren. - 64. Auf, auf, ihr Wandersleut. - 65. Becker: Wohlauf, die 
Luft geht frisch und rein. - 66. Wer geht mit? - 67. Jetzt fahrn wir übern 
See. 

Liebeslieder. 
68. Regnart (1540-1600): All mein Gedanken ohn alles Wanken. - 69. F. 
Schubert: Selig durch die Liebe. - 70. Je höher der Kirchturm. - 71. 
Hassler: Feinslieb, du hast mich g'fangen. - 72. Graener: Ade. - 73. 
Lieblich hat sich gesellet. Satz: Max Maier (1839-1931). - 74. Es wollte 
sich einschleichen. Fassung: H. Lang. - 75. H. Lang: Abschied. - 76. Die 
Gedanken sind frei. - 77. Es ist ein Schnee gefallen. - 78. H. Lang: Die 
Winzerin. - 79. Ei, Schatz, was fehlet dir? - 80. Schubert: Nächtliches 
Ständchen. - 81. Albert: Du mein einzig Licht. - 82. Sendt: Madrigal. - 83. 
Reger: Mädchen mit den blauen Augen. - 84. Die Erde braucht Regen. - 
85. Drei Lilien. - 86. Gestern beim Mondenschein. - 87. H. K. Schmid: 
Lieder eines Dorfpoeten. - 88. Das tumbe Brüderlein. - 89. Es wollt ein 
J agerlein jagen. - 90. Wolfrum: Zweimal, dreimal geh ich ums Häusle rum. 
- 91. Zogen einst fünf wilde Schwäne. - 92. Clemens: Ich wollt ein 
Sträußlein binden. - 93. Wenzel: Roter Mohn. - 94. Waelrant: An einem 
Bächlein. - 95. unbekannt: Über Nacht. 

Tanz und Scherz. 
96. Schubert: Rundetanz. - 97. Haydn: Ein einzig böses Weib. - 98. Ging 
ein Weiblein Nüsse schütteln. - 99. Günther: Die Ofenbank. - 100. H. 
Lang: Wenn ich noch ledig wär. - 101. R. Franz: Der weiße Hirsch. - 102. 
Röntgen: Spielmann und Mädchen. - 103. Schwarzbraun ist die Haselnuß. 
- 104. Kommt, nun laßt uns tanzen. - 105. Der Jägersknecht. - 106. Hans 
Beutler. - 107. Trunk: Wenn's Schwälbele zwitschert. - 108. Donati: Wenn 
wir hinausziehn. - 109. Willms: Der reitende Bäckergesell. - 110. Heißa 
Kathreinerle. 

Durch den Tag und durch das Jahr. 
111. Hensel: Wächterruf. - (112. fehlt). - 113. Scholz: Der Einsiedler. - 
114. Schulz: Der Mond ist aufgegangen. - 115. Kein schöner Land in 
dieser Zeit. - 116. Hört, ihr Herrn, und laßt euch sagen. - 117. Lamy: 
Abendruhe. - 118. Erdlen: Nun jubiliert der Morgen. - 119. Die güldene 
Sonne. - 120. Brahms aus "14 deutsche Lieder", 2. Buch (1864): In stiller 
Nacht. - 121. Knab: Die stille Stadt. - 122. H. Lang: Drei himmlische 
Schreine. - 123. Schubert: Die zwei Tugendwege. - 124. Schubert: Wohin 
soll ich mich wenden? - 125. Grabner: Deutsche Haussprüche. - 126. 
Hagius: Herzlich tut mich erfreuen. - 127. Grabner: Laß nur die Sorge 
sein. - 128. Geh aus, mein Herz, und suche Freud. - 129. Der Winter ist 
vergangen. - 130. Schöner Maie. 

Gesellige Stunden. 
131. Friderici (1584-1638): Wir lieben sehr im Herzen. - 132. Zelter: 
Bundeslied. - 133. Zelter: Genialisch Treiben. - 134. R. Schumann, 1847: 
Op. 65 Nr. 2. Laßt Lautenspiel und Becherklang. - 135. Zelter: Sankt 
Paulus. - 136. Zelter: Ein Musikant wollt fröhlich sein. 


D 1195 





Satz, Bearbeitung: Chr. Artl (129), F. Binder (8, 49, 94), A. Clemens 
(51), F. Dietrich (130), Rudolf Haußner (85), H. Heinrichs (55), W. Hensel 
(52, 64), J. Herbeck (124), L. Heß (116), W. Hübschmann (33, 131), O. 
Jochum (89, 98), P, Kickstat (9), A. Knab (10, 50, 76, 77, 128), H. Lang 
(60, 65, 74, 79, 105, 110), H. Lemacher (67, 114, 115), K. Lissmann 
(108), K. Lütke (29, 120), Ph. Mohler (20, 53, 54), A. von Othegraven 
(34, 59, 66, 86), M. Reger (84), W. Rein (70), W. Sendt (119), B. Stürmer 
(103), C. Thiel (71, 108), K. Thomas (104), F. Welter (91), F. Willms (88, 
99). 


Das neue Männerchor-Liederbuch des Deutschen 
Sängerbundes (1938). Nur in Singpartitur [DSB]. Weitgehend im Inhalt 
identisch mit dem vorigen. 

Inhalt. 

Lob der Musik. 

Volk und Vaterland. 

1. Jacobi: Sichers Deutschland, schläfst du noch? - 2. Gläser: Fıamme 
empor! - 3. Walther: Wach auf, du deutsches Land. - 4. Uns ward das 
Los gegeben. - 5. von Bausznern: Deutschland! O heil'ger Name. - 6. 
Grabner: Ja, wir sind Widerhall ewigen Halls. - 7. Grabner: Volk auf dem 
Wege. - 8. Grabner: Der Kamerad. - 9. Clemens: J unge Faust um heilige 
Fahne. - 10. Sommer: Schwertspruch. - 11. Stürmer: Schlag zu! - 12. 
Herrmann: Heimatgefühl eines Deutschen. - 13. Wer jetzig Zeiten leben 
will. - 14. Rößner: Deutschland, Vaterland. - 15. Knab: Brüder, auf, die 
Welt zu befreien. - 16. Unger: Herz, aufglühe dein Blut. - 17. Simon: 
Feiger Gedanken, bängliches Schwanken. - 18. Barthe: Wozu such ich den 
Weg. - 19. Rabsch: Jeder strebe. Kanon. 

Fest und Feier. 

20. Butz: Aus dem deutschen Parnaß. - 21. Lang: Wir senken die Fahnen, 
der Toten zu denken. - 22. Schütz: Festlied. - 23. Büchtger: Ein Traum. - 
24. Praetorius: Flamme empor! 

Arbeit. 

25. Haas: Der deutschen Arbeit Feiertag. - 26. Glück auf! Der Steiger 
kommt. - 27. Frisch auf, ihr Bergleut. - 28. Butz: Tritt heran, Arbeitsmann. 
- 29. Höffer: Abendlied der Schnitter. - 30. Gerster: An das Handwerk. - 
31. Unger: Werkspruch. - 32. Gerster: Drescherlied. - 33. Ungerer: Lied 
der deutschen Heidebauern in Ungarn. - 34. Sendt: Wir Bauern. - 35. 
Gebhard: Pack zu! - 36. Trunk: So schreiten zahllos wir heran. - 37. Lang: 
Herr, durch dich aus Keim und Blüte. - 38. Uldall: Wir schreiten Kolonnen. 
Voran! - 39. Rein: Werkertag, Hammerschlag. - 40. Kolneder: Ans Werk! 

Wehr und Wandern. 

41. Lang: Jägerlied. - 42. Isaac: Innsbruck, ich muß dich lassen. - 43. Aus 
Lüneburg sein wir ausmarschiert. - 44. Wohlan, die Zeit ist kommen. - 
45. Hensel: Der Grenadier. - 46. Es leben die Soldaten. - 47. Der Tod in 
Flandern. - 48. Fröhlich: Der frohe Wandersmann. - 49. Simon: 
Soldatenmarsch. - 50. Wüst: Wandertrost. - 51. Hübschmann: Vater Wald. 
- 52. Es reiten itzt die ungrischen Husaren. - 53. Regiment sein Straßen 
zieht. - 54. Clemens: Trommeln und Pfeifen, die schallen. - 55. Lang: 


D 1196 





Handwerksburschen-Wanderlied. - 56. Schmid: Wenn wir marschieren. - 
57. Auf, auf, ihr Wandersleut. - 58. Becker: Wohlauf, die Luft geht frisch 
und rein. - 59. Wer geht mit? - 60. Jetzt fahr'n wir übern See. 

Weitere Abschnitte: 

Liebeslieder - Tanz und Scherz - Durch den Tag und durch das Jahr - 
Gesellige Stunden. 


Kernlieder in mehrstimmigen Sätzen, für Männerchor. Hgb. auf 

Veranlassung des DSB (1939) [Sc]. 
Inhalt: 

1. Spitta: Heilig Vaterland. - 2. Spitta: Erde schafft das Neue. - 3. Decker: 
Heiliges Feuer. - 4. Spitta: Wir gehen als Pflüger. - 5. Sotke: Auf, hebt 
unsre Fahnen. - 6. Baumann: Nun laßt die Fahnen fliegen. - 7. Napiersky: 
Lasset im Winde die Fahnen wehn. - 8. Napiersky: Jetzt trag die Trommel 
vor uns her. - 9. Mohler: Wer jetzig Zeiten leben will. - 10. Haas: Wenn 
alle untreu werden. - 11. Altendorf: Der Himmel grau und die Erde braun. 
- 12. Gerster: Es ist ein Schnitter. - 13. Knab: Still vom Sturm der 
Kanonaden. - 14. Hagemeister: Nach Ostland geht unser Ritt. - 15. 
Gerster: Ich habe Lust im weiten Feld. - 16. Jahn: Wir traben in die Weite. 
- 17. Napiersky: Jetzt müssen wir marschieren. 

Satz, Bearbeitung: O. Gerster (1), J. Haas (3), Hans Lang (2, 17), 
Ph. Mohler (6), W. Rein (11), B. Stürmer (5), Franz Willms (14, 16). 


Deutscher Stamm in Habsburgs Landen, deutschen Volkes 
mächt'ger Arm (T: E. Harmening). Vaterländ. Lied, zur Melodie des 
Deutschlandliedes. 

Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Weltenreiche unterlagen 
staubzermalmt dem Rad der Zeit, 
was die deutschen Stämme zieret, 
sichert Unvergänglichkeit: 

großer Geister Muttersprache, 
höchsten Wissens kühnster Flug, 
altererbte Treu und Sitte, 

rein von jedem Lug und Trug. 


Deutscher Stamm in Habsburgs Landen, 
ragst, ein Fels vom Meer umspült, 
aus des deutschen Reiches Grenzen 
unter Völkern kampfdurchwühlt. 
Sei der deutschen Schätze Hüter 
gegen kecker Feinde Macht, 
halte treu mit Wort und Schwerte 
deutschen Volkes Ehrenwacht". 
Die geschlagene Nation verordnet sich "Streicheleinheiten"; daß - so 
der Volksmund - Eigenlob stinkt, bleibt unerwähnt. 


D 1197 





In: 
Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934; nur T). 


Deutscher Tanz, für 2 Melodieinstrumente, Laute oder 
Ziehharmonika oder Klavier. Aus Niederösterreich um 1800. 
In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 13 (September 1936). 


Deutsche Sängerbundeszeitung. Erscheinen wöchentlich; Jg. 
XXV, 1933. Schriftleiter: F.J. Ewens [Limpert, Berlin]. 


Deutsches Arbeiter-Lied = Es pfeift von allen Dächern 


Deutsches Bittgebet siehe: A. Valerius 


Deutsches Blasmusikalbum: 1. (Pierson): O Deutschland hoch in 
Ehren. - 2. R. Maux: Ostmarkenhymne. - 3. (Crüger): Nun danket alle 
Gott. - 4. (Silcher): Ich hatt‘ einen Kameraden. - 5. (Weber): Gebet vor 
der Schlacht. - 6. (Valerius): Niederländisches Dankgebet. - 7. 
(Bortnjansky) Ich bete an die Macht der Liebe (1938) [KW]. 


Deutsches Bundeslied = Alles schweige! Jeder neige 


Deutsche Schwestern, deutsche Brüder, unterm Hakenkreuz 
vereint (T: G. Ultsch, 1930). Bekenntnislied, zur Melodie des 
Deutschlandliedes. Titel: Deutsche Freiheit. 

In: 
Was der Deutsche singt (1932). 


Deutsches Dankgebet = Wir beugen in Demut 
Deutsches Fliegerlied = Empor ins lichte Blau strebt 
deutscher Fiegergeist 


Deutsches Frauenliederbuch (Anthologie) siehe: E. Steinbach 


Deutsches Gebet = Wir heben die Hände 


D 1198 





Deutsches Grenzland im Lied (Anthologie) siehe: OÖ. Jochum 


Deutsches Herz, verzage nicht siehe: Fr. W. Berner 


Deutsches Marine-Liederbuch. Hgb. mit Genehmigung des 
Reichswehr-Ministeriums, Marineleitung. Melodien und Texte (1935) 
[Offene Worte, Berlin]. 

Inhalt: 
Nur Text: 
Deutschland über alles. - Horst-Wessel-Lied. - zur Melodie "Heißa, bin ein 
Middy": Ahoi, nun hißt die Segel! - zur Melodie "Als die Römer frech 
geworden": (Das Skagerrak-Lied) Als die Briten frech geworden. - (Hinter 
Metz, vor Paris, bei Chalons) Als ich an einem Nachmittag. - aus dem 
Tonfilm "Bomben auf Monte Carlo": Das ist die Liebe der Matrosen. - Das 
Schiff streicht durch die Wellen, Fidelin. - Deutschland sei wach! Wahr 
deine Sach. - Drei Lilien. - R. Wagner, aus "Der Fliegende Holländer": 
Durch Gewitter und Sturm von Süden her. - (Scapa Flow) Es ragt ein 
Kranz von Riffen bei Schottland. - Volksweise: Es zogen drei Regimenter 
wohl über den Rhein. - Gold und Silber lieb ich sehr. - Volksweise: Horch, 
was kommt von draußen rein. - zur Melodie des Wilhelmshavenliedes: 
(Das Minenräumlied) Hörtet ihr jemals vom Minendienst. - (Annemarie) 
Im Feldquartier auf hartem Stein. - Im schwarzen Walfisch zu Askalon. - 
Jim Cowler: Kleine Möve, flieg nach Helgoland. - (Wilhelmshavenlied) 
Kommst du einmal nach Wilhelmshaven rein. - Lippe-Detmold. - Lustiger 
Matrosensang. - G. Büchsenschütz: Märkische Heide. - (Unser 
Hauptmann) Musketier seins lustge Brüder. - zur Melodie "Merk auf, es 
steigt": (Wilhelmshaven Einfahrtslied) Seht dort am neuen Schleusentor. - 
H. Röser: (Der letzte Mann) Sie haben gefochten eins zu vier (SMS 
"Nürnberg" in der Seeschlacht bei den Falklandinseln am 8. Dezember 
1914). - (Lore) Tief in des Waldes Dunkel. - Haydn: Treue Liebe bis zum 
Grabe. - U. Gühler: (Wißt ihr, was das heißt?) Vier lange Wochen, Tag und 
Nacht, im Lederzeug. - (Die Lore am Tore) Von allen den Mädchen, so 
blink und so blank. - Lützows wilde verwegene Jagd. - J. F. Reichardt: Was 
ist des Deutschen Vaterland? - ("Charlotte"-Lied) Was rauscht mit seinen 
Segeln dort. - Th. Fröhlich: Wem Gott will rechte Gunst erweisen. - aus 
dem Film "Bomben auf Monte Carlo": Wenn der Wind weht. - Wenn die 
Soldaten durch die Stadt marschieren. - (Regimentsmarie) Wenns 
Regiment früh ausmarschiert. - Wenn wir marschieren, ziehn wir zum 
Deutschen Tor hinaus. - zur Melodie "Ein junger Klavierspieler": (Das 
Helgolandfeuer) Wenn wir verlassen das traute W'haven. - zur Melodie 
"Willkommen, o seliger Abend": Wie ist mir denn heute zu Sinnen? - Lied 
der Waffen (Herren-Abend, 1908 W'haven). - (Andreas Hofer) Zu Mantua 
in Banden. 

Anhang 
Ein feste Burg. - Harre, meine Seele. - Lobe den Herren. - Nun danket alle 
Gott. - O du fröhliche Weihnachtszeit. - Stille Nacht, heilige Nacht. - 


D 1199 





Himmel: Gebet während der Schlacht. - (mit Noten) Niederländisches 
Dankgebet: Wir treten zum Beten. - (mit Noten) Flaggenparade 
(Marinepräsentiermarsch/ Holländischer Ehrenmarsch). - (mit Noten) 
Flaggenparade für Signalhorn. 

Mit Noten: 

1. Schacht: Seemanns-ABC. - 2. (Reservistenlied) Bald scheiden wir aus 
diesem Kreis. - 3. Das Hakenkreuz im weißen Feld. - 4. von Roda: Der 
Gott der Eisen wachsen ließ. - 5. Der mächtigste König auf weiter Flur.- 6. 
(Das Störtebeckerlied) Der Störtebecker und Gödeke Michael. - 7. zur 
Melodie "Glück auf, der Steiger kommt": Deutsch ist die Saar. - 8. Die 
Reise nach Jütland. - 9. Die Wacht am Rhein. - 10. zur Melodie "Was 
blasen die Trompeten": (Minensuchlied) Es gibt in der Marine noch so 
manchen armen Wicht. - 11. (Matrosenlied) Finster ist die Nacht und kein 
Sternlein lacht. - 12. zur Melodie "Das Hakenkreuz im weißen Feld": (Lied 
der Ill. Marine-Brigade, von Löwenfeldt) Heiho, die Schüsse knattern hell. 
- 13. Hein spielt abends so schön auf dem Schifferklavier. - 14. (Santa 
Lucia) Hell glänzt das Mondenlicht. - 15. Heut geht es an Bord. - 16. Ich 
hab mich ergeben. - 17. Ich hatt einen Kameraden. - 18. Lt. zur See 
Edward Wegener, 1929: (Das Flaklied) In den Lüften hoch da droben. - 
19. zur Melodie "Polenmädchen": In einem Kurlandstädtchen. - 20. 
(Flandernmatrosen) In Flandern sind viele Matrosen, in Flandern sind viele 
gefallen. - 21. zur Melodie "Blau Äugelein": (Lied der Il. Marinebrigade, 
Ehrhardt) Kamrad, reich mir die Hände, treu wolln wir zusammenstehn. - 
22. (Das Emdenlied) Merkt auf und lauscht jetzt. - 23. Muß i denn. - 24. 
Nun ade, du mein lieb Heimatland. - 25. zur Melodie "Wohlauf, die Luft 
geht frisch und rein" (V. E. Becker): (Seglers Frühlingslied - Ansegeln) 
Nun frisch heraus, ihr Seglersleut. - 26. O alte Seemannsherrlichkeit. - 27. 
O Deutschland hoch in Ehren. - 28. Ruhig durch die blauen Wogen. - 29. 
Schatz, mein Schatz, reise nicht so weit von hier. - 30. Bellmann: 
Schleswig-Holstein. - 31. (Weit ist der Weg) Segeln und singen, das ist 
Seemanns Art. - 32. Pardun: Siehst du im Osten das Morgenrot. - 33. (Auf 
der Reeperbahn nachts um halb eins) Silbern klingt und springt die Heuer. 
- 34. 's ist alles dunkel, 's ist alles trübe. - 35. So leb denn wohl, du traute 
See. - 36. Prigge, Oberhoboistenmaat, 1. MAA, 1928: (Die letzte Wache) 
So leg ich das Ruder aus harter Faust. - 37. Steh ich in finstrer 
Mitternacht. - 38. (Marinesportlied) Stimmt an das Lied, laßt schallen den 
Gesang. - 39. Robert Linderer (= Richard Tiele): (Flaggenlied) Stolz weht 
die Flagge schwarz-weiß-rot (T: Thiele = Linderer). - 40. Unser Käpten 
steigt an Borde. - 41. Böhmelt, aus dem Film "Volldampf voraus": (Blau ist 
das Meer) Uns zieht es immer in die Ferne. - 42. (Thum): 
(Landsknechtslied) Vom Barette schwankt die Feder. - 43. (Es lebe der 
Reservemann) Was blinkt so freundlich in der Ferne das liebe teure 
Vaterhaus. - 44. (Trutzlied) Was unser Führer uns gebracht. - 45. zur 
Melodie "Wem Gott will rechte Gunst erweisen": (Kap-Horn-Lied) Wem 
Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er dreimal um Kap Horn. - 46. 
Wer geht mit, juchhe, über See? - 47. zur Melodie "Der mächtigste 
König": (U-Bootslied) Wir schauen der Wogen rastlose Schwiel. - 48. 
(Matrosenlied) Wohlauf, Matrosen, an Bord, an Bord. 


D 1200 





Deutsche Soldatenliedermärsche 1 (1933) (Anthologie) siehe: 
Gustav Gnauck 


Deutsche Soldatenliedermärsche 2 (1933) (Anthologie) siehe: 
Gustav Gnauck 


Deutsche Stämme unter sich. Aus Franken. 
In: 
Singende Mannschaft (1940). 


Deutsches Weihelied eines ungenannten Flensburger Sängers 
und Dichters, schon uraufgeführt, am 1/V11/34 von Mary von Rekowsky, 
Flensburg, an Dr. Goebbels eingesandt. 


Deutsche Tonkünstler-Zeitung. Auflage (Stand 1934): 11 900. 
Hgb.: H. Abendroth, W. Gieseking, B. Kittel und C. Wendling; Schriftleiter: 
Herbert Just. Fachblatt für Musiker und Musikerzieher. Zehnmal jährlich 
[Sc]. Sie endete mit Jg. XXXIV/11, August-September 1937 und erschien 
neu unter dem Titel "Der Musikerzieher", Deutsche Tonkünstler- Zeitung, 
mit Jg. XXXV/1 in gleicher Besetzung und im gleichen Verlag. 


Deutsche Volkslieder (Anthologie) siehe: W. Blachetta 


Deutsche Volks- und Kampflieder für die HJ und das J ungvolk 
(Anthologie) siehe: H. Roesler 


Deutsche wacht auf! Chor der Christlichen Kampfschar (FSt. 
Berlin, 28/V/33, Morgenfeier in der Garnisonkirche Potsdam, Dgt. Erich 
Mönkemeyer), onA. 


Deutsche Wehr- und Soldatenlieder (Anthologie) siehe: E. 
Schwarz-Reiflingen 


Deutsche Weihenachtslieder (onA). 
In: 
Deutsche Kampflieder 4 (1932-33). 


Deutsch ist die Saar, deutsch immerdar (T: H. M. Lux, Koblenz- 
Pfaffenhofen). Trutzlied, zur Melodie "Glück auf! Der Steiger kommt" (u. a. 
Rüdesheim, *27/VI11/33, bei der Saarfeier am Niederwalddenkmal). Das 
Thema diente dem 1936 geschaffenen RS Saarbrücken als Signet 


D 1201 





[Strohmayer, Saarbrücken]. 1935 für 2 diaton. Handharmonikas: K. 
Herold (1935) [EP]. 
Vgl. Chr. Knayer - C. Strohmayer. 

Tondokument - ohne Datum, vom 27/V111/33, 11/1X/33, 26/V1/34, 
5/1/35, 9/1/35, 22/1/35 - im DRA: 4213384-02, 1820111-05, 
1570010-16, 4105024-01, 1820113-10, 1820111-23, 1570010-17. 

Ausführende: 1) Georg Höllger (Gesang), Chor der Städt. Oper 
Berlin und MZ der SS-Standarte 15, Dgt. P. Hellmann; 2) Massenchor mit 
BlasOrch; 3) SA-Chor, HJ-Chor und Gr. BlasOrch, Dgt. C. Woitschach; 4) 
Chor und Orch des Arbeitsdienstes Karlsruhe; 5, 6) Massenchor mit 
BlasOrch; 7) Adrema-Chor und MK der Leibstandarte AH, Dgt. H. Müller- 
John. 

Verwendet wurden zwei weitgehend gleichlautende Textversionen, 
deren ältere noch ausschließlich das junge Volk ansprach. 

Textprobe (5. Strophe): 

"Ihr Himmel hört, 

ganz Saarvolk schwört, 

lasset uns es in den Himmel schrein: 

Wir wollen niemals Knechte sein, 

wir wollen ewig Deutsche sein". 
In: 
Deutschland über alles! (21933); Die Fahne hoch! (1933; T: "Carl Maria 
Lux"); Deutsche Jugend heraus (2. Folge, 1933; "Volksweise aus dem 
Siebengebirge"); Deutschland über alles! (?1933; Version für die 
Jugend); Von Vaterland, Heimat, Helden und Soldaten (1933); Heraus, ihr 
Kampfgesellen! (1934); Lieder des neuen Deutschland (1934); Uns geht 
die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); DSB, Singendes Volk 3 
(1934); Stimmt an! (1934); NS-Volks-Liederbuch (21934); Wohlauf 
Kameraden (1934); Ähre und Spaten (1934; nur T, 0onA); Singkamerad 
(21934; 31935, 81937); Mein Vaterland (1934); Deutsch ist die Saar! 
(1934; beide Textversionen); Jungvolk-Lieder (1934); Liederbuch des 
Turner-Musikant (1934); Treu unserm Volke (1934); Saarvolk singt 
(1934); Deutsche Lieder der Nation und des Volkes (1934); Singendes 
Volk 19 (1934); Vorwärts! Vorwärts... (1935); Glück ab, Kameraden! 
(1935); Deutsches Marine-Liederbuch (1935); Deutsche Lieder für die 
Jugend (21935); NSLB, Unser Lied 1 (31935); Was Deutschland singt 
(1936); Schlesische J ugend singt (1936); Soldaten-Liederbuch (1936); 
Wir wandern und singen! (1937); Und wenn wir marschieren (31937); 
Liederbuch der SA (91938); SA-Liederbuch (21939; "Altes Saar- 
Bergmannslied"); Die deutschen Kampflieder (1940); Lied über 
Deutschland (?1941); SS-Liederbuch (91941); RJF, Unser Liederbuch 
(61941); Das Orgelbuch (1943). 


Deutsch ist die Saar! (Anthologie) siehe: H. E. Denckler 


D 1202 





Deutschland, auch durch Nacht und Nöte hoch das Haupt und 
hoch das Herz (T: Friedrich Lienhardt, 1919). Trutzlied zur Melodie des 
Deutschlandliedes. Titel: Neues Deutschland. Aus der Sammlung "Zur 
Freiheit. Deutsche Gesänge in schwerer Zeit" [A. W. Dochow, Berlin]. 
In: 

Was der Deutsche singt (1932; nur T). 


Deutschland braucht Frieden und Freiheit (T: Rudolf Zänglein). 
Kampflied zur Melodie "Brüder in Zechen und Gruben". Titel: Freiwillige 
vor. 

Textprobe (2. und 3. Strophe): 

""S geht nicht um Wucher 
und Schacher, 
für Juda gibts keinen Profit. 
Trotz all der Widersacher, 
selbstlos marschieren wir mit. 


Zum Ziel führt nur zäher Wille, 
wie Hitler vor uns gemacht! 
Drum hält unsern Kampf 
nichts mehr stille. 
Vorwärts durch Arbeit zur Macht". 
In: 
Wir singen (1934). 


Deutschland, Deutschland über alles siehe: Haydn 

Dieser Titel - die deutsche Nationalhymne auch während des Hitler- 
Regimes - steht in fast allen Anthologien und ist daher hier nicht 
besonders bibliographisch aufgelistet. 


Deutschland, Deutschland über alles war dein stolzes 
Losungswort (T: A. Hocke, 1931). Revanchelied, zur Melodie des 
Deutschlandliedes. Titel: Deutschland erwache. 

Textprobe (1. Strophe): 

) 
doch nach dem Diktat Versailles 
riß man dir dein Machtwort fort. 
Deutschland, Deutschland, 
neu erwache, 
stark zu neuem Ringens Lauf!" 
In: 
Was der Deutsche singt (1932; nur T). 


D 1203 





Deutschland, dir ferne leuchten uns Sterne. Melodie und Text von 
einem ungenannten Auslandsdeutschen [T]. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Du gibst uns Stärke für unsere Werke, 
Deutschland, dein Wille sei uns Gebot". 
In: 
Liederbuch der Kriegsmarine 2 (1940); RJF, Liederblatt der HJ 113/114 
(1942; nur in einem Teil der Auflage); RJF, Musikblätter der H) 113/114 
(1942); RJF, Junge Gefolgschaft 6 (1943). 


Deutschland, du Land der Treue (T: Franz Baumann). NS- 
Bekenntnislied, zur Melodie "Blauäugelein" (Th. Morse). Titel: Heil 
Deutschland oder Hakenkreuzfahne. 

Vgl. E. Hanfstaengl. 

Tondokument - ohne Datum - im DRA: 5008266-02. 

Der DRA-Katalog "Politische Musik in der Zeit des 
Nationalsozialismus" (Potsdam, 2000) nennt keinen Urheber und 
unterschlägt, daß es sich um eine Textparodie handelt. 

Textprobe (1. Strophe): 

"..) 
oh, du mein Heimatland! 
Dir schwören wir aufs Neue 
Treue mit Herz und Hand! 
Strahlend erstehst du wieder, 
herrlich nach banger Nacht. 
J ubelt, ihr deutschen Brüder! 
Deutschland ist neu erwacht! 
Hakenkreuzfahnen, 
schwarz, weiß und rot, 
grüßen und mahnen: 
Seid getreu bis zum Tod! 
Deutsche, seid Brüder, 
reicht euch die Hand! 
Heil unserm Führer! 
Heil dem Vaterland!" 
In: 
Arbeitsdienst-Liederbuch (1934; nur T); Singend marschieren wir (1938; 
nur T). 


Deutschland, du mein Vaterland (T: Robert Fischer). MCh, onA. 
Melodie: Bruno Nienhold Op. 8, 1 (Berlin, *1/V/34, zur Eröffnung des 
Staatsaktes am Tag der nationalen Arbeit auf dem Tempelhofer Feld vor 
der Rede von Dr. Goebbels). 

Tondokument im DRA: C 1393. 


D 1204 





Deutschland erwache, Deutschland werd frei. SA-Kampflied, 0onA. 
Titel: Steige hoch, Du deutscher Adler. Vermutlich zur Melodie von 
Büchsenschütz. 
Textprobe (2. Strophe mit Refrain): 
Deutschland soll leben, 
soll wieder aufersteh'n, 
als Kämpfer laßt im Braunhemd 
uns treu zusammenstehen. 
Steige hoch, du deutscher Adler, 
hoch über Meer und Land, 
hoch über grüne Eichenwälder, 
Heil Dir, mein deutsches Vaterland". 
In: 


Liederbuch Hamburgischer SA (61933; nur T). 


Deutschland erwache = Sturm! Sturm! Sturm! (Gansser) 
Deutschland erwache (Anthologie) siehe: Buchner 
Deutschland erwache! (Anthologie) siehe: Paul Arendt 

Deutschland erwache = Deutschland, Deutschland über alles 


war dein stolzes Losungswort 


Deutschland erwache! Sieh', wie deine Farben weh'n schwarz- 
weiß-rot (T: Margarete Simons-Alberti, Braunschweig). Trutzlied. Titel: 
Braunschweig. 

In: 


Sturm-und Kampflieder-Buch (1933; nur T, Melodie onA). 


Deutschland, erwach', so gellt der Ruf. SA-Kampflied auf eine 
Volksmelodie. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Wenn Reaktion, Philistertum, 
der Bolschewiken Front 
sich deutschenfeindlich immer auch 
im Judenglanze sonnt, 
so stehen wir doch Mann für Mann 
geschlossen wie ein Wall, 
im Leben und im Sterben treu 
dem Hakenkreuzfanal!" 
In: 
S.A. Liederbuch (1933). 


D 1205 





Deutschland erwacht! Fahnen versunkener Ehre, Banner der 
Hakenkreuzheere hellen die Nacht (T: Reinhard Wagner, Berlin). NS- 
Bekenntnislied, zur Melodie "Flamme empor!" (Gläser). 

Textprobe (2. Strophe): 

"Deutschland erwacht! 
Führer im Weltkrieg am Sarge, 
Friedrich, Du Großer, nicht karge, 
schenk uns die Macht". 
In: 
NS-Volks-Liederbuch (21934; nur T); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934). 


Deutschland erwacht = Im Lande rings umher 


Deutschland erwacht! Lang genug lag es in Not und Nacht (T: 
Peter Richter). SA-Lied, zur Melodie "Burschen heraus". 
Textprobe (3. Strophe): 
"Heil, Hitler Dir! 
Du bist uns Führer, Dir folgen wir. 
Du gabst ins Herz uns heilge Glut. 
Du gabst uns Hoffnung, Kraft und Mut, 
banntest der Zwietracht bösen Geist, 
hast uns zum Volke neu geschwreißt: 
Heil, Hitler, Dir!" 
In: 
Liederbuch Hamburgischer SA (61933; nur T). 


Deutschland, glaub ans Glück! (Anthologie) siehe: P. Schmidt 


Deutschland, heiliges Deutschland (T: H. Menzel). Nationales 
Bekenntnislied, mehrfach vertont, so von A. von Beckerath, E. E. Buder, E. 
Dahlke und R. Neubert. 


Deutschland im Lied (Anthologie) siehe: F. Jöde 


Deutschland in Not! Seht ihr den Himmel, vom Blut so rot? (T: 
Heydemarck). Reichswehrlied, zur Melodie "Burschen heraus". 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Deutschland ist nun erwacht, das hast nur du vollbracht (T: Kurt 
Wege). Huldigungslied, zur Melodie "Heil dir im Siegerkranz". 


a 1206 





Textprobe (2. Strophe): 
"Hitler, nur du allein 
sollst unser Führer sein 
auf Land und Meer. 
Auch dem Herrn danken wir, 
daß er stets ist bei dir. 
Auch in der größten Not 
war bei dir Gott". 
In: 
NSBO-Kampflieder-Buch (1933); Das kleine SA-Sturm-Liederbuch (1933; 
nur T). 


Deutschland, mein Deutschland, du bist in großer Not (T: onA). 
Trutzlied für Gesang mit Klavier. Titel: Der Ruf. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Deutschland, mein Deutschland, 
du bist in großer Not! 
Zu Hause wird verraten, 
und draußen wird beraten, 
wie man mit welschem Recht 
dich ewig macht zum Knecht. 
Erwache, Deutschland, 
erwache zur Einigkeit im Rat, 
denn Gott spricht: >Mein ist die Rache<, 
doch dein ist die Pflicht zur Tat!" 
In: 
Horst-Wessel-Marschalbum II (1933). 


Deutschland muß leben! = Wir leben und schaffen 


Deutschland, sei wach! wahr deine Sach! Kampflied, onA. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Deutschland, sei stark! 
Schirm' deine Mark! 
Laß nicht der heulenden, kläffenden Meute 
deine blühenden Länder zur Beute. 
Schirme die Frauen, Kinder und Greise". 
In: 
Deutsches Marine-Liederbuch (1935; nur T). 


Deutschlands Erhebung (eigener T). Marsch eines ungenannten 
Mitarbeiters der Schriftleitung der Monatshefte für die Beamten der Dt. 
Bank- und Disconto-Gesellschaft, Berlin, von dieser am 31/X/33 dem 
RMVP eingesandt (Quelle: BAR 55/ 1168). 


D 1207 





Deutschlands Führer. Liedpostkarte, onA (1933) [RP]. 


Deutschlands Liederbuch. Nur Text [Willi Pinkert, Berlin- 
Reinickendorf-West]. 
Band 1: Deutsche Freiheits- und Vaterlandslieder 1933). 
Band 2: Sturmriemen runter Deutsche Freiheits- und Vaterlandslieder 
(1933). 
Band 4: Rhein- und Weinlieder (1933). 

Die Bände 5 bis 7 sind bibliographisch nicht dokumentiert. 
Band 8: Stahlhelm- und Vaterlandslieder (1933). 
Vgl. Stahlhelm- und Vaterlandslieder. 
Band 9: Marsch- und Wanderlieder der deutschen Jugend (1934). 
Band 10: Trink- und Stimmungslieder (1938). 


Deutschlands National-Märsche für Klavier (1933) [Kö]. 


Deutschland über alles! (Anthologie) siehe: Hans Fischer 


Deutschland über alles! Vaterlands-Liederbuch (151935) 
[Appelhans & Co., Braunschweig]. 


Deutschland voran. Liederbuch mit Noten, Band 1 und 2 (1934) 
[Nationalsozialistisches Volksliederbuch, Berlin-Schöneberg]. 


Deutsch-österreichischer Verbrüderungsmarsch. 
In: 
Deutsche Soldaten-Liedermärsche 1 (1933). 


De Welt is rein so sachen. Niederdeutsches Volkslied. 
In: 
NSLB, Unser Lied 2 (21935). 


Dibelius, Otto 
Berlin, 15. Mai 1880 - Berlin, 31. Januar 1967. 
Protestantischer Theologe in Berlin, 1921 Mitglied des Oberkirchenrats, 
1925 Generalsuperintendent der Kurmark, jedoch 1933 amtsenthoben. 
1945-66 ev. Bischof von Berlin-Brandenburg, 1949 Vorsitzender des 
Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands. 


Hier ist Geduld und Glaube: Ringsum die Macht der Feinde, steh auf, 


D 1208 





du deutsches Land (eigener T). Geistl. Kampflied (1934). 
Textprobe (1. Strophe): 
un) 
und du, des Herrn Gemeinde, 
nimm Gottes Schwert zur Hand, 
nimm Schild und Panzerhaube, 
das Banner trag herzu. 
Hier ist Geduld und Glaube, 
und hier, Herr Christ, bist du". 
In: 
Wehr und Waffen (1936). 


Dicker, Sando (Samuel) 
Galatz (Rumänien), 24. Januar 1894 - Berlin, 12. April 1935 

(mutmaßlich Freitod). 
Komponist in Berlin. 

Von Brückner/Rock II (mit Geburtsangabe "1877 Rumänien") und 
von Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 
Werke: U-Musik, so "Aschenbrödels Brautzug", Charakterstück (1933); 
"Der verliebte Nußknacker" (1933). 


Kirschblütenfest (Orag, *20/1V/33; Orch des Stadttheaters Danzig, 
Dgt. Georg Lange). 

Tapfer und treu. Marsch (Südfunk, 11/X1/33, von Schallplatte). 

Der Sonn' entgegen. Marsch. 

In: 

[HK] Standard-Marsch-Album (1935). 

Admiral-Scheer-Marsch (RS München, 1/VI11/35, NSDAP-Gaukapelle 
München-Oberbayern, Dgt. Georg Lange). 

Der Titel feiert Reinhard Scheer (1863-1928), der sich in der 
Skagerrakschlacht auszeichnete, 1916 Chef der Hochseeflotte und 1918 
Chef des Admiralstabes war. 

In: 
[HK] Standard-Marsch-Album (1935). 

Information: FA. Dicker steht auf einer ergänzenden Boykottliste 
Jüdischer Komponisten und Bearbeiter, die von der RKK - Autor: Hinkel - 
herausgegeben war und vor Ende Mai 1937 z. B. an die Oberste SA- 
Führung gelangte (Quelle: Hoover Institution on War, Revolution and 
Peace. Stanford, Calif. Signatur: DE 469/Dis 202. Document II b). 


Dickermann 


Wir sind das Heer der tausend heißen Herzen. Chorwerk (RS 
Stuttgart, 22/111/35, aus Mannheim). 


D 1209 





Dickinger, Hans 


Gelegenheitskomponist aus dem Kreis des Freiw. Arbeitsdienstes, Mitglied 
der Artamanen. 


Ich bin die Rettung: Wo immer ich bin. 

In: 

Arbeitsdienst-Liederbuch (1934; nur T). 

Der deutsche Bauer: Nie achtet er auf euren Trug. 
In: 

Arbeitsdienst-Liederbuch (1934). 


Dickopf, Alfred (Wilhelm) 
Köln, 19. Januar 1909 - Koslowo (UdSSR), 17. Dezember 1942 (im 
Fronteinsatz gefallen). 
Musikpädagoge; Lehrer in Köln-Brühl. Während des Krieges zur 
Wehrmacht einberufen. 


NSDAP seit 1/111/40, Nr. 7.554.499, auf Antrag vom 15/XI1/39. 
Deutschland: Nichts kann uns rauben (T: K. Bröger). Kanon zu 2 
Gruppen. Aus: Lenartz, "Vaterländische Feiern". 

In: 

Lieder des Volkes (61936). 


Die Alpenwelt = Wo stolze Felsentürme 


Die alte SA = Was zieht durch die Straßen im gleichen Schritt 


Die Anker auf. Marine-Marschlied, 0onA, gewidmet dem Chef der 
Marineleitung, Admiral Dr. h. c. Raeder (1933) [RP]. 


Die Arbeit ist schwer, wenn nur bald Feirabend wär (u. a. 
Bielefeld, 2/X/36, zur Betriebsfeier der Firma Oetker). Volkslied aus dem 
Salzkammergut, onA. Titel: Feierabend. 

Tondokument im DRA: 1820111/039. 

Dieser Titel fehlt im DRA-Katalog "Politische Musik in der Zeit des 
Nationalsozialismus" (Potsdam, 2000). 

In: 
Schaffendes Volk (1934); NSLB, Unser Lied 1 (31935); Lied über 
Deutschland (?1941). 


D 1210 





Die Arbeit ist zuende. Handwerkerlied. 
In: 
Klingend Erbe (1941). 


Die Arbeit soll leben in allen deutschen Gaun! (T: onA), zur 
Melodie "Ich hab mich ergeben". Titel: Lob der Arbeit. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Wir ehren die Arbeit, 
wir halten sie wert. 
Sie schafft uns deutsche Freiheit, 
sie Not und Elend wehrt". 
In: 
Die Soldaten der neuen Zeit! (1934). 


Die badischen Grenadiere = Musketier seins lustge Brüder 


Die Batterie, die zieht ins Feld mit Bomben und Granaten (T: 
Kanonier Kurt Blenke). Kriegslied, zur Melodie "Wer recht in Freuden 
wandern will" (Klauer). Titel: Lied der Mörser. 

In: 
Singende Front (21941). 


Die Bauern wollten Freie sein siehe: F. Sotke 


Die Belagerung Trojas = Im Jahre elfhundertzwanzig 


Die Bergfahrt ist zu Ende, bezwungen Wand und Grat (T: H. 
Zoeppritz). Bergsteigerlied, zur Melodie des Kaiserjägermarsches 
(Depolo). 

Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 

"Das Feuer ist erloschen, 
der Schlaf uns übermannt, 
doch sind wir noch im Traume 
bei Grat und Felsenwand. 
Und wenn die Sonne wieder 
ihr Gold den Gipfeln leiht, 
dann jubeln wir voll Wonne, 
zu neuer Tat bereit; 
Was kümmert uns im Tale 
das Geld, der Tanz, der Wein? 
Nur für die Berge leben 
soll unsre Losung sein!" 


D 12741 





In: 
Soldatenliederbuch (41940; nur T). 


Die Bergleut sind eine edle Zier allhier auf dieser Erd. Aus 
Thüringen und Hessen, auch bei W. Hensel, "Strampedemi". 
In: 
Wohlauf Kameraden (1934); Glück ab, Kameraden! (1935); 
Niederdeutschland (1936). 


Die beste Zeit im Jahr ist Mai'n (T: M. Luther, aus "Vorrede auf 
alle guten Gesangbücher", 1538). Mit einer nicht von Melchior Vulpius 
stammenden Melodie. 

In: 


Lieder des Volkes (61936). 


Die beste Zeit im Jahr ist Mai'n (T: M. Luther, 1538). Melodie im 
Straßburger Gesangbuch, 1572. Vorliegende Parodieversion erst im 20. Jh. 
Oft mit sinnwidriger Variante "ist mein". 

Vgl. M. Vulpius. 

In: 

Wir wollen singen (1933); "DSBZ" XXVI/22, 2/V1/34, Beilage); Heraus, ihr 
Kampfgesellen! (1934; mit Instr.); Singkamerad (31935, 81937); NSLB, 
Unser Lied 1 (21935); Deutsche Feierklänge (1935); Lobeda-Singebuch 1 
(1936); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Deutsche Lieder (1940); 
Kernlieder des REM (1940); Lied über Deutschland (?1941); Uns geht die 
Sonne nicht unter (Textausgabe 1941). 


Die Binschgauer wollten wallfahrten gehn. Spottlied aus Bayern 
und Tirol auf die Pinzgauer. In: Büsching-von der Hagen, "Deutsche 
Volkslieder" (1807) und "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 

In: 

Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); RJF, 
Liederblatt der HJ 12 (1935); RJF, Musikblätter der HJ 9 (1935); Der 
Kilometerstein (?1937; Variante: "Die Pintschgauer wollten wallfahren 
gehn"); Unsere Lieder (71938); Lied über Deutschland (?1941); RJF, 
Unser Liederbuch (61941). 


Die Bläserkameradschaft (Anthologie) siehe: G. Blumensaat 


Die Blätter sind gefallen (T: Günter Lenning), zur Melodie des 
Soldatenliedes "Es welken alle Blätter", nach dem Gesang der Truppe 


D 1212 





aufgezeichnet von G. Pallmann. Titel: Fliegerabschied. 
In: 
Flieger sind Sieger (31941). 


Die blauen Dragoner, sie reiten mit klingendem Spiel durch das 
Tor (T: Gustav Wilhelm Harmssen, vor 1917). Bündisches Lied, dem Wk. I 
verbreitet, seit 1919 bekannt, dann in: W. Gollhardt, "Sankt Georg" 
(1931). Urheber von Text und Musik laut HVA: H. A. Gordon. 
Vgl. Gordon - H. Hertel - O. Lischkowski - F. Sotke. 

Tondokument - vom 22/X/40 - im DRA: BO03114333, BO03146265. 
In: 
Heil Hitler! (1933; nur T, 0nA); Unsere Lieder (?1933); Die Fahne hoch! 
(1933; onA. Die hier 2stimmig wiedergegebene Melodie lehnt sich an das 
Original von Hans Hertel an); Schlesisches SA-Liederbuch (?1933); Trum, 
trum (21933); Deutschland über alles! (°1933; "Wandervogelweise"); 
Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); RJF, Musikblätter der HJ) 3 (1934); 
Jungdeutschlands Lieder (1934; Variante: "Die braunen Dragoner"); 
J ungvolk-Lieder (21934); Uns geht die Sonne nicht unter (1934; "aus 
neuerer Zeit", Textausgabe 1941: Komponist F. Sotke, Text H. Löns); 
Stimmt an! (1934; "Wandervogelweise"); 100 ausgewählte SA-Sturm- und 
Marschlieder (1934); 50 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934); 
Liederbuch des BDM (1934); Ähre und Spaten (1934); HJ singt (1934); 
Deutsche Lieder der Nation und des Volkes (1934); Einig Volk/ Einig Sang 
(1934; "Wanderlied"); Deutsche Lieder für die Jugend (21935); Was die 
SA singt (1935); NSLB, Unser Lied 1 (31935); Neues Singen 2 (1935; 
nach mündlicher Überlieferung); Vorwärts! Vorwärts... (1935); Wir werden 
weitermarschieren (1936); Niederdeutschland (1936); RJF, Liederbuch 
Gebiet Nordmark (1936); Was Deutschland singt (1936); Schlesische 
J ugend singt (1936); Soldaten-Liederbuch (1936); Singkamerad (81937); 
Und wenn wir marschieren (?1937); Singen (?1937); Liederbuch der SA 
(21938); Soldaten-Liederbuch (1938); Flieger-Liederbuch (1938; nur T, 
onA); Liederbuch der Luftwaffe (1939, 1940); Kameradschafts-Lieder 
(1939); Du und deine Harmonika (1940; onA); Soldatenlieder von Front 
und Heimat (1940); Lied über Deutschland 3 (1940); Deutsche Lieder 
(1940; "Aus neuer Zeit"). 


Die blauen Dragoner. Volksmelodie (2. Version), onA. 
In: 
Blut und Ehre (1933); Deutschland über alles! 2 (1934; "Volkslied"); 
J ungdeutschlands Lieder (1934); Marschierende Jugend (21938). 


D 1213 





Diebler - Willrich, Mia (Marie Herma) 
Hildesheim, 5. Mai 1896 - Bremerhaven, 21. April 1957. 
Komponistin und Ehefrau in Glauchau, 1934 in Dresden. 
Nach 1945 zuletzt in Bremerhaven. 
Werke: u.a. Lieder. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 1.914.937. 

Trommelwirbel: Wirbelt, ihr Trommeln, durch Berg und durch Tal. 
Kampflied [Ho]. 

In: 

Freude ins Leben 1 (1934). 

Schön ist's in Deutschland (eigener T). 2stimmig mit Klavier und 
Gitarre-Akkorden: R. Salzbrenner [Ho]. 

In: 

Freude ins Leben 11 (1934). 

(Klöppellied) Klappert, ihr Klöppel. 

In: 

Freude ins Leben 11 (1934). 

(Abendlied) Wir wollen Andacht halten. 

In: 

Freude ins Leben 11 (1934). 

Braune Bataillone. Marsch (RS Leipzig, 23/X11/36, MZ der SA-Standarte 
R 33, Dgt. C. Buhlmann). 


Die Blümelein, sie schlafen schon längst im Mondenschein (T: 
teilweise von W. von Zuccalmaglio). Volksmelodie, aufgez. 1840 von W. v. 
Zuccalmaglio. 

Vgl. Zuccalmaglio 

In: 

Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Liederbuch für Dt. Frauen und 
Jungmädchen-Verbände (1934); Singkamerad (31935, 81937); Die 
Müttersingstunde (1935; onA, "all schlafen"); NSLB, Unser Lied 2 (21935; 
"all schlafen"); Unsere Lieder (71938); Stimmt an! I (1939); Deutsche 
Lieder (1940). 


Die Bonzenwirtschaft ist vorbei, jetzt können wir uns wieder 
erholen (T: Carl E. H. Reimmann). SA-Kampflied, zur Melodie "O alte 
Burschenherrlichkeit". 

Textprobe (1.-3. Strophe): 

lne) 

von der Schweinerei 

der schwarz-rot-gelben Brüder. 
Die ganze Bande flog hinaus, 

nun räuchern wir den Tempel aus, 
und neue reine Lüfte 

zieh'n ein statt Knoblauchdüfte. 


D 1214 





Wenn auch die Bande keift und schreit, 
uns soll es nicht verdießen, 

die S.A.-Faust ist schlagbereit, 

das Maulwerk ihr zu schließen. 

Belügt sie auch die ganze Welt 

in Wort und Bild und Schrift und Geld; 
der Mond wird nicht verhunzet, 

wenn ihn die Sau begrunzet. 


Verhöhnt den Führer auch die Brut: 
>Nur Malerzunftsgeselle!< 

Sein Pinsel streicht mit Kraft und Mut 
und an der richt'gen Stelle, 

Wers deutsche Haus so sauber macht, 
der hat das Meisterstück vollbracht; 
drum schwören wir aufs neue: 

Sieg Heil, ihm ewge Treue!" 


In: 

100 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934; nur T). 
Information: Die Nationalfarben der Weimarer Republik waren 

Schwarz-Rot-Gold; dieses als "gelb" zu verspotten, sollte das 

parlamentarische System lächerlich machen. 


Die braune Garde = \Wer zieht dort im Sande die Straße einher? 


Die braune Kompanie = Ich bin noch jung an Jahren 
Die braunen Matrosen = Verflossen die Nacht 
Die braune Tracht = Gefällt dir meine braune Tracht 
Die Brennsuppe = Mei Muatta kocht a Brennsuppn 


Die Brünnlein, die da fließen. Volkslied. 
In: 
Lose Blätter 41 (ab 1934). 


D 1218 





Diederich, Fritz (Friedrich Wilhelm Gottfried) 

Wittenberge, 1. Oktober 1895 - IIfeld, 16. November 1963. 
Kapellmeister und Musiker, Musikverleger in Chemnitz, dann - Stand 1938 
- in Hamburg. Leiter einer Unterhaltungskapelle. 

Nach 1945 zuletzt in IIfeld. 
Werke, oft unter Pseudonym Otto Braun: u. a. "Frühlingssuite" und 
"Lustige Ouvertüre" (1943) für Orch; Klavierstücke; Märsche und Tänze; 
"Holsteinische Ouvertüre" (1960). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Start frei, Deutschland fliegt! Marsch (RS Hamburg, 24/1V/39). 
Information: FA (ohne Geburtsort). Den Todesfall beurkundete das 

Standesamt Ilfeld, Nr. 324/1963. 


Die deutschen Kampflieder 1870/71 - 1914/18 - 1939/40. Nur 
Texte (1940) [Hoursch & Bechstedt, Köln]. 

Vorwort: 

"Die deutschen Kampflieder erfüllen die Herzen des deutschen 
Volkes und sind auf ewig verknüpft mit seinen schwersten und 
erhebendsten Tagen. 

Diese Zusammenstellung will die machtvollen vaterländischen 
Dichtungen, von welchen vielfach nur die ersten Strophen gesungen 
werden, zur großen, unvergeßlichen Beachtung bringen". 

Inhalt: 
Niel: Heute wollen wir ein Liedlein singen. - Niel: Kamerad, wir 
marschieren im Westen. - E. Naumann: (Lied der Deutschen in Polen! - 
Feuerspruch) Was dich auch bedrohe. - Deutsch ist die Saar. - Pierson: O 
Deutschland, hoch in Ehren. - Haydn: Deutschland, Deutschland über 
alles. - Horst-Wessel-Lied: Die Fahne hoch. - Wilhelm: Es braust ein Ruf 
wie Donnerhall. - H. Onasch: Sie sollen ihn nicht haben, den freien 
deutschen Rhein. - Methfessel: Der Gott, der Eisen wachsen ließ. - Wir 
treten zum Beten vor Gott den Gerechten. - 0onA: aus dem großen 
Zapfenstreich: Ich bete an die Macht der Liebe. - Lindemann: Gloria, 
Gloria, Gloria Viktoria. 


Die Donau ist ins Wasser g'fall'n, der Rheinstrom ist verbrannt. 
Lügenlied, onA. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 5 (9. Juni 1938). 


Die drei Röselein. Volkslied 
In: 
Stimmt an! Il (1939). 


D 1216 





Die drei Schneider zu Ingelheim = Es kamen drei Schneider 
wohl an den Rhein 


Die endlose Straße = Kommt die Straße denn niemals ans Ende 


Die Entdeckung Amerikas = Ein Mann, der sich 
Kolumbus nannt 


Die Erde braucht Regen, der Tag braucht ein Licht (T: J. Kartsch, 
1847). Melodie nach der Vertonung von August Wagner (1816-1894). Aus: 
Egyed Hermann, "Die Deutschen von Bätaszek und ihre Volkslieder" 
(1929). 

In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933); Lieder unseres Volkes (1943). 


Die Erde prangt im Feierkleide. Turnerlied, 0nA. 
Mehrfach vertont, so von A. Drescher, G. Rößner. 
In: 
Liederbuch des Turner-Musikant (1934). 


Die erstn drei Tanzlen. Aus Tirol. 
In: 
Hellau! (1942). 


Die Fahne = Es glänzt die roten Fahne mit 
schwarzem Hakenkreuz 


Die Fahne der Gemeinschaft (Anthologie) siehe: Carl Wolf 


Die Fahne flammt wie Feuerschein hoch an dem Lagermaste. 
Bündisches Lied, onA. Titel: Im J ungenlager. 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 
"Auf Posten steht der jüngste Pimpf 
und überwacht das Feuer (...) 


Die Waffen sind uns stets zur Hand, 
und so beherrschen wir das Land". 
In: 
Folget der Fahne und dem Führer (1934). 


Die Fahne hoch, die Reihen fest geschlossen siehe: 
Horst Wessel 


D 1217 





Dieses Lied, Parteihymne der NSDAP, steht in nahezu jeder 
Anthologie und ist deswegen nicht bibliographisch aufgeschlüsselt. 


Die Fahne hoch! Lieder des erwachten Deutschland. Ein 
Ergänzungsheft zum "Musikfreund" von Ludwig Denkert, Oberschullehrer i. 
R. in Kiel, Rudolf Tonner, Schulrat in Neumünster, Otto Will, Rektor in 
Neumünster (1933) [Heliand-Verlag, Bordesholm]. 

"Der Musikfreund" war im gleichen Verlag ein mehrbändiger 
"Berater und Führer durch den Musikunterricht in den Volks-, Mittel- und 
höheren Schulen Niederdeutschlands" von L. Denkert, B. Engelke, R. 
Tonner, Otto Will in mehreren Ausgaben mit Chorbuch. 

Titelohne Nummer = nur Text. 

Inhalt: 
1. Lahusen: Lewer dod as Slav! (Kanon). - 2. Horst-Wessel-Lied. - 3. Ch. 
Praetorius: Flamme empor! - 4. unbekannt: Als die goldne Abendsonne - 
5. Volksmelodie: Als die Preußen marschierten vor Prag. - 6. aus 
Hannover: Aus Lüneburg sein wir ausmarschiert. - 7. Volksmelodie: 
Brüder, zur Sonne, zur Freiheit. - Brüder in Zechen und Gruben. - 8. Kaun: 
Das Land meiner Väter. - 9. Methfessel: Der Gott, der Eisen wachsen ließ. 
- 10. Volksmelodie: Der Wind streicht über Felder. - 11. Abwandlung der 
Melodie "Glück auf, Glück auf": Deutsch ist die Saar (T: C. M. Lux = H.M. 
Lux). - 12. aus den Jahren 1913-1915: Es leben die Soldaten. - 13. (Das 
Marlbroughlied) Ein Fähnrich zog zum Kriege. - 14. Volksmelodie: Ein 
Schifflein sah ich fahren. - Drei Lilien. - Es braust ein Ruf wie Donnerhall. - 
zur Melodie "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein": Es hat der Fürst vom 
Inselreich uns einen Brief gesendet. - 15. Bellingroth: Es rauscht durch 
deutsche Wälder. - 16. Volksmelodie: Es lebt der Schütze froh und frei. - 
17. Loewe, 1838: Fridericus Rex. - 18. Gläser: Flamme empor! - 19. altes 
Fahrtenlied der Jugend: Hoch laßt die Fahnen wehen. - 20. C. Strauß: Hört 
ihr die Trommel schlagen? - 21. zur Melodie "Setzt zusammen die 
Gewehre": Jungs und Mädels schließt die Reihen. - 22. Silcher: Kein 
schönrer Tod. - 23. nach O. Straus: Klingling, bumbum. - 24. 
Volksmelodie: Lippe-Detmold. - 25. Crusius: Nun gehts voran in Reih und 
Glied. - 26. Es gibt nichts Schönres auf der Welt. - nach Pierson: OÖ 
Deutschland, hoch in Ehren. - 27. Pardun: Siehst du im Osten das 
Morgenrot. - 28. nach Heeren: Es blühen die Rosen. - 29. Thum: Vom 
Barette schwankt die Feder. - 30. Wann wir schreiten Seit an Seit. - von 
Weber: Was glänzt dort vom Walde? - 31. Wenn die Soldaten durch die 
Stadt marschieren. - Wir litten und stritten in leidvollen Jahren. - 32. 
Melodie des Wilhelmusliedes, 1568: Wenn alle untreu werden. - 33. Wenn 
wir marschieren, ziehn wir zum deutschen Tor hinaus. - 34. alte 
Volksmelodie: Wer jetzig Zeiten leben will. - 35. Hensel: Wir heben unsre 
Hände. - 36. Zahn: Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd. - 37. Wohlan, die 
Zeit ist kommen. - 38. Gättke: Und wenn wir marschieren. - 39. Des 
Morgens zwischen drein und vieren. - 40. Hört ihr das Rauschen? Das ist 
die See, die wilde. - 41. niederländische Volksmelodie: Wohl sehr glücklich 
ist, wer zu sterben weiß. - 42. Horch, wie der Hahn kräht. - 43. Wir singen 


D 1218 





das Lied von der Fahne. - 44. Laßt wehn die schwarze Fahne. - 45. 
Volksmelodie (= Jahn): Wir traben in die Weite. - O Straßburg. - 46. Die 
blauen Dragoner, sie reiten. - 47. Volksmelodie: Musketier seins lustge 
Brüder. - 48. niederländische Volksmelodie (= Valerius): Wir treten zum 
Beten vor Gott den Gerechten (Der jüdische Übersetzer Josef Weil ist 
totgeschwiegen). 


Die Fahne hoch = Anhang zu "Unser Liederbuch", für die 
Volksschule hgb. vom Dresdner Lehrerverein (124. Tsd, 91935) [Huhle, 
Dresden]. 


Die Fahnen fliegen in den Tag (T: Jürgen Riel). Fahnenlied. Titel: 
Der Fahnenmarsch. 
In: 
Die Silberlanze (1934). 


Die Fahnen wehen, frisch auf zur Schlacht (T: E. M. Arndt, 1807). 
Kriegslied. 
Textprobe (3. Strophe): 
"O Kriegerleben, o köstlich Gut! 
uns ward's beschert. 
Der Mann ist selig, der trägt den Mut, 
blank wie sein Schwert. 
Wer tapfer im fröhlichen Streite fiel, 
Im Heldenspiel, 
schläft im Arme der grünen Erd'". 
In: 
Deutsche Wehr- und Soldatenlieder (1933; onA); Soldatenlieder (1934). 


Die Fahrt ins Heu = Ein niedliches Mädchen 
Die Fahrt ins Sterzinger Moos = Jatz, Buabman 
Die Fallschirmschützen = Fallschirmschützen, tretet an! 


Die Fäuste fest geschlossen, gespannt um harten Stahl (T: Karl 
Brüsch). Kampflied, zur Melodie "Wir sind die Sturmkolonnen". Titel: 
Weckruf. 

In: 
Was der Deutsche singt (1932). 


D 1219 





Die Feierabendstunde schlägt. Handwerkerlied aus Lothringen. 
In: 
Der Ring (1935). 


Die Feier der jungen Front (Anthologie) siehe: Hans Vogel 


Die Felder, die sind alle leer, die Scheuern alle voll. In Schlesien 
aufgez., Titel: Erntekranzlied. 
In: 
DSB, Singendes Volk 4 (1934); Der Ring (1935). 


Die Finken, und die schlagen (T: H. Löns). Heidelied, 0nA. Titel: 
Das Hecderitt. 

Mehrfach vertont, so von H. Fischer, E. Licht. 
In: 


Marschierende Jugend (21938); Lied über Deutschland (?1941). 


Die Fisch im Wasser wohnen, das Wild wohl in dem Wald. Aus 
Hainhofers handschriftl. Lautenbuch, 1603. Titel: Deutscher Danz. 
In: 
Unser das Land (1937); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 23-27 
(1939). 


Die Flamme lodert hell zum Firmament. Gemeinschaftslied zur 
Winter- und Sommersonnenwende aus dem Kreise Osterrode Ostpr., onA. 
Textprobe (2. Strophe): 
"In dunkler Nacht erglüht ein heller Brand. 
Wir reichen schweigend uns zum Schwur die Hand 
und weihen und dem Ew'gen Reich". 
In: 
Siehst du im Osten das Morgenrot (1939). 


Die Flamme loht in die Nacht empor. Der Scheiter brennt (T: Franz 
Plantikow), Sonnwendlied, "neuere Weise", onA [VB]. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Vereint euch gegen den neidischen Feind. 
der immer das Große tückisch verneint. 
Ihr Deutschen zusammen, 
bis Kühnstes vollbracht! 
Liebt Schönheit und Ehre! Den Tod veracht! 
Tötet den Wicht! Auf zum Licht!" 
Dieser Text läßt erkennen, in welchem Maße selbst die friedliche 


D 1220 





Sonnenwende mißbraucht wurde, um zu Mord, Aggression und sinnlosem 
Selbstopfer aufzuhetzen. 

In: 

Deutschland über alles! 2 (1934); Lieder für Schulfeiern 7 (1936). 


Die frischen Tiroler = Mir frisch'n Tiroler 
Die Frösche = Zu Ingolstadt 
Die fünf Hühnerchen = Ich war mal auf dem Dorfe 


Die Gamslan schwärz und braun. Aus Tirol. 
In: 
Hellau! (1942). 


Die ganze Welt in Waffen starrt (Wir Deutschen fürchten Gott). 
Trutzlied, onA. 
In: 
Deutsche Wehr- und Soldatenlieder (1933). 


Die Gedanken sind frei! Wer kann sie erraten? (T: nach einem 
Fliegenden Blatt 1782-1806 aus der Schweiz und Süddtld.). So auch die 
Melodie, Erstdruck in: "Lieder der Brienzer Mädchen" (Bern, nach 1810) 
bei Albert Warnatz. Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 

In: 

Lieder der Deutschen (1932); Blut und Ehre (1933; "aus Schlesien"); 
Lager-Lieder (1933); Wir wollen singen (1933); Unsere Lieder (?1933); 
Das Lied des Arbeitsdienstes (1933); Liederbuch des Turner-Musikant 
(1934); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Liederbuch für Dt. Frauen und 
Jungmädchen-Verbände (1934); Wohlauf Kameraden (1934); Treu unserm 
Volke (1934); Jungvolk-Lieder (21934); NSLB, Unser Lied 2 (?1935); 
Liederblätter der Deutschen Glaubensbewegung 1 (1935); Glück ab, 
Kameraden! (1935); Niederdeutschland (1936); Schlesische J ugend singt 
(1936); Unser das Land (1937); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst 
(1937); Marschierende Jugend (21938); DSB, Liederbuch für Männerchor 
(1938); Im gleichen Schritt und Tritt (1941); Lied über Deutschland 
(?1941); Lieder unseres Volkes (1943); Singt alle mit! (1944). 


D 1221 





Die gemordeten "Helden und Ketzer" (onA). 
In: 
Deutsche Kampflieder 1 (1932-33). 


Die Glocke schwingt im Turmgestühl und singt den Abendfrieden 
ein (T: Arthur Max Luckdorff). Abendlied, im Ton des Geusenliedes "Die 
vastlyck op den Heer Stelt zijn" aus Valerius, "Neder-Landsche Gedenck 
Clanck" (Harleem, 1626) bearb. von G. Pallmann 
In: 

Unser das Land (1937; Satz: B. Stürmer). 


Die Glocken, sie läuten den Sieg (T: Otto Mießner). NS- 
Kampflied, zur Melodie des Hohenfriedberger Marsches. Für MCh mit 3 
Trompeten und Pauke ad libitum: H. Mießner (1933) [VfdM]. 


Die Glocken stürmten vom Bernwardsturm (T: Börries Freiherr 
von Münchhausen). Lied über den Bauernkrieg, meist in der Fassung von 
oder nach H. Wendelmuth, doch mehrfach vertont, so von W. Hensel, H. 
Hirt, V. Korda. Titel: Bauernaufstand. 

Vgl. H. Wendelmuth. 


Die Gott Vater erschaffen hat, den Sommer und den Winter zu 
seiner Ehr und Pracht. Aus einem Glatzer Sommer- und Winterspiel. 
In: 
Der Ring (1935) 


Die graue Armee marschiert durch die Straßen (T: nach Lehrer 
Riekhoff, Nettelsee). Lied für den FAD, zur Melodie "Die Gedanken sind 
frei". 

Textprobe (1. Strophe): 

eG) 
mit Hammer und Beil, 
mit Picke und Spaten, 
mit schwieligen Fäusten 
ein Großes zu leisten: 
das tägliche Brot! 
Zukunft ist not". 

In: 

Das Lied des Arbeitsdienstes (1933; nur T). 


Die große Oper = Einst schrieb ich eine Oper 


D 1222 





Die güldene Sonne siehe: J. G. Ahle 


Die güldne Sonne voll Freud' und Wonne bringt unsern Grenzen 
mit ihrem Glänzen (T: P. Gerhardt, 1607-1676), zu einer Melodie aus den 
Gesängen zu Schemellis Gesangbuch (Leipzig, 1736). Vertont auch von 
Joh. Georg Ebeling, 1666. 

In: 
Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Der Ring (1935). 


Die Hacke hallt, der Spaten sticht. Arbeitsdienstlied, 0onA. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Die Hacke hallt, der Spaten sticht. 
Die alte Erde läßt uns nicht. 
Packt an denn, Kameraden! 
Aus Wurzelstrunk, aus Sud und Sand 
wird einmal Frucht und volles Land, 
wird Ernteland in Gnaden". 
In: 
Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937; nur T). 


Die Hacke klingt, der Hammer kracht. Arbeitsdienstlied, 0nA. 
Titel: Soldaten der Arbeit. 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 
"Arbeit macht stolz 
und Arbeit macht stark 
wie Eichenholz 
und Eichenmark. 
Wir sind Soldaten der Arbeit. 


Deutschland, du rufst! 
Wir tun unsere Pflicht! 
In deiner Not fehlen wir nicht! 
Wir sind Soldaten der Arbeit". 
In: 
Arbeitsdienst-Liederbuch (1934; nur T). 


Die Hammerschmiedsgsölln = Wir san ja die lustigen 
Hammerschmiedsgsölln 


Die Hand zum Schwur erhoben, stehn fest wir Mann für Mann (T: 
Kurt Siegel), mit Vermerk "mündlich" onA zur Musik. Titel: Heil Hitler. 
Eine andere Vertonung dieses Textes stammt von Hugo Herold. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Heil Hitler allerwegen, 


D 1223 





du, Deutschlands Burg 
und Hort! 
O Gott, verleih ihm Segen 
in Gnaden fort und fort". 
In: 
Lieder für Schulfeiern 13 (1936). 


Die Handharmonika. Zeitschrift für die Freunde des 
Harmonikaspiels. Ill. Jg./1933. Schriftleiter: F. Mahling [Stähle & Friedel, 
Stuttgart]. 


Die Handharmonika im Lager. Kurze Anleitung zum Erlernen des 
Harmonikaspielens unter Verwendung der Griffschrift. Mit Anhang Die 
Pflichtlieder des Reichsarbeitsdienstes. Hgb. von der Abt. Unterricht im 
Erziehungs- und Ausbildungsamt in der Reichsleitung des 
Reichsarbeitsdienstes (1938) = Blätter für Feierabendberatung im 
Reichsarbeitsdienst 22/23 [Der nationale Aufbau, Leipzig]. 


Die Handharmonika im Lager. Kurze Anleitung unter Verwendung 
der Griffschrift. Ausgabe für den Reichsarbeitsdienst der weiblichen 
Jugend. Mit einem Anhang Gemeinschaftstänze im Reichsarbeitsdienst der 
weiblichen Jugend für die Handharmonika sowie das chromatische 
Akkordeon und alle Melodie-Instrumente bearbeitet. Hgb. vom Amt für 
Erziehung und Ausbildung in der Reichsleitung des Reichsarbeitsdienstes 
(1941) [Der nationale Aufbau, Leipzig]. 


Die Harfenjule = Die Nacht, die ist so trübe 


Die heil'gen drei König mit ihrigem Stern. Aus Oberbayern. Titel: 
Sterndreherlied. 

Andere Quellen geben Goethe als Autor des Textes an und K. F. 
Zelter für die Melodie. 
In: 
Lieder des Volkes (61936). 


Die Heimat = Wenn Jäger ihre Straßen ziehn 


Die helle Sonn leucht' jetzt herfür siehe: Melchior Vulpius 


D 1224 





Die Herren und die Pfaffen. Das Gaismayr-Lied (1525). 

Der Titel gilt einem Tiroler Bauernführer (1490-1532), der einen 
Bauernstaat erkämpfen wollte. 
In: 
Hellau! (1942). 


Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre siehe: Beethoven 


Die Hitlerleute (Lied des Sturm 5) = Kamraden, laßt erschallen 


Die Hitlerscharen heißen wir, so kennt man uns im Land; hoch 
flattert unser Kampfpanier (T: Karl Konrad). Marschlied der SA und SS, 
zur Volksmelodie "So scheiden wir". Titel: Hitlerscharen oder Hitler 
Marschlied 

Textprobe (5. Strophe): 

"Nun schließt die Reihn und tretet an, 

zu Not und Tod bereit; 

das Hakenkreuz, es winkt voran, 

für Hitler allezeit. 

Und wenn, was morsch, 

zusammenbricht, 

wir stoßen nach und wanken nicht, 

zu Not und Tod bereit 

für Hitler allezeit". 
In: 
Was der Deutsche singt (1932; nur T); Horst-Wessel-Marschalbum I 
(71933); Sturm-und Kampfliederbuch (1933; nur T); Deutsche Kampf- 
und Volkslieder (1933). 


Die Hitlerwacht am Rhein = Es braust ein Ruf wie Donnerhall 


Die höchste Gunst beim Publikum hat doch der U-Boot-Fahrer 
(T: 1917 im Westen entstanden), nach dem Gesang der Truppe bearb. von 
G. Pallmann. Titel: Der Infantrist. 
In: 
Kriegslieder des deutschen Volkes (1939). 


Die Holerälm = Z'tief hinterscht 


Die Holzknechtbuam = Ja, die Holzknechtbuam 


D 1225 





Die Hörner hell ertönen, vernimm es, deutscher Mann. 
"Großdeutsches Lied" (1928), onA. 
In: 
Lieder der christlichen Kampfschar (1933). 


Die Hussiten zogen vor Naumburg, über Jena her und Kamburg. 
In: 
Flieger-Liederbuch (1938; nur T, 0nA). 


Die ihr arbeitet, vorwärts, Jugend voran! (T: Walter Otto). 
"Marsch der Arbeitsfreiwilligen", zur Melodie "Wohlauf, Kameraden, aufs 
Pferd" (Zahn). 

Aus dem Text (1. Strophe): 

Mass) 

Unser Herz schlägt an die Sturmfahne an. 

Bist du jung, Kamerad, willst frei du sein, 

so tritt in unsere Kampfreihe ein. 

Mit Gesang wir schreiten, zum Stürmen bereit, 

und erkämpfen uns eine neue Zeit. 

Wir stürmen wie Sonne und Frühling die Welt, 

mit Gesang wird gekämpft, 

bis die Kette zerfällt". 

In: 
Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937; nur T). 


Die ihr Blut und Leib und Leben habt für uns dahingegeben (T: 
Hans Ostwald, 1915, in "Kriegslieder für das deutsche Volk", Heft 9, Jena 
1915). Melodie mdl. überliefert. Titel: Tote Brüder. 
Vgl. F. Dietrich - Ejos-Müller - O. Roy - G. Wohlgemuth. 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 
"Überstanden ist die Hölle 
der Granaten und Schrapnelle, 
nun schützt Mutter Erde euch. 
Durst und Hunger, Frost und Fieber, 
Sturm und Regen sind vorüber. 
Mutterschoß ist warm und weich. 


Aber wir, die wir hier oben 
noch im Sonnenlicht, 
geloben eins euch in die Gruft hinein: 
Nicht umsonst habt ihr gestritten, 
nicht umsonst habt ihr gelitten, 
eure Erben wolln wir sein. 
Hier ist die Sehnsucht nach dem Tod als Rückkehr in den Mutterleib 
wie aus dem Lehrbuch der Psychoanalyse dargestellt. 


D 1226 





In: 
Lieder für Alle 9 (1933); Frisch gesungen, Musikbuch A (291941). 
Kameradschaft im Lied 14 (1941; onA); Lieder unseres Volkes (1943). 


Die Infantrie rückt vor, die Artillerie gibt Salven ab ("die 
Franzosen müssen sehen, daß wir Deutsche Sieger sind"). 
Zwischengesang. U. a. in: "Stolz ziehn wir in die Schlacht" (1915). 
In: 

Soldatenlieder (1934); Soldatenliederbuch (41940). 


Die Island-Fischer = Wer will mit uns nach Island gehn? 
Die Jager von Nummro Neun = Das Röckerl grean 
Die Jemseneier (Gemsenballade) = Wenn die Gemsen 


Die J ule war so schön. Scherzlied, aufgez. von Johannes Koepp. 
In: 
Der Kilometerstein (?71937) 


Die junge Gefolgschaft. Chorisches Spiel der HJ (T: Hermann 
Roth). Musik: H. Majewski, G. Blumensaat, H. Spitta und R. Stapelberg 
(RS Hamburg, 17/VI1/34). 


Die kapitänische Dame = Ein Liedelein wollen wir singen 


Die Kasermanndl = Af der Umbrücklerälm 


Die Kinderchen, die kli-kla-kleinen. Scherzlied. 
In: 
Der Kilometerstein (?1937). 


Die Kirche Christi, die er geweiht zu seinem Hause (T: nach 
August Gottlieb Spangenberg, 1704-1792), zur Melodie "Ach, mein Herr 
Jesu, dein Nahesein" (Karl Knödel, 1853). Weitere Melodie: Philipp Reich 
(1850). 

In: 
Wehr und Waffen (1936). 


D 1227 





Die Knechtschaft hat ein Ende = Der Gott, der Eisen 
wachsen ließ 


Die Königsjäger = Wir sind die Königsjäger 


Die Kugel traf, mich ruft der Tod, und alles ist dahin. Soldatenlied, 
Volksmelodie. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Die Kürassiere reiten, der Morgen dämmert auf (T: onA). 
Kriegslied, zur Melodie "Als wir nach Frankreich zogen". 
Textprobe (1. und 2. Strophe): 
es 
Nun heißt es wohl beizeiten, 
aufs Sterben sich bereiten. 
Groß ist der Feinde Hauf. 


Bald wird die Sonne scheinen. 

Wie lang noch scheint sie mir? 

Will sorgen nicht noch fragen 

und mich nur tapfer schlagen 

als wackrer Kürassier". 
In: 
Unsere Fahne flattert uns voran! (1934; nur T); Soldatenlieder (1934); 
Kameraden singt! (1935; onA). 


Die Landung = Wird leicht und glatt sie schnell erledigt 


Die Leineweber haben eine saubere Zunft. Volkslied - Spottlied - 
aus Oberhessen und der Rhön, u. a. in "Der Zupfgeigenhansl". 
In: 
Liederbuch des BDM (1934); Wir singen (1934); Uns geht die Sonne nicht 
unter (1934, Textausgabe 1941); Lieder der Arbeit (1934); NSLB, Unser 
Lied 1 (31935); DSB, Singendes Volk 29 (1938); Unsere Lieder (71938); 
RJF, Unser Liederbuch (61941); Singt alle mit! (1944). 


Die Lerche stieg am Ostermorgen empor ins klare Luftgebiet (T: 
E. Geibel). Osterlied, zu einer Melodie aus Halle, 1704. 
In: 
Von deutschem Glauben (21939). 


D 1228 





Die lichten Sterne funkeln siehe: Fred Alwers 


Die liebe Maienzeit siehe: Melchior Franck 


Die Lieder der nationalen Erhebung. Anhang zu Köhlers 
Taschen-Liederbuch für das dt. Volk. Nur Text (o. J. = 1933) [Wilhelm 
Köhler, Minden]. 

Fast ohne Urheberangaben. 

Inhalt: 
Argonner Wald. - Auf, auf zum Kampf. - Brüder in Zechen und Grüben. - 
Brüder, zur Sonne, zur Freiheit. - Schestak: Heil, Hitler Dir. - Die Fahne 
hoch. - Durch Groß-Berlin marschieren wir. - Entrollt die Fahnen, laßt die 
Banner wehn (Th. Esser, Rheine). - Es klingt wie eine Sage. - Mahrer: Es 
pfeift von allen Dächern. - Es zog ein Hitlermann hinaus, er ließ sein 
Mütterlein zu Haus. - Frontheil, hurra! Die Straße dröhnt (Alexander 
Lübcke, Hannover). - Ihr Sturmsoldaten jung und alt. - zur Melodie 
"Stimmt an mit hellem, hohem Klang" (Methfessel): J ungstahlhelm ward 
in tiefster Nacht der deutschen Schmach geboren. - Kam'rad, reich mir die 
Hände. - Büchsenschütz: Märkische Heide. - Mein Regiment, mein 
Heimatland. - Gansser: Noch ist die Freiheit nicht verloren. - (Das Lied der 
schwarzen Fahne) Schwarz ist die Sorge. - Setzt zusammen die Gewehre. 
- zur Melodie "Im Wald, dort wo die Drossel singt": Sprung auf, marsch, 
marsch! - E. Schönstedt: Wir fahren die Zukunft des deutschen Land's. - 
zur Melodie "Auf, auf zum Kampf": Wir lassen von der Welt den Willen uns 
nicht fesseln (H. Staedler). - W. Jahn: Wir traben in die Weite. - Wir 
wanken und wir weichen nicht, die Herzen schlagen gleich. - Wohlan, 
Kameraden, stimmt mit hellem Schalle. - Wo sind die J ugendjahr 
geblieben. 


Die lippeschen Schützen = Zu siebzig da zogen 
Die Lore am Tore = Von allen den Mädchen so blink 
Die Maulbronner Fuge = All voll, keiner leer, Wein her! 


Die MGK: Und ziehen wir durchs Städtchen (T. Heydemarck), zu 
einer Landsknechtsweise. 

MGK = Maschinengewehr-Kompanie. 
In: 
Soldatenlieder (1934); Die Wehrmacht singt (1939); Soldatenlieder von 
Front und Heimat (1940); Alte und neue Soldatenlieder (1940). 


D 1229 





Die Mühle, die braucht Wind. Handwerkslied. 
In: 
Klingend Erbe (1941). 


Die Mühle im Schwarzwald = Es steht eine Mühle im 
Schwarzwälder Tal 


Die Musici = Himmel und Erde müssen vergehn 


Die Musik. Illustrierte Monatsschrift. Ab 1/1V/34 amtliches 
Mitteilungsblatt der RJF, Abt. Schulung, ab Oktober 1937 Amtl. Organ des 
Amtes Kunstpflege beim Beauftragten des Führers für die gesamte 
geistige und weltanschauliche Erziehung und Schulung der NSDAP. Jg. 
XXVI/1, Oktober 1933. Auflage (Stand 1934): 3300. Schriftleiter: 
Johannes Günther (ab XXV/11, August 1933), F. W. Herzog (ab XXVI1/10, 
Juli 1934), H. Gerigk (ab XXIX/1, Oktober 1936) [Max Hesse, Berlin]. 
April 1934, Erste Selbstdarstellung: 

"Alle Gebiete, die das schöpferische, kulturpolitisch-musikalische 
Wollen der Hitler-) ugend betreffen, werden ihren Niederschlag in unserer 
Zeitschrift finden. Wir werden hierbei von dem Gedanken geleitet, einmal 
die in unserem Sinne wertvolle deutsche Künstlerschaft für die Ziele der 
HJ zu gewinnen, zum andern diese Künstlerschaft mit dem revolutionären 
Geist der kommenden Generation vertraut zu machen. Die Urkraft 
deutschen Wesens liegt in der HJ verankert. Sie ist die Quelle des nie 
versiegenden Stromes deutscher Art, deutschen Denkens und Fühlens. Mit 
dem Schwung der Jugend, der revolutionären Stoßkraft ihrer Ideale ist die 
HJ der kommende Träger des deutschen Reiches. Sie ist bestimmt und 
verpflichtet, auch auf dem Gebiete der Musik die Fahne voran zu tragen 
und die hohen Ziele des Führers zu verwirklichen" (Herausgeber 
Obergebietsführer Willi Körber und Hauptschriftleiter Johannes Günther: 
An unsere Leser. "Die Musik" XXVI/7, April 1934. S. 481). 


Die Musik-Kameradschaft siehe: Otto Sommer 
Die Musikanten = Sind wir nicht die Musikanten 
Die Musik kommt! II (1935) siehe: G. Gnauck 


Die Musik kommt! IIl (1936) siehe: G. Gnauck 


D 1230 





Die Musikpflege. Monatsschrift des Reichsverbandes der 
gemischten Chöre Deutschlands e. V., Fachverband in der RMK. In 
Verbindung mit der Musik-Abt. des Zentralinstituts für Erziehung und 
Unterricht und der Interessengemeinschaft für das deutsche 
Chorgesangwesen hgb von E. Preußner. Jg. IV/1, April 1933, bis Jg. XIV, 
1943/44. Schriftleiter: E. Preußner [K&S]. 

Juni 1933, Bekenntnis: 

"(...) Der Erziehung und der Musikpflege sind heute dank der 
einheitlichen nationalen Regierung neue große Aufgaben gestellt. Für die 
Musik erwarten wir alles Heil von der neuen Volksbewegung. Schriftleiter 
und Verlag bekennen sich zu dem neuen Aufbauprogramm der nationalen 
Revolution (...)" ("Die Musikpflege" IV/3, Juni 1933. S. 5). 


Die Musik-Woche. Fachzeitschrift für Orchester-Musiker, Musik- 
Erzieher und Unterhaltungs-Musiker. Nachfolgetitel der "Musik im 
Zeitbewußtsein" seit Jg. 111/36 vom 7/1X/35; erscheint wöchentlich. Jg. 
XII, 1944. Hauptschriftleiter: Alfred Burgartz, später E. Krienitz [PB]. 

Bis Jg. V paginiert nach einzelnen Nummern, dann jahrgangweise. 


Die Mutter = Ick hebbe se nich op de Scholen gebracht 


Die Müttersingstunde (Anthologie) siehe: Margarete Sell 


Die Nacht, die ist so trübe, scheint weder Mond noch Stern. 
Kitschlied, aufgez. von J. Koepp. Titel: Die Harfenjule. 
In: 
Der Kilometerstein (?1937). 


Die Nacht ist des Freien Freund, wenn die Flamme loht. Trutzlied, 
onA. 
In: 
Folget der Fahne und dem Führer (1934). 


Die Nacht spannt ihren Schleier über Tal und Hügel aus. Älteres 
Soldatenlied, Melodie und Text nach dem Gesang der Truppe aufgez. Aus: 
Johann Lewalter, "Reichswacht". 

In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933); Kriegslieder des deutschen Volkes 
(1939); Liederbuch der Luftwaffe (1939, 1940). 


Die Nachtpatrouille = Schönster Schatz, mußt mir erlauben 


D 1281 





Die Näherin = Auf, dreh' dich, mein Rädchen 


Die Nebelbraut = Dort im Westen, in der Ferne 


Diener, Gustav 

Ziebigk bei Dessau, 25. April 1891 - ? 
Sohn eines Opernsängers; Orchestermusiker, Geiger und Konzertmeister, 
auch Komponist, zunächst ab 1925 Konzertmeister und stellv. 
Kapellmeister am Stadttheater Nordhausen, dann - Stand 1932 - in Berlin, 
1938/39 am Stadttheater Guben, 1940 im Niedersachsen-Orchester 
Hannover, 1942 in Greiz. 
Werke: u. a. "Juanita", Ballett (Guben, 15/111/39). 


NSDAP seit 1/X1/32, Nr. 1.364.042. 

Information: DML. Standesbeamter Koska, Dessau (4/IX/97), 
verweigerte die Angabe des Todesdatums mit Berufung auf das 
verfälschte PStG 8 61, also gesetzwidrig, Damit raubte er dem Künstler 
das postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog 
den Lexikographen um sein Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. 
Das Einwohnermeldeamt Greiz ignorierte eine Anfrage vom 6/VIII/98 - 
gegen Verwaltungsrecht. Mit Schreiben vom 29/VI/99 an das Institut für 
MW der Universität Kiel ließ das Standesamt Dessau wissen, dem 
Geburtseintrag sei kein Todesvermerk beigeschrieben. 


Diener, Hermann 
Rostock, 25. Januar 1897 - Berlin, 27. Januar 1955 (an Unfallfolgen). 

Musikpädagoge und Orchestermusiker in Heidelberg, Schüler von Adolf 
Busch und Bram Eldering, 1924 Gründer eines Collegium Musicum, seit 
1928 in Berlin-Zehlendorf Leiter des Collegium Musicum und Lehrer für 
Violine und Orchesterschulung an der Akademie für Kirchen- und 
Schulmusik, 1934 in Berlin an der Hochschule für Musikerziehung Violin- 
Professor. Er arbeitete am Liederbuch der Kriegsmarine 1 (1940) mit und 
war vom RMVP zur Wehrmachtbetreuung eingesetzt und daher uk-gestellt. 
Am 6/X11/44 meldete er sich freiwillig zum Volkssturm. 

Nach 1945 weiterhin in Berlin. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. Im Rechnungsjahr 1938 subventionierte die 
Auslandsstelle der RMK Gastspiele Dieners und seines Ensembles aus 
Mitteln des RMVP mit 6.000 RM. 

1. November 1935, Erfurt: 

"Die Erfurter Musiktage werden von zahlreichen größeren 
Veranstaltungen und Darbietungen ausgefüllt werden. Hier soll die 
Öffentlichkeit davon Kenntnis erhalten, welche Form und welchen Inhalt 
die junge Musikarbeit besitzt, mit welchen Aufgabengebieten der Musik 
sich die Hitlerjugend beschäftigt. In der Reihe dieser Veranstaltungen 


D 1232 





findet am Freitag, dem 1. November, 20 Uhr, im Festsaal der Regierung 
ein Konzert >Die Kunst der Fuge< von Johann Sebastian Bach statt, Es 
spielt Professor Diener mit seinem >Collegium musicum<" (Otto Zander: 
Schulung des musikalischen Nachwuchses. Zum Erfurter 
Musikschulungslager des Kulturamtes der RJF. "Musik und Volk" 11/6, 
August-September 1935. S. 243). 

8. Juli 1936, Heidelberg: 

Mit seinem Collegium musicum spielt Diener beim Kulturpolit. 
Arbeitslager der RJF in Heidelberg im Königssaal des Schlosses "Das 
musikalische Opfer" von Bach (gleichzeitig RSdg als "Stunde der jungen 
Nation"). 

25. Oktober 1936: 

Die "Braunschweiger Tageszeitung" Nr. 150, Sonntagsbeilage, bringt 
zum 3. Reichsmusikschulungslager den Artikel "Hermann Diener, Führer zu 
Bach"; Autor mutmaßlich Wolfgang Stumme. 

Zitat: 

"Professor Hermann Diener, dessen Name nicht genannt werden 
kann, ohne sein collegium instrumentale zu erwähnen, ist zwar nicht ein 
ausgesprochener Musiker der Hitler-J) ugend, d. h. er steht nicht 
organisatorisch in ihren Reihen, ist aber seit Anfang 1935 mit der 
Musikarbeit und der Musikerziehung der Hitler-Jugend auf das engste 
verbunden. Die Hitler-) ugend hat ihn schon längst in den Kreis ihrer 
Gemeinschaft aufgenommen, weil dieser Mann innerlich zu ihr gehört, und 
weil er ihr ein Wegweiser und Vorbild auf dem Gebiete der Musik 
geworden ist. Es bleibt sein Verdienst, die nationalsozialistische J ugend 
mit dem großen Bach, ja sogar mit dessen letzten und höchsten Werken 
vertraut zu machen. 

(...) Die Hitler-Jugend hatte in Hermann Diener einen Mann ihrer 
Haltung und ihrem Vorbild entsprechend gefunden. Professor Diener selbst 
aber gewann die Erkenntnis, daß die Hitler-) ugend die unbedingte Trägerin 
einer neuen Kulturarbeit werden müsse, und daß die Art und Weise, wie in 
ihren Reihen die Musikarbeit angefaßt wird, der richtige Weg zur 
Musikerziehung des ganzen Volkes sei. Er stimmt der Hitler-) ugend in ihrer 
Musikerziehung ganz besonders darin zu, daß sie nicht einer 
konventionellen Ueberlieferung getreu mit Bach und Beethoven beginnt 
und eben nur der Mode halber diese Meister verehrt, sondern daß sie ihre 
Musikarbeit organisch aufbaut, indem sie beim einstimmigen Lied anfängt 
und nach und nach zu größeren Kompositionen selbst übergeht und auch 
vorstößt". 

31. Oktober 1936, Braunschweig: 

Mit seinem Collegium musicum spielt Diener auf Burg 
Dankwarderode beim 3. Reichsmusikschulungslager der HJ in 
Braunschweig als Einstimmung in die Rede von Reichsleiter Rosenberg 
mehrere Fugen aus Bachs "Kunst der Fuge". 

Jedes Gelingen ein Dankesgruß ("Weimar. Bekenntnis und Tat. 
Kulturpolitisches Arbeitslager der Reichsjugendführung 1938". Berlin, 
1938). 


D 1233 





Zitat: 

"Ich will Ihnen dankbar zum Geleit so viel musizieren, wie Sie 
wünschen. Desto mehr Sie dabei heraushören, daß der Geist von den 
Lagern in Erfurt, Heidelberg, Braunschweig und Weimar nicht an uns 
vorübergegangen ist, desto glücklicher werden Sie uns finden. Denn 
gerade in Weimar ist mir klar geworden, wo die dringlichsten Aufgaben 
der Mitarbeit beginnen: Inder eigenen Arbeit, und sei sie noch so 
scheinbar unbedeutend. Der Kulturwille der HJ. muß sich klar und 
zwingend darin spiegeln. Betrachten Sie jedes Gelingen in unserem 
Musizierbemühen als einen Dankesgruß" (S. 104). 

Februar 1939, Leipzig: 

Mit seinem Collegium musicum nimmt Diener in Leipzig am 
Reichsmusikschulungslager bzw. den Reichsmusiktagen der HJ teil und 
bietet hier Bachs "Kunst der Fuge" und "Das musikalische Opfer". 
November 1942, Hausmusik: 

"Das Hauptkulturamt in der Reichspropagandaleitung der NSDAP 
veranstaltete zum Tag der deutschen Hausmusik im Theatersaal des 
Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda eine 
Gemeinschaftsstunde, in der Hermann Diener und sein Collegium 
musicum klangschön Bach, Telemann, Pachelbel, Vierdank und Mozart 
spielte" (Friedrich Baser, Berlin, in: "Die Musik" XXXV/3, Dezember 1942. 
S. 90). 

Information: FA, RML, SML. 


Die neue Schwarzwaldmühle = Im Schwarzwald ein Mädel 


Die Neujahrsglocken klingen herüber durch die Nacht (T: F. 
Jöde). "Allsang aufs neue Jahr", zu einer alten Melodie der 
Brüdergemeinde. 

In: 
Die Singstunde 109 (1937). 


Die Pferd han rota Riema und die Reiter silberna Sporn. Lied beim 
Abholen der Braut aus dem Elternhaus, Kuhländchen. Aus einer 
handschriftl. Liedsammlung von 1819, 1835 von R. Kiesewetter aufgez. 
In: 

Unser das Land (1937); Lieder unseres Volkes (1943). 


Die Pflichtlieder des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen. 
Vorwort von K. Münch. Nachwort von A. Rosenthal-Heinzel. Klavier- 
Ausgabe (1937) [V]. 


D 1234 





Diepold, Kaspar 
Vohburg/ Donau, 8. Juni 1868 - Vohburg/ Donau, 19. Dezember 1951. 
Zitherlehrer in Oberdünzing/ Oberbayern. 
Nach 1945 zuletzt in Vohburg i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Mein Vaterland verlaß ich nicht. Marschlied, 0onA, im Juli 1933 dem 
RMVP eingereicht (Quelle: BA R 55/ 1160). 


Die Prinzessin im Schloß = Ringrang, falladi 


Die Rache wird kommen, wir sagen es frei! Wir sind keine 
J udenknechte! (T: onA), zur Melodie "Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd" 
(Zahn). 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 
"Zum Teufel! Franzosen und Judenbrut! (...) 


Dann führt uns ein Herzog aus reinem Geblüt 
mit germanischem Denken und Handeln, 
der das Volkstum schützt 
und durch J udenpest 
nicht das Deutsche Reich läßt verschandeln" . 
In: 
Durch Kampf zum Sieg! (71926; nur T). 


Die rechte Sonn' = Die Sonn hoch an dem Himmel steht 


Die Reichsarbeiter, so heißen wir (T: Hans Freundorfer). NS- 
Arbeitsdienstlied, zur Melodie "Wohlauf, Kameraden" (Zahn). Titel: 
Reichsarbeiterlied. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Drum frisch, Kameraden, 

die Schaufel zur Hand, 

nehmt auf den Pickel und Spaten! 

Wir ziehn zur Arbeit fürs Vaterland, 

frisch auf zu neuen Taten. 

Wir setzen unser Bestes ein, 

Adolf Hitler soll unser Vorbild sein!" 
In: 
Arbeitsdienst-Liederbuch (1934; als Texter ist Hans Frauendorfer 
genannt). 


D 1235 





Die Reise nach Jütland, die fällt uns so schwer. Abschiedslied, 
1849; Matrosen- und Soldatenlied aus Mannheim zur Zeit des schleswig- 
holsteinischen Krieges, mehrere Fassungen, zuerst in J. Lewalter: 
"Deutsche Volkslieder", u. a. auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 
In: 

Lager-Lieder (1933); Singendes Volk 5 (1933; "Von Mannheimer Soldaten 
1849 auf der Rheinfahrt gesungen"); Liederbuch der SA-Marine (1934); 
Soldatenlieder (1934); Deutsches Marine-Liederbuch (1935); Deutsche 
Volkslieder 2 (1935); Volksliedsingen im Schulfunk 5 (28. Mai 1936); Die 
Singstunde 93 (1936); Und wenn wir marschieren (31937); Lied über 
Deutschland (1937, >1941); Singkamerad, Anhang Mainfranken (1937); 
Auf großer Fahrt (1938); RJF, Liederblatt der HJ) 40 (1933); Liederbuch 
der SA (291938); Volksliedsingen im Schulfunk 4 (Mai 1940); 
Soldatenliederbuch (41940; "von Mannheimer Soldaten auf der Rheinfahrt 
1849 gesungen"); Lied über Deutschland 3 (1940); RJF, Unser Liederbuch 
(61941); Deutsche Musik A, B (1941); Liederbuch der Kriegsmarine 3 
(1941); Das neue Soldaten-Liederbuch 3 (1941). 


Die Reserve der SA = Wir wanken und wir weichen 


Diering 


Auf der Wacht. Lied mit Trompetensolo, auch "militärisches Tonstück" 
(Fantasiestück) für Blasmusik (u. a. Orag, 27/111/33, von Schallplatte; RS 
München, 24/V/35, Kl. Unterhaltungs-FunkOrch, Dgt. Erich Kloss, 
Trompete: Max Wittig; RS Frankfurt, 7/V/38, 14/X1/38). 

Freiheit, Ehre und Vaterland. Marsch (RS Hamburg, 29/1V/38) 

Stark das Heer - scharf die Wehr. Marsch (RS Hamburg, 7/X/38; RS 
Frankfurt, 7/1/39). 


Diernhammer, Hans 
München, 5. Januar 1899 - München, 16. April 1952. 
Filmkomponist und Kapellmeister in München. 
Nach 1945 weiterhin in München. 


NSDAP seit 1/1/40, Nr. 7.369.876, auf Antrag vom 21/X/39. 
Musik zum Bavaria-Film In sicherer Hut (1935). 
Musik zum Bavaria-Film Peterle, Münchner Volksstück um einen 
Bierkutscher und sein Pflegekind (UA: 27/VIIl/43; Prädikat: Volkstümlich 
wertvoll). 
Musik zum Bavaria-Film Die große Deutsche Kunstausstellung in 
München 1943 (1943). 

Information: Fehlt im DMK 1942. 


a 1236 





Die Rosen = Es blühen alle Rosen 


Die Rosen blühen im Tale, Soldaten ziehen ins Feld. Moritat, 18. 
Jh, zuerst vom Elsaß aus bekanntgeworden. Eine Aufzeichnung - "Es 
stehen drei Sterne am Himmel" - stammt von Goethe. Auch in: "Der 
Zupfgeigenhansl" (111915). Titel: Falsche Liebe. 
Textprobe (4. bis 6. Strophe): 
"Und was er aus der Tasche zog? 
Ein Messer, so scharf und so spitz. 
Das stieß er dem Mädchen ins Herze. 
Das Blut ihm entgegenspritzt. 


Und als er es wieder heraußer zog, 
das Messer vom Blute so rot, 

ach Herrgott im siebenten Himmel, 
das Mägdlein war mäuseleintot. 


So geht's, wenn ein Mädel 

zwei Buben lieb hat, 
s'tut wunderselten gut! 
Da haben wirs wieder gesehen, 
was falsche Liebe tut". 

Diese drastische Schilderung eines Mordes aus Eifersucht spiegelt 
die Erfahrung, daß Soldaten oft nicht mehr unterscheiden können und 
hemmungslos anwenden, was ihnen in der Ausbildung eingedrillt worden 
ist. Der Verführer hätte sich wehren können; die Frau vertraute. 

In: 

Soldatenlieder (1934; "Aus Thüringen"); Singen (?1937); Liederbuch der 
Luftwaffe (1939); Soldatenliederbuch (41940); Das neue Soldaten- 
Liederbuch 3 (1941); Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Die Rosen blühten, als ich schied. Schwäbisches Volkslied. Titel: 
Sehnsucht nach der Heimat (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. 
Liederfest des DSB. Satz: R. Arnold). 


Die rote Farbe tragen Flak (T: Oblt. Gröpler). Kriegslied, zur 
Melodie "Argonnerwald". 
Textprobe (3. Strophe): 
"Wenn Bomber durch die Lüfte ziehn, 
sei's an der Front, sei's bei Berlin: 
Die Flaksoldaten tun die Pflicht, 
sie stehen fest und scheu'n den Tod 
auch nicht!" 
In: 
Liederbuch der Luftwaffe (1939) 


D 1237 





Die Salzburger Glöckerl. 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Die Schenke am Moor = Kameraden, wann sehen wir 
uns wieder? 


Die Schlacht ist aus, der Tag zu End, es reichen Freunde sich die 
Hand (T: unbekannt). 
Textprobe (5. Strophe): 
"Wer weiß, ob nicht noch diese Nacht 
die Kugel uns ein Ende macht. 
Man gräbt uns ein im grünen Wald, 
wer weiß wie bald, wer weiß wie bald". 
In: 
Liederbuch der Wehrmacht (1937; nur T). 


Die schöanst Zit. Aus Tirol. Titel: D'Ohmatwoad. 
In: 
Hellau! (1942). 


Die Schönauer Linde = Ich ging an einem Frühmorgen 
durch einen grasgrünen Wald 


Die schöne Operette. 33 schöne und beliebte Operettenlieder für 
Gesang mit Klavier (1944) [Dk]. 
Darin u. a.: 
Nico Dostal: Heimatland, dein gedenk ich immerdar, aus der Operette 
"Monika". 


Die Schusterzunft bleibt immer doch die wichtigste von allen. 
Volksmelodie aus der Gegend von Darmstadt. Titel: Preislied der 
Schuhmacher. 

In: 
Schaffendes Volk (1934). 


Die Schützen kommen da. Kriegslied, onA. 
In: 
Klingend Erbe (1941). 


Die Schützen täglich schanzen - beiläufig bei Sillein (T: 0nA). 
Kriegslied, zur Melodie "Wir Jäger lassen schallen" (Depolo). Titel: Der 


D 1238 





Siegeszug nach Polen. 
Textprobe (4. Strophe): 

"Und weiter, immer weiter - 
durchwaten Dreck und Sand, 
todmüd und dennoch heiter - 
die Leut vom Bayernland. 
Bis Lemberg sich ergeben - 
gab jeder alles her, 
ach viele auch ihr Leben - 
doch keiner seine Ehr. 
So mag den Lorbeer holen 
zum Danke und zum Lohn, 
den Siegeszug durch Polen, 
die Münchner Division". 

In: 

Soldatenliederbuch (41940; nur T). 


Die schwarzbraune Garde, sie steht (T: Winter, Motorsturm 6/M 
10). Sturmlied des Motorsturms 6/M 10, zum Sturmlieder-Wettbewerb der 
SA eingereicht, 
Textprobe (5. Strophe): 
"Die schwarzbraune Garde, die steht, 
und die Hakenkreuzfahne, sie weht. 
Sie schweißt uns fest zusammen 
in Not und in Gefahr, 
daß wir mit lodernd heißen Flammen 
dem edlen Führer bringen dar 
mit ganzer Kraft und ganzem Mut: 
das deutsche Blut". 
In: 


Lieder der Pommerschen SA (?1934). 


Die schwarze Fahne ist über Nacht zum wehenden Mahnmal 
geworden. HJ-Lied, onA. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Zerbrochen der Speerschaft, 
das Tuch zerfetzt, 
dem sterbenden Träger entrissen - 
so rauschte sie weiter, vom Blute genetzt, 
manch einer, der draußen sterbend jetzt, 
sieht, wie wir sein Banner hissen". 
In: 
J ungenlieder (1937). 


D 1239 





Die schwarze Garde = Das Schwert heraus und 
auch Pulver und Blei 


Die See ist schwarz, das kümmert uns nicht. Kriegslied, onA [K]. 
Titel: Kampflied der Seeflieger oder Kampflied der Flieger oder Wir fliegen 
gegen Engeland. 
Textprobe (2. und 3. Strophe, diese mit Refrain): 
"Wir brauchen Raum, 
wir brauchen auch Recht, 
wir wollten nicht Hungerkrieg. 
Ein Arbeiter-, Bauern-, 
Soldatengeschlecht, 
ja, so kämpfen wir für unsern Sieg. 


Unsre Fahn' ist groß; wer starb 
für sein Land, 
den decken wir mit ihr zu. 
Und der tote Kamrad hält noch 
in seiner Hand 
unsre Fahne gegen Engeland. 
Wir fliegen gegen Engeland, 
was blühen die Rosen so rot? 
Wir fliegen gegen Engeland, 
und mit uns fliegt der Tod!". 
In: 
Das Lied der Front 2 (1940); Alte und neue Soldatenlieder (1940); 
Volksliedsingen im Schulfunk 10 (August 1940); Soldatenlieder von Front 
und Heimat (1940); Flieger sind Sieger (31941); "Westfunk" Nr. 8 
(16/11/41, S. 2). 


Die Seeleut' sind alle von gutem Blut, den Mädchen gar sehr 
ergeben. Matrosenlied, onA. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Kraftvoll sind die Matrosen alle; 
sie segeln auch sehr weit und nah' 
und bringt kein Unglück sie zu Falle, 
nach Süd- und Nordamerika". 
In: 
Liederbuch der SA-Marine (1934; nur T). 


Die Seidenschnur = Ne siden Schnor 


Dieser Kuckuck, der mich neckt, tief im Waldgesträuch versteckt 
(T: Friedrich Rückert). Kinderlied. 


D 1240 





In: 
Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934). 


Die sieben Brüder = Besteig dein Roß gar leis 


Die Signale der Wehrmacht, einschl. d. Noten d. Großen 
Zapfenstreiches, d. National-Hymne u. d. Horst-Wessel-Liedes (1934) [V 
"Offene Worte", Berlin]. 


Die Silberlanze (Anthologie) siehe: K. Seidelmann 
Die Singlade (Anthologie) siehe: Markus Koch 
Die Singstunde (Anthologie) siehe: F. Jöde 
Die Sinklarweise = Herr Sinklar her 


Die Soldaten der neuen Zeit! 1933-1934. Sammlung neuester 
nationaler Lieder und Dichtungen mit Notenbeispielen (1934) [Willi 
Trubach, Berlin]. 

Titel ohne Nummer = nur Text. 

Inhalt: 
1. Buder: Wir treten, wir treten mit dröhnendem Schritt. - 2. Buder: Wir 
sind des Werktags Soldaten. - 3. Gutzeit: Und hörst du das eherne 
Klingen. - 4. Hohenberg: Herein, herein in das flammende braune Heer. - 
F. German: Schwarz war die Nacht, kein Stern uns lacht. - 5. Olias: In 
allen deutschen Gauen steht manch tapfrer Soldat. - Olias: Mit festem 
Tritt, mit festem Tritt marschiert die SA ins Städtchen ein. - zur Melodie 
"Ich hab mich ergeben": Die Arbeit soll leben in allen deutschen Gaun! - 
zur Melodie "Üb immer Treu und Redlichkeit": Seid immer treu dem Retter 
aus der Not. - 6. Olias: Dumpf dröhnt die Trommel einsam und schwer. 


Die Soldaten und d'Maderln, die stehn gern beinand. 
Schnadahüpfel, onA. 
In: 
Das neue Soldaten-Liederbuch 3 (1941). 


Die Sonne macht mich singen, dazu die Blümlein bunt (T: H. R. 
Flurschütz), zu einer Melodie aus dem 17. Jh. Aus: Flurschütz, "Das ewige 


D 1241 





Erbe der Deutschen". Titel: Sonnenfreude. 

In: 

Voran in Reih und Glied! (1934); Liederblätter der Deutschen 
Glaubensbewegung 1 (1935). 


Die Sonn erwacht! Mit ihrer Pracht erfüllt sie die Berge, das Tal (T: 
Pius Alexander Wolff, 1782-1828, 1. und 3. Str., und Georg Luz, 2. Str.). 
Wanderlied, zu einer Melodie aus Webers Oper "Preziosa". Aus: 222 
Deutsche Volkslieder [Tr]. 
In: 
Deutsche Lieder für die Jugend (21935); NSLB, Unser Lied 2 (?1935); 
Singkamerad (81937); Stimmt an! II (1939); Deutsche Lieder B (1940). 


Die Sonne sank im Westen (T: onA). Kriegslied. In Hessen- 
Nassau 1880 von Wolfram aufgez. Titel: Soldatentod. 
In: 
Soldatenlieder (1934); Die Wehrmacht singt (1939). 


Die Sonne scheint nicht mehr so schön als wie vorher. Volkslied 
aus der Rheinpfalz, aufgez. 1828. 
In: 
Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934). 


Die Sonn hoch an dem Himmel steht (T: 16. Jh), zur Melodie 
"Lob sei dem allerhöchsten Gott" (Johann Crüger, 1640). Titel: Die rechte 
Sonn'. 
In: 
Wehr und Waffen (1936; Satz J. Crüger). 


Die Sonne steigt hinab, sie geht uns lichtrot fort. Abendlied aus 
Masuren. 
In: 
Der Ring (1935). 


Die Sterne funkeln kalt, und schweigend steht der Wald. 
Kriegslied, onA. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Und bleiben wir vorm Feind, 
dann, Mädel, nicht geweint, 
J ung- Deutschland 
muß bestehen 
und soll nicht untergehen, 


D 1242 





aushalten bis zum Ende, 
das ganze Regiment!" 
In: 
Soldatenliederbuch (41940). 


Die Sterne sind erblichen mit ihrem goldnen Schein (T: H. von 
Fallersleben). Volksmelodie. T mehrfach vertont, u. a. von Schletterer. 
Titel: Morgenlied. 

In: 
Lieder für die Grundschule (1938). 


Die stille Stadt am Rhein = Kehl am Rhein, du stilles Städtchen 


Die Stunde des Worts = O Herre Gott, dein göttlich Wort 


Dies und das (Anthologie) siehe: L. Kletsch 


Die Tante Trin und Tante Lies, die haben beid' nur ein Gebiß. 
Scherzlied. 
In: 


Der Kilometerstein (?1937). 


Die Tiroler sind lustig, die Tiroler sind froh. Kindertanzlied, in 
ganz Deutschland bekannt. 
In: 
Liederbuch für Dt. Frauen und J ungmädchen-Verbände (1934); Die 
Müttersingstunde (1935; onA); Singkamerad (31935, 81937); Lieder für 
die Grundschule (1938). 


Die Tirolerbuam = Wenn miar Tirolerbuam 
Die Torgauer Schlacht = Schwerin, der hat uns kommandiert 
Die toten Soldaten = Still vom Sturm der Kanonaden 


Die treuen Berg steh'n auf der Wacht. Soldatenlied, onA (RS 
Wien, 10/V11/38, Sendereihe "Die Wehrmacht singt. Es lebe die 
Ostmark"). 


D 1243 





Dietrich, Fritz 

Pforzheim, 13. Februar 1905 - Stablak, Ostpreußen, ohne Datum (im 
Fronteinsatz verschollen; Todeserklärung vom AG Kassel, 16/1X/65 - Az. 
10 Il 25/65 D -, zum 31/XI1/45). 
Dr. phil. Heidelberg 1929 (Geschichte des deutschen Orgelchorals im 17. 
Jahrhundert). 1931-34 Assistent am Institut für MW der Universität 
Heidelberg, Habilitation Freiburg i. Br. 1935. Musikhistoriker in Kassel, 
Musikpädagoge und Mitarbeiter des Bärenreiter-Verlages. Dietrich war mit 
einer "Vierteljüdin" verheiratet. Während des Krieges zur Wehrmacht 
einberufen, zuletzt Obergefreiter beim Festungs-MG-Btl. 75 an der 
Ostfront; letzte Nachricht beim DRK-Suchdienst München aus Stablak, 
Ostpreußen, Januar 1945. 
Werke: geistliche Musik, so Choralbearbeitungen, Osterkantate und 
Weihnachtskantate (nach dem Lukas-Evangelium); Männerchorsätze; 
Struwelpeter-Kantate; Märsche; Gedichte. 


So weit gedruckt, erschienen alle genannten Werke von F. Dietrich 
bei Bärenreiter, Kassel. 


1933 
Nimmer wird das Reich zerstöret, wenn ihr einig seid und treu! (T: 
Max von Schenkendorf). Kanon zu 3 Stimmen (RS Breslau, 7/111/37). 
In: 
Lieder für alle 9 (1933); Werkleute singen (1936); Singende Mannschaft 
(1940); Frisch gesungen, Musikbuch A (291941). 
Deutschland, Deutschland über alles. Nationalhymne, Klaviersatz in 
Anlehnung an Haydns Kaiserquartett: F. Dietrich. 
In: 
Kameraden, wir marschieren (1935). 
Die Fahne hoch. Hymne der NSDAP. Für Klavier: F. Dietrich. 
In: 
Kameraden, wir marschieren (1935). 
Der Berner Marsch. Für Klavier: F. Dietrich. 
In: 
Kameraden, wir marschieren (1935). 


1934 
Es geht wohl zu der Sommerzeit. Kriegslied. Für Klavier: F. Dietrich. 
In: 
Kameraden, wir marschieren (1935). 
Wirdel: Reiht euch zu Vieren. NS-Kampflied. Für Klavier: F. Dietrich. 
In: 
Kameraden, wir marschieren (1935). 
Wer jetzig Zeiten leben will. Trutzlied. Für Klavier: F. Dietrich. 
In: 
Kameraden, wir marschieren (1935). 
Es zog ein Regiment vom Ungerland herauf. Soldatenlied. Für 
Klavier: F. Dietrich. 


D 1244 





In: 

Kameraden, wir marschieren (1935). 

Hannabach: Wir fragen nicht nach Rang und Stand. NS-Kampflied. 
Für Klavier: F. Dietrich. 

In: 

Kameraden, wir marschieren (1935). 

Brüder in Zechen und Gruben. SA-Kampflied. Für Klavier: F. Dietrich. 
In: 

Kameraden, wir marschieren (1935). 

Zur Melodie des Kaiserjägerliedes: Es klingt in deutschen Landen. 
RAD-Lied. Für Klavier: F. Dietrich. 

In: 

Kameraden, wir marschieren (1935). 


1935 
Deutsches Frauenliederbuch. Klavierausgabe. Vorwort und alle Sätze 
von F. Dietrich (1935). 
Wer jetzig Zeiten leben will. Trutzlied. Für 3stimmigen FrCh: F. 
Dietrich. 
In: 
Deutsches Frauenliederbuch (1935); DAF, Singendes Volk 2 (September 
1941). 
Der alte Hessenmarsch, 18. Jh. Bearbeitet von F. Dietrich für den 
Gautag der NSDAP Kurhessen 1935 auf Anregung von Prinz Philipp von 
Hessen, Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau. 


1936 
Bläsermarsch (u. a. Kassel, 11/X/36, zu den Kasseler Musiktagen). 
Flamme lodre, Flamme steige. Kanon zu 2 Stimmen. 
In: 
Werkleute singen (1936); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 1-2 
(1937); Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 2 (1937). 
Ein Ochs ging auf die Wiese. Kanon. 
In: 
Werkleute singen (1936). 
Der Müller tut mahlen, das Rädlein geht rum. Kanon zu 3 Stimmen. 
In: 
Werkleute singen (1936); Lieder unseres Volkes (1943). 
Deutsche Märsche. Für 3 gleiche Flöten oder Pfeifen und Trommeln: F. 
Dietrich (1936). 
Der Hohenfriedberger und andere alte Märsche. Für Klavier, 4händig: F. 
Dietrich (1936). 
Die ihr Blut und Leib und Leben. Für Astimmigen MCh: F. Dietrich 
(1936). 
Der Tod von Ypern: Wir schreiten vorwärts (T: A. von Gordon). Für 
A4stimmigen MCh: F. Dietrich (1936). 
Wir ziehen in das Feld. Soldatenlieder. Für 3 gleiche Flöten oder 
Pfeifen: F. Dietrich (1936). 


D 1245 





Wenn alle untreu werden. SS-Treuelied. Für Musikzug: F. Dietrich. 
Wer jetzig Zeiten leben will. Trutzlied. 2stimmig: F. Dietrich. 
In: 
Werkleute singen (1936). 
Zahn: Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd. Reiterlied. 2stimmig: F. 
Dietrich. 
In: 
Werkleute singen (1936). 
Lieder der Deutschen. Sätze mit Vorspiel, für BlasOrch: F. Dietrich 
(1936). 
Heft I. Wach auf, du deutsches Land. - Uns ward das Los gegeben 
(Wilhelmuslied). 
Heft Il. Der Preußen König hat gar viel Soldaten. - Weihelied der 
schwarzen Freischar 1813: Es sei mein Herz und Blut geweiht (T: F. 
Schlegel). 
Frisch auf, ihr Kameraden (T: F. de la Motte Fouque), zu einer 
deutschen Spielart des Wilhelmusliedes. Für MCh: F. Dietrich (1936). 
In: 
Männerweisen 1-2 (1938). 
Es sei mein Herz und Blut geweiht. Für gemCh/ MCh: F. Dietrich 
(1936). 
In: 
Neue Lieder des deutschen Volkes 10 (1936). 
Markt und Straßen sind voll J ubel. Für gemCh: F. Dietrich (1936; RS 
Wien, 8/V11/39, mit Urheberangabe Dietrich). 

Dietrichs Urheberschaft an diesem "Lied der Betriebsgemeinschaft" 
blieb - vielleicht mit Absicht - jahrelang im Dunkeln. 
Der Preußen König. Für Astimmigen MCh mit Trompeten und Pauken: F. 
Dietrich (1936; Berlin, 17/11/38, Chorkonzert der Militärhochschüler, Dgt. 
F. Stein). 


1937 
Blasmusik ("DMMZ" LIX/5, 30/1/37. S. 1-2). 
Das Lied der Betriebsgemeinschaft: 1. Wir wirken Mann für Mann. - 2. 
Markt und Straßen sind voll J ubel (T: Wilhelm Obervosbeck). Für MCh: F. 
Dietrich (1937). 
Maibaumreigen. Ein Liederspiel für 3stimm. Mädchenchor, einstimm. 
Volkschor, 2 Geigen und Baß (1937). 
Nun laßt die Rosse traben (T: Johann Schmidt). Hessisches 
Soldatenlied. Für MCh: F. Dietrich (1937). 
Wir reiten frisch durchs Morgenrot (T: Reinh. Volker). Soldatenlied. 
Für MCh: F. Dietrich (1937). 


1938 
Fliegerhorst. Fliegermarsch (RS Frankfurt, 27/111/38, 15/V/38). 
Wilhelm von Dörnberg. Marsch für gr. Harmoniemusik (RS Frankfurt, 6/ 
VI1/38, aus Kassel). 
Der Titel feiert Wilhelm Kaspar Ferdinand, Freiherr von Dörnberg 


D 1246 





(1768-1850). Hessischer Offizier in wechselnden Diensten, ab 1806 mit 
unterschiedlichem Glück führend am Befreiungskrieg gegen die Franzosen 
beteiligt, 1809 Haupt eines Aufstands gegen das Königreich Westfalen, 
unterlag aber und floh nach Böhmen; hier im Freikorps des Herzogs von 
Braunschweig, 1812 im russischen Heer, 1815 hannov. General, kämpfte 
er bei Quatrebras und Waterloo. 

Wo wir auch weilen, sind wir dir zugewandt. Kanon zu 2 Stimmen. 

In: 

Männerweisen 1-2 (19338). 

Kein Druck so hart, kein Leid so schwer (T: Spruch am Deutschen Haus 
in Temeschburg, Banat). Kanon zu 3 Stimmen. 

In: 

Männerweisen 1-2 (19338). 


1939 

Chor der Schnitterinnen: Sicheln schallen, Ähren fallen unter 
Sichelschall. Aus: "Kleine Erntemusik". 
In: 
Singkamerad, Anhang München (1939); DAF, Singendes Volk 12 (Juli 
1942). 
Rothwester Marsch (Kassel, 25/VI1/39, Veranstaltung vom Arbeitskreis 
für Hausmusik "Wehrhaft Lied und Spiel", MK der FIHKdtr Kassel- 
Rothwesten, Dgt. MM F. Fischer, zugleich RS Frankfurt). 

Der Titel feiert den Luftwaffenstützpunkt Rothwesten bei Kassel. 


1942 
Der J äger längs dem Weiher ging. Volkslied. Astimmig: F. Dietrich. 
In: 
DAF, Singendes Volk 7 (Februar 1942). 
28. Februar 1942: 

Martin Mutschmann, Gauleiter und Reichsstatthalter von Sachsen, 
greift Dietrich wegen eines bei Bärenreiter publizierten religiösen 
Gedichtbandes an und stellt fest, er könne daher "unmöglich weiterhin 
Parteimitglied sein" (Quelle: Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, 
Abteilung 520 KSt IV 822/46. Blatt 139). 

Der Gauleiter war schlecht informiert; die NSDAP schloß auch 
Ehemänner "vierteljüdischer" Frauen aus. 


1943 
Du guter, lieber, alter Freund: Wir haben treulich uns vereint (T: 
Bernhard Martin). Kanon zu 4 Stimmen. 
In: 
Lieder unseres Volkes (1943). 
Information: MM2, RML, MGG, LdCh. Die WASt hat keine Vermißten- 
oder Todesmeldung. 


D 1247 





Dietrich, Hans 


Werke u. a.: "Die Jagd nach dem Glück", Operette (Warmbrunn, 6/VIIl/ 
33). 


Was eingeht in das gute Land. 

In: 

DSB, Singendes Volk 11 (1935). 

Ob wir laufen, ob wir springen, ob die blanken Bälle fliegen, wir 
müssen siegen! (eigener T). Kanon (1937). 

In: 

Unsere Lieder 1 (1937). 


Dietrich, Paul 

Wien, 17. Januar 1888 - ? 
Musikpädagoge und Musikverleger in Berlin SW 29, Gneisenaustr. 69, 
(Stand 1937), Neukölln, Braunauer Str. 37 (Stand 1942), Leiter eines 
Schrammel-Quartetts. Später in Hamburg Oberrealmusiklehrer an der 
Oberschule für Jungen in St. Georg, auch Virtuose des Schifferklaviers. 
Wohnung (1942): Winterhuder Marktplatz 3. 
Werke: Wienerlieder mit Schrammelbesetzung; Harmonikastücke. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Wien-Berlin. Marsch für Schrammelquartett (FSt. Berlin, 20/V1/33). 
Der gleiche Titel, im Original schon bei Schrammel, erscheint bei 

Deimek. 

Jurek: Deutschmeister-Regimentsmarsch. Für Schrammelquartett 

(DtldS, 29/V11/33). 

Gruß an die Ostmark. Marsch (RS Hamburg, 14/V1/38). 
Information: FA. Laut LA Berlin (22/V/01) fehlt Dietrich in der 
lückenhaften Meldekartei 1875-1960. Das Landeseinwohneramt Berlin 

(März 2004) hat keine Nachricht. 


Dietrich, Paul Johann 
Radewell bei Halle/ Saale, 7. Februar 1887 - Mühlhausen, 27. 
November 1941. 
Schriftsteller, Musikpädagoge und Kapellmeister in Mühlhausen/ Th., Stand 
1942: in Treffurt; Privatmusikerzieher (Klavier), Leiter der Stadtkapelle 
und des Männerchors "Germania". 


NSDAP seit 1/111/37, Nr. 3.920.940. Sängerkreisführer 7 Eichsfeld des 
DSB. 
Brüder, reichet euch die Hände, schließt die Reihen fest zusammen (T: 
Arthur Berkun). Marschlied für das neue Deutschland (1934) [Da]. 
Textprobe (4. Strophe mit Refrain): 
"Hell glänzt in der Sonne Licht 


1248 





dort das Ziel, das wir erstreben. 
Tue jeder seine Pflicht, 
unserm Führer treu ergeben. 
Vorwärts den Blick! 
Niemals zurück! 
Ist auch der Weg mal 
hart und steil. 
Eisern der Mut! 
Treudeutsches Blut! 
Heil, Adolf Hitler! Heil! 
Wenn die Trommel erdröhnt 
und das Kampflied erschallt, 
Brüder, dann marschiert 
das Dritte Reich! 
Und ein Jubel ertönt, 
daß gar mächtig es schallt: 
Heil Deutschland! Kein andres 
ist dir gleich!" 
In: 
Wir singen (1934). 


Die Trommel dräut, die Trommel dröhnt, die Pfeifen spielen 
drein (T: onA). Nachempfundenes "Landsknechtslied", zuerst in: 
Liederblätter des Deutschen Pfadfinderbundes, Landesmark Sachsen, 
1925. 

Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 

"Voran, voran die Fahne weist, 

die Fahn' bind' unsre Treu, 

das Felde weiß von Seide gleißt, 

drin dräut von rotem Samt der Leu. 
Voran, voran! 

Wer's wagt, komm an! 
Her herra, her herra, her, her, her, 
wer's wagt, der komm heran. 
Kyrio eleis, Kyrio eleis! 
Herr hilf uns heut und allezeit, 
ihr Knecht nun seid bereit, 
ihr Knecht nun seid bereit!" 
In: 


Die weiße Trommel (21935). 


Die Trommel dröhnt, der Schlachtschrei gellt. Kriegslied, onA. 
In: 
Heijo, der Fahrwind weht (1933). 


D 1249 





Die Trommeln erdröhnen, die Fahnen wehn (T: onA). 
"Volksweise". 
Textprobe (4. und 5. Strophe): 
"Wir kommen, aus drückenden Ketten 
dich, Heimat, wieder zu retten, 
ja dich, ja dich, du deutsches Land, 
ja dich, du deutsches Vaterland. 


Wir wollen kein knechtisches Leben, 
nur Feiglinge furchtsam erbeben. 
Wir sind zu Taten entbrannt 
für dich, du deutsches Vaterland". 
In: 
Unsere Fahne flattert uns voran! (1934); Jungvolk-Lieder (21934; nur T). 


Die Trommeln und die Pfeifen, die haben ein laut Getön (T: H. 
Löns), 0nA, Titel: Der Grenadier. 

Mehrfach vertont, so von H. Dreyling, H. Heeren, W. Hensel, G. 
Heydemarck, P. Stumme. 
In: 
Köhler's Taschen-Liederbuch (1932; nur T); Schlesisches SA-Liederbuch 
(?1933); Heil Hitler! (1933); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF 
(21934); Lieder der Pommerschen SA (?1934); Lieder der SS Pommerns 
(1934); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Soldatenlieder (1934); Lied 
über Deutschland (?1941). 


Die Trommeln und Lieder erschallen. 
In: 
Unsere Fahne flattert uns voran! (1934; "Volksweise, mündlich"). 


Die Trommel ruft. Militanter Topos, häufig in Titel und Texten. 
Vgl. u. a. P. Arenz, H. Baumann, J. Baumhof, A. Rosenthal-Heinzel, F. 
Schmidt-Hagen, A. Seifert, W. Speiser. 


Die Trommel ruft, nun muß ich fort. Soldatenlied. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Die Trommel ruft, Trompete schallt, wir ziehen fort zum Streite 
(T: Karl von Holtei), zur Melodie des Dessauer Marsches. 
In: 
Deutsche Wehr- und Soldatenlieder (1933); Soldatenlieder (1934; 
Variante: "Trompete klingt"). 


D 1250 





Die Trommel schlägt und schmettert, der Hauptmann murrt und 
wettert (T: K. Seidelmann). Soldatenlied, zur Melodie "Sur päte de la fine" 
in "La cuisine en musique" (Paris, 1783) [V]. Titel: Soldat der neuen Zeit. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Die neue Zeit kommt morgen, 
rataplan, don diri don. 
Soldat kennt keine Sorgen, 
rataplan, don diri don. 
Hinter uns vergeht, 
was noch gestern galt. 
Rote Sonne steht 
abends überm Wald, und morgen 
ist neue Zeit". 
In: 
Voran in Reih und Glied! (1934); Lieder der Spur (1934); Die weiße 
Trommel (21935); Lied über Deutschland (1937); SA-Liederbuch (21939). 


Die Trommel schlägt zum Krieg hinaus mit Spießen, Degen, 
Flinten (T: H. v. Fallersleben, 1837), zur Melodie eines Scherzliedes von 
1845. Titel: Schwabenkrieg. 

Der Titel ist ein naiv-humoriges Antikriegslied. 

In: 
Lieder des Volkes (61936). 


Die Trommel, sie dröhnet. Es schmettert das Horn. HJ-Lied, onA. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Trompete, sie schmettert, 
sie rüttelt und packt 
die Herzen, sie schlagen 
in ehernem Takt". 
In: 
J ungenlieder (1937). 


Die Trumm siehe: W. Blachetta 


Die Trummen schlag ich an. "Landsknechtlied", 0nA. 
Vgl. Walter Gättke. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Mit Schwertern und mit Spießen 
rückts Fähnlein in das Feld, 
das rote Blut muß fließen, 
der Herzog zahlt das Geld. 
Der Kaplan und der Feldscher, 
die sind auch gleich zur Stell, 


D 1251 





mit Sermon und mit Salben 
schickt man uns in die Höll. 
Die Trummen, die Trummen 
lerman, lerman, 
ihr Bauern habet acht, 
der Landsknecht rückt heran". 
In: 
Wir wollen singen (1933); Schlesisches SA-Liederbuch (?1933); Schutz- 
und Trutz-Lieder-Buch (1934); Lieder der Pommerschen SA (?1934); 
Lieder der SS Pommerns (1934; nur T). 


Dietz, Georg 

Asch/ Böhmen, 25. März 1895 - ? 
Sohn eines Briefträgers; zunächst in Böhmisch-Leipa, dann in München 
Harfenvirtuose und Kapellmeister, Stand 1932: Wohnsitz in Henfenfeld bei 
Hersbruck, Bayern, und Leiter des Uraufführungsorchesters. Stand 1936: 
Komponist und Selbstverleger in Böhmisch-Leipa. Seit 1/XI1/38 und bis 
17/V1/44 im Grenzlandorchester, bzw. Landesorchester Obererzgebirge in 
Annaberg-Buchholz Soloharfenist. Wohnung (1942): Scheibnerstr. 17. Mit 
Schreiben vom 29/X/43 an den Bürgermeister kündigte er zum Ende der 
Spielzeit und äußerte die Absicht, "als Soldat oder Wachmann seine Pflicht 
zu erfüllen". Zuletzt Feldwebel bei der Wehrmacht - 4. Komp./13. 
Landesschützen-Ersatz- und Ausbildungs-Btl, Würzburg, 1/1V/45 bis 
28/VI11/45 in US-Kriegsgefangenschaft. 
Werke: u. a. Walzer, Ouvertüre, Charakterstücke für Orch, auch 
Sinfonien (Op. 6, 33, 39) und Klavierkonzert Op. 21. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.179.240, auf Antrag vom 4/VI1/37. 
Op. 10. Sonnwendfeier. Ouvertüre für Orch (1938; RS Frankfurt, 
15/111/38) [PB; 1939 SV]. 

Information: DML (Geburtsdatum 26/III), FA. Das Landratsamt 
Annaberg, Urkundenstelle, konnte (30/VI/97) keinen Sterbefall Georg 
Dietz ermitteln; im Archiv des Landratsamts waren keine Meldeunterlagen 
Dietz nachweisbar (19/VIII/97), auch das Stadtarchiv hat keine. Seit 1945 
fehlt jegliche Nachricht. Die WASt Berlin reagierte zunächst mit einer 
Verwaltungsgebührenforderung, setzte diese auf Antrag jedoch aus 
(24/III/99). 


Dietzsch, Lothar 
Unteroffizier der Wehrmacht. 
England und der Bolschewik: Heute muß ich weiterziehn (eigener T). 
Kriegslied. 


Textprobe (2. Strophe): 
"Wenn der Welten Kriegsgeschrei 


D 1252 





einmal enden soll, 
müssen wir zur Waffe stehn, 
Mädel, lebe wohl. 
England und der Bolschewik 
müssen erst geschlagen sein, 
aber wenn ich wiederkehr, 
bin ich immer dein". 

In: 

Landser-Lieder (1942). 


Die unsterblichen Hunde = Ein Hund lief in die Küche 


Die Unterhaltungsmusik, hervorgegangen aus "Der Artist". 
Fachblatt für Gaststättenmusik und alle mit ihr in Zusammenhang 
stehenden Gebiete. Erscheint wöchentlich. Jg. LV/ 1937. Schriftleiter A. 
von Gizycki-Arkadjew [Ed. Lintz, Düsseldorf]. 

7. September 1939, Bekenntnis: 

"(...) Der Führer hat sein Volk aufgerufen. Es schart sich um ihn, um 
in der Anspannung all seiner Kräfte nun auch im Kampfe um seine 
Existenz unter Beweis zu stellen, daß es getreu seiner geschichtlichen 
Berufung bereit ist, die Kette unabreißbarer größter Leistungen auf allen 
Gebieten im letzten Gliede durch den siegreichen Kampf um die Freiheit 
von Blut und Boden zu schließen. Noch nie hat das deutsche Volk derart 
geschlossen, in derart unerschütterlichem Glauben dagestanden als wie in 
diesen Zeiten, da sein Führer, sein erster Soldat Adolf Hitler, es zum Appell 
des Glaubens an Deutschlands unbesiegbare Macht, zum Opfermut, zu 
eiserner Disziplin des Denkens und Handelns aufrief. Es ist mehr als die 
klardenkende Vernunft, die einem sagt, daß eine Gefahr nur mit der 
geballten Kraft, mit dem geeinten Willen des ganzen Volkes dem Führer 
die Möglichkeit gibt, dem Vernichtungswillen unserer Feinde erfolgreich 
entgegenzutreten. 

(...) So ist heute ganz Deutschland von einem heiligen Feuer erfüllt, 
das die Herzen aller erglühen läßt, das in seiner Reinheit und seiner Kraft 
emporlodert zu dem einen Manne, dem das Geschick die größten 
Aufgaben, die je ein Deutscher zu erfüllen hatte, auferlegte. Und er wird 
sie meistern. In tiefer Liebe, in unwandelbarer Treue steht das geeinte 
deutsche Volk hinter ihm, und noch nie ist das geeinte deutsche Volk 
besiegt worden, wenn es einig und geschlossen war. Führer, befiehl, wir 
folgen Dir!" 

(Ein einig Volk. "Die Unterhaltungsmusik" LVII/2803, 7/1X/39. S. 1291. 
Fehler im Original). 

Dieser nicht namentlich gezeichnete Leitartikel, der mit Musik gar 
nichts zu tun hat, verrät in seiner Fülle hohler Phrasen und Wortklischees 
die Hand des Hauptschriftleiters. 


D 1253 





Die Vöglein in dem Walde, die drehn sich nach dem Wind. 
Scherzlied aus Hohenlohe. Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 
In: 
Lager-Lieder (1933); Singende Mannschaft (1940); Liederblätter der NSG 
"Kraft durch Freude" 39-42 (1942). 


Die Volksmusik. Hgb. von der Fachschaft Volksmusik in der RMK. 
Hgb.: G. Mantze; Hauptschriftleiter: Dr. Kurt Zimmerreimer. Jg. I/1-2, 
Januar-Februar 1936, Jg. Il/1, Januar 1937. Zusammenlegung von 
"Zeitschrift deutscher Liebhaber-Orchester", "Mandolinenorchester", 
"Mundharmonika" und "Südwestdeutsche Volksmusik-Zeitung" [Junker & 
Dünnhaupt, Berlin]. 

Später hgb. vom Reichsverband für Volksmusik in der RMK im 
Einvernehmen mit dem Hauptkulturamt in der RPL der NSDAP unter 
Mitarbeit des Schulungsamtes der DAF. Mehrere Ausgaben. Neuer 
Schriftleiter: F. J. Ewens. Jg. VII/I, Januar 1942 [K]. 


Die von den Motorstürmen = Schwer ist der Dienst 
der Infantrie 


Die Wache ruft = Auf der Back ist alles wohl 


Die Wacht am Rhein siehe: Karl Wilhelm 


Die Wacht am Rhein. Marsch. 
In: 
Deutsche Soldaten-Liedermärsche 1 (1933). 


Die Wacht unterm Hakenkreuz = Es hallt ein Ruf durchs 
deutsche Land 


Die Waffenfarbe der Jäger am Rock, im Herzen die Treue und 
Ehre. Kriegslied, zur Melodie des alten Soldatenmarsches "Wir sind die 
Garde". 
Textprobe (3. und 4. Strophe): 
"Wir folgen der stolzesten Fahne der Welt, 
um die sich Millionen geschlagen. 
Die Fahne muß stehn, wenn der Träger 
auch fällt, 
der nächste wird vorwärts sie tragen. 


Und ruft uns zum Kampfe das Vaterland, 
dann gibt es kein Zaudern und Zagen. 


D 1254 





Kam'raden, nehmt das Gewehr zur Hand, 
den Feind aus dem Land zu schlagen". 
Der Texter unterschlägt, daß im Reich kein Feind stand, sondern 
Eroberung jenseits der Grenzen stattfand. 
In: 
Soldatenliederbuch (41940). 


Die waldumsäumten Berge ragen zum Himmel hoch und hehr 
empor (T: onA). Vaterländisches Lied, zur Melodie "Auf, deutsche Brüder" 
(Clemens Schreiber). Titel: Zum Ziel. 

Textprobe (1. Strophe): 
a) 
Was wollen sie dem Volke sagen 
in der geschlossnen Einheit Chor? 
Ihr Volksgenosen deutscher Zunge, 
vereinigt euch zu großer Macht 
und überholt die Zeit im Sprunge, 
bis euch ein heller Morgen lacht". 
In: 
HM-Liederbuch (1933/34). 


Die Wallfahrt = Ein alts Weib gewesn 


Die Wanderschaft ist schöner noch als sitzen bleiben still zu 
Haus. Wanderlied, onA. 
In: 
Heijo, der Fahrwind weht (1933); Niederdeutschland (1936). 


Die Wehrmacht singt (Anthologie) siehe: G. Pallmann 
Die Weihenacht ist kommen (Anthologie) siehe: Hans Fischer 


Die Weihenacht ist kommen, es schimmert weiß das Land (T: 
Erich Limpach). Jullied, zur Melodie "Es ist ein Ros entsprungen", Titel: 
Deutsche Weihnacht. 
In: 
Lieder der Deutschen (1932). 


Die Weihnacht vom Himmelsbogen, da funkeln die Felder so licht 
(T: H. Baumann). Weihnachtslied, neuheidnisch, zu einer Hirtenmelodie 
aus Oberösterreich. Titel: Hirtenweise. 


D 


1255 





Vgl. H. Kohlheim. 


In: 


Volksliedsingen im Schulfunk 19/20 (Dezember 1939), 19 (Dezember 
1940); Das Kindelwiegen (1943); Weihnacht macht die Türen weit 


(1944).. 


Die weißen Dragoner = Wir sitzen 


Die weiße Trommel (Anthologie) siehe 


Die weite Welt bin ich durchzogen. Marsch. 


In: 


Deutsche Soldaten-Liedermärsche 1 (1933). 


Die Weltesche zittert, der Wolf wird frei, der Ase, er fällt. 
Altisländisches Volkslied. 
Textprobe (2. bis 4. Strophe): 


In: 


"Es streiten die Riesen, es stürzet der Fels, 
die Sonne wird schwarz, es versinkt die Erde. 
Es fallen vom Himmel die hellen Sterne, 

die heiße Lohe bedeckt den Himmel. 


Aufsteiget die Erde aus wogender Flut, 
dem Acker erwächst ohne Saat die Ähre. 
Die Asen, sie kommen nach Idafeld; 

das Böse schwindet, es erscheinet Baldur. 


Einen Saal seh ich stehen in sonnmigem Glanz, 
mit Golde gedeckt glänzt hell die Halle. 

Dort werden sie wohnen die wackeren Helden, 
ein Glück zu genießen, das nie vergeht". 


Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934). 


zu Pferde 


: W. Cleff 


Die Welt gehört den Führenden (T: Herybert Menzel). Marschlied. 
Titel: Das neue Sturmlied. 
Mehrfach vertont, so von EE. E. Buder, R. Heyden, F. W. Karl, H. 
Menzel, H. W. Schmidt, G. Schwarz, O. Siegl. 


Die Werft-Division = Wir stehen nicht auf erstem 


Posten 


D 1256 





Die wir uns allhier beisammen finden, schlagen unsre Hände ein 
(T. Christian Renatus Graf von Zinzendorf, 1727-1752). Kirchenchoral, zur 
Melodie "Herr und Altster deiner Kreuzgemeine", Herrnhut, um 1740. 
In: 
Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940). 


Die Wolken = \Wenn dicht auf der Erde Wolken treiben 


Die Wolken ziehn, ein frischer Wind lockt in die Luft zu steigen (T: 
Fahlpahl, Flieger-Ortsgruppe Labes). Fliederlied zur Melodie "Wohlauf, die 
Luft geht frisch und rein" (V. E. Becker). 

Textprobe (4. Strophe): 

"Fest angeschnallt, gut aufgepaßt, 
die Kiste klar zum Starten! 

Den Steuerknüppel angefaßt, 
nicht länger gilt's zu warten! 

Wir wollen werden wieder frei, 
drum muß die Jugend fliegen. 
Glück ab der deutschen Fliegerei! 
Der Lüfte Sport muß siegen!" 

In Texten wie diesem ist der künftige Luftkrieg schon mitgedacht. 
In: 

Flieger-Lieder, Flieger-Landesgruppe II (1934; nur T). 


Die Zeit ist ernst, die Not ist groß (T: aus dem Tholey-Lager im 
Saargebiet). Lied für den FAD, zur Melodie "Wohlauf, die Luft geht frisch 
und rein" (Becker). 

Textprobe (3. und 4. Strophe): 

"Im Herzen führt uns deutscher Fleiß 
und deutsche Schaffensfreude. 

Das täglich' Brot aus fremder Hand 
war uns schon lang' zuleide. 


Und immer bleib uns froher Mut 
und Lebensfreud' und Hoffen, 
wenn uns im Kampf auch noch so sehr 
das Schicksal hat betroffen". 
In: 
Das Lied des Arbeitsdienstes (1933; nur T). 


Die Zeit ist jetzt fährlich, o ewiger Gott, hilf uns offenbarlich. 
Protestantisches Bittlied. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Sie spannen ihr Bogen, 


D 1952 





stellen ihr Geschoß, 
haben uns umzogen, 
wehren uns die Straß, 
an der man geradezu 
geht in Deine Ruh". 
In: 
Christliche Kampflieder der Deutschen (1933). 


Die Zeit ist reif, es dreht das Sonnenrad zu neuem Lauf auf altem 
Schicksalspfad (T: W. Kurka). Sonnenwendlied, zur Melodie eines alten 
Johannisliedes aus Gottschee, zuerst im Lothringer Liederbuch. Dann in: 
Benoit, "Aus allen Gauen". 

Vgl. W. Kurka. 

Textprobe (3. und 4. Strophe): 

"Nun braust der Sonne ewger Sternengang 
die Kraft der Erde neu als Widerklang 
im Urgesetz der Sonnenwend. 


Im gleichen Strom des Blutes schließt den Ring: 

neu komm uns Kraft, daß unser Weg 

gelingt im J ahreskreis der Sonnenwend!" 
In: 
Uns geht die Sonne nicht unter (1934; "alte Weise aus Lothringen", 
Textausgabe 1941); Das Sonnenrad (1934; "Böhmische Weise"); Die 
weiße Trommel (21935); RJF, Liederblatt der HJ) 10 (1935); Der Ring 
(1935); Glück ab, Kameraden! (1935; "Weise alt, aus Böhmen, Dichtung 
unbekannten Ursprungs"); Lieder für die Landjugend 1 (1936); RJF, Eine 
Flamme ward gegeben (1936); Lieder für Schulfeiern 7 (1936; "Aus 
neuerer Zeit"); Werkleute singen (1936); Unser das Land (1937); Lied 
über Deutschland (1937, >1941); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Wir 
Mädel singen (21940). 


Die Ziege lief den Berg hinauf und wackelt mit dem Bärtchen. 
Aus dem Ruhrgebiet (beim Reiten auf dem Knie) Titel: Reiterliedchen. 
In: 
Die Müttersingstunde (1935; onA); Lieder der Frauenschaft 2 (1938; 
Variante: "mit dem Schwänzchen"). 


Die zwei Königskinder =Wohl zwischen zwei Bergen 


Die zwidern Weiber = Mein Haus steht weit drinnen 


D 1258 





Dimpel, Georg 
Langenzenn, 29. Juli 1911 - Naila, 7. März 1965. 
Musiker in Langenzenn/ Mittelfranken. 
Nach 1945 zuletzt in Naila. 


NSDAP seit 1/111/32, Nr. 1.001.100. 
Ein Führerwort. Marsch (RS München, 25/X11/35). 


Dinklage, Max (Christian Ludwig) 

Hamburg-Eimsbüttel, 17. Juni 1898 - Bad Pyrmont, 23. J uni 1977. 
Sohn eines Geschäftsmanns und Geschäftsträgers der Republik Liberia, 
Schriftsetzer von Beruf, mit abgebrochenem Jurastudium, einige Zeit 
Kaufmann und Berichterstatter in Westafrika, dann Komponist und 
Schriftsteller in Berlin, 1934-36 Mitarbeiter der "Deutschen 
Kolonialzeitung". 

Laut Urteil der RMK-Landesleitung Berlin vom 4/111/41 "kein 
wirklicher Komponist, sondern ein sogenannter Pfeifkomponist, der nur 
Melodien erfindet und das übrige seinen Bearbeitern überläßt". Er war seit 
2/XI1/40 bis 1941 bei der Heeresverwaltung (Stalag) mit Betreuung von 
Kriegsgefangenen betraut, danach mit Wehrmachtbetreuung. 

Nach 1945 zuletzt in Bad Pyrmont i. R. 

Werke: u. a. "Hamburg bei Nacht", (eigener T), Lied; ernste und heitere 
Dichtungen; Reden, so "Marxismus, der größte Feind der 
Auslandsdeutschen" (1933). 


NSDAP seit 1/11/32, Nr. 824.903 (zunächst Auslandsorganisation, ab 1934 
Gau Berlin); Gaufachredner im Reichskolonialbund (RKB). Er beantragte 
wiederholt Unterstützung von "Künstlerdank" und erhielt 1938 300 RM. 
Anfang 1939 vom Beauftragten für den Vierjahresplan für eine 
umfangreiche kulturell-wirtschaftliche Unternehmung in Indien 
ausersehen; doch kam der Krieg dazwischen. 
Deutsches Koloniallied: Land! Deutsches Land (eigener T), für Gesang 
mit Klavier/ Infanterie- und Kavalleriemusik. Für andere Besetzungen: 
Hermann Raasch, für MCh: W. Lautenschläger (1937) [PR]. Auch auf 
Schallplatte Grammophon E 10734. 
Tondokument - vom Februar 1938 - im DRA: 1961838-07. 
Ausführende: Männerquartett mit MK der Leibstandarte AH, Dgt. H. 
Müller-J ohn. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Deutschland braucht Raum! 
Seine Kraft kann nicht ruhen und rasten! 
Flieg, deutscher Aar! 
Was einst deine Fänge umfaßten, 
ist deutsches Schutzgebiet! 
Für Kolonien ewig in Wort und Lied 
die deutschen Herzen glühen!" 


D 1259 





Deutsches Flottenlied: Wo im Sturme die Wellen (1938), für Gesang 
und Klavier [PR]. Schallplatte s. o. 
Kolonien-Vaterland: Wir stehen in Arbeit. Marschlied auf Flugblatt. 
Fassung: Hermann Raasch (1938) [PR]. Schallplatte s. o. 
Germania, Deutsches Vaterland, SS steht auf der Wacht. Lied der SS, 
auf Anregung eines Parteigenossen im Geheimen Staatspolizeiamt Berlin. 
Potsdam! Blitzendes Schwert von Preußen! Friedrich des Großen 
ewige Stadt. Lied, auf Anregung von Oberstit. Franz Wimmer-Lamquet. 
Information: Laut Referat für Meldeangelegenheiten, Paß- und 
Ausweiswesen beim Polizeipräsidenten in Berlin (9/IV/84) als in Berlin 
gemeldet gewesen nicht zu ermitteln. Nach Angabe des LA Berlin 
(22/V/01) fehlt Dinklage in der lückenhaften Meldekartei 1875-1960. Den 
Todesfall beurkundete das Standesamt Bad Pyrmont, Nr. 268/1977. 


Dinter, Alfred 
Dittersbach, 27. Mai 1902 - ? 
Orchestermusiker in Breslau, Flötist im Gauorchester Schlesien, noch 
1942. 


NSDAP seit 1/11/40, Nr. 7.454.279, auf Antrag vom 8/X1/39. 
Unter deutscher Flagge. Marsch (Schles. FSt., 22/VI1/33, aus Bad 
Salzbrunn). 
Vgl. Andre. 

Information: Keine Nachricht seit 1945; das damalige Breslau gehört 
seither zu Polen. 


Dippe - Bettmar, Ernst 

Mannheim, 1. September 1910 - ? 
Ursprünglich Hilfspolizist und Reichswehrsoldat, dann Kunstschüler in 
Karlsruhe; 1937 in Baden-Baden, 1938 in Hagenow/ Mecklenburg und ab 
1941 in Berlin. 
Werke: "Arbeit", chorische Dichtung als Morgenfeier des RAD (RS 
Stuttgart, 17/V/36); Der Weg zur Volksfeier. Erfahrungen und Dichtungen 
(Stuttgart, 1938). 


NSDAP seit 1/V/32, Nr. 1.140.083. RAD, zunächst - Stand 1934 - 
Truppführer, später Oberfeldmeister. 

Spaten zur Hand. Lied des RAD (1934) [HK]. Am 16/V/34 vom Verleger 
Wilhelm Halter dem RMVP angeboten (Quelle: BAR 55/ 1168). 
Marschlieder und Chorwerk zu Grenzland! Spaten zur Hand!, 
Weihestunde des badisch-pfälzischen Arbeitsdienstes (RS Stuttgart, 28/VI/ 
34, aus der Festhalle Karlsruhe, Mitwirkende der RAD-Gruppe 271, Orgel: 
Willy Kitzing). 

Wir schmieden ein neues Geschlecht: Wohlauf! Nun die Ketten 
zerbrecht (T: onA). 


1260 





In: 


Textprobe (1. Strophe): 


(...) 

wir schmieden ein neues Geschlecht, 
das rein und sieghaft wie der Frühling 
stürmt ins Land. 

Es kennt keinen Hader und Neid, 

es kennt keine Uneinigkeit. 

Will nur kämpfen für den Führer 

und für Deutschlands Glück. 

Kein Standesunterschied 

und kein Klassengeist! 

Ein Licht im Herzen glüht: 
Kameradschaft es heißt. 

Drum laßt uns schmieden ein neues Geschlecht, 
das eines nur weiß: 

für den Führer und für Deutschland 
zu kämpfen heiß". 


Singen im NSKK (1936). 
Kamerad an meiner Seite: Niemals sprachst du von dir, Kamerad 
(eigener T). Kriegslied. 


In: 


Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 


"Wo auch immer du weilst, Kamerad, 
seis weit weg überm Meer, 
trag ich die Fahne in der Hand 
und marschier fürs deutsche Vaterland, 
gehst du nebenher. 

Kamerad an meiner Seite, 

du im grauen Kleide, 

immer steh ich zu dir, 

wie auch du so oft zu mir, 

und du bleibst immerdar 

mein guter Kamerad". 


Neue Kriegslieder (1940). 


Information: Das Stadtarchiv Mannheim vermochte 1996 kein 


Todesdatum zu ermitteln; das Standesamt Mannheim ignorierte eine 
Anfrage vom 30/VIII/97 und brach damit Verwaltungsrecht. Laut LA Berlin 
(22/V/01) fehlt Dippe-Bettmar in der lückenhaften Meldekartei 


1875-1960. 


In: 


Dirnderl, wo hast denn dein Schatz. 


Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


D 1261 





Dirnle, Dirnle, jetzt gehn wir in Garten naus. Aus dem 
Bregenzer Wald. Titel: 's Dirnle. 
In: 
Hellau! (1942). 


Dirschuweit, Heinz 


Im Kriege zur Wehrmacht einberufen und - Stand 1940 - Hauptfeldwebel 
der Flieger. 


Deutsche Flieger (T: Kurt Grabau). Für LW-Musik: O. Deutsch (1940, 
1942) [Ro]. 


Distler, Hugo 

Nürnberg, 24. Juni 1908 - Berlin, 1. November 1942 (durch Freitod). 
Musikpädagoge und Kirchenmusiker, Schüler von G. Ramin und H. 
Grabner; nach Abbruch des Studiums aus finanziellen Gründen ab 
1/1/31-37 Organist und Kantor von St. Jacobi in Lübeck, 1937 Lehrer an 
der Musikhochschule Stuttgart mit Wohnsitz Vaihingen; ab 1/X/40 o. 
Professor für Chorleitung, Tonsatz, Komposition und Orgelspiel an der 
Musikhochschule Berlin mit Wohnsitz Strausberg bei Berlin, 1941 Direktor 
des Berliner Staats- und Domchors. Leiter von Singwochen des 
Arbeitskreises für Hausmusik. 
Werke: u.a. viele geistliche Kompositionen. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.806.768. 


1933 

Mai 1933: 

Distler unterzeichnet die Erklärung zum Flugblatt "Kirchenmusik im 
dritten Reich". 
1. Mai 1933: 

In einer Abordnung der Lübecker Hochschule beteiligt sich Distler 
am Aufmarsch zum Tag der Deutschen Arbeit. 
Der neue Musikwille in der Deutschen völkischen 
Erneuerungsbewegung. Vortrag in der Volkshochschule (Lübeck, 
2/V/33). 
Vöglein Schwermut: Ein schwarzes Vöglein (T: Morgenstern). 
In: 
Lobeda-Singebuch 2 (1933). 
Heilige Familie: Maria spinnt, Maria sinnt (T: Martin Lang). 
In: 
Lobeda-Singebuch 2 (1933). 
Der Begriff des Nationalen in der deutschen Musik. Vortrag (Lübeck, 
13/V/33, in der Volkshochschule). 
Volkstum in der deutschen Musik. Vortrag in der Volkshochschule 


D 1262 





(Lübeck 21/V/33). 
18. Juli 1933, Repertoirefragen: 

"(...) Und wir brauchen dringend >weltliche< Werke, die doch 
gläubig sind, d. h. in denen durch den weltlichen Inhalt hindurch die 
Verbindung zum Ewigen spürbar wird. Wir brauchen vor allem ein >Hohes 
Lied der Arbeit<, nämlich eine Kantate oder ein kleines Oratorium, das z. 
B. am Tage der nationalen Arbeit auch in mittleren und kleinen Städten 
wie z. B. Lüdenscheid (37 000 Einw.) diesem Tage Sinn und Gehalt gäbe. 
Da erhebt sich aber gleich wieder die Textfrage: ich meine immer, 
Hermann Claudius in Hamburg (Fuhlsbüttel, Primelweg 8) müßte der Mann 
sein, der einen solchen Text gestalten könnte. Wollen Sie sich nicht einmal 
mit ihm in Verbindung setzen?" (H. Distler an K. Ameln, 28/V11/33. 
Quelle: Stiftung Konrad Ameln, Sängermuseum Feuchtwangen). 

Op. 9 Nr. 1. An die Natur (T: Franz Bayer). Weltliche Kantate für gemCh, 
S, StreichOrch und Klavier (UA: Bad Pyrmont, *16/VI111/33, zum Musikfest 
des KfdK). 


1934 
Drei Hymnen des deutschen Arbeiters (T: Franz Bayer). Nr. 1. 
Kantate für Solosopran, gemCh, Streichquartett und Klavier [B]. 
Textprobe: 

"Stoppt die Maschinen, Öffnet die Tore 

der Werkstätten, Fabriken, Kontore. 

Feiert die Stunde, die uns Menschen der Arbeit 

die Fülle des Daseins wieder und wieder beschert". 
Verlagswerbung: 

"Distlers Werk ist eine Ausdeutung des Programms >Kraft 
durch Freude<. In der schöpferischen Phantasie des lübeckischen 
Komponisten verkörpert sich das künstlerische Wollen des jungen 
Deutschlands auf dem Gebiete der Musik. 

Durch seine geringen technischen Ansprüche ist dies Werk 
besonders geeignet für alle festlichen Veranstaltungen am >Tag der 
nationalen Arbeit<". 

Ewiges Deutschland (T: W. Brockmeier). Kantate zum Thingspiel für 
Sprech-, Gesangs- und Tanzchöre (Lübeck, Mai 1934, beim Thing des 
Mecklenburg. Gemeindetags). 

Textprobe (Nr. 16): 

"Es halte der Enkel im Herzen die Taten, 
die einstmals von Ahnen 
zum Heil ihm geschahn. 

Er hüte die Früchte und wahre die Saaten, 
und denke beim Planen und achte im Raten 
des Werks, das die Väter vorzeiten getan. 
Zerfielen zu Staub auch die Ahnen, die alten 
Bebauer des Grundes, 

auf dem wir nun stehn, 
so wirke im Enkel doch weiter ihr Walten, 
denn wenn dieses Volk 


a 1263 





je der hohen Gestalten 
vergäße, so wird es in Schande vergehn!" 
Textprobe (Nr. 31, "Brandenburgische Vision 1914"): 

"(...) York stand, ein brausender Glutstrom, 

gepreßt in soldatische Zucht, 
Arndt, wie ein Eichbaum bebend in des Redestroms 

schüttelnder Wucht. 
Bismarck, Blitze entsendend unter gewittrigem Braun. 
Fichte, mit glühender Zunge, wie läuterndes Feuer 
zu schaun. 
Moltke, Schill, Zieten, Scharnhorst, Jahn, Gneisenau, 
Blücher und Stein. 
Groß ragten vor brennenden Himmeln unabsehbare 
Reihn. 

Aufscholl dann Kommando, das Volk sah mit Schauern: 
Auseinander rissen die stehenden Mauern, 
Gasse der Ehrfurcht zerspellte die Truppe, 
und es schritt durch des Heeres Schlucht eine Gruppe, 
bis sie zuvörderst, von Glanz übersonnt, 
wie Offiziere standen vor eherner Mannschaft Front. 


Von herrschender Dienstschaft tief auf den Krückstock 
gebogen, 
Friedrich, das Antlitz von Schicksal umflogen; 
Kant, priesterlich haltend in Händen der Pflicht 
stahlblanke Monstranz; 
Kleist, die blutende Schläfe verborgen in ewigem Kranz. 


Standen die drei vor der Heerschar, gebannt den 
beschwörenden Blick 
auf der Waage zitterndes Zünglein, das entschied über 
Deutschlands Geschick (...)" 
3. Juni 1934, Bericht I: 

"(...) Oberspielleiter Robert Ludwig hat den Versuch gewagt, das 
bisher nur im Buch versenkte und damit zu sehr verschollene Schaffen des 
diesjährigen Leipziger Dichterpreisträgers Wolfram Brockmeier auf der 
Bühne zu Klang und Schau zu erwecken. In streng gotischem Rahmen 
wurden die als eindringliche Beschwörung der edelsten Elemente 
deutscher Kunst wirkenden, bildhaft und klangschön gleich meisterhaften 
Verse des jungen Dichters unter einem Aufgebot von 350 Mitwirkenden in 
Sprech-, Gesang- und Tanzchören zu ergreifender Darstellung gebracht. 
Wesentlichen Anteil an der tiefen und reinen künstlerischen Wirkung 
dieser dem Rahmen der gotischen Kirchenstadt besonders entsprechenden 
Feier hatten Hugo Distler als Komponist einer feinempfundenen von Heinz 
Dressel geleiteten Chor- und Orchmusik und Ellys Gregor als Tänzerin und 
Leiterin der Bewegungschöre. 

(...) Die zahlreiche Festversammlung dankte den Künstlern und dem 
anwesenden Dichter nach dem gemeinsam gesungenen Deutschland- und 


D 1264 





Horst-Wessel-Lied mit begeistertem Beifall. Hier ist eine Richtung für 
unsere Thingspielgestaltung gewiesen worden, die weitere Beachtung und 
Würdigung verdient!" (Oskar Weitzmann: "Ewiges Deutschland". 
Thingspiel-Uraufführung in Lübeck. "Kölnische Zeitung", Sonntagsblatt, 3/ 
V1/34). 

Juli 1934, Bericht II: 

"C...) Innerhalb von nur drei Wochen mußte Hugo Distler die 
Vertonung der Brockmeierschen Kantate bewältigen. Vorsichtig tastend, 
aber durchaus verheißungsvoll ringt hier der Kirchenmusiker von St. 
Jakobi zu Lübeck um ein ihm bisher fernliegendes Neuland 
eigenschöpferischen Wirkens. Auch als Bühnenkomponist verleugnet 
Distler nicht das Wurzelland seiner Kunst. An der durch und durch religiös 
gestimmten Lyrik des >Ewigen Deutschland< konnte sich seine 
Schaffensfreude unschwer entzünden. So gelingt es ihm - unter bei ihm 
selbstverständlicher Vermeidung jedweden hurrapatriotischen Kitsches - 
seine Musik den besondersartigen Gestaltungsmitteln eines solchen 
chorisch-kultischen Weihespiels in festumrissenen Stileigentümlichkeiten 
einzufügen. Er erstrebt in den wechselnden musikalischen Episoden dieser 
Kantate eine schlicht volkstümliche Haltung und Wahrung zeitverbundener 
Stilgesetze. Recht glücklich gelingen ihm z. B. - unter Verarbeitung alten 
Melodiengutes - einige Volkstänze, die stimmungsgemäße Untermalung 
der beiden großen Melodramen sowie der kämpferische, 
scharfgeschnittene Rhythmus eines einprägsamen Marschthemas für das 
Vorspiel und im Schlußhymnus. (...)" (Paul Bülow in: "ZfM" CI/7, Juli 
1934. S. 784-785). 

Offene Singstunden unter Bruno Grusnick ("Lübeckische Blätter" 
LXXIV, 1934). 
Zitat: 

"(...) daß das gebotene Alte ebenso erlebnishaft einging wie die 
beiden andern eigentlich zeitgemäßen Kampflieder und daß die 
Neuartigkeit in der Gestaltung und Wiedergabe des zeitgenössischen 
Liedgutes mit der gleichen Selbstverständlichkeit aufgenommen wurde wie 
die ersteren" (S. 113-114). 

Der kurze Aufsatz bezieht sich u. a. auf die Aufführung eines 
eigenen Kampfliedes, "Deutschland und Deutsch-Österreich". Der Texter 
hatte zunächst Bruno Grusnick um Vertonung und "Instrumentierung für 
SA-Kapellen" gebeten. 

Von Stellung und Aufgabe der jungen Musik in Deutschland. 
Rundfunkvortrag (Abdruck in: "Lübeckische Blätter" LXXVI, 1934). 
Zitat: 

"(...) Die neue Staatsidee muß prinzipiell jede Art künstlerischen 
Gestaltens ablehnen, die nicht dem Wollen und Empfinden - ganz einfach: 
des Volksganzen, in all seinen Schichten und Ordnungen und 
Landschaften, in all der Vielheit und Vielgestaltigkeit seines ständischen 
Aufbaus, zugänglich wäre. Wir sehen also: der neue Staat schafft der 
zeitgenössischen Musik einen Verantwortungsbereich staatserzieherischer 
Art" (S. 341). 

Mitzuwirken im Auftrag des Staates an der Erziehung des Volkes 


D 1265 





hätte die Rolle der Musik und des Musikers erheblich aufgewertet; Platon 
sprach schon davon. 

Gedanken der bei der Neuen Deutschen Volksmusik Donaueschingen 
mitarbeitenden Komponisten: Hugo Distler ("Neue Deutsche Volksmusik 
Donaueschingen", 13. und 14. Oktober 1934. Programmheft). 

Zitat: 

"Die jüngste Entwicklung der deutschen Musik und ihre Ausrichtung 
in der nächsten Zukunft muß gleichnishaft die inneren Triebkräfte und die 
letzten weltanschaulichen Hintergründe unseres umwälzenden 
Zeitgeschehens spiegeln. Und es wird nur an der Gültigkeit dieser 
unserer Zeitgeschichte gegenüber den unabänderlichen, elementaren 
Gesetzen unseres jahrtausendalten Volksseins liegen, ob die nationale 
Musik der Gegenwart aus den vielfältigen Ab- und Irrwegen der letzten 
Generationen den Weg zu einer neudeutschen volkstümlichen Klassizität 
wiederfindet" (S. 9). 

Deutschland und Deutsch-Österreich (T: Hermann Harder). Trutzlied, 
einstimmig oder für 4 gleiche Stimmen (1934) [B]. 

Das Lied wurde wegen Aktualität mit entsprechendem Kommentar 
wiederveröffentlicht in "Musik und Volk", April 1938. 

Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Brüder in dem Bruderland, 
hebt das Sonnenzeichen! 

Vor des Morgens Purpurbrand 
muß die Nacht erbleichen! 

Von der höchsten Gipfelwand 
laßt die Feuer brennen! 
Österreich und deutsches Land 
sind nicht mehr zu trennen! 


Fürchtet Kerker nicht noch Bann, 

laßt die Fahnen fliegen! 

Wenn ihr treu bleibt, 

Mann für Mann, 

muß die Freiheit siegen! 

Von Tirol zum Nordseedeich 

lodern bald die Flammen! 

Deutschland und Deutsch-Österreich 

finden doch zusammen!" 

Sonnenzeichen = Hakenkreuz. 

In: 
Wohlauf Kameraden! (1934); NSLB, Unser Lied 2 (21935); Glück ab, 
Kameraden! (1935); Neue Lieder des deutschen Volkes 5 (1936). 
Frisch auf in Gottes Namen. Für MCh: H. Distler. 
In: 
Das Männerlied (1934). 
Walther: Wach auf, du deutsches Land. Trutzlied. Für MCh: H. Distler. 
In: 
Das Männerlied (1934). 


D 1266 





Op. 12 Nr. 3. Wach auf, du deutsches Reich! Motette für 4stimmigen 
Chor a cappella (UA: Leipzig, *9/X1/34) [B]. Titel auch "Wach auf, du 
deutsches Land" (Kl. BA 592). 

Das Aufführungsdatum dieser "Motette zum Reformationsfest", das 
bereits am 31. Oktober gefeiert worden war, zeigt, wie brauchbar 
geistliche Titel auch im politischen Bereich sein konnten. 

Jacobi: Sichers Deutschland, schläfst du noch? Für MCh, 4stimmig: 
H. Distler. 

In: 

Das Männerlied (1934). 

Unüberwindlich starker Held. Michaelslied. Für MCh: H. Distler. 

In: 

Das Männerlied (1934). 

Dezember 1934, Gespräch: 

"(...) Ich bin überzeugt, daß eine Gesundung des Musiklebens nur 
aus dem Gesang, aus der Chormusik heraus erfolgen kann (...). 
Selbstverständlich können wir in der Kunst nicht allein bei der 
Gesinnungsmusik stehen bleiben. Sie haben neulich in den 
Nationalsozialistischen Monatsheften eine Umfrage über Kunstmusik und 
Volksmusik veranstaltet. Ich bin leider nicht mehr dazu gekommen, Ihnen 
auf Ihre Umfrage zu antworten. Gewiß bin ich auch überzeugt, daß den 
volkstümlichen Instrumenten wie Zither, Handharmonika usw. die rechten 
Komponisten erstehen werden. Der Blockflöte stehe ich allerdings fremd 
gegenüber. Aber das alles ist nicht das Wesentlichste. Ich habe eine 
Motette geschrieben >Lobe den Herren<, die auch von den kleinsten 
Kirchenchören auf dem Lande ausgeführt werden kann. Und wissen Sie, 
wieviel Exemplare davon verbreitet sind? Fünfzigtausend! Ist das - das 
nicht Dienst an der Volkskunst?" (Fritz Stege: "Musiker im Gespräch", 
Hugo Distler. "ZfM" CI/12, Dezember 1934. S. 1263). 


1935 
Vom Geiste der evangelischen Kirchenmusik ("ZfM" CII/12, 
Dezember 1935). 
Zitat: 

"(...) Wer von uns Jungen hätte nicht die Größe der vaterländischen 
Ereignisse in den vergangenen Jahren miterlebt! (...) Aber eine innerliche, 
organische Veränderung hätte das denkwürdige Jahr 33 für unser keinen 
bedeuten dürfen. 

(...) Wir Jungen schreiben durchaus aus dem erhebenden Gefühl 
heraus, Sprecher, oder noch besser: Sänger einer neuen uns zu höchst 
verpflichtender Gemeinschaft zu sein. (...) Es ist gewiß kein Zufall, daß die 
junge deutsche Musik, und voran die Kirchenmusik, in erster Linie 
Chormusik, und zwar a cappella-Musik ist. Die Chormusikpflege beseitigte 
von selber jene unheilvolle Schranke, die im Verlauf des vorherigen 
Jahrhunderts sich zwischen Musizierenden und Hörern aufgetan hatte" (S. 
1327). 


D 1267 





1936 
Juni 1936, Verriß: 

"(...) Uraufführung von Hugo Distlers neuem Cembalo-Konzert (...). 

Stammelnde Rhythmen, gebrochene Stimmungen, brutale 
Klanguntermalungen erfüllen das Intellektuelle der formalen Seite (...) nur 
sehr bedingt. Es scheint doch für manche schwer zu sein, von dem 
Götzendienst einer überwundenen, stereotypen Weill-Zeit loszukommen. 
Distler muß sich - so meinen wir - menschlich noch sehr wandeln, um sein 
beachtliches Können richtig auszuwerten" (Heinz Fuhrmann, Hamburg, in: 
"ZfM" CIIl/6, Juni 1936. S. 748). 

17. Juni 1936: 

Beim 67. Tonkünstlerfest des ADMV in Weimar bieten Mitglieder der 
Weimarischen Staatskapelle, Dgt. E. Nobbe, das Konzert für Cembalo von 
Distler; Solist: selbst. 

Op. 16. Neues Chorliederbuch. Erste Folge. Bauernlieder |. Drei 
gemischte a-cappella-Chöre zu Worten von Heinz Grunow (1936) [Bl]. 
Bauern: Bauern stehen im Bunde - Bauern stehn mit der Erde - Bauern 
wahren des Volkes Bestand. - Ich brach drei dürre Reiselein. - Bittlied: 
Nun bitten wir dich. 


1937 
Op. 16. Neues Chorliederbuch. Fünfte Folge: Kalendersprüche II, u. a. 
Sonnenwende: Sonne wendet ihren Lauf (T: H. Grunow) (1937) [B]. 


1938 
16. Mai 1938, Was man heute will: 

"(...) im Herbst sollten in Kassel, vom Götschschen >Deutschen 
Singkreis< meine neuen abendfüllenden >Kalendersprüche< aufgeführt 
werden, ein weltliches Chorwerk, ganz in der Linie dessen, was man heute 
will, ein Loblied auf das Bäuerliche J ahr, das soeben in der Universität 
Bonn mit außerordentlichem Erfolg uraufgeführt worden ist. (...)" (Distler 
an Erich Thienhaus, 16/V/38. Quelle: Hugo-Distler-Archiv, Lübeck). 

Das große Danklied: Wir danken dir, o Herre Gott, wir Bauern 
allerwegen (T: H. Grunow), für 5 Stimmen. Aus: Distler, 
"Kalendersprüche". 

In: 

Männerweisen 5-6 (1933). 


1939 
11. Januar 1939: 

Bei der Motette in der Predigerkirche zu Erfurt führen die Thüringer 
Sängerknaben zwei kleine Motetten von Distler auf: "Wie schön leucht't 
uns der Morgenstern" und "Herr, schicke, was du willst!" 

17. September 1939, Zeitzeugnis: 

"(...) Was ich zu den Ereignissen sagen soll? Sie gehen mächtig über 
uns hinweg und es ist nicht unsere Sache, darüber unsere kleine Meinung 
zu sagen, ebensowenig als wir über den Sinn irgendeines ganz großen 
zerstörenden und reinigenden Naturereignisses nachforschen sollen. Und 


a 1268 





nur damit vergleiche ich die gewaltigen Ereignisse. Sie wissen, daß ich 
über bestimmte, uns, wie Sie und ich... mächtig bewegende Dinge, wenig 
gesprochen habe. Es war gut so und wir wollen es weiter so halten. Ich 
versuche mit der ganzen Kraft meines Willens und allem Könnens meines 
Verstandes die Zeit zu verstehen, verstehen zu lernen. Zu vielem kann ich 
sagen, daß ich gelernt habe. Vieles verstehe ich nicht - soll ich sagen: 
noch nicht? Nicht mehr? Jedenfalls glaube ich an den reinsten, edelsten 
Willen unseres Führers und an die Unvergänglichkeit unseres, über alles 
geliebten, Vaterlands. Freilich, darin habe ich eine andere Meinung als 
viele andere Volksgenossen; ich glaube mich darin allein in meiner 
Überzeugung und sie steht wiederum nicht im Gegensatz zur Bejahung 
alldas vielen Guten, ja Herrlichen um uns: ganz gewiß mußte alles so 
kommen, ganz gewiß ist es unser aller Pflicht, unsere Ehre zu verteidigen 
bis zum letzten Hauch, wie gestern Hitler sagte. Aber es geht um einen 
Endkampf der ganzen Welt. Und wir sollen mit Luther daran denken, daß 
nicht nur >groß Macht<, sondern viel mehr >viel List< unsere Feinde 
beherrscht. Und es entspricht wohl, wie ich schon sagte, ganz meiner 
eigenen Natur und vor allem meiner, trotz vielem Schönen, im Ganzen 
skeptischen Lebenserfahrungen, daß ich beide Möglichkeiten vor mir sehe: 
die eines mächtigen, vielleicht allmächtigen Deutschlands, und das Bild 
eines, vor der bösen Gewalt zurückweichenden Deutschlands. Ich finde, 
an beides sollten wir denken, an ein Deutschland denken und glauben in 
beiderlei Gestalt. Schweres steht uns bevor, das wissen wir. Aber selbst 
wenn noch einmal eine Welt von Haß uns zu Boden werfen sollte, werden 
wir leben, wie wir in den Schrecken des 17. Jahrhunderts leben blieben, in 
der Wende zum 19. Jahrhundert und schließlich auch nach dem Weltkrieg 
> 

Ich muß jetzt auf meine augenblickliche Lage zu sprechen kommen, da sie 
viel zu meiner Betrachtungsweise beiträgt. Die Hochschule bleibt 
geschlossen, mein Gehalt wird, da ich ja nicht Beamter bin, wie ich hörte, 
auf noch 1/3tel gekürzt, der Vertrag mit Bärenreiter ist hinfällig; als 
(vielleicht jahrelange) Beschäftigung, steht (...) das Amt eines Briefträgers 
(so machte mans mit den Lehrern der Leipziger Musikhochschule) oder 
eines Straßenbahnschaffners oder eines Schreibers bevor. Bei meiner sehr 
wenig brauchbaren körperlichen Konstitution werde ich, auch falls ich 
eingerufen werde, kaum in einer brauchbaren Tätigkeit Verwendung 
finden. Meine kompositorische Tätigkeit muß ruhen. Ich kann mich nicht 
einmal in Übung halten und muß doch von Dank reden, wenn mich nicht 
eine Arbeit erwartet, die meinen Händen schadet. Ich habe das Gefühl 
vollkommener Überflüssigkeit. (...)" (An Familie Typke, 20/1X/39. Quelle: 
Hugo-Distler-Archiv, Lübeck). 


1940 
Heeren: Morgen marschieren wir in Feindesland. Kriegslied. Für 
MCh: H. Distler. 
In: 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940). 
Musketier sein lustge Brüder. Soldatenlied. Für MCh: H. Distler. 


z 1269 





In: 

Chorliederbuch der Wehrmacht (1940). 

Unüberwindlich starker Held. Sankt-Michaels-Lied (1649). Für MCh: 
H. Distler. 

In: 

Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940). 

Kindermann: Der Tag hat sich geneiget. Abendlied. Für MCh: H. 
Distler. 

In: 

Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940). 


1941 
22. Februar 1941: 

"(...) vielleicht warten Sie schon längst auf eine Stellungnahme 
meinerseits zu meinem Berliner Wirkungskreis. Als Antwort schicke ich 
Ihnen jenes Schreiben, das ich am Abend meines ersten Konzertes (am 
kommenden Freitag) Herrn Professor Stein übergeben will. Bitte, schicken 
Sie mir den Ihnen vertraulich übermittelten Brief gelegentlich zurück. 
Wenn Sie mir in irgendeiner Form in der schwierigen Lage helfen würden, 
wäre ich Ihnen sehr dankbar. Das Einfachste wäre wohl, ich käme wieder 
mit anständiger Manier fort von der Hochschule, denn ich habe schon 
gemerkt, daß der dort waltende Geist auch nicht frischer ist als der in 
Stuttgart an der Hochschule" (Distler an Kurt Thomas, 22/11/41. Abdruck 
in Meithard Bethke: Kurt Thomas. Studien zu Leben und Werk. Berlin, 
1989. S. 64). 


1942 
Elf kleine Klavierstücke für die Jugend (1942) [B]. Darunter: 1. 
Kindelwiegen. - 2. Trommeln und Pfeifen. - 3. Fanfaren. 
6. September 1942: 

Bei der Kundgebung zum Abschluß der ersten Berliner Schulung für 
Gesangspädagogen und Liedbegleiter im Eosandersaal von Schloß 
Charlottenburg leitet Distler den Chor der Schulungsteilnehmer und führt 
mit ihm seinen eigenen Chor "Lob der Musik" vor der Ansprache des 
Landeskulturwalters Erich Böker auf, dann den Kanon "Wir Werkleute all" 
von E. L. von Knorr. 

Dezember 1942, Nachruf: 

"(...) Das deutsche Musikleben hat durch den plötzlichen Tod des 
erst 34jährigen Komponisten Hugo Distler einen schweren Verlust zu 
beklagen. Er war Schüler von Hermann Grabner und Günther Ramin und 
schon früh durch seine Chor-Kompositionen in weiten Kreisen bekannt 
geworden. In Lübeck begann er als Organist an der Jakobi-Kirche, war 
kurze Zeit Kompositionslehrer an der Stuttgarter Musikhochschule und 
wurde dann als Nachfolger von Kurt Thomas Professor an der Staatlichen 
Hochschule für Musik in Berlin, wo er nach Sittards Tod die Leitung des 
Berliner Staats- und Domchors übernahm. Von seinen zahlreichen 
Chorwerken trugen ihm zuletzt die >Kalendersprüche< und das Mörike- 
Liederbuch, von den Instrumentalkompositionen das >Cembalo-Konzert< 


D 1270 





besondere Erfolge ein" ("Der Musikerzieher" XXXI1X/3, Dezember 1942. S. 
42). 


1944 
25. Februar 1944: 

Zum Betreff Zeitschrift"Musik und Kirche" sendet Dr. Gerigk dem 
Hauptamt Schrifttum eine Aktennotiz über Hugo Distler, auch gibt er der 
Parteikanzlei Kenntnis in der Hoffnung, von dort aus könne die 
Todesursache Distlers zur Klärung der Sache festgestellt werden (Quelle: 
BA NS 15/ 73, unpaginiert).. 


Geschichtsfälschung |, 1954: 

"(...) Es läßt sich auch nicht übersehen, daß die Ablehnung und 
Bedrohung seiner Lebensarbeit durch die Partei mit dazu beigetragen hat, 
den hochbegabten, sensiblen Hugo Distler in den Tod zu treiben - der 
schwerste Schlag, der der deutschen Kirchenmusik in jenen Jahren 
versetzt wurde" (Oskar Söhngen: "Kämpfende Kirchenmusik". Kassel, 0. ]. 
= 1954. S. 126). 

Geschichtsfälschung II, 1958: 

"(...) ein Selbstmord in außergewöhnlichem Sinn, eine Flucht aus 
der Rechtlosigkeit und Tyrannei der nazistisch-unmenschlichen Macht. 

(...) Berichte ihm Nahestehender bestätigen immer wieder, wie sehr 
namentlich der Leiter eines Wehrbezirksamtes, eine der unmenschlichen 
Personifikationen des preußischen Militarismus, in Distler die 
Leidenschaftlichkeit der Ablehnung des Hitlerregimes verstärkt habe. (...) 
Das hinterlassene Werk ist unverändert eine Mahnung zum Frieden und 
ein Zeugnis der Größe des Verlustes, den die deutsche Musik im frühen 
Tod des von seinen Zielen besessenen Komponisten erlitten hat. 

(...) Aus Rache verbot der weiland Dr. Joseph Goebbels die kritische 
Berichterstattung über die neuen Werke des >Kulturbolschewisten< 
Distler. (...)" (Hans Böhm: In memoriam Hugo Distler. "Musik und 
Gesellschaft" VIlI/7, Juli 1958. S. 404-405). 

DDR-Schreiber Böhm vergaß zu fragen, warum der Minister nicht die 
Berichterstattung über alle neuen Werke, auch zwölftönige, von 
sogenannten "Kulturbolschewisten" verbot. 

Geschichtsfälschung Ill, 1966: 

"Der Nationalsozialismus, der D.s Werke als >entartete Kunst< 
anprangerte, trieb den Komp. in den Freitod" (SML, Band 1, S, 230). 
Geschichtsfälschung IV, 1968: 

"(...) Infolge seiner konsequenten Ablehnung des Nazismus, von 
diesem förmlich in den Tod gehetzt, endete Distler freiwillig sein Leben 
(...)" (H. B. = Hans Böhm: Im Gedenken an Hugo Distler. "Musik und 
Gesellschaft" XVIIl/6, Juni 1968. S. 430). 

An Hitler glauben und der NSDAP beitreten, bewies also daß einer 
den "Nazismus" ablehnte... in der Tat, "Böhmische" Dörfer für normale 
Intelligenz. 

Geschichtsfälschung V, 1972: 
In ihrer Biographie "Hugo Distler. Rufer und Mahner" (Berlin/DDR, 


D 1271 





1972) vermied Ursula Herrmann jede kritisch-politische Betrachtung ihrer 
Figur; sie erwähnte "Ewiges Deutschland" beiläufig als "Herausstellung 
alter deutscher Volkskunst", verschwieg jedoch Titel und Textautor. 
Geschichtsfälschung VI, 1990: 

"Komponisten wie E. Pepping, H. Distler und J. N. David prägten die 
deutsche Kirchenmusik so nachhaltig, daß sie auch nach dem Krieg noch 
als maßstabsetzend galten, und das nicht zuletzt deshalb, weil die 
Kirchenmusikbewegung sich nicht von dem nationalsozialistischen 
Propagandapparat hatte mißbrauchen lassen" (Prof. Dr. Thomas Seedorf: 
"Europäische Musik in Schlaglichtern", hrsg. von Peter Schnaus. Meyers 
Lexikonverlag Mannheim/Wien/Zürich, 1990. S. 433). 

Wieder mal ein Lexikon gegen bestens dokumentierte Fakten. 

Information: FA, MM2, RML, MGG, LdCh, SML. 


Dittert, Ernst 

Eckersdorf/ Krs. Neurode, 4. Dezember 1903 - ? 
Ab 1929 Lehrer - Schulamtsbewerber - an den kath. Volksschulen in 
Eckersdorf und Berzdorf/ Krs. Strehlen, 1934 in Mittelswald und Glatz, 
1935 wieder in Eckersdorf, 1936 in Wallisfurth, 1937 in Siebenhufen/ 
Strehlen, 1938 in Leuthen/ Krs. Habelschwerdt, dann Habendorf, Prieborn 
und danach in Berzdorf/ Strehlen, 1942 an der Volksschule Langenhof/ 
Krs. Oels. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 1.970.793. 
Sieg Heil! Dir Volk der Saar! (eigener T). Marsch für Klavier mit Text 
(1935) [MVH Dresden]. 

Information: Keine weitere Nachricht; das damalige Schlesien fiel an 
Polen. 


Dittmar, (Gustav) Wilhelm 
Mühlhausen/ Thüringen, 22. August 1895 - Gotha (DDR), 19. 

September 1967. 
Sohn eines städt. Geigers; Orchmusiker, Trompeter und Schlagzeuger, 
zeitweilig in den KurOrchestern Helgoland und Bad Wildungen tätig, ab 
1918 und bis 1941 in Mühlhausen/ Th., Mitglied des StadtOrch, mit den 
Nebeninstrumenten Bachtrompete, kleine Trommel, Charlesmaschine, 
Tretmaschine, Galgen und Becken, dann 1. Trompeter in der Staatskapelle 
Gotha. 

Nach 1945 weiterhin in Gotha, zuletzt i. R. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.558.180. MZF der SA-Standarte 437 
Mühlhausen. 
SA im Marschtritt. Marsch (RS Leipzig, 29/V1/37). 

Information: Das Stadtarchiv Mühlhausen ignorierte Anfragen vom 
12/VI/98 und 15/IV/99 und brach damit Verwaltungsrecht. Erst eine 
abermalige Erinnerung erbrachte Information. Das Amt Einwohner- und 


D 1272 





Meldewesen der Stadt Mühlhausen (8/III/00) hat für Dttmar keinen 
Meldeeintrag. 


Dittmer 


Ein jedes Mädel liebt das Militär. Für MCh und BlasOrch (RS Frankfurt, 
10/VI1/38). 

Information: Mutmaßlich identisch mit Fritz D. (Stettin, 8/II/1889), 
Musiker, Komponist und Schriftsteller in Hamburg. 


Döberitzer Lied = Es tönt auf grüner Heide das Döberitzer Lied 


Dobrowen (Dobroven), Issay 
Nishnij-Nowgorod (Rußland), 27. Februar 1894 - Oslo, 9. Dezember 
1953. 

Sohn eines Orchestermusikers; Schüler von Sergej Tanejew und L. 
Godowskij, Komponist und Chordirigent in Dresden, dann Frankfurt a. M. 
Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

Dobrowen emigrierte und wirkte seit 1939 in Göteborg als Dirigent, 
dann in Oslo, von wo ihm W. Furtwängler durch Intervention bei der 
örtlichen Gestapo-Dienststelle die Ausreise ins rettende Schweden 
ermöglichte; 1941 an der Oper Stockholm, zuletzt wieder in Oslo. 

Information: DNML (Geburtsjahr: 1893), DML, FA (Geburtsjahr: 
1893), KDMK, RML. 


Dobsche, dobsche, trala, Violinka Draht kaputt. Spottlied aus 
Oberschlesien, mdl. überliefert. 
Vgl. Für Kamrad war in Polen. 
In: 
Die weiße Trommel (21935); RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); 
Der Kilometerstein (?71937); Die Fahrt (1937). 


Dockhorn, Werner 
Kiel, 21. September 1912 - Hannover, 22. Juni 1988. 
Blasmusiker; in Berlin-Friedenau - Stand 1937/38 - Leiter des Ensembles 
"Die lustige Sechs", dann als Leiter eines Bläserquartetts beim Sender 
Bremen engagiert, danach - Stand 1940 - wieder in Berlin. 
Nach 1945 zuletzt in Hannover. 


NSDAP seit 1/1V/40, Nr. 7.616.782, auf Antrag vom 14/11/40. 

Soldaten der Heimat reichen euch die Hand! "Marschlied der Inneren 
Front". Versch. Fassungen: Reiny Roland (1939; DtldS/RS Berlin, 8/1V/40) 
[Me]. 


D 1278 





Soldaten, wir reichen euch die Hand! Marsch (RS Berlin, RS Breslau, 
7/111/40). 
Dieses Werk ist wohl identisch mit dem vorigen. 

Information: Der Standesbeamte Dietrich, Kiel (18/VIII/97), 
verweigerte mit Berufung auf das verfälschte PStG 8 61 Angaben zum 
Ableben von Dockhorn, stellte diese dann aber außerhalb des Verfahrens 
und rechtsordnungskonform dem AG Kiel, Richter Bill, zur Weitergabe an 
den Lexikographen zur Verfügung (8/II/99). Den Todesfall registrierte das 
Standesamt Hannover, Nr. 3959/1988. 


Do dronta em Täle. Volkslied aus Schwaben. 
Vgl. Da drunten um Tale. 
In: 
Schwäbisches Liederbuch (41938). 


Doelle, Franz 
München-Gladbach, 9. November 1883 - Leverkusen, 15. März 1965. 
Zunächst Hornist, ab 1914 Kapellmeister in Berlin an Apollotheater, 
Komischer Oper und Metropoltheater. Seit den dreißiger Jahren 
freischaffend. Wohnsitz (1942): Hoppegarten über Fürstenwalde/ Spree. 
Nach 1945 weiterhin in Berlin, zuletzt in Leverkusen i. R. 
Werke: U-Musik; Schlager, so "Ich will dir gehören" und "Heute braucht 
mein Herz Liebe" (aus dem Film "Die Nacht in Venedig"), "Es war einmal 
ein Schneemann", Foxtrott (aus dem Film "Kollege kommt 
gleich"), ;"Schenk mir den Himmel auf Erden", Walzerlied (aus dem Film 
"Die Wirtin zum weißen Röss'l"); über 30 Filmmusiken, so "Heimat am 
Rhein", Lustspiel unter Winzern (UA: 25/V111/33), "Prinzessin Turandot" 
(Ufa, UA: 30/X1/34), "Königswalzer", musikal. Komödie um den jungen 
Kaiser Franz Josef von Österreich (Ufa, UA: 23/1X/35), "Und Du, mein 
Schatz, fährst mit", Revuefilm mit Seereise und Broadwaytheater (Ufa, 
UA: 15/1/37), "Morgen werde ich verhaftet", psychologisches 
Kriminalstück, Regie K. H. Stroux (UA: 7/V1/39), "Die Hochstaplerin", 
Liebeskomödie, zus. mit Franz Marszalek (Tobis, UA: 7/1/44). 


Musik zum Ufa-Film Viktor und Viktoria, Operette im Varietemilieu (UA: 
28/X11/33; Prädikat: Künstlerisch). 
Musik zum Ufa-Film Amphitryon, Operettenparodie in der griechisch- 
antiken Götterwelt (UA: 18/V11/35; Prädikat: Künstlerisch wertvoll). 
Musik zum Tobis-Film Trenck, der Pandur (UA: Wien, 23/VI11/40; 
Prädikat: Volkstümlich wertvoll, jugendwert). 1945 Verbot durch Aliierte 
Militärregierungen. 

Der Film enthält Abenteuer und einen Spionagefall zur Zeit der 
Kaiserin Maria Theresia von Österreich. 
Musik zum Bavaria-Film Carl Peters (UA: Hamburg, 21/111/41; Prädikat: 
Staatspolitisch und künstlerisch wertvoll, kulturell wertvoll, volksbildend 
und jugendwert). 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 


D 1274 





Der Film schildert Biographisches und Abenteuer des dt. 
Afrikaforschers und Kolonialpioniers Carl Peters (1856-1918), der 1884/85 
die Kolonia Deutsch-OÖstafrika begründete, seine Expedition durch 
Ostafrika mit Werbung für die Kolonialidee. 

Musik zum Bavaria-Film Geheimakte WB 1 (UA: München, 26/1/42; 
Prädikat: Staatspolitisch und künstlerisch wertvoll, jugendwert). 1945 
Verbot durch Aliierte Militärregierungen. 

Der Film schildert die Abenteuer von Wilhelm Bauer (1822-1875), 
Konstrukteur eines Unterseeboots, Reaktion am Münchner Königshof und 
am Zarenhof in Petersburg um 1850. 

Lied der Matrosen: "Draußen im Hafen liegt ein Schiff", aus dem Film 
"Geheimakte WB 1". 

Musik zum Tobis-Film Ein schöner Tag, zus. mit Franz Marszalek (UA: 
27/1/44; Prädikat: Volkstümlich wertvoll). 1945 Verbot durch Aliierte 
Militärregierungen. 

Der Film bietet ein Liebesstück unter Soldaten auf Front-Urlaub in 
Berlin. 

Information: FA, KDMK (mit Geburtsjahr 1888). 


Doerper, Ernst 


Blut und Boden: Einer Heimat, einem Glauben (T: onA). MCh (1939) 
[SD]. 


Dö Goas, dö hat a langs Paar Hax'n. Volkslied aus Tirol. 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ) 79/80 (1939); RJF, Musikblätter der HJ 79/80 
(1939). 


Dohle 


Falklandshelden. Marsch (RS Frankfurt, 5/111/39). 

Der Titel feiert die deutschen Opfer der Seeschlacht bei den 
Falklandinseln am 8. Dezember 1914, bei der das Ostasien-Geschwader 
unter dem Kommando des Vizeadmirals Graf von Spee unterlag. 


Dohle, Emil 
Leonfelden, 16. Oktober 1905 - Wels (A), 30. Dezember 2000. 
Musikpädagoge, Lehrer in Reichenthal/ Oberdonau. 
Auch nach 1945 noch in Reichenthal, seit 3/X/47 bis 23/1/96 in 
A-4072 Alkoven, danach im Ev. Altersheim Wels. 


NSDAP seit 1/1/41, Nr. 8.433.052, auf Antrag vom 1/V1/38. 
Marie: Ich war in W'haven Matrose (eigener T). 


D 1275 





In: 
Neue Kriegslieder (1940). 


D'Ohmatwoad = Die schöanst Zit 


Döhnel, Adolf 
Bärenstein bei Schmiedeberg/ Bezirk Chemnitz, 28. August 1889 - 
Wermsdorf/ Krs. Oschatz (DDR), 17. Juni 1967. 
Zunächst Förster, dann in Bad Schandau und Dresden Schriftsteller und 
Dichter. Ging 1940 als Freiwilliger zur Wehrmacht. 
Nach 1945 zuletzt in Wermsdorf i. R. 
Werke: u.a. das Gedicht "Führerehrung". 


NSDAP seit 1/1V/33, Nr. 1.738.313, jedoch nur bis 1936. 

Op. 1. Deutscher Sportler-Sängerspruch: Hoch die Fahne des 
deutschen Sports (eigener T), für gemCh (1941) [SV]. 

20. November 1939, Gutachten: 

"Döhnel ist Reichsdeutscher, deutschblütig und ev.-luth. Es ist nichts 
bekannt, daß er vor der Machtübernahme einer marxistischen Partei 
angehört hat. 

In politischer und spionagepolizeilicher Hinsicht ist bisher nichts 
Nachteiliges über Döhnel bekannt geworden. 

Wohl aber leidet Döhnel an einer krankhaften Überheblichkeit und an 
einer anscheinend unstillbaren Sucht, sich um Dinge zu kümmern, die ihn 
nichts angehen. Aus diesen Eigenschaften heraus findet er fortwährend 
Anlaß zu allen möglichen Anzeigen und Beschwerden an den Stellvertreter 
des Führers, an den Gauleiter, an Behörden und Parteidienststellen. Das 
Gesundheitsamt Dippoldiswalde hat D., als er 1937 eine zweite Ehe 
eingehen wollte (die erste Ehe wurde geschieden), das 
Ehetauglichkeitszeugnis verweigert, da er an einer erheblichen 
charakterlichen Störung leidet. 

Döhnel war seit 1933 Parteigenosse. Er ist 1936 freiwillig wieder 
ausgetreten und damit dem beabsichtigten Ausschluß aus der Partei, da er 
fortwährend Stänkereien verübte, zuvorgekommen. 

Zur Zeit gehört er der NSV. und dem RLB. an" (Geheime 
Staatspolizei, Staatspolizeileitstelle Dresden, Döring, an RSK, 20/X1/39. 
Quelle: BA Namensakte Döhnel). 


Doktor, Leonie 
Frankfurt a. M., 5. Juli 1884 - KZ Theresienstadt, 4. Juni 1943 (durch 
SS ermordet). 
Musikpädagogin und Pianistin in Frankfurt a. M. 
Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jüdin denunziert. 
Während des Krieges zwecks "Endlösung der Judenfrage" nach 
Theresienstadt deportiert. 


D 1276 





Dö Liab, dö recht stark is, dö plaudert nit gern. Volkslied aus 
Kärnten. 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 79/80 (1939); RJF, Musikblätter der HJ 79/80 
(1939). 


Dölling, Kurt 
Markneukirchen, 9. November 1895 - Plauen (SBZ), 18. August 1947. 
Musikpädagoge in Plauen; hier Musiklehrer an der Knabenberufsschule, 
Dirigent des gemCh. "Germania" und des MGV "Tannhäuser". 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.437.693. NSLB seit 1/VI/33. 

Werklied zum 1. Mai (T: R. Euringer). MCh (1934) [DSB]. 

In: 

Liederblatt des DSB 99. 

Mahnung: Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben (T: J. G. Fichte). 
MCh (1935; u. a. Leipzig, *29/V1/35, zum 2. Sächs. Sängerfest) [K&S]. 


Domgraf - Fassbaender, Willi 
Aachen, 19. Februar 1897 - München, 13. Februar 1978. 
Sänger und Kammersänger - Bariton - in Berlin-Charlottenburg, dann 
Schlachtensee, zunächst mit Gastspielvertrag, 1934 und 1935 in 
Glyndebourne unter Fritz Busch und 1937 bei den Salzburger Festspielen 
unter Toscanini; später Mitglied der Staatsoper Berlin, 1939/40-1940/41 
zugleich an der Staatsoper München. 

Nach 1945 u. a. wieder beim Glyndebourne Festival; 1953-62 
Regisseur in Nürnberg und schließlich Oberspielleiter, hier ab 1954 Dozent 
in der Opern- und Gesangsklasse am Konservatorium. Zuletzt in München 
i. R. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.849.172. 
9. August 1933: 

Domgraf-Fassbaender singt zur Sendung "Neue nationale Lieder" 
singt, begleitet vom Orch Otto Urack, das "Deutsche Wächterlied" von 
Urack und "Heil, mein Führer" von Emmel (FSt. Berlin, 9/VII1/33, von 
Schallplatten). 

18. August 1933: 

Das Schallplatten-Programm "Lieder und Märsche des neuen 
Deutschland" bietet u. a., gesungen von Domgraf-Fassbaender, Uracks 
"Deutsches Wächterlied" (Mirag, 18/VI11/33). 

1934: 

Domgraf-Fassbaender mit Chor und Orch der Städt. Oper Berlin 
singt H. Hermanns Bekenntnislied "Mahnung" für die Aufnahme. 

Tondokument im DRA: 1931512-04. 

22. Juni 1939: 
"(...) Ein entsprechender Antrag des Herrn Kammersängers 


D 1277 





Domgraf-Fassbender auf evtl. Mitwirkung an der geplanten Aufführung des 
>Figaro< in Scheveningen wurde im Hinblick auf die hier bekannt 
gewordene Tatsache, dass in diesem Opern-Ensemble zugleich auch die 
Emigranten Alexander Kipnis und Irene Eisinger auftreten, zunächst 
zurückgestellt (...). 

"Eine Ablehnung gegenüber Herrn Domgraf-Fassbender liesse sich - 
ganz abgesehen davon, dass diesem noch kein endgültig klares 
Engagements-Angebot vorliegt - damit leicht begründen, dass es sich hier 
um die Schaffung neuer Auslandsgastspielmöglichkeiten handle, wobei 
zurzeit eine Genehmigung zum Auftreten lediglich für den leitenden 
Dirigenten - noch nicht aber für Solisten - erteilt werden könne. (...)" (Der 
Präsident der RTK an Dr. Goebbels, 22/V1/39. Quelle: BA R 55/ 20485. 
Blatt 152). 

25. August 1939: 

Das RMVP informiert das Auswärtige Amt. daß die erbetene 
Genehmigung u. a. für Domgraf-Fassbender zur Mitwirkung in 
Scheveningen erteilt worden sei (Quelle: BA R 55/ 20485. Blatt 159). 

Information: DML, SML, FA2. 


Domina, Fritz 
Grefrath/ Köln, 14. April 1902 - Recklinghausen, 2. April 1975. 
Kapellenleiter in Berlin W 62; Tonfilmkomponist und Pianist. Stand 1942: 
2. Kapellmeister am Renaissance-Theater. 
Nach 1945 zuletzt in Recklinghausen. 
Werke, oft unter Pseudonym Theo Schoppe: U-Musik. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Musik zum Spielfilm Krach im Hinterhaus, zus. mit Will Meisel, Berliner 
Volksstück, Regie Veit Harlan (1935). 1945 Verbot durch Alliierte 
Militärregierungen. 

Was ist des Deutschen Vaterland? Marsch (RS Berlin, 30/1X/35). 

A. Joost sen.: Regimentskameraden. Marsch. Für Orch/ SalonOrch: F. 
Domina (1939) [Bi]. 

Information: FA. Das seit 1/1/75 für den Geburtsort zuständige 
Standesamt Frechen ignorierte eine Anfrage vom 13/III/98 und gab eine 
weitere vom 20/X/99 an den gar nicht zuständigen Fachbereich 
Bürgerangelegenheiten, Öffentliche Sicherheit und Ordnung der Stadt 
Frechen ab. Das zuvor zuständige Standesamt Kerpen ließ eine Anfrage 
vom 10/XI/99 gegen Verwaltungsrecht unbeantwortet. 


Dona nobis pacem (T: Schluß des Meß-Ordinatoriums) Kanon zu 3 
Stimmen, Urheber unbekannt, 19. oder spätes 18. Jh. 
In: 
Lobeda-Singebuch 1 (1936); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937; 
nur T). 


D 1278 





Donath, Hans 


Von-Lettow-Vorbeck-Marsch, für versch. Bläserbesetzungen 
(ursprünglich kurz nach dem Wk. I). Titel auch "Lettow-Marsch" für Orch/ 
SalonOrch/ Klavier [Scheithauer, Berlin]. Für Militärmusik: Max Rhode 
(1938) [Ho]. 

Der Titel feiert General Paul von Lettow-Vorbeck (1870-1964), 
Kommandeur der Schutztruppe im damaligen Deutsch-Ostafrika, der sich 
gegen starke britische Übermacht - freilich fast immer auf der Flucht - bis 
zum Ende des Wk. I halten konnte. 


Donath, Paul 
Berlin, 8. Februar 1875 - ? 
Kapellmeister, auch bei den Kurkapellen Heringsdorf und Brückenau, 
zeitweilig im Zoolog. Garten Berlin, hier dann auch mit eigenem Paul 
Donathschen Symphonie-Orchester. Wohnung (1942): Wilmersdorf, 
Weimarische Str. 14. 
Werke: Tänze, Märsche und Lieder; Streichquartett. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Fest und treu. Marsch (Norag, 13/X1/33, aus Kiel). 

Information: DML, FA. Laut LA Berlin (22/V/01) fehlt Donath in der 
lückenhaften Meldekartei 1875-1960. Das Landeseinwohneramt Berlin 
(März 2004) hat keine Nachricht. 


Donath, Paul 
Wittenberg, 10. Januar 1903 - Bergen auf Rügen (DDR), 28. April 

1988. 
Zunächst Kaufmann, dann unter Einfluß der Jugendmusikbewegung (F. 
Jöde) Dirigent und Musikpädagoge in Halle; Chorleiter und staatlich 
geprüfter Musiklehrer für Komposition und Theorie, Dirigent des Chors der 
Rundfunk-Arbeitsgemeinschaft Halle, 1938-41 auch Kantor. 

1951-54 Leiter der Abt. Volksmusik an der Volksmusikschule Halle, 
1953 auch Kapellmeister. Seit 1958 Dozent für Musikpädagogik in Leipzig 
am Zentralhaus für Volksmusik, später in Bergen auf Rügen i. R. 
Werke: Tanzspiele, Volksliederoratorien, Kantaten, Kammermusik, 
Klavierkompositionen, Lieder, so "Leuchtturm DDR" zu den Volkswahlen 
1965, und Chöre; Kanons, so "Was wir errungen haben, ist wert, daß wir 
es schützen"; auch Herausgeber und Bearbeiter, so von Lenins 
Lieblingslied "Im Kerker zu Tode gemartert" in 3stimmigem Satz (1970). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.221.421, auf Antrag vom 15/V1/37. Leiter des 
Reichsverbandes für Volksmusik (RMK), Gau Halle-Merseburg. 

Information: LdCh, FA2. Die Stadtverwaltung Bergen ignorierte eine 
Anfrage vom 10/VI/96 und brach damit Verwaltungsrecht. 


D 1279 





Donati, Baldassare 
1540 (?) - 1603 


Villanella alla Napolitana: Wenn wir hinausziehn am Frühlingssonntag 
(T: Peter Cornelius). Tanzlied (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. 
Liederfest des DSB, "Komponiert von Max Reger"). 

In: 

DSB, Liederbuch für Männerchor (1938). 


Donauschifferlied = D' Pi'nier 


Donderer, Hans 
Hörbranz/ Vorarlberg (Österreich), 15. Dezember 1908 - Lindau, 16. 
Dezember 1981. 
Musiker, später Inhaber einer Musikalienhandlung in Lindau. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP; NSBO seit 1932. 

Wo wir unsre Fahnen tragen (T: Hans Gabler). Lied des RAD. 
In: 

Singend wollen wir marschieren (?-61939). 

Information: Der Standesbeamte Schneider, Lindau, (23/IV/87), 
verweigerte unter unwahren Angaben zum PStG, also gesetzwidrig, die 
Herausgabe der Lebensdaten und berief sich nach Vorhalt auf die 
Dienstanweisung für Standesbeamte 8 86, die keine Gesetzeskraft hat 
und überdies hier den Wortlaut des Gesetzes verfälscht. Damit raubte er 
dem Künstler das postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in der 
Nachwelt und betrog den Lexikographen um sein Grundrecht auf 
ungehinderte Berufsausübung. 

Wegen Namensgleichheit könnten auch der folgende oder der 
Lindauer Hans Donderer (Fischach, 2/XII/87 - Lindau, 12/IX/68) Urheber 
dieses Liedes sein. 


Donderer, Hans 
Weißenburg, 31. Dezember 1914 - ? 
Musikstudent - Stand 1933 - in München, danach Orchestermusiker - 
Trompeter. 1938 in Sonthofen, dann in Dachau ansässig. Im Krieg zur 
Wehrmacht einberufen, zuletzt Oberleutnant, bis 23/VI11/48 in sowj. 
Kriegsgefangenschaft. 


NSDAP seit 1/1V/33, Nr. 1.663.854. 


D 1280 





Donisch, Max 

Graudenz, 31. Dezember 1880 - Berlin, 1. Februar 1941. 
Sohn eines Berufsoffiziers; anfangs aktiver Offizier bis 1919, zuletzt Major 
und Regimentskommandeur. Dann Schüler von Ph. Scharwenka, H. 
Riemann und H. Kaun, Musikpädagoge und Komponist in Berlin, 
Musikreferent beim "Tag", Mitarbeiter von Zeitschriften wie "Deutschlands 
Erneuerung", München. Seit März 1933 Nachfolger des abgesetzten Hans 
Mersmann als Leiter der MA des DtIdS, wo er u. a. die Sendereihe "Musik 
im Heim" einführte. Zum *30/1/37 ernannte Hitler ihn zum Professor. 
Werke: u. a. "Soleidas bunter Vogel", musikal. Legende (Rostock, 1927, 
und Krefeld, 25/X/33; RS Berlin, 22/V/38), die Oper "Der Richter von 
Steyr" (1941, MS); Kammermusik, so das Streichquartett A-moll (1939); 
"Lyrische Kantate" für Soli, gemCh, Orch und Orgel. 


NSDAP seit September 1930, Nr. 410.603. Früher - 1919-22 - in der Dt. 
Völkischen Freiheitspartei. 1934 im Führerrat des Berufsstandes der dt. 
Komponisten (RMK) und im Verwaltungsausschuß der RMK; 1938-41 
Präsident des Internationalen Rates zur Förderung der Sing- und 
Sprechkultur. 

10. März 1933, Eignung?: 

"Bei aller im persönlichen Verkehr gewonnenen Hochachtung und 
Wertschätzung Max Donischs bestehen immerhin berechtigte Zweifel an 
seiner Eignung für diesen Posten. Zur Kunst zwar aus innerem Verlangen, 
doch nicht eigentlich als um einer Lebensaufgabe willens gekommen, 
überwiegend auch nur als Beobachter des musikalischen Lebens tätig, hat 
der neue Abteilungsleiter dem Rundfunk gegenüber bisher, wenn 
überhaupt, stets nur eine sehr reservierte Stellung eingenommen. Und es 
muß schwer sein, ohne Begeisterung für die Sache, sich um die vielen hier 
gestellten Arbeiten erfolgreich bemühen zu können" (Ein neuer 
musikalischer Leiter des Deutschlandsenders. "Funk", Heft 11, 10/111/33. 
S. 42). 

Zu dieser Zeit war öffentliche Kritik noch möglich. 

4. April 1933, Empfehlung: 

"(...) gestatte ich mir Ihnen die Kopie eines Briefes zu übersenden, 
die mir vom Pg. Hugo Rasch übersandt wurde und in dem er das Angebot 
einer Ernennung zum Professor an der Hochschule für Musik durch Herrn 
Prof. Georg Schünemann ablehnt. 

Da ich nicht weiß, ob Ihnen diese aufrechte Tat mitgeteilt worden ist, 
halte ich es für meine Pflicht, sie Ihnen bekannt zu geben. Sie 
kennzeichnet einen untadeligen Charakter und die Selbstlosigkeit eines 
Mannes, dem diese Auszeichnung längst gebührt hätte. (...)" (Max 
Donisch an Staatskommissar Hinkel, 4/1V/33. Quelle: BA Namensakte 
Hugo Rasch). 

Die musikalische Programmgestaltung des DtIdS ("Funk" Nr. 15, 
711V/33). 
Zitat: 

"Obenan soll die Pflege der deutschen Musik stehen. Sie ist 

in diesen vierzehn Jahren nach dem Weltkriege derartig unterdrückt 


D 1281 





worden, daß es erste Pflicht ist, ihr vor allem den hervorragenden Platz im 
Lande wieder einzuräumen, der ihr gebührt. Zum Unterschied von den 
anderen, auf einen engeren Wirkungskreis begrenzten Sendern sind die 
Aufgaben des DtIdSs vornehmlich repräsentative. Über die 
Grenzen des Reiches hinaus soll er dem Deutschtum, also auch unserer 
Kunst, Geltung verschaffen. Demgemäß gilt es, in der Welt die Erinnerung 
an die musikalischen Meisterwerke der Vergangenheit 
wachzurufen, dann aber vor allem dem schaffenden wie dem 
nachschaffenden Künstler der Gegenwart den Raum zu geben, den 
er zur Entfaltung seiner Kräfte nötig hat. Der Bevorzugung einiger Weniger 
muß ein Ende bereitet werden. 

(...) Im Übrigen wollen wir das Wochenprogramm so gestalten, daß 
jeder Geschmack zu seinem Recht kommt. Wir wollen nicht 
schulmeistern, wir wollen durch das lebendige Beispiel wirken. Von 
der Bevormundung hat unser Volk genug. Dem Anspruchsvolleren soll 
Wertvolles, dem Entspannungsuchenden leichte Kost geboten werden; 
aber auch von dieser nur das beste. Für Niggermusik ist ein Sender, der 
das Deutschtum zu vertreten hat, nicht da" (S. 59). 

5. Mai 1933: 

Die "AMZ" LX/18 bringt einen politisch-denunziatorischen Angriff 
gegen Fritz Jöde, u. a. mit Unterschrift von Max Donisch. 

Nordisches Capriccio A-moll für kl. Orch (Orag, 8/VI11/33, Kl. 
Funkorchester, Dgt. Eugen Wilcken). 
Soleidas bunter Vogel. Oper (Krefeld, 25/X/33, in Neufassung). 

Tondokument - Aufnahme des RS Berlin vom 16/V/37 - im DRA. 

1. November 1933, Bericht: 

"Der bekannte Musikkritiker und jetzige Leiter der Musikabteilung 
des Deutschlandsenders Max Donisch hat zu der Dichtung Curt Böhmers 
nach einem Märchen aus 1001 Nacht eine sprühende, an witzigen 
orchestralen Einfällen reiche Musik geschrieben, die neuromantischer 
Richtung folgt und deren Hauptstärke auf impressionistischen 
Stimmungswerten beruht. Anklänge an Richard Strauß und Wagner und 
eine typisch deutsche Harmonik stehen in Kontrast zu der orientalischen 
Handlung, die mehr spielerisch gelockert als dramatisch bewegt ist. 

Ein seniler persischer Kaufherr weiß seine reizende junge Frau 
Soleida bei einem Papageien in guter Hut, berichtet ihm dieser doch alles, 
was während seiner Abwesenheit im Hause vorgeht, auch von einem 
Liebesgetändel der süßen Soleida mit einem Teppichlieferanten. Die kluge 
Frau überlistet aber den Alten, indem sie dem Vogel ein Gewitter bei 
hellem Sonnenschein vortäuschen läßt. Nun muß der Alte den Vogel, der 
ihm dieses sogleich berichtet, für verrückt halten. Überzeugt von Soleidas 
Unschuld und selig lädt er sogar den Liebhaber zum Tee ein, worauf mit 
einem reizenden buffonesken Terzett (neben einem Schäferliedchen der 
Soleida das bestgelungene Stück) die einaktige Oper schließt. Für ein 
musikalisches Lustspiel zu schwer instrumentiert und durchkomponiert, 
wird das Werkchen als typisch deutsch geartete Märchenoper - trotz des 
exotischen Milieus - wohl seinen Weg über die deutschen Bühnen machen, 
wenn der rauschende Erfolg der Uraufführung des schon vor elf Jahren 


D 1282 





entstandenen, inzwischen aber völlig umgearbeiteten Werks darauf 
schließen läßt" (Stadttheater Krefeld. Uraufführung "Soleidas bunter 
Vogel". Musikalisches Lustspiel von Max Donisch. "DBkorr" 11/33, 1/X1/33. 
S. 2-3). 

Fastnachtsouvertüre für gr. Orch (1934), Titel später "Festouvertüre". 

Aktualisierung von Titeln war nicht selten. 

Eröffnungsansprache zur Tagung "Singen und Sprechen" (Düsseldorf, 
*27/V/38, bei den Reichsmusiktagen). 

Eröffnungsansprache zur Tagung "Singen und Sprechen" (Düsseldorf, 
*16/V/39, bei den Reichsmusiktagen). 

März 1941, Nachruf: 

"(...) Er hatte als Schaffender wie als Kulturpolitiker stets nur das 
eine Ziel: der deutschen Sache zu dienen und zu nützen. Als alter 
Nationalsozialist und Soldat ging er unbeirrbar seinen Weg. Sein Werk 
wird weiterhin von einer ungewöhnlichen Persönlichkeit zeugen. Die Oper 
>Soleidas bunter Vogel< gelangt demnächst an der Mailänder Scala in 
italienischer Sprache zur Aufführung. Eine andere Oper >Der Richter von 
Steyr< hat er fertig als Manuskript hinterlassen. Donisch ist 62 Jahre alt 
geworden" ("Die Musik" XXXI11/6, März 1941. S. 228). 

Information: DML (Geburtsjahr: 1860), DDFL (Geburtsdatum: 
17/VII), FA (Geburtsjahr: 1879). Obige Angabe wie ZKNSDAP. 


Donizetti, Gaetano (1797-1848) 


Die Regimentstochter. Neubearbeitung der Oper von Waldemar Frank 
und Horst Platen. 
1934/35, Gutachten: 

"Wenn es zwar stark übertrieben ist, auf Grund dieser 
Neubearbeitung des Textbuches Frank als >Dichter< zu bezeichnen, so die 
Mitteldeutschen Zeitung, dürfen wir doch andererseits anerkennen, daß 
dies Buch nicht ungeschickt gemacht ist. Unter Weglassung einiger 
Plattheiten und Vertiefung des Dialogs an manchen Stellen könnte das 
Buch einen unterhaltsamen Abend liefern, sofern die Musik - auch in 
Neubearbeitung!! - ihre Rechte auf Durchschlagskraft geltend machen 
kann. Jedenfalls bleibt hinsichtlich des Textbuches das Werk immerhin 
beachtenswert" (Quelle: BA Bestand RKK, Namensakte W. Krupka). 





Donkosakenlied = Platoff preisen wir, den Helden 


Donner rollen, Blitze zucken. Jungenlied, onA. Titel: Lied der 
Sturmreiter. 
In: 
Heijo, der Fahrwind weht (1933). 


D 1283 





Doppelbauer, Josef Friedrich 
Wels an der Traun/ OÖ, 5. August 1918 - Salzburg-Aigen (A), 16. 
Januar 1989. 
Student - Orgel, Cello und Komposition - an Konservatorium und 
Steirischer Landesmusikschule Graz, Schüler von J. N. David und K. Marx, 
dann hier Lehrer für Blockflöte; 1940-46 Wehrdienst und Gefangenschaft. 
1947-57 Kantor und Organist von St. Johannes in Wels, seit 1960 
Professor für Komposition, Tonsatz und Orgelspiel am Mozarteum 
Salzburg, 1971-84 dessen stellv. Rektor. 
Werke: geistliche Musik u. a. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Wo wir stehen, steht das Reich in den Herzen aufgerichtet (T: H. J. 
Nierentz). Kanon zu 4 Stimmen. 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 79/80 (1939); RJF, Musikblätter der HJ 79/80 
(1939); Die Fahne der Gemeinschaft 3 (1941). 

Information: KDMK, RML, LdCh, MGGS, FA2. 


Dor butn inne Masch do steiht en Hus. Aus Dithmarschen. 
In: 
Niederdeutschland (1936); Unser das Land (1937). 


Dorendorf, Hans 
Feldwebel der Wehrmacht bei der LW. 


Glück ab, Kamerad! (eigener T). 
In: 
Volk in Waffen (1941). 


Dorendorf, Karl (Carl) 
Curslack bei Hamburg, 14. Februar 1882 - Hamburg, 30. Dezember 
1967. 
Komponist und Selbstverleger in Neuengamme, Hamburg-Land. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP oder NSLB. 
Deutsche Flieger. Marsch. Für SalonOrch: G. Ebhardt (1937; RS 
Hamburg, 24/V11/38) [SV]. 


Dörfel 


Kraft durch Freude. Marsch (DtldS, 13/111/35). 


D 1284 





Dörfeldt, Anton 
1781 - 1829 


Galoppmarsch = AM Ill, 7 und HM III B, 57. 
In: 
HM5. 


Dorfner, Sepp 


Musiker in Salzburg, Aiglhofstr. 3 (1942), 1. Posaunist im Orchester des 
Mozarteums und Lehrer für Posaune an der Reichshochschule für Musik 
Mozarteum. 


Feierliche Morgenmusik (UA: Salzburg, 1940; Mitwirkende: Bläser des 
MozarteumOrch). 


Döring, Bruno 
Wilhelmshaven, 28. April 1895 - Wilhelmshaven, 9. Februar 1974. 
Zunächst Militärmusiker - Hoboist - bei der Marine, dann 
Orchestermusiker, Geiger, in Wilhelmshaven, Kapellmeister und 
Musikpädagoge, Lehrer für Orgel und Komposition, auch Arrangeur. 

Nach 1945 weiterhin in Wilhelmshaven, 1946 1. Vorsitzender des 
Verbandes Dt. Musikerzieher und konzertierender Künstler (VDMK). 
Werke: Orchesterstücke, so "Nordseestürme", "Ein Sommerabend an der 
Nordsee" oder "Heimat am Meer"; Tänze, Violinstücke und Etüden, 
Klavierstücke, U-Musik; Studienwerke, so für Violine. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.244.011, auf Antrag vom 12/VI1/37. 
Deutsches Marschalbum I: 1. Heil Hitler! - 2. SA voran. - 3. 
Deutschlands Erwachen. - 4. Einzug der Standarte. Für Blasmusik 
(1933). 

Deutschland, mein Deutschland. Marsch (Werag, 23/V1/33). 
Patriotischer Festmarsch (Norag, *18/VI11/33, zur Funkausstellung 
Berlin). 

Treue dem Führer. Marsch (1934) [HK]. 

In: 

Standard-Marsch-Album (1935). 

Albert-Leo-Schlageter-Marsch (1934; RS Hamburg, 25/X/38). [HK]. 
In: 

Standard-Marsch-Album (1935). 
Feldmarschall-von-Schlieffen-Marsch. 

Der Titel feiert Alexander Graf von Schlieffen (1833-1913), preuß. 
Offizier, bis 1905 Chef des Großen Generalstabs, der für den Fall eines 
Krieges im Westen und im Osten zur Vermeidung zweier Fronten den Plan 
eines "Blitzkriegs" gegen Frankreich schuf, welcher den Durchmarsch 
durch das neutrale Belgien und Luxemburg zwecks Umfassung der 


D 1285 





französischen Abwehr vorsah, also Bruch des Völkerrechts. Dieser Plan 
bestimmte 1914 die deutschen Operationen. 
In: 
[HK] Standard-Marsch-Album (1935). 
Deutsches Marschalbum Il: 5. Dem Führer nach! - 6. Ausmarsch der 
Standarte. - 7. SS in Front. - 8. Das neue Reich. Für Blasmusik (1935) 
[HK]. 
Heute geht's an Bord. Marsch [HK]. 
In: 
SA-Lieder-Marsch-Album II (1935). 
Des Führers Soldaten. Marsch für Orch/ SalonOrch (1940) [IR]. 
Siegreiche Wehrmacht. Marsch für Orch (1940) [IR]. 
Helden von Narvik. Marsch für Harmoniemusik mit SaxStn. (1941) [IR]. 
Nach 1945 neu als "Gruß an Deutschland". 

Information: FA, LdBl. 


Döring, Eduard 


Erde, die uns dies gebracht, Sonne, die es reif gemacht (T: onA = Ch. 
Morgenstern). Kanon in der Unterquint zu 2 Stimmen. 

In: 

Lobeda-Singebuch 2 (1933); Lobeda-Singeblatt 7 (1935); Deutsche Musik 
A, B (1941). 

Ach, bittrer Winter. Zur Wintersonnenwende. Für 4 gemischte 
Stimmen. 

In: 

Der junge Chor 5 (1940). 


Döring, Hans 
Berlin, 28. März 1890 - ? 
Schüler u. a. von W. Klatte; seit 1926 Kapellmeister beim späteren RS 
Hamburg, Nebensender Kiel, hier zeitweise Leiter der Kieler Orchester- 
Gemeinschaft; ab 1941 in Berlin-Charlottenburg. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.730.704. 

Information: DML, FA. Nicht im DMK 1942. Laut LA Berlin (22/V/01) 
fehlt Döring in der lückenhaften Meldekartei 1875-1960. Das 
Landeseinwohneramt Berlin (März 2004) hat keine Nachricht. 

Das Standesamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin abzufragen, 
empfiehlt sich nicht; vgl. Baldamus. 


a 1286 





Dörle, Emil 
Herbolzheim/ Baden, 29. September 1886 - Freiburg i. Br., 24. Juni 
1964. 
Obersteuerinspektor und freischaffender Komponist in Freiburg. 
Nach 1945 weiter in Freiburg; 1950 Mitbegründer und bis 1954 
Präsident des Bundes Badischer Volksmusikverbände. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.351.821. 
Freiheit und Frieden. Marsch (RS Frankfurt, 27/X/36). 
Blank die Wehr, rein die Ehr. Marsch (RS Frankfurt, 11/X1/36, 
24/V/38). 
Hoch Badner Land. Marsch (RS Frankfurt, 24/V/38). 
Festmarsch (UA: Freiburg, *4/V1/39, zur Kundgebung beim 
Volksmusikfest des Gaues Baden vor der Rede von Reichsstatthalter 
Gauleiter Robert Wagner). 

Information: LdBl. 


Dor let sek en Buur en Paltrock snien = Es ließ sich ein Bauer 


Dornheim, Paul 
Weimar, 22. April 1905 - Schwabach, 26. März 1985. 
Kapellmeister und Geiger - Tonkünstler. Studium an der Hochschule für 
Musik Weimar bis 1928, zunächst - Stand 1932 - in Berlin, dann in Weimar 
und Heichelheim/ Thüringen, ab 1939 in Hannover, zum 1/V/41 zur 
Wehrmacht einberufen. 
Nach 1945 zuletzt in Schwabach i. R. 


NSDAP seit 1/V/32, Nr. 1.106.960. 
Die Tat ist stumm: Weiße Wolken ziehn am Horizont. Gelbe Blätter 
fallen - ungezählt. Braune Männer stehen Front an Front (eigener T). 
Textprobe (4. Strophe): 
"Denn ein großer Führer schritt zur Saat, 
pflanzt in deutsche Herzen deutschen Geist. 
Braunes Heer marschiert - stumm ist die Tat: 
stumm wie der Aar, der im Äther kreist". 
In: 
Liederbuch der NSDAP (1933); Deutsche Kampf und Volkslieder (1934; 
nur T). 
Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Roth, Nr. 
107/1985. 


Dornröschen war ein schönes Kind. Im Rheinland, in Hannover und 
Hessen. Aus: F. M. Böhme, "Deutsches Kinderlied und Kinderspiel" (1897), 
zur Melodie "J ungfer gebt mir die weiße Hand". 


D 1287 





In: 
Singkamerad (31935, 81937); NSLB, Unser Lied 1 (31935); Lieder für die 
Grundschule (1938); Klingend Erbe (1941); Lieder unseres Volkes (1943). 


Dornröschen = Surre, surre, Rädchen, schnurre! 


Dörrie, Paul 
Biedenkopf, 9. J uni 1904 - Berlin (DDR), 5. Juni 1965. 

Schüler von H. Abendroth; Kapellmeister, zunächst am Reußischen 
Theater Gera, dann bis 1935 in Wiesbaden, danach Kurkapellmeister in 
Bad Nauheim und Westerland auf Sylt, 1936 in Leipzig, 1937 Leiter des 
Kurhessischen Landesorchesters Kassel, hier mit dem Gaukulturpreis 
ausgezeichnet, nach Abbau des Klangkörpers bis Oktober 1941 
Gastspielkapellmeister am RS Frankfurt; 1941-44 im besetzten Warschau 
Dirigent des aus polnischen Musikern zusammengestellten 
Sinfonieorchesters Warschau. 

Nach 1945 an Dresdner Philharmonie und Landesoper Sachsen, 
1951 musikal. Oberleiter des Loh-Orchesters Sondershausen, ab 1/1V/57 
2. Dirigent des Berliner Städtischen Sinfonieorchesters (DDR). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.392.001. 1941-42 zunächst Theater- und 
Musikreferent der Regierung des Generalgouvernements. 
17. September 1942, Interview: 

">Das Arbeiten hier draußen ist ja etwas ganz anderes als im Reich. 
Man muß sich um so viele Kleinigkeiten kümmern, die einen Dirigenten 
sonst nichts angehen. Und dann das Probieren selbst: Aus drei 
verschiedenen Orchestern sind die Kräfte zusammengestellt. Sie können 
sich denken, daß es kein Kinderspiel ist, sie zu einer Einheitlichkeit zu 
zwingen. Vor allem muß man bei vielen gegen ein falsches Virtuosentum 
ankämpfen. Die polnischen Musiker haben manche Unkultur in ihrem 
Spiel. Bravour war bei ihnen oft wichtiger als sorgsames Achten auf die 
Vorschriften des Komponisten. Und den polnischen Dirigenten waren die 
Noten oft nur Anlaß zu einem sehr eigenwilligen Vortrag. Die Absichten 
des Komponisten waren dann erst in zweiter Linie maßgebend. Wenn man 
dagegen dem reinen Kunstwerk dienen will, können Sie sich denken, 
welche Energie, Konzentration es fordert, alle unter seinen Willen zu 
zwingen<. 

(...) >Unseren Soldaten erhebende Feierstunden deutscher Musik zu 
bieten, das ist schon eine Aufgabe, die gerade hier in Warschau, in der 
fremdvölkigen Umgebung, eines hohen Einsatzes wert ist. Ich bin mir der 
Verpflichtung bewußt, die ich übernommen habe, und weiß, daß es auf die 
Qualität jeder einzelnen Darbietung ankommt, um Warschau zu einem 
Mittelpunkt deutscher Kultur östlich der Reichsgrenzen zu machen<" 
(Josef Tobias: Warschaus neuer Kapellmeister. "Warschauer Zeitung" Nr. 
220, 17/1X/42). 


D 1288 





Januar 1944, Polnischer Solist: 

"Nach dem Absagen der beiden Geiger Taschner und Stanske war 
Waclaw Niemczyk, der Konzertmeister des Orchesters, der Retter in der 
Not. Mit Virtuosität, hinter der man aber auch ein starkes gestalterisches 
Empfinden spürte, begünstigt von den Möglichkeiten seines wertvollen 
Instruments, weckte er Saint-Sa&ns >Introduktion und Rondo 
capriccioso< für Violine und Orchester zu glänzendem, sprühendem 
Leben. Freundliche Beachtung fand eine von Dörrie und seinen Musikern 
feinhörig interpretierte >Sommerpastorale< des Schweizers Artur 
Honegger, die etwa am Schnittpunkt Grieg und Debussy in 
impressionistischen Gefilden beheimat ist, dabei in der Anlage auch ein 
wenig an Wagners >Siegfried-IdylI< denken läßt" (H. Piroth: Musik in 
Warschau. "Krakauer Zeitung" Nr. 25, 29/1/44). 

Eine vertrauliche Anweisung des RMVP hatte Honegger 1939 für 
"unerwünscht" erklärt; sie war noch in Kraft, doch bestimmte in Warschau 
Dr. Frank. 

Information: KDMK (Keine Angaben zum Berufsweg bis 1945). 


Dorscht, Paul 
Krefeld, 20. März 1904 - Andernach, 23. November 1994. 
Musikpädagoge und Komponist in Krefeld bis Anfang 1936, dann in 
Düsseldorf und ab November 1937 in Essen. 
Nach 1945 zuletzt in Andernach i. R. 
Werke: u. a. Neue Volks- und Tanzlieder (1938). 


NSDAP seit 1/V/33 (vom BDC auf 1/11/34 korrigiert), Nr. 3.395.224. 
Zunächst MZF des HJ -Bannes 56 Krefeld-Uerdingen, 1937 in Essen 
Gefolgschaftsführer und Leiter des Standortorchesters der HJ. 1939 als 
Musiksachbearbeiter im Dt. Volksbildungswerk Gau Essen vom Kulturpolit. 
Archiv vorgeschlagen. 
Volk will zu Volk und Blut will zu Blut (T: H. Gutberlet). Sonnenwendlied 
für Grenz- und Auslandsdeutsche (1934) [ZVNSDAP]. 
Textprobe (2. Strophe): 

"Volk will zu Volk, ein Opfersturm 

soll alle Herzen einen. 

Hoch über einem deutschen Dom 

soll Gottes Sonne scheinen". 

Der Dom = der deutsche Staat war ein Topos auch in der DDR- 

Musik. 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 20 (1935); RJF, Eine Flamme ward gegeben 
(1936); Lieder der Mannschaft 5 (1936); RJF, Wir Mädel singen (1937, 
21938); Lieder für Frauengruppen 5 (1937); Lied über Deutschland (1937, 
>1941); Liederbuch der NSDAP (331937); SS-Liederbuch (21937; 91941); 
DSB, Singendes Volk 27 (1938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); 
Marschierende Jugend (21938); Volksliedsingen im Schulfunk 3 (12. Mai 
1938), 24 (Februar 1940); SA-Liederbuch (21939); RJF, Unser Liederbuch 


D 1289 





(61941); Das Orgelbuch (1943); Von Volk und Reich (1944). 
Feuerruf: Roter Brand, glühe auf! Nimm durchs Land deinen Lauf (T: 
Hans Scheu). Sonnenwendlied (1934) [ZVNSDAP]. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Funke, flieg in die Zeit! 
Künde Krieg weit und breit 
allen, die zu hadern wagen, 
die im Herzen Zwietracht 
tragen! 
Funke, flieg in die Zeit!" 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 20 (1935); Deutsche Jugend heraus (3. Folge, 
1936); RJF, Eine Flamme ward gegeben (1936); Uns geht die Sonne nicht 
unter, Neue Folge 1 (1936, Textausgabe 1941); Lieder der Mannschaft 5 
(1936); Lieder des Volkes (61936); Liederbuch der NSDAP (331937); RJF, 
Wir Mädel singen (1937, 21938); Lied über Deutschland (1937, ?1941); 
RJF, Junge Gefolgschaft 2 (1938); Das Bannorchester (1939); SA- 
Liederbuch (21939); Sonnwendfeier 1 (1940); RJF, Unser Liederbuch 
(61941). 
Heilige Flamme, Mahner zur Stille, rufe der Menschheit hadernden 
Chor (T: Heinz Meiswinkel). Sonnenwendlied. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Lasse die fesselnden Ketten zerspringen. 
Innig uns mahne dein blutroter Schein! 
Hilf uns, die deutsche Seele erringen, 
lasse wie du reine Flamme uns sein!" 
In: 
Lieder für Frauengruppen 5 (1937). 
Pack zu! Nimm ihn in deine Faust (T: Georg Zemke). Arbeitslied. 
In: 
Lied über Deutschland (1937); Volksliedsingen im Schulfunk 1/2 (22. April 
1937). 
Brecht die Bande entzwei (T: Hans Scheu). Kampflied. 
In: 
Lied über Deutschland (1937, ?1941). 
Arbeiter, Bauern, Soldaten, Zukunft steht fordernd vor euch (T: Kurt 
Eggers). Kampflied. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Nehmt die Gewehre, die Spaten 
in eure schwielige Hand, 
Arbeiter, Bauern, Soldaten, 
kämpft für das deutsche Land!" 
In: 
Lied über Deutschland (1937, ?1941); Die Fahne der Gemeinschaft 2 
(1939). 
Soldat ist jeder (T: Hans Scheu). Soldatenlied. 
In: 
Lied über Deutschland (1937). 


D 1290 





Neue Volks- und Tanzlieder (Texte: Franz Peter Kürten). Darin u. a. 
Musikantenlieb: Mein Liebster ist ein Musikant. - Weiß mir ein Maidlein. - 
Aus Herzensgrund tu' ich dir kund. - Botschaft: Ach, Täubchen, laß dich 
bitten. - Verspruch!: Ach, das ist die schlimmste Pein. - Nachtgruß: Wenn 
ich nur das eine wüßt'. 
In: 
Fahne der Kameradschaft (1937). 
Soldat ist jeder. Lieder (1938) [K]. 
Wir fragen nicht nach Rang und Stand (T: Kurt Salewski). NS- 
Bekenntnislied [ZVNSDAP]. 
Textprobe: 
Me) 
mag kommen, was da wolle, 
ob jung, ob alt, ob Arbeitsmann, 
ob Bauer von der Scholle. 
Wir lieben nur ein Vaterland, 
das Hakenkreuz im Banner; 
stumm reichen Brüder 
sich die Hand 
von Spaten, Tisch und Hammer". 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 20 (1935); Lieder der Mannschaft 3 (1936); 
Liederbuch der NSDAP (331937); SA-Liederbuch (21939); Sing- und 
Spielmusik für Jugend und VoIlk15 (1940; Komponist und Texter sind 
fälschlich "Dorsche" benannt). 
Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Andernach, 
Nr. 433/1994. 


Dort auf den Rummelshöhn gehts lustig zu. "Der 
Rummelsberger", Ländler aus dem Krs. Grottkau/ Oberschlesien. 
In: 

Zwanzig Lieder (1938). 


Dort auf jenem Berge, eins, zwei, drei, sitzen kleine Zwerge. 
Kinderlied aus dem Egerland. 
In: 
Singkamerad (31935, 81937); Klingend Erbe (1941). 


Dort auf jenem hohen Berge. Kinderlied, Variante des vorigen. 
In: 
NSLB, Unser Lied 1 (31935). 


Dort auf jenem Leitele. Volkslied aus Thüringen. 


D 1291 





In: 
RJF, Liederblatt der HJ) 67 (1938); RJF, Musikblätter der HJ) 67 (1938). 


Dort im Westen, in der Ferne (T: Uffz. Hans Eckardt). Kriegslied, 
zur Melodie "Ein Tiroler wollte jagen". Titel: Die Nebelbraut. 
In: 
Neue Kriegslieder (1940). 


Dort in dem Schneegebirge. Aus dem Riesengebirge, zuerst in: 
W. Gollhardt, "Sankt Georg" (1931). 
Vgl. Und in dem Schneegebirge. 
In: 
Niederdeutschland (1936). 


Dort jenes Brünnlein hat kaltes Wasser, tief im Grund. 
Liebeslied aus Masuren, in: Jöde, "Die Singstunde". 
In: 
Lied über Deutschland (?1941). 


Dort nieden an dem Rheine ist ein Berg bekannt. Volkslied, 16. 
Jh. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 6 (11. Juni 1936). 


Dort nied'n in jenem Holze leit sich ein Mühlen stolz (T: 
Frankfurter Liederbuch, 1582). Volksmelodie, ursprünglich zu dem 
schlesischen Lied "Ich ging wohl nächtens spate" (Vgl. Erk-Böhme, 
"Volkslieder", 1841). Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 

In: 

Wir wollen singen (1933); Treu unserm Volke (1934); Liederbuch des 
Turner-Musikant (1934); Lose Blätter 355 (ab 1934); NSLB, Unser Lied 2 
(21935); RJF, Liederblatt der HJ 4 (1935); Singkamerad (31935, 81937); 
Deutsches Frauenliederbuch (1935); Lieder für Werk-Frauengruppen 1 
(1936); Lieder für die Landjugend 1 (1936); Das Lied im Deutschen 
Arbeitsdienst (1937); Unser das Land (1937); RJF, Wir Mädel singen 
(1937, 21938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); RJF, Pflichtlieder des 
Bundes Deutscher Mädel (1938); Lieder vom Führerthing (1938); Lied 
über Deutschland (?1941); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 
43-49 (1942); Lieder unseres Volkes (1943). 


D 1292 





Dort oben am Beri. Mährisches Volkslied. 
In: 
Brünn ist nit hin (1939). 


Dort oben auf der Egg isch a Müllersfrau. Aus Tirol. 
In: 
Hellau! (1942). 


Dort oben vom Berge wohl wehet der Wind, da sitzet Maria und 
wieget ihr Kind. Aus dem Böhmerwald. 
In: 
Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Lied über Deutschland (?1941); Das 
Kindelwiegen (1943). 


Dort oben vor der himmlischen Tür. Erbauungslied vom 
Bodensee. Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 
In: 
DSB, Singendes Volk 17 (1936). 


Dort Saaleck, hier die Rudelsburg. Heimatlied, 0nA. 
In: 
Wir singen (1934). 


Dort unten an dem Felsen. 
In: 
Stimmt an! I (1939). 


Dort unten, da steht eine Mühle. Volkslied aus Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Dort wo der Ortler steht. Heimatlied aus Tirol. 
In: 
Hellau! (1942). 


Dort, wo der Rhein mit seinen grünen Wellen so mancher Burg 
bemooste Trümmer grüßt. Wanderlied onA. 
In: 
Kameradschafts-Lieder (1939). 


D 1293 





Dort, wo die Fichten aufragen zum Himmel, dort tief im Walde 
liegt mein Vaterhaus. Finnisches Volkslied. Titel: Mein Vaterhaus. 
In: 
Lieder für Schulfeiern 6 (1936). 


Dor weer een lütje Burdeern, de wull so fröh upstahn. 
Niederdeutsches Volkslied. 
In: 
RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936; Variante: "Dat weer enmal en"); 
Unser das Land (1937; Variante: "weer enmal ne"); Lieder vom 
Führerthing (1938). 


Dor weer ok mol een Hochtiedsspaß vun Hans un Gret'n. 
Niederdeutsches Volkslied. 
In: 
Unser das Land (1937); Lieder vom Führerthing (1938; nur T). 


Dosse, Hans 
Berlin, 23. Juli 1907 - ? 
Angestellter in Berlin, Leibnizstr. 25 (1940). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.370.633. 

Unsre Fahne flattert uns voran. Eine Sammlung von Marsch-, Volks- 
und Landsknechtsliedern, für Klavier und Text, zusammengestellt und 
bearbeitet (1933) [UB]. 

Inhalt: 

1. Lisa. - 2. Borgmann: Unsre Fahne flattert uns voran. - 3. Durch Groß- 
Berlin marschieren wir. - 4. Mahrer: Es pfeift von allen Dächern. - 5. Als 
die gold'ne Abendsonne. - 6. Mein Schlesierland. - 7. mdl. überliefert: 
(Seeräuberlied) Der mächtigste König im Luftrevier. - 8. Lore. - 9. Wenn 
alle untreu werden. - 10. Es lebt der Schütze froh und frei. - 11. Schulten: 
Weit laßt die Fahnen wehen. - 12. Koch: Heiß ist die Liebe. - 13. Sotke: 
Die Bauern wollten Freie sein. - 14. Du kleiner Tambour, schlage ein. - 15. 
Englert: Wann wir schreiten Seit an Seit. - 16. Gläser: Flamme empor. - 
17. Es zog ein Hitlermann hinaus. - 18. Ich habe Lust im weiten Feld. - 19. 
Brüder in Zechen und Gruben. - 20. nach F. Sotke, 1919: Wir sind des 
Geyers schwarze Haufen. - 21. Unser lieben Frauen vom kalten Bronnen. - 
22. mdl. überliefert: Es schlägt ein fremder Fink im Land. - 23. Wir zogen 
in das Feld. - 24. Kieling: Der Wind weht über Felder. - 25. Blumensaat: 
Es dröhnen Trommeln. - 26. Kameraden, laßt erschallen. - 27. L. von 
Schenckendorff: (Liebe zur Heimat, Treue zum Führer) Wir knien vor 
keinen Thronen. - 28. Hellmann: Parademarsch der SS. - 29. Gellert: 
Sieg-Heil. - 30. von Schenckendorff: (Weihnachtslied der SA) Heilge 
Nacht, senk dich hernieder. 

Fassung: Walter Borchert (30), ©. Lindemann (28). 


D 1294 





Information: Das Landesarchiv Berlin (9/IV/03) benötigte zehneinhalb 
Monate für die Feststellung, man habe nichts über Dosse; laut 
Landeseinwohneramt (7/VIII/03) fehlen alle Angaben. Die WASt 
(26/V/04) hat keine Meldung. 

Das Standesamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin abzufragen, 
empfiehlt sich nicht; vgl. Baldamus. 


Dost, Rudolf 
Schneeberg/ Erzgebirge, 13. Juli 1877 - Dresden (SBZ), 6. Juni 1948. 
Musikpädagoge, Studienrat in Dresden. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.978.447. 
Der Schmied: Pink, pink, pinkepank, ich bin der Schmied (T: A. 
Zähringer). Kinderlied. 
In: 
Schlesische J ugend singt (1936). 
Information: FA, LdCh. 


Dostal, Hermann 
1874 - 1930 


Fliegermarsch aus der Operette "Der fliegende Rittmeister" (Orag, 
11/11/33, 15/V11/33, von Schallplatten; SWF, *30/1/34; RS Frankfurt, 
29/111/39, MK Ill des IR 115 Worms, Dgt. MM Simon). 

Gewidmet dem K.u.K Fliegerkorps. 

Adaption 1936: 

Fliegermarsch der Fliegerhorst-Kommandantur Hannover (so RS 
Hamburg, 3/11/38). 
In: 
Marsch-Musik I (1937). 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 

Adaption, nach 1945: 

Truppenmarsch der Bundesluftwaffe. 
Wolga-Marsch (1933). 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 
Eins, zwei, drei! Militärmarsch (Norag, 8/111/33). 
Soldaten. Marsch (RS Wien, 12/V/39). 


Dostal, Nico 
Kornneuburg/ NO, 27. November 1895 - Salzburg (A), 27. Oktober 
1981. 
J urist, Schauspieler, Komponist und Kapellmeister, seit 1923 freischaffend 
in Berlin-Halensee. 


D 1295 





Nach 1945 in Wien, seit 1954 in Salzburg i. R. 
Werke: u. a. Operetten, so "Clivia" (Berlin, 1933) und "Die große 
Tänzerin" (Chemnitz, 15/11/42); Filmmusiken, so "13 Stühle" (UA: 
16/1X/38), "Das Lied der Wüste" (Ufa, 1939); Walzerlieder. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

W. Kollo: Die kleine Hitler-Garde kommt. Charakterstück. Für Orch: N. 
Dostal (1933) [TM]. 

Musik zum Kriminalfilm Mordsache Holm (UA: 18/VI1/38; Prädikat: 
Staatspolit. wertvoll). 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 
Heimatlied: Heimatland, dein gedenk ich immerdar (T: Hermann 
Hermecke). Lied aus der Operette "Monika" und dem Film "Heimatland" 
(1937) [DK]. 

In: 

Lieder unserer Zeit (1940); Die schöne Operette (1944). 

Musik zum Ufa-Film Heimatland, musikal. Volksstück nach der Operette 
"Monika" (UA: 18/VI11/39). 

Musik zum Abenteuerfilm der Ufa Das Lied der Wüste (UA: 17/X1/39). 
1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 

Der Film beschreibt den Bau einer Kupfermine in Nordafrika, dessen 
Hintergründe und Krieg in der Wüste. 

Manina. Operette im Auftrag des RMVP (UA: Berlin, 27/X1/42), den die 
Reichsstelle für Musikbearbeitungen honorierte. 
22. September 1944: 

Dostal steht in der Film-Besetzungsliste - Komponisten - des 
Reichsfilmintendanten fürs Produktionsjahr 1944/1945 (Quelle: BAR 55/ 
661. Blatt 78). 

Information: FA, LÖUM. 


Dovenmühle, Hermann von der 
Oberhod/ Krs. Fallingbostel, 22. Juli 1883 - Frankfurt a. M., 1. August 
1939. 
Militärmusiker; zunächst MM und vor dem Wk. I Leiter des Musikkorps 
beim IR 14 in Bromberg, später OMM a. D., Dirigent und Leiter von 
Marschkonzerten im RS Frankfurt. 


NSDAP (laut BDC, 11/1V/84), jedoch kein Eintrag in ZKNSDAP. SA, 
Obersturmführer, Stand 1934: Musikreferent der SA-Brigade 49, dann der 
SA-Gruppe Hessen und MZF der SA-Standarte 99 in Frankfurt a. M. 


Dowideit, Paul 
Wetzlar, 7. Januar 1903 - Mülheim/ Ruhr, 14. September 1954. 
Sohn eines Werkmeisters; Volksschullehrer, Sänger - Iyrischer Tenor - und 
Singkreisleiter in Mülheim/ Ruhr. 
1945-46 aus politischen Gründen interniert, unter Berufsverbot bis 
1949. Nun trat er als Sänger auf, solistisch und als Mitglied der Blumschen 


z 1296 





Madrigalvereinigung. Zuletzt nach entsprechender Fortbildung 
Sonderschullehrer. 

Werke: u. a. Männerchöre; Karnevalsmarsch; Lieder vom Niederrhein 
(geschrieben im Internierungslager). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.836,460. HJ, Referent in der Kultur-Abt. des 
Gebiets 10 Ruhr-Niederhein der HJ. 

Auf, Kameraden, seid bereit (eigener T). HJ-Lied. 

In: 

Fahne der Kameradschaft (1937). 

Nun stehen alle Wälder in ihrer bunten Pracht (T: Hans Scheu). 
Sommerlied. 

In: 

Fahne der Kameradschaft (1937); Volksliedsingen im Schulfunk 13 (28. 
September 1939); Das völkische Lied (1939). 

Ein lustiges Lied (eigener T). 

In: 

Fahne der Kameradschaft (1937). 

Tischlied: Lasset uns die Hände reichen (eigener T). 

In: 

Fahne der Kameradschaft (1937). 

1939, Lebenslauf: 

"Am 7. 1. 1903 bin ich in Wetzlar geboren. Mein Vater war 
Werkmeister, meine Berufsausbildung machte mich zum Lehrer. Die 
Freude an der Musik und auch eine gute Stimme habe ich von der Mutter 
geerbt. Ein besonderes Studium widmete ich dem Konzertgesang 
(Lyrischer Tenor). 

1924 begann ich innerhalb der Jugendmusikbewegung mit der 
Musikarbeit, um seitdem als Singkreis-Leiter tätig zu sein. Heute bin ich in 
der Kulturabteilung des Gebietes Ruhr-Niederrhein der Hitlerjugend 
Referent" (Quelle: Lauer, "Das völkische Lied", München 1939. S. 230). 
In Nebel muß zergehen um uns die alte Welt (T: Hans Scheu). HJ-Lied. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Wir glauben nicht wie Toren 
an Gott aus Stein und Wort. 
Er wird in uns geboren 
und lebt im Volke fort". 
In: 
Das völkische Lied (1939). 
Wenn der Morgen seine ersten Strahlen regt (eigener T). 
Soldatenlied. 
In: 
Lied über Deutschland (1937). 
Ein Abendlied: Der Tag will nun verklingen, es liegt so still die Welt 
(eigener T). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Wollst du uns Frieden senden, 
der unsre Seelen stärk‘, 


D 1297 





daß wir mit frohen Händen 

aufstehn zu neuem Werk". 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 61 (1937); RJF, Musikblätter der HJ 61 (1937). 
Kameraden, seid bereit: Es ruhen unsre Hände von harter Arbeit aus 
(eigener T). 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 


D' Pi'nier = Und döPi'nier san a Leut 


Drabek, Kurt 
Berlin, 25. März 1912 - Bad Oeynhausen, 22. März 1995. 

Nach privatem Musikunterricht 1932-39 Ensemblemusiker in Kapellen, 
Saxofonist, Akkordeonist, auch Arrangeur in Berlin W 30. 1940-45 
Musiksoldat in Musikkorps der Wehrmacht. 

Nach 1945 Leiter eines eigenen Ensembles in Berlin, mit diesem auf 
Tourneen und bei Funkproduktionen. Zuletzt i. R. in Bad Oeynhausen. 
Werke: Tanz- und U-Musik; Film- und Fernsehmusik 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
An der Reeling. Charakterstück. 
Tondokument - vom 3/XI1/41 - im DRA: B003122536, B0O03147529. 
Schultze: Das Lied vom deutschen U-Boot-Mann. Für 
Balginstrumente: K. Drabek (1943). 


Drabsch, Gerhard 


Helm auf!: Treibet die Rosse mit Macht! In der Jungfrau Namen hinein in 
die Schlacht (T: August Sperl). Bündisches Lied. 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Wir lachen euch Hohn, 
denn stark ist die Wehr: 
Am Leibe die Brünn, 
im Herzen die Ehr. 
Hilf uns, Herr Christe, streiten, 
dieweil wir müssen reiten, 
und führ uns aus der Todesnacht". 
In: 
Lieder der Spur (1934). 


D 1298 





Drache, Robert 


Musikpädagoge; ab 1934/35 Student der Kirchenmusik an der 
Musikhochschule Köln, im Juli 1938 Reifeprüfung für katholische 
Kirchenmusik. 


Der Deutschen Jugend Schwur: Wir recken die Hände (T: F. Woike). 
MCh (1937) [E]. 

Information: Das Amt für Statistik, Einwohnerwesen und 
Europaangelegenheiten der Stadt Köln (7/XII/99) konnte Drache nicht 
ermitteln. 


Draeger, Walter 
Batzlow/ Brandenburg, 14. Dezember 1888 - Weimar (DDR), 23. 
Januar 1976. 
Sohn eines Lehrers und Organisten; Dr. phil. Berlin 1913 (Geschichte und 
Sprachwissenschaft), Schüler von F. Schreker und O. Taubmann, 
Komponist und Musikpädagoge, bis 1944 Schulmusiker in Berlin W 35, 
dann in Quedlinburg. 

Nach 1945 weiterhin in Quedlinburg, 1948 Lehrer für Theorie und 
Musikgeschichte am Staatl. Konservatorium, Professor, ab 1953 an der 
Musikhochschule Halle bis zu deren Auflösung, 1955-63 an der Franz- 
Liszt-Hochschule Weimar. Er war Ehrenmitglied des VDKM (DDR). 
Werke: u. a. Flötenkonzert (1931); "Fauns Flötenlieder" für Tenor, Flöte 
und Orch; Klavierlieder und Männerchöre; Stücke für zwei Klaviere 
"Quedlinburger Klavierbuch" (1950); "Doris und Damon" für S, Oboe und 
Orch (1955); Konzerte für Orch mit Klavier, Violine, Cello; Sinfonie in D 
(1958). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Information: FA (Geburtsdatum: 14/II/88), RML, LdCh (geboren: 
14/II), SML (14/XII). 


Draeseke, Felix 
1835 - 1913 


3. Oktober 1933: 

Seine Tochter Frieda Draeseke schickt die Oper Gudrun (1879-84) 
dem RMVP zu Händen von Leiter T, Otto Laubinger, ein, dann auch die 
Opern "Herrat" (1877-79), "Merlin" (1900-1905), "Dietrich von Bern" und 
"Bertrand de Born" (1892-94). 

27. September 1934, Gutachten: 

"(...) gehört zur >neudeutschen Schule<, die seinerzeit alle 
Philisterherzen in Schrecken setzte. Er war von fanatischer Begeisterung 
für die Wagnerischen Ideen erfüllt, und begann diese, mehr oder minder 
verdaut und entstellt wieder in Taten umzusetzen. Ein hervorragender 


D 1299 





Musiker, Pianist, und besaß neben seiner gründlichen musikalischen, ein 
großes Maß allgemeiner Bildung, war aber absolut kein Dramatiker. Seine 
obengenannten Werke wurden teils in Weimar, teils anderwärts von 
befreundeten Kapellmeistern ehrenvoll zu Grabe getragen, ohne je auf der 
Bühne Fuß fassen zu können. Wagner-Epigone! - in des Wortes wahrster 
Bedeutung, sind seine Opern leider nicht für Aufführungen vorschlagbar" 
(Gutachten von Johannes Heidenreich für Abt. VI des RMVP, 
handschriftlich, 27/1X/34. Quelle: BAR 55/ 1167. Blatt 152). 

Dies war eine der letzten Arbeiten Heidenreichs für das Ministerium 
vor seinem mutmaßlichen Freitod. 

April, 1937, Konzertbericht: 

"Mittelpunkt eines solchen Sinfoniekonzertes in der Philharmonie war 
die 2. Sinfonie, die >Vaterländische<, von Felix Draesecke, dem lange 
verkannten Vorkämpfer für das Deutschtum in der Musik. In vier stark 
bewegten Sätzen voll Klarheit und Kraft, die kunstvoll gebaut und doch 
melodisch eingänglich sind, steigert sich das Werk vom heroisch 
aufgereckten Anfangsallegro zu einem meisterhaften, wuchtigen Scherzo. 
Die ursprüngliche Empfindung, der Einfall siegt auch da, wo die 
handwerkliche Meisterschaft einen leichten akademischen Einschlag zeigt" 
(Hermann Killer: Konzertbericht aus Berlin. "Die Musik" XXIxX/7. April 
1937. S. 518). 


Dräger (- Hekking), Maxim Otto 
Berlin, 22. September 1884 - Berlin, (?) August 1935. 
Musikdirektor in Berlin. 


NSDAP seit 1/1V/31, Nr. 515.425. 
Braune Kameraden. Walzer (FSt. Berlin, 19/V111/33). 
SA-Reitermarsch. Für Harmoniemusik und Blechmusik: P. Raasch 
(1933; DtldS, 22/1V/34; RS Leipzig, 18/1V/38) [PR]. 

Information: FA (Geburtsdatum: 22/III/84). Obige Geburtsangabe 
aus ZKNSDAP. 


Dragoner sind stets heiter. Soldatenlied. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Dragoner und Husaren ist jeder seiner Mutter Sohn (T: Klabund), 
onA zur Melodie. 
In: 
Kameraden singt! (1935) 


Dragonerlied = Kling Klang, Kling Klang und Gloria 


D 1300 





Dransmann, Hansheinrich 
Hagen/ Reg. Bez. Osnabrück, 12. April 1894 - Hamburg-Fuhlsbüttel, 

25. November 1964. 
Sohn eines Küsters; Schüler von F. Schreker, Komponist in Berlin- 
Schöneberg und Inhaber eines Theater-Gastspielunternehmens. 1938/39 
hier Pächter, Oberspielleiter und Direktor von Komödienhaus und 
Lessingtheater. Bei Verhandlungen wegen Übernahme der Privattheater in 
die öffentliche Hand verlangte Dransmann für die eigenen vom 
Ministerium eine halbe Million; der Staatssekretär rügte "dieses auf dem 
Theatergebiet herrschende Kriegsgewinnlertum" und reduzierte die 
Abfindung im Mai 1943 auf 100.000 RM. 

Nach 1945 zuletzt in Hamburg i. R. 
Werke: "Münchhausens letzte Lüge", Oper (Kassel, Darmstadt und 
Frankfurt a. M., 18/V/34); Filmmusik, U-Musik und sinfon. Musik. 


NSDAP seit 1/X11/32 (laut BDC: 1/1/32), Nr. 893.717. SA 1931-33. 
Gauobmann der NSKG, Ortsverband Berlin, 1935 Geschäftsführer des 
Konzertrings der NSKG Berlin, dann der NSG "Kraft durch Freude"; bis 
1937 Leiter der Leihbücherei der NSKG. Seit 30/1X/38 k. Leiter der 
Fachschaft IV b Konzertvermittler in der RMK. 


1933 
30. Juli 1933: 
Im Rundfunk bietet Hansheinrich Dransmann mit seinem Orch und 
Ufa-TanzOrch Unterhaltungs- und Tanzmusik (DtldS, 30/V11/33). 


1935 
Einer baut einen Dom (T: C. M. Holzapfel), für Alt, Tenor, Bariton, 
gemtCh, zwei Sprecher, Sprechchor und gr. Orch (UA: Düsseldorf, 
*6/V1/35, zur 3. Reichstagung der NSKG; u. a. Berlin, *11/X1/35; RS 
Köln, *13/111/38, *20/1V/38, stets nur Schlußfuge) [Deutscher MV in der 
NSKG]. 
Die Sätze: 
1. Die Botschaft an den Führer: Ich, die Stimme (Baritonsolo) - 2. Die 
Berufung: Komm, rette das Volk! (Sprechchor) - 3. Befreiung: Heilig 
Erwachen! (Baritonsolo) - 4. Dem Führer: Wärst du nicht rein, wärst du 
nicht Licht (Chor) - 5. Die Stimme: Die Stimme ruft, sie pocht und schallt 
(Solosprecher mit Sprechchor)- 6. Der Ruf: Der Ruf erschallt, das Land 
erbebt (Baritonsolo). - 7. Wiegenlied in schwerer Zeit: Weit ist die Freiheit, 
nah ist der Tod (Altsolo mit Chor) - 8. Die Mithelfer: Einer reiht sich nach 
dem andern ein (Solosprecher) - 9. Den Toten: Immer sind es die heiligen 
Toten (Chor) - 10. Das Verbot: Unsere Liebe ist größer als euer maßloses 
Qualen (Sprechchor) - 11. Der Tambour: Noch einmal, Tambour, noch 
einmal, Tambour, hämmre in die Hirne den Schwur (Sprechchor) - 12. 
Aufbruch: Nach des Gewitters reinigendem Werk (Baritonsolo und 
Tenorsolo) - 13. Einer baut einen Dom: Einer baut einen Dom, nicht aus 
Marmor mit bunten Fenstern (Orchestersatz mit Chor). 


D 1301 





Juli 1935, Bericht I: 

"(...) Dransmann fehlt es noch an seelischer Konzentration, die sich 
nach außen hin in knapper Formulierung auswirken könnte. Ermüdende 
Längen in den sinfonischen Zwischenspielen, die die einzelnen vokalen 
Sätze und (sehr wirksamen) Sprechchöre miteinander verbinden, 
beeinträchtigen die unmittelbaren Wirkungen der - trotz des großen 
Aufwandes von Chor, Sprechchor, Soli, großem Orchester - meist 
homophonen, leicht verständlichen Musik. Nicht als zwangsläufig 
notwendig empfunden können ferner die Häufung greller Blechakzente 
werden, die das innerlich Heldische der Idee (und der Verse) ins 
Äußerliche abbiegen und die gefühlsmäßige Linienführung stellenweise 
sogar zum Theatralisch-Pathetischen wenden" (Theo A. Sprüngli: 
Uraufführungen bei der 3. Reichstagung der NS-Kulturgemeinde in 
Düsseldorf. "ZfM" C11/7, Juli 1935. S. 759. Fehler im Original). 
November 1935, Bericht II: 

"(...) Grundsätzlich muß zu dem Stil dieser heute vielfach in 
Erscheinung tretenden nationalsozialistischen Chorwerke gesagt werden, 
daß es an der Zeit wäre, der Veräußerlichung weltanschaulicher Ideen 
durch rein formale Ausdrucksmittel zu entrinnen und statt dessen eine 
Verinnerlichung anzustreben, die dem gefühlsmäßigen Erleben der 
nationalsozialistischen Idee entspricht. Unter dieser Voraussetzung kann 
ein sinfonisches Werk der absoluten Musik, das unter dem 
nationalsozialistischen Gefühlserlebnis niedergeschrieben wurde, 
>nationalsozialistischer< sein als ein Chorwerk, das an ganz bestimmten 
Stellen zu Trommeln und Pauken seine Zuflucht nimmt, um mit Hilfe des 
Effekts über fehlende künstlerische Eigenheit hinwegzutäuschen" (Fritz 
Stege: Berliner Musik. "ZfM" CIl/12, Dezember 1935. S. 1364). 

1. November 1935, Bericht III: 

"(...) Carl Maria Holzapfel wagt sich mit seinem Text auf das 
gefährliche Gebiet der Politik. Nichts anderes als die nationale Erhebung 
unter Adolf Hitler ist der Gegenstand dieses Werkes. Die Verpflichtung zur 
Gegenwartsnähe ist hier in einem so wörtlichen Sinn aufgefaßt worden, 
daß es schon eines Dichters bedurft hätte, um an den tausend Klippen 
eines solchen Vorwurfs sicher vorbeizusteuern. Holzapfel ist nicht der 
Mann dazu. Die einzelnen Stücke sind ohne erkennbare Notwendigkeit 
mosaikartig aneinander gereiht. Die Sprache ist, von wenigen Ausnahmen 
abgesehen, banal oder aufgeblasen und gerät stellenweise in sehr 
bedenkliche Nähe des Kitsches. Ein schlechter Text kann zwar einem 
überragenden Komponisten manchmal zur Grundlage der schönsten 
Kunstwerke dienen. Dransmann gehört nicht zu diesen Genies. 

(...) Dank und Bewunderung gebührt vor allem dem Dirigenten 
Abendroth, der die Aufführung straff in der Hand hielt und sich durch die 
stellenweise peinliche Unzulänglichkeit der Chöre nicht irremachen ließ" 
(Jac. = Johannes Jacobi: Experimentelle Chormusik. "Einer baut einen 
Dom" in der Philharmonie. "Berliner Lokal-Nachrichten", 11/X1/35). 


1937 
Musik zum dramatischen Feierspiel Der unbekannte Soldat (Bielefeld, 


D 1302 





1937, Dgt. Werner Gößling). 
17. April 1937, Einladung: 

"Seit einige Zeit führe ich Verhandlungen mit Persönlichkeiten des 
musikalischen Lebens mit dem Ziel, in Berlin eine Gruppe der Deutschen 
Hans Pfitzner-Gesellschaft ins Leben zu rufen. Die Verhandlungen sind 
jetzt dadurch abgeschlossen worden, daß sich Herr Wilhelm Matthes bereit 
erklärt hat, den Vorsitz und damit die künstlerische wie auch 
organisatorische Leitung zu übernehmen. Ich würde es nun auf das 
lebhafteste begrüßen, wenn Sie, sehr verehrter Herr Staatsrat, als 
Ehrenvorsitzender an die Spitze der Berliner Gruppe der Deutschen Hans- 
Pfitzner-Gesellschaft treten würden (...)" (NSKG Berlin, Dransmann, an 
Furtwängler, 17/1V/37. Quelle: NL Furtwängler). 

25. Oktober 1937: 

Das 2. Konzert im Opernhaus Hannover, Dgt. R. Krasselt, bietet - 
"zum ersten Male" - die Sinfonische Musik für Orch von Dransmann. 

*8. November 1937: 

Das 2. Konzert des Hess. Landestheaters Darmstadt, Dot. 
Abendroth, bietet - erstmals - die Sinfonische Musik von Dransmann. 


1938 
5. März 1938: 

Die Münchener Philharmoniker, Dgt. Abendroth, bieten - erstmals - 
die Sinfonische Musik von Dransmann. 

Der Schallplattenring der NS-Kulturgemeinde ("Deutsche 
Musikkultur" II/1, April-Mai 1938. S. 60-63). 
Zitat: 

"(...) Die Gewinnung neuer Schallplattenfreunde muß außerdem 
zwangsläufig auch der Händlerschaft Nutzen bringen. Es wird kaum ein 
Mitglied des Schallplattenringes geben, das sich ein Jahr lang nur die acht 
von der NS-Kulturgemeinde herausgebrachten Platten vorspielt. Wenn die 
Freude an der Schallplatte einmal geweckt ist, wird der weitere Bedarf an 
Platten bei der Händlerschaft gedeckt werden. Außerdem wirbt der 
Schallplattenring für die Anschaffung elektrischer Spielgeräte, da nur in 
einer guten Wiedergabe alle Schönheiten der Aufnahmen zur Geltung 
kommen. Die Spielgeräte können aber wiederum nur vom 
Schallplattenhändler bezogen werden. Wie auf fast allen Gebieten des 
kulturpolitischen Lebens ergibt sich auch beim Schallplattenring die 
Tatsache, daß eine neue richtungweisende Idee nicht nur kulturelle, 
sondern auch wirtschaftliche Werte schafft, und daß die kulturpolitische 
Organisation >NS-Kulturgemeinde< nicht nur geistige Anregung und 
künstlerische Aufbauarbeit leistet, sondern daß ihre Tätigkeit sich auch 
befruchtend für die allgemeine Wirtschaft auswirkt" (S. 63). 

Chorwerk zur Feier am Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald nach 

Texten aus Grabbes Schauspiel "Die Hermannsschlacht" (1938). 

Deutschland, verlaß mich nicht! Chorwerk (RS Köln, 5/X1/38). 
Information: FA. 


D 1303 





Draths, Willi (Wilhelm Karl) 
Mainz, 21. Mai 1911 - Bad Kreuznach, 28. Juli 1978. 
Musikredakteur bei Schott's Söhne, Mainz, Bearbeiter, Herausgeber. 
Nach 1945 weiterhin in Mainz, hier als Angestellter Korrektor von 
Noten, zuletzt in Bad Kreuznach i. R. 
Werke: Lieder, Tanzmelodien, Bearbeitungen. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Das einsame Grab: Wenn alles grünt und blüht auf dieser Erde (T: onA). 
Kriegslied [Sc]. 
Vgl. Wenn alles grünt. 
Textprobe (3. und 4. Strophe): 
"Er zog hinaus ins wilde Kampfgetöse 
und ließ mich hier so ganz allein zurück. 
Ja, ja, verflossen sind seitdem schon viele Jahre, 
von meinem Liebsten aber hört' ich nichts. 


Da kam die Botschaft, die mein Herz betrübte, 
da kam die Botschaft, die mein Herz zerriß. 
Auf Frankreichs Fluren, da fand man seine Leiche, 
auf Frankreichs Fluren starb er den Heldentod". 
In: 
Neues Deutschland 2 (1937; "Willi Drahts"); Soldaten singen alte und 
neue Lieder (1937); Soldaten-Liederbuch (1938); Soldatenliederbuch 
(41940). 
Ob's stürmt oder schneit (Panzerlied). 2stimmig: W. Draths (1939) 
[Sc]. 
Neuhäuser: Heute wollen wir marschieren (Westerwaldlied). 
2stimmig: W. Draths (1939) [Sc]. 
Drum Mädel weine nicht. Aufzeichnung: W. Draths. 
In: 
Das zweite neue Soldaten-Liederbuch (1940). 
Soldatenlieb - Soldatenlust (T: onA). 
In: 
Du und deine Harmonika (1940). 
Einst sind wir so freudig geritten. Aufzeichnung, Satz, 2stimmig: W. 
Draths. 
In: 
Das neue Soldaten-Liederbuch 2 (1939); Das zweite neue Soldaten- 
Liederbuch (1940). 
Mein Schatz, das ist ein freier Schütz (T: H. Löns). 2stimmig: W. 
Drahts. 
In: 
Das neue Soldatenlieder-Buch 2 (1939); Das zweite neue Soldaten- 
Liederbuch (1940). 
Der Fuchs, der hat die Enten lieb (T: H. Löns). Jägerlied. 
In: 
Das neue Soldaten-Liederbuch 2 (1939); Das zweite neue Soldaten- 


D 1304 





Liederbuch (1940). 
Ich bin der Bua vom Aubachtal. Aufzeichnung, Satz, 2stimmig: W. 
Draths. 
In: 
Das neue Soldaten-Liederbuch 2 (1939); Das zweite neue Soldaten- 
Liederbuch (1940). 
Jetzt kommen die lustigen Tage. Aufzeichnung, Satz, 2stimmig: W. 
Draths. 
In: 
Das neue Soldaten-Liederbuch 2 (1939); Das zweite neue Soldaten- 
Liederbuch (1940). 
Auf dem Berg so hoch da droben. Aufzeichnung, Satz, 2stimmig: W. 
Draths. 
In: 
Das neue Soldaten-Liederbuch 2 (1939); Das zweite neue Soldaten- 
Liederbuch (1940). 
Droben im Oberland. Aufzeichnung, Satz, 2stimmig: W. Draths. 
In: 
Das neue Soldaten-Liederbuch 2 (1939); Das zweite neue Soldaten- 
Liederbuch (1940). 
Das Schweizermadel. Aufzeichnung: W. Draths. 
In: 
Das zweite neue Soldaten-Liederbuch (1940). 
Ss. L. Kletsch. 
Information: FA2. 


Drauf und dran! = Wir sind des Hitlers braunes Heer 


Drauf und dran, spannt den Hahn! Lustig ist der Jägersmann (T: 
F. Kugler). Kriegslied, zur Melodie "Turner ziehn". 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Draußa em Wald. Volkslied aus Schwaben. 
In: 
Schwäbisches Liederbuch (41938). 


Draußen auf grünester Heid. Volkslied aus Schwaben. 
In: 


Schwäbisches Liederbuch (41938). 


Draußen, da wachsen blau' Beeren am Rain. Schwedisches 
Volkslied für Vorsänger, zwei Mädchenstimmen und Laute. Aus: Schulten, 


D 1305 





"Schwedische Volkslieder". 
In: 
Der Ring (1935). 


Drechsel, Gustav 

Schloß Issigau bei Hof, 16. Februar 1874 - München, 21. Mai 1939. 
Schüler von J. Rheinberger an der Akademie der Tonkunst München, 
Komponist und Orchesterdirigent zunächst in Berlin Begründer des 
Blüthner-Orchesters, dann in München-Starnberg, zuletzt in Allach bei 
München. 
Werke: u. a. "Graf Don Juan", Lustspieloper (Ingolstadt, 1926); die 
Volksoper "Meister Elias" (1939 vollendet); sinfonische Dichtungen und 
Orchestersuiten. 


NSDAP seit 1922 (laut FA), jedoch kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Gruß aus Hof. Marsch (BR, 20/VI11/33). 

Der deutsche Morgen: Trauer - Trost - Triumph. Ein deutscher 
Heldengesang für gr. Orch, MCh und Orgel (u. a. BR, *5/111/34). 
Heilige Heimat. Sinfonische Dichtung. 

16. Februar 1939: 

"Ein alter Vorkämpfer der nationalsozialistischen Bewegung, der in 
Starnberg lebende Komponist Gustav Drechsel, der sich schon im 
Jahre 1920 zu Hitler bekannte, feiert am 16. Februar seinen 65. 
Geburtstag. (...)" (Josef Klingenbeck: Der Komponist Gustav Drechsel 
("VB", Münchner Ausgabe, 16/11/39; Abdruck in "Die Musik XXXI/6, März 
1939. S. 401-402). 

Information: FA (ohne Geburtsdatum). 


Dree Könige wannern ut wide Fern. Weihnachtslied, onA. 
In: 
Niederdeutschland (1936). 


Dregert, Alfred 
1836 - 1893 


Marsch der Schweizer Garde = AM Il, 125. Parademarsch des 
ehemaligen Leibgrenadier-Rgts. 100 (1844). 

In: 

HM 4 (1933). 

Zieh hinaus beim Morgengraun (T: onA) (BR, 5/X11/33, von 
Schallplatten). 

In: 

Singt alle mit! (1944) 


D 1306 





Dreh' dich, dreh' dich, Rädchen spinne mir ein Fädchen. 
Volksmelodie, mündl. aus Baden, Markgräflerland. Titel: Spinn, feins 
Mägdelein. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 17 (18. November 1937); RJF, Wir Mädel 
singen (21938); Deutsche Lieder (1940); Deutsche J ugend im Osten 1 
(1943). 


Dreht euch nicht um, der Fuchs geht rum. Kinderreigenlied aus 
Koburg. 
In: 
Lieder des Volkes (61936). 


Drei Gäns im Haberstroh saßen da und waren froh (T: nach "Des 
Knaben Wunderhorn" Ill, 1808). Kanon zu 4 oder 5 Stimmen, mündl. 
überliefert, Komponist unbekannt, Text nach einer Handschrift gedruckt 
in: Schwarz-Meusebachs Sammlung (1669). 

In: 

Lieder für die Landjugend 1 (1936); Lobeda-Singebuch 1 (1936); Lieder 
des Volkes (61936); Unser das Land (1937); Lieder der Arbeitsmaiden 
(1938); RJF, Liederblatt der HJ) 33 b (1938); Deutsche Lieder (1940); 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); Lied über Deutschland (?1941). 


Drei Japanesen mit dem Kontrabaß. Scherzlied. 
In: 
RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936). 


Drei Kameraden im Bunker = Wir sitzen hier im Unterstand 


Dreikluft, Valentin 
Lützelsachsen über Weinheim, 6. Dezember 1881 - Lörrach, 26. 
November 1950. 
Musiklehrer in Pforzheim; 1935 vorübergehend in Bad Sulz und 
Peissenberg; er ging 1937 nach Untertürkheim und 1938 nach Stuttgart- 
Cannstadt. 
Nach 1945 zeitweilig und zuletzt in Lörrach. 


NSDAP seit 1/X11/32, Nr. 1.405.071. Amtswalter der NSDAP. 
Deutschlands Erretter, Heil, Hitler Heil! Marsch und Marschlied 
(1933) [SV]. Im Mai 1933 an das RMVP eingesandt: 

"Das hohe Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda 
hat die Güte gehabt, mir am 6. Juni d. Jhs. mitzuteilen, daß mein 
Marschlied >Deutschlands Erretter, Heil, Hitler Heill!< an den Kampfbund 


D 1307 





für deutsche Kultur Fachgruppe Musik weitergeleitet wurde. Herzlichen 
Dank dafür. Den Marsch selbst konnte ich der hohen Druckkosten wegen 
leider nicht eher herausbringen, und bitte trotz der Verzögerung, den 
beiliegenden Marsch >Deutschlands Erretter< ebenfalls an oben genannte 
Fachgruppe für Musik weiterleiten zu wollen. Sollte meine Arbeit für 
würdig befunden werden, würde ich es mir als eine ganz besondere Ehre 
anrechnen, den Standartenkapellen in ganz Deutschland je einen Marsch 
stiften zu dürfen" (Valentin Dreikluft an Dr. Goebbels, 26/V11/33. Quelle: 
BAR 55/ 1158 und 1165. Blatt 106). 

Werbung des Komponisten: 

"Der Marsch in seiner originellen Art, wuchtig und wirkungsvoll, soll 
die ganze kraftvolle völkische Bewegung charakterisieren. Beginnend mit 
Handgranaten und Schüssen, im Schlagzeug markiert, sowie 
Trompetenfanfaren folgt der 1. u. 2. Teil mit ungewöhnlich straffen 
Rythmus, um dann im Trio auf das Lied >HEIL HITLER, HEIL< 
überzugehen, das auf dem Marsche u. bei jeder anderen Gelegenheit 
mitgesungen werden kann. Im letzten Teil steigt dann visionartig kurz eine 
Phrase a. d. Wacht am Rhein >Lieb Vaterland magst ruhig sein< auf, um 
im 9. Takt auf das Deutschlandlied überzuleiten. Ich habe ganz 
besonderen Wert darauf gelegt, den Marsch technisch leicht zu halten, 
sodaß er auf dem Marsche bequem zu blasen ist, auch schon mit 10 
Mann" (undatiert, Fehler im Original. Quelle: BAR 55/ 1165. Blatt 107). 

Information: Außer Adreßbucheinträgen bis 1936 fand das Stadtarchiv 
Pforzheim 1987 keine weitere Information über Dreikluft. 








Drei Knaben fuhr'n ins Frankenland, für Deutschlands Ruhm zu 
streiten (T: Paul Steinmüller), 0onA. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Durch Blümlein rot und Sommerwind 
der Sturm ging über die Wiese. 
Zwei kehrten heil zum Graben heim, 
der dritte zum Paradiese. 
Lag nun gesegnet und geliebt 
im blühenden Gelände: 
Sein Bahrtuch wob der Näglein Duft 
ihm süß um Haupt und Hände". 
In: 
Schutz- und Trutz-Lieder-Buch (1934). 


Dreikönigs-Umzug = Hier treten wir her mit unserm Stern 


Drei Laub auf einer Linden blühen also wohl. Reigenlied, 15. Jh, 
zuerst in G. Forster, "Frische teutsche Liedlein" II (1540). Auch in: "Der 
Zupfgeigenhansl" (111915) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. 
Liederfest des DSB, Satz: A. Knab). Titel: Lindenlaub. 


D 1308 





In: 

Treu unserm Volke (1934); Liederbuch des Turner-Musikant (1934); NSLB, 
Unser Lied 2 (21935); Niederdeutschland (1936); Lobeda-Singebuch 1 
(1936); Unser das Land (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); 
Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Marschierende Jugend (21938); Lieder 
vom Führerthing (1938); Unsere Lieder (71938); Stimmt an! Il (1939); 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); 
Deutsche Musik A, B (1941); Lied über Deutschland (?1941); Lieder 
unseres Volkes (1943). 


Drei lederne Strümpf. Volkslied aus Tirol. 
Vgl. Drei liedrige Strümpf. 
In: 
Hellau! (1942). 


Dreilich, Heinz (Hans) 
Breslau, 7. Oktober 1915 - Michalowo (UdSSR), 21. Juli 1944 (im 
Fronteinsatz gefallen). 
Musikschaffender in Breslau, 1936 vorübergehend in Kudowa, dann wieder 
in Breslau. Im Krieg zur Wehrmacht einberufen, zuletzt an der Ostfront 
eingesetzt, Feldwebel in der 2. Kompanie, Grenadier-Rgt 509. 


NSDAP seit 1/1/36, Nr. 3.707.762. 

Reißt eure Fahnen am Maste empor (T: Hanns Krause). Kampflied. 
Ein identischer Textbeginn stammt von G. Sichelschmidt, sodaß 

Krause ein Irrtum des Herausgebers sein könnte. 

In: 

Lied über Deutschland (1937). 

Jungen, wir rufen Mann für Mann (T: H. Krause). 

In: 

Lied über Deutschland (1937). 

Trommeln dröhnen über Gassen (T: H. Krause). 

In: 

Lied über Deutschland (1937). 

Wir bleiben Kameraden (T: H. Krause). 

In: 

Lied über Deutschland (1937). 

Wir treiben unsre Pferde ins Münsterland hinein (T: Walter 

Kröcher). 

Vgl. Hans-Christian Witte. 

In: 

Lied über Deutschland (1937). 


Drei Lieder für unsere Weihnachtsfeiern siehe: Beckerath 


D 1309 





Drei Liedlein auf einer Stimme = Es sang gut Spielmann 


Drei liedrige Strümpf. Volkslied aus Schwaben. 
Vgl. Drei lederne Strümpf. 
In: 


Schwäbisches Liederbuch (41938). 


Drei Lilien, drei Lilien, die pflanzt ich auf (m)ein Grab. 
Volksmelodie, aus einer schon im 16. Jh in England bekannten Melodie 
abgeleitet, Umformung der Ballade vom Nachtjäger um 1830, verwandt 
mit "Im schönsten Wiesengrunde"; zuerst bei: Meier, "Schwäbische 
Volkslieder" (1855); im Wk. I Soldatenlied. Auch: "Der Zupfgeigenhansl" 
(111915) (u. a. Stuttgart, *J uli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB, 
Bearbeitung: Fritz Neuert). 

In: 

Unter Hitlers Fahnen (1932); Liederbuch der NSDAP (211933); Neues 
Deutschland 1 (1933); Deutsche Lieder im Wehr- und Arbeitsdienst 
(1933); Heil Hitler! (1933); Die Fahne hoch! (1933); Deutsche Kampf- 
und Volkslieder (1933); Deutsche Wehr- und Soldatenlieder (1933); 
Deutsche Volks- und Kampflieder für die HJ und das Jungvolk (1933); SA. 
SS.-Liederbuch (1933); NSBO-Kampflieder-Buch (1933); Heil Hitler Dir! 2 
(1933); Schlesisches SA-Liederbuch (?1933); Jung Deutschland I (1933); 
S.A. Liederbuch (1933); Alte deutsche Volkslieder (1933); Liederbuch der 
NS-Frauenschaften (21933, 41934); Stimmt an! (1934); Flieger-Lieder, 
Flieger-Landesgruppe II (1934; nur T); Lieder der SS Pommerns (1934); 
Lieder von heute (1934); Soldatenlieder (1934); Liederbuch des Turner- 
Musikant (1934); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934); Lieder 
der Pommerschen SA (?1934); Einig Volk/ Einig Sang (1934); Wir singen 
(1934); Deutsches Marine-Liederbuch (1935); Singkamerad (31935, 
81937); Was die SA singt (1935); Mit Herz und Hand fürs Vaterland 
(1935); Vorwärts! Vorwärts... (1935); Soldaten-Liederbuch (1936); 
Soldaten singen (1936); Was Deutschland singt (1936); Und wenn wir 
marschieren (31937); Soldaten singen alte und neue Lieder (1937); 
Singen (?1937); Liederbuch der Wehrmacht (1937); Soldaten-Liederbuch 
(1938); Flieger-Liederbuch (1938); Liederbuch der SA (91938); DSB, 
Liederbuch für Männerchor (1939); Kameradschafts-Lieder (1939); SA- 
Liederbuch (21939); Alte und neue Soldatenlieder (1940); 
Soldatenliederbuch (41940); Du und deine Harmonika (1940); Lied über 
Deutschland 3 (1940); SS-Liederbuch (1940, 91941); Im gleichen Schritt 
und Tritt (1941); Lieder unseres Volkes (1943). 


Drei Lilien. Marsch. 
In: 
Deutsche Soldaten-Liedermärsche 2 (1933). 


D 1310 





Drei Mägdelein, drei Mägdelein, die wollten freien geh'n (T: W. 
Schulz-Stettin, Flieger-Ortsgruppe Stolp), zur Melodie "Drei Lilien". 
Textprobe (6. bis 8. Strophe): 
"SA marschierte bald vorbei, 
kein' Rat wußt jede Maid. 
Und dann die SS nahte im 
schwarzen Kleid. 


Der Mägdlein Herzen klopften da: 
Was tun, was tun, was tun? 
Da blieben ihre Blicke 

am Himmel ruh'n. 


Ein Flugzeug kam herangebraust 
und landet dicht dabei. 
Da küßte flugs der Flieger 

gleich alle drei!" 

Viele solcher Selbstdarstellungen zeichnen die Flieger als 
konkurrenzlose Sexprotze, offenbar um die Attraktivität der Fliegerei zu 
steigern. 

In: 
Flieger-Lieder, Flieger-Landesgruppe II (1934; nur T). 


Dreimal drei Rösele blühen so schön. Schwäbisches Tanzlied. 
In: 
Liederbuch des BDM (1934). 


Dreimol oms Städele. Volkslied aus Schwaben. 
In: 


Schwäbisches Liederbuch (41938). 


Drei Regimenter Soldaten marschieren in das Feld (T: aus 
Franken und dem Schönhengstgau). Melodie ebenfalls aus dem 
Schönhengstgau. Soldatenlied; die Ballade entstand 1688. In: W. Hensel, 
"Das Aufrecht Fähnlein" (1923). Variante von Melodie und Text in "Es zog 
ein Regiment vom Ungerland herauf". 

In: 

Das Soldatenlied (1932); Lieder für Alle 9 (1933); Kämpfende Mannschaft 
(1934); Unsere Lieder 9 (1938); Ihr Deutschen, wollt ihr wachen! (1938); 
RJF, Musikblätter der HJ] 103/104 a (1941); RJF, Liederblatt der HJ 
103/104 (1941); Lieder unseres Volkes (1943). 


Drei Tog eit Kirmes, Kirmes kumm weider. Kirmestanz aus dem 
Schönhengstgau, aufgez. von Alois Lechmann 1928 in Brüsau und 


D 1311 





Niederrauden. 
In: 
Unser das Land (1937). 


Dreschen wir die Garben aus. Aus dem Mildheimer Liederbuch. 
In: 


Lied über Deutschland (?1941). 


Drescher, Alfred 
Chemnitz, 26. Januar 1876 - Stuttgart, 3. Januar 1947. 
Musiker und Komponist in Degerloch/ Württemberg, zuletzt in Stuttgart i. 
R. 
Werke: u. a. Paradieswalzer; Dt. Turner-Marsch mit Turnerlied "Die Erde 
prangt im Feierkleid" (Stuttgart, 1938, zum Dt. Turnfest). 


NSDAP seit 1/X/30, Nr. 340.639. 
Kameradentreue. Marsch (RS Leipzig, 6/1V/38). 

Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Stuttgart, 
Nr. 86/1947. 


Drescherlied. Aus: "Erndtekranz", 1793. 
In: 
Singende Mannschaft (1940). 


Drescherlied = Leute, steht auf 


Drese, Adam 
1620 - 1701 


Jesu, geh voran auf der Lebensbahn (T: Nikolaus Ludwig Graf von 
Zinzendorf). Kirchenlied zur Melodie "Seelenbräutigam" (um 1690). 
In: 

Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940). 


Dressel, Alfons 
Essen, 26. September 1900 - Nürnberg, 4. Dezember 1955. 

Theaterdirigent; in Essen 1925 1. Kapellmeister, 1929 in gleicher Funktion 
an der Oper Nürnberg, 1932 dort Musikal. Oberleiter und Dirigent der 
Philharm. Konzerte. Am *20/1V/38 von Hitler zum GMD ernannt. 

Nach 1945 auf der "Schwarzen Liste" der US-Militärregierung. 1950 
Musikal. Oberleiter und Vorstand des Konzertwesens der Städt. Bühnen 
Nürnberg-Fürth. 


D 1312 





NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.714.812. 1939 Landesleiter der RMK Gau 
Franken. 
17. Dezember 1935, Empfehlung: 

"Da ja Lübeck sich besonders der Pflege der nordischen Musik 
widmet, möchte ich Ihnen einige Künstler empfehlen, die sich besonders 
auf diesem Gebiet verdient gemacht haben bezw. für dieses Gebiet 
befähigt sind. Es sind: 

Der Pianist Hermann H o p pe, Musikbeauftragter der Nordischen 
Gesellschaft; 

Die Altistin Moja Petrikowski von der Volksoper, Berlin, die Sie ja 
wahrscheinlich in der Marienkirche auf dem Musikfest gehört haben 
werden; 

Eine junge Tänzerin, Frau Maria Hartmann, die wir jetzt 
herausstellen möchten und die auf dem Gebiet des strengen klassischen 
Tanzes z. B. Bach und Händel, aber auch Schumann, Grieg u. s. w. sehr 
starke Leistungen zu geben vermag" (Leiter der Nord-Abt. des Außenpolit. 
Amts der NSDAP - Reichsleiter Rosenberg - an GMD Dressel, 17/X11/35. 
Quelle: BA NS 8/152. Blatt 31). 

Es handelte sich um eine klare politische Empfehlung; das erwähnte 
Musikfest war das im Zusammenwirken mit den Komponistenverbänden 
der skandinav. Länder von Rosenberg geförderte "Nordische Musikfest" 
vom 26. bis 29. Juni 1935 in Lübeck. 

*5, September 1937: 

Vor dem Empfang Hitlers im Rathaus Nürnberg zum "Parteitag der 
Arbeit" bietet das Städt. Orch, Dgt. Dressel, den "Kaisermarsch" von 
Wagner. 

Information: RML. 


Dressel, Erwin 
Berlin, 10. Juni 1909 - Berlin, 17. Dezember 1972. 
Sohn eines Kaufmanns; Schüler von W. Klatte und P. Juon, Dirigent, 
Pianist und Komponist; 1927-28 Kapellmeister des Schauspiels in 
Hannover, dann freischaffender Konzertpianist und Komponist, Stand 
1937: in Berlin-Friedenau. 

1946-48 Kapellmeister der Jungen Bühne Hamburg, 1948-49 
Korrepetitor an der Dt. Staatsoper Berlin, danach abermals freischaffend. 
Werke: u. a. Opern, so "Armer Columbus" Op. 27 (Kassel, 1928), "Der 
Zwillingsesel" (Dresden, 1932) und "Das Urteil von Zalamea" Op. 41 (in 
Dortmund für April 1943 geplant); 4 Sinfonien, so Nr. 3 Op. 30 (1933); 
Schauspielmusiken; Konzert F-dur für Saxofon und Orch Op. 27 (UrS: FSt. 
Berlin, 22/V1/33); "Simplicius", dramat. Kantate Op. 29; "Kunterbunt", 
fröhliche Musik für Orch Op. 40 (1935); musikal. Bearbeitung der Oper 
"Jessonda" von L. Spohr mit Neufassung des Textes von Theodor Mühlen. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Op. 48. Sinfonietta für LW-Musik. Auftrag des RLM (1940; UA: Berlin, 9/ 
111/39, Dgt. H. F. Husadel) [R&E]. 


D 1313 





Information: DML, FA (Geburtsdatum: Dornach, 11/VI), KDMK, RML, 
MGG, LdCh. Das rororo-Musikhandbuch (1973) hat Geburtsjahr 1906. 


Dreßler, Herbert 
Dresden, 27. Januar 1896 - ? 
Obersekretär und Amateurmusiker in Dresden. 
Nach 1945 weiterhin in Dresden, meldete sich am 6/11/53 nach 
Wattenscheid ab. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.449.801. 

Mein Schatz, das ist ein Funker, er sitzt im Westwallbunker (eigener 
T). 

In: 

Singende Front (21941). 

Information: Laut Stadtarchiv Dresden (11/III/98) finde man keine 
Information über Dreßler; das Standesamt Dresden (8/X/98) ließ wissen, 
über ihn gäbe es keinen Hinweis zu Ehe oder Tod im Register. Das für 
Wattenscheid zuständige Stadtarchiv Bochum (16/VII/99, 2/VIII/99) 
konnte keine Angaben zu Dreßler machen, da die Meldeunterlagen vor 
1/VI/45 durch Kriegseinwirkung vernichtet seien (!). Das Einwohneramt 
Bochum und Wattenscheid (30/VI/00), nun mit dem Dresdner 
Abmeldedatum, gab Fehlanzeige für den Meldebestand. 


Drewes, Heinz 
Gelsenkirchen, 24. Oktober 1903 - Nürnberg, 16. Juni 1980. 

Schüler vonR. Krasselt und H. Tiessen, Dr. phil. Köln 1934 (Maria Antonia 
Walpurgis als Komponistin), Orchesterdirigent in Altenburg, hier 1932 
GMD und November 1933-1937 Generalintendant. Dann in Berlin, 1942 
auch Präsident der Deutschen Sibelius-Gesellschaft e.V. Er meldete sich im 
Herbst 1944 unter Verzicht auf seine uk-Stellung freiwillig zur Wehrmacht 
und war in Ungarn eingesetzt. 

Nach 1945 in Nürnberg 1. Musikkritiker des "Abendblatts". 1968 i. R. 


NSDAP seit 1930, Nr. 847.794. Gründer des KfdK Altenburg 1930; vor 
1933 Mitarbeiter bei "VB" und "Nationalsozialist". 1936-37 Städt. 
Musikbeauftragter für Altenburg. 1/11/37-44 Leiter der MA im RMVP und 
damit Leiter bzw. Vorsitzender der nachgeordneten Dienststellen (Amt für 
Konzertwesen, Auslandsstelle für Musik, Reichsmusikprüfstelle und 
Reichsstelle für Musikbearbeitungen). 1934 Präsidialrat, 1937-38 
Vizepräsident der RMK, 1937 Reichskultursenator. Weil Drewes den 
Minister 1942 bei Ausgliederung des Konzertagenten Rudolf Vedder aus 
der RMK "bewußt falsch unterrichtet" habe, erhielt er im Zuge der 
Umorganisation des Ministeriums 1944 die Entlassung aus dem 
Ministerialdienst. 


D 1314 





1936 
26. Oktober 1936, Goebbels engagiert Drewes: 

"Drewes-Altenburg stellt sich vor für die Musikabteilung. Er macht 
guten Eindruck. Entwickelt brauchbares Programm. Atonal, aber modern. 
Ich werde ihn nehmen" (Goebbels Tagebuch II, Eintrag vom 26/X/36. S. 
706). 

Bislang war Musik mit Theater der Abt. VI des Ministeriums 
unterstellt. Die Neuorganisation spiegelt die verstärkte Bedeutung der 
Musik. 


1937 
25. Februar 1937, Guter Eindruck: 

"Mit Drewes Organisation der neuen Musikabteilung besprochen. 
Keine Bürokratie. Guten Mitarbeiterstab suchen. Autorität gegen die 
Kammer durchsetzen. Mehr führen als verwalten. Den ganzen 
Verwaltungskram auf die Kammer abwälzen. Drewes macht einen guten 
Eindruck" (Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 25/11/37. S. 57). 


30. April 1937: 
"Uber den Herrn Staatssekretär dem Herrn Minister zuzuleiten. 
Anläßlich des III. Internationalen Chopin-Wettbewerbs in Warschau 


haben die zur Jury gehörigen deutschen Professoren Backhaus, Höhn und 
Roessler Bericht über ihre Eindrücke erstattet. Ähnliche Erfahrungen hat 
auch Prof. Kulenkampff bei dem Ysaye-Violinwettbewerb in Brüssel 
gesammelt. 

Es hat sich herausgestellt, 

1) daß bei diesen Internationalen Wettbewerben im Auslande die 
Jury zum überwiegenden Teil aus Juden besteht, die den reichsdeutschen 
Bewerbern zweifellos nicht objektiv gegenüberstehen, 

2) daß die teilnehmenden Sowjetrussen insofern allen anderen 
Bewerbern überlegen sind, als sie von den Sowjets durch jahrelanges 
Konzertieren mit einem Programm geradezu auf diese Wettbewerbe 
trainiert werden (...). 

Es ist daher nicht erstaunlich, daß nun schon zum dritten Mal alle 
ersten Preise an Russen gefallen sind. Deswegen mache ich den 
Vorschlag, durch Schaffung von deutschen Nationalpreisen für Klavier, 
Violine und Gesang unserem künstlerischen Nachwuchs die Möglichkeit zu 
geben, diesen Vorsprung aufzuholen. Für den Fall der grundsätzlichen 
Zustimmung werde ich einen ins Einzelne gehenden Plan vorlegen. (...)" 
(Dr. Drewes an Dr. Goebbels, 30/1V/37. Quelle: BAR 55/ 20609. Blatt 
120-121). 

Der Minister bemerkte dazu handschriftlich: "Vorläufig nichts 
unternehmen". 

21. August 1937, Querelen: 

"Krach Raabe-Drewes um die Führung der Musik. Drewes ist ein 
Krachmacher. Raabe hat hier ganz recht. Drewes soll führen, aber nicht 
verwalten. Ihlert wird auch scharf zurechtgewiesen. Aber ich kann ihn im 
Augenblick noch nicht entbehren" (Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 
21/VI11/37. S. 243). 


D 1315 





21. September 1937, Musikfragen: 

"Mit Drewes Musikfragen besprochen. Ein neues Violinkonzert von 
Robert Schumann entdeckt. Das führen wir auf der Tagung der R.K.K. auf. 
Ich stärke Drewes den Rücken der Kammer gegenüber. Das Ministerium 
hat die Führung, die Kammer die Durchführung. So nur geht es. Und statt 
der Tonkünstlerfeste das Volk an die Musik heranbringen. Drewes macht 
einen sehr überlegten und klugen Eindruck. Und vor allem: er liegt richtig" 
(Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 21/1X/37. S. 273). 


1938 
22. Januar 1938: 

"(...) Der für Mai d. J. bevorstehende Ysaye-Wettbewerb in Brüssel 
für Pianisten, zu dem auch Deutschland eingeladen worden ist, hat mir 
nun Veranlassung gegeben, die hierfür in Frage kommenden jungen 
deutschen Künstler durch Probespielen vor einer Kommission einer 
Sichtung zu unterziehen. Das Ergebnis war niederschmetternd. Von 
sämtlichen Bewerbern hat nur eine einzige Künstlerin, die Pianistin Rosl 
Schmid, München, die zu stellenden hohen Anforderungen befriedigt. Ich 
halte es bei dieser Sachlage für dringend geboten, alsbald Vorsorge zu 
treffen, daß die besonders begabten jungen Künstler in Sonderkursen bei 
ersten Lehrern auf Wettbewerbe vorbereitet und während dieser Zeit aus 
dem öffentlichen Konzertleben herausgenommen werden können. (...)" 
(Dr. Drewes an Dr. Goebbels, 22/1/38. Quelle: BAR 55/ 20609. Blatt 
118-119). 

Rosl Schmid nahm am Ysaye-Wettbewerb teil und errang einen 
Preis; dann fiel 1939 auch einer der Nationalen Musikpreise in 
Deutschland an sie. 

29. Januar 1938, Organisation: 

"Ich ermahne Drewes zum Frieden mit Raabe. Er möchte gern an 
dessen Stelle. Aber das gibt es nicht. Er muß sich von Ludwig und Raabe 
von Ihlert trennen, dann werden wir Ruhe haben" (Goebbels Tagebuch III, 
Eintrag vom 29/1/38. S. 419). 

1. Februar 1938: 

Nach Anregung durch Dr. Drewes nimmt die Reichsmusikprüfstelle 
unter seiner Leitung die Arbeit auf. 
9. Februar 1938, Blamage: 

"Drewes blamiert sich mit seinen Vorbereitungen für das Konzert 
beim Führer. Sowas hat jahrelang dirigiert. Drewes ist auch keine Leuchte 
vor dem Herrn. Ich muß aufpassen wie ein Schießhund" (Goebbels 
Tagebuch III, Eintrag vom 9/11/38. S. 436). 

Zum erstenmal Reichsmusiktage (Generalprogramm der 
Reichsmusiktage, Düsseldorf, 22. bis 29. Mai 1938). 
Zitat: 

"Im Zuge des kraftvollen deutschen Aufbauwerkes hat die 
dramatische Kunst in den Reichstheaterwochen, haben die bildenden 
Künste in den Ausstellungen im Haus der deutschen Kunst in der 
Hauptstadt der Bewegung den weithin sichtbaren Ausdruck ihrer inneren 
Gesundung gefunden. Nach dem Willen des Reichsministers für 


D 1316 





Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels wird durch die Einrichtung 
der Reichsmusiktage nun auch die deutsche Musik als im höchsten Grade 
entmaterialisierte, unfaßbare Kunst einen gesammelten Ausdruck ihres 
Wesens und ihres Wachsens heute und in aller Zukunft erhalten. 

Die Reichsmusiktage, die zum erstenmal vom 22. bis 29. Mai in 
Düsseldorf stattfinden, sollen in jedem Jahr aufs neue alle musikalischen 
Kräfte des Reiches musizierend und hörend zur musikalischen 
Volksgemeinschaft zusammenführen. Die schöpferische Absicht, die der 
neuen Einrichtung von Reichsminister Dr. Goebbels zugrunde gelegt ist, 
besteht in der Aufhebung des bisher nur fachlichen Charakters des 
Musikfestgedankens: sie setzt an dessen Stelle das ganze deutsche Volk. 
Es gibt keine Musikkultur, die nicht Volkskultur ist. Die Reichsmusiktage 
bringen in Orchester-, Chor- und Kammerkonzerten sowie in der Oper das 
gegenwärtige musikalische Schaffen. Sie bedeuten eine Ehrung für den 
Altmeister ebenso wie eine Förderung für den aufstrebenden jungen 
Komponisten. Traditionsgebundenen Festcharakter erhalten sie durch die 
alljährliche Aufführung desjenigen monumentalen klassischen Werkes 
deutscher Musik, das im Bewußtsein der ganzen Welt als höchstes 
Wahrzeichen der Tonkunst lebendig ist: der Neunten Symphonie 
Beethovens. Das große Musiktreffen, in das künftig auch die Musik- 
Erzieher einbezogen werden, führt durch die Musiklager der HJ. und des 
NSD.-Studentenbundes mitten in das deutsche Musikleben der Gegenwart 
hinein. In Werkkonzerten, durchgeführt von der NS.-Gemeinschaft >Kraft 
durch Freude< der Deutschen Arbeitsfront, und in Männerchorkonzerten 
gliedern sich die musikfreudigen Berufstätigen ein. Platzkonzerte der 
Wehrmacht und des Reichsarbeitsdienstes erweisen sich als kräftiges 
Bindeglied zwischen Volk und Musik. Die Tagung >Singen und Sprechen<, 
die Kulturtagung des >Deutschen Gemeindetages< und die Tagungen des 
Amtes für Konzertwesen sowie die Zusammenkunft der >Deutschen 
Gesellschaft für Musikwissenschaft< fügen alle jene Elemente des 
Kulturlebens in die Reichsmusiktage ein, die kunstbildende, 
organisatorisch fördernde und wissenschaftlich forschende Teilkräfte des 
musikalischen Gesamtorganismus darstellen. Die Ausstellung >Entartete 
Musik< wird den polaren Gegensatz vergangener und neuer Musikkultur 
zeigen. 

Alle diese Faktoren sollen in wechselseitiger Durchdringung auf den 
Reichsmusiktagen lebendig werden, Glieder eines unteilbaren Ganzen, 
Ausdruck musikalisch-völkischer Gemeinschaft. Ihre Zusammenfassung 
und damit ihren Höhepunkt finden die Reichsmusiktage in der 
kulturpolitischen Großkundgebung, auf der der Reichsminister für 
Volksaufklärung und Propaganda als Präsident der Reichskulturkammer 
die unverrückbare Grundanschauung und die festen Ziele des deutschen 
Musiklebens umreißen und allen deutschen Musiktätigen und 
Musikaufnehmenden die Aufgaben für die nächste Zukunft stellen wird. 

So sind die Reichsmusiktage 1938 die erstmalige Erfüllung eines von 
uns allen bewußt und unbewußt gehegten Wunsches: daß der deutschen 
Musik ein Feiertag gegeben werden möge, der ihrer unerschöpflichen 
geistigen und völkischen Bedeutung entspricht! 


D 1317 





Deshalb: Reichsmusiktage - Musiktage des deutschen Volkes". 
30. September 1938: 

Bei einem Presse-Tee im Haus der deutschen Presse, Berlin, spricht 
Drewes über modernes Musikschaffen. 

16. Dezember 1938: 

Drewes teilt dem Gestapo-Amt Berlin mit, er lasse jeweils - wie 
schon ans Stadttheater Bielefeld - eine vertrauliche Weisung an den 
Intendanten ergehen, die Oper "Rossini in Neapel" von Paumgartner sei 
unerwünscht (RMVP, Abt. X, Dr. Drewes, an Geh. Staatspolizeiamt Berlin, 
16/X11/38. Quelle: BAR 55/ 11. Blatt 91). 


1939 
3. Februar 1939: 

"(...) Anbei ein für Sie wichtiger Passus aus einem gestern 
eingetroffenen Brief von Dr. Drewes! 

>3. darf ich Ihnen mitteilen, daß Dr. Goebbels sich außerordentlich 
über Gregors Buch ’Perikles, Größe und Tragik Griechenlands’ gefreut 
hat. Er hat mich ausdrücklich beauftragt, Ihnen und Professor Gregor 
seinen Dank zu übermitteln. Ich habe nochmals mit dem Ministerbüro 
wegen der Aufnahme Gregors in die Kammer gesprochen. Er wird keinerlei 
Schwierigkeiten haben<" (Strauss an Gregor, 3/11/39). 

Der Herausgeber des Briefwechsels hat 1955 diesen Text von 
Strauss weggekürzt. Gleichwohl nannte sich Roland Tenschert 
"Wissenschaftler". 

Vorspruch ohne Titel (Generalprogramm der Reichsmusiktage, 
Düsseldorf, 14. bis 21. Mai 1939). 
Zitat: 

"Aufgabe und Ziel der Reichsmusiktage ist es, einmal im Jahr vor 
dem ganzen Volk in einem Querschnitt durch das gesamte Schaffen einen 
Rechenschaftsbericht zu geben über den gegenwärtigen Stand der 
deutschen Musik. Gradmesser bei der Auswahl der Werke für diese Tage 
waren allein der Persönlichkeitswert und das kompositorische Können. Im 
Spiel der Phantasie wurden dabei dem Komponisten keinerlei Grenzen 
gesteckt - der Grundsatz der Freiheit des Schaffens blieb gewahrt. Halb 
gekonnte Arbeiten dilettantischen Gepräges allerdings wurden ebenso 
ausgeschlossen, wie auch die Ansicht nicht maßgeblich sein konnte, daß 
das Ungewöhnliche gut und das in der Tradition Verankerte schlecht sein 
muß. Gewiß haben in erster Linie die Lebenden das Recht, gehört zu 
werden, aber dieser Anspruch wird ihnen nicht allein darum gewährt, weil 
ihr Werk jung ist. Das dem nationalsozialistischen Denken als 
Selbstverständlichkeit eigene Prinzip der Leistung muß auch in der 
Wertung des musikalischen Schaffens Gültigkeit haben. Es wurde bei der 
Zusammenstellung des Programms für die Reichsmusiktage 1939 streng 
gewahrt, und dies verbürgt, daß die ausgewählten Werke höchsten 
Ansprüchen zu genügen vermögen". 

1939, Kritik: 

"Ich habe mich nie gegen Dirigenten gewandt, sie seien wer immer; 

wie sollte ich auch, da ich selber einer bin! Ich wende mich gegen 


D 1318 





diejenigen, die eine organisatorische Stellung zum Dirigieren 
mißbrauchen. Ob Dr. Drewes dazu gehört, kann ich solange nicht 
beurteilen, als ich sein Dirigieren nicht kenne. Die Musikerschaft ist im 
allgemeinen dieser Anschauung. Wenn er künstlerisch ernst genommen 
werden will, soll er eine Dirigentenstellung bekleiden; solange er das nicht 
tut, wird immer das Odium auf ihm ruhen, daß - - -. Ließe er andererseits 
das Dirigieren bleiben, würde er zweifellos sein Prestige als Organisator 
erhöhen. Ich bemerke alles dies nicht als sein Freund, sondern in seinem 
eigenen Interesse - genauso wie in dem des Ministeriums" (Furtwängler, 
Eintrag im Taschenkalender 1939-I1l, Blatt 19). 

20. Dezember 1939: 

"(...) Inzwischen traf der Leiter der Musikabteilung des 
Reichspropagandaministeriums, Drewes, in Wien ein und es fand eine 
Besprechung beim Gauleiter statt. Die Besprechung verlief positiv, d. h. es 
besteht jetzt die Möglichkeit, daß die Personen, die die Beauftragung 
durchsetzten, ausgeschaltet werden. Insbesondere kamen hier Schütz, 
Wisocko und Eckmann zur Sprache. Auch die Einsetzung Jerger's als 
Präsident der Philharmoniker soll jetzt stattfinden" (Der Inspekteur der 
Sicherheitspolizei und des SD in Wien an Gauleiter Bürckel, Meldungen 
aus der Ostmark, 20/X11/39. Quelle: BAR 58/ 375. Blatt 144). 

Es ging gegen die Ernennung Furtwänglers zum Bevollmächtigten 
des Gauleiters Bürckel für das Wiener Musikleben; Jerger sollte ihn 
neutralisieren. 





1940 
3. Januar 1940: 

"(...) durch diese gegensätzliche Behandlung der französischen 
Musik werden die Künstler unsicher gemacht und eine einheitliche 
Regelung erscheint dringend notwendig. Angesichts der eindeutigen 
Erklärung des Führers, daß wir von freundschaftlichen Gefühlen für das 
französische Volk beseelt sind, wäre es sicher auch politisch wertvoll, 
wenn wir uns mindestens den bereits verstorbenen französischen 
Komponisten gegenüber ganz großzügig verhielten. Da aber auch 
Urheberrechtsanteile wahrscheinlich während der Dauer des Krieges nicht 
an kriegführende Länder gezahlt werden, könnte man vielleicht sogar die 
bereits verstorbenen, aber noch urheberrechtlich geschützten 
Komponisten freigeben. (...)" (Drewes am ARR, Amt Musik, 3/1/40. 
Quelle: BA NS 15/ 99). 

17. September 1940, Ministerkritik: 

"Drewes mischt sich etwas viel in Wiener Musikverhältnisse ein. Er 
versteht noch nicht den Unterschied zwischen Führen und Verwalten. Wer 
führen will, muß sich von den Lappalien der Verwaltung fernhalten, sonst 
leidet die Klarheit der Führung darunter" (Goebbels Tagebuch IV, Eintrag 
vom 17/1X/40. S. 327). 

Rechenschaftsbericht bei der kulturpolitischen Kundgebung des 
Kriegstreffens der deutschen Komponisten auf Schloß Burg und in 
Remscheid (Remscheid, 28/X/40. Abdruck in: "Mitteilungen der Fachschaft 
Komponisten in der Reichsmusikkammer". November 1940). 


D 1319 





Zitat: 

"Der totale Staat führt den totalen Krieg. Nach besten Kräften hat 
jeder auf seinem Platz zu stehen und das Höchste zu leisten. Dem 
Künstler sind alle Rechte und Ehren verliehen. Er hat dafür die 
Verpflichtung übernommen, nicht mehr länger als Außenseiter im Staate, 
sondern als einer der ersten Repräsentanten des geistigen Lebens zu 
gelten. Der gewaltige Kraftstrom des großdeutschen Reiches hat auch ihn 
ergriffen und befähigt ihn, seine Zeit künstlerisch zu gestalten und, in 
Kunstwerken verdichtet, seinen Volksgenossen wiederzugeben. Aber nicht 
genug damit hat ein großer Teil von ihnen die Waffen selbst in die Hand 
genommen und steht im feldgrauen Rock draußen neben dem Arbeiter 
und dem Bauern in einer Front. 

(...) Von den 135 Kulturorchestern sind im vergangenen Kriegsjahr 
134 spielfähig erhalten worden, und ich kann heute mit Befriedigung 
bekanntgeben, daß auch das einzige Orchester, das vorübergehend der 
Kriegseinwirkung wegen seinen Platz verlassen mußte (es handelt sich um 
Saarbrücken), wieder an seine Arbeitsstätte zurückgekehrt ist. Im ganzen 
Reichsgebiet sind in den ersten Kriegsmonaten nicht 10 v. H. der 
geplanten Konzerte abgesagt worden. Inzwischen ist die Zahl der 
Konzertabende eher noch angewachsen und der Besuch allerwärts 
wesentlich gestiegen. Viele Orchester melden uns ein völlig ausverkauftes 
Konzertabonnement, ja die Berliner Philharmoniker müssen jedes der 10 
Konzerte ihrer großen Reihe trotz möglichen Fliegeralarms dreimal 
wiederholen, um nur etwas die Nachfrage befriedigen zu können. 

(...) Mit großer Freude aber darf festgestellt werden, daß die 
deutschen Konzertveranstalter in der Pflege der zeitgenössischen Musik 
ihre kulturelle Verpflichtung den Lebenden gegenüber anerkannt haben. 
Eine Fachzeitschrift hat diese Tatsache in einem verdienstvollen Artikel 
unlängst hervorgehoben, ohne freilich die Ursache dieser Erscheinung zu 
erkennen. Ich plaudere wohl nicht aus der Schule, wenn ich sage, daß die 
Aufnahme zeitgenössischer Werke in die Programme der Konzertspielpläne 
nicht nur allein der Initiative der örtlichen Konzertveranstalter zu danken 
ist. Ein behutsamer leichter Hinweis war gelegentlich notwendig. Dieser 
erfolgte in loyaler Zusammenarbeit durch die mir unterstellte 
Reichsmusikprüfstelle, die sich die Programmentwürfe der öffentlichen 
Konzertveranstalter einreichen läßt, und dort, wo es not tut, den Wunsch 
einer intensiveren Berücksichtigung der zeitgenössischen 
Komponistengeneration zum Ausdruck bringt. Selbstverständlich werden 
Namen und Werke nicht genannt oder empfohlen, lediglich wird als Norm 
angestrebt, 25-30 vom Hundert der aufgeführten Werke für lebende 
Komponisten einzuräumen. 

(...) Auf dem Gebiet der Oper wurden folgende Zahlen errechnet: Im 
Laufe eines Jahres wurden bei 10 601 Aufführungen 1664 mit 
zeitgenössischen Werken gebracht. Dies entspricht also einem Satz von 
beinahe 16 v. H. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Annahme einer 
modernen Oper für einen Bühnenleiter naturgemäß ein weittragender 
Entschluß ist, als die Aufnahme eines sinfonischen Werkes für einen 
Konzertveranstalter" (S. 3, 4, 5). 


D 1320 





Drewes gab hier erstmals die von Dr. Goebbels verfügte Umstellung 
des Verteilungsplanes der Stagma bekannt, jedoch ohne Einzelheiten. 
22. November 1940, Kritik II: 

"Drewes ist mir zu viel Theorie. Ich brauche an seiner Stelle einen 
lebenserfahrenen Mann. Der vor allem auch Musik für die breiten Massen 
kennt und versteht. Drewes will ich dann wieder zum Theater 
zurückgeben. Er hat einen Zustand geduldet, in dem die 
Unterhaltungskomponisten 1/3 ihrer Einkünfte an die sogenannten 
ernsten Musiker durch die Stagma abgeben müssen. Das ist eine glatte 
Absurdität. Die was können, ernähren z. T. wenigstens die Ernsten, d. h. 
oft die Nichtskönner. Ich schaffe das gleich ab" (Goebbels Tagebuch IV, 
Eintrag vom 22/X1/40, S. 406). 

Dem Minister war entgangen, daß das sogenannte "Ernste Drittel" 
seit Jahren in der Praxis der Urhebergesellschaft STAGMA festgeschrieben 
war; jetzt ersetzte er dieses durch eine staatliche Subvention der 
"Ernsten", deren Präsenz im Kriege ohnehin zunächst zurückfiel. Drewes 
jedoch blieb im Amt bis 1944. 

4. Dezember 1940: 

"Lange mit Drewes verhandelt. Er muß der Unterhaltungsmusik 
einen größeren Raum in der Fürsorge einräumen. Die ernste Musik ist gut 
und wichtig, aber das Volk will gerade in der Jetztzeit Entspannung und 
Unterhaltung. Drewes ist zu trocken und zu nüchtern. Er muß sich Leute 
heranholen, die engere Beziehungen zum Leben haben. Er verspricht mir 
das Allerbeste. Hoffentlich hält er es auch" (Goebbels Tagebuch IV, Eintrag 
vom 5/X11/40. S. 419). 


1941 
21. März 1941: 

Nach einer Reise nach Posen entwirft Drewes ein Schreiben an den 
Minister zum Betreff musikkulturelle Ostfragen mit Vorschlägen zur 
"musikkulturellen Neuaufforstung der deutschen Ostgebiete" (Quelle: BA 
Namensakte Hans Joachim Moser). 


1942 
18. Februar 1942: 

In einer Unterredung mit Dr. Gerigk erwähnt Drewes, unter seiner 
Leitung und mit Mitteln des RMVP werde eine umfassende Darstellung der 
europäischen Musikgeschichte vorbereitet mit dem Ziel, den deutschen 
Einfluß in allen europäischen Ländern wissenschaftlich einwandfrei 
darzulegen (Quelle: BA NS 15/ 99). 

Dies wäre ein Konkurrenzunternehmen zu Plänen Gerigks gewesen. 
31. März 1942: 

"(...) Wir benötigen dringend zu Eigenaufnahmen englisches, 
amerikanisches und russisches Notenmaterial, das von der 
Protektoratspolizei bei der Firm Kudelik, Prag XII, Schwerinstrasse, 
beschlagnahmt wurde. 

Wir ersuchen, die Freigabe dieses Notenmaterials beim 
Reichsprotektor in Böhmen und Mähren zu erwirken. (...)" (Deutsche 


D 132] 





Auslands-Rundfunk-Gesellschaft Interradio an RMVP, Abt. M, 31/111/42. 
Quelle: BAR 55/ 20608. Blatt 436). 
10. April 1942: 

Gründung der Deutschen Sibelius-Gesellschaft, deren Präsident Dr. 
Drewes wird. 

Probleme der zeitgenössischen Musik. Vortrag (Wien, Brahmssaal, 
9/V/42, zur Woche zeitgenöss. Musik). 
13. November 1942: 

"(...) Leider ist dieses Material nicht verwendbar, da ein Teil der 
lagernden Noten aus Werken jüdischer Komponisten besteht, oder aber 
sich bereits im Besitze der Abteilung Programm und Studiotechnik 
befindet. (...)" (Deutsche Auslands-Rundfunk-Gesellschaft Interradio an 
RMVP, Abt. M, 13/X1/42. Quelle: BAR 55/ 20608. Blatt 452). 

Dezember 1942: 

Zum Geleit (In: "Jahrbuch der deutschen Musik" 1943. Im Auftrage der 
Abt. Musik des RMVP hob. von Hellmuth von Hase). 

Zitat: 

"Das Jahrbuch der deutschen Musik will erstmalig die Lage des 
deutschen Musiklebens, wie es sich seit der Machtergreifung des 
Nationalsozialismus geformt hat, widerspiegeln. Es dürfte kein Nachteil 
sein, daß mit diesem Überblick zehn Jahre gewartet worden ist, bis sich 
die neuen Konturen stärker abgesetzt haben und die Kräfte organisch sich 
entwickeln konnten, wiewohl die Kriegsbedingungen dem neuen Bilde nun 
auch schon eindrucksvoll aufgeprägt worden sind. Das sich so darstellende 
Zeitgemälde strahlt in stolzer Schau die unbeugsamen Geisteskräfte auch 
auf tonkünstlerischem Gebiet im Großdeutschen Reich und die Blüte 
unseres musikalischen Schaffens wie Nachschaffens wieder. Mögen die 
nächsten Jahrgänge diese Überschau, die in vielem an das Deutsche 
Musikjahrbuch von Rolf Cunz anknüpft, immer noch reicher entwickelt 
zeigen. Manches Thema bleibt ihnen vorbehalten, das nicht den ersten 
Jahrgang überlasten durfte. 

Dr. Drewes". 


1943 
Die Reichsstelle für Musikbearbeitungen. Vortrag (Berlin, Februar 
1943, in einer Zusammenkunft mit Kulturschriftleitern. Abdruck in: "AMZ" 
LXX/4, 19/11/43. S. 25-27). 
Zitat: 

"(...) Es handelt sich dabei um eine am 1. Mai 1940 ins Leben 
gerufene Einrichtung, die in dieser Form aus der persönlichen Initiative 
des Herrn Reichsministers Dr. Goebbels entstanden ist. Der Gründung lag 
einmal die Überlegung zugrunde, daß durch den Wegfall vieler 
ausländischer, jüdischer oder sonst nicht mehr zeitgemäßer Stücke der 
deutsche Musikplan eine gewisse Einengung erfahren habe; andererseits 
die Vorausschau, daß, wie die Zahl der deutschen Kulturorchester seit 
Kriegsbeginn durch den Gebietszuwachs des Großdeutschen Reiches sich 
gesteigert hat, sich auch die Opernhäuser großen Format vermehren 
würden. Wenn deshalb für deren Repertoirebestand vorgesorgt werden 


D 1322 





mußte, so war dies eine der kulturellen Planungen, die noch im Kriege in 
die Wege geleitet werden mußten. 

(...) Manchmal lag auch der Fall vor, daß an einem Stück der Ort der 
Handlung unpassend geworden war. Der in Krakau spielende 
>Bettelstudent< verlangte und betonte das polnische Milieu: Also 
verlegten wir die Aktion nach Breslau, wie denn diese Bearbeitung der 
Reichsstelle seit der im Vorjahr bei Hentschke gestarteten Uraufführung 
ein Riesenerfolg geworden ist. Ähnlich lag der Fall bei Nedbals reizender 
Operette >Polenblut<: sie ist nach Böhmen verlegt worden und erfreut 
nun als >Erntebraut< tausende von Volksgenossen. 

(...) Von dieser Stelle möchte ich auf weitere Tätigkeitsfelder der 
Reichsstelle hinüberschauen. Dazu gehören z. B. diejenigen Bemühungen, 
die jenseits der Musikbühne liegen, aber doch auch eine sozusagen 
librettistische Betreuung erfordern: ich meine das Oratorium, die Kantate 
und das Lied. Es handelt sich etwa darum, die chorischen Großwerke 
Händels, die für die Chorvereine unentbehrliche Werte darstellen, aber 
durch alttestamentliche Stoffe untragbar geworden sind, der deutschen 
Öffentlichkeit zu erhalten - dabei gilt es, Geschmacksentgleisungen 
ebenso wie einem rein merkantil bedingten Bearbeitungsinteresse zu 
steuern. 

(...) Wenn ich schließlich erwähne, daß zu unserem 
Betreuungssektor auch die Schünemannschen Fassungen der 
Verdeutschung Mozartscher Bühnenmeisterwerke gehören, die jetzt 
einhellig von allen deutschen Opernhäusern angenommen worden sind, so 
befinden wir uns wieder bei unserem Ausgangsthema: der Bearbeitung 
musikdramatischer Repertoirestücke" (S. 25, 26). 

Aufrechterhaltung des Musiklebens trotz des Luftkrieges. Vortrag 
(Köln, September 1943). 
14. September 1943, Bericht: 

"Auf einer Zusammenkunft der Oberbürgermeister und 
musikalischen Oberleiter aus den luftgefährdeten Gebieten sprach in Köln 
der Leiter der Abteilung Musik im Reichsministerium für Volksaufklärung 
und Propaganda, Generalintendant Dr. Drewes, über das Thema 
>Aufrechterhaltung des Musiklebens trotz des Luftkrieges<. Dr. Drewes 
erklärte, es habe sich herausgestellt, daß für die geistig-seelische 
Betreuung der zurückgebliebenen Bevölkerung die Kunst unentbehrlich 
bleibe. Es sei erfreulich festzustellen, wie die meisten Dirigenten, den 
luftkriegsbedingten Verhältnissen Rechnung tragend, mit viel Erfindung 
und Fantasie neue Wege beschreiten. Nicht zuletzt würden sich ja auch 
der so bequemen Programmaufstellung von Ouvertüre, Solistenkonzert, 
klassische Symphonie mit der Zeit Schwierigkeiten in den Weg stellen. 
Jetzt sei auch die Zeit da, wo die >Unterhaltungsmusik< eines Johann 
Strauß, Lanner, Millöcker, Supp& und vieler Zeitgenossen wieder zu ihrem 
Recht komme. Auf die Aufführungsmöglichkeiten eingehend, wies Dr. 
Drewes darauf hin, daß an vielen Orten Ersatzräume geschaffen worden 
seien. In solchen Fällen müßte eben ein Konzert zwei- oder dreimal 
wiederholt werden. Wenn das Publikum nicht mehr in die Konzertsäle 
gehen kann, dann muß der Dirigent mit seinem Orchester seine Zuhörer in 


D 1323 





ihren Arbeitsstätten aufsuchen. Werkkonzerte in den Mittagspausen 
werden vielen Tausenden schwer arbeitenden Volksgenossen Entspannung 
und neue Arbeitskraft vermitteln. Mehr den je muß der künstlerische 
Leiter eines Orchesters heute eine verantwortungsvolle 
Führerpersönlichkeit sein. Weiter befaßte sich Dr. Drewes noch eingehend 
mit der Beschaffung von Instrumenten und Notenmaterial für 
bombengeschädigte Musiker sowie mit den Maßnahmen einer besonderen 
Fürsorge für Musikerzieher und Musiklehrer. Großes Interesse erregten 
seine Ausführungen über den Einsatz ausländischer Musiker" (Musikleben 
trotz Luftkrieg. Dr. Drewes sprach in Köln. "MNN", 14/1X/43). 

Die deutsche Musik im Osten. Vortrag (Krakau, Oktober 1943). 

3. Oktober 1943, Bericht: 

"(...) Die deutsche Musik, so führte der Redner eingangs aus, hat im 
Gegensatz zur Musik der romanischen Völker, die im wesentlichen auf den 
romanischen Kulturkreis beschränkt blieb, von jeher eine starke 
Expansionskraft nach Osten bewiesen. Zahlreiche, im Raume des heutigen 
Generalgouvernements gewonnene Beweise schließen sich zu einer 
bedeutungsvollen und unwiderlegbaren Kette zusammen. Wir sind 
infolgedessen in der Lage, die Expansionskraft der deutschen Musik nach 
Osten hin nicht als These, sondern als Faktum zu behandeln. Alte 
deutsche Volksinstrumente, die in ihren engeren Ursprungsgebieten längst 
vergessen sind, wie beispielsweise das Organistrum, die Bauernleier, 
haben sich in den Gebieten östlich des Reiches noch hier und da erhalten. 
Ebenso bewahrten die aus deutschen Landen in den Osten auswandernden 
Siedler viele alte deutsche Volkslieder, wenn auch zum Teil nur in einer 
umgesungenen Form. Außer dieser erst in jüngster Zeit schriftlich 
niedergelegten, bis dahin also mündlichen Tradition, fügen Dokumente der 
Kunstmusik aus Städten wie Krakau, Warschau und Thorn manches 
wertvolle Beweisstück in die Kette ein. Die in den genannten Städten 
gepflegte Kirchenmusik fußte auf der in Deutschland geläufigen 
Gregorianik, nicht etwa auf irgendwelchen anderen, vom byzantinischen 
Südosten heraufgedrungenen Systemen. 

(...) Von Elssner, der auch den jungen Chopin unterrichtete, kam der 
Redner auf Chopin und dessen noch nicht eindeutig geklärte Abstammung 
zu sprechen. Er erwähnte, daß es sich wohl lIohne, nachzuprüfen, ob 
Chopin nicht aus der Familie des nachweislich deutschen Generals 
>Schopping< entstamme (-z = Gerda Pelz: Die deutsche Musik im Osten. 
Vortrag von Dr. Drewes in Krakau. "Krakauer Zeitung" Nr. 239, 3/X/43). 

Nach der militärischen Unterwerfung mußten die Polen die 
Herabsetzung ihrer eigenen und typischen Musikkultur durch Funktionäre 
wie Drewes erdulden, die abstruse Märchen - hier u. a. das originär 
deutsche Organistrum und die "in Deutschland geläufige Gregorianik" - 
anboten. 


1944 
23. Mai 1944: 
Drewes erhält vom Vizepräsidenten der RKK einen Bericht von Elly 
Ney über deprimierende Erfahrungen bei Konzertreisen, den ihre ständige 


D 1324 





Reisebegleiterin Helene Meyer an Hinkel gesandt hatte, mit der Bitte um 
Kenntnisnahme und entsprechende Veranlassung. 
30. Mai 1944: 

Nach einem von Dr. Goebbels veranlaßten Gespräch mit R. Strauss 
schlägt Dr. Drewes in seinem Bericht an den Minister als Führergeschenk 
für den Meister einen Mercedes mit Benzingutscheinen für tausend Liter 
vor - vergeblich (Quelle: BA R 55/ 20574. Blatt 373-377). 

16. Juni 1944: 

Drewes teilt auf Anfrage vom Amt Musik, Dr. Gerigk, wegen der - 
jüdischen - Kadenzen von Joachim und Kreisler zu Beethovens 
Violinkonzert mit, er erwäge, z. B. Ottmar Gerster oder Hermann Zilcher 
um neue Kadenzen zu bitten (Quelle: ACDJC, Document CXLIII-360). 

20. Juni 1944: 

Das RMVP, Ministeramt, informiert Leiter M, Dr. Drewes, von der 
Rüge des Ministers über die mangelnde Qualität des Städt. Orchesters 
Berlin und dessen Wunsch, Dr. Zaun zum nächsten Termin zu kündigen 
(Quelle: BAR 55/ 20587. Blatt 12). 

Für die Neubesetzung der Position Zauns waren im Gespräch: 
Johannes Schüler (Staatsoper Berlin), Otto Matzerath (Karlsruhe), Heinz 
Dressel (Münster) und Fritz Lehmann (Lübeck). 

21. Juni 1944: 

Das Amt Musik, Dr. Gerigk, denunziert Carl Orff beim Leiter M des 
RMVP, Dr. Drewes, wegen angeblicher Abweichungen von den Originalen in 
dessen Catull-Texten und kündigt den Abschluß einer entsprechenden 
Untersuchung an (Quelle: ACDJC, Document CXLIII-360). 

Herbst 1944: 

Dr. Drewes wird als Leiter von Abt. M des Ministeriums abgelöst, da 

diese in der Abt. Kultur aufgeht und zu einem Hauptreferat abgestuft wird. 


Ein Zeuge, 1963: 

"Ihm wurde vielfach die angebliche >Entlassung< Hindemiths zur 
Last gelegt; tatsächlich hatte Drewes nicht nur nichts mit Hindemiths 
Ausscheiden zu tun, sondern sein Amt überhaupt erst angetreten, als 
Hindemith bereits ausgeschieden war. Über Dr. Heinz Drewes kann ich 
aufgrund meiner persönlichen Erlebnisse folgendes berichten: Ich traf ihn, 
der um 1923 mein Schüler gewesen war, 1938 wieder als den Leiter der 
Musikabteilung des Propagandaministeriums. In der Erkenntnis, daß die 
zuvor geübte Beschränkung des Musiklebens auf PG-Kreise zum 
kulturellen Versanden geführt hatte, erweiterte er den Kreis der 
>erwünschten< sogar um bisher boykottierte Neutöner der >Systemzeit< 
und berief Paul Höffer und mich in seine Jury, und wiederholt konnte ich 
feststellen, daß er unsere Urteile denen der Parteigenossen vorzog. 
(Übrigens wurde Dr. Drewes aus dem Kreise um Alfred Rosenberg denn 
auch heftig befehdet.) Auch für Theodor Berger und Kurt Hessenberg, 
damals >Neutöner< und der NS-Unkultur fern, ist er eingetreten. 
Politische Äußerungen habe ich von ihm nie vernommen, und wir 
empfanden sein Verhalten stets als klug und taktvoll, so weit wir mit ihm 
in Berührung kamen. 


D 1325 





(...) Daß ausgerechnet auf Dr. Drewes die Schwere der NS-Jahre 
jetzt in Gestalt nahezu völliger Ausgeschlossenheit ärger lastet als auf so 
manchem politisch Prominenten der Hitlerzeit, der heute in Amt und 
Würden steht, gehört zu den - sagen wir: Inconsequenzen des Schicksals" 
(Heinz Tiessen an Fred K. Prieberg, 16/X1/63). 


Geschichtsfälschung |, 1995: 

"(...) Dr. Heinz Drewes, ein ehemaliger Altenburger 
Generalintendant, der nicht in der Reichsmusikkammer wirkte, sondern im 
Propagandaministerium, wo er die Musikabteilung leitete. Seit 1937 besaß 
er von Goebbels das Mandat, unliebsame Musikwerke bis zur Ächtung zu 
indizieren. Da er aber, wie auch Goebbels selbst, das Kind nicht mit dem 
Bade ausschütten wollte, machte er von einem absoluten Verbot nur ganz 
selten Gebrauch. So war es auch im Fall Orff. Drewes, dieser 
ausgesprochene Gegner moderner Musik (...)" (Kater I. S. 11). 

Der "Distinguished Reasearch Professor of History" ignoriert, daß 
Drewes mit staatlicher Musikverwaltung betraut war und kein Mandat für 
Musikzensur erhalten hatte; diese oblag der Musikprüfstelle, schonte aber 
Konzertmusik weitgehend; Grundsatzentscheidungen kamen vom 
Minister. Daß Drewes über seinen Antisemitismus hinaus Gegner der 
Moderne gewesen wäre, ist ein Märchen Katers. 

Geschichtsfälschung II, 1995: 

"(...) Nach Kriegsbeginn gab es Personalveränderungen in Berlin, die 
Orffs Situation fortan verbesserten. Zum einen wurde sein Intimfeind 
Heinz Drewes mit Kulturaufgaben in den neu besetzten Gebieten betraut, 
so daß sich dessen Musikkontrolle merklich lockerte (...)" (Kater I. S. 12). 

Der "DRPoH" unterschlägt, daß Drewes weiterhin und bis 1944 
Leiter M im RMVP blieb; Einwirkung auf besetzte Gebiete durch ihn 
beschränkte sich auf Gastspiele deutscher Künstler, wie vom Minister 
beschlossen. 

Geschichtsfälschung Ill, 1998: 

"(...) Drewes, der im Dezember 1937 Leiter eines speziellen Büros 
für die Musikzensur im Reich wurde (...)" (Kater Il. S. 361). 

Der "DRPoH" ignoriert, welche Funktion Drewes innerhalb des 
Ministeriums hatte. 

Drewes war Leiter der Musikabteilung des Ministeriums, das 
zuständig war für das gesamte Musikwesen; die der Abteilung unterstellte 
Reichsmusikprüfstelle entschied per Repertoirekontrolle über Empfehlung 
und Förderung und hatte - über die Warnung vor jüdischen Werken hinaus 
- keine selbständige Zensurfunktion für den Musikbetrieb. Dies war 
ausschließlich Domäne des Ministers. 

Geschichtsfälschung IV, 2004: 

"(...) Heinz Drewes in der Musiküberwachungsabteilung des 
Propagandaministeriums (...)" (Kater Ill. S. 166). 

Der "DRPoH" verfälscht die amtliche, historisch verbürgte 
Bezeichnung der Musikabteilung im RMVP. 

Information: FA, MM2. Siehe: Josef Goebbels. 


D 1326 





Dreyer, Max 

Rostock, 15. September 1862 - Göhren auf Rügen, 27. November 
1946. 
Lehrersohn; Studium der Theologie, Philologie, Germanistik und 
Geschichte, Dr. phil. Rostock 1880, Schulpädagoge, dann freier 
Schriftsteller. 1888-1895 Kulturredakteur der "Täglichen Rundschau" 
Berlin, 1908 Gründer des Verbandes deutscher Bühnenschriftsteller", 
Dramatiker und Komponist, ab 1894 Sommergast in Göhren, wo er sich 
1901 ein Haus baute. Ständig in Göhren in seinem "Drachenhaus" auf dem 
Nordpferd seit 1920. 1941 erhielt er den "J ohn-Brinkman-Preis" der Stadt 
Rostock und 1946 die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Göhren. 
Werke: u. a. musikal. Komödien, auch im niederdt. Dialekt; "Der 
Probekandidat", satir. Bühnenstück; humorvolle Novellen und Romane 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Rheinland-Marsch (Mirag, *19/1V/33; RS Köln, 21/V/39, aus Duisburg). 
Hanseatengeist. Marsch (Norag, 5/1X/33, MK im Kameradschaftsbund 
der 76er, Dgt. Gustav Model). 


Dreyer, Paul (Pseudonym) = H. Rechnitzer-Möller 


Dreyling, Hans 
Hannover, 7. Januar 1897 - Hannover, 20. August 1958. 
Musikalienhändler, Chor- und Orchesterdirigent in Hannover, Leiter des 
Orchesters der Vereinigung für Gesang und Musik 1911 e.V. und Dirigent 
der Gesangs-Abt. des VIl./ IR 16. Zeitweilig Kaufmännischer Angestellter. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.955.767. 


1933 

Werke, so nicht anderswo, bei [Kettner, Hannover]. 

An Deutschland. Liederkreis für Solobariton, gemCh und Orch (UA: 
Hannover, *13/V111/33, zur Eröffnung des neuen Senders Hannover, 
zugleich Norag). 1935 als Kurzversion - nur Sätze 1 bis 3 und 5. 

1. Bekenntnis: Ich bin ein Span von deinem Stamme (T: Alfred Petzold). 
- 2. Heimat: Heimaterde, heilige Erde (T: K. Holst). - 3. Daheim: Ein 
Weg durch Korn und roten Klee (T: Prinz Emil von Schoenaich-Carolath). - 
4. Deutscher Glaube: Strahlender Himmel, flimmernde Glut (T: Felix 
Fischer). - 5. Mahnung: Nun schweige jeder von seinem Leid (T: W. 
Vesper). - 6. Vaterland. - 7. An einen Arbeiter (T: B. von Schirach). - 
8. Deutscher Spruch. 

Vorankündigung: 

"Dieser Liederzyklus in sechs Chorliedern und zwei Sologesängen für 
Bariton ist am Tage der nationalen Erhebung entstanden. Der Komponist 
wählte sich Dichtungen, welche die Verbundenheit zur Scholle und die 
Liebe zum Vaterland zum Ausdruck bringen. Den Höhepunkt bildet ein 


D 1327 





Hymnus an den deutschen Arbeiter von Baldur von Schirach" (Eröffnung 
des neuen Senders Hannover. "Funk", Heft 33, 11/V111/33. S. 131). 


1934 
Zwei vaterländische Gesänge. Für gemCh a cappella oder mit kleinem 
Orch (1934). 
1. An das Vaterland: Wo dir, o Mensch, Gottes Sonne (T: E. M. Arndt). - 
2. Deutschland: Deutschland, mein Vaterland (T: H. Schumacher). 
Vier Lieder aus dem kleinen Rosengarten von Hermann Löns (1934). 
Darunter: (Husarenlied) Heiß ist die Liebe und kalt ist der Schnee. 


1935 
Drei vaterländische Gesänge. Für 3stimmigen FrCh mit Klavier/ kl. 
Orchester/ Bläsern (1935). 
1. Bekenntnis: Ich bin ein Span von deinem Stamme (T: A. Petzold). - 2. 
Heimat: Heimaterde, heilige Erde (T: K. Holst). - 3. Arbeiterlied: 
Leuchte, scheine, goldne Sonne (T: H. Lersch). 
Volk an der Arbeit. Zyklus für gemCh, a cappella oder mit Klavier, kl. 
Orch oder Bläsern (1935). 
1. Arbeit: Pack zu! Nimm ihn in deine Faust! (T: Georg Zemke). - 2. 
Werkgemeinschaft: Du Bauer, der du hinterm Pfluge schreitest (T: 
Christoph Wieprecht). - 3. Schaffensfreude: Komme, was da kommen 
mag (T: W. Rudloff). - 4. Bauernlied: Wir pflügen, wir graben ein heiliges 
Land (T: Wilhelm Kotzde-Kottenrodt). - 5. Arbeiterlied: Leuchte, scheine, 
goldne Sonne (T: H. Lersch). 


1936 
Auf Feldwache: Ich weiß einen Lindenbaum stehen (T: H. Löns). MCh 
(1936). 
Grenadiere: Die Trommeln und die Pfeifen (T: H. Löns). MCh (1936). 


1939 

Zwei Lieder für Gesang mit Klavier (1939) [SV]. 
1. Mahnung: Nun schweige jeder von seinem Leid (T: W. Vesper). - 2. 
Ruf der toten Soldaten: Wir kommen, wir toten Soldaten (T: H. Menzel). 
Zwei Lieder zum Muttertag, für Gesang mit Klavier (1939) [SV]. 
1. Heimweh: Irgendwo am Wegesrand (T: Ina Seidel). - 2. Denk es: 
Wenn deine Mutter alt geworden (T: Adolf Hitler). 
Zwei schlichte Weihnachtslieder für Gesang und Klavier (1939) [SV]. 
1. Licht überm Weihnachtsland: Jetzt geht die Liebe leise (T: Emilie 
Charlotte Leich). - 2. Vorweihnacht: Es geht ein Duft (T: H. Anacker). 

Information: FA. Das Stadtarchiv Hannover ignorierte - gegen 
Verwaltungsrecht - eine Anfrage vom 8/II/87. 


D 1328 





Dr Hans het e schöns Hüetli uf. Elsässisches Volkslied. Titel: Der 
schmucke Hans. 
In: 
Deutsches Grenzland im Lied I (1937). 


Drischner, Max 
Prieborn/ Krs. Strehlen, 31. Januar 1891 - Goslar, 25. April 1971. 

Kirchenmusiker in Brieg, Schüler von H. Lilge, A. Egidi und Wanda 
Landowska (Cembalo); hier seit 1924 Kantor und Organist an der ev. 
Nikolai-Kirche, 1942 KMD. 

Seit 1946 Kirchenmusiker in Erfurt, dann in Herrenberg, ab Herbst 
1955 in Goslar. Er erhielt 1956 den Kulturpreis der Stadt Goslar. 
Werke: u. a. Brieger Singe- und Spielbuch für das ganze Kirchenjahr 
(1936); Choralkompositionen für Orgel/ Klavier (1939); Norwegische 
Variationen (1939); Norweg. Volkstonsuiten (1939); Sonnenhymnus 
(Passacaglia E-dur) für Orgel/ Klavier (1940). 


NSDAP seit 28/X/37, Nr. 5.597.971, auf Antrag vom 28/X/37. 
Mai 1933: 
Drischner unterzeichnet die Erklärung zum Flugblatt "Kirchenmusik 
im dritten Reich". 
Variationen über Deutschland, Deutschland, über alles für Orgel 
(1933; Schles. FSt., 28/VI1/33) [Li]. 
Nordische Kanzonen für Orgel (1940). 
Nordische Fantasie in A-moll für Tasteninstrumente. 
Nordische Toccata und Fuge in G-moll für Tasteninstrumente. 
Information: MM2, LdCh, MGGS. 


Drissen, Fred 
Duisburg, 25. Februar 1889 - Mainz, 14. Dezember 1968. 
Sohn eines Eisenbahnschaffners; Konzert- und Oratoriensänger - Baß - 
und Musikpädagoge in Berlin-Wilmersdorf, dann Dahlem; 1934 a. o. 
Lehrer für Gesang an der Akademie für Kirchen- und Schulmusik, am *30/ 
1/36 zum Professor ernannt. Er meldete sich am 6/X11/44 freiwillig zum 
Volkssturm. 

Nach 1945 zunächst in Flensburg. Hier denunzierte ihn der 
Opladener Sänger Werner Flender mit Brief vom 28/11/48 bei der 
Britischen Militärregierung, Abt. Theater-Musik, in Düsseldorf als "enger 
Freund Hitlers u. Goebbels" mit "intimen Beziehungen zu den Nazigrößen". 
1949-53 Professor an der Musikakademie Detmold, Hauptfachlehrer für 
Gesang, dann am Institut für Schul- und Volksmusik, 1958 nach dessen 
Rückgliederung in die Musikakademie wieder hauptberuflich hier, bis 1962 
nur noch als Lehrbeauftragter. 


NSDAP seit 1/1V/33, Nr. 1.772.611, obwohl er laut Karteikarte 1941 der 
RMK keinen Abstammungsnachweis erbrachte. Seit März 1938 an der 


D 1329 





Hochschule für Musikerziehung in Berlin Dozentenführer. 
19. Mai 1935: 

Drissen wirkt mit an der Bach-Händel-Schütz-Feier der Deutschen 
Botschaft Paris. 

21. November 1935: 

Drissen wirkt mit in einem Hauskonzert bei Dr. Goebbels zum Tag 
der dt. Hausmusik. 
Januar 1939: 

Nach Genehmigungsgesuch ans REM, "weil das Auftreten von Fred 
Drissen im deutschen Interesse liegt", wirkt Drissen mit in der "Missa 
Solemnis" unter Karajan in Brüssel. 

Februar 1939: 

Drissen wirkt mit in der Kantate "Lob der Arbeit" von August 
Weweler (UA) in Witten. 

26. März bis 6. April 1940: 

Im Auftrag des RLM unternimmt Drissen eine Konzerttournee zum 
Westwall. 

6. bis 17. Mai 1940: 

Im Auftrag des RLM bietet Drissen eine neue Konzerttournee am 
Westwall. 

Oktober bis November 1943: 

Im Auftrag des RPA unternimmt Drissen eine Konzertreise in die 
Schweiz. 

Januar 1944: 

Im Auftrag des RPA konzertiert Drissen im besetzten Dänemark. 
Februar 1944: 

Im Auftrag des RPA konzertiert Drissen im besetzten Belgien. 
November 1944: 

Die Künstler-Kriegseinsatzstelle des RMVP merkt Drissen für die 
Wehrmachtbetreuung vor und schickte ihn vom 15-23/X1/44 in den 
Warthegau, vom 3-23/XIl nach Leipzig und ins Generalgouvernement und 
vom 15-31/1/45 nach Niederschlesien. 

Information: KDMK (Geburtsjahr1898). 


Dr Kehrüs, dr Kehrüs, die Maide gehn jetzt heim. "Der Kehraus" 
aus dem Elsaß. Aus: V. Beyer, "Elsässische Volkslieder" (1926). 
In: 
RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938; hochdt. Variante); RJF, Liederblatt 
der H) 101/102 (1941; "D'r Kehrüs"); RJF, Musikblätter der HJ) 101/102 a 
(1941); Lieder unseres Volkes (1943); Mein Schätzlein hör ich singen 
(1944). 


Droba auf dr rauha Alb. Volkslied aus Schwaben. 
In: 


Schwäbisches Liederbuch (41938). 


D 1330 





Droben auf dem Bergelein dort steht ei Häuselein, dorten möcht 
ich Jäger sein. Volkslied aus Lützelburg, Lothringen. In: Pinck, 
"Verklingende Weisen" II. 

In: 
Der Ring (1935). 


Droben auf grüner Waldheid, da steht ein schöner Birnbaum (Der 
wunderschöne Birnbaum). Volkslied, Hessen-Darmstadt. 
In: 
Neues Singen 2 (1935); Unser das Land (1937). 


Droben im Oberland. Volkslied - Jägerlied - aus Schwaben (1838). 
Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 
In: 
Lager-Lieder (1933); Kommt, singt und klingt (1937); Wir marschieren 
(1937); SA-Liederbuch (21939); Die Wehrmacht singt (1939); Das zweite 
neue Soldaten-Liederbuch (1940); Lied über Deutschland 3 (1940); Das 
neue Soldaten-Liederbuch für Akkordeon (1940); SS-Liederbuch (61940, 
91941); Lied über Deutschland (1941); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch 
(71941; nur T); Volksliedsingen im Schulfunk 25 (März 1941). 


Droescher, Georg 
Puschkau/ Schlesien, 17. September 1854 - Berlin, 1945. 
Sohn eines Wirtschaftsdirektors; Dr. phil., zunächst Schauspieler, dann 
Dramaturg und Regisseur, ab 1902 Opernregisseur der Kgl. Oper Berlin, 
Direktor der Staatsoper a. D.; 1936 Leiter des Museums der Preuß. 
Staatstheater. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Information: DML. 


Drohendes donnerndes Dröhnen der Trommeln (T: Lois Milz als 
Umdichtung des Geusenliedes "Schlaat op de Trommele"). 
In: 
Lied über Deutschland (1937, ?>1941). 


Dronta em Onterland. Volkslied aus Schwaben. 
Vgl. Drunten im Unterland. 
In: 
Schwäbisches Liederbuch (41938). 


D 1331 





Drösser, Josef 
Düsseldorf, 16. Januar 1900 - Wiesbaden, 27. August 1964. 
Gesangsmeister, Chordirigent, Sänger und Gesangspädagoge in 
Wiesbaden; Leiter und Lehrer der Musikschule der NSG "Kraft durch 
Freude", Dirigent des gemCh "Sängerlust" in Wiesbaden. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.940.283, auf Antrag vom 22/1X/37. 
Gaumusikreferent der DAF und Lehrer für Gesang, Sprechtechnik und 
Gemeinschaftsmusizieren an der Kreismusikschule der DAF (NSG "Kraft 
durch Freude"). 

Information: KDMK. 


Drüben am Wiesenrand hocken zwei Dohlen, fall' ich am 
Donaustrand, sterb' ich in Polen? (T: Lt. Dr. Hugo Zuckermann, gefallen in 
Galizien 1914). Titel: Schnitter Tod. 

In: 

Heil Hitler! (1933); Folget der Fahne und dem Führer (1934; onA); Lieder 
der Pommerschen SA (?1934); Was Deutschland singt (1936; nur T, 0onA); 
Singen (?1937). 

November 1942, Unerwünscht: 

"Nach einer Verlautbarung vom November 1942 ist das Lied 
>Drüben am Wiesenrand hocken zwei Dohlen< in die Liste der 
unerwünschten Musikstücke aufgenommen worden. Hierzu bemerken wir: 
mit der Überschrift >Österreichisches Reiterlied< erschien der Text im 
Herbst 1914 gedruckt; Verfasser war der österreichische Leutnant Hugo 
Zuckermann. Viele Liedsammlungen der Weltkriegszeit und auch der 
folgenden Jahre nahmen ihn auf, verschiedene Tonsetzer fügten ihm eine 
Melodie bei. 

(...) Zuckermann war demnach nationaler Jude" (Karl M. Klier: 
Unerwünschtes "Soldatenlied". "Das deutsche Volkslied XLV/1-2, Januar- 
Februar 1943. S. 24). 

Die Verbotsverfügung des RPA Berlin datierte bereits vom 
31/VII/42. Vertonungen des "nichtarischen" Textes existieren von K. 
Henniger, Max Heilmann, Franz Mohaupt, Hannes Ruch, Otto Löffler 
(1941) und Heinrich Martens. 


Drucker, Ernst 
Köln, 2. April 1909 - ? 

Sohn eines Kunstmalers. Geiger mit Abschlußexamen 1933 in Köln an der 
Musikhochschule, Schüler von Bram Eldering, Philipp Jarnach und 
Hermann Abendroth; das Institut verweigerte das Abschlußzeugnis von 
amtswegen, sodaß Eldering und Abendroth ein handschriftliches 
persönliches Zeugnis ausstellten. 

Seit 1934 einer der drei Konzertmeister des Frankfurter 
Kulturbundorchesters und Primarius des Streichquartetts Rhein-Main, auch 
Lehrer, jedoch schlug er das Angebot der Konzertmeisterstelle im neuen 


D 1332 





Palestine Orchestra aus. 

Von Brückner/Rock (onA) und Gerigk/Stengel als J ude denunziert. 
Aus der RMK ausgeschlossen. 

Drucker versuchte zunächst vergeblich, nach England zu emigrieren, 
ging 1938/39 in die USA und lebte in New York, Westside Avenue, wo er 
am ersten Pult im Orchester der Metropolitan Opera mitwirkte. 


Drumb gehet tapfer an, ihr meine Kriegsgenossen (T: Philander 
von Sittewald). Soldatenlied, Landsknechtsmelodie. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Drum, Mädel, weine nicht, sei nicht so traurig, mach deinem 
Musketier das Herz nicht schwer. Soldatenlied, Volksmelodie. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Drum Mädel, weine nicht! Mich ruft die heilge Pflicht, denn ich 
muß an meines Führers Seiten für das Vaterland und die Freiheit streiten 
(T: unbekannt), onA. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Und kehr ich einst zurück: 
o Mädel, welch ein Glück! 
Beide Arme dich umschlingen, 
die fürs Vaterland 
um die Freiheit ringen. 
Dann kannst du sagen 
stolz und laut: 
Auch ich bin eines Helden Braut!" 
In: 
Unter Hitlers Fahnen (1932); Mit Herz und Hand fürs Vaterland (1935); 
Liederbuch der SA (61936); Liederbuch der Wehrmacht (1937; nur T); 
Soldatenliederbuch (41940). 


Drum schwenket die Fahne hoch. "Liedersalat". 
In: 
Soldatenlieder von Front und Heimat (1940). 


Drunten im Tal, wo die Lichtnelken stehn, hab!’ ich die Mutter 
Gottes gesehn. Marienlied, mündl. überliefert, onA. 
In: 
Lieder für Werk-Frauengruppen 3 (1936). 


D 1333 





Drunten im Unterland, da ists halt fein (T: Gottfried Weigle, 
1835). Heimatlied, Volksmelodie aus Schwaben. 
Vgl. Dronta em Onterland. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933); Liederbuch der NS-Frauenschaften 
(21933, 41934; nur T, "Gottlieb Weigle"); Liederbuch für Dt. Frauen und 
Jungmädchen-Verbände (1934); Singkamerad (31935, 81937); Soldaten- 
Liederbuch (1936); Wir wandern und singen! (1937); Flieger-Liederbuch 
(1938; nur T, 0nA). 


Drunten in der grünen Au steht ein Birnbaum, tragt Laub, juchhe! 
Lied aus Reschitza, rumänisches Banat. Aus: Johannes Künzig, 
"Volkslieder aus dem rumänischen Banat" (1934). 
In: 
Lieder unseres Volkes (1943). 


Du Arbeitsmann der Stirn, der Faust, wach auf aus deinen 
Träumen (T: onA), zur Melodie "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" (V. 
E. Becker). 

Textprobe: 

"Der Hitler führet uns zum Sieg 
und bricht die Sklavenketten. (...) 
Sie tun dich heute schinden, 

der Scheidemann, der Levy, Cohn, 
der Barmat und Kutisker, 

der Heilmann und der Aaronsohn, 
das Schieberpackgelichter". 

Philipp Scheidemann (1865 - 1939), SPD, rief 1918 die erste 
deutsche Republik aus und war 1919 ihr Ministerpräsident; Levy = Paul 
Levi (T 1930), nach Rosa Luxemburgs Ermordung geistiger Führer der 
KPD, 1921 ausgeschlossen wegen Kritik an Moskau und zur SPD 
übergewechselt, 1924 für diese Reichstagsabgeordneter; Cohn = Max 
Cohen, Mehrheitssozialist und Vorsitzender der Berliner Metallarbeiter; 
Julius Barmat, Unternehmer, 1928 beim U-Bahnbau in Berlin engagiert, 
von der Stadt durch Geschenk einer Villa geehrt; die anderen Namen 
dienen gleichfalls antisemitischer Denunziation (vgl. Die Rädelsführer. 
"Der Stürmer" XIII/50, Dezember 1935. Titelseite). 

In: 
Durch Kampf zum Sieg! (71926; nur T). 


Du Arbeitsmann, wach auf! = Du Arbeitsmann der Stirn 


D 1334 





Dubert 


Deutscher Ostmarken-Marsch (Orag, 15/V11/33, MZ der SS-Standarte 
18, Dgt. Wilhelm Hering; RS Hamburg, *20/1V/34). Titel auch: 
"Ostmarkenklänge". 

Deutschlands Erhebung. Marsch (Orag, 29/VI1/33, MZ der SS- 
Standarte 18, Dgt. W. Hering). 


Du bist der Held, der uns zur Freiheit führet (T: Graf H. von 
Grebenstein-Waldeck). Kampflied. Titel: Freiheitslied der Braunhemden 
[ZVNSDAP]. 

Textprobe (1. Strophe): 

ae) 

der uns das Banner trägt voran, 

der uns das Hakenkreuz erwählet, 

der uns das Herz 

zu neuen Taten stählet. 

Hitler Heil! Sieg-Heil! Sieg-Heil!" 
In: 
Horst-Wessel-Marschalbum I (71933); Singkamerad (21934; 31935, 
81937); Singendes Volk 30 (1935). 


Ducke, Rudolf 

Neustadt/ Aisch, 30. Dezember 1912 - ? 
Sohn eines Photographen; Theaterdirigent und Cembalist. 1932 im 
Engagement als Pianist, 1. Pauker und Schlagzeuger im Kurorchester Bad 
Polzin, bestand er 1933 die Reifeprüfung am Konservatorium Nürnberg mit 
Eins in allen Fächern. 1933-38 Solorepetitor der Städt. Theater Nürnberg. 
1938-40 Chordirektor der Volksoper Berlin, 1940 1. Chordirektor und 
Kapellmeister am Preuß. Staatstheater Kassel, an der Theaterschule der 
Stadt Kassel zeitweise Leiter der Opernschule und Lehrer für Partien- und 
Ensemble-Studium. 1943 auch Solorepetitor und musikal. Assistent der 
Bayreuther Festspiele. Nach Schließung der Theater zur Wehrmacht 
einberufen, in der Kraftfahr-Abt. 9 in Bad Hersfeld ausgebildet und im 
Frühjahr 1945 bei Frankfurt/Oder im Fronteinsatz als Kradmelder; in der 
Kesselschlacht bei Halbe erlitt er eine Splitterverletzung, kam bei 
Luckenwalde in sowj. Gefangenschaft, zunächst im Lager Trebbin, dann 
trieben die Besatzer ihn und 5000 Mitgefangene über die Autobahn 
Richtung Breslau ins Lager Neuhammer. Hier war er Pianist bei der 
Lagerbühne. Als die Polen das Lager übernahmen, brachten sie die 
Gefangenen nach Guben und entließen Anfang Dezember 1945 die 
gesamte Lagerbühne. 

1946 erneut Kapellmeister am Staatstheater Kassel, Wohnung in 
Harleshausen, 1951 auch Leiter des Kasseler Chorkreises; vier Jahrzehnte 
war er Cembalist des Barockensembles Pro Arte Antiqua, daneben 
gefragter Liedbegleiter für Sänger der Oper, so Gerda Lammers; 


D 1335 





außerdem Dozent an der Opernschule der Musikakademie Kassel. Stand 
1967: Chordirektor, Mitglied des Musikausschusses des Mitteldt. 
Sängerbundes Kassel, 1977 auch Chorleiter bei der Oper im Schloßpark 
Eutin (Sommerfestspiele); 1978 erhielt er die Spohrplakette. 1981-83 
Leiter der Schauspielmusik des Deutschen Theaters Göttingen. 1988 
ernannte ihn das Staatstheater Kassel zum Ehrenmitglied, so auch 1997 
der Mitteldt. Sängerbund, für den er 35 Jahre lang die Chorleiterschule 
betreut hatte. Wohnung (Juli 2004): Kassel, Karthäuserstr. 17. 


NSDAP (It. Auskunft vom BDC 1980/81), jedoch kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Musik zu Shakespeares Sommernachtstraum nach Motiven von Purcell 
und Händel (Stadttheater Nürnberg-Fürth, 14/111/36). 

Information: KDMK. Das Standesamt Neustadt an der Aisch verfügte 
(21/VII/96) über noch keinen Todeseintrag für Ducke. Das Ordnungsamt 
Göttingen (27/V/98) gab an, Ducke sei weder im Melderegister noch in 
archivierten Unterlagen enthalten. Das Deutsche Theater gab die Anfrage 
mangels Information ans Stadtarchiv weiter, wo jedoch ein Hinweis fehlt. 


Du deutsches Brudervolk im Osten, durch dessen Land der 
Sturmwind braust (T: aus einer süddeutschen Zeitung). Melodie von 
Clemens Schreiber auf das Lied "Auf, deutsche Brüder" aus dem 
Liederbuch der deutschen Kaufmannsgehilfen. Titel: An Oesterreich [HVA]. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Deutsch-Oestreich, denk an deine Toten, 
wenn dir zum Kampf die Kraft gebricht, 
es kommt ein Tag, da Siegesboten 
dir künden deiner Freiheit Licht! 
Vergiß die Toten nicht! 
Beim Sterben 
klang's noch von ihren Lippen bleich: 
Deutsch-Oestreich, 
du kannst nicht verderben, 
deutsch sollst du sein! 
Ein Volk, ein Reich!" 
In: 
HM-Liederbuch (1933/34); Jungvolk-Lieder (1934; nur T). 


Du deutsches Volk der Herrlichkeit, der Männer fest wie Eichen, 
du Volk der Treu, der Männlichkeit (T: onA), zur Melodie "Hier Saaleck, 
hier die Rudelsburg". Titel: Daß wir uns wiederfinden. 

Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 

"Du deutsches Lied mit vollem Klang, 
du schönstes Lied der Lieder, 
ertöne an dem grünen Hang 
und schalle weithin wider. 
Du sollst von deutscher Herrlichkeit, 


D 1336 





von deutschen Taten künden. 

Es naht ja bald die große Zeit, 

da wir uns wieder finden". 
In: 
Liederbuch der NSDAP (211933); Heil Hitler Dir! 2 (1933); NSBO- 
Kampflieder-Buch (1933); 100 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder 
(1934; nur T). 


Du, Deutschland, liegst in Banden, versklavt auf ew'ge Zeit (T: 
Hermann Pantföder). NS-Kampflied, zur Melodie "O Deutschland hoch in 
Ehren" (Pierson). 

Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 

"Uns hilft nicht mehr das Parlament 
in seiner Korruption, 
wenn uns noch etwas retten kann, 
ist's deutsche Revolution. 
Wir geb'n den Kampf nicht früher auf, 
bis daß erreicht das Ziel: 
Arbeit und Brot fürs deutsche Volk, 
wie's Adolf Hitler will. 
Her zu uns! Her zu uns! 
Stärket Adolf Hitlers Reih'n, 
ja Hitlers Reih'n. 
Zögert nicht, zögert nicht! 
Laßt die J udenmeute schrei'n, 
auf daß dereinst 
das dritte Reich ersteht, 
über dem die Hitlerfahne weht. 
Hitler Heil! Es leb' die Tat!" 
In: 
S.A. Liederbuch (1933). 


Du Deutschland wirst bleiben (T: W. Brockmeier), zu einer nicht 
genannten Melodie von J. C. Stierlein (17.-18. Jh.). 
In: 
Unser das Land (1937). 


Du, du dalkata J ägersbua. Volkslied aus Bayern. 
In: 
Singkamerad, Anhang München (1939). 


Du dunkler Kiefernwald im Pommerland. SA-Lied, onA. Titel: 
Lied der pommerschen SA. 
Textprobe (1. Strophe): 


D 1337 





"Du dunkler Kiefernwald im Pommerland, 
ihr Städte klein und alt im Pommerland, 
du schönes blaues Meer, 
es grüßt euch Hitlers Heer, 
die pommersche SA, die pommersche SA". 
In: 
Lieder der Pommerschen SA (?1934; nur T). 


Du Fais, Henri 
Potsdam, 18. August 1874 - Berlin, 8. August 1968. 
Schriftsteller, Übersetzer und Sprachwissenschaftler in Berlin. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Vaterländische Hymne: Wo dir Gottes Sonne zuerst schien (T: E. M. 
Arndt). Für MCh: H. Victor [Di]. 
Meinem Führer: Deutschland lag hingestreckt (eigener T). Hymne für 
Gesang mit Klavier. Für MCh: H. Victor (1939) [Di]. 

Information: Laut LA Berlin (22/V/01) fehlt Du Fais in der 
lückenhaften Meldekartei 1875-1960. Das Standesamt Wilmersdorf von 
Berlin registrierte den Todesfall, Nr. 2011/1968. 


Du gabst uns in der weiten Welt das Volk, dem wir entstammen. 
Bekenntnislied, zur Melodie "Wach auf, wach auf, du deutsches Land" 
(Walther) 

In: 
Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940). 


Du glaubst, du machst mir Kummer. Soldatenlied. Titel: 
Reiterliebe. 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Du hast gesagt, du willst nicht lieben, willst dich um keinen 
Mann betrüben (T: H. Löns), onA. 

Eine Vertonung des Textes stammt von Alfred Milarch, Titel: 
Warnung. 
In: 
Unsere Lieder (?1933; nur T). 


Dui, dui, dui, hollera. Jodler aus Tirol und Vorarlberg. Titel: 's 
Schweinsbäuscherl. 
In: 
RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938; onA). 


D 1338 





Duis, Ernst 

Heinefeld/ Oldenburg, 18. März 1896 - Staufen, 18. September 1967. 
Sohn eines Lehrers; zunächst Musiker - Lautensänger - und Lehrer an 
verschiedenen Orten, dann in Berlin. 1927 in Freiburg i. Br., zeitweise 
Korrespondent, Musikreferent für die Zeitschrift "Der Schacht", Bochum. 
Später Konzertsänger, Komponist und ab 1933 Leiter eines Trios für alte 
Musik in Hofsgrund bei Freiburg; 1939-41 Lehrer an der LBA Vechta mit 
Wohnsitz Gut Daren. Während des Krieges u. a. eingesetzt zur 
Wehrmachtbetreuung mit Konzerten in den besetzten Gebieten der 
UdSSR, Frankreichs, Belgiens, Hollands, Dänemarks und Norwegens, 
sowie in Italien. Zuletzt in Obermünstertal im Schwarzwald Leiter eines 
Quartetts für alte Musik, mit dem er u. a. im Dezember 1943 
Weihnachtsmusik aus dem 13. bis 18. Jh bot. 

1947 Professor für Musikerziehung an der PH Hannover, 1948-61 an 
der PH Oldenburg. Er gründete 1948 die Musikwochen in Staufen bei 
Freiburg. 

Werke: "Lautenlieder, so "Aus tausend Jahren", Balladen und 
Kriegslieder (1929); Europa singt" (1959); Liedbearbeitungen, so "An 
Weihnachten" (1937); auch Texte, so zu "Neue Seemannslieder" von Hans 
Duis, Singweise mit Akkordeonbegleitung (Hamburg, 1942). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. Im Rechnungsjahr 1938 subventionierte die 
Auslandsstelle der RMK Duis und sein Freiburger Kammertrio aus Mitteln 
des RMVP für Auslandsgastspiele mit 1312, 50 RM. 

18. August 1933, Bitte ans Ministerium: 

"Wir erlauben uns, mit beillegendem Schreiben das Ministerium für 
Volksaufklärung und Propaganda auf die Arbeit des Freiburger 
Kammertrios für alte Musik aufmerksam zu Machen. 

(...) Das Trio kann mit Recht für sich in Anspruch nehmen, 
wertvollste Pionierarbeit auf dem Gebiete der Erneuerung der Hausmusik 
geleistet zu haben. Wir sehen unsere Arbeit nicht lediglich als eine 
Existenzmöglichkeit, wir kämpfen für die alte Musik, für eine Hausmusik 
und für eine musikalische Volkskultur. Nach dem ewigen Experimentieren 
in der modernen Musik hat heute die alte Musik wieder Anspruch auf 
Beachtung. Wir bitten das Ministerium für Volksaufklärung und 
Propaganda um Unterstützung unserer Arbeit" (Freiburger Kammertrio für 
alte Musik - Edgar Lucas, Duis, H. Abert - an das RMVP, 18/VI11/33. 
Quelle: BAR 55/ 1139. Blatt 122). 

9. Dezember 1934: 

Unter dem Motto "Das Isenheimer Weihnachtswunder" findet in 
Freiburg für NSKG und NSD-Studentenbund eine "Deutsche Weihnacht in 
Bild und Musik" statt. Mitwirkende: Freiburger Kammertrio für alte Musik 
u.a. 

Musik zu Shakespeares Sommernachtstraum nach Originalstücken aus 
der Shakespeare-Zeit (1937). 

Trutzlied der Dithmarscher Bauern, für Tenor und Instrumente (RS 
Köln, 8/V1/38). 


D 1332 





Geschichtsfälschung, 1982: 

"1939 erhielt er ein Verbot zum Konzertieren, da er als Gegner des 
Nationalsozialismus in Freiburg bekannt war" (Artikel Ernst Duis in Jantzen 
IV. S. 60). 

Dies ist frei erfunden; zur Wehrbetreuung im Kriege, also nach 
1939, waren nur politisch einwandfreie Künstler zugelassen - wie Duis. 
Wer erfolgreich lügen will, bedarf eines Minimums an Aufmerksamkeit: 
drei Zeilen vorher erwähnt Jantzen noch die "Konzerttätigkeit in 
Deutschland" im Wk. II. 

Information: FA (Geburtsort: Heimfelde). 


Dui, wo an Schäfer liabt. Volkslied aus Schwaben. 
In: 
Schwäbisches Liederbuch (41938). 


Du junger Tambour, schlage ein, es gilt jetzt tapfer zu 
marschieren! Nach Frankreich wollen wir hinein (T: onA). Parodie des 
folgenden Liedes. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Die Tore werden aufgetan, 

die Tore zu dem Münchner Schlosse; 
Adolf Hitler reitet uns voran, 

er reitet auf einem weißen Rosse". 

Solche Huldigung mit der Vision Hitlers als Schimmelreiter und 
Ritter findet sich häufiger in der Kunst der NS-Epoche. 

In: 
Durch Kampf zum Sieg! (71926; nur T). 


Du kleiner Tambour, schlage ein, zum Kampfe wollen wir 
marschieren (T: Werner Wessel, T Dezember 1929). Kampflied der SA- 
Standarte 4, Berlin, auf die 1917 von Uffz. Löwer geschaffene Melodie des 
Soldatenliedes "Auf, junger Tambour, schlage an" mit mehreren 
Textvarianten, Titel: Standartenlied oder Die MGK. 

Vgl. K. Dümlein. 

Textprobe (2. Strophe): 

"(...) Im Fenster spiegelt sich der Morgen. 
Ein blondes Mädel schaut heraus, 

ihr Antlitz ist voller Lieb und Sorgen. 

>Leb wohl, leb wohl, du Deutschlands Zier, 
du Sturmsoldat von der Sta vier". 

Sta = Standarte. 

Textprobe, "Heil Deutschland!" (1. Strophe): 

"(...) nach Berlin, da wollen 
wir marschieren. 
Nach Berlin, da wollen wir hinein, 


D 1340 





der Jude soll unsre Kräfte spüren. 
Am Wege wilde Rosen blühn, 
wenn die SA zieht nach Berlin". 
Textprobe, "Uns geht die Sonne nicht unter" (Textausgabe 1941) 
(2. Strophe): 
"Und sollten wir nicht siegreich sein, 
so lebt denn wohl, ihr deutschen Eichen! 
Vom Schlachtfeld kehren wir nicht heim, 
vorm Feind, da wollen wir nicht weichen! 
Um deutsche Erde kämpfen wir, 
für Adolf Hitler sterben wir!" 
In: 
Was der Deutsche singt (1932; "mündlich überliefert" als "Lied der 
Standarte 4 Berlin"); Unter Hitlers Fahnen (1932; nur T, Variante: "Nun, 
junger Tambur"); Heil Deutschland! (1933); Heil Hitler! (1933; nur T; 
Variante: "Nun, kleiner Tambour"); Deutsche Volks- und Kampflieder für 
die HJ und das Jungvolk (1933; "Von R. Hädelmayr", nur T, Variante: 
"nach Rußland wollen wir marschieren"); Neues Deutschland 1 (1933); 
S.A. Liederbuch (1933; nur T mit Angabe "Hans Buchner"); Das kleine SA- 
Sturm-Liederbuch (1933; nur T); Liederbuch der NSDAP (211933; nur T; 
Variante: "Nach Berlin, da wollen wir marschieren!"); Sieg-Heil! (1933); 
Horst-Wessel-Marschalbum I (71933); Jung Deutschland I (1933); Heil 
Hitler Dir! 2 (1933; als "Lied der früheren SA", nur T, onA); Schlesisches 
SA-Liederbuch (?1933; nur T, Variante: "nach Rußland wollen wir 
marschieren"); Einig Volk/ Einig Sang (1934); J ungvolk-Lieder (1934); 
Lieder von heute (1934); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, 
Textausgabe 1941, T onA); Singen (?1937); Das Lied im Deutschen 
Arbeitsdienst (1937); SS-Liederbuch (21937, 61940, 91941); Singend 
marschieren wir (1938); SA-Liederbuch (21939); Liederbuch der Luftwaffe 
(1939). 


Du liebe Heimat, du trautes Tal = Es kommt so still gezogen 
von Welschlands Wasgenwald 


Du lieber heil'ger frommer Christ, der für uns Kinder kommen ist 
(T: E. M. Arndt). Kinderlied zu Weihnachten, Melodie von G. Siegert. 
In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934; nur T). 


Du liebes Land, du grüne Welt, du Garten Gottes, schön bestellt 
(T: Heinrich Luhmann). Sauerländisches Heimatlied nach einem 
altdeutschen Motiv von G. Hatzfeld. 
In: 
Unsere Lieder (71938). 


D 1341 





Dülk 


Trinkspruch auf das neue Deutschland. Chorwerk (BR, 1/X/33; MGV 
München-Schwabing, Knabenchor der Gisela-Oberschule München, Dgt. 
Studienrat Ernst Lorenz). 


Dumack, Louis 
1838 - 1914 


Nun bricht aus allen Zweigen das liebe maienfrische Grün (T: Julius 
Rodenberg). Frühlingslied. 

In: 

Liederbuch des Turner-Musikant (1934). 


Du Mädel, hol dir mal den Rucksack vor. \Wanderlied. 
In: 
Mein Deutschland (1936, 1938). 


Du Mädel warst so lieb zu mir siehe: Hellmut Boerner 


Du mein einzig Licht, die Lilj| und Ros' hat nicht, was an Farb und 
Schein dir möcht ähnlich sein (T: S. Dach, 2. Strophe von H. Kurz). 
Liebeslied, 16. Jh, Satz: H. Albert (u. a. Stuttgart, *J uli 1938, beim 
Schwäb. Liederfest des DSB. Bearbeitung: Adolf Clemens, A. von 
Othegraven). 

In: 

NSLB, Unser Lied 2 (?1935); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); DSB, 
Liederbuch für Männerchor (1938); Lied über Deutschland (?1941); Lieder 
unseres Volkes (1943); Chorblätter der NSG "Kraft durch Freude" 11 
(1943). 


Dümlein, Kurt (Konrad Heinrich) 

Gesees bei Bayreuth, 29. März 1891 - bei Zielenzig, ohne Datum 
(verschollen im Fronteinsatz, zum 2/11/45 vom AG Bayreuth - Az. Il 38/48 
- am 14/1X/48 für tot erklärt). 

Sohn eines Schullehrers und Kantors; Musikpädagoge in Bayreuth; hier 
Hauptlehrer an der St. Georgen-Schule, Schulleiter, auch Autor. Am 
24/1/45 zum Volkssturm Bayreuth einberufen und Führer der 2. 
Schützenkompanie des Volkssturm-Btl. zbV. 2/1 Bayreuth, schon am 
nächsten Tag nach Zielenzig verladen, erstmals am 1/11/45 in einem 
Nachtgefecht bei Langenfeld eingesetzt, bei dem das Dorf Heinersdorf 
freigekämpft werden konnte, wobei das Btl. bis auf Reste fiel und Dümlein 
einen Streifschuß erhielt. Die letzte Nachricht an seine Frau datiert vom 


D 1342 





29/1/45. 
Werke: u. a. Schulliederbücher. 


NSDAP seit 1/X11/31, Nr. 741.006. NSLB ab 1/111/33. 
Hans-Schemm-Marsch, für Klavier (Bayreuth, 1934) [Gauverlag 
Bayerische Ostmark]. 

Der Marsch feiert den gescheiterten Volksschullehrer Hans Schemm 
(1891-1935), 1929 Begründer des NSLB, ab 1932 Gauleiter des Gaues 
Bayerische Ostmark der NSDAP und 1933 Bayer. Kultusminister . 

Singkamerad. Schulliederbuch der deutschen Jugend, hgb. von der 
Reichsamtsleitung des NSLB. Bearbeiter u. a. Kurt Dümlein (11934 bis 
131940), ab 1940 in zwei Teilen [ZVNSDAP]. 
Schwarz ist das Kreuz und weiß ist das Feld, rot ist das Tuch, das der 
Fähnrich hält (T: onA). NS-Kampflied [ZVNSDAP]. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Sollt ich dann sterben auf blutigem Feld, 
haltet die Fahne, vom Kampfruf umgellt! 
Braune Soldaten, die stürmen, stürmen, 
stürmen durch die Nacht, 
kämpfen für Deutschland 
und halten treue Wacht". 
In: 
Singkamerad (21934, 31935, 81937). 
Du junger Tambour, schlage ein (T: Werner Wessel). SA-Kampflied mit 
eigener Melodie. Verlag für den Text: Walther Lorenz, Frankfurt a. M. 
In: 
Singkamerad (21934; 31935). 
Golden prangt der Abendschein (T: L. Vogt). Abendlied. 
In: 
Singkamerad (21934, 31935, 81937). 
6. April 1939: 

Der Monatsbericht für April 1939 der Reichswaltung des NSLB, Abt. 
Schrifttum, informiert über eine Besprechung mit Pg. Dümlein am 6/1V/39 
wegen seines Liederbuchs "Der Singkamerad" (Quelle: BA NS 12/ 49). 

Ewiges Deutschland, für den Schulgebrauch, zus. mit Ludwig Vogt hgb. 
(München, 1940; 21941 als "Ewiges deutsches Soldatentum"). 
24. September 1941: 

"Mit den Bearbeitern des Schulliederbuches >Singkamerad< wurde 
am 24, 9, 1941 verhandelt. Sie erhielten den Auftrag, eine gründliche 
Umarbeitung des Liederbuches vorzunehmen und vor allen Dingen das 
noch vorhandene konfessionelle Liedgut zu entfernen" (Monatsbericht 
September 1941 der Reichswaltung des NS-Lehrerbundes, Abt. 
Schrifttum. Quelle: BA NS 12/ 49). 

Oktober 1941: 

Der Monatsbericht der Reichswaltung des NSLB, Abt. Schrifttum, für 
Oktober 1941 unterstreicht, die Reichswaltung habe die Neubearbeitung 
des "Singkamerad" einschließlich der Gauanhänge veranlaßt, um dessen 
Einführung als Reichsliederbuch zu ermöglichen (Quelle: BA NS 12/ 49). 


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Juli 1942: 

Der Monatsbericht der Reichswaltung des NSLB Abt. Schrifttum, für 
Juli 1942, laßt wissen, der "Singkamerad", bisher im Eher-Verlag, solle an 
den Deutschen Schulbuchverlag übergehen, Herausgeber bleibe jedoch die 
Reichswaltung des NSLB, die fortan alleinige Verantwortung für den Inhalt 
übernehmen werde. Das Buch solle der Reichsstelle für das Schul- und 
Unterrichtsschrifttum als reichseinheitliches Liederbuch für Volks- und 
Hauptschulen vorgeschlagen werden. Die Neugestaltung der vorliegenden 
24 Gauanhänge sei geplant (Quelle: BA NS 12/ 49). 

Verstaatlichung beschränkte sich nicht auf Inbesitznahme von 
Lehrinstituten, sondern erfaßte auch Lehrmittel. 

Information: Die WASt (Poststempel 1/III/02) hat keine Meldung. 


Dummes Mädel, nicht so zieren, ist ein Schmerz doch nicht dabei 
(T: Gustav Falke), von G. Pallmann nach dem Gesang der Truppe bearb. 
Titel: Der Schwerenöter. 
In: 
Kriegslieder des deutschen Volkes (1939). 


Du, Mutter, mit dem grauen Haupt, dem Rücken, schwer 
gebeugt vom Leid (T: onA). Lied zum 9. November, zur Melodie "Kennt ihr 
das Land, so wunderschön". Titel: Zum Ehrentag der 
nationalsozialistischen Bewegung. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Der Helden Tod zertrat die Last, 
die Deutschland in den Staub gedrückt: 
Es schwoll der Mut! Man war gefaßt! 
Und Reih an Reih kam angerückt. 
Heil! Aus dem opferfreud'gen Krieg 
erwuchs ein nie geahnter Sieg!" 

In: 

HM-Liederbuch (1933/34). 


Dunin (von Przychowski), Alexander 


Sohn eines Generalleutnants; Oberst und Gelegenheitskomponist in 
Hamburg 13, Heinrich-Barth-Str. 9. 


Deutschlands Auferstehung (T: Celine Möller). Lied, onA, am 
17/VI1/34 von der Textautorin, Architektengattin in Hamburg, der 
Reichskanzlei zur Beurteilung eingereicht und neu vertont von Alexander 
Dunin im Oktober 1934 an Dr. Goebbels gesandt mit der Erläuterung: 
"Als Komponist erlaube ich mir meinerseits dasselbe Lied mit einer 
anderen geeigneteren Vertonung Eurer Exzellenz vorzulegen, damit diese 
Vertonung mit der früheren verglichen werden kann, bevor eine Antwort 


D 1344 





an Frau Möller erteilt wird" (Dunin an Dr. Goebbels, ohne Datum, 
eingegangen 20/X/34. Quelle: BAR 55/ 1169. Blatt 150). 

Information: Wegen Zerstörung der Meldeunterlagen von 1926 bis Juli 
1943 ist Dunin vom Amt für zentrale Meldeangelegenheiten Hamburg- 
Harburg (17/VI/98) nicht mehr zu ermitteln. Anfrage an Namensträger 
Hans-Georg Dunin von Przychowski in Berlin (23/VII/98) blieb erfolglos. 


Dunkel war die Nacht und kein Sternlein lacht. Seemannslied, 
onA. Titel: Matrosenlied. 
Textprobe (1. Strophe): 

Murte) 

nur in seiner Koje der Matrose wacht. 

Denkt an seine Maid, 

an die J ugendzeit, 

denkt an seine Heimat, 

die so weit, so weit! 

InJava sind die Mädchen braun, 

hab'n Augen wie ein Reh, 

in Afrika gibt's schwarze Fraun, 

die Zähne weiß wie Schnee! 

Wie doch so schön die Geishas sind, 

geküßt hab ich sie nie, 

ja denn in Hamburg wohnt 

ein blondes Kind, 

und das bist du, Marie!" 
In: 
Liederbuch der SA-Marine (1934); Ähre und Spaten (1934); Deutsches 
Marine-Liederbuch (1935; Variante: "Finster ist die Nacht"); Soldaten 
singen (1936; Variante s. 0.). 


Dunkelberg, Otto 
Hannoversch-Münden, 25. März 1900 - Köln, 18. März 1964. 
Sohn eines Klavierstimmers; anfangs Hauslehrer, vorübergehend dann 
Gymnasiallehrer in Hildesheim, Kirchenmusiker, ab 1927 Domorganist in 
Passau, am 1/V/45 entlassen. 

1945-47 von der US-Besatzungsmacht im Internierungslager 
Natternberg/ Kreis Deggendorf festgehalten, wo er einen Männerchor und 
ein Orchester organisierte und Vorträge hielt. 1948 in der Nähe von 
Hildesheim Volksschullehrer, 1949 Musiklehrer an einer höheren Schule in 
Rheine, ab 1/1X/53 Studienrat am Städt. Neusprachlichen Gymnasium 
Köln-Nippes und Fortbildungslehrer für Kirchenmusik am Pädagog. Institut 
der Stadt Köln, seit 1/1V/62 i. R. 

Werke: Lieder, so "Maria, die Krone aller Ehren"; Lehrwerk für Orgel; 
Hgb. von Orgelmusik. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.095.269. Beim Eintritt gab er als Beruf 


D 1345 





"Angestellter" an. Leiter der Kreismusikerschaft Passau der RMK und des 
Reichsverbandes für Volksmusik ebenda. Städt. Musikbeauftragter für 
Passau. 

Variationen und Fuge über das Volkslied "Es ist ein Schnitter, der heißt 
Tod" für Blechbläser, Pauken, große Glocken, Becken und Orgel (Passau, 
1936, Heldenehrung beim Gausängerfest des DSB Bayern). 

Der Gott, der Eisen wachsen ließ. Marsch (RS München, *3/X1/37). 


Dunkelmann, Wilhelm 
Musikzugführer der SA-Standarte 21 in Stargard. 


Wespengeschwader. Marsch, gewidmet dem Zerstörergeschwader 1. 
Für MK: Hans Teichmann. 
Tondokument - vom 13/V/42 - im DRA: 1570016-06. 
Ausführende: StabsMK des WachBtl der LW, Dgt. StMM Teichmann. 


Dünnebier, Otto 
Klein Wittenberg/ Halle, 12. August 1893 - Todtmoos, 13. September 
1976. 
Dirigent in Glauchau und Bautzen; zeitweise - Stand 1933 - Leiter der 
Stahlhelmkapelle in Kolberg. Musikdirektor, Kapellmeister, 1940-45 Städt. 
Musikdirektor in Göppingen. 

Nach 1945 weiterhin in Göppingen, 1955/56 vorübergehend in 
Geislingen; seit 24/X/56 in Helmbrechts/ Oberfranken und ab 20/1/58 - 
hier mit Berufsangabe Gastwirt - in Regensburg. Dann abgemeldet nach 
Unbekannt. Er siedelte jedoch nach Todtmoos im Schwarzwald über. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.164.758, auf Antrag vom 1/1X/37. Stand 1935: 
MZF der SA-Standarte 183 in Glauchau, dann der SA-Standarte 103 in 
Bautzen; 1940 Leiter des NSDAP-KreisMZ in Göppingen. 

Information: Die Stadtarchive Göppingen (10/11/82) und Regensburg 
(28/III/84) und das Standesamt Wittenberg (8/IX/98) bestätigten das 
Geburtsjahr 1893, die Stadt Helmbrechts (14/X1/83) gab 1899 an. 


Dünnwald, Josef 
Düsseldorf-Benrath, 3. November 1909 - Stuttgart, 7. Juli 1995. 

Zunächst Student der Schulmusik an der Hochschule für Musik Köln mit 
Staatsexamen für das höhere Lehramt 1933; Schüler H. Abendroths, 1934 
Solorepetitor am Nassauischen Landestheater Wiesbaden, 1938/39 
Kapellmeister am Gautheater Westmark in Saarbrücken, 1939/40-45 1. 
Kapellmeister am Württemb. Staatstheater Stuttgart. 

1945-76 hier in gleicher Funktion, seit 1951 Staatskapellmeister, 
1977-78 k. Musikal. Oberleiter der Bühnen der Hansestadt Lübeck als 
GMD bzw. Gastdirigent. Er erhielt 1974 das Verdienstkreuz am Bande des 


D 1346 





Verdienstordens der BRD. 
Werke: u. a. Suite für Klavier (1932). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Liebling, ich komm bald wieder (eigener T). Soldatenlied. Für Gesang 
und Klavier, für JazzOrch: Gerhard Mohr (1942) [Ba]. 

Information: Standesbeamter Schubring, Düsseldorf (26/X1/97), 
verweigerte mit Hinweis auf das verfälschte PStG 8 61, also 
grundordnungswidrig, die Angabe der Todesdaten. Damit raubte er dem 
Künstler das postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt 
und betrog den Lexikographen um sein Grundrecht auf ungehinderte 
Berufsausübung. 


Dünschede, Hans (Johann Manfred) 

Düsseldorf, 18. November 1907 - Berlin-Charlottenburg, 25. Januar 
1999. 
Geiger, auch Komponist; 1. Konzertmeister, 1932-33 an der Staatsoper 
Dresden, 1933-35 am Friedrich-Theater Dessau, 1936 in Berlin- 
Charlottenburg, Lehrer an der Hochschule für Musik, zugleich Mitglied des 
Orchesters des Dt. Opernhauses. Zum 8/VIl/42 durch Goebbels uk- 
gestellt, und zwar aufgrund "einer Führerermächtigung durch mich zur 
Durchführung wichtiger propagandistischer u. kultureller Aufgaben". 
Dessen ungeachtet holte ihn die Wehrmacht vom 2/X/44 bis 16/1/45 zum 
Dienst in einer berittenen Einheit. 

1948-49 Mitglied des BPhO, dann bis 1952 an der Dt. Staatsoper 
unter den Linden. 1952 Leiter, 1957 Professor einer Violinklasse an der 
Musikhochschule. 

Werke: u. a. Menuett für Violine und Klavier Op. 4 (1938), Valse 
capriccio für Violine und Klavier Op. 15 (1938); Burleske für Violine und 
Klavier (1940); Kadenzen zur Teufelstriller-Sonate von Tartini und zum 
Violinkonzert von Brahms (1940); Violinkonzert; Sonate. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP, jedoch eigenhändiger Vermerk im Fragebogen 
vom 4/1V/38 "Parteizugehörigkeit beantragt". 

Information: Standesbeamter Schubring, Düsseldorf (26/X1/97), 
verweigerte mit Berufung auf das verfälschte PStG 8 61, also 
grundordnungswidrig, die Angabe der Todesdaten. Damit raubte er dem 
Künstler das postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt 
und betrog den Lexikographen um sein Grundrecht auf ungehinderte 
Berufsausübung. 


Dunz, Paul 
Komponist, kam aus der katholischen J ugendbewegung. 


Werke: Unser religiöses Lied, zur Laute gesungen (1928, im 
Volksvereins-Verlag, München-Gladbach); Tanzmusik, Chansons und 


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Schlager (1942, 1943 in einem Wiener Verlag). 


Op. 6. Deutschland, du unser Vaterland (T: H. Mellen), Bekenntnis- 
und Treuschwurlied der kathol. deutschen Jugend (ca. 1933) 
Zwei Bekenntnislieder: 1. Wir sind die Zukunft Deutschlands. - 2. 
Das letzte Aufgebot (BR, 5/X11/33). 
Den Spaten hoch und Tritt gefaßt: Noch eh die Sonn am Himmelstor 
(T: Aenne Bender-Bürkner). Marschlied der deutschen Arbeitsmänner 
(1934) [Sc]. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Wir sind des Volkes J ugendkraft! 
Wir sind sein frisches Blut, 
ja frisches Blut! 

Die Arbeit, die für Deutschland schafft, 

ist höchstes Lebensgut, ja Lebensgut. 

Des Volkes Führer geht mit Ehr 

zielweisend uns voran. 

Das junge deutsche Arbeitsheer 

folgt ehern Mann für Mann!" 
In: 
Neues Deutschland 2 (1937). 

Information: Bis jetzt gelang es nicht, Lebensdaten und Wirkungsort 

von Dunz festzustellen. 


Durch des Huywalds düstre Gründe. Moritat, mdl. überliefert. 
Titel: Der Butterräuber von Halberstadt. 
In: 


Der Kilometerstein (?1937). 


Durch deutsche Gaue wieder klingen die alten deutschen Lieder 
(T: Kurt Wege), zur Melodie "Stimmt an mit hellem, hohem Klang" 
(Methfessel). 
Textprobe (1. und 2. Strophe): 
"C...) 
Ein jeder echte Deutsche singt: 
Heil, Hitler, unser Führer! 


Im Vaterland und auf dem Meer, 
da weh'n die alten Farben. 
Durch Straßen zieht 
das braune Heer, 
von dem so viele starben". 
In: 
SA-Sturmlieder (1933); SA. SS.-Liederbuch (1933). 


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Durch die Lüfte rauscht ein Mahnen, einer Sturmesahnung 
gleich: Reicht die Hände euch, Germanen, in dem schönen Österreich (T: 
Wilhelmine Gräfin Winterburg-Almasy), zur Melodie "Strömt herbei, ihr 
Völkerscharen" (Peters). Titel: Lied der Deutsch-Osterreicher. 

In: 
Was der Deutsche singt (1932; nur T). 


Durch Feld und Buchenhallen, bald singend, bald fröhlich still (T: 
Eichendorff). Melodie aus: W. Irmer, "Liederbuch für deutsche Gesellen". 
Textvertonungen u. a. von Theodor Gaugler, K. F. Zelter, H. Reyher 
und J. W. Lyra. 
In: 
Der Ring (1935); NSLB, Unser Lied 2 (21935). 


Durch Feld und Buchenhallen (T: Eichendorff, 1836), Reiselied. 
Melodie von C. F. Zelter zu Goethes "In allen guten Stunden" 1799. Der 
Urheber der Textunterlegung blieb anonym. 

In: 

Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); Lieder für Werk- 
Frauengruppen 2 (1936); Wir wandern und singen! (1937); Deutsche 
Lieder (1940). 


Durch Groß-Berlin marschieren wir, für Adolf Hitler kämpfen wir 
(T: Herbert Hammer, 1929). SA-Kampflied, zur Melodie "Argonnerwald". 
Titel: SA marschiert! Mehrere örtliche Textvarianten. Für den Text: [Sc]. 
Titel: SA marschiert! oder HJ] marschiert oder NSBO marschiert. 
Tondokument - ohne Datum, ohne Datum, von 1933, 30/1V/33 - im 
DRA: 1890820-25, 1880786-04, 1691213-31, 1820111-45. 
Ausführende: 1) Bariton mit SA-Blaskapelle, Dgt. G. Groschwitz; 3) 
Musik- und Spielmannszug der SS-Standarte 42, Dgt. A. Flessburg. 
Textprobe (3. Strophe): 
"So manchen braven Kamerad 
legten wir schon ins kühle Grab. 
Wenn auch so manches Auge bricht, 
wir fürchten Reichsbanner 
und Rotfront nicht". 
In: 
Was der Deutsche singt (1932; "mündlich überliefert"); Unter Hitlers 
Fahnen (1932; nur T, mit lokalen Varianten); S.A. Liederbuch (1933); Die 
Lieder der nationalen Erhebung (1933; nur T); Deutsche Volks- und 
Kampflieder für die HJ und das Jungvolk (1933); SA-Sturmlieder (1933); 
SA. SS.-Liederbuch (1933); NSBO-Kampflieder-Buch (1933; nur T); Das 
kleine SA-Sturm-Liederbuch (1933); Sturm-und Kampflieder-Buch (1933); 
50 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934); HJ singt (1934); 
Stahlhelm- und Vaterlands-Lieder (1934); Liederbuch der SA-Marine 


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(1934); NS-Volks-Liederbuch (21934); Lieder der Arbeit (1934); 
Arbeitsdienst-Liederbuch (1934); Singend wollen wir marschieren 
(21936); Was Deutschland singt (1936); Sturm- und Kampfliederbuch 
(21937). 

Varianten: 

a) "An Rhein und Ruhr": Uns geht die Sonne nicht unter (1934); Volk 
singt (1934; nur T, auch "Im Münsterland"); Vorwärts! Vorwärts... (1935). 
b) "Durch Altona": Liederbuch Hamburgischer SA (61933; Variante: In 

Altona); RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936). 

c) "Durch deutsches Land": Neues Deutschland 1 (1933); Deutsche 
Kampf- und Volkslieder (1933); Liederbuch des BDM (1934; "Lied aus der 
Kampfzeit"); Was die SA singt (1935; nur T). 

d) "Durch's Badnerland": Singendes Volk 8 (1933). 

e) "Durchs deutsche Land": Liederbuch der SA (91938); Musikbuch 
(1941). 

f) "Durchs Grenzmarkland": Deutschland über alles! 2 (1934; nur T); 
Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934). 

g) "Durchs Pommernland": Heil Hitler! (1933; nur T); Heraus, ihr 
Kampfgesellen! (1934). 

h) "Durch schlesisches Land": Schlesische J ugend singt (1936; 
Textautor: "Horst Wessel", Melodie: "Dr. H. A. von Gordon"). 

i) "Durchs Schlesierland": Deutsche Lieder der NSBO und der DAF 
(21934). 

j) "Im Danz'ger Land": Freiheitslieder des Dritten Reiches für Schulen 
(1933). 

k) "Im deutschen Land": Liederbuch der NSDAP (211933; nur T); 
Singkamerad (21934, >1935, 81937; nur T, auch "Im Frankenland"); 
Marschierende Jugend (21938); SA-Liederbuch (21939; nur T); RJF, Unser 
Liederbuch (61941); SS-Liederbuch (1940, 91941); Kernlieder der NSDAP 
(1942/43); RJF, Liederblatt der HJ) 118 (1943). 

I) "Im Hessenland": Deutsche Jugend heraus! (Kassel, 1933). 

m) "Im Pommernland": Ähre und Spaten (1934; nur T, onA); Flieger- 
Lieder, Flieger-Landesgruppe II (1934; nur T); Lieder der Pommerschen 
SA (?1934; nur T); Lieder der SS Pommerns (1934; nur T). 

n) "Im Preußenland": Vorwärts SA. (21933; nur T); 100 ausgewählte 
SA-Sturm- und Marschlieder (1934; nur T); Jungvolk-Lieder (21934; nur 
T); Siehst du im Osten das Morgenrot (1939; nur T). 

o) "Im Saargebiet": Deutsche J ugend zur Sonne, zur Freiheit (1935; nur 
T). 

p) "Im Sachsenland": Heil Hitler Dir! 1 (41933; nur T); Heil Hitler Dir! 2 
(1933; nur T); Von Vaterland, Heimat, Helden und Soldaten (1933); 
Stimmt an! (1934); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937; nur T); 
Flieger-Liederbuch (1938; nur T). 

q) "Im Schlesierland": Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 
41934; nur T); Schlesisches SA-Liederbuch (?1933; nur T); Stimmt an! II 
(1939). 

Information: Zur gleichen Soldaten-Melodie, Titel nun "Büxenstein- 


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Lied", sang die Linke "Im Januar um Mitternacht ein Spartakist stand auf 
der Wacht". 


Durch Kampf zum Sieg! (Anthologie) siehe: Paul Arendt 


Durch schlesisches Land marschieren wir = Durch Groß Berlin... 


Durch Taten: Ihr sollt brennen! Nicht wie Asketen (T: B. von 
Schirach). Sololied, Melodie onA (Werag, *18/V1/33, Sologesang: Fritz 
Baur, Köln, zur Amtswaltertagung der Glaubensbewegung "Deutsche 
Christen", Untergau Köln, im Bergischen Dom zu Altenburg, Dgt. E. 
Dörlemann). 

Mutmaßlicher Urheber: Walter Rein. 


Durchs Blau des Himmels zog ein Luftgestühl (T: Günter Praus), 
zur Melodie "Ein junges Mädchen von achtzehn Jahren", Bearbeitung: G. 
Pallmann. Titel: Notlandung. 
In: 
Flieger sind Sieger (31941). 


Durchs Schlesierland marschieren wir = Durch Groß-Berlin... 


Durchs Wiesetal gang i jetz na, brech lauter Batenke dorna. Aus 
Tübingen. Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 
In: 


Schwäbisches Liederbuch (41938); Lied über Deutschland (?1941). 


Du, reicher Gott in Gnaden. Geistliches Lied. 
In: 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940; nur T, 0nA). 


Dürrner, Johannes 
1810 - 1859 


Wer ist ein Mann? Wer beten kann und Gott dem Herrn vertraut (T: E. 
M. Arndt). 
Vgl. A. Methfessel. 
Textprobe (5. und 6. Strophe): 
"Dies ist der Mann, der sterben kann 
für Freiheit, Pflicht und Recht; 


D 1351 





dem frommen Mut deucht alles gut, 
es geht ihm nimmer schlecht. 


Dies ist der Mann, der sterben kann 

für Gott und Vaterland; 

er läßt nicht ab bis an das Grab 

mit Herz und Mund und Hand". 
In: 
Schaffendes Volk (1934; ). 
Sturmbeschwörung: Wie mit grimmgem Unverstand Wellen sich 
bewegen (T: Johannes Falk). MCh (Kiel, *22/V1/35, beim Nordmark- 
Liederfest). 
Lebensregel: Willst du in des Lebens Stürmen fest und unerschüttert 
stehen (T: H. Weiser) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest 
des DSB). 
Der Lenz ist angekommen, habt ihr es nicht vernommen (T: Ch. A. 
Vulpius, 1762-1827; auch "Des Knaben Wunderhorn"). Mehrfach vertont, 
auch von Fr. Silcher. 
In: 
Stimmt an! I (1939). 


Du schöne deutsche rote Hitlerfahne mit hehren Hakenkreuzes 
edler Zier (T: onA). Fahnenlied, zur Melodie "Dort wo der Rhein". 
Textprobe (4. Strophe): 
"Und wenn wir zieh'n nach diesem 
Lebenskampfe 
im Geisterreiche unsrer Väter ein, 
so hülle uns die rote Hitler-Flagge 
mit ihrem Hakenkreuz im Tode ein. 
In Ost und West, in Süd und Nord, 
allwo ein deutscher Ort, 
sei deutsche Treue Bild und Hort!" 
In: 
Liederbuch der NSDAP (211933); Heil Hitler Dir! 2 (1933); Deutsche 
Volks- und Kampflieder für die HJ und das J ungvolk (1933; nur T, Melodie 
onA); NSBO-Kampflieder-Buch (1933); Deutsche Kampf- und Volkslieder 
(1933); Lieder der Pommerschen SA (?1934); Lieder der SS Pommerns 
(1934; nur T). 


Du sehr verachteter Bauernstand, bist doch der beste in dem 
Land (T: Grimmelshausen, unterlegt von Hans Fischer, zur Melodie "Es 
geht ein frischer Sommer herein", Volksmelodie, aus: Ditfurth, "Deutsche 
Volks- und Gesellschaftslieder des 17. und 18. Jahrhunderts". Titel: 
Preislied des Bauernstandes. 
In: 
Schaffendes Volk (1934); Der Ring (1935); RJF, Wir Mädel singen (1937, 


D 1352 





21938). 


Du sehr verachteter Bauernstand, bist doch der beste in dem 
Land (T: Grimmelshausen), zur Melodie im Ton "Herr Jesu Christ, meins 
Lebens Licht" aus Josef Clauderus' Gesangbuch, Leipzig 1630, bearbeitet 
von G. Pallmann. Titel: Grimmelshausens Bauernlied. 
In: 
Unser das Land (1937). 


Dusek, Karl 
Kirchtreuburg, 14. Mai 1907 - Wien, 7. Dezember 1983. 
Volksmusiker in Wien, Leiter der Wiener Volksmusikvereinigung 
(Zupfinstrumente). 


NSDAP seit 1/V/38, Nr. 6.335.143, auf Antrag vom 23/V/38. 
Deutscher Versöhnungswalzer: Über den Inn. "Frau Minister Martha 
Goebbels gewidmet", im Mai 1934 dem Berliner Rundfunk eingesandt. 
10. Mai 1934, Begleitbrief: 

"(...) Dazu gestatte ich mir ergebenst zu bemerken, daß derselbe 
der Frau Minister Martha Goebbels gewidmet ist und auch der Gattin des 
Herrn Propagandaministers bereits übereicht wurde. Es würde für mich 
und für meine Landsleute überaus ehrend sein, wenn Ihr Orchester in 
Bälde den Walzer zur Uraufführung bringen würde. Zu diesem Zwecke 
überlasse ich Ihnen auch das Uraufführungsrecht und ersuche nur, mir 
ehestens Ihre freundliche Stellungnahme zukommen lassen zu wollen, 
damit ich meinen Verleger und dem Autorenverband die entsprechenden 
Weisungen geben kann" (Karl Dusek an die "verehrliche Leitung des 
deutschen Funkorchester" Berlin, 10/V/34. Fehler im Original. Quelle: BA 
R 55/ 1184. Blatt 16). 

Daß der Komponist Frau Magda Goebbels einen falschen Vornamen 
gab, kann keine Empfehlung gewesen sein. 

4.) uni 1934, Stellungnahme: 

"(...) Der Walzer stellt sich als ein unterdurchschnittliches Machwerk 
dar, das sich einer Beurteilung nach ernsten künstlerischen 
Gesichtspunkten entzieht. Schon die den Noten unterlegten Textworte 
könnten die Vermutung aufkommen lassen, daß der Verfasser überhaupt 
keinen ernsthaften, sondern einen ironischen Zweck verfolgt. Nach 
meinem Dafürhalten kann eine amtliche Unterstützung dieser Komposition 
nicht in Betracht kommen" (Fritz Stein, Musikhochschule Berlin, an den 
Reichserziehungsminister, 4/V1/34. Quelle: BAR 55/ 1169. Blatt 19). 

Das Gutachten, vom Goebbels-Ministerium direkt bei Prof. Dr. Stein 
erbeten, nahm den Dienstweg über das REM. 


Du Sinnbild des Lebens, uns Notdurft des Lebens, sei ewig des 
Gebens, Warm und Glanz! (T: onA). Feuerspruch zur Sonnenwende, 


D 1353 





einstimmig mit Instrumenten im Kanon. 
In: 
Das Sonnenrad (1934). 


Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben (T: J. G. Fichte, oft 
in Version von Albert Matthäi). Bekenntnislied. Mehrfach vertont, auch 
nach 1945 sogar in der DDR. 

Vgl. J. Butz, K. Dölling, W. Eckardt, K. Gerstberger, J. Gessinger, F. 
Gutmann, P. Henkler, A. Knab, J. Knettel, M. Koch, F. W. Kranzhoff, E. 
Lauer, E. Lokay, A. Morgenroth, W. Nagel, M. Papsdorf, F. von Pigenot, A. 
Preuß, E. Rabsch, H. Ruck, O. Scheuch, O. Schneider, W. Schroth, O. 
Siegl, H. Simon, H. Sonnet, A. Starck, H. Stute, H. SüBmuth, H. 
Wiltberger, H. Ziegler, R. E. Zingel. 

Information: Daß ein Bremer Stifter 1937 einen Wettbewerb zur 
Vertonung dieses Textes auslobte, hat fraglos das Interesse vieler 
Komponisten geweckt. 


Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben (T: J. G. Fichte). 
Bekenntnislied, zur Melodie des Wolgaliedes. 
Textprobe: 
Ma) 
an deines Volkes Auferstehn. 
Laß diesen Glauben dir nicht rauben 
trotz allem - allem - was geschehn. 
Und handeln sollst du, als hinge 
von dir und deinem Tun allein 
das Schicksal ab der deutschen Dinge 
und die Verantwortung wär dein". 
In: 
Lieder der Arbeit (1934; nur T). 


Du Sonne klar, du edler Planet. Nach volkstüml. Überlieferung aus 
Niederdonau [HVA]. 
In: 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 57 (1944). 


Du starker König Jesu Christ, der Du im Fleisch erschienen bist. 
Protestantisches Bittlied. Titel: Ein Gebet. 
In: 
Christliche Kampflieder der Deutschen (1933). 


Du stehst allein, ein lächerlicher Wicht. Wir sind die Front, an 
der der Feind zerbricht. Kanon zu 6 Stimmen, onA. 


D 1354 





In: 
J ungenlieder (1937). 


Du stehst so lieblich vor meinen Augen. Schwedisches Volkslied. 
In: 
RJF, Musikblätter der HJ 49 (1936), 131 (1939). 


Düster, Willy 
Krefeld, 22. Juli 18382 - Duisburg, 23. Februar 1951. 
Musiker in Duisburg, Chordirigent, Musikdirektor und Violinlehrer. Stand 
1932: Dirigent des MCh "Frohsinn" in Mülheim; Stand 1938: Dirigent des 
Kruppschen MGV "Gemeinwohl" in Essen. 


NSDAP seit 1/VIIl/32, Nr. 1.289.086. Gauchorleiter des DSB, Sängergau 
IX Essen. 
*19. Mai 1939: 
Düster wirkt im Männerchorkonzert der Reichsmusiktage in 

Düsseldorf als Chordirigent mit. 
Gebet für das Vaterland: Herr, schütze Heimat, Volk, Vaterland 
(eigener T). MCh (1944) [E]. 

Information: LdCh (Geburtsdatum 23/VII); hier ist die Angabe der 
ZKNSDAP übernommen. 


Düst'res Morgengrauen. Nebel auf der Heid (T: Hauptlehrer Ernst 
Kuwert, Marienburg-Willenberg). Lied zum Gedenken Schlageters, onA 
zum Musikurheber. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Aufrecht der Gefang'ne. Deutsche Lichtgestalt. 
Harte Urteilsworte hört er stolz und kalt". 

In: 

Siehst du im Osten das Morgenrot (1939). 


Düttbernd, Fritz (Hugo) 
Berlin, 12. März 1891 - Berlin, 3. Dezember 1954. 
Sänger - Baßbariton - in Oper, Oratorium und Konzert, Schüler von H. 
Rüdel, engagiert bis 1927 in Aachen, dann gastierend, auch im Rundfunk, 
1937 an der Volksoper im Theater des Westens in Berlin, mit Wohnung in 
Friedenau, ab 1942/43 ohne Engagement. Auch Komponist. 
Werke: u.a. Tripelfuge für Orch Op. 16; Lieder für Bariton und Orch. 


NSDAP seit 1/1V/33, Nr. 1.669.691, jedoch 1942 gestrichen durch einstw. 
Verfügung des Kreisgerichts der NSDAP. Zeitweise Obmann der Fachschaft 
Bühne der RTK für die Volksoper. 


D 1355 





16. Juni 1933: 

Düttbernd wirkt, am Flügel begleitet von Heinrich Steiner, mit in der 
Sendung "Neue nationale Lieder": 1. Schwarzinger: "Neues Deutschland". 
- 2. Raebel: "Deutschlands neues Lied". - 3. Lückhoff: a) "Wach auf, wach 
auf, du deutsches Land"; b) "Die braune Front, sie steht". - 4. Franz: 
Kampflied (FSt. Berlin, 16/V1/33). 

Information: Den Todesfall registrierte das Standesamt 
Charlottenburg von Berlin, Nr. 3445/1954. 


Du und deine Harmonika (Anthologie) siehe: Fritz Binder 


Du Urquell aller Güte, du Urquell aller Macht (T: F. de la Motte 
Fouque). Choral aus den Freiheitskriegen 1813-14, zur Melodie "Befiehl du 
deine Wege". Titel: Gebet. 

In: 
Deutschland im Lied (1936). 


Du wunderschöne Weihnachtszeit, wie machst du uns die 
Herzen weit (T: Frieda Schlüter). Jullied, zur Melodie eines Kirchenliedes. 
In: 

Lieder der Deutschen (1932). 


d'Vögele im Tannewald pfeifet so hell, tirili! Aus Schwaben. Titel: 
Vöglein im Tannenwald. 
In: 
Lieder für die Grundschule (1938). 


Dvoräk, Antonin 
1841 - 1904 


1937: 

In "Musik und Rasse" (21937) veröffentlicht R. Eichenauer ein 
Porträt von Dvoräk mit der Legende "vorwiegend sudetisch mit 
dinarischem Einschlag (?)". 

Die absurde Rassenbezeichnung "sudetisch" sollte den berühmten 
Tschechen eindeutschen. 

Im Reich - Texte auf Schreibmaschine oder in Rotationsdruck - fehlt 
der Ausspracheakzent zumeist, nicht jedoch beim Theaterzettel "Der 
Jakobiner" der Staatsoper Dresden; man kürzte auch den Vornamen, 
damit der Künstler nicht gleich als Tscheche namhaft war. 

Musik zu Shakespeares Sommernachtstraum (Marburger Festspiele, 
13/V11/38) unter Mißbrauch von Abschnitten seiner Sinfonie E-moll. 


D 1356 





24. Oktober 1940: 

Beim RMVP, Abt. M (Rosen), Abt. T, zuletzt Reichsmusikprüfstelle, 
wird im Geschäftsgang Material zur Übersetzung der Dvoräk-Oper "Der 
J akobiner" von Pavel Ludikar fortlaufend gesichtet, besprochen und 
begutachtet (Quelle: BAR 55/ 20204. Blatt 20-30). 

18. April 1941: 

Dr. Mayer begutachtet für die Reichsmusikprüfstelle die Oper "Der 
Jakobiner" von Dvorfäk, Übersetzung: Pavel Ludikar, positiv mit 
Einschränkung (Quelle: BAR 55/ 20204. Blatt 27). 

Op. 54. Festmarsch. Für SalonOrch/ Harmoniemusik: Bohuslav Leopold 
(1942) [B&B]. 
2. Februar 1943: 

Die Dresdner Staatsoper bietet die deutsche Erstaufführung der 
Oper Der Jakobiner. Deutsche Übersetzung: P. Ludikar und Ilse Rinesch- 
Hellmich; Inzenierung Max Hofmüller, Dgt. K. Elmendorff. 

Die Oper behandelt das fast fatale Schicksal eines aus dem Paris der 
Revolution zurückgekehrten Paares, das, von Bürgern und Adel für 
Jakobiner gehalten, nur ein Zufall rettet. 

Der Text war, entweder schon von Ludikar oder dann von Hofmüller 
angepaßt den Zeitumständen - Kampf um Stalingard und deutsche 
Kapitulation. So hieß die Negativfigur , Verkörperung des Bösewichts, 
nicht mehr Adolf, sondern Rudolf, um nicht an Hitler zu erinnern. Das Lied 
der Julia, original eine Berceuse, lautete nun: 

"(...) © Söhnchen klein, o Tochter traut, 
ob ihr die Heimat je erschaut? 

Aus tiefster Seele andachtsvoll 

die alten Weisen drangen. 

Und freudig unser Lied erschallt 

vom Vaterland, vom Vaterland wir sangen. 
Vom Vaterland wir sangen. 

Wenn im fremden Land 

dich ein Leid bedrückt, 

vergiß die Heimat nicht! (...)". 

Der Fälscher paßte nicht auf und verwandelte die Kinder mit dem 
"wir" jäh in Erwachsene im fremden Land. 

3. Februar 1943: 

"(...) So war eben Dvorak: ein Genie aus seinem Volk, seiner Rasse, 
und im Tiefsten nur diesem >biologischen< Grunde seines künstlerischen 
Seins verpflichtet. In die höheren geistig dramatischen Sphären des 
Theaters wollte er oder konnte er nicht aufsteigen (...)" (Hans Schnoor: 
Oper von Heimatglück und Sehnsucht. "Dresdner Anzeiger", 3/11/43). 

28. Februar 1943: 

Im Sonntagskonzert bieten die Wiener Symphoniker, Dgt. Anton 
Konrath, u. a. die 9. Sinfonie "Aus der neuen Welt" von Dvoräk. 

2. März 1943: 

Der Reichssender Leipzig nimmt - auf Magnettonband - einen 
Querschnitt durch Dvoräks Oper "Der Jakobiner" auf in der Besetzung der 
Erstaufführung am Sächsischen Staatstheater Dresden. 


D 1357 





5. Dezember 1943: 
Im Sonntagskonzert bieten die Wiener Symphoniker, Dgt. Anton 
Konrath, u. a. die 8. Sinfonie G-dur von Dvoräk. 


D'Wäldare = Wie gern bian i a Wäldare 


D'Wäldermeidli hen dicke Chöpf, tralalidiridumde. Volkslied, in 
Steinen gesungen. 
In: 
Lobeda-Singeblatt 28 (1936). 


Dziewior, Fritz 
Stettin, 31. Dezember 1896 - ? 
Zunächst Militärmusiker, dann Gastspielreisen mit Ensemblekapellen, 
Pianist und Komponist mit Wohnsitz Stettin. 
Werke: u. a. Tanzmusik, so "Veronika"; Chansons. 


NSDAP seit 1/VIII/31, Nr. 601.203. 
Das ist meine Heimat: Wo der Eichbaum seine Krone mächtig auf zum 
Himmel hebt (T: Herbert Franck, Pommern). Vaterländ. Heimatlied (1933). 
Textprobe (6. Strophe): 
"Wo sich in die Lüfte wieder 
schwingt empor der deutsche Aar, 
wo die Ketten fielen nieder, 
die ihn bannten Jahr für Jahr, 
wo sich Deutsche reichen 
brüderlich die Hand, 
da ist meine Heimat, 
ist mein Vaterland". 
In: 
NS-Volks-Liederbuch (21934). 
Heraus, Kameraden, der Sturm bricht los, die braunen Kolonnen 
marschieren (T: Herbert Franck). Kampflied für Gesang mit Klavier (1933). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Heil Hitler! Du Großer im Kampf der Not, 
führst du uns zum blutigen Streite, 
wir folgen dir freudig bis in den Tod 
und stehen getreu dir zur Seite. 
Ein Trost in der Not ist uns allen gewiß, 
der Gott, der das Eisen einstmals 
wachsen ließ, 
gibt fernerhin uns das Geleite". 
In: 
NS-Volks-Liederbuch (21934). 
Braune Hitlerjungen: Sind wir auch noch jung an Jahren (T: Herbert 


D 1358 





Franck). HJ-Lied (1933) [NS-Volksliederbuch-Verlag, Berlin]. 
Textprobe (2. Strophe ohne Refrain): 
"Stolz wehen unsere Fahnen 
mit dem Hakenkreuz voran, 
und auf kampferprobten Bahnen 
heften Sieg auf Sieg wir dran. 
Sind wir auch noch jung an Jahren, 
einmal wird die Welt erfahren, 
daß auch wir zu jeder Zeit 
sind zu großer Tat bereit". 
In: 
NS-Volks-Liederbuch (21934). 
Information: FA. Keine weitere Nachricht; das damalige Stettin fiel an 
Polen. 


E., Dr.H. 


Für diesen ausschließlich oder gelegentlich als Musikschriftsteller 
tätigen Akademiker, der hinreichende Kenntnisse in Französisch hatte, 
gibt es im Grunde nur zwei plausible Möglichkeiten der Identität; welche 
hier zutrifft, mußte bisher offenbleiben. 

J udenmusik. Was die Deutschen nicht mehr hören können ("Der 
Stürmer" XVIIl/24, Juni 1940). 
Zitat: 

"Der französische Rundfunk gibt eine Reihe von Sendungen unter 
dem Titel >Was die Deutschen nicht mehr hören können<. 
In diesen Konzerten singen und spielen jüdische Musiker jüdische Musik. 
Die Programme dieser Rundfunkkonzerte werden von jüdischen 
Flüchtlingen aus Deutschland bestritten. Es singen die Juden 
Schumann, Mosheim und Deutsch. Die Kompositionen, die da in 
den Weltraum hinausgefunkt werden, stammen von den Juden Kurt 
Weill, Holländer und Schönberg. Als Orchesterdirigenten treten 
dabei auf: Bruno Walter, Bodanski, Klemperer (lauter Juden) und 
der Judenfreund Toscanini. Dieser gebürtige Italiener, der in Mailand 
zu Hause war, hatte einst die hohe Ehre, die Festspiele in Bayreuth 
dirigieren zu dürfen. Seit Jahren aber gefällt er sich in der Rolle als 
musikalischer Geschäftsreisender für zionistische Vereinigungen. Seine 
Sehnsucht zieht ihn nach der 100prozentigen jüdischen Stadt TelAviv in 
Palästina, wo die Orangen reifen, die ihm von den Synagogenverbänden 
zum Geschenk gemacht werden. 

Diese Juden und J udengenossen machen nun Judenmusik im 
französischen Rundfunk. Aber es ist dies eine Musik, die die 
Deutschen wirklich nicht mehr hören können. Die 
nationalsozialistische Schulung hat im deutschen Volk wieder den 
Geschmack und die Freude an der edlen deutschen Musik wachgerufen. 
Das deutsche Volk ekelt sich vor dem Schmutz jüdischer Musik". 

Vermutlich die gleiche Persönlichkeit ist Urheber zweier anonymer 
ähnlicher "Stürmer"-Artikel (Vgl. "Musikjuden aus Deutschland"): 

Daniel Jazz. Aus dem Reich der jüdischen Musik ("Der Stürmer" XIX/21, 
Mai 1941). 
Zitat: 

"(...) Die Judenzeitung gibt uns damit eine anschauliche Schilderung 
von der Erstaufführung der >weltbewegenden< Daniel J azz-Musik. Man 
kann sich das jüdische Publikum vorstellen, wie es brüllte, während das 
Kammerorchester seine J azzmusik losließ und der Bariton bald wie ein 
J udenweib greinte, bald wie eine Geliebte winselte, bald wie ein Löwe 
brüllte... Da ging es im >Konzertsaal< wirklich wie in einer 
>) udenschule< zu". 

"Daniel Jazz" heißt eine Komposition (1923) von Louis Grünberg. 


E 1360 





Ebbecke, Robert 
Braunschweig, 25. Juni 1894 - Salzgitter, 13. Mai 1980. 

Musikpädagoge in Bremen. Schulvorsteher der Hilfsschule an der 
Vegesacker Straße, auch Chordirigent, Leiter des neuen MGV 1907 und 
des Bremer MGV; 1944 in Helmstedt. 

1945 weiterhin in Helmstedt bis 8/VI11/45, dann in Bremen, 
anschließend im Internierungslager Darmstadt, ab 22/VIIl/46 wieder in 
Helmstedt bis 28/V/52, dann in Salzgitter-Lebenstadt, zuletzt i. R. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.901.508. NSLB seit 1/V1/33, ab 1/X1/33 
Fachgruppenleiter und ab August 1935 Ortsgruppenschulungswart des 
NSLB. Stellv. Ortsgruppenamtsleiter der NSV. 

Vgl. Kreikemeyer. 

Information: Das Staatsarchiv Bremen verfügte 1987 über keinerlei 
Angaben zu Ebbecke; das Ordnungsamt Salzgitter (17/III/99) stellte für 
Meldeauskunft 21 DM in Rechnung, setzte diese auf Antrag jedoch aus. 
Den Todesfall beurkundete das Standesamt Salzgitter, Nr. 352/1980. 


Ebel, Arnold 

Heide/ Holstein, 15. August 1883 - Berlin, 4. März 1963. 
Musikpädagoge und Komponist in Berlin-Zehlendorf; Schüler u. a. von M. 
Bruch, Kapellmeister, bis 1933 1. Vorsitzender des Deutschen 
Komponistenverbands; 1919 Chordirektor und Organist der Eliaskirche, 
1936 KMD. 1930-45 Lehrer - 1939 Professor - für Komposition und 
Musiklehre, Gehörbildung und Instrumentation an der Hochschule für 
Musikerziehung, außerdem Studienrat an der Rheingauschule Berlin- 
Friedenau, Dirigent der Schöneberger Liedertafel 1880. Er meldete sich 
am 6/X11/44 freiwillig zum Volkssturm. 

Nach 1945 freischaffend weiter in Berlin, Wiederbegründer und 
Vorsitzender des Präsidiums der Vereinigung der Landesverbände Dt. 
Tonkünstler und Musiklehrer (VDTM). Er betrieb dann erneut - vergebens - 
ein Musikerkammer-Projekt. 1953-55 Vorstandsmitglied des Dt. Musikrats. 
Werke: u. a. Symphetta giocosa Op. 39 (1929). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.846.831. NSKK, Hauptsturmführer, 1938 
Musikreferent und MZF der NSKK-Motorgruppe Berlin. 

Mehrere NSKK-Märsche. 

Der Reichsverband in der deutschen Aufbauarbeit ("Deutsche 
Tonkünstler-Zeitung" XXX/5, Mai 1933). 

Zitat: 

"(...) Und endlich Muß im neuen Deutschland ein Traum der 
deutschen Künstler sich erfüllen: die Künstlerkammer, die 
Musikerkammer! Von allen führenden Geistern des deutschen Musiklebens 
ist der Gedanke einer Ständevertretung in einer >Musikerkammer< 
aufgestellt, in eingehenden Schriftsätzen ist die Idee begründet und ihre 
Durchführung aufgezeigt, in Kongressen, Tagungen und Sitzungen ist sie 
jahraus-jahrein diskutiert: vergebens. Der alte Staat hatte zu einer 


E 1361 





Selbstverwaltung der deutschen Künstlerschaft kein Zutrauen. Jetzt hat 
die nationale Regierung diese wichtige Frage auf ihr Programm gesetzt". 
Oktober 1933, Epigone: 

"Ein Arnold-Ebel-Abend im Lessing- Museum zum 50. Geburtstag des 
Tondichters - richtiger wäre die Bezeichnung als Musikpolitiker - konnte 
das negative Bild dieses mit der verhängnisvollen Musikpolitik der letzten 
vierzehn Jahre eng verknüpften und verquickten Organisators nicht in ein 
besseres Licht stellen, obwohl Prof. Kurt Schubert zur Einführung 
panegyrische Worte über Ebel sprach. Der Komponist Ebel ist in seinen 
besten Liedern ein mäßiger Brahms-Epigone, in den schwächeren reicht er 
kaum an Hildach heran" (Friedrich W. Herzog, Berlin, in: "Die Musik" 
XXVI/1, Oktober 1933. S. 53-54). 

26. Juli 1935, Denunziation: 

"Ebel, Arnold (Komponist, handschriftlicher Zusatz: gestürzte 
Systemgröße)" (NSKG, Amt für Kunstpflege, Rundschreiben Nr. 6, Liste 
der Musik-Bolschewisten, 26/V11/35. Quelle: BA NS 15/ 187). 

Op. 47. Lieder der Zeit, für Gesang und Klavier (1935) [W&C]. 
Besprechung: 

"Auch die zu diesem Spiel gemeinsam gesungenen >Lieder der 
Zeit< op. 47 von Arnold Ebel sind keine Lieder der Zeit, sondern durchaus 
Lieder >vor der Zeit<. Texte wie >Erworben ist mit Heldenblut das Dritte 
Reich, das neue< oder >Treudeutsch vom Fels zum Meere< scheinen uns 
denn doch etwas zu simpel und abgegriffen. >Treudeutsch< kann 
allenfalls ein Kegelklub aber nicht die deutsche Jugend zum Losungswort 
haben. Einen Vergleich aber mit den Bekenntnis- und Marschliedern, die 
heute aus den Reihen der Jugend hervorgehen, halten diese >Lieder der 
Zeit< ebenfalls nicht aus" (Heinz Kohlheim: Berliner Konzerte. "Die Musik" 
XXVIl1/4, Januar 1936. S. 305). 

23. Januar 1937: 

Ein städt. Konzert in Aachen, Dgt. Karajan, bietet von A. Ebel die 
Symphonische Ouvertüre. 

Die Trommel (T: H. Anacker). Kantate nach Liedern der Bewegung 
(Berlin, 12/V1/37, MS). 

Nach der Woche hartem Dienen (T: H. Anacker, 1932), aus "Die 
Trommel". 

In: 

Marschierende Jugend (21938). 

Flieg, deutsche Fahne. Gemeinschaftsgesang (1938). 

Am Westwall (T: Kurt Kölsch). Marsch und Lied für BlasOrch (1938) 
[W&C]. 

In: 

Neues Sanssouci 52 (1940). 

Musik zum Schauspiel Blücher von Max Geisenheyner (Nationaltheater 
Weimar, 3/X/40). 

Das Lied vom Westwall 1939: Am Westwall weht die Fahne, Soldaten 
halten Wacht (T: K. Kölsch in der Frontzeitung "Wacht am Rhein"). 
Singblatt und Postkarte (1940) [W&C]. 

Op. 47. Lieder der Zeit, für Gesang und Klavier. Neue Version (1941) 


E 1362 





[W&C]. 

Inhalt: 
1. Den Gefallenen: Jede späte Rose, die ich breche (T: H. Claudius). - 2. 
Aufbruch: Noch trag' ich Feuer in meinen Händen (T: Max Barthel). - 3. 
Empor: Wir kommen aus der Tiefe, wir kommen aus der Finsternis (T: 
Ernst Preczang). - 4. Wir fühlten alle dieselbe Not, wir sahen alle 
denselben Tod (T: Paul Köppe-Weglander). - 5. Das neue Sturmlied: Die 
Welt gehört den Führenden, sie gehn der Sonne Lauf (T: H. Menzel). - 6. 
Kamerad, komm mit: Nach der Woche hartem Dienen ziehn wir weit 
durch deutsches Land (T: H. Anacker, aus "Die Trommel"). - 7. Ritt nach 
Polen 1939: Wir reiten in das Morgenrot, froh der Sonne entgegen (T: F. 
W. Weiß). - 8. Das Lied vom Westwall 1939. - 9. Der Trommler: 
Trommeln, trommeln, trommeln in der Nacht (T: H. Gutberlet). - 10. 
Deutschland, unser Vaterland: Nur fester bindet euch den Helm, wenn 
Siegsfanfaren klingen (T: Johannes Goersch). 
Op. 49 Nr. 5. Erntelied: Das Feld ist weiß, die Ähren nun sich neigen (T: 
aus dem Memelgebiet). Masurisches Volkslied, Satz mit Flöte, Klarinette 
oder Violine und Cello: Ebel. 
In: 
Frisch gesungen, Musikbuch A (291941); Deutsche Musik A, B (1941). 
Op. 55. Vorspiel zu einem Fest. Heitere Ouvertüre, für LWOrch [W&C]. 
November 1944: 

Der Musikzug der NSKK-Motorgruppe Berlin im Referat für 
Musikwesen des NSKK in Berlin, Dgt. A. Ebel, bietet N. Schultzes 
"Korpsführer-Erwin-Kraus-Marsch" mit dem Lied "Männer vom NSKK" 
(UA). 
Motorgruppe Berlin. NSKK-Marsch (u. a. Reichsprogramm aus Berlin, 
*12/X1/44). 

Tondokument - vom 24/1/41 - im DRA: 1870617-21. 

Ausführende: MZ der NSKK-Motorgruppe Berlin, Dgt. selbst. 

Information: DNML, DML, FA, MM2, KDMK (Alle oben genannten Titel 

fehlen im Werkverzeichnis), LdCh, LdBl, SML. Laut Referat für 
Meldeangelegenheiten, Paß- und Ausweiswesen beim Polizeipräsidenten in 
Berlin (9/IV/84) als in Berlin gemeldet gewesen nicht zu ermitteln. 


Ebel, Eduard 
1839 - 1905 


Leise rieselt der Schnee (eigener T). Adventslied. Für Zither: F. 
Kollmaneck (1939) [BF]. 

In: 

HM-Liederbuch (1933/34; nur T); Singkamerad (21934, 31935, 81937); 
Stimmt an! I (1939; onA). 


E 1363 





Ebel, Paul 
Berlin, 6. Mai 1895 - (?), 20. Dezember 1966. 
Sohn eines Xylographen; Orchestermusiker in Berlin-Charlottenburg, 
Cellist der Staatskapelle, preuß. Kammermusiker. 1934-35 Schriftleiter der 
"Völkischen Musikerziehung", ab 1/X/35 Dozent für Generalbaß- und 
Partiturspiel und Leiter des Presseamts an der Hochschule für Musik. Im 
September 1941 zur Wehrmacht einberufen. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.639.747. "KdF"-Wart der Musikhochschule. 1938 
Gaufachgeschäftsstellenwalter beim Reichsverband Deutsche Bühne. 
1942, Kriegserinnerungen: 

"..Wir hatten eine Überfahrt über die Nordsee, die nicht ganz 
ungefährlich war. Nur dem Umstand, daß unser Geleitzug seinen Kurs 
änderte und durch dichtes Eis steuerte, haben wir es zu verdanken, daß 
wir nicht mit der englischen Flottille in Berührung kamen, die, von unserer 
Fahrt wohl wissend, auf uns wartete. Unser Außengeleiter, ein leerer 
Transporter, der der >Knochensammler< genannt wurde, mußte, da er 
den ursprünglichen Kurs beibehielt, den Angriff über sich ergehen lassen 
und hatte Verluste. Die Überfahrt war sonst sehr abwechslungsreich, wenn 
wir auch zusammengepfercht waren wie in einem engen Stall; das Wetter 
lernten wir in allen Farben kennen..... Interessant ist es, die Verhältnisse 
hier aus unmittelbarer Nähe zu studieren. Die nationalsozialistische 
Bewegung wird noch allerhand Aufgaben zu erfüllen haben. Ich hatte das 
Glück, in den letzten Tagen in einer norwegischen Familie etwas 
musizieren zu dürfen. Der Bruder der Hausfrau ist längere Zeit Stabschef 
bei Quisling gewesen, jetzt hat er wohl die Ausbildung der Lehrer 
verantwortlich in den Händen. So findet man ein Stück Heimat im Norden 
wieder.... 

Nun bin ich nach wochenlangen Fahrten auch endlich an einem 
vorgeschobenen Einsatzpunkt, auf einer 8 km langen und 3 1/2 km 
breiten Insel Nord-Norwegens gelandet" (Staatliche Hochschule für 
Musikerziehung Berlin, Rundschreiben Nr. 16 an die im Dienst der 
Wehrmacht stehenden Kameraden, 20/VI1/42. S. 5. Quelle: BAR 56 Zg 
DC 310). 

Die Publikation, nur Typoskript, brachte u. a. Briefauszüge von 
Lehrern und Studenten an der Front. Dem zitierten Bericht liegen Briefe 
Ebels vom 14. April und 2. Juli 1942 zugrunde. 

Geschichtsfälschung, 1994: 

Paul Ebel fehlt in Siegmund Helms/ Reinhard Schneider/ Rudolf 
Weber (Hgb.): Neues Lexikon der Musikpädagogik. Personenteil (Kassel, 
1994). 

Haben die Herausgeber etwa Parteigenossen weggelassen? 

Information: DML (Geburtsjahr: 1894). 


E 1364 





Ebel von Sosen, Otto 

Rendsburg, 26. Februar 1899 - Bad Pyrmont, 6. Februar 1974. 
Dirigent und Komponist, seit 1926 Mitarbeiter des Nebensenders Hannover 
der Norag, jedoch zum 1/X/33 gekündigt, angeblich da er seit 1921 
Mitglied des gewerkschaftlichen Deutschen Musikverbandes war; die 
Kündigung wurde bald aufgehoben. Trotz uk-Stellung im August 1939 zur 
Wehrmacht einberufen und im Polenfeldzug eingesetzt. 1940 entlassen 
und als Dirigent ans Funkhaus Hamburg versetzt, nach dessen Zerstörung 
durch Luftangriff 1943 zeitweilig als Dirigent nach Breslau entsandt, dann 
in Hamburg mit Wiederaufbau des Rundfunks befaßt. 

Am 18/1/46 wegen Parteimitgliedschaft von der britischen 
Militärregierung mit Berufsverbot belegt, einige Monate später 
vorübergehend rehabilitiert und 1948, obwohl von der Spruchkammer als 
"entlastet" eingestuft, endgültig entlassen, seither freier Mitarbeiter des 
NDR und Sozialrentner mit Wohnsitz Bad Pyrmont. 

Werke: u. a. Deutsches Interludium für Streicher (1935); "Heidezauber", 
Impressionen für Orch Op. 13 (1938). 


NSDAP seit 10/11/33, Nr. 1.512.563. NSBO. 
17. Juli 1933: 

Das RundfunkOrch Hannover, Dgt. Ebel von Sosen, bietet den 
Marsch "Fahnen heraus" von Genger (Norag, 17/VI1/33). 

30. April 1934: 

Das Niedersächs. KammerOrch mit MGV Hannover, Dgt. Ebel von 
Sosen, bietet in der Stadthalle Hannover zu einer Veranstaltung der 
Continental-Werke für die Gefolgschaft den Elly-Beinhorn-Marsch von K. 
Elbe und die Hymne "Gott segne Niedersachsen" von A. Krause. 

Tondokument im DRA: 1820112-31, 1820112-29. 

Op. 18 Nr. 2. Mein Vaterland: Heil dir, mein deutsches Vaterland (T: 
Wilhelm Asche). MCh (1934) [Eu]. 
*20. April 1939: 

Das NiedersachsenOrch Hannover, Dgt. Ebel von Sosen, bietet zum 
Geburtstag Hitlers das Spätprogramm "Heroische Musik" und "Klänge aus 
deutscher Landschaft" (RS Hamburg, *20/1V/39). 

Information: FA, RML, LdCh. 


Ebeling, Johann Georg 
1637 - 1676 


Morgensegen: Die güldne Sonne voll Freud' und Wonne (T: Paul 
Gerhardt, 1607-1676) (1666). 

In: 

Stimmt an! (1934); Wir singen (1934); Evangelisches Feldgesangbuch 
(1939, 1940); Lieder unseres Volkes (1943). 

Ich weiß, woran ich glaube, ich weiß, was fest besteht (1666; u. a. 
Werag, 13/VI1l/33, Ev. Morgenfeier, Kampfchor der Deutschen Christen, 
Dgt. Erich Dörlemann). 


E 1365 





In: 

Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Evangelisches 
Feldgesangbuch (1939, 1940). 

Warum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch. 
Kirchenlied (1666). 

In: 

Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940). 


Eben sank die Sonne nieder, und nun wird es Abend wieder (T: H. 
von Fallersleben). Abendlied, onA. 
In: 
Liederbuch für Dt. Frauen und J ungmädchen-Verbände (1934; nur T). 


Eber 


Heimkehr der Ostmark. Triumphmarsch (RS Wien, 5/111/39). 
Der Titel feiert den "Anschluß" Österreichs an den NS-Staat. 


Eberhard, Kuno (Moritz, Philipp) 
Breslau, 30. Juli 1893 - ? 
Hauptlehrer, seit 1919 an der Ev. Schule in Langseifersdorf/ Krs. 
Reichenbach, Eulengebirge. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.660.332, auf Antrag vom 23/V/37. 
Lied der deutschen Frau: Es klingt aus fernen Tagen ein alter 
Heldensang (eigener T). Klavierlied (1934) [RP]. Titel: Frauenschaftslied. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Nicht mehr in stummem Bluten 
sei unsre Zeit verbracht. 
Durchs Land der Ruf soll fluten: 
Heil, Deutschland ist erwacht! 
O Deutschland, stark und bieder, 
daß unsre Söhne schau'n 
voll Ehrfurcht auf dich wieder, 
das woll'n wir deutschen Frau'n". 
In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934). 
Wir heben die Hände empor zum Schwur (eigener T). Bekenntnislied. 
In: 
Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934). 
Information: Keine weitere Nachricht; das einstige Niederschlesien fiel 
an Polen. 


E 1366 





Eberhard, Otto 
Hall/ Tirol, 22. Mai 1875 - Salzburg (A), 26. Mai 1960. 
Musikpädagoge in Maxglan bei Salzburg; Oberlehrer, Komponist und 
Musikschriftsteller, Sammler und Hgb. von Volksliedern. Träger des 
Silbernen Verdienstkreuzes der Republik Österreich. 

Nach 1945 weiterhin in Maxglan i. R., zuletzt in Salzburg. 
Werke: u. a. 40 echte salzburgische Volkstänze, gesammelt und für 
Klavier gesetzt (1934); Deutsches Volksgut in unserm Gesangbuch 
(1935); 20 Volkstänze aus dem Gau Salzburg, hgb. (1939). 


NSDAP seit 14/V11/32, Nr. 1.205.022. Nur bis November; Wiedereintritt 
am 1/1/41, Nr. 8.005.115. Geschäftsführer des Gauausschusses für 
Volksmusik, Gau Salzburg. 

Deutschösterreich unterm Hakenkreuz. Marsch für Klavier (1938) 
[SV]. 

Zwölf kurze Feierweisen für Akkordeon (1942) [SV]. 

Salzburger Fanfaren für 4 Blechbläser. Gesammelt und bearbeitet 
(1944) [StG]. 


Eberhardt, Siegfried 
Frankfurt a. M., 19. März 1883 - Zwickau (DDR), 12. Juni 1960. 
Sohn eines Konzertmeisters; Musikpädagoge in Berlin-Grunewald, Geiger 
und Violinlehrer, seit 1908 am Sternschen Konservatorium Lehrer, 
1933-35 neben P. Graener dort Mitdirektor. Stand 1939: Staatl. 
anerkannter Lehrer für Violine, MW und Psychologie. Obwohl "nichtarisch 
versippt", durfte er mit Sondergenehmigung des Ministers arbeiten. 

1945 Gründer der Hochschule für Theater und Musik in Halle und der 
Robert-Schumann-Akademie Zwickau. Später Musikpädagoge in Zwickau, 
zuletzt i. R. 

Werke: Unterrichtsliteratur für Geige. 
Information: DNML, DML, FA, RML (RMLE gibt das Todesdatum 29/VI/ 
60 an). 


Ebers, Clara 
Karlsruhe, 26. Dezember 1902 - Hamburg, 7. Februar 1997. 
Tochter eines Hauptmanns a. D.; Koloratursängerin, Sopranistin und 
Kammersängerin. 1928-45 am Opernhaus Frankfurt a. M., zeitweise 1. 
Sopranistin der Staatsoper Hamburg. 

1945-65 hier im Iyrisch-dramatischen Fach; häufig gastierend bei 
den Festspielen in München, Aix-en-Provence, Glyndebourne, Zürich 
und Edinburgh, 1952 bis August 1961 auch an der Berliner Staatsoper, 
zuletzt noch Professorin mit Meisterklasse an der Musikhochschule; 
Wohnsitz Hamburg-Wellingsbüttel. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Information: DML, KDMK (keine Angaben nach 1945), FA2, RMLE. 


E 1367 





Ebert, Carl 
Berlin, 20. Februar 1887 - Santa Monica, Cal. (USA), 14. Mai 1980. 
Inszenator und Musikbühnenleiter, Schüler von Max Reinhardt, bis 1933 
an der Städtischen Oper in Berlin. 

Danach Opernregisseur der deutschen Temporada im Teatro Colön, 
Buenos Aires, Schauspieler und Gastregisseur in Zürich und Basel, 
1934-39 Leiter der Opernfestspiele in Glyndebourne, zeitweise beim 
Maggio Musicale in Florenz, 1937-38 u. a. an der Wiener Staatsoper, 
1938-47 Organisator des Türkischen Nationaltheaters und der Oper in 
Ankara, auch Berater des türkischen Kulturministeriums für Theaterfragen. 
1945 Mitarbeiter des Britischen Kontrollrats für Deutschland. 1947 
abermals Leiter und Regisseur der Glyndebourne-Festspiele, ferner 
Operndirektor des Internationalen Musikfests in Edinburgh, 
Opernregisseur beim Musikfest in Zürich, 1948-54 Direktor der 
Opernabteilung an der University of Southern California, 1950-54 
Generaldirektor der Los Angeles Guild Opera, 1954 wieder in Berlin 
Intendant der Städt. Oper. Zuletzt i. R. in Santa Monica. 


20. Mai 1933: 

Die NS-Betriebszelle der Städt. Oper Berlin wendet sich in einer an 
Staatskommissar Hinkel gerichteten Entschließung gegen die Verpflichtung 
Eberts für die deutsche Temporada in Buenos Aires und wirft ihm 
Kulturbolschewismus und als Vorgesetzer und Bühnenleiter unsoziales 
Verhalten vor (Quelle: BA, Bestand RKK, Namensakte Carl Ebert). 

9. Juni 1933: 

Ebert bittet Staatskommissar Hinkel, für alsbaldigen Ausgleich der 
von der Städt. Oper noch ausstehenden Gagenzahlungen per Vergleich 
Sorge zu tragen (Quelle: BA Bestand RKK, Namensakte Carl Ebert). 

4. August 1933: 

Ebert, Buenos Aires, wendet sich an Ministerpräsident Göring, 
bezieht sich auf das Ableben von Intendant von Schillings und bekundet 
"erneut meine leidenschaftlich empfundene künstlerische Zugehörigkeit 
zur deutschen Oper, in deren Dienst ich alle meine Kräfte stelle" (Quelle: 
BA Bestand RKK, Namensakte Carl Ebert). 

31. Oktober 1933: 

Mit Einschreiben an Staatskommissar Hinkel teilt Ebert seine 
Rückkehr nach Deutschland mit und unterstreicht, "dass ich jede meiner 
bisherigen Stellung und Leistung würdige Aufgabe in Deutschland mit 
Freuden vorziehen und nur im äussersten Notfall und gezwungen durch 
die Verpflichtung meiner grossen Familie gegenüber auf die Arbeit im 
Ausland zurückgreifen würde" (Quelle: BA Bestand RKK, Namensakte Carl 
Ebert). 

25. März 1938: 

Dr. Schlösser bittet das RPA Wien im Hinblick auf mögliche 
Beschäftigung von Carl Ebert bei der Reichstheaterfestwoche in Wien, der 
an der Staatsoper einen Gastspielvertrag habe, um Feststellung, ob er 
politisch tragbar sei (Quelle: BAR 55/ 20460. Blatt 167). 


E 1368 





3. Juni 1938: 

ORR Scherler, Referent im RMVP, Abt. T, gibt mit Brief an Dr. 
Schlösser eine begeisterte Empfehlung für Ebert und unterstreicht, daß 
das Ausland solchen Künstler begrüßen würde, wenn man ihn im Reich 
nicht verwende (Quelle: BAR 55/ 20461. Blatt 91-92). 

17. Juli 1944: 

"Von unserem Beauftragten für Fragen der Reichsdeutschen in der 
Türkei wurde mir heute nachfolgend aufgeführte Stellungnahme betreffs 
obiger Angelegenheit übersandt, die ich Ihnen hiermit zur Kenntnis und 
weiteren Veranlassung überreiche: 

>An der negativen politischen Einstellung des am staatlichen 
Konservatorium in Ankara tätigen Karl Ebert hat sich nichts geändert. 
Ebert ist nach wie vor als Gegner des Dritten Reiches zu betrachten. Unter 
diesen Umständen halte ich es nicht für ratsam, daß sein Schwiegersohn 
Walter Richter für Ankara freigegeben wird, denn es liegt nahe, daß 
derselbe in das Fahrwasser des Ebert gerät und gleichfalls emigriert. Ich 
bin deshalb der Ansicht, daß Sie die Ausreise des Walter Richter 
verhindern sollten" (RPA Ausland an RMVP, 17/VI1/44. Quelle: BAR 55/ 
20501. Blatt 282). 

Für den Schauspieler Walter Richter, den Schwiegersohn Eberts, lag 
eine Einladung der türkischen Regierung vor; er sollte als Lehrer ans 
Staatliche Konservatorium in Ankara verpflichtet werden. 

Information: KDMK. 


Ebert, G. (?) 
Pianist in Würzburg. 


MZF der SS-Standarte 56 Würzburg. 

Die Stationierung wurde später geändert, SS-56 stand 1937 in 
Bamberg, SS-81 in Würzburg. 
Unser Führer. Marsch (BR, 28/X/33, MZ der SS-Standarte 56, Dgt. 
selbst). 


Ebert, Hans 
Berlin, 15. Mai 1889 - Berlin, 31. August 1952. 

Musiker und Kapellmeister, Schüler u. a. von Ph. Rüfer, W. Klatte und Ph. 
Jarnach, dann Komponist, zunächst Hauskomponist der Werag Köln in 
Köln-Sülz, jedoch 1933 entlassen, dann in Berlin-Nikolassee mit laufenden 
Film-Arbeiten. Ebert hatte trotz jüdischer Frau zunächst am 26/V11/38 
eine Arbeitsgenehmigung vom Minister erhalten, die jedoch einige Jahre 
später mit Ausschluß aus der RMK widerrufen, aber durch eine neue 
Sondergenehmigung ersetzt wurde. Er erhielt den Robert-Schumann-Preis 
der Stadt Düsseldorf für 1943. Gegen Kriegsende setzte er sich mit 
Familie nach Wörishofen ab. 

1950 ging er wieder nach Berlin, arbeitete aber zeitweise noch für 


E 1369 





den NWDR Hamburg. 

Werke: u. a. die Opern "Hille Bobbe" (Nürnberg und Darmstadt, 
17/X1/40), "Florian Geyer" und "Der arme Villon" (1942); "Ausflug in die 
Große Welt", Lustspiel mit Musik von Rudolf Rieth (Königsberg, 1938); 
Fernsehmusik zu "Hinein! Ein Film vom Schwimmen, Tauchen und 
Springen" (Fernsehsender Nipkow, 28/V1I1/37); Musik zu Spielfilmen, 
Kultur- und Dokumentarfilmen, zu Szenen der Wochenschau, auch noch 
während des Krieges. 


1935 
Musik zum Ufa-Kulturfiim Abessinien von heute - Blickpunkt der Welt 
(1935). 
Drei Fantasien aus dem Kulturfilm "Abessinien von heute - Blickpunkt 
der Welt": 1. Mit dem Negus nach Harrar. - 2. Im Aufmarschgebiet der 
Armee. - 3. Die Armee (1935) [UB]. 


1936 
Musik zum Kulturfilm Schorfheide, ein Tierparadies vor den Toren 
Berlins (1936). 
Musik zum Dokumentarfilm Blaue Jungs am Rhein (1936/37). 
Musik zum Ufa-Film Waldwinter, schles. Heimatstück (UA: 14/VI1/36). 


1937 
Musik zum Dokumentarfilm Wir erobern Land - Das hohe Lied des 
RAD (1937, Ufa unter Mitwirkung der Reichsleitung des RAD). 


1938 
Musik zum Kulturfilm Hochzeiter im Tierreich (1938). 
Musik zum Kulturfilm Tintenfische (1933). 
Musik zum Dokumentarfilm Arbeitsmaiden helfen (1933, Ufa unter 
Mitwirkung der Reichsleitung des RAD). 
Musik zum Dokumentarfilm Gesunde Frau - gesundes Volk. 
Musik zum Ufa-Film Was tun, Sybille?, psychologisch-vertieftes 
Schulmädchenstück (UA: 21/V11/38). 
26. Juli 1938: 

Obwohl Ebert die arische Abstammung seiner in Fluzk, Rußland, 
geborenen Frau Sima Gitla geb Himelstein nicht dokumentarisch erhärten 
kann, erhält er eine Sondergenehmigung mit diesem Datum unter 
Aktenzeichen II A 21311. 


1939 
Musik zum Kulturfilm Tragödien im Insektenreich (1939). 
Musik zum Tobis-Kulturfilm Jagdreiten (1939). 
Musik zum Film Der grüne Kaiser, Abenteuer- und Kriminalstück (UA: 
13/11/39). 
Musik zum Film Drei Väter um Anna, Lustspiel in bayerischem Dorf 
(Ufa, UA: 14/1X/39). 
Musik zum Film Hochzeit mit Hindernissen (1939). 


E 1370 





1940 
Musik zum Film Kornblumenblau (1940). 
Musik zum Kulturfilm Im Tiergarten Südamerikas (1940). 
Musik zum Dokumentarfilm Deutsche Kaltblutzucht (1940). 
Musik zum Terra-Film Für die Katz, Bauernschwank nach August Hinrichs 
(UA: 13/1X/40), 
17. November 1940: 

Die Opernhäuser Nürnberg und Darmstadt bieten gleichzeitig Eberts 
Oper "Hille Bobbe" (UA). 

Dezember 1940, Besprechung ("Hille Bobbe"): 

"(...) Es lag nahe, als historischen Hintergrund die Entstehungszeit 
des Bildes, den Freiheitskampf der Niederlande zur Zeit der spanischen 
Besetzung unter Herzog Alba, hereinzubeziehen. So steht das 
Bühnengeschehen ganz im Zeichen eines packenden dramatischen 
Krescendos, das vom menschlichen Einzelschicksal ohne Zwang und 
Aufdringlichkeit zum gewaltigen historischen Volksgeschehen führt. Aber 
über alle menschlichen Verwicklungen hinweg erstrahlt als menschliche 
Grundidee: das Hohelied der Mutterliebe" (Willy Spilling: "Hille Bobbe" von 
Hans Ebert. Opern-Uraufführung in Nürnberg. "Die Musik" XXX1I11/3, 
Dezember 1940. S. 109). 

Die Beziehung zu einem historischen Volksbefreiungskampf war - 
wie bei vielen anderen Musiktheaterwerken - aktualisierende Absicht; 
natürlich mit vertauschten Wertungspolen, damit das gewollte "Aha"- 
Erlebnis zustandekam; Herzog Alba bedeutete hier gerade nicht Hitler, 
und der Kampf um die Freiheit war nicht etwa gegen das NS-Regime, 
sondern an dessen Seite zu führen. Die demonstrative Sinnverfälschung 
des Begriffs "Freiheit" war Methode. 


1942 
Musik zum Dokumentarfilm Tier und Pflanze im Vierjahresplan 
(1942). 
Musik zum Terra-Film Der Seniorchef, Familienroman (UA: 27/X1/42). 
6. Dezember 1942: 

Das Dt. Opernhaus Berlin bietet die EA von Eberts Oper "Hille 
Bobbe". 

8. Dezember 1942: 

Zwei Tage nach der Premiere der "Hille Bobbe" rügt Dr. Schlösser 
den Opernexperten Dr. Lange, weil die "nichtarische Versippung" Eberts 
unbekannt geblieben war, und verlangt das Verzeichnis der 
Sondergenehmigungen, damit der "durch die hier gerügten Lässigkeiten 
erschütterte Ruf der Reichsdramaturgie hinsichtlich ihrer 
nationalsozialistischen Zuverlässigkeit wieder hergestellt" werden könne. 
10. Dezember 1942: 

Der Opernbesucher A. Friemann schreibt an Dr. Goebbels und liefert 
eine vernichtende Kritik der "Hille Bobbe", die dekadent und dissonant sei, 
Negermusik, hinter Schreker nicht zurückstehe; in Berlin dürfe undeutsche 
Kunst nicht geduldet werden. 


E 1371 





20. Dezember 1942: 

"Der Herr Minister hat von Ihrem Bericht über den Komponisten 
Hans Ebert Kenntnis genommen und verfügt, dass 
1) Ebert in Zukunft keine Staatsaufträge mehr erhalten soll, 
2) eine Herausstellung des Ebert durch staatliche Dienststellen in Zukunft 
nicht mehr erfolgt, 
3) Ebert auch in Zukunft im Besitze einer Sondergenehmigung bleibt. Der 
Herr Minister wünscht, daß ihm keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt 
werden" (Ministeramt, Dr. Naumann, an Ministerialdirektor Hinkel, 20/XI1/ 
42. Quelle: BAR 55/ 20210. Blatt 70). 


1943 

21. Januar 1943: 

"Der Präsident der Reichskulturkammer, Hauptgeschäftsführung, hat 
durch Erlass vom 23. Dezember 1942 - RKK-KP-4260-00/42-38 - Ihre 
Beschwerde gegen den Ausschluss aus der Reichsmusikkammer 
zurückgewiesen. 

Gleichzeitig hat der Präsident der Reichskulturkammer Ihnen die 
jederzeit widerrufliche Sondergenehmigung zur weiteren Berufsausübung 
im Rahmen der Reichsmusikkammer sowie der Reichsfilmkammer erteilt. 

Dieses Schreiben gilt als Ausweis gegenüber den Beauftragten 
meiner Kammer und anderer Behörden. 

Die Ihnen unter dem 26. Juli 1938 durch den Reichsminister für 
Volksaufklärung und Propaganda erteilte Genehmigung (A. Z.: II A 
21311/16. 7. 38-28) ist umgehend zurückzureichen" (Der Präsident der 
RMK an Ebert, 21/1/43. Quelle: BA Namensakte Ebert). 

12. März 1943: 

Ebert stellt dem Generalintendanten Rode seine Lage nach der 
faktischen Absetzung der "Hille Bobbe" vor und bittet um Schutz für dieses 
Werk. 

Das RMVP informierte Ebert, die Absetzung habe aus zwingenden 
spielplantechnischen Gründen erfolgen müsssen. . 

Musik zum Prag-Film Die J ungfern vom Bischofsberg, Liebeskomödie 
nach Gerhart Hauptmann (UA: 28/V/43). 

Florian Geyer. Oper auf ein Libretto von Josef Gregor (1943). 
Staatsauftrag der Reichsstelle für Musikbearbeitungen gegen ein Entgelt 
von zunächst 10.000 RM, dann 20.000 RM. 

Ebert war wegen dieses Auftrags uk-gestellt.. 


1944 

Februar/März 1944: 

"Der Kunstbeirat der Stadt Düsseldorf hat den Robert Schumann- 
Preis für 1943 dem Komponisten Hans Ebert verliehen. Hans Ebert, am 
15. Mai 1889 in Berllin geboren, studierte bei Ruefer und Klatte in Berlin, 
Julius Buths und Wilhelm König in Düsseldorf und Philipp J arnach in Köln. 
Bei Tonkünstlerfesten in Schwerin, Königsberg und Düsseldorf kamen 
Orchesterwerke von ihm zur Uraufführung. Seine Oper >Hille Bobbe< 
wurde 1940 in Darmstadt und Königsberg uraufgeführt, eine zweite Oper 


E 1372 





>Der arme Villon< ist fertig und eine dritte >Florian Geyer< in Arbeit. 
Auch als Liederkomponist ist Ebert hervorgetreten" ("Musik im Kriege" 
I/11-12, Februar-März 1944. S. 236). 

Bei "Hille Bobbe" muß statt Königsberg Nürnberg stehen. 
26. Mai 1944: 

Die Reichsstelle für Musikbearbeitungen, Dr. Moser, wendet sich an 
Ebert und teilt ihm ihre negative Einschätzung der Oper mit (Quelle: BAR 
55/ 20579. Blatt 72). 

27. Mai 1944: 

Ebert beschwert sich bei Dr. Moser, weil er die Oper "Florian Geyer" 
lediglich diesem zur privaten Kenntnis und Beratung eingesandt hatte, 
nicht aber zur amtlichen Beurteilung. 

31. August 1944: 

"Auf Ihr Schreiben vom 30. d. M. teile ich Ihnen im Auftrage von 
Herrn Reichsfilmintendant Hinkel mit, dass Ihre weitere 
Sicherstellung für den Film nicht möglich ist. Ich habe zunächst prüfen 
lassen, ob Sie in dem Terra-Film >Der Fall Molander< noch einmal 
arbeiten können. 

Inzwischen habe ich festgestellt, dass dieser Film sich längere Zeit 
hinzieht und sein Ende aus verschiedensten Gründen noch nicht 
abzusehen ist, so dass es auch nicht mehr möglich ist, dass Sie diesen 
Film noch komponieren" (Der Reichsfilmintendant an Ebert, 31/VII1/44. 
Quelle: BA Namensakte Ebert). 

Information: DML, FA, MM2, RML, MGGS (Todesdatum: 30/VIII), 
RMLE (Todesdatum 30/VIII). 


Eberwein, Karl 
1784 -1868 


Immer fröhlich unser Sang. Kanon. 
In: 
DSB, Singendes Volk 28 (1938). 


E bissele Lieb und e bissele Treu und e bissele Falschheit is 
allweil derbei. Aus Schwaben. 
In: 


Lied über Deutschland (?1941). 


Eccard, Johannes 
1563 - 1611 


Es ist viel Not vorhanden, hier und in allen Landen. Klagelied. 
In: 
Heilig Vaterland (1934). 


E 1373 





Ech polnym polna korobuschka. Russisches Lied, onA. Titel: 
Obstverkäuferlied vom Kaukasus. 
In: 
Heijo, der Fahrwind weht (1933). 


Echtermeier, Carl 
Dresden, 13. November 1871 - ? 
Einsender in Berlin SW 68, Zimmerstr. 23 (1939), Filmschriftsteller, auch 
Textdichter. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Zwei Märsche: 1. Heil, mein Führer!: Deutschland tief in Not und 
Schande (eigener T). - 2. Deutschland, auf! Im Juli 1933 onA dem 
RMVP eingereicht (Quelle: BAR 55/ 1160). 
Es handelt sich zwar um eigene Texte, aber Kompositionen von Carl 

Emmel. 

Information: "Deutsches Literatur-Lexikon", 3. Auflage. Band 3, S. 
814; ohne Todesangaben. Das LA Berlin (23/VI/04, 5/VII/04) konnte 
Echtermeier nicht ermitteln. 


Eckardt, Hans 
Magdeburg, 9. Oktober 1905 - Berlin, 26. Februar 1969. 
Dr. phil. Heidelberg 1932 (Die Musikanschauung der französischen 
Romantik), Habilitation Berlin (Freie Universität). Musikforscher mit 
Fachgebiet Ostasien, bis 1935 Dozent an der Universität Fukuoka, 
1938-45 in Kyoto Leiter des J apanisch- Deutschen Forschungsinstituts. 
1946-47 Dozent an der Akademie Kyoto. 1954 Stipendiat der 
Deutschen Forschungsgemeinschaft. 1958 außerplanmäßiger, 1964 0. 
Professor für Japanologie an der Freien Universität Berlin, wo er eine 
Abteilung für moderne Geschichte Ostasiens einrichtete. Zeitweilig Leiter 
der Japan-Abteilung des Internationalen Instituts für vergleich. 
Musikforschung. 


NSDAP seit 1/X11/31, Nr. 738.051. Leiter der Fernostabteilung im 
Außenpolitischen Amt der NSDAP; Polit. Leiter des Stützpunkts Kyushu, 
Gründer und Landesobmann der Landesgruppe Japan des NSLB und k. 
Landeskulturwart. 1936 ließ Eckardt durch Gauleiter Bohle den 
Adjutanten des Führers bitten, Geschenke zweier japanischer Freunde für 
Hitler persönlich überbringen zu dürfen. Als er 1938 das Direktorat des Dt. 
Forschungsinstituts in Kyoto erhielt, beantragte Reichsleiter Rosenberg 
beim Stellvertreter des Führers seine Ernennung zum 
Reichshauptstellenleiter. 

Information: RML, MGGS. 


E 1374 





Eckardt, William 
Dresden, 26. April 1884 - Dresden, 12. November 1939. 
Musikpädagoge, Kantor und Organist der Zionskirche in Dresden, auch 
Chorleiter. 
Werke: u. a. Männerchöre, geistl. Hymnen und Choralbearbeitungen; 
Introitus Op. 85 (1936); Orgelstücke. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Op. 84. Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben (T: Albert Matthäi 
nach J. G. Fichte), für gemCh (1935) [RW]. 

Information: FA, LdCh (ohne Todesmeldung). 


Eckartz, Hubert 
Elberfeld, 28. Juli 1903 - Dortmund, 5. Januar 1962. 

Musikpädagoge und Chordirigent in Dortmund, Schüler von J. Haas; 
Lehrer für Theorie und Komposition am Konservatorium Hagen, Stand 
1932: Dirigent des Volkschors Dortmund-Dorstfeld und des Chors der 
proletarischen Freidenker, später des GemCh Dortmund-Kley; 1940 zur 
Wehrmacht einberufen und Kriegsgefangenschaft bis 1946. 

Danach bis 1948 Leiter der Jugendmusikschule Dortmund und 
Lehrer für Theorie und Komposition am dortigen Konservatorium. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Volk, Schicksal des Menschen. Chorwerk (1935). 

Bauernaufstand (T: Börries von Münchhausen). Chor (Bad Hamm, 
1936, zum Chorgautag Westfalen-Lippe). 

Werkleute wir sind. Kantate für 4stimmigen gem. Kammerchor, 
Streichinstrumente und Klavier (Dortmund, 1937). 

Lied der Schmiede: Der Amboß ist ein Hochaltar (T: Diemar Moering), 
für Mannschaftschor und Bläser (1937) [T]. 

Lied vom Bauen: Viele Steine muß man tragen (T: Georg Zemke), für 
Mannschaftschor und Bläser (1937) [T]. 

22. November 1937: 

Das 1. Kammerkonzert der Stadt Dortmund, Dgt. W. Sieben, bietet 
- "zum ersten Male" - die Kleine Orchestermusik über "Frisch auf zum 
fröhlichen Jagen" von H. Eckartz. 

8. Mai 1940: 

Der Städt. Musikverein Soest bietet die "Soester Bauernkantate" von 
Eckartz (T: Heimatdichter August Kracht) (UA). 

Einführung: 

"Daß das neue Werk von Eckartz und Kracht ganz aus dem Erleben 
unserer gegenwärtigen Zeit heraus entstanden ist, versteht sich für jeden 
von selbst, der die künstlerische Haltung der jungen Gestalter kennt. Das 
Besondere ihres Darstellungswillens ist aber aufgezeigt durch die Wahl des 
Titels >Soester Bauernkantate<. Er verdankt seine Entstehung nicht etwa 
dem Umstand, daß das Werk in Soest uraufgeführt wird oder daß der Text 
eine billige Verherrlichung der Stadt Soest sein soll. Im Gegenteil, der 


E 1373 





Name >Soest< kommt außer im Titel im ganzen Werk nicht mehr vor. 
Vielmehr soll mit dieser Bezeichnung gesagt sein, daß Dichtung und Musik 
aus der ganzen Atmosphäre erstanden sind, die der hiesigen Landschaft, 
insbesondere der Soester Börde, den Charakter des Einmaligen und 
Besonderen gibt. Sie überträgt den Begriff von Blut und Boden, der für die 
heutige Einstellung zum Bauerntum so entscheidend ist, ins Künstlerische 
und will ihre Eigenart darin erkannt sehen, daß eine geistige Bindung an 
die Heimat bei der Beurteilung des Werkes von entscheidender Bedeutung 
sein soll" (Ludwig Kraus über das Werk. Quelle: Stadtarchiv Soest, 
Signatur D 1038. Abdruck: Georg Schmidt, "Kulturpolitik der 
Nationalsozialisten, aufgezeigt an der Arbeit des Städtischen Musikvereins 
Soest in den Jahren von 1933 bis1934". In: "Soester Zeitschrift" Heft 107, 
1995. S. 139). 
6. Oktober 1942: 
Ein Studiokonzert von Radio-Paris, Dgt. Jean Fournet, bietet u. a. die 

Festmusik von Eckartz. 

Information: FA, KDMK (Eckartz verschwieg dem Herausgeber die 
oben genannten Werke), LdCh. 


Eckell 


Deutsches Lied dem deutschen Land. Chor (RS Frankfurt, 6/X1/38, 
aus Griesheim/ Darmstadt). 


Ecklebe, Alexander 
Kosel/ OS, 12. Januar 1904 - Berlin, 8. September 1983. 

Sohn eines Oberzollsekretärs; Schüler von Adolf Ehrenberg und E. A. 
Voelkel, Komponist und 1926 in Breslau Organist, 1930-36 Kapellmeister 
bei Funkstunde Berlin/ RS Berlin, dann dessen Lektor und musikal. 
Mitarbeiter in Abt. Unterhaltung. 

Nach 1945 freischaffend weiterhin in Berlin. 
Werke: u. a. die Opern "Genoveva" (als Funkoper im RS Berlin, 1936), 
"Das Buch der Liebe" (UA: Beuthen, 1/X1/42), "Der falsche Prinz"; 
Tanzspiel, Orchestersuite, Kammermusik, Orgelstücke, Chöre und Lieder. 


NSDAP seit 1/1/40, Nr. 7.383.621, auf Antrag vom 1/X11/39. NSBO und 
DAF. 
15. November 1933: 

In der Stunde der Nation "Anton Bruckner - Hugo Wolf" wirkt 
Ecklebe an der Weigle-Orgel mit (FSt. Berlin, 15/X1/339. 
Englandfanfare, unter Verwendung der Melodie "Das kann doch einen 
Seemann nicht erschüttern" von H. Niel, Für MK: A. Ecklebe. 

Tondokument - vom 21/V/40 - im DRA: 1870678-11. 

Ihr Wolken, ihr seid unser reisiger Troß, wir fliegen in sicherer Hut 
(T: Günter Lenning). Kriegslied [VB]. 


E 1376 





Textprobe (4. Strophe): 

"Wir tragen des Blitzes stählernen Speer, 
wir halten der Erde die Wacht. 
Wir sind der Lüfte brausendes Heer, 
mit Hussa und Ho durch die Nacht". 

In: 

Liederbuch der Luftwaffe (1939, 1940); Volksliedsingen im Schulfunk 13 

(September 1940). 

Information: DML, FA LdCh, RMLE. 


Eckner, Änne 


Wir deutsche J ugend: Aus unsrer Ahnen edlem Blut. "Freiheitslied". 
Textprobe (1. Strophe): 
"Aus uns'rer Ahnen edlem Blut 
haben ererbt wir kühnen Mut. 
Väter und Brüder im braunen Gewand 
kämpften stets mutig 
für urdeutsches Land. 
Für uns're Freiheit, für Ehre und Brot 
haben erlitten sie mutig den Tod. 
Was ihr mit Blut erkämpft uns habt, 
danken wir euch: Wir halten Wacht! 
Wir, deutsche Jugend!" 
In: 
Wir singen (1934). 
Waffen heraus!: Marschiert des Führers junge braune Schar. NS- 
Kampflied. 
Textprobe (5. Strophe): 
"Laßt weh'n das Hakenkreuzbanner voran, 
Sieg Heil! Sieg Heil! so rufet Mann für Mann! 
Wir kämpfen für die Zukunft 
uns'res Vaterlands: 
Seid all bereit, 
Waffen heraus zum Streit! 
In: 
Wir singen (1934). 
Erwacht, ihr Brüder!: Öst'reich'sche Brüder, der Feind ist im Lande! (T: 
onA) 
Textprobe (2. Strophe): 
"Treudeutsche Brüder im Süden und Osten, 
harrt mutig aus auf sturmumtobten Posten! 
Hakenkreuzbanner, leuchtend und rot, 
kündet auch euch bald Freiheit und Brot: 
Zersprengt die Ketten! Kämpft und 
macht euch frei 
aus roter Schmach und schwarzer Tyranneil!" 


E 1377 





In: 
Wir singen (1934). 
Gedenken zum 9. November 1923: Ihr braunen Sturmkolonnen, die 
Fahnen tief gesenkt (T: onA). 
Textprobe (2. Strophe): 
"Im Kampf um Deutschlands Freiheit, 
im Sturme mancher blieb; 
als Opfer der roten Meute, 
doch unser ward der Sieg!" 
In: 
Wir singen (1934). 


Edel, Götz-Gernot 


Bauer, komm mit: Herrlicher Sonnenschein leuchtet über das Deutsche 
Land (T: onA). NS-Werbelied. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Adolf Hitler, der Sieger, 
führt uns zum lichten Tag. 
Wollt ihr nicht mit uns, Brüder, 
aushol'n zum letzten Schlag?" 
In: 
Wir singen (1934) 


Edelhoff, Hinrich 
Lübeck, 7. Januar 1910 - Nettuno (Italien), 4. Februar 1944 (im 
Fronteinsatz gefallen). 
Dr. phil., Musikwissenschaftler, Schriftleiter und Musikschriftsteller in 
Lübeck, Musikreferent beim "Lübecker Generalanzeiger", seit 1939 in 
Flensburg bei den "Flensburger Nachrichten". Dann zur Wehrmacht 
einberufen. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.289.519, auf Antrag vom 23/V1/37. 
18. Mai 1933: 
"Hochverehrter Herr Reichsminister 

(...) Mit der überwiegenden Mehrzahl der deutschen Musiker, 
Musikkritiker und -Wissenschaftler stehe ich fest auf dem Boden der 
völkischen Erneuerungsbewegung und begrüße aus lauterem Herzen die 
schöpferische Tat unserer politischen Führer. Innerhalb dieser Bewegung 
nun möchte ich ein paar wesentliche Gesichtspunkte völkischer deutscher 
Musikkultur herausgreifen und die Fragen bezeichnen, die dadurch 
entstehen, daß man sie der tatsächlichen gegenwärtigen Situation 
gegenüberstellt. 

1. Der Musikerstand soll auf dem Boden des Deutschtums stehen. 
Dieser Forderung beugen wir uns selbstverständlich. Wir haben den 
schöpferischen Eingriff der Politik, der fremdstämmige und ausgesprochen 





E 1378 





marxistisch orientierte Musiker ihres führenden Einflusses beraubt, als 
einen notwendigen und folgerichtigen Akt der Politik verstanden und 
hingenommen. Es liegt uns fern, dagegen geltend zu machen, daß der 
Künstler >nur gut< zu sein brauche, wir verstehen, daß er gut sein muß 
in Bezug auf sein Volk. 

2. Die Kunst soll tendenzgebunden sein. Wir haben mit hoher Freude 
aus den vom dem verehrten Herrn Reichskanzler und von Ihnen, Herr 
Minister, gemachten Erklärungen entnommen, daß Sie es weit von sich 
weisen, die Musik zu einer gefügigen Dienerin der Politik zu machen. 
Vielmehr wollen Sie die Musik ihrem eigensten Wesen nach, nämlich als 
künstlerische Erhebung der Herzen, den großen Zielen der völkischen 
Erneuerung dienstbar machen. 

3. Die Tendenz der Musik soll sein volkliche Gebundenheit. Hier sind 
nun mannigfache Mißverständnisse an der Tagesordnung. Lassen Sie 
mich, bitte, an zwei Stellen auf sie hinweisen: bei der Pflege alter Musik 
durch die sog. >) ugendmusikbewegung< und bei der sich gewöhnlich als 
>Neue Musik< bezeichnenden modernsten Richtung in der deutschen 
Musik. Beide werden von nationalsozialistischen Kritikern im Allgemeinen 
abgelehnt oder doch sehr kritisch beurteilt. 

(...) Mit einem Worte: Wir Musiker moderner Prägung - Vertreter des 
jungen musikalischen Deutschlandes - begrüßen die schöpferische 
politische Tat unserer politischen Führer: Sie setzte an die Stelle des 
Individuums und der Masse, an die Stelle des Liberalismus die neue 
Totalität des Volkstums. Für diese Totalität aus ihrem innersten 
Verständnis heraus haben wir Musiker innerhalb der Musik bis heute 
gerungen. Heute fürchten wir erleben zu müssen, daß von einer 
unverständigen und der Sache nicht auf den Grund gehenden Haltung her 
gerade unsere Richtung in den Hintergrund gedrängt und in der Musik 
einem Liberalismus gehuldigt werden soll, dem entronnen zu sein wir nicht 
genügend dankbar sein können. (...)" (Edelhoff an Dr. Goebbels, 18/V/33. 
Quelle: BAR 55/ 1138. Blatt 26-27, 29). 

Das vierseitige Schreiben bezweckte über eine Solidaritätserklärung 
hinaus, dem Minister Anregungen für die künftige Musikpolitik zu 
unterbreiten; da diese an dessen eigene Ausführungen anknüpften, boten 
sie nichts Neues. Daß Edelhoff zur musikalischen Jugenderziehung 
ausgerechnet Hindemiths "Plöner Musiktag" empfahl, mußte das 
Mißtrauen von Dr. Goebbels wecken. 

Musikalische Wirklichkeit und nationaler Aufbruch ("Tägliche 
Rundschau" LII/130, 7/V1/33). 
Zitat: 

"(...) Denn jetzt ist nicht mehr zu befürchten, daß das Wagnis ins 
Uferlose führe. Ist doch dieses Wagnis in mannigfacher Weise 
gebunden! Und wenn wir freudig anerkennen, daß das >schöpferische 
Wagnis< unserer politischen Führer aus klarem Bewußtsein der 
Verantwortung heraus uns den Weg in eine neue Zeit eröffnete, so dürfen 
wir auch erwarten, daß der gewaltsamste Radikalismus in der Musik 
Verständnis findet, wenn er sich gebunden weiß an die Totalität der 
Nation. Und wenn dieser Radikalismus auftritt als ein bisweilen 


E 1372 





schrankenlos erscheinendes Experimentieren und >intellektualistisches< 
Spielen mit Formen, so müßte darin vielmehr der Wille gesehen werden, 
in einer Zeit, die eine Rechtfertigung ihrer gewaltsamen impulsiven 
Bewegungen aus der inneren Logik geistigen Tätigseins erwartet, die 
Antwort nicht schuldig zu bleiben. (...)". 

Ein optimistischer Versuch, das musikalisch Revolutionäre durch den 
politischen "Geist der Revolution" zu rechtfertigen und damit vor seinen 
"rechten" Gegnern zu retten. 


Edrich, August 
Pirmasens, 1. März 1898 - Rodalben, 11. November 1967. 
Betriebsleiter und Laienkomponist in Pirmasens, Stand 1937: in 
Wermelskirchen, ab 1940 in Rodalben/ Saarpfalz. 
Nach 1945 weiterhin in Rodalben, zuletzt i. R. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.680.472, auf Antrag vom 21/X/37. 
Lied onA, im August 1933 an Hitler eingesandt (Quelle: BAR 55/ 1161). 


Eei juch njem. Russische Volksüberlieferung. Titel: Wolgalied. 
In: 
Heijo, der Fahrwind weht (1933). 


Een bi'n annern Hand in Hand siehe: H. F. Micheelsen 


Eggert, Ernst 
Genthin, 18. Juni 1874 - ? 
Theater- und Kurkapellmeister und Komponist in Braunschweig, dann 
Magdeburg, Wohnung (1937, 1943): Pappelallee 16. 
Werke: u. a. Matrosenwalzer; Märsche, so "Bergheil". 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.725.374, auf Antrag vom 18/VIIl/37. Leiter der 
Fachschaft Komponisten in der Ortsmusikerschaft Magdeburg (RMK). 
Links - rechts - marsch! Marschpotpourri (Schles. FSt., 7/1X/33; DtldS/ 
RS Berlin, 3/V1/40) [HM]. 

Treue dem Führer! Marsch (RS Königsberg, 15/V1/35, aus Danzig). 
Stürmende Jugend. Bravourgalopp (1939; 1938 2. Preis beim 
Musikwettbewerb Bad Orb) [Hal. 

Information: FA. Kein Eintrag mehr im DMK 1942. Wegen 
Kriegsverlust der Einwohnerkartei konnte das Stadtarchiv Magdeburg (28/ 
1/98) Eggert nur aus dem Adreßbuch 1920 bis 1943 unter der obigen 
Adresse nachweisen. Das Ordnungsamt, Einwohnermeldeabteilung, 
Magdeburg (18/VIII/98) ließ wissen, zu Eggert seien keine Melde- und 
Archivunterlagen mehr vorhanden. 


E 1380 





Eggert, (Gustav Bernhard) Walter 
Raguhn/ Anhalt, 6. April 1893 - Heidelberg, 14. Oktober 1976. 

Dr. phil., Musikschriftsteller und künstler. Bühnenbeirat in Bayreuth, 
Dramaturg und Oberspielleiter am Harzer Bergtheater Thale, Dichter und 
Komponist, 1933 in Thale, dann Hannover, 1936 in Dessau, 1937 in 
Rostock, dann in Gehlsdorf/Mecklenburg, ab 1938 wieder in Rostock, hier 
dem Stadttheater angeschlossen, aber nicht engagiert, dann zur 
Wehrmacht einberufen. 

Nach 1945 zuletzt i. R. in Heidelberg. 


NSDAP seit 1/VI11/32, Nr. 1.255.923. 
Der Einsiedler vom Niedersee. Ostpreußisches Volksstück mit Musik 
(UA: Gumbinnen, 1937, vom Grenzlandtheater Tilsit). Instrumentation 
und Leitung: MM Willy Schmidt, MK des IR 22 Gumbinnen. 

Information: FA. Für die NSDAP-Zentralkarteikarte gab Eggert den 
Beruf "Intendant" an. Den Todesfall beurkundete das Standesamt 
Heidelberg, Nr. 2418/1976. 


Egidius, Heinz (Pseudonym) = Heinrich Halter 


Egk, Werner 

Auchsesheim bei Donauwörth/ Bayern, 17. Mai 1901 - Inning, 10. Juli 
1983. 
Sohn eines Lehrers, ursprünglich "Werner Josef Mayer", dann "Egk" mit 
amtlicher Bewilligung; Komponist und Dirigent, 1936-41 Kapellmeister an 
der Staatsoper Berlin. Anläßlich der Reichsmusiktage 1939 ehrt ihn Dr. 
Goebbels durch Kompositionsauftrag über 10. 000 RM. Die Stadt Frankfurt 
a. M. übernimmt 1941 die Schirmherrschaft über sein künstlerisches 
Schaffen. 1942 Beirat der STAGMA 

1945 zunächst auf der "Schwarzen Liste" der US-Militärregierung. 

Die Spruchkammer erklärte ihn am 17/X/47 für "nicht betroffen". 1949-52 
Direktor der Musikhochschule Berlin; 1950-72 Begründer und Präsident - 
dann Ehrenpräsident - des Dt. Komponistenverbandes. 1949-72 Mitglied, 
schließlich Vorsitzender des Aufsichtsrats der GEMA; Einzelmitglied und 
1969-71 Präsident des Dt. Musikrats. 1967 Ehrenbürger von 
Auchsesheim; 1969 Mitglied des Ausschusses für kulturelle 
Angelegenheiten der bundesdeutschen UNESCO-Kommission. 1970 Träger 
des Großen Verdienstkreuzes der BRD mit Stern, 1972 Kultureller 
Ehrenpreis der Stadt München (15.000 DM). 1976 Präsident der 
Internationalen Konföderation der Verwertungsgesellschaften der Autoren 
und Komponisten (CISAC). Mitglied der Bayer. Akademie der Künste, der 
Akademie der Künste Berlin sowie der Akademie der Künste der DDR. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. NSV seit 1938. Für das RMVP Gutachter der 
Reichsmusikprüfstelle; 1941 Leiter der Fachschaft Komponisten der RMK. 
1942 Delegierter des Ständigen Rates für die Internationale 


E 1381 





Zusammenarbeit der Komponisten. 


1926 
Standmusik in vier Sätzen. Für die Banda della Regia Marina der 
italienischen Marine im Kriegshafen La Spezia (1926-27). 
Das Orchester enthält ein Saxofonregister. 


1931 
Blasmusik Nr. 2 für Posaunen, Trompeten und Schlagzeug. 


1933 
27.)Januar 1933, Denunziation. 

Der aus dem späteren NSRSO hinausgeworfene Konzertmeister Willy 
Huebner teilt Rosenberg u. a. mit, Musiker des Orchesters hätten mit 
Einverständnis seines Leiters Franz Adam in Kaffeehäusern unter 
jüdischen Kapellmeistern und zumal "im jüdischen" Kammerorchester 
unter Egk gespielt (Quelle: BA NS 8/ 125. Blatt 122-127). 

Musik zu Bayerische Fahnen, Hörbild von Alfons von Czibulka für 
BlasOrch und MCh (BR, 19/V/33). 

Die Teile: Landsknechtsfahnen (Im Lager vor Bicocca 1522). - Max 
Emanuels Türkenfahne (München 1688). - Ehrlichsprechung (um 1740). - 
Der Tod des Junkers von Klingensperg (an einem Fluß in Schlesien 1807). 
- Das Sterben der bayerischen Fahnen (auf dem Rückzug aus Moskau 
1812). - Weltkriegsabenteuer einer Fahne. - Das ewige Reich (Gasthaus in 
einem oberbayerischen Ort am 1. Mai 1933). 

Musik zu Hölderlin, Hörbild von Veit Roßkopf (BR, 7/V1/33, als Stunde 
der Nation zum 90. Todestag Hölderlins; musikal. Leitung: W. Egk). 

Musik zu Das heimliche Reich, Hörwerk von A. J. Lippl (9/V111/33, RSdg 
außer Südfunk, Dgt. W. Egk). 

Der Chorklang im Hörspiel. Funkstudio, Manuskript und Leitung: W. 
Egk. Darin: Der Trommler, Märchen nach Grimm; Grabbe, "Don Juan und 
Faust" Beschwörungsszene (BR, 22/1X/33). 

Musik zu Der Trommler, deutsches Märchen nach den Gebrüdern 
Grimm. Einrichtung: W. Egk (1933; RS München, 14/V1/34). 

Musik gestern und heute ("Völkische Kultur" 1/10, Oktober 1933. S. 
208-211). 

Zitat: 

"(...) Eine zweite Gruppe von Komponisten, über deren Produktion 
das Todesurteil auf Grund ebensovieler falscher wie richtiger Indizien 
sowohl von den Reaktionären wie auch von dem größten Teil der Neuerer 
schon gesprochen ist, sind die Atonalen. Wenn diese Richtung auch in 
Deutschland nur sehr wenige Anhänger gefunden hat, so ist es doch nötig, 
sich mit ihr zu befassen, hauptsächlich im Interesse der Klärung der 
musikalischen Diskussion, aber auch um sehr aufschlußreiche 
Erkenntnisse zu gewinnen, die sich auf die Katastrophe des 
Individualismus beziehen. 

(...) Gemeinschaft setzt eine gemeinsame Weltanschauung voraus, 
die dann den musikalischen Stil bestimmen kann, aber umgekehrt geht 


E 1382 





das nicht. Es besteht aber die Möglichkeit, die instinktive Anknüpfung an 
die vorklassischen Formprinzipien als einen Parallelvorgang zu der 
politischen Ideenbildung der letzten Jahre zu deuten, und man kann 
hoffen, daß das neue Deutschland sich der Ergebnisse dieser Entwicklung 
bemächtigen wird, um sie von jeder Willkürlichkeit zu reinigen und sie zu 
einem brauchbaren Ausdrucksmittel für die sich ergebenden repräsentativ- 
kultischen Anlässe auszubilden und zu steigern" (S. 209, 210-211). 
Hörspielmusik ("Völkische Kultur" I/I11, November 1933. S. 277-278). 
Zitat: 

"(...) Einen entscheidenden Anteil an dieser letzten Entwicklung hat 
die Verlegung des Schwerpunktes innerhalb der neuen deutschen 
Hörspielproduktion vom bloßen Unterhaltungs- und Spannungsstück zum 
weltanschaulich gebundenen, ethisch bestimmten, gemeinschafts- und 
staatsbildenden Hörspiel. Diese Art des Hörspiels verlangt vom Musiker 
eine Eindeutigkeit der musikalischen Aussage und eine Geradlinigkeit des 
Stils, die aber keineswegs mit der Seichtheit der >populären< Musik 
verwechselt werden kann. Wenn der Hörspieldichter heute die Aufgabe 
hat, mit dem Einsatz seiner ganzen sittlichen Persönlichkeit die Ideen 
unserer Zeit zu einer unmittelbar beeinflussenden Gestaltung zu bringen, 
so fallt dem Hörspielkomponisten die Aufgabe zu, mit der gleichen 
Hingabe an das Werk und seine Forderung eine Musik zu schaffen, die 
fahig ist, diese Beeinflussung durch ein Vordringen bis zu den 
unmittelbaren Seelenkräften des Volkes zu steigern" (S. 277). 

Dies ist auch ein Selbstbekenntnis im Hinblick auf seine Arbeit mit 
dem Hörspiel. 

Musik zu Das große Totenspiel, Hörspiel von E. Wiechert (BR, 1/X1/33). 
Dezember 1933, Besprechung: 

"(...) Wohl das erste wirkliche Mysterienspiel, das der bayrische 
Rundfunk urgesendet hat, ist >Das große Totenspiel<. Der Dichter Ernst 
Wiechert setzt in herrlichen Worten Himmel und Erde in Beziehung. Mütter 
klagen Gott an um das nutzlose Opfer ihrer Söhne. Gott zeigt ihnen darauf 
das ewige Werden, Blühen und Vergehen. Bilder der Apokalypse werden 
lebendig. Werner Egk hat dazu eine Musik geschrieben, die ihre 
Höhepunkte in den Überleitungen und einigen Chören findet, im 
allgemeinen aber sehr zurückhaltend die Stimmungen untermalt. Ein 
Wiegenlied zieht sich in mütterlicher Weichheit durch das Stück. Höchst 
raffinierte Klänge in der originellen Instrumentierung lassen aufhorchen. 
An Erfindung hält es nicht ganz das Niveau seiner früheren 
Rundfunkwerke" (Oscar von Pander, München, in: "Die Musik" XXVI/3, 
Dezember 1933. S. 215). 

Musik zu Job der Deutsche, nationales Festspiel von K. Eggers (Köln, 
21/X1/33, Rheinische Spielgemeinschaft für nationale Festgestaltung; 
zugleich Werag als Stunde der Nation, mit dem verstärkten Kölner 
SinfonieOrch, Dgt. Bruno Weyersberg). 

Die Titelrolle spielte Eugen Klöpfer; Hans Niedecken-Gebhard war 
Spielleiter. 

Dezember 1933, Bericht: 

"(...) Werner Egk, ein sehr zeitbewußter, aggressiver Musiker, der 


E 1383 





seine Musik im Sinne einer neuen Konzentration der melodischen und 
rhythmischen Substanz mit Knappheit der Form und mit einer stählernen 
Diatonik im Harmonischen aufbaut. Es ist Egks Bekenntnis, daß >dieser 
Stil durch seine Klarheit, seine Aggressivität, seine seelische Dynamik und 
seine aktivistische Kraft das Volk, in dem er seine Wurzeln hat, packen 
und begeistern wird<. Das Werk ist, im ganzen gesehen, nur ein Beginn, 
aber ein zukunftsweisender Anfang. Das große nationale Festspiel, das 
hier erstrebt wird, kann sich nur in der hier eingeschlagenen Richtung 
weiterentwickeln" (Erich Dörlemann in: "Die Musik" XXV1/3, Dezember 
1933. S. 225). 


1934 
22. Januar 1934: 

Das fünfte Konzert der Woche junger deutscher Musik des KfdK 
München bietet das Oratorium "Columbus" von W. Egk. Mitwirkende: Orch 
des Konzertvereins, Dgt. W. Egk (Provenienz: Ulrich Blomann, mit Dank). 
Schulmusik ("Völkische Kultur" Il/2, Februar 1934. S. 85-86). 

Zitat: 

"Selten hat sich eine Zeit mit einer so starken Begeisterung zur 
Jugend bekannt und sich der Jugend bemächtigt wie die unsere. Die 
Fragen der Erziehung und der Bildung haben auf allen Gebieten eine 
gesteigerte Bedeutung erhalten. Die Schätze an Wert und Kraft, die noch 
unerschlossen im jugendlichen Organismus ruhen, müssen mit viel Einsatz 
und Einsicht gehoben und verwaltet werden. Wir Musiker stehen in dieser 
Hinsicht vor einer ebenso lockenden wie gewaltigen Aufgabe. Die gesamte 
Laien- und Jugendmusikbewegung der letzten Jahre war wohl vielleicht 
eine erste tastende Vorbereitung auf diese Aufgaben, die jetzt erst in ihrer 
Gesamtheit begriffen und gelöst werden können, aber das Bekenntnis zu 
unserer Zeit und zu unserer Gegenwart verlangt auch auf musikalischem 
Gebiet eine ganz andere Haltung als die der vielfach stark rückwärts 
gewandten Singkreise mit ihrer ästhetisch und weltanschaulich bedingten 
Hinneigung zum späten Mittelalter" (S. 85). 

Der Aufsatz enthält eine Empfehlung Carl Orffs und seines 
Schulwerkes. Deutlich ist andererseits, daß Egk das Motiv des Bemühens 
um die Jugend nicht durchschaut hat, nämlich kriegstaugliches "Kapital" 
zu gewinnen, nicht zuletzt mit Hilfe der Musik. 

Wege der Harmonik ("Völkische Kultur II/3, März 1934. S. 139-141). 
Zitat: 

"(...) Wagner (...). 

Er stellt den gewaltigen Endpunkt einer nicht an absolute, sondern 
an persönliche Maßstäbe gebundenen Epoche dar, und das mit einer Tiefe, 
einer Wucht und einer genialen Explosivität, die einer ganzen Generation 
nach ihm zum Verhängnis geworden ist. Und diese Generation nach 
Wagner ist die Generation vor uns, die keine Möglichkeit mehr sah, 
überhaupt noch sinnvoll zu beziehen und von einer tiefen und 
hoffnungslosen Skepsis erfüllt war. Diesem Verhängnis sind wir heute 
durch die entschiedene und entscheidende Rückkehr zu absoluten Werten, 
zu bewußter Lebensbejahung und zu klarer Verantwortlichkeit dem 


E 1384 





Ganzen gegenüber anstelle der versponnenen Bezogenheit auf das eigene 
Ich endgültig entronnen. Diese Einsicht vertieft das Verständnis dafür, daß 
die junge Generation einer gleitenden Chromatik und schillernden 
Enharmonik abgewandt, den Mitteln der Bezauberung und Berauschung 
entsagt hat, um sich einer einfacherer Sprache zu bedienen, die geeignet 
ist, willensbildend auf die neue Gemeinschaft zu wirken" (S. 141). 

Musik zu Der Tod und das kleine Mädchen, Hörspiel von Manfred 
Kyber (BR, 29/111/34). 

Musik zu Das kaiserliche Liebesgespräch, deutsches Weihespiel von 
Konrad Weiß (UrS: BR, 2/1V/34). 

Stoff ist eine Episode aus der Zeit Kaiser Heinrichs II. des "Heiligen" 
und seiner Gemahlin Kunigunde. 
7. April 1934: 

Die Münchener Philharmoniker mit Chören und Solisten, Dgt. Egk, 
bieten konzertant dessen "Columbus" für S, T, Bar, zwei Sprecher, Chor 
und Orch (UA). 

Die UA hatte tatsächlich am 22/1/34 beim KfdK stattgefunden. 
Programmpolitik ("Völkische Kultur" 11/6, Juni 1934. S. 279-280). 
Zitat: 

"...) Wir brauchen Werke, welche originale Gedanken 
in originaler Form darstellen und deshalb geeignet sind, 
dem großen Erbe der Vergangenheit den echten Beitrag 
der Gegenwart hinzuzufügen. Es ist zu fordern, daß 
diese Werke nicht vereinzelt und nicht an letzter Stelle 
aufgeführt werden, sondern an hervorragender Stelle in 
einer die Programme beherrschenden Form und Anzahl. 

(...) Man kämpfe überall den notwendigen Kampf gegen die im 
doppelten Sinn des Wortes zurückgebliebenen Naturen, die nach jedem 
Umsturz, dem doch die Umwandlung erst folgen soll, spontan verkünden: 
>Es ist erreicht<, um damit sich und die alten Standpunkte in die neue 
Zeit hinüberzuretten. Nichts ist gefährlicher als dieser unfruchtbare und 
aufdringliche Hurrakonservatismus, der dann am zufriedensten wäre, 
wenn sich noch einmal doch nichts geändert hätte. Man lasse sich nicht 
durch den Einwand beirren, daß es der unumstößliche Vorsatz und Wille 
des Publikums sei immer wieder das Altgewohnte zu hören" (S. 279, 280). 

Pfitzner und die deutsche J ugend ("Völkische Kultur" II1/9, September 
1934. S. 406). 

Egk kontrastiert Pfitzner als Exponenten der Vergangenheit gegen 
die Jugend, die sich u. a. an Hindemith orientiert. 

Gefahr und Hoffnung ("Völkische Kultur" II/12, Dezember 1934. S. 
559-562). 
Zitat: 

"(...) Die Gefahr, der die Generation damals zum Teil erlegen ist, 
bestand nicht darin, daß sie die Vergeistigung der Kunst wollte, sondern 
darin, daß sie in vielen Fällen über das Ziel hinaus in allzu abstrakte 
Regionen sich verlor. Dazu kommt, daß wie immer so auch damals eine 
große Anzahl von Mitläufern versuchte, die an sich gesunden Absichten 
der jungen Kunst und ihren ethischen Willen snobistisch zu verfälschen 


E 1385 





und eine >moderne< Konjunktur hervorzuzaubern. Die weithin sichtbaren 
außeren Zeichen des neuen Willens: Die Sprengung stagnierter Formen 
und die harmonische Ausweitung wurden von solchen Mitläufern zu einer 
revolutionären Tat in einem ganz bestimmten Sinn gestempelt. So 
entstand der künstlerische >Salonbolschewismus<, der die Schuld daran 
trägt, wenn heute die >Neue Musik< in vielen Köpfen als eine Art 
Kinderschreck existiert" (S. 560). 


1935 
März 1935, Effekte: 

"(...) vier italienische Lieder für eine hohe Stimme mit Orchester und 
>Georgica<, drei Bauernstücke für Orchester von dem Münchener 
Komponisten Werner Egk (...). 

Der gequälte Humor der beiden Erstaufführungen, auf längst 
abgewirtschafteten, atonalen Bezirken basierend und nur auf äußerliche 
Effekte zielend, wurde von dem größeren Teil der Zuhörerschaft mit Recht 
abgelehnt" (August Kruhm, Frankfurt a. M., in: "ZfM" CIl/3, März 1935. S. 
327). 

Diese beiden keineswegs "atonal" basierten Stücke Egks im 6. 
Freitagskonzert der Museumsgesellschaft ersetzten die angekündigte, 
aber nicht gespielte "Mathis"-Sinfonie von Hindemith. Vielleicht kam die 
Abfuhr für den untergeschobenen Egk ganz bewußt. 

Ende und Anfang ("Völkische Kultur" I11/4, April 1935. S. 178-180). 
Zitat: 

"(...) Die kurze Zeit der atonalen Konjunktur liegt ebenso hinter uns 
wie die der exzessiven Weimarer Scheindemokratie, und wenn, um auf 
den Anfang unserer Betrachtungen zurückzugreifen, die Hellenen mit ihrer 
Anschauung über die Musik recht hatten, so muß entsprechend dem 
gewaltigen geistigen und politischen Aufbruch auch in den Bezirken der 
Musik heute eine tiefgreifende Wandlung zu beobachten sein. Vor allem 
dürfte aus dem Gesagten hervorgehen, daß diese Entsprechung keinesfalls 
bei den späten, von Weltleidsstimmung erfüllten Nachzüglern der 
Romantik zu suchen sein kann. Wir sehen die Wendung zu einem Neuen, 
Kommenden vielmehr in einer überall, nicht nur in Deutschland, 
sichtbaren Abkehr vom Internationalismus und in der Hinneigung zu den 
nationalen Quellen der Musik. (...)" (S. 180). 

Die Zaubergeige (T: Ludwig Andersen = Ludwig Strecker). Oper 
(Frankfurt a. M., 22/V/35). 

Das Werk fußt auf dem Motiv "Der Jude im Dorn" aus der Sammlung 
der Brüder Grimm nach einem Puppenspiel des Grafen Franz von Pocci. 
Aus politischen Gründen lag der Stoff damals auf der Straße. Dies 
spiegelte sich in einer Polemik der "Nationalsozialistischen Briefe" IV/16, 
15/IX/28, also vor dem NS-Regime, unter dem Titel "Antisemit Kasperle" 
gegen die jüdische "Central-Vereins-Zeitung", 

Vgl. u. a. 

Oskar Seidat: "Fiedel und Galgen" Spiel nach Grimm (Leipzig, 
1933), laut "Das Volksspiel im Nationalsozialistischen Gemeinschaftsleben" 
(Hauptkulturamt in der RPL der NSDAP, o. J.): "Diese Bearbeitung (...) 


E 1386 





bewahrt die Gestalt des J uden als solche in scharfer Zeichnung und läßt 
ihr ein Geschick zuteil werden, wie es ein gesundes, artbewußtes 
Volksempfinden verlangt" (S. 107). 

Hans Grimm: "Der Zaubergeiger", Oper, UA: 1921, zwischen 1933 
und 1939 von 30 Bühnene nachgespielt. 

Franz von Pocci: "Die Zaubergeige", Märchendrama mit Musik von 
Christoph Dietrich (Potsdam, 1934). 

Heinz Ritter: "Der Jude im Dorn" nach Grimm (Waldhaus- 
Märchenspiele, 1934). 

"Die Zaubergeige" als Hörspiel nach Pocci (RS Stuttgart, 20/1/35). 

Walter Blachettas Laienspiel "Zaubergeige" zählte 1936 30.000 
verkaufte Exemplare. 

Franz Bauer: Bearbeitung nach Pocci für die Schul- und 
J ugendbühne (München, 1936) 

H. K. Langer: Puppenspieloper "Friedel mit der Fiedel" nach Grimm 
(Beuthen, 9/111/36). 

Kurt Riemann: "Der Jude im Dorn", Märchendrama mit Gesang und 
Tanz (4.-6. Tsd., Leipzig 1937). 

Opern von Hans Grimm ("Der Zaubergeiger") und Robert Boßhart 
("Die Zaubergeige"). 

E. Koller: "Der Jude im Dorn", Märchenspiel nach Grimm (RS 
München, 29/V/38). 

"Der Jud im Dorn", Stegreifspiel der HJ -Rundfunkspielschar 11 (RS 
Saarbrücken, 22/1/39). 

Hermann Schultze: "Der Jude im Dorn", Märchen-Kasperlespiel mit 
politischer Bedeutung = Heft 8 der Politischen Puppenspiele des 
Reichsinstituts für Puppenspiel (1940). 

"Der Jude im Dorn", Eine Reise ins Märchenland mit unseren 
Jungmädeln, Dgt. Sigrid von Hartmann (RS Danzig, 6/111/41). 

Die auffällige Häufung des Stoffs war nicht zuletzt politisch bedingt. 

In der ersten Saison - 1935/36 - fanden 104 Aufführungen der Oper 
von Egk statt, jedoch in Altenburg, Gotha, Karlsruhe, Schwerin und 
Wiesbaden nur je eine. 

Nach dem Stand August 1940 hatten bereits 36 Bühnen das Werk 
geboten, in den ersten drei Spielzeiten erreichte es 156 Aufführungen. 
25. Mai 1935: 

In der "DAZ" bespricht Robert Oboussier die "Zaubergeige" sehr 
positiv. 

Musik und Rasse. Buchrezension ("Völkische Kultur" I11/6, Juni 1935. S. 
284-286). 
Zitat: 

"(...) Die Anwendung des rassischen Prinzips schließt jene, dem 
Zwischenreich eigentümliche Beurteilung nach >Richtungen<, seien es 
>moderne< oder >reaktionäre<, vollkommen aus, sie verhindert, daß 
minderwertige oder gar fremdrassige Werke hochgelobt werden, nur weil 
sie durch >nationale< Stoffwahl künstlich getarnt sind, sie macht es 
ferner unmöglich, daß zukunftweisende Musik abgelehnt wird, weil 
ahnungslose Spezialisten auf die Kenntnis der rassischen Merkmale 


E 1387 





überhaupt keinen Wert legen. 

(...) Das Buch wird dem Laien wie dem Musiker viel Anregung 
bringen, es wird aber auch im Kampf um die >Bestimmung der Fronten< 
innerhalb der Musik der Zeit viel dazu beitragen können, daß kleinliche 
Gesichtspunkte der Einsicht in ganz große Zusammenhänge weichen 
müssen" (S. 284, 285). 

Diese Rezension von Eichenauers "Musik und Rasse", eine gänzlich 
unkritische Empfehlung, bezeichnet Egks Standort. 

Zwischenreich" = diffamierend für Weimarer Republik. 

31. August 1935: 

Fanfaren zum Reichsparteitag 1935, Nürnberg. 

Tondokument - vom 31/VI11/35 - im DRA: 62 U 2012/8. 

Ausführende: Mitglieder des RundfunkOrch München, Dgt. W. Egk. 

Falls der Reichsorganisationsleiter keinen Kompositionsauftrag 
erteilte, hat sein Musikreferent einen bereits existierenden Titel von Egk 
vorgeschlagen. Beides sind Indizien für das kulturpolitische Image des 
Komponisten schon 1935. Der Parteitag begann am 10. September. 

22. Oktober 1935: 

Das Opernhaus Köln inszeniert erstmals die Bayerischen Tanzbilder 
"Georgica" (Auf der Alm) von W. Egk. 

23. November 1935, Volksverbunden: 

"Er will nichts von den Radikalisten annehmen, er läßt sich noch viel 
weniger durch muffige Musikgemüter der Reaktion beeinflussen. 
Kompromißlos schafft er sich einen volksverbundenen, heimatbetonten 
Musikstil, der durchaus überzeitlich wirkt. Als feiner Instinktmusiker ist er 
sich bewußt, daß ein persönlicher Kompositionsstil nicht künstlich 
großzuzüchten ist, daß jede erklügelte Zeitkunst das Zeichen rascher 
Vergänglichkeit trägt, und ebenso der Epigonismus für die 
Weiterentwicklung der deutschen Musik nicht fruchtbar sein kann. Er 
verschreibt sich keiner Modeströmung, keiner Richtung, weil er alle 
Sensation in der Kunst haßt. Doch er hat ein offenes Ohr für die 
organische Weiterentwicklung der neuen Harmonik, für die notwendige 
Sprengung des veralteten Klangprinzips" (Hermann Rudolf Gail: Junge 
völkische Musiker - Werner Egk. "Die Musik-Woche" 111/47, 23/X1/35. S. 
11). 


1936 
All mein Gedanken, Fassung mit 2 Solostimmen und KammerOrch für 
den Schallplattenring der NSKG (1936). 
Pflicht zur Auslese ("Völkische Kultur" IV/1, Januar 1936. S. 31-33). 
Zitat: 

"(...) Auf jeden Fall ist schon viel erreicht, wenn man von vornherein 
alles ausscheidet, was die Tonsprache der spätromantischen, 
liberalistischen Epoche spricht, die ja ihre Entstehung der geistigen 
Haltung dieser Zeit verdankt. Untrügliche Kennzeichen dieser Tonsprache 
sind die Zerdehnung und Wucherung der symphonischen 
Entwicklungsvorgänge, eine ungesunde Chromatik, die spekulative 
Konstruktion aus gedanklich belasteten Motivteilen. Abzulehnen ist aber 


E 1388 





auch die Musik, die ausschließlich als Reaktionserscheinung auf die 
Spätromantik verständlich ist und deren Charakter hauptsächlich vom 
Motorischen und von der Vermeidung des klanglich Schönen her bestimmt 
ist. 

Ist die Ausscheidung aller jener Werke vollzogen, die auf keinen Fall 
aus einer inneren Beziehung zu den Triebkräften der Zeit entstanden sind, 
dann erst wird man zu den geeigneten Werken vorstoßen. Diese werden 
eine neue Haltung haben und eine neue Sprache sprechen und dadurch 
beweisen, daß sie ebenso weit entfernt sind von den zergrübelten, 
resignierten, quälenden oder sentimental-erotischen Zuständen, wie von 
einem künstlich gemachten >dionysischen< Pathos eines vergangenen 
Gehirnmenschentums, als sie wieder beginnen, aus dem gesunden und 
harmonischen Ebenmaß von Körper, Seele und Geist zu wirken. Für die 
Kunstmusik bedeutet das dieselbe fruchtbare Einheit von Rhythmus, 
Melodie und Klang, wie sie in einem einfachen und ursprünglich-naiven 
Sinn bei jeder Art von echter Volksmusik immer anzutreffen war und ist. 
Die Kraft der schöpferischen Persönlichkeit wird dieser Vorstellung zu 
einem gültigen Ausdruck verhelfen, und man wird überwältigt sein von der 
positiven Energie und der bewegenden Freude, welche die Kunst wieder 
auszuströmen vermag" (S. 32-33). 

6. Januar 1936: 

Das 5. Orchesterkonzert der Philharmon. Gesellschaft Bremen, Dot. 
Ernst Wendel, bietet - "zum ersten Male" - Egks Bauernstücke "Georgica". 
Februar 1936, Nachricht: 

"Der Schöpfer der erfolgreichen zeitgenössischen Oper >Die 
Zaubergeige<, Werner Egk, den der Führer mit der Schaffung der 
Orchestermusik für das Festspiel zur Olympiade betraut hatte, hat die 
Komposition bereits vollendet. Da man bei der Aufführung des Festspiels 
im Stadion kein Orchester spielen lassen kann, wird die Musik von 
Schallplatten mit Riesenlautsprechern über das große Gelände übertragen. 
Die Schallplattenaufnahme mit den Berliner Philharmonikern unter Leitung 
des Komponisten ist ebenfalls beendet. Die Komposition gliedert sich in 
eine Einleitungsmusik, die nicht von Schallplatten, sondern von zwei 
Bläserchören mit je 150 Bläsern dargebracht wird, eine Aufzugsmusik und 
drei große Tänze, die von Harald Kreuzberg und seiner achtzig Tänzer 
umfassenden Gruppe, Mary Wigman mit ebenfalls achtzig Tänzerinnen 
und Gret Palucca als Solotänzerin getanzt werden. An dem Festspiel, das 
den Titel >Sieg der J ugend< führt, wirken 10 000 Personen mit" ("ZfM" 
Cill/2, Februar 1936. S. 244). 

11. Februar 1937: 

Das "Berliner Tageblatt" Nr. 81 druckt eine Vorschau auf "Die 
Zaubergeige". 

15. Februar 1936: 

Die Berliner Staatsoper bietet erstmals Egks Oper "Die 
Zaubergeige". 

7. März 1936: 

"Werner Egk, dessen >Zaubergeige< zur Zeit in der Berliner 
Staatsoper aufgeführt wird, und der den Auftrag erhalten hat, die Musik 


E 1389 





für die Berliner Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele zu komponieren, 
kann einen Erfolg in Belgien verzeichnen, wo in Antwerpen sein Ballett 
>Der Weg< zur Aufführung gelangte. Der flämische Operndirektor 
Sterkens und der deutsche Oberspielleiter Mutzenbecher, das Ballettkorps 
der Oper und das Orchester haben sich um das Werk sehr verdient 
gemacht" ("Die Musik-Woche" IV/10, 7/111/36. S. 17). 

3. April 1936: 

Das Sinfonie- und Kurorchester Baden-Baden, Dgt. Egk, bietet ml. 
Internationalen zeitgenössischen Musikfest dessen Geigenmusik (UA). 

22. April 1936, Berufung: 

"Der Komponist der Oper >Die Zaubergeige<, Werner Egk, ist als 
Kapellmeister an die Berliner Staatsoper berufen worden. Werner Egk tritt 
mit Beginn der kommenden Spielzeit in den Verband der Staatsoper ein" 
(Kulturpolitische Rundschau. "Angriff" Nr. 94, 22/1V/36). 

28. April 1936: 

"Ich habe mich so sehr über Ihren so herzlichen Glückwunsch 
gefreut, dass ich Ihnen heute vor allem aufrichtigst dafür danken möchte. 
Besonders freue ich mich Sie im Mai anlässlich der Reichstheaterwoche 
hier begrüssen zu können. Vielleicht finden Sie sogar einmal eine freie 
Stunde sich in unsere bescheidene Hütte zu verirren, wenn Ihnen der 
Betrieb zu gross wird. 

Auf meine Berliner Tätigkeit freue ich mich ganz ausserordentlich. 
Ich persönlich fasse diese Berufung nicht als eine allein auf meine Person 
zu beziehende Auszeichnung auf, sondern als Anerkennung und 
Heranziehung der jungen Generation überhaupt" (Egk an RMVP, Dr. 
Schlösser, 28/1V/36. Quelle: BA R 55/ 20182. Blatt 280). 

Der Reichsdramaturg hatte Egk zur Berufung an die Staatsoper 
Berlin gratuliert. 

11. Juni 1936: 

"Komponist Malipiero. Macht guten Eindruck. Ob auch guter 
Musiker? Bezeichnet Werner Egk als kommenden Träger der olymp. 
Medaille für Musik. Wäre schön" (Goebbels Tagebuch II, Eintrag vom 
12/V1/36, S. 624). 

Neudeutscher Musikwille. Werner Egk, der Komponist der 
"Olympischen Festmusik" über den musikalischen Ausdruck unserer Zeit 
("Die Musik-Woche" IV/26, 27/V1/36). 

Zitat: 

"(...) Daher sollte in Zukunft alle Musik so beschaffen sein, daß man 
sie einer Kraft-durch-Freude-Veranstaltung spielen kann und sie hier von 
allen Volksgenossen als innerliche Erhebung, Beglückung und 
Bereicherung empfunden wird" (S. 11). 

Es handelt sich um die Zusammenfassung eines Interviews durch 
Hanns Meseke. 

Anderthalb Jahre danach bot Carl Schuricht Egks "Georgica" beim 
BPhÖ im "Kraft-durch-Freude"-Konzert vom 12/XII/37. 

Altius - citius - fortius. Olympiakantate (RSdg, 12/VII/36). 

Der Titel - "höher, schneller, stärker" - umriß durchaus auch ein 

ideologisches Programm. 


E 1390 





Olympische J ugend. Festspiel als Auftakt zu den Olympischen Spielen 
(UA: Berlin, 1/VIII/36). Die Sätze: Einzug der JÜünglinge - Walzer - 
Waffentanz - Totenklage - Hymne. 

Martha Graham und die Tänzer aus USA hatten ihre Teilnahme an 
den Tanzspielen wegen der antisemitischen Hetze des NS verweigert. 
Bericht I: 

"(...) zeigt das Festspiel in einer Reihe von Bildern gleichsam eine 
andere Linie der Leibeserziehung: Kindliche Reigenspiele führen zu den 
Tanzen und freudigen Ballspielen der Mädchen; die Knaben tummeln sich 
in härteren und ungebändigten Spielen und Wettkämpfen, - sie stählen 
sich darin zum höchsten Dienst am Volke, dem Einsatz von Leib und Leben 
im Kriege - hier symbolisch in einem >Waffentanz< dargestellt. Eine 
getanzte >Totenklage< der Frauen beweint die Gefallenen, aber in ihre 
Trauer tönen die versöhnenden Klänge der IX. Sinfonie von Beethoven. 

(...) Der Verfasser des Festspiels, Carl Diem, hatte als für das Ganze 
verantwortlichen Regisseur Dr. Niedecken-Gebhard hinzugezogen. Die 
Bewegungsregie für die ersten beiden Bilder - den Kinderreigen tanzten 
etwa 3000 Berliner Schulkinder, den Mädchenreigen 2500 - führte 
Dorothee Günther, die des >Waffentanzes< Harald Kreutzberg und der 
>Totenklage< Mary Wigmann. Zu den letztgenannten beiden Bildern 
schrieb Werner Egk die Musik (...)" (Wilhelm Twittenhoff: Musik bei den 
Olympischen Spielen. "Zeitschrift für Hausmusik" V/5-6, September- 
Dezember 1936. S. 214-215). 

Amtliche Quellen zählten 12 000 mitwirkende Kinder. 

8. August 1936: 

"(...) Es war übrigens schon seit längerem ein offenes Geheimnis, 
daß Egks >Olympische Festmusik< alle Anwartschaft auf einen ersten 
Preis hatte. (...)" (Alfred Burgartz: Musik-Olympiade 1936. "Die Musik- 
Woche" IV/32, 8/VIII/36. S. 3). 

Olympische Festmusik (UA: Berlin, 15/VI11/36; ausgezeichnet mit der 
Goldmedaille im Olympiawettbewerb). Die Sätze: Einzug der J ünglinge - 
Walzer - Waffentanz - Totenklage - Hymne. 

Tondokument - vom 15/VI11/36 - im DRA: 1931564-04. 

Ausführende: Bruno Kittelscher Chor, vereinigte Chöre der Dt. 
Singgemeinschaft Rudolf Lamy, Pankower Oratorienverein, Thomas- 
Kantorei, Erkscher MGV, Berliner Erk-)] ugendchor, NS-Frauenchor, 
Neuköllner LGV mit Bläsergruppe der Musikhochschule Berlin und dem 
BPhO, Dgt. selbst. 

Die Aufnahme dokumentiert die Sätze 2-4, der erste Satz fehlt.. 

Die sogenannte internationale Jury für den Musikwettbewerb der 
Olympiade bestand aus Heinz Ihlert, Max Trapp, Carl Diem, Yrjö Kilpinen 
(Finnland), Peter Raabe, Gian Francesco Malipiero (Italien) Georg 
Schumann, Gustav Havemann, Heinz Tiessen und dem RMK-Referenten 
Egenhardt Kalanke, also acht deutschen und zwei ausländischen 
Mitgliedern. Daß unter diesen Umständen die Goldmedaille an Egk fiel, 
war ein Automatismus 

Egk konkurrierte mit Jan Pesta, Jaroslav Kricka, Frantisek 
Koubek (CSR); Lino Liviabella, Renzo Massarani und Gian Luca Tocchi 


E 1391 





(Italien); Bunya Koh, Kosaku Yamada und Ito-Novol (Japan); Hans 
Luckasch, Norbert Sprongl und Karl Pilss (Österreich); Robert L. Sanders, 
Roy Harris und Quincy Porter (USA); A. A. Langeweg und Marius 
Monnikendam (Holland); Demetry Zebre (Jugoslawien); Marc-Cesar 
Scotto (Monaco). 

September 1936, Bericht: 

"(...) Hier zeigt sich Egk in ganz neuem Licht: ernst, gediegen, reif, 
tiefschürfend aus weihevoller Stimmung heraus. Eine eigene Note scheint 
mir aus seiner Symbolisierung der einzelnen Titel zu sprechen. Denn der 
>Einzug der JÜünglinge< ist kein >Marsch< in landläufigem Sinne, sondern 
eine Idealisierung des Marschbegriffes, kurz und knapp die Idee 
andeutend, die ein dithyrambischer J ubel umkleidet. Und sein 
>Waffentanz< ist eigentlich gar kein Tanz, sondern spürt der Idee des 
Tanzes nach, die sich aus einförmigen Rhythmen entwickelt. Dieser Teil 
wirkt aber doch stärker in Verbindung mit dem Tanz selbst. Auch war die 
erstmalig mitwirkende elektrische Vierling-Orgel im Klange etwas zu 
vordringlich. Eindrucksvoll ist die bewußt einförmige >Totenklage<s, die ihr 
Thema dem düsteren Englischhorn anvertraut, während die >Hymne< 
schlichte, wirkungsreiche Töne anschlägt" (Fritz Stege in: "ZfM" CII1/9, 
September 1936. S. 1114). 

21. Oktober 1936: 

In der Staatsoper Berlin leitet Egk die neuinszenierte Oper "Don 
Carlos" von Verdi. 

20. Dezember 1936: 

Egk leitet die zweite Aufführung seiner Oper "Die Zaubergeige" in 
vlämischer Sprache an der Kgl. Oper Antwerpen; Inszenierung: H. E. 
Mutzenbecher. Die EA am Vortag oblag Hendrik Diels. 


1937 

Vortrag über die Oper (Bochum, *April 1937, zur Woche junger 
Dramatiker der H)). 

Diese Reichstheatertage der HJ fanden vom 11. bis 18. April statt. 
Festliches Signal für Orch (RS Berlin/ RSdg, *1/V/37). 
Wir sind der Erde hartgebräunte Scharen! Funkfolge zum Lob des 
Bauernstandes. Mit Wortbeiträgen von H. Böhme, Karl Springenschmid, ]. 
Kneip, F. Oppenberg u. a. Musik: Werner Egk, Karl Schönherr u. a. (RS 
Frankfurt, 6/V111/37). 
29. Mai 1937: 

In der Staatsoper Berlin leitet Egk die EA von Rimsky-Korssakows 
Oper "Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch". 
22. September 1937: 

Chor und Orch des RS Frankfurt, Dgt. R. Merten, bieten Egks 
"Olympisches Festspiel". 
5. November 1937: 

Das 2. Symphoniekonzert der Weimarischen Staatskapelle, Dgt. P. 
Sixt, bietet die "Olympische Festmusik" von Egk. 
6. Dezember 1937: 

Die Münchener Philharmoniker, Dgt. Egk, bieten - erstmals - dessen 


E 1392 





"Olympische Festmusik". 
Mein Vaterland: Dir ist dein Haupt umkränzt mit tausendjährigem Ruhm 
(T: Klopstock). Hymne für einstimm. Chor und Orch (Göttingen, 1937, zur 
200-J ahrfeier der Universität; Recklinghausen und RS Köln, *21/1V/39). 
Klavierauszug: Hans Bergese [Sc]. 
Textprobe: 

"(...) - und gehest doch vor vielen Landen her. 

Früh hab ich mich dir geweiht, mein Vaterland! 

Ich muß die Laute nehmen, 

kann es nicht mehr verschweigen, 

was in der Seele mir glüht: 

Ich liebe dich mein Vaterland!" 
Bericht: 

"Werner Egks Komposition der Klopstockschen Hymne >Mein 
Vaterland<, die er mit der Göttinger Kantate nach Gedichten von Hölty im 
Auftrag der Stadt schrieb, erreicht nicht jene Unmittelbarkeit der Wirkung 
und des starken Eindrucks. Zum Teil ist es natürlich im Text begründet. 
Egk hat es sich aber viel leichter gemacht, der Gelegenheitscharakter 
haftet seiner Komposition viel stärker an. Es ist gekonnte Musik, sehr 
raffiniert instrumentiert (gestopfte Trompeten mit Flageolett, rhapsodische 
Führung des Solobasses, Josef v. Manowarda, über ausgehaltenen 
Akkorden), die musikalische Substanz ist geringer (...)" (Gustav Adolf 
Trumpff: Göttinger Händelfest und 200-J ahrfeier der Universität. "Die 
Musik" XXIX/11, August 1937. S. 796). 


1938 
5. März 1938: 

Die Münchener Philharmoniker, Dgt. H. Abendroth, bieten - erstmals 
- Egks (Göttinger) Kantate Natur - Liebe - Tod für Baß und 
KammerOrch. Solist: R. Watzke. 

Totenklage aus der Olympischen Festmusik (RS Frankfurt, *13/111/38, 
zum Heldengedenktag). 
*29. Mai 1938: 

Im 3. Sinfoniekonzert der Reichsmusiktage Düsseldorf bietet das 
Städtische Orch, Dgt. H. Balzer, Egks "Natur - Liebe - Tod". Solist: R. 
Watzke (Baß). 

Einführung: 

"Die reine und anspruchslose Empfindsamkeit des Göttinger >Hain< 
- jenes berühmt gewordenen literarischen Studentenbundes, der so reiche 
künstlerische Auswirkungen fand - wird aus Gedichten des 
frühverstorbenen Hölty in dieser kleinen Kantate Egks eingefangen. In den 
vier Liedern für eine Baßstimme mit kleinem Orchester sind Natur und 
Leben im kleinen Kreis beschaulich besungen. Die melodische Führung der 
Gesangslinie ist im Rhythmus wie in den klaren, oft sehr weiten 
Intervallschritten überaus plastisch gestaltet. Glücklich illustriert die 
instrumentale Erfindung das einzelne Bild: so charakterisiert beharrliche 
Tonwiederholung im Winterlied >In Silberhüllen eingeschleiert steht jetzt 
der Baum< die frosterstarrte Natur; ein Oboen-Duett leitet das Stück 


E 1393 





>Die Nachtigall< mit beweglichem Vogelschlag ein. Das Totengräberlied 
>Grabe, Spaten, grabe< und das Schlußstück >Ihr Freunde, hänget, 
wenn ich gestorben bin, die kleine Harfe hinter dem Altar auf< sind als 
Gedichte wie musikalisch von der zarten Wehmut erfüllt, die als eine der 
wesentlichen Eigenschaften der frühen deutschen literarischen Romantik 
bezeichnet werden muß" (Werner Karthaus: Werner Egk. Programmheft 
der Reichsmusiktage 1938). 

12. Oktober 1938: 

O. Kabasta leitet die Wiener Symphoniker in der EA von Egks 
"Olympischer Festmusik". 

2. November 1938: 

Bei einem vom RMVP, Abt. Kulturpresse, veranstalteten Treffen 
zwischen Berliner Kunstbetrachtern und Musikschaffenden gibt W. Egk 
eine Einführung in seine neue Oper "Peer Gynt". 

16. November 1938: 

Unter dem Titel "Der nordische >Faust< auf der Opernbühne" bringt 
der "VB" Nord Nr. 320 ein Gespräch Egks über seine neue Oper "Peer 
Gynt" mit Schriftleiter Hermann Killer. 

Peer Gynt. Oper auf eigenen Text (UA: Berlin, 24/X1/38). Das Werk ist 
Heinz Tietjen, Generalintendant der Berliner Staatsoper, gewidmet. 

Laut Verlagsannonce im Herbst 1939 für Staatsoper Berlin, 
Düsseldorf, Darmstadt, Erfurt, Krefeld, Dresden, Gera, Osnabrück, 
Freiburg i. Br., Heilbronn und Essen abgeschlossen; nach dem Stand 
August 1940 hatten 19 Bühnen das Werk übernommen, demnächst auch 
Frankfurt a. M., Halle, Preßburg, Schwerin und Hamburg. 

Noch offen ist, wie weit der Bavaria-Film "Peer Gynt" (UA: 
17/X1II/34) Idee oder Anregung für die Oper mit sich trug. 

26. November 1938: 

Im "Berliner Tageblatt" Nr. 558/559 erscheint ein lobender 
Uraufführungsbericht über "Peer Gynt". 

27. November 1938, Vorbehalt: 

"(...) Die Ehrlichkeit dieser Kunstanschauung steht über jedem 
Zweifel; sie ist jedoch nicht unproblematisch; denn die musikalischen 
Mittel erinnern zum guten Teil an die Intellektkunst einer vergangenen 
Epoche. Die >Rücksichtslosigkeit der Formulierungen<, die Egk in seiner 
Textfassung beabsichtigte, erscheint in der Musik mit eindeutiger 
Folgerichtigkeit weitergeführt. Gewiß, Jazz-, Kabarett- und Song- 
Elemente, Dissonanzhäufungen, Synkopenrhythmik und ähnliches dienen 
hierim wesentlichen zur Charakterisierung des 
Trollreiches, der Verkörperung des Niedrigen und 
Gemeinen. Aber da die Lyrik andererseits auffällig kurz gehalten wird, 
da für die höhere Sphäre der Solveigwelt nur sparsame musikalische 
Mittel eingesetzt sind, meist unter Verzicht auf blühende Melodik, liegt für 
den nicht genau mit den künstlerischen Absichten des Autors vertrauten 
Hörer die Gefahr der Mißdeutung nahe, zumal Egk gerade in den 
Trollszenen alle Register seiner Kunst zieht. (...)" (Hermann Killer: Werner 
Egks "Peer Gynt". "VB" Nord, Nr. 331, 27/X1/38). 


E 1394 





28. November 1938: 

"Der Führer" X11/328, Karlsruhe, bringt unter dem Titel ">Peer 
Gynt< als Oper" eine hymnische Besprechung von Karl Kuen. 

Dezember 1938, Kontroverse: 

"Mag man Egk auch ohne weiteres die Berechtigung seiner 
Anschauung zubilligen, die eine Volkskunst mit hohen geistigen 
Ansprüchen will - die Musik des >Peer Gynt< liegt auf einer Ebene, zu der 
wir keinen Zugang finden, wenn es uns wirklich um eine Kunst geht, die, 
mag sie anspruchsvoll oder anspruchslos sein, das Herz des Volkes 
anrühren soll. Artistik allein genügt nicht, um die seelische Erschütterung 
auszulösen, die eine >Peer-Gynt<-Oper auslösen muß, wenn anders sie 
ihrem Titel und dem darin beschlossenen nordischen Wesensgehalt 
gerecht werden will. Szenen etwa wie das mit wahren Höllenklängen 
illustrierte Unterweltskabarett mit der auf Balletteusenbeinen 
daherhüpfenden Kuh Kitty und dem Ziegenbock Kid oder wie die aus Peers 
enttäuschter Sexualgier entstandene Wedekind-Vision mit der Dressur der 
fünf >Männchen< können nur schwer mit der dramatischen Idee des 
Werkes in Einklang gebracht werden. Sie müssen auf den nicht 
genauestens eingeweihten Hörer als Selbstzweck wirken" (Hermann Killer: 
Werner Egks "Peer Gynt" und die Kunstbetrachtung. "Die Musik" XXX1l/3, 
Dezember 1938. S. 198). 

17. Dezember 1938: 

Unter dem Titel "Werner Egks >Peer Gynt< in der Staatsoper" bringt 
"Die Musik-Woche" VI/51, S. 792-793, eine lobende Besprechung von 
Ernst Krienitz. 


1939 
Januar 1939: 

(1) 

Noch einmal: 

"(...) Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß Egk erst bei 
den orgiastischen Klängen der Höllenwelt richtig aus sich herausgeht. Da 
charakterisiert er treffend, aber gleichzeitig werden peinliche Erinnerungen 
an eine versunkene und von uns überwundene Epoche der deutschen 
Musik wach. Die wenigen Partien des Werkes, in denen der Komponist 
echte Herzenstöne anschlagen will, werden von den andersgearteten 
Teilen erdrückt und überwuchert. 

(...) Liegt es im Interesse unserer Kulturpolitik, gegen diesen 
veroperten >Peer Gynt< vorzugehen? Die Verneinung dieser Frage ergibt 
sich ohne weiteres aus der oft bewiesenen Großzügigkeit unserer 
Kunstführung. Der Anlaß ist einfach nicht wichtig genug für eine erregte 
Diskussion. Das Experiment als solches darf im Interesse einer 
organischen Kunstentwicklung nicht ausgeschaltet werden" (Herbert 
Gerigk: Musikpolitische Umschau. Abgeschlossen am 16/X11/38. "NS- 
Monatshefte" X/106, Januar 1939. S. 87). 

Der meist gut informierte Gerigk baut bereits vor. 

(2) 

Unter dem Titel ">Peer Gynt< als Oper" bringt "Der Musikerzieher" 


E 1395 





XXXV/4, S. 88-89, eine durchaus lobende Besprechung von Heinz 
Joachim. 
1. Februar 1939, Höchstes Lob: 

"Abends mit dem Führer in der Staatsoper. Werner Egk >Peer 
Gynt<. Wir gehen beide mit starkem Argwohn hin (...). 

Egk ist ein ganz großes, originales Talent. Geht eigene und auch 
eigenwillige Wege. Knüpft an niemanden und nichts an. Aber er kann 
Musik machen. Ich bin ganz begeistert und der Führer auch. Eine 
Neuentdeckung für uns beide. Den Namen muß man sich merken" 
(Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 1/11/39. S. 567). 

Aufmerksam gemacht durch die Verrisse des Rosenberg-Flügels, 
besuchte Hitler am 31. Januar 1939 die Staatsoper zur sechsten 
Aufführung und ließ sich Egk vorstellen. Egk leugnete später Empfang und 
Gespräch mit Hitler. Tonband mit dem Zeugnis des damals anwesenden 
Regierungsrats von Borries, Musikabteilung des RMVP, der danebenstand, 
im AP. 

Dem "Führer" gefiel die Oper; deswegen erschien sie nicht nur bei 
den Reichsmusiktagen in Düsseldorf am 19/V/39 in einer Inszenierung 
des Stadttheaters, sondern auch in Dresden (1939-40), Darmstadt 
(1940), Osnabrück (1940), Halle (1941), Prag (1941, in tschechischer 
Sprache), Frankfurt a. M. (1941), Dresden (1942), Essen (1942), Paris 
(1943, in Französisch) und war für die Saison 1943/44 für Gera 
angekündigt. 

12. Februar 1939: 

Bei einem heiteren Konzert zugunsten der Künstlerhilfe im Haus der 
Flieger in Berlin unter Schirmherrschaft von Emmy und Hermann Göring 
und in deren Beisein erklingen u. a. Egks Variationen über ein altes Wiener 
Strophenlied für Koloratursopran und Orchester. Solistin: Erna Berger. 

5. April 1939, Ankündigung: 

"(...) gelangt im Reichssender Leipzig ein Weihespiel um die 
Reichsinsignien >Die hohen Zeichen< zur Ursendung. Es wurde von Josef 
Weinheber im Auftrage des Senders geschaffen. Weinheber schreibt zu 
seinem Weihespiel: Die Dichtung zerfällt in drei Teile. Der erste Teil ist 
eine Personifikation der einzelnen Teile der Insignien, die sich, indem sie 
selber sprechen, gleichzeitig beschreiben und ihre Bedeutung darlegen: 
Krone - Hoheit, Schwert - Stärke, Szepter - Rechtsgewalt, Mantel - 
Zusammenfassung der Teile usw. Es spricht vorerst jedes Stück für sich, 
sodann sprechen die Stücke chorisch ihren Emblemsinn aus. Der zweite 
breiteste Teil bringt in blitzartigen Bildern Wesentliches und Interessantes 
aus der Geschichte der Insignien bis zu ihrer Rückbringung nach Nürnberg 
anläßlich der Rückkehr der Ostmark ins Reich. Diese Bilder sind als 
winzige Dramoletts gearbeitet, mit knappen Dialogszenen, zwischen denen 
der Ansager Zeit und Ort im Passionsspiel-Stil angibt. Der dritte Teil, 
wieder im hohen Sprachstil, ist als Apotheose der endlich vollzogenen 
Einheit des Reiches und des Mannes zu verstehen, der sie schuf. Die 
Reichslegitimität ist dort, wo die Reichsignien sind. Nun brauchen die 
Insignien nicht mehr zu wandern, auch nicht mehr kopiert zu werden 
(Aachen), weil die Gegenkräfte, die im zweiten Teil sichtbar werden - 


E 1396 





Streit der kleinen Herren, Rom, Hauspolitik - überwunden sind. Die Musik 
zu diesem Weihespiel hat Werner Egk geschrieben, der bei der Aufführung 
auch die musikalische Leitung haben wird" (Ein Weihespiel von Josef 
Weinheber. "Tagespost" LXXV/79, Linz, 5/1V/39). 

Das Spiel war zunächst zur Sendung am Vorabend von Hitlers 
Geburtstag verheißen. 

Gedanken junger Musiker: Werner Egk ("Wille und Macht", Heft 8, 15/ 
IV/39. S. 17-19). 

Zitat: 

"Volkstümlichkeit. 

In den letzten Jahren hat man diesen Begriff fast zum Schlagwort 
gemacht und ihn oft so sehr mißverstanden, daß man unter seinem 
Schutz selbst Plattheit, Dilettantismus und Niveaulosigkeit als Kunst zu 
propagieren versuchte. Es ist an der Zeit, diesem Begriff seine 
ursprüngliche und tiefe Bedeutung wiederzugeben und eine besonders 
scharfe Unterscheidung zwischen dem zu machen, was nichts weiter als 
populär sein will und zwischen dem, was volkstümlich ist, ohne daß es von 
vornherein auch populär zu sein braucht. Die Werke, welche vor allem mit 
der Absicht geschaffen sind, eine möglichst breite Masse zu unterhalten, 
und die dieses Ziel dadurch zu erreichen suchen, daß sie von ihrem 
Publikum keinerlei geistige Voraussetzung, Anstrengung oder Mitarbeit 
verlangen, die Werke haben weder mit Kunst noch mit Volkstum etwas zu 
tun. Volkstümlichkeit ist nicht das Ergebnis einer 
Bemühung, Anstrengung und Absicht, sondern eine 
notwendige Folge der Wesensart des Schaffenden" (S. 
18-19). 

Musik zu Die hohen Zeichen, Weihespiel von J. Weinheber (UrS: RS 
Leipzig, *20/1V/39, Gr. Leipziger RundfunkOrch, Dgt. W. Egk). Die Teile: 1. 
Die hohen Zeichen. - 2. Der hohen Zeichen Wanderschaft (1. Bild: Im 
Jahre 800. Karl der Große in Rom. - 2. Bild: Im Jahre 955. Die Schlacht 
auf dem Lechfelde. - 3. Bild: Im Jahre 1920 in Wien). - 3. Die neuen 
Zeichen. 

Siehe: Weinheber. Die hohen Zeichen ("Leipziger Tageszeitung" Nr. 112, 
22/1V/39. S. 10). 
19. Mai 1939: 

Zu den Reichsmusiktagen in Düsseldorf findet die EA von Egks Oper 
"Peer Gynt" statt. 

Mai 1939: 

Unter dem Titel "Peer Gynt als Oper?" bringt "Die Literatur" XLI/5, 
S. 297-299, eine sehr positive Besprechung von Paul G. Dippel. 

21. Mai 1939: 

Unter dem Titel "Egks >Peer Gynt< im Düsseldorfer Opernhaus" 
bringt der "VB" Nord, Nr. 141, eine sehr positive Besprechung von 
Friedrich W. Herzog. 

22. Mai 1939: 

Unter dem Titel "Reichsmusiktage Düsseldorf: Der Triumph Werner 
Egks" bringt "Der Führer" XI11/140, Karlsruhe, eine sehr positive 
Besprechung von Friedrich W. Herzog. 


E 1397 





J uni 1939: 

"(...) Werner Egks freie Umgestaltung des Ibsenschen >Peer Gynt<, 
ein virtuos hingelegtes, effektvolles Bühnenstück, das trotz einiger 
berechtigter Einwände, die gegen seine technischen Mittel und gegen die 
Umwertung der Dichtung erhoben worden sind, dem meisten überlegen 
ist, was heute überhaupt an Neuem auf der Opernbühne erscheint. Werner 
Egk gehörte deshalb mit Recht zu jenen Komponisten, denen anläßlich der 
kulturpolitischen Schlußkundgebung zu den Reichsmusiktagen von 
Reichsminister Dr. Goebbels ein Kompositionsauftrag (10 000 Mark) erteilt 
wurde (...)" (R. Litterscheid: Die Reichsmusiktage 1939 in Düsseldorf. "Die 
Musik" XXXI/9, Juni 1939. S. 623). 

5. Juli 1939, Baumeister: 

"Egk steht heute im 39. Lebensjahr und gehört zu denen, die darum 
die eigentlichen Baumeister der musikalischen Zukunft sind, weil sie als 
schöpferische Gegenwartsmenschen ihre Werkleute sind. 

(...) Werner Egk gehört, neben Carl Orff, zu jenen Musikern der 
neuen Generation, die den freiesten, ja den kühnsten geistigen Mut zu 
neuer Musik nicht bloß in Worten äußern, sondern vor allem durch ihr 
Werk erfüllen. Egk ist einer der leidenschaftlichsten Bekämpfer eines jeden 
>Als ob<. Wahrhaftigkeit ist der Ursprung und der Sinn seiner Kunst. Sie 
machte ihn bereit und reif, die Forderung zu erfüllen, die er selbst einmal 
vor Jahren in einem programmatischen Aufsatz aussprach: >Wir brauchen 
Werke, welche originale Gedanken in originaler Form darstellen und 
deshalb geeignet sind, dem großen Erbe der Vergangenheit den echten 
Beitrag der Gegenwart hinzuzufügen<" (Otto Oster: Der Musiker Werner 
Egk. "Kölnische Zeitung", 5/V11/39). 

17. November 1939: 
Die Staatsoper Dresden bietet Egks Oper "Peer Gynt", Dgt. W. Egk. 


1940 

Der MV Schotts Söhne in Mainz kündigt als demnächst erscheinend 
eine neue Oper von W. Egk an, Titel: "Der König von Sevilla" ("Deutsche 
Theater-Zeitung" Nr. 43, 1940. S. 3). 

Joan von Zarissa. Burgundische Tragödie für die Tanzbühne (UA: 
Staatsoper Berlin, 20/1/40; Paris, 10/VI1/42). 

Im Herbst 1939 verwies der Verlag auf Abschlüsse für Düsseldorf 
und Chemnitz. 
22. Januar 1940: 

In der "DAZ" Nr. 38 berichtet Robert Oboussier sehr lobend über 
"Joan von Zarissa". 

21. Februar 1940: 

"Der Führer beklagt sich über Werner Egk, der immer so abwegige 
Librettos komponiert. Gute Dichter geben sich im Allgemeinen für 
Librettos nicht her. Da erntet ja doch der Komponist der Hauptruhm" 
(Goebbels Tagebuch IV, Eintrag vom 22/11/40. S. 51). 

Oktober 1940: 

"(...) Ich bin tief davon überzeugt, daß es unser Volk viel ärmer 

machen würde, wenn zwar auf den zahllosen Tanzböden, in den Bars, auf 


E 1398 





den Rheindampfern, in Biergärten, Seebädern, Varietes und Zirkuszelten 
weiter musiziert würde, aber die im Vergleich dazu wenigen Stätten 
ernster Musik verstummen müßten! (Spontaner, starker Beifall.) Der 
Gradmesser für die Lebenskraft eines Volkes ist sein Kulturbedürfnis und 
seine Kulturfähigkeit! Ich hielte es für keinen Zufall, wenn England heute 
zugrunde gehen müßte. England, das zwar technisch einwandfrei 
gekonnte, virtuose Unterhaltungsmusik, blendende Revuen, glänzende 
Unterhaltungs- und Detektivromane hervorgebracht hat und hervorbringt, 
der Welt aber seit geraumer Zeit nicht einen großen Dichter, nicht einen 
großen Baumeister und nicht einen großen Komponisten mehr schenken 
konnte, denn ein Volk ohne Kultur ist zum Tode verurteilt" (Egks Beitrag 
zur kulturpolitischen Kundgebung beim Kriegstreffen der deutschen 
Komponisten auf Schloß Burg und in Remscheid vom 26. bis 28. Oktober 
1940. "Mitteilungen der Fachschaft Komponisten in der 
Reichsmusikkammer". November 1940. S. 12; Provenienz: Ulrich 
Blomann, mit Dank). 

Dies ist die Argumentation eines NS-Propagandisten; abgesehen 
vom schwammig-unobjektiven Ausdruck "groß", verwechselt er Staat und 
Volk und verschweigt, daß durchaus Nationen ohne "große Musik" 
existierten. Solche Verachtung britischer Kultur war kriegsbedingt. Egk 
wußte natürlich, daß weltberühmte englische Autoren seine Zeitgenossen 
waren, u. a. Shaw, Aldous Huxley, James Joyce, Graham Greene, John 
Galsworthy, Daphne du Maurier; ebensowenig arm war die britische 
Konzertmusik... 

Weihnachten 1940: 

H. F. Blunck notiert, er habe seine "Balladen und Gedichte" an Egk 
gesandt (Quelle: Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek Kiel, NL 
Blunck). 


1941 
6. Januar 1941: 

Das 5. Philharmon. Konzert der Stadt Breslau, Dgt. Ph. Wüst, bietet 
- erstmals - "Georgica" von Egk. 

12. Januar 1941: 

Die Wochenzeitung "Das Reich" bringt einen Artikel von Egon Vietta 
über "Joan von Zarissa. Egks Burgundische Tragödie in der Hamburgischen 
Staatsoper". 

Im Gegensatz zur Berliner Premiere handelte es sich um eine 
ungekürzte Aufführung. 

Musik zu Jungens, Ufa-Film nach dem Roman "Die 13 Jungen vom 
Dünendorf" von Horst Kerutt, zus. mit L. Preiss, Regie R. A. Stemmle (UA: 
2/V/41). 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 

Der Film schildert die politische Bewußtwerdung von Dorfjungen im 
NS-Sinn unter Einfluß eines Lehrers. 

Der Streifen hatte gutes Echo; selbst in der Rundfunkzeitschrift 
"Westfunk" XVI/18, 27/IV/41. 

Mai 1941, Bericht: 
"(...) Jungens der Adolf Hitler-Schule in Sonthofen tragen den von 


E 1399 





Stemmle zwar liebevoll inszenierten, in einem Dünendorf spielenden Film 
>) ungens<, in dem die Wandlung des von einem asozialen Gastwirt 
niedergehaltenen Dorfes durch einen idealistischen Lehrer und HJ-Führer 
überzeugend und spannend dargestellt wird, bei dem aber zweifellos der 
gute Wille größer war als das fertige Werk erkennen läßt. Die Jungens 
packen ihre Aufgabe großartig an. 

(...) Der Film zeichnet sich durch eine sehr ernsthafte Musik des 
Meisters Werner Egk (...) aus" (Hans Spielhofer: Filme des Monats. "Der 
Deutsche Film" V/11-12, Mai-) uni 1941. S. 236). 

Fahren wir! Die Fahne weht voran (T: Hans Fritz Beckmann). Marsch 
der deutschen Jugend, aus "Jungens". 

Tondokument - vom 2/XI1/40 - im DRA: 1570013-12. 

Ausführende: MK des Wach-Btl. Berlin, Dgt. G. Grosch. 
Musikdrama - Musizieroper - Volksoper? Anmerkungen zum Problem 
des zeitgenössischen Opernschaffens ("Die Musik-Woche" IX/24, 21/VI1/41. 
S. 229-230). 

28. Juni 1941, Nachricht: 

"Der Leiter der Fachschaft Komponisten (...), Prof. Dr. h. c. Paul 
Graener, hat aus Gesundheitsrücksichten um Entbindung von seinem 
Amte gebeten. Reichsminister Dr. Goebbels hat seiner Bitte unter 
wärmster Anerkennung für die von Prof. Graener geleistete Arbeit 
entsprochen und ihn erneut in seinem Amt als Vizepräsident der 
Reichsmusikkammer bestätigt. 

Zum Leiter der Fachschaft Komponisten hat Reichsminister Dr. 
Goebbels den Komponisten Werner Egk ernannt" (Werner Egk - Leiter der 
Fachschaft Komponisten. "DMMZ" LXI11/26, 26/VI/41. S. 307). 

11. Juli 1941, Amtseinführung: 

"Reichskulturwalter Ministerialdirigent Hans Hinkel, 
Generalsekretär der eben durch eine neue Geschäftsführung straffer 
organisierten Reichskulturkammer, stellte der Fachschaft Komponisten 
ihren neuen Leiter, Werner Egk, vor. Er dankte dabei Paul Graener, dem 
bisherigen Obmann der Komponisten, und gab der Erwartung Ausdruck, 
daß mit Egk eine neue Epoche berufsständischer Arbeit anheben werde. 
Zum Stellvertreter Egks wurde Franz Grote ernannt, der aus dem Lager 
der Unterhaltungsmusik kommt. Man kennt diesen 33 Jahre alten Berliner 
Komponisten, der übrigens auch ernste Werke geschrieben hat, vor allem 
von der Musik zu den Filmen >Achtung, Feind hört mit<, >Rosen in Tirol< 
und >Schwedische Nachtigall<. In der Geschäftsführung der Fachschaft 
verbleiben wie bisher Hugo Rasch und Theodor O. Seeger. 

Der Präsident der Reichsmusikkammer, Prof Dr. Peter Raabe, 
begrüßte in einer von humorvoller Skepsis gewürzten Ansprache den 
neuen Fachschaftsleiter und deutete auf einige seiner Zukunftsaufgaben. 
Eine der wichtigsten ist die Erziehung der breiten Schichten unseres 
Volkes zur wertvollen Musik. Wertvoll aber bedeute keinesfalls den 
Verzicht auf >Keßheit<. 

Werner Egk legte vor der Versammlung das Versprechen ab, mit 
allen Kräften den Interessen seines Standes zu dienen, deren Mitglieder 
mehr als bisher mit musikpolitischen Lebensfragen bekanntgemacht 


E 1400 





werden müßten. Der Riß zwischen ernster und unterhaltender Musik 
würde sich von selbst schließen, wenn hier wie dort das richtige 
Verantwortlichkeitsgefühl vor den hohen Werten der deutschen Kultur 
Platz greife. Nicht der nachgestaltende Künstler, der Virtuose, sondern das 
Werk und sein Schöpfer hätten im Vordergrunde zu stehen. Im Kampf 
gegen Kulturpessimisten, die die Meinung vertreten, daß mit Strauß und 
Reger die große Zeit der deutschen Tonkunst vorüber sei, könne die 
Presse wertvolle Hilfe leisten. Der Jugend gehöre die Zukunft, und die 
jungen deutschen Komponisten würden zeigen, daß sie des großen 
Geschehens unserer Zeit würdig sind. (...)" (Erwin Kroll: Fachschaft 
Komponisten unter neuer Führung. "DAZ", 11/VI1/41). 

Den jungen Musikern gehört die Zukunft. Werner Egk über deutsches 
Musikschaffen im Krieg ("Deutsche Zeitung Norwegen", 19/VII/41). 

Der Aufsatz spiegelt ein Interview, das Egk einem namentlich nicht 
genannten Mitarbeiter des Blattes gab. 
13. September 1941: 

Das Städt. Orch Remscheid, Dgt. Horst-Tanu Margraf, eröffnet die 
Bergischen Musiktage 1941 mit Egks "Georgica". 

15. September 1941, Bericht: 

"(...) Die Nachahmung der bayrischen Kirchweih-Musik, die er uns in 
seinen vier Bauernstücken bietet, ist so voller Urwüchsigkeit in der 
Erfindung und instrumentalen Aufmachung, daß man mit stillem 
Vergnügen der Musik folgt, gleichzeitig aber die meisterliche Art 
anerkennt, in der Egk sich hier kundgibt. (...)" (Franz Ziegler: Eröffnungs- 
Konzert der Bergischen Musiktage 1941. "Remscheider General-Anzeiger" 
Nr. 217, 15/1X/41). 

18. bis 23. September 1941: 

Egk nimmt als Dozent teil am Aufbaulager "Der Musikerzieher und 
das zeitgenössische Schaffen", veranstaltet von der Fachschaft 
Musikerziehung der RMK Gau Württemberg in der Bauernschule Lorch. 

23. September 1941, Nachricht: 

"Durch einstimmigen Präsidialbeschluß und unter Zustimmung des 
Präsidenten der Reichstheaterkammer wurde der Komponist Werner 
Egk in das Präsidium des Verbandes deutscher Bühnenschriftsteller und 
Bühnenkomponisten berufen. Werner Egk wurde bekanntlich kürzlich auch 
zum Leiter der Fachschaft Komponisten in der Reichsmusikkammer 
ernannt. 

In einer Sitzung des Präsidiums und des Präsidialbeirates, die am 
23. September d. J. stattfand, gab Leo Lenz von diesem Beschluß 
Kenntnis. Er begrüßte Werner Egk mit herzlichen Worten. Werner Egk 
nahm die Berufung mit Dank an und versprach, ein tatkräftiger Mitarbeiter 
in der Vertretung aller Belange des Bühnenwerkes zu sein. (...)" (Werner 
Egk Mitglied des Präsidiums des Verbandes deutscher Bühnenschriftsteller 
und Bühnenkomponisten. "Der Autor" XVI1/10, Oktober 1941. S. 163). 

Der Verband diente dem Schutz der Bühnenaufführungsrechte. 

14. Oktober 1941: 

H. F. Blunck gratuliert Egk brieflich zur Ernennung zum Leiter der 

Fachschaft Komponisten in der RMK (Quelle: Schleswig-Holsteinische 


E 1401 





Landesbibliothek Kiel, NL Blunck). 
29. Oktober 1941: 

"Ich bin geradezu gerührt, dass Sie mir zu meiner Ernennung 
gratuliert haben. 

Ausserdem habe ich ein schuldbeladenes Gewissen, weil ich Ihnen 
für Ihre wundervolle Gabe zu Weihnachten 1940 noch nicht gedankt habe. 
Der Verlag hatte leider versäumt, mir Ihre Anschrift mitzuteilen. Jedenfalls 
bitte ich Sie, meinen aufrichtigen, wenn auch reichlich verspäteten Dank 
jetzt noch entgegennehmen zu wollen. 

Den >Balladen und Gedichten< verdanke ich schon viele Stunden 
der Stille und der Besinnung und das ist ja mit das Schönste, was man 
überhaupt haben kann" Egk an Blunck, 29/X/41. Quelle: Schleswig- 
Holsteinische Landesbibliothek Kiel, NL Blunck). 

5. November 1941, Förderung: 

"Hinkel regt an, Werner Eyks Schaffen im Rundfunk mehr 
herauszustellen. Er schlägt vor, eine viertelstündige Sendung mit seinen 
besten bzw. bekanntesten Sachen zusammenzustellen" (Sitzung der RRG 
über Gestaltung des Rundfunkprogramms, 5/X1/41. Fehler im Original. 
Quelle: BAR 55/ 695. Blatt 18). 

7. Dezember 1941, Kritik: 

"(...) Denn das Werk Werner Egks zeigt immerfort eine so 
provozierende Vulgarität und eine so offenbare Dürftigkeit, daß man einige 
Mühe hat, die besondere Gunst zu verstehen, welche die Behörden des 3. 
Reiches diesem jungen Komponisten erweisen, dessen Feder den 
Gemeinplatz mit unvergleichlicher Virtuosität darstellt und willig einen 
plumpen Stil nutzt, der auf die sonderbarste Weise von der Welt mit den 
Bezugnahmen auf Strawinsky kontrastiert, die man bei jeder Gelegenheit 
antrifft. 

(...) Wenn es dies ist, was Joan von Zarissa von der Gebrauchsmusik 
abhebt, muß man zugeben, daß Werner Egks Vorstellung davon wahrlich 
betrübend ist, und anders als die von Orff vermag sie der vom 
Nationalsozialismus angepriesenen Kunst unter der kultivierten 
Hörerschaft nicht viel Anhänger zu gewinnen. (...)" (Ruth-Aloys Mooser: 
Regards sur la Musique Contemporaine. Lausanne, 1946. S. 364, 365. 
Übersetzung). 

Der schweizerische Musikkritiker registrierte in der Buchedition 
seiner Pressekritiken ein Austauschkonzert in Zürich am 7Z/XII/41. 


1942 
Musik als Ausdruck ihrer Zeit (In: "Von deutscher Tonkunst". Leipzig, 
1942. S. 23-28). 
Zitat: 

"Betrachten wir einen der merkwürdigsten Abschnitte der 
Musikgeschichte, die Zeit zwischen 1918 und 1930. Die radikalen 
musikalischen Audrucksformen von damals wurden von vielen als 
Revolution gegen die musikalische Entwicklung des neunzehnten 
Jahrhunderts erklärt. Jetzt, nachdem uns von der Zeit des 
Expressionismus und der Atonalität ein wohltuender Abstand trennt, ist es 


E 1402 





deutlich geworden, daß diese Revolution in Wirklichkeit zum großen Teil 
nichts anderes war als der letzte Zersetzungsprozeß der romantischen 
Erbmasse des neunzehnten Jahrhunderts, die schon von der 
Jahrhundertwende an einer steigenden und unaufhaltsamen Auflösung 
verfallen war, die allerdings noch künstlerisch und artistisch vollkommene 
Spätblüten getrieben hat. 

(...) Von hier bis zu der theoretischen und praktischen Verneinung 
jedes absoluten Begriffs, die sich musikalisch in der Negation der Tonalität 
ausgedrückt hat, war nur noch ein kleiner Weg, der auch mit der größten 
Konsequenz zu Ende gegangen wurde. Wir alle haben es selbst erlebt, wie 
an Stelle der Melodie eine zum nervenschmerzenden Stöhnen expressiv 
zerdehnte Sprechlinie trat, an Stelle der Harmonik die nur mehr 
intellektuell geordnete Gleichzeitigkeit und Gleichwertigkeit aller 
Tonstufen, an Stelle des Rhythmus das Miteinander aller zu völliger 
<Freiheit< entwurzelten Einzelstimmen" (S. 25). 

Der Aufsatz erschien zuvor in "Der Autor" XVI/10 und 11, Oktober 
und November 1941. 

Egk ignoriert hier - wie alle anderen "Musikbetrachter" - einen 
fundamentalen Zusammenhang: Ist nämlich Musik eine Ware, so wird sie 
wie eine solche entwickelt und die schaffende kompositorische Konkurrenz 
durch immer weiter und bis zur Absurdität getriebene Novität 
weggedrängt werden. Die ideologische Phrase "Entartung" paßt nicht 
dazu. 

4. Januar 1942: 

Das 5. Sinfoniekonzert der Stadt Essen, Dgt. A. Bittner, bietet die 
Hölty-Lieder (Göttinger Kantate) von Egk. 
7.Januar 1942, Sendung: 

"Anläßlich der Egk-Uraufführung ist eine Egk-Sendung für den 21. 
Januar geplant. Es wird besprochen, daß in diese Sendung ein Interview 
mit Egk geschaltet wird und daß ein diesbezügl. Hinweis einige Tage 
vorher im >Zeitgeschehen< erfolgt" (Protokoll der Rundfunksitzung vom 
7/1/42. Quelle: BAR 55/ 695. Blatt 46). 

Die Egk-Uraufführung betraf "Columbus". 

13. Januar 1942: 

In Frankfurt findet die UA von Egks Oper "Columbus" statt. 
15. Januar 1942, Bericht: 

"Columbus ist eine Gestalt epischen Formats. Man kann von ihr 
berichten, kann sie feiern, aber nicht dramatisieren. Zu dieser Erkenntnis 
bekennt sich Werner Egks >Columbus<-Oper eindeutig schon mit dem 
Untertitel >Bericht und Bildnis<. Der Text, den Egk selbst unter 
Verwendung authentischer Dokumente und altspanischer Literatur schrieb, 
gliedert den epischen Stoff in neun Stationen (Columbus beim König, bei 
der Königin, Konzil, Anwerbung, Abschied und Ausfahrt, Überfahrt und 
Landung, Jubel in Spanien, Verschwörung und Verrat, Tod des Columbus). 
Diese musikalisch ausgeführten Bilder werden durch >Gespräche< zweier 
Sprecher miteinander verbunden und durch betrachtende Chöre 
zusammengefaßt. Egks >Columbus<-Oper stellt bekanntlich die 
bühnenmäßige Formung eines schon früher entstandenen Rundfunk- 


E 1403 





Oratoriums dar; und daraus ist es schon zu erklären, daß man das Werk 
nicht als einen Wurf empfinden kann, der als entscheidende Antwort auf 
Fragen des heutigen Musiktheaters angesehen werden könnte (wie man 
eine solche Antwort ja von einem neuen Werk dieses führenden Musikers 
der jungen Oper erwarten darf). Das szenische Oratorium ist einer der 
Wege, den die Gegenwartsoper zur Erneuerung ihrer Form beschritten hat. 
Im allgemeinen ist die musikalische Sprache des >Columbus< von 
einfacher Struktur, wie auch der Text in jener z. B. ähnlich in Caspar 
Nehers Operntexten anzutreffenden, etwas abstrakt stilisierten Simplizität 
gehalten ist: diatonische, in enge Intervalle gebundene Melodik, durchweg 
einstimmige Chöre, eine tonal zwar freizügige, herbe, aber klar und streng 
wirkende Harmonik, spanische Volkstanz- und -lied-Anklänge in den 
Volksszenen, ein altspanischer Choral in der sakralen Abschiedsszene, 
dazu als Novum im Orchester: zwei Meßklingeln, wie überhaupt das 
Orchester ungemein farbenreich behandelt ist. Gegenüber der Vielfalt der 
Mittel, die Egk in seinen Opern >Zaubergeige< und >Peer Gynt< 
einsetzte, geht hier die Wirkung wesentlich von der spannungsvollen 
Konzentration und einer streng eingehaltenen Konsequenz aus (...)" 
(Wolfgang Steinecke: Egs Columbus als Oper. Uraufführung in Frankfurt. 
"MNN", 15/1/42). 

25. Januar 1942: 

In der Wochenzeitung "Das Reich" berichtet Werner Oehlmann über 
"Bekenntnis zum Tragischen. Werner Egks >Columbus< in Frankfurt am 
Main". 

8. Februar 1942: 

"Ein neues Werk von Werner Egk, ein Walzer für großes Orchester, 
gelangte in einem Tanzabend des Essener Opernhauses zur erfolgreichen 
Uraufführung. In der farbenreichen Orchesterbehandlung, wie man sie aus 
der Parititur der >Zaubergeige< kennt, im schwungvollen rhythmischen 
Temperament und einer unproblematisch frisch zupackenden Art ist das 
wirkungsvolle Stück eine Art Egksches Gegenstück zum 
Rosenkavalierwalzer. Sonja Korty bot mit der Essener Tanzgruppe eine in 
der choreographischen Komposition reizvolle Ausdeutung des neuen, 
musikalisch von Hans D. Kindler vermittelten Werkes" (Wolfgang 
Steinecke: Ein Egk-Walzer. "MNN", 8/11/42). 

12. Februar 1942, "Columbus": 

"(...) Wie in der antiken Tragödie muß Columbus, wie auch immer er 
handelt, schuldig werden. Verläßt er den in ihm erwachten Gedanken, so 
wird er an diesem schuldig und kann vor dem Schicksal nicht bestehen, 
wie die Verwirklichung des Gedankens durch seine Verhaftung im 
Irdischen unlöschbare Schuld und Untergang gebiert. So ist Columbus wie 
alle prometheischen Menschen der Gottheit und dem Schicksal 
ausgeliefert und nur durch die Vernichtung vermag er wieder in die 
Ordnung einzukehren und Erlösung zu gewinnen. Allen Leiden und 
Schmerzen, denen der Mensch und der Geist ausgesetzt ist, sind denn 
auch Columbus auferlegt, und erst die Ohnmacht und Niedrigkeit bringt 
ihm die Reinigung und Erlösung, die der Geist nie und niemals im 
materiellen Glück finden kann. Über dem sterbenden Columbus wandelt 


E 1404 





unablässig die Erde ihre Sonnenbahn, ein ewiges Gleichnis des 
unbarmherzigen Schicksals" (Generalintendant Hans Meißner: Werner 
Egks "Columbus". "Die Bühne" VI1I/3, 12/11/42. S. 43-44). 

20. Februar 1942: 

"(...) wir beabsichtigen, einen illustrierten Bildbericht über die neue 
Oper von Werner Egk >Columbus< in unserer Auslandszeitschrift 
>Signal<, die wir in Verbindung mit dem Oberkommando der Wehrmacht 
und dem Auswärtigen Amt herstellen, zu bringen. Neben fotografischen 
Wiedergaben einiger Szenen würden wir gern zeichnerische Entwürfe von 
Szenenbildern und Figurinen zeigen und wären Ihnen dankbar, wenn Sie 
uns einiges Material aus Ihrem Archiv zur Verfügung stellen können. (...)" 
(Schriftleitung "Signal" an Intendanz der Städtischen Bühnen Frankfurt, 
20/11/42. Quelle. BAR 55/ 20206 a. Blatt 514). 

März 1942, Gutachten: 

"In der rhythmisch reizvollen Erfindungsgabe und Gestaltung nach 
wie vor am stärksten, wenn er im Stile bajuvarischer Lied- und 
Tanzmelodik musiziert. Sein Versuch, im >Columbus< ein beispielhaftes 
Werk neuartiger statuarischer Opernkunst zu schaffen, muß jedoch als 
mehr oder weniger mißlungen bezeichnet werden. - Als Dirigent überragt 
Egk keineswegs den provinziellen Durchschnitt, ja er steht an Routine 
manchem Theaterkapellmeister in der >Provinz< beträchtlich nach" 
(RMVP, Abt. T, Bericht für Dr. Goebbels vom März 1942. Quelle: BAR 55/ 
20433 a. Blatt 308). 

Ein solches Urteil weckt Mißtrauen gegen die eigentlichen Motive der 
amtlichen Förderung für Egk. 

3. Mai 1942: 

Am ersten Tag der Woche Zeitgenössischer Musik in Wien leitet 
Leopold Ludwig in der Staatsoper die Erstaufführung von Egks 
"Columbus". 

Für das Abonnement holte man eine Woche später eine Aufführung 
nach. 

5. Mai 1942: 

Die "DAZ" Nr. 213 bespricht die Oper "Columbus". 
6. Mai 1942, Vortrag: 

"Am vierten Tage der Woche der zeitgenössischen Musik in Wien 
hielt der Leiter der Fachschaft Komponisten in der Reichsmusikkammer, 
Werner Egk, einen Vortrag über Fragen der zeitgenössischen Oper, in dem 
er die Stellung der Musik in ihrer Zeit umriß. Er untersuchte die Gründe, 
die zu einer Auflösung des zuletzt von Bach vertretenen geschlossenen 
musikalischen Weltbildes führten, charakterisierte die Situation der 
Tonkunst in der Zeit der Romantik und der Spätromantik und deutete die 
Symptome ihrer späteren Entartung. In den Mittelpunkt stellte er die 
Frage der geistigen Voraussetzungen eines Kunstwerks. In der Musik 
könne man sich mit dem bisher Geschaffenen keineswegs begnügen, die 
junge Musikergeneration müsse um etwas Neues ringen. Die neue Oper 
werde, was den stofflichen Inhalt anbelangt, richtungweisende Figuren auf 
die Bühne stellen müssen, die ihre Kämpfe in einer klaren Welt und 
festgefügten Ordnung austragen. Dem zeitgenössischen Musikschaffen 


E 1405 





fehle keineswegs die Romantik soweit sich dieser Begriff nicht auf den Stil 
beziehe, sondern Wärme und Gefühlswelt ausdrücke. Die 
Kompositionstechnik verzichtet weitgehend auf das symbolische 
Entwicklungsprinzip der Romantik und setzt an seine Stelle kräftige 
Formen, die an die vorklassischen Formen anknüpfen oder neue 
Entwicklungen anbahnen. Hand in Hand geht damit die betonte 
Bevorzugung der Diatonik, die Befreiung des Partiturbildes von der 
überwuchernden koloristischen und illustrativen Zutat. 

Der Vortrag wurde von Generalreferent Thomas eingeleitet, der 
bekanntgab, daß die Stadt Wien zur Förderung zeitgenössischer Musik 
zwei Preise gestiftet hat: einen unteilbaren Beethoven-Preis in der Höhe 
von 10 000 Rm. und einen teilbaren Schubert-Preis im Betrage von 5000 
Rm, die alle Jahre verteilt werden (...)" (Josef Kneisel: Zeitgenössische 
Musik in Wien. "MNN", 8/V/42). 

9. Mai 1942: 

Am vorletzten Tag der "Woche zeitgenössischer Musik" in Wien bietet 
die Wiener Staatsoper "Joan von Zarissa". Dgt. W. Egk. 
18. Mai 1942: 

"(...) So aktiv, ja produktiv die junge Generation auf dem Gebiete 
der Musik ist, so verhältnismäßig selten wird sie sich über die 
geistesgeschichtlichen, gestaltmäßigen Zusammenhänge zwischen 
Zeitgeist und musikalischer Form klar. Über diese und über die 
gegenwärtige Situation des Komponisten sprach Werner Egk als einer der 
führenden heutigen Tonsetzer zu ihr. Nach einer teilweise launigen 
Auseinandersetzung mit der Entwicklung seit Beethoven und vor allem der 
letzten Jahrzehnte, begrenzte Egk die Verpflichtung zur Tradition auf das 
zuträgliche Maß und unterstrich die Forderung nach einem musikalischen 
Ausdruck im Einklang mit unserer eigenen Wirklichkeit. Eine dem 
Musikleben sehr notwendige Klärung lag in seiner Kennzeichnung des 
Verhältnisses der Musik zum Metaphysischen. Zweifellos hat das 
musikalische Leben der letzten Jahrzehnte weitgehend metaphysische 
Bedürfnisse befriedigt und die Feststellung war deshalb bemerkenswert, 
daß diese Verbindung dem eigentlichen Wesen der Musik nicht unbedingt 
eigentümlich ist. Egk rief dann die Jugend auf, bei der für die Echtheit 
unseres kulturellen Lebens wichtigen Unterscheidung von Komponist und 
Interpret von sich aus mitzuwirken und er fand dabei denselben starken 
Beifall, wie ihn seine vorher vom Mozarteum-Orchester unter Leitung von 
Gerhard Maaß aufgeführte Kantate >Natur - Liebe - Tod<, nach Gedichten 
von Hölty, gefunden hatte (:::)" (Wilhelm Backhaus: Geist der 
Lebendigen. Abschluß der Salzburger Kulturtage der HJ. "MNN", 18/V/42). 
27. Mai 1942: 

"Lieber Herr Wieprecht, bitte geben Sie Herrn Obersturmführer 
Schmidt die Partitur mit Auszug >Zarissa< zwischen dem 2. Juni und 15. 
J uni zur Ansicht. 

Heil Hitler! WW. Egk" 
(handschriftliche Notiz auf der Rückseite eines Rechnungsformulars des 
Hotels Kaiserhof, Berlin, 27/V/42). 
Der Kammermusiker Paul Wieprecht war derzeit Assistent in der 


E 1406 





Bibliothek der Preuß. Staatstheater, Berlin. SS-Obersturmführer Franz 
Schmidt, StabsMK des SS-Führungshauptamts, interessierte sich für eine 
Konzertversion des Werks. Diese Aufführung kam zustande. 

26. Juni 1942, Empfehlung: 

"Am 8. 7. ist in der Pariser Großen Oper die französische 
Erstaufführung eines Werkes von Werner Egk unter der Leitung des 
Komponisten. Die Zeitungen werden gebeten, sich gute Berichte zu 
verschaffen" (Kulturpolitische Pressekonferenz, 26/V1/42. Quelle: BA ZSg. 
1092/62 fol. 1/Sammlung Sänger). 

Gemeint war das Tanzwerk "Joan von Zarissa". Die Aufführung fand 
am 10. Juli statt; es gab 20 Vorstellungen. 

29. Oktober 1942: 

Im besetzten Paris bietet Radio-Paris ein "Festival Werner Egk": 1. 
Olympische Festmusik. - 2. Zaubergeige, Spagnola. - 3. Peer Gynt, 
Tango. - 4. Walzer für gr. Orch. 

14. Dezember 1942: 

Die Propagandastaffel Paris, Dr. Piersig, sendet Egk einige von Serge 
Lifar erhaltene Fotos, teilt mit, daß die "Actualites francaises" planten, 
einen zwanzigminutigen Kulturfilm über die Vorbereitung der "Joan"- 
Inszenierung in Paris für die Berliner Wochenschau herzustellen, und fragt 
an, ob er zu einer Aufführung am 27. Januar 1943 nach Paris kommen 
könne. 


1943 

(1) 

Der MV Max Eschig in Paris druckt und vertreibt das Textbuch, 
zweisprachig, von Egks Oper "Peer Gynt" zur Aufführung in frz. Sprache 
an der Academie Nationale de Musique am 30. September 1943. 
Übersetzung und frz. Fassung: Andr& Coeuroy. Preis: 40 Franc. 

(2) 

Laudatio: 

"So wie die Kantate auf Bestellung hin geschrieben wurde, so ist 
auch die Olympia-Musik ein Auftragswerk. D. h. also, daß der Komponist 
Werner Egk an dem Leben seines Volkes teilnimmt, an seinen Festen, zu 
deren Gepräge er mit seiner Musik beiträgt. Das heißt, daß er dem 
künstlerischen Individualismus abgeschworen hat, daß er sich der 
Gemeinschaft nähert, aus der er seinerseits Kräfte seines Musizierens 
zieht" (Karl Laux: Werner Egk. In: Jahrbuch der Deutschen Musik 1943. 
Leipzig, 1942. S. 123-124). 

Aus der Tatsache, daß ein Komponist es nicht verschmähte, 
profitable Aufträge - so die "Göttinger Kantate" - zu erledigen, konnte 
damals ein angepaßter Musikbetrachter Schlüsse wie diese ziehen. Wer 
möchte Egk verargen, daß er nicht widersprach? 


Joan von Zarissa. Konzertsuite aus dem Bühnenwerk, eigens von W. 
Egk für das Stabsmusikkorps des SS-Führungshauptamts Berlin 
geschaffen (UA: Berlin, 1943, 4. Sinfoniekonzert des SS-StabsMK, Dgt. 
Franz Schmidt). 


E 1407 





11. Januar 1943: 

Der Präsident der RMK, gez. Dr. Morgenroth, bestätigt, daß Egk eine 
Einreisegenehmigung nach Paris vom 20. Januar bis 20. Februar 1943 
erhalten habe, um dort beratend bei Filmaufnahmen der Aufführung von 
"Joan von Zarissa" an der Großen Oper mitzuwirken, daß er eingeladen 
sei, sein Werk zu dirigieren und die Aufführung seiner Oper "Peer Gynt'" 
vorzubereiten, weshalb in Anbetracht der repräsentativen Verpflichtungen 
2000 RM bewilligt wurden. 

Das Tanzwerk war an der Grand Opera erstaufgeführt worden und 
brachte es auf zwanzig Vorstellungen, von denen Egk einige selber 
dirigierte. "Peer Gynt" kam hier unter Leitung des Komponisten am 4. 
Oktober 1943 auf die Bühne und hatte neun Aufführungen. Da Egk nicht 
die ganze Zeit in Paris anwesend sein konnte, mußte der "nichtarisch 
versippte" Ballettkapellmeister Louis Fourestier für ihn einspringen. 
Worum es ging und worum es geht ("VB", 14/11/43). 

Zitat: 

"(...) Wenn man unter Politik die Menschenführung aus der Idee 
versteht, so sollte man unter Idee nicht eine vom Intellekt gelenkte 
Absicht verstehen, sondern das allen Begnadeten eingeprägte Urbild 
dessen, was man in der unvollkommenen menschlichen Sprache mit Gut 
und mit Wahr, mit Gerecht und mit Schön bezeichnet. Jetzt, glaube ich, ist 
es nicht mehr nötig, viele Worte zu machen, um den Zusammenhang von 
Kunst und Politik zu erklären, da ja niemand bestreitet, daß die Kunst in 
ihren verehrungswürdigsten Äußerungen nie etwas anderes ausgedrückt 
hat, als jene mächtigen und gebieterischen Aufrufe, die gehört werden 
müssen, wenn sich die Erde nicht in eine Wüste verwandeln soll. 

(...) Nun, die Politik hat sich bemüht, diesen Nihilismus auszurotten, 
nicht nur in der Malerei, der Plastik, der Baukunst und der Literatur, 
sondern auch in der Musik, und man sieht daran, daß die Kunst und die 
Politik sehr wohl etwas miteinander zu tun haben, aber zur Ehre der Kunst 
darf man sagen, daß sie ihn nicht hätte ausrotten können, wenn nicht 
schon viele Künstler dagegen gestritten hätten. 

(...) Nach einem Gesundungsprozeß, der sich musikalisch vor allem 
in einer deutlichen Hinwendung zur Vorklassik ausgedrückt hatte - man 
kann diese Rückkehr zu den strengen Formen als eine Krücke betrachten, 
an der sich einer aufrichten will, der noch etwas schwach auf den Beinen 
ist - nach diesem Gesundungsprozeß, der sich überall fühlbar anzeigt, 
hoffen wir auf die Vermählung einer idealen Politik mit einer realen Kunst, 
damit sich in unserm Leben alles dorthin wenden möge, woher es seine 
Kräfte zieht: zum Guten, Wahren, Gerechten und Schönen". 

Egk verschwieg, daß die Welt an jenem "Nihilismus" zugrunde geht, 
der identisch ist mit der wahnhaften "faschistischen" Expansion wie mit 
der "Wachstums"-Ideologie der Demokratien. 

4. März 1943: 

Die RMK, Fachschaft Komponisten, W. Egk, stellt für K. A. Hartmann 
eine amtliche Bestätigung aus, daß dieser Bühnenmusiken für 
verschiedene Theater und Staatstheater arbeite. 

Egk nahm dafür keine Sekretärin in Anspruch, sondern schrieb 


E 1408 





persönlich unter eigenem Geschäftszeichen, fraglos um die Bestätigung 
vertraulich zu halten. 
11. März 1943: 

Das BPhO, Dgt. Leo Borchard, bietet im Sonderkonzert 

Zeitgenössische Musik u. a. zwei Stücke aus Egks "Joan von Zarissa". 

Hugo Rasch, ein Siebziger! ("Mitteilungen der Fachschaft Komponisten 
in der Reichsmusikkammer", April 1943. S. 1). 
4. Oktober 1943: 

Im besetzten Paris findet die EA von Egks Oper "Peer Gynt"in 
französischer Übersetzung von Andr& Coeuroy statt, Dgt. W. Egk (Quelle: 
diverse Berichte von Generalkonsul Knothe an Auswärtiges Amt, so 
besonders vom 27/X1/43. PAA, Bestand Deutsche Botschaft Paris, Nr. 
1142). 

Die Oper stand zwölfmal im Programm. 

10. Oktober 1943: 

Die Rundfunkzeitschrift "Les Ondes" Nr. 128 bringt zur 
Direktübertragung des "Peer Gynt", Dgt. Egk, aus dem The&ätre des 
Champs-Elys&es diesen Nachmittag auf 2 Seiten: ein Interview mit Egk 
von Jacques Tilly und die Inhaltsangabe der Oper. 

Egk sagte dem Journalisten, er sei in München geboren. 

Dezember 1943, Bericht: 

"(...) Beachtenswert ist die Ansicht von Guy Ferchaut (>Information 
Musicale<, Oktoberheft), der in Egk nicht nur den bedeutenden Künstler, 
sondern zugleich den markanten Vertreter eines geistig gewandelten 
neuen Deutschland erblickt. >Das Textbuch von Werner Egk verdient vor 
allem durch die symbolische Wichtigkeit und die moralische und soziale 
Bedeutung, die er ihm gegeben hat, allgemeine Aufmerksamkeit. Hier 
geht es ganz deutlich um den Gegensatz zwischen Materialismus und 
Idealismus mit all dem, was solche Themen an Aktuellem enthalten 
können. Es ist nicht mehr die Stunde für rein philosophische Theorien, und 
erst die Zukunft wird uns lehren, ob dies zu bedauern ist. In diesem 
Augenblick, da Tausende von Menschen ihr Leben für den Sieg von Ideen 
opfern, denen sie leidenschaftlich verbunden sind, wäre es erstaunlich 
gewesen, wenn die dramatische Kunst nicht irgend etwas von dieser 
herben Gewalt und von der Größe hätte spüren lassen, die immer von den 
Katastrophen im Laufe der Geschichte ausgehen. Hierin muß man 
zweifelsohne die Erklärung für den ungestümen Realismus suchen, der das 
Werk Werner Egks kennzeichnet und sich bis zur sozialen bzw. politischen 
Satire heranwagt<. (...)" (Hans Borgelt: Diskussion um "Peer Gynt". 
Werner Egks Oper im Urteil der französischen Kritik. "Musik im Kriege" II/ 
9-10, Dezember 1943-J] anuar1944. S. 180). 

17. Dezember 1943: 

Das Orch der Oper Gent, Dgt. Manfred Willfort, bietet - erstmals - 

Egks Suite "Joan von Zarissa". 


1944 
2. März 1944, Warnung: 
"Die letzten grossen Schöpfungen von Egk (Peer Gynt und 


E 1409 





Kolumbus) sind auf eine Kompositionsrichtung festgelegt, die wir seit 
langer Zeit als bedenklich bezeichnet haben, weil hier mancherlei 
zersetzende Elemente zum Vorschein kommen. Dass Egk eine starke 
Begabung ist, wurde von unserer Seite nie bestritten. Er bewegt sich aber 
leider auf Wegen, die zweifellos keine Zukunftsentwicklung haben dürften. 

(...) Es ist unerfindlich, aus welchem Grunde Werner Egk im 
Reichsdeutschen wie im Europäischen Musikleben einseitig als einer der 
bedeutendsten Vertreter der deutschen Musik unserer Zeit herausgestellt 
wird. Auch in der Partei-Kanzlei verfolgt man diese Entwicklung mit 
Besorgnis. Es müsste die Verhältnisse noch mehr verwirren, wenn der 
Musikpreis der Stadt München jetzt an Egk vergeben würde. Egk ist jung 
genug damit man seine Entwicklung abwarten kann, sodass er unter 
Umständen von der Stadt München zu einem späteren Zeitpunkt einmal 
ausgezeichnet werden kann" (ARR, Amt Musik, Dr. Gerigk, an Reichsleiter 
Fiehler, München, 2/111/44. Quelle: BA NS 8/ 243. Blatt 56). 

Das Gutachten war vom Adressaten nicht bestellt; Gerigk folgte 
einem Wink Rosenbergs, konnte aber keine anderen preiswürdigen 
bedeutenden Vertreter der deutschen Musik nennen. 

6. Mai bis 5. Juni 1944: 

Das Ballett der Großen Oper mit Serge Lifar plant ein Spanien- 
Gastspiel, bei dem auch Egks "Joan von Zarissa" wiederholt in Barcelona 
und in Madrid aufgeführt werden sollte. Das Projekt scheiterte (Quelle: 
PAA, Bestand Deutsche Botschaft Paris, Nr. 1215. Telegramm vom 
17/1V/44). 

Am Scheitern war nicht Egks Werk schuld, sondern die amtliche 
Aufassung, daß der prominente deutsche Künstler in Spanien nicht von 
einem Ensemble der Besiegten vorgestellt werden könne. Daß Frankreich 
nur militärisch, keineswegs aber kulturell unterlegen war, blieb außer 
Betracht. 

14. Juli 1944: 

Im besetzten Paris leitet Egk die Sendeaufführung seines 
"Christophe Colomb" in Radio-Paris. Mitwirkende dieser funkeignen 
Produktion: Janine Micheau, Georges Nore, Pierre Nougara, Georges 
Bouvier, Louis Morturier, Pierre Froumenty, Georges Cathelat, Julien 
Giovanetti, Henri Medus und Gr. Orch und Chor von Radio-Paris. 

Das Datum war das des französischen Nationalfeiertags. 

Zusammenarbeit zwischen deutschen und französischen Künstlern 
entsprach der Zielsetzung der auswärtigen Politik Berlins, um die 
Besiegten psychologisch möglichst eng an die Sieger zu binden. 

(Herbst) 1944: 

Die RMK, Fachschaft Komponisten, W. Egk, teilt K. A. Hartmann zur 
Vorlage beim Arbeitsamt mit, er befürworte dessen Freistellung vom 
Arbeitseinsatz wegen seiner Bedeutung als schaffender Musiker und seiner 
angegriffenen Gesundheit. 

Das Schreiben war Reaktion auf die Einstellung des Theaterbetriebs, 
also auch des Schaffens von Bühnenmusik; daher nutzt er nunmehr den 
Einwand des schlechten Gesundheitszustands. 


E 1410 





Spruchkammer, 1947: 

"(...) Jeder, der seine Leistung und seinen Namen dem 
Nationalsozialismus zur Verfügung stellte, hat damit eine Schuld auf sich 
geladen. Auch Egk kann dieser Vorwurf nicht erspart werden. Da aber sein 
gesamtes Verhalten und sein unbestrittener Widerstand gegen den 
National-Sozialismus auch viele andere im Widerstand bestärkte, kann die 
Spruchkammer an ihm eine Belastung im Sonne des Gesetzes nicht 
erkennen. Auch eine Nutzniesserschaft im Sinne des Art. 9 ist nicht 
gegeben" (Bescheid der Spruchkammer München-Land, 17/X/47. Quelle: 
Amtsgericht München: Provenienz: Konrad Boehmer, mit Dank). 

Es handelt sich um den - sehr summarischen - Anhang der 
Verfahrensakte. 

Rückblick, verkürzt, 1963: 

"C...) heute kommen mir die >Schwierigkeiten< von damals im 
großen Zusammenhang unbedeutend und unwesentlich vor, wenn sie auch 
zeitweilig äußerst beklemmend und existenzgefährdend waren. Aus der 
Perspektive schmilzt das alles zusammen in ein paar politisch gezielte 
Kritiken über >Peer Gynt<, eine NS Studentendemonstration gegen dieses 
Stück in Gera, eine monatelang wirksame höchst gefährliche politische 
Denunziation beim SD und einige kleinere Pöbeleien. Ich habe eigentlich 
keine Lust in diesem alten Dreck nochmals herumzuwühlen, sicher haben 
Sie schwerwiegendere Fälle als mich" (Werner Egk an Fred K. Prieberg, 
20/1X/63). 

Geschichtsfälschung |, 1947: 

"Auf Einladung von Dr. Wolfgang Nufer arbeitete ich in den Jahren 
34/35 für das Fachgebiet Zeitgenössische Musik bei der Zeitschrift 
>Völkische Kultur< mit. Als Herausgeber klärte mich Herr Dr. Nufer im 
Jahre 34 dahingehend auf, daß er beabsichtige in seiner Zeitschrift eine 
möglichst freie Diskussion über kulturelle Themen in Gang zu bringen. Ich 
machte seinerzeit keinen Hehl daraus, daß meine Auffassung zu denen der 
Partei in Gegensatz stünden. Dr. Nufer versicherte mir, daß er umso mehr 
an meiner Mitarbeit interessiert sei" (Egk in der 
Spruchkammerverhandlung gegen Dr. Nufer, 4/VI1/47. Quelle: 
Niedersächsisches Hauptstaatsarchiv, Hannover, Bestand NDS 171, 
Entnazifizierungsakte Dr. Nufer. Abdruck in Thomas Salb: Trutzburg 
deutschen Geistes. Freiburg 1993. S. 120, Fn 132). 

Egk verschwieg der Spruchkammer, daß die Zeitschrift in 
Wirklichkeit kulturpolitisch und ideologisch bestimmt war und sprach sich 
damit zugleich selbst frei; seine eigenen Beiträge, deren erster in der 
Oktobernummer 1933 erschien, also ehe Nufer ihm sein Vorhaben 
erläutert hatte, widerlegen ihn. 

Nötigung, 1969: 

"In der Angelegenheit Professor Egk gegen >Die Zeit< danke ich für 
Ihr Schreiben vom 8. Mai 1969. Zwischenzeitlich ist in verschiedenen 
Publikationen zu den Veröffentlichungen des Herrn Prieberg Stellung 
genommen worden, und zwar von Leuten, die über die damaligen 
Geschehnisse besser eingeweiht sind als Herr Prieberg, der sich nur in 
sehr oberflächlicherweise der Sache angenommen und die Streitigkeit 


E 1411 





vordergründig beleuchtet hat. 

Was Herr Professor Egk an der Darstellung des Herrn Prieberg für 
falsch hält ist in der Zeitschrift >Publik< Nr. 20 auf Seite 19 von Herrn 
Peter Jona Korn im wesentlichen zusammengefaßt worden. Ich darf auf 
diesen Artikel >Rufmord für Anfänger< verweisen. Man müßte zum 
Gegenstand einer Gegendarstellung diese Ausführungen machen, wobei 
sie sich natürlich auf Tatsachenbehauptungen zu beschränken hätten. 

Herr Professor Egk würde sogar auf Abdruck des Leserbriefes 
verzichten, wenn >Die Zeit< nicht beabsichtigt, das Thema nocheinmal 
aus der Sicht des Herrn Prieberg aufzugreifen" (RA Dr. Klaus Boele, 
München, an RA Dr. Heinrich Senfft, Hamburg, 22/V/69. Fehler im 
Original). 

Der Aufsatz "Der Fall Werner Egk" in der "Zeit" Nr.17, 25/IV/69, 
empfahl anhand des konkreten Falls, auch hier Vergangenheit 
aufzuarbeiten. Da er auf erweislich wahren Tatsachen fußte, war Egks 
Anwalt machtlos und erhielt keine Gegendarstellung; auch ein besserer 
Jurist wäre gescheitert. Sein Hinweis auf P. J. Korns Replik ging ins Leere, 
denn dieser Freund und dankbare Vasall Egks, da in jenem Jahrzwölft 
Emigrant im Ausland, konnte dokumentierte Fakten nicht abschaffen und 
nur ablenkend mit dem Finger auf die "ganz Bösen" zeigen. Geschichte ist 
nicht mit Gefälligkeitsergüssen dieses Schlages zu schreiben. 
Geschichtsfälschung II, 1982: 

"(...) Beweis für die kühne These, daß Guldensack die Karikatur 
eines Juden war: Ein gewisser Hermann Schulze habe ein ähnliches Stück 
für das Kasperletheater verfaßt, dessen Titel (nach Gebrüder Grimm) 
>Der Jude im Dorn< lautete. (...) Dabei gab es selbst in den schwärzesten 
Tagen der braunen Herrschaft keine Bühne, an der Guldensack als J ude 
dargestellt wurde" (Peter Jona Korn: Die falsche Mär vom bösen Juden 
Guldensack. "Die Welt" Nr. 49, 27/11/82). 

Der Kritikschreiber unterschlug weitere mitgeteilte Stücke über den 
politisch aktuellen Stoff und, da Emigrant, erlebte er keine einzige 
Inszenierung auf der Bühne vor 1945 mit. 

Geschichtsfälschung Ill, 19832: 
(Fragen) 

"Es geht mir noch einmal um die Motivation zu dieser Filmmusik. 
Und hier möchte ich noch einmal ausdrücklich bitten, die Anfrage zu 
ignorieren, wenn eine Antwort Ihnen Unbehagen machen, Sie seelisch 
belasten würde: Ich bin gewiß kein Inquisitor. Andererseits beunruhigt 
mich die Tatsache, daß es jetzt zwei Erklärungen von Ihnen gibt, deren 
eine die andere ausschaltet. 

>Die Zeit wartet nicht< sagt auf S. 333: >Das Filmhonorar sollte 
das Loch in meinem Beutel stopfen< und >Das Thema war harmlos<. Ihr 
Brief sagt dagegen: >Es war der verzweifelte und gescheiterte Versuch, 
ein Leben zu retten<. Ich weiß, es ging um Ihren Sohn, und es liegt mir 
fern, diese traurige Erinnerung in allen Details wieder wachrufen zu 
wollen. 

Aber das muß auch nicht sein. Bleibt eine Frage der Logik: Wenn 
durch diese Musik gehofft werden konnte, die Barbaren zur Gnade zu 


E 1412 





bewegen, so nur mit einer politisch relevanten, nämlich als Konzession 
offensichtlichen Komposition. Wenn >J ungens< zu dem Versuch zu taugen 
schien, konnte das Thema folglich nicht harmlos sein. War es dagegen 
harmlos und lediglich Brotarbeit, taugte es nicht zu dem Versuch der 
Lebensrettung. An diesem Punkt komme ich nicht weiter (...)" (Prieberg 
an Egk, 24/1X/82). 

In seiner gewundenen Antwort nannte Egk das Filmhonorar 
nunmehr "nicht wesentlich" und versuchte, dem Frager weiszumachen, 
daß Filmarbeit grundsätzlich privilegiert war. Solches provoziert nun erst 
die Frage, wieso der Komponist sich dann nicht einem harmlosen Stoff 
widmete und weswegen es andererseits selbst unter Filmpersonal Opfer 
gab. 

Egks Sohn Titus, Jg, 1924, war am 11/XII/42 einberufen worden 
und diente bis 1944 zunächst in der 1. Batterie, Beobachtungs- 
Ausbildungs-Abt. 7, dann in der Stabsbatterie, Beobachtungsabt. 70. Erst 
am 9/XI/44 - nach einem politischen oder disziplinarischen Delikt - kam er 
vom Wehrmachtgefängnis Freiburg zur 3. Komp., Feldstrafgefangenen- 
Abt. 13. Er war Kanonier, gab im März 1945 von der Ostfront seine letzte 
Nachricht und blieb seither verschollen (Quelle: Information der WASt, 
10/1/05; Provenienz: Ulrich Blomann, mit Dank). "Jungens" mit Egks 
Musik nebst Marsch ist heute noch Archivbestand (BA-Filmarchiv). 

Diese zeitliche Abfolge widerlegt Egks Ausrede, er habe den Film als 
Rettungsversuch für seinen Sohn komponiert. Die Daten passen nicht. 
Geschichtsfälschung, IV 1982: 

"(...) Die in diesem Zusammenhang zentrale Komposition von 
Werner Egk >Olympische Festmusik< ist nicht zugänglich. Die 
handschriftliche Partitur, die im Archiv des Schott-Verlags liegt, ist für 
mich nicht einsehbar. Auch die Bitte, mir Kopien davon anzufertigen, 
wurde abgelehnt. Wie ich erst jetzt erfahre, hat Egk schon vor Jahren ein 
Kopierverbot ausgesprochen. (...)" (Bernhard Meier an Fred K. Prieberg, 
31/X11/82). 

Dies war einer von mehreren Versuchen des Verlags Schotts Söhne, 
Mainz, Forschung, zumal politisch-kritische, zu verhindern. B. Meier hatte 
Auskunft im Rahmen des Ersten Staatsexamens an der Hochschule der 
Künste Berlin für seine Hausarbeit über "Musik zur Olympiade 1936 in 
Berlin" begehrt. 

Geschichtsfälschung V, 1983: 

"(...) Das ist doch klar, daß jemand, der Leiter der Fachschaft 
Komponisten in der Reichsmusikkammer war, der Musik zu 
vaterländischen Weihespielen und Goebbelsschen Propagandafilmen 
schrieb (die heute im Werkverzeichnis fehlen), nicht gerade ein glühender 
Hitler-Gegner gewesen sein kann. Egk war wie so viele ein Mitläufer, der 
die Vorteile, die das Regime gewährte, willig akzeptierte, wenn er auch im 
privaten Kreis auf ungebildete, unmusikalische Nazi-Führer geschimpft 
haben mag" (kp = Horst Köpcke: Ein bairischer Komponist. Zum Tode 
Werner Egks. "Frankfurter Rundschau" Nr. 158, 12/VI1/83). 

Egk hat nur zu einem Propagandafilm Musik geschrieben; der Plural 
hier verbietet sich also. "Mitläufer" ist Unwahrheit über die Entscheidung 


E 1413 





der Spruchkammer. 
Geschichtsfälschung VI, 1983: 

"(...) Egk war von 1936 bis 1940 Kapellmeister an der Berliner 
Staatsoper. (...)" (Nachruf in: "Mainpost", Würzburg, 11/VI1/83). 

Die fränkische Zeitung unterschlug - wie hier in der Todesnachricht - 
auch in der Würdigung von Kulturredakteur Hans Behr einen Tag darauf 
jede Erwähnung politischer Zusammenhänge. Lieber verschweigen und 
fälschen, damit einer vor den bösen Totengeistern (der Antike) sicher ist 
und - vor den leibhaftigen Freunden des Meisters. 

Geschichtsfälschung VII, 1983: 

"(...) Egk war von 1936 bis 1940 Kapellmeister an der Berliner 
Staatsoper. (...)" (Hans Behr: Nachruf. "Mainpost", Würzburg, 12/VI1/83). 

Das fränkische Blatt betreibt Geschichte mit weniger als der halben 
Wahrheit. 

Ausrede, 1983: 

"(...) falls Sie Lateiner sind, wird Ihnen der altrömische Grundsatz: 
De mortuis nihil nisi bene geläufig sein. Das Prinzip, verstorbene 
Persönlichkeiten des kulturellen Lebens als Künstler und Menschen zu 
würdigen, darf wohl auch posthum Werner Egk für sich in Anspruch 
nehmen, ohne akribisches Herumschnüffeln in seiner politischen 
Vergangenheit, die gar so braun nicht gewesen sein kann. (...)" 
(Mainpresse Richter Druck, Kultur-Redaktion, Hans Behr, an Wolfgang 
Hirn, Würzburg, 14/V11/83). 

In der Antike glaubte man an rächende Geister der Verstorbenen; 
daher jener Grundsatz. Die Rachegeister, die der Journalist fürchtete, 
müssen leibhaftig gewesen sein! 

Geschichtsfälschung VIIl, 1988: 

"(...) 1. 8. 36: Eröffnung der Olympiade mit einem großen Festspiel, 
das von dem Lehrer der HfM, Niedecken, komponiert wurde (...)" 
(Christine Fischer-Defoy: Kunst Macht Politik. Berlin, 1988. S. 268). 

Hans Niedecken-Gebhard (1889-1954), Theatermann, Regisseur der 
Oper und Hochschullehrer für Dramatische Kunst, hatte nie etwas mit 
Komposition zu tun. Gerade eiine kunstpolitische Dokumentation 
berechtigt nicht zu solchen Fehlern. 

HfM = Hochschule für Musik. 

Geschichtsfälschung IX, 1997: 

"(...) Diese Oper (= Peer Gynt) war nicht nach dem Geschmack des 
allmächtigen >Reichspropagandaministers<, und somit war der Komponist 
schnell als Zielscheibe freigegeben. Der Theaterdiplomat Tietjen übersah 
das sehr viel zielsicherer als der politisch eher naive Werner Egk. Er 
überredete diesen zu einer im Grunde unwesentlichen dramaturgischen 
Raffung. In dieser Form wurde die Oper am 19. Mai 1939 bei den 
>Reichsmusiktagen< in Düsseldorf aufgeführt (...). Für den NS-Film 
>) ungens< komponierte er die Musik unter der Bedingung, daß er keine 
Liedtexte vertonen müsse" (Franz R. Miller: "Genies sind fleißiger als 
Talente". Ein Lebensbild des Komponisten Werner Egk. In: Werner Egk. 
Komponisten in Bayern, Bd. 29. Tutzing, 1997. S. 29. Provenienz: Ulrich 
Blomann, mit Dank). 


E 1414 





Miller verschweigt, daß Egk keine "Zielscheibe" war, weil der 
Minister ohne Hitler dies nicht gewagt hätte; den Ausschlag gab Hitlers 
Bewunderung des Werks. ohne dramaturgischen Eingriff. Auch blieb dem 
bayerischen Musikhistoriker verborgen, weil er nicht so weit ging, sich den 
Film anzusehen, daß die Filmmusik gleichwohl Text enthielt, so auch den 
"Marsch der deutschen Jugend". 

Geschichtsfälschung X, 1998: 

"Auf jeden Fall beschnitt Egks Berufung auf einer nominell 
untergeordneten, aber in Wahrheit außerordentlich einflußreichen Ebene 
nach dem Juli 1941 die Macht von Drewes (...) wie die von Raabe (...)" 
(Kater Il. S. 49). 

Der "DRPoH" ignoriert, daß die RMK den Dienstweg erforderte, 
weswegen Egk, hätte er denn gewollt, weder dem Abteilungsleiter Musik 
im RMVP noch seinem Dienstherrn Raabe - beide ihm gegenüber 
weisungsbefugt - auch nur ein Quentchen Macht abschneiden konnte. 
Geschichtsfälschung XI, 1998: 

(...) Der Schwabe Egk, geboren 1901 (...)" (Kater Il. S. 354). 

Der "DRPoH" ignoriert, daß der Geburtsort politisch stets zu Bayern 
gehörte. 

Geschichtsfälschung XII, 1998: 

"(...) Im allgemeinen mochten sie jedoch Egks Handlungsführung 
nicht, denn sie stellte nicht eine heroische Hauptfigur heraus (wie in dem 
früheren Stück von Dietrich Eckart, Hitlers oft bezechtem Münchner 
Freund), sondern einen herumstreunenden Verlierer. (...)" (Kater Il. S. 
355). 

Der "DRPoH" unterschlägt, daß Peer Gynt so dargestellt war, wie 
Ibsen ihn angelegt hatte und daß Dietrich Eckart kein Stück schrieb, 
sondern lediglich Ibsen übersetzte. 

Geschichtsfälschung XIll, 1998: 

"(...) Um 1940 scheint Egk einer der führenden neuen deutschen 
Komponisten gewesen zu sein. Er begann, in den künstlerischen Medien 
mit kulturpolitischen Maximen um sich zu werfen, die in den Ohren der 
Nazis schmeichelhaft klangen. (...)" (Kater Il. S. 356). 

Der "DRPoH" ignoriert, daß jenes bereits 1933 auf Egk zutraf, dieses 
aber nie, weil niemand in "künstlerischen Medien" mit "kulturpolitischen 
Maximen um sich werfen" kann. 

Geschichtsfälschung XIV, 2001: 

"(...) Egk, der kein Mitglied der NSDAP gewesen sein soll, wurde 
durch seine hervorgehobenen Stellungen in die Kulturpolitik der 
Nationalsozialisten eingebunden (...)" (Andreas J aschinski: Namensartikel. 
"MGG" Band 5, Kassel, 2001. Sp. 119). 

"(...) gewesen sein soll" - das ist nicht nur unwissenschaftlich, 
sondern widerwärtige Gerüchtemacherei mit dem Ziel politischer 
Aburteilung. Dabei fehlt Egk in der ZKNSDAP, und nur in einer 
"hervorgehobenen Stellung" wirkte er 1941-44 - recht untergeordnet - für 
die NS-Kulturpolitik. Jaschinski war Angestellter des Bärenreiterverlags 
und - leider - Mitglied der MGG-Redaktion. 


E 1415 





Geschichtsfälschung XV, 2003: 

"(...) Aus einer Zeitungsnotiz zu einem Egk-Symposium in 
Donauwörth erfuhr ich dann, daß es offenbar Kontroversen um eine 
Parteizugehörigkeit gab. Näher recherchieren dazu konnte ich nicht, denn 
das Bandmanuskript mußte in Satz, und so kam die von Ihnen 
beanstandete Formulierung zustande, die ich als neutral verstanden 
wissen wollte, da es offenbar noch einen offenen Diskussionsstand gab. 
(...)" (Dr. Andreas Jaschinski an Fred K. Prieberg, 2/V1/03). 

Wer ernstnimmt, was ein Journalist über ein Symposium 
hinschmiert, obwohl längst offenkundig ist, daß das selbstdarstellerische 
Geschwätz selbst von achtungswerten Musikologen bei solchen Anlässen 
keine historischen Fakten sichert, sollte die Finger von der neuen MGG 
lassen und erst einmal wissenschaftliches Arbeiten lernen. 
Geschichtsfälschung XVI, 2004: 

"(...) wurde 1901 in dem schwäbischen unweit von Augsburg 
gelegenen Dorf Auchsesheim geboren. (...)" (Kater Ill. S. 11). 

Der "DRPoH" em. ist schwach in Geographie, zieht trotzdem weder 
Atlas noch Konversationslexikon zu Rate. Lieber täuscht er seine Leser 
wiederum, als liege der Geburtsort nicht seit langem auf dem Boden des 
Staates Bayern. 

Geschichtsfälschung XVII, 2004: 

"(...) Im November 1940 half ihm (= Graener) Egk, Komponisten 
ernster Musik (...) zu verteidigen, deren Anteil an Tantiemen durch 
Vertreter leichter Unterhaltungsmusik (...), angeführt von Norbert 
Schultze und Marc Roland, bedroht wurde; sie verlangten einen größeren 
Anteil für ihre Fraktion. (...)" (Kater Ill. S. 23). 

Der "DRPoH" em. mißdeutet wieder einmal, was vorging, daß die U- 
Musiker - nachdem der Minister die Situation entdeckt und Korrektur 
verheißen hatte - nicht mehr ein Drittel des Gesamtaufkommens den E- 
Musikern spenden wollten, die sich immer höheren Wert beilegten. 
Geschichtsfälschung XVIIl, 2004: 

"(...) Wenn das Schicksal des Titus den Biographen Egks einerseits 
sehr zugute kam, um relative Machtlosigkeit des Komponisten innerhalb 
des gesamten Verwaltungsapparats der Nazis zu demonstrieren, so dürfte 
es auch als Beweis dafür dienen, daß Egk (...) kein Freund der Nazis war - 
somit war seine Entscheidung, in musikpolitischen Angelegenheiten mit 
ihnen zu kollaborieren, umso verachtenswerter (...)" (Kater Ill. S. 33). 

Kater bricht Strafrecht (StGB 8 189), indem er die Zeitfolge 
ignoriert. Egk ging 1941 in die RMK-Funktion; Titus mußte erst im 
Dezember 1942 zur Wehrmacht, diente rund ein Jahr in der 
Beobachtungs-Ausbildungs-Abteilung 7, und erst am 9/XI/44 gab ihn das 
Wehrmachtgefängnis Freiburg an die 3. Kompanie, Feldstrafgefangenen- 
Abteilung 13 ab, womit er aktuell bedroht war. Egk hat nicht "mit den 
Nazis kollaboriert", wie der Verleumder Behauptet. 

Geschichtsfälschung XIX, 2004: 

"(...) Ebenso wenig war das Münchner Gericht über entscheidende 
Stationen von Egks offiziellem Aufstieg im Dritten Reich informiert, zum 
Beispiel, dass ihm (...) der hohe Nazi-Orden verliehen worden war (...)" 


E 1416 





(Kater Ill. S. 38). 

Der "DRPoH" em. fälscht den Sinn des Kriegsverdienstkreuzes, um 
zu denunzieren, wie gewohnt in schwammiger Formulierung. Es handelte 
sich um ein hunderttausendfach für nichtmilitärische Verdienste 
verliehenes Ehrenzeichen, zwar 1939 von Hitler gestiftet, doch nicht als 
Orden, erst recht nicht als "hoher Nazi-Orden". Die Fälschung kann nur 
den Sinn haben, Egk als "Nazi" zu verleumden. 

Geschichtsfälschung XX, 2004: 

"(...) Bei all seiner Hingabe an die Sache der Musik im Dritten Reich 
nach 1941 und seinen späteren Funktionen in der Reichsmusikkammer 
mag Werner Egk doch eine gewisse Feindseligkeit gegen die 
Nationalsozialisten gehegt haben, denn die Details über das tragische 
Schicksal seines nazifeindlichen Sohnes Titus sind glaubwürdig, und Egk 
war an dessen Sozialisation stark beteiligt. (...)" (Kater Ill. S. 353). 

Egk hatte nur eine RMK-Funktion. Das tragische Schicksal des Titus 
war erst Ende 1944 zu erwarten, als er der Feldstrafgefangenen-Abteilung 
13 zugeteilt wurde, die im März 1945, unterstellt der 2. Armee, in Ost- 
und Westpreußen eingesetzt war. Vermißt- oder Todesmeldung liegt nicht 
vor. Egk hoffte noch Jahre nach 1945, daß Titus zurückkehren werde. 
Geschichtsfälschung XXI, 2004: 

"(...) Werner Egk riskierte 1938 die Zensur, als seine Oper Peer Gynt 
den nordischen Protagonisten in einer lateinamerikanischen Bar zeigte, 
betört von expotischen Frauen und den Klängen eines jazzigen Tangos" 
(Kater Ill. S. 354). 

Egk riskierte gar nichts, da jede neue Oper vor UA das gutachtliche 
Plazet der RMK bzw. Abt. T im RMVP benötigte. Dramatik kommt nicht 
zustande ohne abschreckendes Negativbild. Das Lob der NS-Presse war 
einmütig. 

Geschichtsfälschung XXIl, 2004: 

"(...) Priebergs Mitteilung, dass Egk sich selbst einen Preis über 
4000 Reichsmark verlieh, beruht auf einer Fehldeutung der urkundlichen 
Beweise, die eindeutig zeigen, dass er trotz des Drängens der anderen 
J uroren in der RMK (gemäß seines ursprünglichen Vorschlags) keinen 
bekam (...)" (Kater Ill. S. 381 Fußnote 61). 

In Katers Quelle, "Musik im NS-Staat", S. 267, steht kein Wort von 
"Preis", sondern nur von Verteilung eines RMVP-Zuschusses, nicht wie 
dieser Falschleser seinem Publikum vorschwindelt, Preisverleihung durch 
'"Juroren"; daß Egk sich selbst 4000 RM "verlieh", behauptet dieser 
miserable "Historiker", nicht aber die Quelle. Die sagt deutlich, Egk habe 
lediglich im vorbereitenden Ausschuß gesessen, aber ein Hauptauschuß - 
Hinkel, Drewes und STAGMA-Direktor Ritter - habe die Summen verteilte; 
kein Wort davon, ob oder daß Egk tatsächlich kassiert hatte. Seine 
Unterstellung stützt sich auf "Korr. BAB Egk" - ohne Angabe von Daten 
oder Korrespondenzpartnern im Bestand Egk des Bundesarchivs! 


Information: FA, MM2, KDMK, RML, LdCh, SML, MGG, LdBl. 


E 1417 





Egler, Ludwig 
Bad Rappenau, 19. Juni 1894 - Karlsruhe, 8. August 1965. 
Sohn eines Obersteigers; Konzertsänger - auch zur Laute - und Komponist 
in Karlsruhe, Lehrer für Lautenspiel am Konservatorium. 
Auch nach 1945 in Karlsruhe, zuletzt i. R. 
Werke: Lieder zur Laute; Chöre, so der MCh "O Heimat, wie bist du so 
wunderschön" (1933). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Am Bachbett brennt die bittre Beere in ihrer Reife tiefstem Rot (T: 
von einem Soldaten seinem gefallenen Unteroffizier Christian Brandt 
zugeeignet) (1915). 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 
"Da ruhn die Treuen still beisammen, 
gebettet all zum letzten Schlaf, 
verklärt im Glanz der Sonnenflammen, 
all die, die heut die Kugel traf. 


Und auch mein Freund ruht in der Erden, 

mein Herz, was schlägst du laut und jach? 

Auch du mußt balde stille werden! 

Drum still, mein Freund, ich komme nach". 
In: 
Kriegslieder des deutschen Volkes (1939); Soldatenlieder von Front und 
Heimat (1940); Volksliedsingen im Schulfunk 23 (Februar 1940). 

Information: DML, FA. Nicht im DMK 1942. 


Ehlers geb. Pulay, Alice 
Wien, 16. April 1890 - Los Angeles, Cal. (USA), 1. März 1981. 
Cembalistin, Schülerin von Wanda Landowska, bis 1933 Lehrerin an der 
Musikhochschule Berlin. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jüdin denunziert. 

Sie emigrierte 1933 nach London und wirkte seit 1936 in den USA, 
hier ab 1942 Professorin an der University of Southern California in 
Hollywood. Zuletzt i. R. in Los Angeles. 

Information: DML, FA, KDMK, RML. 


Ehlers, Heinrich 
Schleswig, 1. August 1896 - Schleswig, 17. Dezember 1975. 

Militärmusiker; ausgebildet an der Musikhochschule Berlin, MM seit 
1/111/29, Leiter des Musikkorps des I./IR 3 Marienburg und des dortigen 
Militärgesangvereins; dann ebenda des Musikkorps des IR 45, ab 1/X/38 
OMM, zuletzt beim Ausbildungs-Btl./ IR 3. 

Nach 1950 bis 1966 als MM a. D. in Schleswig, danach hier i. R. 
Werke: Charakterstücke und Märsche. 


E 1418 





Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Aufzug des J ungvolks. Charakterstück für Infanteriemusik (Norag, 27/ 

X/33; RS Königsberg, *30/1/35, MZ der SS-Standarte 18, Dgt. W. Hering; 

DtldS, 25/1/36, MZ der SA-Brigade 29) [O]. 

Reitergeist. Marsch (Orag, 9/X11/33) [HL]. 

Parade der kleinen Braunhemden. Marsch (RS Stuttgart, 10/1V/34). 

Morgenrot der neuen Zeit. Marsch (1934; RS Hamburg, 11/1/35) [O]. 
Information: FA (Geburtstag: 18/VIII). 


Ehlers, Paul Alexander 
Honolulu (USA), 10. Mai 1871 - München, 1941. 
Musikschriftsteller in München-Solln; Opernreferent der "Bayerischen 
Staatszeitung" und der "Zeitschrift für Musik". 1934 Pressechef der 
Bayerischen Staatsoper. Leiter des Bachvereins München. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 1.723.013. Landesleiter des KfdK Südbayern, 
Musikreferent des KfdK in München. 
6. Dezember 1933: 

Ehlers, KfdK, teilt Oberbürgermeister Fiehler mit, der Münchner 
Bachverein habe seine Vorstandschaft umgestaltet und beschränke sich 
nun auf die Pflege repräsentativer Werke und unbekannter a capella-Musik 
aus der Bachzeit; er habe Unterstützung vom KfdK zugesagt und sich 
bereit erklärt, den Vorsitz zu übernehmen (Quelle: Stadtarchiv München, 
Kulturamt/265; Provenienz: Ulrich Blomann, mit Dank). 

26. Juni 1934: 

"(...) Der M.B.V. stand bis dahin, was mit seinem Namen 
schlechterdings unvereinbar war, stark unter jüdischem Einflusse; sowohl 
in der Vorstandschaft, als auch in seinem Mitgliederstande herrschte das 
jüdische Element. Dieser fremdrassige Einfluß mußte zuerst beseitigt 
werden, was ziemlich leicht gelang, weil mein Name schon seit einem 
Menschenalter die Ehre genießt, auf der schwarzen Liste des >C.-V." zu 
stehen. Zugleich mit dieser Säuberungsaktion begann ich, Weg und Ziel 
des M.B.V. durch die innere Umgestaltung klarer und fester aufzuzeigen. 
ER 

Für mich ist letzter Zweck des Münchner Bach-Vereins jedoch nicht 
einmal die stilgerechte und gemüthaft-deutsche Aufführung der Werke 
Bachs und seiner Geistesverwandten; diese ist nur ein Mittel, nicht der 
Zweck; sie ist die notwendige und unumgänglich erforderliche 
Voraussetzung für das eigentliche Ziel: die erkrankte und verirrte Seele 
des deutschen Volkes, soweit deutsche Musik dies zu tun imstande ist, 
wieder gesund zu machen und in ihre Heimat zurückzuführen" (Ehlers, 
Denkschrift, an Oberbürgermeister Fiehler, 26/V1/34; Quelle: wie oben, 
Kulturamt/176; Provenienz: Ulrich Blomann, mit Dank). 

M.B.V. = Münchner Bachverein; C. V. = (jüdischer) Central-Verein. 
Das Regensburger Bruckner-Erlebnis ("ZfM" CIV/7, Juli 1937. S. 
747-748). 





E 1419 





Richard Trunk ("ZfM" CVI/2, Februar 1939). 

Musterbeispiel politischer Reklame in Form einer Musikerbiografie. 
Die Musik und Adolf Hitler ("ZfM" CVI/4, April 1939. S. 356 f.). 

Zitat: 

"(...) Der Geist des die Riesenquadern seine Werke ins Erhabene 
emporschichtenden Baumeisters der Töne ist seinem eigenen Geiste 
verwandt von Ewigkeit her, wie ähnlicher Weise Richard Wagners 
germanisch-heldische Dramen in ihm die Saiten der Weltweite und der 
tatfrohen Manneskraft mitschwingen lassen, die >Meistersinger< mit ihren 
das Leben widerspiegelnden Tönen an sein sinnenhelles Gemüt, an seine 
Ehrfurcht vor meisterlicher Werktreue und an seine Liebe zu der über 
Spießertum und Beschränktheit selbstsicher hinwegschreitenden Freiheit 
sieghafter J ugend hier, junggebliebener, wissender und klug handelnder 
Erfahrung dort rühren. Daß er indessen nicht nur dem Heroischen und 
dem vom Begrenzt-Individuellen ins Allgemeingültig-Große Gesteigerten 
zugewandt ist, sondern auch die >stilleren< Meister zu ehren weiß, sofern 
sie nur >deutsch und echt< sind, mag man u. a. daraus ersehen, daß er 
erst vor kurzem die Aufstellung der Büste Robert Schumanns in der 
Ruhmeshalle der Walhalla angeordnet hat" (S. 361). 

Ein besonders absurdes Beispiel für den antisemitisch unterfütterten 
Personenkult um Hitler; allerdings verschaffte es dem Musikschriftsteller 
keine außerordentlichen Vorteile, weil solches damals wohl ganz richtig 
eingeschätzt wurde. 

Information: DNML, FA (Geburtsjahr: 1881). Laut Stadtarchiv 
München (11/XI/98) verfüge es zu Paul Ehlers über keine Angaben. Das 
Referat Einwohnermeldewesen, Kreisverwaltungsreferat München (26/IX/ 
01), gab andernorts bekannt, P. Ehlers sei im Melderegister nicht zu 
ermitteln. 


Ehmann, Walter 


Die schönsten Männer gibt's beim Militär (eigener T). Marschlied 
(1937) [Novität, Berlin]. 


Ehmann, wilhelm 

Freistatt/ Hannover, 5. Dezember 1905 - Freiburg i. Br., 16. April 1989. 
Sohn eines Diakons; in Bethel aufgewachsen, hier Mitglied der 
Posaunenbewegung des Pastors Kuhlo, Dr. phil. Freiburg i. Br. 1934 (Adam 
von Fulda als Vertreter der ersten deutschen Komponistengeneration), 
Habilitation ebd. 1937; Musikpädagoge; zunächst in Freiburg 
Volksschullehrer und bis 1937 Kantor der Christuskirche, auch Mitarbeiter 
der Lobeda-Bewegung Carl Hannemanns; 1934 Assistent, 1938 Dozent 
der Universität Freiburg, auch führender Mitarbeiter des Staatl. Instituts 
für deutsche Musikforschung Berlin und 1935-43 Mitherausgeber, dann 
Hauptschriftleiter von dessen Zeitschrift "Deutsche Musikkultur"; 1940-45 
als Amtsnachfolger des aus rassistischen Gründen entlassenen 


E 1420 





Lehrstuhlinhabers Wilhelm Fischer a. o. Professor der Universität 
Innsbruck. 1943 mit Wehrbetreuung befaßt und Referent für Erziehung 
und musikal. Feiergestaltung im Führungsstab des Oberkommandos der 
Kriegsmarine (OKM), Singeleiter der Marinekriegsschule Mürwick. 

Nach 1945 führend im Arbeitskreis für Hausmusik; 1948 
Landeskirchenmusikwart, 1949-72 Direktor der Westfälischen 
Landeskirchen-Musikschule in Herford mit Wohnsitz Lippinghausen. 
Einzelmitglied des Deutschen Musikrats. Er gastierte 1961 als Dirigent der 
Westfälischen Kantorei in den USA, 1967 in England, hier sogar mit einem 
Gedenkkonzert in der von der deutschen Luftwaffe 1940 "ausradierten" 
Stadt Coventry. 

Werke: u. a. Liedsätze, Hgb. von Ausgaben und Gesamtausgaben alter 
Musik; pädagogische Literatur, so "Die Chorführung", 2 Bände (Kassel, 
1949, 1956), "Gegenwärtige Aufgaben der Singbewegung" (Kassel, 1953), 
"J. Kuhlo, ein Spielmann Gottes" (Witten, 21956); "Das Bläserspiel" 
(Kassel, 1961). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.584.193, auf Antrag vom 1/V/37. 1933 k. 
Landschaftsfachamtsleiter für Volksmusik in Baden, Reichsbund Volkstum 
und Heimat; Gaubeauftragter für öffentliches Volksliedsingen im 
Deutschen. Volksbildungswerk, Gau Baden. 1938 Mitglied der 
Orgelarbeitsgemeinschaft im Kulturamt der RJF. Dozent vieler 
Schulungslager der RMK für Musikerzieher. 1940 Leiter des 
Musikschulwerks Gau Tirol. 

18. und 19. Mai 1935: 

Gauchormeister Ehmann leitet in Neustadt/ Schwarzwald das 
"Maisingen" des Bundes der Lobedachöre, Gau Südwest (Baden, 
Schwaben). 

Die Liederstunde des Volkes = Flugschrift des Arbeitskreises für 
Hausmusik Nr. 2 (1936). Auch in: "Deutsche Musikkultur" 1/1, April-Mai 
1936, S. 74-83 [B]. 

Zitat: 

"(...) Es gibt keine Selbsthilfe des Liedes. Eine Volkwerdung allein 
aus dem Singen ist unmöglich. Beides wird von der Idee gesetzt, der 
beides dient. Zum geschichtlichen Lied kommt das Gegenwartslied hinzu; 
anstelle einer fernen Waldwiese wird ein mittengelegener Marktplatz 
gewählt; für den ausgesonderten Jünger tritt der nächste Volksgenosse 
ein; eine romantische Ideologie wird durch die politische Wirklichkeit 
ersetzt. Nach dem Kriege sind musikalische Renaissancen und 
Restaurationen, ist ein musikalischer Historismus und romantisierender 
Idealismus entstanden. Dauer und Fruchtbarkeit der hier lebendig 
gewordenen wertvollen musikalischen Kräfte wird davon abhängen, ob 
ihnen ein echter Bezug zum Politischen gelingt, ob sie in den Kern einer 
wahrhaft politischen Arbeit neu sich einzuschmelzen vermögen. Das 
romantische Denken ist im politischen Denken zu überwinden. Nicht in 
einem künstlich gestellten Lebenskreis fern der Wirklichkeit kann dem Lied 
eine Heimstätte bereitet werden; sondern der Singleiter eines SA- 
Sturmes, einer Ständekameradschaft, eines Jugendverbandes schafft dem 


E 142] 





Lied in seiner Lebensgemeinschaft als einer Grundform unseres 
Wirklichkeitslebens eine neue Keimzelle, einen neuen Wurzelboden. Im 
Kampflied der SA, im Zunftlied des Handwerkerstandes, im Bekenntnislied 
der HJ findet die betreffende Lebensgemeinschaft sich selbst; im Singen 
baut sie ihre eigene Lebensform aus. Das Lied wird damit zum 
Wesensbestandteil dieser Gemeinschaft. Das Singen ist keine >rein 
musikalische< Sache mehr, sondern eine politische Arbeit. Das hat seine 
weitgehenden Folgerungen für Person und Stellung des Singleiters, für 
Liedwahl und Singart. In solcher politischen Lebensgemeinschaft ist das 
Lied wesensmäßig verzahnt; es ist den wirkenden Mächten des Lebens 
verschmolzen. 

(...) Wir stehen unter der Aufgabe, ein Zeitalter zu überwinden, das 
wir das liberale zu nennen gewohnt sind. 

(...) Die politische Geschichte lehrt, daß die Kraft zur Überwindung 
eines alten Zeitalters nur aus einer neuen Weltanschauung wächst. Das 
gilt auch für den musikalischen Bereich. Die neue Musikgesinnung heißt 
>Volkslied< als gemeinsame Lebenshaltung. Der Marsch in die Zukunft ist 
angetreten. Er wird als harter Kampf geführt. Es sehe jeder zu, daß er an 
seinem Platz den rechten Tritt fasse" (S. 79, 83). 

11. bis 17. Oktober 1936: 

In Wiesbaden leitet Ehmann ein Schulungslager der Fachschaft 
Musikerzieher der RMK mit Teilnehmern aus fast ganz Deutschland. 
Reichsmusiktage der HJ ("Deutsche Musikkultur" 11/5, Dezember 1937- 
Januar 1938, S. 315-317). 

Vom Marschlied und seiner Lebensform ("Mi) uV" 1/1937-1938. S. 
479-486). 

Musikwissenschaft und musikalische Volkskunde ("Deutsche 
Musikkultur" IIIl/1 April-Mai 1938, S. 3-14). 

Musikalische Feiergestaltung. Ein Werkweiser guter Musik für die 
natürlichen und politischen Feste des Jahres (1938). Feste und Feiern 
deutscher Art, Heft 27. Bearbeitet von W. Ehmann [HVA]. 

Da auch einige "nichtarische" Verlage politisch brauchbare Titel 
publiziert hatten, kennzeichnete Ehmann diese mit einem Sternchen, so z. 
B. die Verlage Eulenburg und Peters in Leipzig. 

Aus dem Vorwort: 

"(...) Auch die musikalische Werkanlage muß diese 
Ausführungsart berücksichtigen. Der Tonsetzer wählt bei der Vertonung 
einer vorliegenden Dichtung nicht eine beliebige Besetzung, die ihm 
besonders gut und eigenartig zu >klingen< scheint, etwa für Solo-Alt mit 
Fagott; sondern die Besetzung der politischen Mannschaft 
ist auch die Besetzung seines musikalischen Werkes. Der 
Mannschaftsführer erhält sein Wort, der Fahnenträger seinen Spruch, der 
Mannschaftschor sein Lied. Auch die Instrumente sind festgelegt. Die 
militärischen Gebrauchswerkzeuge werden zu künstlerischen Aufgaben 
entwickelt. Die Träger der politischen Handlung sind 
zugleich die Träger der musikalischen Handlung. Der 
politische Führer ist führend auch in die künstlerische Gestaltung 
eingespannt. Dadurch bleiben höchste Kunst und größtes Können 


E 1422 





unmittelbar - oder mittelbar durch mehrere Zwischenglieder - an den 
setzenden Sinnbereich von Fahne und Führung gebunden" (S. 16). 
Musikalische Feiergestaltung. Ein Werkweiser guter Musik für die 
natürlichen und politischen Feste des Jahres. Teil 2. Instrumentalmusik 
(1939; 1. und 2. Teil, erweiterte 21944). Feste und Feiern deutscher Art 
29. Bearbeitet von W. Ehmann [HVA]. 

Der Westwall im Lied ("Deutsche Musikkultur" IV/2, Juni-Juli 1940. S. 
159). 

Ehmann zeichnete mit seinem Kürzel Eh. 

Collegium musicum in der Wehrbetreuung ("Deutsche Musikkultur" 
VIl/1, April-Mai 1942, S. 14-19). 
Information: MM2, KDMK, RML, MGG, LdCh, SML, LdBl (diese drei mit 
Geburtsjahr 1904). Die NSDAP-Karteikarte hat 1905. 

Zu empfehlen ist ein sachlicher, nichts beschönigender Aufsatz: 
Ekkehard Lippold, "Wilhelm Ehmann und der Nationalsozialismus" in: 
Zwölf Männer prägten die Posaunenarbeit. Beiträge zur Geschichte 
evangelischer Posaunenarbeit, 2. Lieferung (Gütersloh, 1991). S. 
191-221. 


Ehre, Freiheit, Vaterland = Schwöret bei der blanken Wehre 


Ehrenberg, Carl 
Dresden, 6. April 1878 - München, 12. Februar 1962. 

Sohn eines Historienmalers und einer Konzertsängerin; Schüler von F. 
Draeseke, Kapellmeister und Musikpädagoge, vorübergehend in Berlin 
Lehrer für Opernensemble am Sternschen Konservatorium, 1925-30/1V/35 
an der Musikhochschule Köln, dann bis 1945 a. o. Professor und Leiter der 
Opernschule an der Akademie der Tonkunst München und Lehrer für 
Dirigieren. 

Nach 1945 weiterhin in München, nun i. R. 
Werke: u. a. symphonischer Prolog zu einem vaterländischen 
Gedenkspiel (1916); "Anneliese", Nordische Ballade zu eigenem Text Op. 
24 (Düsseldorf, 1922; Lübeck, 16/1/35); Musik zu einem deutschen 
Märchenspiel Op. 35 (1937); Romantische Ouvertüre für Orch (1938); 
Goethe-Lieder (1939); Sonate für Violine und Klavier (1939). 


NSDAP seit 1/VIIl/32, Nr. 1.240.737. 1934 Mitglied des Großen Rats des 
Berufsstandes der dt. Komponisten (RMK); Städt. Musikbeauftragter für 
München ab 1936. 
5. Mai 1933: 

Die "AMZ" LX/18 bringt einen politisch-denunziatorischen Angriff 
gegen Fritz Jöde, u. a. mit Unterschrift von C. Ehrenberg. 
Op. 27. Dein Vaterland, für Chor und Orch (1927; u. a. München, *Juli 
1937, zum Tag der Dt. Kunst). 
Op. 34. Festliches Vorspiel zu einer nationalsozialistischen Feier 
(München, 1935; auch bei der Tagung der DAF auf dem RPT 19386 - F. 


E 1423 





Adam mit dem NSRSO - und 1938 und als RSdg am *9/X1/37 und *30/1/ 
38, Gr. Orch des DtldS, Dgt. H. Stange; München, *19/1V/39, zur 
Festsitzung des Stadtrats an Hitlers Geburtstag) [VfdM, München]. 

Tondokument - vom 19/1V/39 - im DRA: 52.12022. 

Ausführende: Mitglieder des Bayer. StaatsOrchs und der Trappschen 
Musikschule, Dgt. A. Mennerich. 

Das Werk verwendet Titel wie "Flamme empor","Volk ans Gewehr" 
und "Brüder zur Freiheit, zur Sonne". 

25. Juli 1934: 

"(...) übersende ich Ihnen einliegend das Textbuch meiner Oper 
>Annelise<, die ich kürzlich einer teilweisen Neubearbeitung unterzogen 
habe. 

Das Werk gelangte bereits 1922 auf dem Tonkünstlerfest in 
Düsseldorf zur Aufführung und zwar, wie die gesamte Presse berichtete, 
mit stürmischem Erfolge. 

Dennoch mußte ich bald erkennen, daß die damaligen kulturellen 
Machthaber nicht gesonnen waren, ein Werk von so ausgesprochen 
deutscher Empfindung und so ernster ethischer Haltung aufkommen zu 
lassen. Es schien auch tatsächlich in jener amoralischen intellektuellen 
Epoche fehl am Ort zu sein. Ich sah mich daher veranlaßt, mein Werk 
vorläufig zurück zuhalten in der festen Überzeugung, daß die Zeit nicht 
allzu fern sei, wo auf der deutschen Bühne wieder deutsche Kunst möglich 
sein würde. 

Diese Zeit ist gekommen! Und ich glaube einigen Grund zu der 
Annahme zu haben, daß die deutschen Bühnen jetzt meinem Werke die 
Beachtung schenken, die sie ihm zuvor versagten. Und wenn Sie, 
verehrter Herr Doctor, etwas hierzu beitragen wollen, wäre ich Ihnen sehr 
dankbar. (...)" (Ehrenberg an RMVP, Dr. Schlösser, 25/VI1/34. Quelle: BAR 
55/ 20169. Blatt 204). 

Ehrenberg versuchte zu täuschen. Die Rechte der Oper samt 
Vertrieb hielt Ries & Erler; der Komponist konnte sie also nicht 
"zurückhalten", weil dies Verlegerinteressen geschädigt hätte. 
Erfolglosigkeit stets als Machenschaft der politischen Gegner auszugeben, 
war ständige Ausrede. 

20. September 1934: 

"Ihr Textbuch der Oper >Annelise< habe ich mit lebhaftem Interesse 
gelesen. Obgleich ich finde, daß die 2. Hälfte des Stückes etwas abfällt, da 
die Handlung dort in Mystik erstickt, käme es doch auf die Musik an. (...)" 
(Dr. Schlösser an Ehrenberg, 20/1X/34. Quelle: BAR 55/ 20169. Blatt 
205). 

Das Werk kam unter diesem Titel als "Nordische Ballade" nach 
Andersen im Stadttheater Lübeck am 16/1/35 auf die Bühne, blieb aber 
mit nur zwei Aufführungen so erfolglos wie zuvor. 

Über Gräber vorwärts: Für jeden, der als Freiheitspfand (T: H. 
Anacker). MCh (1936) [T]. 

In: 

Liederheft 1934. 


E 1424 





18. März 1937: 

Die Münchener Philharmoniker, Dgt. C. Ehrenberg, bieten dessen 
Musik zu einem dt. Märchen Op. 35 (UA). 

30. November 1937: 

Ein Konzert der Münchener Philharmoniker "Das Schaffen der 
Lebenden", Dgt. C. Ehrenberg, bietet - erstmals - dessen Tondichtung 
"Jugend" (Voluntas triumphans) für gr. Orch Op. 18. 

14. September 1940: 

Das 1. Konzert A der Stadt München-Gladbach, Dgt. H. Anraths, 
bietet die Romantische Suite Op. 34 von Ehrenberqg. 
Vorspiel für Orch (Ludwigshafen, *9/X1/40). 
Februar 1941, Nachricht: 

"Als Neuheit spielte das Saarpfalzorchester unter Friderich in einer 
Feier am 9. November das kunstvolle Kampflieder vereinende Vorspiel für 
Orchester von Carl Ehrenberg" ("Die Musik" XXXI11/5, Februar 1941. S. 
184). 

10. und 11. März 1941: 

Das 10. Sinfoniekonzert der Philharmon. Gesellschaft Bremen, Dgt. 
H. Schnackenburg, bietet - erstmals - das Vorspiel von Ehrenberg. 

20. Januar 1941: 

Das 3. städt. Konzert B in Dortmund, Dgt. W. Sieben, bietet - "zum 
ersten Male" - die Märchenmusik von Ehrenberg. 
2. April 1943: 

Die Münchener Philharmoniker, Dgt. C. Ehrenberg, bieten - erstmals 
- dessen Sinfonische Suite Op. 22. 

Information: DNML, DML, DDFL, FA, MM2, KDMK, RML, LdCh, MGG. 


Ehrentanz = Freunde kommet zu den Reihen 


Ehre sei dir, herrliches Volk der Germanen (T: F. Eugen Vardili). 
Vaterländisches Lied, zur Melodie "Feinde ringsum" (Gläser). 
In: 
Singendes Volk 1 (1933). 


Ehre sei Gott in der Höhe siehe: Gebhardi 


Ehret, Heinz 


Militärmusiker; Obergefreiter und Flötist im Musikkorps des IR 14 in 
Konstanz. 


Die deutsche Infanterie. Marsch (1941). 
Deutscher Waffensieg. Marsch (1941). 
Beide Titel für den Divionswettbewerb "Musik und Literatur" zur 


E 1425 





Gewinnung eines Divisionsmarsches. 


Ehrhard, Heinz Hermann 
Wiesbaden, 13. August 1905 - Wiesbaden, 15. Mai 1957. 
Vereinsdirigent in Wiesbaden, Leiter des MGV 1841 Wiesbaden-Biebrich, 
des MGV Kloppenheim und des MGV "Harmonie" Amöneburg. 
Nach 1945 weiterhin in Wiesbaden. 


NSDAP seit 1/111/37, 3.868.728. 
Wir glauben fest an Deutschland. Marschlied, onA, am 8/V/33 an Dr. 
Goebbels eingereicht (Quelle: BAR 55/ 1160). 

Das Promi gab das Werk ans Preuß. Ministerium für Wissenschaft, 
Kunst und Volksbildung weiter. Dieses schaltete die Musikabt. der Preuß. 
Akademie der Künste ein, pauschales Urteil, 3/V11/33: 

"Wir sind nicht in der Lage über jede der Kompositionen ein eigenes 
Gutachten abgeben zu können, weil diese Werke jeder individuellen Züge 
entbehren. Kompositionen dieser Art werden zu Hunderten verfertigt und 
kommen in Bezug auf künstlerische Qualität gar nicht in Frage. Die 
patriotische Einstellung der Einsender ist unverkennbar, leider entspricht 
diesem Wollen kein entsprechendes Können" (Quelle: BAR 55/ 1160. Blatt 
27): 

Wir glauben fest an Deutschland. Kantate für 3 gleiche Stimmen, 
Sprechchor, Einzelsprecher und Orch (Wiesbaden, 1938). 
Information: LdCh. 


Ehrich (Pseudonym) = Albert Ellmenreich 


Ehrich, Fritz 

Oldenburg, 14. Februar 1899 - ohne Ortsangabe, Ostfront (UdSSR), 28. 
September 1941 (nach Fronteinsatz im Lazarett). 
Sohn eines OMM, Militärmusiker; am 1/1X/19 demobilisiert, Wiedereintritt 
zum 1/XI1/22 beim IIl./IR 16, Oldenburg, 1928 zur Ausbildung an die 
Musikhochschule Berlin kommandiert, zum 1/VI/31 MM beim 1. Btl. 
(Jäger)/ IR2 Ortelsburg, am 1/X/38 OMM und am 1/111/41 zum StMM 
befördert. 


Ortelsburger J ägermarsch mit Soldatenchor (Ortelsburg, 1937). 


Ehrig, Clara 
Weimar, 31. Oktober 1866 - Stade, 28. Oktober 1950. 
Tochter eines Kaserneninspektors; zunächst in Hamburg-Altona, seit 1893 
Klavierlehrerin in Stade. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 


E 1426 





Marsch zur Wahl am *19. August 1934, am 10/VI11/34 an Dr. Goebbels 
eingereicht (Quelle: BAR 55/ 1168). 


Ehrke, W. 


Gebirgsjäger-Marsch (Marburg, 1942, in einem Militärkonzert). 


Ehrlich, Siegwart 
Leipzig, 17. Dezember 1881 - Barcelona (Spanien), 20. Januar 1941. 
Komponist von Operetten, Revuen und Schlagern in Berlin. 
Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 
1933 emigrierte Ehrlich und wirkte dann als Musikverleger in 
Barcelona. 
Information: FA. 


Eia, eia, schlaf mein Kindlein süße. Wiegenlied. 
In: 
Deutsches Frauenliederbuch (1935). 


Eia, Kindken, ick weege di, harr ick an Stöckche, denn slög ick di. 
Wiegenlied, niederdeutsch, aus Westfalen. 
In: 
RJF, Hohe Nacht der klaren Sterne (1938); Tut auf das Tor (1939). 


Eia, peia, Wiegenstroh, schläft mein Kind, so bin ich froh. 
Wiegenlied aus Nordböhmen. Aus: H. Wagner, "Schlaf, Kindlein, schlaf" 
(Reichenberg, 1936). 

In: 
Liederbuch des BDM (1934); Lieder unseres Volkes (1943). 


Eia popeia, das Breile ist gut. Aus Schwaben, dem Elsaß und der 
Schweiz, mündlich überliefert. 
In: 
Lieder unseres Volkes (1943). 


Eia, popeia, die Küchla. Volkslied aus Schwaben. 
In: 
Schwäbisches Liederbuch (*1938). 


Eia Weihnacht = Fassen wir die Hände 


E 1427 





Ei, Bauer, was kost' dein Heu? Verbreitetes Erntereigenspiel, so 
auch aus Schwaben, nach mündl. Überlief. aufgez. 
In: 
Singendes Volk 18 (1934); Lieder unseres Volkes (1943; im Dialekt). 


Eibenschütz, Jose 
Frankfurt a. M., 8. Januar 1872 - Sülzhagen im Harz, 27. November 

1952. 
Sohn eines Opernsängers und einer Kammersängerin; Pianist und 
Orchesterdirigent, 1928-34 Musikdirektor bei Norag/ RS Hamburg, dann 
entlassen. 

Von Brückner/Rock I fälschlich als "Volljude", in II und III als 
jüdischer Mischling denunziert. 

Nun emigrierte Eibenschütz in die USA. Er kehrte erst nach dem 
Krieg nach Hamburg zurück. 


12. Oktober 1933: 

Die Hamburger Philharmoniker, Dgt. Eibenschütz, bieten die 
Ouvertüre "Das befreite Deutschland" Op. 126 von Spohr (Norag, 
12/X/33). 

*9, November 1933: 

Das FunkOrch Hamburg, Dgt. Eibenschütz, bietet zum Gedenktag 
für die Gefallenen der Bewegung: 1. Beethoven: Coriolan-Ouvertüre. - 2. 
Liszt: "Tasso". - 3. Wagner: "Siegfrieds Tod und Trauermarsch aus 
"Götterdämmerung". - 4. Raff: Ouvertüre über den Choral "Ein feste Burg" 
(Norag, *9/X1/33). 

21. August 1934: 

Das FunkOrch Hamburg, Dgt. Eibenschütz, gastiert zur 
Funkausstellung zu Berlin im Funkturmgarten. 

*30. September 1934: 

Das FunkOrch Hamburg, Dgt. Eibenschütz konzertiert in einer RSdg 
zum Erntedanktag, unterbrochen von Berichten über die Fahrt des Führers 
durch Niedersachsen. 

17. Dezember 1934: 

Eibenschütz ist für diesen Tag letztmals im Rundfunkprogramm 
namentlich genannt. 

Information: DML, FA, RML, KDMK (Totenliste: Todesort Hamburg). 


Eibisch, Paul 
Bockwa bei Zwickau, 9. Dezember 1893 - Zwickau (DDR), 8. Mai 1959. 
Musikpädagoge und Konzertsänger (Tenor) in Zwickau, Lehrer an der 
Pestalozzi-Schule, Chordirigent und - Stand 1932 - Leiter des Zwickauer 
Männerchors; Musikreferent des Tageblatts, Korrespondent der 
"Allgemeinen Musikzeitung". 
Nach 1945 weiterhin in Zwickau. 


E 1428 





NSDAP seit 1/111/40, Nr. 7.535.755, auf Antrag vom 6/X11/39. NSLB ab 
30/V1/33. 

Deutschland, mein Vaterland. Lieder für die deutsche Jugend. Im 
Anschluß an das Musikbuch "Singen und Fröhlich sein" für Schule, Haus 
und Hitlerjugend hob. (1935) [Julius Klinkhardt, Leipzig]. 


Eichborn, H. 


Germanischer Sturmmarsch (1940) [C. F. Schmidt, Heilbronn]. 


Eichel, Richard 
Chemnitz, 26. Februar 1873 - ? 
Sohn eines Schlossers; 1901-23 Stadtkapellmeister in Waldheim/ 
Sachsen, Mittweidaerstr. 12 (1942), hier dann Inhaber des MV Bellmann & 
Thümer. 
Werke unter Pseudonym Paul Arens: U-Musik. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.962.940. 
Acht deutsche Volksweisen, bearb. für Blechmusik: 1. Lied der 
Deutschen: Deutschland, Deutschland über alles. - 2. Tapfers Herz. - 3. 
Ich hatt' einen Kameraden. - 4. Üb immer Treu und Redlichkeit. - 
5. Ich hab mich ergeben. - 6. Horst-Wessel-Lied. - 7. Wir treten 
zum Beten. - 8. Saarlied: Deutsch ist die Saar (1937) [B&T]. 
Information: FA. Auf Anfrage vom 28/V/98 reagierte das Stadtarchiv 
Waldheim nicht; das Bürgermeisteramt Waldheim ignorierte eine Anfrage 
vom 15/X/98. Damit brach die Stadtverwaltung Verwaltungsrecht, das für 
Bescheidung von Anträgen eine Frist von drei Monaten setzt. Auf 
Erinnerung an den Bürgermeister antwortete das Archiv Waldheim 
(4/X1/99) mit der Mitteilung, 1920-1960 sei im Standesamt Waldheim 
kein Eintrag Richard Eichel registriert. 


Eichenauer, Richard 

Iserlohn, 24. Februar 1893 - Goslar, 26. J uni 1956. 
Sohn eines Fabrikanten; Studium der Germanistik, neuerer Sprachen und 
Musik, 1919 Staatsexamen fürs Lehramt an höheren Schulen (Deutsch, 
Englisch, Französisch). Lehrer am Reform-Realgymnasium Bochum, 1924 
Prüfung für Gesangslehrer an höheren Schulen, 1927 Studienrat, 
Musikreferent des "Bochumer Anzeigers". 1935 von Reichsbauernführer 
Dr. Darre zum Leiter der Bauernhochschule in Goslar berufen. 
Werke: "Die Rasse als Lebensgesetz in Geschichte und Gesittung" 
(Leipzig, 1934, 21935, 31939); "Erntelieder" (1938); "Von den Formen der 
Musik" = Schriften zur Musikerziehung, Band 8 (Wolfenbüttel, 1943); 
"Heiliges Leben". Hgb. zus. mit Fritz Herrmann und Ewald Schäfer (Bad 
Godesberg, 1956). 


E 1429 





NSDAP seit 30/X/32, Nr. 1.448.515. SS mit Nr. 89.954, 1935 
Untersturmführer, 1936 Obersturmführer. Seit 1932 Mitarbeiter des SS- 
Rasse- und Siedlungshauptamtes. 1940 Träger des SS-Totenkopfrings. 


1930 
Über nordische Melodik ("Volk und Rasse", V/1, Januar 1930. S. 
30-35). 
Zitat: 


"Sollte sich nicht vielleicht erweisen lassen, daß die Araber, die 
schon die konsonante Natur der Terz und Sext kannten, diese Erkenntnis 
den Persern verdanken? Das würde beweisen, daß mindestens der 
persische Zweig der nordischen Rasse in seinem Harmoniegefühl dem 
germanischen und slawischen sehr nahe stand" (S. 33, Fußnote 1). 

Der Untermensch auf der Opernbühne ("Die Sonne" VIl/11, 
November 1930). 


1931 
Musikalische Kulturpolitik ("Deutschlands Erneuerung" XV/11, 
November 1931. S. 680-685). 
Zitat: 

"(...) Hält man einen Bert Brecht, den Verfasser von Texten, die 
deutschem Empfinden nur als unsittlich gelten können (Dreigroschenoper, 
Mahagonny, Mann ist Mann), für den geeigneten Mann, in einem von Kurt 
Weill vertonten >Lehrstück vom Jasager< der deutschen Jugend seine 
Anschauungen von Sittlichkeit zu unterbreiten? Hält man gerade Ernst 
Krenek für den geeignetsten Mann, zukünftigen deutschen Musikern 
geistig Verbindliches über >Komponieren als Beruf< zu sagen? 

(...) Der Komponist von >Jonny spielt auf< hat nach unserer 
Meinung nicht das Recht, zu einer deutschen Kulturgemeinschaft über 
>Komponieren als Beruf< zu sprechen. Ebensowenig wie er oder Arnold 
Schönberg oder andere Vertreter einer heute schon überwundenen Zeit 
atonaler Mißgeburten in einem >Volksliederbuch für die Jugend< sehr am 
Platze sind" (S. 681). 


1932 
Musik und Rasse (München, 1932; verbesserte und vermehrte 21937) 
[F. J. Lehmanns Verlag]. 
Zitat: 

"(...) Der Einfluß des Judentums auf die Tonkunst der Gegenwart ist 
deshalb so unheimlich groß, weil er sich keineswegs in dem Vorhandensein 
jüdischer Tonsetzer erschöpft. 

(...) Jüdische Kapellmeister stehen auf den bedeutungsvollsten 
Dirigentenposten; jüdische Sänger auf den Brettern der Opern- und 
Operettenbühne; jüdische Virtuosen in unsern Konzertsälen; jüdische 
Kritiker überfluten unsere Zeitungen und Zeitschriften; jüdische 
Ministerialräte, Professoren und Konservatoriumsleiter bestimmen, mit 
welcher Musik und Musikauffassung unsere Jugend aufwächst; jüdische 
Theater- und Konzertagenturen entscheiden, welche Künstler wir hören 


E 1430 





und welche nicht. Wer kann sich wundern, wenn sich dem Geschmack der 
großen Masse allmählich ein jüdisches Inbild überprägt? Wenn wir uns in 
der Kunst wie in allem andern mit immer rasenderer Schnelligkeit 
spätrömischen Verfallszuständen nähern?" ("Musik und Rasse", 11932. S. 
274). 

Eichenauer schrieb dies im klaren Bewußtsein der auch damals 
bekannten, freilich geleugneten Tatsache, daß der Anteil jüdischer Musiker 
an der Musikerpopulation des Deutschen Reiches gerade einmal bei 7 bis 
8 Prozent lag. 

Zitat (21937): 

"(...) Eins haben Atonalisten, Neutöner, Vierteltonmenschen usw., 
soweit sie Juden sind, für sich: sie gehorchen einem Gesetz ihrer Rasse, 
indem sie die harmonische Mehrstimmigkeit, die ihnen urfremd ist, 
folgerichtig zu zerstören suchen. Denn das >durchaus Neues, das die 
Atonalität angeblich bringt, ist in Wahrheit etwas durchaus Altes: jene 
Stufe der Mehrstimmigkeit, die wir überall auf der weiten Erde außerhalb 
des Gebietes der nordischen Rasse finden. Ebenso bedeutet die 
Einführung von Vierteltönen oder anderen Unterteilungen für 
vorderasiatische Menschen Rückkehr zu ihrer arteigenen Tonkunst; für 
nordische würde es lediglich ein Rückfall in längst überwundene Barbarei 
sein" (S. 302). 

Die naheliegende Frage, wie denn die Juden "nach dem Gesetz ihrer 
Rasse" die harmonische Mehrstimmigkeit bei ihrem Erscheinen zerstörten 
und warum sie damit bis zum 20. Jahrhundert warteten, fiel diesem 
zweifelhaften "Wissenschaftler" nicht ein. 

"(...) Was hat es zu bedeuten, wenn eine SA-Singschar den Vortrag 
ihrer Lieder mit >Wach auf, wach auf, du deutsches Land< beginnt? Wenn 
die Männer im schwarzen Rock der SS Schenkendorfs Lied >Wenn alle 
untreu werden< anstimmen, und zwar mit der Melodie des 
Wilhelmusliedes, die ihm der J ugendmusikführer Walther Hensel unterlegt 
hat? Wenn eine Schupomannschaft mit dem Liede >Wer recht in Freuden 
wandern will< zum Sportplatz zieht? Doch nichts anderes, als daß - 
bewußt oder unbewußt - die Erkenntnis sich durchzusetzen beginnt, daß 
dem Dritten Reich das wertvolle Liedgut aller Zeiten gehört. Es gibt Leute, 
die das mit Bezug auf das alte Volkslied bestreiten; es gibt sogar solche, 
die behaupten, die Stimmungswelt jener alten Lieder entspreche unserer 
heutigen seelischen Einstellung nicht mehr. Ich weiß nicht, wie es in der 
Seele derer aussieht, die solche ungeheuerliche Behauptung aufstellen; 
nationalsozialistisch meines Erachtens nicht" (S. 313). 

Eichenauer plädierte hier für Aneignung und Inanspruchnahme der 
Überlieferung, so weit sie für NS-Zwecke taugte. 


1933 
Besprechung I: 

"(..) fordert auch Eichenauer die Umwandlung Bayreuths in eine Art 
>germanisches Musik-Olympia<, wogegen zahlreiche gewichtige und nie 
widerlegte Gründe oft genug ins Feld geführt worden sind; ganz 
abgesehen davon, daß die Erfahrungen mit dem Sportolympia schrecken 


E 1431 





müßten. Abschließend warnt der Verfasser die heutigen Anhänger einer 
rassischen Erneuerung, daß bei etwaiger Wagnerfeindschaft sehr viel 
wertvolles Gedankengut weggeworfen würde, warnt sie auch vor der 
Bundesgenossenschaft mit dem unterirdischen Strom dunkler Gewalten, 
die >in hochtrabender Germanenkunst schlechthin ihren geborenen Feind 
sehen<, und stellt fest, daß das nachwagnerische Opernschaffen - mit 
wenigen leuchtenden Ausnahmen - so niedrig sei, >daß es nicht bis an 
den Sockel von Richard Wagners Standbild reicht<. 

Man darf wohl sagen, daß diese gesamte Untersuchung noch auf 
recht schwankendem Boden steht. Den einzelnen Punkten lassen sich 
leicht schwerwiegende Einwürfe entgegenstellen. (...) Nach wie vor bleibt 
unerforscht das große Geheimnis: Die Kometenbahn des Genies" (Otto 
Tröbes: Musik und Rasse. "Deutsche Kultur-Wacht" Il/1, 1933. S.19). 

Wenn schon ein musikologisch nicht vorgebildeter Autor derart 
fundamentale Zweifel anmeldete, ist nicht zu verstehen, weswegen sich 
so viele sonst ernstzunehmende Musikwissenschaftler überhaupt auf eine 
Diskussion solcher abstruser Thesen einließBen und Eichenauer dadurch die 
Ehre der professionllen Gleichrangigkeit verschafften. 

Besprechung II: 

(...) Traurig, daß Wagner, der Vorkämpfer deutsch-germanischen 
Wesens, zu seinem 50. Sterbetag als Dank des deutschen Volkes von 
einem deutschen Studienrat derart heimtückisch angegriffen wird. Das 
deutsche Volk wird Herrn Eichenauer für die Sonderleistung, seine größten 
Genien herabzusetzen, keinen Dank wissen. - Dagegen will ich gern 
anerkennen, daß das Buch Eichenauers vielen Neuland eröffnet und 
zahlreiche Anregungen ausgestreut hat und allenthalben zur 
Stellungnahme zwingt. Eine solche Überprüfung der eigenen Stellung hat 
immer etwas Gutes für sich, auch wenn man die Lehren Eichenauers an 
vielen anderen Stellen zurückweisen muß. Dadurch aber werden die 
Grundlagen breiter und tiefer gelegt, und es wird vor allem unser 
deutsches Volk, welches sich 50 Jahre oder noch länger vorschwätzen ließ, 
daß unsere großen Meister abgetan seien, aufmerksam, daß unsere 
deutschen germanischen Tondichter die unvergänglichen Künder und 
Deuter unseres eigensten Wesens sind, und daß die atonale Musik nicht 
etwa einen >Fortschritt< über unserre deutsche Musik bedeute, sondern 
lediglich die Musik einer fremden und primitiveren Rasse ist. 

Der echte Deutsche darf sein Haupt frei erheben und sagen: Diese 
atonale Musik ist nichts für mich - ich kann und werde sie niemals 
verstehen und bin deshalb kein ungebildeter Barbar, wie mich 
übelwollende oder kenntnislose Schreiber hingestellt haben, sondern ein 
wirklicher Deutscher, dessen Rasseninstinkte noch nicht gebrochen sind" 
(Lothar Gottlieb Tirala: Musik und Rassenseele. "Die Sonne" XI/3, Lenzing 
1934. S. 115). 

Rassefragen im Musikunterricht ("Monatsschrift für höhere Schulen" 
XXXI1/4, April 1933. S. 291-295). 
Zitat: 

"(...) Bei der griechischen Musik kann es sich m. E. weniger um die 

ja schwierige Musiktheorie handeln, als vielmehr um den Geist der 


E 1432 





griechischen Musikpflege. Es muß dem Schüler klar werden, daß dieser 
Geist trotz der ungeheuren technischen Unterlegenheit gegenüber der 
neuzeitlichen Tonkunst, eine deutliche Verwandtschaft mit germanischer 
Musikauffassung verrät. Wenigstens soweit es sich um >apollinische< 
Kunst und Kunstübung handelt. Die >dionysische< muß ihm als eine 
Einwirkung westischen und vor allem vorderasiatischen Rassegeistes klar 
werden. So trägt der Musikunterricht das Seinige zur Erkenntnis der 
rassemäßigen Grundlagen der Verwandtschaft und Unterschied des 
Hellenentums und des Germanentums bei. 

(...) Es muß jedem Primaner klar werden, daß der deutliche 
Zusammenbruch des ausgehenden 19. uns des beginnenden 20. 
Jahrhunderts eine rassenmäßig bedingte Erscheinung gewesen ist. Wie 
man den unverhältnismäßig großen Anteil des Judentums an dem 
geräuschvollen Scheinleben der >neuen< Musik des vergangenen 
Jahrzehnts darzustellen hat, brauche ich dem Fachmann nicht zu sagen; 
ebensowenig, daß diese Verfallserscheinungen etwas anderes waren als 
die gleichzeitig auftretenden Anzeichen einer deutschen Selbstbesinnung. 
Der Frage >J udentum und Musik< brauchen wir auch sonst nicht 
auszuweichen. (...)" (S. 291, 293). 

Gedanken über die Tonkunst im neuen Reich ("NS-Monatshefte" 
IV/43, Oktober 1933. S. 452-467). 
Zitat: 

"(...) Die Jugend dagegen empfindet unbewußt die Verwandtschaft 
der älteren Musik mit der >großen Gesundheit<, die sie selber sucht; und 
dies ist der Sinn der verschiedenen Musikrenaissancen, die unsere Zeit 
erlebt: lebendiges Zurückgehen auf die unverfälschten, noch kraftvoll und 
klar rauschenden Quellen nordischer Deutschheit. Einerlei, ob es sich im 
Einzelnen um das alte Volkslied oder um alte Instrumentalmusik, um die 
Wiederentdeckung der großen Chormusik des 16. Jahrhunderts oder der 
hochragenden Kunst eines Heinrich Schütz und seiner Zeitgenossen, um 
die vermehrte Pflege eines Bach, Händel, Gluck, um die Orgelbewegung 
oder um was sonst handelt. Keineswegs aber ist damit gesagt, daß man 
alles Spätere in Bausch und Bogen als unecht und weniger wertvoll 
betrachten dürfe. Auch hier ist erst der Nationalsozialismus berufen, den 
unklaren Strebungen, die häufig einander zu widersprechen scheinen, 
ihren deutschen Sinn zu geben. 

(...) Wo fände unsere Seele reiner und kraftvoller als im 
altdeutschen Volksliede das Stahlbad, dessen sie zur Erringung wahrhaft 
nationalsozialistischer Seelenhaltung bedarf? Was atmen die alten, die 
echten Kriegs- und Landsknechtslieder anderes als jugendlich-freudiges, 
todestrotzig-entschlossenes Kämpfertum? Was atmen die geistlichen 
Lieder der alten Zeit anderes als echte, unverbogene, innige und doch 
hochgemute Frömmigkeit?" (S. 457, 458). 

Aus solcher Anknüpfung an die Tradition suchte der Autor wie viele 
andere NS-Musikpolitiker gesichertes Material zu gewinnen, das sich mit 
den propagandisch erwünschten Gefühlen und Inhalten der braunen 
Ideologie anreichern ließ. 


E 1433 





1934 
Musik und Rasse. Vortragsfolge (RS Köln, 4/V1/34, 7/V1/34, 11/V1/34). 
Der dinarische Mensch in der Tonkunst ("Rasse" I/3, Februar 1934. 
S. 116-123; ferner I/9, August 1934. S. 360-363). 
Zitat: 

"(...) Die Hochflut an rassenkundlichen Erörterungen, die wir seit der 
politischen Umwälzung erleben, täuscht keinen Einsichtigen darüber 
hinweg, daß tieferdringendes Verständnis für rassenkundliche 
Gedankengänge auch heute erst bei wenigen vorhanden ist. Der Musiker 
nun, übe er die Musik in einem praktischen Berufe oder als Wissenschaft, 
hat ein so ungeheures Gebiet zu beherrschen, daß man es ihm in der Tat 
nicht verübeln darf, wenn er nicht noch nebenbei ein halber 
Rassegelehrter zu sein vermag. Diese Sachlage hat es mit sich gebracht. 
daß gerade in Musikerkreisen der Versuch einer rassenkundlichen 
Darstellung der Tonkunst vielfach mißverstanden worden ist. 

(...) Da westisches, ostisches und ostbaltisches Menschentum nach 
unserer heutigen Kenntnis der Dinge in der deutschen Tonkunst mehr oder 
weniger Randerscheinungen bleiben, die Rolle des fälischen Menschen 
dagegen gerade auf dem Gebiete der Kunst noch viel zu wenig untersucht 
ist, bleibt als eigentlicher Stein des Anstoßes der >dinarische Mensch< 
übrig. Die gar nicht zu leugnenden Schwierigkeiten liegen, kurz gesagt, in 
folgendem: Die Rassenforschung ist, soviel ich sehe, einhellig der Ansicht, 
daß gewisse entwicklungsgeschichtliche Zusammenhänge zwischen 
dinarischer und vorderasiatischer Rasse bestehen; andererseits betonen 
alle Rassenforscher, daß seelisch kaum eine Ähnlichkeit zwischen 
ihnen nachweisbar sei. (...)" (S. 116, 117). 

Der "Musikpädagoge" unterläßt natürlich zu fragen, wie denn 
"Seele" darstellbar, meßbar ist, um Vergleiche zu ermöglichen. 


1935 
Juni 1935, Besprechung III: 

In "Völkische Kultur" I11/6, Juni 1935, S. 284-285, bespricht W. Egk 
Eichenauers Buch "Musik und Rasse" und gibt eine deutliche Empfehlung 
ohne Spur von Kritik. 

Nordische Wesenszüge der Bachschen Kunst ("Rasse" II/9, August 
1935. S. 331-332). 

1936 
Polyphonie als Wesensmerkmal germanischer Tonkunst. Vortrag 
(Braunschweig, 27/X/36, beim 3. Reichsmusikschulungslager der HJ). 
28. Oktober 1936, Bericht: 

"(...) Dierassenbiologische Betrachtungsweise, für die immer 
der Mensch den Ausgangspunkt bildet, hat auch in der Musikforschung 
zu ganz neuen Blickpunkten geführt. Wir arbeiten nicht mehr mit den 
alten musikaesthetischen oder musikhistorischen Maßstäben, sondern wir 
fragen zuerst nach dem Wesensausdruck und der seelischen 
Haltung einer Musik, und gewinnen daraus dann den Schlüssel zu ihrer 
inneren Gesetzmäßigkeit. 

Wenn heute die HJ. sich ganz entschieden der polyphonen 


E 1434 





Musik_ zugewandt hat, so liegt darin ein bewußtes Bekenntnis zum 
nordischen Lebensstil. Der Klärung dieser inneren 
Zusammengehörigkeit galten die Vorträge, die am Dienstag im 
Reichsmusikschulungslager gehalten wurden. Richard Eichenauer 
sprach über "Polyphonie als Wesensausdruck des 
germanischen Menschen". Polyphonie ist nicht Mehrstimmigkeit 
schlechthin, sondern ist die Verbindung mehrerer selbständiger 
rhythmisch-musikalischer Stimmen durch harmonische Gesetze. 
Homophonie ist im Gegensatz dazu die Vorherrschaft einer von 
mehreren ähnlichen Stimmen. Die harmonisch unterbaute 
Mehrstimmigkeit ist allein von der nordischen Rasse geschaffen (...). 

Zu diesen beiden Wurzeln der Polyphonie, dem germanischen 
Gottbewußtsein und dem germanischen Tatwillen kommt als Drittes das 
germanische Gemeinschaftsgefühl hinzu, das heute ja in der Jugend mit 
der gleichen Selbstverständlichkeit lebt wie die Vorliebe für die 
polyphone Musik. 

(...) Erst wenn alles, was noch als Hefe und Pöbel unter uns lebt, 
überwunden und im tiefsten biologischen Sinne >überzeugt< ist, erst 
wenn der neue deutsche Mensch aufgestanden ist, wird im ganzen Volke 
die innere Voraussetzung geschaffen sein für die hohe Kunst, als deren 
Erhalter und Wegbahner die junge Musikergeneration der HJ. ihre 
Erziehungsarbeit leistet" (ek. = Edgar Kahn: Wesenszüge der 
germanischen Musik. "Braunschweiger Tageszeitung" Nr. 253, 28/X/36). 
Musik und Rasse. Vortrag (Berlin, 12/XI1/36, für NSD-Studentenbund 
und NSKG). 


1937 
Musik. In: Rudolf Benze und Alfred Pudelko, "Rassische Erziehung als 
Unterrichtsgrundsatz der Fachgebiete" (Frankfurt a. M., 1937). 
Unser das Land. Ein Liederbuch des deutschen Dorfes. Hgb. zus. mit G. 
Pallmann. Das Liederbuch des deutschen Dorfes "Unser das Land" 
erscheint im Auftrage des Reichsbauernführers und des Kulturamtes der 
RJF sowie des Amtes "Feierabend" in der NSG "Kraft durch Freude" (1937) 
[K, T]. 

Das Sammelwerk enthält in der Mehrzahl herkömmliche Volkslieder 
des bäuerlichen Bereichs aus früheren Sammlungen; möglichst jedes 
Dialektgebiet ist vertreten. Im Grenzbereich stehen Handwerker- und 
Spaßlieder. Alle Beiträge sind zumeist Originale, ab und an - und dann aus 
kulturpolitischen Motiven - wurden Originalmelodien von Bearbeitern mit 
neuen bzw. nicht zugehörigen Texten versehen. Bedeutenden Anteil 
haben neue, mehr oder weniger politische Titel. 

Vorwort von Reichsleiter, Reichsbauernführer und Reichs- und 
Preußischer Minister Dr. Walther Darre: 

"Soll das deutsche Bauerntum im umfassendsten Sinne wieder 
werden, was es einst war - Träger deutscher Gesittung -, so muß es auch 
den Mut besitzen, auf allen Gebieten der Gesittung den entscheidenden 
Vorstoß zur Rückeroberung dieser seiner alten Stellung zu wagen. Unser 
bäuerlicher Liederschatz ist wertvollstes deutsches Kulturgut, in dem sich 


E 1435 





die deutsche Seele in unverfälschter Form widerspiegelt. Wer unserem 
Volke diesen Liederschatz erhalten und mehren hilft, gibt dem Bauerntum 
aufs neue das hohe Amt als Träger deutscher Gesittung. Dieser hohen 
Aufgabe soll auch dieses Liederbuch des deutschen Dorfes zu seinem Teil 
dienen" (S. 4). 

Vorwort der Herausgeber: 

"(...) Hier ein Wort über alte und neue Weisen. Wo wir eine noch 
nicht oder nicht genügend vertonte Dichtung fanden, die uns wertvoll 
schien, haben wir uns zunächst an junge Tonsetzer gewandt, aus deren 
Kreis das neue Lied herausgewachsen ist. Wir haben uns aber auch nicht 
gescheut, eine alte deutsche Gewohnheit wieder aufleben zu lassen, die 
uns das 19. Jahrhundert - etwa im Schullied - durch Mißbrauch entwertet 
hatte: die Unterlegung. Seit Jahrhunderten hat unser Volk die Sitte geübt, 
Weisen, die ihm ans Herz gewachsen waren, auf neue Texte zu 
übertragen. Es heißt da einfach >Ein neu Lied im Paffierton< oder >Im 
Ton des Lindenschmidt<. Wer nun mit Trauer sieht, wie die herrlichsten 
Kleinodien alter Weisen oft nur deshalb verschüttet und begraben liegen, 
weil ihre alten Texte uns nichts mehr sagen oder in den Rahmen unserer 
Weltanschauung nicht mehr hineinpassen, der wird verstehen, daß wir 
häufig versucht haben, vergessene alte Weisen durch Unterlegung neuer 
Dichtungen wieder zum Leben zu erwecken" (S. 6). 

Inhalt: 
1. Heyden: Neues Jahr. Kanon zu 3 Stimmen. - 2. aus deutschen Dörfern 
der Krim: Daher seins wir gekommen. - 3. Was wünschen wir dem Herrn 
ins Haus. - 4. Fasenacht steht vor der Tür. - 5. Ho, ho, ho, die Fastenacht 
ist do. - 6. Nach grüner Farb mein Herz verlangt. - 7. So treiben wir den 
Winter aus. - 8. Heut ist ein freudenreicher Tag. - 9. Der Winter ist 
vergangen. - 10. Wie schön blüht uns der Maie. - 11. Zu Maien, zu Maien 
die Vögelchen singen. - 12. Der Mai, der Mai, der lustige Mai. - 13. Der 
Maien, der Maien. - 14. So treten wir nun herfüre. - 15. Viel Freuden mit 
sich bringet. - 16. Herbei, herbei zum fröhlichen Reigen. - 17. Nun will der 
Lenz uns grüßen. - 18. Herzlich tut mich erfreuen. - 19. Trariro, der 
Sommer, der ist do. - 20. Kannst du nit den siebenten Sprung. - 21. Ich 
kumm aus fremden Landen her. - 22. Kommt, ihr Gspielen. - 23. Da 
kommen wir gegangen. - 24. alte Melodie aus Gottschee: Die Zeit ist reif, 
es dreht das Sonnenrad (T: W. Kurka). - 25. Baumann: Der Berg ist lange 
stumm und tot. - 26. Melodie von Chr. Prätorius: Flamme empor, leuchte 
uns (T: F. Jöde). - 27. Napiersky: Zündet das Feuer und schürt die heil'ge 
Glut. - 28. Baumann: Haltet eurer Herzen Feuer. - 29. Mozart: (Am Feuer 
zu singen) Heilige Flamme, leucht uns empor! Kanon in drei Gruppen zu je 
4 Stimmen. - 30. Baumann: Feuer steh auf dieser Erde. - 31. Baumann: 
Du Feuer, flieg in jedes Haus. - 32. Lustig ins Felde. - 33. Baumann: 
Schwer von den Garben schwanken die Wagen. - 34. Napiersky: Lasset 
uns zum Tanze gehn. - 35. Wir bringen mit Gesang und Tanz. - 36. Drei 
Tog eit Kirmes. - 37. Reichardt: Der Winter ist ein rechter Mann. - 38. 
niederländischer Ton des 17. Jh: Berghoch am Walde. - 39. Baumann: 
Hohe Nacht der klaren Sterne. - 40. Ach Tannenbaum, ach Tannenbaum. - 
41. Wir pflügen und wir streuen. - 42. Baumann: Wir schauen stumm ins 


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Morgenrot. - 43. Hörts, was i singa will. - 44. zur Melodie "Entlaubet ist 
der Walde": Der Hahn mit seinem Schreien. - 45. Mozart: Heil dem Tag, 
dem die Nacht erlag. - 46. Matthäus Apelles von Löwenstern: Ich sehe mit 
Wonne. - 47. Wacht auf, wacht auf, es krähte der Hahn. - 48. Es taget vor 
dem Walde. - 49. Meister Jakob. - 50. Wach auf, wach auf, mit heller 
Stimm. - 52. Wach auf, meins Herzens Schöne. - 53. Baumann: Wind vom 
Acker und vom Korn. - 54. Suse, leve Suse. - 55. Baumann: Herrgott, du 
weißt um alle Not. - 56. auf eine Melodie von Clemens non Papa: Erde, die 
uns dies gebracht. Kanon zu 3 Stimmen. - 57. Stürmer: Aus Erdenkraft 
und Sonnenschein. - 58. Haydn, im Ton "Befehlet doch draußen still zu 
schweigen": Nun stecket eure Löffel zzammen. Kanon zu 3 Stimmen. - 59. 
zur Melodie "Dem Freudenspender ist jedermann hold" (Kuhlau): 
Bescheidenheit, verlaß mich nicht. Kanon zu 3 Stimmen. - 60. Twittenhoff: 
Pasteten hin, Pasteten her! - 61. Twittenhoff: Ein Kerl, der sich zu wehren 
weiß. - 62. aus Kärnten: Sind wir alle aufgestanden. - 63. Stürmer: Alle 
Menschen gehn nach Haus. - 64. Es dunkelt schon in der Heide. - 65. Bim, 
bam, bim, bam. - 66. zur Melodie des Geusenliedes "Die vastlyck op den 
Heer Stilt ziin": Die Glocke schwingt im Turmgestühl. - 67. H. Stephani: 
Bim! Baum! Glocken läuten? - 65. Napiersky: Der Tag ist fortgegangen. - 
66. Nu laat uns singn dat Avendleed. - 67. Wolters: Över de stillen 
Straten. - 68. Ade zur guten Nacht. - 69. Baumann: Unter Sternen ist gut 
schweigen. - 70. Kein schöner Land in dieser Zeit. - 71. Der Mond ist 
aufgegangen. - 72. Es ist ein Schnitter. - 73. Der grimmig Tod mit seinem 
Pfeil. - 74. zur Melodie "An den Wasserflüssen Babylons" von Philipp 
Hayes, 1738-97: Unter der Erde, unter den Wassern liegen der Toten viele 
Geschlechter. - 75. Baumann: Setzt ihr euren Helden Steine. - 76. 
Stürmer: Es geht seit aller Ewigkeit. - 77. Pallmann: Unser ist dies Land. - 
78. Napiersky: Land der ewigen Gedanken. - 79. Wach auf, wach auf, du 
deutsches Land. - 80. Napiersky: Denn eine Zeit wird kommen.- 81. 
Spitta: Heilig Vaterland! - 82. nach J. V. Görner, 1744: O Täler weit, o 
Höhen. - 83. Wer hat dich, du schöner Wald. - 84. Baumhof: Zu Lehen, zu 
eigen! - 85. Stürmer: Es steht ein goldnes Garbenfeld. - 86. zur Melodie 
"Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen" von Johann Crüger, 1640: In 
deinem Grund hab Wurzeln ich geschlagen. - 87. Stürmer: Erde, du bist 
das Korn. - 88. Spitta: Erde schafft das Neue. - 89. zur Melodie des 
Wilhelmusliedes: Wenn alle untreu werden. - 90. Hensel: So gelte denn 
wieder. - 91. Napiersky: Wenn sie säen, wo sie schmieden. - 92. 
Baumann: Brüder in Deutschlands Grenzen. - 93. Baumann: Brüder 
jenseits der Grenzen. - 94. nach Johann Staden bearbeitet: Fri es de 
Feskfang. - 95. zur Melodie "Wohl sehr glücklich ist, wer zu sterben weiß" 
(Valerius): Ich grüße dich, mein Friesenland. - 96. H. W. Schmidt: Weite, 
weite Wälder zwischen Haff und See. - 97. Kroll: Land der tausend Seen! 
- 98. Rahlfs: Auf der Lüneburger Heide. - 99. zur Melodie des 
Geusenliedes "Hoogmoedig geest": Vergiß dies nie: auf roter Erde bist du 
geboren (T: E. Clemen). - 100. zur Melodie des Geusenliedes "Ick och 
arm! Doe klacht op klacht" und im Ton "Engels Bara Vastres drom": 
Schlesierland, du Länderkrone. - 101. Ceglarski: Wo im Winde unsre 
Fahnen wehn. - 102. auf einer Melodie von F. Schubert: Es grüne die 


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Tanne. Kanon zu 3 Stimmen. - 103. Jetzt wollen wir eins singen. - 104. 
auf eine Melodie von Adam Gumpelzhaimer, 1558-1625: Volk will zu Volk. 
- 105. Wolters: Die treuen Berge stehn auf der Wacht. - 106. Baumann: In 
den Ostwind hebt die Fahnen. - 107. Benoit: O Danzig, halt dich feste. - 
108. Baumann: Im Osten steht unser Morgen. - 109. Nach Ostland wollen 
wir reiten. - 110. Kremser: Nun wird zu eng das weite Land. - 111. 
Ameln: Wir wollen ein starkes einiges Reich. - 112. auf eine Melodie des 
Erasmus Sartorius, 1577-1637: Ich bin ein Span von deinem Stamme. - 
113. nach J. C. Stierlein, um 1700, bearbeitet: Du Deutschland wirst 
bleiben. - 114. von Hertzberg: Wir sind die Männer vom Bauernstand. - 
115. Stürmer: Du starke deutsche Bauernschaft. - 116. zur Melodie des 
altflam. Soldatenliedes "O hemel, ick bespeur dat ick niet meer kan 
leven": Mein stolzes Bauernvolk, aus deinem Stamme. - 117. Baumann: 

J ungbauern her! Hier wartet die Fahne. - 118. Spitta, aus Op. 36: Wir sind 
die junge Bauernschaft. - 119. Spitta: Wir gehen als Pflüger. - 120. 
Baumann: Wenn Bauern marschieren, ist schwere Zeit. - 121. nach 
Wendelmuth: Die Glocken stürmten vom Bernwardsturm. - 122. Wer 
jetzig Zeiten leben will. - 123. Wir sind des Geyers schwarze Haufen. - 
124. Lahusen: Lever doot as Slaav! - 125. Baumann: Kind, die Sterne 
gehen weit. - 126. Stürmer: Wir pflügen den Acker und streuen die Saat. - 
127. W. Rein: Den Ackermann soll man loben. - 128. Baumann: Eh daß 
der Bauer untreu wird. - 129. Baumann: Der Herrgott gibt's Leben. - 130. 
Stürmer: Herr, die Schollen wenden sich. - 131. Wolters: Erd ist Leben, 
Erd ist Tod. - 132. Im Märzen der Bauer. - 133. Vör olen Tiden do weer dat 
nich slecht. - 134. H. W. Schmidt: In die Erde wühlt sich die Pflugschar 
ein. - 135. Wir Bauern, wir brauchen zu unserm Gedeihn. - 136. Wat is 
dat doch för'n quaatlik Ding. - 137. Kurka: Es wächst das Jahr, es schwillt 
die Kraft. - 138. Wolters: Die Eikhofbaur'n sind ein altes Geschlecht. - 
139. Stürmer: Das Korn wogt leis im Sommerwind. - 140. Stürmer: 
Jungens, de Flegels her! - 141. zur Melodie "Herr Jesu Christ, meins 
Lebens Licht": Du sehr verachteter Bauernstand. - 142. Was braucht man 
auf eim Bauerndorf. - 143. Wo hält sich denn der Meister auf. - 144. Wenn 
een bi'n Buurn deent. - 145. Es hatt ein Bauer drei Töchter. - 146. Weiß, 
weiß, weiß sind alle meine Kleider. - 147. Mädel, willst du heiraten. - 148. 
Schneider, den mag ich net. - 149. Wie machen's denn die Advokaten? - 
150. O du edler Schusterstand. - 151. Schneidri, schneidra, schneidrum. - 
152. Dor leet sek en Buur en Paltrock snien. - 153. Napiersky: Ihr alle 
braucht mich wie das liebe Brot. - 154. In da Fruah, wann da Hoh macht 
an Krahra. - 155. lothringisch: Es wollt ein Fuhrmann fahren. - 156. nach 
Ditfurth, 1850: Ein Bürstenbinder bin ich ja. - 157. Wolters: Ich sah den 
Baum im Garten blühn. - 158. steirisches Volkslied: Mir san ja die lustigen 
Hammerschmiedsgsölln. - 159. Wolters: Ich trete und treibe zur Eile die 
Scheibe. - 160. Ich hab mir mein Weizen aufs Bergl gsät. - 161. 's kommt 
der fremde Schleifer her. - 162. Grüß euch Gott, ihr Nagelschmied. - 163. 
Und wenn das Glöcklein fünfmal schlägt. - 164. Mein Handwerk fällt mir 
schwer. - 165. Wolters: Gott grüß euch alle vom hohen Gerüst. - 166. Ei, 
wie so töricht ist's. - 167. Im Fruahjahr, wann da Schnee weg geht. - 168. 
Kanns den när wos Schännersch gabn. - 169. Huolzmachr senn me alla 


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zamm. - 170. Des Morgens, wenn es fünf Uhr schlägt. - 171. aus der 
Steiermark: Heint ham ma Sunnta. - 172. lothringisch: Ich möcht einmal 
ein Kohler werden. - 173. Lustig sans, d'Wiesmahdleut. - 174. Schäfer 
sag, wo tust du weiden. - 175. von Knorr: Wir Werkleute all. - 176. Heut 
soll das große Flachsernten sein. - 177. Spinn, Mägdlein, spinn. - 178. 
Spinn, spinn, meine liebe Tochter. - 179. aus Ostpreußen: An einem 
schönen Morgen. - 180. schlesisch: Es fuhr ein Baur in Wald hinaus. - 181. 
Es steht ein Lind in jenem Tal. - 182. Es flog ein kleines Waldvögelein. - 
183. Et wassen twee Künigeskinner. - 184. Es freit ein wilder 
Wassermann. - 185. aus Oldenburg: Up't Seefeld en Buur waant. - 186. Es 
liegt ein Schloß in Österreich. - 187. Es wollt ein Mägdlein früh aufstehn. - 
188. Wenn ich ein Vöglein wär. - 189. Dort niedn in jenem Holze. - 190. 
Drei Laub auf einer Linden. - 191. Es ist ein Schnee gefallen. - 192. Wenn 
alle Brünnlein fließen. - 193. Nun laube, Lindlein laube. - 194. Ach, Elslein, 
liebes Elslein. - 195. Weiß mir ein Blümlein blaue. - 196. Es steht ein Lind 
in diesem Tal, ach Gott. - 197. Mir ist ein rot Goldringelein. - 198. Und in 
dem Schneegebirge. - 199. Dat du min Leevsten büst. - 200. Anke van 
Tharaw. - 201. Ach, Schatz, wenn du über die Gasse gehst. - 202. Kein 
Feuer, keine Kohle. - 203. Das Lieben bringt groß Freud. - 204. Der 
Kuckuck fliegt über mein Schotzla sein Haus. - 205. Dor weer enmal ne 
lüttje Buur-Buur-Deern. - 206. Stürmer: Um die Mitternacht lag ein weißer 
Schnee. - 207. Wie komm ich zu deins Vaters Haus. - 208. Horch, was 
kommt von draußen rein. - 209. Die Gedanken sind frei. - 210. Ich ging 
durch einen grasgrünen Wald. - 210. nach Schmeltzis Quodlibet, 1544: 
Ich hört ein sichelin rauschen. - 212. aus Franken: Geh ich zum 
Brünnelein. - 213. frÄnkisch: Jetzt kommt die Zeit, daß ich wandern muß. 
- 214. (Das Mädchen und die Hasel) Es wollt ein Mädchen tanzen gehn. - 
215. Es blies ein Jäger wohl in sein Horn. - 216. Wenn ich mir ein 
Weibchen nehme. - 217. Schwäbisch: Mädchen, ich will dir noch was zu 
raten geben. - 218. Wer so ein faules Gretchen hat. - 219. aus dem 
Kuhländchen: Die Pferd han rote Riema. - 220. Stürmer: Der Burschen 
Ersten bringen wir. - 221. Kommt her, ihr Singer und tret't herfür. - 222. 
Wenn de Pott aver nu en Loch hat. - 223. Reim dich, odr ich freß dich! - 
224. So geht es in Schnützelputz-Häusel. - 225. Auf einem Baum ein 
Kuckuck. - 226. De Kuckuck op dem Tune satt. - 227. Ich will euch 
erzählen und will auch nicht lügen. - 228. Lütt Matten de Haas. - 229. aus 
der Eifel: Unser Bruder Jakob. - 230. aus dem Hessen-Darmstädtischen: 
Droben auf grüner Waldheid. - 231. niederdeutsch: Kennt ji all dat nie 
Leed. - 232. schwäbisch: Ei, was bin ich für ä lustiger Bub. - 233. Drei 
Gäns im Haberstroh. - 234. lothringisch: Feierabend, Feierabend. - 235. 
ostpreußisch: Einen schönen guten Abend. - 236. Die Fisch im Wasser 
wohnen. - 237. Ich weiß mir ein Maidlein hübsch und fein. - 238. Nu, nu, 
nu, nu schall und sich zu. - 239. Es hatt ein Bauer ein schönes Weib. - 
240. Ach herzeliebe Bauers-Frau. - 241. Sitt en lüttje Deern op'n breden 
Steen. - 242. ostpreußisch: Seht mal an, mein rosa Kleid. - 243. aus 
Franken: Danz rüber, danz nüber. - 244. aus der Lüneburger Heide: Wenn 
hier en Pott mit Bonen steit. - 245. ostpreußisch: Hat mich das Glück 
gefügt. - 246. von der Insel Rügen: Hal mi den Saalhund ut'n Stranne. - 


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247. aus Dithmarschen: Ik un mien Lisbeth wüll Sommerfeld gaan. - 248. 
niederdeutsch: Annmarie, kumm danz mit mi. - 249. aus dem Rheinland: 
Nimm sie bei der schneeweißen Hand. - 250. Anna Susanna. - 251. Jetzt 
danzt Hannemann. - 252. Danz, danz, Quieselche. - 253. Lüttje Buurdeern 
von'n Dörpen. - 254. Gut'n Abend, gut'n Abend. - 255. Ich spring an 
diesem Ringe. - 256. Do weer ok mal en Hochtietsspaaß. - 257. Do but'n 
in de Masch (De Meelbüde!). 

Bearbeitung oder Satz: K. Ameln (111), J. Baumhof (84), 
Eichenauer (15, 40, 41, 64, 89, 214), F. Jöde (22), H. Napiersky (78, 91), 
Pallmann (58, 59, 66, 74, 80, 82, 86, 94, 95, 99, 100, 102, 116, 141, 
172, 213), W. Rein (17), B. Stürmer (57, 66, 76, 85, 126, 210, 220), G. 
Wolters (77, 116); ferner G. Götsch, P. Kickstat. 

Viel Freuden mit sich bringet. Sommerlied, 1598. Für 2 Stimmen: 
Eichenauer. 

In: 

Unser das Land (1937). 

Ach Tannenbaum, ach Tannenbaum. Satz: Eichenauer. 

In: 

Unser das Land (1937). 

nach G. Neumark, 1657: Wir pflügen und wir streuen. Für 3 Stimmen: 
Eichenauer. 

In: 

Unser das Land (1937). 

Es dunkelt schon in der Heide. Volkslied. Für 3 Stimmen: Eichenauer. 
In: 

Unser das Land (1937). 

Wenn alle untreu werden. SS-Treuelied. Für 3 Stimmen: Eichenauer. 
In: 

Unser das Land (1937). 

Es wollt ein Mägdlein tanzen gehn. Ergänzung von F. M. Böhme. Für 2 
Stimmen: Eichenauer. 

In: 

Unser das Land (1937). 

Unser das Land - Gedanken zu dem Liederbuch des deutschen 
Dorfes ("Odal" VI/3, September 1937. S. 143-148) (Teilabdruck: Wulf, S. 
228). 

Zitat: 

"(...) Notwenig haben wir die biedermeierlichen Bauernlieder 
glücklicherweise nicht mehr, da das echte, starke Bauernlied in jüngster 
Zeit eine überraschend reiche Blüte erlebt. Überraschend kann man das 
vielleicht nicht einmal nennen, wenn man bedenkt, daß es eigentlich auf 
allen Gebieten der Kunst nur der Entfesselung durch den völkischen 
Umbruch bedurfte, um die gesunden Triebe der künstlerisch begabten 
Jugend zur Entfaltung zu bringen. Und hier ist nun der Punkt, wo 
das Bauernliederbuch sich bewußt und absichtlich der 
musikalischen Neuordnung der deutschen Jugend 
einfügt. Denn aus dieser Jugend allein - mag auch manch einzelner 
Dichter oder Tonsetzer an Lebensjahren schon über die J ugend hinaus sein 


E 1440 





- ist das deutsche Bauernlied des Dritten Reiches geboren, und sie allein 
ist es, die dieses Bauernlied im Innersten verstehen und pflegen kann. 
Denn seine Haltung verrät, daß es nichts anderes ist und sein will als ein 
Teil jener Liedgattung, die uns erst die Jahre des kämpfenden und 
siegenden Nationalsozialismus geschenkt haben und die wir mit Recht als 
weltanschauliches Bekenntnis bezeichnen. 

(...) Mit einem gewissen Erstaunen wird mancher unter ihnen eine 
Anzahl älterer Chorweisen entdecken und sich fragen, wie denn diese wohl 
zu der im übrigen eingenommenen weltanschaulichen Haltung des 
Liederbuches passen. Dazu ist folgendes zu sagen: Die Choralweisen aus 
der großen Zeit des deutschen Chorals. d. h. aus der Zeit der 
Glaubenskämpfe, enthalten, musikalisch betrachtet, nichts 
spezifisch >Christliches<, sondern etwas allgemein und ewig 
>Deutsches<, d. h. jene urgewaltige Freude am Kampf, die eine 
Grundeigenschaft nordischen Menschentums ist und die sich nur infolge 
besonders gelagerter geschichtlicher Umstände zu jenen unseligen Zeiten 
weltanschaulicher Zerrissenheit in der Form von Glaubenskämpfen 
ausleben mußte. Darum sind jene unsterblichen Choralweisen keineswegs 
ein Privatbesitz der christlichen Kirchen (...)" (S. 145, 147). 

Eichenauer verrät beiläufig, daß er gar nicht Bauerlieder meint, also 
Phänomene aus der bäuerlichen Gesellschaft und von bäuerlichen 
Urhebern, sondern Lieder für die Landbevölkerung, Kunstlieder in 
zweckhafter Einfachheit zur NS-Propaganda für Blut und Boden. Natürlich 
muß er dazu die Geschichte des Chorals verfälschen. 

18. November 1937: 

Eichenauer sendet dem Reichslandwirtschaftsrat Dr. Erich Manns das 
erste Exemplar seines Liederbuchs "Unser das Land" mit der Bitte, es an 
Reichsbauernführer Darr& weiterzuleiten. 


1938 
Polyphonie - die ewige Sprache deutscher Seele. Gewidmet "Der 
Jugend des Dritten Reiches" (Wolfenbüttel, 1938). Schriften zur 
musikalischen Volks- und Rassenkunde 2 [K]. 
Zitat: 

"(...) Zeugnisse und Denkmäler für Pflege der Mehrstimmigkeit im 
Gebiete Nordischer Rasse sind zwar nicht so zahlreich und klar, daß wir ein 
ganz genaues Bild der Dinge erhielten; halten wir sie aber mit den beiden 
Tatsachen zusammen, daß einerseits der Süden keine selbständigen 
Regungen zeigt, andererseits die geheimnisvoll im Norden sich erhebende 
Welle der Mehrstimmigkeit mit unwiderstehlicher Gewalt alsbald die 
europäische Musikübung überflutet, soweit das Nordblut reicht, so dürfen 
wir von der Grundtatsache überzeugt sein, daß die 
Mehrstimmigkeit im Schoße der Nordischen Rasse 
geboren worden ist ...). 

Nun gibt es in der Tat nur eine Kunstform, die ein vollgültiges 
Sinnbild der Bindung von Persönlichkeit und Gemeinschaft zu höherer 
Einheit darstellt: eben die Polyphonie. Darum ist sie uns mehr als etwas 
nur Musikalisches: sie ist uns ein Teil unseres politischen 


E 1441 





Glaubensbekenntnisses" (S. 13, 71). 
Die akademische Musikologie nahm diesen "Wissenschaftler", der 
das Adjektiv "Nordisch" groß schrieb, erstaunlicherweise ernst. 
Mozart - rassisch gesehen ("Deutsche Tonkünstler- Zeitung" XXXIV/6, 
Juni 1938. S. 132-134). 


1939 
Über die Grundsätze rassenkundlicher Musikbetrachtung. In: Rasse 
und Musik. Hgb. von Guido Waldmann (Berlin, 1939). 
Zitat: 

"(...) Gerade hier halte ich die rassische Betrachtungsweise für 
außerst aufschlußreich. Die sogenannten >atonalen< Strömungen des 20. 
Jahrhunderts gingen, wenn auch nicht ausschließlich, so doch vorwiegend, 
von Juden aus, also von Menschen einer dem Nordischen sehr 
fernstehenden Rassenzusammensetzung. Für die Juden muß der Zwang, 
in abendländisch-harmonischem Stil zu schreiben, stets so etwas wie eine 
eine Sünde wider den ihnen eingeborenen Rassenstil bedeutet haben" (S. 
31): 

Bleibt nur die Frage, warum dann Juden nicht vor dem 20. Jh atonal 
schrieben und dachten. 

Der gegenwärtige Stand der Musik-Rasseforschung. Vortrag 
(Düsseldorf, *20/V/39, bei der mw. Tagung der Reichsmusiktage). 
1939, Wunschbild: 

"Aus Eichenauers Untersuchungen erwuchs ein Bild, das 
gewissermaßen im gewählten Rohmaterial und in der gewählten 
Behandlungsmethode bereits implicite enthalten war, das Bild, als gehe 
alles, was an bedeutenden Leistungen in der Musik je vollbracht worden 
ist, auf die Einwirkungen oder unmittelbar auf die Schöpferkraft der 
nordischen Rasse zurück. So sehr uns Deutschen aus der Komposition 
unserer neueren Zeit und aus unserer rassischen Zusammensetzung 
heraus eine solche Auffassung naheliegen mag, so wenig darf verkannt 
werden, daß hier der Wunsch der Vater des Gedankens ist" (Friedrich 
Blume: Das Rasseproblem in der Musik. Entwurf zu eine Methodologie 
musikwissenschaftlicher Rasseforschung. Wolfenbüttel/ Berlin 1939. S. 7). 

Nur wenige kritische Ansätze wie dieser sind überliefert. 

Archibald Douglas. Ein Beitrag zur rassenkundlichen Kunstbetrachtung 
("Mi) uV" 11/12, Dezember 1939). 


1941 
Musik - ein Ausdruck der Rasse ("Die Gesundheitsführung". Ziel und 
Weg. Monatsschrift des Hauptamtes für Volksgesundheit der NSDAP, Heft 
1, Januar 1941. S. 6-9). 
Zitat: 

"(...) Denn gerade die Tonkunst ist kraft ihrer Eigenart ein Gebilde, 
in dem Leib und Seele sich zu unlöslicher Einheit verflechten. Man braucht 
dabei nicht nur an Mitwirkung des Körpers bei aller Wiedergabe 
(bei der sogenannten Reproduktion) zu denken, sondern auch im 
Schöpfungsvorgang selbst ist der Leib nicht wegzudenken. Es sollte mich 


E 1442 





z. B. nicht wundern, wenn einmal der Nachweis gelänge, daß gewissen 
Grundlinien der Melodiebewegung ähnliche Grundlinien leiblicher 
Formänderungen entsprechen. 

Die Stoffwahl des Künstlers darf natürlich nicht zu Fehlschlüssen 
verleiten. Wenn ein Komponist eine "Tragische Ouvertüre" schreibt, so ist 
damit noch nicht erwiesen, ob das menschliche Maß seines Künstlertums 
einer echten tragischen Haltung überhaupt fähig ist. Beethovens Dritte 
Symphonie ist nicht deshalb ein Denkmal germanischen Heldentums, weil 
sie den Namen >Eroica< führt, sondern weil aus ihren Tönen der Geist 
des Heldentums spricht. Bachs Musik ist uns nicht deshalb ein 
Ausdruck germanischer Frömmigkeit, weil Zeit und Amt ihn veranlaßten, 
religiöse Stoffe zu komponieren, sondern weil der Geist seiner Töne 
Frömmigkeit atmet. Mendelssohn ist nicht deshalb ein Vertreter 
jüdischer Musik, weil er einen >Elias< komponiert hat - denn 
alttestamentarische Oratorien hat ein Händel reihenweise geschaffen -, 
sondern weil der Geist seiner Töne J udentum atmet" (S. 7-8). 

Daß solches sprachlich unbeherrschte Geschwafel von der 
Wissenschaft überhaupt ernstgenommen werden konnte, zeigt, wie weit 
das Regime kritischen Verstand zerstört hatte. 

April 1941, Besprechung: 

"C...) In der >harmonischen Urbegabung der Nordischen Rasse< 
erblickt Eichenauer den Keim zu der im germanischen Raum vollzogenen 
Entwicklung einer mehrstimmigen Tonkunst. Die mit gebotener Vorsicht 
und Umsicht behandelten historischen Zeugnisse für diese Thesen werden 
in einer knappen und allgemeinverständlich formulierten Überschau 
beigebracht und durch zahlreiche Beispiele einleuchtend erläutert. Die 
Forderung, die Eichenauer hieraus für die Gegenwartsmusik zieht, dringt 
auf eine >Befruchtung mit polyphonem Geiste<. Besonders geht 
Eichenauer noch auf die religiöse Frage ein, die in der Polyphonie 
beschlossen ist. Er führt den religiösen Sinn der Polyphonie auf den 
Urgrund eines >nordischen religiösen Fühlens< zurück, auf das Streben, 
die >strömenden Kräfte der Seele und des Lebens in eine gesetzmäßige 
Ordnung<, in die >sinnvolle Ordnung der Welt< einzugliedern. Von hier 
aus begründet er die Forderung nach einer ihrer tatsächlichen religiösen 
Weite entsprechenden textlichen Neugestaltung der großen 
geschichtlichen Meisterwerke polyphoner Tonkunst (diese Frage wird von 
Eichenauer mit erfreulicher Offenheit, Vorurteilslosigkeit, aber auch 
Verantwortlichkeit behandelt)" (Wolfgang Steinecke in: "Die Musikpflege" 
XI1/1, April 1941. S. 8). 

Händel und das Alte Testament ("Mi) uV" IV/10, Oktober 1941. S. 
227-231). 

Der neue Osten. Liedsätze: Eichenauer. 

In: 

RJF, Musikblätter der H) 105/106 a (1941). 

Acht Abendlieder I, für 3 gleiche Stimmen gesetzt von R. Eichenauer: 
1. Dat du min Leevsten büst. - 2. Ich ging durch einen grasgrünen Wald. - 
3. Ernst Licht: Öwer de stillen Straten. - 4. J. A. P. Schulz: Der Mond ist 
aufgegangen. 


E 1443 





In: 

RJF, Musikblätter der H) 538 (1941). 

Acht Abendlieder II, für 3 gleiche Stimmen gesetzt von R. Eichenauer: 
5. Es dunkelt schon in der Heide. - 6. Es flog ein kleines Waldvögelein. - 7. 
Isaak: Nun ruhen alle Wälder. - 8. Baumann: Gute Nacht, Kameraden. 

In: 

RJ F, Musikblätter der H) 539 (1941). 


1944 
Baumann: Kameraden, hebt die Fahnen. Fassung: Eichenauer. 
In: 
Lieder der Mannschaft (1944). 


Geschichtsfälschung |, 1994: 

Richard Eichenauer fehlt in Siegmund Helms/ Reinhard Schneider/ 
Rudolf Weber (Hgb.): Neues Lexikon der Musikpädagogik. Personenteil 
(Kassel, 1994). 

Haben die Herausgeber etwa Parteigenossen weggelassen? 
Geschichtsfälschung II, 2000: 

"Trotz seines Mangels an musikwissenschaftlicher 
Ausbildung wurden seine Schriften über Musik und Rasse von 
Musikwissenschaftlern einschließlich Friedrich Blume weithin als autoritativ 
zitiert. Sein häufigst zitiertes Werk Musik und Rasse (...) ist eine 
Anwendung von Versuchen in der Kunstgeschichte und Literatur, die 
"Rassen-Seele" und die rassischen Aspekte des musikalischen Stils 
herauszuarbeiten" (Pamela M. Potter: Namensartikel Eichenauer in "The 
New Grove Dictionary of Music and Musicians", London, 22001. Band 8, S. 
21. Übersetzung). 

Die Autorin war nicht fähig, Ort und Datum des Ablebens von 
Eichenauer, seine Liededitionen und politischen Funktionen im NS 
anzugeben; sie täuscht den Leser über den propagandistischen Aspekt 
dieses "Musikforschers". Auch verschweigt sie, daß Blume ihn nicht 
autoritativ zitierte, sondern deutlich mit grundsätzlichen Zweifeln, daß 
Eichenauer an Universitäten (München, Leipzig, Münster) eine bessere 
Ausbildung hatte als Abertausende anderer Schulmusiker. 

Information: DML, KDMK (keine Nachricht nach 1930, kein 
Werkverzeichnis). 


Eichhorn, E.A. 


Studienrat und Professor in Stettin, König-Albert-Str. 40 (1939), 
Musikreferent beim "Stettiner Generalanzeiger". 


Mittsommernacht, Lied 0onA, am 15/X/34 von seinem Sohn, 
Oberlandesgerichtsrat Alfred Eichhorn, Celle, dem RMVP eingereicht. 


£ 1444 





Eichhorn, Bernhard 
Schortewitz/ Anhalt, 17. April 1904 - Miesbach, 6. Februar 1980. 
Dirigent und Komponist; 1933-34 Kapellmeister der Städt. Bühnen 
München, 1934-44 am Staatstheater Dresden. 

1945-47 Filmkomponist und Kapellmeister an Kammerspielen, 
Volkstheater, Schaubude, Kleiner Freiheit und bei den Vier Nachrichtern in 
München, dann freischaffend am Tegernsee. Er erhielt den Schwabinger 
Kunstpreis 1968. 

Werke: Theatermusik, so zu "Rübezahl", Volksstück von Christoph 
Kaergel (Dresden, 1936), zu "Das ist Herr Marinucci", Komödie mit Musik 
von Hugo Hartung (Münster, 1937), zu "Juchten und Lavendel", Singspiel 
von Helmut Käutner (Leipzig, 1937), zu "Die Zauberlaterne", 
Weihnachtsmärchen von Rudolf Schröder (Dresden, 1940); Filmmusik, u. 
a. zu den Käutner-Filmen "Kleider machen Leute" (1940), "Anuschka" 
(1943), "Unter den Brücken" (1944). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Musik zu Shakespeares Sommernachtstraum nach Motiven von K. M. 
von Weber (Felsenbühne Rathen, Sommer 1937; Dresden, Staatl. 
Schauspielhaus, 16/11/39; Reichsfestspiele Heidelberg, 13/V11/39, im 
Beisein von Dr. Goebbels; Hamburg, 26/X/39; Schneidemühl, 8/X1/39; 
Osnabrück, 16/1V/40; Reichenberg, 28/V/40; Breslau, 1/X11/40). 

18. März 1939, Bericht T: 

"Das Anpacken dieser Arbeit ist schon von dem Grundgedanken her 
richtig. Wo könnte man in der deutschen Musik besseres finden als bei 
dem Romantiker Weber, der selbst die Titania-Oberon-Stimmung 
beherrscht hat? Wer könnte besser das Leben und Weben des Waldes 
kennzeichnen als er? Der Bearbeiter hat nun nicht etwa billigerweise zu 
den Melodien der bekannten Opern gegriffen, sondern er hat sich die 
Mühe gemacht, in den weniger bekannten Werken des Meisters zu 
forschen und hat dabei wirklich brauchbare und ansprechende Motive 
gefunden. Als ein Hauptmotiv erscheint ein Stück aus den Originalwerken 
für Klavier vierhändig. Für den Droll ist als Begleitmotiv das Hauptthema 
des >Rondo brillant< verwendet, dann erscheint in der Elfenstimmung das 
Trio der Klaviersonate in C-dur, Werk 24. Für die Rüpelszene werden 
Bruchstücke aus dem Konzertstück in f-moll herangezogen. Der Tanz der 
Athener ist ein Ländler aus den Klavierstücken. Alle Motive sind mit 
Geschick aneinandergefügt, so daß keine Bruchstellen offenbar werden. 
Außerdem sind die kurzen und nie langatmigen Stücke mit gutem Erfolg 
instrumentiert worden. Ohne besondere Effekte anzuwenden, sind 
Streicher, Holzbläser, Waldhorn die Grundelemente des kleinen Orchesters. 
Entgegen der Mendelssohnschen Musik verzichtet der Verfasser darauf, 
Lieder singen zu lassen, obwohl sich sicher in Webers 
Volksliedkompositionen hätte auch dafür entsprechendes Material finden 
lassen" (Hans Stephan: Eine neue Sommernachtstraum-Musik. "Die 
Musik-Woche" VII/11, 18/111/39. S. 169). 

25. Oktober 1939, Bericht II: 
"(..) Antipolar hierzu ist die Aufgabe, zum Freilichtspiel 


B 1445 





Bühnenmusik zu schreiben. Bernhard Eichhorn hatte in Spielleiter Hans 
Schweikart einen selbst sehr musikalischen Anreger. So führte ihre 
Zusammenarbeit zu vollem Gelingen" (Friedrich Baser: Die Musik bei den 
Reichsfestspielen Heidelberg 1939. "Signale für die musikalische Welt" 
IIIC/43-44, 25/X/39. S. 512). 

2. Dezember 1940, Bericht III: 

"(...) Mehr wäre vielleicht von der Musik, ohne die der 
>Sommernachtstraum< kaum zu denken ist, zu erwarten gewesen. Nach 
mannigfachen, aber nicht recht durchschlagenden kompositorischen 
Bemühungen der Gegenwart hat jetzt Bernhard Eichhorn auf Carl Maria 
von Weber zurückgegriffen und aus dessen weniger bekannten Werken 
geeignet Erscheinendes hervorgeholt und bearbeitet, das nun in 
Einleitungen und Zwischenspielen, in melodramatischen Untermalungen 
und tänzerischen Episoden die romantische Stimmung zu verstärken 
sucht. Doch ist wenig Bedeutsames darunter; auch sind die 
eingeschobenen Sätzchen meist sehr kurz. Gut wirkte das von Schülern 
der hiesigen Eichendorff-Oberschule fein und rein gesungene Schlaflied 
des Elfenchors. Die Direktion des sparsam besetzten Orchesters hatte Dr. 
Fritz Koschinsky inne (...)" (Wilhelm Sträußler: Ein Sommernachtstraum. 
Neuinszenierung im Breslauer Schauspielhaus. "Breslauer Neueste 
Nachrichten" Nr. 333, 2/X11/40). 

22. September 1944: 

Eichhorn steht in der Film-Besetzungsliste - Komponisten - des 
Reichsfilmintendanten fürs Produktionsjahr 1944/1945 (Quelle: BAR 55/ 
661. Blatt 78). 


Erinnerung, 1967: 

"Ich war 1934 - Ende 44 am Staatstheater Dresden als 
Musikdirektor engagiert. Im Jahre 1937 wollte der damalige Intendant der 
sächsischen Landesbühne (sein Name ist mir entfallen) auf der Freilicht- 
Felsen-Bühne bei Rathen in der sächs. Schweiz den 
>Sommernachtstraum< aufführen. Da die Mendelssohn'sche Musik im 
tausendjährigen Reich verboten war, bat er mich eine neue romantische 
Musik dazu zu schreiben. Gut - man kann durchaus eine neue Musik 
schreiben, die modern ist und dem eigentlichen - englischen - Charakter 
dieses Werkes in seiner naturhaften - stellenweis bösen - Spukhaftigkeit 
dramaturgisch mehr Rechnung trägt, als eine romantische. 

(...) Jedoch, man wollte durchaus eine >romantische<. Die 
Ehrfurcht vor der nun wirklich genialen Musik Mendelssohn's verbot es mir, 
eine eigene romantische Musik zu schreiben. Ich verfiel auf den Ausweg, 
aus relativ wenig bekannten bzw. wenig gespielten Klavierkompositionen 
Carl Maria v. Webers eine der Mendelssohn'schen einigermaßen adäquate 
Musik zusammenzustellen, einzurichten und zu instrumentieren. Der 
Versuch gelang über Erwarten gut. (Der >Sommernachtstraum< wurde 
auf der Freilichtbühne Rathen mehrere Sommer lang gespielt). Als nun 
das Dresdner staatl. Schauspielhaus im Jahre 38 den 
>Sommernachtstraum< in einer Neuinscenierung von Karl Hans Böhm 
herausbrachte, wurde diese Musik - natürlich in entsprechend größerer 


E 1446 





instrumentaler Besetzung - verwendet. Es wurde - ich muß fast sagen zu 
meiner Beschämung Mendelssohn gegenüber - ein voller Erfolg. 

(...) Nun - Carl Maria brauchte sich schließlich nicht zu schämen, 
auch wenn seine Musik eigentlich genau so wenig zum 
>Sommernachtstraum< paßt, wie die geniale von Mendelssohn" 
(Bernhard Eichhorn an Fred K. Prieberg, 17/1/67). 

Von politischer Scham wegen seiner Kollaboration mit dem 
antisemitischen Regime sprach Eichhorn nicht. 


Eichler, Max 
Berlin, 6. November 1868 - ? 
Komponist von U-Musik in Berlin und Inhaber des Musikverlages Euterpe. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Wir treten zum Beten vor Gott den Gerechten (Niederländisches 
Dankgebet). Für Zither: M. Eichler. 
In: 
Heil Deutschland! (1933). 
Wilhelm: Es braust ein Ruf wie Donnerhall. Vaterländ. Lied. Für 
Zither: M. Eichler. 
In: 
Heil Deutschland! (1933). 
Deutschland, Deutschland über alles. Nationalhymne. Für Zither: M. 
Eichler. 
In: 
Heil Deutschland! (1933). 
Information: FA. Fehlt im DMK 1942. 


Eichler, Otto 


Komponist in Markdorf/ Baden, ab 1938 hier Städt. Musikdirektor, Dirigent 
der Stadtkapelle bis 1945. 


Scapa-Flow-Marsch (RS Breslau, 16/111/40) [SV]. 

Der Titel feiert den Kapitänleutnant Günther Prien, der mit seinem 
U-Boot am 13. Oktober 1939 unbemerkt in den britischen Kriegshafen 
Scapa Flow in Schottland einlief, das Schlachtschiff "Royal Oak" durch 
Torpedotreffer versenkte und den Schlachtkreuzer "Repulse" anschoß. 

Nordmeersieg. Marsch (1940) [SV]. 

Information: Vier Anfragen bzw. Erinnerungen an die Stadt Markdorf 
erbrachten vier unzureichende Antworten; der als mögliche Quelle 
empfohlene Vorstand des Musikvereins, Egbert Benz, zog es vor, eine 
Anfrage (10/XII/01) zu ignorieren. 


B 1447 





Eichmann, Kurt 
Danzig, 16. August 1902 - Lich, 11. Dezember 1990. 
Sohn eines Kaufmanns; Opernsänger (Tenorbuffo), bis 1933 am 
Stadttheater Freiberg/ Sachsen, 1933/34 Stadttheater Guben, 1934-37 
Stadttheater Liegnitz, 1937-39 Landestheater Allenstein, 39/40 
Stadttheater Hof, 1940/41 Spielleiter an der Landesbühne Hannover, 
1941/42 an den Städt. Bühnen Hildesheim, 1942-44 am Stadttheater Ulm. 
1946-50 an der Städt. Bühne Ulm, danach hier Gastregisseur, ab 
15/V111/66 im Ensemble des Theaters der Stadt Baden-Baden als 
Schauspieler und 1972 Chefinspizient bis 31/VI11/76. Seit 23/X/85 in 
Senden, dann in Hungen, zuletzt in Lich. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.973.878. 
Kameraden, Fackelträger deutschen Glaubens (T: H. Anacker). MCh 
(Sender Danzig, 14/V/38). 

Information: DML, KDMK. Die Personalakte im Stadtarchiv Baden- 
Baden nennt als Eichmanns Heimatadresse: Degerschlacht-Reutlingen. 


Eichner, Ernst 
1740 - 1777 


Zwölf Duette für Violine und Viola. 
Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht" (21942) als Notentip. 


Eickemeyer, Willy 

Saalsdorf bei Braunschweig, 3. Juni 1879 - Saalsdorf, 24. September 
1935. 
Sohn eines Kantors; Schüler u. a. von P. Homeyer und C. Reinecke, 
Musikpädagoge und Pianist in Jena, 1920 Professor, hier Leiter des von 
ihm 1913 gegründeten Konservatoriums, auch künstler. Leiter der 
Bachgemeinde und des Jenaer Trios, Organist der Universitätskirche. Er 
veranstaltete im Konservatorium Konzerte mit "Musik unserer Zeit". 
Werke: für Klavier, Orgel, Kammermusik; Lehrwerke für den 
Klavierunterricht. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.078.231, jedoch Ende 1933 gestrichen. 
Dem heroischen Menschen. Klavierquintett (Jena, 1934). 
Information: DNML, DML, FA, MM2, RML. 


Eidens, Josef 
Aachen, 29. Juni 1896 - Aachen, 15. März 1960. 
Sohn eines Kaufmanns; Schüler von E. Strässer, Komponist und 
Klavierlehrer in Aachen. 
Nach 1945 weiterhin in Aachen. 
Werke: u. a. Opern, so "Die Liebesbriefe" nach G. Keller (Aachen, 1925), 


E 1448 





"Tartüff" nach Moliere (1926) und "Die tödlichen Wünsche" nach Balzac 
(1927); "Zeitlied der Jugend", Kantate (1933); 150. Psalm, Chorwerk. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
März 1933, Bericht ("Zeitlied"): 

"(...) gestaltete sich zu einem musikalischen Ereignisse mit 
umgekehrtem Vorzeichen. Wer geglaubt hatte, der Aachener Eidens würde 
nach allerhand früheren symphonischen Versuchen & la Schönberg 
inzwischen hinzugelernt und sich auf eine bodenständige Tonsprache 
besonnen haben, wurde durch die uraufgeführte Komposition (Text von L. 
Strauß, Jude) enttäuscht. Zwar erforderten die Singstimmen wenigstens 
eine gewisse Rücksichtnahme hinsichtlich der Ausführbarkeit des 
Notierten, und in einige instrumentale Teile lugten sogar so tiefverhaßte 
Romantiker wie Brahms und Bruckner hinein. Grundsätzlich schreibt 
Eidens jedoch atonal. Ob dies seiner künstlerischen Überzeugung 
entspricht oder ob es seinem Originalitätskrampfe entspringt, laßt sich 
natürlich nicht leicht entscheiden" (Reinhold Zimmermann in: "ZfM" C/3, 
März 1933. S. 267). 

Information: DNML, DML, FA (Geburtsdatum: 26/VI), KDMK (keine 
Angabe nach 1930), RML, LdCh. 


Ei, du edler Tannenbaum, du bist ein edler Zweig. Aus dem 
Kuhländchen (Nordmähren), 1818 aufgez. von F. Jaschke; auch aus 
Schlesien. In: Erk-Böhme, "Deutscher Liederhort" (1856/1893). Titel: Der 
Tannenbaum. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ) 53 (1936), 75 (1938), 103/104 a (1941); RJF, 
Liederblatt der HJ) 53 (1937), 75 (1938), 103/104 (1941); Lieder unseres 
Volkes (1943). 


Ei du feiner Reiter siehe: Samuel Scheidt 


Ei, du mein lieber Goldschmied mein, mach meinem Schatz ein 
Ringelein. Fränkisch, aus Ditfurth, "Fränkische Volkslieder". Titel: Ins 
Schweizerland. 

In: 
Singkamerad, Anhang Mainfranken (1937). 


Eigenbrodt, W. 


Nun grünt es schon und blühet am Schützengrabenrand (eigener T). 
Kriegslied, zuerst im Kriegsliederheft 11 [DJ]. 

In: 

Soldatenlieder (1934). 


E 1449 





Eija, slap, Söting, ick weig di mit min Föting. Wiegenlied aus 
Mecklenburg. 
In: 
Lieder zur Weihnachtszeit (1935, 1944); NSLB, Unser Lied 1 (31935); RJF, 
Wir Mädel singen (1937, 21938); RJF, Hohe Nacht der klaren Sterne 
(1938); Tut auf das Tor (1939). 


Ei-jo-u-he, Kirchta, bleib do! Oberbayerisches Kirchweihlied, 
aufgez. von Kurt Huber. Aus: Huber-Kiem, "Altbayrisches Liederbuch" 
(1936). 

In: 
Lieder unseres Volkes (1943). 


Eilers 
Sonnenwende. Ouvertüre (RS Königsberg, 20/1/39). 


Information: Mehrere Urheber dieses Namens sind verbürgt. Es dürfte 
sich um den Hamburger Walter E., Jg. 1896, handeln, der Operetten und 
Schlager schrieb. 


Eilenberg, Richard 
1848-1927 


Die Wachtparade kommt (RS Hamburg/ RSdg des Hafenkonzerts, *30/ 
1/38). 


Eilst du suchend auch dahin. Wanderlied. 
In: 
Mein Deutschland (1936, 1938). 


Ei, Mädel vom Lande, wie bist du so schön (T: nach Johann 
Wilhelm Ludwig Gleim, 1719-1803). Liebeslied, auch Soldatenlied, 0nA. 
In: 

Soldatenlieder (1934); Liederbuch der Luftwaffe (1939); Das neue 
Soldaten-Liederbuch 2 (1939); Das zweite neue Soldaten-Liederbuch 
(1940); Soldatenliederbuch (#1940); Das neue Soldaten-Liederbuch für 
Akkordeon (1940). 


Ei, Mädle, wenn de's schnadderet. Volkslied aus Schwaben. 
In: 


Schwäbisches Liederbuch (41938). 


E 1450 





Eimert, Herbert 

Bad Kreuznach, 8. April 1897 - Düsseldorf, 15. Dezember 1972. 
Sohn eines Volksschullehrers; Dr. phil. Köln 1930 (Musikalische 
Formstrukturen im 17. und 18. Jahrhundert). Musikschriftsteller, 
Komponist, Schüler von H. Abendroth und A. von Othegraven, und seit 
1931 Musikreferent der "Kölnischen Zeitung", zeitweilig mit Wohnsitz 
Bonn, 1941 in Köln, 1943 wieder in Bonn. Seine Jahreseinnahmen - Stand 
1940 - betrugen 5.400 RM vor Steuern. 

Nach 1945 wissenschaftl. Mitarbeiter des NWDR/ WDR Köln, auch 
Leiter des musikal. Nachtprogramms, in dem er besonders solche 
kompositorischen Kräfte propagierte, die er 1933-45 immer wieder 
kritisch attackiert hatte. 1951 Gründer und Leiter des Studios für 
elektronische Musik im Kölner Funkhaus bis 1965; er erhielt dann einen 
Lehrauftrag für elektron. Komposition an der Musikhochschule Köln. 
Werke: u. a. "Atonale Musiklehre" (Leipzig, 1924); nach 1950 
empfehlende und erläuternde Literatur über Zwöftonmusik, Serielle und 
Elektronische Musik; ebensolche - heute vergessenen - Kompositionen. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. DAF und NSV. 


1933 
Musikkultur aus dem Volk ("Stadtanzeiger" Nr. 255, Köln, 21/V/33). 
Zitat: 

"(...) Wird die Musik vom Geist des völkischen Lebens durchströmt, 
so besitzt sie von selbst die Verbundenheit mit dem Leben der Nation, und 
sie wird in dieser Hinsicht noch erzieherische Aufgaben zu bewältigen 
haben, für die es kaum ein Vorbild in der deutschen Geschichte gibt. 

(...) Wichtiger indessen ist heute, da der leerlaufende Kunstbetrieb 
vernichtet und auch künstlerisch der Zusammenschluß der deutschen 
Menschen gefordert werden muß, eine andre Unterscheidung, nämlich die 
zwischen völkischer und volkstümlicher Musik. Nicht jede völkische, 
artgewachsene, sagen wir: blut- und bodenständige Musik ist notwendig 
volkstümlich, und nicht jede volkstümliche, frisch eingehende Musik kann 
beanspruchen, aus den tiefen völkischen Schaffensgründen zu quellen". 


1934 
Hans Pfitzner ("Kölnische Zeitung", Morgenblatt, 25/V111/34). 
Eimert unterstreicht hier die musikpolitische Wirkung des 
Komponisten gegen "Entartung" und für "völkische" Wurzeln der Kunst. 


1935 
Eugen Bodarts Oper "Der abtrünnige Zar" ("Signale für die 
musikalische Welt" XCI11/15, 10/1V/35). 
Zitat: 

"(...) Im ganzen liegt die Oper mit ihren vielfachen Bindungen an 
eine längst gültig geprägte und vor dem Krieg zu Ende geführte Epoche 
doch jenseits unseres geistigen Ringens um eine neue Lebensform" (S. 
243). 


E 1451 





1937 
Held Namenlos ("Kölnische Zeitung/ Stadtanzeiger", Morgenblatt, 25/V/ 
37). 
Es handelt sich um eine sehr positive Besprechung der Hitlerkantate 
von Hermann Unger. 


1938 
Ausklang der Gaukulturwoche ("Kölnische Zeitung" Nr. 29, 
Abendblatt, 17/1/38). 
Held Namenlos ("Kölnische Zeitung/ Stadtanzeiger", Morgenblatt, 
1/11/38). 

Es handelt sich um eine sehr positive Besprechung einer weiteren 
Kölner Aufführung von Hermann Ungers Hitlerkantate anläßlich des 
Jahrestages der Machtergreifung. 

Lob der Gemeinschaft. Uraufführung der Kantate von Paul Höffer ("Die 
Musikpflege" VIIl/12, März 1938. S. 492-493). 
Zitat: 

"(...) Nach einem kraftvollen Aufklang vollzieht sich das festlich 
geordnete Chorgeschehen im Aufmarsch der Werkscharen, Bauern, 
Soldaten, der Jugend und der SA. und SS. >Arbeiter, Bauern und Soldaten 
singen< heißt der Untertitel des Werkes, das nicht aus einer 
musikalischen, sondern aus einer politischen Idee heraus entwickelt ist 
und in den drei Teilen - Jeder strebe, daß Deutschland lebe! Ein junges 
Volk steht auf! und Fest der Gemeinschaft - die Leitlinie dieser Idee 
schlagkräftig herausstellt. (...)" (S. 492). 


1940 
Cesar Franck: "Die Seligkeiten" ("Signale für die musikalische Welt" 
IIC/51-52, 25/X11/40). 
Zitat: 

"Auf denkwürdige Weise treffen die Ehrungen zum 50. Todestage 
Cesar Francks mit der Tatsache zusammen, daß der von jeher 
offenkundige romantisch-deutsche Zug von Francks Musik nunmehr auch 
aus der endgültig geklärten Volkstumszugehörigkeit des Komponisten 
gedeutet werden kann" (S. 493). 


1941 
Das Opernbuch von Dr. Karl Storck. Hgb. von Dr. Herbert Eimert 
(Stuttgart, 39-491941). 
Zur Geschichte der Oper (Autor: der Herausgeber): 

"Die Zeit nach dem Weltkrieg ist in dem Bestreben, vom 
Wagnerschen Musikdrama loszukommen, zum Teil auf Wege geraten, die 
sich schon bedenklich weit von den Grundbedingungen des Theaters und 
vor allem der Opernbühne entfernt haben. Die Bevorzugung sittlich 
fragwürdiger Texte und die Spekulation auf neue absonderliche 
Klangwirkungen bezeichnen eine Entwicklungslinie der inneren 
Unsicherheit, des Suchens, Tastens und des Zerfalls. Die Kulturpolitik 
eines neuen, starken Staates hat solchen Zersetzungserscheinungen rasch 


E 1452 





ein Ende bereitet und den Blick auf die Kräfte des Volkstums und der 
Vergangenheit gelenkt" (S. 20). 


Rückblick, geschönt, 1966: 

"Politisch ging es bei mir wesentlich bunter zu (...): zweimaliger 
Verweis als Schriftleiter (beim dritten verlor man Ausweis und Stellung). 
Außer Dr. Hauenstein (jetzt F.A.Z.) war ich der einzige Nicht-Pg unter 39 
Redakteuren der Kölnischen Zeitung, daher Vorladung vor das Kreisgericht 
Köln-Süd. Dreimal, wegen drei verschiedener Fälle, Vorladung durch die 
Gestapo, darunter ein vielstündiges Verhör; einmal Haussuchung durch 
die Gestapo, die aber zu spät kam, denn zwei Koffer mit Silberzeug und 
sonstigen Wertsachen von jüdischen Freunden hatte ich, kurz vor 
Kriegsbeginn, drei Tage vorher mit einem der letzten D-Züge durch den 
mir bekannten Speisewagenkoch nach Brüssel schaffen lassen" (Herbert 
Eimert an Fred K. Prieberg, 13/1/66). 

Ein Zeuge, 1983: 

"(...) weiß aber persönlich genau, daß Eimert Mitglied der NSDAP 
war und, aus persönlichen Gründen herausgeflogen, sich bei meinem 
Vater wiederholt für eine erneute Aufnahme verwandt hat. (...)" (Klaus 
Unger an Fred K. Prieberg, 1/VI11/83). 

Dr. Klaus Unger, Sohn von Hermann Unger, war seinerzeit 
Rechtsanwalt in Köln. Seine Aussage ist durch kein Amtsdokument 
gesichert. 

Information: DML, FA, KDMK, RML, SML, MGGS. 


Eimler, Otto 
Steffen/ Krs. Halle, 5. Januar 1892 - ohne Ort, 21. Januar 1945 
(Todeserklärung des AG Nürnberg - UR 6 Il 330/49 - vom 3/111/50). 
Musiker, seit 1925 in Nürnberg. Während des Krieges bei der Waffen-SS, 
zuletzt Sturmscharführer. 


NSDAP ab 1/X1/28, Nr. 106.888, SS seit 1931; 1928-31 Zellenobmann. 
1934 Leiter der Ortsgruppe Nürnberg-Fürth der Reichsmusikerschaft, 1935 
Vertrauensmann der RMK für den Gau Mittelfranken, 1936 ehrenamtl. 
Landesleiter der RMK Gau XVII Franken, später Leiter der 
Ortsmusikerschaft Nürnberg. 

Information: Das Stadtarchiv Nürnberg, Dr. Helmut Häußler 
(31/11/87) ließ wissen: "(...) aufgrund des Datenschutzgesetzes darf 
über Persönlichkeiten, deren Leben und Wirken schon so weit zurückliegt, 
daß man auf ursprüngliches Material vom Einwohnermelde- und Paßamt 
der Stadt zurückgreifen müßte, keine Auskunft gegeben werden"; damit 
bewies der Archivchef Unkenntnis des Gesetzes, das solchen Unfug nicht 
enthält. Das Einwohneramt Nürnberg (19/VIII/98), gez. Richter, 
beantwortete eine Anfrage in diesem und acht weiteren Fällen mit der 
Forderung eines Kostenvorschusses von 180 DM. Den Antrag an den 
Oberstadtdirektor auf Erlaß der Gebühr lehnte das "Direktorium Recht und 
Sicherheit" der Stadt Nürnberg (18/IX/98), Dr. Frommer, ab, weil "kein 


E 1453 





hinreichender Grund" dafür vorliege; das beweist allerdings nur, daß das 
Verwaltungspersonal in Nürnberg Geld höher bewertet als das kulturelle 
Image der Stadt und seine Amtspflichten aus dem Grundgesetz verrät. 

Bei der WASt existiert weder Vermißten- noch Todesmeldung. Das 
AG Nürnberg, UR, ignorierte gegen Verwaltungsrecht eine Anfrage. 


Ein alter Totentanz = Wohlauf mit mir auf diesen Plan 


Ein altes Paar Ochsen, eine schwarzbunte Kuh, die schenkt mir 
mein Vater, wenn ich heiraten tu. Aus der Altmark. 
In: 
Zwanzig Lieder (1938). 


Ein altgedienter Artillerist, jupheidi, jupheida, der schneidigste 
von allen ist. Soldatenlied, zur Melodie "Studio auf einer Reis", 0nA. 
In: 
Kameradschafts-Lieder (1939; nur T). 


Ein alts Weib gewesn, krank geworden, gstorbn. Scherzlied. Titel: 
Die Wallfahrt. 
In: 
Der Kilometerstein (?1937). 


Ein armer Fischer bin ich zwar (T: Johann Bürkle). Volkslied aus 
Köln und am Oberrhein, das mit dem Text >Ein armer Fischer bin ich 
zwar< in einem Kölner Potpourri >Aus Winkeln und Gassen< von Fr. 
Hannemann Aufnahme gefunden hat. Melodische Urform für einen Teil 
des Horst-Wessel-Liedes. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933); Singend marschieren wir (1938). 


Ein armer Spielmann bin ich zwar. Heiteres Lied. Titel: Unstrut- 
Lied. 
In: 
Wir singen (1934). 


Ein Bauer verkauft sein' Acker und Pflug. Lügenlied. Sangesart: 
Towarischewo, Batschka, Südslavien. Aufgez. 1935 von Katharina 
Holdergott. 

In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 5 (9. Juni 1938). 


E 1454 





Ein Bursch und ein Mägdlein flink und schön. Titel: Süß Lieb 
liebt den Mai. Volkslied. 
In: 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940). 


Ein Burschenherz voll Lieb und Lust. 
In: 
Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937; nur T). 


Ein Bürstenbinder bin ich ja. Text und Melodie nach dem Schmied 
Zehe, Volksliedsänger in Wülfingen, Franken, aufgez. von Ditfurth vor 
1850. Titel: Der Bürstenbinder. 

In: 
Unser das Land (1937). 


Ein edler Schatz der Weisheit ist Gottes Wort und Lehr (T: ©. 
Riethmüller, 1934, nach den Böhmischen Brüdern). Geistl. Lied der Böhm. 
Brüder, 1531. Titel: Der edelste Schatz. 

In: 
Wehr und Waffen (1936). 


Ein edles Kraut, den Rauchtobak. Soldatenlied. Titel: Tobak. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Eine ewige Kirche = Komm, Tröster Gott 
Eine fernöstliche Tragödie = O Publikum, vernimm 
Eine heilige christliche Kirche = Die Kirche Christi, 


die er geweiht 


Eine nasse Liebesgeschichte = In einen Harung 


Einen schönen guten Abend, herzallerschönster Schatz. 
Spinnstubenlied, aufgez. um 1910 in Burggarten, Ostpreußen. Titel: 
Necklied. 

In: 
Unser das Land (1937). 


E 1455 





Einer helf' dem andern = Tretet mit starkem Herzen 


Eines Abends in der Dämmerung. Musik und Text, aufgez. nach 
mündl. Überlieferung der Truppe im Fliegerhorst Merseburg und anderswo. 
Titel: Flieger, du alleine. 

Textprobe (1. Strophe): 

") 
da sah ich zwei junge Flieger stehn. 
Und sie sangen so schön, 
daß ein Mädel blieb stehn: 
Flieger, du alleine, du allein 
sollst meine Freude sein!" 
In: 
Alte und neue Soldatenlieder (1940). 


Eines Abends, treu und bieder, zogen wir dem Westwall zu (T: 
Obgefr. Karl Henseler). "Bunkerlied" (1939/40, onA zur Melodie [Sim]. 
Bearbeitung: H. Steinkopf. 

Tondokument - vom 27/11/40 - im DRA: 1870619-10. 

Ausführende: W. Strienz (Baß), das Männerquartett Erich Heyn und 
Hanns Steinkopf und seine Musikanten. 

Textprobe (14. und 16. - letzte - Strophe): 

"Mögen Churchills, Chamberlaine, 
Lügen schreien in die Welt 

gegen unser Volksregime, 

das den größten Staatsmann zählt. 


Wer den Frieden will nicht haben, 
der soll haben unsern Krieg; 
auch das Heer 
der wackern Schwaben 
kämpft für Hitler um den Sieg". 
In: 
Das Lied der Front 2 (1940); Sechzehn neue Soldatenlieder (1940). 


Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön. 
Scherzlied. 
Textprobe (13. und 14. Strophe): 
"Komm!'n wir dann in fremde Häfen, 
ja da ist der Deibel los, 
denn da ziehn die blauen Jungen 
mit de Negerweiber los. 


In der Heimat angekommen, 
fangt ein neues Leben an, 


E 1456 





gleich wird eine Frau genommen, 

Kinder bringt der Weihnachtsmann". 
In: 
Heil Hitler! (1933); Trum, trum (21933); Liederbuch der SA-Marine (1934; 
nur T); RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); Singen (?1937); Der 
Kilometerstein (?1937); Lieder der Mannschaft 12 (1938). 


Eines schickt sich nicht für alle, sehe jeder, wie er's treibe (T: 
Goethe). Kanon zu 4 Stimmen. 
In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); Lobeda-Singebuch 2 
(1933); Sing- und Spielmusik für Jugend und Volk 5 (1940); Lied über 
Deutschland (?1941). 


Eine Trommel geht in Deutschland um, und der sie schlägt, der 
führt (T: H. Böhme), "aus neuer Zeit", onA zur Musik. Titel: Dem Führer. 
Die Melodie stammt von Ernst Dahlke, der seine Edition wohl nicht 
mit seinem eigenen Namen übersättigen wollte. 
In: 
Lieder für Schulfeiern 1 a (1936). 


Ein Fähnrich zog zum Kriege. Wolgadeutsch, 1785. Grundlage ist 
die Melodie "Malbruck se vat en guerre". Aus: K. Henniger, 
"Niedersachsen-Liederbuch" (Hannover, 1912), "Der Zupfgeigenhansl" 
(111915), G. Dinges, "Wolgadeutsche Volkslieder" und Edmund Neumann, 
"Volkslieder aus dem Buchenland" (Kassel, 1938). 

In: 

Heil Hitler! (1933); Die Fahne hoch! (1933); Soldatenlieder (1934); Der 
Fanfarenzug (1934/39); Soldaten singen (1936); Und wenn wir 
marschieren (?1937; "Danzig und Brandenburg"); Ihr Deutschen, wollt ihr 
wachen! (1938); Volksliedsingen im Schulfunk 11 (1. September 1938); 
RJF, Liederblatt der HJ 71/72 (1938); RJF, Musikblätter der HJ 71/72 
(1938); Das Bannorchester (1939); Lied über Deutschland 3 (1940); 
Soldatenliederbuch (41940); Lied über Deutschland (1941); Im gleichen 
Schritt und Tritt (1941); RJF, Unser Liederbuch (1941); RJF, Unser 
Kriegs-Liederbuch (71941); Hellau! (1942); Lieder unseres Volkes (1943; 
Variante: "Ein Fähndrich"). 


Ein Fest kehrt uns wieder, drum, Brüder, herbei! (T: J. Wichers). 
Turnerlied, zur Melodie "Ich hab mich ergeben". 
In: 
NS-Volks-Liederbuch (21934). 


E 1457 





Ein Franzose wollte jagen = Ein Tiroler wollte jagen 
Die als Diskriminierung gedachte Textparodie machte das Lied völlig 
unsinnig. 


Ein freies Leben führen wir, ein Leben voller Wonne (T: Schiller, 
1780). Räuberlied, zur veränderten Melodie "Gaudeamus igitur". 
In: 
Der Kilometerstein (?1937). 


Ein frischer, froher Mut geht über Geld und Gut. Volkstümlicher 
Kanon zu 4 Stimmen. 
In: 
Sing- und Spielmusik für Jugend und Volk 5 (1940). 


Ein froher Sang schallt durch die Luft (T: E. F. Bartelmäs), zur 
Melodie "Der Wind streicht über Felder" (Kieling). Titel: Lied der 
Freiwilligen. 

In: 
Arbeitsdienst-Liederbuch (1934). 


Ein frohes Herz voll Lieb und Lust, an Liedern reich und 
Sangeslust (Es zog ein Bursch hinaus in das Feld). Studentenlied, onA. 
Titel: Sing-Sang und Kling-Klang. 

In: 

Deutsche Volks- und Kampflieder für die HJ und das J ungvolk (1933; nur 
T, Variante: "Ein freies Herz"); Das Lied des Arbeitdienstes (1933); Einig 

Volk/ Einig Sang (1934); Kameradschafts-Lieder (1939; nur T, Variante s. 
0.). 


Ein fröhlich Herz, ein fester Sinn. Lieder für den Dorfabend. Hgb. 
vom Gaupropagandaamt Brandenburg. Melodie mit Text (1944) [V]. 


Ein fröhlicher Hirtensang = Ihr Hirten, steht nur auf 


Ein getreues Herze wissen siehe: Joseph Gersbach 


Ein Glockentonmeer wallet. 
In: 
NSLB, Unser Lied 2 (21935). 


1458 





Ein Gott, ein Volk, ein Vaterland. MCh, onA (Tübingen, *Juli 


1935, 6. Kreisliederfest "Uhland" des DSB). 


In: 


"Zum Dorf hinaus zieht 

die Kompagnie, 
die Fahne lustig weht! 
Die Kinderschar, die begleitet sie 


und jauchzt, daß zum Krieg es geht. 


Noch einmal schaut der Grenadier 
nach seinem Lieb zurück 

und tausend Grüße schickt er ihr, 
was sagt sein letzter Blick? 

O Mädchen, bleibe mein, 

dies Herz, es ist ja dein! 


Auf dem Feld der Schlacht 

in stiller Nacht 

liegt sterbend ein deutscher Held, 

für des Reiches Ehr' 

und des Landes Wehr 

verläßt er ja gern die Welt. 

Zum Kameraden, der bei ihm kniet, 

erhebt er den brechenden Blick 

und sagt: Wenn ihr wieder 
heimwärts zieht, 

dann suche du auf mein Lieb, 

gib ihr diesen Ring zurück 

und sag ihr, daß ich treu, 

ihr treu gestorben sei". 


Stahlhelm- und Vaterlands-Lieder (1934; nur T). 


In: 


Ein guter Wein und fröhlich sein. Trinklied. 


Lobeda-Singebuch 1 (1936). 


In: 


RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); Der Kilometerstein (?1937); 


Ein Hase saß im tiefen Tal, singing hollipollidoodle all the day. 
Scherzhaftes Segelfliegerlied onA . Titel: Der Hase als Segelflieger. 


Der Titel erscheint in keiner der hier aufgeschlüsselten Sammlungen 
und auch sonst nicht, sodaß keine Urheberangabe möglich ist. 


Ein Grenadier auf dem Dorfplatz stand, ein Mädchen ihm zur 
Seite. Soldatenabschiedslied. Titel: Stolzenfels am Rhein. 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 


E 1459 





Flieger-Liederbuch (1938; nur T). 


Ein Haupt hast du dem Volk gesandt. NS-Bittlied zur Melodie 
"Allein Gott in der Höh sei Ehr", onA. 

Der national-rechte Flügel der Protestanten bekannte sich zum 
angeblich "gottgesandten" Hitler. 

Textprobe (1. bis 3. Strophe): 

BR 

und trotz der Feinde Toben 
in Gnaden unser Vaterland 
geeint und hoch erhoben; 
mit Frieden hast du uns bedacht, 
den Führer uns bestellt zur Wacht 
zu deines Namens Ehre. 


Wir danken dir mit Herz und Mund, 
du Retter aus Gefahren, 

und flehn aus tiefster Seele Grund, 
du wolltest uns bewahren, 

Herr aller Herrn, dem keiner gleich, 
den Führer und das Deutsche Reich 
zu deines Namens Ehre. 


Verwirf, Gott, unser Flehen nicht, 
laß auf des Führers Wegen 
dein huldvoll heilig Angesicht 
ihm leuchten uns zum Segen, 
und salbe ihn mit deinem Geist, 
daß er sich kräftig stets erweist 
zu deines Namens Ehre". 

In: 

Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940). 


Ein heller Ruf in weiter Rund läßt hoch das Herz uns schlagen (T: 
A. Knesebeck-Fischer, 1932). Huldigungslied, zur Melodie "Stimmt an mit 
hellem, hohem Klang" (Methfessel). 
Textprobe (2. Strophe): 
"Ein heller Ruf in Süd und Nord. - 
Neu blüht die deutsche Eiche: 
NSDAP, das Zauberwort - 
ein Hoch dem Dritten Reiche". 
In: 
Deutsche Kampf- und Volkslieder (1933). 


Ein Heller und ein Batzen, die waren beide mein (T: Alexander 


E 1460 





Graf von Schlippenbach). Trinklied, Soldatenlied (1830). 

In: 

Heil Hitler! (1933; nur T, 0nA); S.A. Liederbuch (1933); Deutsche Kampf- 
und Volkslieder (1933); Schlesisches SA-Liederbuch (?1933); Uns geht die 
Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Liederbuch der SA-Marine 
(1934); Lieder der Pommerschen SA (?1934); Arbeitsdienst-Liederbuch 
(1934); Lieder der SS Pommerns (1934); Ähre und Spaten (1934); Lied 
über Deutschland (1937); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 31 
(1937): Unsere Lieder (71938); Liederbuch der SA (91938); Soldaten- 
Liederbuch (1938); SA-Liederbuch (21939; T: "Albert v. Schippenbach, 
1830"); Kameradschafts-Lieder (1939); Alte und neue Soldatenlieder 
(1940); Das neue Soldaten-Liederbuch für Akkordeon (1940); 
Soldatenliederbuch (41940; onA); Lied über Deutschland 3 (1940); 
Kamerad sing mit! (1940); Soldatenlieder von Front und Heimat (1940); 
Es leben die Soldaten 17 (1940, Melodie und T: Graf Schlippenbach, 
1830); Heute wollen wir ein Liedlein singen (41941; "Musik und Text Graf 
Schlippenbach, 1830"); Im gleichen Schritt und Tritt (1941; onA); Hellau! 
(1942). 


Ein Hering liebt eine Auster im kühlen Meeresgrund (T: V. von 
Scheffel) Scherzlied, zur Melodie "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten". 
Titel: Harung. 

In: 
Liederbuch der SA-Marine (1934; nur T). 


Ein herrliches Vermächtnis ruht in unsern jungen Herzen (T: 
Herbert Busch). Kampflied, zur Melodie "Der Gott, der Eisen wachsen ließ" 
(Methfessel). Titel: Hitler-Lied. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Heil Hitler, auf zum Siege! 
Führ' du uns in den Kampf hinein, 
wohlan, zum heil'gen Kriege. 
Für Hakenkreuz und Schwarz-weiß-rot 
(oder: auf blutig Rot) 
sind wir bereit zu fechten. 
Den Welschen Haß bis in den Tod 
und Haß den J udenknechten". 
In: 
Durch Kampf zum Sieg! (71926); Was der Deutsche singt (1932; nur T); 
Liederbuch Hamburgischer SA (61933). 


Ein Hitlermägdelein siehe: H. Raszat 


Ein Hitlermann, der zog hinaus = Es zog ein Hitlermann 


E 146] 





Ein Hund lief in die Küche und stahl dem Koch ein Ei. Scherzlied. 
Titel: Die unsterblichen Hunde. 
In: 
RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936; Variante: "schlich"); Der 
Kilometerstein (?1937). 


Ein Hund lief in die Küche und stahl dem Koch 'ne Bratwurst. 
Scherzlied mit anderer Melodie, nach Erk-Irmer. 
In: 
Der Kilometerstein (?1937). 


Einig Volk/ Einig Sang (Anthologie) siehe: Germanus 


Ein Jäger aus Kurpfalz (Churpfalz), der reitet durch den grünen 
Wald. Seit 1750 bekannt, aus: Erk-Irmer, "Deutsche Volkslieder" (1839), 
und "Der Zupfgeigenhansl" (RS Breslau/ RSdg "Das Antlitz der 
kämpfenden Mannschaft", *9/X1/36). 

Vgl. Der Jäger aus Kurpfalz. 

In: 

Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); SA. SS.-Liederbuch 
(1933); Schlesisches SA-Liederbuch (?1933); Wir wollen singen (1933); 
NS-Volks-Liederbuch (21934); Wohlauf Kameraden (1934); Ähre und 
Spaten (1934); Deutsche Lieder für die Jugend (21935); Singkamerad 
(31935, 81937); Vorwärts! Vorwärts... (1935); Werkleute singen (1936; 
nur T, Variante: "Churpfalz"); Lieder des Volkes (61936); Und wenn wir 
marschieren (21937); Flieger-Liederbuch (1938); Stimmt an! I (1939); Du 
und deine Harmonika (1940); RJF, Unser Liederbuch (61941); RJF, Unser 
Kriegs-Liederbuch (71941); DAF, Singendes Volk 1 (August 1941); Lieder 
unseres Volkes (1943); Singt alle mit! (1944). 


Ein Jäger in dem grünen Wald. Volksmelodie. 
Vgl. Der Jäger in dem grünen Wald. 
In: 
Singkamerad (31935, 81937); Wir wandern und singen! (1937). 


Ein Jäger längs dem Weiher ging. Lauf, Jäger, lauf! Spottlied, 
Volkslied aus Westfalen und Hessen, Umdichtung von W. von 
Zuccalmaglios "Kronschlange" (in: Kretzschmer-Zuccalmaglio, "Deutsche 
Volkslieder" 1840), zuerst gedruckt von Erk-Böhme, "Deutscher 
Liederhort" (1856/1893). Die Melodie stammt aus der Ballade vom 
Edelmann im Habersack. Titel: Der furchtsame Jäger. 


E 1462 





In: 

Vorwärts! Vorwärts... (1935); Deutsche Lieder für die Jugend (21935); 
Singkamerad (31935, 81937; Variante: "Der Jäger"); Und wenn wir 
marschieren (21937; Variante s. 0.); Singendes Volk 7 (Februar 1942); 
Lieder unseres Volkes (1943; Variante s. 0.); Mein Schätzlein hör ich 
singen (1944; Variante Ss. 0.). 


Ein J ungvolkjunge hält treue Lagerwacht. HJ-Lied, onA. 
In: 
Trum, trum (21933); Jungvolk-Lieder (21934; nur T). 


Ein kleiner Matrose. 
In: 
Liederbuch der Kriegsmarine 2 (1940). 


Ein Knab von achtzehn Jahrn, der hat noch wenig erfahrn. Aus 
dem Schönhengstgau, aufgez. von W. Hensel, nach "Finkensteiner Blätter" 
(1923). 

In: 
Werkleute singen (1936); Lieder unseres Volkes (1943). 


Ein Kuckuck auf dem Baume, zidderi bumbum, ein Kuckuck auf 
dem Baume saß. Aus Wolhynien. In: Kurt Lück-Robert Klatt, "Singendes 
Volk". Volkslieder aus Kongreßpolen und Wolhynien ("Ostdeutsche 
Heimathefte", Band 4, Posen, 1935). 

In: 
Ihr Deutschen, wollt ihr wachen! (1938); RJF, Liederblatt der HJ 105/106 
(1941); RJF, Musikblätter der H) 105/106 a (1941). 


Ein Landsknecht sei ich von Natur siehe: J. W. Lyra 


Ein läppisch Mann, der narren kann. "Der Narrentanz", aus Erk- 
Böhme, "Deutscher Liederhort" (1856/1893). 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 23 (16. Februar 1939). 


Ein leises, zartes Singen durch Winterwälder weht (T: Friedrich 
Karl Otto). Jullied auf eine "alte Weise" von 1599 = "Es ist ein Ros 
entsprungen". Titel: J ulwunder. 
In: Lieder der Deutschen (1932); Lieder für Schulfeiern 10 (1936; onA 
zum alten Titel). 


E 1463 





Ein Lied der Koltschaksoldaten = Hei, die weißen Wogen 
löschen roten Brand 


Ein Lied von deutscher Not und Hoffnung = Aus 
hochbetrübtem Mut 


Ein Lied zum Weine = Es schlägt ein fremder Fink im Land 


Ein Liedelein wollen wir singen. Aus dem Hessischen, in: Fr. ]. 
Mittler, "Deutsche Volkslieder" (Marburg und Leipzig, 1855). Mitgeteilt von 
Johann Lewalter. 

Textprobe (5. Strophe): 

"im Felde, da ist es gut wohnen, 
im Felde ist gut sein. 
Da hört man die Trommeln und Pfeifen, 
fürs Vaterland schlagen wir drein". 
In: 
Liederbuch der Luftwaffe (1939). 


Ein Mädchen geht spazieren, spazieren stets im gleichen Schritt. 
Tanzlied aus Holstein. Titel: Spazierengehn. 
In: 
Deutsche Lieder (1940). 


Ein Mädchen wollte zum Tanze gehn. Volkslied aus Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Ein Mädel wollte früh aufstehn, dreiviertel Stund vor Tag 
(Brombeerlied), onA. 
In: 
Heil Hitler! (1933; nur T, Variante: "Ein Mägdlein"); Arbeitsdienst- 
Liederbuch (1934); Was Deutschland singt (1936; nur T); Lied über 
Deutschland 3 (1940); Das neue Soldaten-Liederbuch für Akkordeon 
(1940). 


Einmal 1 = 1. Volkslied aus Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Ein Mann, der sich Kolumbus nannt, widewidewitt bum bum, war 
in der Schiffahrt wohlbekannt. Scherzlied, zur Melodie "Ich bin der Doktor 


E 1464 





Eisenbart". 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ) 31/32 (1935); RJF, Liederblatt der HJ 32 (1936); 
RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); Liederblätter der NSG "Kraft 
durch Freude" 16 (1937); Der Kilometerstein (?1937); Lieder der 
Mannschaft 12 (1938); Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 
16 (1938); Volksliedsingen im Schulfunk 6 (23. Juni 1938); Auf großer 
Fahrt (1938); Das Bannorchester (1939); Liederbuch der Kriegsmarine 2 
(1940); Heute wollen wir ein Liedlein singen (41941); RJF, Unser 
Liederbuch (61941); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941; nur T). 


Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm (T: H. v. 
Fallersleben). Niederrheinische Tanzweise und Kinderlied (Rätsellied), von 
Humperdinck in seiner Oper "Hänsel und Gretel" benutzt. Titel: Das 
Männlein im Walde. 

In: 

Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934; nur T, 0onA); Vorwärts! 
Vorwärts... (1935); Lieder des Volkes (61936); Lieder für die Grundschule 
(1938); Singkamerad, Anhang München (1939). 


Ein Menschlein wird geboren! Lieder und Dichtungen für die 
Geburtsfeier. Mit einem Vorwort von Otto Schmidt. Hgb. von der NSDAP 
(1942) [HVA]. 

Vgl. Otto Schmidt - C. Hannemann. 
Im Exemplar der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart ist 
der Vermerk "Herausgegeben von der NSDAP" unleserlich gemacht. 
Inhalt: 
1. G. Blumensaat: Lobet der Berge. - 2. C. Hannemann: Die bunte 
Bauernwiege. - 3. Spitta: Erde schafft das Neue. - 4. Blumensaat: Alle 
stehen wir verbunden. - 5. Spitta: Du mein Volk! . - 6. Baumann: Kommt 
gelaufen. - 7. Twittenhoff: Ein Kindlein ist geboren. - 8. Wolters: Wenn 
eine Mutter ihr Kindlein tut wiegen. - 9. Und in dem Schneegebirge. - 10. 
volkstümlich: (Glückwunsch der Geschwister) Wir wünschen dir von 
Herzensgrund. - 11. C. Hannemann: Wo immer das Leben erglommen. - 
12. Spitta: Du bist die Kette ohne Ende. - 13. W. Rein: Ein Kindlein kam 
zur Welt. Kanon. - 14. 14. Jh: So kommt zur Wiege heut. - 15. K. Marx: 
Nun ist es da!. - 16. Hannemann: Der Wind weht in den Zweigen. - 17. K. 
Marx: Eine Mutter geht in die Welt hinein. - 18. Napiersky: Wo die Mütter 
Liebe geben. - 19. Lahusen: Muttertreu ist unergründt. Kanon. - 20.K. 
Marx: Mutter, wir grüßen dich. - 21. Nowottny: (Der ewige Strom) Das 
Blut, dem du entsprossen. Kanon. - 22. aufgez. von Zingerle im Wipptal in 
Tirol: Frau Holle. - 23. Baumann: Wind vom Acker und vom Korn. - 24. 
Baumann: Haltet eurer Herzen Feuer. - 25. Hannemann: (Tanzliedel) Heia, 
Kathrinerle, sput du dich heut. - 26. Micheelsen: (Lütt Kind - veel Glück) 
Füll en lüür lütt Kind. Kanon. - 27. Kickstat: Goldne Wiegen schwingen. - 
28. K. Marx: Wia der Acker. - 29. Hannemann: Ich hab ein Reis 


E 1465 





gebrochen. - 30. von Knorr: Wohl geboren und wohl gefreit. Kanon. - 31. 
von Knorr: Nicht die Geburt macht schlecht und gut. Kanon. - 32. Ernst 
Licht: Ower de stillen Straten. - 33. Hannemann: Schlafe, schlafe, mein 
Kind. 


Ein Mutterherz! Nur wer es kennt, wer recht von Grund es kennt. 
Muttertagslied, onA. 
In: 
HM-Liederbuch (1933/34). 


Ein neu Bekenntnis, Tat und Lied = Das Wort aus Gottes Herz 
und Mund 


Ein neuer Geist durchzieht das Land, enflammt es wie ein 
Feuerbrand (T: Fritz Schlüter). Arbeitsdienstlied, zur Melodie "Es braust 
ein Ruf wie Donnerhall" (Wilhelm). Titel: Das Lied vom Arbeitsdienst. 
Vgl. F. Schlüter. 

Textprobe (1. Strophe): 


und fegt hinweg mit Sturmgebraus, 

was morsch und krank in Volk und Haus. 

Das Vaterland kann ruhig sein, 

wir reihen uns mit Stolz jetzt ein. 

Dir, der du uns zur rechten Zeit erschienst, 

dir weih'n wir uns, 

du deutscher Arbeitsdienst!" 

In: 
Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937; nur T). 


Ein neues Jahr bringt der Schöpfer hervor, ein neues Lied singt 
unser Chor. Neujahrslied aus Westfalen. Aus: Johannes Hatzfeld (Hgb), 
Westfälische Volkslieder mit Bildern und Weisen (Münster, 1928). 

In: 
RJF, Liederblatt der HJ 109/110 (1941); RJF, Musikblätter der HJ) 109/110 
(1942). 


Ein New Lied von dem Landsknecht auf der Stelzen = Der iin 
den Krieg will ziehen 


Ein niedliches Mädchen, ein junges Blut erkor sich ein Landmann 
zur Frau, doch sie war einem Soldaten gut (T: überliefert, umgedichtet 
von Ernst Langbein, 1808). Volkslied von 1524. Titel: Es hatt ein Bauer. 
In: 

Soldatenlieder (1934); Liederbuch der Luftwaffe (1939, 1940). 


1466 





Ein rechter deutscher J ungmann, der will mal Flieger werden (T: 
onA). Für Vorsänger und Chor. 
In: 


Flieger-Liederbuch (1938; nur T, 0onA). 


Ein reifender Birnbaum rauschet im Wind (T: unbekannter 
Soldat, bearb. von G. Pallmann). Kriegslied, zu einer nach dem Gesang 
der Truppe bearb. Melodie. Titel: Der Birnbaum. 

Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Die Straße ist unser, der Graben ist fest, 
wir Deutschen wir sitzen in Polen, 
und der Weststurm trotzt 

in dem bunten Geäst: 
>Kommt, Polen, die Birnen euch holen!< 


Doch die Birnen sind reif 
und Rydz-Smigly ist weit, 
unsre Waffen funkeln und gleißen, 
und was in Polen blüht und gedeiht, 
ihr Polen, das wächst für die Deutschen!" 

Edward Rydz-Smigly war 1939 Marschall und Inspekteur der 
polnischen Streitkräfte; als die Niederlage nahte, floh er über Brest- 
Litowsk nach Rumänien, wo er in Internierung kam. 

In: 


Kriegslieder des deutschen Volkes (1939). 


Ein Reigen auf den Winter = Ach bittrer Winter, wie bist 
du kalt 


Ein richtiger Seemann schwingts Glas fein behend, das Feuchte 
bleibt immer sein Hauptelement (T: vom Marineverein Halle/ Saale). 


Matrosenlied, zur Melodie "Wohlauf, noch getrunken" . Titel: Seemanns- 
Trinklied. 


Textprobe (4. Strophe): 
"Und sind wir im Hafen, 
dann geh'n wir an Land 
und schau'n, wo ein Wirtshaus 
nicht weit liegt vom Strand. 
Drin werfen wir Anker 
am Fä'ßchen gar bald 
und trinken und singen, 
daß alles so schallt! 


J uvivallera. 
In: 


Liederbuch der SA-Marine (1934; nur T). 


E 1467 





Ein Ruf ist erklungen am grünen Strand der Saar, von dem die 
Alten sungen (T: onA). "Saarlied", zur Melodie "Ich hab mich ergeben". 
Textprobe (3. Strophe): 
"Wir kämpfen um das Rechte, 
geschlossen Hand in Hand, 
und werden niemals Knechte 
am grünen Saaresstrand". 
In: 
NS- Volks-Liederbuch (1934); Jungdeutschlands Lieder (1934; "Dichter 
unbekannt", nur T); Liederbuch des Turner-Musikant (1934); Deutsch ist 
die Saar! (1934). 


Ein Ruf ist erklungen durch Berg und Tal (T: W. Hauff). 
Vaterländisches Freiheitslied, zur Melodie "Ich hab mich ergeben". 
Textprobe (1. und 2. Strophe): 
Ma) 
Heraus, ihr deutschen Jungen 
zum grünen Waffensaall! 


Erwacht sind die Geister 

aus schmählichem Tod, 

als uns der alte Meister 

den deutschen Gruß entbot". 

Der Dichter knüpfte an die Tatsache an, daß Friedrich Ludwig Jahn, 
der "Turnvater" im reaktionären Deutschland, gerade zu jener Zeit als 
"Demagog" in Festungshaft saß. Der Text ließ sich gut für die NS-Situation 
vereinnahmen: "als uns der alte Meister (= Jahn) den deutschen Gruß 
entbot!" 

In: 
NS-Volks-Liederbuch (21934; Text onA); Unsere Lieder 13 (1940). 


Ein Schifflein sah ich fahren, Kapitän und Leutenant. 
Soldatenlied, Melodie und Text 1781/82 auf dem englischen 
Transportschiff "Polly" entstanden, welches das 15. hannoversche 
Regiment gegen die Unabhängigkeitskämpfer in Amerika verschiffte. Seit 
1813 allgemein bekannt; aus: Erk-Irmer I (1838). Titel: Kapitän und 
Leutenant oder Drei Kompagnien (RS Breslau/ RSdg "Das Antlitz der 
kämpfenden Mannschaft", *9/X1/36). In: "Der Zupfgeigenhansl" (111915) 
und Gollhardt, "St. Georg". 

In: 

Köhler's Taschen-Liederbuch (1932; nur T); Heil Hitler! (1933); Blut und 
Ehre (1933); Die Fahne hoch! (1933; "Niederländisches Volkslied"); 
Deutsche Kampf- und Volkslieder (1933); Wir wollen singen (1933); Trum, 
trum (21933); HJ singt (1934); Soldatenlieder (1934); Treu unserm Volke 
(1934); Liederbuch des Turner-Musikant (1934); Uns geht die Sonne nicht 
unter (1934; "niederländisch, 1787", Textausgabe 1941); Schutz- und 


E 1468 





Trutz-Lieder-Buch (1934); Liederbuch der SA-Marine (1934); Volk singt 
(1934); Flieger-Lieder, Flieger-Landesgruppe II (1934; nur T); Einig Volk/ 
Einig Sang (1934); Was die SA singt (1935); NSLB, Unser Lied 1 (31935); 
Vorwärts! Vorwärts... (1935); Lobeda-Singeblatt 6 (1935; mit einer 
weiteren Melodie); Lobeda-Singebuch 1 (1936); Soldaten-Liederbuch 
(1936); Volksliedsingen im Schulfunk 5 (28. Mai 1936), 25 (März 1940); 
Soldaten singen (1936); Schlesische Jugend singt (1936); Und wenn wir 
marschieren (31937); Soldaten singen alte und neue Lieder (1937); 
Singen (?1937); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 16 (1937), 
39-42 (1942); Wir marschieren (1937); Lied über Deutschland (1937, 
>1941); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Unsere Lieder 5 
(1937); Deutsches Grenzland im Lied Il (1937); Auf großer Fahrt (1938); 
Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 16 (1938); 
Marschierende Jugend (21938); RJF, Liederblatt der HJ 40 (1938); 
Liederbuch der SA (91938); Unsere Lieder (71938); Soldaten-Liederbuch 
(1938); RJF, Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel (1938); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938); Stimmt an! II (1939); SA-Liederbuch (21939); 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); Liederbuch der Luftwaffe 
(1939, 1940); Soldatenlieder von Front und Heimat (1940); Du und deine 
Harmonika (1940); Alte und neue Soldatenlieder (1940); 
Soldatenliederbuch (41940); Lied über Deutschland 3 (1940); Singende 
Mannschaft (1940); Liederbuch der Kriegsmarine 1 (1940); Kamerad sing 
mit! (1940); SS-Liederbuch (1940, 91941); RJF, Unser Liederbuch 
(61941); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941); Es leben die Soldaten 37 
(1941); Im gleichen Schritt und Tritt (1941); Heute wollen wir ein Liedlein 
singen (41941); Hellau! (1942); Lieder unseres Volkes (1943); Mein 
Schätzlein hör ich singen (1944). 


Ein Schneider fing 'ne Maus. Scherzlied aus Zwickau, weit 
verbreitet. 
In: 
NSLB, Unser Lied 1 (31935); Singkamerad (31935, 81937); Lieder des 
Volkes (61936); Lieder für die Grundschule (1938). 


Ein schön Lied für die Knaben in der Kirche zu singen auf 4 Chor 
= Dem der Hirten Lieder klangen 


Ein schwarzbraunes Mädchen hat ein' Feldjäger lieb. Volkslied 
aus Schwaben, zuerst gedruckt bei: E. Meier, "Schwäbische Volkslieder" 
(1855) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB, 
Satz: R. Arnold). Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). Aus der 
Melodie ist "Ich hatt einen Kameraden" abgeleitet; Titel: Der Feldjäger. 
In: 

Alte deutsche Volkslieder (1933); Kämpfende Mannschaft (1934); 
Soldatenlieder (1934; "Aus Süddeutschland"); Wohlauf Kameraden 


E 1469 





(1934); Glück ab, Kameraden! (1935); Kameraden, wir marschieren 
(1935); Lieder des Volkes (61936); Werkleute singen (1936); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938); Schwäbisches Liederbuch (1938); Singende 
Mannschaft (1940); Es leben die Soldaten 19 (1940); Volksliedsingen im 
Schulfunk 16 (November 1940); Lied über Deutschland 3 (1940); Lied 
über Deutschland (1941); RJF, Unser Liederbuch (61941); RJF, Unser 
Kriegs-Liederbuch (71941); Kameradschaft im Lied 24 (1942); Lieder 
unseres Volkes (1943). 


Ein Seemannsherz auch Liebe spürt; sowie es geht zu Lande (T: 
Georg Hesekiel). Matrosenlied, zur Melodie "Ein freies Leben führen wir". 
Textprobe (2. Strophe): 
"Und steuern wir mit schwerem Tritt 
'ner holden Maid entgegen, 
versagt sie nie sich unsrer Bitt‘, 
wir nehmen sie im Schlepptau mit. 
Ein Kuß ist unser Segen". 
In: 
Liederbuch der SA-Marine (1934; nur T). 


Ein sehr harter Winter ist, wenn ein Wolf den andern frißt (onA). 
Kanon zu 2 Stimmen. 
In: 
Deutsche Lieder (1940); Klingend Erbe (1941). 


Ein Spielmann ist aus Franken kommen, den hat der Tod beim 
Schopf genommen. Volkslied, auch vertont von Alfons Blümel (Titel bei 
ihm: Der Fahrende vor der Himmelstür). 

In: 
Unsere Lieder (71938). 


Ein Sprung ins Nichts, der Körper jagt zur Tiefe (T: Günter Praus), 
nach einem alten Jägerlied bearb. von G. Pallmann. Titel: Fallschirmjäger. 
In: 

Flieger sind Sieger (31941). 


Einstein, Alfred 
München, 30. Dezember 1880 - El Cerrito, Cal. (USA), 13. Februar 
1952. 
Sohn eines Großkaufmanns; Dr. phil. München 1903 (Zur deutschen 
Literatur für Viola da gamba im 16. und 17. Jahrhundert), Schüler von A. 
Sandberger, Musikforscher, Musikschriftsteller und Musikkritiker in Berlin, 
Redakteur der "Zeitschrift für Musikwissenschaft" seit ihrer Gründung am 


E 1470 





1/X/18, ab 1927 beim "Berliner Tageblatt". 1933 entlassen. 
Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 
Einstein emigrierte, war 1933-34 in London, danach bis 1938 in 
Mezzomonte bei Florenz, 1939 in den USA, hier bis 1950 
Universitätsprofessor. 1947 Ehrendoktor der Princeton University. 


25. Juni 1933: 

Johannes Wolf teilt Einstein mit, man verlange seine Abberufung als 
Schriftleiter der "Zeitschrift für Musikwissenschaft", und der Vorstand 
meine, daß es - auch wegen des Subventionsbedarfs vom Staat - nicht 
möglich sei, "gegen die Zeitströmungen anzurennen" (Quelle: University 
of Berkely, Music Library, Alfred Einstein Memorabilia Coll. No. 1, Folder 
1038) 

26. Juli 1935, Denunziation: 

"Einstein, A. Dr. (Emigrierter Mosse-) ude)" (NSKG, Amt für 
Kunstpflege, Rundschreiben Nr. 6, Liste der Musik-Bolschewisten, 
26/VI1/35. Quelle: BA NS 15/ 187). 

1935, Hetze: 

"Alfred Einstein ist unter allen Musikwissenschaftlern des damaligen 
Deutschland der konsequenteste und fanatischste Bekämpfer alles 
Deutschen und der einseitige, programmgetreueste Wegbereiter seiner 
Rasse gewesen" (Walter Abendroth: Hans Pfitzner. München, 1935. S. 
408). 

Information: DNML, DML, FA, MM2 ("j."), RML, SML, MGG. 


Einst ein Jäger wollte jagen einen Gemsbock silbergrau (onA). 
Titel: Der Gemsenjäger. 
In: 
Heil Hitler! (1933); Ähre und Spaten (1934; nur T). 


Einst ging ich über Berg und Tal, da sang so schön Frau 
Nachtigall (Auf dieser Welt hab ich kein Freud, 2. Strophe). Volkslied aus 
Hessen. 

In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933); Soldatenlieder (1934). 


Ein stolzes Schiff. Volkslied aus Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Ein Storch spazierte einst am Teiche, da fand er eine blinde 
Schleiche. Scherzlied, Titel: Der Storch und die blinde Schleiche. 
In: 
Der Kilometerstein (?1937). 


E 1471 





Ein Sträußchen am Hute siehe: Konrad Rotter 


Einst saßen wir geschmückt in der Laube. Volkslied aus Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Einst saß ich in Rosen. Volkslied aus Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Einst schrieb ich eine Oper. Scherzlied, Titel: Die große Oper. 
Aufgez. von Erich Kiehn. Variante: "Unlängst schrieb ich". 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 60 (1937); Liederblätter der NSG "Kraft durch 
Freude" 10-11 (1937); Der Kilometerstein (°1937); RJF, Musikblätter der 
HJ 60 (1937); Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 10-11 
(1938); Unsere Lieder 7 (1938); RJF, Unser Liederbuch (61941); Hellau! 
(1942). 


Einst sind wir so freudig geritten, hell klang unser Lied durch die 
Welt. Kriegslied (onA) zur Melodie "In Hamburg, da bin ich gewesen". 
Textvarianten. 
Textprobe (5. Strophe): 

"Einst wird noch der Erdball erbeben, 

erzittern das Menschengeschlecht, 

wenn sich die Germanen erheben 

zum Kampfe für Freiheit und Recht". 
In: 
Heil Hitler! (1933); Deutsche Lieder im Wehr- und Arbeitsdienst (1933); 
Schlesisches SA-Liederbuch (?1933); Vorwärts SA. (21933; nur T; 
Variante: "geschritten"); Volk singt (1934)); 100 ausgewählte SA-Sturm- 
und Marschlieder (1934; nur T, Variante s. 0.); Lieder der SS Pommerns 
(1934; nur T, Variante s. 0.); 50 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder 
(1934; nur T, Variante s. 0.); Ähre und Spaten (1934; nur T, Variante s. 
0.); Was die SA singt (1935); Vorwärts! Vorwärts... (1935; mit Titel 
"Deutscher Kampfgesang"); Was Deutschland singt (1936; nur T, Variante 
Ss. 0.); Das neue Soldaten-Liederbuch 2 (1939); Siehst du im Osten das 
Morgenrot (1939; nur T, onA); Das zweite neue Soldaten-Liederbuch 
(1940); Soldatenliederbuch (41940). 


Einst sind wir so freudig geschritten (T: onA, Variante des 
vorigen). Kriegslied, zur angepaßten Melodie "Brüder zur Sonne und 
Freiheit". 


E 1472 





In: 
Deutschland über alles! 2 (1934; nur T); Soldaten-Liederbuch (1936). 


Einst standen wir im grauen Rock an uns'rer Grenzen Weiten (T: 
Kapitän Martin Neumann, Breslau). Lied vom deutschen Arbeitsdienst, zur 
Melodie "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" (V. E. Becker). 

Textprobe (5. Strophe): 

"Nun schmied aus deutscher Schwerter Stahl 
die Pflugschar und den Spaten, 
ruf Deutschlands J ugend allzumal 
von Groll und Scham zu Taten! 
Wo Bruch und Moor den Bauern trutzt, 
da wollen wir marschieren, 
die Hacke und den Spaten froh 
als stolze Waffe führen!" 
In: 
Wir singen (1934); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937; nur T). 


Einst und jetzt im deutschen Lied. Kameradschafts-Liederbuch 
des NS-Reichskriegerbundes. 2. unveränderte Ausgabe von "Unsere 
Lieder" (Berlin, 1938). 


Ein Sturm braust über deutsches Land (T: Wilhelm Meyer, SA- 
Sturmführer). Sturmlied des Stettiner Marinesturms. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Marinesturm für Deutschlands Ehr 
hält treue Küstenwacht, 
schützt deutsche Flüsse, 
deutsches Meer 
in dunkler Sturmesnacht. 
Dem Pollak und dem Bolschewik, 
dem bieten wir die Stirn; 
wir kämpfen heiß um unsern Sieg, 
uns kann man nicht beirr'n". 
In: 
Lieder der Pommerschen SA (?1934; nur T). 


Ein Sturmwind fliegt durchs Land einher und zaust die deutsche 
Eiche (T: Richard Hennig, 1931). Bekenntnislied, Melodie onA. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Dem freien Reich, dem starken Staat, 
ihm sollen Hymnen klingen! 
Die Jugend steht bereit zur Tat 
und wird den Sieg erringen! 


E 1473 





Gelobt's einander Hand in Hand 
trotz aller Schicksalsstreiche: 
ein Heil dem deutschen Vaterland 
und unsrem dritten Reiche!" 

In: 

Der Sieg ist erstritten (1933; nur T). 


Eins und zwei, eins und zwei, rückt der Soldner Marsch vorbei 
(onA). Titel: Gustav Adolfs Söldner. 
In: 
Heijo, der Fahrwind weht (1933). 


Eins, zwei drei, alt ist nicht neu, neu ist nicht alt. Scherzlied, in 
Sathmar aufgez. 1930 von J. Baber, aber auch in der Mark Brandenburg 
bekannt. 

In: 
Lieder für die Grundschule (1938); Klingend Erbe (1941); Lieder unseres 
Volkes (1943). 


Ein Tiroler wollte jagen einen Gamsbock. Volkslied, "aus der 
Ostmark", zuerst 1912 in einem Bonner Liederblatt. 

Tondokument - vom 24/11/41 - im DRA: B003122636, B003148525. 
In: 
Schlesisches SA-Liederbuch (?1933; nur T, Variante: "Ein Franzose wollte 
jagen"); Soldaten singen (1936); Soldaten-Liederbuch (1936); Singen 
(?1937; Variante: s. 0.); Neues Deutschland 2 (1937); Wir wandern und 
singen! (1937); Soldaten-Liederbuch (1938); Lied über Deutschland 3 
(1940); Soldatenliederbuch (41940); Singende Mannschaft (1940); SS- 
Liederbuch (61940, 91941); RJF, Unser Liederbuch (61941); Lied über 
Deutschland (?1941); Liederbuch der Kriegsmarine 3 (1941); 
Volksliedsingen im Schulfunk 25 (März 1941); RJF, Unser Kriegs- 
Liederbuch (71941); Singt alle mit! (1944). 


Einundzwanzig, zweiundzwanzig! Donnerwetter! Jakob Meier. 
Soldatenscherzlied. 
In: 


Soldatenlieder (1934); Singen (?1937). 


Ein Vater mit dem Sohn spazieren ging, radibimmel, 
radibammel. Scherzlied. 
In: 


RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); Der Kilometerstein (?1937). 


E 1474 





Ein Vogel hat gesungen, er sang in Eis und Schnee. Volkslied, 
onA. Titel: Liebesweh. 
In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934). 


Ein Vogel wollte Hochzeit machen in dem grünen Walde (T: nach 
W. von der Vogelweide). Seit dem 16. Jh in ähnlicher Form bekannt, 
früher oft bei Hochzeiten gesungen. Fassung aus Schlesien in: Hoffmann- 
Richter, "Schlesische Volkslieder" (1842). Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" 
(111915). Titel: Vogelhochzeit. 
In: 
S.A. Liederbuch (1933); Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 
41934); Jungvolk-Lieder (1934; nur T, Variante: "Es wollt' ein Vogel"); 
Singkamerad (31935, 81937); Vorwärts! Vorwärts... (1935; Variante: "Die 
Vögel wollten Hochzeit halten"); Lieder des Volkes (61936; Variante: "Es 
wollt ein Vogel Hochzeit machen"); Lieder für die Grundschule (1938); 
Stimmt an! I (1939); Klingend Erbe (1941; Variante: "Die Vögel wollten 
Hochzeit halten"); Deutsche J ugend im Osten 1 (1943); Lieder unseres 
Volkes (1943). 


Ein Vöglein sang im Lindenbaum in lauer Sommernacht (T: M. 
Rüthers). Liebeslied (um 1900), vertont von F. Eberle. 
In: 
Wir singen (1934; onA). 


Ein Volk, ein Reich, ein Führer! (T: 0onA). Kanon zu 4 Stimmen, 
"von einem Sudetendeutschen" (1938). 
In: 
Lieder unseres Volkes (1940, 1943). 


Ein Volk, ein Vaterland = Kamraden, wir marschieren 


Ein Volk tritt an! Der Marschtritt dröhnt durch Straßen (T: A. M. 
Ludwig, aus "Das schwarze Korps"). Bekenntnislied (1938), Melodie onA. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Ein Volk tritt an! 
Deutsch, stark und frei 
im Land ehrhaften Strebens. 
Das Volk tritt an! 
Und Deutschland sei 
das Land urew'gen Lebens". 
In: 
Lieder für Schulfeiern 5 (1936). 


E 1475 





Ein Wächterlein auf dem Turme. Volkslied aus Schwaben. 
Vgl. Der Wächter auf dem Turme saß. 
In: 


Schwäbisches Liederbuch (41938). 


Ein Wandervolk, ein einig Volk, soll unser Wahlspruch sein (T: 
Ernst Schebstadt, Bochum). Wanderlied, onA. 
In: 
Unsere Lieder (71938). 


Ein zoologisches Familientrauerspiel = In Afrika lebt 


Eisbrenner, Werner 
Berlin, 2. Dezember 1908 - Berlin, 7. November 1981. 
Schüler der Akademie für Kirchen- und Schulmusik Berlin bei R. Hernried 
und M. Donisch, Pianist, Kapellmeister, Komponist in Berlin-Halensee, auch 
Bearbeiter. 

1954 Leiter des Studio-Orchesters Berlin, 1959 Dirigent und freier 
Mitarbeiter beim SFB. Stand 1980: Mitglied des Ehrenrats des Dt. 
Musikrats. 

Werke: Filmmusik seit 1934, so zu "Großalarm", Kriminalstück (UA: 
16/1V/38), "War es der im 3. Stock?" (UA: 6/1/39), "Kennwort Machin" 
(1939) oder "Kriminalkommissar Eyck" (1940); Violinsonate, Sinfon. 
Variationen; populäre Schlager wie "Beim erstenmal, da tut's noch weh", 
aus dem Film "Große Freiheit Nr. 7" (1944); Violinkonzert (1940) und 
Musik für Orch (1942). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Musik zum Abenteuer- und Spionagefilm der Ufa Der höhere Befehl 
(UA: 30/X11/35; Prädikat: Staatspolit. und künstlerisch besonders 
wertvoll). 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 

Der (Kostüm)-Film spielt zur Zeit der Befreiungskriege. 

Musik zum Ufa-Film Fräulein, Mädchenroman (UA: 20/V11/39; Prädikat: 
Künstlerisch wertvoll). 

Musik zum Ufa-Film Zwischen Himmel und Erde, Regie Harald Braun 
(UA: 26/111/42). 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 

Der Film schildert eine Familiengeschichte in Xanten 1870-1871, 
nach der Erzählung von Otto Ludwig. 

Musik zum Berlin-Film Die beiden Schwestern, Liebesgeschichte zweier 
Tänzerinnen um 1885 (UA: 27/X/43; Prädikat: Volkstümlich wertvoll). 

Musik zum Tobis-Film Titanic (UA: Paris, 10/X1/43; Prädikat Staatspolit. 
und künstlerisch wertvoll. Trotzdem von der Filmprüfstelle am 30/1V/43 im 
Reich verboten und nur für das Ausland zugelassen). 

Der Film handelt vom Untergang des Ozeanriesen 1912. nach 
Kollision mit einem Eisberg. 


E 1476 





Musik zum Terra-Film Die goldene Spinne, Regie Erich Engels (UA: 
23/X11/43; Prädikat: Staatspolit. wertvoll, volksbildend). 1945 Verbot 
durch Alliierte Militärregierungen. 

Der Film handelt von Spionageabwehr in einem Rüstungswerk 1942. 
22. September 1944: 

Eisbrenner steht in der Film-Besetzungsliste - Komponisten - des 
Reichsfilmintendanten fürs Produktionsjahr 1944/1945 (Quelle: BAR 55/ 
661. Blatt 78). 

Information: FA, KDMK, RML, SML. 


Eisele, Paul 
Wien, 28. Juni 1901 - Wien, 30. Dezember 1984. 

Zunächst Pianist in Unterhaltungsensembles, 1927 Leiter einer eigenen 
Kapelle in Wien. 1935 Organist der Christie-Orgel im Apollo-Theater, auch 
Assistent von dessen Direktor. 1939 zur Wehrmacht einberufen, jedoch 
1941 uk-gestellt, weiterhin Organist im Apollo-Theater, nun auch dessen 
Leiter. 

Nach 1945 abermals gastierender Pianist und Ensembleleiter in Wien 
bis 1966, dann i. R. 
Werke: Tanz- und U-Musik. 


NSDAP seit 1/V/38, Nr. 6.303.158, auf Antrag vom 19/V/38. 

Unter der lachenden Sonne. Marsch (Sender Wien/ RSdg, *10/1V/38). 
Information: LÖUM. Das "DBJ" nennt weder das Apollo-Theater noch 

Paul Eisele; dieser fehlt auch im "Deutschen Musiker-Kalender" 1942. 


Eisenberg, Fritz 
Berlin, 25. Februar 1889 - KZ Auschwitz, verschollen nach NS-Aktion. 
Sänger zur Laute in Berlin; Dr. jur, im Hauptberuf Rechtsanwalt und Notar. 
Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 
Am 1/111/43 zwecks "Endlösung der J udenfrage" nach Auschwitz 
deportiert. 


Eisenmann, Rudolf 
Steinling/ Oberpfalz, 17. Dezember 1894 - Regensburg, 1. April 1954. 

Sohn eines Volksschullehrers; Musikpädagoge zunächst in Regensburg, 
Hauptlehrer. Chormeister des Sängerzirkels von 1909, Organist der ev. 
Neupfarrkirche und Mitglied des Bayerischen Ostmark-Quartetts. Zeitweise 
in Nürnberg. 

Nach 1945 zuletzt wieder in Regensburg. 
Werke: u. a. "An die Deutschen" (T: Kötter), für einstimm. Massenchor 
und Klavier (vor 1928). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.531.927. 1936 Kreischorleiter des DSB. 
Deutschland (T: M. Claudius, H. v. Fallersleben, H. Schauwecker). 


E 1477 





Hymne für Kinderchor, MCh, Sopransolo, obligates Klavier/ gr. Orch 
(Regensburg, 1938) [H]. 
Sommersonnenwende: Fernher in des Werktags Lärmen (T: H. 
Schauwecker). Hymnische Kantate für Tenorsolo, MCh, Kinderchor/ FrCh 
und gr. oder BlasOrch (1938; Regensburg, 1939) [H]. 
An der Wende. Drei Männerchöre auf Texte von Erich Limpach: 1. Fühlt 
ihr sie beben? - 2. Neues Werden: Über Deutschlands heilge Erden. - 
3. Nun rauscht der Quell (1933) [H]. 
Deutscher Weg (T: H. Schauwecker). Kantate für Kinderchor, MCh und 
gr. Orch (Berlin, 1942). 
Wintersonnenwende. Kantate mit zehn Soloinstrumenten (1943). 
Bekenntnis deutscher J ugend (T: E. G. Kolbenheyer, H. Meiswinkel, H. 
Menzel, W. Brockmeier, J. M. Lutz). Kleine vaterländ. Kantate für 4 gleiche 
Stimmen, Sopran- oder Tenorsolo mit Begleitung von 8 Bläsern und 
Pauken/ Klavier oder Orgel (1943) [E]. 

Information: DML, FA, KDMK, LdCh. 


Eisler, Hanns 
Leipzig, 6. Juli 1898 - Berlin (DDR), 7. September 1962. 
Komponist, Schüler von A. Schönberg, bis 1933 in Berlin Lehrer am 
Sternschen und Vogtschen Konservatorium. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel (Sp. 66: "Komponist... und 
politischer Agitator") als Jude denunziert. 

Eisler emigrierte zunächst nach Wien, 1934 weiter nach Paris und 
London. 1935 bearbeitete er das "Moorsoldaten-Lied" (T: Esser und 
Wolfgang Langhoff), das Rudi Goguel 1933 im KZ Papenburg im 
Börgermoor komponiert hatte, und verschaffte diesem Zeugnis von 
Widerstand und Hoffnung weite Verbreitung. Er wirkte mit bei der 
Arbeitermusik-Olympiade in Strasbourg, war in Moskau Präsident des 
Internationalen Musikbüros und ging dann mit Umweg über Mexiko am 
Ende in die USA, wo er ab 1938 an der New School for Social Research in 
New York als Gast Musiktheorie und Komposition unterrichtete und 1940 
bis 1942 mit einem Rockefeller-Stipendium über Filmmusik arbeitete; 
1942-48 lebte er in Kalifornien, bekam aber 1947 Schwierigkeiten mit 
dem berüchtigten Komitee für Unamerikanische Aktivitäten des Senators 
McCarthy. 1948 entzog er sich nach internationalen Protesten dieser 
Hexenjagd-Atmosphäre und ging nach Wien, 1950 nach Berlin (DDR). Er 
erhielt 1950 (für die Nationalhymne der DDR auf den Text von J. R. 
Becher) und 1958 Nationalpreise I der DDR. 

März 1933, Rezension: 

"(...) Es ist die höchste Zeit, daß auf Grund der neuen 
Notverordnungen dem sauberen Herrn das Handwerk gelegt wird und 
seine Publikationen beschlagnahmt werden, ebenso wie das Noten- und 
Schallplattenmaterial des >Deutschen Sängerbundes<, das in einem 
parodistischen >Marsch ins Dritte Reich< die idealen Bestrebungen des 
Reichskanzlers in einer Musik Eislers in den Schmutz zieht" (Fritz Stege: 
Randglossen zum Musikleben. "ZfM" C/3, März 1933. S. 265). 


E 1478 





Stege meinte hier den "Deutschen Arbeitersängerbund"; die 
erwähnten Notverordnungen des Reichspräsidenten suspendierten 
mehrere verfassungsmäßige Freiheiten, so die der Kunst und der 
Meinungsäußerung. 

"Marsch ins Dritte Reich" (1933) ist orginaliter ein pomphaft 
formuliertes Kampf- und Siegesgedicht von Heinrich Anacker in der 
Sammlung "Die Fanfare - Gedichte der deutschen Erhebung". 

Information: DNML, DML (Geburtsdatum: 6/VI), FA, KDMK 
(Geburtsdatum: 6/VI), RML, LdCh, SML, MGG. Das rororo-Musikhandbuch 
(1973) hat das Geburtstsdatum 6/VI. 


Eisner, Bruno 
Wien, 6. Dezember 1884 - New York, 26. August 1978. 

Schüler von Robert Fischhof und Robert Fuchs, Musiklehrer und Pianist in 
Berlin, zuletzt Lehrer an der Musikhochschule, im April 1933 beurlaubt und 
zum 30/1X/33 entlassen. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 
Ausschluß aus der RMK im September 1935. 

1933 emigrierte Eisner in die USA, hier Lehrer an der University of 
Colorado, dann an der Musikakademiie in Philadelphia, zuletzt in New York. 

Information: DNML, DML, FA, KDMK, RML. 


Eiter, Leo 


Ein Volk, ein Reich, ein Führer!: Die heilig deutsche Einigkeit (T: Jakob 
Kopp, 1938). Lied zur Heimkehr ins Großdeutsche Reich (März 1938) [V]. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Das deutsche Wunder ist vollbracht 
durch eines Mannes Willen; 
es ist gekommen über Nacht, 
Gott selbst half es erfüllen. 
Drum singt dem Schöpfer Preis und Ehr, 
denn jubelnd klingts vom Firn zum Meer: 
Ein Volk, ein Reich, ein Führer!" 
In: 
Hellau! (1942). 


Ei, was bin ich für ä lustiger Bub, ich kann ja so zwitzerlich 
tanze. Tanzlied aus Schwaben, schon 1611, 1778 im "Feienen Almanach", 
auch in: "Der Zupfgeigenhansl". 

In: 


Unser das Land (1937); Lied über Deutschland (?1941; Dialektversion). 


Ei, wie scheint der Mond so hell. Titel: Terzett. 


E 1479 





In: 
Lobeda-Singebuch 1 (1936). 


Ei, wie so töricht ist, wenn mans betrachtet. Von Ditfurth in 
Franken aufgez., Titel: Der Weber oder Lob der Leineweber oder 
Weberlob. 

In: 

Wohlauf Kameraden (1934); Die Singstunde 65 (1934); Singkamerad 
(21934, 31935, 81937); Deutsches Frauenliederbuch (1935); NSLB, Unser 
Lied 1 (31935); Glück ab, Kameraden! (1935); Lieder des Volkes (61936); 
Niederdeutschland (1936; onA); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst 
(1937); Lieder für die Landjugend 2 (1937); Unser das Land (1937); Wir 
wandern und singen! (1937; "Leineweberlied"); RJF, Wir Mädel singen 
(1937, 21938); Unsere Lieder (71938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); 
Lieder unseres Volkes (1943). 


Ei, wohlan, ihr Waidleut all, blast ins Horn ein Freudenschall. 
Jägerlied, aus: Ditfurth, "Volks- und Gesellschaftslieder". 
In: 


Lied über Deutschland (?1941). 


Ei wohl eine schöne Zeit. Volkslied aus Schwaben. 
In: 
Schwäbisches Liederbuch (41938). 


Ejos - Müller 


Die ihr Blut und Leib und Leben (T: Hans Ostwald, 1915). "Heldenlied" 


(1915). 
Vgl. Die ihr Blut und Leib und Leben. 
In: 


Soldaten Kameraden (1936). 
Information: Bisher nicht verifizierbar war, ob Edmund Joseph 
Müller (1874-1944) gemeint ist. 


Ekame 


Op. 16. Vaterland, dir danke ich (T: Karl Knauft). Vaterländisches 
Marschlied [J Z]. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Vaterland, dich rufe ich, 
alle auch, die deutsch 
es meinen! 


E 1480 





Vaterland, ich bange nicht, 
wenn sie nochmals 
sich vereinen 
alle gegen dich, 
dann schütz' ich dich!" 
In: 
Stimmt an! (1934; onA). 
Information: Das Pseudonym dieses Komponisten ließ sich bislang 
nicht auflösen; vielleicht Erich (Ernst, Eduard) Karl (Kurt, Konrad) Me...? 


Elbe, Carl (Karl Philipp Friedrich) 
Münster, 31. Mai 1901 - Hannover, 27. April 1977. 

Musiker, Musikpädagoge und Komponist, ab 1933 Saxofonist in Hannover, 
Stand 1939: Soloflötist im Orchester des RS Königsberg, 
Privatmusikerzieher für Flöte und Saxofon. 

Nach 1945 in Hannover, zuletzt i. R. 
Werke: Walzerszene mit Saxofonsolo (Norag, 16/V11/33); "Giocondita", 
Charakterstück (1933); "König Elch", Ouvertüre (UrS: RS Königsberg, 13/ 
V11/39). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.343.928, auf Antrag vom 27/V11/37. 
Elliy-Beinhorn-Marsch (Hannover, *30/1V/34, zum Vorabend der 
Maifeier in den Continentalwerken). 

Tondokument - vom 30/1V/34 - im DRA: 1820112-31. 

Ausführende: Niedersächs. KammerOrch, Dgt. Otto Ebel von Sosen. 

Der Titel feiert die Langstreckenfliegerin (Jg, 1907), deren riskante 
Rekorde in Europa, Afrika und Asien, belohnt mit dem Hindenburg-Pokal 
des Reichspräsidenten und 10.000 RM, zur psychologischen Vorbereitung 
der deutschen Luftrüstung herhalten.mußten. 
Weltflieger. Marsch (RS Königsberg, 1/XI1/38). 
Rossitten-Marsch (RS Königsberg, 6/1/39). 

Der Titel feiert nicht die ostpreußische Vogelwarte auf der Kurischen 
Nehrung, sondern den dortigen Segelflieger-Platz. 

Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Hannover, 

Nr. 2730/1977. 


Elefantenkanon = Was mögen das für Bäume sein 


Elfer-Lied = Was schimmert so prächtig 


Elflein, Anton 
Buchloe/ Bayern, 22. Oktober 1898 - Ottobeuren, 26. Oktober 1988. 
Sohn eines Bezirkskaminkehrermeisters mit neun Kindern; als Geiger 
Schüler von Gregor von Akimoff, 1926-29 stellv. Leiter des Orchesters der 


E 1481 





Württemberg. Schutzpolizei, 1930-31 erster Geiger im Philharmon. 
Orchester Stuttgart, daneben Privatmusiklehrer, seit 1931 städt. 
Musikdirektor in Friedrichshafen/ Bodensee, ab 1936 Leiter von 
Kurkonzerten am Seeufer; 1939 zur Wehrmacht einberufen und bis 1945 
an der Westfront eingesetzt. 

Nach 1945 wieder in Friedrichshafen, Leiter des städtischen 
Kulturreferats, des Kulturrings, des Stadtorchesters und des 
Amateurensembles Collegium Musicum, 1947 Mitbegründer und Leiter des 
städt. Volksbildungswerks, der späteren Volkshochschule, 1948-70 Leiter 
des Kirchenchors von St. Petrus Canisius, 1953 Gründer und Leiter der 
Städt. Jugendmusikschule. 1964 i. R. und seit Herbst 1977 in Ottobeuren. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.367.284, auf Antrag vom 14/V/37. Leiter des 
NSDAP-KreisMZ Friedrichshafen und des Orchesters der örtlichen NSKG; 
Städt. Musikbeauftragter. 

Information: Die Verwaltungsgemeinschaft Ottobeuren (29/VII/96) 
gab Auskunft zum Ableben Elfleins und legte ohne Rechnung einen auf 10 
DM ausgefüllten Überweisungsauftrag für Gebühren bei. Die Zahlung 
unterblieb aus Rechtsgründen. 


Ellbogen, Arthur 
Nitzahn, 19. Oktober 1883 - Baden-Baden, 19. J uni 1977. 

Militärmusiker; seit 1/IV/30 MM, Leiter des Musikkorps des Il./ IR 10 
Bautzen; Stand 1932: Leiter des Musikkorps der Il./ AR 5 Ulm, ab 1935 
wieder in Bautzen; später OMM beim Pionierbataillon 24 Riesa und zum 1/ 
X1/38 Leiter des Musikkorps des IR 111 in Baden-Baden, ab 1/VI11/39 
StMM. 

Nach 1945 weiterhin in Baden-Baden, nun i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Kommandeur-Glauning-Marsch (RS Stuttgart, 6/V1/39). 
Oberst-Banke-Marsch (RS Stuttgart, 7/VI11/39). 


Ellermann, L. 


Leiter des Orchesters der Groß-Hamburger Mandolinen- und Gitarren- 
Vereine (Stand 1938). 


Musik zu Ein Volk stirbt nie, melodramatischer Sprechchor von H. 
Trautner (RS Frankfurt, 25/X1/34). 
Information: Laut Amt für zentrale Meldeangelegenheiten Hamburg- 
Harburg (2/X/98) im Hamburger Melderegister nicht zu ermitteln. Fehlt im 
DMK 1942. 


E 1482 





Elling, Hans 
Werne bei Bochum, 23. Februar 1899 - Wermelskirchen, 17. Februar 

1967. 
Musikdirektor in Gütersloh von 1926-37, Pianist, Dirigent des dortigen 
Lobedachors, von Musikverein, Liedertafel und Gesangs-Abt. des 
Deutschen Handlungsgehilfen-Vereins, dann vorübergehend in München; 
1938 in Burscheid Leiter des Oelberger Instrumentalvereins und der Städt. 
Chorgemeinschaft, ab 1940 Städt. Musikdirektor. 

Nach 1945 weiterhin in Burscheid, zuletzt in Wermelskirchen i. R. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.354.167, auf Antrag vom 10/X11/37. 
Wir. Marsch (1938; Gütersloh, Dezember 1937, im Antritts- und 
Wunschkonzert des MK der Luftnachrichten-Ersatz-Abt. zum Besten des 
WHW, Dgt. OMM Jordan). 
Festmusik für Chor und Orch (Burscheid, *März 1941, zur 
Heldengedenkfeier). 

Information: KDMK, LdCh. 


Ellmenreich, Albert 
1816 - 1905 


Kampf, Sieg, Triumph. Marsch (Norag, 17/1X/33). 
Nordstrandwacht. Marsch (RS Hamburg, 11/1/38). 
Information: Werke erschienen auch unter seinem Pseudonym Ehrich. 


Ellmrich, Josef 
Wistritz, 20. Dezember 1900 - Bocholt, 11. März 1980. 
Kellner und Amateurkomponist in Dortmund, seit 4/V111/36 in Bocholt; im 
Juli 1942 zur Wehrmacht einberufen, dann bis 1947 in frz. 
Kriegsgefangenschaft. 
Nach 1945 seit 24/VI1/47 in Bocholt Handelsvertreter, zuletzt i. R. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.832.606, auf Antrag vom 5/1X/37. 
Marsch mit Text, onA, am 6/X1/33 an Dr. Goebbels eingesandt (Quelle: 
BAR 55/ 1166) 

Information: Die Bürgerdienste der Stadt Dortmund (6/IX/99), Frau 
Porsch, teilten mit, in den Hausstandsbüchern könnte Ellmrich nicht 
ermittelt werden und seine Anschrift Ardeystr. 111 existiere nicht. 


Elmendorff, Karl (Carl) Eduard Maria 
Düsseldorf, 25. Oktober 1891 - Hofheim/ Taunus, 21. Oktober 1962. 
Sohn eines Kaufmanns; zunächst Studium der Altphilologie und 
Germanistik, sowie der Zahnheilkunde, dann nach Gesangsstudium 
Schüler von F. Steinbach und H. Abendroth. Orchesterdirigent, 1920 in 
Mainz, 1923 in Hagen und Aachen, 1925-31 1. Kapellmeister an der 


E 1483 





Staatsoper München, seit Herbst 1932 Kapellmeister am Dt. Theater 
Wiesbaden, 1936-43 GMD am Nationaltheater Mannheim und - ebenfalls 
bis 1943 - als Gast in Frankfurt a. M. am Opernhaus, 1937-40 gastweise 
an der Staatsoper Berlin; am *20/1V/38 von Hitler zum 
Staatskapellmeister ernannt; 1943-44 Musikal. Oberleiter der Staatsoper 
Dresden. 

Nach 1945 zunächst in Pfaffenhofen wohnhaft, im April 1947 von der 
Spruchkammer Mannheim entlastet, gleichwohl noch von August 1747 bis 
November 1949 gesperrt für den Rundfunk der SBZ. 1948-51 Musikal. 
Oberleiter des Staatstheaters Kassel, 1951-55 des Staatstheaters 
Wiesbaden, dann Musikberater des Magistrats der Stadt und 
Gastspieltätigkeit. 1956 mit der Goetheplakette des Hess. Ministeriums für 
Erziehung und Volksbildung ausgezeichnet 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.059.744, auf Antrag vom 24/V1/37. 


1935 
15. März 1935: 
Die Münchener Philharmoniker, Dgt. Elmendorff a. G., bieten - 
erstmals - G. Müllers Variationen und Fuge über "Morgenrot" Op. 2 


1936 
2. April 1936: 
Das BPhO, Dgt. Elmendorff, konzertiert für Konzertring der NSKG 
und Berliner Konzertgemeinde und. Solist: Josef von Manowarda (Baß). 


1939 
12. März 1939: 
Die Staatskapelle Berlin, Dgt. Elmendorff, bietet eine Morgenfeier 
der Staatsoper mit Werken von E. von Borck, A. Kusterer, R. Oboussier 
und K. Rasch (alle UA). 


1941 
23. März 1941: 

Elmendorff leitet im besetzten Antwerpen die Philharmonie der 
Stadt: 1. G. Müller: "Morgenrot-Variationen". - 2. Brahms: 2. Sinfonie. - 
3. R. Strauss: "Don Juan". - 4. Wagner: "Meistersinger"-Vorspiel. 

Mai-J uni 1941: 

"In Mannheim dirigiert Elmendorff ein russisches Konzert, u. a. mit 
Skrjabins 5. Sinfonie >Divin Poeme<; im Morgenkonzert im 
Nationaltheater spielt Dr. Herbert Schäfer das Cellokonzert op. 20 des in 
Berlin lebenden Russen Serge Bortkiewicz" ("Die Musik" XXX111/8-9, Mai- 
Juni 1941. S. 329). 

Der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt vom 27/VIII/39, der den 
Überfall auf Polen deckte, förderte auch das Interesse an Musik russischer 
Komponisten. 

13. September 1941: 
Elmendorff leitet im besetzten Brüssel das Orchester von Radio 


E 1484 





Brüssel mit Werken von R. Strauss, Wagner, der "Vaterländischen 
Ouvertüre" von Reger und - erstmals - der 7. Sinfonie Bruckners. 
9. November 1941, Der Titel: 

"(...) Es war vorauszusehen, dass infolge der Kriegsereignisse der 
Professortitel jetzt am 25. Oktober noch nicht spruchreif sein konnte. Aber 
der Führer pflegt ja auch den 1. und 30. Januar, sowie den 20. April zum 
Anlass zu solchen Ernennungen zu nehmen. Ich hoffe also auf einen 
späteren, günstigeren Termin. 

In Wien besteht anscheinend immer noch der Wunsch, Böhm für 
dort zu gewinnen, denn wie ich jetzt anlässlich meines dortigen 
Aufenthaltes hörte, hat Herr v. Schirach ihm nach einer sehr erfolgreichen 
>Figaro<-Neueinstudierung an der Staatsoper einen 10jährigen Vertrag 
angeboten. Halten Sie es für möglich, dass der Führer sich der immer 
wieder auftauchenden Konstellation Böhm-Wien auf die Dauer doch nicht 
versagen wird? Dann würde für mich natürlich Dresden wieder 
hochaktuell!"" (Elmendorff an Frau Gerda Troost, 9/XI/41. Quelle: BA NS 
10/ 110. Blatt 49). 

Elmendorff benutzte die Witwe von Hitlers Baumeister, die zum 
privaten Kreis Hitlers gehörte, als Vermittlerin. 

29. November 1941, Dem Führer vorspielen: 

"Gottfried Müller hat sein Chorwerk >5 Führerworte< vollendet. Es 
ist für dieses Jahrhundert die großartigste musikalische Verherrlichung des 
Führergenies. Tietjen plant die Uraufführung des Werkes unter meiner 
Leitung in Bayreuth nach dem Kriege in Anwesenheit des Führers. Müller 
und ich möchten gern des Führers Standpunkt kennen lernen. Soll man 
warten oder soll man diese geniale Musik auf 5 Aussprüche seines Führers 
möglichst bald dem deutschen Volk schenken? Uns beiden liegt daran 
Adolf Hitler das Werk einmal vorzuspielen. Wird das in absehbarer Zeit 
möglich sein?" (Elmendorff an Frau Gerda Troost, handschriftlich, 
29/x1/41. Quelle: BA NS 10/ 110. Blatt 48 R). 

21. Dezember 1941, Vakanz in Dresden: 

"Nun beginnt der Wettlauf um Dresden. Böhm, der der Ansicht ist, 
dass dem künstlerischen Namen nach kein Anderer als ich für Dresden in 
Betracht kommt, wird mich Mutschmann in diesem Sinne in Vorschlag 
bringen. Aber es gibt deutsche Dirigenten mit einflussreicheren 
Beziehungen zum Pro-Pa-Mi als mich. Es geht darum, sowohl den Führer 
als auch Dr. Goebbels für mich zu gewinnen. Denn je früher von höchster 
oder allerhöchster Stelle ein Machtwort in dieser Sache gesprochen wird, 
desto schneller erledigen sich anderweitige Pläne" (Elmendorff an Frau 
Troost, 21/XI1/41. Quelle: BA NS 10/ 110. Blatt 47). 


1942 
13. Januar 1942, Endspurt: 

"Dr. Drewes, der Fachberater von Dr. Goebbels im 
Propagandaministerium, steht voll und ganz hinter mir und ist der Ansicht, 
dass mir einzig und allein die Nachfolgerschaft Böhms gebühre; denselben 
Standpunkt teilen zu meiner Genugtuung Kollegen von Rang wie 
Furtwängler, Knappertsbusch und Böhm selbst. 


E 1485 





Eine grosse Gefahr droht: Man teilt mir mit, daß Karajan mit allen 
Mitteln Dresden erstrebe und dabei von gewissen Berliner Kreisen sehr 
unterstützt werde. Es wäre nicht auszudenken, wenn er mich ein zweites 
Mal und dann vielleicht für immer um die Früchte meiner Lebensarbeit 
bringen würde! 

Dem kommissarischen Intendanten der Sächsischen Staatstheater, 
Ministerialdirektor Dr. Erich Gottschald, Dresden A 19, Comeniusstr. 83, 
der sich momentan mehr noch als der Reichsstatthalter um die Sache zu 
kümmern scheint, sowie dem Reichsstatthalter selbst soll, wie mir Böhm 
telefonisch sagte, derjenige Dirigent der genehmste sein, der vom Führer 
und vom Propagandaministerium gewünscht wird. 

Es geht nun darum, dass Gottschald und Mutschmann erfahren, 
dass beide Voraussetzungen bei mir zutreffen. Ich habe Drewes gebeten, 
in diesem Sinne an Gottschald zu schreiben, Und das Wichtigste: 
Gottschald muss baldigst erfahren, dass es vor allem des Führers 
Wunsch ist, mich in Dresden zu sehen. Können und wollen Sie, sehr 
verehrte gnädige Frau, ihm das mitteilen und darüberhinaus vielleicht 
sogar bewirken, dass der Führer selbst oder die Reichskanzlei Weisung 
nach Dresden gibt? Damit wäre für mich natürlich der Sieg errungen und 
die Konkurrenz Karajans ausgeschaltet" (Elmendorff an Frau Troost, 13/1/ 
42. Quelle: BA NS 10/ 110. Blatt 46). 

Der Dirigent teilte nicht die Dienstadresse der Generalintendanz, 
sondern die von Gottschalds Privatwohnung mit; dafür konnte er nach der 
endlich ergangenen positiven Entscheidung Hitlers seiner Gönnerin im 
Spätsommer 1942 Dank sagen. 

16. Februar 1942: 

Durch Führerinformation macht das RMVP Hitler mit den personellen 
Möglichkeiten der Neubesetzung an der Dresdner Staatsoper bekannt und 
empfiehlt Elmendorff (Quelle: BA R 55/ 20110. Blatt 164). 

27. Juli 1942: 

Reichsleiter Bormann informiert Dr. Goebbels telegraphisch, Hitler 
wünsche Elmendorff in Dresden zu sehen, habe aber gehört, daß Dresdner 
Kreise lieber Keilberth wollten. Daher erteile er den Auftrag, umgehend für 
die Einsetzung Elmendorffs zu sorgen und Gauleiter Mutschmann 
entsprechend zu unterrichten (Quelle: BAR 55/ 20110. Blatt 191). 


1943 
7. Januar 1943, Nachricht: 

"Der bisherige Mannheimer Generalmusikdirektor Karl EImendorff 
hat nunmehr sein Amt als Direktor der Sächsischen Staatsoper 
angetreten. Gauleiter und Reichsstatthalter Mutschmann wies ihn am 
Donnerstag auf der Bühne des Dresdner Opernhauses vor der Gefolgschaft 
in feierlicher Form in sein neues Amt ein. Generalmusikdirektor Elmendorff 
wird erstmals am 10. Januar mit einer >Tristan<-Aufführung vor die 
Dresdner Öffentlichkeit treten" ("Dresdner Neueste Nachrichten" Nr. 5, 
7/1/43). 


E 1486 





1944 
30. April 1944: 

Im besetzten Brüssel leitet Elmendorff ein Konzert der Philharm. 
Brüssel mit Werken von Wagner und Bruckner, dazwischen Gottfried 
Müllers Konzert für Orch (EA). 

21. Oktober 1944, Fall Gottfried von Einem: 

"Die Frage der Aufnahme des Komponisten Gottfried von Einem 
auf eine der dem Führer vorgelegten Unabkömmlichkeitslisten ist leider 
nicht rechtzeitig geklärt worden. 

Die fraglichen Listen sind schon vor mehreren Wochen vom Führer 
genehmigt worden, und es ist naturgemäss schwer, irgendeinen Nachtrag 
zu geben. 

Auch auf der Rundfunkliste ist Herr von Einem nicht aufgenommen 
worden, weil der Rundfunk bisher auftragsgemäss die zeitgenössische 
Musik kaum pflegte und sie dem Konzertsaal überliess, wo sie sich erst 
bewähren sollte. 

Nun ist durch die Schliessung der Konzertsäle auch auf diesem 
Gebiet die Aufgabe für den Rundfunk erweitert worden, genau wie auf 
dem des Theaters. Ich werde mich bemühen, daraus die Folgerungen zu 
ziehen und wenigstens die Kräfte für diese Arbeit sicherzustellen, die an 
anderer Stelle doch kaum einen erfolgreicheren Einsatz leisten könnten. 

So stelle ich fest, dass meine Mitarbeiter im Rundfunk bereits jetzt 
Herrn von Einem Aufträge für Zwischenmusiken in Hörspielen und 
Hörfolgen des Reichsprogramms und vor allem des Europa-Programms 
erteilt haben. 

Ich hoffe, dass dieser Hinweis genügt, Herrn von Einem wenigstens 
so lange eine weitere Arbeitsmöglichkeit zu sichern, bis nach der grossen 
Welle der ersten Sicherungsmassnahmen in kurzer Zeit die zweite Aktion 
zur Sicherung der notwendigen Mitarbeiter erfolgen kann" (Leiter 
Rundfunk, Ministerialdirektor Fritzsche, an Elmendorff, 21/X/44. Quelle: 
BAR 55/ 558. Blatt 26). 

Elmendorff verwendete von Einem als Hauskomponist und 
persönlichen Berater. 


Geschichtsfälschung |, 1947: 

"(...) habe ich mehrmals unter Elmendorff gespielt. Des ersten 
Konzertes erinnere ich mich noch ganz genau, denn es fand statt im Jahre 
1935 anläßlich eines Staatsbesuches von Adolf Hitler in Wiesbaden. Zum 
Erstaunen aller Orchestermusiker durfte nicht der Städtische 
Generalmusikdirektor Carl Schuricht das Konzert dirigieren, sondern es 
wurde auf höheren Befehl der Leiter der Wiesbadener Oper Karl 
Elmendorff dazu beordert. Der Grund war, wie man sich zuflüsterte, die 
persönliche gute Bekanntschaft Elmendorffs mit Hitler und die 
gleichzeitige Abneigung nationalsozialistischer Kreise gegen Schuricht. 

(...) dirigierte die Aufführenden der Dresdener Staatsoper recht und 
schlecht, (die Sinfoniekonzerte sogar mehr schlecht als recht.) Häufige 
Zerwürfnisse künstlerischer Art mit dem Orchester und dem 
Bühnenpersonal führten dazu, daß sogar nationalsozialistische Kreise ihn 


E 1487 





nicht mehr anerkannten. Immerhin gelang es Herrn Elmendorff, infolge 
seiner guten Verbindungen zu höheren Regierungsstellen, daß im Herbst 
1944 die Dresdner Staatsoper nicht unter das Gesetz der totalen 
Kriegsführung fiel, sondern daß der Orchesterbetrieb für 
Wehrmachtsbetreuung und für Aufnahmen des Rundfunks 
aufrechterhalten blieb (...)" (Mitteldeutscher Rundfunk, Sender Leipzig, 
Musikalische Oberleitung, Willi Pretzsch, an Zentralverwaltung, Intendant 
Mahle, 17/VII/47). 

Der Schreiber, Stand 1942: 1. Flötist der Dresdner Philharmonie, 
gibt hier Musikergeschwätz mit Lücken wieder. Man wußte, daß Schuricht, 
da "nichtarisch versippt", als unwürdig galt, ausgerechnet vor Hitler zu 
dirigieren. Erst Jahre danach appellierte Elmendorff - nicht an Hitler, 
sondern, nur brieflich, an Frau Troost. 

Die Staatsoper Dresden stellte im Sommer 1944 kriegshalber ihren 
Betrieb ein; das Staatsorchester durfte weiterarbeiten. Der Denunziant, 
inzwischen zum Musikhef beim Sender Leipzig avanciert, verschweigt, daß 
keine "höheren Regierungsstellen" halfen. Er wollte verhindern, daß der 
Name Elmendorff in Sendungen genannt werde - was das Urheberrecht 
immerhin auch damals vorschrieb. 

Geschichtsfälschung II, 1949: 

"(...) Weltanschauung: seit 1933 Mitglied der ehem. NSDAP (...)" 
(Charakteristik, Anlage zum Schreiben PA 5481/49, in Unterlagen zu 
Aufhebung der Rundfunksperre, 20/V111/49). 

Die politischen Kontrolleure der Personalabteilung waren nicht fähig, 
das korrekte Beitrittsdatum festzustellen! 

Information: DML, FA, KDMK (mit Geburtsdatum 25/1/1891), RML, 
SML, MGG. 


Elsaßlied = Muß i denn... zum Elsaß hinaus 


Elsner, Heinrich 
Salzbrunn, 8. Februar 1884 - ? 
Oboist der Waldenburger Bergkapelle, wohnhaft - Stand 1933 - in 
Weißstein, ab 1936 in Bad Salzbrunn. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 1.972.147. 

Dem Führer treu. Marsch (RS Breslau, 23/111/35, aus Waldenburg). 
Information: Keine weitere Nachricht; das damalige Salzbrunn fiel an 

Polen. 


Elsner, Herbert 
Berlin, 21. März 1911 - ? 
Komponist seit 1/X/35 in Berlin NW 87, Altonaer Str. 33 (1942). 
Werke: U-Musik. 


E 1488 





Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Hindenburg-Marsch (Orag, 11/111/33, von Schallplatte). 

Der Titel feiert Paul von Beneckendorff und Hindenburg 
(1847-1934), Generalfeldmarschall und 1914 Oberbefehlshaber der 
Armee, Sieger der Schlacht bei Tannenberg gegen die Russen, wurde 
1925 zum Reichspräsidenten gewählt, nochmals 1932; er setzte Hitler am 
30/1/33 als Reichskanzler ein. 

Unsere Wachttruppe. Marsch. Für Harmoniemusik mit SaxStn.: H. F. 
Hennig (1940; RS Köln, 31/VI11/38) [EI]. 

Information: FA. Die WASt (26/III/03) hat keinen Eintrag, das 
Landeseinwohneramt Berlin (März 2004) keine weitere Nachricht. 

Das Standesamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin abzufragen, 
empfiehlt sich nicht; vgl. Baldamus. 


ElzholzZ, Arthur (Richard Carl) 
Mühlhausen, 14. April 1899 - Berlin-Spandau, 7. Juni 1974. 
Musiker in Rostock, zeitweilig Mitarbeiter der Flugzeugwerke Ernst Heinkel. 
Nach 1945 weiterhin in Rostock, seit 1957 in Berlin-West, zuletzt in 
Spandau i. R. 


NSDAP seit 1/VI11/40, Nr. 8.151.882, auf Antrag vom 1/V/40. 

Marsch der deutschen Arbeit: Packt an, Kameraden! (T: Alfred Sagel), 
für SalonOrch/ Militärmusik (1937; RS Leipzig, 28/1V/37; RS Köln, 23/1V/ 
38). "Gewidmet dem Betriebsführer der Ernst-Heinkel-Flugzeugwerke in 
Rostock, Dr. Ernst Heinkel, und seiner Gefolgschaft von einem 
Arbeitskameraden" [GH]. 

Sturzbomber. Marsch (RS Hamburg, 8/V1/39). 

Information: Das Archiv der Hansestadt Rostock (26/VI/98) teilte mit, 
es besäße keine Angaben zu Elzholz und wollte an "Bearbeitungsgebühr" 
30 DM, obwohl das Grundgesetz jedermann die ungehinderte Information 
aus allgemein zugänglichen Quellen garantiert. Aus Rechtsgründen verbot 
sich die Zahlung. Den Todesfall beurkundete das Standesamt Spandau 
von Berlin, Nr. 2074/1974. 


Emig, Georg 
Heidelberg, 29. Oktober 1882 - Heidelberg-Wieblingen, 23. Januar 
1946. 
Konzertsänger und Musikpädagoge in Mannheim; hier Hauptlehrer an der 
L-Schule und staatl. geprüfter Musiklehrer, ab 1943 in Heidelberg. 


NSDAP seit 1/1/42, Nr. 8.884.459, auf Antrag vom 2/I11/42, "durch 
Gnadenerweis des Führers". NSLB seit 1/1/34. 

Das deutsche Lied, onA, im J uni 1933 dem RMVP eingesandt (Quelle: 
BAR 55/ 1159). 

Deutschlands Erwachen (T: onA), für Singstimme mit Klavier/ Orch, 
1935 ans Lektorat der Hauptstelle Musik, ARR, eingesandt. 


E 1489 





Diese Titelbenennung, ein nationaler Topos, ist schon vor 1914 in 
der Musikgeschichte verbürgt, so als Op. 41 für gemCh mit Orchester vom 
ehemaligen Direktor der Musikhochschule Mannheim, Karl Zuschneid 
(1854-1926). 

Information: Das Stadtarchiv Mannheim antwortete nicht auf Anfrage 
vom 8/II/87) brach also Verwaltungsrecht. 


Emig, Kurt 


Noch glüht der Wein im Glase: Da sitzen wir Gesellen jung am grünen 
Bergeshange (T: R. von Volkmann-Leander). Wanderlied. 

In: 

Der Sieg ist erstritten (1934). 


Emigration 


Die Rede ist hier von der Emigration der Musikschaffenden und ihren 
politischen Auseinandersetzungen mit der früheren Heimat. 


Geschichte definiert sich nach ihren Opfern. Aber dieser einleuch- 
tende Satz gilt nur, wenn man Geschichte ansieht als womöglich sogar 
selbstverschuldeten Unfall, als unentrinnbares Völkerschicksal, das so und 
nicht anders abläuft. In Wirklichkeit ergibt sich Geschichte aus der Aktion 
von Tätern - zumeist Untätern -, die zu benennen und verantwortlich zu 
machen sind. Auch in der relativ friedlichen Musikgeschichte existiert eine 
dialektische Beziehung zwischen Tätern und Opfern. Insofern läßt sich die 
Musikepoche 1933 bis 1945 verstehen als kybernetisches System, in dem 
Täter und Opfer einander nicht nur bedingen, sondern geradezu nahe- 
kommen. Diese wären nicht ohne jene, und jene bedürfen dieser 
existenziell. Les extremes se touchent... Hier gilt das Sprichwort ganz 
direkt. Und solche Berührung entlastet nicht die Täter, sondern infiziert die 
Opfer. 

Allerdings haben die Opfer mit den Tätern - wörtlich verstanden - 
"nichts zu tun", außer daß sie deren Opfer sind. Diese Rolle vermag 
fraglos nur Masochisten zu befriedigen. Weil die Opfer der NS-Musikpolitik 
gerade solche nicht waren, versuchten sie, auf die aggressive Untat aktiv 
zu reagieren. Dabei erwies sich, daß sie Opfer blieben. Denn - anders als 
beim Duell - bestimmten nicht die Brüskierten, Beleidigten, Geprügelten 
und Hinausgetriebenen die Wahl der Waffen, sondern die Täter. Und diese 
waren es, weil sie die nötige Macht besaßen, die ihre Opfer auch noch 
jenseits des braunen Herrschaftsbereichs konditionierten, als seien sie 
durch einen unsichtbaren Draht mit ihnen verbunden. Man muß nicht 
daran erinnern, daß Dr. Goebbels - in einigen Fällen erfolgreich - 
versuchte, durch finanziellen Einsatz Emigrantenzeitungen zu ruinieren 
oder sacht seinen Weg zu führen, oder daß er - per Amtshilfe vom 
Reichsführer-SS Himmler - 1939 eine attraktive SD-Agentin in die Pariser 


E 1490 





Emigrantenszene schleuste, die unter anderem Robert Stolz "mit den 
Waffen einer Frau" heimholen oder wenigstens so lange fesseln sollte, bis 
die Wehrmacht Paris ins Reich heimgeholt hätte. Hier sei lediglich 
angedeutet, daß der Status des Opfers nach dem Willen der Täter nicht 
nur rechtliche, körperliche und psychische Weiterungen hatte, sondern in 
einer Veränderung der bisherigen Verhaltenweisen resultierte, oft noch 
Jahrzehnte über die Existenz des Reiches hinaus. 

Die Opfer hatten im Prinzip zwei Möglichkeiten, sich gegen das 
Rollendiktat zu wehren, aber beide zwangen sie erst recht in die von der 
NS-Politik zugewiesene Rolle. Diese waren 

1. die Resignation nach der Emigration bis zu Freitod oder Selbst- 
aufgabe, die zum beiläufigen Untergang im fremden Land führte; 

2. die Reaktion auf den Haß, der sie zum Opfer bestimmt hatte, 
durch Gegenhaß. 

Eine dritte Möglichkeit schied aus. Welche psychologischen Probleme 
das Hassenmüssen selbst als Notwehrakt mit sich brachte, kann man bei 
Heinrich Mann und anderen Emigranten nachlesen. Dabei entspringt 
Gegenhaß einer elementar natürlichen, moralisch wie menschlich 
verständlichen Regung. Nicht normal ist Antisemitismus, besonders 
staatlich verordneter oder geförderter. Sich gegen ihn zur Wehr zu setzen, 
sei es rhetorisch, sei es sogar - wo Antisemitismus in Völkermord mündet 
- mit vorsorglich signalhafter Tat, dies war normal. Erinnern wir uns doch: 
Juden ausrauben und umbringen war schon im Mittelalter ein von Staat 
und Kirche begünstigtes Vergnügen christlicher Mordbrenner. Die Opfer 
reagierten mit jener kollektiven Angst, die - ganz natürlich - oft Gegenhaß 
gebiert. Als der nunmehr sich zivilisiert nennende Staat spät im 19. 
Jahrhundert die "zivilisierten" Antisemiten von der Leine ließ, die nur in 
Wort und Schrift töteten gleich dem Hofprediger Adolf Stoecker oder dem 
lexikografischen Denunzianten Theodor Fritsch, wie Richard Wagner von 
"Ahasvers Erlösung"' sprachen, weil die bürokratisch-technizistische 
Vokabel "Endlösung" noch fehlte, oder auch nur bürgerlich-vornehm den 
Mitmenschen als "Schreckbeispiel schlechter jüdischer Rasse"? diffamier- 
ten wie Thomas Mann den Autor Theodor Lessing, da erteilte auf der 
zionistischen Seite der Hamburger Cheskel Zwi Klötzel Quittung mit einem 
vehementen Aufruf zum Gegenhaß?. Das war 1912. Die folgenden 
Jahrzehnte sahen, wie diese Art Zweikampf an Tempo zulegte; der 
antagonistische Mechanismus gewann Perfektion... Stets bestimmten die 
Angreifer Gangart und Methode. Dabei meldeten sich jüdische Stimmen zu 
Wort, die jeglichen Gegenschlag für verwerflich erklärten. Aber gerade 
diese Folge einer so schlimmen Ursache durfte durch keine Moralfrage 
lahmgelegt werden. Auch unser Notwehrrecht empfiehlt gerade nicht, dem 
Gegner noch die andere Wange hinzuhalten. 

Diese Vorrede schien nötig, weil sich hierzulande - aus den 


1 Karl Freigedank (= Richard Wagner): Das Judentum in der Musik. In: Sämtliche 
Schriften und Dichtungen, 5. Band, 6. Auflage, Leipzig o. J., S. 85. 

2 Thomas Mann, Literarisches Echo XIl/11 (Berlin, 1910). In: Gesammelte Werke 
Xl, S. 724. 

3 Cheskel Zwi Klötzel: Das große Hassen ("Janus II/2, Oktober 1912-März 1913, 
S. 57-60). 


E 1491 





historischen Gründen, die das Jahr 1945 symbolisiert - eine unheilige 
Scheu breitgemacht hat, gewisse Sachverhalte auszusprechen, obwohl sie 
der Aufarbeitung von Geschichte dienlich sein können. Zugleich soll diese 
Vorrede auch den fantasiebegabtesten und begriffsstutzigsten Leser vor 
Übereifer bewahren, ihm nämlich bedeuten, daß und warum den Autor ein 
etwaiger törichter Vorwurf des "Antisemitismus" weder trifft noch betrifft. 

Das Jahr 1933 setzte die Emigration der jüdischen Population des 
Reiches in Gang. Durch Korrelation des Deutschen Musiker-Lexikons von 
1929 mit beiden antijüdischen Musikerlexika der NS-Zeit und 
benachbarten amtlichen und privaten Quellen gelingen einige statistische 
Angaben, freilich unter der Annahme, die höchstens 8-9000 jüdischen 
Berufsmusiker seien ungefähr gleichmäßig unter den Emigranten wie 
unter den Deportierten/ Ermordeten vertreten gewesen. Für 
"Großdeutschland", also Altreich plus Österreich, ergäben sich dann rund 
4300 Emigranten und 2700 Deportierte/ Ermordete. Verbleiben noch etwa 
tausend; diese haben - zumeist als Ehegatten in den sogenannten 
"privilegierten Mischehen" oder als "Halbjuden" getarnt - im Reich, also 
unter fragwürdigen Umständen überlebt. 

Nicht alle, aber viele Musikemigranten wurden im Ausland per 
Notwehr aktiv, je schriller der braune Rassenhaß sie verfolgte. Es ist 
hinreichend dokumentiert, was sie einzustecken hatten an Vorwürfen: 
"volksfeindlicher Zersetzungswille" (Walther Abendroth)*, "krankhafte 
Erscheinungen" (Ernst Bücken)?’, "der jüdisch-destruktive Geist und die 
rassische Überfremdung und Verbastardierung im Musikleben" (Rudolf 
Sonner)®. So weit einige Beispiele für den Elan der rassistischen Attacke, 
die nicht nur von NSDAP-Mitgliedern ausging, aber von diesen besonders 
bösartig; beteiligt war fast die gesamte Musikpublizistik und ein Großteil 
der Musikwissenschaft. Sogar Komponisten machten mit. So wünschte 
Arno Pardun, Berlin, im Lied "Juda den Tod"’, und der Stuttgarter Otto- 
Erich Schilling, ebenfalls zu eigenem Text, verfaßte nicht nur den 
Kampfgesang "Wir hassen den Juden und lieben, was deutsch ist"?, 
sondern gleich eine ganze Jud-Süß-Oper Schien Pardun, der in einem 
Kriegslazarett starb, vom ausgleichenden Schicksal abgestraft, so schritt 
dieses gegen Schiling nicht ein. Er war ab 1946 Sachbearbeiter beim 
Süddeutschen Rundfunk, zeitweise auch für Neue Musik, und - als Experte 
für Musiktheater - vier Jahre Herausgeber der Zeitschrift "Opernwelt"! 
Haßausbrüche gegen die sogenannten "Musikjuden" leisteten sich sogar 
musikfremde Schreiber, so der in Wien gebürtige, in Berlin arbeitende 
Valentin Schuster, der drohte: "Wir haben den Juden den totalen Krieg 





4 Walter Abendroth: Kunstmusik und Volkstümlichkeit ("Die Musik" XXV1/6, März 
1934. S. 413). 

5 Ernst Bücken: Musik der Deutschen (Köln, 1941. S. 293). 

6 Rudolf Sonner: Aufbau und Kultur seit 1933 ("Die Musik" XXX/7, April 1938. 
S. 435). 

7 Arno Pardun: (Volk ans Gewehr!) Siehst du im Osten das Morgenrot. Komponiert 
im Dezember 1931. Autograph in der Bayerischen Staatsbibliothek. 

8 In: Theodor Kirchner, Wir singen! Lieder des deutschen Arbeitsdienstes (Diessen, 
1934). S. 101-102. 


E 1492 





erklärt" und ausmalte, was dies für Folgen haben müsse’. 

Das Echo auf solche Töne, das von den Diffamierten, Ausgegrenzten 
und Enteigneten notwendigerweise zurückschallte, ist keiner 
moralisierenden Bewertung zugänglich. Sie waren in einer Zwangslage. 
Der Verursacher ihres Elends blieb unerreichbar, für sie lediglich 
Zeitungsfoto oder Wochenschaubild, im übrigen nach Art der Diktatoren 
gedeckt und versteckt hinter einem ganzen Volk. Hitler riskierte keine 
Begegnung mit Emigranten. Dieses Risiko überließ er den deutschen 
Künstlern, die zu Gastspielen ins Ausland reisten, gleich ob Gefolgsleute 
der Partei, Mitläufer oder Regimegegner. Sie alle als Sendboten Hitlers zu 
verstehen, lag nahe, denn solches undifferenzierte Verständnis 
ermöglichte überhaupt erst die wenigstens vorübergehend befreiende Tat 
über den stummen, ohnmächtigen Gegenhaß hinaus. Daß das Reich nur 
das Recht hatte, Orchester und Musikbühnen ins Ausland zu schicken, 
nicht aber Solisten oder Dirigenten, für die es keine Dienstverpflichtung 
gab, mußte die Emigranten nicht interessieren. Denn sie glaubten - nicht 
anders als die Täter - deutsche oder von Deutschen im Ausland 
dargebotene Musik sei unweigerlich "faschistische", könne über die 
Realität des Regimes hinwegtäuschen, ja Hörer ideologisch infizieren. Eine 
einzige Gegenstimme - die Heinrich Manns’? - machte darauf aufmerksam, 
daß die Untaten des Regimes allgemein bekannt seien, weswegen 
deutsche Musik nicht für die des Regimes gehalten, daher auch nicht mit 
Erfolg propagandistisch eingesetzt werden könne. Diese Stimme blieb 
ungehört. Der begreifliche Drang, irgendetwas Entscheidendes, jedenfalls 
Befreiendes zu tun, war stärker. Aktion dort provozierte Gegenaktion hier. 

So kam es zur spontanen, später organisierten Boykottbewegung 
gegen deutsche Gastspiele; sie war gespeist durch den Willen, die eigene 
Ausgrenzung mit der Eingrenzung der anderen zu bestrafen, eine 
Bewegung, die sich rasch verallgemeinerte und verselbständigte... den 
Alarmrufen der Emigrantenpresse zum Trotz. So reagierte Hanns Eisler auf 
ein Gastspiel Wilhelm Furtwänglers in Paris 1934 mit einem Boykottaufruf. 
Seine Vorwürfe waren bis zur Absurdität unrealistisch Mord, 
Brandstiftung, Raub, Diebstahl, Betrug, Folterung von Wehrlosen und vor 
allem Verschweigung der Wahrheit... "Staatsrat Wilhelm Furtwängler hat 
durch Taten und Worte bewiesen, daß er das blutbefleckte Henkerregime 
Hitlers mit seiner Kunst und unter gleichzeitigem Mißbrauch der großen 
Werke der Klassiker >verschönern< und >decken< will""!. Der Katalog der 
Verbrechen war identisch mit dem, den die NS-Propaganda den Juden zur 
Last legte. Solches betraf den Dirigenten nicht im mindesten; aber so, zur 
hassenswerten Verkörperung Hitlers erklärt, konnte er - welche Ironie des 
Vorgangs - in Berlin auf genau den Rückhalt pochen, den er zur 
Absicherung seiner Aktionen zugunsten bedrohter Juden und gegen den 
amtlichen Antisemitismus brauchte. 





9 Mungo (= Valentin Schuster): Arisierung der Gefühle ("Musik in JUgend und Volk" 
VI/4, April 1943. S. 60-63). 

10 Heinrich Mann: Ziele der Volksfront ("Neue Weltbühne", 30/X11/37). Vgl. Heinrich 
Mann: Verteidigung der Kultur (Hamburg 1960). S. 295) 

11 Hanns Eisler: Musik und Politik. 1924 - 1948 (München, 1973). S. 231. 


E 1493 





Die Situation glich der eines Krieges, den eine Partei gegen wenige 
als Stellvertreter betrachtete Exponenten des Angreifers führte, eines 
Verteidigungskrieges. Da diente jede Waffe, die der unsichtbare Gegner 
eingeführt hatte, auch die der Fälschung, der Propagandalüge. Zum 
Beispiel befaßte sich der Theatermann und Musikkritiker Paul Walter Jacob 
mit dem Fall Pfitzner'”. Der Komponist hat sich - das steht fest - beim 
Regime aus höchst eigensüchtigen Motiven angebiedert. Jacob griff ihn mit 
dem Inhalt eines Interviews an, welches im Dezember 1934 in der 
Zeitschrift "Die Musik" stand und worin sich Pfitzner angeblich rühmte, "er 
habe ein Horst Wessel-Drama entworfen und komponiert, eine 
nationalsozialistische Hymne geschaffen". Die Publikation war auch im 
Ausland greifbar, ließ sich also nachlesen. Der zitierte Passus steht nicht in 
dem Interview und anderswo auch nicht. Tatsächlich schrieb Pfitzner 
weder über Horst Wessel noch eine NS-Hymne. Aber in diesem Augenblick 
kam es darauf gar nicht an. Willkommen war jedes Argument, das den 
Boykott stützen konnte, selbst das erfundene. 

In der Frage des Boykotts fanden die Emigranten vor Ort 
Bundesgenossen. Zum Beispiel strich der jüdische New Yorker Impresario 
Sol Hurok!? eine Amerikatournee der deutschen Tänzerin Mary Wigman - 
ungeachtet seines finanziellen Verlustes. Als Walter Gieseking 1934 in den 
USA gastierte, stellte ihn sein Agent als "europäischer Pianist" oder 
"geboren in Frankreich""* vor, um dem Boykott zu entgehen. Nach einer 
Europareise im Sommer 1934 verschärfte Sol Hurok seinen Boykott gegen 
deutsche Musiker und dehnte ihn auf solche tatsächlich oder vermeintlich 
ausländischen aus, die noch im Reich zu konzertieren wagten; als 
"Schuldige"'” machte er Fedor Schaljapin, Alexander Kipnis, Frida Leider 
und Lauritz Melchior namhaft, unter diesen eben auch Juden, für solche 
Gehaltene oder "jüdisch Versippte", wie es im NS-Jargon hieß. Unter den 
individuellen Möglichkeiten der politischen Gegenaktion war die recht 
wirksam, die Robert Stolz 1938 vor seiner Emigration wagte, indem er auf 
21 Fahrten von Berlin nach Wien in seinem Wagen Hitlergegner und Juden 
ins sichere Österreich schmuggelte, übrigens unbemerkt. Damit richtete er 
dem Regime mehr Schaden an als durch seine Verlautbarung nach der 
Übersiedlung in die USA 1940, er sei schon dabei, einen Triumphmarsch 
zu komponieren - auf den Tod Hitlers. Entsprechende Presseberichte"® 
veranlaßten Berlin zur Ausbürgerung von Stolz; die Aktenlage spiegelt die 
ohnmächtige Wut der NS-Funktionäre””. 

So weit einige Fallbeispiele. Eine Untersuchung der Gründe und 
Hintergründe, der Taktik und Methodik dieser Auseinandersetzung ist - 
gerade im Kontext der Emigrationsforschung - längst überfällig. Ohne ihr 





12 Paul Walter Jacob: Zeitklänge (Buenos Aires, 1945). S. 57. 

13 Mary Wigman Tour Is Off ("Oakland Tribune", 19/VI11/33). 

14 Gieseking Combines Science and Art in His Piano Playing ("Los Angeles Times", 
28/1/34). Vgl. Bundesarchiv Koblenz, R 55/1176, Blatt 29-29. 

15 Hurok Sees Gloomy Outlook For Jews of Reich after Tour ("The Jewish Daily 
Bulletin", 17/V111/34). 

16 z. B. "New York World Telegram", 25/V1/40, "Boston Sunday Post", 3/X1/40. 

17 Vgl. Vorgang im Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes Bonn, Inland Il A/B, 
Band 225/1. 


E 1494 





vorzugreifen, sei darauf hingewiesen, daß der Gegenschlag der Opfer ein 
fundamentales Motiv haben muß. Dieses schimmert streckenweise 
hinreichend deutlich durch. Die Erfahrung, daß trotz Emigration und jedem 
Boykott zum Hohn das Musikleben im Reich weiterging, als sei nichts 
geschehen, war unerträglich für die Ausgegrenzten, denn dieser 
Sachverhalt rührte an Sinn und Selbstverständnis der Emigration. Der 
entscheidende Schlag gegen Hitler hätte erfordert, die gesamte 
Musikerpopulation aus dem Reich herauszuführen, nicht nur Spitzen- 
künstler, sondern gerade die breite Basis... immer in der verzweifelten 
Hoffnung, so - musiklos - werde das Regime zusammenbrechen. Hier wird 
sichtbar, daß der gleiche platonische Glaube an die politische Macht der 
Tonkunst Handlungsrahmen für Opfer und für Täter war. Die Abwehr durch 
die Opfer konzentrierte sich darauf, Künstler von der Bedeutung 
Furtwänglers zu sich herüberzuziehen; dies mißlang in diesem Fall, weil 
gerade er, der scheinbare Repräsentant, seine Rolle als Saboteur des 
Regimes, die Verbleiben im Reich voraussetzte, so wichtig nahm. 
Austreibung ist eine Frage der Machtausübung; Emigration ohne Zwang 
erfordert freiwillige Aufgabe von sozialem Ambiente, Sprachraum und 
Wirkungsfeld, gar Austilgung von Jahrzehnten persönlicher Geschichte. 
Sogar ein so wendiger Geist wie Thomas Mann hat den Schock der 
Heimataufgabe lange nicht verwunden. Was wäre geschehen, wenn die 
hunderttausend deutschen Musikschaffenden ab 1933 ins Ausland 
geströmt wären? Dies scheint eine müßige Frage, denn fast zwei Drittel 
von diesen hatten sich durch Beitritt zur NSDAP, SA oder SS bereits 
bekannt. 

Daß Haß die Täter blind gemacht hat, ist unbestreitbar. Ihre 
Rassentheorie war ein Produkt solcher Blindheit. Wer ihr anhing, mußte 
die angestammte Rolle des jüdischen Elements im Musikleben aus seinem 
Gedächtnis, seiner Erfahrung tilgen. Die Untat der Täter erwuchs aus dem 
Verzicht auf Information. Aber auch die Opfer unterlagen der Regel, daß 
Haß blind macht. Wenn schon die NS-Funktionäre Verzicht auf Information 
zum Prinzip erhoben, weil anders ihre Propaganda nicht mehr "gestimmt" 
hätte, wären die Opfer gut beraten gewesen, gerade ihren Gegenhaß in 
exakten, erweislich wahren Tatsachen zu kanalisieren und ihm dadurch Biß 
zu verleihen. Aus Gründen, die noch zu untersuchen bleiben, gelang dies 
nicht. Darunter litt die Qualität des Widerstands. 

Dafür ein Beispiel. Kurz vor dem Brahms-J ubiläum 1933 entstand - 
wohl durch Verwechslung oder irrige Assoziation mit dem Theatermann 
Otto Brahm - vermutlich im Kreis um Rosenberg - die Nachricht, der Kom- 
ponist sei "Judenstämmling", denn sein Großvater habe noch Abrahmson 
geheißen. Dies hätte beinahe zur Absage der Brahms-Feiern in Hamburg 
geführt. Andererseits erklärt sich daraus der nationalistische, ja 
chauvinistische Ton der Gedenkrede, die Furtwängler bei dem vor 
Hamburg in Wien begangenen Brahmsfest hielt, von der Emigration als 
Fußfall vor den Nazis gedeutet und gerügt. Diese rassistische Barbarei der 
braunen Rasseschnüffler, die sich in der deutschen Presse andeutungs- 
weise hier und da niederschlug’® und Insidern der Musikszene durchaus 





18 So Heinrich Dankert: Johannes Brahms’ Vaterhaus ("Hamburger Fremdenblatt", 


E 1495 





bekannt war, hätte sich zu einem propagandistischen Gegenschlag von 
hoher Effizienz angeboten, der das Regime jener Lächerlichkeit 
preisgegeben hätte, die tödlich wirkt. Aber die Emigration versäumte diese 
Chance. Allein P. Walter Jacob reagierte, wenn auch nur beiläufig und 
Jahre später, dazu im fernen Buenos Aires'?. So etwas hätte gleich 1933 
durch die Weltpresse gehen müssen. 

Tatsache ist nämlich, daß das Regime die Emigration nicht ohne 
Grund bekämpfte. Erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen dafür 
einzusetzen, hatte nur bei konkreter Gefahr einen Sinn. Obwohl das 
beachtliche geistige Potential, das in der Emigration versammelt war, 
wegen widriger Umstände nicht durchweg zum Zuge kam, fürchtete sich 
die NS-Führung vor ihm. Daß propagandistische Wortführer der 
Ausgegrenzten in einigen Ländern wegen "Beleidigung eines ausländischen 
Staatsoberhaupts" - nämlich Hitlers - vor den Richter kamen, war kein 
Trost. Denn einerseits hatten es die jüdischen Flüchtlinge verstanden, sich 
der weiteren Ausbeutung im Reich ein für allemal zu entziehen; zum 
andern ist die Existenz von Opfern, sei es selbst postum, psychologisch 
immer eine, wenn auch nur metaphysische, dafür dann um so tiefer 
greifende Bedrohung der Täter. Täter haben keine Aussicht, davor fliehen 
zu können. Sogar Selbstmord bringt sie immer nur dahin, wo sie ihre 
Opfer vermuten müssen. Hier scheint die antike Überlieferung der 
rächenden Erynnien nicht weit hergeholt. Die Angst der Täter resultiert 
aus ihrer Erpreßbarkeit. Das NS-Regime war tatsächlich druckempfindlich 
überall da, wo keine Wehrmacht eingreifen konnte. 

Auch dafür ein Beispiel. Die erste Frau Furtwängler, Dänin, durch die 
Eheschließung jedoch deutsche Staatsbürgerin, lebte nach der Scheidung 
während des Krieges in der Schweiz. Sie hatte einen deutschen Paß, der 
von Zeit zu Zeit per Sichtvermerk verlängert werden mußte. Um die Frau 
heim ins Reich zu zwingen, wies Berlin eines Tages die deutsche 
Gesandtschaft in Bern an, ihr den Sichtvermerk zu verweigern. Da 
bedeutete Zitla Furtwängler der Vertretung des Reiches, wenn sie die 
Verlängerung nicht unverzüglich erhalte, werde sie um politisches Asyl in 
der Schweiz nachsuchen und sich hier als Emigrantin niederlassen. Rasch 
widerrief das Auswärtige Amt jene Order. Der Sichtvermerk kam binnen 
kurzer Frist?®. 


Geschichtsfälschung, 1998: 

"(...) Nach einer Berechnung emigrierten in der Hitlerzeit 465 
Musiker aus Deutschland und Österreich in die Vereinigten Staaten, die 
meisten davon Juden. (...)" (Kater Il. S. 209). 

Der "DRPoH" ignoriert, daß es - Stand 1933 - 8000-9000 jüdische 
Musiker gab, von denen etwa 1000 im Reich überlebten und 2700 dem 
Holokaust erlagen, sodaß weitere rund 4300 emigriert sein müssen; das 





Morgenausgabe, 2. Beilage zu Nr. 143, 25/V/33). 

19 Paul Walter Jacob: Dr. Karl Muck ("Argentinisches Tageblatt", 5/111/40). 

20 siehe: Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes Bonn, Vorgang Deutsche 
Gesandtschaft Bern. Aktennotizen von Gesandschaftsrat Federer, 13/111/44, von 
Minister Köcher an Auswärtiges Amt, 20/111/44. 


E 1496 





Gros von diesen erreichte bis 1942 die USA; dabei sind Emigranten aus 
politischer Notwendigkeit noch gar nicht mitgezählt. 


Emmel, Karl 
Darmstadt, 13. September 1895 - Bochum, 1. Januar 1964. 

Bankbeamter, 1929-36 Prokurist bei Deutscher Bank bzw. Deutscher Bank 
und Diskonto-Gesellschaft, Pianist und Laienkomponist in Mainz und 
Darmstadt, ab 1937 in Goch. 

Abermals 1946-49 in Goch, danach zuletzt in Bochum i. R. 
Werke: u. a. Chöre und Marschlieder; Musik zur Rheinlandbefreiung 
(1930); "Annerl", Singspiel (Mainz, 21/1V/34); "Alles klar", Operette 
(Essen, 1950). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.018.887.. 
Heil, mein Führer!: Deutschland, tief in Not und Schande (T: Carl 
Echtermeier). Marschlied (u. a. FSt. Berlin, 9/VI11/33, Willy Domgraf- 
Faßbaender mit Orch Otto Urack; Mirag, 18/VI11/33). 
Du, Vaterland. Lied (BR, 15/V/33, 5/X11/33; Mirag, 8/VI11/33, 
18/V111/33, Gerhard Hüsch; DtlIdS, 28/V1/33; Orag, 13/X/33, jeweils von 
Schallplatten). 
Heil, mein Führer! (T: Carl Echtermeier). Kantate für Bariton, Chöre, 
Orch und Orgel (Düsseldorf, 1934). 
Morgenglaube: Herauf, du leuchtender Morgen! MCh (1934) [SD]. 
Unser die Welt. Marsch? (RS Böhmen, 2/1/41). 
Nachtjagd (Das Lied der Nachtjäger) (eigener T). Marsch und Lied 
(1941) [AB]. 
Wir marschieren... (eigener T). Marschlied (1941) [AB]. 
Hessenlied: Am Rhein, am Main, am Neckarstrand (eigener T). Für MCh 
und BlasOrch: H. Steinkopf. 
Tondokument - vom 5/VI/43 - im DRA: 1951801-03. 
Ausführende: Chor des Dt. Opernhauses Berlin mit BlasOrch, Dgt. H. 
Steinkopf. 
Textprobe (5. Strophe): 
"Und gilt es einen Waffengang 
mit des Volkes und Reiches Feind. 
dann stehen wir in Reih und Glied 
um den Führer treu geeint. 
Wir Hessen sind Soldaten, 
die stürmen und die stehn, 
dies Lied im Mund in Kampf und Tod, 
o Heimat, wie bist du schön!" 

Information: FA, LdCh. Der Standesbeamte der Stadt Bochum 
(8/X/97), Dibowski, verweigerte unter Berufung auf das verfälschte PStG 
8 61, also grundordnungswidrig, die Angabe des Todesdatums. Damit 
raubte er dem Künstler das postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in 
der Nachwelt und betrog den Lexikographen um sein Grundrecht auf 
ungehinderte Berufsausübung. 


E 1497 





Emmentaler Hochzeitstanz: War immer ein treues Töchterlein, 
nun lebet wohl, 's kann nicht mehr sein (T: hochdt. von Heinz Grunow). 
Aus: Rudi Keller, "Alemannisches Liederbuch". 

In: 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 23-27 (1939), 43-49 (1942); 
Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 23-27 (1940). 


Emmerich, Robert 
1836-1891 


Unter der Reichskriegsflagge. Marsch (u. a. RS Berlin, 29/V111/37). 
Unsere Helden zur See. Marsch (u. a. RS Berlin, 29/V111/37; RS 
München, 19/VI11/39). 


Emmermann 


SA! Sieg Heil! Potpourri (RS Breslau, 10/1V/34, *9/X1/34). 


Emmrich, Walter 


Torpedo los! (Marsch unserer U-Boote): Ob über den Wellen, ob tief 
unterm Meer (eigener T). Fassung: H. Teichmann (1941) [Al]. 
Tondokument - vom 6/1/41 - im DRA: 1570015-15. 
Ausführende: Soldatenchor mit StabsMK des Wach-Btl. der LW 
Berlin, Dgt. StMM Teichmann. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Wir zeigen uns würdig 
dem neuen Geschlecht, 
kennen den Weg unter eisern Geflecht, 
der Heimat zum Schutze 
vor Sturm und Untergang. 
Der Glaube an Deutschland 
erhält uns'ren Bann. 
Greift selbst der Tod uns 
mit nasser Hand, 
wir treffen dich, Engeland!" 
Wacht auf See. Marsch (1941) [Al]. 


Empor, empor, wir steigen empor, wir Flieger im stahlblauen 
Kleide (T: Carl-Heinz Walter). Fliegerlied, Melodie onA. 

Der Text beschwört die Weltkriegsflieger Manfred von Richthofen 
und Oswald Boelcke und "ein schwarzes Hakenkreuz”, 
In: 
Flieger-Liederbuch (1938; nur T). 


E 1498 





Empor ins lichte Blau strebt deutscher Fiegergeist. Trutzlied, onA. 
Titel: Deutsches Fliegerlied. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Mit kühnem Flügelschlag 
steig auf, du deutscher Aar! 
Dein ist der junge Tag, 
die Zukunft licht und klar. 
Wir schützen deinen Flug, 
sind alle Manns genug, 
zu spotten der Gefahr. 
Mit kühnem Flügelschlag 
steig auf, du deutscher Aar". 
In: 
Glück ab, Kameraden! (1935); Der Segelflieger Liederbuch (1936). 


Empor, mein Volk, das Schwert zur Hand (T: onA), zur Melodie 
"Der Gott, der Eisen wachsen ließ" (Methfessel). 
In: 
Deutsche Wehr- und Soldatenlieder (1933). 


Ende, Max 
1867 - ? 
Galoppmarsch des Husaren-Regiments 19 Grimma = HM III B, 8 
(aufgenommen 1933). 
In: 
HM >. 
Information: Ende war ab 1/IV/1897 OMM des genannten Reiter- 
Regiments. 


Enders, Georg 
Görlitz, 26. Februar 1878 - 1945 (vermißt). 
Film-Fabrikant, dann Komponist und Kapellmeister in Berlin-Tempelhof, 
Wittekindstr. 84. 1945 angeblich von Rotarmisten mit unbekanntem Ziel 
verschleppt. 
Werke: U-Musik, so der Schlager "Mädel, ich bin dir so gut". 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.641.151. 
Deutsche Studenten dieser Zeit: Der Tag hat uns zum Kampf gestellt 
(T: J. Buchhorn). Vaterländ. Bekenntnislied. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Wir rüsten uns zu harter Wehr 
in Zucht und Treue, Pflicht und Ehr, 
und fürchten keine Narben. 
Im Wollen und im Opfern stark 
den Brüdern gleich von Langemark, 


E 1499 





die vor uns für uns starben". 
In: 
Der Sieg ist erstritten (1934). 
Information: FA. Das Standesamt Görlitz (25/V/98) konnte keinen 
Todeseintrag ermitteln. Seit 1945 fehlt jede Spur. 


Endler, Otto 


Werke: Tanzmusik, z. B. der Marschfox "Die Trude hat ein Segelboot" 
(1937), auch nach 1945. 


Wir kämpfen für Deutschlands größten Sieg (T: W. Blazisch). Marsch 
für Gesang und Klavier (1942) [Ph]. 

Information: Der AKM (23/V/01) fehlt Information, da Endler nicht ihr 
Mitglied war; auch die GEMA (18/IX/02) besitzt keine Angaben, ebenso 
das Meldearchiv Wien. 


Enge, Hermann 


Der Dragoner: Kling, klang, kling, klangund gloria, das Lieben, das ist 
aus (T: H. Löns). 

In: 

Kleines Löns-Liederbuch (31943). 


Engel, Adolf 
Brockum bei Hannover, 14. September 1877 - Hannover, 24. März 
1948. 
Musikpädagoge in Hannover, hier Studienrat und Musiklehrer am 
Oberlyzeum. 
Werke: Hgb. von Schulliederbüchern. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.609.177, auf Antrag vom 2/V11/37. NSLB seit 1/ 
IV/33, dessen Kreissachbearbeiter. 
Deutsche Musik in der Höheren Schule. Musikbuch II, Ausgabe A für 
Jungen. Mitherausgeber mit R. Göttsching, H. Heinrichs, M. Martens, R. 
Münnich, E. Pfusch, D. Stoverock (1939-41) [CM] (= Deutsche Musik A). 
Inhalt (Noten): 

Die Lieder der Nation 
1. Deutschland, Deutschland über alles. - 2. Horst-Wessel-Lied. 

Lieder der neuen Zeit 
3. Pardun: Siehst du im Osten. - 4. Altes Kampflied der SA 
(Volksmelodie): Brüder in Zechen und Gruben. - Nach vorheriger Melodie: 
Brüder, zur Sonne, zur Freiheit! Nur T. - 4. Melodie des Argonnerwald- 
Liedes: Durchs deutsche Land marschieren wir. - von Gordon: 
Argonnerwald um Mitternacht. Nur T. - 5. Gansser, 1924: Das Hakenkreuz 


E 1500 





im weißen Feld. - 6. Gansser: (Deutschland erwache) Sturm, Sturm, 
Sturm! - 7. ©. Jochum, Werk 67 Nr. 1: Singe, mein Volk. - 8. Altendorf: 
Ein junges Volk steht auf. - 9. Sotke: Auf, hebt unsre Fahnen. - 10. 
Baumann: Nun laßt die Fahnen fliegen. - 11. W. Rein: Wir stehn zu dir in 
Glück und Leid. Einstimmig oder im Kanon zu 2 Stimmen. - 12. Seifert: 
Grüßet die Fahne, grüßet die Zeichen. Kanon zu 4 Stimmen oder 
einstimmig. - 13. Schwarz: Heute, Kameraden. - 14. Grabner: Stellt euch 
um die Standarte rund. - 15. Blumensaat: Deutschland, heiliges Wort - 
16. Blumensaat: Lobet der Berge leuchtende Firne. - 17. Spitta: 
Morgensonne lächelt auf mein Land. - 18. Baumann: Nur der Freiheit 
gehört unser Leben. - 19. von Knorr: Nun hebt ein neu Marschieren an. - 
20. Böttcher: Wir schlagen den Amboß. Kanon zu 4 Stimmen. - 21. von 
Knorr: Reih an Reih in Takt und Schritt. - 22. Zur Melodie des 
Kaiserjägerliedes: (Werksoldatenlied) Es tönt auf grüner Heide. - 23. 
Decker: Singend wollen wir marschieren. - 24. Decker: Heiliges Feuer 
brennt in dem Land. - 25. Spitta: Du bist die Kette ohne Ende. - 26. Foltz: 
Hebt zum Schwure eure Hände. - 27. Höffer: Funke sprühe! Flamme 
glühe! - 28. Jörns: Wir tragen das Feuer. - 29. Rummel: Wir hüten die 
Herde. - 30. (Erntelied) Das Feld ist weiß. - 31. von Hertzberg: Wir sind 
die Männer vom Bauernstand. - 32. Heyden: Die Welt gehört den 
Führenden. - 33. Brüggemann: Ans Werk, ans Werk. - 34. Brüggemann: 
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben. - 35. von Knorr: Sie trugen 
in ihren Seelen. - 36. Baumann: Setzt ihr euren Helden Steine. 
Volkslieder und volkstümliche Lieder 
37. Sigurdslied: Wollt ihr hören nun mein Lied! - 38. (Roland und 
Gotelinde) Freunde, kommt alle. - 39. 15. Jh: (Das jüngere 
Hildebrandslied) Ich will zu Land ausreiten. - 40. Moniot von Arras, Ende 
13. Jh: (Trouvere-Lied) Ce fut en may au douze tems gai (Zur Maienzeit, 
zur Lenzesfreud). - 41. W. von der Vogelweide: (Kreuzzugslied) Nü alr6st 
leb ich mir werde (Froh des Lebens ich erst werde). - 42. Neidhart von 
Reuenthal (?): Mei hat wunneclich entsprossen (Wieder ist der Mai 
entsprossen). - 43. Fürst Wizlaw von Rügen: De Erde ist untslozen (Es 
grünen frisch die Wiesen). - 44. Locheimer Liederbuch: All mein 
Gedanken. - 45. Locheimer Liederbuch, Fassung von Escher und Lott: Ich 
sah ein Bild. - 46. Locheimer Liederbuch: Ich spring an diesem Ringe. - 
47. 15. Jh: Es liegt ein Schloß in Österreich. - 48. Ernst Schele, Courante 
aus dem Lautenbuch 1619: Wie schön blüht uns der Maien. - 49. Klug, 
1535: (Kranzsingen) Ich kumm aus frembden landen her. - 50. 
Mixolydische Weise aus "Geistliche Ringeltentze", 1550: (Reihentanz um 
das erste Veilchen) Der meie, der meie, der bringt uns blümlein. - 51. 
Melodie bei Forster 1539: (Mailied) Wohl kombt der Mai mit macherlei der 
Blümlein - 52. Melodie nach Forsters "Frischen Liedlein" 1540: Drei Laub 
auf einer Linden. - 53. 16. Jh: Herzlich tut mich erfreuen. - 54. Aus den 
Liedern von Johann vom Berg und Ulrich Newber, Nürnberg 1542: Ich 
weiß mir ein Maidlein. - 55. Volkslied bei Joh. Ott, 1534: Ach Elslein, liebes 
Elselein. - 56. 16. Jh: Gesegn dich Laub, gesegn dich Gras. - 57. Haßler, 
1601: Mein G'müt ist mir verwirret. - 58. Mir ist ein feins brauns 
Maidelein. - 59. Liederbuch des Paul von der Aeltst, 1602: (Röslein auf der 


E 1501 





Heiden) Sie gleicht wohl einem Rosenstock. - 60. 16. Jh: Entlaubet ist der 
Walde. - 61. Es taget vor dem Walde. - 62. Volksmelodie aus P. Fabricius 
Liederbuch 1603: Störtebeker und Gödeke Micheel. - 63. Im 
"Schüttensam"-Ton: (Ein neu lied, vom dem Lantzknecht auff der steltzen) 
Der in den krieg wil ziehen. - 64. F. M. Böhme: Der reif und auch der kalte 
schnee. - 65. Melodie bei Forster, 1556: (Unser liebe Fraue vom kalten 
Brunnen) Vonerst so wölln wir loben. - 66. Das Pavierlied (1525): Was 
wölln wir aber heben an. Nur T. - 67. Melodie des Pavierliedes: Der 
grimmig Tod. - 68. Ältere Melodie im Westfälischen Gesangbuch: 
(Totentanz) Es ist nit allewege Fastabend. - 69. niederdeutsch: (Fünf 
Söhne) Ick hebbe vyf leve Söneken. - 70. Ambraser Liederbuch, 1582: Wo 
soll ich mich hinkeren, ich tummes Brüderlein? - 71. Melodie 1609: 
(Rundgesang) Ihr lieben Brüder mein. - 72. Altes Streitlied: Heut ist ein 
freudenreicher Tag. - 73. Altes Ansingelied auf den Mittsommertag: Da 
kommen wir gegangen. - 74. Volkslied um 1790: Zu Straßburg auf der 
Schanz. - 75. Die Reise nach Jütland. - 76. Es dunkelt schon in der Heide. 
- 77. vor 1848: Ade zur guten Nacht. - 78. Oberschwäbisches Tanzlied: 
Rosestock, Holderblüh. - 79. schwäbisch, vor 1825: Das Lieben bringt 
große Freud. - 80. aus der badischen Pfalz: Horch, was kommt von 
draußen rein. - 81. Volkslied, 1812: Wohlan, die Zeit ist kommen. - 82. 
Volkslied: Jetzt fängt das schöne Frühjahr an. - 83. (Einkehr) Im Krug 
zum grünen Kranze. - 84. Burschen heraus. - 85. Zelter: (Bundeslied) In 
allen guten Stunden. - 86. Volkslied: J etztund reis' ich weg von dir. - 87. 
fränkisch: Vivat! jetzt gehts ins Feld. - 88. Kein besser Leben ist. - 89. 
ostpreußisch, aus der Zeit Friedrichs des Großen: Der Preußen König. - 
90. aus den Freiheitskriegen: Heraus, heraus die Klingen. - 91. 
Spinnstubenlied: Schatz, mein Schatz, reise nicht so weit von hier. - 92. 
altes Soldatenlied aus Oberhessen: Musketier seins lustge Brüder. - 93. 
Marquardt: Eine Kompanie Soldaten. - 94. Heeren: Morgen marschieren 
wir für Volk und Land. 

Fremdvölkische Lieder 
95. (Seikiloslied) Lebst du noch. - 96. Schottisch: (Jakobitenlied) Heim, 
ach heim möcht ich sein. - 97. Englisch: (The miller of the Dee) There was 
a jolly miller - 98. Nordländisch: (Herr Ole) Der König fragte die Tochter 
sein. - 99. Norwegisch: (Fischerlied) Ich ruderte aus, und zu früher Stund. 
- 100. Französisch: Si le roi m' avait donne. - 101. Ungarisch: Schaurig in 
der Dämmerung. - 102. Ungarisch: Kühnen Flugs steigt auf der Kranich. - 
103. Spanisch: (Pflügerlied beim Aufbruch zur Arbeit) Erhebet euch, ihr 
Knechte, das Feld zu pflügen. - 104. Italienisch: (Felicella) In Wiesen und 
in Auen ich froh und glücklich bin. - 105. Giuseppe Blanc: (Giovinezza) 
Heil, du Heldenvolk der Ehre (T: Salvatore Gotta, deutsch: Richard Bars). 

Kanons 
106. John of Fornsete, um 1240: Sommer ist ins Land gekommen. Kanon 
zu 7 Stimmen. - 107. M. Praetorius: (Morgenruf) Laßt uns singen! Kanon 
zu 5 Stimmen. - 108. J. Haydn: (Zuruf) Was Gutes dir die Götter senden. 
Kanon zu 4 Stimmen. - 109. Mozart: Heil dem Tag, dem die Nacht erlag. 
Kanon zu 6 Stimmen. - 110. Mozart: Bona nox. Kanon zu 4 Stimmen. - 
111. Beethoven: Im Arm der Liebe ruht sich's wohl. Kanon zu 3 Stimmen. 


E 1502 





- 112. Beethoven: Freundschaft ist die Quelle. Kanon zu 3 Stimmen. - 
113. Micheelsen: Erde, die uns dies gebracht. Kanon zu 4 Stimmen. - 114. 
Döring: Erde, die uns dies gebracht. Kanon in der Unterquint zu 2 
Stimmen. - 115. von Knorr: Nun stecket eure Löffel zsammen. Kanon zu 
2 Stimmen. - 116. von Knorr: Herr, dir sei Dank. Kanon in der 
Umkehrung. - 117. Lahusen: Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an. 
Kanon zu 3 Stimmen. - 118. Thomas: Und reitet Tod und Teufel mit. 
Kanon zu 2 Stimmen. - 119. von Knorr: Hast du dein Leben gelebt. Kanon 
in der Unterquint. - 120. Münnich: Wir toten Flieger, wir wurden Sieger. 
Kanon zu 3 Stimmen. 

Satz: A. Ebel (30), A. Preuß (51). 

Die Ausgabe B weicht nur geringfügig von Ausgabe A ab. 

Weiter enthält Musikbuch A und B Kunstlieder der Überlieferung 
einschließlich Hugo Wolf, Max Reger, Richard Strauss und Hans Pfitzner, 
ferner von Yrjö Kilpinen "Ihr ewigen Sterne" (T: Albert Sergel) aus Op. 77 
und "Der Flüchtling" von Bela Bartök mit ungarischem und deutschem 
Text, Ausschnitte aus klassischen Konzertwerken und Opern, Abschnitte 
über Musiklehre, Stimm- und Instrumentenkunde, eine kurzgefaßte 
Geschichte "Von deutscher Musik und ihren Meistern", ergänzt durch 
"Fremdvölkische Meister im deutschen Musikleben der Gegenwart". 
Deutsche Musik in der Höheren Schule. Musikbuch II, Ausgabe B für 
Mädchen. Mitherausgeber mit R. Göttsching, H. Heinrichs, H. Martens, R. 
Münnich, E. Pfusch, D. Stoverock (1941) [CM] (= Deutsche Musik B). 

Inhalt (Noten): 
(Motto von Hitler - Motto von Schirach) 

Die Lieder der Nation 
1. Deutschland, Deutschland über alles. - 2. Horst-Wessel-Lied. 

Lieder der neuen Zeit 
3. Pardun: Siehst du im Osten. - 4. Altes Kampflied der SA 
(Volksmelodie): Brüder in Zechen und Gruben. - Nach vorheriger Melodie: 
Brüder, zur Sonne, zur Freiheit! Nur T. - 5. Melodie des Argonnerwald- 
Liedes (von Gordon): Durchs deutsche Land marschieren wir. - von 
Gordon: Argonnerwald um Mitternacht. Nur T. - 6. Gansser, 1924: Das 
Hakenkreuz im weißen Feld. - 7. Gansser: Sturm, Sturm, Sturm! - 8.0. 
Jochum, Werk 67 Nr. 1: Singe, mein Volk. - 9. Altendorf: Ein junges Volk 
steht auf. - 10. Sotke: Auf, hebt unsre Fahnen. - 11. Rummel: Der Tag 
steht an der Wende. - 12. Baumann: Nun laßt die Fahnen fliegen. - 13, W. 
Rein: Wir stehn zu dir in Glück und Leid. Einstimmig oder im Kanon. - 14. 
Seifert: Grüßet die Fahne, grüßet die Zeichen. Kanon oder einstimmig. - 
15. Schwarz: Heute, Kameraden. - 16. Grabner: Stellt euch um die 
Standarte rund. - 17. Blumensaat: Deutschland, heiliges Wort - 18. 
Blumensaat: Lobet der Berge leuchtende Firne. - 19. Spitta: Morgensonne 
lächelt auf mein Land. - 20. Baumann: Nur der Freiheit gehört unser 
Leben. - 21. von Knorr: Nun hebt ein neu Marschieren an. - 22. G. 
Böttcher: Wir schlagen den Amboß. - 23. von Knorr: Reih an Reih in Takt 
und Schritt. - 24. von Hertzberg: Wir sind die Männer vom Bauernstand. - 
25. Decker: Heiliges Feuer brennt in dem Land. - 26. Decker: Singend 
wollen wir marschieren. - 27. Spitta: Du bist die Kette ohne Ende. - 28. 


E 1503 





Foltz: Hebt zum Schwure eure Hände. - 29. Höffer: Funke sprühe! Flamme 
glühe! - 30. Jörns: Wir tragen das Feuer. - 31. Rummel: Wir hüten die 
Herde. - 32. Heyden: Die Welt gehört den Führenden. - 33. Brüggemann: 
Ans Werk, ans Werk. - 34. Brüggemann: Nur der verdient sich Freiheit wie 
das Leben. - 35. von Knorr: Sie trugen in ihren Seelen. - 36. Baumann: 
Setzt ihr euren Helden Steine. 

Volkslieder und volkstümliche Lieder 
37. Sigurdslied: Wollt ihr hören nun mein Lied! - 38. Roland und 
Gotelinde. - 39. 15. Jh: (Das jüngere Hildebrandslied) Ich will zu Land 
ausreiten. - 40. Moniot von Arras, Ende 13. Jh: (Trouvere-Lied) Ce fut en 
may au douze tems gai. - 41. W. v. der Vogelweide: (Kreuzzugslied) Nü 
alröst leb ich mir werde. - 42. Neidhart von Reuenthal (?): Mei hat 
wunneclich entsprossen. - 43. Fürst Wizlaw von Rügen: (Frühling) De erde 
ist untslozen. - 44. Locheimer Liederbuch: All mein Gedanken. - 45. 
Locheimer Liederbuch, Fassung von Escher und Lott: Ich sah ein Bild. - 
46. Locheimer Liederbuch: Ich spring an diesem Ringe. - 47. 15. Jh: Es 
liegt ein Schloß in Österreich. - 48. Ernst Schele, Courante aus dem 
Lautenbuch 1619: Wie schön blüht uns der Maien. - 49. Klug, 1535: 
(Kranzsingen) Ich kumm aus frembden landen her. - 50. Mixolydische 
Weise aus "Geistliche Ringeltentze", 1550: (Reihentanz um das erste 
Veilchen) Der meie, der meie, der bringt uns blümlein. - 51. Melodie bei 
Forster 1539: (Mailied) Wohl kombt der Mai mit macherlei der Blümlein. - 
52. Melodie nach Forsters "Frischen Liedlein" 1540: Drei Laub auf einer 
Linden. - 53. 16. Jh: Herzlich tut mich erfreuen. - 54. Aus den Liedern von 
Johann vom Berg und Ulrich Newber, Nürnberg 1542: Ich weiß mir ein 
Maidlein. - 55. Volkslied bei Joh. Ott, 1534: Ach Elslein, liebes Elselein. - 
56. Volkslied: Es freit ein wilder Wassermann. - 57. 16. Jh: Gesegn dich 
Laub, gesegn dich Gras. - 58. Haßler, 1601: Mein G'müt ist mir verwirret. 
- 59. Melodie nach M. Praetorius, 1609: Der Morgenstern ist aufgegangen. 
- 60. 16. Jh: Entlaubet ist der Walde. - 61. aus P. Fabricius Liederbuch 
1603: Störtebeker und Gödeke Micheel. - 62. Im "Schüttensam"-Ton: (Ein 
neu lied, vom dem Lantzknecht auff der steltzen) Der in den krieg wil 
ziehen. - 63. F. M. Böhme: Der reif und auch der kalte schnee. - 64. 
Melodie bei Forster, 1556: Unser liebe Fraue vom kalten Brunnen. - Das 
Pavierlied (1525): Was wölln wir aber heben an. Nur T. - 65. Melodie des 
Pavierliedes: Der grimmig Tod. - 66. Ältere Melodie im Westfälischen 
Gesangbuch: (Totentanz) Es ist nit allewege Fastabend. - 67. 
niederdeutsch: (Fünf Söhne) Ick hebbe vyf leve Söneken. - 68. Altes 
Streitlied: Heut ist ein freudenreicher Tag. - 69. Altes Ansingelied auf den 
Mittsommertag: Da kommen wir gegangen. - 70. Liederbuch des Paul von 
der Aeltst, 1602: (Röslein auf der Heiden) Sie gleicht wohl einem 
Rosenstock. - 71. Urheber unbekannt: (Tanzlied, Menuett) O wie so schön 
und gut ist doch ein freier Mut. - 72. Volkslied: Feinsliebchen, du sollst mir 
nicht barfuß gehn. - 73. 1789: (Das Mühlrad) Da droben auf jenem Berge. 
- 74. von Zuccalmaglio: Schwesterlein, wann gehen wir nach Haus. - 75. 
C. M. von Weber: Mein Schatz, der ist auf die Wanderschaft hin. - 76. 
Bernhard Flies (um 1770-1829): Schlafe, mein Prinzchen, es ruhn 
Schäfchen und Vögelchen nun. - 77. Humperdinck: Es schaukeln die 


E 1504 





Winde das Nest in der Linde. - 78. vor 1848: Ade zur guten Nacht. - 79. 
schwäbisch, vor 1825: Das Lieben bringt große Freud. - 80. aus der 
badischen Pfalz: Horch, was kommt von draußen rein. - 81. 
Oberschwäbisches Tanzlied: Rosestock, Holderblüh. - 82. Maler: Frühling, 
komm wieder in das Land. - 83. Volkslied: Jetzt fängt das schöne Frühjahr 
an. - 84. Volkslied: Jetztund reis’ ich weg von dir. - 85. Volkslied, 1812: 
Wohlan, die Zeit ist kommen. - 86. aus Franken: Vivat! jetzt gehts ins 
Feld. - 87. ostpreußisch, aus der Zeit Friedrichs des Großen: Der Preußen 
König. - 88. aus den Freiheitskriegen: Heraus, heraus die Klingen. - 89. 
um 1790: Zu Straßburg auf der Schanz. - 90. aus der Zeit des Schleswig- 
Holsteinischen Krieges 1849: Die Reise nach Jütland. - 91. 
(Spinnstubenlied) Schatz, mein Schatz, reise nicht so weit von hier. - 92. 
altes Soldatenlied aus Oberhessen: Musketier seins lustge Brüder. - 93. F. 
Marquardt: Eine Kompanie Soldaten. - 94. Heeren: Morgen marschieren 
wir für Volk und Land. 

Fremdvölkische Lieder 
95-105 (identisch mit Deutsche Musik A). 

Kanons 
106-120 (identisch mit Deutsche Musik A). 
s. H. Heinrichs. 

Information: LdCh (Geburtsort: Hannover). 


Engel, Alfred 
Darmstadt, 27. Dezember 1884 - ? 
Kapellmeister in Berlin; hier Leiter des Dt. Blasorchesters. Wohnung 
(1933/34): Berlin W 50. Barbarossastr. 22. Am 26/1X/44 nach Unbekannt 
verzogen. 


NSDAP seit 1/1/31, Nr. 394.105. KfdK, Referent für Orchester, Abt. 
Nachschaffende, im KfdK Groß-Berlin. 
1933: 

A. Engel leitet sein Dt. BlasOrch zur Funkaufnahme, instrumental, 
von "Die Fahne hoch" und A. Parduns "Volk ans Gewehr". 

Tondokument im DRA: 1890832-20, 1890832-21. 

*]. Mai 1933: 

A. Engel leitet zum "Tag der nationalen Arbeit" sein Dt. BlasOrch mit 
Märschen von E. Hanfstaengl, H. Mannfred und J. Kochmann (DtlIdS, *1/V/ 
33). 

1. August 1933: 

A. Engel leitet zur Sendung "Deutscher Kampf im Lied" sein Dt. 
BlasOrch mit "Triumphmarsch der erwachten Nation" von Pietzner-Clausen 
(Schles. FSt., 1/VI11/33, von Schallplatten). 

1934: 

A. Engel leitet sein Dt. BlasOrch zur Funkaufnahme von G. Fürsts 
"Badonviller Marsch". 

Tondokument im DRA: 4205649-00. 

Information: Laut Stadtarchiv Darmstadt (22/XII/97) fehle beim 


E 1505 





Geburtseintrag der Todesvermerk. 


Engel, Erich 
Wien, 13. Januar 1888 - Wien-Margareten, 30. Dezember 1955. 

Sohn eines Verlegers; Kapellmeister und Hochschullehrer in Berlin, ab 
1925 in Dresden Leiter der musikal. Einstudierungen an der Staatsoper, 
1933 mit Förderung von Reichsbehörden zur deutschen Temporada im 
Teatro Colön nach Buenos Aires entsandt, dann dort Studienleiter und 
Leiter der Opernschule des Theaters. 1938 vorübergehend in Wien, nach 
Dresden abgemeldet, jedoch gleich emigriert und wieder in Buenos Aires 
in der früheren Funktion. 

1947-47 weiterhin am Teatro Colön, dann an der Städt. Oper Berlin, 
1950 Staatsoper Wien. 1951 war er künstler. Direktor der ersten 
Bayreuther Festspiele nach dem Kriege. 


Juli 1933, Nachricht: 

"Kapellmeister Erich Engel, seit acht Jahren Leiter der musikalischen 
Einstudierung an der Dresdner Staatsoper, hat seinen Vertrag auf 
gütlichem Wege gelöst. Er wurde für die deutsche Opernspielzeit in 
Buenos Aires verpflichtet, die im Einvernehmen mit der deutschen 
Regierung unter Leitung von Fritz Busch stattfindet" (Personalien. "Die 
Musik" XXV/10, Juli 1933. S. 799). 

13. Februar 1937: 

"(...) Eine gewisse Spannung bestand bis gestern von Seiten des 
Kapellmeisters Engel, der von Direktor Ugarte ermächtigt ist, die in Frage 
kommenden Bühnenkünstler zu verpflichten. Desgleichen hat Herr Jose 
Schraml einen gewissen negativen Einfluß auf Direktor Ugarte ausgeübt. 
Beide sind Halbjuden. Vor allem kann aber Kapellmeister Engel nicht 
übergangen werden. Engel hat sich überzeugen lassen, dass wir in der 
Vermittlungsfrage deutscher Künstler nach Buenos Aires selbstverständlich 
seiner Person gegenüber der Sachlage entsprechend korrekt verhandeln 
werden. Diese Schwierigkeit ist damit beseitigt. Engel wird wahrscheinlich 
in Kürze nach Berlin kommen zu einer persönlichen Aussprache über die 
zu engagierenden deutschen Künstler. (...)" (Bühnennachweis, Kühnly, an 
RMVP, 13/X11/37. Quelle: BAR 55/ 20553. Blatt 238). 

Information: DML, FA, KDMK. Den Todesfall beurkundete das 
Standesamt Wien Margareten, Nr. 1269/1955. 


Engel, Fritz 
(?), 30. April 1904 - KZ Auschwitz, verschollen nach NS-Aktion. 
Sänger in Berlin. 
Während des Krieges zwecks "Endlösung der Judenfrage" nach 
Auschwitz deportiert. 


E 1506 





Engel, Hans 
Kairo, 20. Dezember 1894 - Marburg, 15. Mai 1970. 

Sohn eines Geheimen Sanitätsrats; Schüler u. a. von F. Klose 
(Komposition) und A. Sandberger, Dr. phil. München 1924 (Die 
Entwicklung des deutschen Klavierkonzertes von Mozart bis Liszt), 
Habilitation Greifswald 1925. Musikforscher, seit Ende 1932 a. o. 
Professor für MW in Greifswald, 1935 in Königsberg, 1944 o. Professor; 
1936 Schriftleiter von "Deutsche Musikkultur", 1937 Mitglied der Dt. 
Akademie in München. 

1946-63 Ordinarius für MW an der Universität Marburg. Ab 1949 
Mitherausgeber von "Die Musikforschung". 


NSDAP seit 1/X/41, Nr. 8.902.866. Seit 1/X1/33 NSLB, Reichsfachschaft 
Hochschullehrer. 1936 Chorgauführer Ostpreußen des RVgemChe (RMK). 
Musik, Gesellschaft, Gemeinschaft. Vortrag (Trier, 1934, auf der 58. 
Philologentagung des NSLB; Abdruck in: "Zeitschrift für 
Musikwissenschaft" XVIl/4, April 1935). 

Franz Liszt der Deutsche ("Preußische Zeitung", 6/V1/36). 

Unsere Aufgaben ("Deutsche Musikkultur" 1/1, April-Mai 1936). 

Zitat: 

"Eine nationale Musik, die als Ideal und Erfüllung des Wesens und 
der Begabung des Volkes vorschwebt, muß natürlich gewachsen sein. Ihr 
Unterbau ist die Volksmusik, das breite Fundament, das den kühnen Dom 
geistiger Höhenleistung deutscher Musik zu tragen bestimmt ist. Die hohe 
Musik ist das richtungweisende, ehrfurchtgebietende Mahnmal göttlich 
Begnadeter zu Größe und Schönheit, das weithin leuchten soll über dem 
Volke, auch wenn nur dessen kleinster Teil ihm nahen kann" (S. 10). 
Franz Liszt - Deutscher! ("Deutsche Musikkultur" 1/2, J uni-J uli 1936). 
Musik im Deutschen Osten ("Der Preußische Erzieher", Juni 1937). 
Rot ragt die Burg (Texte: Fritz Kudnig). Ostpreußisches Liederspiel, 
Zusammenstellung: H. Engel (UA: Marienburg, *28/VI11/37, beim 
Grenzlandtreffen des RVgemChe Deutschlands). 

Das Deutsche in der Musik ("Deutsche Musikkultur" I11/3, August- 
September 1938. S. 185-205). 

Engel kritisiert Eichenauers unwissenschaftliche Methodik der 
musikal. Rasseforschung. 

Das Erbe Deutscher Musik ("Deutsche Musikkultur" II1/4, Oktober- 
November 1938). 
Zitat: 

"(...) Mit diesen ersten bis jetzt erschienenen Bänden des gewaltigen 
geplanten Unternehmens >Das Erbe der Deutschen Musik< hat das 
>Staatliche Institut für Deutsche Musikforschung< bereits auf einem 
seiner Aufgabengebiete mit dieser stattlichen Zahl Bände eine 
außerordentliche Arbeit geleistet! Prof. Dr. Max Seiffert, der Leiter des 
Institutes, der seit Jahrzehnten den Plan einer straffen Organisation 
unserer Musikwissenschaft verfolgt, hat unserer Wissenschaft mit der 
Gründung des Institutes und seinem nun auf allen Gebieten 
fortschreitenden Ausbau einen so bedeutenden Dienst für die Zukunft 


E 1507 





geleistet, daß wir ihm alle zu tiefstem Dank verpflichtet sind. Möge >das 
Erbe Deutscher Musik< und alle weiteren Aufgaben des Institutes 
erfolgreich weiter betreut werden und weiter gedeihen zum Ruhme 
deutscher Wissenschaft und deutscher Musik! (S. 335). 

Die zunächst sachliche Vorstellung der bislang unter diesem Titel 
publizierten Editionsbände - "deutsch" großgeschrieben - mündet in diese 
chauvinistische Lobhudelei. 

Musik, Stamm und Landschaft ("Deutsche Musikkultur" IV/2, Juni-J uli 
1939). 
Juli 1939, Klage: 

"Was soll man dazu sagen, daß ganze Reihen Zuhörer etwa während 
einer Aufführung der 2. Sinfonie von). N. David aufstanden und den Saal 
verließen? Ich weiß nicht, ob dies anderswo möglich ist. Daß bei jeder 
Ankündigung auch nur eines neuen Werkes für ein Sinfoniekonzert gleich 
fast ein Drittel der gekauften Karten zurückgegeben werden? Kann man es 
da den verantwortlichen Männern verdenken, wenn sie gegen so 
verschmähtes Gut zurückhaltend sind? Doch zum >Friedenstag< von 
Strauß. Auch dieses Werk erlebte nur wenige Aufführungen. Warum, das 
möge eine hier ausgeplauderte Episode verständlich machen. Ist es 
anderwo denkbar, daß ein Besucher nach kurzer Zeit laut schimpfend aus 
dem Parkett aufsteht und die Tür zuschlagend und über das Werk zeternd 
das Theater verläßt? Gewiß wäre solchen unerzogenen Besuchern 
gegenüber eine polizeiliche Ordnungsstrafe am Platz. Aber wichtiger wäre 
vielleicht eine Erziehung des Königsberger Publikums zu neuer Musik!" 
(Prof. Dr. Hans Engel in: "ZfM" CVI/7, Juli 1939. S. 782). 

Dem Betrachter entging der ursächliche Zusammenhang zwischen 
der massiven kulturpolitischen Propaganda, die immer mehr neue 
musikalische Erscheinungen "nach Gefühl" als "entartet und undeutsch" 
verdammte, und solchen Reaktionen des leichtgläubigen Publikums. 

Der Musiker Beruf und Lebensformen (In: "Von deutscher Tonkunst", 
Leipzig 1942. S. 180-204). 
Zitat: 

"(...) Pensionskassen für Bühnenangehörige sind seit 1933 weiter 
ausgebaut, die Reichsmusikkammer hat seit 1933 den Schutz und die 
Existenzsicherung, aber auch die Standeshebung und Reinhaltung des 
Musikerberufes zum Grundsatz. Für die musikalische Berufsauslese, 
Begabtenförderung und Ausbildung in den verschiedensten Typen von 
Musikschulen wird in gesteigertem Umfange gesorgt. Etwa 180 
Kulturorchester künden von der Leistungsfähigkeit unserer heutigen 
Musiker, über 50 000 deutsche Berufsmusiker aller Gattungen tragen 
neben zahlreichen musikalischen Laienverbänden wie 
Konzertgesellschaften, Chören, Instrumentalvereinen das Musikleben der 
Nation. 

Die göttliche Kunst der Musik beglückt und erhebt die Menschen: ihr 
Mittler ist der Musiker, der damit die höchste Sendung erfüllt" (S. 204). 

Deutschland und Italien in ihren musikgeschichtlichen 
Beziehungen. Von deutscher Musik, Band 68/70 (Regensburg, 1944) 
[GB]. 


E 1508 





Zitat: 

"(...) Die Wissenschaftlichkeit, das Ordnungssystem als Erbe 
griechischer Geisteshaltung hat auch dieser spätantik-christlichen Musik 
den erzieherischen Wert gegeben. Hier schon zeigt sich die Kraft, mit der 
das germanische, bald das deutsche Volk fremdes Kulturgut aufzunehmen 
verstand. Alle starken Völker sind auch stark in der >Adoption< von 
Kulturgütern. Schon hier im Bereich des Gregorianischen selbst setzt sich 
das Schöpferische der germanischen Anlage durch" (S. 38-39). 

Der Gregorianische Choral war von der Rosenberg-Clique als 
"jüdisch" denunziert; da lag es nahe, dagegen den umgekehrten 
Rassismus zu mobilisieren, und so erklärte man den Gregorianischen 
Choral eben für "germanisch". 

Information: DML, FA, MM2, KDMK (Geburtsdatum 20. Februar), RML, 
LdCh, SML, MGG. 


Engel, Hermann 
Ratibor, 23. Oktober 1892 - ? 
Gitarrist in Wien, auch Lautensänger. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Ich reise übers grüne Land, der Winter ist vergangen (T: Eichendorff) 
(1913). Wandervogellied [VB]. 
In: 
Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Heraus, ihr 
Kampfgesellen! (1934); Volksliedsingen im Schulfunk 6 (17. Juni 1937; 
Für 2 Violinen oder Flöten und Cello: H. Steinbock); Unsere Lieder 
(71938); Lied über Deutschland (?1941). 

Information: FA. Nicht im DMK 1942. Das Wiener Stadt- und 
Landesarchiv (7/V/99) konnte Engel im Meldearchiv nicht ermitteln. Die 
AKM (23/V/01) hat keine Information, da Engel nicht bei ihr Mitglied war. 


Engel, Kurt 
Berlin, 6. April 1909 - Berlin-Zehlendorf, 8. August 1967. 

Orchestermusiker, Xylophonist, und Komponist in Berlin W 30, 
Kammermusiker, Mitglied der Staatskapelle; ab 1939 in Leipzig. 

Nach 1945 zuletzt wieder in Berlin. 
Werke: u. a. "Immer lächeln!" Charakterstück mit Xylophonsolo; "First 
trial" für Vibraphon und Klavier (1937); Tanzschlager, so "Kullerpfirsich", 
der Fox "Keep smiling" für Xylophon und Klavier, "Moderne Zeit", "Immer 
wieder", der Foxtrott "Happy End". 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Allen voran! Marsch für UnterhaltungsOrch (RS Breslau, 11/VI1/38) [Fr]. 
Information: FA. Laut LA Berlin (12/XI/00) fehlt Kurt Engel in der 

lückenhaften Meldekartei 1875-1960 (!). Den Todesfall registrierte das 

Standesamt Zehlendorf von Berlin, Nr. 1952/1967. 


E 1507 





Engel - Berger, Willy 

Bonn, 26. August 1890 - Wien, 28. August 1946. 
Sohn eines Kaufmanns; Leiter einer eigenen Schiffskapelle bei der 
Hamburg-Amerika-Linie. Danach Kabarettmusiker bei Willy Schäffer in 
Berlin. Später Barpianist in Wien. Sein Vorhaben, nur noch Kirchenmusik 
zu schreiben und in das armenische Mechitharistenkloster zu Wien 
einzutreten, ließ sich nicht mehr verwirklichen, 
Werke: Operetten, Filmmusik, so "Schön ist es, verliebt zu sein", zus. 
mit Paul Hühn (UA: 27/VI1/34), "Besuch am Abend", Lustspiel im 
Kleinbürger- und Künstlermilieu, zus. mit Rudolf Perak (UA: 12/X11/34); 
Wienerlieder und Schlager. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Da draußen am Hafen: Den Ozean hattest du schon längst vergessen 
(T: Stenzel). 
Tondokument - vom Oktober 1941 - im DRA: 1570016-15. 
Ausführende: Lale Andersen (Gesang) mit kl. Orch, Dgt. B. Seidler- 
Winkler. 
Information: LÖUM. 


Engelbrecht, Richard 

München, 19. Januar 1907 - ? 
Dirigent; bis 1933 Kapellmeister der Städt. Bühnen Augsburg. Dann 
entlassen und in die Schweiz emigriert; 1934-37 am Stadttheater Basel 
Opernkapellmeister. 1938-47 Dirigent in Buenos Aires, hier auch Direktor 
des Konservatoriums, dann in Montevideo. 1948 Leiter des Internat. 
Musikinstituts Schloß Weikersheim, Gründer und Leiter des Europäischen 
J ugend-Symphonieorchesters in Stuttgart mit Wohnsitz in Stuttgart West. 
Seit 1954 in Ludwigsburg, seit 8/1X/56 in Waldbröl-Dühl, am 25/X/57 
nach Würzburg, Sanderstr. 7, abgemeldet; er wohnte hier - Stand Februar 
2000 - Lindleinstr. 81. 

Information: KDMK. Das Einwohnermeldeamt Waldbröl stellte für eine 
Meldeauskunft 7.- DM in Briefmarken (!) in Rechnung, verzichtete jedoch 
nach Antrag. Laut Friedhofsverwaltung Würzburg (20/II/01) (noch) nicht 
in der Grabkartei nachweisbar. 


Engelhardt, Joseph 


Einsender in Mühlheim/ Main. 


Deutsche Einigkeit, Marsch onA, am 8/1V/33 dem RMVP eingereicht 
(Quelle: BAR 55/ 1160). 


ü 1510 





Engelhardt, Paul 


Inspizient, auch Spielwart, der Hamburger Staatsoper bis 1944. Wohnung 
(1940): Rappstr. 16. 


Stand 1933: MZF der SS-Standarte 28 Hamburg. 

Information: Laut Amt für zentrale Meldeangelegenheiten Hamburg- 
Harburg (2/X/98) im Hamburger Melderegister nicht zu ermitteln; daher 
fehlen biographische Daten. Auch das Staatsarchiv Hamburg (26/IIl/02) 
gab Fehlanzeige, da ein Luftangriff die alten Meldeunterlagen im Juli 1943 
zerstörte. 


Engelhardtsche Reiter = Auf einsamen Wegen 


Engelhart, Karl 
Gloggnitz/ NÖ, 10. Dezember 1882 - Wien, 21. Februar 1964. 
Dr. jur., ORR, Regierungsdirektor und Bezirkshauptmann in Wien; 
Laienkomponist. 
Werke: u. a. Tänze; Märsche auf eigene Texte, darunter ein Bundesheer- 
Marsch. 


NSDAP seit 1/V/38, Nr. 6.127.833, auf Antrag vom 26/V/38. 
Fahnen über Wien. Marsch für Harmonie- und Blasmusik (1938). [HF]. 
Hier waren natürlich Hakenkreuzfahnen gemeint. 
Information: FA. 


Engelke, Bernhard (Karl Robert) 

Braunschweig, 2. September 1884 - Kirchbarkau bei Kiel, 16. Mai 1950. 
Sohn eines Ingenieurs; Dr. phil. Leipzig 1906 (Johann Friedrich Fasch, 
Sein Leben und seine Tätigkeit als Vokalkomponist). Habilitation Kiel 1927. 
1925 Musikpädagoge in Kiel; Studienrat an der Nordmarkschule der Stadt 
Kiel (= Pädagog. Akademie), 1927 auch Privatdozent an der Universität, 
Pianist und Musikreferent. 

Nach 1945 weiterhin Privatdozent in Kiel. 
Werke u. a.: Bühnenbearbeitung von Glucks vergessener komischer 
Oper "Der bekehrte Trunkenbold" (Kiel, 7/V/36). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.731.609. 
2. März 1935: 

In den "Kieler Neuesten Nachrichten" hebt Engelke ein Gastkonzert 
des Hoforganisten N. O. Raasted, Kopenhagen, hervor, veranstaltet von 
Nordischer Gesellschaft und NSKG. 

Information: DNML, DML, FA, RML, MGG. 


E 1511 





Engelmann, Johannes 

Altenburg/ Thüringen, 5. Januar 1890 - Heidesheim über Mainz, 17. Mai 
1945 (nach Fronteinsatz und Verwundung verstorben im 61. Feldhospital). 
Sohn eines Chordirigenten; Schüler von M. Reger und H. Sitt, 
Kapellmeister und Komponist in Zwickau, Organist und Kantor der 
Lutherkirche, Dirigent des MGV "Humor" und Musikreferent der "NS- 
Tageszeitung" (Stand: 1936). Gegen Kriegsende zum Volkssturm 
einberufen und in der Pfalz eingesetzt. 
Werke: u. a. "Holofernes", Musiktragödie; Konzert für Violine und 
KammerOrch Op. 25 (1927); mehrere Sinfonien, so Zarathustra- 
Symphonie Op. 43 (1943); Orgelstücke und Chöre. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.974.535. 1934 Kreischormeister des Chorkreises 
IV Zwickau, Chorgau X Sachsen, des RVgemChe Deutschlands (RMK), 
zugleich Mitglied des Gaumusikausschusses; Dirigent des Orchesters der 
NSG "Kraft durch Freude". 

Information: DML, FA, KDMK (ohne Todesmeldung), LdCh. Den 
Todesfall beurkundete das Standesamt Heidesheim, Nr. 27/1947. 


Engelmann, Kathrin 
(?) - Berlin (?), 9. September 1937. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. Hauptreferentin im Kulturamt der RJF, Berlin. 
Hohe Nacht der klaren Sterne. Ein Weihnachts- und Wiegenliederbuch. 
Hgb. von der RJF. Zusammengestellt von Kathrin Engelmann (1938) [K]. 
Vgl. Doris Sondern (Herausgeberin). 

Information: Laut LA Berlin (22/V/01) fehlt Kathrin Engelmann in der 
lückenhaften Meldekartei 1875-1960. 


Engels 
Welle 472, 4. Marsch (Werag, 27/V/33). 


Der Titel feiert den Werag-Sender Langenberg, der sich dieser 
Frequenz bediente. 


Engelskirchen 


Heil Hitler! Marsch (Werag, 10/V1/33, Orchesterverband der NSBO, Dot. 
W. Gössling). 


E 1512 





Engländer, Richard 
Leipzig, 17. Februar 1889 - Uppsala (S), 16. März 1966. 
Sohn eines Reichsgerichtsrats; Schüler von P. Klengel, L. Kreutzer und]. 
G. Mraczek, Dr. phil. Berlin 1916 (Johann Gottlieb Naumann als 
Opernkomponist), Pianist, Musikschriftsteller und Konzertmeister. 1933-37 
Korrepetitor in Dresden, bis 1935 Lehrer an der Orchesterschule der 
Staatskapelle, vorübergehend inhaftiert. Dann in Leipzig ansässig. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

Im Mai 1939 emigrierte Engländer nach Schweden, dort bis 1948 
freiberuflich als Cembalist, Musikkritiker und Musikwissenschaftler, dann 
Dozent für Musikgeschichte an der Universität Uppsala, 1955 Dr. h. c., 
1965 Professor, zuletzt i. R. 

Information: DNML, DML, FA, KDMK, RML. 


Engler, (Paul) Carl (Karl) 

Bautzen, 30. Juni 1877 - Bautzen (DDR), 13. Januar 1959. 
Sohn eines Kirchenmusikdirektors; Musikpädagoge in Bautzen, ab 1910 
Domorganist, 1932 Dirigent des Domchors; Studienrat an der kathol. 
Oberschule, Seminarmusiklehrer, Chorregent des kath. Petridoms, dann i. 
R. 
Werke: Singspiele, Weihnachtslieder, Orgelstücke, Klavierstücke, Lieder 
und Märsche. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. NSLB ab 1/V1/34. 
Deutschland, mein Vaterland. Marsch (Südfunk, 2/1V/33). 
Op. 30a. Deutsche Hymne: Land der ewigen Gedanken (T: H. Claudius), 
für gemCh (1934) [BF]. 

Information: DML, FA. Den Todesfall beurkundete das Standesamt 
Bautzen, Nr. 27/1959. 


Engler, Günter 
Schwenten/ Schlesien, 17. November 1914 - ? 
Sohn eines Oberlehrers; Dr. phil. Breslau 1937 (Verdis Anschauung vom 
Wesen der Oper). 1939 Mitarbeiter am Staatl. Phonogramm-Archiv in 
Berlin, 1940 in Frankfurt a. M., 1940-45 zur Wehrmacht einberufen. 

Dann bis 1946 Privatmusiklehrer in Frankfurt, danach hier 
Musikwissenschaftler, Musikreferent, Feulletonredakteur der Zeitschrift 
"Die Epoche", Musikkorrespondent für "Der Tagesspiegel", Berlin, und "Die 
Neue Zeitung", München. Seit 25/1/54 in Essen, zuletzt (Sept. 2002) 
45277, Jupiterstr. 24. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.425.292, auf Antrag vom 16/X/37. NSD- 
Studentenbund. 
3. Januar 1939, Beurteilung: 

"Über die wissenschaftliche Befähigung des Günter Engler kann ich 
nur sehr wenig aussagen. Trotz wiederholter Aufforderung hat er mir 


ü 1513 





bisher noch nicht seine Dissertation über Verdi zum Lesen gegeben. Ich 
entsinne mich aber, dass mir Herrn Professor Knab diese Arbeit sehr 
gerühmt hat. Darüber hinaus habe ich Engler als einen ganz auffallend 
einseitigen, intellektuellen Menschen kennengelernt. Schon sein 
körperlicher Habitus und sein anämisches Aussehen bestätigen diese 
Wahrnehmung. 

(...) Mein Gesammteindruck geht dahin, dass Engler selbst nach 
bestandenem Examen nicht die geringste Eignung für das Lehramt der 
Musikerziehung und für die Herstellung eines glücklichen 
Vertrauensverhältnisses zu jungen, deutschen Menschen hat. Trotzdem 
möchte ich für sein Verbleiben an der Hochschule bis zum Examen 
eintreten. Der belebende, jugendliche Gemeinschaftsgeist der Hochschule 
wird bei einer klar erkennenden und hingebungsvollen Betreuung seiner 
Anlagen und Mängel einen ausgleichenden, erzieherischen Einfluß haben, 
der sich so zum Gesammtwohl des deutschen Musiklebens auch in den 
mehr wissentschaftlichen, intellektuellen Aufgaben am Strom des 
Musizierens (Bibliotheken, Musikberichterstattung, Musikreferent in 
Kulturämtern) segensreich auswirken kann. 

Der Fall Engler erweist auch die dringend notwendige Einrichtung 
einer Abteilung zur Erziehung von deutschen, nationalsozialistischen 
Musikberichterstattern an einer staatlichen Hochschule" (Hans Bork an 
den Direktor der Hochschule für Musikerziehung und Kirchenmusik, 
3/1/39. Fehler im Original. Quelle: BA Namensakte Engler). 

Diese "fachliche" Beurteilung in ihrer Verquickung mit Politik besagt 
viel mehr über den Pianisten und Hochschullehrer Bork als über den 
Beurteilten. 

Information: KDMK. 


Englert, Michael (Kilian) 

Marktheidenfeld/ Unterfranken, 6. J uli 1868 - Hamburg-Lokstedt, 16. 
August 1955. 
J urist, zunächst Amtsrichter im Bayern, dann in Hamburg 1911/12 
Rechtsberater der Gewerkschaft, anschließend staatl. Rechtsberater, 
1914-20 Arbeitersekretär. Als Komponist Autodidakt, Leiter des 
Arbeiterjugendchors Hamburg. 
Werke: Lieder für die Jugend, vor 1933 besonders im Arbeiter-) ugend- 
Verlag, u. a. "Wir schreiten in der Sternennacht", "Will ich einmal recht 
lustig sein", "Mein ist die Welt", "Neuer Frühling ist gekommen", "Hebt 
unsre Fahnen in den Wind" (T: Artur Zickler, 1921) oder "Aus der Städte 
dumpfen Banden". 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Wann wir schreiten Seit an Seit und die alten Lieder singen (T: H. 
Claudius, 1913 im Sinne der Freideutschen Jugend) für S, A und 
jugendliche Männerstimme (1921; u. a. Norag, 13/VI11/33, Stunde der HJ 
auf der Oldenburg bei Schleswig-Haithabu als Ausklang des Haithabu- 
Festspiels). In: Laudan, "Hamburger J ugendlieder" (1924). Formationslied. 


E 1514 





Bei der Jugend zurechtgesungen, später zum Teil angepaßt mit neuer 5. 
Strophe. Auch auf Schallplatte, so Grammophon 10164 E (Ausführende: 
MK der Leibstandarte AH mit Chor des SA-Sturms 3/12 Dgt. H. Müller- 
John) [Ho]. 
Textprobe (5. Strophe): 

"Brüder, Hitler führet euch, 

wenn die Stunde reif geworden. 

Hell erglüht der deutsche Morgen, 

tief im Süden, hoch im Norden, 

mit uns zieht das dritte Reich". 
In: 
Was der Deutsche singt (1932; Melodie onA); Wegweiser zur Musik 2 
(1933); Heil Hitler! (1933; "Musik von Fritz Jöde"); Wir wollen singen 
(1933); Neues Deutschland 1 (1933); Blut und Ehre (1933); Deutsche 
Kampf- und Volkslieder (1933); S.A. Liederbuch (1933; onA); Liederbuch 
der NS-Frauenschaften (21933, 41934; T onA); Deutschland über alles! 
(21933, ?1933; "Nach Michel Englert"); Jung Deutschland II (1933); 
Deutsche J ugend heraus (1. Folge, 1933; "Michael Engler"); Singendes 
Volk 8 (1933; onA); Deutsche Marsch- und Fahrtenlieder (1933; "neue 
Volksweise nach M. Englert"); Schutz- und Trutz-Lieder-Buch (1934; "nach 
Michel Englert"); Freude ins Leben 4 (1934); Lieder von heute (1934); Die 
Singlade (1934); Volk singt (1934; nur vier Strophen); DSB, Singendes 
Volk 3 (1934); Wir singen (1934; falscher Komponistenname); Heraus, 
ihr Kampfgesellen! (1934); Deutsche Lieder der Nation und des Volkes 
(1934; "neue Volksweise nach M. Englert"); Singkamerad (21934, 31935, 
81937); Mein Vaterland (1934; "nach Michael Englert"); Lieder der 
Pommerschen SA (?1934; nur T, onA); Schlesische Jugend singt (1936; 
"nach Michel Englert"); Lieder für Schulfeiern 5 (1936; "Neue Volksweise 
nach mündlicher Überlieferung. M. Englert"); Soldaten singen alte und 
neue Lieder (1937); Soldaten-Liederbuch (1938); Liederbuch der SA 
(91938); SA-Liederbuch (21939); Stimmt an! | (1939); SS-Liederbuch 
(61940, 91941); Frisch gesungen, Musikbuch A (291941). 
Wir sind jung, die Welt ist offen (T: Jürgen Brand). Wanderlied 
(1914). In: Laudan, "Hamburger Jugendlieder" (1924) [Ho]. 
Vgl. Wir sind jung. 
In: 
Wegweiser zur Musik 2 (1933; Variante: "steht offen"); Wir wollen singen 
(1933); HM-Liederbuch (1933); NS-Volks-Liederbuch (21934); Wir singen 
(1934); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); 
Freude ins Leben 10 (1934); J ungvolk-Lieder (21934); J ungvolk-Lieder 
(1934; nur T, onA); Deutsche Lieder der Nation und des Volkes (1934; 
Variante s. 0.); Deutsche J ugend heraus (3. Folge, 1936); 
Niederdeutschland (1936); Neues Deutschland 2 (1937); Singkamerad, 
Anhang München (1939; Melodie onA); Das neue Soldaten-Liederbuch 3 
(1941). 
Wenn die Arbeitszeit zu Ende, rüsten nach der Burschen Art (T: J. 
Brand) (1914) In: Laudan, "Hamburger J ugendlieder" (1924) [Ho]. Titel: 
Wanderfahrt. 


e 1515 





In: 
Freude ins Leben 10 (1934); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, 
Textausgabe 1941); Neues Deutschland 2 (1937). 

Information: SML (Geburtsort "Bayern"). Den Todesfall beurkundete 
das Standesamt Hamburg-Lokstedt, Nr. 181/1955. 


En Groffschmied sad in gauder Ruh. Aus: Erk-Irmer, "Die 
deutschen Volkslieder mit ihren Singweisen" (Berlin, 1838). 

Das Lied karikiert die Situation des bummelnden Studenten. 
In: 


Die weiße Trommel (21935); Singen (1937); Unsere Lieder (71938). 


En J antje harr twee Bruuten, een binnen un een buten (T: Gorch 
Fock). Matrosenabschiedslied, zur Melodie "Wohlan, die Zeit ist kommen". 
Titel: Dat Twee Bruten-Leed. 

In: 
Liederbuch der Kriegsmarine 3 (1941). 


En nie Büx. Volkslied aus Schleswig. 
In: 
NSLB, Unser Lied 1 (31935). 


En offi, en ahi! Aus Tirol. Titel: Gibele. Gäbele. 
In: 
Hellau! (1942). 


"Entartete Musik", Ausstellung vgl. Hans Severus Ziegler 


Entelmann, Diedrich 
Bremen, 26. Juni 1886 - Oldenburg, 21. Dezember 1963. 
Sohn eines Musikers; Orchestermusiker, 1. Trompeter des Oldenburg. 
Staatsorchesters, Kammervirtuose, in Donnerschwel bei Oldenburg. 


NSDAP seit 1/X11/27, Nr. 71.593. SA, Stand 1937 Obersturmbannführer, 
Stand 1931 GauMZF der NSDAP (= MZ der SA-Standarte 91), später 
Gaumusikinspizient der NSDAP Gau Weser-Ems, stellv. Landesleiter der 
RMK dieses Gaus. 

8. August 1931: 

Zur Traditionsfeier der Oldenburger SA-Standarte 91 leitet Entel- 
mann die Gaukapelle u. a. mit dem Marsch "Der alte Fritz" von Blon, dem 
Strauß-Walzer "An der schönen blauen Donau" und - nach der Festrede 
von MdR. Pg. Spangemacher - dem "91er Marsch mit Lied" von Hagen. 


E 1516 





Enterlein, Oswald 

Berlin-Charlottenburg, 8. Mai 1915 - bei Berlin, 1945 (im Fronteinsatz 
gefallen). 
Ausgebildet in Chor- und Orchesterleitung an der Musikhochschule Berlin 
mit Abschlußprüfung 1940. Orchester- und Chordirigent, 1940/41 2. 
Kapellmeister am Mitteldt. Landestheater (Gaubühne) Halle, 1941/42 
Kapellmeister und Chordirektor am Theater Gießen, kurz in Berlin. 
1941/42 zur Wehrmacht einberufen, ab September 1942 einberufen und 
bei der Waffen-SS. Er erhielt 1944 das KVK II mit Schwertern. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. NSKK seit 1933; SS, 1944 SS-Untersturmführer 
und Mitarbeiter der Musikinspektion beim SS-Führungshauptamt Berlin, 
auch Dirigent von Sinfoniekonzerten des Stabsmusikkorps der Waffen-SS 
beim SS-Führungshauptamt. 

6. Dezember 1939: 

In einem Konzert der Musikhochschule Berlin dirigiert Enterlein das 
Konzertorchester der Hochschule mit Tschaikowskys Klavierkonzert B-moll. 
Solistin: Eva Maria Kaiser. 

19. Februar 1940: 

In einem Konzert der Musikhochschule Berlin dirigiert Enterlein das 
KonzertOrch der Hochschule mit Borodins "Polowetzer Tänze". 

Der Tod und das Reich. Chorspiel nach einer Dichtung von Hans 
Rehberg (Gießen, *9/X1/41, Feierstunde der NSDAP, Dgt. selbst). 
10. November 1941, Bericht I: 

"(...) Auf wenigen Seiten nur hat der Dramatiker Rehberg in der 
neuen melodramatischen Form des chorischen Spieles eine Reihe 
symbolischer Gestalten einander gegenübergestellt, die in Rede und 
Gegenrede, im Wechsel von Chor und Einzelstimmen, begleitet von den 
dunklen Akkorden einer feierlich-ernsten Musik, den Gedanken Ausdruck 
geben, welche uns am Gedenktage der Gefallenen und ihres Opfertodes 
für die Größe des neuen Reiches bewegen. Nach einer Zwiesprache 
zwischen dem Tode und dem >irrenden Geschlechte< der Abgestorbenen 
erhebt sich die lichte Gestalt des >Knaben Reich<: >Krieg muß sein und 
der göttliche Krieg, zeigend den Mann und beweisend das Weib, werde 
geführt<. Während die Abgestorbenen und die Blinden zur Seite weichen, 
ruft der Knabe Reich die Gefallenen auf, die mit wallenden Fahnen und 
schweren Marschtritt durch das aufspringende Tor der neuen Zeit 
hereindringen: >Wir sind's, wir sind's, die braunen Bataillone<. Der Tod, 
von der jungen Kraft des Knaben Reich überwunden, reicht diesem kniend 
die Krone: >Ich bin der Lebenspender nicht minder. Ich, Knabe, bin nicht 
nur der Tod<. Der mahnende Gedanke des Spieles ist im Chor der 
Gefallenen zusammengefaßt: >Wir wachten, daß die Stunde blieb. Wir 
wachen, daß das Reich entsteht. Denn warum sind wir sonst gestorben?<" 
(Hans Thyriot: Helden-Ehrenfeier der NSDAP zum 9. November. "Gießener 
Anzeiger", 10/X1/41. Fehler im Original). 

Rehberg kopierte die Sprache unzureichend übersetzter 
altgriechischer Texte und verlieh dem absurden Toten- und Todeskult des 
NS Stimme. 


e 1517 





12. November 1941, Bericht II: 

"Im Rahmen einer ernsten Feierstunde brachte das Theater der 
Universitätsstadt Gießen die Uraufführung des chorischen Spieles von 
Hans Rehberg >Der Tod und das Reich< mit der Musik von Oswald 
Enterlein, inszeniert von Wilhelm Michael Mund. In schweigender 
Ergriffenheit wurde das symbolische Spiel aufgenommen, dessen 
Gestalten von der Mystik und dem Pathos edlen Kämpfertums getragene 
Worte in Rede und Gegenrede, untermalt durch eine feierlich-ernste 
Musik, zum Ausdruck brachten. 

(...) Die Chöre sangen Mitglieder der Hitler-) ugend. Karl Löffler schuf 
ein eindrucksvolles Bühnenbild. Das tiefergreifende Spiel wurde von 
Oberspielleiter Wilhelm Michael Mund inszeniert, während Oswald 
Enterlein die in heroischen Konturen das Werk umrahmende Musik schuf" 
(Hans Osman Bey: "Der Tod und das Reich". "Oberhessische Tageszeitung, 
12/X1/41). 

Information: Die WASt (18/IX/01) hat weder Vermißt- noch 
Todesmeldung, das Geburtsstandesamt Charlottenburg 2 (17/III/04) 
keinen Todesvermerk. 


Entlaubet ist der Walde gen diesen Winter kalt. Abschiedslied, 16. 
Jh, Melodie vor 1526. 
Vgl. Th. Stoltzer. 
In: 
Deutsche Musik A, B (1941). 


Entrollt die Fahnen blutgetränkt, zum Himmel laßt die Feuer lohen 
(T: K. Hofmann, Sturm 5). Kampflied, zur Melodie "Du kleiner Tambour, 
schlage ein". Titel: Lied der SA München [ZVNSDAP]. 
Eine Vertonung dieses Textes stammt von Hugo Wolfram Schmidt. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Und naht dereinst der Rachetag 
und ruft der Führer uns zum Kriege, 
dann führen wir aus Not und Schmach 
das Hakenkreuz von Sieg zu Siege. 
Dann ziehen wir beim Morgenrot, ja rot 
für Hitlers Fahne in den Tod". 
In: 
Was der Deutsche singt (1932); Unter Hitlers Fahnen (1932); Vorwärts 
SA. (21933); Liederbuch der NSDAP (211933); Heil Hitler Dir! 2 (1933); 
S.A. Liederbuch (1933; nur T); Lieder der Pommerschen SA (?1934); Uns 
geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Vorwärts! 
Vorwärts... (1935; T: "Hans Büchner"); Liederbuch der SA (61936); Siehst 
du im Osten das Morgenrot (1939). 


Entrollt die Fahnen, laßt die Banner wehn (T: Th. Esser, Rheine). 


E 1518 





Stahlhelmlied, zur Melodie "Vorbei, vorbei sind all die schönen Stunden". 
In: 
Die Lieder der nationalen Erhebung (1933; nur T). 


Enxing 


Niedersachsen-Marsch (RS Berlin, 10/111/39). 


Epke 


Schulter an Schulter. Marsch (RS Berlin/ RSdg, *10/1V/38). 


Erb, Josef Maria 
1860 - 1944 


Fantasia für Orgel. 
In: 
Oberrheinisches Orgelbuch (1943). 


Erber, R. 


Fort Bergues. Marsch (Liegnitz, 1941, Heereskonzert des MK des IR 51, 
Dgt. G. Pischel). 

Der Titel feiert einen in Wk. I und II heftig umkämpften kleinen Ort 
und befestigten Platz im Departement Nord, Frankreich. 


Er flog wohl mit den Schwalben fort, im Krieg sind all die Brüder 
(T: Günter Lenning). Fliegerlied, zur Melodie eines thüring. Volksliedes. 
In: 
Flieger sind Sieger (31941). 


Erde, die uns dies gebracht (T: Ch. Morgenstern), Kanon zu 5 
Stimmen, von G. Pallmann zu einem "Sanctus" von Clemens non Papa. 
Mehrfach vertont, so von G. Schulten, H. F. Micheelsen, E. Döring, 
W. Weismann. 
In: 
Lieder für Schulfeiern 8 (1936; onA); Unser das Land (1937). 


Erde singe, daß es klinge, laut und stark dein Jubellied. Altes 
Kirchenlied um 1750. 


E 1519 





In: 
Liederbuch des BDM (1934); Die Singstunde 79 (1935). 


Erdlen, Hermann 

Hamburg, 16. Juli 1893 - Hamburg, 30. Juni 1972. 
Sohn eines Buchbindermeisters; Komponist, Musikpädagoge und Dirigent, 
kam aus der Wandervogel-Bewegung, hier Bundesführer. Kapellmeister 
eines eigenen Kammerorchesters und 1926-45 Dozent an der Hochschule 
für Lehrerbildung in Hamburg; Musikreferent bei "Hamburger Anzeiger" 
und "Hamburger Tageblatt". 1939-45 zur Wehrmacht einberufen. Weil 
seine Einnahmen aus "ernsten Konzerten" 1942/43 Null waren, bekam er 
1.000 RM aus dem Staatszuschuß für E-Komponisten. 

Nach 1945 lebte er freischaffend weiter in Hamburg. Er erhielt 1963 
das Goldene Ehrenzeichen des DSB, 1964 ob "seiner besonderen 
Verdienste auf geistig-kulturellem Gebiet" das Bundesverdienstkreuz |. 
Werke: über 1000 Nummern, u. a. Finnische Suite für Orch (1937); 
Volkslied-Ausgaben; Liederspiele, so "Die schöne Lilofee" (1939); 
Mandola-Schule (1940); Junggesellenlied; die Chorfeier "Fröhliches 
Frankenland" (1960). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.956.880, auf Antrag vom 11/VI/37. Leiter der 
Sängergruppe der SS-Standarte 28 (z. B. RS Hamburg, 17/11/37). 
Bearbeitung von NS-Kampfliedern für versch. zweckhafte 
Besetzungen. 


1933 
Op. 18 Nr. 1. Das Land (T: K. Bröger). MCh [K&S]. 
Landsknechtslied: Wir Landsknecht haben (T: H. Bodenstedt). 
In: 
Lobeda-Singebuch 2 (1933). 
Richtung (T: R. Dehmel), für Astimmigen MCh. 
In: 
Liederblatt des DSB 67 (1934). 
In der Heimat, da gibt's ein Wiedersehn. Marschlied. Für 
MandolinenOrch: H. Erdlen (Mirag, 20/V111/33). 
Morgenlied: Bald ist der Nacht ein End gemacht (T: R. Reinick). Für 
gemCh mit Trompeten, Flöten, Oboen und Klarinetten (Orag, *9/X1/33; u. 
a. Leipzig, *29/VI/35, vom 2. Sächs. Sängerfest). 
Weitere Vertonung des Textes von Theodor Henschel. 
Textprobe (2. Strophe): 

"Vom Himmelszelt durch alle Welt 

die Engel freudejauchzend fliegen. 

Der Sonne Strahl durchflammt das All. 

Herr, laß uns kämpfen, laß uns siegen!" 
Lied des Volkes: Wir glauben an die neue Zeit (T: H. Claudius), für MCh, 
gemCh (1933; Orag, *9/X1/33; Pflichtlied des DSB für 1934; Kiel, *23/VI/ 
35, vom 1. Nordmark-Liederfest des DSB) [DSB]. 


e 1520 





Textprobe (1. Strophe): 

Mae) 

die Zeit der Menschenwürdigkeit. 

Wir glauben, daß sie kommen muß 

und bieten ihr den ersten Gruß". 
In: 
Liederblatt des DSB 71, 72 (1934); Saarvolk singt (1934); Lieder der 
Arbeit (1934). 
Heiliges Land, Helgoland (T: H. Bodenstedt). Bekenntnislied (u. a. 
Norag, 14/V1/33, in der Stunde der Nation "Helgoland, das Bild einer 
Insel im deutschen Meer"). 

Tondokument - vom 14/V1/33 - im DRA: 1820113-23. 

Ausführende: Bernhard J akschtat (Bar), Männerquartett der Norag 
mit Orch, Dgt. selbst. 

Es klingt über brausende Meere, aufsteigend aus düsterem Grund (T: 
H. Bodenstedt). Bekenntnislied (u. a. Norag, 14/V1/33, in der Stunde der 
Nation "Helgoland, das Bild einer Insel im deutschen Meer"). 

Tondokument - vom 14/V1/33 - im DRA: 1820113-22. 

Ausführende: B. Jakschtat (Bar), Männerquartett der Norag mit 
Orch, Dgt. selbst. 

Marinesturm sind wir genannt (T: H. Bodenstedt). SA-Lied (u. a. 
Hamburg, 14/V1/33, in der Stunde der Nation "Helgoland, das Bild einer 
Insel im deutschen Meer"). 

Tondokument - vom 14/VI1/33 - im DRA: 1820113-24. 

Ausführende: Mannschaftschor mit Sturmbannkapelle Altona der 
Marine-SA. 

24. Dezember 1933: 

"(...) diese beiden Urschriften sind Ihnen von Anfang an zugedacht 
gewesen. Erst kürzlich bekam ich sie (auf Umwegen) vom 
Deutschlandsender zurück. Nun sollen sie Ihnen auf den Weihnachtstisch 
flattern - als herzlichsten Gruß an Sie und Ihre Gattin und als Zeichen 
innerer Verbundenheit zwischen dem Dichter und dem Musiker. Wenn ich 
von Ihnen höre, daß ich den Ton traf, der Wort, Rhythmus und die 
geheimen Untergründe der Dichtungen in die klingende Sphäre tauchte, 
die Ihnen vorgeschwebt hat - dann ist's auch für mich eine Freude, wie ich 
sie Ihnen zu machen hoffe. (...)" (Erdlen, handschriftlich, an H. F. Blunck, 
24/X11/33. Quelle: Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek Kiel, NL 
Blunck). 

Es handelte sich um Manuskripte von vertonten Blunck-Gedichten. 


1934 
Schwur, für gemCh. 
In: 
Liederblätter des DSB 84 (1934). 
Zeit zu Zeit (T: Alfred Thieme). Chorwerk für Jugend-, Männer- und 
gemcCh, Sprecher und gr. Orch (1934). 
O Deutschland, Deutschland, Vaterland. Neue Vaterlandsgesänge für 
Männerchor, zus. mit A. Knab, E. Lendvai und W. Rein (1934) [HVA]. 


E 1521 





Vgl. O Deutschland, Deutschland, Vaterland. 

Der Teufel soll versinken, die Mannlichkeit soll blinken, das deutsche 
Reich bestehn, bis Erd und All vergehn (T: G. A. Salchow, 1813). Kanon zu 
4 Stimmen. 

Der Text ist identisch mit der 7. Strophe des "Morgenlieds der 
schwarzen Freischar", "Heraus, heraus die Klingen". 

In: 

Lobeda-Singebuch 2 (1933); O Deutschland, Deutschland, Vaterland 
(1934); Lobeda-Singeblatt 5 (1934), 36 (1937); Lieder der Werkschar 
(1935); Lieder des Volkes (61936); Schlesische J ugend singt (1936); 
Stimmt an! II (1939); Lied über Deutschland (?1941). 

Das neue Lied: Laßt uns durch die Lande schreiten, für ein neues 
Deutschland streiten (T: Hanns Keppler, in "Hamburger Nachrichten", 
15/V11/33). NS-Kampflied. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Laßt ein neues Reich uns bauen 
und den Führern anvertrauen; 
Brüder, sprecht den Eid! 

Alles Feige muß vergehen, 

wenn wir nur zusammenstehen 
treu in Freud und Leid". 

In: 

DSB, Singendes Volk 1 (1934); Wir singen (1934); Singendes Volk 22 
(1935). 

Zeilen: Iß dein Brot und lach dich aus (T: Hermann Stehr) (1934). 

In: 

Lobeda-Singebuch 2 (1933); Tausend Räder müssen sausend gehn 
(1934). 

Werk 20. Aufbruch. Sinfonischer Marsch (Bad Oeynhausen, *8/VIIl/34, 
beim Niederdt. Musikfest der NSKG, KurOrch, Dgt. W. Gößling). 

9. August 1934, Bericht: 

"(...) Der 4ljährige Komponist macht es sich nicht leicht in der 
Bewältigung seiner Gesichte, die ihn bedrängen und bestürmen. In dem 
zur Aufführung gelangten Werk zeigt er sich als ein Komponist, der um die 
Erfahrungen der Instrumentalistik weiß, der mit Fleiß neue Wege sucht 
und sie erfolgreich beschreitet, dem rhythmisches Empfinden und 
musikalische Begabung nicht abgehen. So konnte Hermann Erdlen mit 
seinem Werk einen schönen Erfolg heimführen und sich oft bedanken für 
den freundlichen Beifall, den ihm der Saal spendete" (Et.: Das 
Niederdeutsche Musikfest in 1934 in Bad Oeynhausen. "Bad Oeynhausener 
Anzeiger und Tageblatt" Nr. 184, 9/VII1/34). 

Saarkantate: Saarland, Saarland, deutsches Land (T: Alfred Thieme), 
für Sopran, Bariton, gemCh, Kinderchor und Volksgesang (1935; 
Hamburg, 8/X11/34, Konzert der NSDAP; UrS: RS Hamburg, *6/1/35 als 
"Stunde der Nation", Dgt. selbst) [Eu]. 

Der 6. Januar 1935 war zum "Tag der deutschen Saar" bestimmt 
worden. 

Tondokument im DRA, Nr. 35.5006. 


E 1522 





1935 
5. Januar 1935, Vorankündigung TI: 

"Hermann Erdlens Musik zu dieser Kantate ist die Tonsprache eines 
Musikers, der sich seinem Volk und seiner Zeit eng verbunden weiß. Seine 
Musik verliert niemals den Zusammenhang mit der eindringlich volkhaften 
Melodie des Saarliedes. Der Inhalt jeder Liedstrophe wurde zu einem 
Kantatensatz erweitert, dessen Gipfelung jedes Mal der gemeinsame 
Volksgesang ist. Der Ruf der Volksgemeinschaft wird hierin zum Erlebnis: 
>Deutsch ist die Saar! Reicht Euch die Hand, schlinget das Band<. 
Deutsche Erde und deutsches Volk an der Saar geben die Antwort: 
>Deutsch immerdar!<" (Hamburger Brief. "RRG-Presse-Mitteilungen" Nr. 
447 Blatt 6, 5/1/35). 

5. Januar 1935, Vorankündigung II: 

"(...) Das Saarlied von Hanns Maria Lux bildet den Kern des 
Werkes, das ein volkstümliches und erhebendes Bekenntnis zur deutschen 
Saar darstellt. Der Hamburger Arbeiterdichter Alfred Thieme schuf den 
Text zur Saar-Kantate in schlichten gebundenen Versen. Die Musik Erdiens 
verliert niemals den Zusammenhang mit der eindringlich volkhaften 
Melodie des Saarliedes. Der Inhalt jeder Liedstrophe wurde zu einem 
Kantatensatz erweitert, dessen Gipfelung jedes Mal der gemeinsame 
Volksgesang ist. In diesem Volksgesang stimmen alle Hörer 
im ganzen Deutschen Reich mit ein, so daß hierdurch erstmalig 
in einem größeren Chor- und Orchesterwerk >die singende Gemeinschaft 
des deutschen Volkes< zur Wirklichkeit geworden ist und die bisher Hörer 
und Ausführende trennende Rampe überbrückt wird dadurch, daß die 
Hörer mitwirkend in das Werk eingeschlossen werden. Mutter und Kinder, 
Schwestern und Brüder, Bergarbeiter und Werkleute finden sich immer 
wieder in dem Bekenntnis: >Deutsch ist die Saar<. Durch diese neue 
Form der Kantate bringt das ganze Deutschland dem deutschen Saarland 
singend seinen Gruß" (Die "Saar-Kantate" von Hermann Erdlen als 
Reichssendung. "Harburger Anzeiger" Nr. 80, 5/1/35). 

Besprechung: 

"(...) mit deren volkhafter Einstellung vom Komponisten versucht 
worden ist, das deutsche Erlebnis der Saar künstlerisch zu gestalten. 
Unter Benutzung des Saarliedes und Einbeziehung der Zuhörer als 
>Volksgesang< hat Erdlen ein mit einfachen und bewährten Mitteln 
arbeitendes Volksoratorium kleineren Ausmaßes geschaffen und so den 
neuerlichen Bestrebungen der >Chorgemeinschaft< einen Beitrag 
geliefert" (Werner Korte: Alte und neue Orchestermusik. "Die Musik" 
XXIX/8, Mai 1937. S. 566-567). 

Frohe Arbeit im freien Land: Leuchte, scheine, goldene Sonne (T: H. 
Lersch). Arbeiterlied für MCh mit Bläsern und Schlagwerk (1935; u. a. 
Nürnberg, *18/VI1/36, zum Fränk. Sängerfest, Ausführende: 
Nürnbergische Liedertafel) [KL]. 

Steh auf, steh auf und sei ein Mann, die Tore springen vor dir! (T: Hans 
Schwarz). Kanon zu 2 Stimmen. 

In: 

Lieder der Werkschar (1935); Lobeda-Singeblatt 9 (1935); Lieder des 


F 1523 





Volkes (61936). 
Macht der Arbeit: Wo die Arbeit zieht ins Haus, läuft die Armut zum 
Fenster hinaus (T: R. Reinick). 
In: 
Lieder der Werkschar (1935); Lobeda-Singeblatt 9 (1935); Lieder des 
Volkes (61936). 
Deutsche Zuversicht. Männerchor-Zyklus auf Texte von K. Bröger 
(Magdeburg, 1935, beim 1. Gausängerfest des DSB Sachsen-Anhalt) [Eu]. 
Die Sätze: 
1. Ewiges Land: Pflug zieht über deine Flächen weit. - 2. Mahnruf der 
Toten: Von deinen Toten bist du bewacht. - 3. Zuversicht: Nichts kann 
uns rauben. 
Das Lied von der Fahne: Wir singen das Lied von der Fahne. HJ - 
Fahnenlied. 2stimmig: H. Erdlen. 
In: 
Deutsche Feierklänge (1935). 
Musik zur Deutschen Morgenfeier der Hitlerjugend (T: Günther 
Benno Bobrik) im Hamburger Funkhaus (RS Hamburg, 10/VI1/35; 
Ausführende: HJ-Rundfunkspielschar Hamburg, SinfonieOrch des RS 
Hamburg, Dgt. R. Stapelberg). 
Das Werk macht schon 1935 deutlich, wie die Jugendverführer des 
NS Krieg und Opfer psychologisch vorbereiteten. 
Die Teile: 
1. Vorspiel für Orch - 2. Das Lied vom großen Marschieren: Ist die Straße 
auch lang. Chor. - 3. Rezitation: Deutschland (T: R. Stapelberg). - 4. 
Zwischenspiel für Orch. - 5. Was ist der Tod? Chor. - 6. Rede (T: Martin 
Jank). - 7. Wir Hüter der heiligen Flamme: Eine heilige Flamme loht durch 
die Nacht. Chor. - 8. Rezitation: Die Fahne (T: Hans Schwarz). - 9. Fahne: 
Die du voran uns schwebst. Chor. 
Tondokument im DRA: 73 U 3139/6. 
Das Lied vom großen Marschieren (T: G. B. Bobrik). Marschlied aus 
"Deutsche Morgenfeier der HJ" (1935). 
Tondokument - vom 10/VI1/35 - im DRA: 1820113-13. 
Was ist der Tod, wo unsre Fahne weht (T: G. B. Bobrik). Kampflied 
aus "Deutsche Morgenfeier der HJ" (1935). 
Tondokument - vom 10/V11/35 - im DRA: 1820113-14. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Was ist der Tod? 
Ich bin dazu bereit. 
Dem Herrn ein Opfer, 
dem er Stärke leiht 
und, Kameraden, 
unser Volk befreit! 
Was ist der Tod?" 
Wir Hüter der heiligen Flamme (T: G. B. Bobrik). Feuerlied aus 
"Deutsche Morgenrfeier der HJ" (1935). 
Tondokument - vom 10/V11/35 - im DRA: 1820113-15. 
Textprobe (4. Strophe mit Refrain): 


E 1524 





"Und so brennt, da sie Jugend ewig erneut, 
unsere Flamme als Mahnung kommender Zeit! 
Ja, die treibende Zukunft, die liegt uns im Blut, 
drum schüren wir unsere lodernde Glut. 
Wir Hüter der heiligen Flamme, 
wir Hüter der heiligen Flamme!" 
Fahne, die du voran uns schwebst (T: G. B. Bobrik). Fahnenlied aus 
"Deutsche Morgenrfeier der HJ" (1935). 
Tondokument - vom 10/V11/35 - im DRA: 1820113-16. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Führ uns der Zukunft zu! 
Du, die du ewig bist, 
denn wo die J ugend ist, 
da bist auch Du!" 
*2. August 1935: 

Erdlen leitet den Chor der SS-Standarte 28 im Gedenkkonzert zum 
Todestag Hindenburgs unter dem Motto "O Deutschland hoch in Ehren" 
(RS Hamburg, *2/VI11/35). 

Drei Stücke für Blasmusik: 1. Weckruf für 8 Fanfaren. - 2. Morgenruf. - 
3. Kleiner Marsch (RS Hamburg, *2/VIIl/35). 

Musik zu "Wir sind die Jugend, Träger der Verpflichtung, die treu bis in 
den Tod die Fahne hält", Feierstunde der Hitlerjugend (Musiktexte: G. B. 
Bobrik, Zwischentexte: Martin Jank, Hans Schwarz) (RS Hamburg, 
3/1X/35). 

Brüder in Zechen und Gruben. Kampflied der SA. 2-3stimmig: H. 
Erdlen. 

In: 

NSLB, Unser Lied 2 (21935). 

Deutsches Heldenrequiem: Vaterland, deine Söhne sind geschritten (T: 
Alfred Thieme), für Alt, gemCh und Orch (1937; RS Hamburg, 1935; 
Leipzig, 1940, Konzert des LGV, Dgt. Hans Heintze; Bochum, 11/1V/43) 
[K&S]. 

Besprechung: 

"Das Werk ist in zwei Fassungen, für Gemischten Chor und für 
Männerchor erschienen. Mit einer guten Viertelstunde Aufführungszeit 
eignet es sich für Gedenkfeiern, bei denen größere Stücke ja nicht am 
Platze sind. In seiner Haltung ist es stark Iyrisch, nur der kurze Mittelteil 
bringt eine dramatische Entwicklung. Den Beginn bildet ein Alt-Solo, 
dessen Hauptteil in der Fassung für Chor und Solo den Schluß bringt. 
Schon der Anfang über dem Orgelpunkt mit den schmerzvollen Rufen der 
Bläser ist ergreifend; inhaltsvoll ist die Hauptmelodie >Gib, o gib das Blut 
der Söhne<, den Mittelteil leitet dann ein kurzer Chorsatz mit 
litaneiartiger Führung über einem ruhigen Bogenmotiv des Orchesters ein. 
Leise verhallt der Schluß. Ich empfehle das sehr ernste, bedeutsame Werk 
der Beachtung der Chorleiter und der maßgebenden Stellen" (Paul Mies: 
Neue Noten. "DSBZ" XXX/42, 15/X/38. S. 578). 

Hänschen Schlau: "Es ist doch sonderbar bestellt", sprach Vetter Schlau 
zu Vetter Fritzen (T: Lessing). Kanon zu 2 Stimmen. 


ü 1525 





In: 

NSLB, Unser Lied 2 (21935). 

W. Altendorf: Wir ziehn auf stillen Wegen. Kampflied. 
Instrumentalsatz: H. Erdlen. 

In: 

NSLB, Unser Lied 2 (?1935). 


1936 
*30. Januar 1936: 

Erdlen leitet den Chor der SS-Standarte 28 in der Sendung "Lieder 
und Märsche der Bewegung und Wehrmacht"; weiter wirken mit: 
Soldatenchor und MK des IR 69, Dgt. OMM Knoch, ferner MZ der SA- 
Brigade 12, Dgt. Hermann Ohlendorf (RS Hamburg, *30/1/36). 

Von deutscher Art (T: G. Schüler). Kantate für MCh, Altsolo und Orch 
(1936; Hamburg, Mai 1935, beim Sängertag des DSB) [H&C]. 
Die Sätze: 

1. Auf in den Tag! Ans Werk die Hand! - 2. Sonnenentgegensingen, das ist 
des Singens Preis! - 3. Tut euch Freude an! Das Leben ist ein Fest. - 4. 
Laßt zukunftsgläubig alle Wimpel fliegen! 
Textprobe (1. Satz): 
"Das Weiteste zu wagen, 
mit Widrigem sich schlagen, 
im Unheil nicht verzagen, 
heißt Ja zum Leben sagen. 
Was von den Türmen schallt, 
was aus der Werkstatt hallt: 
Arbeit! 
Was von den Hämmern dröhnt, 
was aus den Schmieden tönt: 
Arbeit! 
Was von den Pflügen blinkt, 
was von den Feldern winkt: 
Arbeit! 
Was in den Stirnen pocht, 
was in den Hirnen kocht: 
Arbeit! 
Was uns den Willen weckt, 
was sich zu Fäusten reckt: 
Arbeit! 
Was uns erretten kann, 
was uns entketten kann: 
Arbeit! 
Vorwärts zu eins gerafft, 
daß sich ein Großes schafft: 
Arbeit! Arbeit! Vorwärts: Arbeit!" 
J uni 1936, Bericht: 

"Das Ganze wird am Ende durch den gemeinsamen Gesang des 

>Deutschland<-Liedes überhöht. Kann man das Formale nur loben, so 


E 1526 





enttäuscht das Musikalisch-Gehaltliche um so mehr. Der Komponist hat 
sich hier sein Ziel, >volkstümlich< zu sein, allzu billig und bieder 
gemacht. So bleibt es ein Stück Gelegenheits- und Auftragsmusik" (Heinz 
Fuhrmann in: "ZfM" CII1/6, Juni 1936. S. 733). 
Arbeit: Was von den Türmen schallt (T: G. Schüler). Ein hymnischer 
Festgesang aus der Kantate "Von deutscher Art", für MCh/ gemCh mit 
BlasOrch/ Klavier (1935) [H&C]. 
Nun jubiliert der Morgen, das Licht ist schon herfür (T: G. Schüler). 
Weckruf zum *30. Januar, für 2 gleiche oder gemischte Stimmen mit 
Bläsern ad libitum, auch MCh (u. a. Nürnberg, *18/V11/36, beim Fränk. 
Sängerfest, Ausführende: Nürnbergische Liedertafel) [T]. 
Textprobe (1. Strophe): 
a) 
All Finsternis und Sorgen 
fliehn rasch aus Tor und Tür. 
Die Arbeitsglocken regen 
die Hämmer frisch und rein, 
es strömt von allen Wegen 
das tätige Leben ein, 
das tätige Leben ein". 
In: 
DSB, Liederbuch für Männerchor (1938); Der junge Chor 1 (1940). 
Wir marschieren. Neue Volkslieder nach Gedichten von G. B. Bobrik, für 
Gesang mit Klavier (1936) [Collien & Schulze, Hamburg]. 
1. Fahne!: Die du voran uns schwebst. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Was sind Verbot und Tod? 
In deinem Flattern lag 
an manchem Schicksalstag 
höh'res Gebot!" 
2. Das Lied vom großen Marschieren: Ist die Straße auch lang. 
Textprobe (4. Strophe mit Refrain): 
"Ja, so zog unser Zug in den siegreichen Tag, 
an der Spitze der Trommeln aufjubelnder Schlag. 
Kameraden, verächtlich, wer Zeit da verliert: 
Hoch die Fahne, und weiter, nur weiter marschiert! 
Denn uns liegt ein großes Marschieren im Blut, 
das ist von den Vätern ererbtes Gut. 
Wir können's und wollen's nicht lassen!" 
3. Was ist der Tod? 
Textprobe (5. Strophe): 
"Was ist der Tod, wenn man ein Ziel verficht, 
wenn er Erfüllung bringt und Knechtschaft bricht 
und ihr die Fahne wieder hebt zum Licht? 
Eristnur Pflicht!" 


E 1527 





4. Wanderlied: Kameraden, Seit an Seite. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Schreite mit in unsern Reihen, 
wer den Geist in uns bekennt! 
Den soll die Gemeinschaft weihen, 
der die Fahne Führer nennt!" 


5. Wir Hüter der heiligen Flamme!: Eine heilige Flamme loht. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Und so brennt, da sich Jugend ewig erneut, 
unsre Flamme als Mahnung kommender Zeit, 
als Mahnung kommender Zeit. 
Ja, die treibende Zukunft, sie liegt uns im Blut, 
drum schüren wir rastlos lodernde Glut: 
Wir Hüter der heiligen Flamme. 
6. Ein Adler ist auf unserm Schild, der hebt die breiten Schwingen. 

Textprobe (5. Strophe): 

"Du stolzer Adler, hab' Geduld, 
bald bist du Siegeszeichen, 
ein Tag steigt auf, 

der wird die Schuld 
an dir und uns begleichen!" 

Es handelt sich um eine Kollektion von Titeln, die Erdlen zur 
Morgenfeier der HJ im Funkhaus Hamburg am 10 Juli 1935 komponiert 
hatte. 

Holla! Bier her! Wir haben einen Riesendurst! Kanon zu 2 bis 18 
Stimmen. 

In: 

Lobeda-Singeblatt 16 (1936). 


1937 

Kommt, singt und klingt. Zwei- und mehrstimmige Volkslieder. Zum 
Singen und Spielen für Marsch, Fahrt, Lager, Freizeit, Schule und Haus 
[Hl. 
1. Regiment sein Straßen zieht. - 2. Das Lieben bringt groß Freud. - 3. F. 
Silcher: Steh ich im Feld. - 4. Wohlan, die Zeit ist kommen. - 5. Wir sind 
des Geyers schwarze Haufen. - 6. (Handwerksburschen Abschied) Es, es, 
es und es. - 7. Klauer: Wer recht in Freuden wandern will. - 8. Kein 
schöner Land in dieser Zeit. - 9. Droben im Oberland. - 10. Ihr lustgen 
Hannoveraner. - 11. (Der Tod von Basel) Als ich ein J ungggeselle war. - 
12. Es leben die Soldaten. - 13. Wenn alle Brünnlein fließen. - 14. 
Rathgeber: Alleweil ein wenig lustig. - 15. Ade zur guten Nacht. - 16. Es 
dunkelt schon in der Heide. - 17. Der Winter ist vergangen. - 18. Spohr: 
Wie ein stolzer Adler. - 19. Ich habe Lust im weiten Feld. - 20. Der König 
von Sachsen hat es selber gesagt. - 21. Gleichwie die Möwe ruhlos hastet. 
- 22. O Straßburg, o Straßburg. - 23. Wohlauf in Gottes schöne Welt. 
26. Februar 1937, Nachricht: 

"Santos (Brasilien). Als 10. Feierabend-Darbietung der Ortsgruppe 


e 1528 





Santos der DAF. erklang unter begeistertem Beifall der deutschen Kolonie 
Hermann Erdlens >Saarkantate<, die im Frühjahr 1936 auch in Sao Paulo 
aufgeführt worden ist" ("AMZ" LXIV/9, 26/11/37. S. 128). 

An die deutsche Nation: Frisch auf, in Gottes Namen. Für MCh: H. 
Erdilen (1937) [H]. 

Bauernvolk: Mein stolzes Bauernvolk (T: G. Schüler), für gemCh/ MCh 
(1937) [H]. 

Wir: Wir wollen Berge und Hügel (T: W. Nowotny). MCh (1937) [H]. 
Ewiges Land (T: K. Bröger). MCh (u. a. RS Köln, *14/VI1/37, beim 
Festabend der Reichsausstellung "Schaffendes Volk" zum 50. Todestag von 
Alfred Krupp) [Eul. 

Nächtiges Werklied: Es stürmen durch Nächte Signale (T: Hans Herbert 
Reeder). MCh (1937) [Hl]. 

Musikleben im Lebensraum. Zentrale Organisation eines 
dezentralisierten Musiklebens ("Hamburger Tagblatt", *8/X1/37) 


1938 
Arbeit (T: G. Schüler). Ein hymnischer Festgesang für Männer- oder 
gemcCh mit BlasOrch/ Klavier zum 1. Mai (1938) [H&C]. 
Vier Kernsprüche (T: G. Schüler). MCh zum 1. Mai (1938) [H&C]. 
*20. April 1938, Geschenk: 

Reichsstatthalter Kaufmann, Hamburg, überreicht dem Führer zum 
Geburtstag "einen kostbaren Schrein", der die handschriftliche Partitur von 
Erdlens "Saarkantate" enthält, sowie das Werk selbst auf zehn 
Schallplatten in der Aufnahme der seinerzeit vom RS Hamburg 
ausgestrahlten Reichssendung (Quelle: "DSBZ" XXX/24, 11/V1/38. S. 
331). 

3. Juni 1938: 

In Nürnberg bietet der Esche-Chor die 50. Aufführung von Erdlens 
Kantate "Von deutscher Art". 

Festlicher Marsch (Nürnberg, *8/1X/38, zum RPT). 


1939 
*20. Mai 1939: 
Zu den Reichsmusiktagen 1939 in Düsseldorf bietet das Städt. Orch, 
Dgt. H. Balzer, Introduktion und Chaconne für Solovioline und Orch von 
Erdlen (UA). Solist: Siegfried Borries (Violine). 
Festmusik für den *RPT der NSDAP 1939. Unaufgeführt. 


1940 
Musik zur J ugendleite. Eine Schulentlassungsfeier von Gerhard 
Schubert, mit kl. Orch (1940) [AS]. 
Heißa, Kathreinerle. Volkslied. Für MCh. 
In: 
Liederheft zum Gausängerfest (1940). 


1941 
Grenzlandkantate: Volk will zu Volk (T: H. Gutberlet), für S, Bar, gemCh 


e 1529 





und Orch (1941). 


1944 
9. September 1944: 

Erdlen übersendet das Manuskript seiner 6 Eichendorff-Lieder an die 
Reichsstelle für Musikbearbeitungen, Moser (Quelle: BAR 55/ 20572. Blatt 
53). 

15. September 1944: 

Dr. Moser teilt mit, er werde diese Lieder für die nächste Tagung der 

Eichendorff-Gesellschaft vorschlagen (Quelle: BAR 55/ 20572. Blatt 52). 
Information: DML, FA, MM2, RML, LdCh, SML, MGGS. Das rororo- 
Musikhandbuch (1973) gibt fälschlich das Todesjahr 1955 an. 


Erdmann, Alfred 
Niederdorla/ Thüringen, 30. September 1889 - Wuppertal-Elberfeld, 31. 
Dezember 1938. 
Orchestermusiker, seit 1912 Waldhornist im Städt. Orchester Wuppertal, 
städt. Kammermusiker, Mitglied des Waldhornquartetts der Vereinigten 
städt. Orchester, Lehrer am Barmer Konservatorium. 


NSDAP seit 1/XI1/31, Nr. 846.462. 1934 und nur für ein halbes Jahr Leiter 
der Fachschaft I in der Reichsleitung der RMK in Berlin. 
Information: DML. 


Erdmann, Eduard 
Wenden/ Livland, 5. März 1896 - Hamburg, 21. Juni 1958. 
Sohn eines Rechtsanwalts; Schüler von H. Tiessen und C. Ansorge, Pianist 
und Klavierpädagoge, 1925-30/1X/35 in Köln Lehrer an der 
Musikhochschule, danach freischaffend in Langballingau in Schleswig. 
1950 Lehrer an der Musikhochschule Hamburg. 
Werke: Konzertstücke für Klavier; Sinfonien, so Op. 10, Op. 13 (1924), 
die Dritte (1951) und die Vierte (1954). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.424.050. RSHA, ohne Datum: Nachteilige 
Notierungen (in politischer Hinsicht) liegen nicht vor. 
9. August 1934, Vorwurf: 

"(...) dagegen spielten Sie jeden atonalen Dreck, der damals Mode 
war. Nun hat sich die deutsche Welt entschieden nach rechts gedreht, und 
Sie entdecken plötzlich Ihr Herz für mein Klavierkonzert. Sie können mir 
nicht verübeln, daß mir dies Bekenntnis einen anderen Eindruck macht, 
als Sie zu erwarten scheinen. Es steht Ihnen natürlich frei, das Werk, 
welches ja schon längst der musikalischen Welt durch Veröffentlichung 
angehört, zu spielen, aber von mir persönlich können Sie nicht mehr 
annehmen, daß ich mich menschlich für Ihr Verhältnis zu dieser Musik 
noch irgendwie interessiere. Ich gebe nichts auf künstlerische 
Bekenntnisse, die von >Situationen< abhängig sind" (Hans Pfitzner an 


E 1530 





Eduard Erdmann, 19/VI11/34. In: Begegnungen mit Eduard Erdmann. 
Gesammelt und hgb. von Christoph Bitter und Manfred Schlösser. 
Darmstadt, 1968. S. 292). 

8. November 1942: 

Zum Hausmusiktag spielt Erdmann in der Berliner Singakademie 
nach einer Rede des Präsidenten der RMK P. Raabe "bekannteste Werke 
der Klavierliteratur" von Bach, Mozart, Beethoven, Weber, Schubert, 
Schumann und Brahms. 

Information: DNML, DML, FA, MM2, KDMK, RML, SML, MGG. 


Erdmann, Paul 
Oberdorla/ Thüringen, 22. Juli 1898 - Essen, 28. August 1974. 
Orchestermusiker, Kontrabassist - Stand 1932 - im Städt. Orchester Köln, 
dann im Städt. Orchester Essen, auch Orchesterobmann und Städt. 
Kammermusiker; später in Naumburg/ Saale. 
Nach 1945 wieder in Essen, ab 1963 i. R. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.068.547. Blockleiter der NSDAP; Leiter der 
Fachschaft I der Kreismusikerschaft Essen (RMK). In Naumburg Mitglied 
des MZ der SA-Standarte M 138. 


Erdmann, Willy 
Berlin, 7. November 1906 - ohne Ort und Datum, März 1943 (nach 
Fronteinsatz vermißt). 
Komponist und Pianist in Rehbrücke und ab 1936 in Bergholz bei Potsdam, 
im Krieg zur Wehrmacht einberufen, letzte Meldung von der 2. Kompanie, 
Sicherungs-Btl. 264, 15/111/43. 
Werke: U-Musik, Lieder etc. 


NSDAP seit 1/X11/31, Nr. 834.807. 
Mehrere SA-Märsche. 

Information: FA. Die WASt (18/IX/01) hat weder Vermißten- noch 
Todesmeldung. 


Erfmann, Hanna (Johanna) 
Bochum, 25. September 1919 - Münster, 9. Juli 1990. 

Tochter eines Ingenieurs; Dr. phil. Münster 1942 (Formuntersuchungen an 
den Bagatellen Beethovens). Musikpädagogin und Musikologin in Münster 
und 1938 in Mecklenbeck/ Westfalen, Studium an der Westfäl. Schule für 
Musik Münster bis zur Privatmusiklehrerprüfung 1940, dann Dienstzeit im 
RAD, danach Studium der MW - Schülerin von W. Korte - und der neuen 
Sprachen an der Universität Münster. Sie setzte sich im Spätherbst 1943 
wegen der alliierten Luftangriffe auf Berlin nach Münster in ihr Elternhaus 
ab und kündigte im april 1944 ihre Position beim Amt Rosenberg. 

Nach 1945 weiterhin in Münster, nun bis zuletzt Musiklehrerin. 


E 15831 





NSDAP seit 1/1X/37, Nr. 4.480.115, auf Antrag vom 16/X/37. Bis 1944 
Wissenschaftl. Mitarbeiterin des Sonderstabes Musik beim ERR, u. a. im 
besetzten Paris stationiert. 

23. Mai 1943: 

Hanna Erfmann unterschreibt die Transportliste für einen Waggon 
Raubgut an Adresse Hohe Schule der NSDAP Leipzig, Gustav-Adolf-Straße. 
Die Liste gibt elf Möbelstücke und 92 Kisten Schallplatten, Grammophone 
und Musikinstrumente an. 

11. Juni 1943: 

Hanna Erfmann unterschreibt die Transportliste für zwei Waggons 
Raubgut nach Leipzig mit Möbeln aus dem Lager Aubervilliers, neun Kisten 
Harfen mit den Nummern 114-122 und 25 Kisten Instrumente und 
Schallplatten mit den Nummern 151-176. 

16. Juni 1943: 

Hanna Erfmann unterschreibt die Transportliste für drei Waggons 
Raubgut nach Leipzig mit Möbeln aus den Lagern Clignancourt, 
Aubervilliers und Fresnel, darunter ein komplettes Eßzimmer und ein 
Wohnzimmer, sowie Musikinstrumente und 30 Kisten Bücher und Noten 
(Quelle durchweg: BA NS 30/ 64). 

Die Kiste mit der höchsten Nummer hat die Signatur P 952 MM. Da 
es sich um laufende Nummern handelte, ist abschätzbar, welche Menge 
an musikalischem Raubgut ins Reich ging. 

Information: Das Stadtarchiv Münster (8/VI/98) teilte mit, daß es 
keine Daten zu Dr. Erfmann besitze; das Bürgeramt Münster (15/VI/98) 
fand nichts im Melderegister, stellte aber für diese und 10 weitere 
Auskünfte 275 DM in Rechnung. Auf Intervention der Oberbürgermeisterin 
kam die Information gebührenfrei. 


Erfreue dich, Himmel, erfreue dich, Erden. Weihnachtslied, aus 
dem Straßburger Gesangbuch, 1697. 
In: 
DSB, Singendes Volk 7 (1934); NSLB, Unser Lied 2 (?1935); Lieder für 
Werk-Frauengruppen 3 (1936); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst 
(1937); Das Kindelwiegen (1943; T: G. Blumensaat). 


Erfreut euch. Kanon eines ungenannten Meisters des 18. Jh. 
In: 
DSB, Singendes Volk 18 (1936); Singkamerad (81937). 


Erfurth, Arno 
Berlin, 31. Januar 1908 - Stuttgart, 15. Mai 1975. 
Pianist und Musikpädagoge in Berlin-Friedenau, 1935-42 a. o. Lehrer für 
Klavier an der Musikhochschule und freischaffender Konzertpianist, ab 
1/V/42 in Stuttgart planmäßiger Hauptlehrer der Musikhochschule, 1943 
Professor. 


E 1532 





1967-1973 Direktor der Musikhochschule Stuttgart, dann i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. NS-Dozentenbund (im NSLB). 
Information: KDMK (ohne Geburtsdatum). 


Erhabner Fürst der Ewigkeit. Geistliches Lied. 
In: 
NSLB, Unser Lied 2 (21935). 


Erhalt uns, Herr, bei Deinem Wort und steure Deiner Feinde 
Mord. Protestant. Bittlied, 0nA. 
In: 
Christliche Kampflieder der Deutschen (1933). 


Erhart, H. 


Thüringer Knappen. Marsch für Harmoniemusik (1939) [Ho]. 


Erhebet euch, ihr Knechte, das Feld zu pflügen (T: spanisch, 
deutsch von Alwin Krumscheid). Volkslied aus Salamanca, Kastilien. Aus: 
Rafaelo Benedito, "Pueblo". 

In: 
Deutsche Musik A, B (1941). 


Erhebt euch aus den Betten, ihr Schläfer, aus der Ruh! Weckruf, 
"Auch auf Trompeten zu blasen". Morgenlied, onA. 

Es handelt sich um ein Signal, das die ersten vier Takte des Liedes 
"Frisch auf zum fröhlichen Jagen" benutzt. 
In: 
Lieder für Schulfeiern 14/15 (1936). 


Erhebt euch von der Erde, ihr Schläfer, aus der Ruh! (T: Max von 
Schenkendorf, 1813). Soldaten-Morgenlied, zu einer Melodie von H. 
Schütz (1628). Titel: Morgenruf. 

Textprobe (1. Strophe): 

la5) 

Schon wiehern uns die Pferde 
den guten Morgen zu. 

Die lieben Waffen glänzen 

so hell im Morgenrot; 

man träumt von Siegeskränzen, 
man denkt auch an den Tod". 


E 1533 





In: 
Kämpfende Mannschaft (1934); Glück ab, Kameraden! (1935). 


Erhebt euch von der Erde, ihr Schläfer, aus der Ruh! (T: Max von 
Schenkendorf, 1813). Vaterländisches Lied, zur Melodie "Frisch auf zum 
fröhlichen Jagen". Titel: Reiters Morgenlied. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Du reicher Gott, in Gnaden 

schau her vom blauen Zelt! 

Du selbst hast uns geladen 

in dieses Waffenfeld. 

Laß uns vor dir bestehen, 

und gib uns heute Sieg! 

Die Christenbanner wehen, 

dein ist, o Herr, der Sieg". 
In: 
Lager-Lieder (1933); Deutsche Wehr- und Soldatenlieder (1933); Stimmt 
an! (1934; "Soldatenmorgenlied"); Schutz- und Trutz-Lieder-Buch (1934; 
"Nach einem französischen Jagdlied"); Soldatenlieder (1934); Wohlauf 
Kameraden (1934); Singkamerad (31935, 81937); Soldaten singen (1936; 
"Jagdweise"); Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940; "Volksweise, 
um 1724", Variante: "Dein ist, o Herr, der Krieg"); Liederheft zum 
Gausängerfest (1940); Lied über Deutschland 3 (1940); Singende 
Mannschaft (1940). 


Erich 


75er Marsch (= SA-Standarte 75 Bremen) (Norag, 11/VI11/33, aus 
Bremen, Kapelle Fredo Niemann). 


Erichsen, Hermann 


10. September 1940, Vorbericht: 

"(...) Hermann Erichsens 1940 entstandenes >Deutschland< ist 
hymnischer Ausklang der Männerchöre. Das in dreiteiliger Form 
geschriebene Werk schafft in den hastig bewegten Ecksätzen eine in 
Technik und Haltung neuartige Ausdrucksweise der Chorkomposition. Der 
Iyrische Mittelsatz bedient sich des gleichen thematischen Materials wie 
die bewegten Teile: die Koda steigert sich bis zur Achtstimmigkeit im 
letzten Deutschland und gibt dem inbezug auf Intonation und Dynamik 
nicht leicht aufzuführenden Chor einen pompösen Abschluß. (...)" (Ein 
großes Chorkonzert in Magdeburg. "Magdeburgische Zeitung" Nr. 462, 10/ 
IX/40). 

Deutschland. Chorhymnus (UA: Magdeburg, 13/1X/40, Gauchor und 
Städt. Chor, Dgt. Erich Böhlke). 


E 1534 





Information: Laut Stadtarchiv Magdeburg (28/I/98) sind keine 
Meldeunterlagen aus der Zeit vor 1953 mehr erhalten. 


Er ist da in seiner Gloria. Kanon. 
In: 
Lobeda-Singebuch 1 (1936); Lieder der Arbeitsmaiden (1938). 


Erk, Friedrich 
1809 -1878 


Frei und unerschütterlich wachsen unsre Eichen (T: H. v. 
Fallersleben). Nationales Lied. 

In: 

Wir wollen singen (1933). 


Erk, Ludwig 
1807 - 1883 


O Sonnenkind, wir grüßen dich (T: nach Franz Graf Pocci, 1807-1876). 
Melodie nach L. Ch. Erk. 

In: 

Die Weihenacht ist kommen (1937). 


Erl, Hans Tobias 
Wien, 8. Oktover 1882 - KZ Majdanek, nach NS-Aktion verschollen. 
Sänger (Baß) in Frankfurt a. M., hier Mitglied des Opernensembles bis 
1933. Im Mai 1942 zwecks "Endlösung der Judenfrage" nach Majdanek 
deportiert. 


Erlebach, Philipp Heinrich 
1657 - 1714 


Musik zu Shakespeares Sommernachtraum, unter Mißbrauch von 
Werken Erlebachs eingerichtet von Hilde Pfeiffer-Dürkop (Braunschweig, 
16/V11/44). 


Ernest, Gustav 
Marienwerder bei Berlin, 5. Juli 1858 - Amsterdam, 28. November 
1941. 
Schüler von Th. Kullak und X. Scharwenka, Musikschriftsteller, 
Musikpädagoge und Komponist in Berlin-Charlottenburg, hier zuletzt 


E 1538 





Dozent für Musikgeschichte an der Humboldt-Akademie. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel ("früher Seligsohn") als Jude 
denunziert. 

Nach 1933 nach Holland emigriert, fiel er dort 1940 unter NS- 
Besatzung. 


Beethoven, der Revolutionär ("Die Musik" XXVI/5, Februar 1934). 
Zitat: 

"(...) Unserer eigenen Zeit aber erscheint er wie ein Leuchtturm, der 
dem von wirren Stürmen umhergeschleuderten Schifflein der Musik immer 
wieder den Weg weist. Uns aber mehr als allen Früheren war es 
beschieden, den Menschen Beethoven in seiner ganzen geistigen und 
seelischen Größe zu erfassen. So klammerten wir uns in den Jahren 
schwerster nationaler Bedrängnis an ihn, der in höchsten Nöten doch 
seinen Glauben an die Menschheit und ihre Bestimmung nicht verlor, und 
so schöpfen wir aus ihm die Gewißheit, daß auch uns ein neuer Frühling 
beschieden ist" (S. 355). 

Der mehrdeutige Text konnte sowohl auf die Situation des 
Deutschen Reiches nach 1918 bezogen werden als auch auf die der Juden 
seit 1933. 

Information: DML, FA, MM2 ("j."), RML, LdCh ("Ging vor dem zweiten 
Weltkrieg nach Holland"), MGG (Artikel von Willi Kahl, der - wie RML - die 
Emigration überhaupt verschweigt). 


Erneuter Schwur = Wilhelmus-Lied 
Ernst, Bodo siehe: Faßt euch zum Tanze 
Ernst, Günther (Pseudonym) = Leopold von Schenkendorf 
Ernst, Hans 


Bearbeiter und Komponist. 
Werke: u. a. Sätze für Volks-und Wanderlieder; Musik zu "Purliput und 
Pimpanell", Waldmärchen von Adolf Holst (1937). 


Heisa, Kathreinele! Ein Strauß lustiger Tanzlieder für Jungvolk, 
Hitlerjugend, Bund Deutscher Mädel. Singstimme mit Blockflöten, Geige 
und Laute gesetzt (1934) [AS]. 

Kameradengruß: Bei den Soldaten drunten ist auch mein Freund dabei 
(T: Kurt Weidmann, 1914). Melodie nach Hans Ernst, 1914, bearb. von G. 
Pallmann. 

In: 

Neue Kriegslieder (1940; "Zwischen Angerburg und Possersen liegt ein mit 


E 1536 





Moos und Rosen geschmücktes Soldatengrab. Auf dem Deckel einer 
Zigarrenkiste, dessen Ränder beschnitzt waren, fand man dort den Text 
dieses Liedes"); Alte und neue Soldatenlieder (1940). 

Information: Bisher gelang es nicht, den Wirkungsort des 
Komponisten zu ermitteln. 


Ernst geb. Esselsgroth, Mary von 
Saarburg, 25. Januar 1883 - Herrenalb-Gaistal, 7. August 1949. 
Badische Kammersängerin, Koloratursopran, ab 1913 am Hoftheater 
Karlsruhe, später - Stand 1933/34 - nur noch mit Gastspielvertrag am 
nunmehrigen Bad. Staatstheater in Karlsruhe. 


NSDAP seit 1/X11/31, Nr. 837.754. 
Mary von Ernst bot Konzertauftritte in Veranstaltungen der NSDAP schon 
in der "Kampfzeit" vor 1933. 

Information: DML. Das städt. Archiv Karlsruhe (1987) besitzt keine 
biographischen Angaben zu Mary von Ernst. 


Ernst, Robert 
München, 9. Juni 1900 - Wien-Penzing, 31. Dezember 1977. 
Musikpädagoge und "Tondichter" in Wien; Privatmusiklehrer, 1939-41 
Inspekteur der Kindersingschule an der Städt. Musikschule Wien. 
1951-54 Vertreter in Baden bei Wien, dann wieder in Wien. 
Werke: u. a. Lieder, so nach J. Weinheber ("Das Kalendarium", 1941, mit 
Orch), Mörike und H. Stuppäck; Männerchöre, so nach Eichendorff. 


NSDAP seit 9/VI1/31, Nr. 512.142. SA seit Februar 1932, SS ab März 
1935, Standarte 89 Mödling. Gründer und Leiter des "Braunhemd- 
Musikrings" und 1932-33 Leiter des "Braunhemdenchors"; 1936 
Musikreferent in der Landesleitung der illegalen - in Österreich verbotenen 
- NSDAP; 1937-38 Vertreter des Landeskulturleiters der NSDAP, H. 
Stuppäck. Wegen solcher Aktivitäten kam er viermal in 
Untersuchungshaft; nach dem "Anschluß" verlangte er - vergeblich - 
zunächst den Intendantenposten von Radio Wien, wurde aber 1938 
Beauftragter des RMVP für die Errichtung der RMK im ehemaligen 
Österreich und 1941-45 Leiter der Abt. Musik im Landeskulturamt der 
NSDAP (RPA) Gau Wien. 

Er diente der Abwehrstelle als Vertrauensmann für Informationen 
über seinen Arbeitsbereich. 

*18. und *19. April 1933: 

R. Ernst leitet beim Festkonzert zu Hitlers Geburtstag im Großen 
Konzerthaussaal in Wien den Dt. MGV und Braunhemdchor mit dem 
"Niederländischen Dankgebet" von E. Kremser vor der Festrede von 
Gauleiter A. Frauenfeld. 

Musik zu einer ernsten Feier. Für Streicher, Bläserchor und Orgel 
(1938). 


E 1537 





Sinfonischer Marsch für gr. Orch (RS Wien, *21/V/38, 25/X/38, NS- 
TonkünstlerOrch Wien, Dgt. J. F. Gröger). 
Besprechung: 

"(...) ein farbenfroh instrumentiertes, in energischen Rhythmen 
einherschreitendes, wirkungsvolles Orchesterstück, das mit reichlichem 
Beifall bedacht wurde" (Friedrich Bayer: Nationalsozialistisches 
Tonkünstler-Orchester. "VB" Nr. 32, Wien, 16/1V/38). 

Die Trommel (T: J. Weinheber). Lied für Bariton und Klavier (RS Wien, 
22/V11/38). 

Die Berge stehen hoch: Du mein gekreuzigtes Volk (T: H. Johst). MCh 
(1938) [LL]. 

3. November 1941: 

Das 2. Orchester-Stammkonzert des Mecklenburgischen 
Staatstheaters, Dgt. H. Gahlenbeck, bietet - als "Orchester-Uraufführung" 
- "Das Kalendarium" nach einer Dichtung von Josef Weinheber von R. 
Ernst; Solist: Walther Ludwig. 

12. Februar 1942: 

Das Dt. Institut im besetzten Paris veranstaltet im Chopinsaal der 
Maison Pleyel ein Konzert, in dem auch R. Ernst zu Gehör kam. 

26. Oktober 1942: 

Das 2. Sinfoniekonzert des Dt. Nationaltheaters Osnabrück, Dot. 
Willy Krauß, bietet - erstmals - das "Kalendarium" mit Klavier von R. 
Ernst; Solist: W. Ludwig. 

Information: KDMK, LdCh (Geburtsdatum: 9/VII/00). Hier ist die 
Angabe des Kulturamts der Stadtgemeinde Baden (19/V/83) 
übernommen. 


Ernte des Jahres (Anthologie) siehe: Siegfried Schlövogt 
Ernte 1939 = Komm, Bäurin, weine nicht so sehr! 
Erntekranzlied = Die Felder, die sind alle leer 
Erntelied = Das Feld ist weiß 
Erntelied = Allvater hat mit milder Hand 
Erntelied. 


In: Singendes Volk 18 (1934). 


Erntetanz = Räumt aus die Schemel und die Stühle 


E 1538 





Erpf, Hermann 
Pforzheim, 23. April 1891 - Stuttgart, 17. Oktober 1969. 

Schüler von H. Riemann; Dr. phil. Leipzig 1914 (Der Begriff der 
musikalischen Form), Musikpädagoge, zunächst ab 1927 Direktor der 
Musikabteilung der Folkwang-Schule Essen, 1935-43 Folkwang-Direktor; 
1943-45 Direktor der Musikhochschule Stuttgart. 

Nach 1945 hier 1952-56 in gleicher Funktion, dann i. R. 
Werke: u. a. Betrachtungen und Studien über zeitgenöss. Musik; 
Klavierstücke; Festliche Fantasie nach Samuel Scheidt für Orch; "Lieder 
der Treue" für MCh und Bläser; zwei Streichquartette; Capriccio für Violine 
solo und HandharmonikaOrch (Trossingen, 1944). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.914.988. 


1933 
Deutsche Leute: Gestern mächtig, elend heute (T: H. Burte). MCh 
(1933). 
Am Anfang war das Werk (T: H. Burte). Kanon. 
In: 


Lobeda-Singebuch 2 (1933). 

Mensch, alles was du willst (T: A. Silesius). Kanon. 
In: 

Lobeda-Singebuch 2 (1933). 


1934 
Himmlische Ernte: Taktet von weitem ein Sensendengeln (T: H. Burte). 
Festl. Hymne für gemCh, Blechbläser und Pauken (1936; Essen, 1934) 
[LT]. 


1935 
25. Mai 1935: 

Als Direktor der Folkwangschule wendet sich Erpf an Franz Ludwig 
und bittet um - negative - Auskünfte über Dr. Rudolf Huesgen, da dieser 
für ein einflußreiches Amt in Berlin in Aussicht genommen war. Ludwig 
denunziert Huesgen postwendend als geldgierigen, schlecht beleumdeten 
Nichtskönner und Judenfreund. 


1936 

Die Toten des Sieges den Toten des Krieges. Für Schulchor und 
SchulOrch (1936). 
Kantate der drei Stände für Chor und Orch (1937; Augsburg, 
*3/V11/36, beim Fest der dt. Chormusik) [T]. 

Die Sätze: 
1. Lied der Arbeiter: Ungezählte Hände sind bereit (T: K. Bröger), für MCh, 
Trompete (Posaune, Baßtuba ad lib.), Pauken und Trommeln. - 2. Lied der 
Soldaten: Wird euch dieser Becher dargeboten (T: H. Burte). MCh mit 
Orch. - 3. Lied der Siedler: Bleiben, Gehen, Gehen, Bleiben (T: Goethe), 
für gemCh und Orch. 


E 1532 





1938 
Festmusik über das Lied "Der Gott, der Eisen wachsen ließ" (1938). 
Musik über das Lied "Der grimmig Tod" für Stimmen und Instrumente 
(RS Köln, *13/111/38). 
Das Werk trug im Sendeprogramm den Obertitel "Heldenlos". 
2. Juni 1938: 

"(...) Gestern sprach der Leiter der Folkwangschulen Essen Dr. Erpf 
bei mir vor und teilte mir mit, dass er in der Ausstellung >Entartete 
Musik< aufgeführt sei. Da Dr. Erpf als Leiter der Folkwangschulen Essen in 
einer sehr exponierten Stellung steht, ist es für ihn und vor allem auch für 
die Schule von grossem Schaden, wenn seine Aufnahme in die 
Ausstellung zu Recht besteht. 

Ich bitte deshalb um eine Entscheidung, ob das Buch, das Dr. Erpf 
im Jahre 1928 herausgegeben hat und seine Kompositionen als entartete 
Musik zu bezeichnen sind. (...)" (RPA Essen an Dr. Goebbels, 2/V1/38. 
Quelle: BAR 55/ 20592. Blatt 65). 

20. Juni 1938: 

"(...) teile ich mit, daß die Ausstellung >Entartete Musik< 
inzwischen geschlossen ist. Das Buch von Dr. Erpf über >Studien zur 
Klangtechnik der neueren Musik" ist heute nicht mehr tragbar, da es 
Stellen enthält, die sich mit Komponisten eingehend beschäftigen, deren 
Werke als entartet zu bezeichnen sind. 

Gegen die Kompositionen von Erpf ist der Vorwurf der Entartung 
nicht erhoben worden. (...)" (RMVP, Abt. M, an RPA Essen, 20/V1/38. 
Quelle: BA R 55/ 20592. Blatt 65 RS). 


1941 
April 1941: 

"Hermann Erpf (...) Am eingängigsten sind solche Werke wie die 
Volksliedkantate über >Der grimmig Tod<, die Volksliedspielmusiken, die 
sehr glücklich ausgeformte >Kantate der drei Stände< und die 
wirkungsvolle Festmusik über das Lied >Der Gott, der Eisen wachsen 
ließ< (...)" ("Die Musik" XXXI11/7, April 1941. S. 248). 


1942 
29. November 1942: 
Das 4. Hauptkonzert der Stadt Mülheim (Ruhr), Dgt. H. Meißner, 
bietet - erstmals - die Musik für StreichOrch von Erpf. 


1943 
3. und 4. Mai 1943: 
Ein Chorkonzert der Stadt Essen, Dgt. A. Bittner, bietet - erstmals - 
die Kantate "Sternenreigen" von Erpf. 


1944 
Mensch, alles was du willst, ist schon zuvor in dir (T: A. Silesius). 
Kanon zu 2 Stimmen. Titel: Mensch, werde wesentlich! [HVA]. 


E 1540 





In: 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 57 (1944). 


Erinnerung, zurechtgebogen, 1963: 

"(...) Auf der Ausstellung >Entartete Musik<, Düsseldorf 1937 (?), 
befand sich ein besonderer Glaskasten mit drei Büchern, säuberlich 
chronologisch angeordnet: 

Schoenberg: >Harmonielehre< 1911 

Erpf: >Studien zur Harmonie-und Klangtechnik der neueren Musik< 
1927 

Hindemith: >Unterweisung im Tonsatz< 1937. 

Da die ganze Ausstellung von der NS-Presse ausführlich unter 
Nennung aller Namen besprochen wurde, war ich von diesem Zeitpunkt ab 
als Komponist abgemeldet. In meiner Stellung als damaliger Direktor der 
Folkwangschulen Essen konnte ich mich nur halten, weil der 
Oberbürgermeister Dr. Reismann-Grone, sich nicht dreinreden ließ" (Erpf 
an Fred K. Prieberg, 14/1X/63). 

Pg. Erpf wurde auch nach der Ausstellung von 1938 ungehindert 
aufgeführt, da der zuständige Minister Dr. Goebbels die Motive der 
Ausstellungsgestalter durchschaute und die Presse bremste; im übrigen 
ging es nur um das Buch, nicht um Musik. 

Information: DNML, DML, FA, MM2, KDMK (Nur die Kantate steht im 
Werkverzeichnis), RML, LdCh, SML, MGG. 


Erschienen ist der herrlich Tag siehe: Nikolaus Herman 


Erste Liebe, die war schön. Volkslied aus Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Erste Liebe war die beste. Volkslied aus Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Erster Artilleriemarsch = AM Ill, 90, onA (18. Jh, aufgenommen 
1898). 
In: 
HM 1 (1933). 

Erster Erntewagen = Kommt, preist des Schöpfers 


I. (Erstes) Bataillon Garde = Marsch des I. Gardebataillons 


E 1541 





Ertl, Dominik 
1857 - 1911 


Hoch- und Deutschmeister-Marsch (u. a. RS Saarbrücken, 3/111/38, 
Werkkonzert des Gr. RundfunkOrchs in der Brauerei Gebrüder Becker, St. 
Ingbert, Dgt. Albert Jung). 


Ertl, Leo 
Wien, 28. September 1910 - Salzburg (A), 30. Januar 1987. 

Schüler von Franz Schmidt und B. Paumgartner, zunächst Kapellmeister 
des österr. Bundesheeres, auch Komponist, ab 1937 in Linz, hier auch 
Theorielehrer am Bruckner-Konservatorium, zum 1/V11/38 von der 
Wehrmacht übernommen und MM zunächst beim IR 133, ab 3/X1/38 in 
Herford beim IR 58, dann OMM und zum 1/111/41 StMM. 1939 im 
Kriegseinsatz, dann in sowj. Kriegsgefangenschaft bis 1947. 

1947 Musikpädagoge, Leiter der Zweigschulen des Mozarteums in 
Zell am See, Saalfelden und Mittersill. 1954-75 Landeskapellmeister 
Salzburg; ab 1956 wieder im Militärmusikdienst. 1959 auch 
Bundeskapellmeister des Österr. Blasmusikverbandes, 1967-83 Direktor 
der Salzburger Volksmusikschulen, 1967 Professor. 1972 Musikreferent im 
österr. Bundesministerium für Landesverteidigung in Wien, 1973 Oberst, 
seit 1975 i. R. 
Werke: u.a. Alt-Salzburger Fackeltanz; General-Paumgartten-Marsch. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Rainer-Fanfare. 
Jung-Rainer-Marsch. 
Die Titel feiern das k. u. k. Regiment der "Rainer", doch fühlte sich 
auch der Gauleiter von Salzburg, Friedrich Rainer, geehrt. 
Information: LÖUM, LdBl. 


Erwache, deutsches Vaterland (T: P. Lünk = Pidder Lyng). NS- 
Kampflied, onA. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Es braust ein Frühlingssturm 
durchs Land, 
gewaltig wetterschwer 
und eint ein Volk der Stirn und Hand, 
von Bergen bis zum Meer. 
Der Führer ruft, wie Donner grollt, 
ruft seine Schar zugleich: 
Erwache! alt' Germanenvolk 
zum dritten deutschen Reich!" 
In: 
S.A. Liederbuch (1933). 


E 1542 





Erwin 


Das Militär ist wieder da! Marsch (?) (Orag, 10/111/33, von 
Schallplatte). 


Erzgraeber, Walter 

Stettin, 12. Juni 1903 - Martinsdorf bei Zistersdorf, Niederdonau, 
östlich Wien, 12. April 1945 (im Fronteinsatz gefallen). 
Musikpädagoge, kam aus dem Wandervogel; 1928 Studienassessor in 
Breslau, hier Leiter des Singkreises Bund Dt. Osten und Musikdozent an 
der Volkshochschule, dann zeitweise in Bad Salzbrunn und Waldenburg, 
bis 1940 in Weißstein/ Schlesien, ab 1940 in Bielitz Leiter der Städt. 
Musikschule für Jugend und Volk, 1943 in Tarnowitz. Auch Rundfunkautor. 
Ende 1943 in Neisse, zur Wehrmacht einberufen und in einer 
Panzerabwehrkompanie, zuletzt 7. Kompanie, Grenadier-Rgt 146. 


NSDAP seit 1/11/40, Nr. 7.333.857, auf Antrag vom 8/V11/37. NSLB ab 
1/VI1l/36. Stand 1934: Leiter der SA-Spielschar Edmund Heines, danach 
des Chors der SA-Standarte 11. Kreissingeleiter, 1943 Leiter des Kraft 
durch Freude-Singkreises Bielitz. 

Liederblätter der schlesischen Jugend, hgb. von Walter Erzgraeber (1 
und 2, 1934; 3-7, 1935; 8-11, 1936). Ab Nr. 8 fortgeführt als 
"Schlesisches Liederblatt", hgb. vom Bund Deutscher Osten, 
Landesgruppe Schlesien; 1937 zeichnete Kurt Benkel als Herausgeber [Li]. 
1. Es leben die Soldaten. - 2. Schlesische Weihnacht . - 3. Der 
Landsknecht. - 4. Fröhliches Handwerk. - 5. Unter der Fahne, darin 
"Opfergang" (T: B. von Schirach) und "Marsch" (T: M. Barthel) von Martin 
Labsch im Satz von Erzgraeber. - 6. Fröhliche Weihnacht. - 7. Frohe 
Botschaft. - Nr. 8-10. - 11. Froher Morgen. Lieder von Werner Gneist. 

27. März 1938: 

Erzgräber leitet den Chor der SA-Standarte 11 Breslau zur 
Funkaufnahme von W. Altendorfs Kampflied "Rollt nun die blutigroten 
Fahnen auf". 

Tondokument im DRA: 1870669-09. 

Tritt heran, Arbeitsmann (T: H. Lersch). RAD-Lied. 
In: 
Singend wollen wir marschieren (2-61939). 
Ich hab ein schöns Häuschen. Schwäbisches Volkslied. Für Blockflöte 
und Violine: W. Erzgräber. 
In: 
Kinderliedersingen 1 (1939). 
Vgl. Voggenreiter. 
Information: "Die deutsche Jugendmusikbewegung in Dokumenten 
ihrer Zeit von den Anfängen bis 1933" (Wolfenbüttel, 1980), S. 1009, gibt 
den Geburtsort Berlin. 


E 1543 





Es blaset ein Jäger auf seinem Waldhorn, und alles, was er 
blaset, das geht ihm verlorn. Von der Iglauer Sprachinsel. In: A. Göth, 
"Iglauer Liederblatt". 

Vgl. Es blies ein Jäger. 
In: 
Ihr Deutschen, wollt ihr wachen! (1938). 


Es bläst der Trompeter. Soldatenlied beim Train. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Es blies ein Jäger wohl in sein Horn (T: aus der alten Ballade 
vom Nachtjäger umgebildet). Jägerlied aus Schlesien, 18. Jh, zuerst bei: 
F. Nicolai, "Eyn feyner kleyner Almanach" (Berlin, 1777), dann auch bei: 
Hoffmann-Richter, "Schlesische Volkslieder" (1842), ferner in: "Der 
Zupfgeigenhansl" (111915). 

Vgl. Es blaset ein Jäger. 

In: 

Das Soldatenlied (1932); Blut und Ehre (1933); Lager-Lieder (1933; 
Variante: "Es blus"); Singendes Volk 4 (1933; "Jägermarsch"); Unsere 
Lieder (°1933); Wir wollen singen (1933); Uns geht die Sonne nicht unter 
(1934, Textausgabe 1941); Liederbuch des Turner-Musikant (1934); 

J ungvolk-Lieder (21934); Liederbuch des BDM (1934; Variante: s. 0.); 
Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934; "Volksweise vor 1856"); Die weiße 
Trommel (21935); Deutsche Volkslieder 2 (1935); Der Ring (1935; mit 
zwei Melodievarianten); Singkamerad (31935, 81937); NSLB, Unser Lied 2 
(21935); Werkleute singen (1936); Niederdeutschland (1936; Vermerk: 
"stark zersungen"); Lied über Deutschland (1937, >1941); Das Lied im 
Deutschen Arbeitsdienst (1937); Volksliedsingen im Schulfunk 6 (17. Juni 
1937); Unser das Land (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938; 
Variante s. 0.); Die Fahrt (1937); RJF, Unsere Lieder-Weimar (1938; nur 
T);Marschierende Jugend (21938); Unsere Lieder (71938); Das neue 
Soldaten-Liederbuch 2 (1939); Lied über Deutschland 3 (1940); 
Soldatenliederbuch (41940); SS-Liederbuch (61940, 91941); Singende 
Mannschaft (1940); DAF, Singendes Volk 3 (Oktober 1941); RJF, Unser 
Liederbuch (61941; Variante s. 0.); Unser Kriegs-Liederbuch (71941; nur 
T, Variante s. 0.); Liederbuch der Kriegmarine 3 (1941; Variante s. 0.); 
RJF, Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 39-42 (1942); Hellau! 
(1942); Kameradschaft im Lied 25/26 (1943; Variante s. 0.); Deutsche 
Jugend im Osten 1 (1943); Lieder unseres Volkes (1943); Singt alle mit! 
(1944). 


E 1544 





Es blinkt ein Pflug im deutschen Land durch meine, meine Erd 
(T: nach B. von Münchhausen). Bauernlied, zur Melodie "So scheiden wir 
mit Sang und Klang". 
In: 
HM-Liederbuch (1933/34). 


Es blühe des Reiches Wohlstand! = Beschirm uns Herr 


Es blühen alle Rosen (T: Günter Lenning), zur Melodie des 
oberhess. Soldatenliedes "Es wollt sich einschleichen", nach dem Gesang 
der Truppe aufgez. von G. Pallmann. Titel: Die Rosen. 

In: 
Flieger sind Sieger (31941). 


Es blühen die Maien bei kalter Winterszeit. Ist alles voll Freuden 
auf unsrer Schäferweid. Weihnachtliches Hirtenlied aus dem Lungau. Aus: 
A. Petak, "Alte deutsche Weihnachtslieder aus dem Lungau" (Zeitschrift 
des Vereins für Volkskunde 9/427). 

In: 


Der Ring (1935); Singkamerad (31935, 81937). 


Es blühen die Rosen. Titel: Schön ist die Jugend. Es handelt sich 
um die 2. Strophe zu "Schön ist die Jugend". 
Vgl. Es blühen Rosen. 
In: 
Deutsche Kampf- und Volkslieder (1933); Wir singen (1934); Singt alle 
mit! (1944). 


Es blühen die Rosen, die Nachtigall singt. Mein Herz ist voll 
Freude, voll Freude es springt (T: onA = Hermann Löns). Reiterlied mit 
Aktualisierung des Textes, mehrfach vertont, so von H. Heeren. 

Vgl. Hans Heeren. 

Textprobe, original (3. Strophe): 

"Und ist sie geschlagen die blutige Schlacht, 
und haben wir Frieden mit Frankreich gemacht, 
dann bind ich den Schimmel wieder hier an! 
Denn treu, ja treu ist der Reitersmann". 

Textprobe, aktualisiert (3. Strophe): 

"Und ist sie geschlagen, die blutige Schlacht, 
und haben wir Frankreich zu Schanden gemacht, 
dann binde den Schimmel ich wieder hier an, 
denn treu ist, ja treu der Hitlermann". 

Textprobe, Vorwärts SA (3. Strophe): 


E 1545 





"Und ist sie geschlagen, die blutige Schlacht, 

und haben wir Moskau zuschanden gemacht, 

dann bind ich meinen Schimmel, 

den Schimmel wieder an; 

denn treu ist der SA-Mann". 
In: 
Was der Deutsche singt (1932); Sturm- und Kampflieder-Buch (1933); 
Heil Hitler! (1933); SA-Sturmlieder (1933); Sturm- und Kampflieder-Buch 
(1933); Unsere Lieder (?71933); SA. SS.-Liederbuch (1933); Vorwärts SA. 
(21933); NSBO-Kampflieder-Buch (1933); 100 ausgewählte SA-Sturm- 
und Marschlieder (1934); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF 
(21934); Ähre und Spaten (1934); Arbeitsdienst-Liederbuch(1934); HJ 
singt (1934); Soldatenlieder (1934); Und wenn wir marschieren (31937; 
"Weise nach Hans Heeren");Sturm- und Kampfliederbuch (21937; nur T); 
Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Unsere Lieder (71938); Lied 
über Deutschland (?1941). 


Es blühen Rosen, es blühen Nelken, es blühen Lilien, sie welken 
all. Volkslied aus Niederhessen, gesammelt von J. Lewalter. Titel: Schön 
ist die Jugend. Es handelt sich um die 2. Strophe zu "Schön ist die 
Jugend". 

Vgl. Es blühen die Rosen. 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Es blühn an allen Wegen viel schöne Blümelein. Nach dem 
Gesang der Truppe bei der 10./AR 4 in Dresden aufgezeichnet. Titel: 
Sachsenlied 
In: 

Die Wehrmacht singt (1939). 


Es brauset der Sturm, das Hakenkreuz weht, es lodern die 
heiligen Flammen (T: Ludwig Orth, Hochdorf), "Freiheitslied", zur Melodie 
"Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd" (Zahn). 

Textprobe (4. Strophe): 

"Der Pole muß fliehen, der Jud' muß raus 
aus dem deutschen Vaterlande! 
Der Franzmann muß fallen 
im Stromgebraus, 
frei wird die rheinische Lande. 
Mit Hakenkreuz durch Volkesnot, 
es weht die Flagge Schwarz-weiß-rot". 
In: 
Durch Kampf zum Sieg! (71926; nur T). 


E 1546 





Es braust der Sturm, wild tobt die See (T: onA), zur Melodie "Ein 
armer Fischer bin ich zwar" (1781). Entstanden auf dem Schiff 
"Amazone", nach dem Gesang der Truppe aufgezeichnet. Titel: Lied von 
der "Amazone". 

In: 
Die Wehrmacht singt (1939). 


Es braust durch unsre Tage ein Wort, das Kraft uns gibt (T: H. 
Anacker). Kampflied mit eigener Melodie oder auf "Es pfeift von allen 
Dächern" oder "Wir sind die Sturmkolonnen". 

In: 
Was der Deutsche singt (1932). 


Es braust ein Ruf durchs weite Land, das deutsche Volk erwacht 
(T: Kurt Friedemann jun.; Leipzig 1931). NS-Kampflied, zur Melodie "O 
Deutschland hoch in Ehren" (Pierson). Titel: Kampflied der SA oder Neu- 
Deutschlandlied oder Haltet aus! 
Textprobe (3. Strophe): 
"Ein Drittes Reich uns werden muß, 
Heil Hitler, Führer du! 
Erhebt die Hand zum Kampfesgruß 
und laßt nicht eher Ruh', 
bis daß der Tag der Freiheit naht, 
der Morgen deutscher Ehr', 
denn Deutschland ist 
kein Sklavenstaat, 
wir sind sein Schutz und Wehr!" 
In: 
Was der Deutsche singt (1932); Liederbuch der NSDAP (211933); Heil 
Hitler Dir! 2 (1933); Sieg-Heil! (1933); NSBO-Kampflieder-Buch (1933; 
nur T); Stimmt an! (1934; nur T). 


Es braust ein Ruf mit aller Macht, auf daß das deutsche Volk 
erwacht (T: Max Pfau, 1931, gewidmet dem unbekannten SA-Mann), zur 
Melodie "Es braust ein Ruf durchs weite Land" (© Deutschland, hoch in 
Ehren; Pierson). Titel: Hinein in die SA! 

Textprobe (1. Strophe): 

Mae) 
Kommt her in unsre Reihn! 
Heil Hitler! Heil! Helft 
unser Volk befrein!". 
In: 
Was der Deutsche singt (1932). 


E 1547 





Es braust (braus') ein Ruf wie Donnerhall (T: nach Max 
Schneckenburger, Fassung H. Schauwecker). SA-Trutzlied (DtldS, 
27/V1/33), zur Melodie "Es braust ein Ruf wie Donnerhall" (Wilhelm). Titel: 
Die Hitlerwacht am Rhein. 

Schauwecker brachte im Text unwesentliche Retuschen an, betonte 
die Wir-Form, nahm in der 4. Strophe den Rhein weg: "Wir holen heim 
geraubtes Land" und fügte eine neue 6. Strophe hinzu. 

Textprobe (6. Strophe): 

"Wenn frei des Stromes Woge rinnt 
und Siegesfahnen weh'n im Wind, 
wenn (Deutschlands) Schlesiens Gaue 
wieder frei, 
das alte Lied gesungen sei: 
Lieb Vaterland, magst ruhig sein, 
fest steht und treu 
die Wacht am Rhein!" 
In: 
Durch Kampf zum Sieg! (71926); Was der Deutsche singt (1932); Heil 
Hitler Dir! 1 (41933); Heil Hitler Dir! 2 (1933); Liederbuch der NSDAP 
(211933; nur T, onA); Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934; 
nur T, onA); Lieder der SS Pommerns (1934; nur T, Melodie onA); 
J ungvolk-Lieder (1934); Flieger-Lieder, Flieger-Landesgruppe II (1934; 
nur T); Lieder der Pommerschen SA (?1934); Deutsche Lieder der NSBO 
und der DAF (21934; nur T, Melodie onA); Das Lied im Deutschen 
Arbeitsdienst (1937; nur T). 


Es braust und klingt von Mund zu Mund (T: Fritz Reifenstein, 
Flieger-Ortsgruppe Bütow), zur Melodie "Es braust ein Ruf wie Donnerhall" 
(Wilhelm). 

Textprobe (1. Strophe): 

) 

und alle Lippen tun es kund: 

Der deutsche Aar, 

einst schwer verletzt, 

erhebt sich in die Lüfte jetzt. 

Er ruft zum Kampf, 

sein Schrei klingt hell, 

die alten Flieger sind zur Stell'". 
In: 
Flieger-Lieder, Flieger-Landesgruppe II (1934; nur T). 


Es Burebüebli mahn i nid, das gseht me mir wohl a. Aus dem 
Berner Land; in: O. von Greyer, "Im Röseligarten" (1912) und: "Der 
Zupfgeigenhansl" (111915). 

In: 
Liederbuch für Dt. Frauen und J ungmädchen-Verbände (1934); Lieder 


E 1548 





unseres Volkes (1938, 1943); Unsere Lieder (71938); Lied über 
Deutschland (?1941); Singt alle mit! (1944). 


Esche, Willy 

Stuttgart, 29. April 1894 - Lauf an der Pegnitz, 30. März 1975. 
Sohn eines Großkaufmanns; Schüler u. a. von W. Matthes, Chordirigent 
und Musiklehrer in Nürnberg, 1925-28 Musikreferent des "Fränkischen 
Kuriers". Organist und Kantor an St. Jacob und seit 1926 Leiter eines 
eigenen Chors, des Esche-Chors. 1938-45 Sendeleiter des Funkhauses 
Nürnberg des BR, zuletzt auch Hauptsachbearbeiter für Musik am 
Reichssender. 

Nach 1945 weiterhin in Nürnberg, seit 1952 in Lauf Leiter einiger 
Chöre und Veranstalter der jährlichen Spitalhofserenade. Für seine 
Verdienste um das kulturelle Leben der Stadt verlieh man ihm 1964 die 
Goldene Bürgermedaille der Stadt. 


NSDAP seit 1/X/30, Nr. 351.825. 1934 Stellv. Bundeschormeister des 
Fränkischen Sängerbundes (DSB). 

Braune Kolonnen. Marsch (BR, 18/V1/33, Militärkonzert der SA- 
Standarte 14, Dgt. Anton Lobenhofer). 

Information: DML, LdCh (ohne Angaben nach 1945). Das 
Einwohneramt Nürnberg (19/VIII/98), gez. Richter, beantwortete die 
Anfrage in diesem und acht weiteren Fällen mit der Forderung eines 
Kostenvorschusses von 180 DM. Den Antrag an den Oberstadtdirektor auf 
Erlaß der Gebühr lehnte das "Direktorium Recht und Sicherheit" der Stadt 
Nürnberg (18/IX/98), Dr. Frommer, ab, weil "kein hinreichender Grund" 
dafür vorliege; das beweist allerdings nur, daß das städtische 
Verwaltungspersonal Geld höher bewertet als das kulturelle Image der 
Stadt und Persönlichkeitsrechte ihrer Künstler. 


Escherich, Hermann 

Geschwenda/ Landkreis Arnstadt, 1. März 1866 - Welzheim, 7. Juli 
1939. 
Sohn eines Händlers; Militärmusiker, ab 1/11/94 MM beim IR 120 in Ulm, 
seit 20/X/01 beim Füsilierregiment 122 in Heilbronn, 1906 zum OMM 
ernannt. Nach Kriegsende a. D. und Leiter des Kurorchesters Bad Wildbad, 
sowie - Stand Sommer 1933 - Musikdirektor des Landeskurtheaters. 1936 
i. R. in Welzheim. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.237.392. 1937 Städtischer Musikbeauftragter für 

Welzheim. 

Mein Deutschland. Marsch (Südfunk, 14/V11/33). 

Kameradschaft hoch! Adolf-Hitler-Marsch (Südfunk, 25/V11/33). 
Information: Anfragen ans Stadtarchiv Bad Wildbad (15/VI/00) mit 

Erinnerung zum Bürgermeisteramt (12/X/00) blieben widerrechtlich 

unbeantwortet; dann ließ das Haupt-/Personalamt (17/X/00) wissen, es 


E 1549 





habe trotz aller Mühe keinen Anhaltspunkt und daher die Kurverwaltung 
eingeschaltet. Diese schwieg. Den Todesfall beurkundete das Standesamt 
Welzheim, Nr. 49/1939. 


Eschwege, Simon 
Kleinsteinach/ Bayern, 11. August 1879 - KZ Sobibor, verschollen nach 
NS-Aktion. 
Oberkantor und Lehrer in Frankfurt a. M. Während des Krieges zwecks 
"Endlösung der J udenfrage" ins Vernichtungslager Sobibor deportiert. 


Es donnert auf Straßen die Artillerie, vorbei braust die schwere, 
die vierte Batt'rie (T: Uffz. Lorenz). Lied der motorisierten Artillerie, zur 
Melodie "Obs stürmt oder schneit". 

In: 
Soldatenlieder von Front und Heimat (1940; nur T). 


Es donnert das J ahrtausend von unserm festen Schritt. HJ - 
Kampflied, onA. 
Textprobe (3. und 4. Strophe, diese mit Refrain): 
"Schon warten die Kolonnen, 
zu neuem Marsch bereit, 
zurück liegt, was gewonnen. 
es ruft die neue Zeit. 


Es donnert das Jahrtausend 
vor unserm festen Schritt, 
und hinter uns zieht brausend 
das ganze Deutschland mit. 
Trommlerbub, schlag du den Takt, 
daß wir uns nicht verlieren. 
Es gibt ein Lied, das uns gepackt, 
das Lied, es heißt: marschieren! 
In: 
RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936). 


Es dunkelt schon in der Heide, nach Hause laßt uns gehn. 
Volksmelodie - Spinnstubenlied - aus Ostpreußen. Abschiedslied aus: 
Eduard Roese, "Lebende Spinnstubenlieder" (1911), und "Der 
Zupfgeigenhansl" (111915). 

In: 

Lager-Lieder (1933); Wir wollen singen (1933); Unsere Lieder (?1933); 
Alte deutsche Volkslieder (1933; Variante: "auf der"); Uns geht die Sonne 
nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Jungdeutschlands Lieder (1934); 
Stimmt an! (1934); Jungvolk-Lieder (21934); Unsere Fahne flattert uns 


E 1550 





voran! (1934); Liederbuch des BDM (1934); Ähre und Spaten (1934); 
Vorwärts! Vorwärts... (1935); Singkamerad (31935, 81937); 
Niederdeutschland (1936); Kommt, singt und klingt (1937); Das Lied im 
Deutschen Arbeitsdienst (1937); Wir wandern und singen! (1937); Unser 
das Land (1937); Marschierende J ugend (21938); Unsere Lieder (71938); 
SA-Liederbuch (21939); RJF, Liederblatt der HJ) 93/94 (1940); RJF, 
Musikblätter der HJ) 93/94 a (1940), 539 (1941); SS-Liederbuch (61940, 
91941); Lied über Deutschland (1941); Liederbuch der Kriegsmarine 3 
(1941); Deutsche Musik A (1941); Lieder unseres Volkes (1943); Singt 
alle mit! (1944). 


Esel essen Nessel nicht. Zungenbrecher, Kanon zu 3 Stimmen. 
In: 
Lieder des Volkes (61936). 


Es endet der Tag, es ruht unser Spiel, wir stehen vor unserer 
Fahne. Wir holen sie ein und grüßen sie still, daß morgen sie wieder uns 
mahne. Kanon zu 3 Stimmen beim abendlichen Einholen der Fahne, onA. 
In: 

Unsere Lieder 10 (1938). 


Es, es, es und es, es ist ein harter Schluß (Gesellenabschied). 
Handwerksburschenlied nach Fliegenden Blättern, 18. Jh. In: Erk, 
"Deutscher Liederhort" (1856) und "Der Zupfgeigenhansl" (111915). Auch 
als Kanon zu singen, so bei: F. Jöde, "Der Kanon" 3 (Wolfenbüttel, 1925). 
Kernlied. Titel: Des Handwerksburschen Abschied. 

In: 

Das Soldatenlied (1932); Wir wollen singen (1933); Deutsche Volks- und 
Kampflieder für die HJ und das Jungvolk (1933); Uns geht die Sonne nicht 
unter (1934, Textausgabe 1941); Singkamerad (?1934, 31935, 81937); 
Lieder der Arbeit (1934); Liederbuch des Turner-Musikant (1934); Lobeda- 
Singeblatt 4 (1934); Die weiße Trommel (21935); Mit Herz und Hand fürs 
Vaterland (1935); Werkleute singen (1936); Lieder des Volkes (61936); 
Lobeda-Singebuch 1 (1936); Kommt, singt und klingt (1937); Und wenn 
wir marschieren (31937); Wir marschieren (1937); Die Fahrt (1937); 
Deutsches Grenzland im Lied I (1937; "Valet" als "Elsässisches Volkslied"); 
Lied über Deutschland (1937); Marschierende Jugend (?1938); Liederbuch 
der SA (21938); Flieger-Liederbuch (1938); DSB, Singendes Volk 
14(1938); Stimmt an! I (1939); Singende Mannschaft (1940); Klingend 
Erbe (1941); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 39-42 (1942); 
Lieder unseres Volkes (1943). 


Es fiel ein Reif siehe: Zuccalmaglio 


E 1551 





Es flattert im Winde das Hakenkreuzzeichen (T: Gerhard 
Penzel), zur Melodie "Wir lieben die Stürme". Titel: Windhunde zur See. 
In: 

Blaujacken-Lieder (1941). 


Es flattert unsere Fahne empor im Morgenrot (T: Rottenführer 
Gottfried Thesevitz). SA-Lied, zur Melodie "Kameraden, laßt erschallen" 
(Depolo). Sturmlied des Sturms 2/210, eingereicht zum SA-Sturmlieder- 
Wettbewerb. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Der alten Deutschen Treue, 
sie lebet in uns fort, 
es ruht in unsern Herzen 
der Nibelungenhort. 
Der Tatenruhm der Väter 
ward uns zum heilgen Lohn. 
Wir tragen stolz den Namen: 
Sturm 2/210. 
Und ist auch unser Leben 
an Sturm und Kämpfen reich, 
wir sind ja die Garanten 
fürs dritte deutsche Reich". 
In: 
Lieder der Pommerschen SA (?1934; nur T). 


Es fliegen stolz die Fahnen (T: onA). SA-Kampflied, zur Melodie 
"Brüder, zur Sonne und Freiheit". 
Textprobe (3. und 5. Strophe): 
"Das Hakenkreuz im Wimpel 
weht uns hoch voran! 
Moskaus und Judas Gimpel 
fangen zu zittern an. - 


Mögen sie morden und sengen 
den Untermenschen gleich. 
Standarte hoch! Wir sprengen 
die Bahn zum Dritten Reich!" 
In: 
S.A. Liederbuch (1933). 


Es flieget ein Tauber. Titel: Der Tauber und die Täubin. 
In: 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940). 


E 1552 





Es flog ein kleines Waldvögelein der Liebsten vor die Tür. 
Volkslied, 16. Jh. Bearbeitung: Carl Thiel (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, 
beim Schwäb. Liederfest des DSB). 

In: 

Unser das Land (1937; Variante: "kleins"); Lieder der Arbeitsmaiden 
(1938); RJF, Musikblätter der H) 539 (1941); Mein Schätzlein hör ich 
singen (1944). 


Es flogen drei Flieger wohl über den Rhein (T: L. Uhland, 
modernisiert von C. Clewing). Fliegerlied, zur Melodie "Es zogen drei 
Burschen". 

In: 
Liederbuch der Luftwaffe (1939, 1940) 


Es freit' ein wilder Wassermann in der Burg wohl überm See. 
Volksballade ("Ballade vom Waddermann") über das Lilofee-Motiv, aus 
dem Erzgebirge, in vielen Varianten. Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" 
(111915). Titel: Die schöne Lilofee. 

Vgl. Erk-Böhme, "Deutscher Liederhort" (1856/1893). 

In: 

Liederbuch des BDM (1934); Singkamerad (31935, 81937); Lieder des 
Volkes (61936); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Unser das 
Land (1937); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Unsere Lieder (71938); 
Stimmt an! II (1939); Deutsche Lieder (1940; "Aus St. Joachimstal"); 
Deutsche Musik B (1941); Lied über Deutschland (?1941); Liederbuch der 
Kriegsmarine 3 (1941); Lieder unseres Volkes (1943; 2 Versionen, aus 
Pommern, 1876, "Dorothee", aus Nordböhmen, 1813, "Lilofee"); Mein 
Schätzlein hör ich singen (1944). 


Es fuhr ein Baur in Wald hinaus. Volkslied aus Schlesien. 
Aufgezeichnet vor 1842 von Hoffmann von Fallersleben und Ernst Richter. 
In: 

Unser das Land (1937). 


Es führen Stahl und Eisen das Regiment der Welt (T: von 
einem Soldaten der 4. Ersatzkompanie/ Panzer-Abwehr-Abt. 17). 
Kriegslied, zur Melodie "Wir Jäger lassen schallen" (Depolo). 

Textprobe (4. Strophe): 

"Wir hemmen unerbittlich 
des Stahles Siegeslauf, 
vor unsren Reihen türmen 
sich wunde Panzer auf, 
wenn die Motore sterben, 
zuletzt noch heulen sie: 


E 1553 





Wir stießen auf die Schützen 
der 1. Kompanie!" 

In: 

Soldatenliederbuch (41940; nur T). 


Es gab einmal ein Polen, das wollte Danzig holen (T: mitgeteilt 
vom Gefr. Kurt Exner). Kriegslied, zur Melodie "In einem Polenstädtchen". 
Titel: Lied der Deutschen in Polen. 

Textprobe (1. Strophe): 

"(...) und noch viel mehr. 
Es schlug des Führers Vorschlag ab 
und grub sich selbst sein Grab. 
Verloren hats den Staat, 
den Polenstaat". 
In: 
Neue Kriegslieder (1940). 


Es geht durch alle Lande ein Engel still umher (T: onA = Lieth). 
Wiegenlied; Melodie von Gläser. 
In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); Liederbuch für Dt. 
Frauen- und J ungmädchen-Verbände (1934). 


Es geht eine dunkle Wolk' herein siehe: J. Werlin 


Es geht ein frischer Sommer herein; freu dich wackres Jägerlein. 
Jägerburschenlied aus: Ditfurth, "Volks- und Gesellschaftslieder". 
In: 


Lied über Deutschland (?1941). 


Es geht ein Mägdlein in den Wald, begegnet ihr ein Reiter bald. 
Melodie bei Ditfurth, "Fränkische Volkslieder", Text bei W. Hensel, 
"Aufrecht Fähnlein". Titel: Der Schmied und sein Töchterlein. 

In: 
Singkamerad, Anhang Mainfranken (1937). 


Es geht ein Tanz auf Munkholm auf weißem Sand. Nordisches 
Volkslied, aufgez. von W. Gollhardt, zuerst in "Sankt Georg" (1931). Auch 
in Fassung von R. Götz. 

Vgl. R. Götz. 
In: Wir traben in die Weite (1931); Volksliedsingen im Schulfunk 7 (1. Juli 
1937). 


E 1554 





Es geht wohl zu der Sommerzeit siehe: J. Werlin 


Es gellt ein Schrei durchs deutsche Land: "Der Franzmann greift 
mit frecher Hand nach alter, heilger, deutscher Erd' (T: onA). 
Revanchelied, zur Melodie "Es braust ein Ruf wie Donnerhall" (Wilhelm). 
Titel: Rheintreue. 

In: 
Durch Kampf zum Sieg! (71926; nur T). 


Es gfallt mer nummen eini. Aus dem Elsaß und Lothringen. Titel: 
Hans und Verene. 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 101/102 (1941); RJF, Musikblätter der HJ) 101/102 
a(194]). 


Es gibt ein ganzes Heer von Dingen. 
In: 
NSLB, Unser Lied 2 (21935). 


Es gibt fürwahr kein schönres Leben. Soldatenlied. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Es gibt in der Marine noch (so) manchen armen Wicht, der kennt 
wohl eine Mine, doch die sie suchen nicht (T: Flörke), zur Melodie "Was 
blasen die Trompeten". Matrosenlied aus dem Wk. I. Titel: Minensuchlied. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Und wenn wir welche kriegen, 
geht's mit Kanonen drauf, 

daß die Stücke fliegen, 

kein Deutscher setzt sich drauf. 
Herr Beatty knirscht die Zähne, 
flucht nach gemeinem Fluch 
auf uns're kleinen Kähne, 

die brave Minensuch". 

David Beatty war britischer GroBadmiral und nach dem Krieg Erster 
Seelord. 

In: 
Liederbuch der SA-Marine (1934); Deutsches Marine-Liederbuch (1935). 


E 1555 





Es gibt ja nichts Schöners. Volkslied aus Schwaben. 
In: 


Alte deutsche Volkslieder (1933); Schwäbisches Liederbuch (1938). 


Es gibt kein schönres Leben als Fuhrmann zu sein. Volkslied, 
aus: Robert Klatt/Karl Horak, "Deutsche Volkslieder aus Mittelpolen" 
(Kassel, 1936), auch im Bonner Liederblatt. 

In: 

Schaffendes Volk (1934); Der Ring (1935); Marschierende Jugend 
(21938); RJF, Liederblatt der HJ) 105/106 (1941); RJF, Musikblätter der HJ 
105/106 a (1941). 


Es gibt kein schönres Tierchen. Kinderlied. 
In: 
Klingend Erbe (1941). 


Es gibt nichts Schönres auf der Welt und es kann nicht anders 
sein, als wenn Soldaten ziehn ins Feld. Kriegslied der Reichsarmee gegen 
die frz. Revolutionstruppen, 1793. Aus Hessen, vom Rhein und aus 
Bayern, um 1850 von Ditfurth in Bamberg aufgez. Mehrere Textvarianten. 

Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Wo ist, wo bleibt mein Kamerad? 
Er ist gebliebn im Streit; 

wir Deutschen fragen nicht danach, 
wir sind dazu bereit. 


Begrabt den Leib in seine Gruft, 

der Ruhm bleibt auf der Welt; 

die Seele schwingt sich 

durch die Luft 

ins blaue Himmelszelt". 
In: 
Das Soldatenlied (1932); Die Fahne hoch! (1933; Variante: "kann auch 
nichts schöner sein"); Alte deutsche Volkslieder (1933); Uns geht die 
Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Voran in Reih und Glied! 
(1934); Soldatenlieder (1934); Lieder der nationalen Erhebung (1934); 
Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Soldaten singen (1936); Das Lied im 
Deutschen Arbeitsdienst (1937); Wir marschieren (1937); Schwäbisches 
Liederbuch (*1938); Lied über Deutschland 3 (1940); Lied über 
Deutschland (?1941); RJF, Unser Liederbuch (1941). 


Es gibt noch Frauen, ich sage es stolz, geschnitzt aus echtem, 
deutschem Holz (T: nach Luise Rolf). Frauenlied, zur Melodie "Annchen 
von Tharau". 


E 1556 





Textprobe (1. Strophe): 

u) 
die ihrer Mütter kraftvolle Art 
in ihrem Wesen aufs Beste gewahrt. 
Es gibt noch Frauen, ich sage es gern, 
denen all undeutsche Art liegt fern". 

In: 

HM-Liederbuch (1933/34). 


Es ging ein Jäger jagen ins grüne Tannenholz, da begegnet ihm 
auf der Reise ein Mädchen, das war stolz. Volkslied aus dem Elsaß. 
In: 
Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 5 (1942). 


Es ging ein Jäger wohlgemut. Volkslied aus Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Es ging ein Knab spazieren. Mährisches Volkslied. 
In: 
Brünn ist nit hin (1939). 


Es ging ein Mädchen Gras schneiden. Soldatenlied. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Es ging ein Mädchen wohl auf ein Schiff, ein kleiner Matrose, 
der nahm sie mit. Matrosenlied, onA. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Wohlauf, Matrosen, der Wind steht gut, 
wohlauf, Matrosen, der Wind steht gut, 
ei, so lichtet die Anker, laßt fallen die Fock 
und setzt das Großsegel hoch in den Topp 
und laßt das Mädchen weinen". 
In: 
Liederbuch der SA-Marine (1934; nur T). 


Es ging ein Maidlein zarte früh in der Morgenstund. Volkslied über 
den Tod und das Mädchen. 
In: 
Lobeda-Singebuch 1 (1936). 


E 1557 





Es ging ein Sturm durch deutsche Lande, trieb schwere Wolken 
weit hinweg (T: Erich Matthias). Kampflied, onA zur Melodie. Titel: 
Deutscher Frühling. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Wir trugen stolz die Ehrenfahnen 
ins neue Reich im Morgenrot. 
Ewig zur Einigkeit ermahnen 
die deutschen Farben 
Schwarz-Weiß-Rot". 
In: 
Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937; nur T). 


Es gingen drei Frauen. 
In: 


NSLB, Unser Lied 2 (21935). 


Es gingen drei Jäger wohl auf die Birsch, sie wollten erjagen den 
weißen Hirsch (T: L. Uhland, 1811). Volksmelodie. 

Vertonung auch von L. Heisig in Rosenberg. 
In: 


Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934; nur T). 


Es gingen zwei alleine am grünen Waldessaum. Volkslied aus dem 
Archiv Carl Clewing. 
In: 
Liederbuch der Luftwaffe (1939, 1940). 


Es gingen zwei Gespielen gut. 
In: 
NSLB, Unser Lied 2 (21935). 


Es gingen zwei zum Tor hinaus, mit dem Dolche er, und sie mit 
einem Strauß. Volkslied, an die Moderne angepaßt. 
In: 
Liederbuch der Luftwaffe (1939). 


Es glänzt die roten Fahne mit schwarzem Hakenkreuz. Kampflied, 
onA. Titel: Die Fahne. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Drum leuchte, stolze Fahne, 
mit schwarzem Hakenkreuz, 
muß mancher auch verbluten, 


E 1558 





kein einziger bereuts; 
für Deutschlands Freiheit 
sterben, 

das ist ein schöner Tod, 
das heißt den Himmel erben 
und schaun das Morgenrot". 

In: 

Heil Hitler Dir! 2 (1933); SA-Sturmlieder (1933; nur T). 


Es grüne die Tanne, es wachse das Erz (T: Spruch aus dem Harz). 
Kanon zu 3 Stimmen, von G. Pallmann zu einer Melodie von F. Schubert. 
Titel: Harz-Ruf. 

In: 
Unser das Land (1937); Unsere Lieder (71938; nicht kanonisch). 


Es haben sich siebenundsiebzig Schneider. 
Vgl. Es hatten sich siebzig Schock 
In: 
NSLB, Unser Lied 1 (31935). 


Es hallt ein Ruf durchs deutsche Land: Wir schwören fest in 
Hitlers Hand (T: eingesandt vom "Schlesischen Beobachter", Breslau), zur 
Melodie "Es braust ein Ruf wie Donnerhall" (Wilhelm). Titel: Die Wacht 
unterm Hakenkreuz. 

Textprobe (5. Strophe): 

"Wohl floß in München deutsches Blut, 
doch höher flammt der Völk'schen Mut. 
Das ganze Volk ergreift das Schwert". 
In: 
Durch Kampf zum Sieg! (71926; nur T). 


Es hat der Fürst vom Inselreich uns einen Brief gesendet (T: E. 
Geibel). Trutzlied, zur Melodie "Wohlauf, die Luft " (V. E. Becker). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Hie deutsches Land 

trotz Spruch und Brief! 

Ihr sollt's uns nicht verleiden 

Wir tragen Mut im Herzen tief 

und Schwerter in den Scheiden. 

Von unsern Lippen soll allein 

der Tod dies Wort vertreiben: 

Wir wollen keine Dänen sein, 

wir wollen Deutsche bleiben". 
Das Lied bezieht sich auf den Anlaß des zweiten deutsch-dänischen 


E 1589 





Krieges 1864; König Christian IX. von Dänemark unterzeichnete nach 
Annahme durch den Reichsrat einen Verfassungsentwurf, der Schleswig 
als "Süd-Jütland" kurzerhand ins dänische Reich einbezog. 

In: 

Die Fahne hoch! (1933; nur T). 


Es hat der Herr zu Weihnachten einen kalten Frost gesandt, ein 
Matrose steht auf Posten. Schauerballade über einen erfrorenen 
Wachtposten, onA. Aufzeichnung von J. Koepp, 1915 von Matrosen 
gehört. 

In: 
Liederbuch der SA-Marine (1934; nur T). 


Es hat ein Bauer ein Annelein. Volkslied aus Schwaben. 
Vgl. Es hat ein Baurr. 
In: 
Schwäbisches Liederbuch (41938). 


Es hat ein Bau'r ein Töchterlein, mit Namen heißt es Bärbelein. 
Ballade aus der Schweiz, 1781. Dialektversion: "Der Zupfgeigenhansl" 
(111915). 

Vgl. Es hat ein Bauer. 
In: 
Deutsche Lieder (1940); Klingend Erbe (1941). 


Es hat ein Jed's in der Familie ein musikalisches Genie. 
Scherzlied, onA. 
In: 
J ungvolk-Lieder (21934; nur T). 


Es hat sich das Trömmlein gerühret siehe: Heinrich Scherrer 


Es hat sich ein Flieger in ein Mädel verliebet, eine hübsche, 
eine feine (T: mündl. Überlieferung aus der LW, Fassung: C. Clewing), auf 
eine Volksmelodie. 

In: 
Liederbuch der Luftwaffe (1939, 1940). 


Es hat sich halt eröffnet das himmlische Tor. Volkslied aus 
Schwaben. 


E 1560 





In: 
Vorwärts! Vorwärts... (1935); Schwäbisches Liederbuch (*1938); 
Singkamerad, Anhang München (1939). 


Es hatt ein Bau'r drei Töchter. Volkslied aus Schlesien, in Breslau 
aufgezeichnet, aus Hoffmann-Richter: "Schlesische Volkslieder" und "Der 
Zupfgeigenhansl" (111915). Auch ergänzt von W Hensel. 

Vgl. W. Hensel. 

In: 

Deutsches Frauenliederbuch (1935); Volksliedsingen im Schulfunk 12 (16. 
September 1937); Unser das Land (1937; Titel: Da saß der Bauer und 
lachte); Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 1 (1937); 
Lieder der Arbeitsmaiden (1938). 


Es hatt ein Bauer ein schönes Weib. Volkslied. Auch in: "Der 
Zupfgeigenhansl" (111915). 
In: 
Unser das Land (1937); Lied über Deutschland 3 (1940). 


Es hatten sich siebzig Schock Schneider verschworn. Spottlied 
aus Hessen-Darmstadt. 
Vgl. Es haben sich sieben und siebzig 
In: 
Lied über Deutschland (?1941); Klingend Erbe (1941; Variante: 
"siebundsiebzig"). 


Es hatt sich ein Fähnrich in ein Mädchen verliebt. Soldatenlied, 
Titel: Bierbrauersmamsell. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Es heult der Sturm siehe: Wilhelm Schneider 


Es hütet ein Schäfer im hohen Holz. Aus dem Rheinland. Titel: 
Schäfer und Edelmann. 
In: 
Deutsches Frauenliederbuch (1935); Lieder des Volkes (61936); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938). 


Es ist bestimmt in Gottes Rat siehe: Mendelssohn-Bartholdy 


E 1561 





Es ist der Befehl kurz, klar und hart. Der Fliegerbefehl heißt: 
Start! (T: Major Zinn). Kanon aus der Arbeit des 6. Singleiterlehrgangs. 
Textprobe: 
"C..) 
Des Führers Befehl das Sterben lohnt. 
Soldatenbefehl ist Front!" 
In: 
Liederblätter, LGKdo Westfrankreich 3 (1942). 


Es ist die schönste Fruahjahrszeit. Volkslied. 
In: 
Singkamerad, Anhang München (1939). 


Es ist ein heißer Kampf entbrannt von Adam her durch alle Land: 
Es schließen keinen Frieden nicht die Liebe und die Pflicht (T: Hptm. Georg 
Heydemarck). Kriegslied, zur Melodie "Wohlan, die Zeit ist kommen". 
Titel: Liebe und Pflicht. 
In: 
Soldatenlieder (1934; nur T); Die Wehrmacht singt (1939). 


Es ist ein Held gefallen im braunen Ehrenkleid (T: 0onA). NS- 
Kampflied, zur Melodie "Drei Lilien". 
Textprobe (4. Strophe): 
"Das Grab, es soll uns künden, 
daß deutscher Geist bereit, 
das dritte Reich zu gründen 
im Sturm der Zeit". 
In: 
Liederbuch der NSDAP (211933); Heil Hitler Dir! 1 (41933); Heil Hitler Dir! 
2 (1933); Jung Deutschland I (1933); Sieg-Heil! (1933); Liederbuch für 
Dt. Frauen und J ungmädchen-Verbände (1934; nur T). 


Es ist ein Licht entglommen (T: Betty von Podevils). Jullied, zur 
Melodie "Es ist ein Ros entsprungen". 
Textprobe (2. Strophe): 
"Das Licht, das ich nun meine, 
das ist der Sonne Gold. 
Mit ihrem hellen Scheine 
ist sie uns wieder hold. 
Sie küßt die weiße Flur, 
wach wird aus 
tiefem Schlummer 
die träumende Natur". 


E 1562 





In: 
Lieder der Deutschen (1932; nur T). 


Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart. Marienlied mit 
23 Strophen, laut Mainzer Cantual (1605) "Das alt Catholisch Trierisch 
Christliedlein", Erstdruck 1599 von Arnoldt Quentel zu Köln im 
Gesangbuch des Bischofs von Speyer, Eberhard von Dünheim. Dann auch 
in: M. Praetorius, "Musae Sioniae" (1609), später in: "Der 
Zupfgeigenhansl". 
In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); Wir wollen singen 
(1933); Liederbuch des BDM (1934; Variante: "Reis"); Weihnacht im 3. 
Reich (1934); Wir singen (1934); Das Männerlied (1934); NSLB, Unser 
Lied 2 (21935); Singkamerad (31935); Vorwärts! Vorwärts... (1935); 
Deutsches Frauenliederbuch (1935); Deutsche Lieder für die Jugend 
(21935); Lobeda-Singebuch 1 (1936); Niederdeutschland (1936); Lieder 
des Volkes (61936); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); 
Deutsche Lieder (1940); Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940; 
Variante s. 0.); Es leben die Soldaten 45/46 (1941; Variante: "von 
wunderbarer Art" - zur "Entjudung"); Deutsche Kriegsweihnacht (41944). 


Es ist ein Schnee gefallen, und es ist noch nicht Zeit. Ich wollt zu 
meinem Buhlen gahn, der Weg ist mir verschneit. Melodie von 1535. 
Fliegendes Blatt. Komponist: K. Othmayr. Auch: "Der Zupfgeigenhansl" 
(111915). 

In: 

Lobeda-Singebuch 2 (1933); Lose Blätter 123, 332 (ab 1934); Unser das 
Land (1937); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); DSB, Liederbuch für 
Männerchor (1938); Lied über Deutschland (?1941). 


Es ist ein Schnitter, der heißt Tod, hat G'walt vom großen Gott 
(T: unbekannt). Lied aus Regensburg (1637). Erstdruck auf Fliegendem 
Blatt (Regensburg, 1638). Später in: Erk-Böhme, "Deutscher Liederhort" 
(1856/1893), "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 
In: 
Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Lieder zur Toten-Gedenkfeier (1934); 
Das Männerlied (1934); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, 
Textausgabe 1941); Deutsches Frauenliederbuch (1935); NSLB, Unser 
Lied 2 (21935); Neues Singen 2 (1935); Deutsche Lieder für die Jugend 
(21935); Singkamerad (31935, 81937); Lobeda-Singebuch 1 (1936); 
Lieder des Volkes (61936); DSB, Singendes Volk 17 (1936); Werkleute 
singen (1936); Niederdeutschland (1936); Unser das Land (1937); Das 
Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Marschierende Jugend (21938); 
Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Volksliedsingen im Schulfunk 17 


E 1563 





(November 1939); Stimmt an! Il (1939); Deutsche Lieder (1940); 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); Kernlieder des REM (1940); 
SS-Liederbuch (1940, 91941); Lied über Deutschland (?1941); Das 
Orgelbuch (1943); Lieder unseres Volkes (1943); Liederblätter der NSG 
"Kraft durch Freude" 57 (1944). 


Es ist erreicht, wofür gekämpft wir haben (T: Max Kupsch). 
"Deutsches Einigkeitslied", zur Melodie des Horst-Wessel-Liedes, am 
17/VI111/33 vom Texter, SA-Oberscharführer, Sturm 30/110, Heidelberg, an 
Dr. Goebbels eingesandt. 


Es ist für uns eine Zeit angekommen, sie bringt uns eine große 
Gnad' (T: Paul Hermann), zur Melodie des schweizerischen Marschs der 
Sterndreher. 

In: 

Lieder für Werk-Frauengruppen 3 (1936); Volksliedsingen im Schulfunk 19 
(Dezember 1940); Das Kindelwiegen (1943); Weihnacht macht die Türen 
weit (1944); Deutsche Kriegsweihnacht (41944). 


Es ist genug der Tyrannei, Geduld ist nun am Ende. SA- 
Kampflied, zur Melodie "Der Gott, der Eisen wachsen ließ" (Methfessel). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Ihr Volksgenossen, tretet an, 
vertreibt die finstern Mächte. 
Ein Trottel, der noch wanken kann, 
wenn's geht um Freiheitsrechte. 
S. A., so hat man uns benannt, 
uns - Hitlers Sturmkolonnen. 
Reicht, deutsche Brüder, 
uns die Hand, 
dann wird der Kampf gewonnen". 
In: 
Unter Hitlers Fahnen (1932; nur T). 


Es ist kein schön'res Leben. Altes Soldatenlied. 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Es ist nit allewege Fastabend; Der Tod kömmt und bringet den 
Abend (T: niederdt.; hochdt. in "Des Knaben Wunderhorn" 3, 1808). 
Westfälisch, aus: August von Haxthausen, "Geistliche Volkslieder mit ihren 
ursprünglichen Weisen" (Paderborn, 1850). Variante auch: "Festabend". 
Titel: Das ander Land oder Totentanz. 


E 1564 





In: 
Der Ring (1935); Lied über Deutschland (?1941); Deutsche Musik A, B 
(1941); Lieder unseres Volkes (1943). 


Es ist nit lang, daß es geschah, daß man den Lindenschmied 
reiten sah (T: Volkslied, 1540). Ballade mit alter Melodie, dem 
"Lindenschmiedston" . 

In: 
Singkamerad (?1934, 31935, 81937); NSLB, Unser Lied 2 (21935); 
Lobeda-Singebuch 1 (1936). 


Es ist schon halber neune, Fridolin. Titel: Fridolin. 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941; onA). 


Es ist stille Nacht, nur ein Posten wacht (T: Uffz. Lorenz, IV./AR 
50, in Spanien bei der Gruppe Imker für seine Leipziger Batterie). 
Kriegslied, zur Melodie des Seemannslieds "Dunkel ist die Nacht". Titel: 
Der schwere Kanonier. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Ruft zum Kampf einmal blutrot 
das Fanal. 
Stehn wir vor dem Gegner, 
bleibt uns keine Wahl. 
Hörst du, wie es kracht, 
donnernd brüllt die Schlacht. 
Dann gehn wir in Stellung, 
halten treue Wacht". 
In: 
Die Wehrmacht singt (1939). 


Es jagen die Abwehrschützen in sausender Fahrt durchs Land (T: 
aus der Truppe). Kriegslied, zur Melodie "Es zittern die morschen 
Knochen" (Baumann). 

Textprobe (2. Strophe): 

"Es jagen die Abwehrschützen, 
manch Mägdlein weint ihnen nach. 
Die Liebe kann jetzt nichts nützen, 
denn wir fahren in die Schlacht. 
Wir haben nicht Zeit mehr 

zum Kosen, 
schon rollen die Panzer heran, 
im Kampf blühen rotere Rosen 
dem schnellen Abwehrmann". 


E 1568 





In: 
Soldatenliederbuch (41940). 


Es jagt ein Jäger g’schwinde. Jagdhornmelodie, 16. Jh. 
In: 
RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938). 


Es kam die gnadenvolle Nacht, wie leuchtet da des Morgens 
Strahl. Aus: Alfred Leonz Gaßmann, "Das Volkslied im Luzerner Wiggertal 
und Hinterland" (Basel, 1906). 

In: 
Lieder unseres Volkes (1943). 


Es kam ein fremder Schleifer daher. Volkslied, 0nA. 
In: 
Niederdeutschland (1936); Unser das Land (1937; Variante: "'s kommt 
der fremde Schleifer her"); Klingend Erbe (1941; Variante: "Kommt der"). 


Es kam ein Herr zum Schlößli auf einem schönen RÖöBßli (T: aus 
"Des Knaben Wunderhorn"). Volkslied aus dem Kanton Bern, zuerst bei: F. 
Nicolai, "Eyn feyner kleyner Almanach" (Berlin, 1777). Vertonung u. a. 
von G. Mahler. Titel: Der Schimmelreiter. 
In: 
Liederbuch des BDM (1934); Deutsches Frauenliederbuch (1935); 
Singkamerad (31935, 81937); Lieder des Volkes (61936; hochdt.); RJF, 
Musikblätter der HJ 65 (1937); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); RJF, 
Liederblatt der HJ 65 (1938); Kinderliedersingen 22 (1938; Variante: 
"weißen Rößli"); Der Weihnachtsmann (21940; Variante: "Es kommt"); 
Klingend Erbe (1941); Lieder unseres Volkes (1943); Das Kindelwiegen 
(1943); Das Deutsche Hausbuch (1943; hochdt.). 


Es kam ein jung Herr mit gelbkrausem Haar, sie hatten sich lieb 
ein ganzes Jahr. Liebeslied aus Siebenbürgen. In: Jöde, "Die Singstunde". 
In: 

RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Singebuch für Frauenchor (21940); 
Lied über Deutschland (?1941); Posener Chorbuch II (1943). 


Es kamen drei Schneider wohl an den Rhein und kehrten beim 
Gastwirt zu Ingelheim ein. Scherzlied. Titel: Die drei Schneider zu 
Ingelheim. 

In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 6 (11. Juni 1936); RJF, Liederblatt der 


E 1566 





HJ 55 (1937); RJF, Musikblätter der HJ 55 (1937); Flieger-Liederbuch 
(1938; nur T, 0nA); Lied über Deutschland (?1941). 


Es kann ja der K-Einze den Aufsatz nicht lassen. Kriegslied, nach 
dem Gesang der Truppe aufgez. beim AR 1 in Königsberg. Titel: Batterie- 
Lied. 

Textprobe (5. Strophe): 

"Es kann ja der K-Fünf 
die Granate nicht lassen, 
denn er muß ja 

mit den Händen 
die Granate anfassen. 
Schnell den Schlüssel raus 
und nun nicht gepatzt, 
daß der Schuß den Feind 
schnell und gründlich faßt". 

K 1 = erster Kanonier der Geschützbesatzung, Richtschütze. 

K 5 = fünfter Kanonier der Geschützbesatzung ohne 
Zünderstellmaschine. 

In: 
Die Wehrmacht singt (1939); Alte und neue Soldatenlieder (1940). 


Es kann ja nicht immer so bleiben hier unter dem wechselnden 
Mond (T: August von Kotzebue, 1802). Melodie - onA - und Text nach dem 
Gesang der Truppe bearb. von G. Pallmann. Auch in: "Volksliederbuch für 
Männerchor" II (1906). Titel: Das Bochumer J ungens-Lied. 
In: 
S.A. Liederbuch (1933); Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen- 
Verbände (1934; nur T); Soldatenlieder (1934); Singkamerad (81937; 
Kanon); Kameradschafts-Lieder (1939); Blaujacken-Lieder (1941). 


Es kimmt der Feind ins Land herein. 
In: 
Hellau! (1942). 


Es klappert der Huf am Stege siehe: R. Götz 


Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, klipp, klapp! (T: 
Ernst Anschütz, 1824). Volksmelodie, Kinderlied. 
In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); J ungvolk-Lieder 
(1934); Lieder für die Grundschule (1938); Singkamerad, Anhang 
München (1939). 


E 1567 





Es klappert die Mühle bei Tag und bei Nacht. Kanon zu 2 Stimmen 
mit eigener Melodie. 
In: 
Lieder für die Grundschule (1938). 


Es klapperten die Klapperschlangen, bis ihre Klappern schlapper 
klangen. Scherzlied, mdl. überliefert. 
In: 


Die weiße Trommel (21935); Der Kilometerstein (?1937). 


Es klingt ein heller Klang siehe: H. G. Nägeli 


Es klingt in deutschen Landen ein neues und ein deutsches Lied 
(T: mdl. überliefert). Arbeitsdienstlied, zur Melodie des Kaiserjägerlieds. 
Fassung: G. Pallmann. Titel: Das Werksoldatenlied. 
In: 
Wohlauf Kameraden! (1934); Kameraden, wir marschieren (1935); Glück 
ab, Kameraden! (1935). 


Es klingt, solange die Menschheit lebt (T: H. M. Heidrich, aus 
"VB", 3/V/33), zu einer Volksmelodie des 16. Jh. Titel: Das Lied der 
Arbeit. 
In: 
Lieder für Schulfeiern 5 (1936). 


Es klingt wie eine Sage aus längst vergangner Zeit, von 
Deutschlands Heldengröße, von Deutschlands Herrlichkeit (T: 0nA). 
Revanchistisches Trutzlied, zur Melodie "O Deutschland hoch in Ehren" 
(Pierson). Titel: Denkt dran. 

Vgl. H. Bajer. 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Denkt auch an Oberschlesien, 
an Schleswig, an den Rhein, 
Westpreußen, Posen, Danzig 
laßt nicht vergessen sein. 
Das Memelland, die Kolonien, 
das Saarland, Ruhrgebiet - 
es reiht sich eins ans andere 
zur Kette, Glied an Glied. 
Denkt daran, was uns angetan 
der Feind, 
's kommt ein Tag, wo 
die Freiheitssonne scheint. 


E 1568 





Dann, ihr Kameraden, greift zur Wehr, 
tretet ein für Deutschlands heil'ge Ehr', 
denkt daran, was der Feind uns angetan!" 

Der Verlust der genannten Gebiete war eine Folge des begonnenen 
und verlorenen We. I; dieser einfache Umstand erwies sich als zu 
kompliziert für die Intelligenz der Rechten. 

In: 

Durch Kampf zum Sieg! (71926); Was der Deutsche singt (1932); Heil 
Hitler! (1933); Schlesisches SA-Liederbuch (?1933); S.A. Liederbuch 
(1933); Vorwärts SA. (21933); Die Lieder der nationalen Erhebung (1933; 
nur T); Deutsche Lieder im Wehr- und Arbeitsdienst (1933); Deutschland 
über alles! (21933; "Dichter unbekannt"); Freiheitslieder des Dritten 
Reiches für Schulen (1933); Singendes Volk 8 (1933); Deutsche Kampf- 
und Volkslieder (1933); Jungdeutschlands Lieder (1934); Deutsche Lieder 
der NSBO und der DAF (21934); Volk singt (1934); J ungvolk-Lieder 
(21934); NS-Volks-Liederbuch (21934); Lieder der Pommerschen SA 
(?1934); Flieger-Lieder, Flieger-Landesgruppe II (1934; nur T); Lieder der 
SS Pommerns (1934); Liederbuch für Dt. Frauen und J ungmädchen- 
Verbände (1934); Arbeitsdienst-Liederbuch (1934); 50 ausgewählte SA- 
Sturm- und Marschlieder (1934); Ähre und Spaten (1934); 100 
ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934; nur T, onA zur Melodie); 
Stimmt an! (1934; nur T); Schlesische Jugend singt (1936); Liederbuch 
der SA (61936); Soldaten-Liederbuch (1936); Das Lied im Deutschen 
Arbeitsdienst (1937; nur T); Singen (?1937). 


Es kommen zwei Herrn aus Mohrenland, die Sonne hat sie 
schwarzgebrannt. Kinderreigenlied aus Sachsen. 
In: 
Lieder des Volkes (61936). 


Es kommt der Tag, ein neuer Morgen, da wehen tausend Fahnen 
in dem Wind. NS-Kampflied. 
In: 
RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936). 


Es kommt die Zeit zum Offenbaren. Aus dem Elsaß und 
Lothringen. Titel: Treue Liebe. 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 101/102 (1941); RJF, Musikblätter der H) 101/102 
a(194]). 


Es kommt ein Schiff geladen bis an sein' höchsten Bord. Melodie 
eines Marienliedes aus dem Andernacher Gesangbuch (Köln, 1608) mit 
unterlegtem Text von Daniel Sudermann, 1626, nach Johannes Tauler. 


E 1569 





Weihnachtslied. 

In: 

DSB, Singendes Volk 7 (1934); Lobeda-Singeblatt 2 (1934); Deutsches 
Frauenliederbuch (1935); Lobeda-Singebuch 1 (1936); Das Lied im 
Deutschen Arbeitsdienst (1937; nur T). 


Es kommt so still gezogen von Welschlands Wasgenwald (T: 
onA). "Saarlied", zur Melodie des "Moselliedes". Titel: Du liebe Heimat, du 
trautes Tal. 

Textprobe (6. Strophe): 

"Fest steht die Wacht am Rheine, 

die Vorwacht an der Saar, 

so fest und treu wie keine, 

das ist dem Franzmann klar. 

Mit Herz und Hand 

fürs Vaterland! 

O Heimatstrom, o Berg und Tal! 

Ich grüß euch von Herzen 

viel tausendmal!" 

In: 
Deutsch ist die Saar! (1934; nur T). 


Es lag ein Schiff fern an dem Indiastrande. Aus Berlin. Titel: 
Das Indermädchen. 
In: 


Der Kilometerstein (1937). 


Es leb der Schütze froh und frei. Marsch. 
In: 
Deutsche Soldaten-Liedermärsche 2 (1933). 


Es lebe der Reservemann = Was blinkt so freundlich 


Es lebe hoch die M. G. K., die Krone aller Waffen (T: onA). 
Kriegslied, zur Melodie "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" (V. E. 
Becker). 

M.G.K. = Maschinengewehr-Kompanie. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Der Mechanismus ist sehr fein, 
doch hat er seine Tücken, 

willst du ein guter Schütze sein, 
so mußt du können drücken. 
Doch nicht nur drücken, 


E 1570 





kurbeln auch, 
entladen, lagern, tragen, 
so ist es bei den Schützen Brauch, 
sie schießen ohne Zagen. 
Valleri, vallera, valleri, vallera, 
sie schießen ohne Zagen". 
In: 
Soldatenliederbuch (41940). 


Es leben die Soldaten (Anthologie) siehe: W Rein 


Es leben die Soldaten so recht von Gottes Gnaden (T: Clemens 
Brentano, 1813). Kriegslied, zur Melodie der "Rewelge" (Reveille) um 
1800. Gedruckt: Weise, "Kriegs- und Volkslieder" (1832), Kretzschmer- 
Zuccalmaglio, "Deutsche Volkslieder" I (1840) und Ditfurth, "Fränkische 
Volkslieder" II (1855). Oft nachgedruckt und gesendet (u. a. Mirag, 
16/V11/33, Volkskunststunde der Ekkehard-Festspiele, Satz: Walter 
Berndt). Kernlied für die oberen vier Jahrgänge der Volksschule. 

Textprobe (5. und 6. Strophe): 

"Wir mähen mit dem Schwerte, 
der Leib gehört der Erde, 

die Seel dem Himmelszelt 

der Rock bleibt in der Welt. 


Wer fällt, der bleibet liegen, 

wer steht, der kann noch siegen, 

wer übrig bleibt, hat recht, 

und wer entflieht, ist schlecht". 
In: 
Das Soldatenlied (1932); Die Fahne hoch! (1933; Text onA); Singendes 
Volk 5 (1933); Das Lied des Arbeitsdienstes (1933); Deutschland über 
alles! (21933, ?1933; "Volkslied", Text onA); Unsere Kampflieder (1933; T 
verkürzt); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941 nur 
mit Str. 1-3); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Liederbuch des Turner- 
Musikant (1934); Wohlauf Kameraden (1934); HJ singt (1934); 
Jungdeutschlands Lieder (1934; "alte Soldatenweise"); Kämpfende 
Mannschaft (1934); Schutz- und Trutz-Lieder-Buch (1934; zur Melodie 
"Kamerad, ich bin geschossen"); NSLB, Unser Lied 1 (31935); DSB, 
Singendes Volk 8 (1935); Kameraden, wir marschieren (1935); Lobeda- 
Singeblatt 6 (1935); Deutsches Frauenliederbuch (1935); Singkamerad 
(31935, 81937); RJF, Liederblatt der HJ) 13 (1935); RJF, Musikblätter der 
HJ 35 (1935); Glück ab, Kameraden! (1935); Deutsche Volkslieder 2 
(1935); Soldaten-Liederbuch (1936); Volksliedsingen im Schulfunk 14 (8. 
Oktober 1936; Komponist: Klemens Brentano, 1813), 25 (10. März 1938), 
26 (20. März 1939); Lieder des Volkes (61936); Werkleute singen (1936); 
Lieder für die Landjugend 1 (1936); Soldaten singen (1936); Die 


E 197.1 





Singstunde 93 (1936); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 29 
(1937); Singen (?1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Wir 
marschieren (1937); Lied über Deutschland (1937, ?1941); Kommt, singt 
und klingt (1937); Zwanzig Lieder (1938); Lieder vom Führerthing 
(1938); RJF, Unsere Lieder-Weimar (1938; nur T); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938); DSB, Liederbuch für Männerchor (1938); Auf 
großer Fahrt (1938); Unsere Lieder (71938); Marschierende J ugend 
(21938); SA-Liederbuch (21939); Die Fahne der Gemeinschaft 2 (1939); 
Stimmt an! II (1939); Alte und neue Soldatenlieder (1940); Deutsche 
Lieder (1940); Kernlieder des REM (1940); Heidelberger Liederblatt 
(1940); Singende Mannschaft (1940); Kameradschaft im Lied 4 (1940); 
Soldatenliederbuch (41940); Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); Es 
leben die Soldaten 1 (1940); SS-Liederbuch (1940, 91941); Das neue 
Soldaten-Liederbuch 3 (1941); RJF, Unser Liederbuch (61941); RJF, Unser 
Kriegs-Liederbuch (71941); Lieder des Volkes (61936); Liederblätter der 
NSG "Kraft durch Freude" 39-42 (1942); Lieder unseres Volkes (1943); 
Mein Schätzlein hör ich singen (1944). 


Es leben die Soldaten so recht von Gottes Gnaden. Kriegslied, zur 
Melodie "Des Morgens zwischen drein und vieren". 
In: 
Soldatenlieder (1934; nur T). 


Es leben die Soldaten. Marsch. 
In: 
Deutsche Soldaten-Liedermärsche 2 (1933). 


Es lebe, was auf Erden stolziert in grüner Tracht (T: Wilhelm 
Müller, 1822). Melodie nach Nathusius. Titel: Jägers Lust. 
In: 
Singendes Volk 4 (1933); Soldaten-Liederbuch (1936). 


Es lebt der Eisbär in Sibirien, es lebt in Afrika das Gnu. 
Scherzlied. Titel: Nur Du. 
In: 
RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); Singen (?1937); Der 
Kilometerstein (?1937). 


Es lebt (lebe) der Schütze froh und frei, mit ihm die ganze 
Jägerei. Jägerlied und Kampflied (Reiftanzlied) aus Deutsch-Österreich, 
Neumarkter Gegend, aus: Victor Zack, "Steirische Soldatenlieder". 
Zuweilen mit Ergänzung - Aktualisierung - des originalen Textes. Titel: 


E 1572 





Schützenlied. 
Textprobe (5. und 6. Strophe): 
"Es leb' das Oberschlesierland, 
weil es zum Deutschtum sich bekannt. (...) 


Der Franzmann ist ein schwarzer Schuft; 

doch wenn bei uns die Freiheit ruft, 

dann fliegt er in die Luft". 
In: 
Was der Deutsche singt (1932; "Schützenlied"); Das Soldatenlied (1932); 
Liederbuch der NSDAP (211933; nur 3 Strophen T); Heil Hitler! (1933); 
Blut und Ehre (1933); Heil Hitler Dir! 2 (1933; nur T, Variante: "Es zieht 
der Schütze"); Deutsche Kampf- und Volkslieder (1933; Variante s. 0.); 
Deutsche Lieder im Wehr- und Arbeitsdienst (1933); Neues Deutschland 1 
(1933); Wir wollen singen (1933); Deutsche J ugend heraus (1. Folge, 
1933); Die Fahne hoch! (1933; eine auf die Grenzmark und gegen Polen 
bezogene Version); Zum Kampfe für die Freiheit! (1933); Deutschland 
über alles! (21933); Deutschland über alles! (?1933; Version für die 
Grenzmark); Schlesisches SA-Liederbuch (?1933; Variante s. o., nur T); 
Trum, trum (21933); Jung Deutschland II (1933); Deutsche Lieder der 
NSBO und der DAF (21934); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Wohlauf 
Kameraden (1934); Arbeitsdienst-Liederbuch (1934); Schutz- und Trutz- 
Lieder-Buch (1934; antipolnische Version, "In vorliegender Fassung 
volkstümlich in der Grenzmark"); Soldatenlieder (1934); Liederbuch der 
SA-Marine (1934); Lieder der SS Pommerns (1934); J ungdeutschlands 
Lieder (1934); Deutsche Lieder der Nation und des Volkes (1934); Treu 
unserm Volke (1934); Lieder der Pommerschen SA (?1934); Liederbuch 
des Turner-Musikant (1934); Die weiße Trommel (21935); Singkamerad 
(31935, 81937); Soldaten-Liederbuch (1936); RJF, Liederbuch Gebiet 
Nordmark (1936); Soldaten singen (1936); Soldaten Kameraden (1936); 
Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Lied über Deutschland 
(1937, 1941); Soldaten singen alte und neue Lieder (1937); Singen 
(?1937); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 29 (1937); Unsere 
Lieder (71938); Soldaten-Liederbuch (1938); Marschierende J ugend 
(21938); Liederbuch der SA (91938); RJF, Liederblatt der HJ 79/80 
(1939); SA-Liederbuch (21939); Liederbuch der Luftwaffe (1939, 1940); 
Kameradschafts-Lieder (1939); RJF, Musikblätter der HJ) 79/80 (1939); 
Lied über Deutschland 3 (1940); Soldatenliederbuch (41940); Steirisches 
Liederblatt 1 (1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); Im gleichen Schritt 
und Tritt (1941); Heute wollen wir ein Liedlein singen (41941); RJF, Unser 
Kriegs-Liederbuch (71941); Hellau! (1942); Singt alle mit! (1944). 


Es lebt der Schütze froh und frei (T: eingesandt vom 
Schlesischen Beobachter). Aktuelle Textparodie des Volksliedes. 
Textprobe: 
"Es lebe auch das Schlesierland, 


E 1573 





befreit es aus der Polenhand (...). 
Es lebe ferner Ruhr und Rhein, 
kein welscher Scherge darf dort sein. 
Und kommt der Feind ins Land herein 
und wirds der Franzmann selber sein, 
wir lassen unser Rheinland nicht (...)". 
In: 
Durch Kampf zum Sieg! (71926; nur T). 


Es liebten sich zwei inniglich. Volkslied aus Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Es lieget im Graben die tapf're Kompanie (T: entstanden 1935 bei 
der 3. Kompanie, Ergänzungs-Btl. 17 in Zerbst - unter Hptm. Clausen). 
Kriegslied, zur Melodie "Obs stürmt oder schneit". Titel: MGK-Lied. 

Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Weit über kahle Felder und über Niemandsland 
ziehn graue Nebelschwaden und weißer Pulverdampf, 
hier kämpft die brave M.G.K., 

sie hemmt des Feindes Lauf, 
mit ihren Todesgarben hält sie den Angriff auf. 


Und läßt uns in Stich einst das treulose Glück, 
und kehren wir nicht mehr zur Heimat zurück, 
deckt uns auch fremde Erde, 
umfängt uns Todesnacht: 
im Osten und im Westen wir halten die Wacht". 
MGK = Maschinengewehrkompanie. 
In: 
Die Wehrmacht singt (1939); Soldatenlieder von Front und Heimat 
(1940). 


Es liegt ein Dörflein mitten im Walde (T: nach Arno Holz). 
Kriegslied, onA. 
Vgl. R. Salzbrenner. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Es klingt das Lied vom alten Blücher, 
Dörfler jauchzten: >Sie sind das, 
und die Mädchen schwenken die Tücher, 
und die Burschen rufen: hurra! 
Gott segne die goldnen Saaten, 
dazu das weite Feld, 
des Hitler graue Soldaten 
ziehn wieder ins grüne Feld". 


E 1574 





Diese 3. Strophe bei Arno Holz nennt "des Kaisers junge Soldaten"; 
das Original-Chanson äußert gerade Vorbehalte gegen den Krieg. 
In: 
Liederbuch der Wehrmacht (1937; nur T). 


Es liegt ein Schloß in Österreich, das ist gar wohl erbauet von 
Silber und von rotem Gold (T: nach einem Flugblatt, 1606). Melodie, 
1540, nach einer Handschrift von 1648, 1842 von Erk aufgez. Auch in: 
"Der Zupfgeigenhansl" (111915). 

In: 

NSLB, Unser Lied 2 (21935); Deutsche Volkslieder 2 (1935); Unser das 
Land (1937); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Volksliedsingen im 
Schulfunk 13 (29. September 1938); Brünn ist nit hin (1939; Variante: 
"steht ein"); Lied über Deutschland (1941); Deutsche Musik A, B (1941; 
"Volksweise, vor 1540 bei Forster Il"); Lieder unseres Volkes (1943). 


Es liegt eine Krone im grünen Rhein, gezaubert von Gold und 
Edelstein (T: Heinrich Dippel). Titel: Das Herz am Rhein. 

Vertonungen u. a. von Wilhelm Hill und Edwin Schultz. 
In: 
Deutsche Volks- und Kampflieder für die HJ und das J ungvolk (1933; nur 
T, Melodie onA); Heil Hitler! (1933; nur T, 0onA); S.A. Liederbuch (1933); 
Liederbuch für Dt. Frauen und J ungmädchen-Verbände (1934); Deutsche 
Lieder der NSBO und der DAF (21934; nur T, onA); Einig Volk/ Einig Sang 
(1934); Einig Volk/ Einig Sang (1934); Flieger-Liederbuch (1938; nur T, 
onA). 


Es liegt etwas auf den Straßen im Land umher (T: Börries von 
Münchhausen). Heimatlied, onA. Titel: Straßenlied. 
Vgl. K. Bleyle. 
Textprobe (1. Strophe): 
Ma) 
in Welschland und in Britanien und am Meer, 
am Rhein und wo die Scholle der Newa 
splittert wie Glas. 
Es liegt etwas auf den Straßen, 
und ich weiß nicht was". 
In: 
Folget der Fahne und dem Führer (1934); Mein Deutschland (1936, 1938). 


Es ließ sich ein Bauer ein Faltrock schneidn. Tanz, norddeutsch 
um 1840, jedoch als Lied schon fürs 16. Jh nachweisbar. Nach Erk-Böhme, 
"Deutscher Liederhort" Ill. Titel "Der Faltrock". 

Vgl. Et leet sick en Buur. 


E 1578 





In: 

Lieder des Volkes (1936; die Hgb. blieben bei "Paltrock"); Unser das Land 
(1937; "Dor leet sek en Buur en Paltrock snien"); RJF, Wir Mädel singen 
(1937, 21938); RJF, Liederblatt der HJ) 71/72 (1938); R)JF, Musikblätter der 
HJ) 71/72 (1938); Deutsche Lieder (1940; "Freie Übersetzung aus dem 
Niederdeutschen"). 


Es marschierten drei Regimenter vom Ungarland herauf. 
Soldatenlied, Variante: "Es zogen". 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Es naht die holde Frühjahrszeit, wo all die Bäume blühn (T: 
unbekannt). Wildschützenlied. 
In: 
Liederbuch der Wehrmacht (1937; nur T). 


Espe, (Franz Xaverius Wilhelm) Walter 
Ransbach/ Westerwald, 3. Dezember 1895 - Fulda, 1. November 1968. 

Schriftsteller, Operettenkomponist in Berlin-Halensee seit 1922. 1941 
erhielt er von der RTK die Zulassung für ein Gastspielunternehmen zwecks 
Theateraufführungen im Rahmen einer Wehrmachttournee. 

Nach 1945 zuletzt in Fulda. 
Werke, meist unter Pseudonym Victor Corzilius: u. a. Filmmusik; 
Operetten und Schwänke. 


NSDAP seit 1/V/32, Nr. 1.105.434, jedoch 1934/35 gestrichen. 
Dem Sieg entgegen! Melodram für Chor und StreichOrch, 1933 als 
Aufnahme der "NS-Schallplatten-Industrie" verbreitet. 

Das Etikett nennt den bürgerlichen Name Espe. 

Deutsche Matrosen fahren in die Heimat (T: Hans Pflanzer). Lied (u. 
a. FSt. Berlin, 23/V11/33, Harald Paulsen mit Chor und Orch, von 
Schallplatte). 

Musik zum Tobis-Film Sehnsucht nach Afrika (Tobis, UA: 13/1/39; 
Prädikat: Künstlerisch wertvoll, volksbildend, Lehrfilm). 

Der Film - u.a. mit Bengt Berg und Familie - hält koloniales 
Begehren am Leben. Die unterschwellige Kulturpolitik blieb den Aliierten 
verborgen. 

Information: FA. Den Todesfall beurkundete das Standesamt Fulda, 
Nr. 1004/1968. 


Es pfeift von allen Dächern siehe: F. Mahrer 


E 1576 





Espich, Oskar 


Orchestermusiker in Magdeburg; Städt. Kammermusiker und seit 1910 
Geiger im Städt. Orchester. 
Werke: Märsche im Wk. I, so "Unsere 66er" Op. 25. 


Op. 27. Sieg auf Sieg! Marsch für Harmoniemusik mit SaxStn. (1942) 
[KW]. 

Information: Wegen Kriegsverlust der Einwohnerkartei konnte das 
Stadtarchiv Magdeburg (11/VI/98) Espich nur aus den Adreßbüchern von 
1905 bis einschließlich 1934 nachweisen. Laut Ordnungsamt Magdeburg, 
Einwohnermelde-Abt. (18/VIII/98), seien zu Espich keine Melde- und 
Archivunterlagen mehr vorhanden. 


Es ragt ein Kranz von Riffen bei Schottland aus der Flut (T: Ft. 
Maat Knoll). Kriegslied, onA. Titel: Scapa Flow. 
Textprobe (7. Strophe): 
"Geschlagen sind die Sieger 
so mancher heißen Schlacht; 
wie Beute, nicht wie Krieger, 
sind sie vom Feind bewacht". 
In: 
Liederbuch der SA-Marine (1934); Deutsches Marine-Liederbuch (1935; 
nur T). 


Es raunen die Wogen, es rauschet die See (T: Helmut Lorenz, 
1927). Trutzlied, 0nA. Titel: Versunkene Flotte. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Nicht klagen, frisch wagen! 

Wir strecken den Kiel! 

Wir wissen, was wir besessen. 

Mit neuen Schiffen zum alten Ziel! 

Versunken, doch nimmer 
vergessen". 

Das Lied knüpft an den Verlust der deutschen Kriegsflotte im Wk. I 
an."Seegeltung" hieß Machtdemonstration mit der deutschen Flagge über 
Kanonenrohren. 

In: 
Liederbuch für Dt. Frauen- und Jungmädchen-Verbände (1934; nur T). 


Es rauschen im Winde die Fahnen blutig rot, trotz Mord, List und 
Lüge, Terror und Verbot! (T: Eberhard Jeran). NS-Kampflied, zur Melodie 
"Und wenn wir marschieren" (Gättke) oder einer Abwandlung davon [HD]. 

Textprobe (2. Strophe mit Refrain): 

"Hehr fliegt uns zum Sturme 


E 1577 





das Hakenkreuz voran. 

Zum letzten Entscheide 

folgen Mann für Mann". 
In: 
Unter Hitlers Fahnen (1932; nur T, 0onA); Liederbuch Hamburgischer SA 
(61933; onA); Freiheitslieder des Dritten Reiches für Schulen (1933); 
Vorwärts SA. (21933); S. A. Liederbuch (1933); Siehst du im Osten das 
Morgenrot (1939; nur T). 


Es rauscht durch deutsche Wälder siehe: P. Bellingroth 


Es rauscht durch Stadt und Felder, es rauscht durch Rohr und 
Ried (T: onA, jedoch an Bellingroth angelehnt und aktualisiert). Kampflied 
der HJ, zur Melodie "Wir traben in die Weite" (Jahn). Titel: Hitler-)J ugend 
heraus! 
Vgl. P. Bellingroth. 
Textprobe (5. Strophe): 
Und will der Mut erbleichen - 
die Herzen himmelan! 
Des Hakenkreuzes Zeichen 
weht unserm Weg voran. 
Kein Sturmwind soll 
uns biegen, 
wir fechten's ehrlich aus. 
Zu kämpfen und zu siegen: 
>Hitler-)J ugend heraus<". 
In: 
Liederbuch der NSDAP (211933); Heil Hitler Dir! 1 (41933); Heil Hitler Dir! 
2 (1933); Horst-Wessel-Marschalbum II (1933). 


Es regnet siehe: K. F. Zelter 


Es regnet = Es tröpfelt 


Es regnet auf der Brücke, und es ward naß (T: aus dem 
Vogtland). Kinderreigenlied. 
In: 
NSLB, Unser Lied 1 (31935); Lieder des Volkes (61936). 


Es regnet ohne Unterlaß. Kinderlied. 
In: 
Klingend Erbe (1941). 


E 1578 





Es reisen drei Knaben aus, rosenrot, sie reisen nach Amsterdame. 
Volkslied aus Lothringen. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 25 (11. März 1937). 


Es reist ein Matrose vom Kriege heim. Aus Rußland, in 
"Volkslieder aus der bayrischen Kolonie Jamburg am Dnepr". Titel: 
Soldatenheimkehr. 

In: 
RJF, Liederblatt der HJ 22a (1935); Volksliedsingen im Schulfunk 24 (25. 
Februar 1937); Lied über Deutschland (?1941). 


Es reiten itzt die ungrischen Husaren vom Ungarland herauf bis 
an den Rhein (Lied der Szekler Husaren). Soldatenlied, süddeutsch, 
Erstdruck in: "Münchner Liederblatt" (1911), "Der Zupfgeigenhansl" 
(101913) und "Deutsche Soldatenlieder" (1915). 

Textprobe (5. Strophe): 

"Auch viel Vorliebens haben die Husaren 

vom Ungarland herauf bis an den Rhein, 

und 's wird manch langzopfets Mädle 

fragen, 

schöns Mädle fragen, 

wo mögen itzo die Husaren sein?" 
In: 
Das Soldatenlied (1932); Blut und Ehre (1933); Lager-Lieder (1933); 
Soldatenlieder (1934); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Stimmt an! 
(1934); Liederbuch des BDM (1934); Wohlauf Kameraden (1934); HJ singt 
(1934); Kämpfende Mannschaft (1934); Singkamerad (31935, 81937); 
NSLB, Unser Lied 2 (21935); Vorwärts! Vorwärts... (1935); Die weiße 
Trommel (21935); Lobeda-Singeblatt 6 (1935); Kameraden, wir 
marschieren (1935); Glück ab, Kameraden! (1935); RJF, Musikblätter der 
HJ) 33 (1935); Niederdeutschland (1936); Soldaten singen (1936); 
Lobeda-Singebuch 1 (1936); RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); 
Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Lied über Deutschland 
(1937, ?1941); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Marschierende Jugend 
(21938); DSB, Liederbuch für Männerchor (1938); DSB, Singendes Volk 
13 (1938); Soldatenliederbuch (41940); Lied über Deutschland 3 (1940); 
SS-Liederbuch (1940, 91941); Im gleichen Schritt und Tritt (1941); Das 
neue Soldaten-Liederbuch 3 (1941); Lieder unseres Volkes (1943). 


Es reitet ein Edelmann. Volkslied aus Schwaben. 
In: 


Schwäbisches Liederbuch (41938). 


E 1572 





Es ritt eine Landwehr ins fremde Land. Der Weg war ihr sehr 
unbekannt. Kriegslied aus Wolhynien, in: Kurt Lück und Robert Klatt, 
"Singendes Volk". Volkslieder aus Kongreßpolen und Wolhynien ("Deutsche 
Heimathefte", Band 4, Posen, 1935). 

Textprobe (4. und 5. Strophe): 

"Schenk sie uns ein ein volles Glas! 
Wir Preußen, wir bezahlen das. 


Sie nahmen die Gewehre 
in ihre Hand 
und schlugen die Feinde, 
's war eine Schand". 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ) 87/88 (1939); RJF, Musikblätter der HJ) 87/88 
(1940). 


Es ritt ein Herr und auch sein Knecht, Zucker und Kauken, den 
schmalen Steg. Aus Westfalen, 1856. In: Erk-Böhme I. 
In: 
Niederdeutschland (1936). 


Es ritt ein Jäger wohlgemut wohl in der Morgenstunde. Volkslied, 
aus Kretzschmer und Zuccalmaglio, "Deutsche Volkslieder" (1840). 
Vgl. F. Silcher. 
In: 
RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Marschierende Jugend (21938; 
onA); RJF, Liederblatt der H) 70 (1938; onA); RJF, Musikblätter der HJ 70 
(1938); Lied über Deutschland (1941; onA); RJF, Unser Liederbuch 
(61941). 


Es ritt ein Ritter wohl durch das Ried, er hört des Königs sein 
Töchterlein. Alte Volksmelodie aus Nicolai, "Kleyner feyner Almanach". 
Titel: Vom Ritter und der Königstochter. 

In: 
Lobeda-Singebuch 1 (1936). 


Es ritten drei Reiter wohl über den Rhein, bei einer Frau Wirtin, 
da kehrten sie ein (Weberlied). Volkslied aus Nordmähren. 
Vgl. Es zogen drei Burschen 
In: 
DSB, Singendes Volk 6 (1935); NSLB, Unser Lied 2 (21935); Werkleute 
singen (1936); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Volksliedsingen im 
Schulfunk 7 (7. Juli 1938), 15 (27. Oktober 1938). 


E 1580 





Es ritten drei Reiter zum Tore hinaus, ade! Feinsliebchen das 
schaute zum Fenster hinaus (T: "Des Knaben Wunderhorn"). Weberlied 
aus Nordmähren, 1777 aufgez., in F. Nicolai, "Eyn feyner kleyner 
Almanach vol schönerr echterr liblicherr Volkslieder, lustigerr Reyen vnndt 
kleglicher Mordgeschichte, gesungen von Gabriel Wunderlich, weyl. 
Benkelsengerrn zu Dessaw" (Berlin und Stettin, 1777/78). Ferner in: "Der 
Zupfgeigenhansl" (111915). Vertont auch von G. Mahler. 

In: 

Wir singen (1934); Soldatenlieder (1934); Deutsches Frauenliederbuch 
(1935); Auf, laßt uns singen! (1936); Lieder für die Landjugend 2 (1937); 
Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Volksliedsingen im Schulfunk 7 (7. Juli 
1938), 15 (27. Oktober 1938); Unsere Lieder (71938); Chorliederbuch für 
die Wehrmacht (1940); Lied über Deutschland (1941); Im gleichen 
Schritt und Tritt (1941); Kameradschaft im Lied 23 (1942). 


Es rufen uns die freien Wogen zur Reise fort vom Vaterland 
Schwedisches Seemannslied von den Älandinseln. In: R. Götz, "Aus grauer 
Städte Mauern" (1932) und Schulten, "Schwedische Volkslieder" (1934). 
In: 

Deutschland über alles! 2 (1934); Volksliedsingen im Schulfunk 26 (März 
1940); Liederbuch der Kriegsmarine 3 (1941). 


Es sag ein jeder, was er will, daß ein Soldat muß leiden viel. 
Soldatenlied aus Hessen. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Es sang gut Spielmann durch das Ried, er sang ein schönes 
Tagelied. Um 1560. Titel: Drei Liedlein auf einer Stimme. 
In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934). 


Es saß ein Käfer aufm Bäumel, summ summ! Aus Schlesien, bei 
Hoffmann-Richter, "Schlesische Volkslieder" (1842). Auch in: "Der 
Zupfgeigenhansl" (111915). 

In: 

Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); NSLB, 
Unser Lied 1 (31935); NSLB, Unser Lied 2 (?1935); Klingend Erbe (1941); 
Lieder unseres Volkes (1943). 


Es saß ein klein wild Vögelein auf einem grünen Ästchen. 
Volkslied aus Siebenbürgen; bei Schuster, "Siebenbürgisch-sächsische 
Volkslieder" (1865). Hochdt. u. a.: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 


E 1581 





In: 

Singkamerad (31935, 81937); Lieder des Volkes (61936); Lieder für die 
Landjugend 2 (1937); DSB, Singendes Volk 24 (1937); RJF, Wir Mädel 

singen (1937, 21938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Stimmt an! II 

(1939); Lied über Deutschland (?1941); Lieder unseres Volkes (1943); 

Posener Chorbuch II (1943). 


Es saß ein schneeweiß Vögelein auf einem Dornensträuchelein. 
Flämische Volksmelodie, auch im Satz von J. Brahms. Titel: Auf grün Heid. 
In: 

NSLB, Unser Lied 2 (21935); Deutsches Grenzland im Lied Il (1937). 


Es schlägt ein fremder Fink im Land (T: H. Löns). Lied auf den 
Feldzug Tillys, mdl. überliefert. Titel: Ein Lied zum Weine. 
Vgl. K. Th. Weigl. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Der Tilly ist von Leibe klein, 
sein Schwert ist meilenlang, 
und wenn es blitzt, 
dann schlägt es ein, 
dann setzt es Brand und Stank; 
hinunter muß die Lügenbrut, 
was einer gegen diese tut, 
der Herrgott weiß ihm Dank". 
In: 
Lieder der Spur (1934); Soldatenlieder (1934); Unsre Fahne flattert uns 
voran (1934). 


Es schlägt eine Nachtigall an einem Wasserfall und ein Vogel 
ebenfalls, der nennt sich Wendehals (T: E. Mörike). Kanon zu 2 oder 3 
Stimmen. Mündl. überliefert, Fassung: F. Jöde. 

In: 

Deutsches Frauenliederbuch (1935); Niederdeutschland (1936); RJF, 
Liederblatt der H) 33 b (1938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Es leben 
die Soldaten 55 (1942). 


Es schlagen die Finken im Sonnenschein, die Amseln und Lerchen 
frohlocken (T: Hanns Glückstein). Pfälzisches Wanderlied. 
In: 
Liederbuch der Wehrmacht (1937; nur T). 


Es sei mein Herz und Blut geweiht, dich, Vaterland, zu retten (T: 
F. von Schlegel, 1809). Melodie von 1817, "Weihelied der schwarzen 


E 1582 





Freischar"; Erstdruck in: Groß und Klein, "Deutsche Lieder für Jung und 
Alt" (Berlin, 1818). Bläsersatz: F. Dietrich (1936) [B]. Titel: Gelübde. 
Textprobe (4. Strophe): 
"So spotte jeder der Gefahr! 
Die Freiheit ruft uns allen. 
So will's das Recht, 
und es bleibt wahr, 
wie auch die Lose fallen; 
ja, sinken wir der Übermacht, 
so woll'n wir doch 
zur Todesnacht 
glorreich hinüberwallen". 
In: 
Köhler's Taschen-Liederbuch (1932; nur T); Deutsche Wehr- und 
Soldatenlieder (1933; onA); Heilig Vaterland (1934); Lieder der Arbeit 
(1934; T onA); Mein Vaterland (1934); Die weiße Trommel (21935); RJF, 
Liederblatt der HJ 2 (1935); Singkamerad (31935, 81937); Die Feier der 
jungen Front 3 (1935); Bekenntnis zum Reich (1935); Deutschland im 
Lied (1936); Lieder des Volkes (61936); Werkleute singen (1936); Lieder 
für Schulfeiern 2 (1936); Neues Deutschland 2 (1937); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938); Lied über Deutschland 3 (1940); RJF, Unser 
Liederbuch (61941); Kameradschaft im Lied 16 (1941). 


Essen fassen. Deutsches J agdsignal. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 4 (20. Mai 1937). 


Esser, Ben 
Evansville, Ind. (USA), 29. Dezember 1875 - Bad Godesberg, 3. Januar 
1955. 
Komponist und Musikpädagoge, Hochschulprofessor i. R. in Bad 
Godesberg, zunächst Lehrer, dann Dozent an der PA Bonn. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Von den Rothaarbergen steigen goldne Morgenboten (T: Heinrich 
Luhmann). Sauerländ. Heimatlied. 

In: 

Unsere Lieder (71938). 


Esser, Heinrich 
1818 - 1872 


Der tote Soldat. Ballade für Gesang (Baß) und Klavier (u. a. Schles. 
FSt., *20/1V/33). 


E 1583 





Es sind einmal drei Schneider gewes'n, o je! Scherzlied, in ganz 
Deutschland verbreitet. 
In: 
Lieder des Volkes (61936). 


Es sind mir meine Stiefel geschwollen. Lügenlied. 
Vgl. Mir sind meine Stiefel. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 5 (9. Juni 1938). 


Es sitzt 'ne Frau im Ringelein mit sieben kleinen Kindelein. 
Kinderreigenlied aus Thüringen. 
In: 
Lieder des Volkes (61936). 


Eßlinger, Ferdinand Adam 
Stuttgart, 2. Mai 1879 - ? 
Komponist in Dortmund. 


Marc Antonius (T: Ernst Wöhr). Oper in einem Aufzug. 
1934/35, Gutachten: 

"Die Handlung der Oper hat den bekannten geschichtlichen Stoff zur 
Grundlage. Leider grenzt die Handlung - besonders die Tanzszenen - oft 
ans Geschmacklose, stellenweise findet sie sich auch nur in den 
Regiebemerkungen und ist so vom Zuschauer kaum zu erraten. Die 
Sprache ist geradezu entsetzlich verbogen und verschroben. So spricht 
kein Mensch. Teilweise finden sich starke Anklänge an die >Salome<. 
Soweit das Textbuch zu beurteilen ist, kann die Oper für das >Deutsche 
Opernhaus< nicht in Frage kommen. Sollte die Musik hervorragend sein, 
so müßte das Buch stark umgearbeitet werden; in der vorhandenen Form 
ist es einfach sowohl hinsichtlich der Handlung wie auch der Sprache 
unmöglich" (Quelle: BA Bestand RKK, Namensakte W. Krupka). 

Information: FA. Kein Eintrag in DMK 1942. Das Stadtarchiv 
Dortmund (30/VIII/05), gez. Buchholz, besitzt keine biographischen 
Angaben. 





Eßmann, Hans (Johannes) 
Gladbeck, 3. Februar 1912 - Münster, 25. Juli 1961. 

Militärmusiker; 1938 Musikoberfeldwebel und Musikmeisteranwärter beim 
MG-Btl. 1 in Dortmund, dann in Gera ab 1/X1/38 beim Schützen-Rgt 7, 
zum 1/11/39 MM, ab 1/VIII/42 OMM. 

Nach 1945 Privatmusikerzieher und Chorleiter in Münster, 1956 in 
Bremen aals Hauptmann Leiter des Musikkorps II B der Bundeswehr, dann 
bis 1959 des Musikkorps I A Stuttgart und des Musikkorps Ill B Münster. 


E 1584 





Werke u. a.: Polonaise für Blasmusik. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Die schönsten Männer gibt's beim Militär. Marsch und Marschlied 

(eigener T). Für Blasmusik mit SaxStn. (1937) [Novität, Berlin]. 
Information: LdBl. 


Es soll sich der Mensch nicht mit der Liebe abgebe. Scherzlied aus 
Hessen-Nassau. Dialektform in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). Titel: 
Liebesklage. 

In: 
Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934; schles, 
Dialektfassung); Der Kilometerstein (?1937). 


Es spielet drei Herre. Volkslied aus Schwaben. 
In: 


Schwäbisches Liederbuch (41938). 


Es starrt von Feindeshorden des Brenners Scheidewand, getrennt 
vom deutschen Norden, Deutsch-Südtiroler Land (T: onA). 
Revanchistisches Kampflied, zur Melodie "Zu Mantua in Banden". Titel: 
Südtiroler Freiheitslied. 

In: 
Was der Deutsche singt (1932; nur T); RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark 
(1936). 


Es stehen drei Birken auf der Heide, vallerie und vallera (T: H. 
Löns, "Der kleine Rosengarten"), onA. Titel: Verschütt. 

Der Text ist mehrfach vertont. 
In: 
Heil Hitler! (1933); Deutsche Lieder im Wehr- und Arbeitsdienst (1933; 
nur T); Unsere Lieder (?1933); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF 
(21934); J ungvolk-Lieder (21934); Liederbuch der SA (91938). 


Es stehet in Deutschland = Es steht an der Ostsee 


Es stehn drei Stern. Volkslied aus Schwaben. 
In: 
Schwäbisches Liederbuch (41938). 


E 1585 





Es steht an der Grenze die eiserne Schar. Sie kämpfet für 
Freiheit aus J udengefahr. Selbständige Variante des folgenden Titels, onA. 

Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Herbei nun, ihr Kämpfer 

fürs Großdeutsche Reich, 
nur ehrliche Männer, der Stand ist uns gleich. 
Ob man uns schikanieret, 
das macht uns garnichts aus. 
Parole, sie lautet: Die Juden schmeißt 'raus. 


So steh'n wir gerüstet von nordischem Blut. 

Dem Führer zu geben das Leben, das Gut. 

Wenn Adolf Hitler führet, 

er führt aus dunk'ler Nacht 

uns hin zum Freiheitsmorgen: 

Groß Deutschland erwacht". 
In: 
Was die SA singt (1935); Flieger-Liederbuch (1938; nur T); Singend 
marschieren wir (1938). 


Es steht an der Ostsee die eiserne Schar, die Kämpfer für 
Freiheit gegen J udengefahr. Antisemitisches Lied, onA, in der SA mit 
mehreren Varianten überliefert (u. a. RS Hamburg, *20/1V/39 mit 
Variante "an der Elbe"). 

Die Melodie ist weitgehend identisch mit der des Panzerliedes "Ob's 
stürmt oder schneit". 

Textprobe (2. Strophe): 

"So stehn wir Getreuen vom arischen Blut, 
dem Führer zu weihen 
das Leben und das Gut. 
Wenn Adolf Hitler führet, 
er führt durch dunkle Nacht 
uns hin zum Freiheitsmorgen, 
Großdeutschland erwacht". 
In: 
Heil Hitler! (1933); Lieder der Pommerschen SA (?1934); Lieder der SS 
Pommerns (1934); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934); 
Singen (?1937); Siehst du im Osten das Morgenrot (1939; nur T); SS- 
Liederbuch (61940, 91941; u. a. Variante: "Es stehet in Deutschland"). 


Es steht ein Baum im Odenwald, der hat viel grüne Äst (T: aus 
"Des Knaben Wunderhorn"). Volksmelodie aus der Altmark. Mit Melodie 
nach Reichardt auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 
In: 
Der Ring (1935); Flieger-Liederbuch (1938); Volksliedsingen im Schulfunk 
3/3 a (11. Mai 1939); Lied über Deutschland (?1941). 


E 1586 





Es steht eine Burg, eine reiche Burg, ein Schloß mit hohen Zinnen 
(T: aus dem Niederdeutschen, 17. Jh). Geistliches Huldigungslied, zur 
Melodie "Sing heut und freu dich, Christenheit" (Johann Horn, 1544). 
Titel: Die reiche Burg. 
In: 
Wehr und Waffen (1936). 


Es steht ein Lind in jenem Tal, ist oben breit und unten schmal 
(T: nach dem Liederbuch der Fenchlerin, Straßburg, 1592). Melodie aus 
den "Souterliedekens" (Antwerpen, 1540). Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" 
(111915). 
In: 
Lose Blätter 168 (ab 1934); Deutsche Lieder für die Jugend (21935); 
Unser das Land (1937); Marschierende Jugend (21938; onA); Stimmt an! 
II(1939; onA); Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940; onA); Lied über 
Deutschland (?1941); Lieder unseres Volkes (1943). 


Es steht eine Mühle im Schwarzwälder Tal. Melodie und Text 
nach mündl. Überlieferung und dem Gesang der Truppe aufgez., mitgeteilt 
von Stabswm. Daehn. Titel: Die Mühle im Schwarzwald. 

In: 
Kriegslieder des deutschen Volkes (1939); Soldatenlieder von Front und 
Heimat (1940). 


Es steht ein kleines Häuselein auf der Alm. Urheber unbekannt. 
In: 
Soldatenliederbuch (41940). 


Es steht ein Lind in diesem Tal, ach Gott, was tut sie da? (Klage 
um das verlorene Feinslieb). Volkslied aus Nürnberg, 1542. Auch in: 
Wolfram, "Nassauische Volkslieder", und "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 

Mehrfach vertont, so von Wilhelm Berger. 

In: 

Alte deutsche Volkslieder (1933; Variante: "stand...im tiefen Tal"); Lose 
Blätter 148, 269 (ab 1934); Das Männerlied (1934); NSLB, Unser Lied 2 
(21935); Singkamerad (31935, 81937; Variante: "in jenem"); Unser das 
Land (1937); Lied über Deutschland (?1941; Variante: "in jenem"). 


Es sulll sich halt keener = Es soll sich der Mensch 


Es taget schon im Osten, es taget überall. Erwacht ist schon die 
Lerche (T: Hoffmann von Fallersleben). Morgenlied, onA. 


E 1587 





In: 
Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934; nur T). 


Es taget vor dem Walde, stand uf, Kätterlin (T: drei Fassungen, 
1544 und 1553). Liebeslied aus dem Schedelschen Liederbuch, 1461. Mit 
Melodie von Fritz Bürki in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 
Vgl. J. Ott. 
In: 
Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Lose Blätter 69 (ab 1934); NSLB, 
Unser Lied 2 (21935); Unser das Land (1937); Deutsche Musik A (1941). 


Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann in unserm Haus herum (T: aus 
"Des Knaben Wunderhorn"). Kinderlied, Nord- und Mitteldeutschland, u. a. 
in: Lewalter-Schläger, "Deutsches Kinderlied und Kinderspiel" (Kassel, 
1911) [K]. 
In: 
Singkamerad (31935, 81937; T: Volksmund); NSLB, Unser Lied 1 (31935); 
Lieder des Volkes (61936); Lieder für die Grundschule (1938; Variante: 
"tanzt ein Butzemann"); Kinderliedersingen 22 (1938; Variante: "in 
unserm Kreis"); Klingend Erbe (1941); Lieder unseres Volkes (1943). 


Es tanzt eine Maus in Großvaters Haus. Kinderlied. 
In: 
Klingend Erbe (1941). 


Esterl, J. Paul 
Vornbach/ Krs. Passau, 5. September 1883 - Stuttgart-Bad Cannstatt, 
25. September 1943. 
Pianist, Organist und Cembalist in Stuttgart-Cannstatt, auch Klavierist und 
Betriebsobmann des Württemberg. Landesorchesters. 
Werke: u. a. Schwäbische Volksmusik für Orchester (1935). 


NSDAP seit 1/X11/30, Nr. 376.223. 
Hindenburgbau-Marsch (Südfunk, 29/VI11/33). 
Der Titel feiert einen Festsaal in Stuttgart. 
SA-Standartenmarsch (RS Stuttgart, 31/V/34). 
Tirol, du bist mein Heimatland (T: die Komponisten). Heimatlied, zus. 
mit A. Zweigle [L&Z]. Für Harmonika: F. Köppl (1936) [EP]. 
Textprobe (5. Strophe): 
"Wenn ich gestorben bin, 
legt mich ins kühle Grab, 
wo deutsche Eichen stehn, 
senkt mich hinab". 


E 1588 





In: 
Neues Deutschland 2 (1937); Soldaten-Liederbuch (1938); Liederbuch der 
Luftwaffe (1939; onA); Soldatenliederbuch (41940); Das neue Soldaten- 
Liederbuch für Akkordeon (1940); Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 
Information: Standesbeamtin Dangelmaier, Stuttgart (24/III/98), 
stellte für diese Auskunft und 7 weitere ohne gesetzlich bestimmte 
Absprache 50 DM "Ermittlungs- und Suchgebühr" in Rechnung und setzte 
sie auf Antrag nicht aus. Aus Rechtsgründen verbot sich die Zahlung. 


Esterl, Willy 
Krumbach/ Bayern, 30. September 1906 - Darmstadt, 2. April 1978. 

Sohn eines Postinspektors und Amateurmusikers; Solocellist in Stuttgart, 
ab 1938 in Breslau in gleicher Funktion bei der Schlesischen Philharmonie, 
auch noch 1942. Mitglied des Beerwald-Trios. Dann in Augsburg danach in 
Dresden Mitglied des später in die Staatskapelle integrierten Dresdner 
Streichquartetts, zuletzt mit dem Orchester nach Hof in Bayern evakuiert. 

Nach 1945 in München, wo er das Dresdner Streichquartett neu 
begründete, ab 1951 Professor am Konservatorium Osnabrück, 1954-71 
Solocellist im Theaterorchester Darmstadt, danach hier i. R. 


NSDAP seit 1/1V/32, 1.026.674. 

Information: Die Standesämter 86381 Krumbach (Schwaben), 64658 
Fürth/Odenwald (für Krumbach) und 88605 Sauldorf (für Krumbach bei 
Meßkirch) haben (Mai/Juni 1999) keinen Geburtseintrag, so auch das 
Standesamt 35442 Biebertal (10/IX/99) für den jetzigen Ortsteil 
Krumbach. Gleiches teilte das Landratsamt Mittweida, Urkundenstelle (18/ 
X/99) für zwei weitere Orte Krumbach (Crumbach) in seinem Kreis mit. 
Andere Orte Krumbach nennt das Postleitzahlverzeichnis der BRD nicht. 
Der Sohn des Künstlers, Dietrich Esterl, gab den Geburtsort Krumbach 
(Bayern) (23/X1/00) an; eines der Standesämter, Leitzahl 8, gab also 
falsche Auskunft - gesetzwidrig. Der DMK 1942 führt Esterl noch in 
Breslau. 


Es tönen die Lieder, der Frühling kommt wieder. Kanon zu 3 
Stimmen, volkstümlich (= Melodie von A. Spieß). 
In: 
Wir wollen singen (1933); Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 
41934; Melodie onA, "Volkstümlich im 19. Jahrhundert"); Liederbuch des 
BDM (1934); Lobeda-Singeblatt 3 (1934; onA); Deutsche Volkslieder 2 
(1935); Die Müttersingstunde (1935; onA); Singkamerad (31935, 81937); 
Niederdeutschland (1936); DSB, Singendes Volk 19 (1937); RJF, Wir 
Mädel singen (1937, 21938); Lieder für Werk-Frauengruppen 4 (1937); 
Lieder für die Grundschule (1938); Unsere Lieder (71938); Volksliedsingen 
im Schulfunk 26 (24. März 1938; "Volkslied aus dem 19. Jahrhundert"); 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); Lied über Deutschland 
(?1941); Lieder unseres Volkes (1943). 


1589 





Es tönt auf grüner Heide das Döberitzer Lied (T: onA = Eberhard 
Hübner). Arbeitsdienstlied, zur Melodie des Kaiserjägerlieds (Depolo). 


Titel: Döberitzer Lied. 


Tondokument - vom 29/V111/37 - im DRA: 1820111-42. 
Textprobe (4. Strophe): 


"Und wenn einer neuer Morgen 
den Freiheitskampf gebracht, 
und über Not und Sorgen 

das deutsche Volk erwacht, 
dann lassen wir vom Spaten 
und greifen zum Gewehr. 

Und steh'n als Frontsoldaten 
im deutschen Freiheitsheer". 


Der Text enthält bereits die Ankündigung des kommenden Krieges. 


In: 


Deutsche Lieder im Wehr- und Arbeitsdienst (1933; nur T, 0onA). 


Es tönt auf grüner Heide das Werksoldatenlied (T: E. Hübner). 
Früheste Textversion, zur Melodie des Kaiserjägerlieds (Depolo), aus den 
Anfängen des NS- Arbeitsdienstes. Titel: Das Werksoldatenlied. 

Tondokument - vom 29/VI11/37 - im DRA: 1820111-42. 

Textprobe (1. Strophe): 


In: 


lee) 

Im grauen Arbeitskleide 
stehn wir in Reih und Glied. 
Wir tragen Beil und Spaten 
statt Kugel und Gewehr. 
Wir sind die Werksoldaten, 
wir sind das graue Heer". 


Ähre und Spaten (1934; nur T, 0nA); Singend wollen wir marschieren 


(21936); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Neues Deutschland 
2 (1937); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Deutsche Musik A, B (1941). 


Es tönt auf grüner Heide das Werksoldatenlied (T: Dichter 


unbekannt = Eberhard Hübner). Arbeitsdienstlied, zu einer Volksmelodie. 


In: 


Lieder der Arbeit (1934; die hier verwendete Melodie ist nicht die des 


Kaiserjägerliedes). 


Es tönt durch alle Straßen das Meseberger Lied (T: Güntzel), 


zur Melodie "Es pfeift von allen Dächern" (Mahrer). 
Textprobe (4. Strophe): 
"Und wenn ein neuer Morgen 
den Freiheitstag gebracht, 


E 1590 





und über Not und Sorgen 
das deutsche Volk erwacht, 
dann lassen wir den Spaten 
und greifen zum Gewehr 
und stehn als Werksoldaten 
im deutschen Freiheitsheer". 
In Meseberg bei Wolmirstedt befand sich ein Arbeitsdienstlager. Der 
hier angebene Text stammt jedoch von E. Hübner. 
In: 
Das Lied des Arbeitsdienstes (1933; nur T). 


Es tönt durch deutsche Lande das Lied vom Arbeitsdienst (T: S. 
Eglins). RAD-Lied, zur Melodie "Ich schieß den Hirsch". 

Textprobe (3. und 4. Strophe): 

"Zu tilgen Deutschlands 

Schande 

sind wir allzeit bereit, 

wir helfen unserm Lande 

aus Arbeitslosigkeit; 

wir säen grüne Saaten, 

wo and're Unkraut sä'n. 

Wir woll'n als Werksoldaten 

getreu zur Heimat steh'n. 


Und wenn ein neuer Morgen 
den Freiheitskampf gebracht 
und über Not und Sorgen 
das deutsche Volk erwacht, 
dann lassen wir vom Spaten 
und greifen zum Gewehr 
und steh'n als Frontsoldaten 
im deutschen Freiheitsheer". 
Dieser Text stammt tatsächlich von Eberhard Hübner. 
In: 
Wir singen (1934). 


Es träumt die deutsche Flotte am Grund der Scapa-Bai von ihren 
Siegesfahrten. Kriegslied, zur Melodie "O Deutschland hoch in Ehren" 
(Pierson). Titel: Deutsche Meereswacht. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Vom Skagerrak der Schimmer, 
er ist uns helles Licht, 

er führt uns allerwegen 

den Ehrenpfad der Pflicht. 

Es ist der Toten Heldenschar 
uns Vorbild jederzeit, 


E 1591 





in deutscher Treu' zu 
Deutschlands Aar 
zu steh'n in Freud und Leid. 
Treu und fest, in jeder 
schlimmen Not, 
stets bereit zum deutschen 
Seemannstod, 
laßt bringen uns auf weitem Meer 
Alldeutschlands Flagge hoch zu Ehr! 
Stehet fest in Nacht und Not". 
In: 
Liederbuch der SA-Marine (1934; nur T). 


Es tröpfelt, es tröpfelt, die Blumen sind so matt (T: onA). 
Volksmelodie. Titel: Es regnet. 
In: 
Lieder für die Grundschule (1938). 


Es verblühet keine Rose ohne Dornen. Volkslied aus Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Es wachsen blaue Beer'n. Nordische Volksmelodie. Titel: In 
unserm Wald. 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 111/112 (1941); RJF, Musikblätter der H) 111/112 
(1941). 


Es war auf der Polen Erde, wo manch junges Leben schwand (T: 
onA). Kriegslied, zur Melodie "Unter Erlen steht eine Mühle". 
Textprobe (5. und 6. Strophe): 
"Schüsse krachen 
aus dem Dunkel, 
eine Kugel traf ihn gut. 
Unter hellem Sterngefunkel 
liegt der Kriegersmann im Blut. 


Schon vom Tode arg gezeichnet, 
denkt er noch einmal zurück, 
an die Heimat, an die Mutter, 
an sein kurzes Liebesglück". 
In: 
Neue Kriegslieder (1940). 


E 1592 





Es war auf Frankreichs Feldern dicht bei der Festung Metz (T: 
onA). Kriegslied auf eigene Melodie. Titel: Auf Frankreichs Feldern. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Und sollt ich's nicht erleben, 
daß frei sei unser Land, 
grabt mir auf Frankreichs Feldern 
ein Grab im Kreidesand!" 
In: 
Was der Deutsche singt (1932). 


Es war eine Mutter, die hatte vier Kinder. 
In: 
Klingend Erbe (1941). 


Es war ein Kaiser an dem Rhein. 
Vgl. Es wohnt ein Kaiser an dem Rhein. 
In: 
Wir wollen singen (1933). 


Es war ein Knab gezogen wohl in die Welt hinaus. Volkslied, onA 
(RS Breslau/ RSdg "Das Antlitz der kämpfenden Mannschaft", *9/X1/36; 
hier mit Urhebernamen Kamm) 
Vgl. Eugen Büst, F. Kamm. 
In: 
Heil Hitler! (1933); Deutsche Volks- und Kampflieder für die HJ und das 
Jungvolk (1933); Flieger-Lieder, Flieger-Landesgruppe II (1934; nur T); 
Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934); . 


Es war ein König in Thule, gar treu bis an das Grab (T: Goethe). 
Ballade, 0onA. Mehrfach vertont, u. a. vonK. F. Zelter, Wenzel Heinrich 
Veit, R. Schumann und F. Schubert. 

In: 

Lager-Lieder (1933); Wir wollen singen (1933); NSLB, Unser Lied 2 
(21935); Deutsche Volkslieder 2 (1935); Das Lied im Deutschen 
Arbeitsdienst (1937); Lied über Deutschland (?1941). 


Es war ein Mädel jung an Jahren, rot war ihr Mund und zart die 
Hand. Sie war so jung und unerfahren, von Liebe hat sie nichts gekannt. 
Soldatenlied, onA. 

In: 
Heil Hitler! (1933); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934; nur 
T). 


E 1593 





Es war einmal ein Artillerist, der liebt ein Mädchen schon lange 
Frist. Soldatenscherzlied, zur Melodie "Es war einmal ein treuer Husar". 
In: 
Kameradschafts-Lieder (1939; nur T). 


Es war einmal eine Müllerin, ein wunderschönes Weib (T: 
volkstümlich). Volkslied mit Vorläufern im 15. Jh., Soldatenlied. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Ich steh' nicht auf, laß dich nicht ein, 
sprach stolz die Müllerin, 
denn ich hab' die ganze Nacht gemahlen 
mit einer Kompanie Soldaten 
vom zweiten Bataillon". 
In: 
Heil Hitler! (1933; nur T, Variante: ""ne Müllerin"); Deutsche Lieder im 
Wehr- und Arbeitsdienst (1933; nur T, Variante s. o0.); Stahlhelm- und 
Vaterlands-Lieder (1934); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934; 
nur T, jedoch entschärft); Soldatenlieder (1934; Variante: "Müllerin 
zSchaffhausen an dem Rhein"); Soldaten-Liederbuch (1936); Singen 
(?1937); Liederbuch der Luftwaffe (1939, 1940). 


Es war einmal ein Fähnrich (T: 0onA). Nach dem Gesang der 
Truppe bei einem Pionier-Btl. und mündl. studentischer Überlieferung 
bearb. von G. Pallmann. Titel: Der Fähnrich. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Liebe Eltern, wollt ihr wissen, 
was einem Kanonier gebühret? 
Auf die Nacht ein schönes Mädchen 
oder fünfundzwanzig Flaschen Bier". 
In: 
Landser-Lieder (1942). 


Es war einmal ein junger Soldat. Titel: Soldat und Markgräfin. 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Es war einmal ein Jüngling und ein Mädchen. Volkslied aus 
Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Es war einmal ein kleiner Mann, he, juchhe! Ein großes Weib, das 
mußt er han. Schwanklied aus Franken und Lothringen (Pinck). 


E 1594 





In: 
Lieder des Volkes (61936). 


Es war einmal ein Mädchen. Volkslied aus Schwaben. 
In: 


Schwäbisches Liederbuch (41938). 


Es war einmal ein Mägdelein, die mancher Knecht tät gerne frein. 
Aus Siebenbürgen. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 24 (24. Februar 1938). 


Es war einmalen ein Schneiderfest. Volkslied, 0NnA. 
In: 
Wir singen (1934). 


Es war ein Markgraf überm Rhein, der hatt drei schöne 
Töchterlein. Volkslied im hessischen Hinterland, aus dem Wiener 
Gesangbuch, 1775. Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 

In: 
Liederbuch des BDM (1934; Variante: "an dem Rhein"); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938). 


Es war einmal ein Offizier im alten Preußenheere (T: 
Heydemarck). Huldigungslied, zur Melodie "Der Gott, der Eisen wachsen 
ließ" (Methfessel). 

Textprobe (6. Strophe): 

"Dem neuen deutschen Vaterland 
hältst du die alte Treue, 
und deine liebe Vaterhand 
führt alle uns aufs neue. 
Nun klingt's durchs ganze Land 
hindurch 
in Freuden und in Schmerzen: 
Du, unser Vater Hindenburg - 
Dir jubeln unsre Herzen". 
In: 
Von Vaterland, Heimat, Helden und Soldaten (1933); Soldatenlieder 
(1934). 


Es war einmal ein treuer Husar, der liebt' sein Mädchen ein 
ganzes Jahr. Volkslied. Titel: Der treue Husar. 


E 1598 





In: 
Stahlhelm- und Vaterlands-Lieder (1934); Soldatenlieder (1934); Du und 
deine Harmonika (1940). 


Es war ein reicher Kaufmannssohn. Volkslied aus Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Es war einst ein Fähnrich wohl in ein Mädel verliebt (T: 
unbekannt). Volkslied, 0nA. 
In: 
Heil Hitler! (1933); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934); 
Liederbuch der Wehrmacht (1937; nur T). 


Es waren drei Gesellen. Scherzlied. 
In: 
Unsere Lieder (71938). 


Es waren einmal drei Reiter gefangn, gefangen waren sie. 
Volkslied, 18. Jh. Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 
In: 
NSLB, Unser Lied 2 (21935); Niederdeutschland (1936); Lied über 
Deutschland 3 (1940); Lied über Deutschland (?1941). 


Es waren zwei Königskinder, die hatten einander so lieb (T: 
niederdeutsch). Volksballade aus Brandenburg und Oberschlesien, vor 
1804; Melodie zuerst gedruckt in: "Deutsche Volkslieder" (1807). 
Aufzeichnung von 1819 aus der Nähe von Bonn durch Hoffmann von 
Fallersleben. Dialektversion in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). Titel: Die 
Königskinder. 

In: 

Wir wollen singen (1933); Liederbuch des BDM (1934); Heraus, ihr 
Kampfgesellen! (1934); Deutsche Volkslieder 2 (1935); Singkamerad 
(31935, 81937); Lieder des Volkes (61936; mit 2 weiteren Fassungen vom 
Mittelrhein 1819 und aus Lothringen); Lobeda-Singebuch 1 (1936); Das 
Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Unser das Land (1937; Variante: 
"Et wassen twe Künigeskinner"); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938; 
Variante: "Et wassen twee Kunigeskinner"); Marschierende J ugend 
(21938); Stimmt an! Il (1939); Unsere Lieder (71938; Variante: "Et 
wassen twei Kunnigeskinner"); Deutsche Lieder (1940); RJF, Liederblatt 
der HJ 93/94 (1940); Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); RJF, 
Musikblätter der HJ) 93/94 a (1940); Lied über Deutschland (?1941); 
Lieder unseres Volkes (1943; auch mit anderer Melodie aus Brandenburg); 


E 1596 





Mein Schätzlein hör ich singen (1944). 


Es war mal eine schöne, 'ne heilige Katischka, die lebte tief 
darinnen im Lande von Tscheska. Zuerst in: F. Sotke, "Rüpellieder" 
(Hagen, 1923). 

In: 
Die weiße Trommel (21935); RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); 
Der Kilometerstein (1937). 


Es war'n einmal drei J uden. Antisemitisches "Scherzlied" mit 15 
Strophen. 
In: 


Trum, trum (21933; nur T, onA); Der Kilometerstein (?1937). 


Es war'n einmal neun Schneider. Scherzlied. 
In: 
Vorwärts! Vorwärts... (1935). 


Es welken alle Blätter, sie fallen alle ab. Ballade (vom jungen 
Grafen und der Nonne), Abschiedslied, 16. Jh. U. a. in: "Der 
Zupfgeigenhansl" (111915) und "Stolz ziehn wir in die Schlacht". 
Soldatenlieder (München, 1915). 

In: 

Heil Hitler! (1933); Alte deutsche Volkslieder (1933); Deutsche Lieder der 
NSBO und der DAF (21934); Soldatenlieder (1934; Anhang zu "Stand ich 
auf hohem Berge"); Soldaten-Liederbuch (1936); Das neue Soldaten- 
Liederbuch 2 (1939; Das zweite neue Soldaten-Liederbuch (1940); 
Soldatenliederbuch (41940). 


Es wird scho glei dumpa. Volkslied aus dem Salzburgischen. 
In: 
Lied über Deutschland (?1941); Das Kindelwiegen (1943; onA); Im 
Kerzenschimmer (1944; onA). 


Es wird wohl Winter weit und breit, die kalten Winde wehen. 
Komponist und Dichter unbekannt. 
In: 
Deutsche Lieder (1940). 


Es wohnt ein Kaiser an dem Rhein, der hat drei schöne 
Töchterlein. Kindertanzlied, 1934 in der Mark Brandenburg von Paul Möller 


E 1597 





aufgez. 
In: 
Lieder unseres Volkes (1943). 


Es wohnt ein Müller an jenem Teich. Lauf, Müller, lauf! 
Schwankballade, Volkslied aus dem Brandenburgischen, in ganz 
Deutschland, ferner in Lothringen. Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" 
(111915). 

In: 
Soldatenlieder (1934); Deutsche Volkslieder 2 (1935); Volksliedsingen RS 
Berlin 2 (1937; onA). 


Es wollt ein Fuhrmann fahren, ei, wohl in das Weinland ein. Vor 
1850 von Ditfurth in der Bamberger Gegend und in Ziegelanger, Franken, 
aufgezeichnet. Titel: Der Weinfuhrmann. 
In: 
Unser das Land (1937). 


Es wollt ein Fuhrmann fahren mit seinem Wagen stolz. Aus dem 
Schönhengstgau, aufgez. von W. Hensel, "Finkensteiner Blätter" 1 (1924). 
In: 

Werkleute singen (1936); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); 
Lieder unseres Volkes (1943). 


Es wollt ein J ägerlein jagen dreiviertel Stund vor Tagen wohl in 
dem grünen Wald. Volkslied aus Franken zwischen Rothenburg und 
Wimpfen, allgemein gesungen, Melodie seit 1841 bekannt. Aus: F. Nicolai, 
"Eyn feyner kleyner Almanach" (Berlin, 1777). Auch in: "Der 
Zupfgeigenhansl" (111915) und Laudan, "Hamburger Jugendlieder" (1924) 
(u. a. Stuttgart, *)J uli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB. "Komp. von 
Theo Nestler"). 

In: 

Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); Wir wollen singen 
(1933); Liederbuch des BDM (1934); Singkamerad (31935, 81937; 
Variante: "ein Jäger"); NSLB, Unser Lied 2 (21935); Deutsche Lieder für 
die Jugend (21935); Niederdeutschland (1936); Lobeda-Singebuch 1 
(1936); DSB, Singendes Volk 30 (1938); Unsere Lieder (71938); RJF, 
Liederblatt der HJ 67 (1938; Variante s. o.), 70 (1938); DSB, Liederbuch 
für Männerchor (1938); RJF, Musikblätter der HJ) 67 (1938), 70 (1938); 
Stimmt an! Il (1939); Singende Mannschaft (1940); Das neue Soldaten- 
Liederbuch 3 (1941); Lied über Deutschland (?1941); Lieder unseres 
Volkes (1943). 


E 1598 





Es wollt ein J ungfräulein früh aufstehn. 
In: 
NSLB, Unser Lied 2 (21935). 


Es wollt' ein Leineweber wandern gehn, auf die Wanderschaft 
wollt' er gehn. Volkslied aus Galizien. Aus: F. Beck-Vellhorn und Scharlach, 
"Aus deutschen Gauen", Lieder der Deutschen in Galizien. 

In: 
RJF, Liederblatt der HJ 105/106 (1941); RJF, Musikblätter der HJ) 105/106 
a(194]). 


Es wollt ein Mädchen in der Früh' aufstehn. Volkslied aus 
Hessen. Titel: Brommelbeern-Lied. 
Vgl. Es wollt ein Jungfräulein - Es wollt ein Mädel. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933); Soldatenlieder (1934; Variante: "früh 
aufstehn"); Mit Herz und Hand fürs Vaterland (1935; Variante: Mägdlein); 
Soldaten-Liederbuch (1936); Singen (?1937). 


Es wollt ein Mädchen tanzen gehn, sie machte sich so schöne. 
Volkslied aus Schlesien, 1842. Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (111915). 
Mehrere Varianten. Titel: Das Mädchen und die Haselin. 

Vgl. Ein Mädchen wollte zum Tanze gehn. 

In: 

Wir wollen singen (1933; Variante: "ein Mägdlein"); NSLB, Unser Lied 2 
(21935; Variante: s. 0.); Unser das Land (1937; Variante: "Mägdlein 
tanzen gehn, sucht Rosen auf der Heide", Satz. R. Eichenauer); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938; 16. Jh, Variante s. 0.). 


Es wollt ein Mädel in der Früh aufstehn dreiviertel Stund vor Tag 
(Brombeerlied). Volkslied aus Hessen. Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" 
(111915). Bearbeitung: H. Steinkopf. 

Tondokument - vom 7/VI/40 - im DRA: B003120341, B003149002. 

Textprobe (6. Strophe): 

"Und als das Mädel nach Hause kam, 

die Brombeeren wurden groß. 

Und es dauerte kaum dreiviertel Jahr (...), 

hatte sie ein Kind im Schoß". 
In: 
Unter Hitlers Fahnen (1932; nur T, Variante: "früh aufstehn"); Deutsche 
Lieder im Wehr- und Arbeitsdienst (1933; nur T, Variante: "ein Mädchen 
früh aufstehn"); Alte deutsche Volkslieder (1933); Neues Deutschland 1 
(1933); S.A. Liederbuch (1933; Variante: "Mädchen"); Deutsche Kampf- 
und Volkslieder (1933; Variante: "ein Mägdlein früh aufstehn"); Flieger- 


E 1592 





Lieder, Flieger-Landesgruppe II (1934; nur T, Variante: "...Mädchen wohl 
früh aufstehn"); Lieder von heute (1934; Variante: "Es wollt ein Mädchen 
in der Früh aufstehn"); Tritt gefaßt! Il (1934; Variante: "ein Mägdlein früh 
aufstehn"); Was die SA singt (1935; nur T, Variante: "ein Mägdlein"); 
NSLB, Unser Lied 2 (21935; "Mägdlein früh"); Unser das Land (1937; 
Variante: "ein Mägdlein früh"); Liederbuch der SA (91938); SA-Liederbuch 
(21939); Das neue Soldaten-Liederbuch 2 (1939); Das zweite neue 
Soldaten-Liederbuch (1940); Alte und neue Soldatenlieder (1940; 
Variante: "ein Mädchen früh); Soldatenliederbuch (41940); SS-Liederbuch 
(61940, 91941; Variante: "Es wollt' ein Mädchen früh"); Hellau! (1942). 


Es wollt ein Mädle grasen. Volkslied aus Schwaben. 
In: 
Schwäbisches Liederbuch (*1938). 


Es wollt' ein Mann in seine Heimat reisen, er sehnte sich nach 
seinem Weib und Kind. Volkslied aus Hessen. 

Der erste Teil der Melodie ist identisch mit dem Horst-Wessel-Lied. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Es wollt‘ ein Reiter jagen, so saget er, es wollt' ein Reiter jagen 
dreiviertel Stund' vor Tagen. Volkslied aus Polen (Galizien). In: Friedrich 
Rech-Kantor, "Heimatlieder aus den deutschen Siedlungen Galiziens" 
(Biala bei Bielitz, 1924). 

In: 

RJF, Liederblatt der HJ) 22 a (1935), 87/88 (1939); Volksliedsingen im 
Schulfunk 24 (25. Februar 1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); 
Ihr Deutschen, wollt ihr wachen! (1938); Marschierende Jugend (21938); 
Singebuch für Frauenchor (21940); RJF, Musikblätter der HJ) 87/88 (1940); 
Lied über Deutschland (?1941); Lieder unseres Volkes (1943); Posener 
Chorbuch II (1943); Mein Schätzlein hör ich singen (1944). 


Es wollt ein Schneider wandern am Montag in der Fruh, 
begegnet ihm der Teufel, hat weder Strumpf noch Schuh. Von einem 
Fliegenden Blatt, um 1850. Schwäbisches Volkslied. Titel: Schneiders 
Höllenfahrt. 

In: 

Singkamerad (21934, 31935, 81937); NSLB, Unser Lied 2 (21935); 
Vorwärts! Vorwärts... (1935); Lobeda-Singebuch 1 (1936); Lieder des 
Volkes (61936); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Unsere Lieder 
(71938); Stimmt an! II (1939); Singende Mannschaft (1940); Lied über 
Deutschland (?1941). 


E 1600 





Es wollt ein Vogel Hochzeit machen = Ein Vogel 


Es wollte sich einschleichen ein kühles Lüftelein. 
Soldatenabschiedslied, Oberhessen, onA, in: "Der Zupfgeigenhansl" 
(111915) und "Stolz ziehn wir in die Schlacht". Soldatenlieder (1915). 
Titel: Vergiß mein nicht. 

In: 

Alte deutsche Volkslieder (1933; Soldatenlieder (1934); Neues Singen 1 
(1934); Niederdeutschland (1936); Lieder für die Landjugend 2 (1937); 
Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Unsere Lieder (71938); DSB, 
Liederbuch für Männerchor (1938); Liederbuch der Luftwaffe (1939, 
1940); Lied über Deutschland (?1941); Es leben die Soldaten 51 (1942); 
Mein Schätzlein hör ich singen (1944). 


Es ziehen die Standarten hinaus zum alten Tor, da schaut aus 
einem Garten ein hold Gesicht hervor (T: H. Anacker), mit eigener Melodie 
- vielfach vertont - oder zu den Melodien "Es pfeift von allen Dächern" 
(Mahrer), "Wir traben in die Weite" (Jahn) oder "Wir sind die 
Sturmkolonnen". Titel: Für Deutschland soll es sein, 

Vgl. H. Gansser. 
Textprobe (2. Strophe): 

"Der Führer, der uns leitet, 

hat alles wohl bestellt, 

daß jeder tapfer streitet 

gen eine ganze Welt. 

Laß dich noch einmal küssen, 

du holdes Mägdelein. 

Und wenn wir sterben müssen, 

für Deutschland soll es sein". 
In: 
Was der Deutsche singt (1932); Liederbuch der NSDAP (211933; nur T, 
onA); Heil Hitler Dir! 2 (1933; nur T, 0onA); Heil Hitler! (1933; nur T, 0nA); 
Deutsche Kampf- und Volkslieder (1933); Schlesisches SA-Liederbuch 
(?1933; nur T, 0nA); Sieg-Heil! (1933); Deutsche Lieder der NSBO und 
der DAF (21934; nur T, 0onA); Lieder der Pommerschen SA (?1934; nur T, 
onA); Lieder der SS Pommerns (1934; nur T, 0nA). 


Es ziehen drei Reiter zum Tore hinaus (T: onA). Soldatenlied, 
zur Melodie des Finnländischen Reitermarsches. 
Textprobe (1. Strophe): 
U) 
zu schlagen den Feind im wilden Kampfesgebraus. 
Es blitzen die Augen, es klirret das Schwert; 
heran! wer mit uns ein Tänzchen begehrt". 


E 1601 





In: 
Siehst du im Osten das Morgenrot (1939; nur T). 


Es zieht durch alle Lande die stolze Hitlerschar, zur Melodie "Es 
pfeift von allen Dächern" (Mahrer). "Marsch der SAR 3/3, gewidmet von 
M. F. und M. K." 

SAR = SA-Reserve. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Heran, ihr deutschen Brüder, 
und schwört dem Führer Treu, 
baut aus den alten Trümmern 
das Deutsche Reich auf's neu. 
Das Hakenkreuz bleibt Sieger 
in alle Ewigkeit. 
SA für Adolf Hitler 
bleibt stets zum Kampf bereit". 
In: 
Sturm-und Kampflieder-Buch (1933; nur T). 


Es zieht eine Fahne vor uns her. Marsch. 
In: 
Deutsche Soldaten-Liedermärsche 2 (1933). 


Es zieht in langem Reihen der Wittner FAD. Arbeitsdienstlied aus 
einem Mädchenlager in Westfalen, onA. 
Textprobe (7. Strophe): 
"Und alle unsere Arbeit, 
die Freuden und das Leid, 
wir tragen sie zusammen, 
das ist Gemeinsamkeit. 
Daß Eins den Anderen versteht, 
auch wenn sein Weg 
ihm ferne geht. 
In Lieb und Treue sind wir gleich, 
das ist das neue Deutsche Reich, 
das Dritte Reich!" 
In: 
Arbeitsdienst-Liederbuch (1934; nur T). 


Es zog der Hirtenknabe. Volkslied aus Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


E 1602 





Es zog ein Hitlermann hinaus, er ließ sein Mütterlein zu Haus (T: 
unbekannt). Kampflied der SA, zur Melodie eines Soldatenliedes und 
späteren linken Liedes ("Es zog ein Rotgardist hinaus"), Textparodie, oft 
mit Variante "Hitlersmann". Hitlers Lieblingslied (u. a. Brocken, *30/1V/33, 
zur "Deutschen Mainacht" von HJ und BdM). Titel auch: Hitler-) ugend- 
Lied. 

Tondokument - vom 30/1V/33 - im DRA: 4001215-01. 

Ausführende: Singschar des HJ-Bannes Hildesheim. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Einst ruft uns Adolf Hitler dann; 

es steht ein jeder seinen Mann. 

Wir werden wanken, weichen nicht, 

tun bis zum Tode unsre Pflicht. 

Fürs Hakenkreuz, auf blutig Rot, 

gehn wir mit Freuden in den Tod". 
In: 
Was der Deutsche singt (1932); Unter Hitlers Fahnen (1932); Heil Hitler! 
(1933); Die Lieder der nationalen Erhebung (1933; nur T); Heil 
Deutschland! (1933); Sieg-Heil! (1933); Neues Deutschland 1 (1933); 
Deutsche Volks- und Kampflieder für die HJ und das Jungvolk (1933); S.A. 
Liederbuch (1933); Liederbuch der NSDAP (211933; nur T, ohne 4. 
Strophe); Vorwärts SA. (21933; nur T, Variante: "Ein Hitlermann, der 
zog"); Deutsche Kampf- und Volkslieder (1933); SA-Sturmlieder (1933; 
nur T); Liederbuch Hamburgischer SA (1933; Variante: "Hitlersmann"); 
Sturm- und Kampflieder-Buch (1933); SA. SS.-Liederbuch (1933); Das 
kleine SA-Sturm-Liederbuch (1933; nur T); Schlesisches SA-Liederbuch 
(?1933; nur T, Autor: Jakob Scheppach, Burgau); Trum, trum (21933); 
Singendes Volk 7 (1933); Heil Hitler Dir! 1 (41933); Heil Hitler Dir! 2 
(1933; nur T, Dublette); Horst-Wessel-Marschalbum II (1933); Jung 
Deutschland I (1933); Freiheitslieder des Dritten Reiches für Schulen 
(1933); HM-Liederbuch (1933/34); Jungvolk-Lieder (1934); Lieder von 
heute (1934); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934); 50 
ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934); Lieder der 
Pommerschen SA (?1934); Wohlauf Kameraden (1934); Lieder der SS 
Pommerns (1934); 100 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934; 
nur T); Ähre und Spaten (1934); Wir singen (1934); Stimmt an! (1934); 
Arbeitsdienst-Liederbuch (1934; nur T); Einig Volk/ Einig Sang (1934); 
Was die SA singt (1935); Vorwärts! Vorwärts... (1935); Glück ab, 
Kameraden! (1935); Was Deutschland singt (1936); Soldaten Kameraden 
(1936); Sturm-und Kampfliederbuch (21937; nur T); Singen (?1937); Das 
Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); SS-Liederbuch (21937); 
Liederbuch der SA (91938); Liederbuch der Luftwaffe (1939); SA- 
Liederbuch (21939), Siehst du im Osten das Morgenrot (1939; nur T). 


Es zog ein Regiment vom Oberland herauf. Österreichische 
Volksmelodie, oft im Text aktualisiert ("ein Bataillon vom Hitler" o. 3.). 
Textprobe (4. Strophe): 


E 1603 





"Ach, schwarzbraunes Mädchen, 
warum weinst du so sehr? 

Ein junger Offizier vom Hitler-Bataillon 
hat mir mein Herz gestohlen". 

Im Original nahm ein Fähnrich der Wirtin Töchterlein "die Ehre", 
worauf ihn der Hauptmann füsilieren ließ. Die NS-Version spart dies aus, 
weil ein Hitlermann nichts Böses tun, sondern nur das Herz stehlen kann. 
In: 

Durch Kampf zum Sieg! (71926); Deutschland erwache! (551932); Was 
der Deutsche singt (1932; "Volksweise"); Neues Deutschland 1 (1933); 
Deutsche Kampf- und Volkslieder (1933); S.A. Liederbuch (1933); Das 
kleine SA-Sturm-Liederbuch (1933); Sturm- und Kampflieder-Buch 
(1933); SA-Sturmlieder (1933); SA. SS.-Liederbuch (1933); Heil Hitler 
Dir! 1 (41933); Heil Hitler Dir! 2 (1933); Wir wollen singen (1933; 
Variante: "vom Oberland zum Rhein"); Sturm-und Kampflieder-Buch 
(1933); Lieder von heute (1934); 100 ausgewählte SA-Sturm- und 
Marschlieder (1934); 50 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934); 
Lieder der Pommerschen SA (?1934); Lieder der SS Pommerns (1934); 
Was Deutschland singt! (1936); Liederbuch der SA (61936); Sturm-und 
Kampfliederbuch (21937; nur T); Soldaten-Liederbuch (1938); Hellau! 
(1942). 


Es zog ein Regiment vom Ungarland herauf. Jüngere Fassung 
einer Ballade von 1688. In: Bernhard Paumgartner, "Österreichische 
Soldatenlieder", Heft 1 (Wien, 1916). Auch bei: Laudan, "Hamburger 
J ugendlieder" (1924). Das Original gilt einem Deutschmeister-Bataillon. 
Vgl. Drei Regimenter Soldaten - Es marschierten drei Regimenter. 

Textprobe (4. und 5. Strophe): 

"Ach schwarzbraunes Mädchen, 

warum weinst du so sehr? 

Ein junger Offizier von der 
ersten Kompagnie 

hat mir mein! Ehr genommen. 


Der Hauptmann war ein 
strenger Mann, 

die Trommel ließ er rühren, 

ein' Galgen ließ er bau'n, 

den Fähnrich ließ er henken". 
In: 
Liederbuch der NSDAP (211933); Blut und Ehre (1933); Das Lied des 
Arbeitsdienstes (1933); Deutsche Lieder im Wehr- und Arbeitsdienst 
(1933; nur T, Variante: "ein Bataillon vom Stahlhelm"); Heil Hitler! 
(1933); Trum, trum (21933); J ungdeutschlands Lieder (1934); Uns geht 
die Sonne nicht unter (1934; "Volksweise am Rhein und im Bergischen, 
seit 1920 gesungen", Textausgabe 1941); Deutsche Lieder der NSBO und 
der DAF (21934); Deutschland über alles! 2 (1934); Wohlauf Kameraden 


E 1604 





(1934); Die weiße Trommel (?1935); Glück ab, Kameraden! (1935; 
Variante: "Ungerland"); Kameraden, wir marschieren (1935; Variante: 
"Ungerland"); Soldaten, Kameraden (1936; Variante. "Ungerland"); 
Soldaten singen alte und neue Lieder (1937); Das Lied im Deutschen 
Arbeitsdienst (1937); Lied über Deutschland (1937, ?1941; Variante 
"Ungarland heraus"); Singen (?1937); Marschierende Jugend (21938); 
Liederbuch der SA (91938); Liederbuch der Luftwaffe (1939, 1940); SA- 
Liederbuch (?1939); Unsere Lieder 14 (1940; "Westdeutsches Soldatenlied 
seit 1820"); Singende Mannschaft (1940); Soldatenliederbuch (41940); 
Lied über Deutschland 3 (1940); Im gleichen Schritt und Tritt (1941); SS- 
Liederbuch (61940, 91941); Lieder unseres Volkes (1943). 


Es zogen auf sonnigen Wegen drei lachende Mädel vorbei. 

Der Titel geht zurück auf ein Jugendwanderlied von Max Laudan 
(1919): "Es zogen im Sonnensegen drei lachende Mädchen vorbei". 
In: 
Ähre und Spaten (1934); Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen- 
Verbände (1934; Variante: "im sonnigen Segen"); Heraus, ihr 
Kampfgesellen! (1934); Soldatenlieder von Front und Heimat (1940); Das 
neue Soldaten-Liederbuch 2 (1940); Soldatenliederbuch (41940; onA). 


Es zogen drei Burschen. Soldatenscherzlied. 
In: 


Singen (?1937). 


Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein, bei einer Frau 
Wirtin, da kehrten sie ein (T: L. Uhland). Volkslied. Vertonung von Loewe. 
Vgl. Es ritten drei Ritter 
In: 

Heil Hitler! (1933; nur T, 0onA); Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 
41934; nur T, onA); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934; nur 
T, onA); Was Deutschland singt (1936; nur T, onA); Flieger-Liederbuch 
(1938; nur T, onA); Singt alle mit! (1944). 


Es zogen drei Burschen vom Rhein zur Rhön (T: Karl Theodor 
Haanen), zur Melodie "Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein". 
In: 

Flieger sind Sieger (31941). 


Es zogen drei Regimenter wohl über den Rhein. Volksmelodie. 
In: 
Deutsches Marine-Liederbuch (1935; nur T); Soldaten-Liederbuch (1936). 


E 1605 





Es zogen drei Sänger wohl über den Rhein. Volkslied (Ballade) aus 
Ostpreußen, in ganz Deutschland verbreitet, zuerst in: F. Nicolai, "Eyn 
feyner kleyner Almanach" (Berlin, 1777); aber auch lothringisch. Titel: Die 
Frau von Lothringen. 

In: 

Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); 
Volksliedsingen im Schulfunk 17 (November 1940); Lieder unseres Volkes 
(1943). 


Es zogen im sonnigen Süden. Neueres Soldatenlied aus 
Oberdonau und Kärnten. 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Es zogen vier lustige Handwerksleut, sie wandern weit in die 
Welt hinaus. Aus Westfalen. 
In: 
Schaffendes Volk (1934); Schlesische J ugend singt (1936); Klingend Erbe 
(1941).. 


Es zogen zwei Spielleut im Lande herum, mit der kleinen 
Killekeia. Volkstümliches Tanzliedchen. Aus: Sotke, "Rüpelliederbuch". 
In: 

Wir wollen singen (1933); Die Müttersingestunde (1935; onA). 


Et leet sick en Buur. Lied vom Faltrock, niederdeutsch [B]. 
Vgl. Es ließ sich ein Bauer. 
In: 
NSLB, Unser Lied 1 (31935). 


Etlinger, Richard 
Wien, 31. Dezember 1894 - ? 
Kapellmeister und Tonfilmkomponist in Berlin-Halensee, Paulsborner Str. 
12 (1937-42). Bearbeiter. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
H. Böhmelt: Irgendwo in weiter Ferne (U-Bootlied). Für Orch/ 
SalonOrch: R. Etlinger (1941) [UB]. 

Information: FA (ohne Geburtsort). Das LA Berlin (23/VI/04) konnte 
Etlinger nicht ermitteln, gab aber dann an (5/VII/04), daß der Verbleib 
nach 1945 nicht bekannt sei. 


E 1606 





Et log 'ner Geiß (T: Willy Räderscheidt), auf die Adelheidsche 
(Schneer-) Melodie. 
In: 
Uns geht die Sonne nicht unter (1934). 


Ettinger 


Reichswehrmarsch (Werag, 21/11/33). 
Schlageter. Marschlied (Mirag, 21/1X/33, aus Halle). 


Et wassen twe Künigeskinner = Es waren zwei Königskinder 


Eulenberger, Georg 
Dörfel bei Marienberg, 12. Dezember 1900 - Marienberg (DDR), 17. 
Januar 1962. 
Elektriker in Wolkenstein/ Sachsen. Im Krieg zur Wehrmacht einberufen 
und Funker in einer Nachrichteneinheit der Luftwaffe. 


NSDAP seit 1/111/37, Nr. 3.885.029. 

Lied der Sturzkampfflieger: In silberner Bläue und Wolken, in Nebel 
und sternklarer Nacht (eigener T) [Sim]. 

In: 

Pallmann, Innere Wehrhaftigkeit und Soldatenlied. "Schulrundfunk", 
Jahrgang 1940/41. 5. Sonderheft. S. 35. 

Ja, ja, wir Funker: Kamraden, die Antenne hoch (eigener T). 

In: 

Singende Front (21941). 

Soldaten sind wir immer: Soldat sein, das heißt wagen (eigener T). 
In: 

Volk in Waffen (1941). 

Fallschirmjägergeist: Himmel, Wolken und Sterne, Sonne und silberner 
Mond (eigener T). 

In: 

Volk in Waffen (1941). \ 

Lied der Fernaufklärer: Allein im weiten Atherblau (eigener T). 

In: 

Volk in Waffen (1941). 

Flieger, auf zur Sonne!: Wir saßen einst beisammen, mein Kamerad 
und ich (eigener T). 

In: 

Volk in Waffen (1941). 

Die Fliegerbräute: Wir Flieger fliegen hin und her am blauen 
Himmelszelt (eigener T). 

In: 

Volk in Waffen (1941). 


E 1607 





Europamarsch = Laßt uns den Morgen erleben 


Evangelisches Feldgesangbuch. Nur T, innerhalb der Kategorien 
alphabetisch geordnet (o. J. = 1939) [E. S. Mittler & Sohn, Berlin]. 

Es handelt sich um eine spätere Version des 1936 im gleichen 
Verlag erschienenen Titels "Evangelisches Militär-Gesang- und 
Gebetbuch", das zurückgeht auf dessen "Evangelisches Gesang- und 
Gebetbuch für das Reichsheer und die Reichsmarine" (1930). 

Die Broschüre enthält außer den hier verzeichneten Chorälen und 
Liedern die Berufspflichten des deutschen Soldaten, den Fahneneid des 
deutschen Soldaten, Zitate aus "den Kriegsbriefen tapferer deutscher 
Soldaten", Gebete, darunter eines "für Führer, Volk und Wehrmacht", 
sowie Kernsprüche. Die Melodieausgabe für Singstimme mit Klavier oder 
Orgel von Otto Becker erschien 1940 bei Parrhysius, Berlin. 

Inhalt (Melodieausgabe): 

1. Choräle 
1. Melchior Vulpius, 1609, zur der Melodie "Christus, der ist mein Leben": 
Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ. - 2. 
vorreformatorisch, um 1539: Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für 
seine Gnade. - 3. Leipzig, 1615, zur Melodie "Valet will ich dir geben": 
Allmächt'ger Herr der Heere, zieh du mit unser Schar. - 4. Hamburg, 
1598: Aus meines Herzens Grunde sag ich dir Lob und Dank. - 5. 
Straßburg, 1525: Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein 
Rufen. - 6. bei Bartholomäus Gesius, 1603: Befiehl du deine Wege und 
was dein Herze kränkt. - 7. vorreformatorisch, Wittenberg, 1523: Bis 
hierher hat mich Gott gebracht durch seine große Güte. - 8. 
Braunschweig, 1528: Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der 
Welt. - 9. zur Melodie "Ach bleib mit deiner Gnade": Christus, der ist mein 
Leben, Sterben ist mein Gewinn. - 10. J. G. Ebeling, 1666: Die güldne 
Sonne, voll Freud und Wonne. - 11. Herrnhut, um 1740, zur Melodie "Herr 
und Ältester deiner Kreuzgemeine": Die wir uns allhier beisammen finden, 
schlagen unsre Hände ein. - 12. Wittenberg, 1529 (Martin Luther): Ein 
feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen. - 13. J. Crüger, 
1656: Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit. - 14. 
vorreformatorisch, Wittenberg, 1524: Gelobet seist du, Jesu Christ, daß 
du Mensch geboren bist. - 15. H. Albert, 1642: Gott des Himmels und der 
Erden, Vater, Sohn und Heilger Geist. - 16. zur Melodie "Allein Gott in der 
Höh sei Ehr": Gott, du bist meine Zuversicht, mein Schirm und mein 
Waffen. - 17. Bremen, 1680, zur Melodie "Wunderbarer König: "Gott ist 
gegenwärtig, lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten! - 18. zur 
Melodie "Befiehl du deine Wege": Gott, Vater, dir befehlen wir unser 
Vaterland. - 19. Wien, 1779: Großer Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen 
deine Stärke. - 20. Görlitz, 1648: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. - 
21. zur Melodie "Befiehl du deine Wege": Herr, segne unsre Waffen und 
laß uns nimmer ruhn. - 22. zur Melodie "Aus tiefer Not schrei ich zu dir": 
Herr, wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben. - 23. ]. 
Crüger, 1647: Ich singe dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens 


E 1608 





Lust. - 24. J. G. Ebeling, 1666: Ich weiß, woran ich glaube, ich weiß, was 
fest besteht. - 25. vorreformatorisch, Nürnberg, 1536, zur Melodie "O 
Welt, ich muß dich lassen": In allen meinen Taten laß ich den Höchsten 
raten, der alles kann und hat. - 26. Augsburg, 1609: Ist Gott für mich, so 
trete gleich alles wider mich. - 27. Adam Drese, um 1690, zur Melodie 
"Seelenbräutigam": Jesu, geh voran auf der Lebensbahn. - 28. zur Melodie 
"Jesus, meine Zuversicht": Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun 
deine Schrecken? - 29. J. Crüger, 1653: Jesu, meine Freude, meines 
Herzens Weide, Jesu, meine Zier! - 30. Berlin, 1653: Jesus, meine 
Zuversicht und mein Heiland ist im Leben. - 31. zur Melodie "Valet will ich 
dir geben": Laß mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr. - 32. 
Stralsund, 1665: Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. - 33. 
N. Hermann, 1554: Lobt Gott, ihr Christen allzugleich, in seinem höchsten 
Thron. - 34. Halle, 1704: Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es 
kommt der Herr der Herrlichkeit. - 35. J. H. Schein, 1628, zur Melodie 
"Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt": Mir nach, spricht Christus, unser 
Held, mir nach, ihr Christen alle! - 36. J. Crüger, 1647: Nun danket alle 
Gott mit Herzen, Mund und Händen. - 37. Leipzig, 1587, zur Melodie "Nun 
laßt uns Gott, dem Herren": Nun laßt uns gehn und treten mit Singen und 
mit Beten zum Herrn. - 38. sizilianische Volksmelodie, 1803: O du 
fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! - 39. H. L. 
Hassler, 1601, zur Melodie "Herzlich tut mich verlangen": O Haupt voll Blut 
und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn. - 40. Frankfurt am Main, 
1599, zur Melodie "Wie schön leuchtet der Morgenstern": O heilger Geist, 
kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein. - 41. A. Fritzsch, 1679 
(2. Melodie): O Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben. - 42. 
zur Melodie "Bis hierher hat mich Gott gebracht": Sei Lob und Ehr dem 
höchsten Gut, dem Vater aller Güte. - 43. J. Schop, 1641, zur Melodie 
"Lasset uns den Herren preisen": Sollt ich meinem Gott nicht singen, sollt 
ich ihm nicht dankbar sein. - 44. F. Gruber, 1813: Stille Nacht, heilige 
Nacht. - 45. J. R. Ahle, 1664, zur Melodie "Liebster Jesu, wir sind hier": 
Unsern Ausgang segne Gott. - 46. bei Valentin Schumann, 1539: Vom 
Himmel hoch, da komm ich her. - 47. Halle, 1704, zur Melodie "Dir, dir, 
Jehova will ich singen": Wach auf, du Geist der ersten Zeugen, die auf der 
Wehr als treue Wächter stehn. - 48. J. Walther, 1552: Wach auf, wach auf, 
du deutsches Land. - 49. J. G. Ebeling, 1666: Warum sollt ich mich denn 
grämen? Hab ich doch Christum noch. - 50. S. Gastorius, 1681: Was Gott 
tut, das ist wohlgetan. - 51. zur Melodie "Bis hierher hat mich Gott 
gebracht": Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege. - 
52. G. Neumark, 1657: Wer nur den lieben Gott läßt walten und hoffet auf 
ihn allezeit. - 53. bei Buttstedt, 1774: Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! 
Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. - 54. zur Melodie "Es ist das Heil 
uns kommen her": Wie Gott mich führt, so will ich gehn ohn alles 
Eigenwählen. - 55. J. D. Falk, 1786-1826: Wie mit grimmgem Unverstand 
Wellen sich bewegen! Nirgends Rettung, nirgends Land. - 56. Leipzig, 
1625, zur Melodie "Jesu Christ, mein's Lebens Licht": Wir danken dir, Herr 
Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist. 


E 1609 





2. Lieder 
57. Wittenberg, 1523, zur Melodie "Ein neues Lied wir heben an": Auf, 
bleibet treu und haltet fest, so wird euch mehr gelingen. - 58. H. Kaun: 
Das Land meiner Väter, in dem ich geboren. - 59. A. Methfessel: Der Gott, 
der Eisen wachsen ließ. - 60. G. Blumensaat: Deutschland, heiliges Wort! - 
61. zur Melodie "Wach auf, wach auf, du deutsches Land": Du gabst uns in 
der weiten Welt das Volk, dem wir entstammen. - 62. zur Melodie "Allein 
Gott in der Höh sei die Ehr": Ein Haupt hast du dem Volk gesandt und 
trotz der Feinde Toben. - 63. Volksmelodie, um 1724: Erhebt euch von der 
Erde, ihr Schläfer aus der Ruh. - 64. C. Malan, 1827: Harre, meine Seele, 
harre des Herrn! - 65. H. Spitta: Heilig Vaterland, in Gefahren (Orgelsatz 
nach der Orchesterbearbeitung von Hermann Schmidt). - 66. Bortnjansky, 
1822: Ich bete an die Macht der Liebe. - 67. zur Melodie "Allein Gott in 
der Höh sei die Ehr": Ich bin Soldat mit festem Mut und dien' in meinem 
Stande. - 68. thüringisch, 1819: Ich hab mich ergeben mit Herz und mit 
Hand. - 69 Volksmelodie nach F. Silcher: Ich hatt‘ einen Kameraden. - 70. 
Baumann: Nun laßt die Fahnen fliegen in das große Morgenrot. - 71. zur 
Melodie "O Welt, ich muß dich lassen": Nun ruhen alle Wälder, Vieh, 
Menschen, Städt und Felder. - 72. Pierson: O Deutschland, hoch in Ehren. 
- 73. zur Melodie "Wir treten zum Beten": O Vater, Berater und Schirmherr 
der Deinen, ach höre. - 74. zur Melodie "Jesus, er mein Heiland lebt": 
Unsrer Brüder denken wir, die der grimme Tod bezwungen. - 75. Himmel, 
1813: Vater, ich rufe dich. - 76. Volker: Vater, in deiner allmächtigen Hand 
steht unser Volk und Vaterland. - 77. zur Melodie "Herzlich tut mich 
verlangen": Viel tausend Kreuze stehen feindwärts in fremder Welt. - 78. 
Fröhlich: Wem Gott will rechte Gunst erweisen. - 79. Volksmelodie, um 
1813: Wer ist ein Mann? Wer beten kann und Gott dem Herrn vertraut. - 
80. H. Schmidt: Wir schritten lange Seit an Seit. In Kampf und Arbeit, 
Freud und Leid. - 81. Wir schwören heut' aufs neue dem teuren Vaterland. 
- 82. Wir treten zum Beten vor Gott den Gerechten. 

Satz: J). Prange (72, 81, 82). 


Everding, Wilhelm 
Im Kampf zur See: Zum Kampf, ihr blauen J ungen (T: Reinhold Braun). 
Kriegslied, 2- und 3stimmig (1934). [HH]. 

Evers, Walter 
Im Krieg Soldat in einem Baubataillon. 
Kompanielied eines Eisenbahn-Baubataillons: Eine harte Faust, ein 
starker Arm (T: Gefr. Erich Limberg). Kriegslied. 


In: 
Bautruppen-Liederbuch (1941). 


F 1610 





Evers, Wilhelm 
Bremen, 9. Januar 1902 - Bremen, 5. Oktober 1975. 
Schüler u. a. von E. Nößler, Komponist und Organist in Bremen an der ev. 
St. Stephanus-Kirche, Chorleiter; auch Dozent an der PH. 
Nach 1945 weiterhin in Bremen, zuletzt i. R. 
Werke: u.a. geistl. Kompositionen. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Op. 17a. Kantate zum Volkstrauertag (1929; Norag, 6/1X/33). 

Op. 17b. Vaterländische Festmusik (1929; Norag, 6/1X/33). 
Information: DML, FA, KDMK (keine Angabe nach 1930), LdCh. 


Evert 


Rundfunkmarsch (Schles. FSt., 20/V1/33, von Schallplatten). 


Evertowsky 


Stahlhelm-Marsch (Norag, 26/V/33). 


Ewens, Franz Josef 

Köln, 17. Februar 1899 - Münstereifel, 14. September 1974. 
Sohn eines Kaufmanns; 1922 zunächst Dr. jur., dann Dr. phil. Köln 1923 
(Anton Eberl. Ein Beitrag zur Musikgeschichte in Wien um 1800), Schüler 
von E. Straesser, Musikschriftsteller in Berlin-Steglitz, ab 1926 
Chefredakteur der "DSBZ", 1934-38 Musikreferent der "Germania", 
1939-44 Schriftleiter von "Lied und Spiel", 1940-44 Musikreferent des 
"Berliner Lokalanzeigers" und 1941-44 Schriftleiter von "Deutsche 
Volksmusik". 

1947-50 Kulturdezernent des Kreises Rhein-Wupper in Opladen, 
1948-50 Leiter der Volkshochschule Leverkusen. Chefredakteur von "Lied 
und Chor" des DSB und 1958-73 Bundesgeschäftsführer des DSB in Köln. 
In Bad Münstereifel i. R. 

Werke: "Das deutsche Sängerbuch", Hgb. (Karlsruhe, 1930); Lexikon 
des Chorwesens (Mönchengladbach, 1954; 21960). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.587.076. 
Zur musikpolitischen Lage im DSB ("DSBZ" XXX1I/12, 25/111/39). 
Zitat: 

"Nur die nationalsozialistische Weltanschauung ist heute das 
oberste Gesetz, nach dem wir unser ganzes Tun und Handeln 
einrichten. 

Wir alle sind stolz darauf, nach besten Kräften - und wenn es auch 
nur in unserem sehr bescheidenen Rahmen ist - für die Idee des Führers 
eintreten zu können. Diese unabdingbare Verpflichtung zum Kampf läßt 


E 1611 





die Sängerführer auch den Gedanken an manche Enttäuschung vergessen, 
die sie im Laufe der Zeit in der Sängerschaft erleben mußten. Sie gibt 
ihnen andererseits immer wieder neuen Mut zum Ausharren, bis das hohe 
Ziel erreicht ist. 

Die eminente politische Bedeutung des Liedes soll auch in der 
nationalsozialistischen Haltung jeden Sängers und Sängerführers in 
unserer Organisation zum Ausdruck kommen. Nur wer sich bedingungslos 
dem Führer verschrieben hat, der wird imstande sein, jene Widerstände 
zu überwinden, die sich immer noch versteckt oder offen der endgültigen 
Durchdringung bis in den allerletzten Winkel mit dem Geist des 
Nationalsozialismus entgegenstellen" (S. 167). 

Solches widerspricht der nach 1945 geübten Selbstdarstellung des 
DSB als politikferne, vom Regime unabhängige nur musikalische 
Organisation. 

Information: DML, FA, KDMK, RML, LdCh. 


Ewers, Martin 
Hamburg, 1. Oktober 1886 - München, 2. Februar 1962. 
Sohn eines Comptoirboten; Komponist, Ensemblekapellmeister (Harfe, 
Klarinette, Saxofon, Oboe, Posaune, 2. Violine) in Berlin-Pankow, u. a. mit 
Engagements bei der Schupokapelle Liegnitz (72 Monate), im Flora-Variete 
Hamburg-Altona (18 Monate), in der Plaza Berlin (13 Monate), auch im 
Ausland und für Platteneinspielungen; ferner mit eigener Blaskapelle. 
Nach 1945 zuletzt in München i. R. 
Werke: u. a. U-Musik, so die Intermezzi "Gute Nacht, holde süße Frau" 
(1934), "Bären-Hochzeit" (1935) und "Flirt an Bord" (1936); "Galantes 
Liebesständchen"; Blasmusik und Märsche. 


NSDAP seit 1929, Nr. 271.187. SA, 1934 Obersturmführer und 
Sturmhauptführer. MZF des SS-Sturmbanns XII, Untergruppe Berlin-Ost, 
Stand 1935: der SA-Standarte 12, Stand 1936: des MZ 1, SA-Brigade 29 
Berlin. 

1933: 

(1) 

Ewers leitet die Kapelle des SS-Sturmbanns XII, Untergruppe Ost, 
Berlin, zur Funkaufnahme des "SA-Totenmarsches" von Olias. 

Tondokument im DRA: 1570015-02 

(2) 

Ewers leitet die Kapelle des SS-Sturmbanns XII, Untergruppe Ost, 
Berlin, mit "Schlageters Mahnung: Deutschland erwache!", Kampflied von 
Barre. 

Tondokument im DRA: 1570010-18. 

(3) 

Ewers leitet die Kapelle des SS-Sturmbanns XII, Untergruppe Ost, 
Berlin, zur Funkaufnahme von "Die Fahne hoch", instrumental. 

Tondokument im DRA: 1901004-01. 


E 1612 





(4) 

Ewers leitet Chor und Kapelle des SS-Sturmbanns XII, Untergruppe 
Ost, Berlin, zur Funkaufnahme von P. Linckes Marsch "Märkische Heide" 
und A. Parduns "Volk ans Gewehr". Gesang: Rolf Sandor. 

Tondokument im DRA: 1901004-03, 1901002-09. 

(5) 

Ewers leitet Chor und Kapelle des SS-Sturmbanns XII, Untergruppe 
Ost, Berlin, zur Funkaufnahme des "Schlageter-Nationalmarschs" von K. 
Klein. 

Tondokument im DRA: 1570015-07. 


Heil Hitler! Deutschland erwache. Marsch in versch. Besetzungen. Für 
SalonOrch: E. Kellner (1933; SWF, 24/1V/33; Südfunk, 7/1X/33, von 
Schallplatten; RS Berlin, *20/1V/34, MZ der SA-Standarte 12, Dgt. selbst) 
[DbM]. 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 
Deutschland, Deutschland, dir woll'n wir uns weih'n. 
Bravourmarsch für Militärmusik (1933; SWF, 24/1V/33; auf Schallplatte 
Grammophon C 1298) [DbM]. 

Tondokument - von 1933 - im DRA: 1801834-10. 

Ausführende: Kapelle des SS-Sturmbanns XII, Untergruppe Ost, 
Berlin, Dgt. selbst. 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 
Mein Kamerad! SA-Defiliermarsch für Harmoniemusik (1933; Werag, 
25/1X/33; RS Berlin, *20/1V/34, MZ der SA-Standarte 12, Dot. selbst) 
[VfdM]. 

Der komplette Titel lautet "Mein Kamerad marschiert mir zur Seite". 
2. SA-Lieder-Potpourri, in versch. Besetzungen, für Orch: B. Kutsch 
(1933; Südfunk, 26/V11/33) [VfdM]. 
Husarenmarsch (RS Berlin, *20/1V/34, MZ der SA-Standarte 12, Dgt. 
selbst). 
9. Dezember 1934: 

Auf dem Berliner Weihnachtsmarkt gibt Ewers das erste von drei 
Platzkonzerten, die weiteren am 16. und 23. Dezember. 
Deutsche Reiterei. Marsch mit Benutzung des Soldatenchors "Ulanen- 
Einmaleins" von H. Höhne, für Militärmusik (1935) [B&B]. 
Soldat will ich sein. Marsch mit Benutzung des Soldatenchors "Denn 
nicht" von H. Höhne, für Militärmusik (1935) [B&B]. 
Morgenrot der neuen Zeit. Marsch (RS Frankfurt, *17/111/36). 
SA-Lieder-Potpourri (u. a. DtldS, 8/V/38). 
Immer zackig! Marsch (RS Hamburg, 22/V/38). 
Ablösung vor. Bravour-Marsch für Harmoniemusik (1938; RS Breslau, 8/ 
V111/38; DtldS, 16/V111/39) [VfdM]. 

Information: Nicht im DMK 1942. Als in Berlin gemeldet gewesen vom 

Referat für Meldeangelegenheiten, Paß- und Ausweiswesen beim 
Polizeipräsidenten in Berlin (9/IV/84) nicht zu ermitteln. Laut LA Berlin 


F 1613 





(12/XI/00) fehle Ewers in der lückenhaften Meldekartei 1875-1960; 
Grund: Nichtverwendbarkeit der Ostberliner Meldeunterlagen auf Film. 
Den Todesfall beurkundete das Standesamt München III, Nr. 305/1962. 


Ewert, Artur 
Groß Schardau, 16. Oktober 1893 - ? 
Musikpädagoge; Mittelschullehrer in Treuenbrietzen/ Mark, 1941 in 
Neumark-Löbau/ Danzig-Westpreußen. 


NSDAP ab 1/11/40, Nr. 7.494.948, auf Antrag vom 25/X/39. NSLB seit 
6/V/33 und RLB. 

Neue Ostmarkenlieder für den deutschen Volkstumskampf: 1. 
Ostlandfahrer: Es zogen drei Gesellen nach Ostland (T: Fr. K. Kriebel). - 
2. Grenzmark Posen, fest umschlungen halt ich dich (T: Bruno Schulz). - 
3. Ostmark! Heimat! Heiliges Wort (T: E. Arlt). - 4. Mein Posener 
Land: Klingt ein Lied vom grünen Rhein (T: G. Kiesler) (1937) [SV]. 

Ziel der Edition war die "moralische" Stärkung für die baldige 
Wiedergewinnung der durch Wk. I und Niederlage des Kaisers verlorenen 
Gebiete im Osten. 

Information: Keine weitere Nachricht; das damalige Danzig- 
Westpreußen fiel an Polen. 


Ewig deutsch bleibt Rhein, Saar und Ruhr = Zu der ganzen 
Welt laßt singen 


Ewig lebt der Toten Tatenruhm siehe: Liederblätter der 
NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" 


Exner, Alfred 
Altona, 12. Juni 1898 - Hamburg, 21. Februar 1948. 
Pianist und Musiklehrer in Altona. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Der Führer. Vaterländ. Festmarsch für gr. Orch, am 3/V/33 mit Widmung 
an Hitler dem RMVP eingereicht (Quelle: BAR 55/ 1162). 

Information: Fehlt im DMK 1942. 


Eydt, Hanns (Johannes) 
Leipzig, 12. Mai 1902 - Göttingen, 20. Juni 1966. 
Ingenieur in Leipzig. Zeitweise in Leuchtsmühle bei Plauen, dann New 
York; kam 1936 von dort nach Dresden, arbeitete ab J uni 1940 in Posen 
beim Gauschatzamt der NSDAP, ab Dezember 1941 in Berlin und ab 
September 1942 in Danzig, seit Mai 1943 in Adlershorst/ Danzig- 
Westpreußen. 


E 1614 





Nach 1945 zuletzt in Göttingen. 


NSDAP seit 19/V1/25, Nr. 7.935, und SS. 1934 Leiter des Chorgaus X 
Sachsen des RVgemChe Deutschlands e.V. (RMK). Leiter der "Deutschen 
Chorgemeinschaft" (D. Ch. G.) Leipzig in der NSDAP. Er versuchte, mit 
Hinweis auf den Erlaß des RMI über Wiederzulassung der 
Arbeitergesangvereine in Sachsen vom 11/1V/34, diese herüberzuretten. 
Juni 1934, Auffangbecken: 

"Die am 30. Januar 1933 einsetzende nationalsozialistische 
Revolution gab allen Entwicklungen eine andere Richtung, so auch den 
Zielen der "D. Ch. G." Ein nationalsozialistischer Sängerbund schien 
überflüssig geworden zu sein. Wie notwendig aber doch das Bestehen 
eines nationalsozialistischen Chores war, erhellt daraus, daß nach dem 
Verbot der Arbeiterchöre in Sachsen die Mehrzahl der Arbeitersänger in 
Leipzig ihre Schritte nicht zu den bestehenden bürgerlichen Vereinen 
lenkten, sondern sich der nationalsozialistischen "D. Ch. G." anschlossen. 
So stieg die Mitgliederzahl gegen Ende des Jahres 1933 auf das über 
zwanzigfache der Keimzelle, der Stammogruppe. Der Leiter der "D. Ch. G." 
Leipzig, Pg. Hanns Eydt, der der Bewegung Adolf Hitlers seit über elf 
Jahren angehört, mußte diese große Chorgemeinschaft in Untergruppen 
teilen und verhalf somit ca. sechs Dirigenten zu Arbeit und Brot. Es war 
erreicht, tausende deutsche Arbeiter, die ehedem Marxisten waren, in die 
deutsche Kulturbewegung einzugliedern, sie also Adolf Hitler zuzuführen; 
man hatte diesen Sängern und Sängerinnen gleichzeitig wieder zu ihrer 
Freude verholfen und brotlos gewordenen Dirigenten, sowie ihren Familien 
wieder Hoffnung auf eine bessere Zukunft gegeben" ("Die Musikpflege" V/ 
3, Juni 1934. S. 108). 

August 1934, Außerordentliches: 

"(...) schloß sich der Bericht des Chorgauführers Hans Eydt, Leipzig, 
an. Als alter 1923er Nationalsozialist bemüht sich Eydt um die 
Arbeiterchöre in Sachsen. Im Zuge der nationalsozialistischen Revolution 
habe sich der Deutsche Arbeiter-Sängerbund aufgelöst. Nach dem Erlaß 
des Herrn Reichsministers des Innern, Dr. Frick, vom 11. April (...) ist die 
Weiterarbeit und die Neubildung von Arbeiterchören nicht zu behindern, 
soweit nicht im Einzelfalle besondere Bedenken obwalten. Leider werde 
dieser Erlaß von untergeordneten Stellen nicht in allen Teilen befolgt, so 
daß der Aufbauarbeit große Schwierigkeiten bereitet werden. Auf eine 
persönliche Vorstellung des Pg. Eydt im Sächsischen Ministerium des 
Innern hin wurde mit dem zuständigen Referenten eine Vereinbarung 
erzielt, daß grundsätzlich nunmehr auch in Sachsen den Arbeiterchören 
wieder gestattet sei, zu singen. Untergeordnete Stellen begründen oftmals 
eine ablehnende Stellung damit, daß sie sagen, es bestände schon ein 
Gesangverein oder mehrere am Orte, wo die Arbeitersänger Gelegenheit 
fanden, ihre Singetätigkeit auszuüben. Vielfach bestehe hier der Wunsch, 
nicht lebensfähige Vereine durch Zuführen von Stimmenmaterial zu 
vergrößern. Es werde dabei übersehen, daß die Arbeitergesangvereine 
bisher in jeder Hinsicht Außerordentliches geleistet hätten und in 
künstlerischer Hinsicht sich einer Reform nie verschlossen hätten. Es sei 


e 1615 





deshalb für jeden, dem die Aufbauarbeit des Reichsverbandes am Herzen 
läge, nicht zu verantworten, daß künstlerisch hochstehende Gebilde durch 
Eingliederung in einen noch im Liedertafelstil steckengebliebenen 
Gesangverein in ihrer künstlerischen Entwicklung gehemmt würden. Eine 
besondere Denkschrift würde der Reichsmusikkammer zugeführt werden" 
(Erste Tagung des Führerrats und Beirats am 24. Juni in Berlin. "Die 
Musikpflege" V/5, August 1934. S. 186-187). 

Die - veröffentlichte - Rehabilitierung der Arbeiterchöre durch den 
Reichsminister des Innern war jedoch lahmgelegt dadurch, daß der Preuß. 
Finanzminister die Beschlagnahme des beweglichen Vermögens dieser 
Chöre nicht etwa aufhob, sondern durch - unveröffentlichten - Runderlaß 
vom 20/VI/34 nur ihre Verwertung zugunsten der Gläubiger der 
aufgelösten Vereine regelte. Wieder tätige Vereine sollten ihr 
eingezogenes Vermögen zurückerhalten gegen die Verpflichtung, 
Schulden aus der Zeit vor der Beschlagnahme in voller Höhe zu 
übernehmen und zu tilgen. 

Geleitwort (Programmheft des Gau-Chorfestes des R/gemChe 
Deutschlands, Chorgau 10, Dresden, 26.-27/V1/37. S. 3-4). 
Zitat: 

"Die Aufgabe des Reichsverbandes der gemischten Chöre 
Deutschlands, Gau Sachsen, bestand und besteht zu einem nicht geringen 
Teil darin, organisatorisch und inhaltlich mit der großen 
nationalsozialistischen Freizeitorganisation >Kraft durch Freude< 
gleichgerichtet zu sein. Seit langem schon strebe ich danach, alles 
störende Nebeneinander von Doppelveranstaltungen und andere 
hindernde Momente auszuschalten. Mein künftiges Bemühen geht jedoch 
dahin, die Kraft und das Können unserer guten Chorgemeinschaften - und 
das sind nicht wenige - der NSG. >Kraft durch Freude< und damit 
breitesten Schichten des Volkes dienstbar zu machen. Der Reichsverband 
der gemischten Chöre hat seit je auf dem Standpunkt des 
Leistungsgrundsatzes gestanden und wahrt diese Haltung erst recht seit 
dem Umbruch. Mit vollem Recht heißt er deshalb ein >Fachverband< der 
gemischten Chöre in der Reichsmusikkammer. Der Reichsverband und 
seine Chöre wollen auch nicht den Feierabend organisieren, sondern ihn 
mit ausgestalten und verschönen helfen; sie wollen so dazu beitragen, das 
kulturelle Niveau aller Laienmusikgemeinschaften zu heben. Erst diese 
Aufgabe und ihre richtige Durchführung erwirkt Daseinsberechtigung. Das 
Vereinsleben im alten Sinne ist überholt von der Mitarbeit an den hier 
aufgezeigten neuen Aufgaben, die Zukunft gehört den kulturellen 
Gemeinschaften". 

Information: Das Sächsische Staatsarchiv Leipzig (4/V/99) konnte 
Hanns Eydt nicht ermitteln. Den Todesfall beurkundete das Standesamt 
Göttingen, Nr. 1019/1966. 


E 1616 





Eydt, Rudolf (Adolf Johannes) 
Leipzig, 15. Juni 1904 - ? 

Musikpädagoge in Leipzig; Lehrer, Landesorganisationsleiter der 
Schreberchöre, Dirigent der 1932 als Teil der NSDAP-Ortsgruppe 
"Sängerbund", Kreis Leipzig, gegründeten "Deutschen Chor- 
Gemeinschaft". Wohnung: Leipzig, Kärrner-Str. 2 b. Während des Krieges 
zur Wehrmacht einberufen, Stand Februar-April 1944 im Abwehrtrupp 311 
des Armee-Oberkommandos 16. 

Im Herbst 1948 - Stand 23/1X - noch in frz. Kriegsgefangenschaft. 


NSDAP seit 22/1X/25, Nr. 19.145, und SS. Am 31/X/35 trat er aus der 
NSDAP aus. 1934 Organisationsleiter des Chorgaus X Sachsen des 
RVgemChe Deutschlands e.V. (RMK). 

Schule und Kind im Lichte der Rassenkunde ("Reichszeitung der 
deutschen Erzieher" Nr. 5, Mai 1934). 

Zitat: 

"(...) Geht die Jugend nicht einem moralischen Tiefstand entgegen, 
trotz aller Berücksichtigung ihres seelischen Gepräges und ihrer sozialen 
Lage? Es ist an dem! Nicht eine Aufwärtsentwicklung im Interesse der 
Volksgemeinschaft ist zu erkennen, sondern ein stetes Abfallen. Wie weit 
ist die Jugend entfernt von dem nordischen Gedanken! Sie weiß nicht viel 
vom Heldentum, von der Aufgabe des eigenen Ichs für die Gemeinschaft; 
in geringem Maße zeigen sich unermüdliches Streben, Tapferkeit, 
Glaubensfreudigkeit und dergleichen mehr. Die junge Generation ist zum 
größten Teil verweichlicht; sie gehört nicht mehr zum opferfreudigen 
Tatmenschentum. Und dies sind ernste Zeichen des völligen völkischen 
Verfalls" (S. 14). 

Solche Behauptungen mobilisierten den widerspruch der RJIF. 

Information: Laut Standesamt Leipzig, Abt. Geburten (26/IV/OO), 
befinde sich beim Geburtseintrag kein Todeshinweis; Eydt sei in den 
Meldeunterlagen nicht zu ermitteln, teilte die Einwohnermeldebehörde der 
Stadt (9/VIII/00) mit. Im Sächs. Staatsarchiv (15/IX/00) gibt es nur die 
Meldekarte, ohne Hinweis, ob er aus Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt 
ist. 


Eysler, Edmund 
Wien, 12. März 1874 - Wien, 4. Oktober 1949. 
Operettenkomponist in Wien mit kurzer Ausbildung am Konservatorium, 
zeitweise in St. Andrä, Wörden bei Wien. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 
Ausschluß aus der RMK - N 223 333 - zum 27/11/39. Zwischen 1939 und 
1945 lebte Eysler jedoch weiterhin in Wien. 

1946 verlieh ihm der österr. Bundespräsident den Titel Professor; die 
Stadt Wien gewährte ihm ein Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof. 

Information: DNML, DML, FA, RML, SML, MGG, LÖUM. 


e 1617 





Eysoldt, Leo 
Aachen, 10. November 1891 - Nürnberg, 3. April 1967. 

Musiker (Geiger) und Kapellmeister in Köln-Merheim. Engagements z.B. 
1924 im Cafe Germania mit Unterhaltungskapelle; ab 1/X/27-1945 hier 
bei der Werag/ RS Köln Leiter des kleinen Orchesters, das 1944 nach 
Bayreuth verlegt wurde. Dazwischen - Stand 1939 - 2. Geiger im 
Orchester des Dt. Kurzwellensenders Berlin, bis März 1941 auch 
Kapellmeister beim Sender im besetzten Luxemburg. 

Nach 1945 freier Mitarbeiter beim BR Studio Nürnberg. 
Werke: U-Musik und Tanzschlager, z.B. "Ich weiß, daß wir uns 
wiedersehn" (1935) oder "Zuerst sagst du ja und dann sagst du nein" 
(1936). 


NSDAP seit 29/1V/33, Nr. 2.133.439. NSBO seit 1/11/33, SA seit 29/1V/33; 
Stand 1937: Truppführer. 
5. September 1933: 

Ein Mittagskonzert der Werag, Dgt. Eysoldt, bietet: 1. Lehnert: Im 
Heldenglanz, Marsch. - 2. Düppen: Ein deutscher Walzer. - 3. Suppe: 
Ouvertüre zu "Boccaccio". - 4. Mausz: Ballade, Konzertstück. - 5. d’Albert: 
Szenen aus "Tiefland". - 6. a) Czibulka: Song d'’Amour. - b) Culotta: 
Wiegenlied. - 7. Chabrier: Spanische Rhapsodie. - 8. Zimmer: Echo der 
Welt, Potpourri (Werag, 5/1X/33). 

Schaffendes Volk: Braust, Motoren, straßenlang (T: H. Bredehöft). 
Marsch und Lied für versch. Besetzungen (1940; RS Köln, *14/V1/37, zur 
Ausstellung "Schaffendes Volk" in den Messehallen Düsseldorf, 6/V/38) 
[Bal. 

*20. April 1939: 

Eysoldt gibt zum Geburtstag Hitlers eine Musik am Nachmittag (RS 
Köln, *20/1V/39). 

1. Februar 1941: 

Eysoldt sendet dem inzwischen zur Reichssendeleitung nach Berlin 
versetzten GMD Schulz-Dornburg ein versprochenes Päckchen Kaffee aus 
Luxemburg, um sich für bisherige Unterstützung zu bedanken und weitere 
sicherzustellen (Handschreiben Eysoldts an Schulz-Dornburg, 11/11/41. 
Quelle: DRA Potsdam-Babelsberg, Historisches Archiv, NL 17/1). 

Es ging um fehlende Instrumente oder Musiker für eines der 
Rundfunkorchester in Luxemburg. Nachhilfe mit kleinen Geschenken von 
Mangelwaren wie Kaffee, der im Reich eine Kostbarkeit war, schien eine 
normale Form von Bestechung. 


Faare 


Jugend marschiert voran! Marsch (RS Breslau, 5/V1/35). 


Faber, Frank 
Eisenach, 2. Januar 1908 - Eisenach, 18. J uni 1998. 

Sohn eines Pianisten und Opernsängers und einer Konzert- und 
Opernsängerin; Schüler von Walter Armbrust, R. Mauersberger u. a. 
1927-30 Angestellter eines Musikaliengeschäfts in Omaha/ Nebr., dann 
wieder in Deutschland Schüler von K. Straube, F. Högner und Carl A. 
Martienßen u. a. mit Examen als hauptamtlicher Kirchenmusiker 1934. 
1935 Organist an der ev. Marktkirche in Hannover, dann an der 
Nazarethkirche. Während des Krieges zur Wehrmacht einberufen und bis 
September 1945 in sowjet. Kriegsgefangenschaft. 

Faber siedelte am 1/VIIl/46 nach Eisenach (SBZ) um, hier Organist 
an der Nikolaikirche, auch freischaffender Liedbegleiter, Continuospieler 
oder in Kammermusikensembles. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.075.424, auf Antrag vom 10/V1/37. 
Ein neuer Tag ist angebrochen. Kleine Morgenmusik an der Fahne für 
3 Blockflöten (1939) [MC]. 

Information: Das Stadtarchiv Eisenach gab an (18/VII/96), Kontakt 
mit Faber zu haben, ignorierte jedoch eine Erinnerung (28/IV/97), kam 
aber ein Jahr später darauf zurück. 


Fabian, Werner 
(?), 29. September 1885 - im Osten, verschollen nach NS-Aktion. 
Pianist und Dirigent in Berlin, während des Krieges zwecks "Endlösung der 
J udenfrage" deportiert. 


Fabry 
Einsender in Oberhausen, Dr. jur. und J ustizrat. 


Adolf-Hitler-Lied (T: onA). MCh, im Juni 1933 dem RMVP angeboten 
(Quelle: BAR 55/ 1159). 

Information: Das Stadtarchiv Oberhausen ignorierte gegen 
Verwaltungsrecht eine Anfrage vom 6/II/98. 


e 1619 





Fackeltanz. Aus dem 17. Jh. 
In: 
Das Sonnenrad (1934). 


Faerber, Horst 
(?), 12. Mai 1902 - Riga, verschollen nach NS-Aktion. 
Pianist in Berlin, während des Krieges zwecks "Endlösung der Judenfrage" 
deportiert. 


Fafner, Jack 
Gussow, 1. Juni 1897 - Oldenburg, 5. April 1964. 
Sänger und Schauspieler; zunächst in Berlin-Charlottenburg, Stand 
1933/34: am Altmärkischen Landestheater Stendal, ab 1935-44 in 
Oldenburg, Am Schloßgarten 45 (1939-44), nur Sänger am hiesigen 
Staatstheater. 
Nach 1945 weiterhin in Oldenburg. 


NSDAP seit 1/VI11/32, Nr. 1.256.824. 
Junge Kameraden. Marsch (RS Hamburg, 11/1/38). 

Information: Es handelt sich um einen Künstlernamen. Dazu 
ermittelte das Stadtarchiv Oldenburg eine Persönlichkeit namens Fafner- 
Brust, bürgerlich Otto Brust, Kassieck, 20/VII/93 - Oldenburg, 5/IV/64,; 
daher ist laut der für Gussow zuständigen Urkundenstelle Königs 
Wusterhausen (16/X/97, 9/IX/00) eine Geburt Jack Fafner bei ihr nicht 
registriert. Obige Geburtsangabe folgt dem ZKNSDAP. 


Fahne aus Erde, Glauben und Blut, Fahne sei unser heiligstes Gut 
(T: H. Böhme). Fahnenlied. 
Vgl. E. Lauer. 
In: 
Von deutschem Glauben (21939). 


Fahne der Gemeinschaft 1-3 (Anthologie) siehe: C. Wolf 
Fahne der Kameradschaft (Anthologie) siehe: G. Schulten 
Fahnenlied = Flattern im Winde die blutroten Fahnen 


Fahnenlied = Du schöne, deutsche, rote Hitlerfahne 


e 1620 





Fahrbach jr., Philipp 
1843 - 1894 


Herrenabend. Marsch (Polka) im Trabe = HM III B, 48. 
In: 
HM 3 (1927); HM. 


Fahre wohl! Glück leite dich. Volkstümlich, Kanon zu 4 Stimmen. 
In: 
Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934). 


Fährmann, hol über! Kanon, auf eine volkstümliche Melodie. 
In: 
Liederbuch der Kriegsmarine 3 (1941). 


Fahr mr net über mei Äckerle. Volkslied aus Schwaben. 
In: 


Schwäbisches Liederbuch (41938). 


Fährt ein Schiff mit roten Schilden durch den Moldefjord, onA. 
Titel: Normannenballade. 
Textprobe (1. Strophe): 
"Hei, Heddin führt das Steuer, 
hei, Heddin lenkt die Fahrt, 
es geht mit Schwert und Feuer 
gen Krämergeist und Art". 
In: 
Folget der Fahne und dem Führer (1934). 


Fahrt nach Orkney = Wollt ihr nun lauschen meinem Lied 


Fahr' wohl, du innig heiß Geliebter. Volkslied aus Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Falb, Richard 
Donawitz (Österreich), 14. Juli 1896 - Herford, 25. Dezember 1976. 
Orchestermusiker, Cellist im Leipziger Sinfonieorchester, dann hier im 
Rundfunkorchester; später in München im BR-Sinfonieorchester, auch 
Orchesterobmann, und seit 1943 Mitglied des Bruckner-Orchesters in St. 
Florian, auch hier Orchesterobmann. 


F 1621 





1945 von der Besatzungsmacht interniert. Dann wieder beim 
Sinfonieorchester von Radio Leipzig, darauf bei Nordwestdeutscher 
Philharmonie in Herford. Nach seinem Ausscheiden betrieb er eine 
Konzertdirektion. 


NSDAP seit 1/111/32, Nr. 1.007.045, und deren Ratsherr in Leipzig. 
Ständiger Mitarbeiter der MA des Kulturamts der NSDAP und der NSKG, 
Ortsverband Leipzig. Leiter der Kreis- und Ortsmusikerschaft der RMK; in 
St. Florian als Verbindungsmann des SD bekannt (vgl. Kreczi, "Das 
Bruckner-Stift...", S. 264). 

4. November 1936: 

"Sollte die Bibliothek einmal in eine andere Stadt oder gar an das 
Ausland verkauft werden, bei einem Nichtarier ist so etwas schnell einmal 
möglich, so würde das einen nicht wieder gutzumachenden Verlust für 
unsere Stadt bedeuten. Ich erlaube mir deshalb anzufragen, ob die 
Musikbibliothek Peters für Leipzig bereits sichergestellt ist bezw. welche 
Wege bereits beschritten sind, um eine immerhin mögliche Abwanderung 
zu verhindern (...)" (Ratsherr Richard Falb an den Ratsältesten Pg. Otto 
Wolf, 4/X1/36. Abdruck in Norbert Molkenbur: C. F. Peters 1800-2000. 
Ausgewählte Stationen einer Verlagsgeschichte. Leipzig, 2001. S. 147). 

Information: FA2. 


Falk, Johann Daniel 
1786 - 1326 


Wie mit grimmgem Unverstand Wellen sich bewegen! Nirgends 
Rettung, nirgends Land. Geistl. Lied. 

Der anonyme Textbearbeiter verwandelte das originale "Christ 
Kyrie" des Kehrreims in "Christ in der Höh'". 
In: 
Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940). 


Falk, Walter 

Mühlberg, 7. Dezember 1895 - Castrop-Rauxel, 12. August 1963. 
Dr. phil. (Germanistik und Kunstwissenschaft), Schauspieler, auch 
Bühnenautor, Librettist und Übersetzer, zunächst in Berlin, später 
Dramaturg, Regisseur und Oberspielleiter, Stand 1933/34-37: am 
Stadttheater (Deutsche Oper) Breslau, dann gastierend, 1939/40-44 
Intendant des Stadttheaters Elbing, schließlich für einige Monate vor 
kriegsbedingter Schließung der Theater Generalintendant des 
Mecklenburg. Staatstheaters Schwerin. 

Nach Kriegsgefangenschaft ab 1946 Schauspieler, Spielleiter und 
Schauspiellehrer in Hamburg, seit März 1952 Intendant des Westfäl. 
Landestheaters Castrop-Rauxel. 

Werke: u. a. Bearbeitung der rumänischen Volksoper "Napasta" (Die 
Vergeltung) von Sabin V. Dragoi (1943). 


F 1622 





NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.849.813. 

Musik zu Shakespeares Sommernachtstraum unter Verwendung von 
Motiven von O. Nicolai (Elbing, 5/V111/39; Memel, 22/1/41). 

24. Januar 1941, Bericht aus Memel: 

"(...) Die klangliche Harmonie wurde durch die untermalende und 
überbrückende Zwischenmusik vollkommen. Dr. W. Falk, der diese Musik 
nach Motiven Otto Nicolais eingerichtet hat, fand in den ebenfalls nach 
Shakespeare-Motiven komponierten >Lustigen Weibern< sowohl für die 
Elfen- wie auch für die Rüpelszenen passende Melodien, die das 
Theaterorchester unter R. C. Friess in einer zarten, stimmungsfördernden 
Weise wiedergab. Leider glaubte ein Teil der Zuschauer, diese kurzen, 
musikalischen Übergänge als Pausenersatz benutzen zu können und 
benahm sich danach" (Heinrich A. Kurschat: Ein Sommernachtstraum. 
"Memeler Dampfboot" XCI11/20, 24/1/41). 


Falkenberg, Leopold 
Karlsruhe, 10. November 1894 - Karlsruhe, 16. Januar 1987. 
Militärmusiker a. D. und Kapellenleiter in Karlsruhe, im Hauptberuf 1925 
Kassenassistent - als Obersekretär - und 1942 Stadtamtmann. 
Nach 1945 weiterhin in Karlsruhe, zuletzt i. R. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.547.983. 1939 NSDAP-Gaumusikinspizient, 
Leiter des KreisMZ der Politischen Leiter Karlsruhe; Landschaftsleiter der 
Fachschaft Volksmusik der RMK. 


Geschichtsfälschung, 1988: 

Der Lexikograph Wolfgang Suppan (Das neue Lexikon des 
Blasmusikwesens. Freiburg-Tiengen, 31988. S. 119) erspart sich die 
Todesdaten. 

Information: LdBl (ohne Todesdatum). 


Fallen müssen viele und in Nacht vergehn, eh am letzten Ziele 
groß die Banner wehn (T: H. Anacker). Kampflied (1937). Titel: Opfer. 
Mehrfach vertont, so von H. Grabner, R. Heyden, O. Jochum, F. Jöde, 
H. Jörns, R. Leyck, R. Neubert, H. W. Paetel, W. Rein, H. Unger, H. 
Vetterlein. 
In: 


Von deutschem Glauben (31939). 


Fallschirmjäger = Ein Sprung ins Nichts 


Fallschirmschützen, tretet an! (T: Lt. Schlichting), nach Motiven 
des Tons "Ist denn das nicht große Freude" bearb. von G. Pallmann. Titel: 
Die Fallschirmschützen. 


e 1623 





Textprobe (4. Strophe): 

"Will der Tod mich einst zur Beute, 
hei, ich lach ihm ins Gesicht! 
Herrlich strahlt die Sonn' uns heute, 
und das Morgen schert uns nicht! 
Fallschirmschützen ohne Zagen 
wollen Deutschlands Zukunft tragen. 
Darum schlägt in unsrer Brust 
heißes Herz in wilder Kampfeslust". 

In: 

Flieger sind Sieger (31941). 


Falscher Wind = Wenn der kühle Morgen früh 


Famelow 


Großer Militärfestmarsch (Schles. FSt., 14/V11/33, Stahlhelmkapelle 
der Kreisgruppe Breslau-Stadt, Dgt. Pietsch). 


Fanderl, Wastl 
Bergen/ Krs. Traunstein, 24. Juni 1915 - Prien am Chiemsee, 25. April 

1991. 
Volksmusiker; im Kriege zur Wehrmacht einberufen und Soldat der 
Xl./GJR 99. 

Nach 1945 Herausgeber und Chefredakteur der "Sänger- und 
Musikantenzeitung", wohnhaft in Fräsdorf. 
Werke: "Das leibhaftige Liederbuch", hgb. zus. mit Walter Schmidtkunz 
und K. List (Erfurt, 1938; neu 1966 bei Möseler), mit Volksliedern aus 
dem deutschsprachigen Alpenland; "Hirankl-Horankl", Wiegenlieder, 
Kinderreime, Bauernrätsel und Jodler aus dem Alpenland, gesammelt und 
hgb. (Erfurt, 1943). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Den Rucksack auf dem Buckel: Kaum grüßt der erste Sonnenstrahl die 
Höhn (eigener T). Soldatenlied. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Den Rucksack auf dem Buckel 
und die Büchs, holdio, 
an Fröhlichkeit und Schneid 
da feit uns nix, holdio. 
Heraus, ihr jungen Jäger, 
wie einstens unsre Väter, 
so schiaßen wir fein sakrisch 
auf den Feind, daß es kracht!" 


F 1624 





In: 
Soldatenliederbuch (41940). 
Information: Fanderl antwortete nicht auf Anfrage vom 11/X1II/88. 


Fanfare der Pappenheimer (1637) (Berlin, 12/VIIl/36, Militär- 
Festkonzert zur Olympiade, MK des Wach-Rgts. Berlin, Dgt. StMM Ahlers). 


Fanfare der Reiterei (Berlin, 12/VIII/36, Militär-Festkonzert zur 
Olympiade, MK der Wach-Rgts. Berlin, Dgt. StMM Ahlers). 


Fanfare der Auslandsorganisation (AO) der NSDAP (Stuttgart, 
* August 1937, zur 5. Reichstagung der AO), onA. 
Tondokument im DRA. 


Fanfare für die Sondermeldungen des Frankreich-Feldzugs über das 
Thema "Die Wacht am Rhein" von C. Wilhelm (1940), onA. 
Tondokument - ohne Datum - im DRA: 1600005-05. 


Fanfare für die Sondermeldungen von Englandeinsätzen über das 
Thema "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern" von H. Niel 
(1940). 

Tondokument - ohne Datum - im DRA: 1600005-04. 


Fanfare für die Sondermeldungen des Rußlandfeldzugs über ein 
Thema aus "Les Preludes" von F. Liszt. Titel: Große Rußland-Fanfare. 
Tondokument - ohne Datum (=1941) - im DRA: 1711228-03. 


Fanfare für die Sondermeldungen des Rußlandfeldzugs über ein 
Thema aus "Les Preludes" von F. Liszt. Verkürzte Version. 
Tondokument - ohne Datum - im DRA: 1570019-06, 1600005-06. 


Fanfare für Meldungen über die Kämpfe auf der Halbinsel Krim 
siehe: Herms Niel 
Fanfaren. Spielstück für Blockflöte [K]. 


In: 
NSLB, Unser Lied 1 (31935). 


Fanfaren der Feldtrompeter und Heerpauker (Berlin, 12/VI11/36, 


e 1625 





Militär-Festkonzert zur Olympiade, MK des Wach-Rgts. Berlin, Dgt. StMM 
Ahlers). 


Fanfaren zum Tag der deutschen Kunst (München, 10/V11/37) als 
Pausenzeichen des Reichsrundfunks an diesem Tag. 

Es handelt sich um das Thema der 3. Sinfonie D-moll von Bruckner. 

Tondokument - vom 30/V1/37 - im DRA: 1670018-19. 


Fanfaren zum Tag der deutschen Kunst (München, 10/V11/37). 
Tondokument im DRA: 1570018-16, 1820113-19. 


Fanfaren zum Tag der deutschen Kunst (München, 10/V11/38) für 
Chor und Orch. 
Tondokument im DRA: 1570018-17. 


Fanfaren-Marsch (u. a. Brocken, 30/1V-1/V/34, zur Maifeier der 
HJ), onA. 

Tondokument - vom 30/1V/34 - im DRA: 1820111-09. 

Ausführende: Fanfarengruppe der HJ). 


Fanfarensignale. 
In: 
Die Fahrt (1937). 


Fangen wir an. Kanon. 
In: 
Liederbuch des BDM (1934). 


Fangt an! Fangt euer Arbeit fröhlich an! Worte und altenglische 
Melodie überall verbreitet. Kanon zu 2, 3 4 und 6 Stimmen. 

Weitere Vertonung als 2stimmiger Kanon: Hans Lang. 
Vgl. H. Spitta. 
In: 
Auf, laßt uns singen! (1936); Lieder für Werk-Frauengruppen 1 (1936); 
Lied über Deutschland (1937, >?1941); Lieder der Arbeitsmaiden (1938; T: 
F. Jöde); Unsere Lieder (71938); DSB, Singendes Volk 29 (1938). 


Fangt an und singt. Kanon zu 4 Stimmen, altengl. 
In: 
Vorwärts! Vorwärts... (1935); Liederbuch der Kriegsmarine 2 (1940). 


e 1626 





Fangt euer Handwerk fröhlich an = Fangt an! 


Fanselow, Albert 
Schwerin/ Warthe, 4. Juli 1868 - Berlin, 17. Januar 1944. 
Musikdirektor, Komponist und Musikpädagoge in Berlin-Charlottenburg; 
staatlich geprüfter Privatmusiklehrer (Blas- und Streichinstrumente). Er 
übernahm - Annonce im DMK 1942 - Korrekturen und Instrumentation für 
Blas- und Streichmusik. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. Er beantragte und erhielt 1937 und 1939-42 
Beihilfen vom Künstlerdank-Fonds. 

Saarlied: Der schönste Edelstein der Saar. 

Tritt gefaßt! HJ-Lied, "vom Führer mit einem Dankschreiben 
ausgezeichnet". 

Unter unserm Führer. Huldigungsmarsch, am 18/VI11/34 in originaler 
Klavierversion an Dr. Goebbels eingereicht mit Bitte, die Inverlagnahme zu 
unterstützen: 

"(...) In meiner Begeisterung für den deutschen Nationalsozialismus 
habe ich einen Huldigungs-Marsch >Unter unser'm Führer< komponiert, 
eine sehr ansprechende Komposition, die ich für Infanterie- Musik 
instrumentiert ehebaldigst veröffentlichen möchte, damit die sämtlichen 
S.A.-Musikkapellen die Orchesterstimmen erhalten. Die Original-Ausgabe 
für Klavier gestatte ich mir in der Anlage gehorsamst zu überreichen mit 
der Bitte, die Veröffentlichung des Werkes hochgeneigtest unterstützen zu 
wollen mit Hilfe eines Verlagshauses, das zur Inverlagnahme dieser Sache 
gewiß gern bereit sein wird" (A. Fanselow an Dr. Goebbels, 18/VI11/34. 
Quelle: BAR 55/ 1168. Blatt 169). 

Information: Laut Referat für Meldeangelegenheiten, Paß- und 
Ausweiswesen beim Polizeipräsidenten in Berlin (9/IV/84) als in Berlin 
gemeldet gewesen nicht zu ermitteln. 


Faschistenmarsch siehe: Edgar Poelchau 


Faselnacht steht vor der Tür. Aufgez. bei deutschen Siedlern zu 
Rosenthal auf der Krim 1927. 
In: 
Unser das Land (1937; Variante: "Fasenacht"); Volksliedsingen im 
Schulfunk 23 (10. Februar 1938); Lied über Deutschland (?1941). 


Faselnachtslied zum Rummelpott = Rau, Rau! Rummelpöttchen! 


e 1627 





Fass, Karl 
Arbeitsmann im RAD. 


Arbeiter, Bauern, Soldaten: Wir sind die Freiheit, wir sind das Leben 
(T: Arbeitsmann Herm Wettner, entstanden im Westeinsatz 1941). 
Fassung: A. Hildebrand. 
Textprobe (1. Strophe): 

Mi) 

uns rief des Führers Befehl. 

Immer werden wir Wächter sein 

fürs Vaterland. 

Unsre Herzen dem Führer weih'n, 

vertraun seiner Hand. 

Wir sind Großdeutschlands Soldaten, 

in vielen Kämpfen erprobt. 

Heiß sengt die Sonne 

auf uns hernieder 

und der Sturm uns umtobt". 
In: 
Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 4 (1942); Lieder der Mannschaft 1 
(1944). 


Fassen wir die Hände um den Baum im Kreis (T: Karl Röttger). 
Jullied, einer alten Weihnachtsmelodie aufgesetzt von E. M. Henning. 
Titel: Eia, Weihnacht! 

Textprobe (3. Strophe): 

"Haben wir inmitten 
einen Baum gestellt 
einen Lichtbaum mitten 
in die dunkle Welt. 
Öffnet weit 
des Herzens Türen, 
heut will uns 
ein Stern berühren!" 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 19/20 (16. Dezember 1937); Liederblatt der 
Ostmark 15 (1938); Unsere Lieder (71938); Nun brennen viele Kerzen 
(1939); Von deutschem Glauben (21939); Lied über Deutschland (21941); 
Weihnacht macht die Türen weit (1944). 


Faßt euch zum Tanze. Haltet die Hände. Chor der Brautjungfern 
aus "Wodan und Walhall" von Bodo Ernst. 
In: 
Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934; nur T). 


e 1628 





Fastner, Ferdinand (Ignaz) 
Peilstein im Mühlviertel/ OO, 22. Oktober 1901 - Linz (A), 27. Oktober 
1984. 
Musikpädagoge; Fachlehrer und Bezirksschulinspektor, Stand 1931: in 
Mattighofen, 1938 in Braunau, später in Schwanenstadt/ Oberdonau. 
Nach 1945 zuletzt i. R. in Linz/ Donau. 


NSDAP seit 5/V/31, Nr. 444.555. 1939 vom Kulturpolit. Archiv zum 
Musiksachbearbeiter des Dt. Volksbildungswerkes Gau Oberdonau 
vorgeschlagen. 

Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Linz, Nr. 
1924/1984. 


Faust, Carl (Karl) 
1825 - 1892 


Mit klingendem Spiel. Marsch (Südfunk, 3/V1/33, von Schallplatte). 
Op. 127. Steiger-Marsch = HM II, 126 ("Glück auf!"), Parademarsch des 
ehem. Grenadier-Rgts. 101 (1865; Orag, 23/X/33, SA-Chor, Gr. BlasOrch, 
Dgt. C. Woitschach, von Schallplatten; Mirag, 5/X1/33, von Schallplatten; 
RS Breslau/ RSdg "Das Antlitz der kämpfenden Mannschaft", *9/X1/36), 
1934 unter aktualisiertem Titel "Deutsch die Saar" in der Saar-Propaganda 
eingesetzt. 
Adaptionen: 
Parademarsch des Sturmbanns 1 der SS-Standarte 1 
("Totenkopfstandarte") (RS München, 10/11/37, 1/1V/39). 
Parademarsch der Marine-Artillerie-Abteilung 5 Pillau (RS 
Königsberg, 23/V111/38). 
In: 
HM 5. 
Zu jeder Stunde marschbereit. Marsch. 
In: 
Der Spielmannszug I (1933). 
Defilier-Marsch = AM Il, 168, Parademarsch des 4. Garde-Rgts. zu Fuß 
(1855; u. a. Schles. FSt., *20/1V/33, MZ des SS-Sturmbanns IV/6, Dgt. 
Hantke; RSdg, *30/1/38; Berlin, 10/V111/38, Militär-Festkonzert, MK des 
Wach-Rgts. Berlin, Dgt. StMM Ahlers) [B&B]. 
Adaptionen: 
Parademarsch des Wach-Rgts. Berlin der LW. 
Parademarsch des IR Großdeutschland. 
Tondokument - vom 12/VI/40 - im DRA: 1880787-16. 
Ausführende: StabsMK des Rgts. General Göring, Dgt. P. Haase. 
In: 
HM 1 (1933); [Sc] Das goldene Marschbuch (1933). 
Die Marketenderin = HM Ill B, 36. Marsch im Trabe (Polka). 
In: 
HM 3 (1927); HMS5. 


e 1629 





Op. 257. Galoppmarsch "Wo lustig die Hörner erschallen" (1874/79) = 
HM III B, 29 (aufgenommen 1933). 

In: 

HM 5. 


Fecker, Adolf 
Frankfurt a. M., 16. August 1912 - Konstanz, 28. Mai 2001. 
Sohn eines Amtsgerichtssekretärs; Musikpädagoge und Dirigent; 1934-36 
Solorepetitor am Dt. Nationaltheater Weimar, 1936-38 Musiklehrer bei der 
Schulgemeinde Wickersdorf/ Thüringen; 1939 zur Wehrmacht einberufen 
und bis 1947 in Kriegsgefangenschaft. 

1947 Schulmusiker in Hamburg, 1951 in Fuhlsbüttel Studienrat an 
der Oberschule für Mädchen, 1961 Oberstudienrat, begann er 1970 an der 
Universität Hamburg ein Studium der MW mit Abschluß als Dr. phil. ("Die 
Entstehung von Beethovens Musik zu Goethes Trauerspiel Egmont", 
1978). Seit 1977 i. R., jedoch weiterhin freischaffend, ab 2/XI/81 in 
Güster und Hamburg, 1990 Rezensent für "Die Musikforschung", seit 2/1X/ 
91 in Konstanz-Peterhausen in einer Seniorenwohnanlage. 

Werke u. a.: Weimarer Krippenspiel (1935); "St. Nikolaus in Not", 
Schuloper (1947); Schul-Kantaten, so "Lob des Singens" (1969); 
Spielmusiken über Volkslieder (1947/48); ferner Ouvertüren, 
Kammermusik, Klaviermusik und Musik zur Gymnastik bei den Hamburger 
Stadionfesten; mw. Werke, so "Sprache und Musik", 2 Bände, 1984 und 
1989). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Totentanz. Suite für StreichOrch, Klarinette und Horn (1936; u. a. 
Stuttgart, *11/X1/37, vor der Rede von Staatsminister SS- 
Standartenführer Prof. Schmitthenner) [Allard-Verlag, Wickersdorf bei 
Saalfeld]. 

Die Sätze: 

1. Vorspiel. - 2. Die toten Kreuzfahrer. - 3. Die toten Bauern. - 4. Die 
Toten des großen Krieges. - 5. Die Toten der Bewegung. - 6. Mahnung der 
Toten an die Lebenden. - 7. Nachspiel. 

Information: KDMK (Fecker unterschlug dem Herausgeber das 
genannte Stück), LdCh. Das Einwohneramt Konstanz forderte für erbetene 
Auskunft Verwaltungsgebühren; das Rechts- und Ordnungsamt 
(24/IX/98), gez. Keller, lehnte den Antrag auf Aussetzung der Gebühr mit 
Berufung auf die Satzung der Stadt Konstanz ab und brach damit 
Verfassungsrecht. Aus Rechtsgründen verbot sich die Zahlung. 


Fehres, Wilhelm 
Mülheim/ Mosel, 30. Juni 1901 - Wuppertal, 7. Februar 1991. 
Sohn eines kleinen Winzers; Schüler von F. Bölsche und H. Unger, 
Musikkritiker und Komponist in Köln, 1935 in Wuppertal-Hammerstein. 
Während des Krieges zur Wehrmacht einberufen, an der Ostfront 


e 1630 





eingesetzt, dann kurz in sowj. Kriegsgefangenschaft. 

Nach 1945 weiterhin in Wuppertal-Vohwinkel, freischaffender 
Komponist, auch Musikkritiker für den "General-Anzeiger", hier später i. 
R., 1988 im Ev. Seniorenheim. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Zogen einst fünf wilde Schwäne. Altdeutsche Ballade. Für Gesang und 

3stimmigen Geigenchor: W. Fehres. 

In: 

Musikantenblätter der Hitlerjugend 2 (1933). 

Werk 6. Zwei a-cappella-Chöre. 1. Gebet des Volkes. - 2. Weihe der 

Wandlung (UA: Bad Oeynhausen, 8/VI11/34, beim Niederdt. Musikfest 

der NSKG, Chor des Kurtheaters, Dgt. Kurt Eichhorn). 

Musik zu "Julnacht", eine J ulzeitsage von F. Volberg (RS Köln, 6/1/36). 
Information: FA, LdCh. 


Feierabend = Die Arbeit ist schwer 


Feierabend = Das große Rad steht stille nun 


Feierabend, Feierabend, schlafet alles in der Ruh. Liebeslied, 
Lothringen, 1931 aufgez. 
In: 
Unser das Land (1937). 


Feierliche Begrüßung = Grüß di Gott, Aloys 
Feierliche Musik siehe: Reichsjugendführung 
Feierlieder (Anthologie) siehe: H. Spitta 


Feiernd Volk. Blätter für Festgestaltung (1936-38). Lieder und 
Sprüche. Hgb. Wilhelm Laiblin und Hans Lamparter [VB und WV].. 

Blatt 1: Morgenfeier (Juli 1936). 
1. Bach: Bourr&e aus dem Notenbüchlein der Anna Magdalena Bach. - 2. 
P. Lamparter: Sei gegrüßt, du ew'ger Morgen. Dazu Zwischenspiel und 
Nachspiel. - 3. H. Lamparter: (2. Weise) Sei gegrüßt, du ew'ger Morgen. - 
4. H. Lamparter: Die Sonne hat die Nacht bezwungen. - 5. Majewski: 
Morgenruf, für Fanfaren. - 6. H. Lamparter: Heraus, herauf, du gutes Tuch. 
- 7. H. Lamparter: Gleich wie die Stämme in dem Wald. 

Blatt 2. Kampf und Trutz (Juli 1936). 


e 1631 





8. Paul Halm: Leben ist Kampf, nur nicht verzagt. Kanon. - 9. Seifert: Je 
mehr der Stahl geglutet. Kanon. - 10. Volksmelodie: Wer jetzig Zeiten 
leben will. - 11. Seifert,: Wofür wir ringen, wovon wir singen. - 12. 
Seifert : Im Herzen Mut, Trotz unterm Hut. Kanon. - 13. H. Lamparter: 
Wenn einer von uns müde wird. - 14. Lahusen: Lewer dod as Slav! 
Kanon. - 15. H. Lamparter: Und nehmen kann ich nicht aus zweiter Hand. 

Blatt 3. Deutschland, wir glauben an dich (Dezember 1936). 
16. H. Lamparter: Du, der du die Sterne lenkst. - 17. H. Lamparter: Und 
wenn das Licht zersprang. - 18. H. Lamparter: Wir danken Gott in alle 
Ewigkeiten. - 19. H. Lamparter: Der Morgen ruft, die Flagge steigt. Vor- 
und Zwischenspiel für Trompeten und Fanfaren. - 20. H. Lamparter: Nicht 
nach doppelfarb'gen Schranken. 

Blatt 4. Lichtwende (Dezember 1936). 
21. P. Lamparter: Wir stehen gefeit vor Lüge und Neid. - 22.H. 
Lamparter: Wir wollen zum Feuer gehen. - 23. Seifert: Gib, hohe Sonne, 
daß ich Tag für Tag. Kanon. - 24. P. Lamparter: Bringt her nun die Kloben. 
- 25. P Lamparter,: Wir sind des Lichtes kündende Schar. - 26. H. 
Lamparter: Wir fachen die Flammen. 

Blatt 5. Jetzt fängt das schöne Frühjahr an (April 1937). 
27. Fränkisch: Jetzt fängt das schöne Frühjahr an. - 28. Heyden: Grüß 
Gott, du schöner Maäie, da du bist wiedrum hier. Kanon. - 29. Theodor 
Otto, nach einer alten Volksmelodie: Grüß Gott, du schöner Maien, da bist 
du wiedrum hier. - 30. Schulz, 1782: Lieblich ergrünen so Auen als Felder. 
- 31. H. Lamparter: Aus tausend Blüten lacht der Mai. - 32. H. Lamparter: 
Die Scholle duftet feuchte Gare. - 33. Quignard 1760 (?): Gavotte aus 
einer Sonate für 2 Flöten. 

Blatt 6: Einig Volk, einig Reich! (Juli 1937). 
34. Seifert: Wir wollen ein starkes, einiges Reich (T: H. Claudius). - 35. 
Seifert: Nichts kann uns rauben Liebe und Glauben. - 36. H. Lamparter: 
Ich bin ein Span von deinem Stamme. - 37. H. Fischer: Laßt die 
Trompeten laden. - 38. H. Lamparter: Volk will zu Volk! - 39. Gauß: Steht 
zum Banner! Schwestern, Brüder! 

Blatt 7: Brot und Arbeit (Oktober 1937). 
40. H. Lamparter: Heil Mutter Erde! Es gönne der allwaltende ewige 
Herrscher. - 41. Gauß: Erde, du bist das Korn. - 42. H. Lamparter: Dies ist 
das Brot, um das wir dienen. - 43. H. Lamparter: Bauer bin ich mit dem 
Pfluge, weil die Erde tragen muß. - 44. H. Lamparter: Bauer, deiner Hände 
Walten. - 45. Seifert: Arbeit für dein Volk adelt dich selbst. Kanon. 

Blatt 8. Nacht, nimm uns auf in deinen Sinn (November 1938). 
46. Gauß: O Nacht, du Sternenbronnen. Kanon. - 47. Gauß: Der Tag hat 
sich geneiget, die Sonne ging zur Ruh. - 48. H. Lamparter: Der Tag steht 
an der Wende. - 49. H. Lamparter: Nun ist sie still, die große Welt . - 50. 
Knab: Das Werk ist aus, nun ist es spät. - 51. H. Lamparter: Dir, Ewiger, 
mein Wille! 

Satz: A. Seifert (30). 


e 1632 





Feige 


Fliegergruß. Marsch (RS Berlin, 17/V11/38). 


Feil, Emil 
Trossingen, 30. Mai 1903 - Trossingen, 30. Oktober 1968. 
Kaufmann und Volksmusiker in Trossingen, Mitarbeiter der Matthias- 
Hohner AG, Harmonikawerke, Mitglied des Hohner-Sextetts. 
Nach 1945 weiterhin in Trossingen. 


NSDAP seit 1/VII1/35, Nr. 3.685.497, und SS. Obmann der Fachgruppe V 
im Reichsverband für Volksmusik Gau Württemberg. 

Wir sind die stolze Infanterie (T: J. Blum). Kriegslied. 

In: 

Du und deine Harmonika (1940). 


Feilke, Carl 
Düsseldorf, 24. Juli 1895 - Kaiserslautern, 13. Oktober 1974. 

Sohn eines Telegrafensekretärs; zunächst bis 1925 Opern-, dann 
Konzertsänger (Bariton) und Musikpädagoge in Kaiserslautern, hier Leiter 
des Männerchors der Kammgarnspinnerei, auch Lehrer am Pfälzischen 
Konservatorium für Musik in Neustadt an der Haardt. 

Nach 1945 weiterhin in Kaiserslautern, Gesangslehrer am 
Pfälzischen Konservatorium, zuletzt i. R. 
Werke: Chöre; Walzer, so Pfälzer Wein-Walzer (1935); Kleine Gesangs- 
und Sprechtechnik (1925). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Die eiserne Brigade. Marsch (BR, 5/X/33). 

Im Dienst: Wenn früh der Tambour Wirbel schlägt (eigener T), für 
Gesang und Klavier (1934) [V d. Pfälz. Konservat. Kaiserslautern]. 

Mein Regiment: Rekruten ziehen zu den Fahnen (eigener T), für Gesang 
und Klavier (1934) [V des Pfälz. Konservatoriums]. 
Bauern-Bekenntnis: Wir Bauern plagen und mühen uns sehr (eigener 
T). MCh (1934) [H]. 

Bauern-Schicksal: Einst diente der Bauer in harter Fron (eigener T). 
MCh (1934) [H]. 

Arbeitskameraden (eigener T). Nach dem Marsch "Leicht zu Fuß" von 
Latann bearb. (1938) [SV]. 

Information: DML, FA, KDMK (Artikel Feilke ohne Werkverzeichnis), 
LdCh. Der Standesbeamte Schubring, Düsseldorf (26/XI/97), verweigerte 
mit Berufung auf das verfälschte PStG 8 61, also grundordnungswidrig, 
die Angabe der Todesdaten. Damit raubte er dem Künstler das postum 
weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog den 
Lexikographen um sein Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. 


e 1633 





Feinde ringsum! Gott hat Alldeutschland erkoren (T: D. M. 
Hennig). NS-Kampflied, zur Melodie "Flamme empor" (Gläser). 
Textprobe (3. und 4. Strophe): 
"Braunheer voran, Braunheer voran! 
Wider Marxismus und Lüge 
bleib stets in ernstem Kriege. 
Auf, schaff dir Bahn! Braunheer voran! 


Heil Hitler dir! Heil Hitler dir! 
Treu willst den Frieden du halten. 
Gegen der Feinde Gewalten 
folgen wir dir! Heil, Hitler, dir!" 
In: 
HM-Liederbuch (1933/34). 


Fein sein, beinander bleibn. Aus Vordernberg um 1870, auch in 
Tirol verbreitet. Aus: Zack, "Alte liebe Lieder" (1925), später in: L. 
Kelbetz, "Steirerlieder". Titel: Nit außigrasn! oder Ehestandslehre. 
In: 
Der Ring (1935); Lied über Deutschland (?1941); Liederblätter der NSG 
"Kraft durch Freude" 43-49 (1942); Hellau! (1942); Lieder unseres Volkes 
(1943). 


Feinsliebchen = Heut muß der SA-Mann marschieren 
Feinsliebchen = Ich hatte mein Feinsliebchen 
Feinsliebchen siehe: Zuccalmaglio 

Feinslieb, hast mich gefangen siehe: H. L. Hassler 


Feist, Erhard 
Nürnberg, 22. März 1891 - Nürnberg, 27. August 1971. 
Kapellmeister und Komponist in Nürnberg, Volksschullehrer und Lehrer an 
der Städt. Singschule. 
Nach 1945 weiterhin in Nürnberg in diesen Funktionen, zuletzt i. R. 
Werke: u. a. Musik zu einem Märchenspiel im RS München; Kantaten. 


NSDAP seit 1/X/30, Nr. 333.337. MZF der SA-Standarte 14 Nürnberg. 
Heil, Franken! Marsch (BR, 6/1V/33). 

Fränkische Fanfaren. Fanfarenmarsch (BR, 18/V1/33, Militärkonzert der 
SA-Standarte 14, Dgt. A. Lobenhofer). 


e 1634 





Musik zum Hörspiel Hofjud Ischerlein von O. F. Schardt (BR, 28/111/34). 
Musik zum Funkspiel Eppelein von Gailingen von Fr. Bauer (RS 
München, 13/1X/38, Sendereihe "Deutsches Volkstum"). 

Information: LdCh. Das Einwohneramt Nürnberg (19/VIII/98), gez. 
Richter, beantwortete eine Anfrage in diesem und acht weiteren Fällen mit 
Forderung von 180 RM Gebührenvorschuß. Den Antrag an den 
Oberstadtdirektor auf Erlaß lehnte das "Direktorium Recht und Sicherheit" 
der Stadt Nürnberg (18/IX/98), Dr. Frommer, ab, weil "kein hinreichender 
Grund" dafür vorliege; das beweist, daß das Verwaltungspersonal in 
Nürnberg Verfassungsrechte für Geld verhökert. Anderweitig kam die 
Information kostenlos. 


Feist, Fritz 


Musiker, auch Textverfasser, zeitweilig - Stand 1933 - in Namslau, dann 
Orchestermusiker in Breslau XVI, Meisenweg 70 (1942), Geiger bei der 
Schlesischen Philharmonie. 


NSDAP (laut "Die Sendung", Schles. FSt., 28/V/33), jedoch kein Eintrag in 
ZKNSDAP. MZF der SA-Standarte 11 Breslau, dann der SA-Brigade 20. 
W. Altendorf: Hört ihr es grollen durch Straßen und Gassen? 
(Revolution). Für BlasOrch: F. Feist (1933). 
F. Haase: Unter dem Hakenkreuz (Edmund Heines). Marsch. Für 
BlasOrch: F. Feist (Schles. FSt., 28/V/33). 
28. Mai 1933: 
Ein Morgenkonzert des MZ der SA-Standarte 11, Dgt. F. Feist, bietet: 
1. "Ich bete an die Macht der Liebe", Choral. - 2. Gehse: "Treu dem 
Führer", Marsch. - 3. Lincke: Ouvertüre zu "Im Reiche des Indra". - 4. 
Verdi: Fantasie aus "La Traviata".- 5. Kochmann: "Deutschlands 
Erwachen", Potpourri. - 6. Johann Strauß: "Geschichten aus dem 
Wienerwald", Walzer. - 7. Eberle: Ein Vöglein sang im Lindenbaum", 
Paraphrase. - 8. Altendorf-Feist: "Revolution", Kampflied der SA. - 9. 
Zeller: Potpurri aus "Der Vogelhändler". - 10. Haase-Feist: "Unter dem 
Hakenkreuz", Marsch. -11. Hagen: "SA heraus!", Marsch (Schles. FSt., 28/ 
V/33). 
Information: Keine weitere Nachricht; Breslau fiel 1945 an Polen. 


Feitel, Gottfried 
Hordel/ Westfalen, 7. März 1879 - Zürich (CH), 9. März 1934. 
Seit 1909 Musiklehrer und Komponist in Zürich (Schweiz). 
Werke: u. a. Orchesterstücke, so "Heroischer Marsch" und eine 
Serenata; Tanzmusik, so die Walzer "Ein Sommerabend im Wehntal" und 
"Echte Wiener Herzen"; Kammermusik; Klavierstücke. 


Komposition 0onA, am 28/VI11/33 dem RMVP eingereicht. 
Information: DML, FA, KDMK (Totenliste). 


e 1635 





Feitler geb. Simon, Bettina (Betty) 
Frankfurt a. M., 8. Januar 1897 - KZ Theresienstadt, 31. März 1943 
(von SS ermordet). 
Sängerin in Frankfurt a. M. Von Brückner/Rock als Jüdin denunziert. 
Im Verfolg der "Endlösung der J udenfrage" ins KZ Theresienstadt 
deportiert. 


Felden 
Während des Krieges zur Wehrmacht einberufen, Obergefreiter der LW. 


Schwarze Spiegel. Keine Arbeit scheuen, und drohte gleich der Tod! (T: 
R. Hofmann). Kriegslied der Bautruppe. 
Textprobe (2. Strophe mit Refrain): 
"Wir, der Arbeit Adel, 
wir stehn mit starker Hand, 
ohne Furcht und Tadel 
im Dienst fürs Vaterland. 
Du schwarzer Spiegel, unsre Zier, 
das ganze Herz gehört nur Dir, 
nur Dir und dem großen 
deutschen Vaterland!" 
In: 
Liederblätter, LGKdo Westfrankreich 4 (1942). 


Feld-Fliegerlied = Vom Rücken meiner Pferde 


Feldhusen, Bernhard 
Bremen, 3. April 1860 - Bremen, 23. April 1945. 
Sohn eines Musikers; Orchestermusiker, Geiger, zeitweilig im Stadttheater 
Bremen, Musikpädagoge und Komponist, zuletzt hier i. R. 
Werke: u. a. "Stilles Sehnen", Lied für 2 Trompeten; Cavatine für Violine, 
Cello und Klavier Op. 34 (1936); Männerchöre. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Befreiungsmarsch (Norag, 19/V/33). 
Graf-Luckner-Marsch (RS Hamburg, 16/X/38). 

Der Titel feiert Felix Graf von Luckner (1881-1966), deutscher 
Seeoffizier und im Wk. I Kommandant des Hilfskreuzers "Seeadler", mit 
dem er die britische Blockade durchbrach. 

Information: DML, FA. 


e 1636 





Felgner, Kurt 
Osnabrück, 26. März 1912 - Frankfurt am Main, 2. Mai 2002. 

Musikpädagoge und Chorleiter, bis 1938 in Duisburg, studierte ab 1935/36 
in der Kapellmeisterklasse der Musikhochschule Köln und bestand die 
Reifeprüfung in der Klasse des GMD Prof. Papst im J uni 1938. Nach 
Lehrgang für Leiter und Lehrer an Jugendmusikschulen 1939 in Leoben/ 
Steiermark Leiter der Musikschule für Jugend und Volk und Lehrer für 
Kammermusikübungen und Chor- und Orchesterleitung, bald k. auch in 
Eisenerz. 1941 zur Wehrmacht einberufen und bis 1945 in 
Kriegsgefangenschaft 

1946-54 in Osnabrück, hier zunächst Mitbegründer und Leiter des 
"Musikschulwerks", 1954 in Hannover Gymnasialmusiklehrer, 1955-60 
Dozent am Pädagog. Institut Weilburg, gleichzeitig Mitbegründer der 
Internationalen Musikkurse der J eunesses Musicales in Weikersheim; 1956 
mit Lehrauftrag an der Musikhochschule Frankfurt a. M., 1961 dort an der 
Universität, Hochschule für Erziehung, a. o. Professor für Musikerziehung, 
1962-73 deren Direktor. 1963 Gründer der "Camerata pro Musica" - 
Bachchor und Bachcollegium - Frankfurt. 1964 o. Professor und 1980 
emeritiert, jedoch danach noch, wie schon seit 1975 als deren Leiter, in 
der Dokumentationsa-Abt. der Universität tätig. Zuletzt i. R. in 61476 
Kronberg/ Taunus. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. Musikreferent der NSG "Kraft durch Freude" und 
Leiter des HJ -Bannorchesters 549 in Leoben. 


Felicella = In Wiesen und in Auen 


Felis, Paolo 


Musikpädagoge italien. Herkunft in Berlin-Friedenau. 
Werke: u. a. Kammermusik, so "Serenata" für Violine und Klavier. 


Kantate zur Erinnerung an Richard Wagner, onA, am 23/X1/34 mit 
Widmung an Dr. Goebbels gesandt. 


Felix, Walter 
(?), 1914 - ohne Ort und Datum (im Fronteinsatz gefallen). 


Musik über Dieses Land ward uns gegeben für Oboe, 2 Violinen und 
Violoncello. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ) 74 (1938). 

Wir sind der Ostmark Söhne: H. Baumann, Was glänzt so weit über 
Moor und Sand - H. Baumann, Deutschland drüben, dir gehören diese 
Berge - (Czikeli): Sachs, halte Wacht. Instrumentalsätze: W. Felix. 


e 1637 





In: 

RJF, Musikblätter der HJ) 74 (1938). 

H. Baumann: Deutschland drüben. Instrumentalsatz: W. Felix. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 16 (November 1939). 

H. Baumann: Was glänzt so weit über Moor und Sand. RAD-Lied. 
Fassung: W. Felix. 

In: 

Lieder der Mannschaft 1 (1944). 


Felix, Werner 

Weißenfels, 30. Juli 1927 - ? 
Während des Krieges zur Wehrmacht einberufen und am 27/1X/44 aus US- 
Kriegsgefangenschaft entflohen. Dr. päd. Berlin (DDR) 1956, 
Musikpädagoge in Eilenburg. Studium an der Musikhochschule Weimar mit 
Staatsexamen 1951, anschließend Mitarbeiter im Staatssekretariat der 
DDR für Hoch- und Fachschulwesen, 1952-54 Direktor des 
Konservatoriums Erfurt bzw. Weimar. 1959 Professor, 1955-66 Rektor der 
Musikhochschule Weimar, 1966 Professor für Musikgeschichte an der 
Musikhochschule Leipzig. Er erhielt 1964 die Verdienstmedaille der DDR 
und war Mitglied im Zentralvorstand des VDK. 1968 Intendant des 
Gewandhausorchesters, 1974-87 Leiter der Abt. MW an der 
Musikhochschule Leipzig, 1979 Generaldirektor der Nationalen 
Forschungs- und Gedenkstätten Johann Sebastian Bach, 1987 Rektor der 
Franz-Liszt-Musikhochschule. 1992 emeritiert. 
Werke: u. a. Aufsätze, so "Über die Parteilichkeit in der Kunst" ("Musik in 
der Schule", Heft 2 und 4, 1959; auch als Vortrag); Bücher, so "Franz Liszt 
- ein Lebensbild" (Leipzig, 1961). 


NSDAP seit *20/1V/44, Nr. 10.123.531, auf Antrag vom 12/VII/44.. 

Zu dieser Zeit organisierte die HJ Massenbeitritte ganzer Jahrgänge, 
um ein Bekenntnis zu Hitler vorzuspiegeln; daß 18 Jahre das Mindestalter 
für NSDAP-Mitgliedschaft war, vergaß man dabei gern. 

Information: SML. 


Fellenberg, Reinhold 
1848 - 1912 


Marsch im Galopp des Ulanen-Regiments Nr 19 = HM Ill B, 31 
(aufgenommen 1933). 

In: 

HM 3 (1927); HMS5. 


e 1638 





Fellenz, Martin 

Duisburg-Beeck, 20. Oktober 1909 - ? 
Sohn einer Pianistin und Sängerin; zunächst Bankbeamter, dann Pianist 
und Kapellmeister, Schüler von H. Abendroth. 1935 1. Kapellmeister der 
Westdt. Schauspiel- und Operettenbühne (Wanderbühne) in Duisburg, 
1936/37 dem Stadttheater Bautzen angeschlossen, dann ohne 
Engagement in Berlin freischaffend, so als Solisten-Begleiter beim Dt. 
Bühnennachweis und Dirigent am RS Berlin. 1939 und 1942-45 im 
Kriegseinsatz in Polen und Rußland, 1943 vorübergehend im Lazarett in 
Schleswig. 1944 gab er Neuruppin als Wohnsitz im Reich an. 

Bis 1947 in Kriegsgefangenschaft und Internierung, dann in 
Schleswig Kreischorleiter des DSB, FDP-Mitglied und Stadtrat; 1947 
Dirigent des Schleswiger Gesangvereins 1839 e.V. und des 
Gewerkschaftssängerchors "Frohsinn"; Stand 1954: Musikbeirat und 
zeitweise Mitglied des Musikausschusses des Sängerbundes Schleswig- 
Holstein, 1981-89 Klavierlehrer an der Kreismusikschule in Flensburg mit 
Wohnsitz Lürschau, wirkte er als Klavierbegleiter und Leiter des MGV 
"Eintracht" Fleckeby. Zum 60. Chorleiterjubiläum 1996 ließ ihm der DSB 
die Goldene Ehrennadel mit Schleife überreichen. 2002 weiter in 24850 
Lürschau, Am See 7. 

Werke: u. a. "Abendruh" (T: Johannes Thomsen), Chorwerk mit 
Baritonsolo; "Erinnerung an Schleswig", Marsch zu Schleswigs 
Städtepartnerschaft mit Mantes-Ila-) olie; "Weihnachtswiegenlied" (1. Preis 
eines Quaker-Wettbewerbs); Volksliedbearbeitungen. 


NSDAP seit 1/VI11/32, Nr. 1.289.093. SS seit 15/1/32, hauptamtl. seit 
1936; 1938 Untersturmführer und Adjutant der 15. SS-Standarte, 1939 
Obersturmführer, 1940 Hauptsturmführer. 1940-41 Adjutant des SS- und 
Polizeiführers im Distrikt Krakau, 1941-42 Stabsführer der SS im 
Oberabschnitt Ost, 1942-43 SS-Fachführer - Waffen-SS (SS- und 
Polizeiwesen) - im Range eines Sturmbannführers, 1944 
Obersturmbannführer und Adjutant des Höheren SS- und Polizeiführers 
Ost in Krakau. Mit EK II und KVK II mit Schwertern ausgezeichnet. 

1963 vom Schwurgericht Flensburg wegen Beihilfe zum Mord in zwei 
Fällen zu vier Jahren Zuchthaus unter Anrechnung der Untersuchungshaft 
auf Bewährung verurteilt; 1966 erneut wegen Beihilfe zum Mord an rund 
45 000 jüdischen Männern, Frauen und Kindern verurteilt, nachdem der 
BGH das Flensburger Urteil aufgehoben und den Fall ans Schwurgericht 
Kiel verwiesen hatte. 

SS-Treuemarsch (1935). 
1942, Musiker im Kriegseinsatz: 

"Die erste >Aussiedelungsaktion< in der Stadt Krakau fand in der 
Zeit vom 1. bis 8. Juni 1942 statt und erfaßte etwa 7000 Menschen. 
Außerdem erfolgten im Juni 1942 Aussiedlungen aus 6 weiteren Ghettos 
des Distrikts Krakau, u. a. aus Tarnow und Miechow. Im Juli 1942 wurden 
in diesem Distrikt 21 weitere Ghettos ganz oder teilweise geräumt, 
darunter die von Rzeszow (Reichshof) und Przemysl. Auch im August 1942 
lief die Aussiedlung aus dem Distrikt Krakau in das Lager Belzec weiter 


e 1639 





und betraf diesmal 15 Ghettos" (Adalbert Rückert, Hgb.: "NS-Prozesse". 
Karlsruhe 1971. S. 39). 

Information: LdCh. Das Standesamt Duisburg-Nord (13/III/07) ließ 
das Institut für Mw. der Universität Kiel wissen, aus dem Geburtseintrag 
Fellenz ergäben sich keine Sterbehinweise. 


Fellerer, Karl Gustav 
Freising, 7. Juli 1902 - Köln, 7. Januar 1984. 
Sohn eines Apothekenbesitzers; Dr. phil. München 1925 (Beiträge zur 
Musikgeschichte Freisings). Habilitation Münster 1927. Musikologe, 
Schüler von A. Sandberger und J. Haas, zunächst Privatdozent und 
Professor in Münster, 1932 an der Universität Fribourg in der Schweiz, hier 
1934 a. o. Professor, 1939 o. Professor an der Universität Köln. 

1948-49 Gastprofessor an der Musikhochschule München. 1954-82 
Einzelmitglied, dann Ehrenmitglied des Dt. Musikrats; 1962-68 Präsident 
der Gesellschaft für Musikforschung, erhielt er von der Internationalen 
Stiftung Mozarteum die Mozartmedaille, 1974 von der GEMA die Richard- 
Strauss-Medäille. Zuletzt in Köln i. R. 


NSDAP seit 1/X/40, Nr. 8.208.711, nach Antrag vom 27/VII/40. Lektor für 
Musik im ARR; ab 1940 auch als wissenschaftl. Mitarbeiter in dessen 
Einsatzstab Musik in Paris beschäftigt. 


1933 
Musik und Politik ("Deutsche Tonkünstler-Zeitung" XXIX/7, April 1933. 
S. 103-104). 
Zitat: 


"Große Bewegungen haben stets der Kunst große Anregungen 
gegeben, die schöpferische Gestaltung finden. Auch in der Gegenwart 
ist solches aus der Neubesinnung auf das Volkstum und der Aufrüttelung 
der Geister im nationalen Gedanken zu erwarten. 

Die gemeinschaftsbildende Kraft der Musik wird wie in früheren 
Jahrhunderten ihren Teil an der großen geistigen Einigung des deutschen 
Volkes haben und neue künstlerische Werte formen. 

Das Ethos politikon der Musik ist umfassend, reißt mit, formt 

innerlich gleichgerichtete Menschen, weckt in Denken und Lied 
Gemeinschaftsgeist. Es ist kein Zufall, daß die neue Zeit im Horst- 
Wessel-Lied ein nationales Volkslied gefunden hat, das Gemeingut 

des ganzen Volkes geworden ist (...)" (S. 104). 

Musikwissenschaftl. Autoritäten wie Fellerer lieferten dem NS- 
Regime ebenso willfährig wie schamlos die scheinbare historische 
Absicherung der musikpolitischen Praxis. 

Liberalismus und Antiliberalismus im Musikleben ("Schweizerische 
Rundschau" XXXI11/6, 1/1X/33. S. 540-551). 
Zitat: 

"Wie so manche Erscheinung in der Neuordnung der politischen 

Verhältnisse in Deutschland hat die behördliche Abstellung der Jazzmusik 


e 1640 





im deutschen Rundfunk und an manchen Orten Aufsehen gemacht. Es 
handelt sich hier um einen Eingriff des Staates in das Musikleben, in die 
Kunstpflege, deren Gedeihen wir doch nur in größter Freiheit und 
Ungebundenheit vermuten wollen. Es scheint das erste Mal in einem 
modernen Staate zu sein, daß ein solcher Eingriff, den man nur noch als 
historisches Faktum der Metternichschen Zeit möglich halten wollte, 
vorgenommen wird. Allein an dieser Tatsache wird deutlich, daß es sich 
hier um mehr als um eine bloße Polizeivorschrift handelt, sondern daß ein 
tieferer Sinn hinter dieser Verordnung, die den Staat in die praktische 
Musikpflege eingreifen läßt, liegen muß. 

(...) Die >Gleichschaltung< ist keine Äußerlichkeit oder nur eine politisch- 
polizeiliche Angelegenheit, sondern eine innere Gleichordnung, die deshalb 
alle Kreise umfassen muß, wenn dieses antiliberale System im Innern 
lebendig sein will. 

Die Musik ist wie jede Kunst im Volkstum verwurzelt. Sie 

ist in ihren verschiedenen Gestaltungsweisen Ausfluß und Träger 
volksgebundenen Denkens und Fühlens. Deshalb muß der im 

Volkstum verwurzelte Staat der Musik und Musikpflege besondere 
Aufmerksamkeit schenken, schon im Interesse der inneren Gleichordnung, 
die die Grundlage der äußeren Gleichschaltung ist. 

Die Musik erhält damit eine neue Stellung, sie wird wieder in die 
Geisteshaltung des Volkes als ein fester Bestandteil eingebaut, sie 

darf nicht mehr getragen vom Standpunkt l'art pour l'art eigene 

Wege unabhängig vom Denken des Volkes gehen, sondern muß 

in dem an sich weiten Rahmen völkischer Kunstempfindung ihre 

Formen suchen und finden. 

Diese Forderung des neuen deutschen Staates ist nicht Beschränkung der 
künstlerischen Möglichkeiten, nicht ein Eingriff in 

die freie Entwicklung wahrer Kunst, sondern der Hinweis auf die 
Kraftquelle aller echten Kunst in allen Zeiten, das Volkstum. Aus 

ihm werden die Formen der Kunst gebildet, auf diese Quelle kommt 
gesundes künstlerisches Denken zu allen Zeiten von selbst zurück und 
schafft auf dieser Grundlage Neues und Großes. 

Da es sich hier um Besinnung auf wahres Volkstum handelt, wird die 
geschichtliche Entwicklung der deutschen Musik ein Leitstern sein, wird 
echte deutsche Musik, wie sie sich in Volksmusik und Kunstmusik der 
deutschen Vergangenheit findet, lebendig, wird jede pathetische 
Fassadenkunst und wenn sie noch so >in Deutschtum macht< als 
volksfremd und undeutsch abgelehnt und bekämpft werden müssen. 

(...) Nach Plato bedeutet eine Änderung der Musik eine Änderung des 
Staates. Daher hat der Staat genau auf die Musik und Musikpflege zu 
achten, die im Volke gewordene Musik zu schützen und sie vor fremden 
Einflüssen zu bewahren. Aus dieser Einstellung wird die Ethoslehre zur 
Trägerin der griechischen Musikanschauung. Damon von Athen hat die 
ethische Tonartenlehre zum Abschluß gebracht und ist zugleich der 
stärkste Verfechter der Einheit von Musik und Politik. 

(...) Die >Gleichschaltung< des Musiklebens bedeutet also keinen 
Übergriff des Staates in ein ihm fremdes Gebiet, sondern die natürliche 


F 1641 





und logische Auswertung der sich schon vorher angebahnten Abkehr vom 
Kunstliberalismus und Hinwendung zum Ethos politikon. 

Die Musik hat damit eine im Leben der Nation wie in ihrem 
Erziehungssystem gefestigte Stellung gewonnen, aber auch eine neue 
Aufgabe und Verantwortung. Sie ist Erziehungsfaktor, kann daher nicht 
jedes Experiment sich voll auswirken lassen, um nicht die Schule durch 
Experimente und nicht ausgereifte Richtungen beunruhigen und die 
Schüler verbilden zu lassen. 

(...) Die neue Stellung der Musik, wie sie von den Führern des neuen 
Deutschlands verstanden wird, bedeutet eine Neuwertung der Kunst im 
Leben der Nation, die in dieser Art schon im antiken Stadtstaat bestanden 
hat. Der innere Erfolg dieser Haltung wird abhängig sein von der 
Einordnung und Gleichordnung der Allgemeinheit in ihrem ganzen Denken 
und Fühlen. Die Gegensätzlichkeit der Entwicklung des Musiklebens liegt 
im Verstandes- und Gefühlsmäßigen. Die Musik hat in erster Linie 
seelische Werte zu vermitteln, vor allem verlangt die Bindung an das 
Volkstum die Förderung dieser Werte, denn nur darin ist eine Erfassung 
der Gesamtheit gegeben" (S. 540-541, 542, 548, 549). 

Konnte der Ort der Publikation Zufall sein? Diese rechtsgerichtete 
"Monatsschrift für Geistesleben und Kultur", Verlagsort Einsiedeln, war 
herausgegeben vom Abt Dr. Ignatius Staub und führte u. a. eine Rubrik 
"Aus der nichtkatholischen Welt". Am 20. Juli 1933 hatte der Papst das 
Konkordat mit dem NS-Regime geschlossen, fraglos ein Anlaß, auf eine 
Möglichkeit des Kampfes gegen den Liberalismus aufmerksam zu machen. 
Der Musik"wissenschaftler" Fellerer versucht sichtlich, sich beim NS- 
Regime anzubiedern, indem er in dessen Jargon die Kontrolle und 
Lenkung der Musik empfiehlt, natürlich mit dem "Zeugen" Platon, als sei 
ihm nicht geläufig, daß dieser unter "Musik" ein gänzlich anderes 
Phänomen verstand als spätere Jahrhunderte, zumal das 20. Fellerer warb 
für die Diktatur des Ungeistes, mußte aber wissen, daß Platon - wiewohl 
Anwalt einer menschenfeindlichen Despotie - ein hochgebildeter Denker 
war und die Intelligenz der Goebbels, Hitler und Rosenberg mit der des 
antiken Philosophen nicht konkurrieren konnte. 


1936 
Praktische Musikwissenschaft ("ZfM" CIll/1, Januar 1936. S. 27-31). 


1937 
Entrümpelung und Musikwissenschaft ("Die Musik" XXX/2, November 
1937. S. 100-101). 


1938 
6. Dezember 1938: 
Die Reichsstelle für Sippenforschung stellt für Fellerer den arischen 
Nachweis aus. 


F 1642 





1939 
13. Januar 1939: 

Gaudozentenbundführer Dr. Falke gibt ein positives, auch politisch 
empfehlendes Gutachten über Fellerer im Hinblick auf die geplante 
Neubesetzung des Ordinariats für MW der Universität Köln (Quelle: 
Universitätsarchiv Köln, Zugang 317 - II Nr. 0387). 

5. April 1939, Beurteilung: 

"Der Universitätsprofessor Dr. Karl Gustav Fellerer, Freiburg/ 
Schweiz hat soeben eine Berufung als Ordinarius für Musikwissenschaft an 
die Universität Köln erhalten. Unsere Dienststelle hat die Absicht mit 
Fellerer eine enge Arbeitsverbindung aufzunehmen. Er wird allgemein als 
politisch und weltanschaulich zuverlässig geschildert trotz des Umstandes, 
daß er in Freiburg einen katholischen Lehrstuhl für Musikwissenschaft inne 
hatte. Es heißt auch, daß Fellerer in freundschaftlichen Beziehungen zu 
Wilhelm Gustloff gestanden haben soll. 

Da die gegebenenfalls Fellerer zufallenden Aufgaben wichtiger Natur 
sind, bitten wir Sie um Beschaffung einer möglichst erschöpfenden 
Beurteilung seiner Persönlichkeit und der im Laufe der letzten Jahre 
bewiesenen politischen und weltanschaulichen Haltung" (Amt Musik, Dr. 
Gerigk, an AO der NSDAP, 5/1V/39. Quelle: BA NS 15/ 135). 

Wilhelm Gustloff = Landesgruppenleiter der AD Schweiz der NSDAP, 
1936 in Davos von dem Serben David Frankfurter erschossen. 

14. August 1939: 

"(...) Hahnefeld kam heute hoch erfreut mit Ihrer Karte zu Mir, auf 
der Sie ihm das Manuskript ankündigen. Wenn die Übersendung wirklich 
noch in diesem Monat erfolgt, will er das Buch schon zum Herbst 
herausbringen. Es kommt ihm sehr gelegen. 

Ihre Schilderungen über Freiburg sind toll. Lässt sich in Erfahrung 
bringen, wer die Gutachten über den Juden Fischer abgegeben hat? Diese 
Angelegenheit müssten wir eigentlich noch einmal genau untersuchen. 
(...)" (Dr. Gerigk an Fellerer, 14/VI11/39. Quelle: ACDJC, Document 
CXLIII-347). 

Der antisemitische Verleger Hahnefeld in Berlin plante ein Buch von 
Fellerer; diese Zusammenarbeit scheint nicht zustande gekommen zu 
sein. 

Der Fall des "Juden Fischer" betrifft den Universitätsprofessor Dr. 
Wilhelm Fischer, bis 1938 a. o. Professor für MW in Innsbruck, beim 
"Anschluß" aus rassistischen Gründen entlassen, bis 1945 als Arbeiter in 
der Kriegsindustrie mißbraucht, der seine universitäre Position, nun als 0. 
Professor, erst 1951 zurückerhielt. Eine Gruppe Sympathisanten 
versuchte 1939, Fischer an die Universität Fribourg zu bringen, die 
Fellerer gerade mit Köln vertauscht hatte. 

26. August 1939, Denunziation: 

"(...) Die Frbger Sache ist verheerend. Alle 20 Empfehlungen für den 
J uden Fischer weiss ich nicht, da ich ja offiziell die Dossiers der 
Kommission nicht zu Gesicht bekam. Bekannt sind mir davon die 
Innsbrucker (wie ich hörte z. T. schon abgesägten): Heuberger, Erismann, 
Haffner, Brunner, Hofbauer, der Wiener Dr. H. v. Kralik. Die Mittelsperson 


e 1643 





zu dem sauberen Wiener Oehl, der in der Frbger Fakultät den grossen Zug 
für Fischer gemacht hat, war die in Innsbruck lebende Irländerin Edith 
Raybold. Das einzige Fachgutachten machte Kurth - was die genannten 
vertreten weiss ich nicht. Zur letzten Sitzung soll noch eine Empfehlung 
Ursprungs vorgelegen sein - ich konnte das infolge des Todes Piccardts 
nicht mehr einwandfrei feststellen lassen -. Jedenfalls hatte Ursprung 
ursprünglich Kurt Huber vorgeschlagen!!! selbstverständlich hinter 
meinem Rücken. Nun - der Pole Pulikowski wird für sein Eintreten für den 
schweizer Idioten wohl mit seinen Landsleuten bald die entsprechende 
Abreibung bekommen. Sonst habe ich leider nichts mehr gehört, hoffe 
aber, dass die Aktien nach wie vor für uns stehen, wenn nicht die jetzige 
aussenpol. Lage die schweizer Hirne ganz zum Austrocknen bringt. (...)" 
(Fellerer an Gerigk, 26/V111/39. Quelle: ACDJC, Document CXLIII-347). 

Fellerer hat, dies wird deutlich, den Jargon des NS-Unmenschen 
verinnerlicht; u. a. spricht er wenige Tage vor dem Überfall Hitlers auf 
Polen von einer "Abreibung" für den Warschauer Professor der MW Julian 
von Pulikowski, Die geistige Mittäterschaft blieb ungeahndet; nach dem 
Kriege kam Fellerer rasch wieder zu Amt und Würden und durfte an der 
Erziehung einer neuen Generation von Musikwissenschaftlern mitwirken. 
1939, Kriegsmusik: 

In einem Morgenkonzert der Hansestadt Köln leitet Fellerer das 
Collegium musicum instrumentale der Universität mit historischer 
Kriegsmusik, Motto "Von deutschem Soldatentum": Fanfaren-Sonate von 
Hendrich Lübeck (um 1600), Battaglia von Samuel Scheidt, Battaglia von 
Johann Kaspar Kerrl, Partita aus "Lustige Feldmusik" (1704) von Johann 
Philipp Krieger, zwei Arien von Händel, zwei Regimentsmärsche der 
Prinzessin Amalia von Preußen (1723-1787) und ein Fanfarenkonzert von 
Johann Ernst Altenburg (1736-1801). 


1940 
Die Battaglia des 16. Jahrhunderts ("Die Musik" XXX11/7, April 1940. 
S. 231f.). 

Der angepaßte Musikwissenschaftler fand derart in seinem 
Fachbereich einen Stoff, der gut in die kriegsbedingte Aktualität paßte. 

5. Oktober 1940, Auftrag I: 

"Nach Genehmigung durch den Reichsleiter werde ich ab nächster 
Woche Herrn Prof. Dr. Fellerer, Köln, als zivilen Sachverständigen zur 
Mitarbeit im Rahmen des Sonderstabes Musik für einige Wochen nach 
Frankreich holen. Prof. Fellerer ist Parteigenosse. Er gilt als der beste 
Kenner des musikalischen Mittelalters. Er gehört bereits seit einigen 
Jahren zu den festen Mitarbeitern unserer Dienststelle und er ist auch als 
wissenschaftlicher Mitarbeiter für die Hohe Schule der Partei vorgesehen" 
(Aktennotiz - Dr. Gerigk - zum Betreff Einsatzstab für die westlichen 
Gebiete, 5/X/40. Quelle: BA NS 30/ 65). 

12. Oktober 1940: 

Fellerer schreibt dem Dekan der Philosoph. Fakultät der Universität 
Köln neben herzlichen Grüßen "vom Westen", daß seine Tätigkeit sehr 
interessant sei und er hoffe, auch für sein Institut einiges zu schaffen. 


F 1644 





Alle Mitglieder und Beauftragten des ERR haben natürlich die 
eigenen Zwecke nicht vergessen und nach 1945 als Alibi für ihre 
Zusammenarbeit mit dem Amt Rosenberg vorgetragen. 

17. Oktober 1940, Ausbeute: 

"Universitätsprofessor Dr. Fellerer, Köln, Einsatzstab Rosenberg, 
sucht zu wissenschaftlichen Zwecken Neumen-Handschriften sowie 
mittelalterliche Musikhandschriften festzustellen und gegebenenfalls zu 
photographieren. 

Durch Rücksprache mit Mr. Bourgin wurde in Erfahrung gebracht, 
daß, wie nicht anders zu erwarten und Dr. F. bereits von mir eröffnet 
worden war außer gelegentlich auf Einbänden klösterlicher und kirchlicher 
Archivalien, deren Vorkommen doch nirgends festgehalten sei, nur in der 
Serie >abgelöste Einbände< (reliures) A, B XIX, Nr. 1722-1746 
möglicherweise Neumen-Handschriften sich fänden. Die Recherche wird 
von Mr. Bourgin einem Archivsekretär übertragen, eine amtliche Antwort 
in Aussicht gestellt. 

Mehrausbeute als die hier etwa zu erwartenden Gelegenheitsfunde 
dürfte die N. B. Paris bieten, worauf Dr. F. auch von mir wiederholt 
aufmerksam gemacht wird. 

Das Archiv der Opera zu Paris, wenigstens die Abgaben in den A. N. 
enthalten nichts zweckdienliches, wie die Durchsicht des Inventars (3 Bde) 
durch Dr. F. erbracht hat. Er konnte aber einige Notizen über deutsche 
Komponisten der Neuzeit machen, die er dem Bearbeiter des 
Einsatzstabes Dr. Gehrig zuleiten will". (Aktennotiz vom 17/X/40, gez. 
Boetticher. Fehler im Original. Quelle: BA Freiburg, RW 35/341, 
Provenienz: Willem de Vries, mit Dank). 

10. Dezember 1940, Neumenforschung: 

"Laut beiliegendem Fernschreiben 1358 waren durch den Einsatzstab 
Rosenberg die Herren Prof. Dr. Fellerer, Dr. Deindel und Dr. Guth 
angewiesen, von Angers aus eine Bereisung der Abtei Solesmes 
vorzunehmen. Des weiteren war gebeten worden, eine entsprechende 
Ermächtigung auszufertigen. 

Es handelt sich hier um den Sonderauftrag des Prof. Dr. Fellerer, 
betreffend eine umfangreiche musikwissenschaftliche Forschung über 
mittelalterlichen Choral, der eine besondere Pflege und bereits seit 50 
J ahren fortgesetzte wissenschaftliche Bearbeitung in der Abtei Solesmes 
gefunden hat. 

Prof. Dr. Fellerer wird seine langjährige Untersuchung an Ort und 
Stelle vergleichen, mit den dortigen sachwissenschaftlichen Bearbeitern 
persönlich Fühlung nehmen und Auszüge über die wichtigsten Vorarbeiten 
machen. Irgend eine Sicherstellung oder Wegführung von Material ist 
nicht beabsichtigt (...)" (Chef des Militärverwaltungsbezirks B 
Südwestfrankreich - Verwaltungsgruppe, Abt. Kunstschutz, an den 
Militärbefehlshaber in Frankreich, Verwaltungsstab - Abt. Kunstschutz, 10/ 
X11/40: Quelle: BA Freiburg, RW 35/341, Provenienz: Willem de Vries, mit 
Dank). 

Dr. Anton Deindl stand dem Sonderstab Kirchen des ERR vor; Dr. 
Guth konnte noch nicht identifiziert werden. 


e 1645 





Wie friedlich die Aktion war, erhellt aus der Tatsache, daß die 
"Wissenschaftler" im Wehrmachtlastwagen unter Bedeckung durch etwa 
zehn Soldaten vorfuhren. Dabei ging es im Augenblick gar nicht um 
Wegnahme von Material. 

Deutsch-italienische Musikbeziehungen im 16./ 17. Jahrhundert 
("Die Musik" XXXI11/3, Dezember 1940. S. 125-126). 

Der willfährige Wissenschaftler requirierte Komponisten wie Ciconia, 
Dufay, Lasso, Obrecht, Ockegehem, Tinctoris und Willlaert für das 
"deutsche Volkstum", 


1941 
März 1941: 

Im Außeninstitut der TH Aachen hält Fellerer einen Vortrag über "Die 
Geschichte der deutschen Militärmusik". 

12. März 1941: 

Fellerer beantragt beim Rektorat der Universität Köln Urlaub für die 
letzte Woche des Semesters, da er aufgefordert worden sei zur 
"Weiterführung der mir in den besetzten Gebieten übertragenen Aufgaben 
(...) ab sofort bis zum Semesterbeginn die Arbeit in Frankreich 
aufzunehmen. Er gedenke wegen der Prüfungen erst am 22/IIl zu reisen 
(Quelle: Universitätsarchiv Köln, Zugang 571 Nr. 49). 

Die Universität hatte Trimester eingeführt, deren erstes bis 29. März 
währte; das nächste begann am 24. April. Fellerer blieb also für diese 
Tätigkeit rund vier Wochen Zeit. 

Ende Mai 1941: 

In Anwesenheit von Prof. Dr. Fellerer und Sekretärin Käthe Thümen 
beschlagnahmt der Beauftragte des Sonderstabs Musik Wolf Braumüller in 
der rue Flachat 17 in Paris Eigentum der Ballerina Mme. Chasles. Dabei 
entsteht an der Einrichtung 5000 RM Schaden. Das beschlagnahmte 
Material wird in 17 Kisten verpackt und weggeschafft 
(Aktennotiz des ERR, 9/V1/4. Quelle: ACDJC, Document CXLI-188). 

Die Adresse war die der Wohnung ihres Sohns Stephan. Anlaß war 
eine Denunziation gegen diesen. Die Aktion ist erstmals in einer 
Aktennotiz vom 9/VI/41 erwähnt. 

Deutsche Gregorianik im Frankenreich (Regensburg, 1941) [GB]. 
Zitat (Vorwort): 

"Eine Topographie der >gregorianischen Gesänge< ist eine 
Erfordernis. Sie liefert in Verbindung mit der Volksmusik wesentliche 
Grundlagen zur Kenntnis des Rasseproblems in der Musik" (S. 7). 

Hier wird klar, was die "Forschungen" in Solesmes im Auftrag des 
ARR u. a. bezweckten. 

England und die Musik ("Völkische Musikerziehung" VI1/1941. S. 
186-190). 


1942 
5. Mai 1942: 
Bei den Flämischen Mozarttagen hält Fellerer im Saal des 
Königlichen Künstlerverbandes einen Vortragsabend über Mozart. 


e 1646 





Der Saal blieb weitgehend leer. 
30. September 1942: 

Nach Mitteilung von Dr. Gerigk an die Hohe Schule, Sachgebiet 
Musik, sei Prof. Dr. Fellerer (und Prof. Dr. Gerber) gewonnen, von diesem 
Datum ab etwa 3-4 Wochen in Paris dort archivierte Musikdrucke 
aufzunehmen. 

Das Auswärtige Amt verweigerte jedoch Sichtvermerke, weil man 
dort das Amt Rosenberg für nicht zuständig hielt. 

Diese "wissenschaftliche" Arbeit diente der Registrierung von 
Dokumenten aus frz. Staatseigentum - als Information für Dr. Gerigk, 
welche davon durch späteren Zugriff für das Reich sistiert werden 
könnten. 

15. Oktober 1942, Auftrag II: 

"Professor Dr. Fellerer aus Köln, der dem Sonderstab Musik 
angehört, wird der Hauptarbeitsgruppe Frankreich zur Durchführung 
musikpolitischer und -wissenschaftlicher Arbeiten überwiesen. Er wird 
seine Aufgaben bis zum 15. November 1942 durchgeführt haben. 

Die Hauptarbeitsgruppe Frankreich wird angewiesen, die Tätigkeit 
des Pg. Prof. Dr. Fellerer zu unterstützen und ihn im Rahmen des 
Möglichen als Mitarbeiter des Einsatzstabes zu betreuen. 

Sämtliche Dienststellen von Partei, Staat und Wehrmacht werden, 
unter Bezugnahme auf den Führerbefehl vom 1. März 1942 (...) gebeten, 
die Arbeiten des Prof. Dr. Fellerer zu unterstützen und ihn zu betreuen" 
(Der Stabsführer, i. V. Ebeling, an ERR, Hauptarbeitsgruppe Frankreich, 
Paris, 15/X/42. Quelle: BA NS 30/ 65, Provenienz: Willem de Vries, mit 
Dank). 


Geschichtsfälschung |, 1946: 

"(...) Sollte die Persönlichkeit des Herrn Prof. Fellerer mit der 
Plünderungsaktion des Rosenbergstabs in Verbindung gebracht 
werden, so bin ich befugt, dem gegenüber zu betonen, daß Prof. Fellerer 
nur wissenschaftliche Arbeiten und Forschungen betrieben und es 
peinlichst und gewissenhaft vermieden hat, irgendwie dem Einsatzstab 
Rosenberg zur Verfügung zu stehen. Ich weiß, daß er diesen und seine 
verwerflichen Aktionen schärfstens ablehnte" (Dr. Busley, Oberpräsident 
der Provinz Nordrhein, "Persilschein" zur Spruchkammerverhandlung, 
16/111/46). 

Lügen haben kurze Beine. Der brave Politiker belog die Kammer und 
unterließ daher die Frage, wozu das ARR Fellerer verpflichtete, ihm 
Einsatzorte vorgab und dafür bezahlte. Er wußte dies als damaliger 
Kunstschutzbeauftragter beim Befehlshaber Südwestfrankreich recht 
genau. Wie dieser tischten auch die anderen 24 "Persilscheine" der 
Spruchkammer Hörensagen auf. 

Geschichtsfälschung II, 1955: 

In seiner Selbstbeschreibung für MGG 1955 ließ Fellerer mehrere 
biographische Fakten und in der Werkliste, Sp. 19-21, auch seinen Aufsatz 
"Musik und Politik" weg. 


e 1647 





Geschichtsfälschung Ill, 1962: 

Im Werkverzeichnis der Festschrift Karl Gustav Fellerer 
(Regensburg, 1962), Herausgeber: Heinrich Hüschen, ist der auf S. XXI 
gehörende Aufsatz "Musik und Politik" (1933) unterschlagen. 
Geschichtsfälschung IV, 2003: 

Die Forschung (vgl. P. Potter, Namensartikel, "The New Grove 
Dictionary", 82001. S. 1659-1660; Dieter Gutknecht, Namensartikel, 
"MGG", Personenteil, Bd. 6, 2002. S. 932-938) ignoriert Hintergründe und 
das - höchst aufschlußreiche - Datum von Fellerers Artikel in der 
"Schweizerischen Rundschau". Zwar kann die Zentralbibliothek Zürich hier 
nicht helfen, weil bei Herstellung der Jahresbände Titel und Inhalte der 
Monatshefte wegfielen, sodaß die Forschung das Nachsehen hat. Die 
Bayerische Staatsbibliothek besitzt die fehlende Information. 

Information: DML, FA, MM2, KDMK, RML, LdCh, SML, MGG. 


Fellmer, Helmut (Kurt Richard) 
Dresden, 28. Mai 1908 - Hamburg, 20. März 1977. 
Sohn eines Generalleutnants; Theaterdirigent, bis 1933 Solorepetitor am 
Nationaltheater Weimar, 1933-38 Kapellmeister, 1. Solorepetitor am 
Landestheater Altenburg, 1938-47 Professor für Komposition und 
Dirigieren an der Staatl. Musikhochschule in Tokio. 

Ab 1947 Kapellmeister und Chordirektor am Staatstheater Kassel, 
von hier aus 1952-53 am Staatstheater Ankara gastierend, ab 28/VI111/54 
in Wuppertal-Vohwinkel, 1. Kapellmeister am Stadttheater und seit 1965 
2. Chordirektor an der Hamburg. Staatsoper. 1973 i. R. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.485.733, auf Antrag vom 15/X1/37. 
21. Januar 1942: 

"Für Zwecke der Verbreitung deutscher Musik in Japan ist 
Notenmaterial zum Inlandpreise von 432, 50 RM bei der Firma 
Musikwissenschaftlicher Verlag GmbH., Leipzig, aus Reichsmitteln 
angeschafft worden, welches dem in Tokio bei der Kaiserlich J apanischen 
Ueno-Akademie tätigen deutschen Kapellmeister Helmut Fellmer 
unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden soll. 

Es wird gebeten, eine Genehmigung zur Verwendung gemäß 8 54 
des DEV. Gesetzes zu erteilen" (RMVP, Abt. H, an den Herrn 
Oberfinanzpräsidenten, Devisenstelle, 21/1/42. Quelle: BAR 55/ 640. 
Blatt 168). 

6. November 1942: 

"Dem an der Kaiserlich-) apanischen Ueno-Akademie in Tokio tätigen 
Musikdirektor Helmut Fellmer hat das Ministerium die Gewährung eines 
Reichszuschusses auf ein weiteres Jahr ab 1. April 1942 bewilligt. 

Ferner ist dem Genannten als Entschädigung für einen erteilten 
Reichsauftrag zur Komposition einer Festmusik aus Anlass des 
10-jährigen Staatsjubiläums von Mandschukuo, die der dortigen Regierung 
zum Geschenk gemacht wurde, ein Betrag von RM 5.000,-- bewilligt 
worden. (...)" (RMVP, Abt. H, an Herrn Oberfinanzpräsidenten, 


e 1648 





Devisenstelle, Dresden, 6/X1/42. Quelle: BAR 55/ 640. Blatt 172). 
Der Reichszuschuß belief sich auf 200 RM pro Monat. 
Information: KDMK. Den Todesfall beurkundete das Standesamt 
Hamburg-Nord, Nr. 1138/1977. 


Fellneg, E. von 
Auslandsdeutscher Komponist, bis 1938 in J ugoslawien. 


Lied der Auslandsdeutschen (T: Julian Will). Chorwerk (DtldS, *18/1X/ 
39, zum Tag des dt. Volkstums). 
Uns gehört die Welt. Marsch (RS Böhmen, 12/X11/40). 

Information: Bisher gelang es nicht, Vornamen, Wirkungsort und 
biographische Daten des Komponisten festzustellen. 


Fellner, Sepp (Josef) 
Wien, 5. Mai 1909 - Wien, 21. Juli 1964. 
Als Kind schon in der elterlichen Bauerntruppe "D'Oba-Innviertler" 
mitwirkend, dann aber Diplomkaufmann in Wien, endlich hier 
Volksmusiker und Komponist von Wienerliedern; auch Klavierhumorist. 


NSDAP seit 1/V/38, Nr. 6.235.257, auf Antrag vom 31/V/38. RSHA, 
27/V11/42: "Nachteilige Notierungen (in politischer Hinsicht) liegen nicht 
vor". 

Mein Stammbaum, der ist Eisen! (T: Karl Leibinger). Wienerlied für 
Gesang und Klavier (1939) [RoW]. 

O 1aß mich dein Protektor sein - geliebte Bozena (T: K. Leibinger). 
Polka für Gesang mit Harmonika/ Gitarre (1941) [Kr]. 

31. Juli 1942: 

"Die Erwähnung und Verbreitung... ist unerwünscht" (RPA Berlin, 
Kulturpolitische Information Nr. 32 vom 31/V11/42. Quelle: BA Zsg. 
115/16. Blatt 45). 

Das Verbot erklärt sich aus der politischen Anzüglichkeit der Vokabel 
Protektor im Zusammenhang mit einem tschechischen Namen; in Böhmen 
und Mähren vertrat ein Protektor die Interessen des Reiches. 

Information: LÖUM. 


Felsner (-Imbs), Paul 
Berlin, 6. Dezember 1883 - ? 
Privatmusikerzieher für Klavier in Langfuhr, Elsenstr. 19 (1942). 


NSDAP seit 1/X11/31, Nr. 794.765. 
Albert-Forster-Marsch (T: Imbs), für Orch (Sender Danzig, 
*29/V11/39). 

Der Titel feiert Albert Forster (1902-1948), Bankbeamter, seit 1930 


e 1649 





NSDAP-Gauleiter und 1939 Staatsoberhaupt Danzigs, nach Angliederung 
ans Reich auch Reichsstatthalter und Reichsverteidigungskommissar von 
Danzig. Wegen Kriegsverbrechen verurteilte ihn 1948 ein Warschauer 
Tribunal zum Tode. 

Information: Keine weitere Nachricht; das damalige Langfuhr fiel an 
Polen. 

Das Standesamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin abzufragen, 

empfiehlt sich nicht; vgl. Baldamus. 


Feme-Lied = Wir fordern für die Feme 


Fenn, Ferdinand 
Prüßberg, 16. Oktober 1874 - Würzburg, 19. Mai 1960. 
Musikpädagoge; Oberlehrer in Randersacker bei Würzburg, dann in 
Würzburg-Heidingsfeld. 
Nach 1945 weiterhin in Würzburg, zuletzt i. R. 
Werke: u.a. geistl. Lieder, Heimatlieder, Männerchöre, oft nationalen 
Inhalts; "Haltet fest an Rhein und Ruhr", Marsch Op. 90 (1919). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.068.023. 
Lied der deutschen Arbeit: Deutsches Volk, die Glocken rufen (T: K. F. 
Meckel), MCh (1934) [B&S]. 


Fenzel, Willi (Theodor) 

Satzung/ Sachsen, 7. März 1893 - Regensburg, (?) 
Unterfeldmeister des RAD, Leiter des Gruppenmusikzugs 154 Leipzig, 
Stand 1936: des Gruppenmusikzugs 162 Oberfrohna/Sachsen. 1942 in 
Regensburg, Stabslager des RAD Gau 29. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.169.334, auf Antrag vom 22/V11/37. 

Reiterlied. Marsch (RS Leipzig, 30/X/35). 

Wir ziehen in den Morgen. Marsch (RS Leipzig, 12/111/36, MZ der RAD- 
Gruppe 162, Dgt. selbst). 

Deutsche Jugend. Marsch (z.B. RS Leipzig, 25/VI11/37). 

Marsch der Leibstandarte (z.B. RS Leipzig, 25/VI111/37). 

Information: Standesamt bzw. Urkundenstelle Satzung ignorierten 
eine Anfrage vom 11/VIII/97, und das nunmehr zuständige Standesamt in 
Marienberg (29/VIII/00) teilte mit, beim Geburtseintrag stehe kein 
Todesvermerk. Die WASt (18/IX/01) hat keine Meldung. 


Fern auf fremder, grüner Aue. Soldatenlied. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


e 1650 





Fern bei Sedan, wohl auf den Höhen (T: neuere Umdichtung des 
älteren "Bei Sedan, wohl auf den Höhen"). Eigene Melodie. 
In: 
Liederbuch der Luftwaffe (1939); Das neue Soldaten-Liederbuch 2 (1939); 
Soldatenliederbuch (41940): Das zweite neue Soldaten-Liederbuch 
(1940). 


Fern über den rheinischen Wäldern, da flammt's wie 
Fahnenweh'n, onA. 
In: 
Heijo, der Fahrwind weht (1933). 


Fern vom Land der Ahnen gehn wir durch die Welt unter tausend 
Fahnen (T: Julian Will), zur Melodie des Wiener J ungarbeiterliedes, mdl. 
aus der SA. Titel: Lied der Auslandsdeutschen. 

In: 
Lieder für Schulfeiern 11 (1936). 


Fern vom Land der Ahnen gehn wir durch die Welt (Lied der 
Auslandsdeutschen) (T: J. Will), zur Melodie "Freiheit, die ich meine" (K. 
Groos). Titel: Lied der Auslandsdeutschen. 

Vgl. W. Rein. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Deutscher Sehnsucht 
Schwere 
ziehet unsern Sinn 
über Land und Meere 
zu den Bergen hin, 
wo die Wartburg thronet, 
wo die Lorlei singt, 
deutsche Treue wohnet, 
deutsche Sprache klingt". 
In: 
Stimmt an! (1934); Vorwärts! Vorwärts... (1935; nur T). 


Ferrari, Jacopo Gotifredo 


1759 - 1842 
Erwacht, ihr Schläferinnen! Der Kuckuck hat geschrien. Kanon zu 3 
Stimmen. 
In: 


RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938). 


F 1651 





Fesca, Friedrich Ernst 
1789 -1826 


An der Saale hellem Strande stehen Burgen stolz und kühn (T: Franz 
Kugler, 1826). Wanderlied (1822). Titel: Rudelsburg. 

In: 

Deutsche Volks- und Kampflieder für die HJ und das J ungvolk (1933; nur 
T, onA); Unsere Lieder (?1933); Liederbuch für Dt. Frauen und 
Jungmädchen-Verbände (1934); Was Deutschland singt (1936; nur T, 
onA); Wir wandern und singen! (1937); Lieder für die Grundschule 
(1938); Flieger-Liederbuch (1938; nur T, onA); Singt alle mit! (1944). 


Fester bindet euren Helm nach der Schlacht, bleibt auf der 
Wacht! SA-Lied, onA. Titel: Nach der Schlacht (S. A.). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Erreicht sind Etappen und Stufen, 
doch zum Hochziel seid ihr berufen! 
Sollt einst sieglachend vom Belt 
zum Rhein 
Deutschland befrein!" 
In: 
Folget der Fahne und dem Führer (1934). 


Festliches Schreiten = Wir kommen her mit Kranz und Speer 


Fest steht der Sturm gegründet, treu reiht sich Mann an Mann, 
Hitlers Wort hat gezündet (T: Ernst Vollrath, Triebes, 1931). "Marschlied - 
Sturm 62" (Bezirk Burg Reichenfels/Th.), zur Melodie "Brüder in Zechen 
und Gruben". 

In: 
Was der Deutsche singt" (1932; nur T). 


Fest und Feier im Reichsarbeitsdienst. Hgb. vom Erziehungs- 
und Ausbildungsamt in der Reichsarbeitsdienstleitung. 13 Folgen 
(1942-43), davon nur 4 musikbibliographisch dokumentiert, nämlich: 

1. Folge. 
Th. Warner: Feierfolge zum *20. April (T: G. Schumann) (1942). 
Vgl. Th. Warner. 

2. Folge. 
Die Lebensfeiern (nur T, 1942). 

3. Folge. 

F. Büchtger: 1. Feier zum *9. November. Für die Gefallenen der Bewegung 
(Texte: H. Rehm) (1942). 
Vgl. F. Büchtger. 


e 1652 





4. Folge. Zum *30. Januar 1943 (nur T, 1943). 
Diese Feierfolge enthält die Lieder "Siehst du im Osten das Morgenrot" 
(Pardun), "Wir danken unserm Führer, daß er uns rief" (= 3. und 4. 
Strophe des Liedes"Wir sind die Fahnenträger" von Decker/Niel), "Ein 
junges Volk steht auf" (Altendorf). 


Festner, Georg 
Kösching, 2. Januar 1877 - Kösching, 27. Juni 1951. 
Postsekretär in München. 
Nach 1945 zuletzt i. R. in Kösching. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.126.025. Kreis-MZF der NSDAP. 
Seid einig! Marsch (RS München, *11/X1/37, NSDAP-KreisMZ München, 
Dgt. selbst). 


Feträs, Oskar 
1854 - 1931 


Mit Feuer und Schwert. Patriotischer Marschreigen (Orag, 2/IV/33, MZ 
der SA-Standarte 128, Dgt. Georg Meinke). 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 

Op. 142. Deutschland zur See. Flottenmarsch (1933; RSdg, 14/11/41) 
[Ral. 

Tondokument - vom 17/VI1/40 - im DRA: 1870618-06. 

Ausführende: MK des Marine-Standort-Kommandos Kiel, Dgt. Erich 
Siebenhaus. 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 

Im bunten Dreß. Marsch (1933). 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 

Op. 225. Schleswig-Holstein. Defilier-Marsch über "Schleswig-Holstein 
meerumschlungen" (Südfunk, 14/V1/33; Schles. FSt., 14/VI11/33, von 
Schallplatten) [BH]. 

Andreas-Hofer-Marsch (Südfunk, 15/V11/33, FunkOrch, Dgt. G. 
Görlich). 

Der Titel feiert den Gastwirt Andreas Hofer (1767-1810) in St. 
Leonhard, der die Volkserhebung Tirols gegen die Franzosen anführte und, 
von diesen durch Denunziation aufgespürt, standrechtlich erschossen 
wurde. 

Op. 201. Hindenburg-Marsch (1933; häufig in Konzert- und 
Rundfunkprogrammen, so RS Berlin, 2/X/35) [BHl. 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 

Der Titel feiert Paul von Beneckendorff und Hindenburg 


e 1653 





(1847-1934), Generalfeldmarschall und 1914 Oberbefehlshaber der 
Armee, Sieger der Schlacht bei Tannenberg gegen die Russen, 1925 zum 
Reichspräsidenten gewählt, nochmals 1932; er setzte Hitler am 30/1/33 
als Reichskanzler ein. 
Mondnacht auf der Alster. Walzer (Litzmannstadt, 26/V1/40, MK der 
Standortkdtr, StMM Klamberg). 
Information: Der Familienname lautet Oscar Faster. 


Fetsch, Rudolf 
Ludwigshafen/ Rhein, 28. August 1900 - ? 
Sohn eines Oberpostinspektors; Schüler von Arno Landmann und Willy 
Rehberg, Musiklehrer, Konzertpianist und Komponist in Ludwigshafen, seit 
1923 und noch nach 1933 Leiter einer eigenen Musikschule. 

Von Brückner/Rock (Il noch "J ude") und Gerigk/Stengel als jüdischer 
Mischling denunziert. 

Dann emigrierte Fetsch nach Japan, hier 1937 Professor an der 
Takaradzuka-Musikschule; 1952 Professor an der Universität Denver, 
Colorado (USA). 

Information: DML, FA, KDMK. Nach 1952 keine weitere Nachricht. 
Standesbeamter Veltman, Ludwigshafen (24/III/99), verweigerte die 
Angabe des Todesdatums mit Berufung auf das verfälschte PStG 8 61, 
also rechtsordnungswidrig. Damit raubte er dem Künstler und NS-Opfer 
das postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog 
den Lexikographen um sein Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. 


Feuer, Feuer! 's brennt. 
In: 
Klingend Erbe (1941). 


Feuermann, Immanuel (Emanuel) 
Kolomea/ Galizien, 22. November 1902 - New York, 25. Mai 1942. 
Cellist und Musiklehrer, bis Frühjahr 1933 an der Musikhochschule Berlin. 
Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 
Dann emigrierte Feuermann nach Wien; seit 1938 in der USA. 
26. Juli 1935, Denunziation: 

"Feuermann, Emanuel (Cellist, Jude)" (NSKG, Amt für 
Kunstpflege, Rundschreiben Nr. 6, Liste der Musik-Bolschewisten, 
26/V11/35. Quelle: BA NS 15/ 187). 

Information: DML, FA, MM2 ("j."), RML. 


Feuerrote Blümelein, Sankt Johannes schenke Wein. Altes 
Ansingelied auf den Mitsommertag. 
In: 
Die Singstunde 79 (1935). 


e 1654 





Feuerspruch = Du Sinnbild des Lebens 
Feuerspruch = Ja, ich weiß, woher ich stamme 
Feuersprung siehe: Ernst-Lothar von Knorr 
Feuertanz. 


In: 
Das Sonnenrad (1934). 


Fichtl, Franz 
Knittelfeld/ Steiermark (Österreich), 11. September 1879 - Knittelfeld 
(A), 13. August 1957. 
Sohn eines Buchbinders; Klavierstimmer in Graz. 
Nach 1945 zuletzt in Knittelfeld. 


NSDAP seit 1/V/38, Nr. 6.270.033, auf Antrag vom 1/V1/38. 
Auf zum Sieg! Marsch aus "Melodische Hausmusik", 2. Auflage. 
Klaviersatz: Hans Steinmetz (1944) [GV]. 


Fichtmüller, Paul 
Cursdorf/ Thüringen, 14. Juli 1886 - Karlsruhe, 1. November 1945. 
Orchestermusiker, seit 1914 Paukist und Schlagzeuger im Orchester des 
späteren Hess. Landestheaters, Kammermusiker, auch Orchestervorstand 
und Mitglied der Verwaltungskommission des Hess. Landestheaters. 


NSDAP seit 1/VI/31, Nr. 650.854. 1923 Gründer der Ortsgruppe 
Darmstadt des - nationalen - Reichsbundes dt. Orchester. 1934 Ratsherr 
der Stadt Darmstadt, zugleich Leiter der Landesmusikerschaft Hessen- 
Nassau der RMK, ab November 1935-40 Landesleiter der RMK Gau X 
Hessen-Nassau. 1938 Mitarbeiter des Gaukulturamts der NSDAP. 

9. Oktober 1935, Querelen: 

"(...) Auf Ihre letzte Frage über meine Stellung zu Herrn Fichtmüller 
erklärte ich, daß erst eine ordentliche Erledigung über dessen 
ungeheuerliche Äußerung als Amtswalter zu Mitgliedern der Musikerschaft 
zu geschehen habe, die eidesstattlich vorliegt, und die etwa so lautet: 
Sorgt, daß Köhler und Maurick verschwinden, dann kann den Musikern 
geholfen werden! Diese Erklärung nahmen Sie scheinbar verständnisvoll 
entgegen (...)" (NSKG Kassel, Gauobmann Max Köhler, an den 
Geschäftsführer der RMK, Hermann Henrich, 9/X/35. Quelle: BA Mikrofilm 
im AP). 

Köhler buchstabierte den Adressaten durchweg irrtümlich "Henrick", 


F 1655 





14. Juli 1936, Laudatio: 

"(...) In dem sich in der Folgezeit entwickelnden scharfen Kampf mit 
der marxistischen Richtung stand er in vorderster Linie. Mit besonderer 
Genugtuung konnte er jedoch feststellen, daß Einsicht und Vernunft in den 
deutschen Orchestern siegten. Die Krönung dieses Sieges aber war die 
umfassende Kulturkammergesetzgebung von 1933, die den Hoffnungen 
und Wünschen der deutschen Musiker eine vorläufige Zielsetzung gab und 
das Aufgabengebiet im Rahmen nationalsozialistischer Kulturpolitik scharf 
umriß. 

(...) Aber auch Staat und Stadt sowie andere Organisationen haben 
sich die reiche Erfahrung Pg. Fichtmüllers durch Heranziehung zur 
Mitarbeit zunutze gemacht. Bei Würdigung der Person und der Tätigkeit 
soll aber vor allem des unermüdlichen und begeisterten Kämpfers für 
Adolf Hitler und die Bewegung gedacht werden. Unvergessen ist noch sein 
Kampf für die NSDAP vor der Machtergreifung am Hessischen 
Landestheater. (...)" (Pg. Paul Fichtmüller 50 Jahre alt. "Hessische 
Landeszeitung" Nr. 189, 14/VI11/36). 

Und nochmals der Orchestermusiker als Politiker. Erinnerungen aus 
der Kampfzeit ("Die Musik-Woche" IV/51, 19/X11/36). 
Zitat: 

"(...) So durfte 1933 auch der Verfasser dieser Zeilen - >der 
verrückte Nazi vom Hessischen Landestheater< - die große Genugtuung 
des Sieges erleben als Mitglied einer kleinen Kommission alter 
Parteigenossen von dem gerade gewählten ersten nationalsozialistischen 
Staatspräsidenten - die erste, die empfangen wurde - beauftragt zu 
werden, dem jüdischen Generalintendanten zu bedeuten, daß seines 
Bleibens nicht mehr länger sei, und dem ganzen jüdischen Geschmeiß das 
Tempo zum Kofferpacken anzugeben. Sentimentale Weichlinge machten in 
Mitleid ob dieses Geschehens" (S. 9-10). 


Fichtner, Wilhelm 
Im Kriege bei der Marine Maschinen-Maat. 


Wachboote an die Front: Es schäumt die See vor unserm Bug (T: nach 
Ober-Maschinen-Maat Gottfried Wittich). Fassung: G. Pallmann. 
Vgl. G. Wittich. 
Textprobe (3. Strophe): 

"Es weht die Fahne uns am Mast, 

die uns der Führer gab. 

Wir tragen sie zum Sieg ohn Rast 

auch über unser Grab. 

Zum Sieg für unser Vaterland, 

für Freiheit, Ehr und Gut; 

wir opfern für den Heimatstrand 

den letzten Tropfen Blut". 


e 1656 





In: 
Blaujacken-Lieder (1941). 


Fiebach, Otto 
Ohlau, 9. Februar 1851 - Königsberg, 10. September 1937. 
Universitätsmusikdirektor, Organist und Komponist in Königsberg, Kgl. 
Musikdirektor. 


Ein Glas Wasser (eigener T nach E. Scribe). Komische Oper in drei 
Akten. 
1934/35, Gutachten: 

"Das Textbuch lehnt sich in ziemlich dilettantischer Weise an das 
bekannte Bühnenwerk des Franzosen Scribe an. Leider geht in diesem 
Opernbuch das verloren, was den Wert des Lustspiels ausmacht: der 
scharfe, sicher geführte Dialog. So bleibt alles fad und arm. Auch die 
Sprache läßt viel zu wünschen übrig. Was allein bleibt, ist die Fabel - und 
das ist in dieser Form für eine komische Oper doch zu wenig. 

Das Textbuch kommt für das Deutsche Opernhaus nicht in Frage" 
(Quelle: BA Bestand RKK, Namensakte W. Krupka). 

Vom scharfen Urteil des abgesprungenen Pastors und Literaten 
Krupka (Jg. 1903), Pg. seit 1/1I/32, Nr. 1.162.567, später Landesleiter 
der RSK, doch nicht uk-gestellt, profitierte das Repertoire des Deutschen 
Opernhauses sinnfällig. 

Information: DML, DNML, FA, LdCh. 


Fiebig, Kurt 

Berlin, 28. Februar 1908 - Hamburg, 12. Oktober 1988. 
Kirchenmusiker und Musikpädagoge, Schüler von Arnold Dreyer (Orgel), F. 
Schreker und K. Rathaus, Absolvent der Musikhochschule Berlin 1933 für 
Orgel und Chorleitung. 1933-36 Organist von St. Elisabeth in Berlin, 
1936-38 Domorganist in Quedlinburg und Dozent an der 
Kirchenmusikschule in Aschersleben; 1939 Direktor der ev. 
Kirchenmusikschule Halle und hier Kantor von St. Ulrich, Dirigent der 
Händel-Kantorei, 1944 KMD. 

Auch nach 1945 in Halle. Seit 1951 in Hamburg Kantor und 
Organist, Lehrer für Kultur- und Musikgeschichte am Schauspielseminar 
der Hamburger Kammerspiele, 1960-80 Musikschullehrer. 1974 Professor. 
Werke: u.a. geistl. Musik, so Oratorien, die Kantate "Kommet, ihr 
Hirten" (1934) und die Choralkantate "Nun freuet euch, lieben Christen 
gmein" (1935); Kammermusik; weitere Chorwerke. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. Mitorganisator des "Volksdeutschen Singkreises" 
Berlin und dessen Leiter. 

Volksdeutsche Liederblätter. Zusammen mit E. Leibl und H. Marx hob. 
Nr. 1-4 (1934) und 7-9 (1935) [1-4: Heinrich Wilhelm Hendriock, Berlin- 
Steglitz]; [5-9: K]. 


F 1657 





Nr. 1: 
H. Marx: (Hitlersoldaten) Das neue Deutschland aufzubaun. - Fiebig: Das 
hohe Lied der deutschen Frau. 

Nr. 2: 
Fiebig: Ans Werk. - H. Marx: (Aufbruch) Seele erzittert, Geist. Für gemCh 
mit mehreren Instrumenten. 

Nr. 3: 

Fiebig: (Lied der Schar) Es wirbeln die Trommeln (T: E. Leibl), 
einstimmig mit Trommel/ für gr. Männerchöre. - H. Marx: (Das Brettellied) 
Über die Hänge gleiten. Für gemCh. 

Nr. 4: 

Fiebig: (Den gefallenen Brüdern) Wer der Fahne gläubig folgte (T: E. 

Leibl), für gemCh (zum Volkstrauertag). 
Nr. 5: 

Fiebig: Lied der deutschen Arbeit (T: E. Leibl), 2stimmig. 
Nr. 7: 

Fiebig: (Morgenlied) Auf, auf, macht euch bereit! (T: E. Leibl), für 
3stimmigen gemCh. - Fiebig: (Lied aller Deutschen) Wir stehen hier im 
Ringe (T: E. Leibl), einstimmig mit Klavierbegleitung. 

Nr. 8: 

Fiebig: (Gesang des Pflügers) Pflugschar, tauch tief in das Erdreich 
hinein (T: E. Leibl). - Fiebig: (Munsalväsche) Du Einsamkeit und Stille 
(T: E. Leibl). 

Nr. 9: 

Fiebig: (Eine Apfelgeschichte) Ein Apfel, sieh, so rot, so rund (T: E. 
Leibl). - Fiebig: (Ein Liedchen, meinem Kindlein zu singen) In einem 
güldenen Wädelein (T: E. Leibl). 

Das hohe Lied der deutschen Frau: Schwestern, hebt den Blick empor 
von des Alltags kleinen Dingen (T: E. Leibl), für Gesang mit Klavier 
(1934), auch für 3stimmigen Chor. 

Textprobe (3. Strophe): 
"Priesterin im Heim, am Herd, 
sollt ihr Schwestern den erlösen, 
der von Waffen hart umwehrt 
mutig streitet mit dem Bösen. 
Tapfer seid Mütter, 
ein Heldengeschlecht 

kämpfe für Freiheit, 

für Ehre und Recht". 

In: 

Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); 
Deutschland im Lied (1936). 

Ans Werk!: Ihr Jungen, frisch auf zu fröhlichen Taten, packt an das Werk 
(T: E. Leibl). Segelfliegerlied. 

In: 

Glück ab, Kameraden! (1935). 

Volksdeutsches Liederbuch. Gesänge der kämpfenden, feiernden und 
froh gescharten Gemeinde von E. Leibl. Ein Quellwerk für die 


e 1658 





Jugendscharen, die Sing- und Spielgemeinden des neuen Volkes (1935) 
[VB]. 
Inhalt: 

1. Fiebig: Gesang des Pflügers. - 2. Fiebig: (Ausmarsch) Wir 
marschieren stumm und ohne Wort. - 3. Fiebig: Stromland Mitte. - 4.H. 
Marx: (Friedland) Noch irren meine Wege. - 5. H. Marx: (Erntedanklied) 
Nun laßt die Hände ruhen. - 6. Fiebig: Munsalväsche. - 7. K. Fiebig: 
(Ruf) Du mein heilig Land. - 8. Fiebig: (Gesang der Mütter) Wir haben 
euch genähret. - 9. H. Marx: Musik, du ewige. - 10. Fiebig: (Bei 
Tagesanbruch) Es schwelt der Busch im Morgendunst. - 11. H. Marx: 
(Bubenlied) Berge, Wolken, Sonnenschein. - 12. H. Marx: (Tanz im 
Egerland) Hört ihr ferne nicht die Geigen. - 13. Fiebig: Will ich zu 
meinem Schätzlein gehn. - 14. H. Marx: Land, Liebe ohne Maßen. - 15. 
H. Marx: (Windzauber) Heide streichelt der Abendwind. - 16. H. Marx: 
(Licht in der Stadt) Ja glücklich, wem im tiefen Schacht. - 17. Fiebig: 
(Sturm) Sieh, so schreit ich, jauchze. - 18. Fiebig: (Frühlingstanz von 
Mutter und Kind) So wiege ich dich. - 19. Fiebig: Auf, ihr frohen 
Gesellen. 

Information: FA, MM2, KDMK (ohne detailliertes Werkverzeichnis), 
RML, LdCh, MGG. 


Fiebrich - Mahr 


Jubelhymne 1933. Choral (Mirag, 15/VI1/33; Südfunk, 29/VI11/33, von 
Schallplatten). 


Fiedel-Hänschen, geig einmal. Kindertanzlied. 
In: 
Klingend Erbe (1941). 


Fiedler 


Für Freiheit und Ehre. Marsch (RS Breslau, 3/V1/39, 8/11/40). 


Fiedler, Max 
Zittau, 31. Dezember 1859 - Stockholm, 1. Dezember 1939. 
Sohn eines Musiklehrers; Pianist, Klavierlehrer und Orchesterleiter. Seit 
1916 Städt. Musikdirektor in Essen, ab Juli 1934 Berlin-Charlottenburg, 
dann Gastdirigent in Stockholm. 
Werke: u. a. Ouvertüre "Essen" Op. 17 (1934); Fantasiestück für Klavier 
Op. 18 (1936); Männerchöre, so "Feinde ringsum". 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Op. 17b. Saar-Schwur: Rebenhügel, grüne Felder (T: Joseph Lang). MCh 


e 1659 





(1934) [Ho]. 
11. März 1935: 

Das BPhO, Dot. Fiedler, bietet das Violinkonzert von Mendelssohn- 
Bartholdy. 

Dies war die letzte Mendelssohn-Aufführung des Orchesters bis 
1945. 

15. Mai 1935: 

Fiedler übernimmt das 6. Kleiber-Konzert mit dem BPhO nach dem 
Rücktritt von Erich Kleiber. 

28. Februar 1937: 

Fiedler leitet ein Meisterkonzert des BPhO für die NSG "Kraft durch 
Freude", nur Brahms: 2. Klavierkonzert. - 1. Sinfonie. Solistin: Elly Ney, 
Klavier. 

16. März 1937: 

Fiedler leitet ein Meisterkonzert des BPhO für die NSG "Kraft durch 
Freude" mit Werken von Smetana, Dvoräk und Tschaikowskij. 

1. Juni 1938: 

Fiedler leitet im Funkhaus Berlin ein Konzert des BPhO mit Werken 
von Peter Cornelius, Felix Draeseke, Liszt und Brahms. 
21. Oktober 1938: 

Fiedler leitet ein Konzert des BPhO mit Werken von Beethoven, Viotti 
und Brahms. 
27. März 1939: 

Max Fiedler leitet ein Konzert des BPhO mit Werken von Beethoven 
und Bach. Solistin: Else C. Kraus, Klavier. 

Information: DNML, DML, FA, MM2 (Todesdatum 1/XII/39), LdCh 
(Todesdatum 1/XTI), RML. Fiedler steht noch im DMK 1942. 


Fieseler 


Flamme empor! Marsch (RS Köln, 3/X1/37). 


Fievat 


General-Ritter-von-Epp-Marsch (Ostmarkenrundfunk, 28/1/34). 
Der Titel feiert Franz Xaver Ritter von Epp (1868-1946), General im 

Wk. I, Kommandeur des Bayerischen Infanterie-Leibregiments bei der 
Erstürmung des Kemmel, 1919-20 Führer eines schwäbischen Freikorps 
im Kampf gegen die Räterepublik in München, 1923 Generalleutnant, 
dann im Stab der Obersten SA-Führung Obergruppenführer, Reichsleiter, 
bis 1935 des wehrpolitischen, danach des kolonialpolitischen Amts der 
NSDAP. 1928 Mitglied des Reichstags für die NSDAP, 1933-45 
Reichsstatthalter von Bayern, 1935 General der Infanterie, 1938 
außerdem zum Chef des IR 61 ernannt. 


e 1660 





Fina, Karl 
Dobraken, 10. April 1909 - Leipzig (DDR), 4. September 1982. 
Orchestermusiker, ab 1939/40 1. Trompeter im Orchester des 
Stadttheaters Greifswald. 
Nach 1945 weiterhin in Greifswald, seit 4/X1/62 in Neustrelitz, ab 
12/VI11/67 in Leipzig. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Panzer greifen an. Marsch für Militärmusik (1942) [Roehr, Berlin]. 
Information: Laut Stadtarchiv Greifswald (2/XI/98, 24/III/99) sei es 
auch mit Hilfe von Heimatmuseum, Theater bzw. Universität, Abt. 
Kirchenmusikwissenschaften, nicht gelungen, etwas über Fina 
herauszufinden, doch stände er im Adreßbuch; das LA Mecklenburg- 
Vorpommern in Greifswald (11/X1/98) ließ wissen, Angaben über Fina 
seien nicht zu ermitteln. 


Findeisen, Kurt Arnold 
Zwickau, 15. Oktober 1883 - Dresden (DDR), 10. November 1963. 

Schriftsteller, Musikschriftsteller und Lehrer in Dresden. Stand 1932: 
Redakteur der Abt. Literatur der Mirag Leipzig. 

Nach 1945 weiterhin in Dresden, zuletzt i. R. 
Werke: u. a. Balladen, Laienspiele, Bühnenstücke, so das Ludwig- 
Richter-Spiel "Ein deutsches Herz" (Dresden, 1934); Musikerromane, so 
"Du meine Seele, du mein Herz" (Berlin, 1936) über R. Schumann und 
"Lied des Schicksals" (Leipzig, 1936) über J. Brahms ; "Deutschland, 
Deutschland, über alles", Erzählung (1933); "Braune Kameraden" - Das 
Buch der deutschen Jugend, hgb. von Findeisen (Dresden, 1934), 
"Innsbruck, ich muß dich lassen", Geschichten um das deutsche Volkslied 
(Reutlingen, 1939); Vortrag über sächsischen Humor (Leipzig, April 1939, 
für die NSDAP-Ortsgruppe Osten A). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.451.106. 

Das Lied der Deutschen. Volksliedgeschichte (Frankfurt a. M. 21937) 

[Diesterweg]. 

Wir zogen in das Feld - Bilder aus der Geschichte des deutschen 

Soldatenliedes und der deutschen Marschmusik (Reutlingen, 1939) [E&L]. 
Information: FA, MM2, SML (Todesdatum 17/XI), FA2 (Todesdatum 

17/XI), KDLK, Nekrolog (Todesdatum 18/XI). 


Finger, Willy (Alex Christian) 

Hamburg, 28. Oktober 1894 - Hamburg-Rahlstedt, 13. März 1966. 
Ehemaliger Militärmusiker und kaufmänn. Angestellter in Hamburg- 
Rahlstedt, Alleinunterhalter in Hotels und Musikgaststätten. 

Nach 1945 weiterhin in Hamburg, zuletzt i. R. 
Werke: u. a. Märsche, Tänze, Seemannslieder. 


e 1661 





NSDAP seit 11/VI/37, Nr. 4.486.381. 

Alte Bundeskameraden. Marsch (Norag, 6/11/33; RS HH, 2/VI1/39). 

Luftsport voran! (Über uns die Fliegerei). Fliegermarsch für SalonOrch/ 

Blasmusik (1935; RS Breslau, 11/11/35) [VfdM]. 

Weckruf an Bord. Marsch. Für Orch: R. Antonius (RS Frankfurt, 3/1/38) 

[VfdM]. 

Unsere Wehrmacht - unser Stolz. Marsch (RS Hamburg, *16/111/39). 
Information: FA. Nicht im DMK 1942. Den Todesfall beurkundete das 

Standesamt Hamburg-Rahlstedt, Nr. 61/1966. 


Fink, Gottfried Wilhelm 
1783 - 1846 


Arbeit macht das Leben süß, macht es nicht zur Last (T: W. G. 
Burmann). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Arbeit und Betriebsamkeit 
geben Ehr und Brot, 
Müßiggang und Schläfrigkeit 
sind schon halber Tod. 
Bei der Arbeit wird man alt, 
jeder hat uns lieb; 
doch den Faulen 
nennt man bald 

einen Tagedieb". 

In: 

Lieder der Arbeit (1934). 


Fink, Hans 


Im Krieg zur Wehrmacht einberufen, Soldat im ostmärkischen 
Landesschützen-Btl. 908. 


Lied der 908. Landesschützen: Landesschützen sind wir aus der 
Ostmark Alpenland (eigener T). Kriegslied (Mai 1940). 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Landesschützen von dem Bataillon neunhundertacht 
stehen unentwegt bei Tag und Nacht auf treuer Wacht. 
Ob >Hab acht!<, ob >Stillgestanden!<, 
immer sind wir einverstanden, 
wenns um Deutschlands Zukunft geht. 
Liebes Gretchen, holdes Mädchen, 
schmück zum Abschied unsre Mützen, 
laß an Lippen Küsse nippen, 
ziehen doch wir Landesschützen 
mit dem Stutzen in der Hand 


e 1662 





morgen fort in Feindesland". 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Finke, Fidelio Fritz 
J osefsthal/ Isergebirge, 22. Oktober 1891 - Dresden (DDR), 12. Juni 
1968. 
Sohn eines Komponisten und Musiklehrers; Schüler von V. Noväk, 
Musikpädagoge und Komponist, Professor und 1927 Direktor der 
Deutschen Akademie für Musik und darstellende Kunst in Prag. 

1946 Rektor der Staatl. Akademie für Musik und Theater in Dresden, 
1951-59 Professor für Tonsatz an der Hochschule für Musik in Leipzig. 
1954 Vorstand des VDK, 1956 Mitglied der Dt. Akademie der Künste in 
Berlin (DDR), 1960 des Zentralvorstands des VDK. Er erhielt 1956 den 
Nationalpreis, 1961 den "Vaterländischen Verdienstorden" der DDR. 
Werke: u. a. Toccata und Fuge 1928 für Orch (1935); Zehn Klavierstücke 
für Lehrer und Schüler (1936); "Egerländer Sträußlein", Klavierstücke 
nach Egerländer Volksliedern (1939); Sudetendeutsche Volkslieder für 
Gesang mit Klavier (1940); "Glaubensbekenntnis" (T: Christo Botoeff), 
Chorwerk zu Ehren des 10. Jahrestages der DDR (1959); zwei Lieder zum 
Jahrestag der Gr. Sozialist. Oktoberrevolution (1967). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Dezember 1937: 

"Den Deutschen Staatspreis für Musik der Tschechoslowakischen 
Republik erhielt für das heurige Jahr der aus Nordböhmen gebürtige 
sudetendeutsche Komponist Fidelio Finke für seine im Vorjahre zur 
erfolgreichen Uraufführung gelangte Oper >Die Jakobsfahrt<. Fidelio 
Finke, der als Rektor und Meisterlehrer für Komposition an der Prager 
Deutschen Musikakademie wirkt, Staatlicher Musikinspektor ist und als 
Führer der modernen sudetendeutschen Musikrichtung gilt, wurde schon 
einmal, im Jahre 1928, mit demselben Staatspreis ausgezeichnet" ("ZfM" 
CIV/12, Dezember 1937. S. 1310). 

7. und 8. Mai 1938: 

"Die dt.en Musikerzieher des >D. M. P. V.< begrüßen die Einigung 
des Sudetendt.tumes und stellen sich bedingungslos und geschlossen 
hinter Konrad Henlein; der Musikpädagogische Verband gliedert sich daher 
der >Sudetendt.en Erziehergemeinschaft< ein. Das Verbandsorgan 
>Auftakt< wird mit heutigem Tage aufgelassen und an seine Stelle 
werden die >Musikblätter der Sudetendeutschen< als Verbandszeitschrift 
bezogen" (Beschluß der Verbandsführung in Troppau, 7. und 8/V/38. 
"Musikblätter der Sudetendeutschen" II, 1938. S. 245 f. Zitat in "Lexikon 
zur deutschen Musikkultur. Böhmen, Mähren, Sudetenschlesien". 
München, 2000. S. 989). 

Finke, Vorsitzender des Verbandes deutscher Musikpädagogen 
(D.M.V.P.), schwor Henlein zusätzlich per Telegramm "bedingungslose 
Gefolgschaft". 


e 1663 





Konrad Henlein (1898-1945) war 1933 Gründer und Führer der 
"Sudetendeutschen Heimatfront" - ab 1935 "Sudetendeutsche Partei" -, 
1938 Reichskommissar für das sudetendeutsche Gebiet, 1939 Gauleiter 
und Reichsstatthalter des Sudetenlandes. Im Mai 1945 festgenommen, 
endete er durch Freitod. 

Gerade im April und Mai 1938 gab Hitler General Keitel 
Anweisungen zur militärischen Liquidierung der Tschechoslowakei. 
November 1939: 

Ein Solistenkonzert der NSG "Kraft durch Freude" im Festsaal des 
Dt. Hauses in Prag bietet u. a. Finkes Fünf sudetendeutsche Volkslieder für 
Singstimme und Klavier (UA). 

Chor der Toten (T: C. F. Meyer), für Vokalsextett (1938; Teplitz- 
Schönau, 24/1X/39, bei den Ostdt. Musikfestagen) [Peters, Leipzig]. 
4. September 1940, Konzert für Orchester: 

"Die zweite Spielplanhälfte beginnt am 13. Jänner mit einem 
Programm, das mit Fidelio Finkes >Konzert für Orchester< anhebt und mit 
Dvoräks Sinfonie aus der Neuen Welt schließt (...). Als repräsentativen 
Prager deutschen Komponisten habe ich Fidelio Finke auf mein Programm 
gesetzt" (H. H. Stuckenschmidt: Keilberths Prager Arbeitsplan. "Der neue 
Tag", 4/1X/40). 

Deutsche Kantate: Herzland Böhmen (T: Franz Höller) für Sopran, 
Bariton, gemCh, Knabenchor, gr. Orch und Orgel (UA: Prag, 19/X/41, Dot. 
J. Keilberth) [U]. 

19. Oktober 1941, Vorstellung: 

"Bedeutende Aufführungsdaten seiner Laufbahn als schaffender 
Künstler sind: (...) 1937 das Konzert für Orchester in Stuttgart und 
ebenda 1938 die Festmusik für Bläser; 1939 die Sudetendeutschen 
Volkslieder in Prag. Das Werkverzeichnis aber zählt außer diesen noch eine 
große Anzahl anderer Werke für fast alle Instrumental- und 
Vokalgattungen auf. 

(...) Die Jahre nach 1935, in denen das Sudetendeutschtum in die 
Endphase seines nationalen Kampfes tritt, lassen bei Finke kein großes 
Werk mehr ausreifen. Chöre entstehen, Kampflieder, Lyrisches und 
Pädagogisches (z. B. ein Stoß kleiner Arbeiten für Blockflöte). Doch schon 
keimt, in einem >Chor der Toten< 1936 vorbereitet, die >Deutsche 
Kantate<. Die hymnischen nationalen Gedichte des Landsmannes Franz 
Höller inspirieren das Werk, das 1939 und 1940 für gemischten Chor, 
Knabenchor, Sopran- und Baßsolo, großes Orchester und Orgel vollendet 
wird. In neun großen Abschnitten gibt sich die Musik dem Erlebnis hin, das 
auch den Text beseelt. Bei aller Kompliziertheit der Form und des 
vielstimmigen Satzes zeigt hier Finkes Sprache eine Beruhigung, die sich 
in den >Sudetendeutschen Volksliedern< und dem >Egerländer 
Sträußlein< 1938 und 1939 schon vorbereitet hatte. Der letzte Teil, ein 
>Lob der Heimat<, kehrt apotheosenhaft zum C-dur des Beginns, eines 
>Hymnus an mein Volk< zurück. Ein >Morgenlied der Schar<, von 
jubelnden Fanfaren eingerahmt, mündet in ein kunstvolles 
Orchesterzwischenspiel über ein Volkslied in altdeutscher Art. Nur für 
Männerchor ist der folgende, dramatisch erregte >Aufbruch< gesetzt. Als 


e 1664 





Iyrischer Gegensatz folgen, für Solosopran und ein zart behandeltes, von 
Harfenklängen gefärbtes Orchester geschrieben, die >Tage des 
Frühlings<. Ein >Spruch der Wanderer< schließt sich an, durch längere 
Orchestereinleitung vorbereitet, dann den Männerchor, später auch die 
Frauenstimmen herausstellend. Klar und groß angelegt, von beinahe 
homophoner Wirkung, ist das >Lied der Kommenden<, das über den 
gemischten Chor ein Sopransolo setzt. Zu einem aus Kammerbesetzung 
allmählich wachsenden Orchester singt dann der Baß sein >Wächterlied<, 
ein männliches Nokturno, das die Bereiche der >) akobsleiter<-Metaphysik 
streift. Nun wächst die Ausdruckskraft der Musik im >Chor der Toten< für 
gemischten Chor; aus dem Stadium der Vielstimmigkeit tritt die Musik 
immer mehr ins Akkordische; mit dem Einsatz der Orgel, einem leisen 
Orgelpunkt auf G, wird das C-dur des >Lobes der Heimat< vorbereitet, 
das alle Chorstimmen und Instrumente zu einem begeisterten Hymnus 
vereint" (H. H. Stuckenschmidt: Finke und seine Deutsche Kantate. "Der 
neue Tag", 19/X/41). 

1941, Bericht: 

"(...) Finke hat seinem Werke eine Gedichtreihe des bekannten 
sudetendeutschen Dichters Franz Höller zu Grunde gelegt, in der dieser, 
ausgehend von einem >Hymnus an mein Volk< in sieben weiteren 
Stücken dem tatenhungrigen Streben der deutschen Seele ins Weite, 
Unbekannte, die Besinnung auf Naturwalten und Naturgeschehen, dem 
ungestümen Drange der Tat die ruhige Bindung durch den Gedanken 
gegenüberstellt, um schließlich im letzten Stück, dem >Lob der Heimat<, 
diese beiden Strebungen gewissermaßen als die Grundpfeiler deutschen 
Wesens zusammenzuführen und damit wieder an das Eingangsstück 
anzuknüpfen. 

(...) In der Vertonung Finkes wirken zunächst die schwung- und 
glanzvollen Eckstücke, deren polyphone Haltung die satztechnische 
Meisterschaft des Komponisten von neuem bekundet, durch ihren 
fortreißenden Duktus, der - bis hart an die Grenzen der Aufnahmefähigkeit 
des Ohres - unerschöpflich Höhepunkt an Höhepunkt reiht und im 
höchsten Glanze das Werk mit einem hohen C der Soprane lapidar 
abschließt. 

(...) Der Aufführung wohnte Staatssekretär SS-Gruppenführer K. H. 
Frank mit Gemahlin bei." (Hermann Haas: Deutsche Kantate. "Prager 
Wochenschau" 1941, Nr. 44. S. 26-27). 

13. Januar 1942: 

Das Dt. Philharmonische Orchester Prag, Dgt. Keilberth,. bietet u. a. 
das "Konzert für Orchester" von Finke. 

Hymnus: O Herzland Böhmen (T: Herbert Hiebsch, Kulturamtsleiter der 
NSDAP Prag), für gemCh, Orgel, 4 Hörner, 4 Trompeten, 4 Posaunen und 
Baßtuba (Prag, *17/V/42, zu den Prager Musikwochen, Dgt. H. Hiebsch) 
[Sim]. 

19. Mai 1942, Bericht I: 

"(...) Finkes Hymne zeichnet sich durch sinnfällige Melodik und 
durch eine packende, vom Orgelpart her (Prof. Nowakowski, der auch als 
Klavierbegleiter geschmackvoll amtierte) kraftvoll unterbaute dynamische 


e 1665 





Steigerungskurve aus, deren abschließender, Heimattreue und Reichsidee 
verschmelzender Höhepunkt auf harmonisch üppigen, in der Aufführung 
allerdings den Chor stark deckenden Bläsereffekten ruht. Für das 
wirkungsvolle Chorlied wurde dem Komponisten herzlicher Dank zuteil" 
(Hermann L. Mayer: Der Tag des Deutschen Sängerbundes. Zwei 
Veranstaltungen im Rahmen der Prager Musikwochen. "Der neue Tag", 19/ 
V/42). 
29. Juni 1942, Bericht II: 

"(...) Die soeben abgeschlossenen, von der Deutschen 
Musikgesellschaft veranstalteten >Prager Musikwochen< (...) brachten 
in buntem Wechsel großer und kleiner Musik in großen und kleinen Sälen 
neben altbewährten Werken auch die Uraufführung einer 
Orchesterbearbeitung von Joh. Seb. Bachs >Präludium und Fuge in C- 
dur< aus der Feder des Prager Komponisten Fidelio F. Finke. Von 
demselben Komponisten hörte man in einem Chorkonzert einen 
Gelegenheits-Hymnus für gemischten Chor und Orgel >Herzland 
Böhmen<. Die Hauptlast der Veranstaltungen trug das deutsche 
Philharmonische Orchester unter Josef Keilberth" (Hermann Haas, Prag, 
in: "MNN", 29/V1/42). 
Dezember 1943, Ewiges Treuegelöbnis: 

"Neuerscheinung! Der Hymnus auf die Befreiung Böhmens (...) 
In der Orgel-Einleitung gibt der Komponist dem deutschen Gedanken 
Ausdruck, wie er in Böhmen vom mystischen Dunkel der Vorgeschichte bis 
in die Glanzzeit des deutschen Kaiserreiches immer spürbar war. In der 1. 
Strophe kommt dann dieser deutsche Gedanke zum Bewußtsein seiner 
selbst. In der 2. Strophe erlebt man die weltgeschichtliche Tat des 
Führers, die Hissung der Reichsfahne auf der Prager Burg; die 3. Strophe 
ist stolze, überschwengliche Freude und ewiges Treuegelöbnis" (aus der 
Annonce des Verlages Simrock in: "Musik im Kriege" 1/9-10, Dezember 
1943-) anuar 1944. S. 200). 


Selbstzeugnis, 1959: 

"Ich habe in der Deutschen Demokratischen Republik alle 
Möglichkeiten erhalten für eine neue Entwicklung, für ein neues Leben als 
Mensch, als Künstler, als Lehrer und als Organisator, als Helfer beim 
tätigen und schöpferischen Aufbau einer neuen gesellschaftlichen 
Ordnung, vor allem eines neuen Kunstlebens. Unser Staat gab mir alles, 
was ich je vom Staat erwarten durfte, und er mußte daher von meiner 
Seite Treue und Dankbarkeit erwarten" ("Musik und Gesellschaft" IX/9, 
September 1959. S. 528). 

Rückblick, sehr vergeßlich, 1963: 

"Ich kann Ihnen zwar keinerlei Papiere vorlegen, da ich als 
>Umsiedler< nichts in die neue Heimat mitnehmen durfte. Aber 
selbstverständlich hatte ich wegen meiner Kompositionen damals 
mannigfache Schwierigkeiten, galt als >Kulturbolschewik< und es durfte 
mit einer einzigen Ausnahme nichts von mir in Deutschland aufgeführt 
werden. 

Ich gestatte mir, ein Verzeichnis meiner Werke beizulegen" (Fidelio F. 


e 1666 





Finke an Fred K. Prieberg, 3/1X/63). 

Die Rolle des "Kulturbolschewiken" stand Finke nicht zu: Im Winter 
1933/34 stellte in Nürnberg Adalbert Kalix in den Kammerkonzerten 
zeitgenössischer Musik das "Concert" für zwei Klaviere von Finke vor; 
1937 hörte man in Stuttgart das Konzert für Orchester, 1938 die 
Festmusik für Bläser; im November 1939 erklangen in einer Veranstaltung 
der NSG "Kraft durch Freude" als Uraufführung fünf "Sudetendeutsche 
Volkslieder", am Klavier begleitet vom Komponisten; beim Konzertdebut 
der Dt. Singgemeinschaft in Prag, März 1940, hörte man sein 
"Hochzeitslied" aus der Zips und ein instrumentales Preludio. 


Geschichtsfälschung, 1963: 

Das dem vorgenannten Brief beigelegte, 1962 in der DDR gedruckte 
und von Finke handschriftlich ergänzte Werkverzeichnis unterschlägt 
Werke wie Sudetendeutsche Volkslieder (1941) und Hymnus (1942). 


Information: DNML, DML, FA, MM2, KDMK (Finke verschwieg dem 
Herausgeber alle hier aufgelisteten Titel), RML, SML ("Hymnus" fehlt im 
Werkverzeichnis), LdCh, MGG. 


Finke, Otto 
Einsender in Allenstein, Rechnungsbeamter. 


NSDAP seit Mai 1929 (nach eigener Angabe), jedoch kein Eintrag in 
ZKNSDAP. 

Zwei Chorlieder: 1. Lebenswillen. - 2. Volksgemeinschaft, auf 
eigenen Text, im März 1934 der Reichskanzlei eingereicht. 
Deutschlands-Freiheitskämpfer-Lied (eigener T), zum *20. April 1934 
an Hitler und am 26/1V/34 nochmals an Dr. Goebbels eingesandt. 

26. April 1934, Dank: 

"Durch liebenswürdige Mitteilung des Referenten des Herrn Reichs- 
kanzlers Adolf Hitler (...), dass meine Dichtungen und Kompositionen 
>Lebenswillen< und >Volksgemeinschaft< vom Herrn Reichskanzler gern 
gelesen, sich der hohe Herr sehr darüber gefreut habe und mir seinen 
verbindlichsten Dank sage lasse, bin ich sehr geehrt worden. 

(...) Mein Herzenswunsch gipfelte darin, dass dieses Lied durch den 
Rundfunk den deutschen Volksgenossen bekannt gegeben wurde. Der 
Intendant des Ostmarkenrundfunkes Herr General a. D. Haenicke hat mir, 
als sein alter bekannter Kriegskamerad, eine hohe Ehre zuteil werden 
lassen. 

Dem Herrn Reichskanzler Adolf Hitler habe ich zum Tage der 
Wiederkehr seiner Geburt eine von mir selbst verfasste Dichtung 
>Deutschlands-Freiheitskämpfer-Lied< als Angebinde erlaubt zu 
übersenden. Ich glaube dem Herrn Reichskanzler mit dieser Gabe eine 
kleine Freude bereitet zu haben. 

Hochverehrter Herr Reichsminister Dr.Goebbels! 


e 1667 





Wenn ich mir erlaube, in den Anlagen dieses Lied mit Vertonung Ihnen mit 
der ehrerbietigsten Bitte zu übersenden, dann geschieht es mit der Bitte 
um sehr geneigte Annahme. 

Mein Wunsch geht aber noch weiter, der da lautet: Sie wollen die 
grosse Güte haben, und geneigten Falls veranlassen, dass dieses Lied auf 
allen deutschen Sendern zu Gehör gebracht wird, damit der Herr 
Reichskanzler Adolf Hitler es im Rundfunk hören kann, was mein heißer 
Wunsch ist. 

Mit der festen Versicherung der unwandelbaren Treue zum Bauherrn 
des dritten Reiches und seinen getreuen Helfern bin und verbleibe ich 
immerdar mit der vorzüglichsten Hochachtung und besonderen 
Wertschätzung Eurer hohen Persönlichkeit ganz ergebenst alter Kämpfer 
im dritten Reich (...)" (Finke an Dr. Goebbels, 26/1V/34. Quelle: BAR 55/ 
1168. Blatt 47). 

11. Juni 1934, Gutachten: 

"In Erledigung Ihres Schreibens teile ich Ihnen mit, dass oben 
genannte Komposition dem Werkprüfungsausschuss des der 
Reichsmusikkammer untergliederten Berufsstandes der deutschen 
Komponisten vorgelegen hat. Das Urteil desselben lautet dahingehend, 
dass es sich hierbei um eine völlig unzureichende Komposition handelt, 
deren Text ebenfalls sehr schwach ist. Der Ausschuss kann sich 
infolgedessen weder für die Annahme einer Widmung noch für die 
Verbreitung dieser Komposition befürwortend einsetzen" (RMK, 
Geschäftsführer, i. V. Karrasch, an RMVP, 11/V1/34. Quelle: BAR 55/ 
1168, Blatt 45). 


Finkenschlag der Geusen (T: Walter Cramm), auf eine Melodie 
von etwa 1600. 
In: 
Kameraden laßt uns singen (21942). 


Finster ist die Nacht und kein Sternlein lacht = Dunkel ist 
die Nacht 


Fintl, Alois 
Hall in Tirol, 6. Oktober 1903 - Hall (A), 13. J uni 1988. 
Sohn eines Hornisten; Militärmusiker, Waldhornist, Leiter der Salinenmusik 
in Hall, hier 1936-66 auch Dirigent des MGV. 1940-43 Führer eines 
Musikkorps der Wehrmacht in Kufstein und im besetzten Jugoslawien. 
1947-80 weiterhin in Hall, stellv. Landeskapellmeister. Er erhielt 
1973 vom österr. Bundespräsidenten den Titel Professor. Zuletzt i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Bergmannsblut hat Kraft. Marsch (Sender Wien, *20/1V/38). 
Glück auf! Marsch (Sender Wien, *20/1V/38). 

Information: LÖUM. 


e 1668 





Firnberg, Max 
Frankfurt a. M.,13. Mai 1896 - KZ Buchenwald, 8. Januar 1939 (von SS 
ermordet). 
Pianist in Frankfurt a. M.; 1938 verhaftet und im KZ Buchenwald 
festgesetzt. 


Fischbach, Paul Robert 
Görchen, 21. Februar 1887 - ? 
Lehrer in Rawitsch und Buchwald, ab 1927 an der einklassigen ev. 
Volksschule in Bresin/ Krs. Lauenburg. Gelegenheitskomponist und 
Textverfasser. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.747.234, auf Antrag vom 1/V/37. 
Auf, auf, ihr deutschen Mannen (T: SA-Reserve-Mann Horst Neumann, 
Standarte 4/6). SA-Kampflied. 
Die Melodie entspricht mit geringfügigen Abweichungen der des 
Liedes "Ich hab mich ergeben", ist also keineswegs selbstständig. 
Vgl. Auf, auf, ihr deutschen Mannen. 
Textprobe (4. und 5. Strophe): 
"Standarten und Fahnen flattern uns voran. 
Auf, auf, ihr Volksgenossen, 
der Führer zeigt die Bahn! 


Laßt mutig uns kämpfen, 
mit Herz und mit Hand. 
Zu siegen und zu sterben 
für's deutsche Vaterland!" 
In 
SA. SS.-Liederbuch (1933; mit Angabe Paul Fischbachs als Komponist). 
Information: Keine weitere Nachricht; das damals pommersche Bresin 
fiel an Polen. 


Fischer, Albert 
Salzburg (Österreich), 23. Februar 1896 - Gräfelfing, 16. November 

1957. 
Dirigent in Potsdam-Neubabelsberg; 1933 Kapellmeister und 
Bühnenbildner der Jungen Kampfbühne Berlin (Freilichttheater im 
Volkspark J ungfernheide). 

Nach 1945 in Salzburg, seit 4/V/55 in München, ab 7/X1/55 in 
Gräfelfing. 
Werke: Oper und Operetten, Sinfonien und andere Orchesterstücke, 
Klavierstücke, Lieder; Filmmusik, so zum Ufa-Film "Die Töchter ihrer 
Exzellenz", Gesellschafts-Lustspiel (UA: 17/V/34), "Großglockner- 
Hochalpenstraße", Dokumentarfilm, "Der Jäger von Fall" nach L. 
Ganghofer (UA: 17/X1/36), "Wir beide liebten Katharina", Regie A. M. 
Rabenalt (Terra-Farbfilm, unvollendet). 


e 1669 





Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Musik für den Reichsparteitag in Nürnberg (1934). 
Berchtesgadener Land. Sinfon. Suite für Orch (1935), Hitler gewidmet 
und dem Lektorat der Hauptstelle Musik, ARR, eingesandt. 

Der Titel feiert die Region, die Hitler liebte und zum Wohnsitz erkor. 
Das eherne Werk (T: H. Böhme). Kultisches Spiel für Sprech- und 
Bewegungschöre, Gesang und Orch (UA: Trattendorf, NL, Juli 1935, als 
Werkkonzert im Großkraftwerk). 

22. September 1944: 

Fischer steht in der Film-Besetzungsliste - Komponisten - des 
Reichsfilmintendanten fürs Produktionsjahr 1944/1945 (Quelle: BAR 55/ 
661. Blatt 78). 

Musik zum Terra-Film Das Leben ruft, Regie A. M. Rabenalt (UA: Danzig, 
20/X11/44). 1945 Verbot der Alliierten Militärregierungen. 

Der Film behandelt nach Motiven aus Max Halbes Bühnenwerk 
"Mutter Erde" das damalige Problem der unfruchtbaren Ehe im Sinne der 
gedankenlosen Staatsraison, die Bevölkerungsexpansion wollte. 

Information: FA. Das Stadtarchiv München (11/V/99) konnte keine 
Angaben zu Verbleib oder Ableben ermitteln. 


Fischer, Bruno 


Kreuze im Osten, Kreuze im Westen! (T: Jep Andersen, Inschrift am 
Denkmal zu Rousselaere). MCh (1943) [Hl]. 


Fischer, Bruno 
Briesen/ Westpreußen, 1. Februar 1859 - ? 
Sohn eines Kantors; Musikpädagoge, Oberschullehrer i. R., und Organist in 
Tilsit. 
Werke: Männerchöre. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Information: DML. Keine weitere Nachricht; das damalige Tilsit fiel an 
Polen. 


Fischer, Edwin 
Basel (Schweiz), 6. Oktober 1886 - Zürich (CH), 24. Januar 1960. 
Sohn eines Musikers; Schweizer, Dr. jur. h. c. der Universität Basel 1956, 
Pianist, auch Komponist, Professor, schon bald nach der Ausbildung in 
München, hier bis 1932 Dirigent des Bach-Vereins, dann eines eigenen 
Orchesters, danach bis 1942 in Berlin-Wilmersdorf. Schließlich wieder in 
der Schweiz mit Wohnsitz Zürich. 


Fischer war 1932-35 im Rotary-Klub und erbrachte auch keinen 
Arierernachweis. 


e 1670 





Im Rechnungsjahr 1938 subventionierte die Auslandsstelle der RMK 
ihn und sein Kammerorchester mit 18.265, 30 RM aus Mitteln des RMVP. 
25. April 1934, Bericht: 

"Edwin Fischer veranstaltete in Gegenwart des Schweizer Gesandten 
in Berlin und zusammen mit dem Schweizer Industriellen Reinhart - 
Winterthur ein Kammerorchesterkonzert am 17. April im Beethoven-Saal, 
dessen Ausführung er der Konzertabteilung der Reichsmusikerschaft 
übertragen hatte. 

Nach den beiden ersten Orchesterstücken trat ein Herr an Edwin 
Fischer vor dem Podium heran und verhandelte mit ihm. Zur selben Zeit 
pfiff im hinteren Saal jemand, gleichzeitig sprang ein anderer Herr auf und 
schrie: >Hier spielen J uden! Juden heraus!< Dann trat er vor und rief: 
>Hier spielen zwei Juden mit, die vor kurzer Zeit noch Emigranten waren! 
Wir wollen deutsche Musiker hören!< Ich ging auf den Herrn zu, der am 
Podium stand, und versuchte, in der allgemeinen Erregung zu beruhigen 
und darüber aufzuklären, dass im Kammerorchester keine Juden seien, 
ausserdem Edwin Fischer Schweizer Staatsangehöriger, im Saal der 
Schweizer Gesandte und ein grosser Teil der Schweizer Kolonie anwesend 
sei. Dann erschien Herr Dr. Krämer (Justitiar der Reichsmusikerschaft). 
Wir beruhigten den Herrn und die inzwischen noch Hinzugekommenen und 
brachten sie auf den Gang des Saales. Inzwischen wurde die Erregung im 
Saal sehr gross. Edwin Fischer erklärte, dass das Ganze ein Irrtum sei, 
weder Herr Guttmann, noch Herr Dr. Wolff spielten im Orchester. 

Auf dem Gang des Saales klärten wir die Herren darüber auf, dass 
Guttmann und Dr. Wolff nicht im Beethovensaal, sondern im Bechsteinsaal 
spielten. Auf dem unteren Gang erschien das inzwischen herbeigerufene 
Überfallkommando. Die Polizei stellte ungefähr zehn Herren fest, die einen 
Ausweis der SA zeigten. Sie erklärten, auf Befehl der Gruppe zu handeln. 
Es war auch der Kulturreferent der SA-Gruppe Berlin anwesend. Die 
Herren sahen ein, dass sie sich geirrt hätten und in das Konzert Wilhelm 
Guttmann - Dr. V. E. Wolff gehen wollten. Ich klärte die Herren darüber 
auf, dass sowohl Guttmann als auch Dr. Wolff Lizenz-Karten der 
Reichsmusikerschaft (Nr. 4112 und 4312) haben, also zum Konzertieren 
berechtigt sind. 

In der Pause wollten einige Herren auf meine Veranlassung sich 
entschuldigen. Der Schweizer Gesandte nahm die Entschuldigung nicht an 
und verlangte polizeilichen Saalschutz. Edwin Fischer nahm die 
Entschuldigung entgegen, um im Publikum Ruhe zu verschaffen. Die 
Künstler bedankten sich für den demonstrativen Beifall. Es erschienen 
unter den Künstlern auf dem Podium zwei der festgestellten Herren in der 
Absicht, die Entschuldigungserklärungen an das Publikum abzugeben. Aus 
dem Publikum nahmen einige Herren, die das Abzeichen der SA trugen, in 
heftigster Form durch Zurufe gegen die Mitglieder der Partei auf dem 
Podium Stellung. Dann erschien ein zweiter Herr und erklärte wörtlich: 
>Wir sind hierher geschickt worden, man hat uns aber leider eine falsche 
Information dargebracht<. Über diese Erklärung lachte das Publikum und 
brach dann nochmals in Beifall für die Künstler aus. Von den weiteren 
beabsichtigten Erklärungen der Mitglieder der Partei konnte man nichts 


F 1671 





mehr hören. 

Im hinteren Teil des Saales kam es zu einer Schlägerei; die Polizei 
stellte die Personen fest. 

Eine Dame unseres Büros ging sofort zum Bechstein-Saal und 
forderte Saalschutz vom Revier an. Die Polizei bewachte dann das Konzert 
Guttmann - Dr. V. E. Wolff. 

Nach der Pause verlief das Konzert ruhig. Ich fragte die beteiligten 
Herren, woher sie die Eintrittskarten haben, und es stellte sich heraus, 
dass es sich um 10 Freikarten handelt, die von der Kulturabteilung der SA, 
Gau Berlin-Brandenburg, Telefon A 1 0036, Apparat 71, Herr Gadow, am 
Konzerttag nachmittags 1/2 6 Uhr bei uns angefordert waren. Edwin 
Fischer hatte sich entgegenkommend bereit erklärt, diese Freikarten für 
mittellose SA-Männer zur Verfügung zu stellen" (Konzertabteilung der 
Reichsmusikerschaft, Vedder, an BPhO, 25/1V/34. Quelle: Leihgabe 
Andreas Furtwängler). 

Der Vorfall verrät die Methodik des Judenboykotts, die Gewalt schon 
einkalkulierte - gegen geltendes Gesetz. 

8. Januar 1937, Beurteilung: 

"Wegen seiner positiven Einstellung zum nationalsozialistischen 
Deutschland wird er vom Ausland, das in musikalischen Dingen immer 
noch überwiegend jüdisch bestimmt ist, mehr oder weniger boykottiert. 
Fischer erklärt aber, er lasse sich dadurch in seiner Stellungnahme für 
Deutschland, das ihm eine künstlerische Heimat geworden sei, nicht 
beeinflussen" (NSKG, Ortsverband Berlin, Dransmann, an Adjutantur des 
Führers, 8/1/37. Quelle: BA NS 10/ 110. Blatt 71). 

25. März 1938: 

Edwin Fischer gibt in Berlin mit dem eigenen, von ihm selbst mit 
1.200 RM honorierten KammerOrch ein Konzert zugunsten des WHW, das 
einen Ertrag von 4.567,71 RM erbringt. 

26. April 1938: 

Die Berliner Konzertgemeinde, Dransmann, berichtet der 
Reichskanzlei über Fischers WHW-Konzert und betont, der künstlerische 
Erfolg sei so stark gewesen, wie man dies selbst in der Philharmonie nur 
selten erlebe. 

30. April 1938: 

"In der Anlage übersende ich Ihnen für Professor Fischer das Bild 
des Führers im Silberrahmen. 

Da es dem Führer leider nicht möglich war, dem Winterhilfskonzert 
beizuwohnen, lässt der Führer Professor Edwin Fischer in Anerkennung 
seiner Verdienste sein Bild mit Unterschrift überreichen. 

Ich darf Sie bitten, Professor Fischer das Bild zu überreichen" 
(Reichskanzlei, Hauptmann a. D. Wiedemann, an Berliner 
Konzertgemeinde, 30/1V/38. Quelle: BA NS 10/ 110. Blatt 64). 

12. Mai 1938. Danksagung: 

"Hochverehrter Führer und Reichskanzler! Für die hohe Ehre und 
große Freude, die Sie mir mit der Überreichung Ihres Bildes mit 
Unterschrift bereitet haben, danke ich herzlich. Ich werde bemüht sein, 
durch die Darstellung der großen Werke edler Musik dieses Landes, das 


e 1672 





mir zur zweiten Heimat geworden, an der Weiterentwicklung der Kunst 
und der J ugend mitzuhelfen" (Edwin Fischer an Hitler, Handschreiben, 
Brüssel, 12/V/38. Quelle: BA NS 10/ 110. Blatt 63). 

Als Zuhörer - als Kameraden ("Weimar. Bekenntnis und Tat. 
Kulturpolitisches Arbeitslager der Reichsjugendführung 1938". Berlin, 
1938). 

Zitat: 

"Von Weimar zurückgekehrt, möchte ich Ihnen doch sagen, welchen 
prächtigen Eindruck ich von dem Besuch der Tagung mit nach Hause 
genommen habe, und zwar in zweierlei Hinsicht. Erstens: Diese Jugend als 
Zuhörer. Mit welcher Sammlung, innerer Bereitschaft und 
Aufgeschlossenheit, ja auch mit welchem Sinn für Humor werden die 
Darbietungen der Künstler aufgenommen. Hier wächst uns eine neue, von 
wärmster Liebe zur Kunst getragene Zuhörerschaft heran! Zweitens: Diese 
Jugend als Kameraden. Welch frischer und natürlicher Ton echter 
Kameradschaftlichkeit herrscht in diesem Lager bei Tisch sowohl, wie auch 
bei Gesang und Spiel, und welche Teilnahme an allen die Kunst 
betreffenden Fragen bewegt die Herzen dieser jungen, für die 
Weiterentwicklung der musischen Dinge dereinst maßgebenden Menschen" 
(S. 104). 

Information: DNML, DML, DDFL, FA, MM2, KDMK, RML, SML, MGG. 


Fischer, Erhard 
Cornau, 16. Januar 1901 - Diepholz, 13. Oktober 1973. 
Musikpädagoge, zunächst Musiklehrer (Klavier, Gesang) in Prag, ab 1930 
in Frankfurt a. M., ferner in Diepholz/ Hannover, 1939 abermals in Prag. 
Nach 1945 wieder in Diepholz, zuletzt i. R. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.116.958, auf Antrag vom 15/X/37. 
Ich liebe dich, mein Vaterland. Lied, 0nA, im J uni 1933 dem RMVP 
eingesandt (Quelle: BA R 55/ 1159). 

Information: KDMK (ohne Werkverzeichnis). 


Fischer, Erich 
Kreuzlingen am Bodensee (Schweiz), 8. April 1887 - ? 
Musikgelehrter und Kapellmeister in Berlin, Dr. phil. Berlin 1909 (Über die 
Musik der Chinesen). Auch Komponist und Herausgeber in: Berlin- 
Friedenau, Ortrudstr. 2 (1928), Wilmersdorf, Carionweg 2 (1937). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

J. A. Sixt: Drei Trios für Geige, Cello und Klavier (D-dur - G-dur - Es- 
dur), hgb. von E. Fischer (1934) [B&B]. 

J. A. Sixt: Festliche Musik, zusammengestellt und Orchesterfassung: E. 
Fischer (1935) [B&B]. 

J. A. Sixt: Pastorale. Für Violine, Oboe und Cello oder für 3 andere 
Instrumente in entsprechenden Tonlagen und zusammenpassenden 


e 1673 





Klangfarben: Erich Fischer (1935) [B&B]. 

Der Bedarf an einstimmender Musik für die Feierrituale des Regimes 
ließ sich nur durch Rückgriffe auf das historische Repertoire einigermaßen 
decken. 

17. März 1936: 

"Bedenklich erscheint der Titel >mit Verwendung alter Melodien<. 
Hoffentlich ist das kein >Dreimäderlhaus<-Stil! 

Wenn zu dem einfältigen, ja stellenweise reichlich blöden Text nicht 
eine besonders schmissige Musik geschrieben wird, weiss ich der Operette 
keine positive Wirkung zu prophezeien. (...). 

Das singt eine Gesangsstudierende!! 

Ich verstehe von diesem Blödsinn wirklich zu wenig, um ein Urteil 
abgeben zu können" (Gutachten vom RMVP, Abt. T, von Niessen, 
17/111/36. Quelle: BAR 55/ 20184. Blatt 3). 

Es ging um Fischers Operette "Jakob, deine Uhr geht nach". 

Information: DNML, DML, FA, LdCh (keine Angaben nach 1930, ohne 
Wirkungsort). Kein Eintrag in DMK 1942. Das LA Berlin (23/VI/04) konnte 
Fischer nicht ermitteln, gab aber (5/VII/04) noch an, er sei nach 8/V/45 
meldepolizeilich nicht mehr erfaßt. 


Fischer, Ernst 
Magdeburg, 10. April 1900 - Locarno, Kanton Tessin (CH), 10. Juli 
1975. 
Schüler von W. von Bausznern und B. Sekles, in Frankfurt a. M., dann bei 
E. Lendvai in Berlin, hier freischaffender Komponist für Film und Rundfunk, 
Konzertpianist und Kino-Organist. 

1946 in Köln, freier Mitarbeiter des NWDR/ WDR, 1950 in Nußdorf 
am Bodensee, Berater des Verlags Holzschuh in Ravensburg, seit 1963 in 
Ronco bei Ascona. 

Werke: U-Musik, so Chorzyklen mit Combo, 21 Orchestersuiten, so 
südlich der Alpen" (1937), und Konzertstücke für J azzOrch (1938); 
Tanzmusik; 70 Stücke für ein und zwei Klaviere; Klavierkonzert und 
andere "ernste" Musik; Bearb. von Opern Dittersdorfs, Glucks und 
Telemanns. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. RSHA, 15/X11/41: Nachteilige Notierungen (in 
politischer Hinsicht) liegen nicht vor. 

Marschlied der Bausoldaten (T: Franz Hopfer). Für Harmoniemusik mit 
SaxStn.: H. von Platen (1940) [Bi]. 

Musik zum Tobis-Film Wir seh'n uns wieder (1945 von der 
Filmprüfstelle zugelassen; aber nicht mehr vorgeführt). 1945 Verbot durch 
Alliierte Militärregierungen. 

Der Film spielt unter Fronturlaubern in Tirol. 
Information: FA, LdCh (ohne Wirkungsort), RMLE, LaBl. 


e 1674 





Fischer, (Friedel) Friedrich Wilhelm 
Darmstadt, 19. März 1888 - Darmstadt, 12. März 1972. 

Militärmusiker; MM, ab 1/XI1/36 OMM, ab 1/X/38 StMM, Leiter des 
Musikkorps der Fliegerhorstkommandantur Kassel-Rothwesten. 

Nach 1945 weiterhin in Kassel, Kapellmeister und Musiklehrer, seit 
11/X11/53 in Darmstadt i. R. 
Werke: u. a. "Um Mitternacht", sinfon. Dichtung (1937); sinfon. 
Festmarsch (1937). 


NSDAP seit 1/VI11/32, Nr. 1.255.227. 

Präsentiermarsch (RS Frankfurt, 25/1/36, TrK des AR 45 Fulda, Dgt. 
OMM Max Rudelt). 

Flieger sind wir. Marsch (RS Frankfurt, 1/VI1/36, MK der FIHKdtr Kassel- 
Rothwesten, Dgt. selbst). 

Festmarsch (1937). 

Es kämpften unsere Väter. Fliegerlied (RS Frankfurt, 27/111/38, 11/VI/ 
38, MZ des NSFK Sturm Kassel, Dgt. H. R. F. Wilke, 26/V1/39). 

Lieder der Flieger, eine Folge (RS Frankfurt, 14/V/38). 

Regiment vorwärts! Marsch (RS Frankfurt, 31/X/38). 


Fischer, Fritz A. 
Komponist in Düsseldorf. 


O Danzig, halt dich feste (T: mdl. überliefert). Trutzlied. 

In: 

Liederbuch der NSDAP (1933); Singkamerad, Anhang München (1939). 
Information: Nicht im DMK 1942. 


Fischer, Gustav (Georg) 
1904 (?) - (?), 15. April 1972. 
Militärmusiker; zunächst Oberfeldwebel und Musikleiter bei der 
Fliegerhorstkommandantur Faßberg, seit 1/VI11/38 MM in Wertheim, dann 
- Stand 1939 - bei der Fliegerhorstkommandantur Mannheim-Sandhofen. 


Wir Faßberg-Flieger. Marsch (Hermannsburg, 1937). 


Fischer, Hans 

Berlin, 17. September 1899 - Berlin, 3. J uli 1962. 
Sohn eines Musikalienhändlers; Dr. phil. Berlin 1923 (Bernhard Anselm 
Weber), Musikpädagoge und Musikschriftsteller in Berlin-Wilmersdorf, 
Schüler u. a. von W. von Bausznern und K. Schubert; 1928 
Studienassessor am Grunewald-Gymnasium und Mitarbeiter des 
Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht, auch Redakteur der 
"Zeitschrift für Schulmusik". 1932-45 Studienrat am Kaiser-Wilhelm- 


F 1675 





Gymnasium in Berlin-Neukölln, Dirigent des Schubert-Chors, während des 
Krieges zur Wehrmacht einberufen, 1941 Feldwebel, 1942 Oberleutnant. 

Nach 1945 wieder in Berlin, 1949-62 Musikstudienrat an der Walter- 
Rathenau-Schule; auch Musikkorrespondent der "Frankfurter Rundschau". 
Werke: Chöre aller Art; Spielmusik; Editionen deutscher Klaviermusik 
des 17. und 18. Jh, zus. mit Fritz Oberdörffer (1935-36); Literatur zur 
Musikerziehung. 


NSDAP seit 1/1V/40, Nr. 7.617.651, auf Antrag vom 29/1/40. 
Der Antrag datiert vom Vorabend des "Tags der Machtübernahme". 


Verlag, wo nicht anders angegeben: [VB]. 


1933 

Dem Volkskanzler Adolf Hitler: Viel Jahre gingen ins deutsche Land 
(T: Ewald Kissing), für gemCh (1933). 

Bekenntnis: Ich glaub an Deutschland wie an einen Gott (T: H. Lersch), 
für gemCh (1933). 

Deutschland über alles! Lieder der nationalen Erhebung, in ein- bis 
dreistimmigen Satz als Ergänzung zum Schulgesangbuch von Fischer, 
Herrmann und Wagner hgb. zus. mit W. Herrmann und unter Mitwirkung 
von R. Gabriel. I. Heft (21933; 11.-15. Tsd, erweiterte ?1933; 16.-17. Tsd, 
61934). Die 1. Auflage ist bibliografisch nicht nachweisbar. 

Titel ohne Nummer = nur Text. 
Inhalt (21933): 

1. Das Lied der Deutschen (mit einer vierten, von A. Matthäi während der 
Ruhrbesetzung 1923-25 hinzugedichteten Strophe). - 2. Horst-Wessel- 
Lied. 

Vaterland 

3. Beethoven, aus dem Singspiel "Die gute Nachricht": Germania, 
Germania! - 4. Kaun, Op. 109 Nr. 14: Das Land meiner Väter. - 5. 
Büchsenschütz: Märkische Heide. - 6. Fischer: (Rheinhymne) Es rauscht 
ein Strom zum Meere (T: K. Bröger). - 7. Volksmelodie: Es lebt der 
Schütze froh und frei. - 8. Abwandlung der Volksmelodie "Glück auf": 
Deutsch ist die Saar. - 9. Reger, 1909: (An Zeppelin) Du, der die 
Menschheit stolz und kühn emporgeführt über Grüfte. - 10. Meienreis: Sie 
sagen all, du bist nicht schön. 

Bekenntnis 

11. zur Melodie des Wilhelmusliedes, 1568: Wenn alle untreu werden. - 
12. Pierson: O Deutschland hoch in Ehren. - 13. F. Wagner, 1870-1929: 
Flagge heraus! Lasset sie wallen. - zur Melodie von F. Wagner: Flaggen 
heraus! Lasset sie wehen von jedem Haus. - 14. Methfessel: Der Gott, der 
Eisen wachsen ließ. - 15. Fischer: (Bannerlied) Steht zum Banner! 
Schwestern, Brüder! (T: R. Knauff). - 16. Volksweise: Wer jetzig Zeiten 
leben will. - 17. nach M. Englert: Wann wir schreiten Seit an Seit. - 18. zur 
Melodie "Frisch auf, Soldatenblut" (Silcher): Frisch auf, Germanenblut. - 
19. Bellingrodt, 1922: Es rauscht durch deutsche Wälder. 


e 1676 





Bei Landsknechten und Soldaten 
20. Volkslied ("Reuterton", um 1512: Vorerst so wolln wir loben. - 21. aus 
dem Bauernkrieg, 1525: Wir sind des Geyers schwarze Haufen. - 22. 
Vlämische Volksmelodie: Nach Ostland wollen wir reiten. - 23. Volksweise 
("Landknechtslied"): Das Kalbfell klingt. - 24. Stunz, 1793-1859: Das 
Käuzlein laß ich trauern. - 25. 1813: Heraus, heraus die Klingen. - 26. 
Volkslied: Es leben die Soldaten so recht von Gottes Gnaden. - 27. 
"Dichter und Komponist unbekannt": Nach Ostland geht unser Ritt. - 28. 
Wandervogelmelodie: Die blauen Dragoner. - 29. Volkslied: Zehntausend 
Mann, die zogen ins Manöver. - 30. Lyra, 1822-1882: Die bange Nacht ist 
nun herum. - 31. Knab: Husaren kommen reiten. Kanon. 

Mit Adolf Hitler 
32. Pardun: Siehst du im Osten. - 33. Lubrich sen., Op. 139: Wer zerbricht 
die Ketten? - 34. Gabriel: Marschieren stolz die braunen Heere. - 35. A. 
K.: Wenn Hitlerleut marschieren. - zur Melodie "Ich bin ein Preuße": Wir 
sind des Hitlers braune Sturmkolonnen. - 36. zur Melodie des 
Kaiserjägerliedes: Kamraden, laßt erschallen. - 37. C. Strauß: Hört ihr die 
Trommel schlagen? - 38. W. Herrmann: Mut gefaßt! Tritt gefaßt. - 39. 
Rentsch: Was unser Führer uns gebracht. 

In memoriam 
40. Silcher: Kein schönrer Tod. - 41. Wir saßen so fröhlich beisammen. -. 
nur T, zur Melodie "Ich hatt einen Kameraden": Treu bis zur letzten 
Stunde. - 42. nach einer alten Volksmelodie: Als die goldne Abendsonne. 

Von Mund zu Mund 
43. Schulten: Weit laßt die Fahnen wehen. - 44. War einst ein junger 
Sturmsoldat. - 45. Der Wind streicht über Felder (T: Dichter unbek.). - 46. 
Volksmelodie: Kehr ich einst zur Heimat wieder. - 47. Jahn: Wir traben in 
die Weite. - 48. Volksmelodie: Heute an Bord. - 49. Wer will mit uns zum 
Kampfe ziehn, wenn Hitler kommandiert (T: Dichter unbek.). - 50. 
Volksmelodie: Als wir nach Frankreich zogen. - 51. Volksmelodie: Morgen 
marschieren wir in Feindesland (T: Dichter unbek.). - zur Melodie "O 
Deutschland hoch in Ehren" (Pierson): Es klingt wie eine Sage (T: Dichter 
unbek.). - 52. alte Soldatenmelodie: Setzt zusamen die Gewehre (T: 
Dichter unbek.). - 53. Wir ziehen über die Straßen in schwerem Schritt 
und Tritt (T: Dichter unbek.). - 54. Walther: Wach auf, wach auf, du 
deutsches Land. 

Der Inhalt von ?1933 ist identisch bis auf folgende Abweichungen: 
statt "Vom Barette schwankt die Feder" das flämische Volkslied "Nach 
Ostland wollen wir reiten, statt "Nichts Schöneres auf Erden" das Volkslied 
"Musketier seins lustge Brüder", statt "Wenn Hitlerleut marschieren" und 
"Braune Sturmkolonnen" auf die Melodie des Tiroler Kaiserjägerliedes 
"(Hitlerleute) Kamraden, laßt erschallen". Neu hereingenommen: alle Titel 
des Abschnitts "Von Mund zu Mund". 

Satz: R. Gabriel (18). 

Bannerlied: Steht zum Banner! Schwestern, Brüder (T: R. Knauff). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Und des Banners Flammenlodern 
sich mit unserm Sein vermählt. 


F 1677 





Stürzt das Morschel 
Laßts vermodern! 
Schreitet! Streitet glutbeseelt!" 
In: 
Liederblätter der Deutschen Glaubensbewegung 2 (1935). 


1934 
Deutschland über alles! Lieder der nationalen Erhebung, in ein- bis 
dreistimmigem Satz als Ergänzung zum Schulgesangbuch von Fischer, 
Herrmann und Wagner hgb. zus. mit W. Herrmann und unter Mitwirkung 
von R. Gabriel. Il. Heft. Für Feiern im neuen Reich (Tag der Arbeit, 
Sonnwendfeier, Bauerntag, Heldengedenkfeier, Muttertag) / Für Vaterland 
und Heimat / Dem Führer / Jung-Deutschland marschiert / Von deutscher 
Art. Ausgabe für Knaben, Ausgabe für Mädchen (1934). 
Titel ohne Nummer = nur T. 
Inhalt (Ausgabe für Knaben): 
1. Fischer: (Arbeit) Pack zu! Pack zu! (T: G. Zemke). - 2. W. Herrmann: 
Nicht klagen, nicht zagen. - 3. Herrmann: Heute laßt die Räder, die 
sausenden (T: H. Fischer). - 4. neuere Melodie: Die Flamme loht in die 
Nacht. - 5. Gabriel: Empor aus Nacht! - 6. Herrmann: Sonnwendnacht, 
süße Nacht. - 7. Uraltes Reigenlied: Nun kommen wir gegangen. - 8. 
Hensel: Früh ging ich über Land . - 9. Herrmann: Es steht ein goldnes 
Garbenfeld. - 10. Schubert: Sicheln schallen, Ähren fallen. - 11. Schulz: 
Wir bringen mit Gesang und Tanz. - 12. Fischer: (Schlageter) Senk die 
Fahnen vor dem Toten (T: aus dem Schlesischen SA-Liederbuch). - 13. 
Fischer: (Die toten Soldaten) Still vom Sturm der Kanonaden (T: Max 
Barthel). - 14. Herrmann: Die ihr Blut und Leib und Leben. - 15. Händel: 
Über eurem Grabe sei süßer Fried (T: aus dem Oratorium "Samson", 2. 
und 3. Strophe hinzugedichtet). - 16. Taubert: Wir wollen die Totenfeier 
begehen. - 17. Klein ("Treue Liebe bis zum Grabe"): Laß dir danken alle 
Tage. - 18. Lahusen: Lewer dod as Slav! Kanon zu 3 Stimmen. - 19. 
Komponist unbek., vor 1545: Frisch auf in Gottes Namen du werte 
deutsche Nation! - 20. M. Jacobi, 1648: Sichres Deutschland, schläfst du 
noch? - 21. Fischer: (Deutsches Weihelied) Deutschland, Heil dir, Land 
der Eichen (T: Hugo Wiechmann). - 22. Luther: Auf, bleibet treu und 
haltet fest. - 23. Dewischeit: Wild flutet der See. - 24. Göhler: Das ist die 
Stadt am Bernsteinstrand. - zur Melodie "Freiheit, die ich meine": Wenn in 
stiller Stunde. - 25. Wieczorek: (Schwur) Und reißt ihr uns auch hart 
entzwei. - 26. Fischer: Jungvolk, tritt an. - 27. Borgmann: Vorwärts! 
Vorwärts! - 28. Wort und Melodie volksläufig: Brüder, zur Sonne, zur 
Freiheit! - zur Melodie "Brüder, zur Sonne": Einst sind wir so freudig 
geschritten. - 29. von Gordon: Argonnerwald. - zur Melodie 
"Argonnerwald": Durchs Grenzmarkland marschieren wir. - 30. 
Blumensaat: Es dröhnen Trommeln durch das Land. - 31. Geisler: Die 
Jugend marschiert. - 32. Gättke: Und wenn wir marschieren. - 33. 
Volkslied: Die blauen Dragoner. - 34. volkstümlich: (Lore) Im Wald, im 
grünen Walde. - 35. von U-Boots-Leuten: Der mächtigste König im 
Luftrevier. - 36. Koch: Heiß ist die Liebe. - 37. Marx: Wir sind deutsche 


e 1678 





Maid und Buben. - 38. Volksmelodie, nach 1831: An der Weichsel gegen 
Osten. - 39. von Burkersroda, 1894-1917: Wir wollen zu Land ausfahren. 
- 40. Urheber unbekannt: (Geusenlied) Gleichwie die Möve ruhlos hastet. - 
41. schwedisches Matrosenlied: Es rufen uns die freien Wogen. - 42. 
Gättke: Trum, trum, terum, tum, tum. - 43. Volkslied: Die Bauern wollten 
Freie sein. - 44. nach Wendelmuth: Die Glocken stürmten vom 
Bernwardsturm. - 45. alte engl. Weise: Weit ist der Weg zurück ins 
Heimatland. - 46. Es zog ein Regiment von Ungarland herauf. - 47. neuere 
Volksmelodie (H. Fischer): Reiterlied. - 48. Zu siebzig da zogen die 
lippischen Schützen. 

Jungvolk, tritt an! Die Fahne weht (eigener T). Melodie mit Text auf 
Postkarte (1934). 

Lied des deutschen J ungvolks: Es reift das Korn (T: J. Linke), 
2stimmig, mit Gitarren-Bezifferung (1934) [BF]. 

Hitler-Mädels: Wir sind die Mädels vom neuen Reich (T: Franz Plantikow, 
Amtswalter des NSLB). Aus: "Deutschland über alles", 2. Heft, Ausgabe 
für Mädchen. 

Textprobe (2. Strophe): 
"Wir sind die Mädels vom neuen Reich, 
Hitlers lachende Wehr. 
Haben lieber gesundes Blut 
als viel Geld und flitterndes Gut. 
Deutsches Heim gilt uns mehr". 

In: 

Singendes Volk 19 (1934; "Nach einer Volksweise von Dr. Hans Fischer"). 

Schwur: Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern (T: Schiller), für 
gemcCh/ 3stimmigen Jugendchor (1934). 

Zum Geleit!: Frisch auf, du junge Schar! (eigener T), für gemCh (1934). 

Landsknechts Morgenlied: So ziehen wir im gleichen Schritt (T: 
Peters), 2stimmig mit Gitarren-Bezifferung (1934) [BF]. 

Reiterlied: Wir streifen durchs Leben im schnellen Zug (T: N. Lenau), 
"neuere Volksweise (H. F.)" (1934). 

Deutschland in Liedern. Etwa 50 Lieder der nationalen Erhebung für 
Klavier zweihändig. Hgb. von H. Fischer und Willy Herrmann. 

J ung-Deutschlands Lieder. In leichtem Klaviersatz mit Text hgb., zus. 
mit W. Herrmann (1934). 

Titelohne Nummer = nur T. 
Inhalt: 

1. Haydn: Das Lied der Deutschen. - 2. Horst-Wessel-Lied. - 3. altes 
Soldatenlied: An der Weichsel gegen Osten. - 4. Aus Lüneburg sein wir 
ausmarschiert. - 5. Komponist unbek.: Braun ist unser Kampfgewand. - 6. 
Studentenlied, 1844: Burschen heraus! - 7. Methfessel: Der Gott, der 
Eisen wachsen ließ. - 8. Des Morgens zwischen drein und vieren. - 9. Lyra: 
Die bange Nacht ist nun herum. - 10. Wandervogelweise: Die braunen 
Dragoner. - 11. auf diese Melodie: Nächtens auf silbernen Rossen. - 12. 
Volksweise, andere Melodie: Die blauen Dragoner. - 13. aus Ostpreußen: 
Es dunkelt schon in der Heide. - 14. Es leben die Soldaten. - 15. Es lebt 
der Schütze froh und frei. - 16. Es zog ein Regiment von Ungarland 


e 1679 





herauf. - 17. Gläser: Flamme empor. - 18. Groos, 1789-1861: Freiheit, die 
ich meine. - 19. auf diese Melodie: Wenn in stiller Stunde Träume mich 
umwehn. - 20. Volksmelodie: Glück auf! Glück auf! Der Steiger kommt. - 
21. 1813: Heraus, heraus die Klingen. - 22. Ich habe Lust ins weite Feld. - 
23. Ich hab mich ergeben. - Ein Ruf ist erklungen am grünen Strand der 
Saar. - 24. Ich hatt einen Kameraden. - auf die gleiche Melodie: Treu bis 
zur letzten Stunde. - 25. Ihr lustgen Hannoveraner. - 26. (Lore) Im Wald, 
im grünen Walde. - 27. Fischer: Jungvolk, tritt an! - 28. Kehr ich einst 
zur Heimat wieder. - 29. Kein schöner Land. - 30. F. Silcher: Kein schönrer 
Tod. - 31. Lippe-Detmold. - 32. aus der Lahn-Gegend: Lustig ists 
Matrosenleben. - 33. Morgenrot. - 34. Musketier seins lustge Brüder. - 35. 
W. Herrmann: (Hitler-)J ugend) Mut gefaßt! Tritt gefaßt! - 36. Urheber 
unbek.: Nach Ostland geht unser Ritt. - 37. vlämische Volksmelodie: Nach 
Ostland wollen wir reiten. - 38. Niechciol: (Hitler-Jugend) Nicht rosten und 
rasten. - 39. 18. Jh: O Straßburg. - 40. Pierson: O Deutschland, hoch in 
Ehren. - 41. auf die gleiche Melodie: Es klingt wie eine Sage. - 42. 1719: 
Prinz Eugen. - 43. nach dem Westfäl. Liederblatt (Rittinghaus): Regiment 
sein Straßen zieht. - 44. H. Simon, 1934: Siegreiche Fahne. - 45. 
Schumann: Sie sollen ihn nicht haben. - 46. 16. Jh: Vorerst so wolln wir 
loben. - 47. Walther: Wach auf, wach auf, du deutsches Land. - 48. zur 
Melodie "Wilhelmus von Nassauen": Wenn alle untreu werden. - 49. Wer 
jetzig Zeiten leben will. - 50. neuere Volksmmelodie (H. Fischer): 
Reiterlied. - 51. Zahn: Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd! - 52. Zu 
siebzig, da zogen die lippischen Schützen. - 53. Silcher: Zu Straßburg auf 
der Schanz. 
Schaffendes Volk. Lieder der Arbeiter, Bauern und Handwerker in ein- 
bis dreistimmigem Satz. Für Feierstunden im neuen Reich hgb., zus. mit 
W. Herrmann (1934). Vom Verlag zum "Tag der Arbeit" annonciert. 

Das Hakenkreuz auf dem Titelblatt des Exemplars im Bestand der 
Deutschen Bücherei Leipzig ist doppelt durchgestrichen. 

Inhalt: 

1. Reichardt: Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten. - 2. N. Herrmann, 
1480-1561: Das walte Gott! - 3. Melodie im Klugschen Gesangbuch, 
1535: Wo Gott zu Haus nit gibt sein Gunst. - 4. Heinrich Albert: Lied der 
Freundschaft. - 5. W. Herrmann: Schaff, das Tagwerk meiner Hände. - 6. 
Dürrner, 1810-1859: Wer ist ein Mann? - 7. F. F. Flemming, 1778-1813: 
Eintracht und Liebe. - 8. Fischer: Werkfeierlied. - 9. Pietzner-Clausen: 
Auf, Brüder, folgt den stolzen Fahnen. - 10. W. Herrmann: (Der erste Mai) 
Heut laßt die Räder, die sausenden, stehn (T: H. Fischer). - 11. Romberg, 
1767-1821: Tausend fleißge Hände regen. - 12. Fischer: (Das Lied der 
Arbeit) Es klingt, so lange die Menschheit lebt (T: H. M. Heidrich). - 13. 
W. Herrmann: Ein froher Sang schallt durch die Luft. - 14. Volksmelodie: 
Der Bauernstand der beste Stand. - 15. J. A. P. Schulz: Wir pflügen und 
wir streuen. - 16. Fischer: Pflügers Lied. - 17. Mettke: Ein Bursche nahm 
den Pflug zur Hand. - 18. Mettke: War denn das "Alte Land" einst neu? - 
19. aus Flandern, um 1590: (Neue Erde) Frisch auf, ihr Brüder alle (T: H. 
Fischer). - 20. Wir Bergleute hauen fein. - 21. Fuhrmannslied. - 22. aus 
Franken: Lob der Schneider. - 23. aus dem Darmstädtischen: Preislied der 


e 1680 





Schuhmacher. - 24. Maurergesellenlied. - 25. aus Westfalen: Es zogen vier 
lustige Handwerksleut. - 26. Seid nur lustig. - 27. Was aber fangt ihr 
Meister an. - 28. Zelter: Das Tagwerk ist getan. - 29. aus dem 
Salzkammergut: Feierabend. - 30. aus Westfalen: Wolln heimgehen. 
Sätze, 3stimmig: Hans Fischer (11, 14, 15, 19, 22, 23, 25, 26, 27, 
29, 30). 
Pflügers Lied: Furchen schreite ich früh, uralten heiligen Gang (T. 
Eberhard Clemen). 
Textprobe (4. Strophe): 

"Pflüge zu Grund das Weh, 

Volk blüht in Ewigkeit, 

steht blank mein Pflug bereit. 

Aus Schmach und Niedrigkeit 

will all mein Volk zur Höh. 

Pflug, nimmer steh, 

nimmer steh!" 

Zelter: Das Tagewerk ist abgetan. Nach dem Original bearb. von H. 
Fischer. 
In: 
Schaffendes Volk (1934). 


1935 
Fahnenlied: Fahne, dir gehört mein Herz (T: Franz Plantikow), für 
Gesang mit Klavier (1935) [Paul Fischer, Berlin]. 
Werkfeierlied: Tritt heran, Arbeitsmann (T: H. Lersch), 3stimmig 
(1935), 1936 für gemCh. 
In: 
Die Feier der jungen Front 1 (1935); RJF, Junge Gefolgschaft 2 (19338). 


1936 
Kantate zum Gedenken an die Gefallenen. Neufassung der 
Trauermusik aus Händels Oratorium "Samson". Textliche und musikalische 
Einrichtung: H. Fischer (1936). 
Lied zum Muttertag: Wenn der Mai der Blüten Fülle (T: M. Wehowsky), 
für gemCh (1936). 
Lied zum Muttertag: Was ist das Allerschönste (T: F. Gebhardt), für 
3stimmigen Jugendchor (1936). 
Zum Preise der Mutter: Mutterlieb ist ohne End. Fassung nach 
altdeutschen Sprüchen und einer Volksweise für ein- oder mehrstimmigen 
Chor mit Instrumenten: H. Fischer (1936). 
Preislied des Bauernstandes: Du sehr verachteter Bauernstand (T: 
Grimmelshausen). Textunterlegung und Satz: H. Fischer, für gemCh 
(1936). 
Fridericus Rex. Volkslieder aus der Zeit des großen Königs, in ein- und 
zweistimmigem Satz hgb. von H. Fischer (1936). 
Kein schöner Land in dieser Zeit. Für ein- oder mehrstimmigen Chor 
mit Instrumenten: H. Fischer (1936). 
Wir: Wir, aus Erden staubgeboren (T: H. Lersch), für gemCh (1936). 


e 1681 





Die ewigen Soldaten: Sie gehen immer den gleichen Schritt (T: A. K.), 
für gemCh (1936). 

Soldatenleben... nichts schön'res kann's geben. Militärschwank in 
Liedern und Prosa in einem Akt (1936) [Heidelmann, Bonn]. 

Arbeit: Pack zu! Pack zu! Nimm ihn in deine Faust (T: Georg Zemke), für 
gemcCh (1936). 

Kantate auf einen großen Mann: Denn über Erz und Stein (T: E. W. 
Möller), für einstimmigen Chor und Klavier (1936). 

Denn über Erz und Stein (T: E. W. Möller). Chorlied aus "Kantate auf 
einen großen Mann", ein- oder mehrstimmig mit Instrumenten (1936). 


1937 
Brüder, zur Sonne, zur Freiheit! Für 2stimmigen Chor, Flöte, 2 Violinen 
und Trompete: H. Fischer (1937). 
Es handelt sich um die NS-Fassung. 
Jugend, wir tragen die Fahnen! Neue Lieder der Zeit (Melodien und 
Texte) (1937). 
Inhalt: 
1. Jugend, wir tragen die Fahnen (H. Menzel). - 2. Der Kamerad: 
Wenn einer von uns müde wird (H. Menzel). - 3. Laßt die Trompeten 
laden. - 4. Gegen die Philister: Das ist die Brut der Natter 
(Eichendorff). - 5. Viel rüstige Gesellen (Eichendorff), - 6. Laßt euch 
nicht irren (H. Kutzleb). - 7. Volk auf dem Wege: Wir schreiten ernst 
(H. Menzel). - 8. Wer von Not beladen steht (H. J. Nierentz). - 9. 
Zuruf: Wir schlagen die Brücken (R. Schlösser). - 10. Wir: Für Geld sind 
wir nicht zu kaufen (R. Schlösser). - 11. Glaube: Laßt die Schwerter sie 
zerbrechen (R. Schlösser). - 12. Erde: Siehe, wir sind gekommen (F. 
Oppenberg). - 13. Erde, dir gehören wir: Setzt die Loren auf die 
Schienen (H. Menzel). - 14. Die Hände: Wenn sie säen (Georg Zemke). - 
15. Am Sonnenwendfeuer: Wenn wir um das Feuer stehen (Adolf 
Hauert). - 16. Frohe Fahrt: Ob Regen klatscht (A. Hauert). - 17. 
Marschlied zum 1. Mai: Ein Volk brach auf (H. Menzel). 
Laßt die Trompeten laden, durchs Land die Trommeln gehn (T: 
Eichendorff, 2. bis 4. Strophe von Hans Lamparter). Eigene Melodie, aus: 
"Jugend, wir tragen die Fahnen". 
Textprobe (3. und 4. Strophe): 
"Berühren frevle Hände 
das heilge Vaterland, 
dann kommt 
die Sonnenwende; 
in uns erglüht ein Brand. 


Stürmen Fanfarenstöße 

dann weit durchs Land 
herein, 

die Ehre ist die Größe: 

wir werden Wächter sein!" 


e 1682 





In: 
Feiernd Volk 6 (1937). 
Die Weihenacht ist kommen. Lieder der Julzeit: Für Klavier oder 3 
Melodieinstrumente (2 Violinen und Violoncello oder für Bläser): H. Fischer 
(1937; 21938). 

Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht" (21942) als Notentip. 

Inhalt: 

1. Fischer: Siehe, es leuchtet die Schwelle, die uns vom Dunkel befreit 
(T: B. von Schirach). - 2. Melodie von 1640: Ach bittrer Winter, wie bist du 
kalt! - 3. K. Brüggemann: Schneeflocken wirbeln um und um. - 4. Melodie 
aus der Gegend von Paderborn, 1812: O Tannenbaum, o Tannenbaum, du 
bist ein edles Reis. - 5. alte Melodie: Berghoch am Walde (T: H. Wirth). - 
6. Melodie um 1421: Ich weiß ein Wunder, alt und neu (T: H. Fischer). - 7. 
Flurschütz: Lichtgeburt aus Weltenschoß. - 8. nach L. Ch. Erk, 1807-1883: 
O Sonnenkind, wir grüßen dich. - 9. Fischer: Deutsche Weihnacht. - 10. 
Melodie aus Schweden: Guten Abend, guten Abend, wir drücken die Hand 
dir. - 11. Fischer: (Weihnacht) Heilge Winterweihenacht liegt auf 
Nordlands Gauen (T: Ewald Winzer). - 12. Flurschütz: Weiße Frigg im 
Winterkleide. - 13. K. Brüggemann: Der Sunnwendmann, wo kommt er 
her? - 14. Flurschütz: Der Julklapp, der J ulklapp, sagt, ist er bald nah? - 
15. Fischer: (Preis der Sonne) Die Sonne hat die Nacht bezwungen, sie 
steigt mit Macht zu neuer Runde (T: Marie Laiblin). - 16. Melodie um 
1600: In Winters Haft und Banden. - 17. Melodie im Notenbüchlein für 
Anna Magdalena Bach: So wollen wir dem Himmel danken, daß nach dem 
Dunkel die Sonne freudig und strahlend uns lacht. 
Deutsche Weihnacht: Die Weihenacht ist kommen, es schimmert weiß 
das Land (T: Erich Limpach), für Singstimme und Instrumente. 
In: 
Zünde an die Kerzen (1939). 


1938 
Allerlei Festmusiken für vielerlei Instrumente (Streicher und Bläser), 
mit und ohne Klavier hgb. (1938) [BF]. 


1939 
Wege zur deutschen Musik. Musik im Schaffen der großen Meister und 
im Leben des Volkes. Hgb. (Berlin, 1939). 
1939, Verlags-Werbung: 

"Wenn auch zu allen Zeiten der geniale Einzelmensch Führer und 
Gestalter des musikalischen Lebens ist, so ist doch der Anteil des Volkes 
daran nicht zu unterschätzen. Nur auf dem Boden eines gesunden 
Volkstums kann sich echte Kunst entwickeln. Von Plato, der in seinem 
>Staat< in den berühmten abgedruckten Abschnitten das Wesen der 
musischen Erziehung umschreibt und die Reinheit der Tonkunst gewahrt 
wissen will, führt von dieser ethischen Musikanschauung und Politik ein 
direkter Weg in die Gegenwart, für die der Führer selbst in seiner 
gleichfalls wiedergegebenen Rede auf dem ersten Großdeutschen Parteitag 
das Programm einer völkischen Kunstpflege aufgestellt hat" (Annonce des 


e 1683 





MV Vieweg. "Rhythmus" XVII, 1939. S. 182 + 2). 


1940 
Das Land ohne Musik. Kreuz und quer durch "englische Musikkultur" 
(Berlin, 1940). 
Zitat: 

"Ich weiß nicht, welcher >Heiland< augenblicklich von den 
Engländern auf den musikalischen Thron erhoben worden ist, mag er 
heißen wie er wolle. Bekannt ist nur, daß die englischen - speziell die 
Londoner - Theater- und Konzertsäle geschlossen sind (...). 

Das kulturelle Leben nimmt in Deutschland seinen 
ununterbrochenen Fortgang, und dies nicht aus irgendeinem 
>Snobismus< heraus, sondern weil dem Deutschen das musische Element 
so notwendig ist wie die Luft zum Atmen. Und wenn wir diesen Kampf für 
Großdeutschlands Freiheit führen, so führen wir ihn um der deutschen 
Kultur, der deutschen Musik willen. Für England aber fehlt ein solcher 
Antrieb ganz, es hat in diesem Punkt nichts zu verlieren. 

(...) Die deutsche Stunde ist da. Was die Gegner in 
jahrhundertelangem Kampf zu verhüten bemüht waren: die deutsche 
Einheit, sie ist endgültig und für alle Zeiten geschmiedet. Das >Land der 
Musik< steht gegen das >Land ohne Musik<. Wer könnte am Ausgang 
dieser entscheidenden Begegnung zweifeln?" (S.19, 20). 

Hans Fischer hat noch erlebt, daß Kriege nicht mit oder für die Musik 
geführt und erst recht nicht durch sie gewonnen werden können. Er 
verschwieg den Lesern, daß die Londoner Theater und Konzertsäle wegen 
der intensiven deutschen Luftangriffe ohne ausreichende Vorwarnzeit 
geschlossen waren, weil es um den Schutz der Bevölkerung ging und nicht 
um Propaganda durch Musik. 

Wer jetzig Zeiten leben will. Chorbuch für Sopran, Alt, Bariton (1940). 


1941 
Kriegserinnerungen: 

"In besonders schöner Erinnerung sind mir 4 herrliche Herbstwochen 
in Lettland geblieben, einem Lande, das schon landschaftlich große Reize 
hat und dessen Bewohner rein rassenmäßig uns durchaus verwandt sind. 
Ich habe dort Volkslieder und Volkstänze aufgespürt, deren Weisen den 
deutschen Charakter nicht verleugnen können. Eine Anzahl habe ich für 
Blockflöten bearbeitet. Sie sind bereits von dem Verlag Schott zur 
Veröffentlichung angenommen... Dann kam ein plötzlicher Abtransport, 
500 km Bahnfahrt, zu der wir 3 Tage und 4 Nächte benötigten. Als wir 
ausstiegen, befanden wir uns im finstersten Rußland. Städte und Dörfer 
verfallen, starrend vor Dreck, Wege mit unergründlichem Morast, elende 
verhärmte, verängstigte Menschen, die in einer unvorstellbaren Armut 
leben, - leben? - dahinvegetieren. Das erste Gefühl, mit dem man das 
Land betritt, ist nur Ekel, dann aber flammt ein heisser Zorn in der Brust 
auf, ein Zorn gegen das verbrecherische bolschewistische System, das ein 
Land, dessen Erde so fruchtbar ist, vollkommen an den Rand des 
Abgrunds gebracht hat. Könnten nur all die Menschen, die die Berichte 


e 1684 





über Sowjetrußland für übertrieben oder tendenziös überspitzt gehalten 
haben, einen Blick hier hineintun, sie würden für alle Zeiten von ihrem 
Wahn geheilt" (Staatliche Hochschule für Musikerziehung Berlin, 
Rundschreiben Nr. 14 an die im Dienst der Wehrmacht stehenden 
Kameraden, 10/X1/41. S. 7. Quelle: BAR 56 Zg DC 310). 
Der eine allein: Wenn alle nach mir sehen (T: H. Löns). 
In: 
Kleines Löns-Liederbuch (31943). 
Das Wahrzeichen: Die Sommervögel singen jetzt über Wald und Feld 
(T: H. Löns). 
In: 
Kleines Löns-Liederbuch (31943). 
Küselwind: Im Schummern (T: H. Löns). 
In: 
Kleines Löns-Liederbuch (31943). 
Das Hederitt: Die Finken, und die schlagen (T: H. Löns). 
In: 
Kleines Löns-Liederbuch (31943). 

Information: DML, FA, KDMK (Fischer teilte dem Herausgeber nur 
einige "harmlosere" der oben genannten Titel mit), LdCh. 


Fischer, Karl 
Staßfurt, 31. Mai 1889 - ? 
Städt. Musikdirektor in Saalfeld. Privatmusiklehrer für Tuba und 
Kontrabaß, seit 1/V/35 in Weißenfels, 1936 in Weimar, 1937 in 
Seehausen/ Altmark, ab 1940 in Magdeburg, Otto-von-Guericke-Str. 54 a. 


NSDAP seit 1/X1/31, Nr. 772.723, MZF der SS-Standarte 47 Saalfeld und 
Gera. Leiter der Ortsmusikerschaft Saalfeld der RMK bis 1935. 1937 MZF 
der RAD-Gruppe 131 in Seehausen/ Altmark, Stand 1940: des GauMZ 13 
Magdeburg-Anhalt. 

Information: Laut Stadtarchiv Weißenfels (7Z/VII/97, 15/VII/97) habe 
man keinen Hinweis auf K. Fischer, sondern unter gleicher Adresse nur 
auf den Lehrer und Organisten Kurt Fischer. Das Standesamt Staßfurt 
(24/VII/97) teilte mit, beim Geburtseintrag stehe keine Todesmeldung. 
Der Standesbeamte Gattinger, Weißenfels (11/VIII/97), verweigerte mit 
Hinweis auf 8 61 PStG jegliche Auskunft, ließ sich aber dann zu solcher 
herbei; laut Stadtarchiv Magdeburg (28/I/98) sei das Haus im Krieg 
unzerstört geblieben, doch habe Fischer 1950/51 nicht mehr dort 
gewohnt. Das Ordnungsamt Magdeburg, Einwohnermelde-Abt. 
(18/VIII/98) informierte, Melde- und Archivunterlagen zu Fischer seien 
nicht mehr vorhanden. Die WASt (28/IX/99) hat keinen Vorgang. 


e 1685 





Fischer, Karl 

Weissenburg/ Bayern, 31. Mai 1900 - Mannheim-Neuostheim, 25. März 
1986. 
Sohn eines Obermusikmeisters und städt. Musikdirektors, geigerisches 
"Wunderkind"; Schüler von S. von Hausegger, Dirigent, 2., dann 1. 
Kapellmeister am Nationaltheater Weimar, Staatskapellmeister. 1933 in 
München 1. Kapellmeister, Stellvertreter des GMD an der Bayerischen 
Staatsoper, 1934/35 in Mainz Opernchef, Direktor der Musikhochschule 
hier, 1935/36 GMD am Staatstheater Danzig, 1936/37-1940 am Dt. 
Theater Wiesbaden, 1940/41 Operndirektor am Opernhaus der Stadt Graz 
und Leiter der städtischen Sinfoniekonzerte, Wohnsitz Kroisbach; 
1942/43-44 am Reußischen Theater Gera musikal. Oberleiter der Oper 
und Leiter der Sinfoniekonzerte. 

1947-50 1. Kapellmeister an der Staatsoper Berlin, dann am 
Nationaltheater Mannheim bis 1968, danach Leiter des Mannheimer 
Stamitz-Orchesters, 1974 Musikal. Oberleiter der Stadt Koblenz. 1981 
Träger des Bundesverdienstkreuzes. 


NSDAP seit 1/VIIl/35, Nr. 3.690.876. 1935-36 Städt. Musikbeauftragter 
für Mainz und Leiter der Musikabteilung der NSKG. 
Information: DML, KDMK. 


Fischer, Karl August 
Diedersdorf/ Krs. Teltow, 2. Juni 1885 - Northeim, 22. April 1967. 
Schüler von G. Bumcke, Georg Bertram und E. J aques-Dalcroze, 
Komponist, Konzertbegleiter und Musikpädagoge in Berlin-Zehlendorf- 
Mitte. 
Nach 1945 zeitweilig in Hattorf/ Harz, zuletzt i. R. in Northeim. 
Werke: Lieder; Orchesterstücke; 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Ulenspeegel der Geuse, Oper nach Charles de Coster (T: Johann A. 
Wilutzky) (UA: Bayerische Staatsoper München, 9/1V/35). 

Mai 1935, Bericht: 

"(...) Trotzdem wird es einem schwer gemacht, diesen, wenn auch 
durch das Tempo der Oper erklärlichen und bedingten raschen 
Umschwung in der Haltung des Helden Tyll zu begreifen. Denn kurz vorher 
ist Tylls Mutter zu Tode gefoltert worden; Tyll und seine Freunde geloben 
darum den Spaniern Rache; Nele, die Geliebte Tylis, segnet seinen Auszug 
zur Rettung Flanderns; visionär erschauen wir Kriegsflaggen und 
Volksfeste; die edle Nele stirbt; im Hafen der Stadt Breiel bereitet sich der 
sieghafte Entscheidungskampf vor... und da sollte Tyli Zeit und Lust 
gefunden haben, aus einer zufälligen Buhlerei eine große Liebe werden zu 
lassen? Man muß unwillkürlich an einen schönen, guten Film denken, in 
den eine Liebesgeschichte als Zugmittel einkopiert werden mußte. Der 
dichterisch hochgestellte Text und die sprachliche Vornehmheit 
überwinden allerdings alle weiteren Bedenken. Ebenso tief erfaßt ist die 


e 1686 





Musik; Karl August Fischer hat das Volkstümliche mit heldischen Lichtern 
durchsetzt; sein Orchester klingt in vollen, satten Farben, und zu guter 
Wirkung vereinen sich seine Harmonien; zumal in Moll-Akkorden geht er 
oft ungewöhnliche Wege" (Ferdinand Keyfel: Karl August Fischer: 
"Ulenspeegl". "Signale für die musikalische Welt" XCI11/16-17, 17/1V/35. 
S. 274). 
An die Arbeit. Chorwerk (1936). 
1. November 1941: 

Das 1. Volkssinfoniekonzert der Stadt München-Gladbach, Dgt. H. 
Anraths, bietet - erstmals - die Feierliche Musik von K. A. Fischer. 
Des Königs Schatten. Heitere Oper auf ein Libretto von Bernt von 
Heiseler (1943-44, unvollendet). Staatsauftrag über die Reichsstelle für 
Musikbearbeitungen gegen zunächst 10.000 RM, dann 20.000 RM. 

Information: FA, KDMK (ohne Geburtsort). 


Fischer, Karl Friedrich 
Wien, 28. November 1884 - Wien, 27. Oktober 1936. 
Schüler von Hans Wagner-Schönkirch; Chordirektor und Komponist, seit 
1919 in Wien. 
Werke: Volksliedsätze, Chöre und Lieder. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Op. 59. Der Deutsche: Reitet man um die Welt (T: Ludwig Finkh). MCh 
(1934) [AO]. 

Information: FA, LdCh. 


Fischer, Kurt 
Jena, 6. September 1882 - Bayreuth, 15. Oktober 1959. 

Musikpädagoge und Kapellmeister, Gesangslehrer und ab 1923 Leiter der 
Operngesangsschule in Essen, Musikdirektor, Dirigent des ev. Kirchenchors 
Essen-Kray; Musikreferent der "Essener Allgemeinen Zeitung", ab 1943 in 
Marktredwitz. 

Nach 1945 in Bayreuth, u. a. Leiter einer Operngesangsschule und 
Musikkritiker des "Bayreuther Tageblatts", zuletzt i. R. 


NSDAP seit 1/X1/31, Nr. 735.098. Dirigent des Kampfchors der Deutschen 
Christen in Essen. 

Information: DML, KDMK. Die Urkundenstelle Jena (28/XII/99) teilte 
mit, beim Geburtseintrag befinde sich kein Todesvermerk. 


Fischer, (Eugen) Kurt 
Stuttgart, 6. Januar 1892 - Stuttgart, 15. November 1964. 
Sohn eines Handwerkers; Dr. phil. Tübingen 1915 (Zur Stoff- und 
Formengeschichte des neueren Volkslieds: Das Lied von der Amsel), 
Lehrer, Feuilletonredakteur der "Allgemeinen Zeitung" in Chemnitz und der 


e 1687 





"Königsberger Hartungschen Zeitung", Bühnenkünstler, editor. Mitarbeiter 
des "Kunstwart"; 1/1X/29-1932 Leiter der Literatur-Abt. der Mirag, dann 
bei der Reichsrundfunkgesellschaft in Berlin Koordinator der 
Hörspielproduktion, seit 19/1IV/33 Sendeleiter bei Werag/ RS Köln, und 
zugleich Verwaltungsdirektor der Niedersächs. Spielgemeinschaft für 
nationale Festgestaltung GmbH. Hannover bis zu deren Auflösung 1935. 
Ab Juni 1935 kurzzeitig beim Reichsrundfunk Berlin - Dt. Kurzwellensender 
- verantwortlich für Kunst und Unterhaltung, dann alsbald wieder in Köln. 
1940 Leiter des Senders Bremen, 1941 Sendeleiter Abt. Wort beim RS 
Berlin, dann RS Saarbrücken, auch wieder RS Köln und Dt. 
Kurzwellensender Berlin. 1942 im Stift St. Florian Kustos der 
Kunstsammlungen, Bibliothekar, im Zusammenhang mit der Vorbereitung 
einer zentralen Rundfunkproduktion durch Reichsintendant Dr. Heinrich 
Glasmeier Leiter von musikalisch-literarischen Morgenfeiern. 

Nach 1945 zunächst freier Journalist in Stuttgart, 1951 beim HR 
Herausgeber der Monatsschrift "Schulfunk", auch Leiter der Abt. 
Publizistik, 1952 der Abt. Hörermeinung und Programmbeobachtung. 1954 
Geschäftsführer der Historischen Kommission des deutschen Rundfunks, 
ab 31/X11/57 i. R. Danach hatte er noch einen Lehrauftrag am Institut für 
Publizistik der Universität Münster. 

Werke: u. a. kunstpolit. Aufsätze, Dramen und Jugendstücke; 
"Weihespiel" zur Eröffnung des Thingplatzes am Nußberg bei 
Braunschweig (UA 19/V111/35); Libretto der komischen Oper "Dame 
Kobold" für Kurt von Wolfurt (1939/40); Der Rundfunk - Wesen und 
Wirkung" (Stuttgart, 1949) 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.126.485. 

Dramaturgie des Rundfunks (Heidelberg-Berlin-Magdeburg, 1942). 
Information: DDFL. Winfried B. Lerg: Eugen Kurt Fischer ("Publizistik" 

IX/4, 1964. S. 364-365. Ohne Erwähnung des politischen Engagements). 


Fischer, Ludwig 
Einsender in Bodenheim am Rhein, Postmeister. 


(Albert) Leo-Schlageter-Lied, 0onA, im J uni 1933 dem RMVP eingereicht 
(Quelle: BAR 55/ 1159). 

Information: Das Einwohnermeldeamt 55294 Bodenheim (14/VI/96) 
teilte mit: "(...) leider konnten wir nach umfangreichen Recherchen die 
von Ihnen gesuchte Person in unseren alte Meldeunterlagen nicht 
ermitteln. Ein Ludwig Fischer gab es in Bodenheim nicht" (Fehler wie im 
Original). Das andere Bodenheim am Rhein - heute 53919 Weilerswist - 
meldete (18/XI/99), ein Postmeister Ludwig Fischer habe in Bodenheim 
nicht existiert. 


e 1688 





Fischer, M. 
RAD-MZF der Gruppe 165 Aue in Sachsen. 


Heil! Deutscher Schützenmarsch (RS Leipzig, 21/V1/35, MZ der RAD- 
Gruppe 165, Dgt. selbst). 

Das Volk steht auf! NS-Liedermarsch (RS Leipzig, 21/V1/35, MZ der 
RAD-Gruppe 165, Dgt. selbst). 


Fischer, Oskar 
Graslitz/ Böhmen, 5. November 1890 - in/ bei Riga, 1941/1942 
(ermordet von SS). 
Sohn eines Kaufmanns; Schüler u. a. von F. Schreker und L. Reichwein, 
Komponist und Pianist, in Wien. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert (Sp. 69: 
"Unterhaltungsmusiker... und Versicherungsvertreter"); aus der RMK - N 
223127 - ausgeschlossen (vgl. "AMdRMK" V/20, 15/X/38). Am 27/X1/41 
aus Wien nach Polen abgemeldet und zwecks "Endlösung der J udenfrage" 
am 3/X11/41 nach Riga deportiert. 


Nationalsozialistische Gesänge: 1. Deutscher Hymnus (T: Walter 
Zickler). - 2. Jedem Ehre, jedem Preis (T: F. Freiligrath). - 3. Helden 
der Arbeit (T: Heinrich Bracht). - 4. Werkfeierlied: Tritt heran, 
Arbeitsmann (T: H. Lersch). - 5. Führerlied (T: A. Jobst). Für Gesang und 
Klavier (DtldS, 1934). 
Marsch mit Führerlied, für Bariton und Klavier (1936), dem Lektorat 
der Hauptstelle Musik beim ARR eingesandt. 
Lieder der Arbeit: 1. Deutscher Hymnus (T: W. Zickler). - 2. 
Werkfeierlied. - 3. Arbeit, Vaterland. - 4. Jedem Ehre, jedem Preis 
(T: F. Freiligrath) (RS München, 29/1V/37). 
Mehrere jüdische Komponisten glaubten, sich mit Bekenntnissen 

zum Regime freizukaufen; dies erwies sich stets als fataler Irrtum. 

Information: DML. 


Fischer, Otto 
Einsender in Süchteln. 


National-Helden. SA-Parademarsch, am 6/V/33 dem RMVP eingereicht. 

Das Promi gab das Werk ans Preuß. Ministerium für Wissenschaft, 
Kunst und Volksbildung weiter. Dieses schaltete die Musikabteilung der 
Preuß. Akademie der Künste ein, pauschales Urteil, 3/V11/33: 

"Wir sind nicht in der Lage über jede der Kompositionen ein eigenes 
Gutachten abgeben zu können, weil diese Werke jeder individuellen Züge 
entbehren. Kompositionen dieser Art werden zu Hunderten verfertigt und 
kommen in Bezug auf künstlerische Qualität gar nicht in Frage. Die 


e 1689 





patriotische Einstellung der Einsender ist unverkennbar, leider entspricht 
diesem Wollen kein entsprechendes Können" (Quelle: BAR 55/ 1160. Blatt 
27). 

Information: Das Stadtarchiv Viersen gab 1996 an, keinen Otto 
Fischer in Viersen, Dülken oder Süchteln nachweisen zu können. 


Fischer, Paul 
Metz, 13. Dezember 1889 - Bielefeld, 22. März 1971. 

Dr. jur. Heidelberg 1920, RR mit musikal. Ausbildung, nach eigener 
Bekundung 1910-11 in Straßburg Orgelschüler Albert Schweitzers, 
zunächst im Justizdienst, dann Rechtsanwalt in Koblenz, hier Vorsitzender 
des Vereins der Musikfreunde. Seit 1926 in der Textilindustrie, 1939 
Fabrikant für Herrenwäsche in Bielefeld. 

Bis 1971 langjähriger Vorsitzender des Deutschen Hilfsvereins für 
das Albert-Schweitzer-Spital in Lambarene und Initiator des 1969 
eröffneten Albert-Schweitzer-Archivs in Frankfurt a. M. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.055.663. Gaukulturwart der NSDAP Gau 
Koblenz-Trier; 1933 Leiter des Städt. Musikamts in Koblenz und Intendant 
des dortigen Musikinstituts. 1934-38 Gauführer des DSB Gau IXa 
Rheinland-Süd, zeitweilig auch des Gaues Köln-Aachen, 1935-45 Obmann 
des Musikbeirats im DSB. 1935 ehrenamtl. Landesleiter der RMK Gau XI 
Koblenz-Trier; 1936-38 Städt. Musikbeauftragter für Koblenz. 1939 
Bundesmusikbeauftragter des DSB. 

Der Gewinn der Nürnberger Sängerwoche ("Allgemeine Sänger- 
Zeitung" XXXI11/7, Juli 1939. S. 80). 

Zitat: 

"(...) was wir als Gewinn der Nürnberger Sängerwoche 
vornehmlich sehen, so reihen sich an: 

1. Die geistige Ueberschau nach innen, die Schau dessen, was im 
Deutschen Sängerbund gesungen wird. 

2. Die Aeußerung des Deutschen Sängerbundes als einer in sich 
geistig und künstlerisch geschlossenen und sich seiner Aufgaben 
bewußten Körperschaft, in der eine straffe Zentralisation waltet, ohne die 
Freiheit der gesanglichen Arbeit zu stören. 

3. Die Schaffung des Deutschen Sängerbundes als Auftraggeber und 
damit die Weckung des eindeutigen Bewußtseins einer Aufgabe des 
deutschen Männerchorgesanges. 

4. Die Heranziehung namhafter Komponisten zur Schaffung einer 
dem Deutschen Sängerbund und seiner großen Aufgabe entsprechenden 
Chorliteratur. 

5. Die lebendige Wechselbeziehung zwischen Deutschem 
Sängerbund und Volk, wie sie durch die innerliche Ausrichtung des Bundes 
auf die großen Ziele der Nation und die Schaffung eines der großen 
Gegenwartsgeschichte des Volkes entsprechenden Chorgesangen 
gewonnen wird". 

Information: LdCh. 


e 1690 





Fischer, Robert Fritz 
Bielefeld, 7. Juni 1896 - ? 
Musiker in Magdeburg, zunächst Musikstudium, dann Buchhalter, 
Betriebsbeamter und Rechnungskontrolleur, am Ende Unterhaltungspianist 
in einem Weinhaus. 


NSDAP nach eigener Angabe, jedoch kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Vier Lieder: 1. Im Walde. - 2. Deine Liebe. - 3. Marei. - 4. Im Klee. 
Ohne weitere Angaben, am 11/V/33 mit Widmung an Dr. Goebbels 
eingeschickt. 

Lied der braunen Kolonnen, onA, in Juni 1933 dem RMVP angeboten 
(Quelle: BAR 55/ 1158). 

Information: Das Amt für Personenstandswesen Bielefeld-Mitte (5/XI/ 
96), Frau Möller, verweigerte mit Berufung auf das verfälschte PStG 8 61, 
also rechtswidrig, die Nennung des Todesdatums. Das Stadtarchiv 
Bielefeld besaß 1996 keine Unterlagen und verweigerte - Professor Dr. 
Reinhard Vogelsang am 10/IV/97 - die Erkundung der biografischen Daten 
beim Standesamt unter Berufung auf das im Archivbereich gar nicht 
anwendbare Datenschutzgesetz. Durch Beschluß vom 4/XII/97 - 3 III 
234/97 - zugunsten der Verweigerung bestätigte das AG Bielefeld, Richter 
Hölscher, den "Schutz der persönlichen Daten" und liquidierte damit 
Persönlichkeitsrechte des Künstlers. Der Jurist raubte so dem Künstler das 
postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog den 
Lexikographen um sein Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. 
Das Einwohnermeldeamt Magdeburg (6/X/98) ließ wissen, Fischer sei in 
den Melde- oder Archivunterlagen nicht vorhanden. Das LG Bielefeld - 
Richter Schulten, Maring und Haddenhorst - erklärte durch Beschluß vom 
19/IV/01 - 25 T 87/01 - gegen unsere Rechtsordnung die Wegnahme des 
Grundrechts des Lexikographen aus Artikel 12 für rechtens. 
Oberbürgermeister David ließ mitteilen (19/XT/01), "Datenschutzgründe" 
hinderten ihn einzugreifen, womit er seine Stadt in kulturelle Verödung 
stürzt. 


Fischer, Rudolf 
Leipzig, 13. Juli 1913 - Markkleeberg, 29. Juli 2003. 
Pianist in Leipzig, Schüler u. a. von G. Raphael, ab 1935 freischaffend, 
später - 1943 - Leiter einer Meisterklasse am Horak-Konservatorium in 
Wien. 

1945 Mitglied der KPD. 1946-49 zweiter Rektor und Lehrer für 
Klavier an der Musikhochschule Leipzig, dann bis 1973 Rektor, danach o. 
Professor, ab 1972 Leiter einer Meisterklasse für Klavier. Er erhielt 1958 
den "Vaterländischen Verdienstorden" in Silber, 1965 diesen in Gold, 1962 
den Kunstpreis der DDR. 1959 fiel an ihn der zum 10. Jahrestag der DDR 
gestiftete Kunstpreis der Stadt Leipzig. Zuletzt in Markkleeberg i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Information: RML, SML, FA2. 


e 1691 





Fischer, Ursula 


Bearbeiterin. 
Vgl. Lieder für Frauengruppen (1937). 


Fischer, Walter 


NSDAP (It. Salzburger Presse, 1940). 
Arbeitsfrontmarsch: Stirne und Faust (T: Helmut Braun), Dr. Robert Ley 
gewidmet (Salzburg, 1940). 

Der Titel feiert Dr. Robert Ley (1890-1945 durch Freitod), 1933 
nach Auflösung der Gewerkschaften Reichsleiter und Führer der 
Deutschen Arbeitsfront, dazu 1934 Reichsorganisationsleiter der NSDAP. 


Fischer, Werner 


Mein Schatz ist Soldat (eigener T). Marschfassung: Reiny Roland 
(1939) [SL]. 


Fischer, Willi (Willy) 

Worms, 29. Mai 1902 - ohne Ort und Datum, Bretagne (Frankreich) (im 
Kriegseinsatz vermißt: Todeserklärung vom AG Worms, 9/V/49 - II 176/48 
- zum 8/VII1/44). 

Musikpädagoge und Geiger; Gründer und Leiter des Wormser 
Kammerorchesters ab 1930; Lehrer an der Musikakademie Worms, die er 
zunächst pachtete, dann - 1935/38 - dem Musiklehrer Karl Geiß abkaufte 
und der NSG "Kraft durch Freude" anschloß. Leiter des ev. Kirchen- und 
Volksgesangvereins Hochheim und der Wormser 
Kammermusikvereinigung. 1940 zur Wehrmacht einberufen, anfangs als 
Hilfspolizist, dann Offizier der Feldgendarmerie, eingesetzt bei 
Partisanenabwehr, nach Gefangennahme wohl von Partisanen ermordet. 


NSDAP seit 1/1V/33, Nr. 1.800.762. Leiter der Orchesters des KfdK 
Worms, dann der NSKG. 1934 Leiter der Ortsmusikerschaft der RMK. 
19. November 1933: 

W. Fischer leitet eine Kirchenmusikalische Feierstunde in der 
Dreifaltigkeitskirche zu Worms. Mitglieder des KfdK, Ortsgruppe Worms, 
und das Kampfbundorchester bieten Werke von Händel und J. S. Bach. 
21. November 1933, Besprechung: 

"Wer mit wachen Sinnen durch unsere Zeit schreitet und mit einem 
gläubigen Herzen das große Geschehen in sich aufnimmt, welches unsere 
Tage durchzittert, wer an unser Volk und seinen Führer glaubt, dem mußte 
es eine Genugtuung sein u. eine herzliche Freude, daß er miterleben 
durfte, wie die alte Lutherstadt des großen Reformators Dr. Martinus 
gedachte, anläßlich der 450. Wiederkehr seines Geburtstages. 


e 1692 





Gewaltig wie seine Zeit, welcher sein Geist und sein heroischer 
Bekennermut das Gepräge gab, war auch die Kunst seines Jahrhunderts. 
Mochten auch die Stürme des Weltgeschehens in der Vergangenheit 
seinen Weg verwehen, versuchten Not und wechsendes Schicksal des 
deutschen Volkes manchen Stein aus dem Bollwerk seiner Lehre zu 
brökeln, das Fundament und die starken Mauern widerstanden jeden 
Ansturm und sein Weg des Glaubens führte immer wieder hinauf aus den 
Niederungen der Verzagtheit zu den Höhen der Zuversicht und des Lichts. 
- So auch heute" (Kirchenmusikalische Feierstunde. "Wormser 
Volkszeitung", 21/X1/33. Fehler im Original). 

22. Februar 1934: 

W. Fischer leitet ein volkstümliches Konzert in Worms mit dem 
Orchester des KfdK und Werken von Gluck, Haydn, Mozart, Schubert und 
Weber. 

23. Februar 1934, Bericht: 

"(...) Die Musik hatte die Zuhörer lebhaft erfaßt. Alle waren der 
Begeisterung voll. Im reichen, herzlichen Beifall zeigte sich der 
unverbildete Geschmack der Besucher. Ich glaube, keiner ist ohne 
Eindruck aus diesem Konzert gegangen. Nach einem Schlußwort des Herr 
Dr. Gropp sangen alle das Deutschland- und das Horst-Wessellied. Dann 
schwirrten wieder Stimmen durch den Saal, der sich nur langsam leerte" 
(H. A.: Volkstümliches Symphoniekonzert. "Wormser Volkszeitung", 23/11/ 
34). 

14. Dezember 1936: 

W. Fischer leitet die Wormser Kammermusikvereinigung in einem 
Konzert der NSG "Kraft durch Freude" mit Werken von Beethoven, Haydn, 
Mozart und Schubert. 

15. Dezember 1936, Bericht: 

"(...) Es müßte mit merkwürdigen Dingen zugehen, wenn es nicht 
möglich sein sollte, auch für diese kulturellen Bestrebungen einen 
fruchtbaren Boden zu schaffen, wenn auch die Hindernisse zunächst 
schwer überwindbar scheinen. Wem es um die Erhaltung und Pflege dieser 
herrlichen kammermusikalischen Schöpfungen zu tun ist, der muß sich 
einspannen mit viel Verständnis für Vorgänge, die im Verlauf des 
verflossenen Jahrhunderts das schaffende Volk diesem Kunstgebiet 
entfremdeten. Kein Geringerer, als der Herr Reichsminister für 
Volksaufklärung und Propaganda hat vor Kurzem die Versündigungen einer 
hinter uns liegenden Zeit in das rechte Licht gerückt, und damit erneut 
den Willen des neuen Staates zum Ausdruck gebracht, das Volk der Kunst 
zuzuführen, weil sie aus ihm gekommen ist und kommen wird. (...)" 
(Heinrich Groth: 1. Kammermusikabend. "Wormser Tageszeitung", 15/XIl/ 
36). 

Festliche Musik für Orch (Worms, *1/V/40, zur Maifeier "Symphonie der 
Arbeit" der Kreiswaltung Worms der DAF). 


e 1693 





Fischer - Friesenhausen, Friedrich 

Detmold, 16. November 1886 - Soltau, 31. März 1960. 
Sohn eines Bildhauers; zunächst in kaufmännischer Lehre, als Verleger in 
Kassel ansässig, ab 1931 in Soltau, wo er sich sein "Haus Widukind" 
erbaute, das auch seinen Friesenverlag Soltau und Leipzig aufnahm. 
Werke im eigenen Verlag: Heidegedichte; Soltauer Bildkarten mit 
Versen; Liedertexte für Simon Krannig ("Haidjers Heimat"), Hans Dreyling 
und Friedrich Eckhardt unter Titeln wie "Immortellen" oder "Der 
Haidestrauß", auch niederdt. Verse; das niedersächsische Epos "Weking"; 
Erzählungen und Romane, so mit antisemitischer Tendenz "Sieghaftes 
Blut" (1926) und "Spitzel". 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Selbstempfehlung ("Spitzel"): 

"Dieses Buch ist das Dokument des Kampfes um den 
Nationalsozialismus aus den Jahren 1918/20. Der Dichter schildert die 
Zustände jener Zeit unter der Herrschaft der Reichskommissare Severing 
und Schieffer, des Landespräsidenten Neumann-Hofer und Drake und des 
berüchtigten Landesrats Heise (vormaliger Polizeidirektor) in Detmold. Der 
Dichter war einer der ersten Männer in seiner Heimat, die die Gefahr des 
Judentums und die des roten Systems erkannten. In seiner Wochenschrift 
>Die Fackel!< brandmarkte er das System und den Verrat am deutschen 
Vaterlande. Die Juden mit ihren Helfershelfern, namentlich des 
Reichskommissars Schieffer und des Polizeidirektors Heise, nahmen die 
Verfolgung des Dichters auf. Sie ließen ihm keine Ruhe, schleppten ihn vor 
die Gerichte und unternahmen einen Anschlag auf den für die Freiheit 
seines Volkes kämpfenden Dichter, der vor dem Detmolder Landgericht in 
dem Landgerichtsrat Boeckers einen milden Richter fand. 

Dieser Kampf, der um die Anstellung eines Rabbiners an der 
evangelischen Bürgerschule in Detmold entbrannte, wird in dem Buch 
>Spitzel< in allen Einzelheiten mit großem Schwung und dramatischem 
Ausdruck geschildert. Alle Personen, die sich dem Dichter in seinem Kampf 
gegen das Judentum, im Kampf um Deutschlands Erneuerung 
entgegenstellten, tauchen in diesem Buche wieder auf und sind lebendige 
Zeugen ihres eigenen Verrats und ihrer >Spitzelei<. 

Das Buch ist ein Dokument aus der Zeit der schmachvollsten 
Erniedrigung unseres Volkes und jedes einzelnen Deutschen, der als Feind 
der Verräter von 1918 auf den Plan trat. Dieses Buch muß von den Alten 
gelesen werden, die sich damaliger Zustände noch erinnern und dann 
gebe man es der Jugend, damit sie erkenne, was die Vorkämpfer des 
Nationalsozialismus unter dem Einsatz ihres Lebens geleistet haben für 
das neuerstandene herrliche Deutschland". 

Dies ist - Fehler wie im Original - Teil des biographischen Materials 
zu Fischer-Friesenhausen, das am 10/V/96 vom Stadtarchiv Soltau an 
Fred K. Prieberg abging. 

Hitler-Marschlied, 0onA, im Mai 1933 dem RMVP angeboten (Quelle: BA 
R 55/ 1153). 


e 1694 





Fischer - Beelitz, Reinhold 
Einsender in Sperenberg/ Teltow. 


Hakenkreuz auf weißem Grund. Kampflied, 0onA, im J uni 1933 dem 
RMVP angeboten. 

Information: Gemeindeverwaltung Sperenberg, Amt Mellensee, 
Einwohnermeldeamt Potsdam sowie das Kreisarchiv Potsdam-Mittelmark 
gaben 1996 an, keinerlei Information über Fischer-Beelitz zu besitzen 


Fischer - Klamt, Jutta 
Striegau, 26. Februar 1896 - ? 
Solotänzerin, Choreographin und Tanzpädagogin in Berlin-Grunewald, 
Hillstr. 10 (1942). Leiterin einer eigenen Schule für Gymnastik und Tanz 
nebst Kammertanzgruppe. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.010.404. Sachberaterin der Fachschaft Tanz, 
Fachgruppe 1 der RTK, Gau Kurmark 

Information: Das LA Berlin (23/VI/04, 5/VII/04) konnte Fischer-Klamt 
nicht ermitteln. 


Fischer - Larsen, Eric (Erik) 
Hennef/ Sieg, 18. März 1912 - Stuttgart, 8. August 1973. 

Sohn eines Amtsgerichtsrats; Schüler von Hermann Unger, Komponist, 
1936-39 in Bonn, Honnef und Köln, 1939-41 im Ostseebad Misdroy; dann 
bis 1945 zur Wehrmacht einberufen. 

Nach 1945 freischaffend in Stuttgart-Degerloch, vor allem für den 
Rundfunk. 
Werke: "Die Rundreise", Operette; Tanz- und U-Musik; Chansons. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Marsch der Matrosen (RS Köln, 31/V/39). 


Geschichtsfälschung, 1988: 
Lexikograph W. Suppan (Das neue Lexikon des Blasmusikwesens" 
(Freiburg-Tiengen, ?1988. S. 124) erspart sich die Todesangaben. 
Information: FA, KDMK, LdBl. Den Todesfall registrierte das 
Standesamt Stuttgart, Nr. 2617/1973. 


Fischerlied = Ich ruderte aus 


e 1695 





Fischötter, Wolf (eigentlich Hellmuth) 

Ravensburg, 21. Dezember 1906 - ohne Ort (UdSSR), 6. Juni 1942 (im 
Fronteinsatz gefallen). 
Sohn eines Oberregierungsrats in Stuttgart, Dichter und Musiker; Inhaber 
einer Filmproduktion und des "Nationalen Bildband-Dienstes" in Berlin. 
Fachleiter für Film in der Reichsleitung der Glaubensbewegung "Deutsche 
Christen". Während des Krieges zur Wehrmacht einberufen und bei einer 
Nachrichten-Einheit. 
Werke, zumeist unter Pseudonymen wie Gert van Stetten oder Wolf 
Roon: Gedichte wie "Deutsche Jugend", "Der Trommler", "Deutscher 
Wald"; Heimatlieder auf eigene Texte; U-Musik und Filmmusik; Lied auf T 
von W. von der Vogelweide. 


NSDAP (It. BA, Bestand RKK, Namensakte), jedoch kein Eintrag in 
ZKNSDAP. 
Wenn die Nachrichtentruppen marschieren (eigener T). Marschlied 
(1941) [VS]. 

Information: FA, LdCh (ohne Todesmeldung). 


Fittkau, Franz 


Im Morgenrot zu reiten (T: Karl Hösterey). 
In: 
Lied über Deutschland (1937, ?1941). 


Fitz, Oskar 
Stryj/ Ukraine (Polen), 12. September 1897 - Wien, 29. Dezember 

1971. 
Sohn eines Ingenieurs; Musikpädagoge in Wien. 1923 Mitarbeiter von W. 
Hensel. Lehrer für Jugend- und Volksmusik an der Staatsakademie für 
Musik und darstellende Kunst (Reichshochschule), Dozent am 
Internationalen Pianistenseminar, ferner - Stand 1941 - für 
Stimmerziehung am Pädagogischen Institut der Stadt Wien, Seminar für 
Schulmusik an höheren Schulen. 1944 zur Wehrmacht einberufen und bis 
1949 in sowj. Kriegsgefangenschaft. 

Danach wieder Musikpädagoge in Wien mit Vortragsreisen und 
Kursen, zuletzt i. R. 


NSDAP seit 1/V/38, Nr. 6.361.887, auf Antrag vom 22/X/38. 1938-44 
Leiter der Fachschaft Musikerziehung und Solisten in der Landesleitung der 
RMK Gau XLI Wien, Lehrkraft bei mehreren Schulungswochen der 
Fachschaft. 

Der DMK 1942 nennt als Fachschaftsleiter wie oben Wolfgang 
Behnsen. 
8. bis14. Oktober 1934: 

In Herrnhut/ Sachsen leitet O. Fitz die 5. Sächs. Singwoche des 


e 1696 





Arbeitskreises für Hausmusik in Verbindung mit dem Reichsbund für 
Volkstum und Heimat. 
23. Oktober 1936: 

Beim 3. Reichsmusikschulungslager der RJF in Braunschweig leitet 
Fitz die Lagerarbeit mit einem Vortrag über "Stimmbildung" ein. 

26. Oktober 1936, Bericht: 

"(...) Wie ein Spiel waren da die großen weltanschaulichen 
Zusammenhänge, die Gesetze der Pentatonik, der Harmonie- und der 
Melodienlehre, so einfach und anschaulich entwickelte Oscar Fitz die 
letzten Geheimnisse, die den musikalischen Kosmos zusammenhalten. 
(...)" (ek. = Edgar Kahn: Musikarbeit ohne Prominentendünkel. 
"Braunschweiger Tageszeitung" Nr. 247, 26/X/36). 

Singendes Volk. Liederblätter für offene Singstunden der NS- 
Gemeinschaft "Kraft durch Freude", Gau Wien, hgb. von der NSDAP Gau 
Wien, DAF, Abt. Propaganda, und der NSG "Kraft durch Freude" Abt. 
Feierabend/ Volkstum/ Brauchtum in Verbindung mit dem Kulturamt der 
Stadt Wien. 
Blatt 1-15/16, darunter Dezember: Wintersonnenwende, April: Zum Tag 
des Führers, Mai: Zum Tag der Arbeit, Juni: Sonnenwend, August: 
Wohlauf, Kameraden. Für den Inhalt verantwortlich Oskar Fitz und Franz 
Vogl (1941-43) [UE]. 
Vgl. H. Gal. 

Information: DML, KDMK, LdCh. 


Flaggen heraus! (T: Haak). Bekenntnislied, zur Melodie "Burschen 
heraus". 
Textprobe (2. Strophe): 
"Flaggen heraus! 
Lasset sie wehen von dem Haus! 
Deutschland endlich ist erwacht, 
strebt empor zu neuer Macht! 
Adolf Hitler macht uns frei, 
brach der Zwietracht 
Schmach entzwei! 
Flaggen heraus! 
In: 
Schutz- und Trutz-Lieder-Buch (1934; nur T). 


Flaggenparade mit Signalhorn. 
In: 
Deutsches Marine-Liederbuch (1935). 


Flak greift ein, wenn Flieger Deutschland drohen (T: onA ). 
Kriegslied nach dem Gesang im Flak-Rgt 7, Wolfenbüttel. 


e 1697 





Textprobe (3. Strophe): 
"Flak greift ein! Wir richten die Kanonen. 
Schuß auf Schuß durchzittert 
Tag und Nacht. 

Greift nur an! Wir werden keinen schonen, 
der erschüttern will Deutschlands Macht". 

In: 

Liederbuch der Luftwaffe (1939, 1940). 


Flamme empor! Flamme empor! Steige mit lodernden Strahlen von 
den Gebirgen und Talen (T: Textparodie von F. H. Hoffmann nach Chr. 
Nonne). Trutzlied, zur Melodie "Feinde ringsum" (Gläser). 

In: 
Lieder der Deutschen (1932). 


Flamme empor! Leuchte, du loderndes Zeichen, daß alle Feinde 
erbleichen, glühend empor! (T: Hans Weberstedt, 1922). "Kampflied aller 
Völkischen", zur Melodie "Feinde ringsum" (Gläser). 

Das Lied richtete sich gegen die Besetzung von Rheinland und Ruhr 
durch Frankreich. 

Textprobe (5., 6. und 8. Strophe): 

"Michel, wach auf! 

Mütze herunter vom Schädel, 
fort mit Gewinsel, Gewedel, 
wach endlich auf! 


Kämpfer der Front! 

Tretet in unsere Reihen, 

treu sich dem Tode zu weihen, 
schließet die Front! 


Nährt in der Brust 

Rache und Haß und Vernichtung, 

Sühne, Vergeltung und Richtung 

pflichtbewußt!" 
In: 
Durch Kampf zum Sieg! (71926; nur T); Was der Deutsche singt (1932; 
nur T). 


Flamme empor! Leuchte uns im Kampf um Freiheit und Gott! (T: F. 
H. Hoffmann). J ul-Kanon zu 4 Stimmen, zu einer Melodie von Ch. 
Praetorius (Norag, 18/V1/33, Flensburger Wanderkantorei, Dgt. Ilse 
Struck).. 
In: 
Lieder der Deutschen (1932); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934). 


e 1698 





Flamme empor! (T: Max Barth). Kampflied, 3stimmig, zur Melodie 
"Feinde ringsum" (Gläser). 
Textprobe (6. und 7. Strophe): 
"Jugend, brich auf, Jugend, brich auf! 
Schwinge die Banner und stürme, 
Stürze die finsteren Türme, 
Jugend, brich auf, Jugend brich auf! 


Unser die Welt, unser die Welt! 
Jugend die Herrin der Erde, 
daß sie uns Vaterland werde, 
unser die Welt, unser die Welt!" 
In: 
Deutsche Feierklänge (1935). 


Flamme empor! Leuchte uns, führ uns (unser Volk) zum Heil in dir! 
(T: F. Jöde). Sonnenwendkanon zu 4 Stimmen (u. a. Norag, 18/V1/33), zu 
einer Melodie von Ch. Praetorius, diese in: A. Gumpelzhaimer, 
"Compendium musicae" (1611). Aus: Jöde, "Der Kanon" (1925) [K]. 
In: 
Die Fahne hoch ! (1933); Schöne Musica 39 (1933); Volk singt (1934); 
Wohlauf Kameraden (1934); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Lieder 
am Feuer zu singen (1934); Das Männerlied (1934; Komponist "Michael 
Prätorius", T: W. Lipphardt); Der Ring (1935); Glück ab, Kameraden! 
(1935); Deutsche Feierklänge (1935); NSLB, Unser Lied 2 (21935); Die 
weiße Trommel (21935); Werkleute singen (1936); Niederdeutschland 
(1936); RJF, Eine Flamme ward gegeben (1936; Text onA); Lobeda- 
Singebuch 1 (1936); Lieder des Volkes (61936); RJF, Wir Mädel singen 
(1937, 21938); Unser das Land (1937); Wir wandern und singen! (1937); 
Lied über Deutschland (1937, ?1941); DSB, Singendes Volk 27 (1938); 
Unsere Lieder (71938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Unsere Lieder 
11 (1938); DSB, Liederbuch für Männerchor (1938); Der junge Chor 5 
(1940); Sonnwendfeier 1 (1940; Variante: "führ uns zum Heil in dir"); RJF, 
Unser Liederbuch (1941); Lieder unseres Volkes (1943; T: "nach Fritz 
Jöde"); RJF, Liederblatt Hitlerjugend (1943). 


Flamme empor. Marsch. 
In: 
Deutsche Soldaten-Liedermärsche 2 (1933). 


Flammender Baum, du bist uns Werden und Leben (T: Franz 
Grundner). Jullied, zur Melodie "Feinde ringsum" (Gläser). 
Textprobe (2. Strophe): 
"Leuchtender Schein 
mahnt uns, dem Lichte 


e 1699 





zu schwören, 
nicht auf die Lokis zu hören, 
Deutsch nur zu sein!" 
Loki = laut germanischer Mythologie Gott der Unterwelt und des 
Todes, der Vernichtung und des Feuers. 
In: 
Lieder der Deutschen (1932; nur T). 


Flandern, du mein Flandern (T: mitgeteilt von Schütze Herbert 
Fenske nach dem Gesang der Baukompanie 1/244 in Eusheim). Kriegslied, 
zur Melodie "Annchen, liebes Annchen", nach dem Gesang der Truppe 
aufgez. und bearb. von G. Pallmann. Titel: Das Flandernlied. 

In: 
Volk in Waffen (1941). 


Flandernmatrosen = In Flandern sind viele Matrosen 


Flath, (Paul) Walter 
Annaberg/ Erzgebirge, 26. Juli 1885 - Vellberg/ Baden-Württemberg, 

27. Dezember 1965. 
Sohn eines Mühlenbesitzers; Schüler von M. Reger, St. Krehl und S. Karg- 
Elert, Lehrer für Sprachen, Deutsch und Musik in Radebeul, Komponist und 
Begleiter eigener Werke. Seit 1920 Studienrat am Realgymnasium in der 
Lößnitz. 

1945 bis Ende November hier weiterhin, dann freischaffend, 1960 
nach Vellberg übergesiedelt, hier i. R. 
Werke: u. a. Märchenspiel "Die Zaubergeige", Märtchenspiel Op. 41 
nach Pocci (vor 1929); ein Rilke-Zyklus für Klavier, Sologesang, gemCh 
und FrCh (1953); "Die Kraniche des Ibykus" (T: Schiller) für Klavier und 
Sprechvortrag (1955); "Die Welt ist ein Sardellensalat" (T: Goethe) für 
Solostimme, Chor und Klarinette; "Aus meinem Reisetagebuch" für Orch 
(1955). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.112.237. 1937 Städt. Musikbeauftragter für 
Radebeul. 

Wir stehen fest und treu. Marsch (Mirag, 14/11/33). 
Tannenberg-Marsch für Militärkapelle (RS Leipzig, 10/11/35, auch 
*5/V111/37). Am 21/X1/34 dem RMVP eingereicht mit dem Bemerken: 
"Dieser Marsch bittet mit seinem Namen um den gnädigen Schutz des 
Reiches" (Quelle: BAR 55/ 1169 Blatt 178). 

Schimmernde Wehr. Marsch (RS Leipzig, 21/X/37, *21/1V/38). 
Musikbeitrag zur Sendung Durch Wald und Grund, über Berg und Tal. 
Ein Bilderbogen von Dresdens vielgestaltiger Umgebung. Andere Teile von: 
Nino Neidhardt, P. Richter, H. Meyerolbersleben, H. H. Wehding (RS 
Leipzig, 18/V1/39). 


e 1700 





Information: DML, FA, LdCh. Die Urkundenstelle beim Landratsamt 
Annaberg (30/VI/97) konnte trotz Rückfrage beim Standesamt Radebeul 
keinen Hinweis auf den Sterbefall Flath ermitteln; das 
Einwohnermeldeamt Radebeul (7Z/VIII/97), teilte mit, zu Flath seien keine 
Meldeunterlagen vorhanden. Mehrere Versuche, über Namensträger die 
fehlende Information einzuholen, blieben erfolglos. Auch die GEMA verfügt 
über keine Unterlagen. 


Flatter, Else 


Rote Wolken am Himmel, in den Bergen der Föhn (T: Johanna Spyri). 


Frühlingslied. 
Vgl. Rote Wolken am Himmel 
In: 


HM-Liederbuch (1933/34). 


Flattern im Winde die blutroten Fahnen, stolz mit dem 
Hakenkreuz geziert. Kampflied, onA. Titel: Fahnenlied. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Rot ist die Fahne und rot brennt die Liebe, 
die wir dem Vaterland opfernd geweiht, 
neidischer Hader in Asche zerstiebe, 
Liebe nur Deutschland, die Mutter, befreit. 
Reichet die Hände euch, 

Brüder und Schwestern, 
die ihr durch Volkstum und Arbeit verwandt, 
leuchtet das Morgen, 

entschwindet das Gestern, 
heilige Lieb' deine Kinder umspannt. 
Deutschland, wach auf!" 
In: 
Sturm-und Kampflieder-Buch (1933; nur T). 


Fleischer 


Aufbruch. Reitermarsch (RS Frankfurt, 24/V11/39). 


Fleischer, Hans 
Wiesbaden, 10. November 1896 - Bayreuth, 20. Februar 1981. 
Sohn eines Opernsängers und Justizrats; Schüler von C. Kittel und 
Johanna Senfter, freischaff. Komponist und Klaviervirtuose in Wiesbaden. 
1941-44 im besetzten Luxemburg stellv. Direktor und Leiter der 
musiktheoretischen Ausbildungsklassen an der Landesmusikschule, 1944 
wieder in Wiesbaden. 


F 1701 





Seit 1949 in Bayreuth freischaffend, auch konzertierend, dann i. R. 
Hier erhielt er Zuwendungen von Freunden, 1976 den Kulturpreis der 
Stadt Bayreuth (5.000 DM) und ab 1979 einen Ehrensold vom bayerischen 
Staat. 
Werke, etwa 190 Nummern: 10 Sinfonien (u. a. die Kammersinfonien 
Op. 23 und 25; sowie Op. 26, 38, 55, 56, 73, 77, 179, 87); Festmusiken 
(Op. 43, 47, 48); Klavierkonzert; Kammermusik, so Streichquartette (u. 
a. Op. 12, 13, 19, 27, 31) und Sonate für Cello und Klavier Op. 172 
(1975); geistl. Werke, wie Psalmenvertonungen und Choralkantaten; 
Lieder, auch mit KammerOrch, so "Ballade an Deutschland" Op. 142 
(1951) für Bariton und Orch. 


NSDAP seit 1/VI11/31, Nr. 624.415. Seit 1931 KfdK. Fachgruppen-Leiter 
Musik des KfdK Wiesbaden. 1943 vorübergehend in Gestapohaft. 

Die Bürgschaft, Oper von Kurt Weill ("DBkorr" 1/6, März 1932). 
Zitat: 

"(...) Es wird höchste Zeit, daß ein deutsches Publikum solcher 
>Kunst<, nicht minder aber auch ihren dreisten Agenten das Handwerk 
legt" (S. 3). 

Das Musikbild des Faschismus ("Hartungsche Zeitung" Nr. 281, 
Königsberg 1933). 

Quertreiber an der Arbeit ("Deutsche Kultur-Wacht" 11/22, 2/1X/33). 
Zitat: 

"Man sehe sich dieses Jahrzehnt an! Es war das schmachvollste der 
gesamten deutschen Geschichte. In ihm wurden gemeine Tempelschänder 
wie Strawinsky, Toch, Weill und wie die atonalen Juden alle heißen, von 
der Judenpresse als >Genies< erklärt; in ihm wurde an jüdisch geleiteten 
Musikhochschulen deutschen Musikstudierenden jedes gesunde 
musikalische Empfinden systematisch ausgetrieben; in ihm wurde das 
eigentliche Wesen der Musik ganz geleugnet. Denn das Wesen der Musik, 
vornehmlich der deutschen, ist Ausdruck seelischen Empfindens. 

(...) Das Bestreben, die Tonkunst zur spielerischen Unterhaltung zu 
degradieren, sie etwa auf das Niveau des Fußball- oder Kartenspiels 
herabzuwürdigen, entspringt der Unfähigkeit, die seelischen Werte wahrer 
deutscher Musik nachzuerleben. Das haben die jüdischen Tempelschänder 
des letzten Jahrzehnts rasch erkannt und konnten mit Zufriedenheit 
erleben, daß ihre geistigen Exkremente von kritik- und charakterlosen 
Wichtigtuern mit Begeisterung gefressen wurden. Die nationale Revolution 
hat diesem Treiben freilich einen starken Stoß versetzt, und man sollte 
meinen, daß die Propagierung einer uns artfremden destruktiven 
Scheinkunst nunmehr unterbliebe. Das ist aber keineswegs der Fall. Es 
heißt daher auf der Hut sein und derartigen Verseuchungsversuchen sofort 
mit der nötigen Deutlichkeit und Schärfe entgegenzutreten" (S. 2). 

Die Zeitschrift des "Kampfbundes für deutsche Kultur" publizierte 
gern solche haßerfüllte Pogromhetze, die mit "deutscher Kultur" nichts zu 
tun hatte. 

30. November 1933, Moralische Pflicht: 
"(...) als Leiter der Fachgruppe Musik in der hiesigen Ortsgruppe des 


e 1702 





K.f.d.K. fühle ich mich verpflichtet, in der Frage der Neubesetzung der frei 
werdenden Kurkapellmeisterstelle ein Wort mitzureden. Ich möchte den 
Musikdirektor Paul Belker (...) wärmstens & dringendst empfehlen & zwar 
aus folgenden Gründen: 

1) Belker ist eine künstlerische Persönlichkeit ersten Ranges. 2. Belker ist 
einer der wenigen Dirigenten, die die Mode: atonale J udenmusik 
aufzuführen niemals mitgemacht haben. 3) Belker ist - ohne sein 
Verschulden - z. Zt. stellungslos & leidet Not" (Hans Fleischer an Dr. 
Goebbels, handschriftlich, 30/X1/33. Quelle: BA R 55/ 1141. Blatt 176). 
4. November 1935: 

Das 2. Konzert der Philharmonischen Gesellschaft Bremen, Dgt. 
Ernst Wendel, bietet - "zum ersten Male" - das Konzert für Flöte, 
Klarinette und StreichOrch Op. 35 von Hans Fleischer. 

20. September 1938, Gutachten: 

"(...) Dieses Stück kann ich für den Rundfunk nicht empfehlen. Es ist 
in dem heute bereits überwundenen Hindemith-Geist komponiert u. wird 
den Rundfunkhörern alles andere als Freude bereiten (Auch mir kann das 
nicht mehr imponieren)" (Karteikarte des Lektorats des RS Hamburg, auf 
der die Rücksendung des Werks - Op. 35. Konzert für Flöte, Klarinette und 
Streicher - am 20/1X/38 vermerkt ist. Quelle: AP). 

Dies muß dem "Tempelreiniger" hart zugesetzt haben. 

Altendorf: Der Himmel grau und die Erde braun. Für Orgel: H. 
Fleischer. 

In: 

Das Orgelbuch (1943). 

Baumann: Ein Jahr muß nun vergehen. Für Orgel: H. Fleischer. 
In: 

Das Orgelbuch (1943). 





Rückblick, sehr vergeßlich, 1964: 

"(...) Für Politik habe ich mich nie interessiert und werde es auch nie 
tun; mir geht es immer nur um die Kunst. Mir ist Jeder zuwider, der die 
Kunst besudelt, ganz gleich, welcher Nation oder Rasse er angehört. 
Meiner Meinung nach sind >Richtungen<, >Zeitkritik< wie jede Art von 
Tendenz, der Kunst unwürdig; diese Dinge gehören dem Journalismus zu, 
aber nicht dem Kunstwerk. Was uns in den 20er Jahren sehr oft als 
Kunstwerk vorgesetzt und angepriesen wurde, war so haarsträubend, daß 
ich 1931 gerne dem >Kampfbund für deutsche Kultur< beitrat, von dem 
ich eine Hebung des Niveaus erhofft hatte. Jedoch wurde dieser >KfdK< 
sehr bald nach Hitlers Machtergreifung aufgelöst, weil in ihm, wie es hieß, 
>zu viele Juden dringewesen seien<! Diese Erfahrung lehrte mich, daß 
Hitler kein Genie war, und daß die Masse Mensch immer die gleiche bleibt. 
Denn die nun folgende Proletendiktatur zeitigte noch Schlimmeres. Da ich 
mich darüber lustig machte und meine Meinung nie verschwieg, wurde ich 
bald >unerwünscht< (...)" (Hans Fleischer an Fred K. Prieberg, 11/11/64). 

Information: DNML, DML, FA, KDMK, RML, LdCh. 


e 1703 





Fleischer, Heinrich 
Eisenach, 1. April 1912 - ? 

Kirchenmusiker; 1934 Organist an der Heilandskirche in Leipzig-Plagwitz, 
1935 Kantor und Organist an der Johanniskirche in Saalfeld an der Saale, 
1937 in gleicher Funktion an der Garnisonkirche zu Jena, 1937 in Leipzig 
Organist an der Universitätskirche St. Pauli und Lehrer für Orgelspiel am 
Landeskonservatorium. 

Nach 1945 zunächst weiterhin in Leipzig, setzte er sich 1948 nach 
Ravensburg ab; 1949 nahm er eine Einladung nach Chicago an und lehrte 
ab 1959 an der University of Minneapolis bis zur Emeritierung. 


NSDAP seit 1/X/40, Nr. 8.775.365, auf Antrag vom 10/1X/40. 
Niemand hat größere Liebe, denn die, daß er sein Leben lässet für 
seine Freunde (T: onA ), für gemCh. 
In: 
Thüringen singt 5 (1937). 
Die Musika lobt Gott den Herrn: Die beste Zeit im Jahr ist mein 
(Mai'n) (T: Luther, 1525). 
In: 
Thüringen singt 5 (1937). 
24. April 1941: 

H. Fleischer wirkt als Cembalist mit in der Leipziger EA des 
Oratoriums "Der Feldherr" von Händel, Neufassung von H. Stephani; 
musikal. Leitung: Otto Didam. 


Fleischhauer, Ernst 
Homberg/ Oberhessen, 10. Mai 1897 - Frankfurt a. M., 12. Mai 1991. 

Sohn eines Gerichtsaktuars; Dr. phil. Freiburg i. Br. 1942 (Richard 
Wagners Forderungen an die Singstimme). Oratorien- und Konzertsänger, 
Bariton, und Gesangspädagoge in Frankfurt a. M.; im August 1939-40 zur 
Luftwaffe eingezogen, doch uk-gestellt auf Antrag der Universität Freiburg, 
die ihn als wissenschaftl. Hilfskraft am Institut für Rundfunkwissenschaft 
benötigte. 1940 Geschäftsführer der akademischen Auslandsstelle, 1941 
an der Universität Freiburg mit Lehrauftrag für Sprechkunde, 1942 an der 
Dt. Akademie in München. 

Nach 1945 Logopäde in Siegen, dann in Gelnhausen, zuletzt i. R. in 
Frankfurt. 


NSDAP seit 1/11/32, Nr. 925.745. Musikreferent der NSKG Gau Hessen- 
Nassau. 
21. August 1933: 

Der SWF überträgt ein Programm Hausmusik zur Funkausstellung in 
Berlin. Fleischhauer singt, u. a. von Th. Selle "Vom Dreißigjährigem 
Krieg", begleitet von Mitgliedern des FunkOrch, Dgt. R. Merten. 

Information: Beim Ordnungsamt Frankfurt a. M. 1980 angeblich 
wegen Kriegszerstörung der Einwohnerkartei nicht mehr zu ermitteln (!). 


e 1704 





Fleischmann, Paul 


Orchestermusiker in Königsberg, Am Stadtgarten 83 (1942), Schlagzeuger 
und Paukist im Städtischen Orchester, Kammermusiker. 


Pflicht und Vaterland. Marsch (Orag, 15/VI1/33, MZ der SS-Standarte 
18, Dgt. Wilhelm Hering; Königsberg, 1934). 

Fliegergeist. Marsch (RS Königsberg, 16/X/38). 

Im Sachsenland. Marsch (RS Königsberg, *30/1/40). 


Flemisch, G. 


Lied der Standarte L (= List), München: Wenn Hitlers Leibstandarte im 
Lande aufmarschiert (T: Aenne Bender). Kampflied (1933?) [NJV]. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Wenn Hitlers Leibstandarte 
im Dritten Reiche dann 
beschirmt die deutsche Freiheit 
für jeden deutschen Mann, 
wenn Einigkeit und Glauben 
das Volk zusammenschweißt 
und wieder Recht und Ehre 
als höchstes Gut es preist, 
wenn fest die deutschen Stämme 
des Führers Blick umspannt, 
dann jubeln alle Herzen ihm zu 
im deutschen Land". 
In: 
Frisch gesungen, Musikbuch A (291941). 


Flemming, Friedrich Ferdinand 
1778 - 1813 


Eintracht und Liebe halten uns zusammen (T: 1. Strophe von Christian 
Schulz, 1773-1827, 2. Strophe neueren Ursprungs). 
Die neue zweite Strophe verfälschte den Sinn und produzierte ein 
deutsches Treuelied. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Schaffen und Wirken sind des Lebens Quelle, 
urdeutschen Wesens Künder und Erhalter, 
Brüder in Stadt und Land, reichet euch 
die Hände: 
Treue um Treue!" 
In: 
Schaffendes Volk (1934). 


F 1705 





Flesch, Carl 
Wieselburg/ Moson (Ungarn), 9. Oktober 1873 - Luzern (CH), 14. 
November 1944. 
Sohn eines Arztes; Violinvirtuose und Geigenpädagoge, bis Ende 
September 1933 Professor an der Musikhochschule Berlin, dann freier 
Pädagoge in Baden-Baden. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel (S. 76: "Er gehörte zu jener 
Kategorie von Juden, die es darauf abgesehen hat, dem Deutschen den 
Minderwertigkeitskomplex einzuimpfen, um ihn damit ihren Absichten 
gefügiger zu machen") als Jude denunziert. 

1934 nach London emigriert, später in Amsterdam. Nach der 
Besetzung Hollands durch Hitlers Wehrmacht sorgten wiederholte 
Interventionen Furtwänglers dafür, daß er 1942 aus dem Gefängnis 
Scheveningen freikam und nach Ungarn und von dort in die Schweiz 
ausreisen durfte. 

29. Juni 1933, Fürsprache: 

"Betrifft: das Verbleiben von Prof. Carl Flesch in der Hochschule für 
Musik. 

Hierzu bemerken im allgem die maßgebenden Musiker, daß die 
Angelegenheit Flesch vor allem auch auf ihre außenpolitische Seite hin 
angesehen werden muß. Flesch ist in der ganzen Welt ohne Einschränkung 
als der erste Geigen-Pädagoge überhaupt bekannt und anerkannt. 
Deutschland würde mit ihm eine ganze Anzahl in- und ausländischer 
Schüler verlieren. Er hat bekanntlich Angebote von der ganzen Welt 
erhalten, und es ist lediglich sein rein persönlicher Wunsch, in Deutschland 
zu bleiben, der ihn veranlaßte, diesen Angeboten, die ihm finanziell 
mindestens dasselbe bieten, was er in Deutschland hatte, bisher nicht zu 
folgen. Selbst wenn das Gesetz keine Handhabe böte, ihn zu halten, so 
würde ich in diesem schwerwiegenden Falle raten, eine Ausnahme zu 
statuieren, um die auf kulturellem Gebiet in katastrophalem Ausmaße 
angewachsene Isolierung Deutschlands nicht noch zu vergrößern. 
Deutschland als das Land der Musik müßte Mittel und Wege finden, sich 
die ersten Lehrkräfte in jedem Falle zu erhalten" (Furtwängler: Entwurf 
einer Information für Minister Rust, 29/V1/33. Quelle: BA Namensakte 
Furtwängler). 

20. Oktober 1933, Hilferuf: 

"Eine meiner Schülerinnen, Frau Hildebrand-Stober aus Freiburg, 
Mitglied der N.S.D.A.P. konzertiert schon seit Jahren mit der Pianistin Gaby 
Gros, ebenfalls aus Freiburg, Nichtariererin. Die dortige Konzertagentur 
Harms teilte nun Frau Hildebrand mit, daß diese Vereinigung wegen der 
Rasse der Pianistin nicht weiter bestehen könne - eine Behauptung, die ja 
in absolutem Widerspruch zu den bestehenden Erlässen der zuständigen 
Behörden steht. 

Der Fall an sich ist weniger wichtig als typisch für die Sabotierung 
ministerieller Anordnungen in der Provinz. Außerdem bildet er eine der 
Keimzellen, aus denen sich die antideutsche Propaganda im Auslande 
entwickelt. Dort hat die Überzeugung feste Wurzeln gefaßt, daß nichtari- 
schen Musikern die Betätigung im Konzertsaal prinzipiell verboten sei. 








e 1706 





(...) Im Zusammenhang damit sei noch auf den Ihnen sicherlich 
bekannten Umstand hingewiesen, daß es in den Verein. Staaten heißt: 
>Wer in Deutschland spielt, wird in Amerika boykottiert.< Daher der Fall 
Toscanini-Bayreuth, sowie die Absagen der durch Sie angeforderten 
ausländischen Künstler (...)" (Carl Flesch an Furtwängler, 20/X/33. Quelle: 
NL Furtwängler). 

Aenne Hildebrand-Stober war freischaffende Geigerin in Freiburg; 
die Konzertagentur Harms schloß bald darauf ihre Pforten. 

1. Oktober 1934, Nachricht: 

"Prof. Carl Flesch wird vom 1. Oktober 1934 ab nicht mehr an der 
Staatlichen Hochschule für Musik in Berlin-Charlottenburg tätig sein. Statt 
dessen wird er ein langgehegtes Projekt zur Ausführung bringen und im 
Laufe des nächsten Winters in verschiedenen europäischen Hauptstädten 
zwölfwöchige Meisterkurse für Violinspiel veranstalten. Er behält jedoch 
seinen ständigen Wohnsitz in Baden-Baden bei, wo er wie bisher während 
der Sommermonate unterrichten wird" ("AMZ" LXI/24, 15/VI/34. S. 372). 
26. Juli 1935, Denunziation: 

"Flesch, Carl (Geiger, jüdischer Musikpädagoge)" (NSKG, Amt für 
Kunstpflege, Rundschreiben Nr. 6, Liste der Musik-Bolschewisten, 
26/V11/35. Quelle: BA NS 15/ 187). 

3. Februar 1936, Antrag: 

"(...) Wir bitten um Mitteilung, ob Sie in der Lage sind am 1. oder 2. 
April in Leipzig zu spielen. Wir haben deshalb eine geringe Anzahl von 
Tagen zur Verfügung, weil Herr Geheimrat Hinrichsen dem Konzert 
beiwohnen möchte und in der zweiten Hälfte des Aprils verreist ist. 
Sonntags wird seitens der Polizei für Kulturbundveranstaltungen keine 
Genehmigung erteilt, Freitag-Abend scheidet wegen der religiösen 
Einstellung unserer Mitglieder aus, am 6. April beginnt das jüdische 
Pessach-Fest, sodaß also tatsächlich nur diese 2 Tage zur Verfügung 
stehen. 

Wir hoffen, daß es Ihnen möglich ist, sich für einen der Tage 
einzurichten und bitten um recht baldigen Bescheid, da wir die 
Genehmigung beim Propaganda-Ministerium beantragen möchten. (...)" 
(Jüdischer Kulturbund Leipzig e. V., an C. Flesch in London, 3/11/36. 
Quelle: Archiv der Akademie der Künste Berlin, Signatur: 1.53.67,1). 

Das erwähnte Verbot von Sonntagsveranstaltungen war nicht die 
Regel; örtliche Polizeibehörden verfuhren vielmehr nach Belieben, das 
nicht einmal begründet zu werden brauchte. 

28. Dezember 1940: 

Bei einem Tourneekonzert Elly Neys in Groningen, Dirigent: Kor 
Kuiler, mit dem Residenzorchester spielt Flesch den Violinpart des D-moll- 
Konzerts für Violine, Klavier und Orchester. Dieses fand aus 
Sicherheitsgründen bei Tageslicht um 14 Uhr 30 statt. 

20. Februar 1941: 

"(..) Ich möchte noch darauf hinweisen, dass Carl Flesch kein 
Emigrant ist. Er ist der Begründer und President des damaligen 
Hilfsbundes deutscher Musikpflege. In den Inflationszeiten hat dieser Bund 
hunderte junge Musiker vom Hungertode gerettet, wofür Carl Flesch sein 


F 1707 





persönliches Vermögen eingesetzt hat. 

Weiter möchte ich noch hierauf hinweisen, dass er in 1923 in 
Carnegie Hall in New York, zusammen mit Elly Ney und Frieda Hempel ein 
Konzert veranstaltet hat zu Gunsten der Ruhrbeschädigten, wodurch er in 
Amerika stark angefeindet worden ist. 

Ich möchte Sie, sehr geehrter Herr Professor Wehofsich um Ihre 
persönliche Fürsprache beim Herrn Reichskommissar bitten, damit Carl 
Flesch ein Visum bewilligt wird und Erlaubnis um die Reise Berlin- 
Barcelona mit seiner Frau mit Flugzeug zu machen. 

Wenn ich gut informiert bin spielt gerade in dieser Tagen ein 
Prezedenzfall: der Reichskommissar hat durch die vermittelnde Fürsprache 
von Alfred Jerger von der Wiener Staatsoper die Ausreise auf gleichem 
Weg von Professor Lothar Wallerstein aus Holland möglich gemacht. (...) 
(Departement voor Volksvoorliching en Kunsten, Jan Goverts, an Prof. 
Wehofsich, Den Haag, 20/11/41. Fehler im Original. Quelle: NIOD 
Amsterdam, Bestand: DVK Nr.156 e). 

Der Leiter der Musikabteilung des holländischen Pendants zum 
Goebbels-Ministerium, nach 1945 als Kollaborateur geächtet, setzte sich 
wiederholt und immer dringlicher für Flesch ein. 

19. April 1941, Interventionen: 

"Anschließend an unsere gestrige Unterredung überreiche ich Ihnen 
anbei Kopie eines Briefes des Sekretariats Dr. Wilhelm Furtwängler, in dem 
er mitteilt sich in Berlin darum bemüht zu haben, daß Herrn Professor Carl 
Flesch eine Ausreise Erlaubnis für Amerika erteilt wird. Original dieses 
Briefes ist in meinem Besitz" (Jan Goverts, Musikabteilung des 
Departements für Volksaufklärung und Künste, Amsterdam, an Prof. 
Wehofsich, 19/1V/41. Quelle: NIOD Amsterdam, Bestand DVK Nr. 156 e). 
5. Mai 1943, Warnung: 

"(...) Im Auslandsteil des >Kulturspiegel< Nr. 93, Blatt 8, Spalte 
Musik, ist versehentlich der >Pester LIoyd< vom 19. 3 43 mit einer 
Besprechung des ungarischen Geigers Flesch zitiert worden. Diese 
Besprechung darf von der Presse unter keinen Umständen übernommen 
oder ausgewertet werden" (RPA Berlin, Rundspruch Nr. 44/43, 5/V/43. 
Kulturpolitische Information Nr. 16/43. Quelle: BA ZSg. 115/17. Blatt 20). 
Rückblick von Frau Flesch, 1945: 

"Wie Sie wissen, schloss mein Mann schon Ende 1940 einen 
Kontrakt mit dem Curtis Institute of Music, Philadelphia ab, was uns die 
Erlangung eines Einreise-Visums für die Vereinigten Staaten ermöglichte. 
Leider wurde uns aber die Ausreise-Erlaubnis aus Holland fünfmal von den 
Deutschen Besetzungsbehörden verweigert, trotzdem Sie sich in 
freundschaftlichster Weise bemühten, uns hierbei zu helfen. Als das 
Amerikanische Konsulat geschlossen wurde, da Amerika mittlerweile in 
den Krieg eingetreten war, versuchten wir, nach Cuba zu kommen, aber 
auch hierfür fehlte uns die Ausreisegenehmigung von Deutscher Seite. Auf 
die Bitte meines Mannes sandten Sie ihm einen Brief an Dr. Bene, einen 
hohen Deutschen Beamten in Holland, in welchem Sie denselben baten, 
uns doch die Ausreise nach Cuba zu erlauben. Leider konnte dieser Brief 
dem betreffenden Herrn nicht übermittelt werden, da sich niemand fand, 


e 1708 





der den sogenannten Mut besass, ein Schreiben, einen Juden betreffend, 
weiterzuleiten. Trotzdem fand sich später jemand, der Dr. Bene Ihren Brief 
nachher übermittelte, da mein Mann glaubte, dass es uns eine kleine 
Sicherheit geben würde, wenn dieser um unsere Existenz wüsste. 

Als wir nun im September 1942 verhaftet und in das Scheveninger 
Gefängnis eingeliefert wurden, übergab mein Mann zugleich mit unsern 
Pässen der dort amtierenden Beamtin eine Photokopie Ihres Briefes, 
hoffend, dass dieser dazu beitragen würde, uns aus dieser gefährlichen 
Situation zu retten. Tatsächlich scheint das Fräulein, das uns zuerst erklärt 
hatte, dass wir am nächsten Morgen in ein Holländisches 
Konzentrationslager überführt werden würden, um dort zu erfahren, >was 
weiter mit uns geschehen würde<, etwas stutzig geworden zu sein. Sie 
scheint sich mit dem Büreau des Dr. Bene in Verbindung gesetzt zu haben, 
wo man ihr die Anweisung gab, uns freizulassen" (Bertha Flesch an 
Wilhelm Furtwängler, 21/V11/45. Quelle: AP). 

Dr. Bene = Otto Bene, Generalkonsul, Vertreter des Auswärtigen 
Amts beim Reichskommissar in Den Haag. 

Information: DNML, DML, FA, MM2 ("j."), RML, SML, MGG. 


Fleschner, Otto 


Parademarsch (RS Frankfurt, 5/X11/38, MK des IR 81, Dgt. Eugen 
Leibbrandt). 


Flessburg, Alexander 

Leobschütz, 31. Juli 1873 - Berlin, September 1936. 
Militärmusiker; zunächst Musiker in der 2. Matrosendivision in 
Wilhelmshaven, ab 1/V/04 MM, Kapellmeister auf der kaiserl. Yacht 
"Hohenzollern", Standort Kiel, ab 12/VII/13 OMM der Reichsmarine und 
1918 Kapellmeister der Küstenwehr-Abt.1 in Swinemünde, 1926 
demobilisiert, zunächst Kurkapellmeister in Swinemünde, seit 1928 in 
Berlin. Hier zeitweise Vorsitzender des Verbandes der ehemaligen 
Musikmeister des Heeres und der Marine. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. SS, zuletzt Obersturmführer; 1933 MZF der SS- 
Standarte 42 Berlin. 
Admiral-Holtzendorff-Marsch (Orag, 18/11/33). 

Der Titel feiert Henning von Holzendorff. (1853-1919), Großadmiral 
der kaiserlichen Flotte, zuletzt Chef des Admiralstabs der Kriegsmarine. 
Auf Befehl des Kaisers ordnete er 1908 ein Reglement für das Hurra- 
Rufen auf Schiffen unter Hochnehmen der Mützen an. 

Admiral-Graf-Spee-Marsch (DtldS, 7/111/33). 

Der Titel feiert Vizeadmiral Maximilian Reichsgraf von Spee 
(1861-1914), der 1914 das deutsche Ostasiengeschwader nach 
Deutschland zurückzuführen unternommen hatte, zunächst in der 
Seeschlacht bei Coronel gegen einen britischen Flottenverband obsiegte, 


e 1709 





dann aber bei den Falklandinseln unterging. 
1933: 

(1) 

Flessburg leitet den Chor des SA-Sturms 25/10 und den MZ der SS- 
Standarte 42 zur Aufnahme des Liedes "Im Wald, im grünen Walde" 
(Lore). 

Tondokument im DRA: 1890828-23. 

(2) 

Flessburg leitet den Chor des SS-Sturms 3/42 und den Musik- und 
Spielmannszug der SS-Standarte 42 zur Aufnahme seines SA-Kampfliedes 
"SA marschiert" und von A. Parduns "Volk ans Gewehr". 

Tondokument im DRA: 1691213-31, 1691213-30. 


Februar 1933: 

Flessburg leitet einen MCh mit MZ der SS-Standarte 42 zur 
Aufnahme des Liedes "Die Fahne hoch". 

Tondument im DRA: 1890820-19. 
*31. Mai 1933: 

Flessburg leitet zum Gedenktag der Skagerrak-Schlacht in der 
Hasenheide zu Berlin ein Konzert des MK der SS-Standarte 42. 
SA marschiert. Marsch (Orag, 1/V111/33). 


Flessburg, Alexander 
Königsberg/ Preußen, 19, Januar 1888 - Berlin, 3. Januar 1942. 
Sänger in Berlin W 50, zunächst Tenor, dann Bariton, auch Texter von 
Schlagern und Übersetzer von Schlagertexten aus dem Englischen. 
Dirigent und Mitarbeiter des Rundfunks. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP; er erbrachte keinen Ariernachweis. 
RSHA, Auskunftstelle, ohne Datum: "Über Flessburg besteht hier eine 
Notierung aus der Kartei d. fr. Reichskom. z. Überw. d. öffentl. Ordn., nach 
der er beim Fest der 5000 der I. A. H. in Treptow mitgewirkt hat" (Quelle: 
BA Namensakte Fleßburg). 

Die "rote" Internationale Arbeiter-Hilfe (I.A.H.) bis 1933 war 
natürlich im NS-Staat politisch verdächtig. 


Flick, Karl (Jakob) 

Berlin, 2. Juni 1877 - Berlin, 4. Juni 1949. 
Sohn eines Polizeibeamten; Militärmusiker, ab 1/11/07 Stabshoboist und 
MM bei der Marine-Artillerie-Abt. 3 in Lehe, 24/1/15 OMM bei der MAA 4 in 
Cuxhaven, seit Oktober 1934 in Wilhelmshaven bei der gleichen Einheit. 
Ab 1/1V/36 StMM, ab 1/X11/37 Musikinspizient der Kriegsmarine und 
1/X11/37-45 an der Musikhochschule Berlin Lehrer für Komposition und 
Tonsatz, seit 30/VI11/38 mit Dienstbezeichnung Professor. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 


F 1710 





5. September 1942, Konzertreise: 

"Von einer im Zeichen deutsch-italienischer Waffenkameradschaft 
unternommenen Konzertreise durch italienische Städte ist jetzt ein 
Musikkorps unserer Kriegsmarine in die Heimat zurückgekehrt. Die 
Stabführung bei den Konzerten hatte Musikmeister Reisberger. Im 
klassischen Teil führte verschiedentlich Marineobermusikinspizient Prof. 
Flick den Taktstock. 

Die Reise führte nach Triest, Fiume, Abbazzia, Pola, Venedig, Genua, 
Rom, Neapel und La Spezia. Ueberall wurden dem Musikkorps Beweise 
aufrichtiger Sympathie zuteil, für die als führender Offizier 
Fregattenkapitän Schönfeld in italienischer Sprache den Dank der Gäste 
vermittelte. Zu Ehren Italiens wurde Opernmusik italienischer Meister 
gespielt, ferner wurden Sätze von Wagner, Liszt und Richard Strauß und 
der dem Duce gewidmete >Triumphmarsch< von A. Rossow vorgetragen. 

Den Höhepunkt der Reise bildete die Teilnahme an der Feier zu 
Ehren der Gefallenen am Tage der italienischen Marine in Gegenwart des 
Königs und Kaisers und des Duce in Rom" (Vor dem Duce musiziert. 
"DMMZ" LXIV/17-18, 5/1X/42. S. 135). 

Hoch, Deutschlands Marine! Marsch (1913; RS Frankfurt, 4/V11/39; 
Berlin, 21/VI/41, Großkonzert des Heeres zum Besten des 
Kriegshilfswerks für das DRK, Dgt. MM Guido Grosch; Berlin, 1941, 
Großkonzert der Kriegsmarine, Dgt. selbst; RSdg aus Berlin, *12/X1/44, 
MK des Marine-Standortkommandos Kiel, Dgt. MM E. Siebenhaus). 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 

Information: Das Standesamt Bad Orb beurkundete den Todesfall, 
Nr. 8/1969. 


Flick - Steger, Carl (Charles) 
Wien, 13. Dezember 1899 - Bad Orb, 24. Januar 1969. 

Sohn eines Ingenieurs, geigerisches "Wunderkind"; Schüler von R. Stöhr 
und P. Graener, Korrespondent der amerikanischen Hearstpresse, 
Komponist und Kapellmeister in Berlin, zeitweise Leiter der Kurkapelle Bad 
Orb, übersiedelte dann wieder nach Berlin und setzte sich von dort für die 
Dauer des Krieges nach China ab. 

Nach 1945 wieder in Bad Orb, zuletzt i. R. 
Werke: Konzert für Violine und Orch Op. 5 (1929); Vier Orchesterlieder 
(1933); die Orchestersuiten "Balkanimpressionen" (1937), "Hochzeit in 
Georgien (1938) und "Reinecke Fuchs" (1939); "Leon und Edrita", 
komische Oper nach Grillparzers "Weh dem, der lügt" (Krefeld, 5/1/36); 
So ist Amerika. Hgb. von Emil Wisura (Reutlingen, 1942). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Der Komponist versuchte seit 1934, durch intensive Intervention bei 
Reichsleiter Rosenberg, Staatskommissar Hinkel und Generalintendant 
Rode, die Wiederaufführung seiner Oper "Dorian Grey" (UA: Aussig, 1930) 
durchzusetzen, scheiterte aber am unzureichenden Libretto, für dessen 


F 1711 





Bearbeitung Rode ihm vergebens W. Krupka anriet. Die 
Reichssendeleitung lehnte auch die Ausstrahlung von "Leon und Edrita" 
ab, nachdem das RMVP wegen zu negativer Darstellung der Germanen 
eine Textänderung veranlaßt hatte, denn sie sei wegen "Substanzlosigkeit 
nicht zu verantworten", stellte aber die Sendung einzelner Arien daraus in 
Aussicht. 

14. März 1935: 

"Unsere Stellungnahme zur Oper >Dorian Gray< von Herrn Carl 
Flick-Steger war, dass wir angesichts der Komposition, die geschlossen 
durchgeführt ist, zu dem Entschluss gekommen sind, sie im Deutschen 
Opernhaus zur Erstaufführung in Deutschland zu bringen. Herr Flick- 
Steger ist einer der ersten Vertreter der Hearst-Presse mit sehr engen 
Beziehungen zu unseren Höchsten Persönlichkeiten (Dr. Goebbels, 
Göring), und auch unser Führer kennt ihn persönlich. 

Wir wären Ihnen sehr verbunden, wenn Sie uns Ihre genaue 
Stellungnahme zum Text bekanntgeben würden, damit wir wissen, ob ein 
Abschluss getätigt werden kann oder nicht" (Deutsches Opernhaus, 
Dramaturgie, an RMVP, Dr. Schlösser, 14/111/35. Quelle. BAR 55/ 20188. 
Blatt 40). 

16. März 1935: 

"Das Deutsche Opernhaus hat eine Oper >Dorian Gray< von Carl 
Flick-Steger unter musikalischen Gesichtspunkten zur Aufführung 
angenommen. Der Text aber, schon wenn man einen für Operntexte 
gewöhnlich bescheideneren Maßstab anlegt, ist eine nicht mehr zu 
unterbietende ungekonnte dilettantische Mache. Andererseits ist Herr 
Flick-Steger ein einflussreicher Vertreter der Hearst-Presse in Berlin. 

Ich bitte den Herrn Reichsminister um Anweisung, ob das Werk für 
das Deutsche Opernhaus überhaupt tragbar ist oder ob der Versuch einer 
Verbesserung gemacht werden soll, was allerdings nicht leicht sein dürfte" 
(Ministervorlage, 16/111/35. Quelle. BAR 55/ 20188. Blatt 41). 

Der Staatssekretär notierte zu "Hearst-Presse": "war es einmal!" 
Dr. Goebbels verfügte: "ablehnen!". 


Rückblick, geschönt, 1964: 

"1933 nahm Wilhelm Rode, Städtische Oper, Berlin, meine 1930 in 
Aussig, CSR, uraufgeführte Oper >DORIAN GREY< an. Reichsdramaturg 
Reinhold Schlösser verbot die Oper. Begründung: sie eigene sich nicht für 
die deutsche Bühne. 1937 führte das Stadttheater in Karlsruhe eine Oper 
betitelt >DORIAN GREY< auf. Ich stellte fest, daß der Textbuchautor der 
gleiche Beamte war, der meine Oper >DORIAN GREY< geprüft hatte im 
Propagandaministerium. Ferner stellte ich fest, daß ein Plagiat vorlag. Ich 
beschwerte mich sowohl gegen das Verbot meiner Oper als auch gegen 
das Plagiat beim Stellvertreter des Führers. Ergebnis: >Wir können nichts 
machen, die Entscheidungen des Propagandaministeriums sind heilig<. 
1934 nahm Hans Schwieger (jetzt Dirigent des Kansas City 
Philharmonischen Orchesters) meine Oper >Leon und Edrita< für Krefeld 
an. Er heiratete vor Antritt seines Postens eine holländische Jüdin. Bei 
seinem ersten Auftreten wurde er ausgepfiffen, abgesetzt. Cruciger 


F 1712 





übernahm das Orchester. Auf Anordnung des Prop. Ministeriums mußte die 
Handlung (Grillparzers >WEH DEM DER LÜGT<) geändert werden wegen 
der Germanen. 

(...) Als Kurkapellmeister in Bad Orb stand ich mehrfach vor der 
Absetzung, da eine SS-Anweisung gegen mich vorlag. Schließlich gab ich 
den Posten freiwillig auf (...)" (Carl Flick-Steger an Fred K. Prieberg, 
Typoskript, 19/VI11/64). 

Der Reichsdramaturg hieß richtig Rainer Schlösser. Die Karlsruher 
Konkurrenzoper von Hans Leger wurde erst am 24/III/39 uraufgeführt; 
das Libretto schrieb Caroline Creutzer, also kein Beamter des 
Propagandaministeriums. 

In Krefeld war Curt Cruciger der Nachfolger des "nichtarisch 
versippten" Hans Schwieger. 

Information: DML (Nachtrag), KDMK. 


Fliege, Hans (Julius Bernhard Max) 

Güstrow/ Mecklenburg, 18. Mai 1895 - Flensburg, 13. September 1959. 
Musiker; bei der Reichswehr 1922-34 im I. Grenadier-Btl. des IR 13 bis 
zum Feldwebel. 1936-39 in Ellwangen, 1941-44 in Schwerin. 

Nach 1945 zuletzt in Flensburg. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 3.938.874. SS seit 30/X11/33, 1934 
Untersturmführer, 1935 Obersturmführer, 1937 Hauptsturmführer. 
1936-39 Führer des Musikzugs IV SS-Standarte "Deutschland" in 
Ellwangen. Dann kam es zu Kündigung des Dienstverhältnisses und 
Entlassung aus der SS als "dienstungeeignet", im November 1944 aber 
Wiederverwendung in der Waffen-SS mit dem letzten Dienstgrad 
Hauptsturmführer. 

Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Flensburg, 
Nr. 1056/1959. 


Fliegerabschied = Die Blätter sind gefallen 
Flieger, du alleine = Eines Abends in der Dämmerung 
Flieger Du sei = Zum Flieger sich bilden 
Flieger Emil vom Urlaub zurück = Backbord hing 


Flieger empor, schütze uns, Deutschland zum Heil auch du! Kanon 
zu 4 Stimmen, zur Melodie "Flamme empor" von Ch. Praetorius. 


F 1713 





In: 
Glück ab, Kameraden! (1935). 


Fliegerkameraden, Udet-Marsch, onA annonciert vom Verlag 
Parrhysius für das Mitte August 1935 erscheinende "Tanz-Album", 3. Band, 
mit den "größten Schlagern der Saison 1935". 

Es handelte sich um einen Titel aus der Musik zum Terra-Film 
"Wunder des Fliegens" von Giuseppe Becce (UA München, 14./V/35) . Der 
Generaloberst und spätere Generalluftzeugmeister Ernst Udet 
(1896-1941), Kampf- und Sportflieger, wirkte in diesem 
Propagandastreifen mit. 


Fliegerliebe = Es hat sich ein Flieger 


Flieger-Lieder der Flieger-Landesgruppe II (Pommern) des 
Deutschen Luftsportverbandes. Von dieser zusammengestellt und hgb. 
(12.000 Stück, 1934) [VV]. 

Inhalt: 

Nur Texte. 

Als die goldne Abendsonne. - zur Melodie "Wohlauf, die Luft geht frisch 
und rein" (V. E. Becker): An blauer Ostsee weißem Strand. - Brüder in 
Zechen und Gruben. - Das Wandern ist des Müllers Lust. - zur Melodie 
"Unsere Zeit ist endlich gekommen" aus dem Louis-Trenker-Film "Der 
Rebell": (Demminer Segelfliegerlied) Brüder reicht zum Bunde uns die 
Hand. - Der mächtigste König im Waldrevier (T aber immer "Luftrevier"). - 
Deutschland über alles. - Die Fahne hoch. - zur Melodie "Wohlauf, die Luft 
geht frisch und rein" (V. E. Becker): Die Wolken ziehn, ein frischer Wind. - 
Drei Lilien. - zur Melodie "Drei Lilien": Drei Mägdelein, drei Mägdelein. - 
Ein Schifflein sah ich fahren. - (Wilhelm): Es braust ein Ruf (T: nach 
Schneckenburger, umgearb. von Heinz Schauwecker). - zur Melodie "Es 
braust ein Ruf": Es braust und klingt von Mund zu Mund. - Es klingt wie 
eine Sage. - Es war ein Knab' gezogen. - Es wollt ein Mädchen wohl früh 
aufstehn. - (Gläser): Flamme empor. - (Loewe): Fridericus Rex. - zur 
Melodie "Der Mai ist gekommen": Frisch auf nun zum Starten. - Gold und 
Silber. - Heide-Lied: Als ich gestern einsam ging. - zur Melodie "Ich schieß 
den Hirsch": Hoch in der Luft ist unser Reich. - Ich bin ein Deutscher. - Ich 
hab mich ergeben. - (Silcher): Ich hatt einen Kameraden. - Ich schieß den 
Hirsch. - zur Melodie "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" (V. E. 
Becker): Im blauen Äther schwebt. - (Ramrath): Im Feldquartier auf 
hartem Stein. - Im Pommernland marschieren wir. - In einem tiefen 
Walde. - In jedem vollen Glase Wein. - zur Melodie "Es pfeift von allen 
Dächern" (Mahrer): J ungflieger sind wir alle. - zur Melodie "Volk ans 
Gewehr" (Pardun): (Kurs hart am Feind) Still trtäumende Wälder. - zur 
Melodie "Lippe-Detmold": Laß mich fliegen. - zur Melodie "Wir traben in 
die Weite" (Jahn): (Lebaer Segelfliegerlied) Wir sind die Segelflieger. - zur 


F 1714 





Melodie "Frisch auf, Kameraden, aufs Pferd" (Zahn): (Lied der Segelflieger 
in Stralsund) Herbei, Kameraden, uns geistesverwandt. - Lippe Detmold. - 
Muß i denn. - zur Melodie "Es pfeift von allen Dächern" (Mahrer): Nun 
breitet seine Schwingen zum Flug der deutsche Aar. - (Pierson): O 
Deutschland hoch in Ehren. - zur Melodie "Wie ein stolzer Adler" (Spohr): 
(Pommerns Flieger) Wie ein stolzer Adler sich im Äther schwingt. - 
(Büchsenschütz): Pommersche Heide, pommerscher Strand. - zur Melodie 
"Märkische Heide" (Büchsenschütz): Sonniger Morgen, singender Wind. - 
(Thiele): Stolz weht die Flagge schwarz-weiß-rot. - (Pardun): Siehst du im 
Osten. - Von allen den Mädchen so blink und so blank. - zur Melodie "Was 
kommt dort von der Höh": Was fliegt dort in der Luft. - (Weber):Was 
glänzt dort im Walde im Sonnenschein. - zur Melodie "Deutschland hoch in 
Ehren" (Pierson): Was ist das Schönste auf der Welt. - Wem Gott will 
rechte Gunst erweisen. - Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren. 
- Pommernlied: Wenn in stiller Stunde. - Wenn wir marschieren. - zur 
Melodie "Stimmt an mit hellem, hohem Klang" (Methfessel): Wir fliegen 
über Pommernland. - zur Melodie "Ich schieß den Hirsch": Wir Flieger sind 
ein' eisern' Schar. - (Zahn): Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd. - zur Melodie 
"Wohlauf, Kameraden": Wir sind ein fröhliches Herrschergeschlecht. - zur 
Melodie "Zehn kleine Negerlein": Zehn kleine Flugmaschin'. 

Mit Noten. 
1. M. C. Krüger: Wir sind die alten Kameraden vom deutschen 
Fliegercorps. - 2. Buder: Wir fliegen durch silberne Weiten. - 3. Mitzlaff: 
Jugend von Pommern, ernst einst und schwer. - 4. schwed. Melodie: Mein 
Flugzeug bereit. - 5. Handrock: Adolf Hitler, gib uns Schwingen. - 6. 
Noack, Stettin: Wir sind die fliegende Garde. - 7. ©. Weiß, Stralsund: Wir 
Segelflieger haben eig'ne Freuden. 


Flieger-Liederbuch (1938) [Moritz Schäfer, Leipzig]. 

Nur Texte ohne Angabe von Urhebern; wenige mit Komponistennamen. 
Inhalt: 

Lieder für Flieger und solche, die es werden wollen. 
(Lied der Segelflieger) Adolf Hitler, gib uns Schwingen. - Wir fliegen durch 
silberne Weiten. - W. Jäger: Wir fliegen für unser Vaterland. - Günther von 
der Tann: Rauh ist der Tag. - Jäger: Wir sind beseelt vom alten Geist. - 
Jäger: In den Lüften, hoch wie der Adler. - Jäger: Hoch über uns das 
Himmelszelt. - Jäger: Uns von der Segelfliegerei, Glück ab. - Wenn wir 
über Deutschland ziehen, des Führers junge Flieger. - zur Melodie "Du 
kleiner Tambour": Glück ab, Glück ab, mein Sachsenland. Segelfliegerlied. 
- zur Melodie "Wir traben in die Weite": Wir steigen auf zum Streite, 
Propeller surr'n im Wind. - zur Melodie "Ich bin ein Preuße" (Neithardt): 
Wir sind die Flieger, Kampf ist unser Leben. - Empor, empor, wir steigen 
empor. - Blau ist der Himmel, und blaugrau das Kleid, Deutschland! - zur 
Melodie "Ein Heller und ein Batzen": Von Westen ziehn die Wolken am 
Himmel hoch dahin. Segelfliegerlied. - zur Melodie "Vom Barette schwankt 
die Feder" (Thum): In den Lüften, gleich dem Adler, fliegen wir. - zur 
Melodie "Nicht weit von Württemberg und Baden": Zieh'n wir am frühen 


F 1715 





Sonntagmorgen hinaus zur Segelfliegerei. - zur Melodie "Laßt tönen heut 
den frohen Sang" (Kunoth): (Ballonsturm-Lied) Dem Adler gleich, der 
stets den Flug hinauf zum Himmel lenkt. - (Notschrei eines Anfängers) 
Vom Himmel hoch, da komm ich her, ach, wenn ich doch schon unten war! 
- zur Melodie "In Hamburg, da bin ich gewesen": (Grunau-Lied) Ich weiß 
nicht, was soll es bedeuten. - Ein Hase saß im tiefen Tal, singing 
hollipollidoodle all the day. - Zum Vortragen: Es kann vorkomm'n, daß du 
sitzend auf dem Fallschirm hockst. - zur Melodie "Eine Seefahrt, die ist 
lustig": Kommst du, Jüngling, in die Zeiten, wo ein Mädchen dein Idol. - 
(Zum Vortragen) Mensch, willst du in den Lüften segeln. - zur Melodie "In 
unsrer alten Stadt": Ein rechter deutscher J ungmann, der will mal Flieger 
werden. 

Vaterlands- und Soldatenlieder. 
Deutschland, Deutschland über alles. - Die Fahne hoch! - (Wilhelm): Es 
braust ein Ruf wie Donnerhall. - (Pardun): Siehst du im Osten das 
Morgenrot - Als die gold'ne Abendsonne. - Brüder in Zechen und Gruben. - 
(Büchsenschütz): Märkische Heide. - (Gläser): Flamme empor! - 
(Methfessel) Der Gott, der Eisen wachsen ließ. - Ich hab mich ergeben mit 
Herz und mit Hand. - Im Sachsenland marschieren wir. - Der Herbststurm 
weht übers Stoppelfeld. - (Silcher): Ich hatt! einen Kameraden. - 
(Silcher): Morgenrot! - Es steht an der Grenze die eiserne Schar. - 
(Weber): Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein. - (Baumann): Es 
zittern die morschen Knochen. - Wenns die Soldaten durch die Stadt 
marschieren. - (Methfessel): Hinaus in die Ferne mit lautem Hörnerklang. 
- Die blauen Dragoner. - (Silcher): Steh ich in finstrer Mitternacht. - 
(Loewe): Fridericus Rex, unser König und Herr. - Als die Preußen 
marschierten vor Prag. - (Zahn): Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd. - In 
einem Polenstädtchen. - Wenn die Trommel ruft zum Streite. - Schatz, 
mein Schatz, reise nicht so weit von hier. - Drei Lilien. - Was blinkt so 
freundlich in der Ferne. 

Wanderlieder. 
(Fesca): An der Saale hellem Strande. - Der Mai ist gekommen. - Ein 
Sträußchen am Hute, den Stab in der Hand. - Es, es, es und es. - Muß i 
denn, muß i denn zum Städtele 'naus. - Nun ade, du mein lieb' 
Heimatland. - Wem Gott will rechte Gunst erweisen. - Wenn wir 
marschieren, ziehn wir zum deutschen Tor hinaus. - (Becker): Wohlauf, 
die Luft geht frisch und rein. - (Götz): Aus grauer Städte Mauern. 

Volkslieder. 
Ach, wie ist's möglich dann. - Ännchen von Tharau. - Am Brunnen vor 
dem Tore. - Bald gras’ ich am Neckar, bald gras' ich am Rhein. - Bei einem 
Wirte wundermild. - Schwarzbraun ist die Haselnuß. - In einem kühlen 
Grunde. - (Silcher): Es geht bei gedämpfter Trommel Klang. - Es steht ein 
Baum im Odenwald. - Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein. - 
Freut euch des Lebens. - Gold und Silber lieb' ich sehr. - Ist alles dunkel, 
ist alle trübe. - Im schönsten Wiesengrunde ist meiner Heimat Haus. - Ich 
schieß den Hirsch im wilden Forst. - Im Wald und auf der Heide, da such' 
ich meine Freude. - Jetzt geh' i an's Brünnele. - Morgen muß ich fort von 
hier. - Nun leb' wohl, du kleine Gasse. - Sag mir das Wort, dem so gern 


F 1716 





ich gelauscht. - Sah ein Knab ein Röslein stehn. - Schön ist die Jugend bei 
frohen Zeiten. - Verlassen! Verlassen! Verlassen bin i. - Von allen den 
Mädchen, so blink und so blank. - Was hab ich denn meinem Feinsliebchen 
getan? - Wenn ich den Wandrer frage: Wo kommst du her? - Wer hat dich, 
du schöner Wald. - (Sotke): Wir sind des Geyers schwarzer Haufen. - Zu 
Straßburg auf der Schanz. 

Heitere Lieder. 
Als ich ein J unggeselle war. - Als wir jüngst in Regensburg waren. - Da 
streiten sich die Leut' herum. - Die Hussiten zogen vor Naumburg. - 
Drunten im Unterland. - Ein Jäger aus Kurpfalz. - Horch, was kommt von 
draußen rein. - In Lauterbach hab' i mein Strump verloren. - Mädle, ruck, 
ruck, ruck. - Rosestock, Holderblüh. - Uf'm Bärgli bin i g’'sässe. - Was die 
Welt morgen bringt. - Wo a kleins Hüttle steht. 

Trinklieder. 
An den Rhein, an den Rhein, zieh' nicht an den Rhein. - Bier her! Bier her! 
oder ich fall' um. - Das schwarzbraune Bier, das trink’ ich so gern. - Der 
Papst lebt herrlich auf der Welt. - Es kamen drei Schneider wohl an den 
Rhein. - Grad aus dem Wirtshaus komm ich heraus! - Ich kam von fern 
gezogen zum Rhein. - Ich saß wohl einst im Zecherkreise. - Im Krug zum 
grünen Kranze. - Im schwarzen Walfisch zu Askalon. - Im tiefen Keller sitz' 
ich hier. - Keinen Tropfen im Becher mehr. - Strömt herbei, ihr 
Völkerscharen. - Wer niemals einen Rausch gehabt. - Wohlauf, noch 
getrunken den funkelnden Wein. - Zwischen Frankreich und dem 
Böhmerwald. - Es liegt eine Krone im grünen Rhein. - Bin ein fahrender 
Gesell, kenne keine Sorgen. - Gestern, Brüder, könnt ihr's glauben! - Der 
liebste Buhle, den ich han. 


Flieger sind Sieger (T: G. O. Stoffregen). Kriegslied, zu einer 
ungenannten Melodie von Ch. Praetorius. 
In: 
Flieger sind Sieger (31941). 


Flieger sind Sieger (Anthologie) siehe: G. Pallmann 


Fliegertreue = Ach, in Stücke 


Flieg, lieber Vogel, trag mich in Weiten hin (T: Dorothea Liman). 
Fliegerlied, zur Melodie "Wir lieben die Stürme". 
In: 
Flieger sind Sieger (31941). 


Fliegt der erste Morgenstrahl durch das stille Nebeltal (T: J. v. 
Eichendorff). 


F 1717 





In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 12 (10. September 1936). 


Fliegt sich hin und fliegt sich her (T: Strophe 1-4 vom Gefr. 
Skoberia, Strophe 5-6 aus der Liller Kriegszeitung). Aus Oberschlesien. 
Titel: Oberschlesisches aus dem Unterstand. 

In: 
Kriegslieder des deutschen Volkes (1939). 


Flies (Fliesz), Bernhard 
um 1770 - 1829 


Wiegenlied: Schlafe, mein Prinzchen, es ruhn Schäfchen und Vögelchen 
nun (T: Friedrich W. Gotter). Lange Zeit Mozart zugeschrieben. 

In: 

Deutsche Musik B (1941). 


Flitner, Carl 
1838 - 1906 


Schwurgesang (Südfunk, 12/X1/33, MZ der SS-Standarte 13, Dgt. Hans 
Ullmann). 


Florl, Albert Eduard 
Stadt Prießen,1. Mai 1891 - ? 
Kanzleigehilfe in St. Joachimsthal/ Sudetenland. 


NSDAP seit 1/X1/38, Nr. 6.773.749, auf Antrag vom 1/1/39. 
Arzgebarchisches Soldatnliedi: Wu da Fichten lustich plauschen 
(eigener T). Kriegslied. 
Textprobe (Refrain): 
"M'r sei en Arzgebarch d'rham 
on hom kerndeutschen Mut, 
en Hametlond g'härt onner Labn, 
en Fihrer Gut on Blut, 
is onner Wort a korz on hort, 
stackt doch as Härz voll Trei. 
Soldatenmut stackt ons en Blut, 
weil m'r Arzgebarcher sei". 
In: 
Landser-Lieder (1942). 
Information: Keine weitere Nachricht; das damalige Joachimsthal fiel 
an Tschechien. 


F 1718 





Flügel, Gustav 
1812 - 1900 


Morgenwanderung: Du frischer, froher Morgenwind, gut, daß ich dich 
schon wachend find (T: Friedrich Oser, 1820-1891). Wanderlied, 2stimmig. 
In: 

Lieder für die Grundschule (1938). 


Flügge, Heinrich 
Hannover, 31. Juli 1885 - Hannover, 30. Oktober 1936. 
Musikpädagoge und Komponist; Musiklehrer in Hannover, auch 
Kapellmeister. 
Werke: U-Musik, so die Orchesterintermezzi "Dünengeister" und 
"Puddelchen"; Lieder und Klavierstücke. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP und NSLB. Stand 1933: MZF der SA-Standarte 
13; 1934-36 Leiter der Ortsmusikerschaft Hannover der RMK. 
Horst-Wessel-Lied, zus. mit: J. Haydn, Deutschland-Lied. Für Orch/ 
SalonOrch: H. Flügge (1933) [O]. 
Blankenburg: SA rückt an. SA-Marsch. Für Orch: H. Flügge (1933). 
Ihr deutschen Mädel im braunen Kleid seid Born der deutschen Kraft 
(T: Hans Harbs). NS-Marschlied für Harmoniemusik/ Gesang mit Klavier 
(1933) [HH]. 
Textprobe (1. Strophe): 
Maas) 
seid Künder einer neuen Zeit. 
Heil Hitlers Frauenschaft! 
Ein Volk, das in der tiefsten Not 
stolz seine Frauen ehrt, 
dem Niedergang ein Halt gebot, 
dem Aufstieg zu sich kehrt. 
Ihr seid der Born der 
deutschen Kraft. 
Heil Hitlers Frauenschaft". 
In: 
Wir singen (1934). 
Vorwärts mit uns!: Wir sind die Kompagnien vom Hitlerregiment (T: H. 
Harbs). NS-Marschlied für Harmoniemusik/ Gesang mit Klavier (1933) 
[HH]. 
Textprobe (1. Strophe): 
2) 
Das Hakenkreuz muß siegen, 
es siegt das braune Hemd. 
Als die Nacht noch 
über Deutschland lag, 
da sind wir schon marschiert. 
Als das deutsche Volk 


F 1719 





in tiefer Schmach 

dem Feind kapituliert. 

Da haben wirs geschworen, 

voll Treue Hand in Hand, 

wir geben nicht verloren 

das deutsche Vaterland". 
In: 
Wir singen (1934). 
Horch, wenn wir durchs Land marschieren: Friedrich, dein Preußen 
lebt, horch auf, wir marschieren (T: H. Harbs). NS- Marschlied für 
Harmoniemusik/ Singstimme mit Klavier (1933) [HH]. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Friedrich und Bismarck, schaut, 

schaut auf Eure Lande. 

Das, was ihr einst erbaut, 

stand am Abgrundrande. 

Deutsche Not hat einen 

Mann gestellt, 

Hitler uns gegeben; 

bricht zusammen auch die Welt, 

Preußen, Deutschland leben. 

Hitlers Braunhemd soll uns zieren, 

frei sein, frei sein wie die Ahnen". 
In: 
Wir singen (1934). 
Die Straße frei! Jetzt kommen wir, denn Deutschland muß doch leben 
(T: H. Harbs). NS-Marschlied für Harmoniemusik/ Gesang mit Klavier 
(1933) [HH]. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Die Straße frei! Jetzt kommen wir 
in uns'ren braunen Hemden. 
Die Straße frei, jetzt kommen wir; 
nun muß sich alles wenden! 
SA marschiert, SS marschiert 
in allen deutschen Gauen; 
und Ordnung, Arbeit, Fleiß regiert, 
ein neues Reich wir bauen. 
Und wo das braune Heer ihr schaut, 
zum Gruß erhebt die Hände. 
An Deutschlands Auferstehen glaubt! 
Die Not geht jetzt zu Ende!" 

In: 

Wir singen (1934). 

Burkersdorfer Marsch (RS Hamburg, 1/X/34). 

Der Titel feiert ein befestigtes Lager auf steiler Höhe bei einem Dorf 
südlich der Festung Schweidnitz, wo sich Friedrich der Zweite im Juli 1762 
fast hoffnungslos starken Streitkräften Österreichs unter Reichsgraf 
Leopold von Daun, dem Sieger von Kolin, gegenübersah, es gleichwohl 


e 1720 





erstürmen ließ und Maria Theresias Armee über das Riesengebirge jagte. 
Information: FA. 


Flugregeln für Lebensmüde = Beim Start mit deiner 
Wolkenbarke 


Flurschütz, Hildulf Rudolf 


Schriftsteller und Dichter, arbeitete in den zwanziger Jahren für den 
"Orden der Nordungen" e.V. und dessen Zeitschrift "Irminsul". 

Werke: u. a. "Von der Neugeburt nordischer Religion aus dem Geiste der 
J ugendbewegung", Flugschrift (Berlin, 1925); "Neugeburt nordischen 
Naturglaubens" (Berlin, 1928); "Das ewige Erbe der Deutschen. Deutsch- 
nordischer Glaube" (Berlin, 1933, 21936, 31937); "Urreligion als 
Lebensgrundlage" (Berlin, 1933). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Weiße Frigg im Winterkleide wandelt schweigend durch den Wald 
(eigener T). Aus: "Das ewige Erbe der Deutschen". 
Textprobe (3. Strophe): 
"Weiße Frigg im Winterkleide 
leis' von Lichtes Neugeburt 
singt die Weis' zu Windesharfen, 
Zaubersang für Lurch und Larven; 
Tauberich schon Antwort gurrt!" 
In: 
Liederblätter der Deutschen Glaubensbewegung 3 (1935); 
Niederdeutschland (1936); Die Weihenacht ist kommen (1937). 
J ullied: Lichtgeburt aus Weltenschoß, heil'ge Zeit, geheimnisgroß 
(eigener T). Aus: "Das ewige Erbe der Deutschen". 
Textprobe (3. Strophe): 
"Sonnenruf aus Nebelnacht 
kündet mit Verheißungsmacht. 
Freude aller Erden!" 
In: 
Liederblätter der Deutschen Glaubensbewegung 3 (1935); Die Weihenacht 
ist kommen (1937). 
Der J ulklapp, der Julklapp, sagt, ist er bald nah? (eigener T). 
Kinderreigen. Aus: "Das ewige Erbe der Deutschen". 
In: 
Liederblätter der Deutschen Glaubensbewegung 3 (1935); Die Weihenacht 
ist kommen (1937); Kinderliedersingen 19/20 (1937). 
Information: Das Deutsche Literaturarchiv in Marbach (25/VI/99) 
besitzt von Flurschütz lediglich bibliographische Angaben, keine 
Lebensdaten. 


F 1721 





Flustek, Hugo 
Einsender in Fürstenwalde/ Spree. 


Kampfruf, Schreitlied, 0onA, im Juli 1933 dem RMVP eingereicht (Quelle: 
BAR 55/ 1160). 

Information: Kein Hinweis bei der Stadtverwaltung Fürstenwalde, 
Museum (1996); das Bürgerbüro Fürstenwalde/Spree (29/VII/99) teilte 
mit, Flustek sei dort nicht gemeldet bzw. gemeldet gewesen. 


Flux, Hans Walter 
Erfurt, 17. November 1908 - Erfurt, 13. Januar 1993. 
Einsender in Erfurt, kaufmänn. Angestellter. 
Nach 1945 weiterhin in Erfurt, zuletzt i. R. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.073.024. 
Kampflied der Hitlerjugend, onA, im Juli 1933 dem RMVP eingesandt 
(Quelle: BAR 55/ 1160). 

Information: Das Stadt- und Verwaltungsarchiv Erfurt (24/IX/98) 
vermochte den Verbleib von H. W. Flux nicht festzustellen (!). 


Föderl, Karl 
Wien, 13. März 1885 - Wien, 10. November 1953. 
Zunächst Schauspieler, dann Pianist und Kaffeehausbesitzer in Wien XVII. 
Werke: Schrammelmusik, Märsche, Tanzlieder und Wienerlieder. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Weiberl, nimm dir nur net z'wenig von die nagelneuch'n Pfennig 
(T: J. Fiala). Wienerlied für Gesang mit Klavier (1938; RS Wien, 14/1X/38) 
[D]. 
Der Text spielt auf die neue Währung nach dem "Anschluß" an. 
Information: FA, LOUM. 


Fohringer, Hermann 

Wien, 9. Januar 1886 - Wien-Ottakring, 4. April 1955. 
Schüler von J. Marx, C. Horn und G. Adler, Dr. phil., seit 1929 in Wien 
Musikpädagoge und Komponist, Lehrer für Klavier, Gesang, Theorie und 
Harmonielehre, ferner Korrepetition. 
Werke: Oper; Operetten, so "Durchlaucht...inkognito" (Landsberg/ 
Warthe, 14/111/40), und Singspiele; Violinkonzert; unterhaltende 
Klavierlieder, auch Wienerlieder. 


NSDAP seit 1/111/33, Nr. 1.522.442. 
Op. 354. Das Lied vom deutschen Mädel: Heimatland war rings (T: 
Hans Heger), für Gesang und Klavier [KW]. 


F 1722 





Information: FA. Die Bundespolizeidirektion Wien, Zentralmeldeamt 
(16/VI/99) stellte für diese und neun weitere Auskünfte 2200.- öS (= 143, 
04 DM) in Rechnung. Aus Rechtsgründen verbot sich die Zahlung. 


Folget der Fahne und dem Führer (Anthologie) siehe: W. Cramm 


Folget der Fahne und dem Führer (1932), onA. 
Das Lied behandelt eine bündische Fahrt nach Siebenbürgen. 
Textprobe (3. und 4. Strophe): 

"Zogen die Ritter nach dem Osten, 

kämpften für Deutschland und für Gott. 

Wir sind nicht Ritter noch in Waffen, 

dienen wir doch der Fahne treu". 


Einmal wird's sein, daß alle Deutschen 
folgen nur einer Trommel Ton". 

In: 

Folget der Fahne und dem Führer (1934). 


Folkerts, Hero 
Bremen, 12. Oktober 1898 - Velbert, 18. Januar 1959. 

Dr. jur. 1924. 1931-33 in Essen Komponist, Dirigent; 1933-46 Städt. 
Musikdirektor in Gelsenkirchen, Leiter des Städt. Musikvereins, 1935-40 
der sommerlichen Sinfoniekonzerte in Bad Salzuflen. 

Nach 1946 Musikdirektor in Velbert. 
Werke: Musik für StreichOrch (1933); 2. Sinfonie (1944); 
Kammermusik, so 1. Streichquartett (1941) und Trio für Flöte, Violine und 
Viola (1951); Liederzyklen, auch nach Hebbel (1943); Madrigale. 


NSDAP seit 1/11/31, Nr. 458.450. 1933 Leiter der MA des KfdK, Ortsgruppe 
Gelsenkirchen; 1934 Leiter der Fachschaft IV bei der Kreismusikerschaft 
Gelsenkirchen der RMK. 1936 Städtischer Musikbeauftragter. 

Sinfonische Dichtung zur Schlageter-Heldenehrung (Werag, *26/V/33). 
1. Sinfonie. Dem Gedächtnis Albert Leo Schlageters gewidmet 
(Gelsenkirchen, 1935). 

März 1935, Bericht: 

"(...) hat hier ein Werk geschaffen, das von durchaus 
eigenpersönlichem Wert und ausgesprochen gegenwartsnaher Klang- und 
Stilprägung ist. In seiner dramatisch-heroischen Ausdrucksgebung und 
dem strengen Ernst seiner inneren Haltung ist es würdig des großen 
Toten, dessen es ehrend gedenkt (...)" (Wolfgang Steinecke: Neue 
Orchestermusik im Ruhrgebiet. "Die Musik" XXVIl/6, März 1935. S. 455). 
Schnitter Tod. Variationen für Orch (Gelsenkirchen, 1938). 

4. und 5. November 1940: 
Das 3. Sinfoniekonzert der Philharmon. Gesellschaft Bremen, Dot. 


e 1723 





H. Schnackenburg, bietet - erstmals - die "Schnitter Tod"-Variationen von 
Folkerts. 
5. November 1942: 
Das 4. Konzert der Stadt Oberhausen bietet - erstmals - "Schnitter 
Tod" von Folkerts, Dgt. selbst. 
Information: FA, KDMK. 


Foltz, Karl 
Süchteln bei Krefeld, 9. Juni 1918 - Köln, 21. Mai 1999. 
Musikpädagoge und Komponist zunächst in Süchteln, seit Juli 1936 in 
Essen, dann in Köln, hier1933 Lehrer an der Else-Lang-Schule. Im Krieg 
bei der Wehrmacht Funker. 

1946 Leiter seines Studios Musische Bewegungsbildung - später 
Musische Bildungsstätte - in Köln; er gründete 1949 das "Institut für 
basale Musikerziehung", das 1952 in den Musikschulverband eintrat, und 
erhielt 1982 das Bundesverdienstkreuz. Dann Leiter des Karl-Foltz- 
Instituts in Köln, des Karl-Foltz-Seminars für basale Musikerziehung und 
zusammen mit seiner Frau Else Lang-Foltz der Else-Lang-Schule. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP oder NSLB. 
Lied der Arbeit: Pack zu! Nimm ihn in deine Faust (T: G. Zemke) [T]. 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 2 (16. April 1936). 
Flamme, glüh auf! (T: H. Napiersky). Kantate - chorisches Spiel - zur 
Sonnenwende für Einzelsänger, Einzelsprecher, Singechor und 
Instrumente, Pauken und Landsknechtstrommeln ad libitum (1936) [T]. 
Hebt zum Schwure eure Hände! (T: H. Napiersky). Lied zur 
Sonnenwende aus "Flamme, glüh auf". 
Textprobe (2. Strophe): 

"Unsres Volkes heilge Güter 

werden nimmermehr vergehn. 

Seid der Flamme treue Hüter, 

laßt den Glauben neu erstehn!" 
In: 
Musikbuch (1941); Frisch gesungen, Musikbuch A, B (291941). 
Schwarze Fahne, halte Stand! (eigener T). Trutzlied. Satz mit 
Begleitung von Fanfare und Landsknechtstrommel: H. Jentsch und R. 
Heyden [T]. 

Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Wehe, Fahne, weh zum Sturm! 

Wer dich anspeit, ist ein Wurm. 

Gleich dem Wurm wird er zertreten, 

keine Zeit hat er zum Beten. 


Schwarze Fahne, halte Stand! 
Sturmgewitter ziehn durchs Land. 
Wehe trotzig wie bisher... 


F 1724 





Fahne, morgen siegt das Heer!" 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ) 17 (1935); RJF, Junge Gefolgschaft 1 (1936). 
Op. 8. Erntedanklied der Deutschen: Erde, du bist das Korn (T: H. 
Claudius). Eine Erntemusik für MCh und Knabenchor/ gemCh a cappella 
(1938) [T]. 
Op. 9. Deutsche Hymne: Land der ewigen Gedanken (T: H. Claudius), 
für Astimmigen gemCh/ MCh (1939) [Sc]. 
Fachet die Flamme an. Chor zur Wintersonnenwende, 4stimmig mit 
StreichOrch. 
In: 
Der junge Chor 5 (1940). 
Op. 11. Es schlägt ein fremder Fink im Land (T: H. Löns). MCh (1940) 
LT]. 
Ein Feuer soll entflammen. Einstimmige Lieder in Melodie und Text 
(1939; Köln, 1940) [T]. 
Inhalt: 
1. Wer folgt, wo unsre Fahne weht (T: H. K.). - 2. Marsch, marsch, 
marschiert. - 3. Schwarze Fahne, halte Stand (eigener T). - 4. Lied 
der Arbeit. - 5. Wir schreiten aus dunklen Nächten. - 6. Ein Feuer 
soll entflammen (T: H. Napiersky). - 7. Sonnwendchoral. - 8. Feuer 
brennen auf allen Höhn. - 9. Flammenlied: Kameraden! Fackelträger 
(T: H. Anacker). - 10. Was zweifelst du? (T: B. von Schirach). - 11. Nun 
brenne, Lied (T: H. Lenaerts). 
Sonnenwendchoral: Die Flamme lodert hell zum Firmament (eigener 
T). 
Textprobe (2. Strophe): 
"In dunkler Nacht 
glüht uns ein heller Brand. 
Wir reichen schweigend 
uns zum Schwur die Hand 
und weihen uns dem 
ew'gen Reich". 
In: 
Uns geht die Sonne nicht unter, Neue Folge 1 (1936, Textausgabe 1941). 
Lied der Arbeit: Pack zu! (T: Georg Zemke) [T]. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Schlag zu! Du triffst des Volkes Not 
mit deinen Hammerschlägen. 
Auch auf dem Amboß wächst das Brot 
und reift sein Erntesegen". 
In: 
Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); RJF, 
Liederblatt der HJ 37 (1938). 
Soldaten des Führers. Lieder (1941, erweiterte 21943) [V]. 
Die 1. Auflage ist im Leihverkehr der deutschen Bibliotheken nicht 
mehr verfügbar. 


F 1725 





Motto des Herausgebers: 
"Soldaten, Kameraden, unser Führer geht voran. 
Soldaten, Kameraden, und wir folgen Mann für Mann". 
Inhalt (21943): 
1. Heut erbebt die ganze Erde wieder vom Kolonnentritt (T: B. 
Hohensinner; eigener Kehrreim mit Hitlerhuldigung). - 2. Soldaten des 
Führers: In langen Reihn marschieren wir, vergessen ist das Gestern (T: 
E. Sachs). - 3. Soldatenlied: Morgenrot durch Pulverdämpfe glutet über 
Frühlingsflur (T: W. Pauck). - 4. Der Becher geht reihum und wandert 
von Mund zu Mund (T: R. Kreutzer). - 5. Trommellied: Wo immer wir 
marschieren, die Trommel ist dabei (T: Max Rothfuß). - 6. Und heller 
wird es tagen: Und wieder klingt der Trommelschlag, die Pfeifen 
jubilieren (T: Egon Tschirsch). - 7. Marsch, marsch, marschiert, die 
Trommel gerührt! (T: H. Lenaerts). - 8. Unsre Gewehre sind blitzende 
Spaten, unsre Granaten sind harter Stein (T: Peter Hagen, H. ]. 
Nierentz). - 9. Rüstungsarbeiterlied: Wir stehen Tag und Nacht bereit, 
wenn wir die Waffen schmieden (T: R. Rupp). - 10. Wir 
Arbeitskameraden: Mit Schaufel und mit Spaten erfülln wir unsre Pflicht 
(T: onA). - 11. Greift die Fahne, Kameraden, die in Purpurfarben facht 
(T: aus "Das Lied der Getreuen"). - 12. Wer folgt, wo unsre Fahne 
weht, der ist wie wir Soldat (T: H. K.). - 13. Sieg: Stellt euch um die 
Standarte rund (T: B. von Schirach). - 14. Wir schreiten aus dunklen 
Nächten daher, die uns so lange geborgen (T: H. Napiersky). - 15. 
Feuer brennen auf allen Höhn, des Sieges leuchtende Flammen (T: H. 
Lenaerts). - 16. Nun brenne, Lied, dich in Herzen ein (T: H. Lenaerts). - 
17. Ein großes Herz verlangt die Zeit (T: Else Bauer-Bremecker). - 18. 
Das Lied vom Brote: Ein jeder muß ein Acker sein und Pflug für das Jahr 
und die Not (T: H. Baumann). - 19. Feldpostbrief: Während ich im 
Bunker liege, von dem Kampf des Tages müd (T: P. Aumüller), - 20. 
Weihnacht im Felde. - 21. Sonnwendchoral: Hebt zum Schwure eure 
Hände (T: H. Napiersky). - 22. Zu Pferde, zu Pferde, der Morgen leuchtet 
so hell (T: R. Rupp). 
Anhang: 
23. Rommellied: Es glüht der Sand, die Sonne schwelt und gibt uns das 
Geleit (T: nach W. Schäfer). - 24. Das neue Funkerlied: Ob im Felde 
oder Bunker, wir erfüllen unsre Pflicht (T: Funker K. Foltz, München 15. 9. 
1940). 
Westwallsoldaten: Der Mond steht überm Tale jetzt (T: M. Hausmann). 
Textprobe (2. Strophe): 
"Das Land verschwimmt in Glanz und Duft, 
im Walde wiehern Pferde; 
nach Pulver schmeckt und Rauch die Luft 
und nach zerrißner Erde. 
Westwallsoldaten, Westwallsoldaten, 
treu Tag und Nacht, 
Westwallsoldaten, Westwallsoldaten, 
wir halten Wacht". 


F 1726 





In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 8/9 (Juli 1940). 

Weihnacht im Felde: Zündet an den Lichterkranz, laßt uns fröhlich 
singen (eigener T). Aus "Soldaten des Führers". 

In: 

Kameraden laßt uns singen (21942). 

Lied der heimkehrenden Westmärker: Der Sieg ist unser, wir kehren 
(T: K. Seidelmann) (Januar 1941). 

In: 

Kameraden laßt uns singen (21942). 

Heimkehrerlied: Die Fahne, sie wehet hoch über freiem Land (T: K. 
Seidelmann) (Januar 1941). 

In: 

Kameraden laßt uns singen (21942). 


Rückblick, stark geschönt, 1964: 

"Im Übrigen gelang es mir, mich bei den führenden Leuten vor allem 
der HJ) so unbeliebt zu machen, daß ich 1938 ausgeschlossen wurde, was 
aber nicht die zu befürchtenden Auswirkungen hatte, da ich kurz darauf in 
den Reichsarbeitsdienst und anschließend in den Wehrdienst eingezogen 
wurde, und bei meiner Rückkehr aus der anschließenden 
Kriegsgefangenschaft - 1946 - war das ja alles zum Glück nicht mehr 
wichtig. Im Übrigen war ich damals so unbedeutend, daß die Tatsache 
meines Ausschlusses wohl im Trubel der Ereignisse oder der durch 
Kriegsereignisse geübten Nachsicht weiter keine Folgen mehr hatte, aber 
auch nicht groß haben konnte, da ich ja als Soldat anderes zu tun hatte, 
als zu komponieren" (Karl Foltz an Fred K. Prieberg, 27/1/64). 

Die HJ begrenzte das Mitgliederalter auf 18 Jahre; nur höhere 
Führerränge durften älter sein. 

Information: FA, RML, LdCh. 


Forneberg, Erich 
Betzdorf, 22. Februar 1903 - Wuppertal, 17. September 1972. 

Musikpädagoge; Studienassessor, später Oberstudienrat in Kirchen/ Sieg - 
Stand 1942: Musiklehrer an der Walter-Flex-Oberschule für J ungen, 
Musikreferent für verschiedene Zeitschriften und Fachlehrer für Musik am 
Studienseminar Wuppertal. 

Nach 1945 weiterhin in Wuppertal, zuletzt i. R. 
Werke: u. a. Richard Wagner im Musikunterricht der Oberstufe, unter 
besonderer Berücksichtigung der Meistersinger (Berlin, 1941); 
Stimmbildungsfibel (Frankfurt a. M., 1959). 


NSDAP ab 1/1V/40, Nr. 8.754.466. 
Volkslied und Rasse. Referat auf dem Lehrgang für Fest- und 
Feiergestaltung des NSLB, Gaue Koblenz-Trier und Düsseldorf (Schloß 
Friedewalt bei Betzdorf/ Sieg, Oktober 1937). 

Information: FA2. 


F 1727 





Forster, Georg 
um 1514 - 1568 


Nun schürz dich, Gretlein, schürz dich, du muß mit mir davon. Tanzlied 
aus "Außbund schöner teutscher Liedlein" (1549). 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 13 (23. September 1937); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938); Singende Mannschaft (1940). 

An die deutsche Nation: Frisch auf, in Gottes Namen, du werte 
deutsche Nation. Nach: Forster, "Newe teutsche Liedlein" (Nürnberg, 
1549). 

Vgl. Frisch auf in Gottes Namen 

In: 

Die Singstunde 62 (1934); Schlesische J ugend singt (1936); Lied über 
Deutschland (?1941). 


Förster, Hans (Johannes) 

Neustrelitz, 27. Oktober 1878 - ? 
Dirigent, am Konservatorium Dresden ausgebildet, Opernkapellmeister, 
auch Filmkapellmeister und Musikleiter in Frankfurt a. M., Am Erlenbruch 
128 (1943). 
Werke: u. a. Klavierlieder; Chöre für den NS-Chor Frankfurt, so "In 
meinem Gärtchen vor dem Haus" oder "Ich hab mein Herzeleid" (T: Franz 
Joseph Moehler). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Deutsches Gebet: Herr, laß uns nicht mit Augen der Zwerge sehn (T: H. 
Anacker), für Melodie mit Text/ Chor und Orch (UrS: SWF, 2/VI11/33). 

In: 

Liederbuch der NS-Frauenschaften (Kothe) (1933/34). 

Op. 20. Drei Bekenntnislieder für mittlere Singstimme und Klavier (1937) 
[HM]. 

1. Mahnung: Nun schweige mir jeder von seinem Leid (T: Will Vesper). - 
2. Hymne an Deutschland: Nun will ich aufflammen (T: J. M. Lutz). - 3. 
Berglied: Ach, ich kehr so gerne wieder (T: B. von Schirach). 

Musik zur Hörfolge Dietrich Eckart, zum 70. Geburtstag des Dichters 
(RS Frankfurt, *23/11/38, Schulfunk). 

Information: FA. Kein Eintrag mehr im DMK 1942. Laut Standesamt 
Neustrelitz (16/VIII/97) befinde sich beim Geburtseintrag Förster kein 
Sterbevermerk. Standesbeamter Eller, Frankfurt (1/IV/98), der noch im 
Juni 1997 Auskunft erteilt hatte, verweigerte diese plötzlich (Eller, Broos) 
mit Berufung auf das verfälschte PStG 8 61, also rechtswidrig. Damit 
raubte es dem Künstler das postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in 
der Nachwelt und betrog den Lexikographen um sein Grundrecht auf 
ungehinderte Berufsausübung. Das Institut für Stadtgeschichte 
(21/VII/98) teilte mit, Förster tauche in den seit 1949 wieder publizierten 
Adreßbüchern nicht mehr auf. Das Amt für Statistik, Wahlen und 


e 1728 





Einwohnerwesen Frankfurt (19/XI/98) ließ wissen, Förster sei nach 1945 
nicht mehr gemeldet gewesen. 


Förster, Oskar 
1851 - ? 
Kantor i. R. in Leipzig. 


Einheitsdrang (T: J. Goebbels) für MCh, am 8/1V/33 mit Huldigung an 
"unsern allverehrten Herrn Reichskanzler" Dr. Goebbels zugeschickt. 

Information: Das Sächs. Staatsarchiv Leipzig (4/V/99) konnte Förster 
nicht ermitteln. Das Grünflächenamt, Abt. Friedhöfe, der Stadt Leipzig 
(11/X/00) hat 1931-50 keinen Hinweis, 


Förster, Rudolf 
1860 - 1894 


Unsere Garde: Was zieht durch die Straßen mit klingendem Spiel hinaus 
auf das Feld zum Exerzieren (Das ist die Garde) (T: Paul Großmann). 
Marsch und Marschlied in vielen Fassungen, so von H. G. Schütz und H. 
Klein, 1934 für Klavier zu 4 Händen [Sc] und für Blasmusik: B. Kutsch 
[EL]. Schon in: "Stolz ziehn wir in die Schlacht". Soldatenlieder (München, 
1915). 
Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 
In: 
Jung Deutschland I (1933); [Sc] Marschbuch (1933); [Sc] Neue 
Marschmusik Il (1934); Ruhmreiche Banner | (1934); [HK] Standard- 
Marsch-Album (1935); Marsch-Musik I (1937). 
Die braune Garde. Marsch (Schles. FSt., 15/V/33). 
Es handelt sich um die Umtitelung des Originals "Unsere Garde" 
zwecks Aktualisierung. 
Vgl. Wer zieht dort im Sande die Straße einher? 


Fort mit den Grillen, fort mit den Sorgen, lustig ist das 
Wanderblut! (T: Volkslied, bearb. von F. Jöde). Wanderlied nach einem 
thüringischen Volkslied [K]. 

Vgl. Weg mit den Grillen. 

In: 

Das Soldatenlied (1932); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Unsere 
Lieder 8 (1938); RJF, Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel (1938); 
Zwanzig Lieder (1938); RJF, Liederblatt der HJ 91/92 (1940); RJF, 
Musikblätter der HJ 91/92 a (1940). 


e 1729 





Fortner, Wolfgang 
Leipzig, 12. Oktober 1907 - Heidelberg, 5. September 1937. 
Komponist und Musikpädagoge, Schüler von H. Grabner; 1931 Lehrer am 
Kirchenmusikalischen Institut der Ev. Landeskirche in Heidelberg, 1932 
vorübergehend in Leipzig. 1935 Gründer und Leiter des Heidelberger 
Kammerorchesters. 

Weil seine Einnahmen aus "ernsten Konzerten" 1942/43 auf 
1.089,20 RM zurückgegangen waren, erhielt er 2.000 RM aus dem 
Staatszuschuß für E-Komponisten. 

Nach 1945 auf der "Schwarzen Liste" der US-Militärregierung. 1947 
Lehrer an der Musikhochschule Freiburg i. Br., auch Professor, 1954 an der 
Musikakademie Detmold und 1957 wieder an der Hochschule Freiburg. 
1957 Präsident der deutschen Sektion der IGNM, auch langjähriger 
Präsident der Dramatiker-Union e.V.; 1964 Leiter der Musica-Viva- 
Konzerte des BR in München. Einzelmitglied des Dt. Musikrats, seit 1982 in 
dessen Ehrenrat. 1967-69 Mitglied im kulturpolit. Beirat des Auswärtigen 
Amtes, bis 1971 Vizepräsident der Deutschen Phono-Akademie. Er erhielt 
1948 den Franz-Schreker-Preis Berlin, 1960 den Bach-Preis der Stadt 
Hamburg, 1968 das Große Verdienstkreuz der BRD, gab dies jedoch 
zurück, als der spanische Informationsminister Iribarne solches erhielt, 
1972 den Reinhold-Schneider-Kulturpreis der Stadt Freiburg. 

Werke: u. a. Blockflötenwerk in drei Heften (1934); Choralsätze (1934), 
Sonatina für Klavier (1934); Deutsche Liedmesse (1935); Präambel und 
Fuge für Orgel (1935); Rondo nach schwäbischen Volkstänzen für Klavier 
(1935); Sinfonia concertante (1937); "Nuptiae Catulli" für Tenor, 
Kammerchor und KammerOrch (1937); Vier Gesänge nach Worten von 
Hölderlin (1940). 


NSDAP seit 1/1/40, Nr. 7.818.245, auf Antrag vom *1/1X/39, dem Tag des 
Kriegsbeginns, und HJ. Leiter des HJ-Bannorchesters Heidelberg. 


1933 

Denunziation: 

"Eigentlich sollte schon das Liedgut der Kestenberg-Leute stutzig 
machen (...). 

Die moderne weibliche Jugend hat zu singen: >Wir winden keine 
J ungfernkränze mehr, wir überwanden sie mit viel Vergnügen> (hierbei 
wird Webers Melodie verulkt). 

>Zweimal pro Woche wird die Nacht mit Liebelei und heißem Mund, 
als wär man Mann und Frau verbracht. Das ist schön und außerdem 
gesund<. 

>\Wer murmelt düster von verlorener Ehre? Seid nur so treu wie wir 
in euren Betten!< 

Schulmusik der Kestenberger! Gedichtet ist dieses wahrhaft staatlich 
empfohlene Lied von Erich Kästner, dem Mitarbeiter der Weltbühne. 
Vertont ist es von Wolfgang Fortner, Lehrer am Kirchenmusikalischen 
Institut in Heidelberg (...)" (Karl Grunsky: Der Kampf um deutsche Musik. 
Stuttgart, 1933. S. 46-47). 


e 1730 





1934 
Musik zur Sendung Trauer und Aufblick (T: R. G. Binding). Auftrag des 
SWF Frankfurt zum Heldengedenktag (UrS: SWF, *25/11/34). 
April 1934, Nachricht: 

"Das neue Konzert für Streichorchester von Wolfgang Fortner, das 
kürzlich in Basel mit außerordentlichem Erfolg uraufgeführt wurde, erlebte 
seine deutsche Uraufführung in einem Konzert des Kampfbundes für 
deutsche Kultur in Mannheim. Der Erfolg war wiederum sehr groß" ("ZfM" 
C1/4, April 1934. S. 468). 

Arbeit ist Ruhm (T: Max Barthel). Kantate zum Tag der nationalen Arbeit 
(RS Berlin, *1/V/34, Dgt. selbst). 
8. August 1934: 

Fortner leitet das FunkOrch Berlin in der Reihe "Junge Komponisten" 
mit eigenen Werken: 1. Konzert für StreichOrch. - 2. Sweelinck-Suite. - 3. 
"Est-ce-Mars?" Sechs Variationen über ein niederländisches Volkslied. - 4. 
Toccata (RS Berlin, 8/V111/34). 


1935 
Januar 1935, Zwingende Kraft: 

"Wolfgang Fortner (Heidelberg) ist der zwar nicht modernste - denn 
Modernität ist ja glücklicherweise heute nicht mehr ein Kennzeichen für 
das Neuartige um jeden Preis... - zweifellos aber der Unbändigste der 
diesmal zu Gehör gekommenen Kirchenmusiker: der textliche Vorwurf des 
46. Psalms gibt ihm die Grundlage einer kühnen, beinahe verwegenen 
durchweg atonalen Komposition, ohne daß diese Atonalität dabei als 
Absicht oder Manie empfunden werden könnte: Fortner ist ihr mit Haut 
und Haaren verschrieben und er beherrscht sie im Drang einer 
eigenwilligen, zweifellos aber zwingenden Kraft: selbst wer dieses Werk 
als Kunstwerk ablehnen muß, wird zugeben, daß es eine 
achtunggebietende Leistung ist, die einmal gefundene und bejahte Form 
mit Konsequenz und ohne Umbiegen durchzuhalten" (Gerhart Göhler, 
Dresden, in: "ZfM" CIl/1, Januar 1935. S. 79). 

6. April 1935, Ankündigung: 

"(...) ein Konzert für Streichorchester zur Aufführung. Wolfgang 
Fortner ist in seiner Musik ein Draufgänger im wahrsten Sinne des Wortes, 
und man soll beim Anhören seiner Musik nicht so sehr auf die 
Klangschönheit, als auf den charakteristischen temperamentvollen Zug 
achten" (Leipziger Brief. "RRG-Presse-Mitteilungen" Nr. 461, 6/1V/35, 
Blatt 7). 

8. April 1935: 

Hans Weisbach leitet das SinfonieOrch Leipzig für NSKG und 
Reichssender mit Fortners Konzert für StreichOrch (RS Leipzig, 8/1V/35). 
24. Mai 1935: 

Bei den Kammerkonzerten zeitgenössischer Musik in Nürnberg spielt 
Walther Köhler in der Heilig-Geist-Kirche - erstmals - Präambel und Fuge 
für Orgel von Fortner. 

Juli 1935: 
"Eine >Kantate< für gemCh, Sprechchor und Streichorchester von 


F 1731 





Karl Michael Komma erklang auf einer Kulturkundgebung der Heidelberger 
Studentenschaft als Uraufführung. Neben diesem Werk eines erst 
22jährigen sudetendeutschen Studenten brachte Wolfgang Fortner mit 
dem Collegium musicum >Drei Festmusiken für die Hitler-J ugend< von 
Wilhelm Maler zur ersten Aufführung" ("Deutsche Musik-Zeitung" XXXVI/7, 
Juli 1935. S. 57). 
2. November 1935: 

In der Preuß. Akademie der Künste bietet das BPhO, Dgt. Fortner, 
dessen Konzert für StreichOrch. 


1936 
24. Januar 1936: 

Im 3. Kammerkonzert für zeitgenössische Musik in Nürnberg spielt 
Adalbert Kalix - erstmals - das Rondo nach schwäbischen Volkstänzen für 
Klavier von Fortner. 

10. Februar 1936: 

Im RS Königsberg bietet Fortner sein Streicherkonzert im Programm 
"Zeitgenössische Musik". 

17. Februar 1936: 

Im RS Berlin bietet Fortner sein Concertino für Bratsche und 
KammerOrch. 

4. April 1936: 

Das Sinfonie- und Kurorchester Baden-Baden, Dgt. Herbert Albert, 
bietet im 1. Internationalen zeitgenössischen Musikfest Fortners Konzert 
für Cembalo und StreichOrch. Solistin: Li Stadelmann. 


11. April 1936: 
Im RS Berlin bietet Fortner seine "Blockflöten-Musik". 
3. Juni 1936: 


Im RS Frankfurt bietet Fortner sein Concertino für Bratsche und 
Kammerorchester. 
14. Juni 1936: 

Das 67. Tonkünstlerfest des ADMV bietet im Kirchenkonzert u. a. 
"Eine deutsche Liedmesse" von Fortner, Dgt. E. Mauersberger. 
12. Oktober 1936: 

Das 1. Städt. Sinfoniekonzert in Heidelberg, Dgt. K. Overhoff, bietet 
Fortners Concertino für Bratsche. 
26. Oktober 1936: 

Das BPhO, Dgt. C. Schuricht, bietet Fortners Sinfonia concertante 
(UA). 


1937 
Das Heidelberger KammerOrch, Dgt. Fortner, stellt im Arbeitskreis 
für neue Musik, München, Eröffnungskonzert 1937, zwei Spielmusiken zur 
NS-Feiergestaltung von Fritz Büchtger und Wilhelm Maler vor. 
18. März 1937: 
Das 1. Orchesterkonzert des 2. Internationalen Musikfestes in 
Baden-Baden, Dgt. H. Albert, bietet von Fortner die Sinfonia concertante. 


e 1732 





23. März 1937: 

In Leipzig findet ein Sendekonzert mit Fortners "Concertanter 
Sinfonie" statt (RS Leipzig, 23/111/37). 

Marsch zum Einzug der Hochschullehrer und der studentischen 
Mannschaften beim Jubiläum der Universität Göttingen (Göttingen, 1937). 
Musik zu einer Feier (Karlsruhe, * 7/V1/37, zum Fest der dt. 
Volksmusik, Hitlerjugend singt und spielt). 

Feierkantate: Von der Kraft der Gemeinschaft (T: W. Brockmeier), für 
gemCh und Orch zur 200-)J ahr-Feier der Universität Göttingen (UA: 
Göttingen, 26/V1/37, Dgt. selbst; Hamburg, *30/1/38) [Sc]. 

Die Sätze: 1. Fanfarenruf. - 2. Orchestersatz. - 3. Chor mit Orchester: Wir 
haben unser Leben nur empfangen, daß wir es tätig unserm Volk 
verbünden. - 4. Kanon zu 4 Gruppen: Du bist dir nicht zu eigen, noch 
dein, was du getan. - 5. Chorrezitativ: Ahn und Enkel fallen, werden bald 
zunicht. - 6. Schlußlied (mit Publikum): Du bist die Kette ohne Ende, ich 
bin nur deiner Glieder eins. 

31. Juni 1937, Bericht I: 

"Wolfgang Fortner, kaum dreißigjährig, ist heute eine der 
eigenwilligsten und klarst umrissenen Erscheinungen der jungen 
komponierenden Generation. Mit jedem Werk, welches er der 
Öffentlichkeit vorlegt, ist ein stetes nicht nur Weiter-, sondern vielmehr 
Höherentwickeln seines Stiles, seines handwerklichen Könnens und seiner 
schöpferischen Kraft erkennbar. Die vorliegende >Feierkantate< zeigt 
Einflüsse von Fortners praktischer Musikarbeit und ist als feierliche 
Repräsentationsmusik durchgestaltet. Mit Fanfaren, zwei kurzen 
Orchestersätzen, vierstimmigen Chören mit Orchester, einem Kanon zu 
vier Gruppen und einem abschließenden gemeinsam zu singenden Lied, ist 
hier eine hymnische Chorkantate von der Kraft der Gemeinschaft 
aufgebaut, >die sich in straffer Rhythmik und unmittelbarer 
Ausdruckskraft einer herben, wuchtigen Klangsprache als Gebrauchsmusik 
im besten Sinne ausließ<". ("VB", 31/V1/37). 

August 1937, Besprechung II: 

"Worte Wolfram Brockmeiers von der verpflichtenden Idee unserer 
deutschen Gegenwart legte Fortner seiner sechsteiligen Kantate zugrunde. 
Einleitende Fanfaren als Mahnruf und ein Orchestersatz umrahmen den 
Eingangschor mit seiner strengen Polyphonie, den vierstimmigen Kanon 
voll zwingender Symbolik >Du bist dir nicht zu eigen, noch dein, was du 
getan< und ein lockerer gehaltenes Chorrezitativ, sie führen zu dem 
gemeinsamen Schlußlied >Du bist die Kette ohne Ende<. Die Komposition 
(der Festlichen Halle für 3000 Personen entsprechend) ist auf 
Monumentalität gestellt, sie ist aus dem Geist eines neuen, kraftvollen 
Lebensgefühls, aus der Verbundenheit und Verpflichtung für eine große 
Idee geschrieben. Breite, schwingende Themen, weitzügige Melodien sind 
zu machtvoller Wirkung, vor allem in dem Herzstück, dem Kanon, 
gesteigert" (G. A. Trumpff: Göttinger Händelfest und Zweihundertjahrfeier 
der 
Universität. "ZfM" CIV/8, August 1937. S. 921). 


e 1733 





Oktober 1937: 

Beim Fest der deutschen Kirchenmusik in Berlin bietet P Raabe die 
Feierkantate von Fortner. 

30. November 1937: 

Ein Sendekonzert "Junge Mannschaft. Musik zur Feiergestaltung" im 
Gürzenich, Köln, Dgt. R. Schulz-Dornburg, bietet u. a. das Konzert für 
Streichinstrumente von Fortner (RS Köln, 30/X1/37). 

18. Dezember 1937, Beurteilung: 

"Der Wille Fortners, eigene Wege zu gehen und alles Epigonenhafte 
zu vermeiden, hat ihm wohl gelegentlich auch Angriffe eingetragen, die 
nicht immer unberechtigt gewesen sein mögen; indessen darf nach 
Fortners neuesten Werken wohl gesagt werden, daß er manches 
Schwankende und allzu Herbe, manches auch, was jugendliche Manier 
war, heute überwunden und abgestreift hat. Seine Kompositionen 
umfassen die verschiedensten musikalischen Gebiete, wiederholt hat er 
auch Beiträge zur nationalsozialistischen Feiergestaltung geschaffen 
(>Totenfeier<, >Kantate der Arbeit<, >Kantate nach Texten von 
Brockmeier zum Göttinger Universitätsjubiläum<, Festmusiken für die HJ 
usw.), die auch im Deutschen Rundfunk zu Gehör kamen. 

(...) Seine Verbundenheit zur Jugend zeigt sich auch in seiner 
Tätigkeit als Leiter des Heidelberger HJ -Orchesters. 

(...) Der zuständige Bannführer der Hitlerjugend schildert mir 
Fortner wie folgt. Durch sein Können, noch mehr aber durch seine 
sympathische Art der Arbeit hat er dieses Orchester sowohl 
leistungsmäßig als auch als Einheit auf eine beachtliche Höhe gebracht, 
sodaß das Orchester schon oft in Morgenfeiern, in 
Rundfunkveranstaltungen usw. Gelegenheit hatte, sein Können unter 
Beweis zu stellen. Fortner hat sich tadellos in die Gemeinschaft der HJ 
eingefügt, er ist ein bescheidener, vornehmer Charakter, der vor allen 
Dingen mit ganzem Herzen stets einsatzbereit bei seiner Arbeit in der 
Hitler-) ugend ist, obwohl er durch seine Arbeit als Komponist sehr belastet 
und auch außerhalb Heidelbergs zu tun hat. Er ist ein guter Kamerad. 
Auch seitens des zuständigen Kreisleiters wird mir Fortner als aufrechter 
Mensch mit grundanständiger Haltung und Gesinnung geschildert, der in 
der Lage ist, in seinem Fach gutes Vorbild zu sein und wertvolle Dienste zu 
leisten. Im Umgang mit Volksgenossen soll er aufgeschlossen sein und im 
Sinne wahrer Volksgemeinschaft handeln. Politisch wird er als zuverlässig 
und einwandfrei gehalten" (NSDAP Gau Berlin, Gau-Dozentenbundführer, 
an Prof. Dr. Fred Drissen, 18/X11/37. Quelle: BA Namensakte Fortner). 

Die Staatliche Hochschule für Musikerziehung in Berlin erwog eine 
Dozentur für Fortner. 


1938 
25. Januar 1938: 

"(...) Schwieriger mochte die Auswahl unter den vielen Namen und 
Richtungen der zeitgenössischen Musik zu treffen sein. Man entschied sich 
für eine Gelegenheitsarbeit des jungen Wolfgang 
Fortner, die Feierkantate für gemischten Chor und Orchester, die er zur 


e 1734 





Zweihundertjahrfeier der Universität Göttingen geschrieben hatte; Musik, 
die einen lapidaren klassizistischen Stil aufweist und gegenüber Bach und 
Reger beinahe primitiv erscheint, die aber doch in ihrer ganzen Haltung 
charakteristisch ist für die Richtung, in der ein großer Teil unserer J ugend 
die musikalische Erfüllung erwartet. (...)" (Josef Rufer: Erziehung zur 
Musik. "Berliner Allgemeine Zeitung", 25/1/38). 

Anlaß war die Musikwoche 1938 der Hochschule für Musikerziehung 
und Kirchenmusik, die eine Arbeitstagung der Musikerzieher aus Berlin 
und Brandenburg beinhaltete und mit einer Großkundgebung zum Tag der 
Machtübernahme am 30. Januar schloß. 

18. Februar 1938: 

Die Sendung "Heitere Musik der Jugend", Dgt. G. Maasz, bietet das 
Finale aus Fortners "Concertanter Sinfonie" (RS Köln, 18/11/38). 

19. Februar 1938, Bestätigung: 

"Aus welchem Grunde haben Sie Einwendungen gegen den 
Komponisten Fortner zu erheben? Wir halten F. für eine der wenigen 
kompositorischen Begabungen, von denen für unsere Bestrebungen etwas 
zu erwarten ist, weil er sich ohne Vorbehalt auf den Boden unserer 
Weltanschauung gestellt hat" (ARR, Hauptstelle Musik, Dr. Gerigk, an 
Reichsstudentenführung, Kulturamt, Rolf Schroth, 19/11/38. Quelle: BA NS 
15/3). 

4. März 1938, Paris: 

"Auf eine Einladung der Pariser Konzertgesellschaft >Triton< hin 
veranstaltete das von dem bekannten Komponisten Wolfgang Fortner 
geleitete Heidelberger Kammerorchester ein Konzert in der >Ecole 
normale de la musique< zu Paris. Das Programm umfaßte 
kammermusikalische Werke von Bach, Fortner, Höller, v. Borck und 
Bartök" ("AMZ" LXV/9, 4. März 1938. S. 152). 

2. Mai 1938: 

Das Orch des HJ-Bannes 109 Karlsruhe, Dgt. H. S. Wöhrlin, bietet 
zur Sendung die "Schwäbischen Volkstänze" von W. Fortner (RS Stuttgart, 
2/V/38). 

September 1938: 

Das 6. Internationale Festival in Venedig bietet Fortners 2. 
Streichquartett. 

Auftakt (1933; Berlin, *März 1939, 24. Stunde der Musik der Berliner 


HJ). 
1939 
Drei Feiermusiken, für 2 Violinen und Cello/ Streichquartett (1939) 
[K]. 
In: 


RJF, Musikblätter der HJ) 123 (1939). 
Instrumental-Spielbuch. Alte Originalsätze feierlichen Charakters, 
Festmusiken und deutsche Tänze (16. bis 18. Jh), hgb. von W. Fortner 
(1939) [Sc]. 
2. April 1939: 

Die Kammermusik des 4. Internationalen Musikfestes Baden-Baden, 


F 1735 





Ltg. G. E. Lessing, bietet Fortners 2. Streichquartett. Interpreten: 
Quartetto della Camerata Musicale Romana. 
25. April 1939: 

Fortner und sein HJ -Orch Heidelberg wirken mit in der Sendung 
"Dreiklang am Rhein. Die HJ-Orchester von Freiburg, Heidelberg und 
Karlsruhe". Musikalische Leitung: Fortner, W. Müllenberg und H. Wöhrlin 
(RS Stuttgart, 25/1V/39). 


1940 

Baumann: Tut auf das Tor. Lied zur Wintersonnenwende. Für zwei 
Frauen- und eine Männerstimme: Fortner. 

In: 

Der junge Chor 5 (1940). 

Baumann: Haltet eurer Herzen Feuer. Lied zur Wintersonnwende. Für 
zwei Frauen- und eine Männerstimme: Fortner. 

In: 

Der junge Chor 5 (1940). 

Du sollst ein Wegstück mit mir gehn. 

In: 

Singebuch für Frauenchor (21940). 

Baumann: Setzt ihr euren Helden Steine. Für FrCh: Fortner. 

In: 
Singebuch für Frauenchor (21940). 

Baumann: Wer zur Fahne rennt. Fahnenlied zum *30. Januar. Für zwei 
Frauen- und eine Männerstimme: Fortner. 

In: 

Der junge Chor 1 (1940). 

Heidelberger Liederblatt als Gedenken für die aus dem Lazarett 
entlassenen Soldaten hgb. i. A. des Reservelazaretts Heidelberg und in 
Verbindung mit der Kreisleitung der NSDAP von W. Fortner (o. J. = 1940). 

Inhalt: 
Feierlied 
1. Spitta, 1933: Heilig Vaterland. 
Soldatenlieder 
Friederizianisch 

2. Ich habe Lust, in weitem Feld zu streiten mit dem Feind. - 3. Friedrich 

II: (Der Hohenfriedberger Marsch) Auf, Ansbach-Dragoner! Auf, Ansbach- 


Bayreuth! 
1813 

4. Es leben die Soldaten so recht von Gottes Gnaden. 
1914 - 18 


5. Regiment sein Straßen zieht. - 6. Heeren, 21/XI1/1916 an der 
Westfront: Morgen marschieren wir in Feindesland. - 7. Die blauen 
Dragoner sie reiten. - 8. Pionierlied aus dem Weltkrieg, 1914: 
Argonnerwald um Mitternacht. - 9. 1917 in Flandern entstanden: (Der Tod 
in Flandern) Der Tod reit' auf einem kohlschwarzen Rappen. 

1933 
10. Napiersky: Es dröhnet der Marsch der Kolonne, der Tambour schlägt 


e 1736 





das Fell. - 11. Napiersky: Jetzt müssen wir marschieren, ich und mein 
Kamerad. 

Zum Beschluß 

12. von Zuccalmaglio: Kein schöner Land in dieser Zeit. 

Zum Geleit: 
"Lieber Kamerad! Wenn Du verwundet oder erkrankt aus Deiner 
Kameradschaft draußen an der Front zurückgekehrt bist in die Heimat, um 
hier Genesung zu finden, dann sollst Du Dich nicht in fremdem Land und 
unter fremden Menschen fühlen, sondern Du sollst, wo Du auch in Stadt 
oder Kreis Heidelberg aufgenommen wurdest, daheim sein. Du wirst hier 
Kameraden finden, die Deine schweren Stunden mit Dir teilen, noch mehr 
aber, die mit Dir fröhlich sind. 

Zum deutschen Soldaten gehört das deutsche Soldatenlied. Ich 
glaube, wir können dich nicht besser bei uns willkommen heißen, als mit 
diesem Heidelberger Liederblatt, das dir hier im Lararett und auch später, 
wenn Du zur Front oder in deine Heimat zurückgekehrt sein wirst, ein 
fröhlicher Begleiter und eine schöne Erinnerung sein soll. 

Die NSDAP. des Kreises Heidelberg sendet Dir kameradschaftlichen 
Gruß und herzliche Wünsche zu Deiner Genesung. 

Heil dem Führer! Wilhelm Seiler, Kreisleiter der NSDAP." 


1941 
8. März 1941: 

Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, bietet - erstmals - Fortners Capriccio 
und Finale. 

11. bis 13. März 1941: 

Fortner setzt das Heidelberger KammerOrch mit mehreren eigenen 
Werken für das Fest "Junge Musik in Heidelberg" ein. 

27. März 1941, Dirigent I: 

"Das Heidelberger Kammerorchester beendete seine 
Konzertreise durch Italien mit Konzerten in Rom und Fiume, nachdem es 
in Turin, Mailand, Perugia, Livorno und Florenz konzertiert hatte. Das unter 
Leitung des jungen, auch als Komponisten hervorragenden Dirigenten 
Wolfgang Fortner stehende Orchester errang sich begeisterten Beifall" 
("Hamburger Tageblatt", 27/111/41). 

September 1941, Dirigent II: 

"(...) seine erste Konzertreise ins Großdeutsche Reich antreten. 
Zunächst ging es nach Heidelberg auf Einladung des 
Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes, Universität 
Heidelberg, wo Wolfgang Fortner seine Sinfonia concertante mit Erfolg 
leitete. Schon im kraftgeladenen Kopfsatz fanden alle Streicher- und 
Bläsergruppen Gelegenheit, ihre ausgezeichnete Besetzung zu bewähren. 
Die rhapsodisch ausholenden Soli spielte klangschön und geschmeidig 
Konzertmeister Gregor. Dem stimmungsvollen Sarabandenrhythmus des 
Mittelsatzes folgte in übersprudelnder Laune das wieder als launische 
Kraftprobe angelegte Finale mit lustigen Schumann-Reminiszenzen" 
(Friedrich Baser: Erste Konzertreise des Straßburger Sinfonieorchesters. 
"Die Musik" XXXI11/12, September 1941. S. 441). 


F 1737 





Musiklehre und Kompositionsunterricht. Schriften zur 
Musikerziehung, hgb. von W. Stumme (1941) [K]. 
Zitat: 

"(...) Wenn Arnold Schönberg die Mathematik seiner Zwölf-Ton- 
Harmonik damit begründet, daß nach allem, was gewesen, ein 
Fortschreiten nur noch in diese Richtung möglich wäre, so ist dies wohl 
das äußerste Zeugnis einer Entwurzeltheit und es ist sichtbar, daß diese 
Entwicklung einem Nihilismus zutrieb (...). 

Mit der Klage über ein >verlorenes Paradies< ist jedoch nichts 
gewonnen, wohl aber läßt sich erkennend folgern, daß es 
außermusikalische Dinge sind, die eine Rettung aus dem geschilderten 
Zustand bringen müssen: die Bindung des Künstlers an eine über ihn 
hinausgehende Weltanschauung und seine kultische Funktion in einer aus 
ihr lebenden Gemeinschaft!" (S. 106). 

Dezember 1941, Weitere Erfolge: 

"Einen großen Uraufführungserfolg erlebte das jüngste 
Orchesterwerk >Ernste Musik< des bekannten Komponisten Wolfgang 
Fortner in Baden-Baden unter Leitung von GMD Lessing. Das >Capriccio 
und Finale< des gleichen Autors, das Elmendorff vor einem Jahr in 
Mannheim aus der Taufe hob, fand bei Aufführungen in Berlin, 
Braunschweig, Innsbruck, Stuttgart, Baden-Baden u. a. stärksten 
Widerhall bei Publikum und Presse" ("Die Musik" XXXIV/3, Dezember 
1941. S. 119). 

17. Dezember 1941: 

In der 6. Sendung der Reihe "Musik aus deutschen Landen" des 
Reichsrundfunks bietet R. Schulz-Dornburg die "Schwäbischen Volkstänze" 
von Fortner. 


1942 
Januar 1942: 

Das Dt. Institut im besetzten Paris veranstaltet gemeinsam mit der 
Groupe Collaboration im Chopinsaal des Maison Pleyel ein Konzert, in dem 
auch W. Fortner zu Gehör kommt. 

8. Januar 1942: 

Das 10. Gewandhauskonzert, Dgt. H. Abendroth, bietet - erstmals 
- Capriccio und Finale von Fortner. 

8. März 1942: 

Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, bietet die EA von Fortners Capriccio 
und Finale in Berlin. 


1943 

5. Februar 1943: 

Das 4. Abonnementskonzert der Stadt Wuppertal bietet - ohne 
Nennung des Titels - ein Werk von Fortner. 

Der Termin wurde jedoch auf den 15. Januar verlegt und das Werk 
Fortners durch das Cellokonzert von Karl Höller ersetzt. 
Vier kleine Stücke für Streicher (u. a. Frankfurt a. M., 1943, in der 
Heeresmusikschule, Vortragsabend "Musik des neuen Deutschland"). 


e 1738 





19. September 1943: 

In einer Sonderveranstaltung des Landessenders Reval spielt Arno 
Landmann an der Orgel im Dom zu Reval u. a. Toccata und Fuge von 
Fortner. 

Oktober 1943, Schlicht-volkstümlich: 

"Das bedeutendste Musikereignis der Heidelberger Konzertzeit lag 
ziemlich am Ausgang des Winters: die Uraufführung von Wolfgang 
Fortners Klavierkonzert in C-dur. Der heute 36-jährige, aus Leipzig 
stammende, in Heidelberg am Kirchenmusikalischen Institut wirkende 
Komponist schrieb es zum größten Teil im hohen Norden Norwegens. Das 
Konzert ist viersätzig angelegt, geht trotzdem nicht in die Breite. Es 
rechtfertigt einen zugeständnislos herben Klang aus den kunstvollen 
kontrapunktischen Durchführungen des thematischen Materials, aus 
fugierten Sätzen, ostinaten Führungen, aus elementarer Rhythmik, vor 
allem aber aus einer reichen Substanz, welche die plastisch und prägnant 
profilierten Motive bezeugen. W. Fortner schließt sein jüngstes Werk im 
linearen Denken dem Barock an, gestaltet architektonisch, nicht aus 
romantischer Ekstase, bejaht jedoch die klassische Konzertform im 
flächigen Einsatz von Solo und Orchester und führt so recht eigentlich drei 
Zeitalter der Musik mit gesunder Erlebniskraft, doch ohne 
Gefühlsüberfracht entwicklungsmäßig zu einer neuen Einheit zusammen. 
Im Schlußrondo wird das Material durch die frei harmonisierte Weise >All 
mein' Gedanken< aus dem Lochheimer Liederbuch und durch das 
Geusenlied >Bergen-op-Zoom< bereichert und alles Gedanklich- 
Strukturelle schlicht-volkstümlich formuliert" (Peter Funk, Heidelberg, in: 
"Musik im Kriege" 7-8, Oktober-November 1943. S. 148). 

Praeludium für Orgel (1943). 
In: 
Oberrheinisches Orgelbuch (1943). 


Kein Rückblick, 1963: 

"(....) aber sollen wir alles das wieder aufreißen? Selbstverständlich 
könnte ich einen Abend lang von Ärgerlichkeiten und Schwierigkeiten 
erzählen. 

(...) Das alles aktenkundig zu machen, dürfte schwer sein und reißt 
einen Sack voll Ärger auf. Wenn man sich die berühmten >1000 Jahre< 
mit diesen Dingen hat auseinandersetzen müssen, so ist man überaus 
glücklich, daß einem noch ein paar Jahre vergönnt worden sind, wo man 
in Freiheit arbeiten kann und sich selbst verwirklichen darf. Erlauben Sie 
mir, daß ich die Vergangenheit ruhen lasse (...)" (Wolfgang Fortner an 
Fred K. Prieberg, 11/111/63). 

Fortner ließ die Vergangenheit keineswegs ruhen, sondern sorgte für 
ein schmeichelhaftes Persönlichkeitsbild, indem er den Nachwuchs an 
Musikjournalisten anläßlich seines 75. Geburtstags mit falschen Fakten 
versorgte, so u. a. Uwe Lohrmann (Wolfgang Fortner. "Neue Zeitschrift für 
Musik" CXLIII/10, Oktober 1982. S. 25-34), Gerhard Schumacher ("Neue 
Zeitschrift für Musik" CXLIII/11, November 1982. S. 20-28) oder Eckardt 
van den Hoogen (Schallplattenfirma harmonia mundi, Werbeschrift). 


e 1739 





Geschichtsfälschung |, 1970: 

"So konnte es geschehen, daß ein prominenter deutscher 
Komponist, der >pädagogisch bedeutsame Arbeit mit einem 
Bannorchester der Hitlerjugend< geleistet und der am laufenden Band 
Auftragswerke für Feiern der >Bewegung< geschrieben hatte, dreißig 
Jahre nach der Machtergreifung - man lese und staune - die Leitung einer 
der wichtigsten Konzertreihen der Neuen Musik übernehmen durfte; das 
war nur darum möglich, weil er rechtzeitig von C-dur auf Zwölftontechnik 
umgeschaltet und eine ganze Generation junger Komponisten in diesem 
Sinne beeinflußt hatte" (Peter Jona Korn: Musikalische 
Umweltverschmutzung. Wiesbaden, 1970. S. 47). 

Die Unterschlagung des Namens macht nur Sinn, wenn einer dessen 
mögliche veranstalterische Gunst fürs eigene Oeuvre nicht aufs Spiel 
setzen möchte. Korn verschweigt natürlich, damit seine Polemik träfe, daß 
Fortner auch in der NS-Periode immer wieder dodekaphon arbeitete, also 
nicht später von C-dur dahin "umschaltete". Daß sein Kompositionsstil die 
Ernennung zum Musica-Viva-Leiter in München bewirkt habe, ist wilde 
Phantasie - schließlich hat Fortners Vorgänger in dieser Position, K. A. 
Hartmann, nicht zwölftönig komponiert. 

Geschichtsfälschung II, 1982: 

"(...) Es ist tröstlich, daß Geschichtsfälschung doch ein schlechtes 
Gewissen Macht, wie es sich manifestiert, in dem der Autor Dutzende 
kostbarer Zeilen verschwendet, um Fortner >im heutigen Sinne 
weitgehend als unpolitisch zu bezeichnen< - welche verräterische 
Formulierung! 

Tatsache ist, daß Pg. Fortner durch politisches Engagement, so u. a. 
die Schaffung von Feiermusik für die HJ und die Leitung des 
Bannorchesters Heidelberg, für das er die bei Schott publizierten 
Ausgaben alter Musik anfertigte, genau jene Rückenfreiheit bekam, die 
ihm bei seiner sonstigen Arbeit nützte, dazu wertvolle Erfahrungen mit 
>angewandter< Musik. Diese politische Taktik hatte durchaus 
künstlerische Folgen. Zwecks >Schonung< den Werkekatalog anzuführen, 
in dem zwischen 1938 und 1944 keine textgebundenen Werke >zu finden 
sind<, ist Leserverdummung. Bislang existiert kein lückenloses, also 
>ungereinigtes< Opusverzeichnis, und deswegen findet sich manches 
eben nicht, was Fortner trotz aller Feinsinnigkeit ab und an mit exquisiter 
>Grobschlächtigkeit politischer Manifestation< verbindet. Auch >aktuelle 
Porträts< sollten ein Mindestmaß an Ehrlichkeit aufweisen dürfen" (F. K. 
Prieberg: Leserbrief, 8/X1/82, unveröffentlicht, an "Neue Zeitschrift für 
Musik"). 

Der Brief bezieht sich auf das "Aktuelle Porträt: W. Fortner" von 
Uwe Lohrmann im "NZfM" Nr.10, Oktober 1982. S. 25-34). 
Geschichtsfälschung Ill, 19832: 

"(...) denn meine eigenen Kompositionen, die waren ja im Dritten 
Reich unerwünscht" (Fortner im Interview; Gudrun Stegen: Im 
Schnittpunkt von Geschichtsbewußtsein und Zeitgefühl. "Fono-Forum", 
Oktober 1982. S. 34-35). 


e 1740 





Geschichtsfälschung IV, 19832: 

(Fortners kompositorische Tätigkeit) "ruhte während der Zeit des 
Nationalsozialismus weitgehend oder zeichnete sich durch eine innere 
Emigration aus" (Gerhard Schumacher: Aktualität und 
Geschichtsbewußtsein als Vorgaben. Zu Wolfgang Fortners 
kompositorischen Prinzipien. "Neue Zeitschrift für Musik" CXLIII/11. 
November 1932. S. 20-28). 

Geschichtsfälschung V, 1982: 

Am Ende glückte sogar Fortners Verwandlung in einen "von brutaler 
Staatsmacht unterdrückten Künstler" (Dr. Eckardt van den Hoogen in einer 
Werbebroschüre der Schallplattenfirma "harmonia mundi", 1982). 
Geschichtsfälschung VI, 1983: 

"(...) Fortner (...) ist ja m. E. noch ein kleiner Fisch, auch wenn in 
seinem Falle die musikgeschichtliche Legendenbildung größer ist als in 
anderen Fällen (wie Egk usw.), weil es ihm und seinen Interpreten gelang, 
ihn für die 30er Jahre zum introvertierten Kirchenmusiker zu stilisieren. 
Aber das tut ja nicht nur der Verlag in seiner Werbung, das tun eben auch 
- wie sich bei dem einschlägigen Kolloquium bei dem Bayreuther Kongreß, 
dessen Zusammenfassung ich habe machen müssen und wovon ich eben 
Korrektur gelesen - Teile der Musikwissenschaft, wobei ich nicht einmal 
entscheiden mag, ob sie es wider besseres Wissen oder aus Unwissenheit 
tun. 

Als Fortner 1977 auf Antrag unseres Seminars die Ehrendoktorwürde 
verliehen bekam, saß ich in der Kommission. Die Zeit vor 1945 spielte 
keine Rolle. Ich glaube, niemand wußte davon (die meisten waren 
fachfremd und kannten Fortner nur als lokale Größe). Ich selbst stimmte 
trotz meiner Bedenken, die allerdings nicht politischer Natur waren, dafür. 
Nachdem ich mich nun inzwischen ja mit den 30er Jahren ein wenig 
beschäftigt habe, kann ich nur sagen, daß eine solche Kommission, hätte 
sie heute zu entscheiden, sich nicht mehr so leicht täte" (Dr. Albrecht 
Riethmüller, Mw. Seminar, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br., an F. 
K. Prieberg, 12/11/83). 

Auch bei Entscheidungen über sonstige Ehrungen ist die Zeit vor 
1945 wohlweislich stets ausgeklammert worden, als habe Geschichte der 
Persönlichkeiten erst danach begonnen. 

Geschichtsfälschung VII, 1998: 

"(...) Im Dritten Reich entsprach die Strenge von Fortners Musik - 
wie die seiner Freunde - auf natürliche Weise gleichermaßen der 
autoritären Einstellung seiner politischen Führung wie der der 
Kirchenältesten der Evangelischen Kirche. Die faschistischen Denkprozesse 
waren zu diesem Zeitpunkt bereits voll in Gang gekommen; schon 1931 
hatte Fortner eine Schuloper mit dem Titel Cress ertrinkt verfaßt, die die 
Opferbereitschaft des einzelnen für die größere Gemeinschaft beschwor 
(...)" (Kater Il. S. 327). 

"Der "DRPoH" setzt seinen unbedarften Eindruck vom Charakter der 
Musik Fortners gleich mit dem der politischen Führung und verschweigt, 
daß das Thema Opfer für die Gemeinschaft originär sozialistisch und links 
war (u. a. Brecht!). 


F 174] 





Kater mißbraucht zudem die Vokabel "faschistisch", indem er sie aus 
dem Bezug zum Mussolini-Imperium löst - nach Manier jener Linkskreise 
und Sprachregelung in "sozialistischen Staaten", die ihren Sozialismus 
nicht wortgleich neben dem National-"Sozialismus" ertragen konnten und 
diesen Terminus daher wider die historischen Fakten durch "Faschismus" 
ersetzten; dies ist nicht weniger Geschichtsfälschung. 
Geschichtsfälschung VIIl, 1998: 

"(...) Fortner, der genauso geschickt im Komponieren von >Feier- 
Kantaten< zum Jahrestag von Hitlers Machtergreifung wie in der 
Schöpfung religiös inspirierter Musik war (...)" (Kater Il. S. 328). 

Der "DRPoH" verschweigt, daß Fortner lediglich ein Werk mit dem 
Titel "Feierkantate" schrieb, nicht zum 30. Januar, sondern zur 200- 
Jahrfeier der Universität Göttingen; daß sie 1938 auch am Tag der 
Machtergreifung erklang, hat der Rechtsinhaber, nämlich der Verlag, zu 
vertreten. 

Geschichtsfälschung IX, 1998: 

"Er diente lange genug in der Wehrmacht, um vom Tod der 
Kameraden in den Schützengräben berührt zu sein, die er dann in Liedern 
zelebrieren konnte" (Kater Il. S. 328. Fehler im 
Original). 

Der "DRPoH" war nicht fähig festzustellen, daß Fortner nach kurzer 
Episode in Nordnorwegen wegen Krankheit "garnisonverwendungsfähig 
Heimat" (gvH) und nur zeitweilig im Sanitätsdienst in Heidelberg 
eingesetzt war; eigene Lieder auf gefallene Soldaten sind nicht 
nachweisbar und von Kater daher auch nicht benannt. 

Information: FA, MM2, KDMK (Bis auf die Feierkantate nennt das 
Werkverzeichnis keinen der oben angeführten Titel), RML, LdCh, SML, 
MGG, LdBl. 


Fradileut sind allzeit fröhlich (T: Ernst Kramer). Arbeitsdienstlied, 
zur Melodie "Musketier seins lust'ge Brüder". 
Textprobe (6. Strophe): 
"Zwanzig Wochen sind vorüber, 
und der Traum ist aus, 
dann schickt uns der Lagerführer 
wieder ohne, ohne Geld nach Haus". 
In: 
Das Lied des Arbeitsdienstes (1933; nur T). 
Fradi = Freiwilliger Arbeitsdienst vor der Zeit des RAD. Er war 
Jeweils auf fünf Monate befristet und aus öffentlichen Mitteln - zunächst 
noch der Weimarer Republik - kKärglich finanziert. 


Frage doch das Meer = Schwer mit den Schätzen des 
Orients beladen 


F 1742 





Fräle, ihr sollt hame gehn, euer Mann ist krank. Aus Ditfurth: 
"Fränkische Volkslieder". Titel: Weibersinn. 
In: 
Singkamerad, Anhang Mainfranken (1937). 


Franck, Cesar 
1822 - 1890 
In Belgien geborener Komponist, der die französische Staatsangehörigkeit 
annahm. Musikpublizistik und MW des NS-Staats bemühte sich zu 
beweisen, daß Franck "deutschblütig" und daher den kulturellen Aktiva 
des Hitlerreiches zuzurechnen sei. 


September 1940, Mit eindeutiger Gewißheit: 

"(...) Fassen wir das Ergebnis dieser genealogischen Untersuchung 
zusammen, so erkennen wir mit eindeutiger Gewißheit, daß Caesar Franck 
seinem Blute nach zum deutschen Volkstum voll und ganz gehörte. War 
seine väterliche Familie durch zweieinhalb Jahrhunderte hindurch in den 
Spitzen der Selbstverwaltung ihrer Heimat tätig, so bewies sie durch ihre 
Eheverbindungen ein ausgesprochen völkisches Empfinden, das ihnen die 
Reinerhaltung ihres deutschen Blutes zur Pflicht machte" (Eberhard 
Quadflieg: Caesar Francks deutsche Ahnen. "ZfM" CVII/9, September 
1940. S. 521). 

Die Eindeutschung des französischen Vornamens zu "Caesar" 
spiegelte kulturpolitisches Wunschdenken. Manche Musikbetrachter 
blieben jedoch beim korrekten "Cesar", so auch Paul Zschorlich in seinem 
Gedenkartikel zum 50. Todestag des Komponisten ("AMZ" LXVII/45, 8/XI/ 
40. S. 361-362) und sogar das von Abt. M des RMVP herausgegebene 
"Jahrbuch der deutschen Musik" 1943. 

4. Oktober 1940, Anweisung: 

"In der Zeitschrift für Musik steht ein großer Aufsatz über Cesar 
Franck - ein Deutscher. Zu seinem 50. Todestag im November kann das 
darin enthaltene Material verwertet werden, ohne daß die neuere 
Feststellung von der deutschen Abkunft des bisher dem belgischen 
Wallonentum zugeschriebenen Komponisten Anlaß für 
kulturchauvinistische Betrachtungen zu bieten braucht" (Kulturpolitische 
Pressekonferenz, 4/X/40. Quelle: BA ZSg. 192/62 fol. 1/Sammlung 
Sänger). 

25. Dezember 1940, Endgültig geklärt: 

"Auf denkwürdige Weise treffen die Ehrungen zum 50. Todestage 
Cesar Francks mit der Tatsache zusammen, daß der von jeher 
offenkundige romantisch-deutsche Zug von Francks Musik nunmehr auch 
aus der endgültig geklärten Volkstumszugehörigkeit des Komponisten 
gedeutet werden kann" (Herbert Eimert in: "Signale für die musikalische 
Welt" IIC/51-52, 25/X11/40. S. 493). 

Dezember 1940, Rein deutsche Abstammung: 

"Anläßlich des 50. Todestages von C&sar Franck spielte Prof. Dr. 

Hermann Keller in der Staatl. Hochschule für Musik, Stuttgart, Orgelwerke 


e 1743 





dieses Meisters. In einem einleitenden Vortrag wies Keller auf die rein 
deutsche Abstammung Francks hin und zeigte auf, wie sich diese Tatsache 
im Schaffen Francks, nicht zuletzt in seinen Orgelwerken, äußert" ("Die 
Musik" XXXI1l/3, Dezember 1940. S. 115). 

16. März 1941, Produkt deutscher Art: 

"(...) Dann aber wurde Franck als deutschen Blutes erkannt. Die 
kaum vor sich selber eingestandene innere Unsicherheit und Verwirrung 
war gelöst. Des Meisters Feder hatten also jene unbewußten Urkräfte 
geführt, die auch in anderen deutschen Männern der Tonkunst gewirkt 
haben. 

(...) Da und dort brechen Francksche Dämonien durch, und zugleich 
ist eine gewisse Süße des Ausdrucks wohl als Einfluß der französischen 
>Umwelt< auch in diesem Werke spürbar. Ein undeutscher Rest dieser Art 
wird bei ihm naturgemäß immer anzutreffen sein. Das Problem Franck 
enträtselt, den ungemein sympathischen Menschen und fruchtbaren 
Komponisten als Produkt deutscher Art zu allgemeinem Bewußtsein 
gebracht zu haben, ist ein Verdienst, das der intensiven Ahnenforschung 
des neuen Deutschland zu danken ist" (Fritz Brust: Der enträtselte Caesar 
Franck. "Das Reich", 16/111/41). 

Brust befaßte sich u. a. mit Francks Sonate für Violine und Klavier 
A-dur. 

3. April 1941: 

Der Jüdische Kulturbund Berlin führt die Sinfonie D-moll von Franck 
auf. 

Er verhöhnte damit die Eindeutschung Francks. 

1942, Bauern- und Herrenblut: 

"Es war das väterliche Bauern- und Herrenblut, das plötzlich in ihm 
aufgestanden war und ihm die Kraft zum Widerstand gegen seine Feinde 
und Neider und das unbesiegliche Vertrauen zu sich selber einflößte. Ohne 
daß es ihm zum Bewußtsein gekommen wäre, blieb er so in seinem 
Besten dennoch mit Ahnen und Heimat verbunden und mußte er, ob er 
wollte oder nicht, nach dem >Gesetze< leben und wirken, nach dem sie 
ihn geheißen hatten >anzutreten" (...)" (Reinhold Zimmermann: Cäsar 
Franck. Ein deutscher Musiker in Paris. Nordwest-Reihe, Folge 11. Aachen, 
1942. S. 8). 

1942, Wurzel: 

"So will auch dieses Buch zu seinem Teil altes Unrecht wieder 
gutmachen und den geistigen und seelischen Bereichen deutschen Wesens 
ein Stück zurückerobern, das uns durch planmäßige 
Vernebelungsversuche unserer westlichen Nachbarn, aber auch durch 
unsere eigene Gleichgültigkeit verlorengegangen war. Der Leser wird 
ermessen, welch freudige Bestätigung der Verfasser bei seiner Arbeit darin 
fand, daß mit den alten deutschen Gebieten Eupen, Malmedy und 
Moresnet nun auch die alte Heimat der Familie Franck wieder zum 
Deutschen Reich zurückgekehrt ist; und wie diese von nun an für immer 
mit unserem Vaterland verbunden bleiben soll, so möge auch das Werk 
Cäsar Francks in den Herzen der Deutschen Wurzel fassen und für alle Zeit 
zu Hause sein" (Wilhelm Mohr: Cäsar Franck. Ein deutscher Musiker. 


F 1744 





Stuttgart, 1942. Vorwort, Seite X). 
24. April 1942, Sprachregelung: 

"Die Sprachregelung, daß der Vorname des Musikers Cesar Franck 
nicht mehr französisch sondern >Cäsar< geschrieben werden soll, wird 
nicht mehr allgemein beachtet" (Kulturpolitische Pressekonferenz, 
24/1V/42. Quelle: BA und AP). 

5. November 1943: 

Das Große Orch von Radio Paris mit La Chorale Emile Passani und 
mehreren Solisten, so Marcel Dupr& (Orgel), Dgt. Jean Fournet, bietet ein 
"Festival de musique francaise - CEsar Franck". 

Dies war eine Herausforderung der Besatzungsmacht, die jedoch 
nicht eingreifen konnte. 


Franck (Frank), Johann Wolfgang 
1641 - um 1696 


Heilge Nacht, ich grüße dich, die den Tag geboren (T: nach Heinrich 
Elmenhorst, 1632-1704). Abendlied (1681). 

In: 

Von deutschem Glauben (21939). 


Franck, Melchior 
um 1573 - 1639 


Die liebe Maienzeit mein ganzes Herz erfreut (1611). 

In: 

NSLB, Unser Lied 2 (21935); Lobeda-Singebuch 1 (1936); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938). 

Gen Himmel aufgefahren ist der Ehrenkönig Jesu Christ (T: in den 
"Geistlichen deutschen Liedern" von B. Gesius, Frankfurt a. O., 1601). 
Himmelfahrtslied. 

In: 

Lobeda-Singebuch 1 (1936). 


Franckenstein, Clemens Freiherr von und zu 

Wiesentheid/ Unterfranken, 14. Juli 1875 - Hechendorf am Pilsensee/ 
Oberbayern, 22. August 1942. 
Schüler von L. Thuille und Iwan Knorr, Orchesterdirigent und Komponist in 
München, 1924-34 Generalintendant der Bayer. Staatstheater in München, 
dann i. R. in Hechendorf. 
Werke: u. a. Drei Gesänge für Alt und Klavier Op. 49 (1934); Präludium 
für Orch Op. 50 (1934); Vier Tänze für Orch Op. 52 (1940). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Festliche Musik für Orch (RS Hamburg, *20/1V/35). 


F 1745 





26. September 1935: 

Das 1. Sinfoniekonzert der Stadt Baden-Baden, Dgt. H. Albert, bietet 
das Präludium Op. 50 (UA) von C. von Franckenstein. 
Juni 1942, Trotzdem: 

"Die chinesische Märchenoper >Li-Tai-Pe< von Clemens von 
Franckenstein nach dem Textbuch des Juden Rudolf Lothar erwies sich bei 
ihrer theatralischen Auferstehung im Tiroler Landestheater als großer 
Premierenerfolg" (Hinrich Schlüter, Innsbruck, in: "Die Musik" XXXIV/9, 
Juni 1942. S. 305). 

Die Oper war auch schon in der Saison 1934/35 mit sechs 
Aufführungen und dann in Wiesbaden - Intendant: Karl von Schirach - am 
10/X1/37 wieder auf die Bühne gekommen; hier war sie für fünf 
Aufführungen gut, jedoch verschwieg der Wiesbadener Musikreferent 
Wolfram Waldschmidt ("Wiesbadener Tagblatt" Nr. 264, 11/XI/37) den 
Namen des Textdichters. 

Oktober 1942, Nachruf: 

"Clemens Freiherr von Franckenstein, der ehemalige 
Generalintendant der Bayerischen Staatstheater, starb im Alter von 67 
Jahren in Hechendorf am Pilsensee, wohin er sich schon vor Jahren 
zurückgezogen hatte. Im mainfränkischen Wiesentheid geboren, vom 
Vater zum Juristen bestimmt, schwenkte von Franckenstein schon als 
Student zur Musik um und studierte in München und Frankfurt a. M. Nach 
Konzertreisen durch Amerika, England, Schottland und Irland und längerer 
Tätigkeit an den Hoftheatern zu Wiesbaden und Berlin übernahm er im 
Jahre 1912 die Leitung der Münchener Hofoper, die er mit einer 
mehrjährigen, durch die Novemberrevolte 1918 erzwungenen 
Unterbrechung bis zum Jahre 1934 innehatte. Väterlicherseits aus 
österreichischem und von seiten der Mutter aus unterfränkischem Stamm, 
behauptete er in seinem Schaffen eine kultivierte Empfindsamkeit, die 
seine romantische Palette um die Farben des Impressionismus 
bereicherte. Von seinen Opern hat sich neben >Griseldis< und 
>Fortunatus< vor allem die 1920 in Hamburg uraufgeführte >Li-Tai-Pe< 
zahlreiche Bühnen erobert. Aber auch seine Lieder, Gesänge und 
Orchesterwerke, die in ihrer gewählten Tonsprache gefielen, drangen weit 
über seinen Wirkungskreis hinaus. Als Theaterleiter war er jedem 
Experiment abgeneigt. Seine Sorge galt der Erhaltung eines 
ausgezeichneten Ensembles von Sängern und Instrumentalkünstlern und 
der großen Meisterwerke des In- und Auslandes im Sinne vornehmer 
Repräsentation" (Hzg. = Friedrich Wilhelm Herzog: Verstummte Musik. 
"Die Musik" XXXV/1, Oktober 1942. S. 30). 

Information: DNML, DML, FA. 


Franczok, Bruno 
Hermsdorf bei Berlin, 29. September 1893 - ? 
Militärmusiker; ab 1/X/15 bei der 3. Marine-Artillerie-Abteilung in Lehe. 
1918 demobilisiert, ab 1/X/26 bei der Reichswehr, 6. (Preuß.) AR. 
1933-36 Musikmeisterausbildung an der Musikhochschule Berlin, dann MM 


F 1746 





beim Trompeterkorps des AR 9 in Siegen, zum 1/V1/39 dem AR 26 
zugeteilt, seit 1/VIII/40 OMM, zum 1/VI11/43 StMM. An der Ostfront 
eingesetzt und April bis Dezember 1945 in sowj. Kriegsgefangenschaft. 


Deutscher Geist. Marsch (Siegen, März 1939, im Heereskonzert des 
Standorts zum Besten des WHW als Zugabe, Dgt. F. Deisenroth). 

Information: Das LA Berlin (23/VI/04, 5/VII/04) konnte Franczok 
nicht ermitteln. Verbleib nach 1945 unbekannt. 


Frank, Hans 
Karlsruhe, 23. Mai 1900 - Nürnberg, 16. Oktober 1946 (als 

Kriegsverbrecher hingerichtet). 
Jurist, ab 1926 Rechtsanwalt in München und Rechtsbeistand Hitlers. 
Reichsleiter der NSDAP und 1933/34 bayerischer Justizminister und 
Reichskommissar für die Justiz, seit Ende 1934 Reichsj ustizminister. Am 
12/X/39 von Hitler zum Generalgouverneur für die besetzten polnischen 
Gebiete ernannt - mit Amtssitz auf der Burg zu Krakau. 

1945 von den Allierten inhaftiert, dann zur Aburteilung dem 
Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg überstellt. 


1939 
31. Oktober 1939: 

In Lodsch findet eine Besprechung zwischen Dr. Goebbels, Frank, 
Ministerialrat Müller, Gauamtsleiter Dr. Fischer, Reichsminister Seyss- 
Inquart, Reichsamtsleiter Dr. du Prel u. a. statt, in der die Kulturlenkung 
im Generalgouvernement fetsgelegt wird. 


1940 

"Polnische musikalische Darbietungen sind zu gestatten, wenn sie 
nur der Unterhaltung dienen; Konzerte, die durch ihr hochstehendes 
Programm den Besuchern ein künstlerisches Erlebnis vermitteln sollen, 
sind zu verbieten. Aus der polnischen Musik sind zu verbieten: Märsche, 
Volks- und Nationallieder, sowie alle klassischen Stücke (...). 

Die Vorführung des ernsten Schauspiels und der Oper sind für Polen 
verboten" (Kulturpolitische Richtlinien der Abt. Volksaufklärung und 
Propaganda an die Kreishauptmänner, 1940. Abdruck in: Karol Marian 
Pospieszalski, "Hitlerowskie "prawo< okupacyjne w Polsce". Documenta 
Occupationis VI. Poznän, 1958 S. 409). 

9. Februar 1940, Tag der Machtübernahme: 

"Krakau. Anläßlich des Tages der Machtübernahme gastierte die 
Schlesische Philharmonie unter Generalmusikdirektor Wüst im Deutschen 
Theater zu Krakau (...). 

Ebenso wurde die feierliche Gedenkstunde am 30. Januar, in deren 
Mittelpunkt eine Ansprache des Generalgouverneurs für die besetzten 
polnischen Gebiete, Reichsministers Dr. Frank, stand, vom gleichen 
Orchester musikalisch umrahmt" ("AMZ" LXVII/6, 9/11/40. S. 48). 


F 1747 





8. März 1940: 

Unter diesem Datum erscheint die Verordnung über die kulturelle 
Betätigung im Generalgouvernement. 

Zitat: 

"& 1] - Wer sich im Generalgouvernement Öffentlich auf dem Gebiete 
der Musik, der bildenden Künste, des Theaters, des Films, des 
Schrifttums, der Presse und des Lichtbildwesens betätigt, unterliegt der 
Aufsicht der Abteilung Volksaufklärung und Propaganda im Amt des 
Generalgouverneurs. Die Aufsicht wird nach den Weisungen des Leiters 
der Abteilung Volksaufklärung und Propaganda im Amt des 
Generalgouverneurs durch die Chefs der Distrikte ausgeübt (...)" (Abdruck 
in K. M. Pospieszalski: Documenta Occupationis VI. Poznan 1958. S. 421). 

Die Praxis bestimmte sich nach zwei Durchführungsvorschriften, 
deren zweite - 18/VIII/40 - eine Meldepflicht vorsah. 

10. Mai 1940: 

"Es ist beabsichtigt, ein Konzert des Wiener Symphonischen 
Orchesters in Krakau zu veranlassen. Ich halte es für besonders glücklich, 
wenn der vom Herrn Generalgouverneur gewünschte Besuch des 
Generalmusikdirektors Richard Strauß mit diesem Gastspiel verknüpft 
werden könnte. Wenn es dem Herrn Generalmusikdirektor möglich ist, 
würde ich es begrüßen, wenn er einige oder wenigstens ein Musikstück 
des Orchesters dirigieren könnte. Es ist zumindest geplant, eine Ouvertüre 
von Richard Strauß aufzuführen, vielleicht aber auch mehrere Werke und 
einige andere dazu passende Musikstücke deutscher Meister. Wieweit der 
Meister selbst dirigieren will, ist ihm natürlich völlig freigestellt. Da mir 
aber bekannt ist, daß er die Wiener Symphoniker bereits mehrfach 
dirigiert hat, dürfte ihm wohl gerade dieses Orchester genehm sein. Ich 
bitte um eine Unterredung mit dem Herrn Generalmusikdirektor und um 
baldigen Bescheid, ob die Reise zu diesem Termin für ihn möglich ist" 
(Amt des Generalgouverneurs für die besetzten polnischen Gebiete, Abt. 
Volksaufklärung und Propaganda, Dr. H. Kurtz, an Reichsamtsleiter 
Eisenlohr, Reichsrechtsamt, 10/V/40. Quelle: BA Namensakte Strauss). 

Gemeint war das "Stadtorchester Wiener Symphoniker", das Hans 
Weisbach leitete. 

12. Mai 1940: 

Mit Schreiben an Reichsamtsleiter Eisenlohr macht Dr. Roesen darauf 
aufmerksam, daß Strauss seine Dirigentenlaufbahn beendet habe und 
gesundheitliche Gründe den Verzicht auf die Reise nach Krakau 
nahelegten. 

8. Juli 1940: 

Bei einer Unterredung mit Hitler läßt sich Frank für Krakau ein fast 
ganz aus polnischen Musikern zu bildendes Orchester bewilligen und nennt 
es "Philharmonie des Generalgouvernements". 

August 1940, Konzertreise: 

"Das Landesorchester Gau Württemberg-Hohenzollern kehrte 
soeben von einer erfolgreichen Konzertreise durch das 
Generalgouvernement zurück. Durch Vermittlung des Deutschen Auslands- 
Instituts in Stuttgart hatte die Abteilung für Volksaufklärung und 


e 1748 





Propaganda im Amt des Generalgouverneurs für die besetzten Gebiete 
Polens das Orchester eingeladen zu einer Reihe von Konzerten, die in 
erster Linie für die Reichs- und Volksdeutschen, sowie für die Wehrmacht 
gedacht waren. In Anbetracht der schwierigen Reise- und 
Unterkunftsverhältnisse, die die Reise des ganzen Orchesters unmöglich 
machten, stellte der Leiter des Orchesters, Gerhard Maaß, eine 
Kammergruppe von 22 Mann zusammen, die am 10. Juni von Stuttgart 
über Prag nach Krakau fuhr. 

(...) Konzerte im >Deutschen Haus< zu Rzeszow, in Jaroslau, 
Przemysl (...) 

Weiter ging es nach Jaslo und Sanok, im Gebiete des Südostens, in 
denen Ukrainer den größten Teil der Bevölkerung stellen. Das freundliche 
Einvernehmen, in dem hier die Zusammenarbeit der deutschen Behörden 
mit der Bevölkerung läuft, fand seinen Ausdruck darin, daß hier die 
Konzerte auch der ukrainischen und polnischen Bevölkerung offenstanden, 
wovon, wie der sehr starke Besuch bewies, sehr lebhaft Gebrauch 
gemacht wurde. 

"(...) Tarnow, Zakopane, Krakau (...) 

Generalgouverneur Reichsminister Dr. Frank, der nachmittags den 
Leiter des Orchesters, Gerhard Maaß, zum Tee empfangen hatte, war 
persönlich erschienen und wohnte dem Konzert bei (...)" ("ZfM" CVII/8, 
August 1940. S. 485). 

9. August 1940, Eigenes Orchester: 

"Dr. Hanns Rohr (München) wurde vom Generalgouverneur 
Reichsminister Dr. Frank beauftragt, aus Kräften der ehemaligen 
Warschauer Opern- und Konzertorchester und weiteren Künstlern aus dem 
Bezirk ein erstklassiges Konzertorchester zu bilden, das unter dem Namen 
>Philharmonie des Generalgouvernements< seinen Sitz in Krakau haben 
soll" ("AMZ" LXVII/32-33, 9/VIII/40. S. 256). 

1. September 1940: 

Unter dem Protektorat von Generalgouverneur Frank findet die 
feierliche Einweihung des Staatstheaters des GG in Krakau statt, der 
Reichsminister Dr. Goebbels, der bayerische Ministerpräsident Siebert und 
weitere hohe Gäste aus dem Reich und dem GG beiwohnen. Zum auftakt 
erklingt Beethovens Ouvertüre "Coriolan". 

27. Oktober 1940, Gastspiele TI: 

"Am 27. Oktober folgte die Staatsoper einer Einladung des 
Generalgouverneurs Reichsministers Dr. Frank nach Krakau und führte 
Mozarts >Entführung aus dem Serail< auf. Die Reise war geleitet von 
Direktor Dr. Erwin Kerber" ("ZfM" CVII/12, Dezember 1940. S. 808). 

Die Rede ist von der Wiener Staatsoper. 


1941 
27. Februar 1941: 

Frank richtet einen persönlichen Brief an H. Pfitzner und bedankt 
sich für dessen Zusage eines Sonderkonzerts im nächsten Jahr in Krakau 
(Quelle: BAR 52 II/ 4. Blatt 23). 

März 1941, Gastspiel, umgekehrt: 


e 1749 





"Mit einer Klanggestaltung, wie wir sie von den bekannten 
Kosakenchören her kennen, wartete der unter der Schirmherrschaft von 
Generalgouverneur Reichsminister Dr. Frank stehende Ukrainische 
Nationalchor des Generalgouvernements auf, der sich zum erstenmal in 
Berlin hören ließ. Die Tonfülle, die ungemein feine Dynamik und die fast 
instrumentale Exaktheit, die der Dirigent Wolodymyr Boschyk entwickelt, 
wird mit bewußtem künstlerischen Streben weniger der Virtuosität als 
vielmehr der Verkündung des reichen und schönen ukrainischen Liedgutes 
dienstbar gemacht, das für das ukrainische Volk die Rettung des eigenen 
Volkstums in den Zeiten der schlimmsten Unterdrückung bedeutete" 
(Hermann Killer in: "Die Musik" XXXIl1/6, März 1941. S. 224). 

3. September 1941: 

Das Staatstheater des GG bietet mit neuem eigenem 
Opernensemble die Krakauer EA von Webers Oper "Der Freischütz" in 
Anwesenheit von Generalgouverneur Frank. 

27. September 1941, Warten auf Pfitzner: 

"Zu meiner großen Freude höre ich, daß Sie in einem Sonderkonzert 
nächstes Jahr in Krakau den Deutschen des Generalgouvernements das 
weihevolle Erlebnis einer unter Ihrer Leitung stattfindenden Gestaltung 
Ihrer Werke vermitteln wollen. Ich möchte Ihnen für dieses 
kulturpolitische, im Dienste des Kampfes für das Deutschtum im Osten 
hervorragende Entgegenkommen besonders danken und Ihnen die 
Versicherung aussprechen, daß wir alles tun wollen, um Ihre Anwesenheit 
im Generalgouvernement für Sie so zufriedenstellend wie möglich zu 
gestalten" (Frank an Pfitzner, 27/1X/41. Quelle: BAR 52 Il/ 4, Blatt 23). 

Das erwähnte Sonderkonzert der Philharmonie des GG unter Pfitzner 
fand am 18. Mai 1942 statt und bot außer der Rheinischen Sinfonie von 
Schumann und Wagners "Tannhäuser"-Ouvertüre nur Pfitzner: Ouvertüre 
zu "Käthchen von Heilbronn", Duo für Violine und Cello und Sinfonie Op. 
46. 

5. November 1941, Angebot: 

"(...) Ich biete Ihnen an, im Staatsdienst des Deutschen Reiches in 
Krakau eine von mir mit Staatsmitteln zu errichtende >Hans Pfitzner 
Hochschule für deutsche Musik< zu übernehmen. Darüber möchte ich mit 
Ihnen sprechen. 

Ich würde mich so sehr freuen, wenn es mir mit den mir zur 
Verfügung stehenden Staatsvollmachten möglich wäre, Ihnen eine ideale 
Lehr- und Schaffensposition in der Hauptstadt des größten Nebenlandes 
Großdeutschlands, in der alten deutschen Kulturstadt Krakau, zu 
errichten. Wir würden es uns alle, die wir eine Großzahl von Pfitzner- 
Verehrern sind - wir stehen alle noch unter dem Eindruck Ihres 
großartigen Cello-Konzertes, das unlängst Herr Professor Hölscher mit der 
Philharmonie des Generalgouvernements hier aufgeführt hat - als 
höchstes Erlebnis anrechnen, wenn wir Ihnen nach so vielen Jahren 
sorgenerfüllten Lebens eine geruhsame und Ihrem Höchstrang 
entsprechende Heimstätte schaffen könnten" (Frank an Pfitzner, 5/X1/41. 
Quelle: BA R 52 Il/ 4, Blatt 44-45). 

Frank war in der Tat ein Verehrer der Musik Pfitzners. 


F 1750 





1942 
Erste Bilanz: 

"Noch waren gar nicht alle Dienststellen vorhanden, da gastierte 
bereits manche deutsche Bühne in den größeren Städten, und kaum sechs 
Wochen nach Errichtung des Generalgouvernements waren schon die 
Wiener Philharmoniker mit Hans Knappertsbusch in Krakau zu Gast. In der 
Folgezeit hat manche der ersten Bühnen des Reiches ein Gastspiel im 
Generalgouvernement absolviert, die bedeutendsten Orchester 
veranstalteten Konzerte, und hervorragende Künstler konnten als Solisten 
oder im Ensemble hier begrüßt werden. Bereits im Sommer 1940 fanden 
in Warschau große Freilicht-Festspiele statt, denen im Herbst die 
Errichtung eines ständigen Theaters folgte. Am 1. September 1940, auf 
den Tag genau ein Jahr nach Beginn des denkwürdigen Feldzugs, öffnete 
in Krakau das Staatstheater des Generalgouvernements, das auf 
persönliche Anregung des Generalgouverneurs errichtet wurde, mit einer 
Festaufführung von Hebbels >Agnes Bernauer< seine Tore (...). 

Die Aufführung von sechs großen klassischen Werken, zwölf 
Schauspielen und Komödien, zwei Operetten und zwei Ensemble- 
Gastspielen der Staatsoper Wien sowie der Kgl. Oper Vittorio Emanuele- 
Florenz sind die stolze Bilanz der abgelaufenen Spielzeit. Das Deutsche 
Orchester des Staatstheaters diente nicht nur zur Bestreitung der 
Bühnenmusik, sondern veranstaltete selbst auch eine Reihe von 
Symphonie-Konzerten, die das erstaunlich hohe Niveau des zum größten 
Teil aus jungen Musikern bestehenden Klangkörpers offenbarten. In der 
Spielzeit 19421/42 hat das Staatstheater begonnen, neben Schauspiel und 
Konzerten auch Oper, Operette und Ballett mit eigenen Kräften zur 
Aufführung zu bringen. 

(...) Die Philharmonie des Generalgouvernements vereinigt unter 
deutscher Leitung die besten Musiker dieses Landes und hat in zahlreichen 
Symphonie-Konzerten, volkstümlichen Konzerten und Serenaden immer 
wieder Proben ihres Könnens abgelegt und gezeigt, daß sie den Vergleich 
mit vorzüglichen Orchestern in jeder Weise standhält. Als Solisten waren 
bei den Konzerten des Orchesters des Staatstheaters und der 
Philharmonie die berühmtesten Künstler des Reiches zu Gast, sodaß auch 
der verwöhnteste Anspruch zufriedengestellt werden konnte. Während des 
Sommers, wenn das Staatstheater und die Philharmonie spielfrei sind, 
werden von der Hauptabteilung Propaganda Gastspiele namhafter 
deutscher Künstler und größerer Ensembles durchgeführt, wobei nur 
wirklich untadelige Kunst geboten wird: Nationalpreisträger und Künstler, 
die die Weihe Bayreuths empfangen hatten, waren in Krakau und den 
übrigen Hauptstädten der Distrikte zu Gast" (ORR Ohlenbusch: Der 
kulturelle Aufbau. In: Max Freiherr du Prel, Das Generalgouvernement. Im 
Auftrage und mit einem Vorwort von Generalgouverneur Reichsminister 
Dr. Frank. Würzburg, 1942. S. 142-143). 

4. März 1942, Gastspiele II: 

"Auf Einladung des Generalgouverneurs Dr. Frank gab die Berliner 
Staatsoper in Krakau zwei Gastvorstellungen mit Mozarts >Cosi fan 
tutte<. Robert Heger dirigierte das junge Orchester des Krakauer 


F 1751 





Staatstheaters und hielt es in Übereinstimmung mit den trefflich 
singenden und unter Wolf Völkers Regie mit rokokohafter Spielfreude 
flüssig und unproblematisch spielenden Solisten" ("MNN", 4/111/42). 
Mai 1942, Staatstheater: 

"(...) Im August 1940 vollzog der Generalgouverneur aus eigenem 
Antrieb , etwa zehn Tage vor Eröffnung der Bühne, auf der Burg die neue 
Namensgebung. Sie ist seinem Willen gemäß heute als >Staatstheater des 
Generalgouvernement< in die deutsche Theatergeschichte eingegangen. 
Die feierliche Einweihung ging am 1. September 1940 unter dem 
Protektorat des Generalgouverneurs in Anwesenheit des Reichsministers 
Dr. Goebbels und des bayerischen Ministerpräsidenten Siebert sowie im 
Beisein vieler anderer hoher Gäste aus dem Reich und aus dem 
Generalgouvernement im festlich mit Blumen und Fahnen geschmückten 
Hause vor sich" (Friedrichfranz Stampe: Aufbauarbeit am Staatstheater 
des Generalgouvernements in Krakau. "Deutsche Dramaturgie" IIl/5, Mai 
1942. S. 117). 

2. Mai 1942, Der neue Chefdirigent: 

"Als Nachfolger des verstorbenen Chefdirigenten der Philharmonie 
des Generalgouvernements hat Generalgouverneur Dr. Frank zum neuen 
Chefdirigenten des Orchesters und Staatskapellmeister des 
Generalgouvernements Rudolf Hindemith berufen"("MNN", 2-3/V/42). 
Austausch: 

"Meine Gastkonzerte waren im Generalgouvernement nicht nur 
zugelassen, sondern gewünscht. Von Dr. Frank persönlich. Ich machte (als 
Int. und GMD) für ihn u. a. >Rosenkavalier< in Krakau und mit seinem 
Ensemble bei mir in Kattowitz den >Figaro< sowie in Radom ein 
beachtliches Großkonzert. Der Mann war ausgesprochen musisch, 
scharmant und um kulturelle Steigerung in seinem Einflußgebiet 
unentwegt bemüht. Und das mit Erfolg" (Otto Wartisch an Fred K. 
Prieberg, 22/X11/63). 

4. Juni 1942, Deutsche Tonkunst, Lemberg: 

"Der Leiter des Innsbrucker Konservatoriums, Prof. Fritz Weidlich, 
als Dirigent von Opern- und Sinfoniekonzerten und auch als Pianist und 
Kammermusiker bekannt, ist von Generalgouverneur Dr. Frank zum 
Musikdirektor der Stadt Lemberg berufen worden. Weidlich wird für 
Lemberg ein Sinfonieorchester zusammenstellen, das sich in erster Linie 
auf das Orchester des Lemberger Opernhauses stützen wird" ("MNN", 
4/V1/42). 

27. Juli 1942: 

Frank bedankt sich brieflich bei Pfitzner für die Übersendung der 
Schrift "Über musikalische Inspiration" und verspricht, man werde ihm 
Reise und Aufenthalt in Krakau so angenehm wie möglich machen (Quelle: 
BAR 52 Il/ 4. Blatt 19). 

7. August 1942, Gastspiele III: 

"Das ukrainische Lied in Deutschland. Der ukrainische Chor unter W. 
Boschyk hat nach seinem Auftreten in Berlin auch in Hannover für 
Ukrainer, die in Fabriken und Landwirtschaft arbeiten, ein Konzert 
gegeben; ihm wohnten auch Delegationen der spanischen, bulgarischen 


F 1752 





und slowakischen Arbeiter bei. - In Preßburg veranstaltete der ukrainische 
Chor >Bandurist<unter der Führung des Professors I. Truchlyj ein Konzert 
und brachte über 20 ukrainische Volkslieder in Bearbeitung der besten 
ukrainischen Komponisten" ("Warschauer Zeitung" Nr. 185, 7/VII1/42). 
23. September 1942: 

Frank drückt Pfitzner brieflich sein Bedauern über dessen Absage 
seines Krakauer Konzerts und die Hoffnung aus, dieses ließe sich im Laufe 
des Winters oder im Frühjahr nachholen (Quelle: BAR 52 Il/ 4. Blatt 17). 
3. Oktober 1942: 

Frank teilt Pfitzner brieflich die Vorbereitungen und Einzelheiten von 
dessen Reise nach Krakau mit und betont, die Zusage habe ihn glücklich 
gemacht (Quelle: BAR 52 Il/ 4. Blatt 15). 

1. November 1942: 

Unter dem Titel "Das Generalgouvernement - Heimstatt der Kunst" 
befaßt sich die "Krakauer Zeitung" mit Franks Erfolgen einschließlich 
Pfitzner-Gastspiel. 

13. November 1942, Debut: 

"Lemberg. Mit einer Aufführung von Verdis >Aida< leitete MD. Fritz 
Weidlich die deutsche Aera der Lemberger Oper ein" ("AMZ" LXIX/23, 13/ 
X1/42. S. 197). 


1943 
21. Januar 1943, Mehr Austausch: 

"Der Leiter der Münchener Volkssymphoniekonzerte Adolf Mennerich 
erntete im Austausch mit dem Leiter der Volkssymphoniekonzerte des 
Generalgouvernements Rudolf Erb als Gastdirigent des fünften 
Symphoniekonzertes des repräsentativen Orchesters des 
Generalgouvernements mit der Wiedergabe der 1. Symphonie von 
Brahms, Strauß >Don Juan< und dem Krönungskonzert von Mozart 
(Konrad Hansen) starken Erfolg" ("MNN", 21/1/43). 

25. Januar 1943: 

Frank drückt in einem freundlichen Brief an Pfitzner seine Freude 
über ein baldiges Wiedersehen aus und spricht ihm "für sein 
unvergleichliches bedeutsames Wirken im Dienste der deutschen Kultur" 
beste Wünsche aus (Quelle: BAR 52 Il/ 4. Blatt 4). 

6. Februar 1943: 

In der Kanzlei des Generalgouverneurs geht ein am Vortage 
aufgegebenes Telegramm Pfitzners ein, der ihn bei der Aufführung seiner 
Kantate "Von deutscher Seele" in Wien am 9. oder 10. Februar begrüßen 
möchte (Quelle: BAR 52 Il/ 4. Blatt 22). 

10. Februar 1943, Treue Verbundenheit: 

"Ja, wenn ich in Krakau gewesen wäre, wäre ich sofort und gerne 
gekommen, aber die ernsten Zeitumstände verhinderten es. Ich habe 
mich über das Telegramm des Pseudo Pfitzner-Knappertsbusch trotzdem 
sehr gefreut, und bitte, ihm zu sagen, daß ich keinen Gebrauch von dem 
Umstand der gutgemeinten Urkundenbehandlung machen werde. 

Ich wünsche Ihnen in alter treuer Verbundenheit alles das beste im 
Dienste der heiligen deutschen Kunst. Grüßen Sie bitte ergebenst Herrn 


F 1753 





Professor Knappertsbusch, dessen bewunderungswürdige Dirigentenkunst 
wir hoffentlich bald in Krakau wieder einmal erleben werden" (Frank an 
Hans Pfitzner, 10/11/43. Quelle: BAR 52 II/ 4, Blatt 2). 

Die "ernsten Zeitumstände" waren die Blutopfer beim Verlust von 
Stalingrad. 

24. Mai 1943, Gastspiele IV: 

"Für den Monat Mai hatte Krakau eine Reihe von kulturellen 
Veranstaltungen angesagt, die wertvolle Darbietungen auf den Gebieten 
der Musik, des Theaters und des Films brachten. Einen Höhepunkt im 
Rahmen dieser Veranstaltungen bildete ein Sonderkonzert, in dem 
Clemens Krauß auf Einladung von Generalgouverneur Dr. Frank das 
Orchester der Philharmonie des Generalgouvernements zu einer 
eindrucksvollen Leistung führen konnte. Schuberts Symphonie in H-moll, 
Beethovens Leonoren-Ouvertüre und Wagners Vorspiel zu >Tristan und 
Isolde< erklangen unter seiner Stabführung zu eindrucksvollster Wirkung. 
Den wirkungsvollen Beschluß bildete die sinfonische Dichtung >Tod und 
Verklärung< von Richard Strauß (...)" (Dr. Hubert Wilm in: "MNN", 
24/\V/43). 

15. Juni 1943: 

Frank bittet Pfitzner brieflich, die Reise nach Krakau noch 
zurückstellen, bis der Ausbau des Opernhauses beendet sei, sodaß sich 
dann auch die Oper "Das Herz" hier aufführen ließe (Quelle: BAR 52 II/ 4. 
Blatt 66). 

August 1943, Kunstförderer: 

"Zur Förderung von Werken der Musik, des Schrifttums, der 
bildenden und darstellenden Kunst ist durch Generalgouverneur Dr. Frank 
in seiner Eigenschaft als Leiter des Arbeitsbereichs Generalgouvernement 
der NSDAP ein Kulturpreis der NSDAP Arbeitsbereich 
Generalgouvernement im Werte von jährlich 50 000 Zloty errichtet 
worden. Der Preis wird für besondere kulturelle Leistungen im 
Generalgouvernement, die im Sinne der nationalsozialistischen 
Weltanschauung und der Volkstumsarbeit im Arbeitsbereich liegen, 
verliehen und kann sowohl für kulturelle Leistungen aufgrund von 
besonderen Ausschreibungen wie auch für andere nicht durch 
Ausschreibungen veranlaßte kulturelle Leistungen zuerkannt werden. Die 
Verteilung des Kulturpreises findet alljährlich im Rahmen des Tages der 
NSDAP im Generalgouvernement statt" ("Musik im Kriege" 1/5-6, August- 
September 1943. S. 116). 

Oktober 1943, Noch eine Einladung: 

"Graf Hidemaro Konoye, der bekannte japanische Dirigent, weilt 
gegenwärtig auf Einladung der Hauptabteilung Propaganda in der 
Regierung des Generalgouvernements auf einer Gastspielreise durch das 
Generalgouvernement, auf der ihn seine Gattin, die japanische Tänzerin 
Sawa Ranko, und Yoshiaki Harada als ihr Partner begleiten. Das erste 
Gastspiel fand in Anwesenheit des Generalgouverneurs Reichsminister Dr. 
Frank in Krakau statt" ("Musik im Kriege" 1/7-8, Oktober-November 1943. 
S. 158). 


F 1754 





6. Oktober 1943, Chopin-Sammlung I: 

Zur Vorbereitung der Chopin-Sammlung ersucht die Regierung des 
GG, HA Wissenschaft und Unterricht, Hauptverwaltung der Bibliotheken, 
Gustav Abb, den k. Leiter der Staatsbibliothek Warschau, Dr. Wilhelm 
Witte, eine Bestandsaufnahme der Warschauer Chopiniana und eine 
Übersicht über die Chopin-Sammlungen in der Welt anfertigen zu lassen 
(Quelle: Bibliothek der Universität Wroctaw, Signatur: 156/1X, BAP, HV 
Bibliotheken, St. 1201 nr. 25 k. 80. Provenienz: Willem de Vries, mit 
Dank). 

6. Oktober 1943: 

Frank läßt dem Leipziger Verlagsbuchhändler Hanns Horst Kreisel, 
Helingsche Verlagsanstalt, seinen Beitrag zu dem geplanten Ehrenbuch für 
Pfitzner übersenden (Quelle: BAR 52 Il/ 4. Blatt 24). 

9. Oktober 1943: 

Dem Antwortschreiben von Dr. Wilhelm Witte an Gustav Abb von 
diesem Tag als Anlage beigefügt ist die erbetene Aufstellung von Dr. Julian 
von Pulikowski, so weit überhaupt noch Angaben zu machen waren 
(Quelle: Bibliothek der Universität Wroctaw, Signatur: 156/1X, BAP, HV 
Bibliotheken, St. 1201 nr. 25 k. 80. Provenienz: Willem de Vries, mit 
Dank). 

19. Oktober 1943: 

Frank drückt Pfitzner brieflich sein Mitgefühl über die Zerstörung von 
dessen Haus durch Luftangriff aus und lädt ihn mit Gemahlin herzlich nach 
Krakau ein (Quelle: BAR 52 Il/ 4. Blatt 62). 

28. Oktober 1943, Chopin-Sammlung II: 

"In der Staatsbibliothek Krakau fand im Rahmen einer Feierstunde 
die Übergabe einer Chopin-Sammlung an die Öffentlichkeit statt. Der 
Veranstaltung wohnten Generalgouverneur Dr. Frank und Staatssekretär 
Dr. Boepple sowie die Vertreter der daran beteiligten Dienststellen bei. Die 
Überführung der Sammlung Ganche aus Lyon und die Zentralisierung der 
innerhalb des Generalgouvernements verstreuten Chopin-Autographen 
und Erinnerungsstücke geht auf die Initiative des Generalgouverneurs 
zurück. 

(...) Staatsbibliotheksdirektor Dr. Abb gab über die Herkunft und die 
Bedeutung der in der Sammlung vereinten Stücke einen ausführlichen 
Bericht, in dem er folgendes ausführte: 

>Die Erwerbung einer Sammlung zum Leben und Schaffen des 
bedeutendsten Musikers, der diesem Raum entstammt, bedarf bei einer 
Staatsbibliothek des Generalgouvernements keiner Begründung oder gar 
Rechtfertigung. Die kulturellen und wirtschaftlichen Kräfte dieses Landes 
zu erforschen, ist eine wesentliche Aufgabe seiner wissenschaftlichen 
Institute, und die Sicherung aller Dokumente im weitesten Sinne, die 
hierfür in Betracht kommen, bildet die selbstverständliche Pflicht seiner 
Bibliotheken, Museen und Archive. Aber Chopins Musik, zu deren 
glühenden Verehrern ein Friedrich Nietzsche zählte, wuchs weit über den 
Raum ihres Ursprungs zu musikhistorischer Bedeutung europäischen 
Ausmaßes hinaus und darf schon deshalb die Pflege der deutschen 
Kulturverwaltung beanspruchen. Seine Persönlichkeit gewinnt für uns noch 


F 1755 





einen besonderen Reiz, wenn wir uns daran erinnern, daß er seine 
Ausbildung durch den Schlesier Josef Elsner erhielt, und wenn wir kürzlich 
aus berufenem Munde gehört haben, daß seine Herkunft väterlicherseits 
möglicherweise mit der deutsch-elsässischen Familie Schopping in 
Zusammenhang steht<" (Weitdenkende Kulturplanung im Ostraum. 
"Krakauer Zeitung" Nr. 258, 28/X/43. Provenienz: Janusz Zathey, mit 
Dank). 

Der Bibliotheksdirektor verriet ein weiteres Motiv des Bemühens: 
den aktuellen Germanisierungswillen, der auch in Chopins Ahnentafel 
radierte und korrigierte. 

Chopins Vater stammte nicht aus dem Elsaß, sondern ist geboren im 
südlothringischen Marainville-sur-Madon, Dept. Vosges, war also 
Franzose. 

30. Oktober 1943, Chopin-Sammlung III: 

"In Gegenwart des Generalgouverneurs Reichsministers Dr. Frank 
fand heute die Eröffnung einer Chopinsammlung in der Krakauer 
Staatsbibliothek statt, die der Aufgabe entsprang, insbesondere auch die 
kulturellen Kräfte des Landes zu erforschen" ("MNN", 30-31/X/43). 

Im Februar des Jahre hatte Frank die Chopin-Sammlung von 
Edouard Ganche in Frankreich gekauft und sie nach Krakau transportieren 
lassen; es ging ihm in erster Linie um Publizität für diese polenfreundliche 
Kulturtat (Vgl. Karol Marian Pospieszalski: Hitlerowskie "prawo" 
okupacyjne w Polsce. Documenta Occupationis VI. Poznan, 1958. S. 399, 
Fußnote). 

8. November 1943: 

Frank bekundet Pfitzner brieflich seine Freude darüber, daß dieser 
nunmehr der Einladung nach Krakau folgen werde; er werde mit offenen 
Armen aufgenommen werden (Quelle: BAR 52 Il/ 4. Blatt 53). 

20. November 1943, Preisbedingungen: 

"Der >Ostpreis deutscher Musik des Generalgouvernements< wird 
ganz oder geteilt für Tonwerke und musikwissenschaftliche Arbeiten 
verliehen. Bei der Preisverkündung kann für das folgende Jahr eine 
besondere Aufgabenstellung ausgeschrieben werden. Eingereichte 
Tonwerke dürfen vor der Entscheidung über die Zuerkennung des Preises 
noch nicht verlegt sein. Mit der Preisverleihung erwirbt die Regierung des 
Generalgouvernements das Recht zur Uraufführung. 

Preisträger und Art der Preisverteilung werden von Preisgerichten 
vorgeschlagen, die für jeden Einzelpreis gesondert zu bilden sind. Die 
Preisrichter werden auf Vorschlag des Präsidenten der Hauptabteilung 
Volksaufklärung und Propaganda vom Generalgouverneur berufen und 
abberufen. Die Hälfte der Preisrichter in jedem Preisgericht soll aus 
Fachleuten bestehen. Die Preisverteilung erfolgt unter Ausschluß des 
Rechtsweges" (Förderung deutscher Kultur im Ostraum. "Krakauer 
Zeitung" Nr. 278, 20/X1/43). 

27. November 1943, Ostpreis deutscher Kultur: 

"Auf den Kulturtagen des Generalgouvernements verkündete 
Generalgouverneur Dr. Frank die Errichtung eines >Ostpreises deutscher 
Kultur des Generalgouvernements< im Werte von 150 000 Zloty zur 


F 1756 





Förderung von Leistungen, die für die deutsche Kultur im 
Generalgouvernement von Bedeutung sind. Der alljährlich zur Verteilung 
kommend Preis wird zu gleichen Teilen verliehen für Werke der bildenden 
Kunst, der Dichtung und der Musik und stellt ein weiteres Zeugnis der 
unerschütterlichen deutschen Kulturkraft im Ostraum dar" ("MNN", 27-28/ 
X1/43). 

29. November 1943: 

Mit herzlichen Worten des Mitgefühls "mit Ihrem schrecklichen 
Schicksal" erneuert Frank die Einladung an Pfitzner mit der Bitte, über ihn 
zu verfügen (Quelle: BAR 52 Il/ 4. Blatt 78). 

10. Dezember 1943, Trost für Pfitzner: 

"Es hat uns allen hier wirklich außerordentlich leid getan, daß Sie 
jetzt nicht kommen können, aber ich begreife sehr wohl die Fülle der 
Sorgen und Obliegenheiten, die nunmehr durch die Zerstörung Ihres 
Hauses in München über Sie gekommen sind. Leider kann ich Ihnen jetzt 
garnichts abnehmen und ich täte es doch so gern. 

Wir alle hoffen aber, daß Sie in der Ihnen eigenen unverwüstlichen 
Frische auch diesen Schlag des Schicksals sieghaft überwinden und freuen 
uns schon sehr auf Ihr Kommen ins Generalgouvernement. Seien Sie mit 
Ihrer verehrten Frau Gemahlin erneut auf das Herzlichste eingeladen, um 
Ihre Reise hierher so bald wie möglich zu unternehmen. Auf Wiedersehen 
also in Krakau" (Frank an Pfitzner, 10/X11/43. Quelle: BAR 52 Il/ 4. Blatt 
77}. 

Dezember 1943, Ausbildung: 

"Als ein neuer Mittelpunkt kulturellen Lebens in Krakau wurde die 
Musikschule der Stadt Krakau ihrer Bestimmung übergeben. Die Lehrpläne 
umfassen sämtliche Zweige der Musikpflege. Für besonders Befähigte ist 
zum Zwecke einer beruflichen Ausbildung ein Seminar geplant. Der 
Lehrkörper setzt sich aus in Krakau am Stadttheater oder der 
Philharmonie bereits tätigen oder nach hier berufenen 
Instrumentalsolisten zusammen. Bisher liegen 300 Anmeldungen für das 
erste Halbjahr vor" ("Musik im Kriege" 1/9-10, Dezember 1943-)J anuar 
1944. S. 197). 


1944 
9. Februar 1944, Gastspiele V: 

"Clemens Krauß dirigierte in Krakau ein Sonderkonzert der 
Philharmonie des Generalgouvernements. Er brachte die 6. Sinfonie von 
Beethoven, die Rumänische Rhapsodie von Enescu, den >Don J uan< von 
Richard Strauß und die Ouvertüre der >Meistersinger< zum Vortrag" 
("MNN", 9/11/44). 

15. März 1944, Theater für die Polen: 

"Auf die Initiative des Generalgouverneurs Reichsministers Dr. Frank 
wurde in Krakau am 15. März das Polnische Volkstheater feierlich eröffnet 
und an die polnische Theaterleitung übergeben. Stadthauptmann Dr. 
Krämer betonte dabei den Wunsch des Generalgouverneurs, der 
polnischen Bevölkerung ein ständiges polnisches Theater zu geben. 
Während die Engländer und Amerikaner europäische Kulturstätten von 


F 1757 





einzigartigem Wert gewissenlos zerstören, könne Deutschland im fünften 
Kriegsjahr trotz aller Schwierigkeiten dem polnischen Volk eine neue 
Kulturstätte geben. Das Theater soll nicht einer bevorzugten Schicht 
dienen, sondern besonders der arbeitenden Bevölkerung. Der von der 
polnischen Leitung gestaltete Spielplan umfaßt Opern, Operetten, 
Schauspiel, Lustspiel, Ballett, Konzerte sowie Kindervorstellungen. Am 
Nachmittag fand als erste Vorstellung die Aufführung von Rossinis 
>Barbier von Sevilla< statt" ("MNN", 18-19/111/44). 

Dieser Propagandacoup kam zu spät. Nach jahrelanger Zerstörung 
der Grundlagen der polnischen Kultur änderte Sympathiewerbung nicht 
mehr das schreckliche Image des "Polenschlächters" Frank. 

16. März 1944, Eröffnung: 

"Trotz fast unüberwindlicher technischer Schwierigkeiten sei hier 
eine neue Kulturstätte für das polnische Volk erstanden. Wörtlich führte 
dann Dr. Krämer aus: >Diese Bewilligung soll nach dem Willen des 
Generalgouverneurs Ausdruck der Anerkennung dafür sein, daß das 
polnische Volk durch seine Arbeit sich eingeschaltet hat in die Front des 
Aufbaues des neuen Europas und des Kampfes gegen den 
kulturzerstörenden jüdischen Bolschewismus. Dieses Theater soll nicht 
etwa Reservat einer exklusiven Schicht sein; sondern vornehmlich auch 
den breiten Massen der fleißig schaffenden polnischen Bevölkerung zur 
Verfügung stehen. Der von der polnischen Theaterleitung zu gestaltende 
Spielplan umfaßt alle Arten künstlerischer Darbietungen: Oper, Operette, 
Sprechstücke, Konzert und Märchenspiele für Kinder. Damit wird er sowohl 
hohen künstlerischen Ansprüchen, als auch den Bedürfnissen der 
Unterhaltung und verdienten Entspannung gerecht. Vorgesehen sind 
weiter geschlossene Veranstaltungen für die Betriebe, wie auch die 
Regierung dafür Sorge getragen hat, daß allabendlich eine größere Anzahl 
von Karten zu stark verbilligten Preisen besonders verdienten polnischen 
Werktätigen zur Verfügung steht<. Abschließend stellte Dr. Krämer fest, 
daß damit die deutsche Führung des Generalgouvernements unter 
Überwindung aller sich aus der Lage des fünften Kriegsjahres ergebenden 
Schwierigkeiten der polnischen Bevölkerung ein Kulturinstitut gegeben 
habe, das der Aufbauleistung des polnischen Volkes als Glied der 
europäischen Völkerfamilie würdig sei" ("Volkstheater Krakau" als 
polnische Bühne errichtet. "Krakauer Zeitung", 16/111/44). 

Dr. Krämer hatte derzeit die Funktion des Stadthauptmanns in 
Warschau. 

17. März 1944, Polnischer Rossini: 

"Was gespielt wird in dieser ersten Opernaufführung des 
neueröffneten polnischen Volkstheaters Krakau? 

(...) Rossinis >Barbier von Sevilla<. Aber man spielt - wie vielleicht 
überall - nicht unbedingt nur den Italiener Rossini, sondern zu einem 
guten Teil auch sich selbst. Man hat Freude an allen kräftigen Farben - 
nicht nur des Bühnenbildes, sondern auch in bezug auf die großen 
Männerstimmen, deren einige sich in der Aufführung zusammenfanden. 
Und hat Freude an handfestem Spaß und Schabernack, dazu an 
rauschender, feuriger Musik. Der musikalische Leiter, Tadeusz 


F 1758 





Mazurkiewicz, kennt die Partitur und weiß auch, was seinen Landsleuten 
liegt. Das Volkstheater Krakau wird nicht erst, sondern ist heute schon, 
das kann nicht übersehen werden, ein polnisches Volkstheater im 
wahrsten Sinne des Wortes" (Pz. = Gerda Pelz: Im Volkstheater Krakau. 
"Krakauer Zeitung", 17/111/44). 

22. März 1944, Gastspiele VI: 

"Franz Dannehl wurde von Generalgouverneur Dr. Frank eingeladen, 
in Krakau und einigen anderen Städten des Generalgouvernements 
Konzerte mit seinen Werken zu veranstalten. Diese Konzerte werden von 
Münchner und Weimarer Künstlern durchgeführt" ("MNN", 22/111/44). 

4. Mai 1944: 

Per Fernschreiber richtet Frank an Hans Pfitzner, Hotel Sacher, Wien, 
herzliche bis überschwengliche Glückwünsche zum 75. Geburtstag 
(Quelle: BAR 52 II/ 4. Blatt 83). 

Juni 1944, Jubiläum: 

"In Krakau wurde die 15 000. Wehrmachtsvorstellung im 
Generalgouvernement mit einem Konzert des Leipziger 
Gewandhausorchesters unter Leitung von Paul Schmitz gefeiert" ("Musik 
im Kriege" I1/3-4, J uni-) uli 1944. S. 77). 

15. Juli 1944, Jugendkunstmedaille: 

"Neben der alljährlich den Jugendkunstpreis verteilenden Stadt Wien 
hat jetzt auch das Generalgouvernement zur Förderung des musischen 
Nachwuchses eine J ugendkunstmedaäille eingeführt, die der 
Generalgouverneur Dr. Frank der 13jährigen volksdeutschen Pianistin 
Hanna von Buch bei einem Festakt überreichte. Der Gouverneur 
versicherte dabei, daß er für die weitere Ausbildung der von 
reichsdeutschen Eltern stammenden, in Kiew geborenen Preisträgerin, 
deren Vater von den Bolschewisten verschleppt ist, sorgen werde" 
("Hamburger Tageblatt", 15/VI1/44). 

19. Juli 1944, Strauss-Erstaufführung: 

"Die Krakauer Staatsoper brachte kürzlich >Ariadne auf Naxos< zur 
Erstaufführung. Von der Bayerischen Staatsoper waren am Gelingen der 
Wiedergabe in hervorragender Weise als Gäste beteiligt Viorica Ursuleac 
(Ariadne), Adele Kern (Zerbinetta), Julius Patzak (Bacchus) und Walter 
Carnuth (Righella). Die Partie des Komponisten sang Maud Cunitz, 
Stuttgart, die, in München ebenfalls durch Gastspiele bekannt, der 
hiesigen Staatsoper für die nächste Spielzeit verpflichtet worden ist. Die 
Einstudierung und musikalische Leutung des Werkes wurde von Hans 
Swarowsky besorgt. Die Leistungen aller Genannten wurden von der 
Krakauer Presse außerordentlich gewürdigt. Der Erstaufführung wohnten 
der Generalgouverneur, die hervorragendsten Vertreter von Partei, 
Wehrmacht, Staat und Stadt bei" ("MNN", 19/V11/44). 

Aufführungstermin war Sonnabend, der 24. Juni. 

21. Juli 1944, Pfitzner-Konzert: 

"Auf Einladung des Generälgouverneurs Reichsminister Dr. Frank 
leitete Hans Pfitzner ein Sonderkonzert des Orchesters der Philharmonie 
des Generalgouvernements im Staatstheater. Neben der 4. Sinfonie von 
Robert Schumann und der Oberon-Ouvertüre von Weber standen Werke 


F 1759 





von Hans Pfitzner auf dem Programm. Der Meister wurde stürmisch 
gefeiert" ("MNN", 21/VI11/44). 
August/September 1944: 

"Der Deutsche Chor Warschau e. V., der sich aus Rote-Kreuz- 
Schwestern, Nachrichten- und Stabshelferinnen, Zivilangestellten, 
Soldaten aller Dienstgrade, Bahn- und Postbeamten und Volksdeutschen 
zusammensetzt und nach noch nicht zweijährigem Bestehen Werke wie 
>Die Jahreszeiten< von Haydn und das >Deutsche Requiem< von Brahms 
aufgeführt hat, konnte seine bisherige Tätigkeit krönen mit der Aufführung 
der Matthäuspassion von Joh. Seb. Bach. Unter der Leitung von Lorenz 
Schlerf mit dem städt. Orchester vollbrarhte der Chor eine Leistung, die 
tiefe Ergriffenheit auslöste" ("Musik im Kriege" 11/5-6, August-September 
1944. S. 118). 

Viel Zeit blieb nicht mehr; seit Anfang August tobte in der Stadt der 
verzweifelte polnische Aufstand gegen die Besatzer unter Leitung von 
General Tadeusz Graf Bor-Komorowski, der nach 64 Tagen kapitulieren 
mußte, indes die Rote Armee untätig am Ostufer der Weichsel stand, weil 
Stalin die Polen als "Klassenfeinde" ansah. Im neuen Jahr überquerten die 
Sowjets die Weichsel Richtung Westen. Am 18. Januar 1945 räumte die 
Wehrmacht Warschau. 


Letzter Zeuge, 1964: 

"Das kulturverständnis des Dr. Frank steht in so krassem gegensatz 
zu einigen seiner sonstigen eigenschaften (...). 

Richard Strauss und Hans Pfitzner spielen hier auch eine 
bemerkenswerte rolle. Die Goebbels-feindlichkeit war eklatant. Das 
orchester selbst wurde unter meiner leitung ganz unabhängig, ich führte 
die polenkonzerte ein, deren besuch deutschen verboten war. Endlich 
waren wir eine kleine republik in der stadt geworden. Der 80. geburtstag 
von Strauss wurde allein in Krakau gefeiert, alle andren veranstaltungen 
im >reich< waren verboten. Frank handelte hier direkt gegen 
>führerbefehl<. 

(...) Ganz zuletzt setzte Goebbels die entsendung des Rainer 
Schlösser durch und es kam in meiner gegenwart zu einer unerhört 
dramatischen aussprache, deren erfolg meine vom 
propagandaministerium geforderte sofortige entlassung und die 
einsetzung des nazifesten herrn Konwitschny war, der bei den herren 
persona grata war. Anderntags ließ mich Frank rufen und teilte mir mit, 
daß er nicht so leicht aufzugeben gedenke. Zwei wochen später sah ich die 
russischen panzer auf dem höhenzug am fluß auffahren und sprang in den 
letzten zug. Die musiker wollten mich zurückhalten und versprachen mir, 
daß ich weiterhin ihr leiter bleiben dürfe, ich kannte aber beide 
widerstandsbewegungen, die katholisch-polnische und die 
kommunistische. Die erstere war im orchester vertreten, die andre 
versuchte aus den wäldern heraus die katholisch-antideutschen polen 
anzugreifen und zu erpressen. 

(...) Das leben Franks bedürfte einmal genauerer betrachtung. Ich 
suche überall die katholische novelle, die er 1944 geschrieben hat und von 


e 1760 





der ich ein exemplar besaß. Es gibt einen sehr intimen freund von ihm, 
einen bayerischen lehrer, mit dem er (fließend) lateinisch sich zu 
unterhalten pflegte. 

(...) Er sagte mir einmal auf eine direkte frage (womit ich mir 
ziemlich viel herausgenommen hatte), daß, wenn er nicht den 
judenumlegungen beistimme, herr Himmler (er sagte: >der verbrecher<) 
die regierung in polen erhalten werde und daß dann auch alle polen 
umgelegt werden würden. Er verhindere also das größere verbrechen. Ich 
habe hierüber mit einer hohen persönlichkeit des vatikans gesprochen (wo 
F. gut bekannt war - der papst hat ja auch in Nürnberg für ihn um gnade 
gebeten) und man bezeichnete diesen standpunkt natürlich als unmöglich, 
das problem als solches (verbrechen, um größeres verbrechen zu 
verhindern) aber als >unlösbar<". (Hans Swarowsky an Fred K. Prieberg, 
16/111/64; Schreibung wie im Original). 


Frank, Jean (Johann) 
Schenkelberg, 5. Mai 1884 - Wirges/ Unterwesterwald, 28. Dezember 
1959. 
Komponist und Dirigent in Duisburg; Musikdirektor und Leiter des 
Duisburger Konzertorchesters. 
Nach 1945 zuletzt i. R. in Wirges. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. MZF der SA-Standarte R 138, dann Leiter der 
Kyffhäuser-Kapelle, später KreisMZ der NSDAP Duisburg, und MZF des 
SA-Pioniersturmbanns |, Brigade 74. 

Aufbruch der Nation. Hymne (RS Köln, 15/V/38). 

Ruhrorter Schützenmarsch (RS Köln, 15/V/38). 

Allen voran! Marsch (RS Köln, 7/V/39). 


Geschichtsfälschung, 1988: 

Lexikograph W. Suppan (Das neue Lexikon des Blasmusikwesens. 
Freiburg-Tiengen, 31988. S. 128) erspart sich bis auf zwei Werktitel den 
Ort mit Datum der Geburt und den des Ablebens. 

Information: LdBl. Das Ordnungsamt Duisburg ((1980) ließ wissen, 
Frank sei nicht zu ermitteln; laut Archiv der Stadt Duisburg (18/IV/83) 
war er im Adreßbuch 1939 als "ohne Beruf" verzeichnet. Das Ordnungamt 
Duisburg (3/IX/98), Herr Bölling, teilte mit: " (...) daß die Daten zur 
Herausgabe eines Künstlerlexikons bestimmt sind. Allerdings dürfte die 
Herausgabe von Daten nicht unerläßlich für diesen Zweck sein. (...) So 
könnten die gewünschten Daten z. B. durch Befragung der Nachkommen 
der Betroffenen oder durch Aufruf in der örtlichen Presse bekanntwerden". 

Dieser kulturfeindliche anmaßende Bürokrat scheint nie ein Lexikon 
in die Hand genommen zu haben; sein von Intelligenz nicht erhellter 
Bescheid - unter Bruch des Meldegesetzes - markiert die Grenze, jenseits 
derer die Frage nach Amtstauglichkeit, ja Zurechnungsfähigkeit solches 
"Stellvertretenden Leiters des Ordnungsamtes" unvermeidllich wird. Seine 
Existenz in dieser Funktion ist eine Schande für die Stadt Duisburg. 


F 1761 





Frank, Marie 
Frankfurt a. M., 11. August 1886 - nach NS-Aktion verschollen. 
Pianistin und Musiklehrerin für Klavier, Akkordeon, Ziehharmonika und 
Blockflöte in Frankfurt. 
Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jüdin denunziert. 
Während des Krieges zwecks "Endlösung der Judenfrage" in den 
Osten deportiert. 


Frank, Otto 
Im Kriege Oberleutnant eines Baubataillons. 


Unser Baubataillon: Frühmorgens, wenn die Sonn aufgeht (eigener T). 
In: 
Bautruppen-Liederbuch (1941). 


Franke 


Barbarossa-Marsch (u. a. Schles. FSt., 14/VI11/33). 


Franke, (Ewald) Alfred 
Hermsdorf/ Krs. Waldenburg, 13. September 1872 - Bitterfeld, 13. 
Dezember 1935. 
Musiker und privater Klavierlehrer in Bitterfeld, Komponist. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Deutschland-Hymne, onA, am 20/V11/33 mit Widmung an Hitler dem 
RMVP eingereicht (Quelle: BAR 55/ 1160). 

Amtswalter-Marsch (Berlin, *August 1935, zur Rundfunkausstellung). 


Franke, E. 


MZF der RAD-Gruppe 156 Leipzig-Heiterblick, dann - Stand 1936 - der 
Gruppe 151 Kamenz. 

Werke: u. a. Variationen über das Lied "Auf der Lüneburger Heide" 
(1939). 


Gotthard-Schindler-Marsch (RS Leipzig, 9/X11/35, MZ der RAD-Gruppe 
156, Dgt. selbst). 

Präsentiermarsch (RS Leipzig, 23/111/39) 

Zwei Märsche (RS Leipzig, 23/111/39). 


F 1762 





Franke, Emmy 
Konstanz, 10. April 1898 - Konstanz, 4. März 1990. 
Geigerin; Violinvirtuosin in Konstanz, Konzertmeisterin. Lehrerin für Geige, 
auch für Staatskunde, Kulturpolitik und Kulturkammergebiete, am 
Zimmermannschen Konservatorium für Musik. Lehrerin an der Musikschule 
für Jugend und Volk. Kammermusikerin. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. Städt. Musikbeauftragte für Konstanz; 
Musikreferentin der NSG "Kraft durch Freude". 

Information: Das Stadtarchiv Konstanz (4/VII/97) vermochte das 
Todesdatum nicht zu ermitteln (!). 


Franke, Friedrich Walter 
Gera, 31. Mai 1895 - Bad Köstritz (DDR), 6. Februar 1966. 
Musikpädagoge; Chorleiter und Musiklehrer in Bad Köstritz, Organist, 
Leiter des Heinrich-Schütz-Chors. 
Nach 1945 weiterhin in Bad Köstritz, zuletzt i. R. 
Werke: u. a. Thüringer Kirmestänze für 9 Bläser (1954); Bauernballade 
für gemCh (1956). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.777.701, auf Antrag vom 1/VIl/37. 

Op. 11. Unter der Fahne. Fünf vaterländische Gesänge für gemCh 
(1939) [H]. 

1. Unter der Fahne schreiten wir (T: M. Barthel). - 2. Werk-Feierlied: 
Werkertag! Hammerschlag (T: H. Lersch). - 3. Sonnenwende: Es 
schlagen die Flammen empor in der Nacht (T: M. Schmidt). - 4. 
Flammenspruch: Laßt die Feuer auf den Bergen brennen (T: G. Bässler). 
- 5. Volksgemeinschaft: Uns trägt der gleiche Boden (T: F. Fink). 
Erntedank: Du großer Gott, dess' Hand die Erde hält (T: G. Schüler), für 
Astimmigen gemCh. 

In: 

Thüringen singt 5 (1937). 

Hart wenden wir die Scholle um und säen unser Brot (T: H. Böhme), 
für 3stimm. gemCh. 

In: 

Thüringen singt 5 (1937). 


Geschichtsfälschung, 1983: 
Auf Anfrage vom 11/X1/83 wegen NSDAP-Mitgliedschaft von Franke 
gab das BDC die falsche Auskunft "negativ". 
Information: LdCh. 


Franke, Hellmuth 
Sangerhausen, 26. Oktober 1890 - Bad Schandau (SBZ), 8. Januar 
1949. 
Sohn eines Verlagsbuchhändlers; Schüler von M. Reger, St. Krehl und K. 


e 1763 





Straube, Musikpädagoge, Kapellmeister und Komponist in Leipzig. Dirigent 
der Dt. Chorgemeinschaft Leipzig, Sängerkreis Gruppe Osten V, auch der 
Gesangsabteilung des Schrebervereins Wahren. 

Nach 1945 in Bad Schandau. 
Werke: u. a. Lieder nach Dichtungen von Kurt Eggers; Ouvertüre zu 
einem festlichen Spiel für Orch (1940) 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.988.369. 1934 stellv. Gau-Chormeister für den 
Chorgau X Sachsen des RVgemChe Deutschlands (RMkK), stellv. Kreis- 
Chormeister I Leipzig und Mitglied des Gaumusikausschusses. 
Deutsches Arbeiterlied: Leuchte, scheine, goldne Sonne (T: H. Lersch). 
MCh (1935) [E. Trübiger, Leipzig]. 

Information: DML, FA, LdCh (ohne Todesmeldung). 


Franke, Rolf 
Komponist. 


NSDAP (It. Paul Schirmer an Dr. Goebbels, 10/X/34, und DMMZ). 
Unterm Hakenkreuz: Der Führer ruft, das Banner fliegt (T: Carl 
Langhorst). Lied und Marsch (1932 erschienen). Für Blasmusik: H. Illgen, 
vom Verleger, Leipzig, am 10/X/34 an Dr. Goebbels eingesandt: 

"(...) Trotz großer Mühe, die ich mir bisher für den Absatz dieses 
Liedes gegeben habe, blieb das Ergebnis leider ohne Erfolg. 

Da ich mich als Musikverleger, infolge der Niederlage meines 
Verlages, in bitterer Not befinde, wäre ich Ew. Exz. zu unauslöschlichem 
Danke verbunden, wenn Ew. Exz. etwas zur Verbreitung dieses Liedes tun 
könnten. 

Wie wäre es, wenn dasselbe in den Übungsstunden von >Kraft durch 
Freude<, sowie auch in den Unterrichtsstunden der Schulen, auf 
Veranlassung Ew. Exz. mit gesungen werden könnte? 

(...) Auch bei Bestellungen durch den Buch- und Musikalienhandel 
würde ich einen kl. Betrag für das Winterhilfswerk spenden & zwar in 
diesem Falle auf genannte Ausgaben vom Ladenpreise 10 %" (Paul 
Schirmer an Dr. Goebbels, Handschreiben, 10/X/34. Quelle: BAR 55/ 
1169. Blatt 131, 131 R). 

In: 
S. A. Liederbuch (1933; onA zur Melodie). 
Information: Der Wirkungsort Frankes war bislang nicht zu ermitteln. 





Franken, Alois 
Musiklehrer, Pianist und Organist in Düren, Kölner Landstr. 3 a. 


Komposition onA am 20/1X/34 als Geburtstagsgeschenk an Dr. Goebbels 
geschickt (Quelle: BAR 55/ 1169). 


F 1764 





Information: Kriegsverlust der Meldeunterlagen in Düren (31/VII/96, 
16/IX/98) macht weitere biographische Information unmöglich. 


Franken, J. 


Obermusikzugführer, Leiter des Musikkorps des Bahnschutzes der 
Reichsbahndirektion Köln. 
Was Soldaten singen. Melodienfolge (RS Köln, 7/1V/38). 


Frankenburger, Paul 
München, 5. Juli 1897 - Tel Aviv-Jaffa (IL), 14. Januar 1984. 
Sohn eines Geheimen Justizrats; Schüler von A. Beer-Walbrunn, 
Opernkapellmeister, zeitweise Assistent Bruno Walters, Komponist und 
Konzertbegleiter in München, zuletzt Kapellmeister in Augsburg. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

1933 emigrierte Frankenburger nach Palästina, ansässig unter dem 
Namen Ben-Haim in Tel Aviv; Sammler jemenitischer Volksmusik, 
zeitweise auch Präsident des Israelischen Komponistenverbandes. 

Information: DNML, DML, FA, RML, LdCh, MGGS. 


Frantz, Pau 

Königsberg/ Preußen, 30. J uni 1862 - ? 
Militärmusiker; 1888 MM der Unteroffiziersvorschule Neubreisach, 1892 
Stabshoboist beim IR 131, dann OMM beim IR 124 Weingarten; 1915 Kgl. 
Musikdirektor; 1917-24 Leiter des Kurorchesters Wildbad, 1925 des 
Musikvereinsorchesters in Ravensburg. Er siedelte im Oktober 1929 nach 
Königsberg über. 
Werke: u. a. Lieder; Ouvertüren; Märsche wie "Erinnerungen an 
Wildbad" (1933). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Geeintes Deutschland. Marsch (Königsberg, 1934). 
Deutsche Ostmark. Marsch (RS Königsberg, *1/X/38). 
Der Titel feiert die Expansionspolitik Hitlers, die am Sendedatum mit 
dem Einmarsch der Wehrmacht ins Sudetenland weiterging. 
Information: DML. Keine weitere Nachricht; das damalige Königsberg 
fiel an UdSSR bzw. Rußland. 


Frantzen, Carl 
(Wanderlied) Wir sind jung, die Welt ist offen (T: Jürgen Brand). 


In: 
Freude ins Leben 10 (1934). 


F 1765 





Frantzen, Heinrich 

Köln, 1. Oktober 1880 - Köln, 13. Mai 1953. 
Sohn eines Geschäftsführers; Schüler von L. Wüllner, zunächst 
Militärmusiker, im Wk. I MM, auch Pistonvirtuose; später Kapellmeister in 
Köln und Dirigent der Musik-Abt. der Köln-Bonner Eisenbahnen. 
Werke: Potpourris; Märsche und Marschlieder wie "Empor die Welt", 
"Rheinlieder", "Mit Ruhm und Pracht", "Der junge Schmied", eine 
Marschpolka, oder "Die schneidige Feuerwehr" (1934), "Ein Männlein steht 
im Walde", Polka; Tanzmusik und Schlager, oft auf eigene Texte. 


NSDAP seit 1/V/32, Nr. 1.118.092. Leiter der NSDAP-Stabskapelle Köln- 
Nord bzw. der Kapelle der PL des Kreises Köln-linksrheinisch Nord. 


1933 

Preil: Op. 380. Abteilung marsch! Vaterländischer Marsch. Für 
Blasmusik: H. Frantzen (1933) [WE]. 
Heil der Zukunft. Marsch (SWF, 25/111/33, MZ der SS-Standarte 2, Dgt. 
Eduard Fuchs; Norag, 18/V1/33, Frühkonzert vom Dampfer "Deutschland" 
der Hamburg-Amerika-Linie; RS Köln, *20/1V/35; RSdg, *30/1/38). 
Alte deutsche Treue. Ein Kranz schneidiger Militärmärsche (Potpourri) 
(Mirag, *20/1V/33; MZ der SS-Standarte 48, Dgt. Max Pausch; Schles. 
FSt., 2/VI111/33, Monstrekonzert der vereinigten Stadtkapellen J auer- 
Wohlau-Haynau-Münsterberg; RS Köln, 1/X11/34, NSDAP-Stabskapelle 
Köln-Nord, Dgt. selbst, *20/1V/35, 18/X1/38; RSdg, *9/X1/37, MZ I der 
SA-Brigade 30, Dgt: J. Fuhsel). 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 


1934 
Geeintes Reich. Vorspiel (RS Köln, 1/X11/34, NSDAP-Stabskapelle Köln- 
Nord, Dgt. selbst). 
Forsche Reiter. Charakterstück (RS Köln, 1/X11/34, Interpreten wie 
oben, *20/1V/35). 


1935 
Kavallerie- und Infanteriemarsch (RS Köln, 5/X1/35). 


1936 
Die junge Wehr: Blumen von des Mädels Mieder schmücken bunt jetzt 
das Gewehr (T: Walter Pengel). Marschlied (RS Köln, 19/X11/36). 
Der Titel feiert die vom Regime geförderte deutsche Wehrmacht. 


1938 
Frohes Wandern. Marsch (RS Köln, 22/1V/38). 
Treue Freundschaft. Marsch (RS Saarbrücken, 6/V/38). 


1939 
Wir sind das braune Arbeitsheer. Marsch (RS Frankfurt, *30/1/39). 


e 1766 





1940 
England K.o.!: An dem Grabe des Freundes in Polen da haben wir Rache 
geschworen (T: W. Pengel). Marschlied (1940). 
In: 
"Westfunk" Nr. 21, 19/V/40, S. 2. 
Ottilie: Ich habe nun seit kurzer Zeit wohl einen neuen Schwarm (T: 
Josef Keldenich). Soldatenlied (1940). 
In: 
"Westfunk" Nr. 26, 23/V1/40, S. 2. 

Information: DML (ohne Geburtsort), FA. Nicht im DMK 1942. Das 
Amt für Statistik, Einwohnerwesen und Europaangelegenheiten in Köln 
(23/IX/98) verlangte für Auskunft aus den archivierten Meldeunterlagen 
je 30 DM. Der Antrag an den Oberstadtdirektor vom 6/X/98 ging "zur 
weiteren Bearbeitung" an das Dezernat Wirtschaft und Stadtentwicklung; 
dieses antwortete nicht, brach also Verwaltungsrecht. Erst ein erneuter 
Antrag zum Oberstadtdirektor bewirkte die Aussetzung der Gebühren. Das 
Historische Archiv der Stadt Köln ignorierte eine Anfrage vom 29/III/99, 
brach also Verwaltungsrecht. 


Franz, Alwin Edmund 
1846 - 1907 


Feierlicher Marsch (u. a. Wien, *11/V/30, zum 1. Gautag der NSDAP 
Wien, Dt. Trompeter-Kameradschaft, Dgt. F. Burkhart). 

Douzy-Marsch = HM Ill A, 61. Parademarsch des ehemaligen Ulanen- 
Regiments 17. 

Der Titel feiert ein am 31. August 1870 vor der Belagerung von 
Sedan hart umkämpftes und zerstörtes Dorf östlich der Stadt am Maas- 
Nebenfluß Chiers im Dept. Ardennes, wo das genannte Regiment 
eingesetzt war. 

In: 

HM 4 (1933; ohne Nummer); HM>5. 
Der alte Dessauer. Trompeterstück. 
Galoppmarsch = HM III B, 35. 

In: 

HMS. 


Franz, Berthold 


Lied des Steinklopfers: Ich bin kein Minister, ich bin kein König (T: Karl 
Henckel) (u. a. Stuttgart, *J uli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB). 


F 1767 





Franz, Gustav 


Konzertsänger - Bariton - und Gesangspädagoge in Berlin W 30, Freisinger 
Str. 11 (Stand 1942). Kammersänger. 


Kampflied, für Bariton und Orch (UrS: FSt. Berlin, 16/V1/33). 


Franz, Robert 
1815 - 1892 


Der weiße Hirsch. MCh. 
In: 
DSB, Liederbuch für Männerchor (1938). 


Franz jr, Rudi 


Hoch das dritte Reich! Marsch (RS Frankfurt, 9/V/34, MZ der SS- 
Standarte II/2, Dgt. C. Kretzschmar). 


Franz, Sigfrid (Siegfried) 

Mannheim, 14. August 1913 - Hamburg-Eimsbüttel, 17. Oktober 1997. 
Musikpädagoge in Mannheim; nach der künstler. Reifeprüfung ab 1938 
Komponist, Pianist und Dirigent, Lehrer für Klavier und Theorie an der 
Hochschule für Musik und Theater und am Konservatorium der Stadt 
Mannheim. Während des Krieges zur Wehrmacht einberufen und Leiter 
von Singeleiter-Lehrgängen bei Heer und LW, Gefreiter. 

Ab 1947 freischaffend in Hamburg. Er erhielt 1955 den Karl-Sczuka- 
Preis des SWF Baden-Baden für die Hörspiel-Musik "Der Tiger J ussuf" 
(Günter Eich), abermals 1959 für die Hörspiel-Musik "Der Doktor und die 
Teufel" (Dylan Thomas). 
Werke: Kompositionen für Rundfunk und Film, später Fernsehen. 


NSDAP seit 1/X/40, Nr. 8.376.791, auf Antrag vom 10/VII/40. 
Die Sonne bricht kühn in den Morgen hervor (T: Uffz. Rudolf 
Sander). Kriegslied für Singstimme, B-Trompete und StreichOrch [K]. 
Textprobe (1. Strophe mit Refrain): 
Mi) 

wie leuchten die Wälder und Weiten! 
Und Adler stoßen vom Horste empor, 
gen England, gen England zu streiten. 

Und wir stehn an den Straßen 

und winken ihnen Glück. 

Die Erde scheint stille zu halten. 

Kehrt wieder, kehrt wieder, 

kehrt wieder zurück!" 


e 1768 





In: 
RJF, Liederblatt der HJ 117 (1942); Liederblätter, LGKdo Westfrankreich 1 
(1942); RJF, Musikblätter der HJ) 117/117a (1942). 
Pechschwarz die Nacht über England liegt (T: Gefr. Walter 
Goßmann). Kriegslied mit B-Trompete und StreichOrch [K]. 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Feindlicher Jäger verbissene Wut 
entlockt uns kein banges Zagen. 
Herz spricht zu Herzen und 
Blut stumm zu Blut, 
und feindwärts die Ketten jagen. 
Wir fliegen das Leben, 
wir fliegen den Tod, 
wir fliegen die Freiheit, 
wir fliegen das Glück! 
Wir erfüllen gläubig der Stunde Gebot, 
wir fliegen, wir fliegen 
von Sieg zu Sieg. 
Vorwärts und aufwärts, 
und wir sind dabei! 
Wir fliegen dich, Deutschland, 
für immer frei!" 
In: 
Liederblätter, LGKdo Westfrankreich 1 (1942); RJF, Liederblatt der HJ 117 
(1942); RJF, Musikblätter der HJ) 117/117a (1942). 
Fliegerlied: Heller Jubel der Motoren, Morgenlied der jungen Zeit (T: R. 
Sander). Kriegslied mit StreichOrch. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Blieb ein Adler vor dem Feinde, 
hebt sich wohl 
der Menschen Leid. 
doch es stehen hundert Helden 
schon an seinem Platz bereit". 
In: 
Liederblätter, LGKdo Westfrankreich 1 (1942). 
Der Kamerad: Wenn einer von uns müde wird (T: H. Menzel). Kriegslied 
für B-Trompete und StreichOrch. 
In: 
Liederblätter, LGKdo Westfrankreich 1 (1942). 
Abendmelodie: Ich geh auf stillen Wegen; fern liegen Dorf und Haus (T: 
Soldat Aumüller). Für MCh zu 4 Stimmen. 
In: 
Liederblätter, LGKdo Westfrankreich 2 (1942). 
Annemie: Du gabst mir dieses Ringlein klein und hast mich heiß geküßt 
(T: Gefr. Gossmann). Soldatenlied mit B-Trompete und StreichOrch. 
In: 
Liederblätter, LGKdo Westfrankreich 2 (1942). 
Kampf und Arbeit: Wieder hör ich die Stimme voll dunkler Kraft: 


e 1769 





"Klaget nicht, klagt nicht, schafft!" (T: K. Bröger). Für Chor mit 
StreichOrch. 
In: 
Liederblätter, LGKdo Westfrankreich 3 (1942). 
Drei von der Fliegerei: Als der Führer hat befohlen, ließ er Karl und 
Wilhelm holen (T: Hptm. Dr. Malberg). Kriegslied. 
Textprobe (1. Strophe mit Refrain): 
Mr) 
in den Krieg zur Fiegerei, 
und der Franz war auch dabei. 
Bomben, Funk und Flakgeblitz, 
klar Gerät und klar Geschütz, 
laßt donnern die Motoren, 
dem Sternenglanz 
verschworen. 
Jungens, geht ran! 
Jungens, geht ran! 
Wir fliegen! Wir fliegen!" 
In: 
Liederblätter, LGKdo Westfrankreich 4 (1942). 
Feierliche Musik für Orgel (1943). 
In: 
Oberrheinisches Orgelbuch (1943). 

Information: RMLE. Das Stadtarchiv Mannheim eruierte 1996 nur 
eine Abmeldung 1951 nach Hamburg; das Standesamt Mannheim 
ignorierte gegen Verwaltungsrecht eine Anfrage vom 30/VIII/97. Den 
Todesfall beurkundete das Standesamt Hamburg-Eimsbüttel, Nr. 
539/1998. 


Frauen mit deutschen Herzen reichen sich hier die Hand. Lied, 
onA. 
Vgl. E. Chr. Haase. 
Textprobe (3. Strophe): 
"In unsre deutsche Jugend 
pflanzen wir Hitlers Geist. 
Glauben und edle Tugend 
hat sie zusammengeschweißt". 
In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); Zum Kampfe für die 
Freiheit! (1933; Variante: "mit deutschem Herzen"); Freiheitslieder des 
Dritten Reiches für Schulen (1933; Variante Ss. 0.). 


Frauen sind Heimat = Im starken Volke dienen 


Frau Holdas Lockruf = Sommerlaub und Falbe 


F 1770 





Frau Holle tut das Wasser tragn, mit goldenem Kandl aus goldenem 
Bründl, drinn liegen viel Kindl. Volkslied, aufgez. von Zingerle im Wipptal, 
Tirol. 

In: 
Ein Menschlein ward geboren! (1942); Liederblätter der NSG "Kraft durch 
Freude" 50-54 (1942). 


Frau Nachtigall = Zu Kronstadt vor dem Burgertor 


Free, Hugo 
Berlin, 9. Februar 1897 - Wiesbaden, 13. Mai 1975. 
Musiker in Wiesbaden, dort am Konservatorium ausgebildet, Cellist und 
Kapellmeister einer Dreimannkapelle im Hotel Neroberg und im 
Bahnhofswartesaal 1. Klasse; ab 1935 Angestellter einer Dienststelle der 
Wehrmacht, 1940 auch mit der Besatzung in Holland und Frankreich. 

Er spielte nach 1945 in Casinos der US-Army, gab aber - nach 
eigener Bekundung aus Ärger über die Modernen - die Musik bald auf. 
Werke: u. a. "Auf dem Feldberg droben", Heimatlied Op. 14 Nr. 1 
(1932); Männerchöre wie "Der Tag fährt heim" (1932), "Allerseelen" oder 
"Ein Kuß kann doch nichts Böses sein" (1935). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.695.010, auf Antrag vom 18/V1/37. 
Alle Werke im [SV]. 

Op. 16. Dem Führer: Du alter steinerner Roland (T: Traugott Pilf). MCh a 
cappella (UA: Wiesbaden, 24/111/35). 
Des Rheines Befreiungshymne: Ein Freudenruf ertönt durchs Land 
(eigener T), für MCh/ Tenor und Klavier (1936). 
Vater Rhein: Deutscher Rhein und deutsche Sonne (T: Else Marlott- 
Seitz), für Gesang mit Klavier (1936). 

Information: FA. 


Freiberg, Kurt 
Garz/ Rügen, 5. Juni 1906 - Stuttgart, 11. März 1986. 
Pianist in Lübben/ Niederlausitz, zeitweise in Berlin. 1939 im Musikzug des 
dt. Polizeiregiments Prag Stabstrompeter. 
Nach 1945 in Stuttgart , zuletzt i. R. 
Werke: Unterhaltungs- und Tanzmusik. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Wir vom grünen Bataillon: Voran, voran, die Zeit ist reif und rufet ihre 
Schnitter (T: Mario Heil de Brentani). Marschlied des Polizei-Rgts. Prag 
(1939). 


F 1771 





Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
Kamrad, bleibst du 
im roten Sand? 

Fall ich auf brauner Heide? 
Was liegt daran, das Vaterland, 
das liebt uns alle beide! 

Ade Marie, ade Marie, 

es zieht ins Feld 

die zweite Kompanie 

vom grünen Bataillon, 

vom grünen Bataillon!" 

Information: FA. 


Freiesleben, H. 
Einsender in Dresden. 


Deutschlands J ugend. Lied, 0onA, im Juni 1933 ans RMVP eingesandt. 


Freiheitshymne an Adolf Hitler = Das deutsche Volk 
ist aufgewacht 
Freiheitslied = Wir tragen das Banner der Freiheit 
Freiheitslied = Wir sind des Hitlers braune Schar 
Freiheitslied = Es brauset der Sturm, das Hakenkreuz weht 
Freiheitslied der Braunhemden = Du bist der Held, der uns 


zur Freiheit führet 


Freiheitslieder des Dritten Reiches für Schulen (Anthologie) 
siehe: F. Matschkewitz 


Frei ist die See und die Eisberge ziehn. "Aus unserer Zeit", onA. 
Nachempfundenes "Wikingerlied". 
Vgl. E. M. Henning. 
Textprobe (4. Strophe mit Refrain): 
"Winkt uns Walfadur, ist Fall uns beschert, 
bieten wir frei die Brust dem Schwert. 
Hemmen nicht hellroten Herzblutes Lauf, 
fliegen gleich Adlern gen Walhall hinauf. 


F 1772 





Frisch, Gesellen, 
um den Mast euch geschart, 

löst die Segel zur Wikingerfahrt. 

Löst die Segel zur Wikingferfahrt". 
In: 
Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941 onA); Ähre und 
Spaten (1934; nur T, Variante: "wenn die Eisberge"); Vorwärts! 
Vorwärts... (1935); RJF, Liederblatt der HJ 11 (1935); Wir wandern und 
singen! (1937); Neues Deutschland 2 (1937). 


Freikorps-Lied = Lustig ist das Freikorps-Leben 
Freikorpssoldaten = Wir sind der Rache schwarzes Korps 


Frei, ledig fahr ich durch die Welt. Vagantenlied, mündlich 
überliefert, onA. 
In: 
Wir wollen singen (1933); Lobeda-Singeblatt 19 (1936); Wir wandern und 
singen! (1937; Variante: "zieh ich"); Marschierende J ugend (21938). 


Frei sind wir geboren in dem Tal der Saar (T: onA). Trutzlied, 
zur Melodie "Freiheit, die ich meine". Titel: Lied der Saardeutschen. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Will ein Feind bedrohen 
unser Vaterland, 
Flammenzeichen lohen 
auch am Saarestrand. 
Wie die Väter mühten 
sich in schwerer Zeit, 
woll'n auch wir behüten 
Deutschlands Herrlichkeit". 
In: 
Deutsch ist die Saar! (1934; nur T). 


Freitag, Anton 
Stimpfach, 23. Januar 1897 - Wernau, 20. September 1986. 

Hauptlehrer in Nendingen bei Tuttlingen, 1938 an der Volksschule 
Deggingen, hier auch Dirigent des Musikvereins "Concordia". 

Nach 1945 weiterhin in Deggingen, 1947-52 wiederum Chorleiter 
der neuaufgebauten "Concordia". Danach in Wernau, zuletzt i. R. 
Werke: zumeist Chorkompositionen, u. a. der gemCh "Degginger 
Heimatlied" (29/V/50). 


F 1773 





NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.428.290. 
Deutschlands Tote: Sie trugen in ihren Seelen (T: Maria Kahle). MCh 
(1938) [L&Z]. 

Information: Die Söhne Guido und Ivo Freitag in Wernau ignorierten 
eine Anfrage (1987); der MV Lausch & Zweigle ignorierte eine Anfrage 
vom 12/IV/88. 


Freitag, Friedrich 
Posen, 30. August 1913 - ? 
Handlungsgehilfe und Komponist in Berlin, seit 1941 in Posen, hier in der 
Gauleitung tätig. 1942 entlassen. 


NSDAP seit 1/XI1/31, Nr. 829.869, und SA; Sturmführer, bis 31/1/42 
hauptamtl. als Sachbearbeiter und Schreiber. 
Die Stunde des Soldaten (T: K. Eggers). Vokalwerk (Posen, 1/X1/41, 
Soldatische Feierstunde anläßlich der Gründung des Ostdeutschen 
Dichterkreises). 
Dies war der Schlußakt der Posener Dichterwoche, 23. Oktober bis 

1. November 1941. 
Wartheland, deutsches Land: Deutscher Liebe Land (T: Hubert Müller). 
Ein Kampflied des Warthelandes für Gesang mit Klavier (1943) [Hirt- 
Reger und Schroedel-Siemau, Posen]. 

Information: Keine Nachricht nach 1945; das damalige Posen fiel an 
Polen. Kein Eintrag bei der WASt (7/VI/07. 


Freitag, Martin 
Mehrstetten, 8. Oktober 1878 - Mehrstetten, 8. April 1958. 
Schulpädagoge, Oberlehrer an der ev. Volksschule in Entringen über 
Tübingen. Dann i. R. 
Seit 3/1/48 in Mehrstetten. 


NSDAP seit 1/X1/31, Nr. 716.997. 1/X/31: NSLB; Kreisschulungsleiter der 
NSDAP. 
Wanderlied der Stuttgarter Mädchenschaft: Im Schritt und Tritt mit 
Sang zum Sieg (eigener T) (1933) [E&L]. 
Deutsche Kampf- und Volkslieder. Über 100 der beliebtesten Kampf-, 
Marsch- und Volkslieder. Nur Texte. Vorwort von M. Freitag (1933) [E&L]. 
Siehe: Deutsche Kampf- und Volkslieder 

Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Mehrstetten, 
Nr. 3/1958. 


Freitag, Theo 
Berlin, 14. Februar 1873 - München, 23. April 1956. 
Eigentlich mit Familiennamen John, Theaterkapellmeister, Dirigent in 
München, Leiter eines eigenen Reiseorchesters; gelegentlich auch am 


F 1774 





Rundfunk. 
Werke: U-Musik und Märsche. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Sturmglocken. Marsch. Für versch. Besetzungen: R. Atzler (1933; unter 
Titel "Sturmzeichen" im BR, 19/V11/33) [CL]. 

Information: FA. Das Stadtarchiv München (11/X1/98) teilte mit, über 
Theo Freitag seien Angaben nicht zu ermitteln, gab später aber Auskunft 
(14/1/02). 


Frei und unerschütterlich wachsen unsre Eichen (T: H. v. 
Fallersleben). Vaterländisches Lied, zur Melodie "Gaudeamus igitur". Titel: 
Bundeszeichen. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Darum sei der Eichenbaum 

unser Bundeszeichen, 

daß in Taten und Gedanken 

wir nicht schwanken 

oder wanken, 

niemals mutlos weichen". 
In: 
Köhler's Taschen-Liederbuch (1932; nur T); HM-Liederbuch (1933/34; 
"Alte Melodie"); Das Lied des Arbeitsdienstes (1933); Liederbuch für Dt. 
Frauen und J ungmädchen-Verbände (1934); Liederbuch des Turner- 
Musikant (1934); Schutz- und Trutz-Lieder-Buch (1934); Deutsche Lieder 
für die Jugend (21935); Unsere Lieder (71938); Kameradschafts-Lieder 
(1939; nur T, 0onA). 


Frei weg! Deutsches Marsch-Album. 30 beliebte deutsche Militär- 
und andere Märsche, für Klavier leicht und wirkungsvoll gesetzt (1933). 
Mit Violin- und Cellostimme [Sc]. 


Frei weg!: Frisch in die Welt (T: Peter Arenz), zur Melodie des 
Marsches "Frei weg" (C. Latann). Für gemCh mit Klavier/ Orch: J. Christ 
(1937) [BP]. 


Frenkel, Stefan 
Warschau (Rußland), 21. November 1902 - New York, 1. März 1979. 

Sohn eines Kaufmanns; Schüler von A. Busch, C. Flesch und F. E. Koch, 
bis 1927 in Dresden Konzertmeister der Philharmonie, dann Komponist 
und Geiger in Berlin, zuletzt Konzertmeister des Orag-Orchesters in 
Königsberg. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel (mit nicht erklärtem 
Julianischen Geburtsdatum) als Jude denunziert. 


F 1775 





1935 emigrierte Frenkel in die Schweiz und wirkte als 
Konzertmeister in Genf beim Orchestre de la Suisse Romande, 1936-40 in 
New York an der Metropolitan Opera, 1947 zeitweise in Rio de Janeiro an 
der Städtischen Oper. 

Information: DML (Geburtsdatum, julianisch: 8/XI/02), FA 
(Geburtsdatum, julianisch: 8/XT/02), KDMK, RML. 


Freude ins Leben. Lieder des neuen Deutschland. Als Sing- und 
Musikblätter eingerichtet, für Gesang, ein- und zweistimmig, mit 
Gitarrenbegleitung (1934-35) [Ho]. 

Nr. 1 (1934). 
Breu: (Die deutsche Arbeit) So weit wie Falken fliegen. - Mia Diebler- 
Willrich: (Trommelwirbel) Wirbelt, ihr Trommeln, durch Berg und Tal. - F. 
Kamm: (Heckenrosenlied) Es war ein Knabe gezogen. 

Nr. 2 (1934). 
(Grüß mir die Lore) Im Wald, im grünen Walde. - (Schlesierlied) Kehr ich 
einst zur Heimat wieder. 

Nr. 3 (Sondernummer BDM und DFD, 1934). 
(Tanz im Freien) Alle Wiesen sind grün. - R. Kothe (= H. Scherrer): 
(Rundinellarulla) Tanzt das Volk im Kreise. - Volksweise: (Das deutsche 
Mädchen) Ich bin ein deutsches Mädchen. 2stimmig mit Klavier und 
Gitarrenakkorden: R. Salzbrenner. 

Nr. 4 (Sondernummer HJ, 1934). 
Volksweise (= R. Götz): (Der Trommelbub) Wir ziehen über Straßen. - 
Bellingrodt: Es rauscht durch deutsche Wälder. - Englert: Wann wir 
schreiten Seit an Seit. 2stimmig mit Klavier und Gitarrenakkorden: R. 
Salzbrenner. 

Nr. 5 und 6 bibliographisch nicht nachgewiesen. 

Nr. 7 (1935). 
Methfessel: Der Gott, der Eisen wachsen ließ. - Volkslied: Unser Leben 
gleicht der Reise. - Thum: Aus des Alltags grauen Sorgen. 

Nr. 8 und 9 bibliographisch nicht nachgewiesen. 

Nr. 10 (1934). 
C. Frantzen: (Wanderlied) Wir sind jung, die Welt ist offen. - Englert: 
(Wanderlied) Wir sind jung, die Welt. - Englert: (Wanderfahrt) Wenn die 
Arbeitszeit zu Ende. 

Nr. 11 (1934). 
Mia Diebler-Willrich: (Klöppellied) Klappert, ihr Klöppel. - M. Diebler- 
Willrich: (Abendlied) Wir wollen Andacht halten. - M. Diebler-Willrich: 
Schön ist's in Deutschland. 2stimmig mit Klavier und Gitarrenakkorden: R. 
Salzbrenner. 

Nr. 12 bibliographisch nicht nachgewiesen. 

Nr. 13 (1935). 
Bellingrodt: (Regenfahrt) Im Siegerland, hoch überm Tal. - Bachmann: 
(Frühlingsfahrt) Zwei Rappen zieh ich aus dem Stall. - Plenzat: Zogen 
einst fünf wilde Schwäne. 


F 1776 





Nr. 14 (1935). 
G. Günther: Glühet, heilge Flammen. - Gläser: Fıamme empor! - Groos: 
Freiheit, die ich meine. 

Nr. 15. 
Volker: (Erntefestlied) Wagen auf Wagen schwankte herein T: onA = Julius 
Sturm). - Aus grauer Städte Mauern. - Volk will zu Volk. 

Nr. 16 (1934). 
Köhler: (Wir deutsche Jugend! - Wir sind vom Jungvolk): Ja, das ist wahr 
und wunderbar. 


Freudenthal, Josef 
Geisa/ Rhön, 1. März 1903 - New York, 5. Mai 1964. 
Dr. rer. pol. et jur. Würzburg 1926, in Leipzig Syndikus beim MV-Konzern 
Anton J. Benjamin und Prokurist des Verlages N. Simrock; 
Schlagerkomponist, auch Dirigent des Synagogenchors. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

1933 zunächst nach Palästina emigriert, seit 1936 in New York 
Musikverleger und Gründer und Präsident der Transcontinental.Music 
Publishers. 

Information: FA, KDMK. 


Freund, H. 
SA-Mann in der SA-Standarte 1, Königsberg i. Pr. 


Lied der SA (RS Königsberg, 5/1X/35). 


Freund, Hans 


Marschlied der NS-Betriebszellenorganisation: Du Gelehrter, du 
Bauer (T: G. Oertz und der Komponist), für Militärmusik (1933) [Sul]. 


Freunde, Brüder, schließt zusammen euren Ring im 
Flammenschein (T: Fritz Lenz, Juni 1914). "Sonnwendlied der nordischen 
Bewegung", zur Melodie "Freude, schöner Götterfunken" (Beethoven). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Leiht uns Stärke, hohe Ahnen 
von des Nordens Heimatstrand, 
daß wir unter euren Fahnen 
kämpfen um der Enkel Land. 
Euer Schlachtruf soll erklingen! 
Brüder! Heil! Die Stunde naht! 
dem Germanentum zu bringen 
höchstes Heil durch unsre Tat!" 


F 1777 





In: 
Der Sieg ist erstritten (1933; nur T). 


Freunde, kommet zu den Reihen, kommt zu einem Ehrentanz! 
Aus Straubing, 1679. Sonnenwendreigen. Titel: Ehrentanz. 
In: 
Das Sonnenrad (1934). 


Freunde, kommt allzusammen (T: nach F. M. Böhme von Max 
Pohl). Heldenlied von Roland und Gotelinde, nach Erk-Böhme, "Deutscher 
Liederhort". 

In: 
Musikbuch A, B (1941). 


Freunde kommt, reicht uns die Hände, fest woll'n beisammen 
wir steh'n (T: onA). Titel: Hakenkreuz am Arme. 

Die Selbstpräsentation bedient sich der Worte des Refrains: 
"Hakenkreuz am Arme, schwarz-weiß-rotes Band, Nationalsozialisten 
werden wir genannt". 

In: 


Durch Kampf zum Sieg! (71926; nur T). 


Freunde, lasset uns beim Zechen. Trinkkanon. 
In: 
Lobeda-Singebuch 1 (1936). 


Freunde, reichet euch die Hand zu dem großen Bruderbunde. 
Bekenntnislied, onA. Titel: Bundeslied. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Hakenkreuz und schwarzweißrot 
laßt voran im Winde wehen, 
bis aus tiefer Schmach und Not 
Deutschland blühend 
wird erstehen. 
Deutschen Zornes heil'ge Glut, 
deutsche Freiheit höchstes Gut." 
In: 
Sturm-und Kampflieder-Buch (1933; nur T). 


Freund, ich bin zufrieden. Volkslied aus Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


F 1778 





Freundorfer, Georg 
München, 23. Juli 1881 - Berlin-Charlottenburg, 18. Dezember 1940. 
Zithervirtuose und Komponist in Berlin-Charlottenburg. 
Werke: Volksmusik, Märsche, Tanzmusik, so Walzer "An der schönen 
grünen Isar" und Polkas, Bearbeitungen für Schrammelquartett, 
Charakterstücke, u. a. für Zither. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

1933 
Fidele Schützen. Marsch, zus. mit B. Derksen, Version für Zithergruppe 
(FSt. Berlin, 12/V1/33). 
Drunter und drüber. Marsch (Südfunk, 12/X/33, von Schallplatten). 
Hoppla - Hoppla! Marsch (Südfunk, 12/X/33, von Schallplatten). 


1935 
Über Berg und Tal. Marsch (RS Hamburg, *30/1/35, von Schallplatte). 
Gruß an Obersalzberg. Marsch für versch. Besetzungen, instrum. von 
B. Kutsch, 1942 auch für Handharmonika (1937; RS Berlin, 11/VI11/35; 
RS Leipzig, *20/1V/38) [EL]. 
Der Titel feiert den Wohnsitz Hitlers auf dem Obersalzberg bei 
Berchtesgaden. 
1938 
Von Linz bis Wien (T: Joseph Hochmuth, Hans Werner). Marsch. Für 
Harmonie- und Blechmusik mit SaxStn.: M. Damberger (RS Wien, 
15/X/38) [HF]. 
Der Titel feiert die triumphale Fahrt Hitlers nach der Annektion 
Österreichs und seinen Einzug in Wien. 
Alte und neue Kameraden. Marsch (RS München, 25/X/38). 
Der Titel feiert die mit der Annektion Österreichs durch Hitler 
hergestellte Wiederbelebung der Waffenbrüderschaft aus dem Wk. I. 


1939 
Einzug in Braunau. Marsch. Für Harmonie- und Blechmusik mit 
SaxStn.: Max Damberger (1939) [HF]. 
Der Titel feiert Hitlers Besuch seines Geburtshauses in Braunau nach 
der Annektion Österreichs. 

Information: FA. Laut Referat für Meldeangelegenheiten, Paß- und 
Ausweiswesen beim Polizeipräsidenten in Berlin (9/IV/84) als in Berlin 
gemeldet gewesen nicht zu ermitteln. Den Todesfall beurkundete das 
Standesamt Charlottenburg, Nr. 4580/1940. 


Freundschaftsdienst = Oh, stoße nicht den Freund 


Freut auch des Lebens, weil noch das Lämpchen glüht. 
Vgl. H. G. Nägeli. 


F 1779 





In: 
Flieger-Liederbuch (1938); Marschierende Jugend (21938; nur T). 


Freut euch des Lebens! Großmutter hab'n sie mit der Sense 
rasiert. Scherzhafte Textparodie, zur Melodie von H. G. Nägeli, mit vielen 
Strophen, auch grob antisemitischen. 

Textprobe (10. bis 13. Strophe): 

"Zwei Juden gingen durch das Korn, 
der eine ging hinten, der andre ging vorn, 
der Cohn, der wollte nicht hinten gehn, 
denn beim Levi da war die Luft nicht schön. 


Zwei Jude saßen auf einer Bank. 
Der eine roch, der andre stank (...). 


Zwei Juden schwammen einst im Nil. 
Den einen fraß ein Krokodil, 

als es den Zweiten angeglotzt, 

da hats den Ersten ausgekotzt. 


Zwei Juden badeten einst im Fluß, 
weil jeder Mensch einmal baden muß. 
Der eine ist versoffen, 
vom andern wolln wir's hoffen". 

In: 


Der Kilometerstein (?71937); Die Fahrt (1937). 


Freut euch, Erd und Sternenzelt (T: Paul Hermann). 
In: 
Das Kindelwiegen (1943). 


Freut euch, freut euch in dieser Zeit, ihr werten Christen alle! 
In: 
Christliche Kampflieder der Deutschen (1933; onA). 


Freut euch, ihr Alten und ihr J ungen. "Streitlied von Sommer 
und Winter", aus Schlesien. 
In: 
Lieder für Werk-Frauengruppen 4 (1937). 


Freut euch, ihr Christen alle, die ihr seid neugeborn. Titel: Ein 
Streitlied der Brüder in Mähren. 
| 


e 1780 





n: 
Christliche Kampflieder der Deutschen (1933; onA). 


Freut euch, ihr Schäfersleut, freut euch im Feld! Aus 
Nordmähren, aufgezeichnet von Adam Scholz. 
In: 
Lieder des Volkes (61936); Volksliedsingen im Schulfunk 26 (18. März 
1937); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Lied über Deutschland (?1941). 


Frey 


Treu zur Fahne. Marsch (RS Hamburg, 18/X11/37). 


Frey, J.S. 


Halloh! Frisch auf zur Arbeit für unser deutsches Land (T: Otfried 
Fraunhofer). NS-Arbeitsdienstlied. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Wir fühlen uns als Brüder 
im neuen dritten Reich! 
Gemeinschaft bindet wieder, 
als Deutsche sind wir gleich. 
Ein jeder von uns strebe 
zu sein ein echter Mann! 
Hitler, du mein Führer, lebe! 
Er nur uns retten kann". 
In: 
Wir singen (1934). 
Wir FAD-Soldaten kämpfen für ein deutsches Vaterland (T: Paul 
Müller). Lied für den Freiwilligen Arbeitsdienst. 
Textprobe (1. Strophe): 
ss) 


dem Führer des Dritten Reiches 
reichen wir unsere Hand". 
In: 
Wir singen (1934). 
Wir sind die braunen Soldaten, schaffen im schwarzen Moor (T: Fritz 
Steinbacher). Arbeitsdienstlied. 
Textprobe (2. Strophe). 
"Kraftvoll wir wollen bezwingen 
Wasser und Felsen und Sand, 
so muß es uns gelingen, 
daß wir gewinnen das Land!" 
In: 
Wir singen (1934). 


F 1781 





Wir sind vom freiwilligen Arbeitskorps, wir schaffen mit schwieligen 
Händen (T: Heiner Curtius). NS-Arbeitsdienstlied. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Wir rufen zur Tat mit erhobener Hand, 
wir streben mit Hitler zum Siegen! 
Wir sprengen die Fesseln 
von Schmach und Schand, 
wir zwingen den Feind zum Erliegen. 
Wir sind vom freiwilligen Arbeitskorps, 
wir schaffen mit schwieligen Händen! 
Wir reißen das Banner der Arbeit empor, 
wir werden unser Schicksal 
jetzt wenden!" 
In: 
Wir singen (1934). 
Wir zieh'n in langen Reihen durchs deutsche Vaterland (T: Wilhelm 
Kilian). RAD-Lied. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Der heil'gen Mutter Erde 
wir graben den Willen ein, 
bei Deutschlands Auferstehen 
nun schaffend dabei zu sein. 
Der Pickel beißt die Erde, 
hell klingt unser Ruf. 
Wir sind das Heer der Arbeit, 
weil Gott zur Tat uns schuf!" 
In: 
Wir singen (1934). 


Frey, Josef 


Mit Marschgesang. Marsch für Harmonika (1939) [AH]. 


Frey, Karl 

Bonndorf/ Schwarzwald, 31. Mai 1876 - Freiburg i. Br., 30. August 
1948. 
Kath. Theologe, seit 1900 Priester; Pfarrer in Gottenheim, ab Oktober 
1940 i. R., zuletzt in Freiburg. 
Werke: Kirchenmusik, so liturgische Lieder und Marienlieder, Messen 
("Messe zu Ehren der Göttlichen Vorsehung", 1934); biblisches Trauerspiel 
mit Musik; Heimatspiel. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Werkfeierlied: Tritt heran, Arbeitsmann (T: H. Lersch). MCh (1934) 
[Coppenraths Verlag, Regensburg]. 

Information: FA. 


e 1782 





Frey, Martin (Alfred) 

Crossen an der Elster, 23. Januar 1872 - Halle (SBZ), 18. Januar 1946. 
Sohn eines Schloßgärtners und Rendanten; Schüler von Martin Krause, H. 
Riemann und S. Jadassohn, Musikpädagoge und Musikreferent in Halle, 
Volksschullehrer, Komponist und Musikschriftsteller. 

Werke: u. a. "Deutsches Matrosenlied" Op. 46; Kinderstücke, so Zehn 
Soldatenlieder für kleine Rekruten Op. 28; Lieder, so 63 Lieder aus "Der 
kleine Rosengarten" von H. Löns, Klassikerbearbeitungen; klavierpädagog. 
Werke. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Gebet ans Volk. MCh [StL]. 

Deutsches Fahnenlied. MCh [StL]. 

Weihnachtsliedchen, onA, am 6/X11/34 an Dr. Goebbels eingereicht 
(Quelle: BAR 55/ 1169). 

19. August 1935, Denunziation: 

"(...) aus der Feder des ständigen Hallischen Berichterstatters der 
>Musik< Martin Frey, der bis kurz nach der Machtübernahme 
Musikreferent der Saale-Zeitung in Halle war und dem von seiner 
gesamten Musikreferententätigkeit allein die Berichterstattung für >Die 
Musik< verblieb. In dem in Frage stehenden Bericht befaßt sich Herr Frey 
mit den Konzerten des mit der ungarischen Jüdin und Violinvirtuosin 
Margit Lanyi verheirateten Kapellmeisters Benno Plätz und widmet 
ihnen anerkennenswerte Worte; er steht mit seinem Urteil im Gegensatz 
zu der Bewertung, die den Leistungen von Plätz und Lanyi seit Jahren in 
der hallischen NS.-Presse zuteil wird. Der Bericht des Herrn Frey, den ich 
hiermit der Reichsamtsleitung zur Kenntnis bringe, hat folgenden 
Wortlaut: 

>Die vier Sinfonie-Abende des Benno-Plätz-Kammerorchesters mit 
Margit Lanyi an der Spitze der Violinen und als Solistin können nicht 
unerwähnt bleiben, da sie gute Musik in guter Form bieten und in der 
Gunst der Musikfreunde stehen<." (NSKG-Gaudienststelle Halle- 
Merseburg, Grahmann, an Reichsamtsleiter Dr. Stang, 19/VI11/35. Quelle: 
ACDJC, Document CXLV-602). 

Der gar nicht zuständige Dr. B. Grahmann, Gauobmann der NSKG, 
war Stadtschulrat in Halle, Antisemit, später Städt. Musikbeauftragter. 
Der Denunzierte schrieb seit vielen Jahren für "Die Musik" und besprach - 
ohne Überschwang - ein der RMK angemeldetes, also genehmes Konzert. 

Op. 18. Schlummerliedchen: Schlaf, mein kleines Mäuschen, schlaf bis 
morgen früh. Kanon zu 4 Stimmen. 
In: 
Lieder für die Grundschule (1938). 
Januar 1942, Laudatio: 

"Der bekannte Musikerzieher Martin Frey feiert am 23. Januar 
seinen 70. Geburtstag. Neben seiner pädagogischen Arbeit hat er sich vor 
allem durch seine reiche Editionstätigkeit einen Namen gemacht" ("Der 
Musikerzieher" XXXVIIl/4, Januar 1942. S. 59). 

Information: DNML, DML, FA, RML, LdCh, MGG. 


e 1783 





Freyhold, Emilie (Maria Ottilie) von 
Düsseldorf, 26. März 1832 - Bad Pyrmont, 13. Februar 1960. 
Konzertsängerin und Komponistin zunächst in Düsseldorf, seit 30/111/36 in 
Berlin. 
Nach 1945 zuletzt i. R. in Bad Pyrmont. 
Werke: u. a. "Christo eigen" (eigener T) für Soli, Chor und Orgel oder 
Klavier Op. 10 (1933). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. Die Komponistin erhielt Mittel vom 
Künstlerdank-Fonds. 
Op. 7. Lobpreisung Gottes: Gelobet seist du, Herr (eigener T). Kantate 
"zu Ehren unseres Führers" für Soli, gemCh und Orgel- oder 
Klavierbegleitung (1933; Potsdam, 10/1X/33, in der kath. Pfarrkirche) 
[SV]. Mit Empfehlung von Pfarrer Pg. Strehl 1933 dem RMVP eingereicht. 
Information: Nicht im DMK 1942. Der Standesbeamte Schubring, 
Düsseldorf (26/X1I/97), verweigerte mit Berufung auf das verfälschte PStG 
8 61, also rechtsordnungswidrig, die Angabe der Todesdaten. Damit 
raubte er der Künstlerin das postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in 
der Nachwelt und betrog den Lexikographen um sein Grundrecht auf 
ungehinderte Berufsausübung. 


Freymann, Walter 


Komponist in Riga; dann - Stand 1941 - im Rahmen der Umsiedlung der 
Baltendeutschen in Posen, Kennemannstr. 26 (1942), freischaffend. 
Werke: u.a. Lieder. 


Rufendes Land. 700 Jahre Volkstumskampf im Baltikum. Funkfolge mit 
Beiträgen von E. E. Dwinger, S. von Vegesack, W. Bergengruen, Heinrich 
von Hoerner, Lex Schloß und Heinrich Bosse. Musik: W. Freymann u.a. 
(RS Frankfurt, 7/1/38). 

Vgl. Hans Schmidt - A. M. Schnabel. 


Freymuth, Max 
Elenskrug/ Krs. Fischhausen, Ostpreußen, 12. Juni 1879 - ? 
Musikpädagoge; Schullehrer in Berlin-Friedenau, auch Chordirigent. 
Werke: Chöre, besonders vaterländ. und nationalsozialistische. 


NSDAP seit 1/111/32, Nr. 1.011.423. NSLB. 
Zwei Freiheitslieder, onA, am 12/111/33, also einen Tag nach Errichtung 
des RMVP, mit Widmung an Dr. Goebbels eingereicht (Quelle: BA R 55/ 
1158). 

Information: FA. Laut LA Berlin (12/XI/00) fehle Max Freymuth in der 
lückenhaften Meldekartei 1875-1960; gleicher Bescheid vom 
Landeseinwohneramt (7/VIII/03). Nicht im DMK 1942. 


e 1784 





Fricke, August 
Einsender in Dortmund. 


Komposition ohne Titel, onA, am 2/X1/34 dem RMVP eingereicht 
(Quelle: BAR 55/ 1169). 


Fricke, Richard 
Oschersleben, 21. April 1877 - Dresden (DDR), 20. August 1957. 

Sohn eines Fotografen; Schüler von E Humperdinck, 1913 Kgl. preußischer 
Musikdirektor, Kantor und Organist an der Martin-Luther-Kirche in 
Dresden. Dirigent des Römhild-Chors. 

Nach 1945 i. R. weiterhin in Dresden. 
Werke: u.a. geistl. Musik, so Motette über den Choral "Lobe den Herrn" 
Op. 84 Nr. 1, Messe (1940) und Psalmen; Lieder und Volkstänze; Requiem 
für die deutschen Gefallenen Op. 61 für gemCh. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP und NSLB. Leiter der Gaufachschaft 
Kirchenmusik des NSLB Dresden-Stadt. 

Allee Titel, wo nicht anders vermerkt, im [SV]. 

Vaterländischer Spruch: Deutsche Treue, deutsche Ehr (T: Johannes 
Roch), für Astimmigen gemCh. 

Trutzlied: Nun, Brüder, rücket all zusammen (T: Hans Frauengruber), für 
A4stimmigen gemCh. 

Requiem: Ruhe, ewige Ruhe gib ihnen (T: onA). Gebet für die Toten, für 
gemCh. 

Requiem zum Heldengedenktag: Gedenket der Toten (T: 1.-3. Strophe 
von H. Meyer, 4. Strophe selbst). MCh. 

Drei Hitler-Sprüche: 1. Lasset erklingen mit mächtigem Ton. - 2. 
Sängertreue, Sängerehr halten wir heilig. - 3. Wir stehen zusammen im 
treuen Chor (Texte: J. Roch). MCh (1933). 

Dem Führer: So gelte denn wieder Urväter Sitte (T: Will Vesper). MCh/ 
gemcCh (1933). 

Das Lied vom Hitler: Adolf Hitler, unser Führer (eigener T). Volkstüml. 
Marschlied für ein- oder zweistimmigen Chorgesang a cappella oder mit 
Klavier/ Orch (1934). 

Festliche Hymne: Mein deutsches Land, du bist erwacht (T: H. 
Schleicher), für versch. Chorbesetzungen mit Orch/ Klavier (1937). 
Groß-Deutschland: Vom Bodensee bis an den Belt (T: Hoffmann von 
Fallersleben), für gemCh (1938) [BF]. 

Op. 131. Sechs volkstümliche Gesänge, für Astimmigen gemCh (1939). 
1. Tausend Taler: Wenn ich tausend Taler hätt‘ (T: Oberlausitzer 
Volksreim).- 2. Tauch an und pflüge (T: Karl Franz Leppa). - 3. Heimat 
(Böhmer Wald): Nun brennt der Mond (T: Hans Watzlik).- 4. Walther 
von der Vogelweide: Herr von der Vogelweide (T: J. Weinheber). - 5. 
Morgenlied: Seele, sieh, die Nacht zerrinnt (T: Will Vesper). - 6. 
Gemeinschaft: Wir pflügen alle dasselbe Land (T: Karl Herma). 


F 1785 





Ein Volk steht auf. Heldisches Oratorium für Solostimmen, Orgel und 
Orch (T: R. Fricke). Neufassung von Händels biblischem Oratorium "Judas 
Maccabäus" mit politisch aktuellem Text (1943; MS). 
Vgl. Händel. 
Zum Gedächtnis der Gefallenen: 1. Spruch: Niemand hat größere 
Liebe. - 2. Motette: Wie tief ist der Schmerz. Für 4stimmigen gemCh 
(1944). 
Spruch: Sei getreu bis in den Tod. Für 4stimmigen Frauen- oder gemCh 
(1944). 

Information: DNML, DML, FA, RML, LdCh. 


Frickhoeffer, Otto 
Bad Langenschwalbach/ Taunus, 29. März 1892 - Bad Schwalbach, 9. 

April 1968. 
Sohn eines Geheimen Sanitätsrats; zunächst Medizinstudent, dann 
Schüler von B. Sekles und E. Toch, Komponist und Kapellmeister, ab 1933 
Leiter der MA der Berliner Funkstunde/ RS Berlin, Mitglied des Preuß. 
Theaterausschusses. 1935 Leiter von Chorabteilung und Orchester des RS 
Berlin, 1936 musikal. Sonderbeauftragter der Reichssendeleitung. Später - 
Stand 1941 - 1. Dirigent des Großen Orchesters des RS Frankfurt. 

Nach 1945 aus politischen Gründen für den Rundfunk der SBZ 
gesperrt, zuletzt in Bad Schwalbach i. R. 
Werke: u.a. Lieder, so "Ermunterung" für Alt und Orch (1927), "Friede 
auf Erden!", ein Weihnachtsliederalbum (1933) und Vertonungen von 
Texten G. Falkes und O. E. Hartlebens; Klaviertrio; Sinfonische 
Improvisation für gr. Orch (1927); "Epimeleia", Motette für 5stimmigen 
Chor und Orch Op. 17 (1929). 


NSDAP seit 14/111/31, Nr. 637.862. September 1933: Referent z. b. V. in 
der Gruppe Musik des KfdK; als Kreispressewart II Stabswalter der NSDAP 
Groß-Berlin. 

*9, November 1933: 

(1) 

Das Berliner FunkOrch, Dgt. Frickhöffer, mit Funk-Chor, Dgt. 
Heinzkarl Weigel, bietet die Sendung "Zum Gedenken" (FSt. Berlin, *9/XI/ 
33). 

(2) 

Das Berliner FunkOrch, Dgt. Frickhöffer, bietet die 5. Sinfonie von 
Beethoven (RSdg, *9/X1/33). 

(3) 

Das Berliner FunkOrch, Dgt. Frickhöffer, bietet die Leonoren- 
Ouvertüre Nr. 3 von Beethoven (FSt. Berlin, *9/X1/33). 


22. Juni 1934, Gutachten: 

"(...) Das Werk erscheint mir in seiner gesamten musikalischen 
Haltung durchaus verfehlt. Die einzelnen Stimmen werden rücksichtslos 
ohne Beachtung der sich ergebenden Harmonien gegeneinander geführt, 


e 1786 





sodaß man hier von einer strengen Anwendung des sogen. >linearen 
Kontrapunkts< sprechen muss. Diese in den letzten 14 Jahren zumal von 
jüdischer Seite (Schönberg!) heftig propagierte Tendenz widerspricht 
schon in ihrer Grundanlage den wahren Gesetzen des Kontrapunkts. (...)" 
(Frickhoeffer an Reichssendeleitung, Richartz, 22/VI1/34. Quelle: BAR 55/ 
1168. Blatt 68-69). 

Frickhoeffer lehnte die Sendung des Streichquartetts Op. 28 von 
Helmut Westermann strikt ab, obwohl der Berufsstand der deutschen 
Komponisten mit von Reznicek, Friedrich Welter und Hans Chemin-Petit 
die Arbeit für talentiert erklärt hatte. 

25. Juni 1934, Absage: 

"Nach eingehender Prüfung Ihrer ganzen Angelegenheit und 
Rücksprache mit den zuständigen übergeordneten Dienststellen teilen wir 
Ihnen mit, daß wir uns für verpflichtet halten, zunächst diejenigen 
Künstler im Rundfunk zu berücksichtigen, welche als Parteigenossen in 
den verflossenen Kampfjahren sich Verdienste um die Wiederaufrichtung 
Deutschlands erworben haben. 

Wir geben deshalb anheim, sich in späterer Zeit noch einmal mit uns 
in Verbindung zu setzen" (RS Berlin, Musikabteilung, Frickhoeffer, an Maria 
Cebotari, 25/V1/34. Quelle: NL Furtwängler). 

Die deutsche Musik im deutschen Rundfunk ("Die Musik" XXIX/4, 
Januar 1937. S. 246-247). 

Frickhoeffer beklagt u. a., daß es noch eine Reihe deutscher 
Komponisten gäbe, die "sich leider als treulos gegen ihr Volk und 
Vaterland erwiesen und sich eifrig an der Zersetzungsarbeit beteiligt" 
hätten, und warnt vor den Anpassern nach 1933. 

*9, November 1937: 

(1) 

Das Gr. Orchester des RS Frankfurt, Dgt. Frickhoeffer und C. Moritz, 
bietet das Programm "Von Volk und Vaterland": 1. Ehrenberg: Festliches 
Vorspiel. - 2. Moritz: "Volksgemeinschaft", MCh. - 3. Bach: 
Brandenburgisches Konzert Nr. 3, Allegro. - 4. Händel: Dettinger Tedeum, 
Arioso für Baßstimme und Orch. - 5. Händel: Konzert für Orgel und Orch, 
Tempo ordinario und Allegro. - 6. Philipp: "Heimat" und "Der erste 
Schnee", 2 Kriegslieder für Baßstimme und Orch. - 7. Moritz: "Und ihr 
habt doch gesiegt", MCh. Mitwirkende: Johannes Willy (Bar), Helmut 
Walcha (Orgel), Rudolf Rieth (Sprecher) (RS Frankfurt/ RSdg, *9/X1/37). 

(2) 

Das Gr. Orchesters des RS Frankfurt, Dgt. Frickhöffer, bietet im 
Nachtkonzert die "Eroica" von Beethoven (RS Frankfurt, *9/X1/37, mit RS 
Stuttgart). 

*]. Mai 1938: 

Das Gr. Orchester des RS Frankfurt, Dgt. Frickhöffer, bietet 
"Festliche Musik" zum Nationalen Feiertag des deutschen Volkes: 1. 
Händel, Ouvertüre D-dur, - 2. Wagner, "Siegfried-Idyll". - 3. Bullerian, 
Festliches Präludium (RS Frankfurt,/ RSdg *1/V/38). 

*9, November 1938: 
Das Gr. Orchester des RS Frankfurt, Dgt. Frickhöffer, bietet Werke 


F 1787 





von Beethoven, Brahms, Schumann, R. K. von Gorrissen, H. Kaun, H. 
Bullerian und H. Wolf (RS Frankfurt, *9/X1/38). 
Information: DNML, DML, DDFL, FA, MM2, RML, LdCh. 


Friderici, Daniel 


1584 - 1638 
Wir lieben sehr im Herzen drei schöne Dinge fein (eigener T) 
(1617). 
In: 


Lieder der Arbeitsmaiden (1938); DSB, Liederbuch für Männerchor 
(1938); Lied über Deutschland (?1941). 


Fridericus Rex siehe: Carl Loewe 


Fridolin = Es ist schon halber neune, Fridolin 


Fridrich, Anton 
1849 - 1924 


Khevenhüller-Marsch. Regiments- und Defiliermarsch des ehemaligen 
k. und k. und späteren österr. IR Nr. 7 in Graz (Schles. FSt., 20/V1/33, in 
der Sendung "Grenzdeutsche Soldatenmärsche"). 

In: 

Marschperlen (1943). 


Friebe, Wolfgang 
Oppeln, 29. August 1909 - Escheburg, 19. April 1989. 

Dirigent; 1933 in Breslau Solorepetitor und Operettenkapellmeister am 
Stadttheater, Leiter der Kurkapelle Bad Reinerz, 1938 in Fürth, 1939 
wieder in Breslau, 1939-41 1. Kapellmeister am Raimund-Theater in Wien, 
dann in Berlin und ab 1942 in Dresden. 

Nach 1945 freischaffend als Komponist, Bearbeiter und Gastdirigent 
bei Rundfunk und Fernsehen, zuletzt in Escheburg bei Hamburg i. R. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.031.175. 
Braune Bataillone. Marsch (Schles. FSt., 31/VI1/33; RS Leipzig, 
12/1V/38). 


e 1788 





Fried, Oskar 
Berlin, 10. August 1871 - Moskau, 5. Juli 1941. 
Sohn eines Kaufmanns; Schüler von Ph. Scharwenka und Humperdinck, 
zunächst Hornist in verschiedenen Orchestern, dann Musiklehrer, 
Komponist und Theaterkapellmeister, bis 1934 in Berlin-Nikolassee. 

Von Brückner/Rock (I: "Er trieb sich während des Krieges auf 
Konzertreisen in Auslande herum") und Gerigk/Stengel als Jude 
denunziert. 

Dann emigrierte Fried in die UdSSR, wirkte hier zunächst in Tbilissi 
als Operndirektor, später als Chefdirigent des Sinfonie- Orchesters des 
Allunionsrundfunks in Moskau. 

Information: DNML, DML, FA, RML, LdCh (Todesdatum: Juli 1942), 
MGG. 


Friedemann, Carl 

Mucheln/ Regierungsbezirk Merseburg, 29. April 1862 - Bern (CH), 9. 
April 1952. 
Militärmusiker; zunächst beim IR 71 Erfurt, 1891 Stabshoboist/ MM beim 
IR 113 Freiburg i. Br, 1906 Kgl. Musikdirektor, 1912-34 Kapellmeister und 
Leiter der Stadtmusik Bern, wo er 1917 eine eigene Musikschule gründete. 
Am 20/VI/35 zeichnete ihn Hitler mit dem Titel Professor aus. 
Werke: Märsche, rund 300 Nummern, so "Für Deutschlands Ehre"; "Pro 
gloria et patria", Dramatische Ouvertüre Op. 258; "Des Kaisers 
Leibhusaren", Charakterstück; Rhapsodien und Serenaden. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 


1933 

Op. 66. Kaiser-Friedrich-Marsch = HM II, 151 (1888; Mirag, 
*20/1V/33; MZ der SS-Standarte 48, Dgt. Max Pausch; Berlin, 11/VI11/36, 
Militär-Festkonzert zur Olympiade, gesamtes MK der Wachtruppe Berlin, 
Dgt. StMM Ahlers; RS Hamburg, 15/1/38, MZ der NSKK-Motorstandarte 9 
Stettin, Dgt. Georg Schulze) [HM]. 

Der Titel feiert Friedrich III. (1831-1888). 
In: 
[Sc] Das goldene Marschbuch (1933); HM 5. 
Op. 74. Bayerisch-Blau. Marsch (BR, 15/VI1/33, von Schallplatte) [HM]. 
Einig Volk. Marsch (Mirag, 1/11/33; Südfunk, *20/1V/33; RS Köln, *30/1/ 
35, Düsseldorfer KonzertOrch, Dgt. C. M. Artz; RS Frankfurt, 10/V11/39). 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 
Op. 125. Siegestrophäen. Marsch (Norag, 22/11/33; RS Böhmen, 
10/VI11/39) [WB]. 
Gute Kameraden. Marsch (1933). 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 
Unsere Feldgrauen. Marsch (1933). 


e 1789 





Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 
Treu zur Fahne. Marsch (1933). 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 
Admiral-Marsch (Norag, 16/VI/33, Sinfonieorchester stellungsloser 
Musiker Hannover, Dgt. O. Ebel von Sosen). 
Op. 139. Unsere Marine. Marsch (Schles. FSt., 18/X/33, Orch der 
Betriebszelle für Musik der NSBO Gleiwitz, Dgt. Richard Pöschke) 
Lied auf Worte von Adolf Hitler, am 13/X11/33 an den Pianisten W. 
Backhaus geschickt, damit dieser es dem Führer vorspiele. 


1936 
Op. 73. Deutscher Reichsadler. Marsch (RS Breslau, 25/1/36). 


1937 
Op. 153. Einig und stark. Marsch (RS Frankfurt, *20/1V/37). 
Op. 264. Das Leben ein Kampf. Ouvertüre (RS Frankfurt, *20/1V/37). 
15. Mai 1937: 
Die "DMMZ" LIX/20, S. 2-3, bringt von Georg Kandler den Aufsatz 
"Prof. Karl Friedemann beging seinen 75. Geburtstag". 


1938 
Op. 154. Deutsche Bundestreue. Marsch (RS Frankfurt, 7/V11/38, 
Bäderkonzert des KurOrch Überlingen, Dgt. Fritz Kuhl) [Mö]. 
Hoch Deutschlands Flotte. Marsch (RS Hamburg, 4/X11/38, 30/V11/39). 


1939 
Unser J ungvolk. Marsch (RS Berlin, 9/V1/39). 
Op. 299. Sieger der Lüfte. Marsch für Orch und andere Besetzungen 
(1939) [Bi]. 
Information: DML, FA, LdBl. 


Friedemann jr, (Amadeus) Kurt-Eberhard 
Leipzig, 31. Oktober 1905 - Leipzig (DDR), 9. Oktober 1988. 
Einsender in Leipzig, Bandagist, auch Amateurkomponist, Textautor. 
Werke: u. a. SA-Dichtungen, so "Es braust ein Ruf durchs weite Land" 
(1931), "Vom Sturmwind bewegt unser Hakenkreuzpanier" (1931), 
"Mahnend rufen wir durch das Land" (1932). 


NSDAP seit 1/11/31, Nr. 436.557. 
Lied über Großdeutschland, onA, am 13/1X/33 an Dr. Goebbels 
eingesandt (Quelle: BA R 55/ 1163). 

Information: Das Sächs. Staatsarchiv Leipzig (4/V/99) konnte 
Friedemann nicht ermitteln. Den Todesfall beurkundete das Standesamt 
Leipzig Süd, Nr. 1582/1988. 


e 1790 





Friedl, Franz R. (= Rene) 
Oberkappel/ OÖ, 30. Mai 1892 - Berlin, 5. Februar 1977. 

Sohn eines Böttchers; Schüler von C. Flesch und H. Kaun, Geiger, Dirigent 
und Komponist in Berlin-Charlottenburg, freischaffend seit 1927. 

Nach 1945 weiterhin in Berlin, zuletzt i. R. 
Werke: u. a. Musik zu Kultur- und Spielfilmen, z. B. "Schloß Hubertus" 
nach Ganghofer (UA: 17/V11/34; Prädikat: Künstlerisch), "Affenstreiche" 
(1935), "Die Heilige und ihr Narr" (1935), "Frischer Wind aus Kanada", 
Lustspiel (UA: 22/11/35), "Flitterwochen" (1936), "Der Edelweißkönig" 
(1938), "Rätsel der Urwaldhölle" (1938), "Das Ekel", Schwank (Tobis, UA: 
4/V111/39), "Kamerajagd auf Seehunde" (1939); für Orch u. a. 
Romantische Ouvertüre Op. 6, Elegie und Burleske Op. 12, 
Symphonisches Scherzo Op. 18 (1937); Lieder, so Drei Liebeslieder (T: G. 
O. Stoffregen) mit Orch (1938) und Zwei Orchesterlieder Op. 9; 
Tanzmusik. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. KfdK. 1934 Mitglied des Großen Rats des 
Berufsstandes der dt. Komponisten (RMK). 


1933 
Musik zum Hörspiel Lichtnacht der Wende, Wintersonnenwend-Spiel 
von Peter Hagen (FSt. Berlin/ RSdg, *25/X11/33). 


1934 
Musik zum Segelfliegerfilm Rivalen der Luft, zus. mit H. Windt (1934; 
Prädikat: Volksbildend). 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 


1935 
Musik zum Ufa-Kulturfiim Von Königsberg bis Berchtesgaden (1935). 


1936 

Musik zum Film Annemarie nach dem Roman "Lauter Sonnentage" von 
Bruno Wellenkamp (UA: 10/X1/36; Prädikat: Künstlerisch wertvoll). 1945 
Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 
Es blühten die Blumen in deinem Garten, Annemarie (T: Gert von 
Zitzewitz). Lied aus dem Film "Annemarie". 

Tondokument - vom 4/XI1/41 - im DRA: BO03134976. 
Musik zum Lustspielfiim Kater Lampe nach dem Bühnenstück dieses 
Namens von E. Rosenow (UA: 19/11/36; Prädikat: Künstlerisch wertvoll). 
1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 

Der Lustspielfilm führt zu Holzschnitzern im Erzgebirge. 
Musik zum Ufa-Kulturfiim Im Lande Widukinds (1936). 


1940 
Musik zum antisemitischen Hetzfilm Der ewige J ude (1940; Prädikat: 
Staatspolit. wertvoll, künstlerisch wertvoll). 1945 Verbot durch Alliierte 
Militärregierungen. 


F 1791 





1941 
Musik zu den wöchentlichen Ausgaben der Deutschen Wochenschau 
(1941-45). 


1944 
22. September 1944: 
Friedl steht in der Film-Besetzungsliste - Komponisten - des 
Reichsfilmintendanten fürs Produktionsjahr 1944/1945 (Quelle: BAR 55/ 
661. Blatt 78). 


Geschichtsfälschung, 1960: 
Glenzdorfs Internationales Filmlexikon (Bad Münder, 1960) 
unterschlägt Friedis Filmmusik "Der ewige J ude". 
Information: DML, DDFL, FA, KDMK. 
Laut Referat für Meldeangelegenheiten, Paß- und Ausweiswesen 
beim Polizeipräsidenten in Berlin (9/IV/84) als in Berlin gemeldet gewesen 
nicht zu ermitteln. 


Friedland, Martin 

Stargard/ Pommern, 9. Dezember 1881 - Rotterdam (NL), 1940 (durch 
Luftangriff). 
Fabrikantensohn; Dr. phil. Köln 1930 (Zeitstil und Persönlichkeitsstil in den 
Variationenwerken der musikalischen Romantik). Schüler von Ph. Rüfer 
und F. Gernsheim, Musikpädagoge, Musikkritiker, bis 1923 Lehrer für 
Musiktheorie am Konservatorium Hagen und Musikkritiker, dann in Berlin 
Musikschriftsteller, Mitarbeiter und Schriftleiter der "Allgemeinen 
Musikzeitung", ab 1926 Musikreferent und Redakteur beim "Kölner 
Tageblatt" in Köln. 

Von Brückner/Rock I und Gerigk/Stengel als Jude denunziert, 
gleichfalls noch 1941 in Koeltzsch, "Das J udentum in der Musik" (Theodor 
Fritsch, "Handbuch der Judenfrage", Leipzig, *°1941). 

Werke: u. a. Kammermusik, Lieder; "Das Konzertbuch", hgb. zus. mit 
H. Eimert und P. Schwers (Stuttgart, 1926-1931). 


Wirkung des Klangerlebnisses. Heines innere Beziehungen zur 
Tonkunst ("Central-Verein-Zeitung" Nr. 21, 22/V/36). 

Information: DNML, DML, FA, RML (ohne Ort und Datum des Todes), 
LdCh, FA2 (Todesdatum: Amsterdam 1944). 


Friedländer (Friedlaender), Max 
Brieg, 12. Oktober 1852 - Berlin, 2. Mai 1934. 
Sohn eines Stadtrats; zunächst Kaufmann, dann Sänger. Dr. phil. Rostock 
1887 (Beiträge zur Biographie Franz Schuberts), Habilitation in Berlin 
1894. Nunmehr Musikhistoriker und 1918-32 o. Honorarprofessor an der 
Berliner Universität. Geh. Regierungsrat. 
Werke: Musikhistorische Studien; "Kriegsliederbuch für das deutsche 


e 1792 





Heer", Hgb. (Berlin, 1914). 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel (Spalte 77: "Zahlreiche 
Veröffentlichungen, die meisten ohne wissenschaftliche Fundierung, über 
Schubert und das deutsche Lied. Seine Schubertausgaben sind nicht 
einwandfrei") als Jude denunziert. 


Hymne an Deutschland: Dich preisen wir, Deutschland! Heimat, die du 
uns leuchtest in Nacht! (T: Valerian Tornius), auf den Chor "Schon weichet 
die Sonne" aus Mozarts Schauspielmusik "Thamos, König in Ägypten" 
(1780), bearb. und hgb. für Chor mit Orch/ Klavier: M. Friedländer (1933) 
[K&S]. 

1933, Werbung: 

"Mit diesem Chorwerk legen wir den deutschen Chorgesangvereinen 
und Schulchören eine vaterländische Komposition vor, wie sie schöner und 
würdiger kaum jemals geschrieben wurde. Die in Mozarts Musik in 
großartiger Weise aufgenommene Lichtsymbolik des Textes rief förmlich 
nach einer Umdeutung in vaterländischem Sinne. 

Der Schubert-Forscher Max Friedländer, der jahrzehntelang echt 
deutscher Kunst im In- und Auslande den Weg gebahnt, hat mit diesem 
Chor eine Komposition ans Tageslicht gezogen, die uns Deutschen gerade 
in der Zeit der nationalen Wiedergeburt willkommen sein muß. Denn es ist 
ein Mangel an würdigen volksgebundenen und volkstümlichen Werken 
vaterländischer Prägung" (Verlagsannonce in: "Melos" X1l/5-6, Mai-) uni 
1933, S. 222). 

Information: DNML, DML, FA, MM2 ("j."), RML, LdCh, SML, MGG. 


Friedrich II. siehe: Preußen 


Friedrich, Gerhard 

Habelschwerdt/ Schlesien, 13. April 1915 - Jena (DDR), 11. September 
1988. 
Dr. phil. Breslau, 1940 (Der Fallstaff-Stoff in der Oper). Dirigent und 
Musikwissenschaftler in Breslau, hier 1935-40 Leiter des Kirchenchors von 
St. Heinrich, 1938-40 des Collegium musicum der Universität. 1940/41 
Korrepetitor und Kapellmeister-Anwärter am Stadttheater Neiße, 1942/43 
1. Kapellmeister der Operette und der Oper am Landestheater 
Südostpreußen in Allenstein, im Sommer 1943 Dirigent der Kurkapelle 
Warmbrunn, 1943/44 2. Kapellmeister der Oper und Operette an den 
Städt. Bühnen Litzmannstadt. 

1945-57 Musikdirektor an der Dt. Volksbühne Thüringen in Greiz und 
Leiter des Städt. Orchesters, dann Direktor der Volksmusikschule - später 
Volkskunstschule - Jena bis 1976, die 1962 den Status einer Versuchs- 
schule erhielt und außer Instrumental-, Gesang- und Tanzausbildung noch 
Unterricht in Komposition, bildender und angewandter Kunst, plastischem 
Gestalten, Schauspiel und Puppenspiel bot. Auch im Arbeitsausschuß 
Volksmusikschulen beim Kulturministerium der DDR, zuletzt in Jena i. R. 


e 1793 





NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.078.708. 
Information: KDMK, LdCh. 


Friedrich, Hans 


Unterhaltungskomponist. 
Werke: Tanzmusik, oft zus. mit Kurt Grabau. 


Unsre Autobahn (T: K. Grabau). Schneller Foxtrott (1940) [AO]. 
Wir fliegen für Großdeutschland (T: K. Grabau). Marsch. Für LW- 
Musik: H. Männecke (1942) [Ro]. 

Information: Der Wirkungsort des Komponisten war bislang nicht 
festzustellen. 


Friedrich, Ilse (Ilse Johanna Luise) 
Berlin, 3. Januar 1900 - München, 16. März 1982. 
Stand 1939: Geigerin in Blasewitz bei Dresden, auch Komponistin und 
Musikschriftstellerin, 1940/41 beim Grenzlandtheater Tilsit Mitglied des 
Orchesters, 1941/42 in der Landeskapelle Meiningen. 

Nach 1945 wirkte sie in München als Schriftstellerin und gründete 
ein "Internationales Institut für Kinder-, J ugend- und Volksliteratur". 
Werke: Deutscher Tanz für Violine und Klavier (1939); Hörspiele; 
Jugendbücher über Abenteuer in Afrika, Brasilien, Japan und Australien, so 
"Tanja erobert eine neue Welt" (1969); Hgb. von Anthologien. 


NSDAP (siehe: Schreiben Paul Krüger an Gerigk, 29/1V/41, ACDJ C 
CXXXIX-36), jedoch kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Information: Namensartikel in KDLK, so 1973, S. 252, haben 
Geburtsdatum 31/1/00. Hier ist die Angabe vom Kreisverwaltungsreferat 
München, Abt. Einwohnermeldewesen, übernommen. 


Friedrich, Julius 
Wanne/ Westfalen, 16. November 1902 - Herne, 24. März 1967. 
Sohn eines Bezirksschornsteinfeger-Obermeisters; Dr. phil. Berlin 1930 
(Claus Schall als dramatischer Komponist). Theaterkapellmeister in 
Wanne-Eickel, Musikschriftsteller und Musikreferent, Stand 1935: beim 
"General-Anzeiger" in Dortmund, 1942 in Berlin Korrespondent für diesen, 
"NS-Kurier" Stuttgart und "Niedersächsische Tageszeitung" Hannover. 
Nach 1945 zuletzt in Herne. 


NSDAP seit 1/VI1/40, Nr. 7.666.997, auf Antrag vom 7/111/40. 1936 
Gutachter, 1942 Lektor im ARR. 


1934 
Albert Meister - der Mensch ("DSBZ" XXVI1/18, 5/V/34. S. 275). 


e 1794 





1935 
Johannes Brahms. Musikalische Schriftenreihe der NS-Kulturgemeinde 
Nr. 4 (Berlin, 1935) [Max Hesse, Berlin]. 
Die Nordische Renaissance in der Musik ("Die Musik" XXVI1/7, April 


1935). 

1936 
Der J ude als Musik-Fabrikant ("Die Musik" XXVIl1/6, März 1936). 
Zitat: 


"Es gibt kaum ein Gebiet, auf dem sich der jüdische 
Betätigungsdrang so unheilvoll ausgewirkt hat, wie auf dem der Musik. 
Liegt es in der Natur dieser Kunst, daß sich ihre Werte oder Unwerte nicht 
so augenscheinlich entziffern lassen wie in anderen, durch gedankliche 
oder optische Konturen ausgeprägten Wesensformen der Kunst, so ist 
diese von rein gefühlsmäßiger Erkenntnis abhängige, äußerliche 
Indifferenz der Erscheinung für die jüdische Mentalität der willkommene 
Anreiz zu einer Ausmünzung gewesen. Denn gerade hier, wo sich der 
völkische Charakter nicht unmittelbar aus dem Bilde der Handschrift 
ablesen läßt, ergibt sich am leichtesten die Möglichkeit einer Tarnung, 
eines Vorganges, der, wie Jahrhunderte der Geschichte beweisen, die 
hervorstechendste Eigenschaft des jüdischen Kulturwillens darstellt. Denn 
nicht die eindeutige Erklärung der rassischen Individualität ist das Ziel der 
Juden, sondern die Durchdringung fremder Erlebnisräume, um sich mit 
ihnen zu verschmelzen und sie ebenso langsam wie unauffällig zu 
unterminieren und sich ihrer zu bemächtigen. 

(...) Die Musik nimmt der Jude als eine Realität, die sich in 
>Verdienste< umrechnen läßt, und immer da tummeln sich, wie gerade 
die jüngste Vergangenheit mehr als beispielhaft gelehrt hat, die meisten 
der Mosessprößlinge, wo schon rein äußerlich eine Erwerbsgelegenheit in 
die Augen springt. So tragen bald ganze Betätigungsgebiete den Charakter 
der Handelsware". 

Friedrich unterschlägt die Tatsache, daß es sich nicht um "Tarnung" 
als Rasseneigenschaft handelte, sondern um die angesichts der zunächst 
christlichen, dann nationalistischen Judenverfolgungen existenziell 
notwendige und oft lebensrettende Anpassung. Im übrigen war Musik 
schon lange und auch im NS-Staat eine Handelsware. 

21. April 1936, Gutachten: 

"Kurt Driesch: Vesper-Gesänge. 

Das Kennzeichen dieser Lieder, deren Texte (Will Vesper) sehr feine 
poetische Werte kristallisiert, ist eine hilflose Primitivität, die jeglichen 
Könnens und jeglichen Einfalls bar ist. Es lohnt sich nicht, über solche 
dilettantischen Versuche stilkritische Masstäbe anzulegen; auch nichts in 
all diesen Skizzen lässt die Hoffnung zu, dass später einmal ein 
musikalisches Talent sichtbar wird" (Dr. Friedrich, 21/1V/36. Gutachten für 
das ARR. Fehler im Original. Quelle: BA und AP). 

Bayreuther Bühnenfestspiele 1936 ("Die Musik" XXVIlI1/12, 
September 1936. S. 912 f.). 


F 1795 





1938 
Wien - die Stadt der Musiker ("Der Freiheitskampf", Dresden, 
23/11/38). 
Vereinnahmungen der österreichischen Musik als "deutsche" kamen 
- wie diese - datumsgerecht zur Angliederung des Landes ans Reich. 


Friedrich, Otto 
Remscheid, 15. Mai 1901 - Oelsnitz (SBZ), 15. Juni 1948 

Sohn eines Fabrikanten von Kaffeemühlen; zuerst Kaufmann, dann 
Schüler von B. Sekles und F. Bassermann, Orchesterdirigent, ab 1928 
aGastdirigent in Berlin, zeitweise in Arnstadt und Sondershausen. Stand 
1937/38: 1. Kapellmeister der Oper, Leiter der Sinfoniekonzerte am 
Stadttheater Stendal bis 1940, dann Wohnsitz Remscheid-Hasten, 1939 
Veranstalter des Musikfestes "Kurmusik auf neuen Wegen" in Bad 
Salzuflen; 1940/41-44 Opernkapellmeister am Stadttheater Troppau, bald 
Musikal. Oberleiter und Leiter der Sinfoniekonzerte des 
Stadttheaterorchesters. 

Nach 1945 Musikal. Oberleiter des Stadttheaters Annaberg- 
Buchholz. Der Tod ereilte ihn auf der Rückreise nach Remscheid. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 1.944.467. 1937: Städt. Musikbeauftragter für 
Stendal. 
Information: DML. 


Friedrich Wilhelm III. siehe: Preußen 


Fries, Peter 
Hörde/ Westfalen, 1. Juli 1881 - Düsseldorf, 5. April 1951. 
Komponist und Bearbeiter für Salonorchester, Bandoneon, Harmonika in 
Düsseldorf. 
Nach 1945 weiterhin in Düsseldorf, zuletzt i. R. 
Werke: u. a. Märsche, Potpourris, Fantasien über populäre Opern, 
Stimmungslieder, Tänze und Schlager, Volksmusikbearbeitungen. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Verlag, wo nicht anders [Sei]. 


1933 
Drei nationalsozialistische Freiheitslieder, frei bearb. für Bandoneon- 
Akkordeon/ Konzertina (1933). 
1. Pardun: Siehst du im Osten. - 2. Hädelmayer: Wiener J ungarbeiter (Es 
pfeift von allen Dächern). - 3. Büchsenschütz: Märkische Heide. 
Zehn nationalsozialistische Lieder, mit Text für Bandoneon/ 
Akkordeon bearbeitet (1933). 
1. Es zog ein Hitlermann hinaus. - 2. Du, kleiner Tambour, schlage ein. - 


e 1796 





3. Brüder in Zechen und Gruben. - 4. SA marschiert. - 5. Als die goldne 
Abendsonne. - 6. In München sind viele gefallen. - 7. Wir traben in die 
Weite. - 8. Hessenvolk, du Stamm der Katten. - 9. Kehr ich einst zur 
Heimat wieder. - 10. Heil, mein Lieb, der Morgen graut. 
Soldatenleben. Marschpotpourri über beliebte Soldatenlieder, für 
Bandoneon/ Akkordeon (1933). 

Die Fahne hoch! (Horst-Wessel-Lied). Hymne der NSDAP. Für Gesang 
mit Bandoneon: Fries (1933). 

Rathke: Aus Stahl und Eisen. Marsch. Für Bandoneon: Fries (1933) 
[VfdM]. 


1934 
Der Wilddieb: Was schleicht dort im nächtlichen Walde. Nach einem 
Volkslied von Kurt Richter, zus. mit Reiny Roland. Für Gesang mit Zither: 
P. Renk (1934) [GL]. 

Das Lied auf Schallplatte fiel im April 1935 durch die Geheime 
Staatspolizei "auf Anregung des Herrn Jägermeisters und im 
Einvernehmen mit dem Herrn Reichs- und Preußischen Minister des 
Innern und dem Herrn Reichsminister für Volksaufklärung und 
Propaganda" unter Verbot. 


1935 
Niel: Zicke-Zacke. Marschlied. Für Bandoneon/ Handharmonika/ 
Konzertina: Fries (1935). 


1937 
Blankenburg: Fest und treu. Marsch. Für Salonmusik: Fries (1937) [ZL]. 


1938 
Singend marschieren wir. 44 Lieder der neuen Zeit, bearb. für 
Handharmonika (1938). 
Carl: Mussinan-Marsch, Für Akkordeon/ Handharmonika: Fries (1938). 
Neumann: Pepita-Marsch, Für Bandoneon/ Akkordeon: Fries (1938). 
Brückner: Siebenbürgische Ouvertüre, Für Bandoneon: Fries (1938). 


1939 
Latann. Frei weg! Marsch. Für Akkordeon: Fries (1939). 
Lieder der Soldaten. Eine Sammlung von 68 Soldatenliedern, für 
Handharmonika leicht bearbeitet. Mit einer Einführung von E. Schwarz- 
Reiflingen (1939). 
Niel: Stolz marschieren wir zu drein. Marsch. Für Bandoneon/ 
Handharmonika: Fries (1939). 
Niel: Soldat sein, heißt treu sein (Hannelore). Lied. Für Bandoneon: 
Fries (1939). 
Niel: Wenn die Sonne scheint, Annemarie (Die Landpartie). 
Marschlied. Für Bandoneon: Fries (1939) [Sei]. 
Niel: Heute wollen wir ein Liedlein singen (Matrosenlied). Lied und 
Marsch. Für Akkordeon: Fries (1939). 


F 1797 





1940 
Kamerad, sing mit. Neue Soldatenlieder und Märsche, bearbeitet .für 
Handharmonika u. a. von P. Fries (1940). 
Siehe: Kamerad, sing mit. 
Joachim: Marie-Helen. Soldatenlied und Marsch. Für Bandoneon: Fries 
(1940). 
Bei dem schönen Regiment: Als ich zur Fahne fortgemüßt (T: onA). 
Marsch. 
In: 
Kamerad sing mit! (1940). 
Niel: Kamerad, wir marschieren im Westen (Frankreichlied). Für 
Bandoneon/ Handharmonika/ Konzertina: Fries (1940). 


1941 

Niel: Ich geh auf große Fahrt, Marie. Seemannslied. Für Bandoneon/ 
Handharmonika: Fries (1941). 
Niel: Schön sind die Wälder. Marschlied. Für Bandoneon/ 
Handharmonika: Fries (1941). 
Schultze: Vor der Kaserne, vor dem großen Tor (Lili Marleen). 
Soldatenlied. Für Akkordeon/ Handharmonika/ Bandoneon: Fries (1941). 
Bork: Leb wohl, Irene (Lied der Flakfahrer). Marschlied. Für Akkordeon/ 
Handharmonika/ Bandoneon: Fries (1941). 

Information: FA. Den Todesfall beurkundete das Standesamt 
Düsseldorf-Ost, Nr. 211/1951. 


Fries de Feskfang, fri es de Jagd (T: alter Friesenspruch). 
Fischerlied aus Hörnum, Sylt, zur Melodie eines 8stimmigen Kanons von 
Johann Staden, bearb. von G. Pallmann. Titel: Fria Fresena. 

In: 
Unser das Land (1937). 


Friese, Ernst August 


Orchestermusiker, Kammermusiker, Trompeter der Staatskapelle Berlin in 
Karlshorst, Gundelfingener Str. 6. (1934-42). 


Werke: u. a. Neuzeitliche Studien für Trompete zur Vorbereitung für 
moderne und atonale Musik (1940) [ML]. 


Regimentsmarsch (RS Berlin, 26/11/38). 


Friesecke, Paul 
Rathenow, 31. März 1879 - Bad Godesberg, 25. Februar 1960. 
Obersteuersekretär in Bad Godesberg, schuf einen Instrumentalverein, 
leitete die 1926 aus diesem gebildete Feuerwehrkapelle, mit der er im 


e 1798 





Stadtpark Sonntagmorgenkonzerte gab. 
Nach 1945 weiterhin in Bad Godesberg, i. R., aber bis 1955 noch 
Leiter der Feuerwehrkapelle. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.309.495, auf Antrag vom 25/V1/37. 

Unsere Artillerie. Marsch (DtldS, 25/11/38). 

Heimattreue. Marsch für Heroldstrompeten und Kesselpauken (u. a. RS 
Königsberg, 29/V/38, von Schallplatte). 

Der schwarze Kragen. Artilleriemarsch (u. a. DtldS, 19/VI1/39). 


Frisch, Maximilian 
Lengefeld/ Erzgebirge, 1. Mai 1883 - ? 
Militärkapellmeister a. D., Obersekretär, dann Telegrafeninspektor in 
Chemnitz, Zwickauer Str. 17 (1933-44). 
Werke: Märsche, Tänze, auch für MandolinenOrch; Violinstücke, Chöre 
und Lieder. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.378.558, 1935-38 ausgeschlossen, dann jedoch 
amnestiert. 

Op. 108. Heil Hitler!: In Scharen sind wir aufmarschiert! (T: Rudolf 
Wilkens). Marsch im historischen Stil für Blasmusik und Sprechchor, mit 
Hitlerhymnus im Trio (1933) [VVF]. 

Information: FA. Die für Lengefeld zuständige Urkundenstelle des 
Landratsamts Mittlerer Erzgebirgskreis in Marienberg (21/VIII/97) teilte 
mit, beim Geburtseintrag fehle ein Todesvermerk. Laut Einwohneramt 
Chemnitz (4/VI/98), Reinhold, sei Maximilian Frisch im "hiesigen 
Melderegister nicht zu ermitteln". 


Frisch als Fuchs fuhr ich ins Leben (T: Karl Vogt). Studentisches 
Heimatlied, onA. 
In: 
Der Sieg ist erstritten (1933; nur T). 


Frisch auf, Berggefährten, der Morgen, der graut (T: L. Böttcher). 
Bergsteigerlied, onA. 
In: 
Soldatenliederbuch (41940); Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Frischauf! Edles Studentenblut! Melodie und Text nach Samuel 
Völckel, "Newe teutsche weltliche Gesänglein" (Nürnberg, 1613). Titel: 
Das tröstliche Studentenlob. 

In: 
Wohlauf Kameraden (1934); Glück ab, Kameraden! (1935). 


e 1799 





Frisch auf! Es lockt der Sonnenschein uns mahnend in das Freie 
(T: Thier). Heimat- und Wanderlied des Sauerländ. Gebirgs-Vereins, zur 
Melodie "Wohlauf die Luft geht frisch und rein" (V. E. Becker). 
In: 
Unser Lied (71938). 


Frisch auf, Genossen seid zur Hand, die ihr Feldgrau getragen 
(T: Willy Sitt, NSDAP München), "Marschlied der SA", zur Melodie 
"Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" (V. E. Becker). 
Textprobe (3. Strophe): 
"Das Hakenkreuz sei unser Schutz, 
das wir im Banner führen, 
in rotem Rand auf weißem Feld, 
wird's uns're Kämpfer zieren". 
In: 
Durch Kampf zum Sieg! (71926; nur T). 


Frisch auf, Germanenblut (T: Richard Gabriel), zur Melodie des 
von F. Silcher bearb. Liedes "Frisch auf, Soldatenblut", dessen 
Originalversion aus dem Siebenjährigen Krieg stammt. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Frisch auf, Germanenblut, 
des Sonnenzeichens Glut 
wird euch zum Siege führen, 
durchdringen und regieren. 
Schlagt fest zur Losung ein: 
Das Reich muß unser sein!" 
Sonnenzeichen = Hakenkreuz. 
In: 
Deutschland über alles! (21933, ?71933); Schutz- und Trutz-Lieder-Buch 
(1934). 


Frisch auf, gut G'sell. Trinklied, Titel: Der Umtrunk. Volkslied, 16. 
Jh. Der Text ist von R. Strauss und Hegar vertont. 
In: 
Lobeda-Singebuch 1 (1936). 


Frisch auf, herbei, du schwarzes Korps, zum Kampfe mit 
Vergnügen. Es wagt der Griesgram sich hervor, den gilt es zu besiegen. 
Soldatentrinklied bei der Artillerie, zur Melodie "Wohlauf, die Luft geht 
frisch und rein" (V. E. Becker). 

In: 
Kameradschafts-Lieder (1939; nur T). 


e 1800 





Frisch auf, ihr Berggefährten = Wir sind die Fürsten 


Frisch auf, ihr Bergleut. Bergmannslied. 
In: 
DSB, Liederbuch für Männerchor (19338). 


Frisch auf, ihr Brüder alle, frisch auf zu neuer Tat (T: Hans 
Fischer), zu einer Melodie aus Flandern, um 1590. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Nehmt Hacke, Axt und Spaten, 
ihr müßt gerüstet sein. 
Daß Deutschland größer werde, 
wir ringen mit der Erde, 
verlachen Müh und Pein". 
In: 
Schaffendes Volk (1934); RJF, Liederblatt der H) 21 (1935); Lied über 
Deutschland (?1941). 


Frisch auf, ihr deutschen Brüder, leget eure Sorgen nieder und 
trinkt dazu ein gut's Glas Wein. Aus dem Banat. In: Johannes Künzig, 
"Deutsche Volkslieder aus dem rumänischen Banat". 

In: 
Ihr Deutschen, wollt ihr wachen! (1938). 


Frisch auf, ihr Jäger, frei und flink. Soldatenlied. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Frisch auf, ihr Kameraden, macht euch zum Kampf bereit (T: F. 
de la Motte Fouqug, 1813). Kampflied für die Sudetendeutschen, zu einer 
dt. Spielart des Wilhelmusliedes. 

Der Titel feiert die militante Auseinandersetzung der deutschen 
Minderheit in der Tschechoslowakei, die im Oktober 1938 in der Annektion 
des Sudetenlandes durch das Reich gipfelte. 

In: 
Soldatenlieder (1934); Lieder des Volkes (61936); Lieder für Alle 24 
(1936; T: nach de la Motte Fouque); Männerweisen 1-2 (1938). 


Frisch auf, ihr lieben Gesellen (T: aus Franken, nach Ditfurth). 
Wanderlied, zur Melodie "Ich ging durch einen grasgrünen Wald". Fassung 
und Satz: W. Hensel. 


F 1801 





In: 
Wohlauf Kameraden (1934); Glück ab, Kameraden! (1935). 


Frisch auf in Gottes Namen, du werte deutsche Nation (T: G. W. 
Kirchhoff, "Wendunmut", 6. Buch, 1603). Trutzlied, nach: Georg Forster, 
1549, und Winnenberg ("Christliche Reuterlieder", 1572); von Ditfurth 
mitgeteilt (u. a. Potsdam, *1934, zur Reichssingewoche von DAF und Dt. 
Studentenschaft). Titel: An die deutsche Nation oder Des rechten Wegs 
Bekenner. 

Vgl. Georg Forster. 

In: 

Christliche Kampflieder der Deutschen (1933; onA); Deutschland über 
alles! 2 (1934; onA); Heilig Vaterland (1934); Das Männerlied (1934); 
Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Wohlauf Kameraden (1934); Volk 
singt (1934); Singendes Volk 13 (1934; onA); Singkamerad (31935, 
81937); NSLB, Unser Lied 2 (21935); Glück ab, Kameraden! (1935); 
Deutsche Feierklänge (1935; onA); Lobeda-Singeblatt 24 (1936); 
Schlesische J] ugend singt (1936); Wehr und Waffen (1936); Lieder für 
Schulfeiern 1 b (1936; "Historisches Volkslied, 1540"); Lied über 
Deutschland 3 (1940); Kameradschaft im Lied 17 (1941); Lied über 
Deutschland (?1941); Lieder und Sprüche (1944). 


Frischauf, ins Feld! Soldatenlied. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Frisch auf ins weite Feld! Zu Wasser und zu Lande hab ich mein 
Sinn gestellt. Wanderlied aus Schlesien, nach älterem Soldatenlied. In: 
Hoffmann-Richter, "Schlesische Volkslieder" (Leipzig, 1842). 
In: 
Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Die weiße Trommel (21935); Lied über 
Deutschland (1937, ?1941); Auf großer Fahrt (1938). 


Frisch auf, Kameraden, wann kriegen wir denn Geld? 
Soldatenlied, wolgadeutsch. Aus: G. Dinges, "Wolgadeutsche Volkslieder" 
(1932). 

In: 
Lieder unsres Volkes (1943). 


Frisch auf, Kameraden, der Morgen schon graut! (T: Hptm. W.), 
Kriegslied, zur Melodie "Der mächtigste König im Luftrevier". Titel: Lied 
der Luftsperrbatterie. Auch auf Textpostkarte. 


e 1802 





Textprobe (1. Strophe mit Refrain): 
u) 

Späht hinauf über deutsches Land! 
Uns're Sperre ist hoch 

in die Wolken gebaut 
als unsichtbar schützendes Band! 
Der Ballon steigt hoch, 

und das Haltseil singt 
nach des Höhenwinds Melodie. 
Als treue Wacht zur Höh' sich schwingt 
die Luftsperrbatterie!" 


Frischauf marschiert, ist kommandiert. Kriegslied, onA. Titel: 
Soldatenbrauch. 
Textprobe (1. Strophe): 
Me) 
nur vorwärts marsch! 
Es lockt das junge Leben, 
es lockt der junge Tag. 
Wir ziehen frohen Mutes 
hinaus in Feld und Hag. 
Im lichten Sonnenscheine, 
im frischen Morgenhauch, 
mit blanker Wehr 
und blanker Ehr, 
das ist Soldatenbrauch. 
Wenn einst der Generalmarsch 
geht, 
ruft zur heißen Schlacht, 
wenn höher einst die Fahne 
weht, 
führt uns heilge Macht, 
führt uns unser deutsches Blut, 
führt uns unser deutscher Mut". 
In: 
Soldatenliederbuch (41940). 


Frisch auf, mein Flugzeug, sei zur Hand (T: Carl Deiker). 
Fliegerlied, zur frei bearb. Melodie des westfälischen Liedes "Es schlief ein 
Graf bei seiner Magd". Titel: Dem Himmel entgegen. 

In: 
Flieger sind Sieger (31941). 


Frisch auf, mein Volk, mit Trommelschlag im Zorneswetterschein! 
(T: G. Herwegh). Freiheitslied, Melodie um 1850, Komponist unbekannt. 


e 1803 





In: 
Die Singstunde 62 (1934); Deutsche Feierklänge (1935); Schlesische 
Jugend singt (1936); Deutschland im Lied (1936). 


Frisch auf nun zum Starten mit fröhlichem Mut! Kein Zaudern, 
kein Warten, heut fliegt es sich gut (T: J. Kleedehn, Flieger-Ortsgruppe 
Belgard). Segelfliegerlied, zur Melodie "Der Mai ist gekommen". 

In: 
Flieger-Lieder, Flieger-Landesgruppe II (1934; nur T). 


Frisch auf, Pioniere, wohl aus dem Quartier! Melodie und Text 
nach mündl. Überlieferung beim Ingolstädter Pionier-Btl. und einem 
Kronacher Flößerlied aufgez. und bearb. durch G. Pallmann. 

In: 
Singende Front (21941). 


Frisch auf, Soldatenblut. Kriegslied aus Galizien. In: Fr. L. Mittler, 
"Deutsche Volkslieder" (Marburg und Leipzig, 1855), aus: F. Beck-Vellhorn 
und Scharlach, "Aus deutschen Gauen". Lieder der Deutschen in Galizien. 
Auch schweizerisch bei: Otto von Greyerz, "Im Röseligarten" (Bern, 
1908); ferner "Der Zupfgeigenhansl" (111915). Fassung von Silcher. 

Textprobe (3. und 5. Strophe): 

"Die Trommeln rühren sich. 
Der Schall war fürchterlich. 
Man siehet keinen Boden 
vor Sterbenden und Toten. 
Da liegt ein Fuß, ein Arm: 
des möcht sich Gott erbarm. 


Frisch auf, Soldatenblut, 

faßt einen frischen Mut. 

Sobald Kanonen schießen, 

so laßt's euch nicht verdrießen. 
Schlagt nur immer tapfer drein, 
Gott wird euer Helfer sein". 

Die Logik solcher Verse konnte schlimmstenfalls niedere 
Intelligenzen täuschen; diese waren den Kriegsherren willkommen. 
In: 

Soldatenlieder (1934); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); RJF, Liederblatt 
der HJ) 87/88 (1939), 105/106 (1941); RJF, Musikblätter der HJ) 87/88 
(1940), 105/106 a (1941). 


e 1804 





Frisch daran. Kriegslied. 
In: 
Liederbuch der Kriegsmarine 2 (1940). 


Frischenschlager, Friedrich 
Groß Florian/ Steiermark, 7. September 1885 - Salzburg (A), 15. Juli 

1970. 
Sohn eines Lehrers und Chorregenten; Musikpädagoge, Schüler von P. 
Juon und E. Humperdinck, Schullehrer. 1927 Professor in Salzburg, dann 
bis 1945 Komponist und Theorielehrer am Mozarteum. 

Nach 1945 weiterhin in Salzburg, nun i. R. Er erhielt 1962 den 
Musikpreis des Landes Steiermark. 
Werke: u. a. Opern wie "Der Schweinehirt" Op. 3; Vaterländische 
Ouvertüre Op. 9 (1915), 20 Soldatenlieder des k. und k. IR 27 Op. 16, 
darunter "Das 27er Regiment" und "Lauslied aus den Karpathen" (Die 
Opusnummer 16 bezeichnet in DML eine sinfonische Dichtung mit dem 
Titel "Morgenrot", ungedruckt, UA in Salzburg 1921 nach MS), "Totentanz" 
in Form szenischer Variationen über das Lied "Es ist ein Schnitter, heißt 
der Tod" Op. 32 (1926), Bühnenmusik zu "Das Schutzengelspiel" von Max 
Mell Op. 36, "Salzburger Kinderoper" Op. 41 (1927), "Die Prinzessin und 
der Zwerg" Op. 43 (1929), "Die Nachtigall", Schuloper Op. 53 (1935). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Zwölf Feuergesänge der deutschen Jugend, für gemCh. Darin u.a. die 
Kanons Volk: Tiefer soll keine Glocke je tönen über uns alle als das Wort 
Volk (T: Hitler) und Sonnenwende: Die Zeit ist reif (1938). 
Op. 57. Festliche Fanfaren und Weihegesang der Arbeit. MCh und 
Bläser. MS. 
Op. 60. Musik zum Lamprechtshausener Weihespiel von Karl 
Springenschmidt (Salzburg, Thingstätte Lamprechtshausen, 22/V11/38). 
Thema des Werks: eine "heroische" Begebenheit während des NS- 
Putsches gegen die Republik Österreich im Juli 1934. 
Op. 61. Fanfarenmusik, für 8 Bläser und Schlaginstrumente. MS. 
August/ September 1942: 
Frischenschlager leitet das Aufbaulager "). S. Bach und seine Zeit" 
der RMK in Salzburg. 


Geschichtsfälschung, 1962-66: 

W. Suppans vorgeblich vollständiges Werkverzeichnis zum 
Namensartikel Frischenschlager im "Steirischen Musiklexikon" (Graz, 
1962-1966) verschweigt sowohl die "Zwölf Feuergesänge" wie die 
Weihespielmusik; dieses Op. 60 führt er als "Im Jahreslauf", Kantate f. 
gem. Chor, S., A., B. u. Orch.! 

Information: DML, FA, MM2, KDMK, RML, LdCh. 


e 1805 





Frisch, ganze Kompanie mit lautem Sing und Sang. In: 
"Soldatenliederbuch". Hgb. vom Preuß. Kriegsministerium (Berlin, 18832). 
Titel: Würzburger Schützenmarsch. 

In: 
S.A. Liederbuch (1933). 


Frisch hinaus, o Spartas Männer, tatkräftigen Vätern 
entstammte! (T: Tyrtaios, 7. Jh vor Christus). Bündisches Lied, zuerst in 
"Lieder der Südlegion" (1932). 

Textprobe: 

er) 
Zur Wehre den Schild in der Linken 
und gezückt voller Streitlust die Speere, 
nicht achtend im Kampf das Leben, 
denn so war es Brauch in Sparta". 

In: 


Die weiße Trommel (21935; Melodie: Lützel). 


Frisch lustig und fröhlich, ihr Handwerksgesellen. Gesellenlied 
aus Breslau, aus: Hoffmann-Richter, "Schlesische Volkslieder" (1842). 
In: 
Der Ring (1935). 


Frisch wie kühles Morgengrauen siehe: Erich Rißmann 


Fritsch, Hans 


Meine Brigade. Marsch. Für gr. BlasOrch: Karl J ugel-) anson (1943) [KC]. 


Fritsch, Helmut 
Musikstudent und Komponist in Köln. 
Mitglied des NSD-Studentenbundes. 


Es ist ein Schnitter. Kantate (1937). 


Fritsch, Hugo 


Der Führer hat gerufen: Der Führer hat gerufen, nun gilt es, Mann für 
Mann (eigener T). SA-Kampflied (1939) [ZVNSDAP]. 


e 1806 





Textprobe (4. Strophe): 
"Das Kampflied laßt erklingen, 
die Welt jetzt auf uns schaut. 
Wir woll'n den Sieg erringen, 
der Führer auf uns baut. 
Die SA marschiert, 
die SA marschiert, 
und Adolf Hitler führt". 
In: 
SA-Liederbuch (21939); "Volksfunk" X/23, 2/V1/40. 


Fritsch, Willi (Wilhelm) 
Neuß, 1. Oktober 1907 - Baiersbronn, 8. Dezember 1937. 

Dr. phil. Heidelberg 1937 (Mathematik), Lehrer bis 1935, zunächst in 
Schopfheim, 1934 in Triberg, 1935 in Karlsruhe, ab 1937 in Freiburg i. Br., 
1943/44 zeitweise in München, danach wieder in Freiburg. 

1946 von den frz. Besatzungsbehörden inhaftiert. Ab 1954 wieder 
im Schuldienst, bald Studienrat, dann Oberstudienrat am Gymnasium 
Baiersbronn, hier bis 1973 Stellv. des Gymnasialdirektors, danach i. R. 


NSDAP ab 1/VII/31, Nr. 580.312. 1935 Gaukulturwart der Landesstelle 
Baden des RMVP und Kulturamtsleiter der HJ, Gebiet 21, in Karlsruhe; ab 
23/11/37 NSDAP-Kreisleiter in Freiburg. 1942 vorübergehend in der 
Parteikanzlei und für eine politisch-militärische Position im besetzten 
Ostgebiet ausersehen, ab 1/X/43 in der Reichsleitung der NSDAP, jedoch 
vom 5/X11/44 bis 17/111/45 abermals Kreisleiter in Freiburg. 
Ein Volk wird frei. Chorwerk (Karlsruhe, 1936, zur Kulturkundgebung 
der NSDAP Gau Baden). 

Information: Das städtische Archiv Karlsruhe (1987) gab an, keine 
biographischen Angaben zu Dr. Willi Fritsch zu besitzen. 


Fritsche, Friedrich Wilhelm 
Magdeburg, 28. Oktober 1891 - Bad Berleburg, 26. März 1961. 
Musikpädagoge. Oberlehrer, Gymnasialmusiklehrer in Wanne-Eickel, hier 
Dirigent des Städt. Chors und Kirchenchorleiter der ev. Christuskirche, 
auch des Orchestervereins, 1943-44 in Trautenau/ Sudetenland. 
Nach 1945 in Herne, zuletzt i. R. in Bad Berleburg. 


NSDAP ab 1/V/33, Nr. 3.284.469, 1937 vorübergehend ausgeschlossen. 
Musikfachbearbeiter beim Kreiskulturamt der NSDAP Wanne-Eickel; Städt. 
Musikbeauftragter. 

Information: Das Stadtarchiv Wanne-Eickel antwortete nicht auf 
Anfrage vom 12/II/87) brach also Verwaltungsrecht; das Bürger- und 
Einwohneramt Herne (1/IV/98) ermittelte eine Abmeldung am 31/XII/69 
(!) nach Hoheleye/ Krs. Winterberg; natürlich hat das Einwohnermeldeamt 
der für Hoheleye zuständigen Stadt Winterberg (20/V/98) keinen 


e 1807 





Meldeeintrag. Den Todesfall beurkundete das Standesamt Berleburg, Nr. 
41/1961. 


Fritsche, Ulrich 

Konitz/ Westpreußen, 5. Januar 1913 - ohne Ort, 27. Juni 1944 (im 
Fronteinsatz vermißt; Todeserklärung vom AG Peine, 3/11/54, zum 31/XIl/ 
45). 
Sohn eines Stadtmusikdirektors; Musikpädagoge in Peine. Lehrer in der 
Musikschule seines Vaters, auch Chordirigent und Komponist, 1935 
zeitweise zur Wehrmacht eingezogen, 1939 im Kriegseinsatz und zuletzt 
Unteroffizier beim Stab der 20. Panzer-Division, die im Sommer 1944 in 
Rumänien Teil der Armeegruppe Dumitrescu war und im Chaos der 
Absetzung und Verhaftung des rumänischen Diktators Marschall Antonescu 
durch den König nebst separatem Waffenstillstand des Landes 
abgeschnitten unterging. 
Werke: u. a. Marsch und Lied über "Auf der Lüneburger Heide" (T: H. 
Löns) (1932). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.785.397, auf Antrag vom 8/V1/37. MZF der SA- 
Standarte 208 in Peine. 

Information: Laut Ordnungsamt Peine (8/IX/98) gehe aus der alten 
Meldekartei hervor, daß Fritsche am 2/VII/35 zur Wehrmacht einberufen 
wurde, doch fehle in den Meldeunterlagen wie beim Standesamt Nachricht 
über seinen Verbleib. Die WASt Berlin reagierte zunächst mit einer 
Gebührenforderung, setzte diese auf Antrag jedoch aus (24/III/99). 


Fritz 


Sommemarsch (RS Breslau, *30/1/36, die Waldenburger Bergkapelle, 
Dgt. Max Kaden). 

Der Titel feiert einen Fluß in Nordfrankreich (Picardie) im 
gleichnamigen Departement, wo von Juni bis November 1916 
verlustreiche Materialschlachten tobten, in denen die Briten Tanks 
einsetzten. 


Fritz, Heinrich 
Langsdorf/ Krs. Gießen, 11. Februar 1883 - Offenbach, 7. September 
1960. 
Sohn eines Kaufmanns und Musikers; Musikpädagoge, Lehrer, Organist 
und Chordirigent der Französisch reformierten Kirche in Offenbach. 
Nach 1945 weiterhin in Offenbach zuletzt i. R. 
Werke: "Jugendliche Kämpfer" (1934?), Spiel in der Reihe Neuland- 
Bühne [AS]. 


NSDAP seit 1/VI11/35, Nr. 3.698.654. 


e 1808 





Heil dem Führer! Spiel in zwei Bildern für die gesamte Hitlerjugend, 
Schulen, vaterländische und kirchliche Vereine. Einleitende Musik: Im 
Dritten Reich, instrum. von Adolf Berger de la Rivoire, mit dem Lied "Heil 
dem Führer" (1933) [AS]. 
Adolf Hitler-Marschlied, onA im Juli 1933 dem RMVP eingereicht 
(Quelle: BAR 55/ 1160). 
Das Dritte Reich für Alle! Spiel für die gesamte Hitler-) ugend. 
Einleitende Musik: Im Dritten Reich (Leipzig, 1933) [AS]. 

Information: DML, KDMK. 


Fritz, Helmut (Wilhelm Max Hans) 
Wasungen, 29. April 1905 - München, 16. November 1977. 
Dr., Dirigent, 1933 Leiter des Neuen Sinfonie-Orchesters München; 1942 
Kapellmeister und Leiter des Stadttheater-Orchesters Ingolstadt. 
Nach 1945 wieder in München, zuletzt i. R. 
Werke: u. a. "Brahmsiana", Suite. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Musik zum Hörspiel Die Straßen des Führers von Andreas Weinberger, 
5. Folge der Reihe "Das deutsche Jahr. Ein Bericht vom Aufbau des 
Reiches" (RS München, 24/V/37). 

Information: Kein Eintrag im DBJ 1941 und 1943. Die Standesbeamtin 
Pachulsky, Wasungen (16/V/01, 17/IX/01), verweigerte Ort und Datum 
des Ablebens grundordnungswidrig mit der dummdreisten Behauptung, 
die im Antrag vorgetragenen Rechtsgrundlagen bezögen sich "nicht auf 
Ihre Person und damit, besteht für Sie kein rechtliches Interesse" (Fehler 
im Original)... als ob GG Artikel 12 ohne Wirkung auf die Person Sinn 
machte. Das ist wohl der Bodensatz beamteter Unfähigkeit. Damit raubte 
sie dem Künstler das postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in der 
Nachwelt und betrog den Lexikographen um sein Grundrecht auf 
ungehinderte Ausübung des Berufs. Doch gab der Amtsleiter, 
Verwaltungsgemeinschaft "Wasungen - Amt Sand" (17/IX/01), anhand 
des Geburtenbuchs die beigeschriebene Information zum Ableben an, 
nämlich Jahr und Ort. 


Fritze Bollmann = Zu Brandenburg uffm Beetzsee 


Fritz, du mußt mal. Soldatenscherzlied. 
In: 
Singen (?1937). 


e 1809 





Fritzen, Heinz Joachim 
Magdeburg-Buckau, 15. April 1909 - Lüchow, 29. Februar 1996. 
Sohn eines Kaufmanns; Musikpädagoge und Theaterkapellmeister, 
1936-39 2. Kapellmeister am Altmärkischen Landestheater Stendal, 
dazwischen sommers in Thale als 1. Kapellmeister des Harzer 
Bergtheaters "Die grüne Bühne" engagiert. 1940-45 zur Wehrmacht 
einberufen, hier Dolmetscher für Französisch und Thai. 

1945 Schulmusiker am Grauen Kloster, Berlin, an der Ernst-Abbe- 
Schule Berlin-Neukölln und in Berlin-Britz, seit 10/X/56 in Lüchow- 
Dannenberg, Lehrer für Musik, Mathematik und Ethik, zuletzt i. R. im 
dortigen Ortsteil Kolborn. Seit 1981 zunehmend erblindet und ertaubt. 
Werke: u. a. Saxophonsonate (1932); "Kriegsbilderbogen" für 
Sprechchor und Klavier auf Texte von Johannes R. Becher (1933); "Der 
silberne Pfeil", Operette (Stendal, 10/1/40); 3 Rilke-Lieder für Alt und Orch 
(1944); Wörterverzeichnis grammatischer Fachausdrücke Thai-Deutsch 
(Berlin, 1944); geistliche Musik; "Orpheus", Fragment nach Texten von 
Rilke für Chor, Tanzgruppe und Sprecherinnen (1952); Festchor zur 800- 
J ahrfeier der Stadt Lüchow (1958); musikolog. und philosoph. Studien, 
darunter "Leere Menge", Sinngedichte (Haikus) und Sprüche 
(Selbstverlag, 1994). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Musik zu Shakespeares Sommernachtstraum (Altmärkisches 
Landestheater Stendal, 11/1/38). MS. 

Ouvertüre und Presto aus der Sommernachtstraum-Musik (UrS: RS 
Köln, 20/V1/38). 

Information: KDMK (ohne Sommernachtstraum-Musik). Laut Referat 
für Meldeangelegenheiten, Paß- und Ausweiswesen beim 
Polizeipräsidenten in Berlin (9/IV/84) als in Berlin gemeldet gewesen nicht 
zu ermitteln! Fritzen wohnte bis 1956 in Berlin-Britz, Miningstr. 54. 


Fritze Weber hat nen Käber. Soldatenscherzlied, zur Melodie des 
Torgauer Marsches. 
In: 
Soldatenlieder (1934); Der Kilometerstein (?1937); Singen (?1937). 


Fritzsche, Gustav 
Leipzig, 27. Juni 1893 - Dresden (DDR), 9. Oktober 1969. 
Sohn eines Verwaltungsoberinspektors; Schüler von W. Hansmann und ©. 
Sev£ik, Geiger und Violinvirtuose in Dresden, seit 1923 Primarius des 
Dresdner Streichquartetts. Er gründete 1937 das Fritzsche-Quartett 
Dresden und unternahm mit diesem Konzertreisen in viele Länder. 

Im Rechnungsjahr 1938 subventionierte die Auslandsstelle der RMK 
Gastkonzerte des Geigers und seines Quartetts im Ausland aus Mitteln des 
RMVP mit 7.805, 20 RM. Auf einer Konzerttournee ab März 1939 durch 
Südamerika überraschte der Kriegsausbruch das Ensemble, das dann 


F 1810 





notgedrungen zunächst von Sao Paulo aus in ganz Brasilien gastierte und 
u. a. samtliche Streichquartette Beethovens, Reger, aber auch Hindemith 
aufführte. 

Im Februar 1946 lehrte Fritzsche an der Akademie für Musik und 
Theater in Dresden, später Musikhochschule, wurde Professor und leitete 
zuletzt deren Abt. Streicher. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
10. August 1940, Nachricht I: 

"(...) Die eindrucksvollen Reisen durch die Länder Peru, Chile, 
Argentinien, Uruguay und Brasilien, und die Begeisterung, mit der die 
deutsche Kunst gewürdigt und die >Dresdner< geehrt werden, werden 
dem Fritzsche-Quartett unvergeßlich bleiben. Es ist eine 
selbstverständliche Pflicht, daß sich diese bekannte 
Kammermusikvereinigung deutscher Kunst im fernen Erdteil einsetzt. 

Das Quartett freut sich schon heute auf das erste Konzert in 
Dresden, das es nach der siegreichen Beendigung des Krieges in seiner 
Heimat wieder geben wird" (Das Fritzsche-Quartett in Südamerika. "Die 
Musik-Woche" VI11/32, 10/VIII/40. S. 274). 

Januar 1941, Nachricht II: 

"(...) Mit beispielloser Tatkraft hat das Quartett diese schwierige 
Lage gemeistert. Von seinem jetzt ständigen Sitz in Sao Paulo aus hat es 
Tourneen durch ganz Brasilien gemacht und ganz auf sich gestellt, in allen 
größeren und vielen kleinen Städten konzertiert. 

(...) Die vier deutschen Künstler setzen ihre Arbeit in dem fremden 
Kontinent fort. Sie reiht sich würdig ein in die große deutsche Kulturarbeit, 
die gerade im Kriege das Staunen und die Bewunderung der Welt 
hervorgerufen hat. Zu den siegreichen Heimkehrern nach dem Kriege wird 
auch das Fritzsche-Quartett gehören" (H. K. = Hermann Killer: Deutsche 
Kammermusik in Brasilien. "Die Musik" XXXIl1/4, Januar 1941. S. 142). 

Die Musiker mochten nicht endlos auf den Sieg warten und waren 
regimetreu genug, auf dem Schiff eines der wenigen zu der Zeit noch 
neutralen Länder 1944 ins Reich zurückzukehren. 

Information: DML, FA. 


Fritzsche, Theodor 


Komponist. 
Werke: Sächsisches Heimatlied (1938). 


Marsch der Braunhemden, für Klavier/ Militärmusik (1934) [P]. 


Information: Der Wirkungsort - vermutlich Leipzig - ließ sich bisher 
nicht mit Sicherheit ermitteln. 


Frohe J ugend = Wir sind jung, die Welt ist offen 


F 1811 





Froher Mut macht die Arbeit gut. Kanon zu 4 Stimmen. 
In: 
Wir wollen singen (1933). 


Frohe Wanderlust füllt die junge Brust. 
In: 
Deutsche Lieder der Nation und des Volkes (1934). 


Fröhlich, Eberhard 


Froh laßt unsre Wimpel flattern (T: aus der bündischen Jugend) (u. a. 
Mirag, 16/V11/33, Volkskunststunde der Ekkehard-Festspiele, Satz: Walter 
Berndt). 

Textprobe (1. bis 3. Strophe): 

1) 

Wölfling, halte fest den Speer! 
Mag der Wind im Leinen knattern, 
vorwärts nun, uns folgt ein Heer. 


Hinter uns viel tausend Fahnen 
schimmern schon in Fernen auf; 
wir sind vorn auf neuen Bahnen, 
jagen fort im Sturmeslauf. 


Feigheit muß am Boden liegen, 
achtet nicht der Neider Wut! 
Heilig‘ Reich, dich wird erfliegen 
Lenzdurchbrauster Jugend Mut". 
In: 
Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941; onA); Wir 
schreiten über die Straßen 1 (1935). 


Fröhlich, Friedrich Wilhelm 

Aschaffenburg, 15. November 1902 - bei Klein-Leppin, Mecklenburg, 
17. April 1945 (Kriegstodesfall). 
Musikverleger in Berlin W 8, dann W 50; Inhaber des Fröhlich-Verlages. 
Während des Krieges zur Wehrmacht einberufen, Schütze, zuletzt in der 1. 
Genesenden-Kompanie, Landesschützen-Ersatz-Btl. 3, auf der Fahrt mit 
der Kleinbahn erschossen; die Gegend lag im Aktionsbereich gegnerischer 
Tiefflieger. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Heil Hitler, Dir! Marsch onA, im Juni 1933 dem RMVP angeboten 
(Quelle: BAR 55/ 1159). 

Information: FA2. 


F 1812 





Fröhlich, Otto 


Schullehrer in Breslau. 
Werke: Gedichte und Sprüche für Schulfeiern und Fahnenweihen; 
Literatur für Eltern und Erzieher. 


Deutsche Jugend heraus! Alte und neue Lieder für die deutsche 
Jugend. Für die völkische Schule ausgewählt und bearbeitet, zus. mit 
Herbert Laube (1. bis 4. Folge 1933; 8. Folge 1937 als Liederbogen, bis 
1941 nachgedruckt) = Schriften zu Deutschlands Erneuerung 9 a - c. Auch 
- ab 1934 - unter dem Titel "Lieder von Heimat und Vaterland, Freiheit 
und Ehre" (4. Folge 1937). Hgb. von der Kreisgruppe Breslau des NSLB i. 
A. Wolfgramm [Handel, Breslau]. 

Titel ohne Nummer = nur Text. 
Inhalt (1. Folge, * und ?1933): 

1. Volker: Vater, in deiner allmächtigen Hand. - 2. Bellingrodt, 1923: Es 
rauscht durch deutsche Wälder - 3. Volkslied: Und wenn wir marschieren, 
da leuchtet ein Licht. - 4. Englert: Wann wir schreiten Seit an Seit. - 5. Ich 
trag in meinem Ranzen alter Stiefel zwei. - 6. Es lebt der Schütze froh und 
frei. - 7. alte Melodie: Der Wind streicht über Felder. - 8. Seit 1913 
bekannt: Regiment sein Straßen zieht. - 9. Summer: Wach auf, du 
deutsches Land. - 10. H. Wessel: Die Fahne hoch!. - 11. Märkische Heide. 
- zur Melodie "Märkische Heide": Schlesische Erde, schlesisches Land. - 
12. Altendorf: Wir ziehn auf stillen Wegen. - 13. Als die goldne 
Abendsonne. - 14. Gläser: Flamme empor! - 15. Valerius, 1626: Wohl 
sehr glücklich ist, wer zu sterben weiß. Satz: H. Steinert. - 16. Valerius, 
1626: Herr, sieh die Not. - 17. Melodie des Wilhelmusliedes: Wenn alle 
untreu werden. - zur Melodie "Wenn alle untreu werden": Uns ward das 
Los gegeben. - 18. Pardun: Siehst du im Osten das Morgenrot. 

Inhalt (2. Folge): 

1. Borgmann: Unsre Fahne flattert uns voran. - 2. Nägeli: Unser 
Vaterland. - 3. Herzog Oels, der tapfere Held. - 4. Breu: Die deutsche 
Arbeit. - 5. Volksmelodie: Nach Ostland. - 6. Deutsch ist die Saar. - 7. 
Zobel: Muttersprache, Mutterlaut. - 8. Walther: Wach auf, du deutsches 
Land. - 9. Valerius: Niederländ. Dankgebet Anmerkung: "Die Übersetzung 
des Niederländischen Dankgebets in der allgemein bekannten Fassung 
stammt von dem Wiener Juden Joseph Weyl (1877). Die dem christlichen 
Urtext von Adrianis Valerius mehr gerecht werdende Übersetzung des 
Deutschen Rudolf Hauffe ist schon in manchen Gegenden Deutschlands 
eingebürgert". - 10. Wildgänse rauschen durch die Nacht. - 11. Der 
Trommelbub. - 12. Kühn: Wir trommeln, wir trommeln landauf und -ab. - 
13. Stobe: Deutsche Wahrheit, deutsche Treue. - 14. C. Strauß: Hört ihr 
die Trommel schlagen? - 15. nach einer Melodie von J. Greith 
(1798-1869): Ich bin noch jung an Jahren. - 16. Hufeld: Wir zogen mit 
fliegenden Fahnen. - 17. Kühn: Reiht euch zu vieren! - 18. zur Melodie 
"Strömt herbei, ihr Völkerscharen" (Peters): Auf, Jungmädchen und 
Jungmannen. 


F 1813 





Inhalt (3. Folge): 
1. Bernau, Elberfeld: Schütze, Herr, mit starker Hand unser Volk und 
Vaterland! - 2. Spitta: Heilig Vaterland. - 3. Spitta: Nichts kann uns 
rauben. - 4. Spitta: Erde schafft das Neue. - 5. Seifert: Grüßet die Fahnen, 
grüßet die Zeichen. Kanon zu 4 Stimmen. - 6. Blumensaat: Unter der 
Fahne schreiten wir. - 7. Baumann: Nun laßt die Fahnen fliegen. - 8. 
Sotke: Auf, hebt unsre Fahnen. - 9. Blumensaat: Wir Jungen tragen die 
Fahne. - 10. Wenn die bunten Fahnen wehen. - 11. Rummel: Der Tag 
steht an der Wende. - 12. Wohlgemuth: Die ihr Blut und Leib und Leben. - 
13. U. Krüger: Ihr toten deutschen Soldaten. - 14. Spitta: Und setzet ihr 
nicht das Leben ein. Kanon zu 3 Stimmen. - 15. Dorscht: Roter Brand, 
glühe auf! - 16. Baumann: Du Feuer, flieg in jedes Haus. - 17. Jörns: Wir 
tragen das Feuer in reiner Hand. - 18. von Hertzberg: Wir sind die Männer 
vom Bauernstand. - 19. J. A. P. Schulz (= irrige Angabe): Mit lautem Jubel 
bringen wir. - Badenweiler Marsch: Vaterland, hör deiner Söhne Schwur. - 
20. Englert: Wir sind jung, die Welt ist offen. - 21. Altendorf: Hört ihr es 
grollen. - 22. Wächter: Jetzt müssen wir marschieren, ich und mein 
Kamerad. - 23. Napierski: Es dröhnet der Marsch der Kolonne. - 24. 
Baumann: Es zittern die morschen Knochen. 


Fröhlich, Theodor 
1803 - 1836 


Op. 13. Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die 
weite Welt (T: Eichendorff, "Aus dem Leben eines Taugenichts", 1826). 
Wanderlied, Erstdruck 1834. Titel: Der frohe Wandersmann 

In: 

Deutsche Volks- und Kampflieder für die HJ und das J ungvolk (1933; nur 
T, onA); S. A. Liederbuch (1933); Liederbuch der NS-Frauenschaften 
(21933, 41934; nur T, onA); NS- Volks-Liederbuch (21934); Wir singen 
(1934); Singkamerad (21934, 31935, 81937); Liederbuch für Dt. Frauen 
und J ungmädchen-Verbände (1934; nur T, Melodie onA); Liederbuch des 
BDM (1934); Flieger-Lieder, Flieger-Landesgruppe II (1934; nur T, 0onA); 
Liederbuch des Turner-Musikant (1934); Deutsche Volkslieder 2 (1935); 
NSLB, Unser Lied 1 (31935); Vorwärts! Vorwärts... (1935); Deutsches 
Marine-Liederbuch (1935); Deutsche Lieder für die Jugend (21935); Mein 
Deutschland (1936, 1938); Liederbuch der SA (91938); Lieder für die 
Grundschule (1938); Flieger-Liederbuch (1938; nur T, onA); DSB, 
Liederbuch für Männerchor (1938); Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 
1940); Singt alle mit! (1944). 


Fröhliche Weihnacht überall. Aus dem Englischen. 

Der Text dieses Liedes zeugt - am Ende der 3. Strophe - noch für 
christliche Überlieferung. 
In: Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); 
Singkamerad (31935). 


F 1814 





Fröhlich sei das Mittagessen, die Musik nicht zu vergessen. 
Tischlied, zu einer Melodie aus "Don Giovanni" von Mozart. 
In: 


Der Kilometerstein (?1937). 


Fröhlich sein und sehr vergnüglich, das ist hier bei uns so üblich 
(T: Jungen und Mädel der HJ-Spielschar Posen). Kanon zu 3 Stimmen, zu 
einer Melodie von Werner von Zur Mühlen. Dazu zwei weitere Texte [V]. 
In: 
Lied über Deutschland (?1941). 


Fröhlich soll mein Herze springen siehe: Johann Crüger 


Fröhling, Karl 
Elberfeld, 11. Oktober 1881 - Wuppertal-Eberfeld, 25. Juni 1943. 
Einsender in Wuppertal-Elberfeld, Kaufmann, Gelegenheitskomponist. 
Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Hitler-Marsch mit Lied (Trio) "Heil Hitler" (Werag, 24/V11/33, FunkOrch, 
Dgt. ©. J. Kühn), sowie ein Trauermarsch für versch. Besetzungen, am 
1/VIIl/33 an Dr. Goebbels eingesandt (Quelle: BAR 55/ 1165). 


Fröhnert, Georg 
Pianist, Einsender in Berlin SO 16, Köpenicker Str. 35 (1939). 


Nationalmarsch für Freiheit und Recht, im J uni 1933 dem RMVP 
eingereicht (Quelle: BA R 55/ 1159). 
Information: Kein Eintrag mehr für Berlin im DMK 1942. 


Frohsinn würzet das Leben: auf denn, lasset uns fröhlich sein! 
Volkstümlicher Kanon zu 3 Stimmen. 
In: 
Wir wollen singen (1933). 


Froh und frei, froh und frei ziehen wir dahin. Vaterländisches 
Wanderlied, onA. 
Textprobe (2. Strophe): 
"Jugendlust, J ugendlust 
malet uns die Welt, 
grün den duft'gen Wald 
und blau das Himmelszelt, 
ja, ja; Jugendlust, J ugendlust 


F 1815 





füllt auch unsere Brust! 

Froher Jugend Sonnenglanz 

windet des Lebens 

Blütenkranz, 

jung ist die Welt und schön, 

ja jung ist die Welt und schön, 

ja schön ist die Welt. 

Flammet, ihr Geister, 

schwingt euch himmelwärts, 

heiß in der Männerbrust 

glüht noch das Herz! 

Leben und Lieben, 

wenn Jugend noch blüht, 
liebend auch sterben 
mit frohem Gemüt!" 

In: 
J ungvolk-Lieder (1934); Liederbuch des Turner-Musikant (1934). 


Froh unser Lied erklingt (T: neu, Hermann Ohnesorge). Kanon zu 
3 Stimmen, volkstüml. in England. 
In: 
Treu unserm Volke (1934); Liederbuch des Turner-Musikant (1934). 


Froh zu sein, bedarf es wenig siehe: August Mühling 


Frömcke, Heinz 
Berlin, 15. Juli 1908 - ? 
Pianist und Komponist, auch Barpianist, so im Sommer 1939 im Kabarett 
"Indra" in Zoppot. 
1969 2. Vorsitzender des Dt. Musikerverbandes in der Gewerkschaft 
Kunst des Dt. Gewerkschaftsbundes. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Hans Maikowski: Kamerad, zur Tat. Maikowski ist nicht mehr (T: A. 
Lang), für Gesang und Klavier (1934) [PR]. 

Der Titel feiert einen 1933 in Berlin von Kommunisten ermordeten 
SA-Sturmführer. 

Information: FA. 

Das Standesamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin abzufragen, 

empfiehlt sich nicht; vgl. Baldamus. 


F 1816 





Frommann, Hertha 


Konzertpianistin, Komponistin und Privatmusikerzieherin in Berlin- 
Wilmersdorf, Nassauische Str. 25 (1937-42). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Musik zu den gymnastisch-tänzerischen Vorführungen der KdF-Gruppen 
bei der Blumenschau am Funkturm (Berlin, Sommer 1941). 


Frommel, Gerhard 
Karlsruhe, 7. August 1906 - Filderstadt, 22. Juni 1984. 

Sohn eines Universitätsprofessors der Theologie; Schüler von H. Grabner 
und H. Pfitzner, Musikpädagoge und Komponist, bis 1932 Theorielehrer an 
der Folkwangschule in Essen. 1933 Lehrer für Komposition an Dr. Hochs 
Konservatorium in Frankfurt a. M., 1934 in Heidelberg, dann in Münster, 
1937 in Schönberg/ Taunus, 1939-1941 in Bad Homburg, danach wieder 
in Frankfurt an der Heeresmusikschule. Weil seine Einnahmen aus 
"ernsten Konzerten" 1942/43 auf 1.768,39 RM zurückgegangen waren, 
erhielt er 1.000 RM aus dem Staatszuschuß für E-Komponisten. 

1945-47 am Hochschulinstitut für Musikerziehung in Trossingen, ab 
1947 an der Hochschule für Musik und Theater in Heidelberg, 1956-60 an 
der Stuttgarter Hochschule, von 1960-71 an der Musikhochschule 
Frankfurt. Danach in Heidelberg i. R. 
Werke: u. a. Lieder mit KammerOrch Op. 1; Variationen für Orch Op. 7; 
"Herbstfeier", Kantate Op. 8 (Essen, 1936); Suite für kl. Orch Op. 11 
(1936); "Der Gott und die Bajadere", Tanzlegende Op. 12 (UA 1937); 
Sinfonie Nr. 1 in E-dur, Op. 13 (UA 1942); die Studie "Richard Wagner und 
der Geist der Antike" (1933). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.141.599. 
Deutsche Kantate (T: W. Brockmeier) (SWF, 11/1/34. "Stunde der 
Deutschen Nation"). 

Hörwerk mit Musik: Orgel, Streichern, Hörnern und Glocken. 
Olympischer Kampfgesang für BlasOrch (u. a. Garmisch- 
Partenkirchen, 6/11/36, nach Eröffnung der 4. Olympischen Winterspiele 
durch Hitler). 

Tondokument - vom 6/11/36 - im DRA: 1820112-11. 

5. April 1936: 

Das 2. Orchesterkonzert, Dgt. H. Albert, des 1. Internationalen 
Musikfestes in Baden-Baden bietet von Frommel die Suite für kl. Orch. 
1. Dezember 1936: 

Das 3. Konzert der Stadt Essen, Dgt. A. Bittner, bietet als UA 
"Herbstfeier" für Bariton, gemCh und Orch von Frommel; Solist: J. Willi, 
Baß. 

18. Januar 1937: 

Ein städt. Konzert in Dortmund, Dgt. W. Sieben, bietet - "zum 

ersten Male" - Suite Op. 11 von Frommel. 


F 1817 





20. März 1937: 

Der Ballettabend des 2. Internationalen Musikfestes in Baden-Baden, 
Dgt. H. Albert, bietet von Frommel die Tanzlegende "Der Gott und die 
Bajadere" (UA). 

Mai 1938: 

Die Ausstellung "Entartete Musik" prangert in der Gruppe 
Theoretiker der Atonalität Frommels Schrift "Neue Klassik in der Musik" 
(1937) an. 

8. November 1942: 

Das 2. Philharmon. Konzert Berlin, Dgt. Furtwängler, bietet 
Frommels Sinfonie in E-dur Op. 13 (UA). 

Feierliche Musik für einstimmigen Chor, BläsersinfonieOrch und Orgel 
(UA: Frankfurt a. M., Januar 1943, Großkonzert der Heeresmusikschule in 
Verbind. mit Kreispropagandaleitung der NSDAP). 

In "DMMZ" LXV/13-14, Juli-August 1943, S. 75f. stellte Wilhelm 
Hendel - "Die Schule der musizierenden Soldaten - Heeresmusik auf 
neuen Wegen" - die Aufführung der Militärmusikschule Bückeburg unter 
StMM Dr. Friedrich Hodick (1906-1987) im Frühsommer als 
"Uraufführung" vor. 

Februar 1943, Bericht: 

"(...) die mit machtvollem Aufgebot von Orgel, Chor und Orchester 
mit sinfonischen Mitteln in einem zündenden Siegeshymnus ausklingt und 
die gesteckten Ziele bereits weitgehend erreicht" (Gottfried Schweizer: 
Neue Wege der Blasmusik. "Die Musik" XXXV/5, Februar 1943. S. 143). 

Feierliche Bläsermusik mit einstimmigem Chor (UA: Frankfurt a. M., 
10/1V/43, Konzert der Heeresmusikschule zum Ende des Schuljahrs). 
August-September 1943: 

"Der Bremer Musikauftrag für 1943 wurde durch die 
Philharmonische Gesellschaft Bremen an den Frankfurter Komponisten 
Gerhard Frommel vergeben, einen Pfitzner-Schüler. Die Uraufführung des 
neu in Auftrag gegebenen Werkes ist für eines der Bremer 
Philharmonischen Konzerte im Frühjahr 1944 geplant" ("Musik im Kriege" 
1/5-6, August-September 1943. S. 116). 


Erinnerung, getrübt, 1963: 

"(...) Auf der Ausstellung >Entartete Musik< wurde in der Gruppe 
>Theoretiker der Atonalität< meine 1937 im Verlag L. C. Wittich, 
Darmstadt, im Druck erschienene Schrift >Neue Klassik in der Musik< zur 
Schau gestellt. Als Beleg liegt vor ein in der D. A. Z. von Wolfgang 
Steinecke verfasster Artikel (25. 5. 38), indem es u. a. heisst, dass in 
dieser Ausstellung die >Verfallserscheinungen der 'Entarteten Musik’ 
dargestellt werden konnten<. Diese Anprangerung hatte natürlich fühlbare 
Auswirkungen auf die Aufführung von eigenen Kompositionen, die sich 
freilich nicht belegen lassen" (Frommel an Fred K. Prieberg, ohne Datum 
= September 1963). 

Steineckes Bericht erwähnt zwar das Exponat Frommel, enthält 
Jedoch das angebotene Zitat in anderem Zusammenhang; der 
Berichterstatter schrieb einleitend: "(...) nur mittelbar konnten (...) die 


F 1818 





Verfallserscheinungen der >Entarteten Musik< dargestellt werden". 
Frommel-Aufführungen gab es auch danach zahlreich, wie seine STAGMA- 
Abrechnungen ausweisen. 

Information: FA, MM2, KDMK (Frommel unterschlug dem Herausgeber 
alle hier angeführten Titel), RML, LdCh, MGG. 


Frommlet, Franz 
Musbach/ Württemberg, 14. Februar 1901 - Möglingen, 2. November 
19832. 
Sohn eines Oberlehrers; Musikpädagoge in Ravensburg. Musikdirektor, 
Pianist und akadem. Musiklehrer, Chorleiter und Organist an der 
Liebfrauenkirche, Vereinsdirigent, u. a. des Liederkranz-Schubertbund. 
Nach 1945 weiterhin in Ravensburg, zuletzt i. R. in Möglingen. 
Werke: u. a. Männerchöre, so "Deutsche Zuversicht" Op. 6 Nr. 2 (1925); 
Klavierstücke. 


NSDAP seit 1/V/37 (BA, Bestand RKK, Künstlerdank, Namensakte), jedoch 
kein Eintrag in ZKNSDAP. Stand 1936: Ortsmusikerschafts-Leiter 
Ravensburg der RMK, dann der Kreismusikerschaft. Sein Antrag 1941 auf 
Zuwendung durch Künstlerdank blieb erfolglos. 
Op. 29 a. Deutsche Hymne: Land der ewigen Gedanken (T: H. 
Claudius). MCh (1939) [VS]. 
Der Sieg (T: Martin Vollmer). Chorwerk für Bariton, Chor und Orch (1941 
in Arbeit). 

Information: DML, FA, LdCh. 


Fromm - Michaels, Ilse 
Hamburg, 30. Dezember 1888 - Detmold, 22. Januar 1986. 

Tochter eines Oberlehrers; Studium an der Musikhochschule Berlin und am 
Sternschen Konservatorium, Schülerin u. a. von H. Pfitzner. Danach noch 
an der Musikhochschule Köln. Komponistin in Hamburg, in Ehe mit dem 
Landgerichtsrat und "Volljuden" Dr. Walter Michaels, jedoch trotz 
"nichtarischer Versippung" tätig als Lehrerin für Klavier, Theorie und 
Komposition mit Sondergenehmigung von Dr. Goebbels. 

Von Brückner/Rock I fälschlich als Jüdin denunziert, dann 
widerrufen. 

Sie erhielt 1946 eine Dozentur an der Musikhochschule Hamburg. 


Werke: u.a. für Klavier Variationen über ein eigenes Thema in Fis-moll 
Op. 8 (1918/19) und Passacaglia F-moll Op. 16 (1932); Marien-Passion für 
Chor, KammerOrch, 3 Trompeten und Orgel Op. 18 (1932/33); Sinfonie in 
einem Satz Op. 19 (1938); "Musica larga" für Klarinette und 
Streichquartett (1944). 

Information: DNML, DML, FA, KDMK, RMLE. 


F 1819 





Frontheil, Hurra! Die Straße dröhnt, der Stahlhelm schlägt die 
Schlacht (T: Alexander Lübcke, Hannover). Stahlhelmlied, onA. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Dem deutschen Volk ein freier Raum 
und Einigkeit und Brot, 
Ausbeuter kommen an den Baum, 
Verräter auf's Schafott. 
He, Bonzentum und Volksverrat, 
ihr seid am letzten End'! 
Nicht Schwatzen, sondern nur die Tat 
ziemt deutschem Regiment". 
In: 
Die Lieder der nationalen Erhebung (1933; nur T). 


Front und Heimat (Anthologie) siehe: Hanns Mießner 


Froschkanon = Heut ist ein Fest 


Frotscher, Gotthold 
Ossa bei Leipzig, 6. Dezember 1897 - Berlin, 30. September 1967. 

Sohn eines Oberkirchenrats; Dr. phil. Leipzig 1922 (Die Ästhetik des 
Berliner Liedes im 18. Jahrhundert), Habilitation 1934 in Danzig. 
Musikpädagoge und Musikforscher, zunächst Privatdozent und 1932 
Professor für MW an der TH Danzig und hier Leiter des Collegium 
Musicum, 1935-45 in berlin-Zehlendorf, Professor an der Universität 
Berlin. 

Nach 1945 weiterhin in Berlin, 1950 Lehrbeauftragter an der PH. 
Werke: u. a. "Geschichte des Orgelspiels und der Orgelkomposition" 
(Berlin, 1934); "Bach und die Musik des 17. Jahrhunderts" (Widdenswil, 
1939), "Goethe und das deutsche Volkslied" (Widdenswil, 1941). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.844.274. Fachgruppenleiter Musik im KfdK 
Danzig. 1935 Mitarbeiter, Referent der HA Musik im Kulturamt der RJF und 
Leiter von deren Orgelarbeitsgemeinschaft. 


1933 
Mai 1933: 
Frotscher unterzeichnet die Erklärung zum Flugblatt "Kirchenmusik 
im dritten Reich". 


1937 
Musik und Rasse. Vortrag (Berlin, *27/1/37, zur Reichstagung für 
Musikerzieher des NSLB). 
Rassenstil und Brauchtum ("Völkische Musikerziehung" IIl/l, Januar 
1937). 


e 1820 





Die Orgel in der politischen Feier ("Mi) uV" 1/1937-38. S. 366-369) 
(Teilabdruck: Wulf, S. 250-251). 


1938 
Wer jetzig Zeiten leben will. Für Instrumente: G. Frotscher. 
In: 
RJF, Musikblätter der HJ 66 (1938). 
Wenn alle untreu werden. SS-Treuelied. Für Instrumente: G. Froscher. 
In: 
RJF, Musikblätter der HJ 66 (1938); Das Bannorchester (1939). 
Musik und Rasse. Vortrag (Bayreuth, *April 1938, 1. Reichslehrgang 
des NSLB für Musikerzieher). 
Musik und Rasse. Beitrag zur Mw. Tagung der Dt. Gesellschaft für 
Musikwissenschaft (Düsseldorf, *28/V/38, bei den Reichsmusiktagen). 
Aufgaben und Probleme der musikalischen Rassestilforschung. 
Vortrag zur mw. Tagung der Reichsmusiktage (Düsseldorf, *28/V/38). 
Das Problem Musik und Rasse auf der musikwissenschaftlichen 
Tagung in Düsseldorf ("Mi) uV" 1/1937-38. S. 426 f.). 
Orgel-Arbeitsgemeinschaft der Hitler-) ugend ("ZfM" CV/10, Oktober 
1938). 
Zitat: 

"im Kulturamt der Reichsjugendführung ist eine Orgel- 
Arbeitsgemeinschaft als Mittelstelle ins Leben gerufen worden. 

(...) Mit Bezug auf die vorliegenden Baupläne für HJ-Heime, Adolf- 
Hitler-Schulen usw. stellt sie an den Anfang ihrer Arbeit die Behandlung 
der folgenden Fragenkreise: Die bauliche und klangliche Gestaltung der 
Orgel in ihrer Beziehung zum Feierraum und zur Feier; die Aufgabe der 
Orgel bei der Feiergestaltung; die Orgelmusik für die Feier; das Orgelspiel 
und die Erziehung des Organisten-Nachwuchses. 

(...) Die Orgel wird nicht aus Gründen der Repräsentation in den 
Feierraum eingebaut; sie soll der Feier nicht als äußerer Schmuck dienen, 
sie wird ihr Wesensbestandteil sein. Wir verlangen von ihr nicht den 
Eindruck einer würdevollen Getragenheit, pathetischen Feierlichkeit oder 
stimmungsvollen Gefühligkeit, weil all dies mit dem Wesen unserer Feier 
nichts gemein hat. Wir sehen in ihr die erhabene Königin der Instrumente, 
die alle ihr arteigenen Klangmittel beherrscht, die sich aber herabwürdigen 
würde, wollte sie die Mannigfaltigkeit ihrer Klänge zu subjektivistischen 
Effekten mißbrauchen. In der Erfüllung dieser Gesetze liegen auch die 
Aufgaben des Orgelspielers" (S. 1093-1094). 

Oktober 1938, Die Orgel der HJ: 

"Anläßlich der zweiten Freiburger Orgeltagung fand die erste 
Arbeitsbesprechung der neugegründeten Orgelarbeitsgemeinschaft der 
Hitler-) ugend statt. Prof. Gotthold Frotscher, der Leiter der 
Orgelarbeitsgemeinschaft, hatte bereits auf dem Musikschulungslager der 
HJ. in Düsseldorf die Aufgaben dieser Orgelarbeit umrissen. Er hatte 
darauf hingewiesen, daß der Klang der Orgel nicht allein auf die Kirchen 
beschränkt bleiben dürfe, daß vielmehr die Orgel als deutsches 
Feierinstrument in stärkstem Maße in die Musikausübung unserer Zeit 


F 1821 





einbezogen werden müsse. In Freiburg sprach Prof. Frotscher über die 
Wechselbeziehungen zwischen Orgelmusik und Orgelbau in Geschichte 
und Gegenwart. Die Arbeitsbesprechung, die sich der Tagung anschloß, 
galt in der Hauptsache praktischen Arbeitsaufgaben, unter denen die 
Herausgabe eines demnächst erscheinenden >Orgelbuches der Hitler- 

J ugend< erwähnt sei. Im Vordergrund der Arbeit steht die Planung und 
Gestaltung von Orgelbauten in den Heimen und Schulen der Hitler-J) ugend, 
die bei der großen Zahl von Bauvorhaben eine umfangreiche 
wissenschaftliche und musikalische Arbeit bedeutet. In den 
Erziehungsstätten der deutschen Jugend werden Orgeln entstehen, die 
einer späteren Zeit Zeugnis von den musikalischen Kräften unserer 
Gegenwart ablegen sollen. Die HJ. bekundet ihr besonderes Interesse für 
die Verwendung der Orgel in ihrer Arbeit durch eine >Stunde der jungen 
Nation<, in der Wolfgang Auler Orgelwerke alter Meister und von Spitta, 
Fortner, Blumensaat und Drischner spielen wird" (Musik in der HJ. "Der 
Musikerzieher/ Deutsche Tonkünstler-Zeitung" XXXV/1l, Oktober 1938. S. 
18). 

Musik und Rasse. Vortrag (Weidenhof bei Breslau, November 1938, 
beim Schles. Gaumusiklager des NSLB). 


1939 
Aufgaben und Ausrichtung der musikalischen 
Rassenstilforschung. (In: "Rasse und Musik". Hgb. i. A. der RJF von G. 
Waldmann. Berlin, 1939. S. 102-112). 
Zitat: 

"(...) Auch der vorwiegend vorderasiatisch bestimmte Gustav Mahler 
hat bekanntlich Typen des deutschen Volksliedes in seinen Kompositionen 
zitiert, der orientalisch-vorderasiatische Felix Mendelssohn-Bartholdy hat 
sich in den deutschen Choral eindenken können, und die internationalen 
Schlagerkomponisten der Nachkriegsjahre haben es vermocht, sich in die 
Erscheinungsformen eines ihnen fremden Volkstums einzuschleichen und 
mit der gefälligen Ausnützung bestehender Formen, die eine Eigenschaft 
vorderasiatisch bestimmter Rassenmischungen ist, ihre Kunstprodukte in 
weiteste Kreise unseres Volkes hineinzutragen und mit ihnen das echte 
Volksgut zu verdrängen. Hier Erkenntnisse zu finden und aus der 
Erkenntnis Wertmaßstäbe herzuleiten, erscheint als Aufgabe einer rassisch 
fundierten Musikforschung, die über die Frage nach dem Wie die Frage 
nach dem Warum stellt und als Wertmesser nicht die Höhe der artistischen 
Sonderleistung, sondern die Tiefe der rassischen Verwurzelung betrachtet" 
(S. 110-111). 

Hier ist natürlich, weil rassistische Diskriminierung anlag, 
verschwiegen, daß "Ausnützung bestehender Formen" kein Merkmal von 
Rasse, sondern typisch ist nicht nur für U-Musik, sondern für Komposition 
generell. 

Rassefragen in der Musikerziehung. Vortrag (Köln, 1939, in der 
Musikhochschule). 

Musik und Rasse. Vortrag (Berlin, Frühjahr 1939, Lehrgang für Leiter 
und Lehrer von Musikschulen für Jugend und Volk). 


F 1822 





Musik und Rasse. Vortrag (Düsseldorf, *18/V/39, Arbeitstagung der 
Fachschaft Musikerzieher zu den Reichsmusiktagen). 

Der Rassegedanken in der Musikerziehung. Vortrag (Köln, *Mai 
1939, musikpädagog. Lehrgang der Gauwaltung Köln des NSLB). 

Musik und Rasse. Vortrag (Bensheim, *11/VI/39, NSLB-Gaulehrgang für 
Musikerzieher Gau Hessen-Nassau). 

Das Volkhafte in der Musik. Vortrag (Bensheim, *Juni 1939, NSLB- 
Gaulehrgang für Musikerzieher Gau Hessen-Nassau). 

Dezember 1939, Bericht: 

"(...) Hier stand im Mittelpunkt der Betrachtung das Volkslied als 
eine Schöpfung aus Kräften der verschiedenen Rassengruppen, die in 
unserem Volkstum Gestalt gewinnen" (Wilhelm Volk: Arbeitsbericht aus 
Hessen-Nassau. "Völkische Musikerziehung" V/12, Dezember 1939. S. 
486). 

16. August 1939, Nachricht I: 

"Am Eröffnungstage spricht um 17 Uhr Professor Frotscher (Berlin) 
über "Die Bedeutung der deutschen Musik im Osten" (Sudetendeutsche 
Uraufführungen. Das Programm der Ostdeutschen Musikfesttage in Teplitz- 
Schönau."Der neue Tag", Prag, 16/VIIl/39). 

Eröffnungstag: 23. September 1939. 

Volksbräuche und Volkslieder der Deutschen in Polen ("Mi) uV" II/ 
1939. S. 399-415). 

Stätten deutscher Musikkultur: Danzig ("Deutsche Musikkultur" IV/2, 
J uni-) uli 1939. S. 152-155). 


1940 
Juli 1940, Nachricht II: 

"Die Fachschaft Musikerziehung und Solisten der 
Reichsmusikkammer, Landesleitung Wien, veranstaltet im Juli eine Orgel- 
Arbeitstagung, die unter dem Leitwort >Die Orgel in der Feiergestaltung< 
steht. In Vorträgen und Aussprachen sollen Gegenwartsfragen des 
Orgelbaues, des Orgelspiels und der Orgelmusik behandelt werden. Die 
Leitung der Tagung hat Gotthold Frotscher, der Leiter der Orgel- 
Arbeitsgemeinschaft im Kulturamt der Reichsjugendführung" (Orgel- 
Arbeitstagung in Wien. "Mi) uV" I11/7, Juli 1940. S. 170). 

Von Land und Leuten. Liedsätze: G. Frotscher. 
In: 
RJF, Musikblätter der H) 93/94 a (1940). 
Neue Soldatenlieder. Liederblatt der HJ 95/96 (1940). 
Zusammenstellung: G. Frotscher. 
Den Toten des 9. November 1923: In München sind viele gefallen, in 
München war'n viele dabei (T: A. Wagner). Bekenntnislied. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Ihr Toten vom 9. November, 
ihr Toten, wir schwören es euch: 
es leben noch vieltausend Kämpfer 
für das Dritte, das Großdeutsche Reich!" 


e 1823 





In: 

SS-Liederbuch (61940, 91941). 

Neue Soldatenlieder. Liedsätze: G. Frotscher. 
In: 

RJF, Musikblätter der HJ) 95/96 (1940). 


1941 
Die Bedeutung der deutschen Musik im Osten ("Mi) uV" IV/1, Januar 
1941. S. 2-3). 
Winter und Weihnacht. J. F. Reichardt: Der Winter ist ein rechter Mann 
- H. Baumann: Es schneit, was da nur schneien kann. - K. Lischewski: Es 
hat in der tiefschwarzen Nacht geschneit. - Kindlein mein. 
Instrumentalsätze: G. Frotscher. 
In: 
RJF, Musikblätter der HJ] 107/108 (1941). 
Lischewski: Es hat in der tiefschwarzen Nacht geschneit, J ulfeierlied. 
Für Singstimme und Instrumente: G. Frotscher. 
In: 
Deutsche Kriegsweihnacht (31943). 
Neujahr. Liederblatt der HJ) 109/110 (1941). Zusammenstellung: G. 
Frotscher. 
Neujahr. Liedsätze: G. Frotscher. 
In: 
RJF, Musikblätter der HJ] 109/110 (1941). 
Die Rolle der Orgel in der nationalsozialistischen Feiergestaltung. 
Vortrag (Nürnberg, 1941, Orgeltagung des Reichsinnungsverbandes des 
Musikinstrumentenmacher-Handwerks). 


1942 
Jetzt müssen wir marschieren. H. Vogel: Wir schreiten in den jungen 
Tag - H. Siebert: Heut’ sollst du zeigen - W. Stumme: Die Heide ist das 
Stammaquartier - H. Baumann: Schweigen die Hörner. Instrumentalsätze: 
G. Frotscher. 
In: 
RJF, Musikblätter der HJ] 113/114 (1942). 
Lieder der Luftwaffe. K. H. Kelting: Wir sind des Reiches leibhaftige 
Adler - P. Hoffmann: Wir sind die Husaren der schweren Flak - K.H. 
Kelting: Brach einem Adler die Schwinge. Instrumentalsätze: G. Frotscher. 
In: 
RJF, Musikblätter der H) 117/117 a (1942). 


1943 
Hitler-)J ugend musiziert (") ahrbuch der deutschen Musik" 1943. S. 
59-60). 
Die asiatische Krise in der europäischen Musik ("MijJ uV" VI/4, April 
1943, S. 71-72). 
Amerikanismus in der Musik ("MijJ uV" VI/5, Mai 1943. S. 94-97) 
(Teilabdruck: Wulf, S. 355). 


F 1824 





Neugestaltung von Text und Musik der Cäcilienode von Händel, zus. mit 
Wolfgang Stumme (1943). 

Das Orgelbuch, mit Sätzen zu den Feierliedern der Bewegung. Mit 
Vorwort hgb. Veröffentlichungen der Orgel-Arbeitsgemeinschaften, Band 1 
(1943) [K]. 

Inhalt: 

1. H. Kinzel: Aber erst Gräber schaffen Heimat. - 2. Blumensaat: Alle 
stehen wir verbunden. - 3. W. Rein: Auf, haltet euer Herz bereit. - 4. Der 
grimmig Tod. Bearbeitung: S. Scheidt. - 5. Altendorf: Der Himmel grau. - 
6. Deutsch ist die Saar. - 7. Haydn: Deutschland, Deutschland über alles. - 
8. Blumensaat: Deutschland, heiliges Wort. - 9. Horst Wessel: Die Fahne 
hoch!. - 10. Decker: Die Welt horcht auf. - 11. Spitta: Du bist die Kette 
ohne Ende. - 12. Baumann: Eh daß der Bauer untreu wird. - 13. Luther: 
Ein feste Burg ist unser Gott. Bearbeitung: J. S. Bach. - 14. Baumann: Ein 
Jahr muß nun vergehen. - 15. Spitta: Erde schafft das Neue. - 16. 
Lischewski: Es hat in der tiefschwarzen Nacht geschneit. - 17. Es ist ein 
Schnitter, der heißt Tod. - 18. Jörns: Fallen müssen viele. - 19. Decker und 
Steinbecker: Gott, segne die Arbeit. - 20. Baumann: Gute Nacht, 
Kameraden. - 21. Baumann: Haltet eurer Herzen Feuer. - 22. Decker: 
Heiliges Feuer brennt in dem Land. - 23. Spitta: Heilig Vaterland! - 24. 
Spitta: Herz der Völker, Vaterland! - 25. F. Kaiser: Heute schreiten 
hunderttausend Fahnen. - 26. Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne. - 
27. Ich hab mich ergeben. - 28. Silcher: Ich hatt einen Kameraden. - 29. 
Ihr Deutschen, wollt ihr wachen. - 30. Spitta: Immer schon haben wir eine 
Liebe zu dir gekannt. - 31. Baumann: Im Osten steht unser Morgen. - 32. 
Frotscher: In München sind viele gefallen (T: Adolf Wagner). Fassung: 
F. Illenberger. - 33. Baumann: Kameraden fragen nicht lange. - 34. 
Silcher: Kein schönrer Tod ist in der Welt. - 35. Napiersky: Land der 
ewigen Gedanken. - 36. Kelting: Land, mein weites deutsches Land! - 37. 
Baumann: Land unter diesen Sternen. - 38. Blumensaat: Lobet der Berge 
leuchtende Firne. - 39. Spitta: Morgensonne lächelt auf mein Land. - 40. 
Spitta: Nichts kann uns rauben. - 41. Baumann: Nun laßt die Fahnen 
fliegen. - 42. Baumann: Nur der Freiheit gehört unser Leben. - 43. (Fläm. 
Kampflied) O Feinde, wie falsch habt ihr es euch gedacht! - 44. Czikeli: 
Sachs, halte Wacht! - 45. Baumann: Setzt ihr euren Helden Steine. - 46. 
Baumann: Tut auf das Tor. - 47. Baumann: Und haben wir die Treue. - 48. 
Spitta: Unser ist dies Land. - 49. Uns ward das Los gegeben. - 50. 
Dorscht: Volk will zu Volk. - 51. Walter: Wach auf, wach auf, du deutsches 
Land. Satz: selbst. - 52. Eugen Naumann: Was dich auch bedrohe. - 53. 
Brendel: Was tief in unsern Herzen glüht. - 54. R. Müller: Wenn wir 
vergangen sind. - 55. Spitta: Wie mir deine Freuden winken. - 56. Spitta: 
Wir gehen als Pflüger durch unsere Zeit. - 57. Blumensaat: Wir Jungen 
tragen die Fahne. - 58. Baumann: Wir kommen im Morgenlicht. - 59. 
Decker: Wir tragen das Vaterland. - 60. Seifert: Wir wollen frei bewahren. 
- 61. Blumensaat: Wo immer das Leben erglommen. - 63. Baumann: Wo 
wir stehen, steht die Treue. 

Bearbeitung: J. Altemark (35); H. Bachmann (29, 44); F. Biebl (53, 
61); E. Born (50, 59), H. Bräutigam (20, 56, 57); C. Bresgen (26, 42, 


F 1825 





62); H. Fleischer (5, 14); G. Frotscher (1, 2, 6, 7, 16, 18, 25, 27, 28, 29, 
31, 41, 47, 52, 58); H. Haag (33, 46); W. Hanft (17, 43); H. Knörlein 
(37); K. Lischewski (19, 60); H. Majewski (8, 9, 34, 49); H. G. Oertel 
(24); E. Rabsch (10, 22); W. Rein (3); G. Schlüter (54); A. Schönstedt 
(45); H. Spitta (11, 12, 15, 21, 23, 30, 36, 38, 39, 40, 48, 55). 

Lexikon der J uden in der Musik. Besprechung ("Mi) uV" VI/4, April 
1943. S. 68-69). 

Zitat: 

"(...) Kaum einer der landläufigen Schlager ist nicht jüdischen 
Ursprungs; und unter diesen das Gift der Zersetzung in weiteste Kreise 
des Volkes tragenden Machwerken finden sich manche, die noch bis zu 
unseren Tagen nicht vergessen sind. Eine kleine Blütenlese mag das 
Ausmaß der jüdischen Infizierung andeuten: >Trink, trink, Brüderlein, 
trink< (Paul Bendix), >Küssen ist keine Sünd< (Edmund Eysler), 
>Brüderlein fein< (Leo Fall), "Was machst du mit dem Knie, lieber Hans?< 
und >Wo sind deine Haare, August?< (Richard Fall), >Wer wird denn 
weinen, wenn man auseinandergeht< (Hugo Hirsch), >Komm, kleine 
Maus, in meine Falle< (Felix Hirschberg), >Ich bin von Kopf bis Fuß auf 
Liebe eingestellt< (Friedrich Hollaender), >Wenn du meine Tante siehst< 
(Rudolf Lewysohn), >In Rixdorf ist Musike< (Eugen Philipp), >Wiener 
Fiakerlied< (Gustav Pick), >Haben Sie nicht den kleinen Cohn gesehn?< 
(Ludwig Renner und Emil Rosendorff), >Das haben die Mädchen so 
gerne< und >Puppchen, du bist mein Augenstern< (Max Winterfeld, 
genannt Jean Gilbert), >Am Rüdesheimer Schloß steht eine Linde< (Erich 
Ziegler); und so könnte noch eine große Reihe von ähnlich schönen Titeln 
benannt werden. (...)" (S. 68-69). 

Karl Blessinger: Mendelssohn-Meyerbeer-Mahler. Besprechung 
("Mi) uV" VI/4, April 1943. S. 69). 
Zitat: 

"(...) Durch Mendelssohn und seine Epoche wird das arische 
Kulturgut in Einzelteile aufgelöst, die nur noch formal zusammenhängen; 
durch Meyerbeer und seinen Kreis werden Bestandteile von 
verschiedenartiger Herkunft zu einem bunten Flickwerke 
zusammengesetzt; durch Mahler und seine Propheten werden 
talmudistische Rabulistik und magischer Zauber als höchste Erfüllung 
arischer Weltschau hingestellt. So treten in diesen dreien die Typen des 
Assimilationsjuden, des skrupellosen Geschäftsjuden und des fanatischen 
ostjüdischen Rabbiners hervor. (...)" (S. 69). 

Musik in Gefahr (W. Trienes). Besprechung ("Mi) uV" VI/4, April 1943. 
S. 69). 
*19. April 1943: 

"Im Hermann Göring-Heim der Hitler-Jugend Zschornewitz (Kreis 
Bitterfeld) wurde am Vortage des Geburtstages des Führers eine Orgel 
geweiht. Sie ist nach den Plänen Gotthold Frotschers von G. 
Steinmann, Vlotho-Wehrendorf, erbaut worden und hat folgende 
Disposition: 

Manual I: 1. Quintadena 16' 
2. Prinzipal 8' 


e 1826 





. Holzflöte 8' 
. Oktave 4' 
. Rohrflöte 4' 
. Kleinoktave 2 
. Sesquialtera zweifach 
. Mixtur dreifach 
. Trompete 8' 
Manual Il: 1. Gedackt 8' 
. Prinzipal 4' 
. Blockflöte 4' 
. Schwiegel 2' 
. Sifflöte 1 173' 
. Zimbel zweifach 
. Krummhorn 8' 
Pedal: 1. Subbaß 16' 
2. Prinzipal 8' 
3. Nachthorn 4' 
4. Mixtur dreifach 
5. Posaune 16'" (Orgelweihe im Hitler-) ugend-Heim 
Zschornewitz. "MiJ) uV" VII/2, Februar 1944. S. 30). 


vo UI PP W 


SNSNOAURWDMN 


1944 
Wir Mädel singen. Hgb. i. A. der Reichsjugendführung, zus. mit Traute 
Standfuß und W. Stumme (1944) [K]. 
Ostdeutsche Bauerntänze. Für Violine, Flöte, Bratsche und Violoncello: 
G. Frotscher. 
In: 
RJ FF, Musikblätter der HJ) 595 (1944). 
Aus der Arbeit der Orgel-Arbeitsgemeinschaft ("Mij) uV" VIl/2, 
Februar 1944. S. 32-33). 
Zitat: 

"In Feierräumen der Partei und der Hitler-J ugend, in 
Jugendmusikschulen, Adolf-Hitler-Schulen und Sälen der Deutschen 
Arbeitsfront sind eine Reihe parteieigener Orgeln erstellt worden. Für eine 
große Zahl weiterer Orgelbauten liegen die Pläne fertig vor. Über den 
Bereich der parteieigenen Orgeln hinaus steht die Orgel- 
Arbeitsgemeinschaft in enger Arbeitsverbindung mit allen nichtkirchlichen 
Stellen, die Orgelbauten vorbereiten und durchführen, mit 
Stadtverwaltungen, Musikschulen, Oberschulen, Nationalpolitischen 
Erziehungsanstalten, Lehrerbildungsanstalten, Theatern usw., deren 
Orgeln auch für nationalsozialistische Feiern benutzt werden können. 

(...) In den Gauen, Kreisen und Ortsgruppen, Gebieten und Bannen 
sowie bei Reichsveranstaltungen wird die Orgel nach Maßgabe der 
vorhandenen Möglichkeiten bei der Feier weitgehend eingesetzt. 
Schwierigkeiten, die zur Zeit nicht zu beheben sind, liegen darin, daß noch 
nicht annähernd genug Orgeln in Feierräumen vorhanden sind. Manche 
der in Konzertsälen und Schulen stehenden, für die Feiergestaltung 
herangezogenen Instrumente entsprechen zudem nicht dem Klangideal 


F 1827 





der Feiermusik. 

Trotz allen kriegsbedingten Hemmungen wird die Orgelarbeit 
fortgeführt. Sie kann sich zur Zeit nicht voll auswirken und muß mehr im 
verborgenen bleiben, als ihren Trägern erwünscht ist. Damit gibt sie aber 
nichts auf von ihren Zielen und Aufgaben, einer Erneuerung der Orgel und 
ihrer Musik zuzustreben und der >Königin der Instrumente< im 
politischen Gemeinschaftsleben die Stelle erobern zu helfen, die ihr 
zukommt als Instrument für die Gemeinschaft des gesamten deutschen 
Volkes" (S. 32-33). 


Erinnerung, etwas vergeßlich, 1964: 

"Nach der >Machtübernahme< der Nationalsozialisten beanspruchte 
die von der >Partei< geförderte sogenannte >Glaubensbewegung< der 
>Deutschen Christen< die Entscheidung auch in grundlegenden und 
speziellen Fragen des Orgelbaues. 1933 erschien eine Aufsehen erregende 
und Verwirrung stiftende Broschüre >Kirchenmusik im Ill. Reich< von 
Hans-Georg Görner, der mit dem einflußreichen Berliner Propst - dessen 
Namen ich vergessen habe - eng zusammenarbeitete und sich auf die 
Unterstützung der höchsten kirchlichen und staatlichen Stellen berufen 
durfte. Die Tendenz dieses Pamphlets ging dahin, die Orgel müsse auf das 
>Gefühl< des Publikums wirken, man solle auf ihr >stimmungsvolle< 
Musik bis hin zu Ases Tod spielen, und das Studium der Barockorgel sei als 
Historismus abzulehnen. Diese völlig absurden Thesen machten auf 
Theologen, Gemeindevertreter usw. erheblichen Eindruck; leider suchten 
auch einige angebliche Sachverständige nun ihre Konstruktionen 
anzubieten, an erster Stelle der Berliner Organist Hans Luedtke mit 
seinem >Oskalyd<, einem Vorläufer der Kinoorgel. 

(...) Offene und mehr oder weniger versteckte Proteste gegen diese 
Säkularisierungsideen, die hier gewissermaßen geschichtlich getarnt 
werden sollten, veranlaßten mich, auf Grund meiner zweibändigen 
>Geschichte des Orgelspiels und der Orgelkomposition< unter 
entwicklungsgeschichtlichem Aspekt solchen >Irrlehrern< 
entgegenzutreten. Bei verschiedenen Gelegenheiten wies ich in Wort und 
Schrift daraufhin, daß es weder eine geistliche noch eine weltliche Orgel 
geben darf, sondern nur ein Instrument, dessen Einzelausführung sich 
jeweils nach der akustischen Beschaffenheit des Raumes sowie nach 
übergeordneten Gesetzen des Orgelbaues richten soll, wobei alle 
außerlichen Effekte ausgeschaltet werden sollten. 

(...) InJugendmusikschulen und Heimen standen - soviel ich weiß - 
bis 1944 nur drei Orgeln, und zwar zwei in Braunschweig und eine in 
Zschornewitz. Weitere Pläne mußten seit dem Ausbruch des sogenannten 
>Totalen Krieges< aufgegeben werden" (Gotthold Frotscher an Fred K. 
Prieberg, 9/1V/64). 


Geschichtsfälschung, 1994: 

Gotthold Frotscher fehlt in Siegmund Helms/ Reinhard Schneider/ 
Rudolf Weber (Hgb.): Neues Lexikon der Musikpädagogik. Personenteil 
(Kassel, 1994). 


e 1828 





Haben die Herausgeber etwa Parteigenossen weggelassen? 
Information: DNML, DML, FA, MM2 (Geburtsort: bei Narsdorf, Sa.), 
KDMK (ohne die oben genannten Werktitel), RML, LdCh, SML, MGG. 


Früh am Morgen steigen Krieger bergauf, bergab. 1915 an der 
Arras-Front im Reserve-IR 55 entstanden. 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 
"Mancher Kamrad ist gefallen 
wohl vor dem Feind. 
Wollte siegen oder sterben, 
um die Briten zu verderben. 
Daß dem Vaterland es wohl ergeh, 
so kämpfen sie alle bei La Basse&e. 


Lebt denn wohl, ihr Briten alle, 
und denkt an uns! 
Sollen wir euch noch eins schenken, 
so nehmt dieses zum Angedenken. 
Tief im Herzen tut es euch wohl weh, 
daß ihr geschlagen seid 

bei La Bassee". 

Der authentische Ortsname täuscht darüber hinweg, daß der 
deutsche Vormarsch u. a. bei La Bassee südwestlich von Lille zum Stehen 
kam, als er auf das nur fünf Divisionen zählende, jedoch vorzüglich 
ausgerüstete englische Expeditionskorps stieß, und in einen verlustreichen 
Jahrelangen Stellungskrieg überging; daß die Briten geschlagen seien, war 
Selbstbetrug. 

In: 

Siehst du im Osten das Morgenrot (1939); Volksliedsingen im Schulfunk 5 
(Juni 1940); Lied über Deutschland 3 (1940); Lied über Deutschland 
(?1941). 


Früh am Morgen, wenn die Sterne leuchten noch am Firmament 
(T: Wachtmeister d. R. Georg Thalhammer, 3./GAR 79). Kriegslied, zur 
Melodie der neuen Fassung "Fern bei Sedan", jedoch selbständiger 
Refrain. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Unsre Liebe gilt den Höhen, 
gilt dem deutschen Vaterland, 
dem wir treue Schildwacht stehen, 
schlicht im grauen Berggewand!" 
In: 
Soldatenliederbuch (41940). 


e 1829 





Frühauf, Carl (Karl) 

Berlin, 21. Dezember 1897 - Berlin, 27. Dezember 1958. 
Kapellmeister in Berlin, Chordirektor Bühnendienstleiter (Leiter des 
künstler. Betriebsbüros) zunächst an der Städt. Oper Berlin - nach dem 
am 12/111/33 entlassenen Rudolf Bing. 1934-44 am Dt. Opernhaus. 

Nach 1945 wieder an der Städt. Oper. 


NSDAP seit 1/V/33 - nach eigener Angabe 11/111/33 - Nr. 2.639.764. SA 
seit 5/V/33. 
Gruß an Braunau. Marsch für Harmoniemusik (1940; RS Böhmen, 
14/X11/40, "Gruß aus Braunau") [Afa]l. 
Pionierlied: Wir ebnen euch die Wege durch Sumpf und Stein und Sand! 
(T: Koch-Matzdorff). Kriegslied. 
Textprobe (3. Strophe): 

"Wir fürchten keine Festung 

und sei sie noch so stark, 

denn eine kräftge Ladung 

zerfetzt sie bis ins Mark". 
In: 
Volksliedsingen im Schulfunk 15 (Oktober 1940); Singende Front (21941). 
Flaggenparade. Marsch für Fliegermusik/ Infanteriemusik (1943), [AV]. 

Information: DBJ 1959 S. 56, Nachruf, nennt das Geburtdatum 

12/X1I/97. 


Früh bei dem ersten Sonnenstrahl. Soldatenlied. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Fruh, fruh, des Morgens fruh hab ich schon keine Rast noch Run. 
J üngeres Volkslied - Jagdlied - aus Franken und dem Schwarzwald 
In: 
Wir wollen singen (1933); Schwäbisches Liederbuch (*1938); Deutsche 
Lieder (1940); RJF, Liederblatt der HJ) 93/94 (1940); RJF, Musikblätter der 
HJ) 93/94 a (1940). 


Früh, früh, des Morgens früh, als ich vom Schlaf erwacht. 
Fränkisch, aus Ankenbrand: Fränkische Volkslieder". Titel: Jägerlied. 
In: 

Singkamerad, Anhang Mainfranken (1937). 


Frühjahrs Anfang = Jetzt fängt das schöne Frühjahr an 


Frühling in der Rhön = Aus einer Ziege werden zwei 


e 1830 





Frühling, o goldne Zeit! (T: H. B. von Told). "Lied einer 
Gebirgsjägerkompanie". Titel: Der letzte Gruß. 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Frühlingsfahrt = Glück auf, Glück auf zur Frühlingsfahrt 


Frühlingsgruß an das Vaterland siehe: Bernhard Klein 


Frühmorgens, als der Tag anbrach. Soldatenlied. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Frühmorgens um halb vier weckt uns der Unteroffizier. 
Soldatenscherzlied, onA, Textpasticcio aus mehreren anderen Titeln. Titel: 
Liesa, Liesa. 

Vgl. H. Bajer, "Lisa". 

In: 

Stahlhelm- und Vaterlands-Lieder (1934; nur T); Was die SA singt (1935; 
nur T); Soldaten-Liederbuch (1936); Der Kilometerstein (°71937; onA, 
parodistische Textversion). 


Frühmorgens, wenn das Waldhorn schallt. Soldatenlied. 
In: 
Soldatenlieder (1934). 


Frühmorgens, wenn die Hähne krähn siehe: F. Glessmer 


Früh, wann die Hähne krähn, die Sternlein schwinden (T: E. 
Mörike, "Das verlassene Mägdlein"). Volksmelodie. Vertont auch von Hugo 
Wolf. 

In: 
Singkamerad (31935, 81937); Unsere Lieder (71938). 


Früh, wenn der Bock schreit. Kinderlied. 
In: 
Klingend Erbe (1941). 


F 1831 





Früh wenn die Sonn über Berggipfel steigt. 
In: 
Lied über Deutschland 3 (1940). 


Frundsberg ruft! (T: Walter Cramm), zu einer Melodie um 1525. 
In: 
Kamerad sing mit (21942). 


Fryberg, Mart 
Posen, 18. Januar 1890 - ? 
Zunächst als Martin Friedeberg Komponist in Berlin. 
Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 
Er emigrierte und war 1934-35 in der Tschechoslowakei, 1936 in 
Italien, seit 1939 in den USA, Komponist in New York. 
Information: KDMK. 


Frysch, Rudolf 
Gelegenheitskomponist in Striegau. 


SA-Mann im Sturm 6/37. 
Männer schmieden die Taten, stehn zur Fahne in Not (T: Max 
Rolke). SA-Lied (1933) [ZVNSDAP]. 
Textprobe (2. Strophe): 

"Reißt aus der Scheide die Schwerter, 
fluchet irdischem Tand! 
Schafft der Sehnsucht der Väter 
heiliges freies Heimatland! 
Deutschland, Vaterland, 
du bist unsre Pflicht! 
Wir sind deine Mannen, 
du bist heilig Licht!" 

In: 

SA-Liederbuch (21939). 


Fuchs (- Busch), Arno 

Dresden, 1. August 1909 - Esslingen, 10. November 1989. 
Dr. phil. Erlangen 1935 (Die Musikdarstellungen am Sebaldusgrab Peter 
Vischers), Musikpädagoge und Musikforscher, zunächst Organist und 
Kantor in Dresden; 1935-36 Studienassessor in Leipzig, auch 
Musikreferent der "Neuen Leipziger Zeitung", 1936 Lehrer am Colegio 
Alemän in Mexico D.F., hier Musikkritiker der Deutschen Zeitung, auch 
künstler. Leiter der Sendungen der Deutschen Volksgemeinschaft Mexiko 
an verschiedenen mexikan. Rundfunkstationen. 


e 1832 





1949 Begründer und als Professor bis 1956 Leiter der Musik-Abt. an 
der Escuela de Graduados der Universidad Nacional Autonoma de Mexico, 
ab 1952 auch Kantor und Organist an einer lutherischen Kirche der 
Hauptstadt; er kam 1956 nach Hamburg, war 1957-64 in Herrenalb und 
bis 1971 in Stuttgart im Schuldienst, zuletzt Realoberlehrer, 
danach i. R. in Esslingen. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.457.398. NSLB. Musikreferent der NSDAP und 
des NSLB, Landesgruppe Mexiko. 

Nationalsozialismus und Kunst. Vortrag (Georgenthal, 1936, im 
Schulungslager des DSB). 
Juli 1936, Rezension: 

"(...) Fuchs wies nach, daß die vorhergehenden Revolutionen gar 
keinen Erfolg haben konnten, daß aber die deutsche Revolution etwas 
ganz anderes bedeute, da sie Sache des Volksganzen, Sache des Blutes 
war. Und deshalb darf sie nicht zerbrechen; >denn über uns steht 
mahnend das Blut von zwei Millionen unserer Väter und Brüder, die 
draußen an allen Fronten der Erde liegen; über uns steht mahnend das 
Blut der Kameraden, die im Braunhemd ihr Leben gaben für die deutsche 
Seele<. Sein Vortrag (...) begann mit einem Gedenken an Hans Schemm" 
(Max Steege: Das Schulungslager des deutschen Sängerbundes in 
Georgenthal. "ZfM" CI1l/7, Juli 1936. S. 868). 

Information: FA (Nachtrag), KDMK, RML, MGGS. 


Fuchs, Fritz 
Altenburg, 17. November 1883 - Riesa (DDR), 22. Oktober 1963. 
Komponist in Dessau. 
Nach 1945 weiterhin in Dessau, hier Musikvertreter, seit 1953 i. R. 
in Riesa. 
Werke: u. a. Stimmungslieder, so "Heut woll'n wir mal fröhlich sein" oder 
"Du bist für mich der Sonnenschein". 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Op. 16. Siegen oder sterben. Traditionsmarsch unserer Soldaten im 
Westen. Marsch des IR 26, für SalonOrch/ Harmoniemusik/ Klavier mit 
Text (1939) [SV]. 

Angezeigt in "Die Unterhaltungsmusik" Nr. 2815 vom 29/XI/39 als 
"Marsch aus dem Weltkrieg 1914/18 mit Worten unerschütterlichen 
Siegeswillens". 

Information: Fehlt im DMK 1942. Das Bürgeramt Dessau (6/X/98) 
stellte für diese und vier weitere "Archiv-Auskünfte", obwohl die zu Fuchs 
ungenau war und mehr nicht erteilt werden konnten, 80 DM in Rechnung; 
der Antrag auf Aussetzung der Gebühr nebst Widerspruch blieb - gegen 
Verwaltungsrecht - unbeschieden. Aus Rechtsgründen verbot sich die 
Zahlung. 


e 1833 





Fuchs, Fritz (Gottfried Hubert) 
Köln, 27. Juni 1902 - Düsseldorf, 23. Januar 1993. 
Chorsänger (Tenor), seit 1928 am Stadttheater Düsseldorf. 
Nach 1945 weiterhin am Düsseldorfer Opernhaus, zuletzt i. R. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.762.572. 


Fuchs, Karl 
Musiker in Salzburg. 


HJ -Obergefolgschaftsführer. 

Bearbeitung und Einstudierung der Sprechkantate Die Trommel 
schlug zum Streite (Texte: H. Johst, G. von Le Fort, W. Vesper, A. 
Petzold, Thoma, Schlösser, K. Bröger u. a.), für 5stimmigen Chor und 
Einzelsprecher. Orgel-Überleitungen: G. Wimberger (Salzburg, *24/1/40, 
im Festspielhaus, *24/1/41). 

Information: Die Magistratsdirektion, Archiv der Zentralverwaltung, 
Salzburg (13/VII/99), konnte zu Fuchs keine Angaben machen. 


Fuchs, Nelly 
Chemnitz, 14. Juli 1891 - verschollen nach NS-Aktion. 
Sängerin, Lehrerin an der Merianschule in Frankfurt a. M., 1933 aus dem 
Schuldienst entfernt. 
Während des Krieges zwecks "Endlösung der Judenfrage" in den 
Osten deportiert. 


Fuchs, du hast die Gans gestohlen, gib sie wieder her. 
Volksweise, Kinderlied. Titel: Der Gänsedieb. 
In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); Lieder für die 
Grundschule (1938); Singkamerad, Anhang München (1939). 


Fucik, Julius 
1872 - 1916 


Immer vorwärts. Marsch (1933) [PB]. 

Fanfarenklänge. Marsch (Orag, 25/111/33; SWF, 21/VI11/33, FunkOrch, 
Dgt. R. Merten). 

Op. 68. Einzug der Gladiatoren. Marsch (u. a. am 7/XI1/34 vom 
Reichswehrministerium dem Dt. Konsulat in Curityba empfohlen). Für 
Harmonie- oder Blechmusik/ Fliegermusik mit SaxStn.: Gustav Erbs 1941 
[HW]. 


e 1834 





In: 

[Sc] Das goldene Marschbuch (1933). 

Op. 72. Triglav-Marsch. Für Harmonie- oder Blechmusik/ Fliegermusik 
mit SaxStn.: G. Erbs 1941 [HW]. 

Der Marsch feiert den höchsten Berg der slowenischen Landschaft 
Krain, 2864 m hoch, an dem der Isonzo entspringt; das Gebiet war im 
Wk. Iab 1915 blutig umkämpft. 

Furchtlos und treu. Marsch (RS Hamburg, 29/V/38). 

Florentiner Marsch (BR, 18/X1/33; RS Breslau, *20/1V/34, Schles. 
GausinfonieOrch, Dgt. Mundry; RS München, *30/1/35; RS Köln, 
*19/1V/39). 

Regimentskinder. Marsch. Fassung: H. Steinkopf. 

Tondokument - vom 14/V11/40 - im DRA: B003159754, 
BO03148332. 

Husarenvedette. Marsch. 
Tondokument - vom 14/11/42 - im DRA: B003122634, BO03148517. 
Deutschmeistermarsch (u. a. Reichsprogramm aus Berlin, *12/X1/44, 

Wiener SymphonieOrch, Dgt. Max Schönherr). 


Fues (Fuess), Karl Peter 


Musiker und Komponist in Hanau, als Cellist ausgebildet 1905-13 an der 
Hanauer Musikakademie. 


Hitler ruft!: Hitler ruft, und sein braunes Heer (eigener T). Kampflied der 
Nationalsozialisten, für Gesang und Klavier (1934) [Sa]. 

Information: Im Stadtarchiv Hanau (1983) fehlt jede weitere 
Information zu Karl Peter Fues. 


Führerlied = Gottgesandt führest Du das deutsche Volk empor 


Führe! Wir folgen, schwörn wir am schwarzen Schaft. HJ-Lied, 
onA. 
Textprobe (3. und 4. Strophe). 
"Wir wollen bauen 
mit Fäusten unser Land. 
Führe! Wir vertrauen, 
kämpfen unbekannt. 


Wenn alle weichen, 
wenn alles um uns bricht, 
unser Siegeszeichen 
steht und wanket nicht". 
In: 
J ungenlieder (1937). 


e 1835 





Fuhrmann hebt sich früh vor Tag. Kinderlied. 
In: 
Klingend Erbe (1941). 


Fuhrmannslied = Es gibt kein schönres Leben 


Fuhrmann und Fährmann = Was macht der Fuhrmann? 


Fuhrmeister, Fritz 
Westdorf bei Aschersleben, 19. Juli 1862 - Berlin, 1937. 
Sohn eines Gastwirts; Schüler u. a. von F. Liszt, Pianist, Chordirigent, 
Begleiter und Komponist in Berlin-Charlottenburg. 
Werke: "Auf Posten", Singspiel; Kammermusik und Klavierstücke; Lieder, 
u. a. aus dem Wk. I "Und Feldgrau ist Trumpf: Deutsche Männer und 
deutsche Frauen" (T: Otto von Huth). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Hab Sonne im Herzen, ob's stürmt oder schneit (T: C. Flaischlen, 
1895). 
In: 
Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933. 41934; nur T, Melodie 
onA); Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); Mein 
Deutschland (1936, 1938). 
Deutsche Kriegsinvaliden: Ein Zeichen uns am Kragen glänzt (T: K. H. 
Brinkmann), für Gesang und Klavier (1935). Titel auch "Deutsche NSKDD- 
Kameraden" [Max Meusel, Berlin-Neukölln]. 

Information: DML, FA. 


Fuhsel, Johannes 
Houverath/ Kreis Rheinbach, 15. März 1880 - Berlin, ? 

Sohn eines Gärtners und Tagelöhners; nach vierjähriger Musiklehre 1918 
Musikleiter im Füsilier-Btl. Königin Elisabeth/ Garde-Grenadier-Rgt 3, 
zuletzt Vizefeldwebel und Musikleiter der Schloßgardekompanie in Berlin, 
1919 vorübergehend noch Musikleiter der Regimentsmusik des IR 91, 
demobilisiert und 1920-28 Bankgehilfe. Später Kapellmeister in Berlin- 
Charlottenburg. 

Nach 1945 in Charlottenburg 4, Roscherstr. 3. 


NSDAP seit 1/11/29, Nr. 112.757, zuvor bis 1927 der Deutschvölkischen 
Freiheitspartei. SA seit 1/11/28; 1932 Standartenführer, nach der 
Machtübernahme Musikinspizient der Obersten SA-Führung, 1938 
Oberführer und Musikreferent beim Stab der SA-Gruppe Berlin- 
Brandenburg, auch der SA-Gruppe Ostmark und MZF der SA-Standarte 1 
"Eberhard Maikowski", Brigade 29, mit regelmäßigen Auftritten bei 


e 1836 





Kundgebungen Hitlers und den RPT schon 1929 und zumal ab 1933. 
4. August 1929: 

In Anerkennung seiner Leistung bei der musikal. Durchführung des 
RPT 1929 in Nürnberg erhält Fuhsel ein Bild Hitlers mit eigenhändigem 
Namenszug. 

*29. November 1930: 

Fuhsel bringt Dr. Goebbels ein Geburtstagsständchen im Sportpalast 
zu Berlin als UA Parduns "Volk ans Gewehr", ferner im Stadion Berlin- 
Grunewald Hanfstaengls Marsch "Deutscher Föhn" (UA). 

1933: 

(1) 

Fuhsel leitet die Kapelle der Obersten SA-Führung Ost in der 
Funkaufnahme des Horst-Wessel-Marsches von H. Bajer. 

Tondokument im DRA: 1570012-16. 

(2) 

Fuhsel spielt mit seiner Kapelle für das Etikett "NS-Schallplatten- 
Industrie" u. a. folgende Titel - Bestellnummer in Klammern - auf 
Schallplatte ein: 

Pardun, "Volk ans Gewehr". - Zwei Kampfmärsche Friedrichs des 
Großen (2001/2001 A). 

SA-Lieder- Potpourri, 1. und 2. Teil (2002/2002 A). 

"In dem Kampfe um die Heimat", SA-Lied (2003). 

"Kameraden laßt erschallen, SA-Lied. - Auf, auf zum Kampf, SA-Lied 
(2004/2004 A). 

Großer Zapfenstreich der Armee, 1. und 2. Teil (2005/2005 A). 

"Es pfeift von allen Dächern", SA-Lied zum Mitsingen. - T. R. 
Leuschner: Mein Regiment, mein Vaterland. Marsch (2006/2006 A). 

Deutscher Präsentiermarsch von König Friedrich Wilhelm III. - Ein- 
und Ausmarsch der Fahnen mit Deutschland-Hymne (2007/2007 A). 

"Herbei zum Kampf, ihr Knechte der Maschinen", SA-Lied. - Otto 
Rathke: Neuer Preußenmarsch (2008/2008 A). 

Henrion: "Hie guet Brandenburg allewege", Fanfarenmarsch. - 
Piefke: "Preußens Gloria", Marsch (2009/2009 A). 

"Heraus zum Kampf", SA-Lied (2010 A). 

Rolf Herzog, "Nächtliche Heerschau", Tongemälde, 1. und 2. Teil 
(2015/2015 A). 

Präsentiermarsch Friedrich Wilhelm Ill. (2032 A). 

Becce-Knorr: "Unsere Zeit ist endlich gekommen" aus "Der Rebell", 
Gesang W. Hesse - Yorkscher Marsch (Armee-Marsch) (2038/2038 A). 

Da zum 15/IX/33 eine Anordnung des Stellvertreters des Führers 
über das Verbot des Mißbrauchs nationaler Symbole in Kraft trat, hörte 
die Produktion von hakenkreuzgeschmückten Schallplatten schlagartig 
auf; der Vertrieb versuchte, den Restbestand des Lagers mit 20 Prozent 
Sonderrabatt dennoch loszuwerden (Vgl. Keine Hakenkreuzplatten mehr! 
"Phonographische Zeitschrift" XXXIV/19, 1933. S. 501). 

(3) 

Fuhsel spielt mit der Stabskapelle der NSDAP Berlin-Brandenburg für 
das Etikett Patria des Nationalen Schallplatten-Dienstes den Titel "Brüder, 


e 1837 





formiert die Kolonnen" ein (Nr. 152). 
30. Juni 1933: 

Fuhsel leitet die Kapelle der Obersten SA-Führung Ost mit "Marsch 
der SA-Gruppe Mitte" und Marsch "Osaf von Pfeffer" (Schles. FSt., 
30/V1/33). 

1935, Selbstdarstellung: 

"Das die Aufmärsche und Kundgebungen in den Kampfjahren hohe 
Anforderungen an Opfern und Idealismus stellten, brauch nicht besonders 
hervorgehoben zu werden. Insbesondere hatte der Musikzug während der 
Verbotszeit sehr zu leiden. Wurde im weißen Hemd gespielt, gab es 
Strafanzeigen, und wurde in gleichmäßiger Mütze oder Kragenbinde 
gespielt, gab es auch Strafanzeigen durch die Systempolizei. Bei einer 
Haussuchung bei mir wurden meine sämtlichen Musikinstrumente und 
Noten beschlagnahmt. Bei der kurz darauffolgenden Sportpalast- 
Kundgebung in Berlin jedoch waren meine Männer zur großen Freude der 
Berliner Parteigenossenschaft bereits wieder mit anderwärts besorgten 
Instrumenten zur Stelle. 

Gelegentlich des 3. Märkertages in Berlin 1928 hatte der Musikzug 
große blutige Verluste durch einen kommunistischen Überfall zu beklagen" 
(Personalbericht von Fuhsel, 1935. Fehler im Original. Quelle: BA Bestand 
SA, Namensakte Fuhse!). 

8. August 1936: 

Fuhsel leitet die vereinigten Musikzüge I, II und Ill der SA-Brigade 
30 Berlin-West in einem Großkonzert der SA zur Olympiade. 

Der 1. Teil bietet Werke für StreichOrch, der 2. Teil solche für Bläser. 
*]. Mai 1937: 

Fuhsel leitet den MZ I der SA-Brigade 30 mit Blasmusik zum 
Nationalen Feiertag des deutschen Volkes: 1. Brase: "Große Zeit, neue 
Zeit". - 2. Kutsch: "Es geht ins Märkerland", Marsch. - 3. Suppe: 
Ouvertüre zu "Leichte Kavallerie". - 4. Oscheit: "Ruhmesklänge", Marsch. - 
5. Josef Strauß: "Dorfschwalben aus Österreich", Walzer. - 6. Zimmer: 
"Marsch der Kurbrandenburger". - 7. Stieberitz, "Fackeltanz". - 8. 
Blankenburg: "Kämpfend vorwärts", Marsch. - 9. Vollstedt: "Lustige 
Brüder", Walzer. - 10. Lincke: "Glühwürmchen-Idyll", Walzer. - 11. Küssel: 
"Soldaten- Kameraden", Marsch. - 12. Reckling: "Revue-Marsch". - 13. 
Scherzer: "Bayerischer Defiliermarsch". - 14. Lehmann: "Deutsche 
Helden", Marsch (DtldS/ RSdg, *1/V/37). 
dung). 

*9, November 1937: 

Der MZ der SA-Brigade 30, Dgt. J. Fuhsel, bietet ein Frühkonzert mit 
Liedern und Märschen der Bewegung (RS Berlin/ RSdg, *9/X1/37). 

*30. Januar 1938: 

Der MZ der SA-Standarte 1 Berlin, Dgt. J. Fuhsel, bietet ein "Großes 
Wecken" zum Tag der Machtübernahme: 1. Hermann Schmidt: "Volk ans 
Gewehr". - 2. E. Schumann: "Der Eiserne". - 3. Baumann: "Nur der 
Freiheit gehört unser Leben". - 4. Kutsch: "Es geht ins Märkerland". - 5. 
Robrecht: "Alle mit uns". - 6. Seidel: SA-Lieder-Potpourri. - 7. Lehmann: 
"Deutscher Kolonialmarsch". - 8. Kutsch. "Schlesiermarsch". - 9. 


e 1838 





Baumann: "Wir werden weiter marschieren" (RS Berlin/ RSdg, *30/1/38). 

Information: Laut Referat für Meldeangelegenheiten, Paß- und 
Ausweiswesen beim Polizeipräsidenten in Berlin (9/IV/84) als in Berlin 
gemeldet gewesen nicht zu ermitteln. Das für den Geburtsort zuständige 
Standesamt Bad Münstereifel (13/XII/99) vermerkt beim Geburtseintrag 
lediglich den Heiratseintrag Nr. 2231/1941 beim Standesamt Berlin- 
Charlottenburg. 


Fullges, Konrad 
Einsender in Berlin SO 16. 


Walter-Wagnitz-Marsch, im Juni 1933 dem RMVP angeboten (Quelle: 
BAR 55/ 1158). 

Der Titel feiert einen am 1. Januar 1933 in Berlin von Kommunisten 
ermordeten "Blutzeugen" der NS-Bewegung. 


Fülling, Eugen (Friedrich Wilhelm) 

Wald bei Solingen, 5. April 1909 - Frankfurt a. M., 20. April 1999. 
Militärmusiker. 1926-28 Pianist und Korrepetitor am Stadttheater 
Solingen; 1931 im Musikkorps des IR 13 Ludwigsburg, 1934-36 im 
Musikkorps des IR 55 Würzburg, dann bis 1938 an der Musikhochschule 
Berlin zur Musikmeisterausbildung. Ab 1/1V/38 MM und Leiter des 
Musikkorps des IR 54 Glogau, 1942 OMM. 

1946 Organisator des Musikkorps der Schutzpolizei in Frankfurt a. 
M. und dessen Leiter bis 1954 und wieder 1958-69. 1982 erhielt er das 
Bundesverdienstkreuz. Er setzte sich für das Spielmannswesen und die 
Blasmusik ein und leitete zahlreiche Dirigentenlehrgänge; seit 1978 war er 
Verbandsdirigent des Blasmusikverbandes Vorspessart. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Unter siegreichen Fahnen. Marsch (RS Köln, 28/111/40). 

Information: FA2, LdBl. Standesbeamtin Nitsch, Solingen (16/IV/98), 
verweigerte die Nennung des Todesdatums mit Hinweis auf das 
verfälschte PStG 8 61, also rechtswidrig, und verschwieg, daß Fülling 
noch lebte, hinderte so den Lexikographen grundgesetzwidrig an 
Ausübung von Arbeit und Beruf. Den Todesfall beurkundete das 
Standesamt Frankfurt-Mitte, Nr. 2470/1999. 


Füllkruß, Gottfried 
Lauenstein, 30. April 1881 - Braunschweig, 31. Mai 1956. 
Journalist und Musiker in Berlin-Frohnau, seit 1936 in Harburg- 
Wilhelmsburg, 1938 in Watenstedt über Wolfenbüttel, ab 1939 in 
Wolfenbüttel selbst. 
Nach 1945 zuletzt in Braunschweig i. R. 


e 1839 





NSDAP seit 1/X/30, Nr. 319.094. 
Kampfgenossen, schließt zusammen fest der Staffel schwarze Reih'n 
(T: Leo Preuschoff). SS-Lied (1934). 
Textprobe (2. Strophe): 
"Bauer, frei auf freier Erde 
sollst du ernten deutsches Brot 
und geschützt von scharfem Schwerte 
rauche deutscher Essen Schlot. 
Reicht die Hand euch, Kampfgenossen, 
Adolf Hitlers schwarze Schar 
tragt, zu Sieg und Tod entschlossen, 
sonnenwärts den deutschen Aar". 
In: 
NS-Volks-Liederbuch (21934). 
Mein Heimatland. Lied für Euphonium (RS Wien, *20/1V/38). 
Information: Laut Niedersächs. Staatsarchiv Wolfenbüttel (16/VII/97) 
verfüge es über keinen Hinweis zu Gottfried Füllkruß. 


Fünf Engelein haben gsungen. Fünf Engelein kommen gsprungen. 
Kinderlied aus dem Elsaß. 
In: 
Lobeda-Singeblatt 33 (1937); Klingend Erbe (1941). 


Fünfmal hunderttausend Mann, die zogen ins Manöver. Schalum, 
widebum. Soldatenlied, onA. 
In: 
Arbeitsdienst-Liederbuch (1934); Liederbuch der SA-Marine (1934; nur T). 


Fünfmalhunderttausend Teufel kamen einstens in die Welt (T: E. 
W. Oettinger). Scherzlied, onA. 
In: 
Lieder der Pommerschen SA (?1934); Lieder der SS Pommerns (1934; nur 
T). 


Fünf sind wir Mädchen lustig beim Heu. Volkslied aus Masuren. 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ) 25 a (1935); Lieder für die Landjugend 1 (1936). 


50 (Fünfzig) ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder 
(Anthologie) siehe: H. E. Denckler 


e 1840 





Funk 


Olympia-Marsch (RS Leipzig, 13/1/36). 
NSBO-Marsch (RS Leipzig, 13/1/36). 


Funk, Eduard 


Parademarsch der Nordmark (RS Breslau, 24/11/40). 


Funk, Franz 
Schifferstadt/ Pfalz, 22. November 1905 - Dumont, N. J. (USA), 12. 

Januar 1987. 
Unterhaltungspianist, Komponist und Arrangeur in Berlin, Hamburg und 
München. 1943 zur Wehrmacht einberufen, dann in britischer und US- 
Kriegsgefangenschaft, wo er ein Gefangenenorchester leitete. 

Seit 1951 in Dumont, New Jersey, USA. 
Werke: U-Musik, so Serenaden, Lieder und Tänze (Tangos, 
Schunkelwalzer, Foxtrotts). 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.018.627. 

Das Lied vom Flieger-Unteroffizier: Wann kommst du wieder, mein 
kleiner Flieger-Unteroffizier (T: Peter Holm), für Gesang und Klavier; für 
J azzOrch: G. Herzog (1940; RS Hamburg, 4/111/40), Akkordeon: L. 
Kletsch [PB, dann Arnold, Berlin]. 

Der blaue Peter: Heut gehts an Bord, heut gehts weit fort (T: Peter 
Holm). 

In: 

Blaujacken-Lieder (1941). 


Funk, Heinrich 

Meiningen, 23. Mai 1893 - Jena (DDR), 1. Oktober 1981. 
Sohn eines Buchhändlers; Musikpädagoge in Jena, Schüler von Willy 
Eickemeyer, M. Reger und E. Lendvai. Musiklehrer, Musikreferent, so der 
"Thüringer Gauzeitung" bis 1944, Organist der Dreifaltigkeitskirche 
Burgau, der Kirchen in Wingerta und Ammerbach, langjähriger Lehrer am 
Konservatorium Jena. 1951 Lehrer an der Volksmusikschule Jena, ab 1955 
freischaffend, auch als Musikkritiker. 
Werke: "Die Bärenritter", Posse nach J. Kerner und L. Uhland mit Musik 
(UA: Heilbronn, 3/111/43); Orchestervariationen, so über ein Thüringer 
Lied (1938), über eine finnische Volksweise (1938) und ein altdeutsches 
Liebeslied (1940); Romantische Variationen über ein eigenes Thema für 
Klavier und Orch (1939); Klavierstücke, viele Lieder und Chöre. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Information: DML, FA, LdCh, SML, MGGS. 


F 1841 





Funk, Wilhelm 


Trompeter im Sinfonieorchester des RS Köln; Wohnung (1942): Ewaldstr. 
8. 


NSDAP seit 1/111/33. Mitglied im TrK der SA-Reiterstandarte 71 Köln; 
Stand 1935: MZF der Flieger-Untergruppe 6 Köln, dann des RLB. 
Information: Das Amt für Statistik, Einwohnerwesen und 
Europaangelegenheiten der Stadt Köln (7/XII/99) konnte Funk nicht 
ermitteln. Das Historische Archiv des WDR (28/II/00) sandte Fehlanzeige. 


Funkensonntag-Lied = Nun treiben wir den Winter aus 


Funker im Bunker. Auf eine ungenannte Volksweise (DtldS/RS 
Berlin, 20/V/40). 

Der Titel ist irrtümlich im Rundfunkprogrammheft so angegeben. 
Urheber sind jedoch Hermann Seyfried (Musik) und Hptm. Kühner (Text). 
Vgl. H. Seyfried. 


Für den Führer voller Treue = Hunderttausend Herzen 
schlagen für das Reich 


Für frohe Stunden. Sammlung neuer volkstümlicher 
Kompositionen, für Blasmusik spielbar in kleinster Besetzung. 3. Folge 
(1936) [Ak]. 

Inhalt: 
1. H. Niel: Mein schönes Fuldatal. Marsch. - 2. W. Lenz: Uns geht die 
Sonne nicht unter (Wilde Gesellen). Marsch. 


Für Jeden etwas (Anthologie) siehe: Alfred Schröter 


Für jeden, der als Freiheitspfand (T: H. Anacker). NS-Kampflied. 
Titel: Uber Gräber vorwärts. 
Mehrfach vertont, so von F. Büchtger, C. Ehrenberg, H. Gansser. 


Für Kamrad war in Polen schon lang nichts mehr zu holen. 
Polenfeindliches Spottlied, Variante von "Dobsche, dobsche trala". "1914 
in Rußland von Kameraden oft gehört. Aufzeichnung: Dr. Joh. Koepp". 
Vgl. Dobsche, dobsche trala. 

Textprobe (5. Strophe): 

"Die Katz, die hat vier Beiner, 
an jeder Ecke einer 


F 1842 





und hinten hat sich Schwanz, 
sonst wär sich Katz nicht ganz". 
In: 
Liederbuch der SA-Marine (1934; nur T). 


Für uns hat die Stunde geschlagen (T: H. F., Polen). Mündlich 
aus Polen überliefert, Komponist anonym, vielleicht mit dem Textautor 
identisch. Zuerst in: "Sing mit, Kamerad! Liederbuch der Deutschen in 
Polen". 

Textprobe (3. Strophe): 

"Und du, der du noch bist ferne, 

komm, Bruder, und reihe dich ein! 

Wie droben am Himmel die Sterne, 

so einig und groß wolln wir sein". 
In: 
RJF, Liederblatt der HJ 87/88 (1939); RJF, Musikblätter der HJ) 87/88 
(1940). 


Fürst, Georg 

Feuchtwangen, 23. März 1870 - München-Pasing, 5. Februar 1936. 
Sohn eines Stadtkapellmeisters; Militärmusiker, 1901 Stabshoboist/MM 
beim IR 5, Bamberg, 1911-19 OMM beim |./ IR 19, dann in München bei 
der Reichswehr im Schützenregiment Nr. 41, das später IR 19 wurde. Zum 
30/1V/35 ii. R. 
Werke: Militärische Festouvertüre; Lieder; vor allem Märsche, so "Sturm 
auf Saarburg", "König-Ludwig-IIl.-Marsch" (1914). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Badonviller Marsch = AM II, 256. Marsch des ehemaligen Kgl. 
Bayerischen Infanterie-Leibregiments (1914; Schles. FSt., 20/11/33; 
München, *24/11/33, bei der Kundgebung zum 14. Jahrestag der NSDAP- 
Gründung vor der Begrüßungsrede von Gauleiter Adolf Wagner; 
Fallingbostel, *16/1V/33, zur German. OÖsterfeier bei den Sieben 
Steinhäusern; BR, *20/1V/33; Mirag, 16/VI11/33, MZ der SA-Standarte 103 
Bautzen, Dgt. Paul Stiebitz; Norag, *13/VIll/33, Gausängertag Gau 
Hildesheim, Nordstemmen; SWF, 7/1X/33, KurOrch Bad Ems, Dgt. 
Konzertmeister Albert Nocke; RS Berlin, *20/1V/34; Nürnberg, 5/1X/34, 
zum Einmarsch der Fahnen bei Eröffnung des RPT; RS Köln, *20/1V/35; 
Berlin, *1/V/35, bei der Maifeier im Lustgarten; RS Frankfurt, *20/1V/36; 
RS Breslau/ RSdg "Das Antlitz der kämpfenden Mannschaft", *9/X1/36; 
Stuttgart, *5/1X/37, zur 5. Jahrestagung der AO der NSDAP). Oft 
fälschlich "Badenweiler" genannt [Sc]. Aufnahme u. a. NS-Schallplatten- 
Industrie Nr. 2032 (1933). 

Der Titel feiert das lothringische Dorf Badonviller im Departement 
Meurthe-et-Moselle, das die deutschen Angreifer - das Bayerische 
Infanterie-Leibregiment - am 12. August 1914 den zurückweichenden frz. 


e 1843 





Verteidigern abgewannen. 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 

Tondokument - von 1933, 1934, vom 23/1V/35, 1/V/35, 5/1X/37 - 
im DRA: 1890828-29, 1901002-07, 4205649-01, 1880777-08, 
1820111-29, 1820112-01. 

Ausführende: 1) MK der Leibstandarte AH, Dgt. H. Müller-John; 3) 
Das Dt. BlasOrch, Dgt. A. Engel; 4) ein gr. BlasOrch, Dgt. selbst 

Adaptionen: 

Parademarsch der SS-Leibstandarte "Adolf Hitler" in Berlin. 

Parademarsch der SA-Standarte 81 Frankfurt a. M. (Stand 1934). 
In: 

Der Spielmannszug | (1933); (Sc) Tritt gefaßt! I (1934). 
19. August 1933: 

Die "DMMZ" LV/33, S. 264-265, bringt den Aufsatz "Der 
>Badenweiler Marsch< - Hitlers Lieblingsmarsch" von Clemens Hering . 
Badenweiler Marsch-Lied: Vaterland, hör deiner Söhne Schwur (T: 
Oskar Sauer, Homburg), auf die Triomelodie des Badonviller Marsches. Für 
einstimmigen Massenchor mit Streich- bzw. BlasOrch/ Klavier, für MCh: 
O. Gerster (1933), A. Münnich und S. Hentzschel, auch für Zither (1938). 
Ferner als Singblatt [Sc]. 

Vom Verlag in der Musikpresse annonciert unter "Einstimmige 
Gemeinschafts-Chöre für Feiern des Volkes und andere festliche Anlässe". 

Textprobe: 

"(...) nimmer zurück, 
vorwarts den Blick, 
Herzen empor. 
Großer Gott, schirme die 
Heimatflur, 
segne das Volk, 
segne den Mann, 
den es erkor! 
Rein und stolz tönet in 
Süd und Nord 
deutscher Sang wieder 
und deutsches Wort. 
Waffen geweiht, 
friedensbereit, 
eilet zu Hauf! 
Flammendes Licht 
Wolken durchbricht, 
Sonne glüht auf! 
Glockenklang 
kündet des Reiches Ehr', 
Siegfrieds Geschlecht 
rang um sein Recht, 
machte sich frei! 
Hakenkreuz leuchtet 


F 1844 





vom Fels zum Meer. 
Brüder, ans Werk, 
dem Führer treu!" 
In: 
Neues Deutschland 1 (1933); HJ singt (1934); Deutsche Lieder für die 
Jugend (21935); Deutsche Jugend heraus (3. Folge, 1936; nur T, onA); 
Was Deutschland singt (1936; nur T, 0onA); Lieder für Schulfeiern 1 a 
(1936); Wir werden weitermarschieren (1936; nur T, onA); SS-Liederbuch 
(21937); Liederbuch der SA (91938); Soldaten-Liederbuch (1938); Siehst 
du im Osten das Morgenrot (1939). 
Fleury-Marsch. Für Klavier/ Orch (1933) [Sc]. 
Der Titel feiert ein Dorf im Dept. Ardennes unweit Sedan, wo Bayer. 
Infanterie im September 1870 gegen Frankreich kämpfte. 
Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 
Tondokument - vom 22/VI11/40 - im DRA: 1870683-08. 
Ausführende: MK des Wach-Btl. der LW Berlin, Dgt. StMM 
Teichmann. 
Isonzo-Marsch. Für Klavier/ Orch (1933; u. a. RS Frankfurt, 31/V/39, 
Werkkonzert des MK der FIHKdtr Wiesbaden, Dgt. Arnold Künzer) [Sc]. 
Der Titel feiert einen Zufluß der Adria, an dem Österreicher und 
Italiener im Wk. I 1915-1918 zwölf mörderische Schlachten 
gegeneinander austrugen. Dabei war auch das Bayer. Infanterie- 
Leibregiment eingesetzt. 
Unter Bayerns Rautenbanner. Fanfarenmarsch, für Klavier/ Orch 
(1933) [Sc]. 
General Ritter von Epp. Marsch (BR, 31/111/33, MZ der Leibstandarte, 
Dgt. Franz Pollak; BR 22/X/33, MZ der SA-Standarte R 16 "List", Dgt. Otto 
Baer; Mitteldt. Rundfunk, 22/11/34). 
Der Titel feiert Franz Xaver Ritter von Epp (1868-1946), General im 
Wk. I, 1919-20 Führer eines schwäbischen Freikorps, Mitglied des 
Reichstags für die NSDAP, 1933-45 Reichsstatthalter von Bayern und 
Leiter des Kolonialpolit. Amts der NSDAP, 1938 außerdem zum Chef des 
IR 61 ernannt... 
Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen 
Erhebung" empfohlen. 
In: 
Der Spielmannszug | (1933). 
Eherne Wehr. Marsch (BR, 9/V/33). 
Es pfeift von allen Dächern. Marsch über das Lied (Südfunk, 12/V/33). 
Festfanfaren (BR/ RSdg, *9/X1/33, MZ der SA-Standarte 16, Dgt. Otto 
Baer). 
Kemmel-Marsch (BR, 3/X11/33). 
Der Titel feiert eine Anhöhe südlich von Ypern in Belgien, die am 235. 
April 1918 von den Deutschen in mörderischem Kampf erobert und am 5. 
September von frz.-brit. Einheiten zurückgewonnen wurde. 
General Graf von Zech. Marsch (BR, 18/111/34). 


F 1845 





*20. April 1935: 

Wenige Tage vor dem Ruhestand reist Fürst mit seinem Musikkorps 
des IR 19 aus München nach Berlin an und leitet im Garten des 
Reichskanzlerpalais in Anwesenheit Hitlers eine Morgenmusik, die auch 
den Badenweiler Marsch bietet. Hitler überreicht ihm anschließend sein 
Bild im Silberrahmen mit eigenhändiger Widmung. 

15. Februar 1936: 

Unter dem Titel "Die Militärmusik betrauert den Heimgang eines 
großen Meisters. Abschied von Georg Fürst" bringt die "DMMZ" LVIII/7, S. 
1-3, einen Nachruf von Georg Kandler und gibt anschließend einen Artikel 
des "VB" Nr. 41 über die Trauerparade für OMM Fürst wieder. 
Präsentiermarsch (RS Frankfurt, *20/1V/36). 

General Freiherr von Kreß. Marsch (RS München, 2/V/37). 

Der Titel feiert Generaloberst Otto Freiherr Kreß von Kressenstein 
(1850-1929), 1910 kommand. General des III. Armeekorps, 1912-16 
bayerischer Kriegsminister. 

Oberst Wäger-Marsch (RS München, 16/1/38, MK des IR 42 
Regensburg, Dgt. Fritz Maas). 

Der Titel feiert den nachmaligen Generalleutnant Alfred Wäger, den 
Standortältesten der Garnison Regensburg, Er war General der Infanterie 
im Frankreichfeldzug und nahm am 1/VI/40 die Kapitulation von Lille an. 
17. Mai 1939, Monopol: 

"Auf Grund der Verordnung über die Polizeiverordnungen der 
Reichsminister vom 14. November 1938 (RGBl. I S. 1582) wird im 
Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern folgendes verordnet: 

s1 

Der Badenweiler Marsch darf nur bei Veranstaltungen, an denen der 
Führer teilnimmt, und nur in seiner Anwesenheit öffentlich gespielt 
werden. 

82 

Wer der Vorschrift des 8 1 vorsätzlich oder fahrlässig 
zuwiderhandelt, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Reichsmark, in besonders 
schweren Fällen mit Haft bis zu sechs Wochen bestraft. 

Berlin, 17. Mai 1939 
Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda 
Dr. Goebbels" ("AMdRMK VI/11, 
1/V1/39. S. 35). 

Die gleichlautende Bekanntmachung Peter Raabes in den "Amtlichen 
Mitteilungen" im Jahr zuvor hatte Hitlers Monopol nicht hinreichend 
gesichert; daher diese strafbewehrte Polizeiverordnung. 

Soldatenlust. Marsch (RS München, 27/V/39). 
Information: FA, LdBl. 


e 1846 





Furter, Theophil 
Suhr bei Aarau (Schweiz), 23. September 1871 - Thun, Kanton Bern 
(CH), 23. Juli 1954. 
Schweizer Komponist und Verleger von Blasmusik in Thun. 


Dem 12. Regiment. Marsch (RS München, 14/V111/39, aus Bad 
Neustadt). 


Furtwängler, Wilhelm 
Berlin, 25. Januar 1886 - Ebersteinburg bei Baden-Baden, 30. 

November 1954. 
Sohn eines Universitätsprofessors und Direktors der Glyptothek; Dr. phil. 
h. c. Heidelberg 1927, Dirigent. Leiter der Philharmon. Konzerte des BPhO 
bis Dezember 1934, dann wieder ab 1935 - nun ohne Vertrag. 1933 
aufgrund einer Bestellung aus dem Vorjahr Direktor der Berliner 
Staatsoper, 1939 auch der Wiener Philharmoniker. 1937 zum ordentl. 
Mitglied der Preuß. Akademie der Künste ernannt. Er brachte sich im 
Februar 1945, als die Gestapo zu ermitteln begann, in der Schweiz in 
Sicherheit. 

Seit Juni 1953 Ehrenpräsident des Dt. Musikrats. Letzter Wohnsitz in 
Clarens am Genfer See. 
Werke: u. a. 3 Sinfonien (1903, 1947, 1954); Tedeum für gemCh, Soli, 
Orch und Orgel (1910); Klavierkonzert H-moll (1937); Sonate D-moll für 
Violine und Klavier (1937). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 1933 Mitglied im Ehrenvorstand des Neuen Dt. 
Bühnen- und Filmklubs e.V.; Preuß. Staatsrat, Vizepräsident der RMK bis 
Dezember 1934. 1935 Reichskultursenator. 

Er nutzte seine guten Kontakte zu Dr. Goebbels und zeitweise auch 
zu Göring für mutige Aktionen zugunsten diskrimierter und bedrohter 
J uden in rund 100 heute sicher überlieferten Fällen von 1933-44, 
gelegentlich sogar lebensrettend. Sein naiver Plan, ab Sommer 1933 mit 
Hilfe jüdischer Gastsolisten den Antisemitismus des Regimes zu 
unterlaufen und zu sprengen, scheiterte, weil Yehudi Menuhin, Bronislaw 
Huberman u. a. nicht mehr im Reich auftreten mochten; doch konnte er, 
gegen den Widerstand von Goebbels, alle 1936 verbliebenen "nichtarisch 
belasteten" Musiker im BPhO bis Kriegsende halten, ab 1939 auch bei den 
Wiener Philharmonikern. 

Verschiedentlich - und manchmal nach Verständigung mit 
Emigranten - wendete er sich gegen kulturpolitische Maßnahmen von 
Partei und Regierung, so 1933 die "Abschaffung" Mendelssohns durch 
Göring, 1934-37 den Hindemith-Boykott durch Rosenberg, 1936-37 das 
"Kritikverbot" und 1938 die Reglementierung und Verwaltung der Musik 
durch Goebbels und seine Kulturkammergesetzgebung. 

Deckung für diese Auseinandersetzung verschafften ihm gezielte 
Konzessionen an das Regime, so die "Meistersinger"-Aufführung am 
Vorabend der RPT 1935 und 1938 in Nürnberg, eine weitere in der Wiener 


F 1847 





Staatsoper am *20/1V/38, laut Programmzettel anläßlich des 
"Geburtstags des Führers", und - allerdings unter Zwang - eine 
Aufführung der 9. Sinfonie Beethovens nach der Geburtstagshuldigung für 
Hitler durch Goebbels am *19/1V/42, wiederholte Drohung mit Emigration, 
aber vor allem sein taktisches Geschick im Umgang mit den Machthabern. 


1933 
21. Januar 1933: 

Das 5. Philharmon. Konzert Furtwänglers bietet u. a. die Suite Nr. 1 
von Strawinsky. 
7. Februar 1933: 

Furtwängler führt das BPhO auf eine Gastspielreise, die am 23. 
Februar endet und Münster, Dortmund, Brüssel, Antwerpen, London, 
Newcastle, Edinburgh, Manchester, Bristol, London, Den Haag, Bielefeld 
und Hannover berührt. 

"Antifaschistische" Demonstranten störten oder boykottierten die 
Konzerte in Brüssel, Antwerpen und Den Haag. 

9. Februar 1933, Verteidigung: 

"(...) Wenn nunmehr in Bayreuth behauptet wird, dass die Frau von 
Herrn Dr. Furtwängler eine J üdin sei, so grenzt dies ja fraglos an 
Böswilligkeit. Sie ist dänischer Abstammung und eine prononziert 
germanische schöne Erscheinung. Dass sie Dänin ist, wird man ihm 
hoffentlich nicht zum Vorwurf machen. Es könnte sonst doch sehr 
bedenklich werden, dass eine geborene Engländerin, wie es die Frau 
Winifred Wagner ist, ausgerechnet dazu berufen sein soll, die Hüterin 
deutschen Nationaltums zu sein. Wenn man sich sogar soweit versteigt, 
Herrn Dr. Furtwängler besondere Zuneigung zur jüdischen Rasse 
zuschreiben zu müssen, weil er eine jüdische Sekretärin haben soll, so 
glaube ich, dass man derartige Rädelsführer nicht mehr ganz ernst 
nehmen kann" (Albert Osthoff, Bankdirektor, an Ottmar Weber, Bayreuth, 
9/11/33. Quelle: NL Furtwängler). 

*12. März 1933: 

In der öffentlichen Generalprobe des 8. Philharmon. Konzerts ersetzt 
Furtwängler die abschließende "Tannhäuser"-Ouvertüre durch den 
Trauermarsch aus "Götterdämmerung". 

20. März 1933: 

"(...) Als Bruno Walter in Deutschland nicht mehr dirigieren durfte, 
eilten Rivalen genug herbei, um statt seiner das Orchester zu leiten, unter 
ihnen leider auch der am höchsten bewunderte Komponist der letzten 
Generationen. Ein anderer, gleichfalls berühmter Kapellmeister indessen, 
der aufgefordert wurde für Walter einzuspringen, hatte den Mut, zu 
telegrafieren: Ich bin nicht Richard Strauss. (...)" (Heinrich Mann: Der 
Haß. Deutsche Zeitgeschichte. Amsterdam, 1933. S. 180). 

Es handelte sich um das 4. Gastkonzert Walters mit dem BPhÖ in 
der Saison 1932/33 am 20/1II/33. Die Information Heinrich Manns ist im 
Prinzip richtig, jedoch erfolgte Furtwänglers Absage telefonisch und nicht 
telegrafisch. Da die Konzertagentur den Dirigenten vor Strauss fragte, gab 
es keinen Affront gegen diesen. Das fünfte Walter-Konzert fiel ganz aus. 


e 1848 





*21. März 1933: 

(1) 

Tag von Potsdam: 

"22. März 1933. Den Abschluß dieses Abends bildet eine 
berauschend schöne >Meistersinger<-Aufführung in der Lindenoper. Alles 
ist in Musik getaucht. Nun hat der strahlende >Wacht-auf!<-Chor wieder 
seinen Sinn erhalten" (Goebbels: "Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei". 
München, 1934. S. 286). 

(2) 

Von außen: 

"Unwille, daß Strauss das Bruno Walter entzogene Konzert 
übernommen hat. Furtwängler dirigiert die von der >Regierung< für den 
heutigen Jubeltag angeordneten >Meistersinger<. Lakaien" (Thomas 
Mann: Tagebücher 1933-1934. Frankfurt a. M., 1977. S. 15). 

Die für den 21. März in der Staatsoper angesetzte "Elektra" wurde 
verschoben, weil Goebbels aus politischen Gründen "Die Meistersinger" 
wollte. An diesem Tag hatte das Reich - gegen Thomas Manns Bedenken 
- formell durchaus noch eine durch demokratische Wahlen legitimierte, 
wenn auch vom Regierungschef schon in seinem Sinne vorsortierte 
Regierung mit sechs parteilosen Ministern, vier nationalsozialistischen, je 
einem von Zentrum und Deutschnationaler Volkspartei, jedoch keinen von 
SPD oder KPD. 

Die verschobene "Elektra" dirigierte Furtwängler am folgenden 
Abend - mit der jüdischen Sängerin Rose Pauly in der Titelrolle. 


22. März 1933, Ovationen: 

"Am Dienstagabend fand auf Anordnung der Reichsregierung in der 
Staatsoper Unter den Linden die Aufführung der >Meistersinger von 
Nürnberg< statt bei einer glänzenden Besetzung unter Leitung von 
Furtwängler (szenische Leitung Heinz Tietjen). Inder Ehrenloge sah 
man den Reichskanzler Adolf Hitler, den Reichsminister Hugenberg, 
die Reichsminister Frick, Göring, Eltz von Rübenach, den 
Staatssekretär von Bülow und andere mehr. Zum dritten Akt erschien 
auch Vizekanzler von Papen, Reichsarbeitsminister Seldte, 
Reichsjustizminister Dr. Gürtner. Sonst sah man sehr viele SA- und SS- 
Uniformen, viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, der Kunst, der 
Wissenschaft, der Politik. 

Bei der Ankunft der Minister und in der Pause wurden besonders 
dem Kanzler große Ovationen dargebracht. Vor dem Hause 
drängten sich die Massen, um der Abfahrt beizuwohnen. Nach dem 
eindrucksvollen Schlußakt entwickelten sich begeisterte Kundgebungen" 
(Ovationen in der Staatsoper. "Berliner Börsen-Zeitung" Nr. 137, 
22/111/33). 

27. März 1933: 

Das 9. Philharmon. Konzert Furtwänglers bietet A. Honeggers 

"Mouvement symphonique Nr. 3" (UA). 
1. April 1933: 
Furtwängler versucht, die von G. Havemann rabiat betriebene 


e 1849 





Gleichschaltung des Deutschen Konzertgeberbundes zu verhindern. 
3. April 1933, Information für Dr. Goebbels: 

(1) 

Mi) 

1.) Das Konzert-Publikum, zumal in Berlin, besteht aus etwa 40 % 
J uden oder ihnen nahestehenden Kreisen. Es ist durchaus eine offene 
Frage, ob dies Publikum, falls es ausgeschaltet würde, je wieder zu 
ersetzen sein wird. Die Juden haben ihren Anteil am deutschen 
Konzertleben seit dessen Bestehen (d. h. seit Ende des 18. Jahrhunderts.) 

Das Konzertleben ist durch die Wirtschaftskrise, durch Radio usw., in 
den letzten Jahren so geschwächt, dass alles, was im Bereich der 
Möglichkeit steht, geschehen muss, um es überhaupt am Leben zu 
erhalten. Dazu ist es nötig, dass speziell die J udenfrage zielbewust und 
mit eindeutigen, klaren Weisungen von oben behandelt werden muss, 
damit nicht, wie es jetzt allenthalben geschieht, den Guten, Tüchtigen, 
durch ihre Leistung Qualifizierten das Wirken unmöglich gemacht, den 
Strebern und schlechten Künstlern aber noch weiter erleichtert wird (Ich 
bin bereit, Ihnen mündlich diesen Satz eingehender zu erläutern.) 
Ueberhaupt muss die Bekämpfung der Juden m. E. nicht wahllos und 
blind, sondern zielbewusst und am richtigen Fleck ansetzen, wenn sie 
kulturell wirklich etwas nützen soll. Nicht übersehen darf man dabei die 
Wirkung auf das Ausland, die sich bereits jetzt durch die gemachten Fehler 
in negativstem Sinne bemerkbar macht. So erhalte ich heute einen Brief 
aus Strassburg, wo man das Konzert des Philharmonischen Orchesters 
unter meiner Leitung, das dort außerordentlich erwartet und begrüßt 
wurde, mit Rücksicht auf die gegenwärtige Stimmung der Öffentlichkeit 
absagt. Ich erwarte ähnliche Absagen aus Paris und der Schweiz (...). 

Dies war eine Warnung vor rassistischer Barbarei; falls der Minister 
sie üverhaupt verstand, hatte er jedoch keine Macht, die Politik Hitlers 
gegen Rosenberg zu entschärfen. 


Wie ich höre, sind von seiten des Kampfbundes Bestrebungen im 
Gange, die Konzertvermittlung zu verstaatlichen oder zu monopolisieren. 
Ich warne auf das Dringendste vor jeglicher Monopolisierung, die immer 
eine Unterbindung des freien Wettbewerbs und eine Unterstützung der 
Unfähigkeit bedeutet, und ich bitte, falls solche Bestrebungen von der 
Regierung unterstützt werden, dazu rechtzeitig gehört zu werden (...). 

3.) 

Es sollte der Ersatz überall, wo Beurlaubungen bei grösseren 
künstlerischen Stellungen stattgefunden haben, nicht sofort und nicht 
endgültig bestimmt werden. Am besten beliesse man dem Beulaubten 
noch die Durchführung der Geschäfte bis Ende der Spielzeit. Die Frage der 
Neubesetzung solcher Stellen (Intendanten, Kapellmeister etc.) ist in ihren 
Folgen für das Kunstleben viel zu einschneidend, als dass sie nicht mit 
allem Aufwand an Zeit und ruhiger Überlegung und vor allem an 
Verantwortlichkeitsbewußtsein vorgenommen werden müsste, den sie 
erfordert. (Es gilt dies vor allem auch für musikalische Hochschulen, 
Konservatorien usw.) Vielleicht wäre es ratsam, wenn ein Gremium von 





e 1850 





Fachleuten bestimmt würde, das die Regierung in diesem Fall berät und 
das bis zu gewissem Grade das Korrektiv der öffentlichen Meinung zu 
ersetzen hätte, was heute fehlt" (Furtwängler an Dr. Goebbels, 3/1V/33. 
Quelle: NL Furtwängler). 

Furtwängler wußte, daß der Antisemitismus NS-Programm war, und 
verhielt sich, um keine Wirkmöglichkeiten aufs Spiel zu setzen, rhetorisch 
taktisch. Seine Forderung, das jüdische Publikum zu erhalten, keine 
hochqualifizierten Musiker aus rassistischen Erwägungen hinauszuwerfen 
und den freien Wettbewerb und die Freiheit der öffentlichen Meinung zu 
wahren, zeigt exakt, wofür er stand. 

(2) 

"Im preußischen Kultusministerium haben zwischen der zuständigen 
Stelle und dem Oberbürgermeister von Berlin sowie den eingesetzten 
Kommissaren für die Berliner Stadtverwaltung Besprechungen über das 
Programm der Berliner Kunstwochen stattgefunden. An der Besprechung 
nahmen auch die Generalmusikdirektoren Max von Schillings und Wilhelm 
Furtwängler teil. Es wurde die Entscheidung getroffen, daß anstelle eines 
jüdischen Dirigenten der Komponist Hans Pfitzner die Oper Electra, ferner 
Richard Strauss seine Oper Salome dirigieren werden. In das Programm 
sind mehrere Furtwängler-Konzerte und ein Konzert mit Professor Dr. h. c. 
Gustav Havemann aufgenommen worden (...)" (Das Programm der 
Berliner Kunstwochen. Eigene Meldung. Berliner Dienst des Conti- 
Nachrichtenbüros, 3/1V/33. Blatt 4). 

Die einzigen Musikfachleute Schilllings und Furtwängler waren von 
der nicht vorhersehbaren Majorisierung durch politische Beamte 
überrascht und konnten sich nicht durchsetzen. Auch die geplanten 
Konzerte von Bruno Walter und Otto Klemperer fielen weg. 

6. April 1933, Brief an den Minister: 

"Angesichts meines langjährigen Wirkens in der deutschen 
Öffentlichkeit und meiner inneren Verbundenheit mit der deutschen Musik 
erlaube ich mir, Ihre Aufmerksamkeit auf Vorkommnisse innerhalb des 
Musiklebens zu lenken, die meiner Meinung nach nicht unbedingt mit der 
Wiederherstellung unserer nationalen Würde, die wir alle so freudig und 
dankbar begrüßen, verbunden sein müssen. 

Ich fühle mich durchaus als Künstler und deshalb als unpolitisch im 
Sinne ausgesprochener Parteipolitik. Kunst und Künstler sind dazu da zu 
lieben, nicht zu hassen; zu verbinden, nicht zu trennen. Nur einen 
Trennungsstrich erkenne ich letzten Endes an: den zwischen guter und 
schlechter Kunst. Während nun aber der Trennungsstrich zwischen J uden 
und Nichtjuden, auch wo die staatspolitische Haltung der Betreffenden 
keinen Grund zu klagen giebt, mit geradezu theoretisch-unerbittlicher 
Schärfe gezogen wird, wird jenem andern, für unser Musikleben auf die 
Dauer so wichtigen, ja entscheidenden Trennungsstrich - dem zwischen 
gut und schlecht - anscheinend allzu wenig Bedeutung beigelegt. 


Das heutige Musikleben, durch die Weltkrise, das Radio usw. 
ohnehin geschwächt, verträgt keine Experimente mehr. Man kann Musik 
nicht kontingentieren wie andere lebensnotwendige Dinge, wie Kartoffeln 


F 1851 





und Brot. Wenn in Konzerten nichts geboten wird, gehen die Leute eben 
nicht hinein; darum ist die Frage der Qualität für die Musik nicht nur eine 
ideale, sondern schlechthin eine Lebensfrage. Wenn sich der Kampf gegen 
das Judentum in der Hauptsache auf jene Künstler konzentriert, die, 
selber wurzellos-destruktiv, durch Kitsch, trockenes Virtuosentum und 
dergl. zu wirken suchen, so ist das nur in Ordnung, der Kampf gegen sie 
und den sie verkörpernden Geist, der leider auch noch viele nicht jüdische 
Vertreter besitzt, kann nicht nachdrücklich und konsequent genug geführt 
werden. Wenn dieser Kampf sich aber auch gegen wirklich große Künstler 
richtet, ist das nicht im Interesse des deutschen Kulturlebens. Schon, weil 
große Künstler, wo es auch sei, viel zu rar sind, als dass irgend ein Land 
sich leisten könnte, ohne kulturelle Einbuße auf ihr Wirken zu verzichten. 

Es muß deshalb klar ausgesprochen werden, dass Männer wie 
Walter, Klemperer, Reinhardt usw. auch in Zukunft in Deutschland mit 
ihrer Kunst zu Worte kommen müssen, genau so wie Kreisler, Huberman, 
Schnabel und andere grosse Instrumentalisten jüdischer Rasse. Fordert 
doch schliesslich auch die Gerechtigkeit von uns Deutschen, des 
eingedenk zu sein, dass wir einstmals in Joseph Joachim einen der 
grössten Geiger und Pädagogen deutsch-klassischen Formats, in Felix 
Mendelssohn gar einen grossen deutschen Komponisten - denn 
Mendelssohn gehört in die deutsche Musikgeschichte - besessen haben. 

Deshalb nochmal: unser Kampf gelte dem wurzellosen, 
zersetzenden, verflachend-destruktiven Geiste, nicht aber dem wirklichen 
Künstler, der in seiner Art immer, wie man seine Kunst auch einschätzen 
möge, ein Gestaltender, ein >Liebender< ist und als solcher aufbauend 
wirkt. 

In diesem Sinne appelliere ich an Sie im Namen deutscher Kunst, 
damit nicht Dinge geschehen, die vielleicht nicht mehr gutzumachen sind, 
und die dem Ansehen deutscher Kunst und Kultur zum Nachteil gereichen" 
(Furtwängler an Dr. Goebbels, 6/1V/33. Quelle: NL Furtwängler). 

Es handelt sich um den Originaltext, wie er den Minister erreichte. 
Der Dirigent und vor allem seine Sekretärin Berta Geissmar bearbeiteten 
das Original für die von Dr. Goebbels vorgeschlagene Publikation. 

10. April 1933, Nachgang: 

"Beifolgend sende ich Ihnen nochmals eine in ein paar Kleinigkeiten 
umredigierte Fassung des Ihnen schon vorige Woche übersandten Briefes. 
Sie hatten die Liebenswürdigkeit, mir damals sagen zu lassen, dass Sie 
den Brief für die Öffentlichkeit für geeignet hielten und nur noch einmal 
mit dem Herrn Reichskanzler sprechen wollten. Ich habe inzwischen nichts 
darüber gehört und nehme an, dass die Sache infolge der enormen Arbeit, 
die Sie haben, in Vergessenheit geraten ist. 

Ich hielte die Veröffentlichung sowie eine entsprechende Antwort 
von Ihnen resp. von seiten der Regierung, wie schon seinerzeit gesagt, für 
sehr dringend, um überflüssigen Protestaktionen im Ausland 
zuvorzukommen und möchte Sie hiermit bitten, mir zu gestatten, diesen 
Brief der Öffentlichkeit zu übergeben. Sollten Sie dagegen irgend welche 
Bedenken haben, wäre ich dankbar für einen telefonischen Anruf oder für 
eine persönliche Rücksprache nach dem Konzert heute abend (in dem wir 


F 1852 





doch hoffen dürfen, Sie zu begrüssen.(...)" (Furtwängler an Dr. Goebbels, 
10/1V/33. Quelle: NL Furtwängler). 

Zu diesem 10. Philharmonischen Konzert am 11. April, dem letzten 
der Saison, erschien die gesamte Reichsregierung. Nach dem Konzert ging 
der Minister ins Künstlerzimmer und informierte Furtwängler, daß das 
Orchester in Zukunft ihm unterstellt sei, und er die Publikation des Briefes 
und seiner Antwort veranlassen werde. 

11. April 1933: 

Der KfdK Wien, Jelusich, wendet sich an Dr. Goebbels und versucht, 
bei diesem zu erreichen, daß Furtwängler - anstelle Bruno Walters - die 
Konzerte der Wiener Philharmoniker übernähme... vergebens. 

Mirko Jelusich, Autor, 1931 in der NSDAP, Mitbegründer des 
"Bundes deutscher Schriftsteller", Obmann der "Deutschen Bühne", vor 
1933 Landesleiter Wien des KfdK. 

12. April 1933, Echo: 

"Daß Wilhelm Furtwängler aus seiner Welt des künstlerischen 
Daseins mit Begriffen und Gründen geistiger Art operiert, versteht sich 
von selbst: daß ein Minister des Reichs in einer öffentlichen Unterhaltung 
über Grundfragen des geistigen Lebens und des künstlerischen Schaffens 
seine Antwort auf der gleichen Ebene entwickelt, die Diskussion auf dem 
gleichen Niveau und mit ähnlichen Voraussetzungen der Erfahrung und 
des Erlebthabens im Gebiet des Künstlerischen fortsetzt - das wollen wir 
als ein gutes Vorzeichen für 
die Zukunft nehmen. Wenn Männer da sind und Geist und Wissen um 
geistige Vorgänge da ist - dann machen auch Meinungsverschiedenheiten 
wieder Spaß, weil man weiß, daß sie fruchtbar und zu Nutz und Frommen 
des Ganzen durchgefochten werden können" ("DAZ", 12/1V/33). 

Der Kommentator erkannte nicht oder wagte nicht zu sagen, daß 
und wo der Minister mit Unwahrheit und Täuschung politischen Effekt 
anzielte, daß er den totalen Judenboykott ankündigte und seine Rolle des 
Dialogpartners für Künstler der Reklame für den NS-Staat diente. 

14. April 1933, Nachricht: 

"Wie wir erfahren, sind die für die Berliner Kunstwochen in Aussicht 
gestellten Brahms-Kammermusikkonzerte, für deren Mitwirkung Schnabel, 
Hubermann, Piatigorski und Hindemith gewonnen waren, nach einem 
Beschluß des Ausschusses für die Berliner Kunstwochen abgesagt worden" 
("AMZ" CX/15, 14/1V/33. S. 224). 

21. April 1933: 

Furtwängler dirigiert ein Konzert des BPhO für die Opfer des 
Bergwerksunglücks in Neunkirchen. 

22. April 1933: 

(1) 

Furtwängler führt das BPhO auf eine Gastspielreise, die am 12. Mai 
endet und Essen, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Mannheim, Saarbrücken, 
Karlsruhe, Baden-Baden, Paris, Marseille, Lyon, Genf, Basel, Freiburg im 
Breisgau, Zürich und München berührt. 


e 1853 





(2) 

Drohung: 

"In einer Besprechung am 13. April d. Js. versprachen Sie mir 
bestimmt, sämtliche jüdischen Mitglieder Ihres Orchesters unter Angabe 
des Instrumentes und der Staatsangehörigkeit (auch ob Voll- oder 
Halbjude) zu benennen und die Dienstverträge dieser Herren sofort 
vorzulegen, damit sogleich die Frage geprüft werden kann, ob und zu 
welchem erstzulässigen Termin Kündigungen auszusprechen sind. 

Ich vermisse auch heute noch Ihre Angaben sowie Unterlagen 
(Dienstverträge pp.) und ersuche darum, meiner Bitte nunmehr binnen 3 
Tagen zu entsprechen und sich die Beantwortung dieses Schreibens 
besonders angelegen sein zu lassen. Andernfalls behalte ich mir alle mir 
erforderlichen Massnahmen vor" (Der Oberbürgermeister, Kunst 4, gez. 
Hafemann, Staatskommissar zur Wahrnehmung der Geschäfte des 
Bürgermeisters, an BPhO, 22/1V/33. Quelle: BAR 55/ 1146. Blatt 141). 


29. April 1933: 

(1) 

Denunziation I: 

"Bei dieser Gelegenheit können wir nicht unterlassen, auf eine sehr 
betrübliche Angelegenheit hinzuweisen. Der bekannte Briefwechsel 
zwischen Dr. Goebbels und Dr. Furtwängler hat uns ja schon die laxe 
Einstellung Furtwänglers in der Judenfrage bewiesen. Was wir aber bei der 
jetzigen Gelegenheit beobachten konnten, schlägt denn doch dem Faß den 
Boden aus! Man denke: An allen ersten Pulten bei den Streichern sitzen 
ausnahmslos Juden. Und das wagt man uns nach dem 5. März hier in 
Mannheim noch zu bieten! Wir werden Mittel und Wege finden, 
durchzusetzen, daß Fremdkörper aus einem vom deutschen Staate 
subventionierten Orchester radikal ausgeschieden werden. Wir werden auf 
keinen Fall dulden, daß man uns in Zukunft nochmals ein Orchester mit 
einigen Dutzend Juden vorzusetzen wagt. Herr Furtwängler möge sich das 
für die Zukunft merken!" (Zusatz zum Konzertbericht von Hermann 
Eckert: Ausklang der Akademiekonzerte. "Hakenkreuzbanner", Mannheim, 
29/1V/33). 

Der Orchestervorstand des Nationalorchesters Mannheim, August 
Sander, hatte während der gemeinsamen Probe vergeblich verlangt, die - 
lediglich drei - jüdischen Konzertmeister der Berliner nach hinten zu 
setzen. 

(2) 

Replik: 

"(...) Ich bezweifle sehr, ob es im Sinne der jetzigen nationalen 
Regierung ist, dass ihre groß gedachten politischen Richtlinien zur 
Befriedigung persönlicher kleiner Eitelkeiten vorgeschoben und 
missbraucht werden. Gegen die Missachtung meiner aus rein 
künstlerischen Gesichtspunkten -- Sie können mich doch wohl seit vielen 
Jahren kennen -- ausgegebenen Anweisungen aber muss ich aufs 
nachdrücklichste protestieren. Solange bei Ihnen eine solche Gesinnung 
herrscht wird es mir unmöglich sein, mit Ihnen weiterhin künstlerisch tätig 


F 1854 





zu sein. 

Was im Uebrigen die Frage der Mitwirkung der Juden im Berliner 
Philharmonischen Orchester betrifft, so ist das etwas, das nicht Sie, 
sondern die Reichsregierung angeht, der das Philharmonische Orchester 
untersteht. Dieselbe weiss sehr gut -- was Sie anscheinend vergessen 
haben -- daß >deutsch sein heisst, eine Sache um ihrer selbst willen 
tun<, und dass bei einem Orchester, das die Höhe deutscher Orchester- 
Kunst nicht nur in Deutschland sondern in der ganzen Welt zu 
repräsentieren hat, in erster Linie das Leistungsprinzip massgebend sein 
und bleiben muß (...)" (Furtwängler an den Vorstand des 
Nationalorchesters Mannheim, 29/1V/33. Quelle: BAR 55/ 1138. Blatt 
105). 

Furtwängler setzte die Mannheimer NS-Clique bewußt mit einem 
Hitler-Zitat matt und mied die Stadt fortan und über das Kriegsende 
hinaus bei seinen Gastkonzerten. 


1. Mai 1933, Beschwerde zum Minister: 

"Einliegend sende ich Ihnen das nationalsozialistische Lokalblatt von 
Mannheim. Wäre es nicht dringend zu wünschen, dass die 
nationalsozialistische Presse von oben ein für alle Mal angewiesen würde, 
die Frage der J uden im Berliner Philharmonischen Orchester vorläufig nicht 
an die Oeffentlichkeit zu bringen, insbesondere aber nicht in einer derart 
entstellenden und demagogischen Weise wie es hier geschieht?" 
(Furtwängler an Goebbels, Paris, 1/V/33. Quelle: NL Furtwängler). 

12. Mai 1933, Denunziation II: 

"Die Behauptung, Herr Dr. Furtwängler sei judenfreundlich 
eingestellt, hat er ja durch seinen Briefwechsel mit Dr. Goebbels erneut 
vor aller Welt bestätigt. Seine rechte Hand ist seit etwa 16 Jahren Fräulein 
Dr. Geissmar - eine Vollblutjüdin - und meine erste ernstliche 
Auseinandersetzung während der Festspiele 1931 wurde 
heraufbeschworen durch unsere gegensätzliche Einstellung zur jüdisch 
geleiteten Presse" (Winifred Wagner an Albert Osthoff, 12/V/33. Quelle: 
Leihgabe Andreas Furtwängler). 

26. Mai 1933, Empfang: 

"Gestern: Empfänge. Furtwängler gibt Bericht über seine Pariser 
Reise" (Goebbels Tagebuch II, Eintrag vom 27/V/33). 

29. Mai 1933: 

A. Schönberg, derzeit im Hotel Regina, Paris, richtet einen 
telegrafischen Hilferuf an Furtwängler mit der Bitte, beim Minister zu 
intervenieren, damit sein Dienstvertrag durch Barabgeltung abgelöst 
werde. 

Juni 1933, Taktisches Argument: 
"Goebbels 
J udenfrage im Musikleben: 
Genialität der Rasse!!! 
Innerhalb der Orchester Juden prozentual nicht zu viel. 
Als Solisten zu rechtfertigen. 
Als Publikum unentbehrlich. 


F 1855 





Alle Stellenbesetzungen - wenn schon Beurlaubungen nicht zu umgehen - 
mit dem nötigen Aufwand an Zeit und Verantwortung übernehmen. 

Eingriffe in das freie Reich der Kunst, die nicht von der Qualität 
ausgehen, unmöglich. In diesem Fall muß ich ausscheiden. 

(...) Wenn der Boykott, d. h. in der politischen Wirklichkeit des 
Lebens entstandene Maßnahmen, auf das überpolitische Reich der Kunst 
ausgedehnt werden soll, trete ich von meinem Posten sofort zurück. Der 
Angriff auf das selbständige Kunst-Reich wird sich vom Standpunkt der 
Propaganda als der verhängnisvollste Schritt von allen erweisen (...)" 
(Furtwängler, handschriftlicher Entwurf für ein Gespräch mit Goebbels 
oder Hitler, undatiert = Juni 1933. Quelle: NL Furtwängler, Übertragung 
aus der Handschrift im AP). 

In diesem Entwurf steckten wie anderswo taktische Formulierungen, 
aus denen der Gesprächspartner hätte entnehmen können, daß 
Furtwängler sich nicht gegen das "Gesetz zur Wiederherstellung des 
Berufsbeamtentums" des Reichstags wendete, das Juden aus Verwaltung 
und - in Analogie - aus dem Geschäftsleben auszuscheiden gestattete; 
dies wäre natürlich hoffnungslos gewesen. Hier operierte er erstmals mit 
der Drohung zurückzutreten. 

4. Juni 1933, Appell an Minister Rust: 

"(...) daß es in Stellungnahme und Ausdrucksweise so klar wie 
möglich ausdrückt, daß in Deutschland in Zukunft jeder Künstler, gleichviel 
welcher Nation und Rasse, zu Gehör kommen kann. Es wird sonst der 
internationale Austausch zwischen den europäischen Völkern, der speziell 
im Konzertleben von jeher eine besonders große Rolle gespielt hat, und 
über dessen Notwendigkeit man sich doch auch im neuen Deutschland 
einig ist, unmöglich werden. Einmal dürfte es, wenn über diesen Punkt 
nicht Klarheit geschaffen wird, im nächsten Jahr kaum mehr möglich sein 
- schon jetzt zeigen sich allerlei Anzeichen eines dahinzielenden Boykotts - 
daß deutsche Künstler deutsche Kunst ins Ausland tragen und dort 
vertreten können (ich denke dabei u. a. auch an die bei den Reisen des 
Philharmonischen Orchesters nach Paris usw. gemachten Erfahrungen), 
außerdem aber wird sich kein Künstler von internationalem Ruf, z. B. 
Hubermann, Casals usw., bereit finden, auch nur einen Schritt nach 
Deutschland zu setzen, solange eine eindeutige Erklärung dieser Art von 
Seiten der Regierung nicht vorliegt. 

Sollte die Regierung vor einer solchen unzweideutigen 
Stellungnahme im gegenwärtigen Moment zurückscheuen, so wird es 
jedenfalls zu spät sein, um für das nächste Jahr das, was man ein 
öffentliches Konzertleben nennt, auch nur halbwegs auf die Beine zu 
stellen. Auch zur Entgiftung der Atmosphäre innerhalb Deutschlands 
(besonders in der Provinz), zur Bekämpfung des latenten Terrors, der auf 
dem Gebiet des Konzerts gegenwärtig so verhängnisvoll sich auswirkt, ist 
eine Erklärung, die endlich einmal das rückhaltlose Bekenntnis zum 
Leistungsprinzip enthält, unerläßlich (...)" (Furtwängler an Reichsminister 
Dr. Rust, 4/V1/33. Quelle: BAR 56 I/ 140, Blatt 18-19). 

Furtwängler schrieb aus Paris, wo er gerade bei den alljährlichen 
deutschen Opernfestspielen mit "Tristan" und "Die Walküre" unter 


e 1856 





Mitwirkung der jüdischen oder als jüdisch geltenden Sänger Sabine Kalter, 
Alexander Kipnis, Lotte Lehmann, Frida Leider und Lauritz Melchior 
gastierte. Dem Schreiben lagen Angaben u. a. über Schönberg, Hernried 
und Fritz Busch bei, meist zusammen mit entsprechenden Hilfe-Ersuchen, 
ferner ein Expose für eine Regierungsgarantie, die das Auftreten jüdischer 
Musiker gewährleisten sollte und einen ausschließlich mit Musikfachleuten 
beschickten Programmausschuß vorschlug. Damit wäre die antisemitische 
Musikpolitik des Reiches auszuhebeln gewesen. Mit der Forderung des 
Leistungsprinzips widersprach er jedoch dem zuständigen Minister Dr. 
Goebbels. 

12. Juni 1933, Ermutigung IT: 

"Man trennt hier absolut Deutsche und Hitlerleute. Mir tut es um 
Hitler leid, der das sicher nicht so will. Aber Sie müssten noch ganz anders 
auftreten. Es muss so u. so vieles aufhören. Diese in der Presse überall 
hingegebene Entlassung der Juden in der Staatsoper hat wieder alles 
aufgeregt. Es sollten keine Reden u. derartige Sachen in der Presse 
stehen, was weiter noch unvermeidbar ist, muss ohne Aufsehen 
geschehen. Die Rücksicht auf die Masse bei uns muss aufhören. Der 
Respekt der ganzen Welt steht auf dem Spiel" (Dr. Berta Geissmar an 
Furtwängler, London, 12/V1/33 abends. Quelle: NL Furtwängler. Abschrift 
im AP). 

Deutlich wird, daß die Absenderin noch nicht an einen totalen 
antijüdischen Kurs des Reiches glaubte. Dies ist das erste Indiz, daß sie 
versuchte, Furtwängler in eine musikpolitisch führende Berater- und 
Mahnerrolle zu schieben. 

13. Juni 1933, Ermutigung II: 

"Im Ausland ist die Absage Toscaninis an Bayreuth ein absolut 
moralisches Minus für Deutschland. Und was die Pressestelle des 
Kampfbundes erklärt, ist den Leuten ganz wurscht. Ich bin nur froh, dass 
ich hier die Möglichkeit habe wirklich geistig die Dinge zu erfassen. Sie 
sind der einzige, der einen Dienst an der Nazi-Regierung mit einer 
Popularität der ganzen Welt verbindet. Sie gehen auf einem schmalen 
Grat. (...) Sie müssen viel größere Gesichtspunkte nehmen. Es wird doch 
wahrscheinlich nötig sein, dass Sie z. B. mit Papen-Hitler sich absolut 
aussprechen u. sich für Ihre Haltung eine Rückendeckung verschaffen. Auf 
Grund dieser gehts dann weiter. Was bis jetzt geschah ist doch mehr oder 
weniger kleine Murkserei. Man muss Ihnen ganz andere Funktionen 
einräumen. Ich werde Ihnen das alles sagen, was ich denke" (Dr. Berta 
Geissmar an Furtwängler, London, 13/V1/33. Quelle: NL Furtwängler, 
Abschrift im AP). 

19. Juni 1933, Orchesterprobleme: 

"(...) Vielmehr wird die Lösung der Schwierigkeiten des Orchesters 
auf der bisherigen Basis (Zusammenarbeit von Stadt, Staat und Reich) 
gesucht. Diese Basis ist nicht das, was Sie mir in Aussicht gestellt haben, 
als Sie mir mitteilten, das Orchester würde Reichsorchester; ich würde die 
Unterstellung des Orchesters unter eine Instanz, d. h. unter Ihr 
Ministerium - gleich wer das Geld zur Erhaltung des Orchesters gibt - für 
die richtige und wünschenswerte Form halten. Die besondere Stellung des 





F 1857 





Orchesters in der Musikwelt, nicht nur Deutschlands, erfordert auch 
besondere Maßnahmen, die sich aber nur dann durchführen lassen, wenn 
sie von einer Stelle getroffen werden. Die bisherige Form eines 17köpfigen 
Aufsichtsrates, der alle wichtigen Beschlüsse zu fassen hatte, ist wenig 
geeignet, das erstrebte Ziel zu erreichen (...)" (Furtwängler an Dr. 
Goebbels, 19/V1/33. Quelle: NL Furtwängler). 

28. Juni 1933: 

Der Erlaß über das Konzertwesen in Preußen nach dem Expose 
Furtwänglers erscheint in der Presse. 

29. Juni 1933, Fürsprache: 

"Betr.: Pensionsberechtigung von Prof Dr. Georg Dohrn, Breslau. 

Prof. Dohrn ist seit 32 Jahren in Breslau im öffentlichen Musikleben 
tätig, Kapellmeister der Breslauer Abonnements-Konzerte des Breslauer 
Orchester-Vereins ab Oktober 1901, des Schlesischen Landes-Orchesters 
ab Oktober 1923 und jetzt der Schlesischen Philharmonie. 

Prof. Dohrn hat das Breslauer Musikleben als führender Dirigent 
vertreten und hat meiner Meinung nach absolut die Berechtigung für eine 
entsprechende Pensionierung in seinem Alter. Von der vorigen Regierung 
wurde er schlecht behandelt wegen seines Deutschtums, daß er sowohl in 
seiner Person als auch in seiner Kunstausübung (Programme, usw.) sehr 
eindeutig zur Geltung brachte. 

Ich möchte diesen Fall ganz besonders empfehlen, nicht nur weil 
Prof. Dohrn mit mir verwandt ist, sondern vor allem weil er ein 
hervorragender deutscher Musiker ist" (Entwurf zur Denkschrift an 
Minister Rust, 29/V1/33. Fehler im Original. Quelle: BA Namensakte 
Furtwängler; BAR 56 I/ 140). 

Georg Dohrn, 66 Jahre alt, Onkel Furtwänglers, war im April in den 
Ruhestand getreten; um seine Pensionierung entstand ein Konflikt. 

30. Juni 1933, Einladung: 

"Lieber Freund, 

Einliegendes Expose wurde gestern von der Regierung veröffentlicht und 
damit ist, wie Sie zugeben müssen, deutlich ausgesprochen, daß jeder 
Künstler gleich welcher Rasse und Nation in Deutschland tätig sein wird 
und muß! Ich habe auch zugleich mit dieser Veröffentlichung der 
Regierungsstelle mitgeteilt, daß ich mit Ihnen verhandeln werde. - Ich 
bitte Sie, bei Ihrem Entschluß nochmals alle die Punkte zu bedenken, die 
wir seiner Zeit durchgesprochen haben. Einer muß ja den Anfang machen, 
die trennende Wand zu durchbrechen. Lassen Sie mich recht bald etwas 
hören" (Furtwängler an B. Huberman, 30/V1/33. Quelle: WFA). 

Mit dem Konzerterlaß war die wichtigste Voraussetzung für das 
Gelingen von Furtwänglers Plan erfüllt, nämlich mit Rückhalt der NS- 
Regierung jüdische und ausländische Solisten nach Berlin einzuladen und 
derart die antisemitische und chauvinistische Kulturpolitik zu 
durchlöchern. Einladungen mit Kopien des Erlasses gingen außer an 
Huberman an die Geiger Fritz Kreisler, Jehudi Menuhin, Jacques Thibaud, 
die Pianisten Arthur Schnabel, Alfred Cortot, Josef Hofmann und die 
Cellisten Pablo Casals und Gregor Piatigorsky. 

In seiner Kreisler-Biographie datiert Louis P. Lochner den 


e 1858 





Konzerterlaß irrtümlich auf drei Wochen später und schreibt ihn Hinkel zu. 
Juli 1933: 

(1) 

Nachricht: 

"Wilhelm Furtwängler, dem die österreichische Regierung anläßlich 
des Brahms-Festes das Große Goldene Ehrenzeichen der Republik 
Österreich verliehen hat, wurde als Erster Staatskapellmeister an die 
Berliner Staatsoper verpflichtet, und zwar für fünf Jahre. Die Stellung 
Erich Kleibers und Leo Blechs bleibt unberührt, nur wird ihr Titel 
>Generalmusikdirektor< in >Staatskapellmeister< umbenannt" 
(Personalien. "Die Musik" XXV/10, Juli 1933. S. 799). 

Diese Verpflichtung sah seine Wirksamkeit ab Beginn der Spielzeit 
1933/34 vor. 

(2) 

Anweisungen: 

"Ich schicke für den Fall, daß ich nicht fahre, folgende Briefe an Sie: 
Leist. Bitte (evtl. mit Schmitzeck) den Text machen. Eilt. 

Schönberg. Nun aber wirklich Dampf dahinter machen. 

Haller telefon. erledigen 

Fiedler Vielleicht dies Busch usw. gleich einmal provisorisch 
veröffentlichen! 

Köln Was soll man da thun? Von welcher Stelle aus? Überall, wo ein 
nicht zugkräftiger einheimischer Dirigent ist, wird dieselbe (Situation) 
vorliegen. Andererseits darf auch keine allzu wilde Konkurrenz befürwortet 
werden!" (Furtwängler an Berta Geissmar, handschriftlich, undatiert = 
Anfang Juli 1933. Quelle: NL Furtwängler, Abschrift im AP). 

Unter den vielen Hilfefällen, die anlagen, war auch der des gerade 
aus politischen Gründen entlassenen Ministerialrats im Preuß. 
Kultusministerium, Dr. Erich Leist; Max Fiedlers Rücktritt als GMD in Essen 
schien eine Möglichkeit für Fritz Busch zu öffnen; Schönbergs Abfindung 
stand immer noch aus. 


1. Juli 1933, Absage TI: 

Der ebenfalls zum Konzertieren mit dem BPhO eingeladene Geiger F. 
Kreisler sagt ab mit der Bekundung, er werde erst dann weiterhin in 
Deutschland konzertieren, wenn hier das Recht aller Künstler zur 
Berufsausübung ungeachtet ihrer Abstammung, Religion und Nationalität 
wiederhergestellt sei (Quelle: Louis P. Lochner, "Fritz Kreisler". Wien, 
1957. S. 228). 

4. Juli 1933, An Hitler: 

"(...) Art der Bekämpfung der Juden in der Musik. 

Der Vorwurf, dass wir Barbaren seien, weil wir die idealen Regionen 
der Wissenschaft und Kunst bei unserm Kampf gegen die Juden nicht 
genug respektieren, hat im Ausland derartige Dimensionen angenommen, 
dass er speziell in der Musik zu einem fast völligen - nicht organisierten - 
Boykott geführt hat, einer gänzlichen Abschnürung Deutschlands vom 
Ausland, die die Stellung Deutschlands als des führenden Landes der 
Musik in der ganzen Welt mit einem Schlage vernichtet hat. Wenn 





e 1859 





irgendwo, so ist es hier nötig, den Kampf gegen das Judentum auf die 
richtige Weise zu führen. Wenn man z. B. heute einen Violin-Pädagogen 
von dem Range eines Carl Flesch - er ist heute der anerkannt erste seines 
Faches in der ganzen Welt - aus Deutschland ausweist, so schädigt man 
sich nicht nur materiell, (indem die besten jungen Geiger aus aller Welt 
anderswohin als nach Berlin zum Studium gehen) sondern liefert eine 
weitere Bestätigung zu dem Vorwurf, dass es uns nicht um Kunst geht. Ich 
halte diesen Fall für aussenpolitisch höchst wichtig. Ebenso halte ich es 
aus aussenpolitischen Gründen für nötig, dass die materielle Ablösung 
eines Mannes vom Range des Komponisten Arnold Schönberg in 
anständiger Weise geschieht. 

Es ist wünschenswert, wenn solche besonderen Fälle jenseits von 
Gesetz und Instanzenweg, vielleicht vom Herrn Reichskanzler selbst 
geregelt würden, eben mit Rücksicht auf ihre aussenpolitische Bedeutung. 

Über die Erhaltung, z. T. Neu-Ankurbelung des innerhalb der letzten 
Monate völlig zugrunde gerichteten Konzertlebens und die 
Zusammenhänge, die sich hier in der Judenfrage ergeben, möchte ich 
bitten, dem Kanzler persönlich Vortrag zu halten zu können" (Themennotiz 
für R. von Schmidtseck als Orientierungshilfe für eine Besprechung mit 
Wilhelm Brückner, Hitlers Adjutanten, 4/V11/33. Quelle: NL Furtwängler). 

Im Widerspruch zur taktisch gewählten Überschrift macht der nicht 
für die Öffentlichkeit bestimmte Text klar, daß es Furtwängler gerade 
darum ging, dem Rassismus in der Musik ein Ende zu setzen; so 
verstanden ihn auch seine politischen Ansprechpartner. 

6. Juli 1933, Ministeraudienz: 

"Gestern: (...) Furtwängler wie immer Philharmonisches Orchester 
und Judenfrage" (Goebbels Tagebuch II, Eintrag vom 7/V11/33. S. 443). 
7. Juli 1933: 

Furtwängler teilt Schönberg mit, er habe nunmehr auch mündlich 
bei Minister Rust auf schnellste Erledigung seiner Angelegenheit 
gedrungen. 

Es handelte sich um die Frage einer anständigen Abfindung für den 
Jüdischen Komponisten. 

8. Juli 1933: 

Das Preußische Staatsministerium - also keine gesetzgebende 
Körperschaft - beschließt und verkündet das Gesetz über den Staatsrat. 
10. Juli 1933, Hilfetechniken: 

"Stein sagt mir eben, wenn er wegen Flesch nicht jetzt Bescheid 
bekommt dann ist die Sache nicht zu machen. Ich habe gemeint Sie 
hätten das geregelt? Casals schrieb ihnen heute, daß er dankt für Ihren 
Brief und sich freut über was Sie tun aber er wolle verantwortungsvoll und 
loyal mit seinen Kollegen umgehen und daher will er erst bei denen hören 
ob der Erlaß die nötige Entspannung der Lage bringt. Ich werde 
Schmitzeck diesen Brief für Hanfstengel geben. 

Dienstag. Inzwischen haben wir telefoniert. Frau Klatte rief an und 
frug, ob Sie was erreicht hätten, oder ob sie sich noch anderweitig 
bemühen sollte. Da ich das Material, nebst Telegramm von Hutcheson 
nicht mehr fand, nehme ich an, Sie haben es bei Hinkel gelassen? Der Fall 


e 1860 





fallt eigentlich insofern nicht unter das Gesetz, als nur der Urgroßvater 
jüdisch war, soweit ich verstehe. Falls Sie nicht kommen, bitte ein Wort, 
wie es steht. Es müßte an der richtigen Stelle des J ustizministeriums 
(Staatssekretär Frysler angebracht werden)" (Frau Dr. Geissmar an 
Furtwängler, 10/V11/33. Quelle: NL Furtwängler, Abschrift im AP). 

Hochschuldirektor Prof. Dr. Fritz Stein war der Dienstherr Fleschs. 
Der Kommissar des Orchesters Dr. Schmidtseck benutzte den NSDAP- 
Auslandspressechef Hanfstaengl, um Hitler von den Absagen zu 
informieren. Die Mutter des entlassenen Juristen Arnold Klatte hatte 
Furtwängler um Hilfe gebeten; "Vierteljuden" erfaßte das "Gesetz zur 
Wiederherstellung des Berufsbeamtentums”" gar nicht mehr. Frau Dr. 
Geissmar riet, Staatssekretär Freisler einzuschalten. 

13. Juli 1933, Mißerfolg: 

"Hubermann. Ich habe den Originalbrief hierbehalten und sende 
Ihnen die Kopie. Ich habe sofort mit Schmitzeck telefoniert, der damit zu 
Hanfstengel ging. Ich möchte mich schriftlich nicht weiter äußern, aber 
unsere Isolierung wird immer größer. Wenn Menuhin Ihnen absagt (und 
ich habe das nachträglich mir überlegt, daß er dies wohl mit Rücksicht auf 
Henry Goldmann tun wird, der doch so viel für deutsche Universitäten etc. 
getan hat und im Frühjahr so unglücklich wieder aus Deutschland 
abgereist ist) dann ist Ihr Plan in keiner Weise durchführbar und in ganz 
Deutschland können keine Konsequenzen gezogen werden. Schmitzeck 
nahm den Brief Hubermanns sehr ernst, er weiß mehr von der Lage wie 
wir. Damit Sie bequemer übersehen können, lege ich Ihren Brief an 
Hubermann dazu. Schmitzeck fand es sehr gut, wenn der Briefwechsel 
veröffentlicht würde. Natürlich müßte daran geändert werden, finde ich. 
Eben kam Schmitzeck v. Hanfstengel, dem er nur im allgemeinen vom 
Eintreffen des Briefes sagte. Jetzt las er ihn, findet ihn sehr gut, aber 
findet die Veröffentlichung gefährlich (...). 

Inzwischen haben wir eine Unterredung gehabt und haben Brückner 
angerufen, damit Sie mit dem Führer sprechen, weil es uns allen als 
unumgänglich nötig erscheint. Diese Woche sind Kabinettssitzungen aber 
Anfang nächster Woche ehe das Kabinett in Urlaub geht wird es möglich 
gemacht. Schmitzeck soll Montag früh Brückner wieder anrufen und wir 
haben gesagt, daß Sie in Bansin sind also die Sache nicht zu knapp 
angesetzt werden darf. Nun können Sie sich ja alles in Ruhe überlegen" 
(Frau Dr. Geissmar an Furtwängler, 13/V11/33. Quelle: NL Furtwängler. Die 
beiden Sätze vor dem Elisionszeichen sind handschriftlich hinzugefügt). 

Hubermann hatte mit Brief vom 10/VII/33 aus Wien abgesagt. 
Henry Goldmann war Menuhins - jüdischer - Mäzen. Der Plan mit seinen 
Konsequenzen bezieht sich auf die sorgfältig vorbereitete Unternehmung 
des Dirigenten, mit formeller Billigung der NS-Behörden jüdische Solisten 
aus dem Ausland nach Berlin einzuladen und so den Antisemitismus durch 
das positive Beispiel unglaubhaft zu machen und auszuhebeln. 

Hier wird zugleich deutlich, daß Berta Geissmar mit Hilfe des 
Kommissars Furtwängler zum Gesprächspartner und Berater höchster 
Spitzenfunktionäre einschließlich Hitlers machen wollte. 





F 1861 





Mitte Juli 1933, Notizen: 

"(...) Ukas | udenfragen 

1) Br. Walter betreffend 

2) Stellenbesetzungen Zeit - genaueres 

3) Alle Entscheidungen einem Gremium von Fachleuten zu 
unterstellen. 

4) Pressefragen 

5) Agentur- und Vermittlungsfragen. Keine Monopolisierung. 
Gesamtstellungnahme: Nicht in führende Stellen, im Wirtschaftsleben 
kontrolliert. Im freien Geistesleben, Kunst, muß Qualität vor Rasse gehen. 
Philharm. Orchester 
Geschichte des Orchesters. 

Zweck. - Reichs-Orchester. 

Reduktion. Zuschuß. 

Schnelle Entscheidung nötig. 

Bedeutung für die Propaganda." (Notizen zur Vorbereitung eines 
Gesprächs mit Hitler, handschriftlich, undatiert = Mitte Juli 1933. Quelle: 
NL Furtwängler, Abschrift im AP). 

Aufzeichnungen wie diese verdeutlichen die argumentative Taktik. 
So weit der allgemeine Judenboykott eine gesetzliche Grundlage hatte, 
wollte Furtwängler nicht widersprechen, weil dies sinnlos und weiterer 
Wirkmöglichkeit nur hinderlich gewesen wäre. Die Berliner 
Philharmoniker, die formell schon im März wegen Überschuldung hätten 
Konkurs erklären müssen, gedachte er als Mittel für Auslandspropaganda 
anzupreisen und so zu retten. "Reduktion" bezog sich auf die zur Hälfte 
parteigebundenen Musiker des Berliner Sinfonie-Orchesters, welche die 
Stadt, da Subventionsgeber, dem BPhOÖ hineingesetzt hatte. 

16. Juli 1933: 

(1) Staatsrat 

"Ich ernenne Sie hierdurch zum Preußischen Staatsrat und 
beglückwünsche Sie zu der von Ihnen im neuen Staatsrat zu erfüllenden 
hohen Aufgabe für Volk und Land. 

Göring Minister-Präsident" (Göring 
an Furtwängler, 16/V11/33, telegrafisch. Quelle: NL Furtwängler). 

(2) 

Absage II: 

"Ihr Staatsrat ist hier noch nicht veröffentlicht. Hingegen schon alle 
Papiere hierzu d. h. große Fragebogen zum Ausfüllen schon hier 
eingetroffen. 

Einliegend sende ich Ihnen kopiert das Telegramm der Eltern von 
Menunhin - ich nehme an, daß mit Hub. auch nichts zu machen ist und 
werde morgen hören, wie wir an Heif kommen" (Berta Geissmar an 
Furtwängler, 16/V11/33. Quelle: NL Furtwängler). 

Frau Geissmar hatte mit Hilfe des Kommissars von Schmidtseck 
wegen der Ernennung des Dirigenten zum Preuß. Staatsrat bei 
Ministerpräsident Göring sondieren lassen, weil sie sich von dem Titel 
Deckung bei Hilfsaktionen zugunsten von Juden und für das vom Konkurs 
bedrohte BPhÖ versprach. Wie Menuhin sagten auch Hubermann und 





e 1862 





Heifetz die Einladung zum Konzertieren in Berlin ab. 

Einem Mitglied des Preuß. Staatsrats standen jährlich 6.000 RM zu, 
doch erhielten alle rechtzeitig vor dem Geburtstag Görings ein Schreiben, 
daß ein erheblicher Teil dieser Summe für ein Geburtstagsgeschenk des 
Staatsrats an Göring einbehalten werde; Zustimmung war nicht erst 
erbeten. 


18. Juli 1933, Hoffnungen: 

"Ihr Staatsrat ist noch nicht veröffentlicht, ich nehme an, daß Sie 
mit einigen andern Ernennungen herauskommen. Die Presse rief aber hier 
schon mehrmals an deshalb ich verwies an das preuß Innenministerium so 
daß wohl auf Grund dieser Fragen wohl morgen eine Veröffentlichung sein 
wird. Allgemein setzt man darauf große Hoffnungen wegen Ihres 
Einflusses und da die Commentare, daß die Staatsräte die Regierung 
unterstützen müssen und Männer des größten Vertrauens sind, so macht 
es enorm viel aus. Das Büro hier ist jedenfalls sehr geschwollen und man 
hat auch gleich ein Aktenstück >F. Staatsrat< angelegt" (Frau Dr. 
Geissmar an Furtwängler, 18/V11/33. Quelle: NL Furtwängler). 

Die amtliche Nachricht von der Ernennung datiert vom 20/VII. 
Zunächst sah es so aus, als erhalte der Staatsrat wichtige Beraterfunktion 
bei der preußischen Staatsregierung und darüber hinaus. Dies erwies sich 
bald als Irrtum. 

20. Juli 1933, Beurteilung: 

"Sehr verehrter Herr Pg. Hinkel! Können Sie mir einen Juden 
nennen, für den Furtwängler nicht eintritt? Aber im Ernst, auch wenn ich 
es wollte, könnte ich für diesen Dr. Raymond Klibansky nichts 
unternehmen, weil er ja Privatdozent an der Heidelberger Universität ist 
und somit mir nicht untersteht" (Georg Gerullis, Ministerialdirektor im 
REM, an Staatskommissar Hinkel, undatiert, eingegangen 20/VI11/33. 
Quelle: BA Namensakte Furtwängler). 

Furtwängler hatte sich mit einem ausführlichen Dossier bei Hinkel 
für einen Philosophiedozenten eingesetzt, auf den die Universität Wert 
legte. Klibansky emigrierte und erfuhr erst nach dem Krieg von dieser 
Intervention. 

27. Juli 1933, Unterwanderung: 

"Für den Politiker - und um wieviel mehr noch für den Künstler - gibt 
es dem gegenüber nur eine einzige Haltung: sich auf den Boden der 
gegebenen Tatsachen zu stellen und neu aufzubauen. Unter diesem 
Blickpunkt ist mein Schritt und meine Einladung an Sie zu verstehen; und 
ich bin überzeugt, daß, wenn Sie in die dargebotene Hand eingeschlagen 
und meine Einladung angenommen hätten, dies unübersehbare Folgen 
gehabt hätte. Was in Berlin möglich ist, wäre in allen anderen deutschen 
Städten möglich geworden, was Sie gethan hätten, hätten, Ihnen 
nachfolgend, alle Ihre Kollegen gethan. Und was hier, im Konzertleben, 
geschehen wäre, hätte weitergewirkt auf alle übrigen Gebiete der Kunst 
und darüber hinaus" (Furtwängler an Bronislav Hubermann, Berlin, 
27/V11/33, handschriftlich. Quelle: Huberman-Archiv, Tel Aviv, Signatur: 
481/K 1). 





e 1863 





Die Taktik des Roll-Back im Kampf gegen den Antisemitismus der 
Partei könnte nicht deutlicher geschildert sein - obwohl die Gestapo 
vielfach Briefe mitlas. 

Hubermans Ablehnung beruhte nicht allein auf seiner verständlichen 
Abneigung, in diesem barbarischen Regime künstlerisch zu wirken. Klarer 
als Furtwängler sah er auch, daß Emigrantenkreise - nicht minder 
begreiflich - mit Anwürfen wegen Kollaboration und dem Boykott solcher 
Außenseiter schnell bei der Hand waren. Er sagte am 31/VIII/33 daher 
endgültig ab. 

1933, Denunziation III: 

"Furtwängler trat auf jüdischen Boden und fühlt sich anscheinend 
wohl, wenn er in Wort und Tat für die Moderne wirbt oder seinen Namen 
zugunsten Frank Wedekinds herleiht, der ihn ja eigentlich nichts angeht" 
(Karl Grunsky: "Der Kampf um deutsche Musik". Stuttgart, 1933. S. 71). 
28. Juli 1933, Echo: 

"Dr. Wilhelm Furtwängler ist vom Ministerpräsidenten Hermann 
Göring zum Mitglied des Preußischen Staatsrates ernannt worden. Dieser 
wichtige Akt bedeutet nicht nur eine außerordentliche Ehrung des großen 
deutschen Musikers und eine Verbeugung vor seiner geistigen und 
kulturellen Gesamterscheinung, sondern sie dokumentiert zugleich die 
Stellung, die man im neuen Preußen der Musik als staatswichtigem Faktor 
einzuräumen gewillt ist. Aus diesem Grunde gebührt der Berufung 
Furtwänglers besondere Bedeutung. Man muß sich nur erinnern, welche 
Aschenbrödel-Rolle - trotz aller verdrießlichen Geschäftigkeit des künstlich 
aufgepropften Musikvogtes Kestenberg - der Musikerschaft im 
Reichswirtschaftsrat des schwarz-rot-goldenen Reiches zugemutet wurde, 
um zu ermessen, wie das neue offizielle Deutschland über den Wert der 
Musik als volks- und staatsbeglückende Macht denkt. Möge der Schritt 
Görings nicht nur eine schöne Geste bleiben, sondern als Verheißung 
gelten, daß die Kunst groß und rein erhalten werde und daß ihr der Weg 
zur freien Entfaltung nach allen Seiten nicht verwehrt wird, insofern sie in 
sich gefestigt, d. h. wahrhaft national fundiert bleibt. Denn nur eine 
nationale, aus den Wurzeln des Volkstums aufsprießende Kunst wird vom 
Ausland geschätzt und kann wahrhaft internationale Bedeutung erlangen. 
Darauf beruhte die Weltgeltung der deutschen Musik; und diese muß ihr 
erhalten bleiben" ("AMZ" LX/30-31, 28/V11/33. S. 398). 

Zu dieser Zeit war die Weltgeltung bereits durch die antisemitische 
Musikpolitik verspielt. 

Die erste Sitzung des Staatsrats am 15/IX galt einem großen 
Monolog Görings, die zweite am 12/X hatte den Kampf gegen die 
Arbeitslosigkeit auf der Tagesordnung, doch sagte Furtwängler ab. Die 
dritte Sitzung am 25/IV/34, dann vorgezogen auf den 18/IV, enthielt 
Mitteilungen des Ministerpräsidenten und den Bericht des Finanzministers 
über die Finanzlage Preußens und den Staatshaushaltsplan 1934. Diesmal 
sagte Furtwängler wegen eines Reisegastspiels ab. 

August 1933, Fälle: 
Dr. F.'s Ansicht über Wirksamkeit des Juden im einzelnen. 
FallFlesch. (Lehrer von internationaler, ungeteilter Anerkennung.) 





e 1864 





a. Fall Hochschule. (...). 

Sollte für Deutschland wirklich keine Möglichkeit sein, diesen besten 
Geigenlehrer der Welt und damit einen Zustrom studierender junger 
Geiger aus aller Welt nach Deutschland zu erhalten, nur weil ein Beamten- 
Gesetz besteht? Ich gebe zu bedenken, dass nach dem Kriege vom 
Ausland mit allen Mitteln darauf hingearbeitet wurde, die musikalischen 
Lehrstätten, Sommerkurse usw. nach Paris usw. zu verlegen, und dass es 
der größten Kulturarbeit von Seiten Deutschlands bedurfte, bis alles 
wieder eingerenkt war. Jetzt, nachdem diese Situation wieder überbrückt 
ist, und Musikschüler der ganzen Welt wieder wegen der hervorragenden 
Lehrer nach Deutschland kommen, ist man im Begriff, gerade dem Land 
der Musik seine zentrale Stellung zu nehmen, indem man hervorragende 
Lehrer, die durch niemand zu ersetzen sind, aus Deutschland vertreibt. 


Fall Schönberg. 
Arnold Schönberg ist im März auf einer Urlaubsreise von seiner 


Beurlaubung von der Hochschule für Musik in Kenntnis gesetzt worden, 
hat seitdem trotz aller Bemühungen keinen Pfennig Geld erhalten. Es ist 
nicht im Sinne unseres Ansehens, einen Musiker von solchem Format 
derart zu behandeln. Instanzenweg trotz angeblicher Genehmigung zur 
Überweisung seiner Bezüge noch nicht beendet. 


Fall Sekles. 
Nach A0jähriger Tätigkeit am Hoch'schen Konservatorium, die er in echter 
Wahlverwandtschaft mit der deutschen Musik ausgeführt hat, noch immer 
in absoluter Ungewissheit über die Regelung seiner Pension. Eine 
anständige Behandlung dieses Falles wäre eine Frage der Gerechtigkeit. 





Fall Szanto. 
Herr von Hausegger, der sich bereits mit dem bayr. Kultusminister 
Schemm in Verbindung gesetzt hat, erklärt, dass das Weggehen des durch 
das Beamten-Gesetz bedrohten Geigers Szanto in die Münchener 
Akademie eine unersetzliche Lücke reissen würde. Szanto ist It. Hausegger 
nicht nur als Geigenlehrer sondern auch als Leiter der Orchester-Übungen 
unersetzlich. Nach seiner Ansicht ist die Entwicklung des Münchener 
Orchesters der letzten 10 Jahre nicht zum geringsten Teil Szantos 
Verdienst, der in den vorbereitenden Proben mit dem Gesamt-Orchester 
und an der Schulung des Streichkörpers innerhalb des Orchesters 
unermüdlich gearbeitet hat. Herr von H. meint, dass, wenn überhaupt eine 
Ausnahme zugestanden wird, sie für Szanto in Frage käme. Er bittet 
dringend, dass die Reichsregierung dem bayr. Kultusminister hierfür eine 
Anweisung gibt. 





Fall Frau Bahr-Mildenburg. 
Beste Wagner-Darstellerin und vor allem unerreichte Lehrerin des 


Wagner'schen Stils. Reine Arierin, ist wegen Beziehungen zu jüdischen 
Künstlern wie Mahler, Bruno Walter usw. sowohl in der Presse als auch 
sonst dauernden Verfolgungen ausgesetzt. Auch hier bittet Herr von 


e 1865 





Hausegger um ein Machtwort, damit diese unersetzliche Kraft nicht auf 
diese Weise unterdrückt wird und uns erhalten bleibt. 


Fall Prof. Sachs (Hochschule für Musik, Berlin.) 
Durch das Beamten-Gesetz gefährdet. Neben Hornbostel in Wien der 
einzige Gelehrte auf der Welt von wirklichem Verständnis für 
Instrumentalkunde, der auch in der ganzen Welt zu Kongressen und 
Vorträgen gerufen wird. Sachs hat die Instrumentensammlung der 
Hochschule in vorbildliicher Weise zusammengestellt. Ein Nachfolger für 
ihn wäre in keinem Fall zu finden. Wenn nicht ein Machtwort gesprochen 
wird, kann sein im Oktober ablaufender Vertrag nicht verlängert werden. 





Ausser diesen Fällen gibt es noch ungezählte andere, deren negative 
Behandlung niemand nützt, aber dem deutschen Ansehen schaden kann. 
Als Beispiel: Fall Klatte. 

Der Sohn des langjährigen verdienten Kritikers beim Berliner 
Lokalanzeiger Karl Klatte, der mit einer Freiin Senft von Pilsach verheiratet 
ist, wurde vor Ablegung seines Referendar-Examens beurlaubt, da seine 
Urgroßmutter eine Jüdin und daher ein großelterlicher Teil Halbjude ist. 
Das Gesetz spricht nur von einem ganzjüdischen großelterlichen Teil. 
Dieser Fall in einer vollständig national gesinnten, stets rechts gerichteten 
Familie, hat in Amerika so grosses Aufsehen hervorgerufen, dass man sich 
auch an mich gewandt hat. Die Schwester von Frau Klatte ist mit Mr. 
Hutchinson verheiratet, der der Leiter des größten amerikanischen 
Konservatoriums ist, und der in dauernder Verbindung mit deutscher 
Kunst steht. Auch die einsichtsvolle Behandlung dieses Falles ist mir 
zugesagt, doch ist seit Monaten keine Antwort zu bekommen. (...)" 
(Denkschrift Furtwänglers als Argumentationsstütze für die Audienz bei 
Hitler, August 1933. Quelle: NL Furtwängler). 

Hutchinson = Ernest Hutcheson, Klavierprofessor, später Direktor 
der Juilliard School of Music in New York. Der Vater Klattes hieß Wilhelm 
statt Karl. 

1. August 1933: 

Furtwängler teilt dem BPhO brieflich mit, ihm hätten Führer und 
Reichsregierung versichert, daß das Orchester unter allen Umständen 
erhalten werde, woran Dr. Goebbels die Bedingung geknüpft habe, daß 
ihm - Furtwängler - die Führung des Orchesters in künstlerischer und 
personeller Hinsicht übertragen sei (Quelle: BA R 55/ 1147. Blatt 25) 

9. August 1933, Audienz bei Hitler: 

"Judentum. 

Prinzipiell einer Meinung. Frage im höheren geistigen Leben doch nicht so 
ganz einfach. Essenziell: Es gibt eine konservative Richtung in der 

J udenschaft - die lange Erhaltung ihres Volkstums zeugt davon, die eine 
eigentümliche Kraft bedeutet. Es ist die Tendenz, erkannte Werke 
intellektuell festzulegen. Uns mutet das oft zu intellektuell an. Und doch 
bin ich zu der Entscheidung gekommen, dass diese Kraft unbedingt 
erhalten und dienstbar gemacht werden muss. Beispiel die klassische 
Musik, die heute in einem Wust von Dreck erstickt ist. Daran hat nicht nur 


e 1866 





das zeitgenössische J udentum seinen Anteil, sondern ebensosehr auch die 
Deutschen, die nur zum Selbstverrat neigen. Die grösste Kunst, die Musik, 
ist ihr eigen - was las man nicht im Weltkrieg darüber, als sie sich auf sich 
selbst besinnen sollten!! 

Beispiele: Mendelssohn, Joachim (Beide auch von Wagner gewürdigt). 

Dies die eine Seite, die andere ist mehr zweckmässiger Art und zwar 
wegen der Funktionen des J udentums als Anreger, seiner Sensibilität 
wegen, in einem Öffentlichen Musikleben, das gerade heute erhalten 
werden muss - und besonders seine Funktion als Mittler und 
unabweisliches Zwischenglied zu Ausland. 

(...) Wir sind - in vielen Einzelfällen mit Recht - als Wissenschafts- 
und Kunstfeinde, als Barbaren verschrien. Dieser Vorwurf darf nicht leicht 
genommen werden; er ist sehr schwer aus den Köpfen wieder 
herauszubekommen. Das muss auf alle Weise vermieden werden. Dies, 
und dass wir Unschuldige attackieren, gibt der Auslands-Propaganda die 
Waffen in die Hand. Letzteres ist, wie die J udenfrage nun einmal ist, nicht 
zu vermeiden, und man muss sich sehr hüten, in der Sache auch nur im 
geringsten zurückzustecken. Umsomehr müssen mit gutem Bedacht alle 
Mittel verwandt werden, die unsere Auseinandersetzung äusserlich 
erleichtern. Und ich muss sagen: vieles, was im Kulturleben geschehen ist, 
ist durchaus überflüssig, die Ausschaltung der Intelligenz an der Mitarbeit 
viel zu weitgehend; man kann geistige Fragen nicht nur biologisch lösen. 
Es gibt eine Wissenschaft und eine Kunst - eben als gesamteuropäische 
Erscheinung. Die Intelligenz ist heute - und es muss das dem Anschein 
entgegen gesagt werden - dem Regime weitaus feindlicher als zu Beginn 
der Umwälzung. Das muss mit der Zeit anders werden. Falsch ist einmal, 
wie schon erwähnt, die Judenbekämpfung derart, dass man das Kind mit 
dem Bade ausschüttet, d. h. dass man mit den Juden auch Wissenschaft 
und Kunst schädigt. Falsch ist weiter das viel zu weit gehende Misstrauen 
der Partei gegen die Intelligenz, die früher mit dem herrschenden System 
paktiert hat (...)" (Aufzeichnung Furtwänglers, Hilfe zur Argumentation 
für das Gespräch mit Hitler, Typoskript, undatiert. Quelle: NL 
Furtwängler). 

Abermals versagte sich Furtwängler nutzlose Maximalforderungen 
und setzte auf schrittweises Vorgehen bei taktischem Verzicht auf nicht 
umkehrbare Fakten. 

Bei der Audienz ließ Hitler ihn jedoch nicht zu Worte kommen, 
sondern monologisierte. Auch mit seinen Hilfeersuchen für Verfolgte drang 
er nicht durch. 

17. August 1933, Denunziation IV: 

"Meldung 
Es ist allgemeiner Gesprächsstoff in der Künstlerschaft, dass Furtwängler 
heute noch die Tendenz hat jüdische Künstler zu bevorzugen, was 
besonders augenblicklich wieder in Erscheinung tritt 

1. durch die Einladung an den galizischen, jüdischen Geiger 
Hubermann der als fanatischer Zionist bekannt ist und ein Jahr lang 
alle Konzerte abgesagt hat um sich restlos der Propaganda für ein Pan- 
Europa widmen zu können; 


e 1867 





2. durch die Einladung an den jüdischen Pianist Arthur Schnabel. 

Es gilt als offenes Geheimnis, dass die treibende Kraft dieser 
Bevorzugungen jüdischer Künstler die jüdische Sekretärin Furtwänglers 
ist, die in Gemeinschaft mit ihrer Mutter bei dem starken vorhandenen 
persönlichen Kontakt die Dispositionen Furtwänglers ausschliesslich 
beeinflussen soll" (Walther Rex-Rath, Fachgruppe Kleinkunstbühnen, KfdK 
Berlin, an Reichsleitung des KfdK, 17/VI11/33. Fehler im Original. Quelle: 
BA Namensakte Furtwängler). 

18. August 1933: 

"In der Anlage überreiche ich Ihnen einen uns vom Rundfunk 
vorgelegten Vertragsentwurf. Ich habe Ihnen mit Rotstift angezeigt, wo 
etwaige Bedenken unsererseits vorliegen. (....) 

Der Absatz 3 in der neuen Fassung wird, sowie ich Herrn Dr. 
Furtwängler kenne, unter keinen Umständen vom ihm akzeptiert. Er kann 
dies auch nicht. Nach Bemerkungen von Herrn Donisch hat er die 
Befürchtung, Herr Furtwängler könnte jüdische Solisten nehmen. Dieser 
Einspruch ist insofern nicht stichhaltig, als Herr Furtwängler bestimmt 
nicht ohne Einvernehmen mit der Reichsregierung jüdische Solisten 
verpflichten wird. Er wird dies nur tun, wenn es mit den allgemeinen 
Bestimmungen zu vereinbaren ist. (...)" (BPhO an RMVP, Ministerialrat von 
Keudell, 18/VI11/33. Quelle: BAR 55/ 1147. Blatt 54-55). 

Das Orchestersekretariat baute natürlich auf den Konzerterlaß, der 
auch jetzt noch geltende Bestimmung war. 

September 1933, Durchbruch?: 

"Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Um jedweden 
Mißverständnissen und verwirrenden Gerüchten, die meist von 
deutschfeindlichen Personen außerhalb unserer staatlichen Grenzen 
ausgstreut bzw. verursacht werden, entgegenzutreten, fand im 
Preußischen Kultusministerium unter dem Vorsitz des Staatskommissars 
Hinkel eine Aussprache statt, zu der die Vertreter der bisherigen 
deutschen Musikerverbände, des >Ausschusses für das deutsche 
Konzertwesen< und der Gruppe Musik des >Kampfbundes für deutsche 
Kultur< erschienen waren. Als Ergebnis dieser gründlichen Aussprache, an 
der u. a. der Direktor der Hochschule für Musik, Prof. Dr. Stein, der 
Direktor des Hochschen Konservatoriums, Prof. Dr. Graener, als Vertreter 
des Ersten Staatskapellmeisters Prof. Dr. Furtwängler Dr. v. Schmitzeck, 
Prof. Dr. Kuhlenkamp, Prof. Max Trapp, Prof. Dr. Havemann, Georg 
Vollerthun, Hugo Rasch, Otto Frickhoeffer usw. teilnahmen, wurde von 
Staatskommissar Hinkel folgendes festgestellt: 

Die Bestimmungen und Absichten, den berufsständischen Aufbau 
betreffend, berühren nicht die grundsätzlichen Richtlinien des bekannten 
preußischen Konzerterlasses, dem sich der Herr Reichsminister Dr. 
Goebbels für sein Ministerium vollinhaltlich anschloß. In Preußen soll und 
kann jeder freischaffende berufene Künstler, gleich welcher Nationalität, 
zu Wort kommen. Der berufsständische Aufbau der deutschen 
Musikerschaft (im Rahmen der Arbeitsfront) wird sich nicht dagegen 
stellen. 

Die künstlerische Betätigung von Ausländern und Nichtariern in den 


e 1868 





freien Berufen der Kunst soll also - abgesehen von den gesetzlichen 
Bestimmungen des Beamtenrechts - keineswegs verhindert werden. 

Die Aussprache verlief in voller Einmütigkeit. Alle Anwesenden 
stimmten ohne Vorbehalt der oben skizzierten Entschließung zu und 
verpflichteten sich, gegen jede davon abweichende Absicht und Meinung 
Stellung zu nehmen" (Freie Konzerttätigkeit ausländischer und 
nichtarischer Musiker. "Die Musikpflege" IV/6, September 1933. S. 185. 
Fehler im Original). 

5. September 1933, Beschwerde: 

"(...) Konzertleben: Programm-Erlaß und Programm-Komitee ein 
Schlag ins Wasser, da durch lokale Behörden die Konzertgeber verängstigt 
sind. Ausländer durch Reden und Schreibereien unklar, glauben nicht an 
die Freiheit des Kunstlebens in Deutschland. 

Juden durch neuerliche Reden wieder in große Unsicherheit versetzt, 
halten sich vollständig vom Besuch von Konzert und Theater- 
Veranstaltungen zurück (...)" (Zur Besprechung mit dem Führer. Entwurf 
einer Aufzeichnung, handschriftlich auf 5/1X datiert. Quelle: NL 
Furtwängler). 

Da eine neuerliche Audienz bei Hitler 1933 nicht zustandekam, 
erreichte die Beschwerde nicht den Adressaten. Sobald dies feststand, 
wendete sich Furtwängler an Minister Dr. Goebbels. 

11. September 1933: 

Furtwängler stellt dem Orchester den vom RMVP als Kommissar und 
Geschäftsführer des BPhO von seinem Gut Woplauken bei Rastenburg 
nach Berlin geholten Kapellmeister Dr. Rudolf Schmidtseck vor, NSDAP- 
Mitglied seit 1/1/32. 

21. September 1933, Information für den Minister: 

"1.) Die internationalen Beziehungen in der Kunst sind auf dem 
besten Wege, vollständig abgebrochen zu werden. Eine Nachfrage bei den 
vermittelnden Konzertdirektionen würde ergeben, dass deutsche Künstler 
kaum mehr engagiert werden, dass z. B. der Verkehr mit den nordischen 
Ländern auch so gut wie vollständig abgebrochen ist. Der Konzerterlass 
vom Juli 33 war insofern ein Schlag ins Wasser, als sich in der Provinz 
niemand danach gerichtet hat, im Gegenteil sind an das Engagement von 
Künstlern immer noch viele Bedingungen und Fragen geknüpft, auch bei 
der Auswahl der Werke in einem falsch verstandenen Nationalismus ist so 
weit gegangen worden, dass z. B. in zwei verschiedenen Städten des 
Rheinlandes das Requiem von Verdi zur Aufführung verboten wurde. 
Durch das Verhalten von so und so vielen Fällen in der Provinz, die alle im 
Widerspruch stehen zu dem in der Presse veröffentlichten Erlass, herrscht 
im Ausland die Ansicht, daß der Erlass nur auf dem Papier steht und dass 
die Regierung nicht gewillt ist, den Erlass zu unterstützen. Zur Behebung 
dieser Dinge müßten an die betreffenden Gauleiter kulturelle Anweisungen 
in so eindeutiger Art ergehen, dass Entgleisungen, die dem Ansehen von 
Deutschland als Musikland nur schaden können, in Zukunft unterbleiben. 

2.) Ausländer, seien es Juden oder nicht, haben immer noch die 
Ansicht, dass man in Deutschland nicht sicher sei, unbelästigt zu bleiben. 
Es ist erwiesen, dass jüdisch bezw. ausländisch aussehende Menschen oft 





e 1869 





belästigt werden. Da die Judenfrage, sei es in Reden oder in der Presse 
immer noch behandelt wird (z. B. in der kleineren nationalsozialistischen 
Lokalpresse der Provinz) unbeschadet von dem, was man in wirklicher 
gesetzlicher Maßnahme tut, sagt ein erwiesenermassen nicht jüdischer 
Künstler, wie z. B. Cortot, der mit einer J üdin verheiratet ist, dass er sich 
nicht in ein Land begeben kann, wo seine Frau nicht sicher ist usw. usw. 
ls 

Wenn nicht schnell eine Abhilfe geschaffen wird, wird Deutschland 
bald noch weniger Boden haben wie nach dem Kriege, wo man wenigstens 
imstande war, auf Grund der Leistung sich ein Gebiet zu erobern (...) 
(Entwurf zum Vortrag bei Dr. Goebbels, 21/1X/33. Quelle: Leihgabe 
Andreas Furtwängler). 

An diesem Punkt entsteht die Frage, ob der Konzerterlaß, an dem 
immerhin zwei Ministerien beteiligt waren, von vornherein und unter 
Täuschung Furtwänglers zur hinhaltenden Desinformation des Auslandes 
gedacht war oder ob nur die Gauleiter, die kulturpolitische Eigenmacht 
wollten, absichtlich dagegen handelten oder handeln ließen, so lange die 
Macht von Dr. Goebbels in der Provinz noch nicht derart etabliert war, daß 
sie daran gehindert werden konnten. 

Oktober 1933, Propagandalüge: 

"Die Ernennung des hochverdienten Dirigenten Wilhelm Furtwängler 
zum Staatsrat hat in der französischen Presse wieder einmal Anlaß zu 
einem jener maßlosen Angriffe gegeben, durch die sich Frankreich von 
jeher ausgezeichnet hat. Die Pariser >Republique< bringt einen Aufsatz 
>Der Orchesterleiter Wilhelm Furtwängler Mitglied der Hitlerpartei< und 
versucht den Lesern klarzumachen, daß Furtwängler der einzige gewesen 
ist, der gegen den >barbarischen Antisemitismus< Protest eingelegt habe. 
>Als kurz darauf Furtwängler ein Konzert in der Pariser Oper dirigiert 
hatte war sein Erfolg ein doppelter. Aber sieh da - derselbe Furtwängler 
wurde soeben von dem Henker ('bourreau') Göring zum Staatsrat 
ernannt.< Und warum? >\Weil nach Behauptung von Leuten, die es wissen 
müßten, Furtwängler seit langem Mitglied der Nazipartei ist. Seine Geste 
des Widerspruchs war nur eine Komödie, die in Übereinstimmung mit 
Adolf Hitler gespielt wurde, dem der Kapellmeister dargelegt hatte, daß 
man ihm ohnedem sicherlich nicht erlauben würde ein Konzert in der 
(Pariser) Oper zu dirigieren. Business, business...< 

Diese schamlose Verdächtigung eines Mannes, dessen Gesinnung 
außer Frage steht, ist für die französische Taktik ebenso bezeichnend wie 
die maßlosen Beschimpfungen unserer verdientesten Führer des Staates. 
Angesichts der Liebe und Verehrung, die dem größten deutschen 
Dirigenten in seiner Heimat entgegengebracht wird, kann Furtwängler gut 
und gern darauf verzichten, sich weiterhin bei seinen Pariser Konzertreisen 
rüden Angriffen auszusetzen. Das Nachsehen haben einzig und allein 
unsere feindlichen Nachbarn im Westen..." (Französische Hetze gegen 
Wilhelm Furtwängler. "ZfM" C/10, Oktober 1933. S. 1048). 

In Frankreich war unbekannt geblieben, welchen Angriffen sich der 
Dirigent wegen seiner judenfreundlichen Haltung im Reich aussetzte; was 
er tat, schloß eine Komödie aus. "La Republique" wußte noch nicht einmal, 


e 1870 





daß es sich in Paris nicht um ein Konzert, sondern um Opernaufführungen 
handelte und der Musiker gerade nicht NSDAP-Mitglied war. 
5. Oktober 1933, Stellvertreter: 

"Sie haben mir mit der Verleihung des Amtes eines Preußischen 
Staatsrates eine große Aufgabe gestellt und wie Sie mir persönlich 
mitteilten, ist an meine Ernennung die Erwartung geknüpft, daß das ganze 
Musikleben in Preußen unter meine künstlerische Aufsicht damit gestellt 
sei. Sie wissen, daß schon die Verbindung meiner beruflichen Aufgaben, 
nämlich als erster Staatskapellmeister der Berliner Staatsoper und als 
Leiter des Berliner Philharmonischen Orchesters an mich als ausübenden 
Künstler derartige Anforderungen stellt, daß der Pflichtenkreis 
ungewöhnlich weit gestellt ist. Wenn ich nun meine Aufgabe als Staatsrat 
in der Weise ausführe, wie es meinem Gewissen und Pflichtgefühl nach 
nötig ist und wie Sie es auch nach dem von Ihnen in mich gesetzten 
Vertrauen erwarten müssen, so bitte ich um Folgendes: 

Ich bitte Dr. von Schmidtseck als meinen persönlichen 
Sachbearbeiter und gelegentlichen Vertreter in Staatsrats- 
Angelegenheiten zu genehmigen und zu bestellen. Dr. von Schmidtseck 
hat mein volles Vertrauen, ist seit Jahren Mitglied der N.S.D.A.P und hat 
mich bereits in den letzten Monaten in verschiedenen Dingen vertreten 
(...)" (Furtwängler an Ministerpräsident Göring, 5/X/33. Quelle: NL 
Furtwängler). 

Furtwängler quittierte den Leerlauf des Staatsrats auf seine Weise. 
Göring ließ am 23/X/33 durch Staatssekretär Körner ablehnen, da nach 
dem Gesetz eine solche Vertretung unzulässig sei, doch verhieß er 
jeweilige Beurlaubungen von Sitzungen oder Arbeitstagungen. 

9. Oktober 1933, Verteidigung: 

"Sie haben mir die Ehre zuteil werden lassen, mich in den 
Preussischen Staatsrat zu berufen. Gerade aus diesem Grunde fühle ich 
mich mit verantwortlich für solche Dinge, die, wie die eben berührte 
Angelegenheit Mendelssohn, ausgesprochen in das Gebiet der Kunst- und 
Musik-Historik fallen. Ich muss daher die Bitte aussprechen, daß ich in 
diesen Fragen vor entscheidenden Verfügungen auch wirklich gehört 
werde. Ich würde der Sache einen schlechten Dienst erweisen und es vor 
meinem Gewissen nicht verantworten können, wenn ich zu Dingen 
stillschweigen wollte, die nach meiner Ansicht falsch sind. Neben den 
objektiven Gesichtspunkten ist die Ableugnung und Öffentliche Abkehr von 
den Verdiensten eines Felix Mendelssohn mit Recht geeignet, die vom 
Ausland gegen das heutige Deutschland erhobenen Vorwürfe der 
Kulturfeindlichkeit zu begründen und zu unterstützen" (Furtwängler an 
Ministerpräsident Göring, 9/X/33. Quelle: NL Furtwängle). 

Göring ignorierte seinen "Staatsrat". Furtwänglers Aufzeichnung für 
ein Gespräch mit Dr. Goebbels über das gleiche Thema vom 17/XI/33 
trägt den handschriftlichen Vermerk: "Mendelssohn-Zimmer - (keine 
Antwort!!!)". 

18. Oktober 1933, Aufforderung: 
"Für den bevorstehenden Wahlkampf bitte ich um Ihre 


Unterstützung. 


F 1871 





Ich möchte dem Herrn Reichsminister die Zuschriften einer Reihe 
von geistig führenden Persönlichkeiten der Bühne überreichen, des 
Inhalts, daß der Entschluß der Regierung, aus dem Völkerbund 
auszutreten, ihre volle, uneingeschränkte Zustimmung findet. 

Es erübrigt sich, darauf hinzuweisen, daß dabei keinerlei Ausfall oder 
gar eine Beschimpfung Frankreichs oder des Völkerbundes zum Ausdruck 
kommen soll, sondern lediglich - wie der Führer in seiner großen 
Rundfunkrede an die Welt so überzeugend ausgeführt hat - das Verlangen 
jedes einzelnen deutschen Volksgenossen nach 
Frieden, Arbeit und Gleichberechtigung (...)" (Ministerialrat 
Otto Laubinger, RMVP, an Furtwängler, 18/X/33. Quelle: Leihgabe Andreas 
Furtwängler). 

Furtwängler unterließ dies und erklärte sich mündlich für 
unzuständig. 

20. Oktober 1933: 

(1) 

Wahlparole: 

"(...) bitten sie, auf veranlassung reichspropagandaleiters dr. 
goebbels zweimal fuenf minuten wahlparole auf schallplatte fuer 
rundfunkpropaganda zu sprechen, bieten ihnen aufnahmemoeglichkeit bis 
28. oktober an selbst zu waehlendem sendeort stop wann und wo wollen 
sie sprechen? erbitten drahtantwort" (Reichssendeleitung Berlin an 
Furtwängler, 20/X/33, per Telegramm. Quelle: Leihgabe Andreas 
Furtwängler). 

Auch diesem Ersuchen wich Furtwängler aus. 

(2) 

Carl Flesch macht Furtwängler darauf aufmerksam, daß seine 
Schülerin Pgn. Aenne Hildebrand-Stober, die im Duo mit der nichtarischen 
Pianistin Gaby Gros konzertiert, von ihrer Konzertagentur trotz 
Konzerterlaß boykottiert werde und Deutschland wegen solcher Fälle bei 
den Konzertagenturen in Paris und Wien als erledigt gelte. 


26. Oktober 1933, Beschwerde: 

"Ich gestatte mir, Ihnen beiliegend ein Schreiben der bekannten 
Wagner-Sängerin Nanny Larsen-Todsen zur gefl. Kenntnisnahme zu 
überreichen und möchte ergänzend dazu bemerken, dass Herr Dr. 
Furtwängler bzw. seine jüdische Sekretärin Frl. Dr. Geismar uns sehr viel 
Schwierigkeiten machen" (Staatskommissar Hinkel an Kultusminister Rust, 
26/X/33. Quelle: BA Namensakte Furtwängler). 

Das Schreiben der schwedischen Sängerin ist nicht überliefert. 

28. Oktober 1933, Hilferuf: 

"Ich habe Ihren Brief bekommen und will Ihnen nur schnell 
mitteilen, dass ich mich sofort Ihrer Angelegenheit annehmen werde, 
soweit es in meinen Kräften steht. - Ich brauche Sie wohl nicht zu 
versichern, dass ich mir der Bedeutung von Joseph Joachim für das 
deutsche Musikleben in vollstem Masse bewußt bin und auch die Ansicht 
vertrete, dass im heutigen Deutschland für seine Nachkommen ein Platz 
zu finden sein muss. 


F 1872 





Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir mitteilen würden, 
welche behördliche Stelle für Ihren Sohn, der Arzt ist, in Frage kommt. Für 
Ihren jüngsten Sohn kann man ja im Augenblick noch nichts sagen, da er 
erst sein Doktor-Examen machen muss" (Furtwängler an Dr. Joachim, 28/ 
X/33. Quelle: Sammlung Kurt Hofmann, Hamburg). 

Furtwängler intervenierte für den Nachfahren des jüdischen Geigers 
(1831-1907) beim Reichsarbeitsministerium. 

1. November 1933, Entlassungen: 

"Am 1. November 1933 bin ich mit noch anderen Kollegen als 
Mitglied des Philharmonischen Orchesters entlassen worden, ich bitte 
höflichst um Beistand. 

(...) Da ich durch meine Verwundung keinen anderen Beruf ausüben 
kann, lange Jahre nur für die Kunst gearbeitet habe und mir zum vierten 
Male der Grundbaum meiner Position genommen worden ist, bitte ich 
höflichst darum, Gerechtigkeit walten zu lassen. Es ist für einen Deutschen 
deprimierend, dass ein Kriegsopfer auf die Straße gesetzt wird, dem 
künstlerisch absolut nichts nachzusagen ist, und dass andererseits 
ausländische Juden im Orchester verbleiben. 

(...) Als Mitglied der N.S.D.A.P. und der >Nationals. 
Kriegsopferversorgung< ist es für mich niederschmetternd, zu sehen, dass 
wir deutschen Musiker gehen müssen und jüdische Elemente bleiben" 
(Walter Neander an NS-Kriegsopferversorgung Berlin-Tegel, 10/X1/33. 
Quelle: BAR 55/ 1148. Blatt 44). 

Wegen nötiger Konzentrationsmaßnahmen beim BPhO nach 
Erhebung zum Reichsorchester mußten bis auf acht alle der 1932 aus dem 
Berliner Sinfonie-Orchester übergewechselten Musiker gehen, zur Hälfte 
Parteigenossen. Der Minister bewilligte Furtwängler dies. Neander kam 
dann im Städtischen Orchester Berlin unter. 

15. November 1933: 

(1) 

Ernennung: 

"Hiermit ernenne ich Sie zum Mitglied des Präsidialrats der 
Reichsmusikkammer" (Der Präsident der RKK Dr. Goebbels, 15/X1/33. 
Quelle: BA Namensakte Furtwängler). 

Die Ernennung zum Vizepräsidenten der RMK lief parallel. 

(2) 

Furtwängler dirigiert das BPhO beim Staatsakt zur Eröffnung der 
RKK mit Beethovens "Egmont"-Ouvertüre. 


20. November 1933: 

Auf Anfrage von Alma Mahler-Werfel antwortet Furtwängler, es sei 
"entgegen allen falschen Auffassungen, die im Ausland über das deutsche 
Musikleben herrschen, alles frei und es ist weniger eine Frage der Macht, 
als der Stimmung, wenn diese Freiheit sich im Kunstleben noch nicht 
wirklich durchführen läßt" (Quelle: University of Pennsylvania, 
Philadelphia, Van-Pelt Dietrich Library Center, Department of Special 
Collections, Mahler-Werfel Collection, Box 5). 

Richtig gelesen, besagt diese Mitteilung, daß es keine Freiheit im 


e 1873 





Kunstleben gebe. 

Die Adressatin hatte am 6/VIII/32 in ihrem Tagebuch (S. 267) 
festgestellt: "An den Spitzen fast aller Länder sassen bestialische Juden. 
(...) Es ist nun selbstverständlich, dass die verschiedenen Nationen und 
Länder sich das nicht gefallen lassen können. Aber Blutbäder wird es noch 
setzen, bevor die Welt gereinigt sein wird. Und darum bin ich für Hitler. 
Sei die Medicin auch noch so uebel. Das Uebel, das sie vertreiben soll, ist 
weit uebler" (Quelle wie oben, Klarmann-Werfel Collection; mit Dank an 
Oliver Hilmes). 

4. Dezember 1933: 

Im 4. Philharmonischen Konzert bietet Furtwängler - erstmals - die 
Sinfonische Suite Op. 30 von M. Trapp. 

8. Dezember 1933, Ratschlag: 

"(...) Verhandlungen mit Italien: Es hat keinen Sinn, Künstler zu 
empfehlen, die in einem Land nicht gewollt sind. Es ist nicht im Interesse 
der deutschen Kunst und des deutschen Ansehens, Mittelmäßigkeit zu 
propagieren und sich geflissentlich aufzudrängen. Der Kunst-Export ins 
Ausland, zumal unter den heutigen erschwerten Verhältnissen, darf nur 
mit äußerster Vorsicht betrieben werden und sich nur auf wirklich 
erstklassige Leistungen erstrecken. Die Aufwendungen von Geldmitteln 
lassen sich in andern Fällen wo man sich einem Refus aussetzt, nicht 
verantworten. Diese vorgetragene Ansicht erfährt volle Bestätigung durch 
Äußerungen aus Italien. (...)" (Aufzeichnung Furtwängler zum Gespräch 
mit Dr. Goebbels, 8/X11/33. Quelle: NL Furtwängler). 

Der Ratschlag bezieht sich auf eine italienische Konzertreise des 
NSRSO unter Franz Adam als "Hitler-Orchester". 

11. Dezember 1933, Festkonzert für WHW: 

"Am Montag, dem 11. Dezember, veranstaltet die Kapelle der 
Staatsoper ein großes Festkonzert zugunsten der Winterhilfe unter Leitung 
von Wilhelm Furtwängler. Das Protektorat der Veranstaltung hat Herr 
Ministerpräsident Göring übernommen. Das Programm bringt 
Beethovens 1. Sinfonie und die 2. Leonoren-Ouvertüre, ferner die l. 
Sinfonie von Johannes Brahms" ("Der Angriff" Nr. 285, 5/X11/33). 

13. Dezember 1933, Fall Oscar Bie: 

"Der Berliner Börsen-Courier hat den Theater-Kritiker Oscar Bie 
nach A0jähriger Tätigkeit auf Grund des Arier-Paragraphen ohne Pension 
entlassen. 

Bie ist - um von der menschlichen Seite der Sache überhaupt gar 
nicht zu sprechen - Literat internationalen Ansehens und dies ist einer der 
Fälle, die uns im Ausland am schwersten angekreidet werden. Es würde 
bei der Mentalität der Redaktion vielleicht ein Wort von Ihnen, sehr 
verehrter Herr Minister, genügen, um sie zu einer menschlichen und 
anständigen Handlungsweise zu veranlassen" (Furtwängler an Dr. 
Goebbels, 13/X11/33. Quelle: Leihgabe Andreas Furtwängler). 

18. Dezember 1933: 

Im 5. Philharmon. Konzert, Dgt. Furtwängler, bietet das BPhO u. a. 

die drei sinfonischen Skizzen "La mer" von Debussy. 


F 1874 





22. Dezember 1933: 

Furtwängler appelliert brieflich an den Landesverband Berlin im 
Reichsverband der Deutschen Presse und befürwortet den 
Aufnahmeantrag des Musikkritikers Dr. Viktor Zuckerkandl wegen seiner 
Leistungen (Quelle: Leihgabe Andreas Furtwängler). 

23. Dezember 1933, Absage: 

"(...) Es handelt sich um den vom Ministerium von mir erbetenen 
Beitrag zu dem Buch >Germany speaks<. Zunächst ist es aus 
persönlichen Gründen für mich nicht leicht diesen Beitrag in der erbetenen 
Zeit fertig zu stellen. Ich war in den letzten Wochen - u. a. durch 
Übernahme der Stellung eines Operndirektors an der Staatsoper und die 
Vorbereitungen dazu - derart in Anspruch genommen, dass ich nicht nur 
nicht daran denken konnte, auch nur eine Zeile zu schreiben, sondern 
auch augenblicklich äusserst erholungsbedürftig bin, weshalb mir 
arztlicherseits jede anstrengende geistige Tätigkeit untersagt ist. 
Abgesehen davon ist es gegenwärtig überhaupt nicht leicht, über Musik im 
heutigen Deutschland etwas zu schreiben, da alles in Übergängen und 
ersten Anfängen steckt. Daher möchte ich anheimstellen, den Artikel über 
Musik in diesem Buche zunächst noch weg zu lassen, oder ihn auf blosse 
Registrierung der getroffenen organisatorischen Maßnahmen zu 
beschränken (Musikerkammer etc., was vielleicht am besten der offizielle 
Geschäftsführer, Herr Ihlert, tun könnte?)". (Furtwängler an Ministerialrat 
Schmidt-Leonhardt, 23/X11/33. Quelle: Leihgabe Andreas Furtwängler). 

Deutlich ist, daß der Künstler sich nicht propagandistisch für den NS 
einspannen lassen wollte. 


1934 
Januar 1934, Denunziation V: 

"Auch der erste Kapellmeister an der Berliner Staatsoper Staatsrat 
Dr. Wilhelm Furtwängler kümmert sich nicht um nationalsozialistische 
Interessen. Noch heute ist die Jüdin Fräulein Dr. Geismar seine Sekretärin. 
Dr. Ley hat in der Tageszeitung der deutschen Arbeitsfront >Der 
Deutsche< sowohl ihm als auch Herrn Professor Dr. Gustav Havemann 
(dem ersten Vorsitzenden des Bundes deutscher Konzert- und 
Vortragskünstler), welche beide Mitglieder des Präsidialrates der 
Reichsmusikkammer sind, staatsfeindliches Verhalten vorgeworfen und sie 
mußten sich eine sehr scharfe öffentliche Verwarnung durch Dr. Ley 
gefallen lassen" (Kanzlei Rosenberg, Bericht, ungezeichnet, ohne Datum = 
ca. Januar 1934. Fehler im Original. Quelle: BA NS 8/ 124. Blatt 43). 

7. Januar 1934: 

"(...) Mit Vergnügen und voller Erwartung sehen wir inzwischen 
Ihrem Konzert mit Ihren Philharmonikern am 18 ds. entgegen, das für uns 
wieder eine besondere musikalische Freude bedeuten soll. 

In Hinblick auf unsere alte Bekanntschaft hätte ich Sie nun gerne 
gebeten, Ihnen bei Ihrem Hiersein einen kurzen Besuch machen zu 
dürfen. 

Die Lage in einigen Fachgebieten der Musik, insbesondere des 
Chorgesangswesens, hat sich hier in Sachsen - ganz entgegen wie etwa in 


F 1875 





Preußen und anderen Ländern - geradezu katastrophal gestaltet und steht 
in völligem Gegensatz zu den Absichten und Maßnahmen der 
Reichsregierung. Ich hätte Ihnen in Ihrer Eigenschaft als Staatsrat diese 
hochwichtige Angelegenheit, die Sie sehr interessieren wird, gemeinsam 
mit Herrn Kapellmeister Otto Didam, dem musikalischen Leiter der 
Volkssingakademie Leipzig, gerne einmal kurz vorgetragen. Es ist von 
wesentlichster Bedeutung, wenn wir Sie hierüber informieren dürften. 
(...)" (Barnet Licht an Furtwängler, 7/1/34. Quelle: Stadtbibliothek Leipzig, 
NL Otto Didam). 

11. Januar 1934, Herzeleid: 

"(...) Ich habe immer die Ansicht gehabt und habe sie auch heute 
noch, daß die größte künstlerische Anerkennung, die sich ein Künstler 
wünschen kann, er sich in Deutschland verdienen kann, und ich habe, wie 
Sie wissen, eine zu große Bewunderung für Sie, um nicht ein wirkliches 
Herzeleid zu empfinden, aus innerer Verpflichtung heraus Ihrer Einladung 
nicht Folge leisten zu können. - Ich hoffe auf bessere Tage für die Ehre 
und Würde der Künstler und der geistigen Menschen, ganz gleichgültig, 
welcher Rasse sie auch angehören mögen, und ich werde glücklich sein, 
wenn diese Tage wieder eingetreten sind und es mir vergönnt sein wird, in 
Deutschland unter Ihrer Leitung zu spielen" (Alfred Cortot an Furtwängler, 
11/1/34. Übersetzung aus dem Französischen: wohl Berta Geissmar. 
Quelle: NL Furtwängler). 

12. Januar 1934, Telegramm: 

"Aufrichtigste Wünsche dem verehrten Ministerpräsidenten zum 
heutigen Tage und dankbares Gedenken an die gemeinsame Arbeit im 
Dienste deutscher Kunst" (Entwurf Furtwänglers für den Glückwunsch zu 
Görings Geburtstag, handschriftlich, 12/1/34. Quelle: NL Furtwängler). 

An diesem Tag leitete Furtwängler in Hamburg das 3. Konzert des 
BPhÖ unter Mitwirkung der jüdischen Cembalistin Edith Weiß-Mann. 

15. Januar 1934: 

(1) 

Als Gedächtnishilfe zum geplanten Gespräch mit Dr. Goebbels 
notiert Furtwängler die Hilfefälle Viktor Zuckerkandl, Rundfunkchef Hans 
Flesch, Carl Fleschs Hinweis auf Rechtsbrüche und 3000 RM fehlende 
Subvention für Bruno Kittel und seinen Chor. Es sei dringlich, den 
Musikaustausch für nächstes Jahr vorzubereiten, damit die Isolation 
Deutschlands nicht wie gegenwärtig durch den Gastspielboykott der 
Ausländer, aber auch durch Fritz und Adolf Busch weiter verschärft werde 
(Quelle: Leihgabe Andreas Furtwängler). 

(2) 

Im 6. Philharmonischen Konzert bietet Furtwängler - erstmals - die 
"Heitere Musik für Orchester" von S. W. Müller. 


16. Januar 1934, Vertrag: 

Furtwängler unterzeichnet einen Vertrag mit Göring, Preußischer 
Ministerpräsident und Oberster Chef der preuß. Staatstheater, der ihn als 
Ersten Staatskapellmeister verpflichtet und zum Operndirektor an der 
Staatsoper bestellt; als Jahresvergütung sind 36.000 RM vorgesehen. 


e 1876 





17. Januar 1934: 

Furtwängler führt das BPhO auf eine Konzertreise, die bis 5. Februar 
dauert und Dresden, Leipzig, Magdeburg, Hannover, London, Newcastle, 
Glasgow, Manchester, Bristol, London, Den Haag, Brüssel, Antwerpen, 
Dortmund, Elberfeld, Essen und Bielefeld berührt. 

25. Januar 1934: 

Furtwängler gibt aus Glasgow einen positiven Bericht an Dr. 
Goebbels über das Echo des Gastspiels in England. 

Der Entwurf ging wohl nicht zur Post, denn Details stehen wieder in 
einem ähnlichen Bericht vom 29. Januar aus Den Haag. 

29. Januar 1934, Deckung: 

"Von einem Interview, das irgendwelche politische Fragen berührt, 
habe ich, nachdem ich die Situation näher kennen gelernt und alle 
Möglichkeiten noch einmal durchgedacht hatte, gänzlich abgesehen. Es ist 
besser so (...)" (Furtwängler an Dr. Goebbels, Den Haag, 29/1/34. Quelle: 
NL Furtwängler). 

Der Künstler entzieht sich weiterhin. 

13. Februar 1934, Mendelssohn im Konzert: 

"Furtwänglers Gestaltung der Sommernachtstraum-Musik ist 
dermaßen zündend und feurig erregend, daß er sich ganz 
unvorschriftsmäßig nach jedem einzelnen Satz den ausführlichsten Beifall 
gefallen lassen muß. Man glaubt, solche Aufführung noch nicht gehört zu 
haben. Dabei ist die Darstellung dieser Musik bis in letzte Einzelheiten 
hinein genau festgelegt; aber Furtwängler brachte es fertig, seinen Hörern 
damit geradezu eine Überraschung zu bereiten. Und wollte man sich 
Rechenschaft darüber geben, wie er diese Bezauberung zustandebrachte, 
so könnte man vom Hundertsten ins Tausendste kommen, ohne das 
Unfaßbare erfaßt zu haben (...)" (Otto Steinhagen: Siebentes Furtwängler- 
Konzert. "Berliner Börsen-Zeitung", 13/11/34). 

Der Beifall richtete sich fraglos auch gegen den Judenboykott. Der 
deutsche Klassiker blieb bei Th. E. = Friedrich Mahling: "Furtwängler in 
der Philharmonie" ("Angriff", 14/11/34) unerwähnt. 

18. Februar 1934: 

Das BPhO, Dgt. Furtwängler, bietet zum Ersten deutschen 
Komponistentag das Festkonzert mit Werken von R. Strauss und Max von 
Schillings. 

24. Februar 1934, Denunziation VI: 

"Ich erlaube mir offiziell davon Mitteilung zu machen, daß bei der 
öffentlichen Versammlung der Reichsmusikerschaft in Berlin am 17. 
Februar sowohl der Präsident der Reichsmusikkammer Herr Dr. Richard 
Strauss, wie auch sein Stellvertreter, der Preußische Staatsrat Dr. 
Furtwängler beim Singen des Horst Wessel Liedes den deutschen Gruß 
(Erheben des rechten Armes) unterließen. Dies führte leider in der 
Versammlung dazu, daß ältere Nazis durch Protestrufe 
>Konzentrationslager< ihrem Unwillen Ausdruck gaben. 

(...) Wenn man auf der einen Seite verdienstvolle Beamte wegen 
ähnlicher Vergehen aus ihren Stellungen entläßt, so müßte zu mindestens 
dem preuß. Staatsrat klar gemacht werden, daß er sich dem Geist des 


F 1877 





dritten Reiches einzuordnen hat. Man kann auch von den größten 
Künstlern dieselbe deutsche Gesinnung verlangen, die der einfachste 
Hitlerjunge begeistert aufbringt" (Gustav Havemann an Reichsleitung der 
NSDAP, 24/11/34. Quelle: BA Namensakte Hinkel. Zitiert in: Splitt, S. 164). 
Denkschrift zum Fall Abendroth, 6/111/34, an den Preuß. Innenminister 
(Quelle: NL Furtwängler). 

Zitat: 

"(...) Nach dem Umsturz kam die Umschichtung der Gesellschaft 
und die Tatsache, daß die Menschen zum Konzert in schwererer und 
nachdrücklicherer Weise geführt werden müssen als zum Theater, 
erschwerend hinzu. (Man glaubte, daß Marsch-Musik dem Volke näher 
läge als eine Beethoven-Sinfonie und bezeichnete die große deutsche 
klassische Musik wohl gar als Musik >bürgerlicher< Herkunft. Ein solches 
Hineintragen von Klassen-Gegensätzen, die obendrein aus 
Gedankengängen des Marxismus stammen, in die Kunst, ist völlig 
abwegig. In Wirklichkeit ist eine Beethoven-Sinfonie in viel tieferem und 
weiterem Sinne für das deutsche Volk geschrieben als jede Marsch-Musik. 
Eine Beethoven-Sinfonie macht es zu dem, was es ist, zum Volk, zur 
Nation, hebt es über sich hinaus, während die Marsch-Musik es lediglich in 
seiner eigenen Sprache unterhält". 

Die Besoldung der Staatskapelle Berlin. Denkschrift, 10/111/34 
(Quelle: Geheimes Staatsarchiv Berlin, Rep. 151/216). 
Zitat: 

"Die Mitglieder der Staatskapelle kämpfen schon seit Friedenszeiten 
um eine gerechte Würdigung ihrer Stellung. 

(...) Ich halte es deshalb für unbedingt nötig, daß im neuen 
Deutschland durch angemessene Bezahlung der Mitglieder der 
Staatskapelle das Unrecht, das die Republik im Jahre 1931 der 
Staatskapelle zugefügt hat, wieder gutgemacht wird und damit dem 
Musiker-Stand vor aller Welt auch moralisch die Bedeutung zurückgegeben 
wird, die er für uns Deutsche besitzt". 

Die Denkschrift richtete sich u. a. an das Preuß. Finanzministerium. 
12. März 1934: 

Im 9. Philharmon. Konzert bietet Furtwängler Hindemiths Sinfonie 
"Mathis der Maler" (UA). 

13. März 1934, Politische Attacke: 

(...) Es geschah auf den Wunsch Furtwänglers, daß Hindemith in den 
Führerrat des Berufsstandes deutscher Komponisten aufgenommen 
wurde. (Ganz nebenbei: Hindemith ist mit der Tochter des verstorbenen 
jüdischen Opernkapellmeister Ludwig Rottenberg in Frankfurt am Main 
verheiratet.) Dies war die erste Etappe. Dr. Wilhelm Furtwängler, der 
sonst Uraufführungen geradezu ängstlich aus dem Wege geht, brachte im 
9. Philharmonischen Konzert die Uraufführung einer Symphonie 
>Mathis, der Maler< nach einer gleichnamigen Oper Hindemiths, die, 
falls sie überhaupt schon fertig ist, eben erst fertig geworden sein kann. 
Während es mindestens einem Dutzend durchaus beachtenswerten 
deutschen Komponisten auf keine Weise gelingt, mit einem ihrer Werke 
Aufnahme in den Philharmonischen Konzerten zu finden, und während in 


e 1878 





einem anderen Fall jeder Operndirektor, der die Uraufführung eines 
Opernwerks beabsichtigt, Einspruch dagegen erheben würde, daß Teile 
daraus unmittelbar vorher im Konzertsaal aufgeführt wurden, gelangt 
Hindemith sofort und umgehend zu Wort. Dies ist die zweite 
Etappe. Fast ein ganzes Jahr lang hat Dr. Furtwängler, der Operndirektor, 
kein Werk eines deutschen Opernkomponisten ausfindig gemacht, das in 
der Staatsoper zur Uraufführung, ja selbst nur zur Erstaufführung 
gelangen könnte. Es wäre denkbar, daß er nach dem einmütigen, 
anhaltenden, von keiner Seite bestrittenen Beifall, den Hindemiths 
angebliche Symphonie im 9. Philharmonischen Konzert (ich spreche von 
der öffentlichen Generalprobe) zu buchen hat, die Uraufführung des 
Werkes auch in der Staatsoper ins Auge faßte. Das wäre dann die dritte 
Etappe. (...)" (Paul Zschorlich: Furtwängler und Hindemith. "Deutsche 
Zeitung", Abendausgabe, Nr. 61, 13/111/34). 

Der Schreiber unterstellte dem Dirigenten, er lanciere Hindemith aus 
kulturpolitischen Motiven; die durchsichtigsten Unwahrheiten waren als 
"Beweis" gut. 

Tatsächlich hatte Furtwängler seit der neuen Saison die Ur- oder 
Erstaufführungen von Komponisten wie Sergej Prokofjew, Karl Marx, Hugo 
Reichenberger, Gottfried Müller, Arthur Honegger, Max Trapp und Sigfrid 
Walter Müller im Programm seiner Philharmonischen Konzerte. Zudem war 
er derzeit nicht Musikchef der Staatsoper, und konnte nur im Konsens mit 
Generalintendant Tietjen Programmpläne aufstellen. 

2. April 1934: 

Furtwängler sendet dem Minister Unterlagen über den jüdischen 
Musikkritiker Dr. Viktor Zuckerkandl und unterstreicht, wie bedeutsam 
dessen Verbleiben in der Berliner Musik-Fachpresse sei (Quelle: Leihgabe 
Andreas Furtwängler). 

9. April 1934: 

"(...) Ein klassisches Dokument dieser Art ist der, jetzt genau ein 
Jahr zurückliegende Briefwechsel Furtwängler-Göbbels. Furtwängler, der 
durch die demokratische Republik zu höchsten Ämtern und Ehren 
gelangte, >begrüßt< darin zunächst die >Wiederherstellung unserer 
nationalen Würde dankbar und freudig<. Was er als >Wiederherstellung 
unserer nationalen Würde dankbar und freudig< ansah, ist nie bekannt 
geworden. Die damals erfolgende Stabilisierung der Konzentrationslager 
kann er kaum gemeint haben, obgleich er wissen musste, dass seine 
jetzigen Brotgeber sich dieser Kultureinrichtung fleissig bedienen, und 
viele seiner ehemaligen Freunde dort Unterkunft gefunden haben. 
Vermutlich aber hat Furtwängler >dankbar und freudig< garnichts 
gedacht, nur Göbbels hatte diesen Kotau zur Bedingung gestellt. Die 
Korrespondenz war damals abgekartet, um als - praktisch belangloser .- 
Scheinprotest gegen ein paar Einzelfälle für Furtwänglers Konzertfahrten 
im Ausland gut Wetter zu machen (...)" (Paul Bekker: Destruktive Musik. 
"Pariser Tageblatt" Nr. 118, 9/1V/34. Fehler im Original. Abdruck in 
Andreas Eichhorn, Hgb., "Verdrängte Musik", Sonderband 1. Saarbrücken, 
2001. S. 62-63).). 

Politische Polemik bedarf keiner Fakten, sondern kommt mit Lügen 


e 1879 





aus. Da war nichts "abgekartet"; der Dirigent wandte sich privat an den 
Minister in einer Sprache, die er als aussichtsreich ansah, für sein Ziel, für 
Erhaltung des jüdischen Musikerpotenzials, zu werben. Bekker mußte zu 
solchem Zweck nie mit Machthabern reden, hätte aber Intelligenz genug 
haben können, solches nachzuvollziehen. 

12. April 1934: 

Furtwängler führt das BPhO auf eine Konzertreise, die bis 9. Mai 
dauert und Weimar, Düsseldorf, Köln, Mülheim, Paris, Lyon, Marseille, 
Nizza, Rom, Florenz, Baden-Baden, Neunkirchen, Luxemburg, Frankfurt a. 
M., Heidelberg, Stuttgart, Zürich, München, Bamberg und Jena berührt. 
17. April 1934: 

(1) 

Angriff: 

"(...) Im übrigen aber ist einmal als eine Art 
Scheibenwischernotiz der Hinweis angebracht, daß wir nun zum 
xsten Male am ersten Pult den jüdischen Konzertmeister Goldberg 
ertragen mußten. Wir verstehen es nicht, daß Furtwängler, der als 
Staatsrat sich den Richtlinien des nationalsozialistischen Staates 
unterworfen hat, hier noch nicht zu durchgreifenden Änderungen 
fortgeschritten ist und daß überhaupt gerade ihm als repräsentativem 
Musiker auch des Dritten Reiches und seinem Orchester als dem 
repräsentativsten Klangkörper ebenfalls des Dritten Reiches, eine 
unbegreifliche Ausnahme gestattet sein soll" (L. = Richard Litterscheid 
aus Mülheim, "National-Zeitung" Nr. 104, Essen, 17/1V/34). 

Der Angriff bezog sich auf das Gastkonzert am 15. April in Mülheim. 

(2) 

Verleumdung: 

"Wir klagen Herrn Staatsrat Dr. Furtwängler der Begünstigung von 
Verbrechen an wie: Mord - Brandstiftung - Raub - Diebstahl - Betrug - 
Folterung von Wehrlosen und vor allem: Verschweigung der Wahrheit. 

Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler hat durch Taten und Worte 
bewiesen, daß er das blutbefleckte Henkerregime Hitlers mit seiner Kunst 
und unter gleichzeitigem Mißbrauch der großen Werke der Klassiker 
>verschönern< und >decken< will. 

Er ist Staatsrat von Gnaden Görings und Goebbels'. 

Staatsrat Furtwängler hat, ohne Protest zu erheben, zugelassen, daß 
die besten deutschen Künstler, wie: Otto Klemperer, Bruno Walter, Arthur 
Schnabel, Arnold Schönberg, aus ihrer Heimat Deutschland 
herausgetrieben wurden. 

Staatsrat Furtwängler hat nie protestiert gegen die Folterungen der 
sozialistischen Arbeiter und gegen deren Hinrichtung. Staatsrat 
Furtwängler hat alles verziehen und alles verstanden. Das heißt: 

Er hat sich gegen die Wahrheit auf Seite der Mörder gestellt. 

Staatsrat Furtwängler ist unwürdig, wahrheitssuchenden, 
freiheitsliebenden Menschen noch ferner die große Musik vorzuführen" 
(Flugblatt-Text von Hanns Eisler, unpubliziert. In Hanns Eisler: Musik und 
Politik. 1924-1948. München, 1973. S. 231). 

Der Text war offensichtlich zur Verbreitung bei den Gastkonzerten 


e 1880 





der Berliner Philharmoniker am 17. und 19. April in Paris gedacht; 
möglicherweise sah Eisler rechtzeitig, wie absurd seine Anklage war. 


24. April 1934, Rom: 

"(...) Die beiden römischen Konzerte, ganz besonders aber das 
zweite, an dem außer der Prinzessin von Piemonte auch Mussolini 
teilnahm, der nur ganz selten Konzerte besucht, waren ein ganz besonders 
großer Erfolg; sie stellten die wirksamste deutsche Propaganda dar, die 
man sich denken kann" (Deutsche Botschaft Rom, von Hassell, an Minister 
Stieve, Auswärtiges Amt Berlin, 2/V/34. Quelle: PAA, Akten der Botschaft 
Rom, Paket 1338 b, KW 15, Band 9). 

Die Konzerte in Rom fanden am 24. und 26. April statt. Mussolini 
gab einen Empfang für Furtwängler. 

27. April 1934: 

Polizei-Inspektor Lahl in Essen setzt ein Protokoll über ein Gespräch 
mit dem Verwaltungsleiter der Folkwangschulen Essen, Pg. Ludolf 
Schmidt, auf, der für den Choreographen Kurt Joos um die Befreiung von 
der vorgeschriebenen Ausreisegebühr nach Österreich gebeten hatte, und 
vermerkt empört dessen Einlassung, daß Staatsrat Furtwängler heute 
noch Juden in seinem Orchester hätte und auch heute noch eine jüdische 
Privatsekretärin beschäftige (Quelle: BAR 55/ 1147. Blatt 125). 

Über die Gauleitung und das Rassenpolitische Amt der NSDAP 
gelangte das Protokoll "zuständigkeitshalber" nach zwei Monaten (!) zum 
Ministerium und in die RKK. 

Mai 1934: 

"Kurz darauf eröffnete Furtwängler die Pariser Sommer-Saison mit 
einer magistralen Aufführung von >Tristan und Isolde< in deutscher 
Sprache. Lauritz Melchior und Frida Leider waren die umjubelten 
Protagonisten. Was Wilhelm Furtwängler in jenen Zeiten durch sein 
Auftreten, seine Menschlichkeit, seine Souveränität für die Musik und für 
unser Land geleistet hat, wurde in den wirren Nachkriegszeiten falsch 
ausgelegt. Die Franzosen hatten und haben aber ein sehr feines Gefühl für 
Können, echte Größe und das Humane, so daß sie den deutschen Meister 
nach dem zweiten Weltkrieg wieder ebenso warmherzig und begeistert 
empfingen wie zuvor. Mühsam waren für Furtwängler nur die Proben mit 
dem französischen Orchester, da dessen Mitglieder vielfach 
Nebenbeschäftigungen nachgingen und sich durch Stellvertretungen und 
Unpünktlichkeit auszeichneten. Aber er begegnete dieser Belastung mit 
intensiver Arbeit, Geduld und befreiendem Humor" (Hans Speidel: Aus 
unserer Zeit. Erinnerungen. Berlin 1977. S. 61). 

18. Mai 1934, Audienz bei Goebbels: 

"(...) 2.) Gesamteindruck: Starke Isolierung Deutschlands Will man 
diese Isolierung in Deutschland im Kunstleben überbrücken oder nicht? 
Engagements von Nichtariern in deutschen Konzert- und Kunst- 
Unternehmungen? Trotz Erlassen bedeutende Verschärfung der Situation 
in den letzten Monaten. Überbrückung wäre zum Teil durch Rundfunk 
möglich, etwa Platten von Kreisler. 

(...) 4.) Musikkammer. Grundsätzliche Fragen der Zuständigkeit 


F 1881 





Furtwänglers, da er dauernd mit seinem Namen Dinge decken muss, die 
er nicht erfährt und in wirklich wichtigen Fällen nicht helfen kann. Beispiel: 
Günther Raphael. 

Neue Zuständigkeits-Probleme durch Ministerien. Musik-Hochschule und 
Akademien. 

Kunst-Politik: Fall Hindemith im Prinzip. Vom Ausland wurde z. B. 
das neue Werk von Hindemith von sämtlichen grossen Städten verlangt" 
(Aufzeichnung Furtwänglers zur Ministerbesprechung, 18/V/34. Quelle: 
Leihgabe Andreas Furtwängler). 

Denkschrift zur Tanzgruppe Kurt J ooss, 23/V/34, an Dr. Goebbels 
(Quelle: NL Furtwängler, Kopie im AP). 
Zitat: 

"(...) dass die Erfolge von Jooss ganz außerordentliche sind. Er ist 
gegenwärtig draussen anerkannt der Beste in seiner Art und würde für 
Deutschland eine wirklich vielseitige Kultur-Propaganda leisten, wenn er 
auch von Deutschland anerkannt würde, d. h. wenn zum mindesten sein 
Auftreten in Deutschland erlaubt würde. Er selbst legt entschiedensten 
Wert darauf, ein Deutscher und kein Emigrant zu sein". 

Kurt Jooss (1901-1979) galt als "kulturpolitisch untragbar". 
Staatskommissar Hinkel hatte ihn nicht empfangen, Gauleiter Freytag in 
Essen Auftrittsverbot erteilt. Daraufhin übernahm das britische 
Erziehungsinstitut Dartington Hall die gesamte Jooss-Schule mit allen 
deutschen Lehrkräften. 

Denkschrift zu Graf Hermann Keyserling, 23/V/34, an Dr. Goebbels 
(Quelle: NL Furtwängler). 
Zitat: 

"(...) kein Zweifel, dass seine Tätigkeit bei seiner Einstellung zum 
heutigen Deutschland für den neuen Staat nur als Mittel für deutsche 
Kulturpropaganda angesehen werden kann, und dass andererseits eine 
Drosselung oder gar Unterdrückung seiner Tätigkeit (Verhinderung, 
Vorträge zu halten, Beschlagnahme seiner Bücher usw.) in aller Welt mit 
Recht als Barbarei bezeichnet würde. Mit Rücksicht auf das Ausland 
sowohl als auch mit Rücksicht auf die Freiheit geistiger Tätigkeit 
überhaupt, muss deshalb gefordert werden, daß jemand wie Graf 
Keyserling, wenn nicht ganz zwingende Gründe hochpolitischer Art gegen 
ihn vorliegen, seine Tätigkeit im In- und Ausland frei ausüben darf". 

Furtwängler versuchte stets, mit der gleichen Taktik zu überzeugen. 
So erklären sich die wiederholten Hinweise auf politische Zuverlässigkeit, 
vor allem aber die Wirkung im Ausland, sofern jemand in die Emigration 
getrieben werde, oder daß er für Kulturwerbung des Reiches unerläßlich 
sei. Im Falle Keyserling half die Intervention für den Augenblick. Ab Ende 
1937 schlug Goebbels erneut mit einem Redeverbot zu. 

25. Mai 1934, Auftrittsverbot: 

"Von der Landesleitung Österreich der N.S.D.A.P. ist dem 
Ministerium mitgeteilt worden, daß Sie beabsichtigen, bei den im Sommer 
dieses Jahres in Salzburg stattfindenden Festspielen mitzuwirken. Herr 
Reichsminister Dr. Goebbels hat mich beauftragt, Ihnen mitzuteilen daß 
dies der Politik des Führers Österreich gegenüber zuwider laufe und daß er 


e 1882 





Sie bittet, von einer Mitwirkung bei den Salzburger Festspielen im 
politischen Interesse Abstand zu nehmen" (RMVP, Staatssekretär Walter 
Funk, 25/V/34. Quelle: BAR 55/ 1184. Blatt 6). 

Österreich führte unter Bundeskanzler Dollfuß einen innenpolitischen 
Zweifrontenkrieg, zuletzt mit Parteiverboten gegen Nationalsozialisten 
und Sozialdemokraten, die in Straßenkämpfe in Wien und anderswo 
mündeten. Hitler verstand dies als feindlichen Akt. 

13. Juni 1934, Hilferuf: 

"(...) Ich bin, nachdem ich im vorigen Jahre bereits einmal beurlaubt 
war, und dank meiner Frontdiensttätigkeit im Kriege wieder in meine 
vollen Rechte eingesetzt worden bin, jetzt mit folgendem Schreiben in den 
Ruhestand versetzt worden. 

Im Namen des Reichs 
Auf Vorschlag des Ministeriums des Innern versetze ich 
hiermit den Konzertmeister beim Stadtorchester in Leipzig 
Leo Schwarz in Leipzig 

auf Grund von 8 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des 

Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 (Reichsgesetzbl. | S. 175) in 
der Fassung der Änderungsgesetze vom 23. Juni 1933 (Reichsgesetzbl. | 
S. 389) und vom 22. März 1934 (Reichsgesetzbl. I S. 203) in den 
Ruhestand. 

Dresden, am 28. Mai 1934 
Der Reichsstatthalter in Sachsen 
gez. Martin Mutschmann 
Wie Sie sich wohl vorstellen können, ist diese Nachricht für mich nicht 
erquicklich gewesen. Aber auch das gesamte Orchester ist von dieser 
Nachricht wenig erbaut, zumal ich mich Gott sei dank eines sonst sehr 
guten Rufes erfreue. Ich selbst kann von mir aus dagegen nichts 
unternehmen, und wäre Ihnen zu grösstem Danke verpflichtet, wenn Sie 
die Güte haben würden, sich in dieser Angelegenheit für mich zu 
verwenden (...)" (Leo Schwarz an Furtwängler, 13/V1/34. Quelle: NL 
Furtwängler). 
25. Juni 1934, Information für Goebbels: 
"(...) 2.) Zuletzt eingereichte Anregungen: 
Störung eines Konzertes Edwin Fischer 
Maifeier Ortsgruppe Rom 
Tanzgruppe Kurt J 00ss 

(...) 4.) Eälle: 

Pensionierung Pfitzner 

Kündigung Günther Raphael (Vorschlag des Oberbürgermeisters 
Goerdeler zu einer gemeinsamen Besprechung nach Berlin zu kommen.) 

Salzburg 

Goldberg - Dahmen 

Presse überhaupt 

Einladung Russland 

Wie weit hat man vor, in der J udenfrage zu gehen? 

Vorschlag: Prof. Flesch Klasse 

Fall Armin Wüllner 





e 1883 





Leo Schwarz (in Leipzig gekündigt, da Nichtarier, obwohl 
Frontkämpfer 

Schwieger - Schmidt-Iserstädt 

Knappertsbusch (...)" (Aufzeichnung Furtwänglers für ein Gespräch 
mit dem Minister, 25/V1/34. Quelle: Leihgabe Andreas Furtwängler). 

Unter dem 22/VI hatte Furtwängler den Minister mit diesen Fällen 
bekanntgemacht; die neue Information unter 2) trägt den handschrifti. 
Vermerk "ohne Antwort". Bei der Maifeier in Rom hatte ihn der Leiter der 
dortigen NSDAP-Ortsgruppe, Major a. D. Dr Friedrich Wirth, wegen der 
Juden im Orchester heftig angegriffen. 

Die neu aufgeführten Fälle betrafen weithin Musiker in politischen 
Nöten wegen rassistischer Verfolgung. 

1. Juli 1934: 

Aus dem BPhOÖ scheiden der Geiger Simon Goldberg und der Cellist 
Joseph Schuster aus. 

2. Juli 1934: 

Furtwängler teilt dem schwedischen Komponisten Atterberg mit, er 
könne leider dessen Oper "Flammendes Land" für nächstes Jahr an der 
Berliner Staatsoper nicht in Betracht ziehen, weil so viele neue deutsche 
Opern vorlägen, so daß er in der nächsten Spielzeit zwei Werke namhafter 
deutscher Komponisten in Uraufführung herausbringen wolle (Quelle: BAR 
55/ 20173. Blatt 38). 

Die Oper hatte einen Stoff, der politisch dem NS entgegenkam. 

7. Juli 1934, Um Hindemiths Oper: 

"Auf Anfrage wurde mir aus Ihrem Büro mitgeteilt, daß die 
Aufführung der Oper von Hindemith an der Staatsoper >zunächst nicht 
genehmigt< sei. - Ich weiß nicht, wie weit es angesichts der Probleme 
hoher Politik, die Sie und den Führer gegenwärtig beschäftigen müssen, 
Ihnen möglich war, meiner Bitte, in diesem Falle vom Führer noch einmal 
selbst gehört zu werden, Geltung zu verschaffen. Da ich morgen definitiv 
abreisen muß, möchte ich - in der Annahme Ihres Einverständnisses - die 
endgültige Klärung dieser Frage bis zum Herbst vertagen, wo ich dann 
beim Führer zu einem Vortrag Audienz erbitten werde. Ich bin durch Ihr 
Vertrauen zum Preußischen Staatsrat und Operndirektor der Preußischen 
Staatsoper berufen worden und damit zum ersten Sachverständigen des 
Staates in diesen Dingen einesetzt. Sie werden verstehen, daß ich es mit 
meinem Verantwortungsgefühl nicht vereinbaren könnte, zur Ablehnung 
eines Werkes veranlaßt zu werden, das ich, und nur ich bisher kenne und 
für gut befunden habe. Es ist im Übrigen ja nur mein 
Verantwortungsgefühl gegenüber der Kunst, das mein Urteil leitet und in 
den Stellungen, in die Sie mich eingesetzt haben, leiten muß" 
(Furtwängler an Göring, 7/VI1/34. Typoskript. Quelle: NL Furtwängler). 

Die "Probleme hoher Politik" folgten aus der brutalen Beseitigung 
der Führungsspitze der SA und den Massenmorden im sogenannten 
"Staatsnotstand". 

20. Juli 1934, Vertragsentwurf: 

Mr) 

Das Recht der Auswahl von Solisten für die Philharmonischen Konzerte 


e 1884 





steht Staatsrat Dr. Furtwängler für jedes Konzert mit Vorkonzert bis zu 
einer Höhe von 850.-- RM für jeden Solisten allein zu. Für Ausnahmefälle 
ist die Zustimmung der Geschäftsführung der Gesellschaft einzuholen. Die 
Bestellung von Nichtariern ist jedoch ausgeschlossen. Keine Agentur soll 
bei dem Engagement von Solisten ein Vorrecht haben" (Entwurf eines 
Vertrages zwischen dem Berliner Philharmonischen Orchester und 
Furtwängler aus dem Ministerium, Staatssekretär Funk, mit 
Begleitschreiben vom 20/VI1/34. Quelle: BA Namensakte Furtwängler). 

Wegen des kodifizierten Judenboykotts unterschrieb Furtwängler 
den Vertrag nicht, sondern arbeitete ohne vertragliche Grundlage weiter 
und fuhr fort, nichtarische oder "jüdisch versippte" Solisten einzusetzen, 
so Nikolai Graudan und Hugo Kolberg. 

August 1934, Hindenburgs Trauermusik: 

"Hitler wollte, daß Furtwängler bei den Beerdigungsfeierlichkeiten 
die Trauermusik dirigiere, doch niemand konnte den Dirigenten finden, 
nicht einmal die Gestapo. Später ging das Gerücht um, er habe einige 
>romantische< Ferientage auf einem polnischen Gut verbracht, ohne 
seine Adresse zu hinterlassen" (Friedelind Wagner: Nacht über Bayreuth. 
Bern, 1946. S.172). 

Den ganzen August hindurch arbeitete Furtwängler auf Gut Gorzno 
Post Garcyn, an seiner Violinsonate. 

18. August 1934, Zur Volksabstimmung: 

"..) Wir glauben an diesen Führer, der unseren heißen 
Wunsch nach Eintracht erfüllt hat. Wir vertrauen seinem Werk, das 
Hingabe erfordert, jenseits aller kritelnden Vernünftelei, wir setzen unsere 
Hoffnung auf den Mann, der über Mensch und Ding hinaus in Gottes 
Vorsehung gläubig ist. Weil der Dichter und Künstler nur in gleicher Treue 
zum Volk zu schaffen vermag und weil er von der gleichen und tiefsten 
Überzeugung kündet, daß das heiligste Recht der Völker in der eigenen 
Schicksalsbestimmung besteht, gehören wir zu des Führers Gefolgschaft. 
Wir fordern nichts anderes für uns, als was wir anderen Völkern ohne 
Vorbehalt zugestehen; wir müssen es für dieses Volk, das deutsche Volk 
fordern, weil seine Einheit, Freiheit und Ehre unser aller Not und Wille ist. 

Der Führer hat uns wiederum aufgefordert, in Vertrauen und Treue 
zu ihm zu stehen. Niemand von uns wird fehlen, wenn es gilt, das 
zu bekunden" (Aufruf der Kulturschaffenden. "VB", 18/VI11/34). 

Der - fraglos von Goebbels formulierte - Aufruf diente der Werbung 
für die Volksabstimmung einen Tag darauf, als Hitler scheindemokratisch 
das Amt des verstorbenen Hindenburg als Reichspräsident sich aneignete. 

Wie 36 andere, so Ernst Barlach, Rudolf G. Binding, Hans Friedrich 
Blunck, Richard Euringer, Gustav Frenssen, Gustav Havemann, Erich 
Heckel, Georg Kolbe, Erwin Kolbenheyer, Werner Krauß, H. Lersch, Agnes 
Miegel, Börries Freiherr von Münchhausen, Emil Nolde, Hans Pfitzner, 
Wilhelm Pinder, Mies van der Rohe, Hermann Stehr, Richard Strauss und 
Heinz Tietjen, Querschnitt durch das politische Spektrum, unterschrieb 
auch Furtwängler. 

Er versuchte damit ersichtlich, Hitlers Widerstand gegen Hindemiths 
Oper "Mathis" aufzuweichen. 


e 1885 





26. August 1934, Belanglosigkeit: 

"(...) Sie werden mir jedoch zugeben, dass es für die Staatsoper 
gänzlich belanglos ist, ob in der nächsten Spielzeit Hindemith aufgeführt 
wird oder nicht. Ich will Ihnen jedoch gern behilflich sein, eine Audienz bei 
dem Herrn Reichskanzler zu erwirken, in welcher Sie ihm Ihre Auffassung 
über die geplante Hindemith-Oper vortragen können. Ich möchte aber 
heute schon bitten, diese Angelegenheit als nicht so wichtig und 
entscheidend anzusehen (...)" (Der Preußische Ministerpräsident an 
Furtwängler, 26/VI1l/34. Quelle: Leihgabe Andreas Furtwängler). 

Der Brief informierte Furtwängler, daß das Verbot der Oper nicht 
von Göring, sondern von Hitler selber stamme. Der Funktionär deklarierte 
sich durch seine Einschätzung des Werks als kunstfeindlichen Banausen. 
28. August 1934: 

(1) 

Dringend: 

"(...) Was nun den gegenwärtigen Streitpunkt - die Aufführung der 
Hindemith'schen Oper - betrifft, so liegt hier die Sache zwangsläufig für 
mich doch etwa anders, als Sie annehmen. Nicht nur des Institutes wegen 
- das als erstes Institut Deutschlands an dieser bei weitem bedeutendsten 
Opern-Produktion des kommenden Jahres, dem wahrscheinlich 
bedeutendsten Werk der jüngeren Generation seit Jahrzehnten, nicht 
vorübergehen dürfte - sondern mehr noch um des neuen Deutschlands 
und der Kunst überhaupt willen muß ich an diesem meinem Vorschlag 
festhalten. Ich erwarte in dieser Beziehung alles von einer persönlichen 
Unterredung mit dem Führer, der das Werk nicht kennt und bei seiner 
Ablehnung, wie ich ihm leicht nachzuweisen hoffe, von irrtümlichen 
Voraussetzungen ausging. Hindemith bringt persönlich alles mit, um im 
heutigen Deutschland zu Worte kommen zu können: er ist reiner Arier und 
persönlich wie als Künstler ein ausgesprochen deutscher, schlichter, nach 
innen gekehrter Mensch. Dass er in seiner Vergangenheit oft künstlerisch 
geirrt hat, muss man ihm nicht weniger nachsehen als anderen (zZ. B. 
Gründgens), die zum Teil in diesen Irrungen ungleich weiter gegangen 
sind. Politisch hat er sich nie betätigt und dafür, dass ein Teil seiner Musik 
- übrigens nur ein Teil - von den ehemaligen Links-Parteien für sich 
reklamiert wurde, dafür kann er nicht. Ein liberalistischer Musik- 
Bolschewist ist er nie gewesen, aber ein ernster Künstler, der sich's sauer 
werden lässt und ausserdem das auch von seinen Gegnern anerkannte 
bedeutendste Talent der Generation. (...)" (Furtwängler an Göring, 
28/VI11/34. Quelle: Leihgabe Andreas Furtwängler). 

Der Brief ging nicht zur Post; Göring, der auf der Ziehharmonika 
dilettierte, hätte fraglos nicht begriffen, warum dem Dirigenten an dieser 
spektakulären Uraufführung gerade in der Staatsoper lag. 

(2) 

Zum Parteikongreß?: 

"Betr: Mitwirkung des Philharmonischen Orchesters, Berlin 

auf dem Reichsparteitag 1934. 


Aus den Verhandlungen mit Dr. Rudolf von Schmidtseck, 


e 1886 





Geschäftsführer des Philharmonischen Orchesters, sind als wesentliche 
Punkte festzustellen: 

1. Im Orchester wirken heute noch 2 Nichtarier mit und zwar der 
Konzertmeister Graudan (Cello), der reiner J ude ist, und ein erster Geiger, 
der nichtarischer Österreicher ist. Laut Weisung des Ministers Dr. Goebbels 
stellt das Philharmonische Orchester eine Einheit dar. Als kürzlich ein 
deutscher Reichssender bei der Verpflichtung des Philharmonischen 
Orchesters diese beiden Musiker ablehnte, erfolgte seitens des Reichs- 
Propaganda-Ministers die Weisung, sie auf jeden Fall mitspielen zu lassen. 

2. Die Frage, ob sich nicht das aussergewöhnlich hohe Honorar des 
Philharmonischen Orchesters (RM 3 700,--) für den Parteitag herabsetzen 
liesse, verneinte Dr. von Schmidtseck. Er berief sich dabei auf die 
Vorschriften des zuständigen Ministerialdirektors im Reichs- 
Propagandaministerium, dass auch in diesem Falle der volle Gehalts- und 
Etatsanteil in Ansatz zu bringen sei, da das Orchester für >Dritte< spiele. 

3. Dann lehnte Dr. von Schmidtseck im Namen Furtwänglers 
irgendwelche Programmvorschläge ab; Furtwängler würde das Programm 
selbst bestimmen und es würde dann schon jeden Ansprüchen genügen 
(...)" (Aktennotiz der NSKG, Abt. Musik, Friedrich W. Herzog, 28/VI111/34. 
Quelle: ACDJC, Document CXLV-533). 

In Absprache mit Furtwängler hintertrieb der Geschäftsführer derart 
die Absicht Rosenbergs, Klangkörper mit Dirigenten beim Reichsparteitag 
einzusetzen. 

(3) 

Rosenbergs Planung: 

"Zu diesen Mitteilungen bemerkt Herr Rosenberg: 

Nachdem wir zunächst an die jüdische Geschäftsführerin von 
Furtwängler gewiesen wurden und diese abgelehnt hatten, fanden 
Unterhandlungen statt mit dem Geschäftsführer des Philharmonischen 
Orchesters, wobei ebenfalls klar erklärt wurde, dass die beiden noch 
vorhandenen Juden in Nürnberg auf keinen Fall spielen könnten. Wie aus 
den mitgeteilten Aktennotizen ersichtlich, fand Dr. Furtwängler also, dass 
ein Dirigieren seinerseits auf dem Parteitag der NSDAP eine Belastung 
darstelle. Dr. von Schmidtseck ließ durchblicken, dass, erst wenn ein 
ausdrücklicher Wunsch des Führers vorliege, Furtwängler sich entschließen 
könne, zu dirigieren. Im übrigen ist bis auf den Entscheid des Führers 
folgendes ausgemacht: 

Furtwängler macht seinen Programmvorschlag im Laufe des 
heutigen Tages. Falls der Führer die Bedenken von Furtwängler teilen 
sollte, könnte das Philharmonische Orchester unter Umständen unter der 
Leitung von Abendroth in Nürnberg spielen. Für ein Gesangssolo wird 
versucht, Heinrich Schlusnus zu erreichen; für den in Aussicht 
genommenen Vorspruch Kayssler. Für die Ausschmückung des Apollo- 
Theaters wird Sorge getragen. 

Pg. Rosenberg wird den Führer sofort von allem Näheren 
unterrichten. Er bittet nur um einen Bescheid in Bezug auf die 
Stellungnahme Furtwänglers. Ein Brief folgt in dieser Angelegenheit" 
(Alfred Rosenberg, Bemerkung, 28/VI11/34. Quelle: ACDJC, Document: 


e 1887 





CXLV-533). 
Hitler begnügte sich mit dem NSRSO unter Franz Adam. 


10. September 1934, Abschied von Deutschland?: 

"Deshalb steht heute jeder Deutsche, der eine Stellung innehat, vor 
der Frage, ob er dieselbe behalten oder durchführen will oder nicht. Im 
Bejahungs-Fall muß er mit der herrschenden Partei irgendwie praktisch 
paktieren. Oder aber, er will ausscheiden, dann ist es etwas anderes. (...) 
Etwas anderes ist es bei mir, der ich an meine Stellungen nicht gebunden 
bin, und mir bewußt erlaube (ich habe eben eine ähnliche Sache wegen 
Bertel G(eissmar) als freier Mann zu handeln. In kurzem wird es sich 
zeigen, ob ich in Deutschland werde bleiben können. Immerhin bin ich mir 
bewußt, was ich tue, und daß die Möglichkeit eines Abschieds von 
Deutschland für immer besteht" (Furtwängler an L. Curtius, 10/1X/34. In: 
Wilhelm Furtwängler, Briefe. Wiesbaden 41980. S. 77). 

Prof. Dr. Ludwig Curtius, Freund der Familie, leitete das 
Zweiginstitut Rom des Archäologischen Reichsinstituts. Rosenberg 
schwärzte ihn am 30/1/36 mit Schreiben an die Parteikanzlei, Bormann, 
als "typischen Vertreter des Liberalismus" an. Curtius hatte eine jüdische 
Kindererzieherin anstellen wollen. 

30. September 1934: 

Pfitzner wendet sich an Furtwängler mit der Bitte, bei der nächsten 
Unterredung mit Dr. Goebbels in seiner Pensionierungssache zu 
intervenieren. 

2. Oktober 1934: 

Furtwängler verspricht Pfitzner, sofort Nachricht zu geben, sobald er 
den Minister gesprochen habe. 
9. Oktober 1934: 

Pfitzner mahnt die Intervention Furtwänglers zu seinen Gunsten bei 
Dr. Goebbels an und beklagt die Verschleppung. 

12. Oktober 1934: 

Furtwängler läßt Pfitzner wissen, daß die Unterredung mit dem 
Minister von Woche zu Woche verschoben wurde und nun auf den 17. 
Oktober festgemacht sei. 

21. Oktober 1934, Hilfsaktion: 

"Dr. Schmidt 
Bouhler, Vossstr. (Reichsleiter) 

Himmler oder Heidrich 
Hess: Schmidt aus der Schutzhaft entlassen u. dem Justizminister 
überlassen, ob er Haftbefehl erlassen wird oder nicht. Schutzhaft muß 
weg! 

Sachreferent: München hat günstig entschieden. Ketten von 
Mißverständnissen, die der Rechtsanwalt sofort aufklären kann." 
(Kalendernotiz Furtwänglers, 21/X/34, handschriftlich. Quelle: WFA). 

Der Münchner Prominenten-Arzt Dr. Johann Ludwig Schmitt war 
unter politischer Beschuldigung durch Schutzhaft ausgeschaltet worden, 
wurde dann jedoch freigelassen. 


e 1888 





8. November 1934, Hindemith-Oper: 

"Warum ich in der Hindemith-Frage mich so verhalten mußte und 
muß, wie ich es getan habe, möchte ich Ihnen lieber mündlich erklären, 
da es hier zu weit führen würde. Es hängt dies vielmehr mit meiner 
Stellung als Künstler zusammen als mit der als Opern-Direktor im engeren 
Sinne. Im übrigen haben Sie ja selbst Ihr Desinteressement an dieser 
Frage bekundet, so daß deren Klärung von einer noch zu führenden 
Unterhaltung zwischen mir und dem Führer abhängt - der, wie mir scheint, 
hier falsch unterrichtet ist und der von irrtümlichen Voraussetzungen 
ausgeht" (Furtwängler an Ministerpräsident Göring, 8/X1/34. Quelle: NL 
Furtwängler). 

9. November 1934: 

(1) 

Furtwängler teilt Pfitzner mit, er habe dessen Sache beim Minister 
noch einmal vorgetragen und hoffe, dieser werde dem Komponisten in 
Weimar Gelegenheit zu einer ausführlichen Aussprache geben. 

(2) 

Meldung: 

"Unter dem Ehrenvorsitz von Wilhelm Furtwängler und dem Vorsitz 
von Dr. Walter Abendroth und Dr. Zeno Diemer ist die Hans-Pfitzner- 
Gesellschaft (München) neu ins Leben gerufen worden" ("AMZ" LXI/45, 9/ 
X1/34. S. 646). 


25. November 1934: 

Die "DAZ", Reichsausgabe, Nr. 549/550, druckt die Stellungnahme 
Furtwänglers zum Fall Hindemith. 

26. November 1934: 

Im 4. Philharmon. Konzert bietet Furtwängler die "Dorische Musik" 
von H. Kaminsky; eines der drei Soloinstrumente spielt Nicolai Graudan. 

Obwohl ihm traditionell zehn Philharmonische Konzerte oblagen, war 
dieses das letzte der Saison 1934/35. Für mehrere Monate reagierte er 
auf den Angriff von Staat und Partei mit Verweigerung. 

4. Dezember 1934, Entlassungsantrag: 

"Sehr geehrter Herr Minister! 

Hierdurch bitte ich ergebenst um meine Entlassung aus meinen Ämtern 
als Leiter des philharmonischen Orchesters und als Vize-Präsident der 
Reichsmusikkammer. Heil Hitler!" (Furtwängler an 
Dr. Goebbels, 4/X11/34, handschriftlich. Quelle: Maschinenabschrift im 
WFA). 

Die amtliche Grußformel "Heil Hitler", die der Dirigent sonst nie 
verwendete, erscheint hier zum ersten Mal, auch eine Art der Ironie. 

Der - mündliche - Vertrag des Orchesters mit Furtwängler wurde 
erst zum 1/IV/35 aufgehoben. Das Abwarten erklärt sich aus der 
Hoffnung, der Konflikt werde rasch beigelegt. Bis dahin hatten so viele 
Abonnenten gekündigt, daß für die Philharmonischen Konzerte in Berlin 
16.066, 40 RM, für die in Hamburg 13.397, 05 RM zurückgezahlt werden 
mußten. Wegen Ausfalls der England-Tournee machte der britische Agent 
Holt überdies 3.478 RM Schadensersatz in Devisen geltend. 


e 1889 





Dezember 1934, Rückblick: 

"(...) Der sogenannte Furtwängler-Ausschuss, welcher seinerzeit 
unter Mitwirkung der Minister Rust und Dr. Goebbels zur kulturellen 
Überwachung der deutschen Konzertprogramme ins Leben gerufen war 
und in der Spielzeit 1933/34 die Programme sämtlicher 
Konzertveranstalter kontrollierte, hatte die Komposition von Hindemith 
allgemein zugelassen. Zu Beginn der Spielzeit 1934/35 beabsichtigte das 
Leipziger Gewandhaus in dem ersten Konzert unter Leitung von Abendroth 
die Aufführung der Symphonie >Matthis, der Maler< anzusetzen. Der 
Leipziger Kulturreferent der Stadtverwaltung, Stadtrat Hauptmann, lehnte 
diese Aufführung ab und begründete das in einem Schreiben an Dr. F. 
folgendermassen: (...). 

Dieses Schreiben war veranlasst durch eine Besprechung der 
Angelegenheit zwischen Dr. F. und Staatssekretär Funk. In dieser 
Besprechung hatte Staatssekretär Funk Herrn F. gesagt, dass der Minister 
Dr. Goebbels, den F. in einer Besprechung einige Tage vorher auf diese 
Angelegenheit angesprochen hatte, seinerseits bereits mit Leipzig in 
Verbindung stände, und dass er, Funk, nicht wisse, ob der Minister nicht 
bereits in Verbindung mit dem Gau Sachsen sich in der Angelegenheit 
festgelegt habe. 

Tatsächlich wurde in Leipzig die Aufführung des Hindemith-Stückes 
abgelehnt, worauf Dr. F. dem Schriftführer des Programm- (F.-) 
Ausschusses Dr. Beneke schriftlich mitteilte, dass er bis zur Klärung der 
Zuständigkeiten seine Mitwirkung in diesem Ausschuss auf Grund dieses 
Vorganges einstelle. 

Am ... November (= in der Novembernummer) d. Js. erschien in der 
Zeitschrift >Die Musik< ein anonymer Artikel, der, wie sich später 
herausstellte, von dem Musikreferenten der NS-Kulturgemeinde, Herzog, 
verfasst worden war unter der Überschrift >Hindemith kulturpolitisch 
untragbar<.--- 

Kurz darauf war es gelungen, für Herrn F. einen Besprechungstermin 
am Freitag, den 30. Nov. ds. Js., beim Führer mit dem Thema 
>Allgemeine kultur- und kunstpolitische Fragen< anzusetzen. F. glaubte 
nun ein Präjudizieren des Führers durch diesen genannten ablehnenden 
Artikel über Hindemith verhindern zu müssen und entschloss sich deshalb, 
selbst in der Presse zum >Fall Hindemith< Stellung zu nehmen. 

(...) Im Verfolg dieses Artikels, der von einem großen Teil der 
Deutschen Presse auszugsweise oder vollständig wiedergegeben wurde, 
erschien im >Angriff< ein scharfer Artikel gegen F., der von Herrn Röder 
geschrieben war. Die Reichsleitung der NS-Kulturgemeinde hatte dabei 
vertraulich verlauten lassen (Herzog), dass am Montag Rosenberg mit 
dem Furtwängler-Artikel beim Führer gewesen sei, und dass der Führer 
entschieden habe, dass die nationalsozialistische Presse gegen F. und 
gegen Hindemith Stellung zu nehmen habe. Im weiteren Verlauf der Dinge 
wurde die Besprechung beim Führer durch den Regierungsrat Meerwald 
abgesagt mit der Begründung >Der Führer halte den Zeitpunkt für eine 
Besprechung mit F. nicht für gegeben<. Am Freitag, den 30. Nov. 34., 
erschien darauf eine Auflage-Nachricht an die gesamte Presse von der 


e 1890 





Reichsamtsleitung der NS-Kulturgemeinde folgenden Inhalts: (...). 

Es war von Herrn F. am Vorabend versucht worden, sich über diese 
Auflagenachricht mit Minister Dr. Goebbels oder Staatsrat Funk zu 
verständigen, da diese Verhandlung des Falles geeignet erschien, weitere 
Schärfen in dem Konfliktsfalle hervorzurufen, da der Konflikt nunmehr 
nicht lediglich Hindemith, sondern bereits F. selbst betraf. Eine Verbindung 
zu den genannten Herren an diesem Abend war nicht möglich, die Presse- 
Abteilung des Propaganda-Ministeriums erklärte sich für nicht befugt, die 
Veröffentlichung der Auflagenachricht zurückzuhalten. 

(...) In der Besprechung beim Ministerpräsidenten am Sonnabend, 
den 1. Dez. 34., erklärte der Ministerpräsident, dass F. einen taktischen 
Fehler gemacht habe, in dem er mit seinem Artikel die Angelegenheit zum 
Gegenstand einer Presse-Kampagne gemacht habe. Auf die Entgegnung 
von F., bei diesen Umständen würde es ihm schwer, als freier Künstler die 
Verantwortung für seine Ämter weiter zu tragen, erklärte der 
Ministerpräsident, eine Demission wegen dieser Dinge käme gar nicht in 
Frage, das wäre die Sache nicht wert. Bei dieser Gelegenheit hatte der 
Ministerpräsident weiter Herrn F. wissen lassen, dass so, wie die Dinge 
jetzt lägen, der Komponist Hindemith eine politische Frage geworden sei, 
und dass für die Zukunft die Aufführung der Hindemith-Stücke zunächst in 
Deutschland verboten werde. Daraufhin wurde die Besprechung 
abgebrochen, um am Montag, den 3. Dez. 34., weiter fortgesetzt zu 
werden. Am Sonntag, den 2. Dez. 34., dirigierte F. in der Staatsoper eine 
Aufführung des >Tristan<. Bei dieser Gelegenheit kam es vor jedem Akte 
zu stürmischen Ovationen für F., die einen ausgesprochen demonstrativen 
Charakter hatten. 

Herr F. entschloß sich nach reiflicher Ueberlegung am Montag 
zunächst zu versuchen, eine Besprechung mit Herrn Dr. Goebbels und 
wenn möglich, sogar mit dem Führer zu arrangieren, da er glaubte, dass 
nur auf diese Art der latente Konflikt gelöst werden könne. Eine solche 
gemeinsame Besprechung liess sich nicht ermöglichen, sondern dieser 
Vorschlag wurde abgelehnt mit der Begründung >ein Verhandeln mit dem 
Führer und eine Bedingung stellen wollen diesem gegenüber wäre ein 
absurder Gedanke, ein Wissender könne nur lächeln<. Daraufhin bat F. 
den Generalintendanten Tietjen zunächst als neutrale Person und an der 
Entwicklung als Intendant der Staatsoper Interessierten, die weiteren 
Möglichkeiten über die Lösung des Konfliktes mit dem Ministerpräsidenten 
zu besprechen. Er hatte dieserhalb Tietjen wissen lassen, dass er 
selbstverständlich persönlich bereit wäre, als Künstler seinem Staat und 
seinem Volk weiter zu dienen, dass er aber zwangsläufig sich veranlasst 
sähe, seine Demission aus dem politischen Amt des Vizepräsidenten der 
Musikkammer zu erbitten. 

(...) Der Generalintendant übermittelte diese Auffassungen 
Furtwänglers dem Ministerpräsidenten, worauf dieser erklärte, er nahme 
das zur Kenntnis, er könne nicht allein entscheiden, er werde mittags den 
Führer und Minister Goebbels sprechen und dann mit diesen über die 
Möglichkeiten sprechen (versuchen, Kopie Tietjen zu erhalten). 

(...) Am Nachmittag dieses Tages wurde dem Generalintendanten 


F 1891 





vom Ministerpräsidenten mitgeteilt, dass eine solche Möglichkeit einer 
teilweisen Demission und einer Rehabilitierung voraussichtlich nicht 
möglich sein würde, F. habe sich bis zum nächsten Mittag 12 Uhr zu 
erklären, ob er bereit sei, sich persönlich zu entschuldigen und seine 
gesamten Ämter weiter zu behalten, oder nicht. 

(....) Der Ministerpräsident erklärte darauf, er werde die Frage 
nochmals mit dem Führer und Dr. Goebbels besprechen und ihm dann 
Nachricht zukommen lassen. Am Nachmittag um 6 Uhr wurde F. erneut 
zum Ministerpräsidenten gerufen, worauf er ihm mitteilte, die 
Möglichkeiten des Vormittagsgespräches hätten sich leider nicht ergeben, 
der Führer erwarte, dass Furtwänglers Rücktrittsgesuch bis abends um 8 
Uhr erfolge, widrigenfalls F. am nächsten Tage entlassen werde. Darauf 
erklärte F., er bitte dann entlassen zu werden, worauf ihm der 
Ministerpräsident sagte, wenn er, F., seinen Rücktritt selbst formuliere, 
würde jeglicher Kommentar in der Presse verboten werden, denn der 
Führer wünsche eine Trennung in Freundschaft und Frieden. 

Darauf erklärte F. seinen Rücktritt und die Rücktrittsgesuche wurden 
durch den Generalintendanten dem Ministerpräsidenten um 8 Uhr 
überbracht" (Gedächtnisprotokoll Furtwänglers, ohne Datum = Dezember 
1934. Quelle: NL Furtwängler). 

5. Dezember 1934: 

(1) 

Rücktritt?: 

"Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler hat den Reichsminister Dr. 
Goebbels um Entlassung aus seinen Ämtern als Vizepräsident der 
Reichsmusikkammer und als Leiter des Berliner Philharmonischen 
Orchesters ersucht. Gleichzeitig bat er den preußischen 
Ministerpräsidenten, ihn von seinem Amt als Operndirektor der Berliner 
Staatsoper zu entbinden. Beide Reichsminister haben die an sie 
ergangenen Gesuche bewilligt. 

Die vorstehende Meldung geht kurz vor Schluß des Blattes ein. Auch 
im kulturpolitischen Leben - und gerade da - muß eine strenge Scheidung 
der Fronten erfolgen. Furtwängler hat in der Auseinandersetzung um Paul 
Hindemith gezeigt, daß er auf der anderen Seite steht. Daraus sind 
nunmehr die Folgerungen gezogen. Wie notwendig dies Warnungssignal 
ist, zeigt unser heutiger Leitaufsatz" (Furtwängler zurückgetreten. 
"Deutsche Zeitung" Nr. 579 b, 5/X11/34). 

Der Kurzkommentar verrät die Ahnung der Wahrheit, daß es sich 
nicht um einen freiwilligen Rücktritt handelte; ein Warnungssignal konnte 
Ja nur von Seiten der Machthaber kommen. 

(2) 

"(...) Ebenfalls besteht das Verbot, über Furtwängler zu berichten, 
weiterhin. Der Preussische Ministerpräsident wird demnächst anlässlich 
eines Pressetees näheren Aufschluß über die Lage geben" (Bestellungen 
aus der Pressekonferenz vom 5/XI1/34. Quelle: BA ZSg. 101/4/206/Nr. 
961). 


e 1892 





6. Dezember 1934: 

(1) 

"(...) Es wird bekannt, daß die Leitung des Wiener Philharmonie- 
Orchesters Wilhelm Furtwängler zu zwei oder drei außerordentlichen 
philharmonischen Konzerten zu verpflichten beabsichtige" (Clemens Krauß 
geht nach Berlin? "Frankfurter Zeitung" Nr. 621, 6/X11/34). 

(2) Keine Diskussion 

"SIE HABEN VIELLEICHT GESEHEN, DASS IM "VOELKISCHEN 
BEOBACHTER" HEUTE ROSENBERG ZUM FALL FURTWAENGLER - 
HINDEMITH SCHREIBT. AUF ANFRAGE WURDE UNS AUSDRUECKLICH IM 
PROPAGANDAMINISTERIUM GESAGT; DASS DAMIT DIE DISKUSSION 
FUER DIE PRESSE KEINESWEGS EROEFFNET SEI. ES HANDELE SICH 
SOZUSAGEN UM EINE AUSSPRACHE UNTER VIER AUGEN ZWISCHEN 
ROSENBERG UND FURTWAENGLER. UNTER DIESEN UMSTAENDEN 
WERDEN WIR DEN ARTIKEL ROSENBERGS NICHT ZITIEREN UND BITTEN 
AUCH SIE IM EINVERNEHMEN MIT DR KIRCHER NICHTS DARUEBER ZU 
GEBEN: DR GOEBBELS WIRD IN SEINER REDE HEUTE AUF DER 
J AHRESTAGUNG DER REICHSKULTURKAMMER OHNE NAMENSNENNUNG 
AUF FURTWAENGLER EINGEHEN. AUCH DAS SEI, WIE DAS 
PROPAGANDAMINISTERIUM SAGT, KEIN ANLASS, DIE DISKUSSION 
AUFZUNEHMEN. (...)" (Ausrichtung Herrn Reifenberg, 6. 12. BA ZSg., 
102/1/42 Sammlung Sänger). 

Dieser redaktionsinterne Vorgang bei der "Frankfurter Zeitung" - 
Benno Reifenberg - zeigt, wie massiv die freie Äußerung der Presse 
unterbunden war. 


7. Dezember 1934, Echo: 

"Der Rücktritt Wilhelm Furtwänglers bedeutet wohl auch für 
die gefühlsstumpfsten und vorstellungsschwächsten Beurteiler der 
nationalsozialistischen Staatsumwälzung, die immer noch unter dem 
Vorwand einer geistigen Neutralitätshaltung, die meist weiter nichts als 
Mangel eigener Gesinnung ist, nach >schöpferischen< Gedanken in den 
Vorgängen des Dritten Reiches Ausschau gehalten haben, das Ende ihrer 
Träume. 

Hier war ein Künstler europäischer Geltung, der geglaubt hatte, sich 
den neuen Machthabern im Dienste des Ganzen zur Verfügung stellen zu 
sollen, der sich alle Mühe gegeben hatte, die Mauer, die das Dritte Reich 
um sich aufgerichtet hat, zu durchbrechen, und für Verständnis zu 
werben. Heute hat auch er einsehen müssen, daß an dem gedanklichen 
Verhornungsprozeß der Rassenüberheblichkeit, nicht nur die Sittlichkeit, 
sondern auch die Kunst zu Grunde geht, weil beide auf dem Wert der 
Leistung beruhen. Die Abstammung, eine reine Schicksalstatsache, zum 
Kriterium sittlicher und künstlerischer Wertung zu erheben, bedeutet 
Leugnung der Gesittung wie der Kunst. 

(..) Verspätete Einsicht ist besser als gar keine, aber wir wollen uns 
doch daran erinnern, daß es Künstler und Gelehrte gegeben hat, die von 
allem Anfang an die Geist- und Kunstfeindschaft der 
nationalsozialistischen Bewegung und ihre kulturelle und sittliche 


e 1893 





Gefahr für den Volkscharakter erkannt haben und für diese 
Erkenntnis mit Opfern und unter Wagnissen eingestanden sind" (Salander 
= Alfred Kober: A propos. "Basler Nationalzeitung, Nr. 567, 7/XI1/34). 

Hier nahm das Märchen seinen Anfang, Furtwängler habe sich "zur 
Verfügung" gestellt; tatsächlich arbeitete er lediglich wie zuvor, und Partei 
und Staat "verfügten" keineswegs über ihn; mit seinem Kampf im Innern 
riskierte er weit mehr als z. B. irgendein Emigrant. Der Basler Journalist 
ahnte wohl nicht, was sich im Hintergrund abspielte. 

10. Dezember 1934, Helfer: 

"Von einer dem Namen nach hier bekannten Vertrauensperson, die 
ihren Namen jedoch nicht genannt haben möchte, wurde vertraulich 
mitgeteilt, 

dass in der Hochschule für Musik, Charlottenburg, Fasanenstr. 1, 
unter der Studentenschaft und den Orchesterschülern listenmäßige 
Unterschriften gesammelt würden, die den Zweck verfolgten, den 
entlassenen Generalmusikdirektor Furtwängler in sein Amt wieder 
zurückzuberufen. 

Die betreffende Liste soll im Laufe der vergangenen Woche zweimal 
in den Korridoren bezw. in den Wandelgängen zur Einzeichnung 
ausgelegen haben. Das letzte Mal ist die Liste von der Gewährsperson am 
Sonnabend, den 8.12.34, gegen 10 Uhr, gesehen worden. 

Wer der Urheber dieser Sammlung von besagten Unterschriften ist 
(ist) bisher nicht bekannt. Auch können darüber, wer die Liste im Besitz 
hat, keine näheren Angaben gemacht werden" (Betrifft Sammlung von 
Unterschriften für den aus seinen Ämtern ausgeschiedenen General- 
Musikdirektor Furtwängler, 10/X11/34. Protokoll des Kriminalassistenten 
Kraft, Stapo, Stützpunkt 9 Charlottenburg/ Tiergarten. Quelle: BA NS 15/ 
69). 

12. Dezember 1934, Paßentzug: 

"(...) nachdem Furtwängler von dem gegenwärtig auf einer 
Amerikatournee begriffenen Virtuosen Bronislaw Hubermann eine 
Gratulationsdepesche erhalten hatte. Die geheime Staatspolizei hatte 
daraufhin das Heim Furtwänglers mehrere Tage hindurch überwacht, 
Furtwängler wurde sogar der Paß abgenommen, um seine Reise in 
das Ausland zu verhindern. 

Wie in Berliner Musikerkreisen verlautet, hat zum Rücktritt 
Furtwänglers ein Konflikt mit Frau Winifred Wagner sehr wesentlich 
beigetragen" (Furtwängler muß ein Jahr lang pausieren. "Prager Tagblatt", 
12/X11/34). 

Solche Informationen erschienen natürlich nur jenseits der 
Reichsgrenzen. 

14. Dezember 1934, Kein Bedauern: 

"Furtwängler angeblich unter Polizeibewachung, ohne Paß. Heutige 
Nachrichten besagen, daß er sich habe verpflichten müssen, ein Jahr nicht 
im Ausland zu dirigieren und eine Loyalitätserklärung für die Regierung 
unterschrieben habe. Ich bedauere ihn weder noch bewundere ich ihn, der 
neben tollen Hunden wie Streicher im Staatsrat des Henkers Goering 
sitzen konnte" (Thomas Mann: Tagebücher 1933-1934. Frankfurt am Main, 


e 1894 





1977. Eintrag vom 14/X11/34, S. 587). 

Der emigrierte Thomas Mann war auf die mehr oder weniger 
zutreffenden Meldungen der nichtdeutschen Presse angewiesen. Der 
Dirigent mußte keine Loyalitätserklärung unterschreiben; amtliche 
Verzeichnisse der Staatsräte für 1933 und 1935 nennen den fränkischen 
Gauleiter Julius Streicher nicht. 

Deutsche Musik-Probleme (Typoskript, fünf Seiten, 17/X11/34, mit 
handschriftlichen Vermerk "F an Göb". Quelle: NL Furtwängler). 
Zitat: 

"(...) Man kann also sagen, daß es sich bei jeder künstlerischen 
Entscheidung um so eine Art >Volks-Entscheid< im kleinen handelt. 
Diesem durch die autoritären Mittel des Staates vorzugreifen, - soweit es 
sich nicht um klar liegende Fälle von Schund und Kitsch handelt - hieße 
die wirkliche Entscheidung nur hinausschieben. Denn die Werke und 
Künstler, um die die Diskussion sich dreht, werden durch Verbote 
keineswegs aus unserm Gesichtskreis gerückt. Wir sind ja nicht allein in 
Deutschland, sondern kulturell gesehen stets, seit den Zeiten der Antike, 
ein Stück Gesamt-Europas gewesen. Im Gegenteil machen wir heute die 
Erfahrung, daß Werke und Künstler durch mehr oder weniger 
unausgesprochene Verbote eine Art Überbetonung erhalten, die ihnen von 
Rechtens nicht gebührt; also als Ergebnis schließlich das gerade Gegenteil 
von dem, was man eigentlich will". 

Diese Belehrung des Ministers kündigt eine neue Taktik der 
Argumentation an, nämlich das Volk zum Urteil aufzurufen, wozu natürlich 
die Aufführung des Werks notwendig ist. 

Die Erkenntnis (Typoskript, 5 Seiten, Redaktion des vorigen, ohne 
Datum = 17/XII/34. Quelle: NL Furtwängler). 
Zitat: 

"Werk und Persönlichkeit sind nicht zu trennen, und nur die Musik 
gibt Auskunft über Artung und Ethos des Musikers. Für den Wissenden ist 
seine Weltanschauung genau so gut aus einem Streichquartett zu 
erkennen wie aus einer großen Oper; sie ist ganz überhaupt nur aus 
seinem Werke zu erkennen. Denn beim wahren Künstler ist das Werk die 
Persönlichkeit, im Werk lebt er, wirkt er sich aus. Nicht das, was einer 
redet und denkt - wie manche wahrhaft deutsche Künstler waren z. B. vor 
dem Umsturz aus mißverstandenem Idealismus Edelkommunisten, und 
wie manche andere geben sich heute extrem-nationalsozialistisch, ohne es 
zu sein - nicht auf ein Lippenbekenntnis, das immer alle Möglichkeiten der 
Unwahrhaftigkeit in sich trägt, kommt es bei der Beurteilung des Künstlers 
an, sondern auf das, was er wirkt und lebt, auf sein Wesen und Sein. Das 
aber spricht sich - dafür ist er ein Künstler - im Kunstwerk aus. >Aus ihren 
Früchten sollt ihr sie erkennen<." 

Der Dirigent blieb bei der Verteidigung Hindemiths und wollte derart 
- etwa anhand der "Mathis-Musik" - auf deutsche Art und Ethos des 
Komponisten hinweisen. 

19. Dezember 1934: 

Hans W. Heinsheimer, Wien, macht dem amerikanischen 

Konzertagenten Arthur J udson Mitteilung über geheime Verhandlungen mit 





e 1895 





Furtwängler für Gastspiele beim New York Philharmonic und Philadelphia- 
Orchester. 
23. Dezember 1934: 

"Sonntag: (...) Mittags beim Führer. Auch Göring da. Wir sind alle 
sehr herzlich zueinander. Mit Göring nochmal Fall Furtwängler besprochen. 
Darf nicht ins Ausland" (Goebbels Tagebuch II, Eintrag vom 25/X1I1/34. S. 
478). 

Die Funktionäre befürchteten eine spektakuläre Emigration des 
Künstlers. 


1935 

Furtwängler erzielt im Steuerjahr 1935 ein Brutto-Einkommen von 
67.327 RM. Nach Abzug der Steuerschuld von 21.878 RM verbleiben ihm 
45.449 RM. 

Anfang 1935, Meldung: 

"(...) 4.) Wilhelm Furtwängler hat nach seinem Rücktritt u. 
a. ein drei Seiten langes Glückwunschschreiben von dem ungarischen 
Juden Bronisliaw Huberman erhalten, das er an die Regierung 
weitergeleitet hat. Furtwängler überläßt die weitere Disposition über seine 
künstlerische Zukunft den zuständigen Stellen der Reichsregierung. Aus 
gesundheitlichen Gründen tritt er demnächst eine genehmigte Reise nach 
Ägypten an. (...) (Vertraulich! Informationen des Kulturpolitischen Archivs 
im Amt für Kunstpflege. Erste Folge, undatiert = Anfang 1935. Quelle: 
BA NS 15/ 187). 

Januar 1935, Folgen: 

"(...) es wurde viel über einen Schnitzer der Gestapo gelacht, die in 
der Nähe der Schweizergrenze im Zug einen Mann verhaftet hatte, den sie 
für Furtwängler gehalten und der sich als ein unschuldiger und empörter 
Pfarrer in Zivil entpuppte. Obwohl die Beziehung zwischen Tietjen und 
Knittel alles andere als freundschaftlich waren, tauschten die beiden 
Klatsch aus, und der Finanzverwalter zeigte Tietjen eine Verfügung des 
Propaganda-Ministeriums, die den Zeitungen bis auf weiteres verbot, den 
Namen Furtwängler zu erwähnen" (Friedelind Wagner: Nacht über 
Bayreuth. Bern, 1946. S. 193-194). 

Denkschrift (Typoskript, 6 Seiten, undatiert = Januar 1935. Quelle: NL 
Furtwängler). 
Zitat: 

"(...) Was heute in Deutschland vor sich geht, ist folgendes: Die 
Kulturpolitik des Nationalsozialismus besteht hauptsächlich darin, den 
jüdischen und allgemein-zersetzenden Einfluß im kulturellen Leben 
niederzukämpfen. Dieser Kampf macht es nötig, dass auch die Öffentlichen 
kulturellen und Künstler-Institutionen nach politischen Gesichtspunkten 
von seiten der Partei durch- und umorganisiert wurden. Der zu 
erreichende Zweck ist im Ganzen erfüllt; der Kampf ist schon seit einiger 
Zeit in der Hauptsache abgeschlossen. Er erforderte allerlei Kleinarbeit, 
war aber im Kern nicht so schwer, da abgesehen vom Verschwinden der 
Juden und Hauptbannerträger usw. sich der Futurismus und 
Bolschewismus auf kulturellem Gebiet eigentlich schon vor der 





e 1896 





Machtübernahme mehr oder weniger abgekämpft und für alle ernsteren 
Deutschen gleichsam selber ad absurdum geführt hatte. 

Nun hat die Durchorganisierung des kulturellen Lebens von seiten 
der Partei, die für die Kampfziele der Partei notwendig und richtig war, auf 
künstlerischem Gebiet Begleiterscheinungen, die geeignet sind, Fortschritt 
und Grösse des bereits Erreichten von einer anderen Seite her in Frage zu 
stellen. 

(...) Die Durchorganisierung des öffentlichen Kunstlebens durch den 
Nationalsozialismus hatte auf dem Gebiet der Musik zur Folge die 
Mundtotmachung und Ausschaltung der sog. Öffentlichkeit. Um den 
Einfluss der jüdischen und zersetzenden Presse zu brechen, hat man die 
Presse als wirkenden Faktor überhaupt ausgeschaltet. Man hat sich 
dadurch zugleich aber nun auch die Möglichkeit einer Kontrolle oder 
Korrektur dessen, was geschieht, durch das Volk genommen. Denn wenn 
auch die Presse nicht gerade das >Volk< vertreten hat, so ist sie doch 
immerhin ein Sprachrohr dieses Volkes gewesen. Durch ihre Knebelung - 
wie auch durch andere Massnahmen - musste das aktive Mitwirken des 
Volkes am Kunstprozess unterbunden werden. Damit aber hat man nun 
zugleich, ohne es zu wollen, dem Genie auf die Dauer die Möglichkeit des 
Lebens und Sichdurchsetzens geraubt. 

(...) Die weitgehende Politisierung des öffentlichen Lebens legt oft 
auf ein Bekenntnis zur Weltanschauung der Partei auch von seiten des 
Künstlers entscheidend Wert. Die Mittelmässigkeit, deren Wesen und 
Wirken mit den tieferen Idealen der Partei eigentlich kaum etwas zu tun 
hat, lässt es nun gerade deshalb, weil sie in ihrem Handeln keineswegs 
nationalsozialistisch vorgeht, umsomehr es sich angelegen sein, dies mit 
Worten nachzuholen und zu bekräftigen. Zumal ihr aus Mangel jedweder 
tieferen Verankerung im Leben der Nation überhaupt jede Form von 
Heuchelei und Unwahrhaftigkeit nicht allzu schwer fällt. Das Genie dürfte 
im Gegensatz dazu im allgemeinen ein billiges Aufdenlippentragen seiner 
Weltanschauung umsomehr verschmähen, je mehr es sich bewusst ist, im 
wahren Sinne nationalsozialistisch zu handeln und zu wirken. Vielleicht 
dass es gar, aus tiefer Verbundenheit und wirklichem 
Verantwortungsgefühl für die nationale Sache, sich veranlasst fühlt, ihr 
beizustehen mit produktiver Kritik. Die Mittelmäßigkeit müsste nicht den 
angeborenen Hass gegen alles Selbständige in sich tragen, um nicht sofort 
in solchen Fällen die ahnungslose Partei mobil zu machen und mit ihrer 
Hilfe, d.h. mit Hilfe billigen politischen Denunziantentums, das Genie zu 
schädigen oder gar zu beleidigen (...)." 

Es ist wahrscheinlich, daß Gedankengänge dieser Denkschrift in das 
Gespräch mit Dr. Goebbels am 28. Februar eingegangen sind. Daß das 
Regime überhaupt keine Mitwirkung des Volkes durch selbständige 
Meinung wollte, muß dem Musiker entgangen sein. 

3. Januar 1935: 

"Vermerk: Ich habe Herrn Stegmann durch Fernspr. mitgeteilt, daß 
eine Erwähnung des Herrn Furtwängler in dem Schreiben an die 
Abonnenten nicht in Frage kommen kann, und ihm empfohlen, den Brief 
ganz knapp und rein sachlich abzufassen" (Handschriftliche Randnotiz von 





e 1897 





Ministerialdirektor Greiner auf dem Begleitbrief des BPhO ans RMVP zum 
Entwurf einer Erklärung an die Konzertabonnenten vom 2/1/35. Quelle: BA 
R 55/ 1148. Blatt 26-27). 

Das Konzertpublikum setzte die NS-Bürokratie matt und dachte den 
weggeschwindelten Namen automatisch mit. 

8. Februar 1935: 

"(...) Waren Sie schon in Potsdam? Sehen Sie, daß die Wohnung ja 
in Ordnung gebracht ist, wenn ich komme, denn es ist doch leicht möglich, 
daß ich trotz allem in Deutschland bleiben muß, und dann einfach einige 
Wochen oder Monate in Potsdam leben werde, da das zum Arbeiten und 
mit Ihnen das einfachste wäre" (Furtwängler an seine Haushälterin Helene 
Matschenz, 8/11/35. Quelle: Briefe, S. 79). 

28. Februar 1935, Erklärung: 

"DNB teilt mit: 

>Reichsminister Dr. Goebbels empfing heute mittag Staatsrat Dr. 
Furtwängler zu einer Besprechung, in deren Verlauf Dr. Furtwängler 
erklärte, daß er seinen bekannten Artikel über Hindemith vom 25. 
November v. J. als musikalischer Sachverständiger lediglich in der Absicht 
geschrieben habe, eine musikalische Frage vom Standpunkt der Musik aus 
zu behandeln. Er bedauere die Folgen und Folgerungen politischer Art, die 
an seinen Artikel geknüpft worden seien, um so mehr, als es ihm völlig 
ferngelegen habe, durch diesen Artikel in die Leitung der 
Reichskunstpolitik einzugreifen, die auch nach seiner Auffassung 
selbstverständlich allein vom Führer und Reichskanzler und dem von ihm 
beauftragten Fachminister bestimmt würde<" (Eine Erklärung Dr. 
Furtwänglers, Berlin, 28. Februar 1935. "VB", 1/111/35). 

Goebbels beließ es bei dieser mittelbaren Agenturnachricht, die 
erstmals seit Anfang Dezember den Namen des Dirigenten wieder nennt; 
wäre das - nie aufgetauchte - Original von Furtwänglers Erklärung 
eindeutig gewesen, hätte es wörtlich veröffentlicht werden können. Diese 
Nachricht ist sofort und erst recht nach 1945 völlig mißdeutet worden, 
weil außer Betracht blieb, daß Goebbels und nicht Furtwängler sie 
formuliert hatte. 

1. März 1935, Auslandsstimme: 

"Heute wird offiziell erklärt, daß zwischen der Reichsregierung und 
Herrn Dr. Furtwängler Versöhnung gefeiert wurde. Es fand zwischen dem 
berühmten Kapellmeister und Reichsminister Dr. Goebbels eine 
Unterredung statt, in der Furtwängler seinem Artikel über Hindemith vom 
25. November eine Auslegung gibt, die diese Versöhnung möglich macht. 
Schon seit längerer Zeit waren Besprechungen mit Furtwängler im Gange, 
die es möglich machen sollten, ihm eine goldene Brücke zur Rückkehr zu 
bauen. Hauptsächlich geschah dies auf Betreiben des preußischen 
Ministerpräsidenten Göring, dem es ja in Fragen wirklicher Kunst immer 
mehr auf die Kunst als auf die Gebote strenger orthodoxer Parteipolitik 
ankommt. Göring war es auch, der Furtwängler seine Würde als Staatsrat 
belassen hat. Furtwängler mußte sich ehrenwörtlich verpflichten, 
Deutschland bis zur Erledigung seines Falles nicht zu verlassen. Er hat 
dieses Ehrenwort gehalten und wird nun wohl seine Tätigkeit aufnehmen; 


e 1898 





ob jedoch in vollem Umfange, ist zur Stunde noch nicht zu übersehen, da 
ja inzwischen Herr Clemens Kraus aus Berlin als Direktor der Berliner 
Staatsoper berufen wurde. Ob sich nun Furtwängler damit abfinden wird, 
unter Clemens Kraus zu dirigieren, kann man vorläufig noch nicht wissen" 
(Goebbels und Furtwängler. "Basler Nachrichten", 1/111/35). 

Das Ausland erfuhr auf diese Weise nur Ungefähres und sogar - wie 
über die Liberalität von Göring - Falsches. Der lebenslängliche Titel 
Staatsrat konnte nach dem Gesetz gar nicht entzogen werden. Der 
Paßentzug für den Dirigenten ersparte jedes Ehrenwort, und bei der 
Wiederaufnahme des Dirigierens ging es nicht um C. Krauß. Der Berliner 
Korrespondent der "Basler Nachrichten" hätte besser informiert sein 
können, als von "Versöhnung" zu berichten. 

2. März 1935: 

"(...) Donnerstag: (...) Aussprache Furtwängler: er macht noch 
Einwände, drückt dann aber sein Bedauern aus und gibt das auch 
öffentlich bekannt. Großer moralischer Erfolg für uns. Diese Künstler sind 
das merkwürdigste Völkchen auf der Welt. Politisch ohne Schimmer. Die 
Presse begrüßt Aussprache mit Furtwängler. Ist auch gut so. Auch Führer 
einverstanden. Nun noch die Sorge, wie wir ihn beschäftigen" (Goebbels 
Tagebuch II, Eintrag vom 2/111/35. S. 483). 

Der Minister färbte. Tatsächlich gab Furtwängler überhaupt nichts 
öffentlich bekannt; sein Bedauern galt nur der Tatsache, mißverstanden 
worden zu sein. 

5. März 1935, Rosenbergs Protest: 

"Anliegend gestatte ich mir, Ihnen einen Durchschlag eines Briefes 
an Dr. Goebbels zu übersenden, zugleich mit einer Abschrift der 
betreffenden Erklärung von Dr. Furtwängler. Ich finde, daß die Abfassung 
direkt provozierend ist. Furtwängler entschuldigt sich nicht wegen seiner 
politischen Angriffe gegen eine nationalsozialistische Organisation, 
sondern bedauert nur die Folgen und Folgerungen, die aus seinem Artikel 
gezogen worden wären. Und der nationalsozialistische Minister bescheinigt 
ihm gerade diese Formulierung. Ich richte deshalb an Sie die Bitte, Herrn 
Dr. Furtwängler zu veranlassen, sich in genau gleicher Weise bei mir, nicht 
etwa über die Folgerungen, sondern über seine politischen Angriffe gegen 
die N.S.-Kulturgemeinde zu entschuldigen." (Durch Boten. 
Außenpolitisches Amt der NSDAP, Rosenberg, an Stellvertreter des 
Führers, Reichsminister Rudolf Heß, 5/111/35. Quelle: BA NS 8/ 177, Blatt 
88). 

Vielleicht absichtlich übersah Rosenberg, daß die "betreffende 
Erklärung" nicht von Furtwängler, sondern von Goebbels stammte. 

10. März 1935, Kommentar: 

"(...) Die Bedeutung dieser Aussprache, die nach den Ereignissen 
des Dezember zu erwarten war, kann nicht hoch genug eingeschätzt 
werden. In ihrem Verlauf ist, wie der amtliche Bericht erkennen läßt, eine 
grundsätzliche Abgrenzung von musikalischen und politischen Belangen 
erfolgt, deren fruchtbare Folgen nicht ausbleiben werden. Wer 
Furtwänglers reines und ausschließliches Künstlertum kennt, wird lebhaft 
beipflichten, daß der große Dirigent sich noch einmal nachdrücklich zu 


e 1899 





diesem Standpunkt bekennt. Dieses Künstlertum hat er bei der staatlichen 
Neugestaltung in vaterländischem Pflicht- und Verantwortungsbewußtsein 
unverzüglich in den Dienst des Wiederaufbaus unter der Führung Adolf 
Hitlers gestellt. Wenn er jetzt zum Ausdruck bringt, daß er dieser 
selbstverständlichen Linie unentwegt die Treue hält, so ist damit die 
Gewißheit gegeben, daß auch sein weiteres Wirken stets der Sache des 
deutschen Volkes und der deutschen Kunst gelten wird (...)" (Das Sieb = 
redaktioneller Kommentar. "Deutsche Zukunft" IIl/10, 10. März 1935. S. 
3). 

Dies ist nicht der Tonfall des Musikredakteurs Fred Hamel, sondern 
Tenor der gleichgeschalteten Redaktion, die nicht wahrhaben wollte, daß 
der Dirigent unter allen Regierungen, die er erlebte, seine Arbeit tat, ohne 
daß er irgendwie in Dienst stand. 

31. März 1935: 

Im Auftrag der Geschäftsleitung des BPhO überprüft die Deutsche 
Revisions- und Treuhand-AG. die Jahresrechnung zum 31/111/35 und stellt 
für die Geschäftsjahre 1930/31 bis 1934/35 einen Verlust von rund 
600.000 RM fest. 

4. April 1935, Märtyrer? 

"Mein Führer! 

Gestatten Sie mir, noch vor dem mir gütigst gewährten Empfang 
Ihre Aufmerksamkeit auf einen Umstand zu lenken, der, wie ich annehmen 
möchte, bei Ihrer Entscheidung Ihnen noch nicht bekannt sein konnte. 

Ich habe die Verträge, die ich für dieses Frühjahr im Ausland 
abgeschlossen habe (2 Konzerte Wien mit 2 öffentlichen Generalproben; 1 
Konzert Budapest; 2 Opern-Festaufführungen Covent Garden London - 
zum englischen Königs-)J ubiläaum und in Paris 4 Wagner-Festspiel- 
Aufführungen), endgültig erst nach der Veröffentlichung meiner Dr. 
Goebbels gegenüber abgegebenen Loyalitätserklärung für Sie, - also im 
Einvernehmen mit der Regierung, getätigt. 

(Bis dahin hatte ich mit grosser Mühe und aller Energie alle 
Verhandlungen verzögert und offen gelassen. So wie ich bis jetzt auch 
noch alle Angebote für nächstes Jahr unbeantwortet liess. Bei den Wiener 
Konzerten insbesondere handelt es sich um alte Verpflichtungen, die schon 
zweimal verschoben wurden.) 

Da der erste Termin (12. April Budapest) vor der Tür steht, erlaube 
ich mir, Sie um Ihre Entscheidung zu bitten. Ich als Privatmann kann ja, 
juristisch gesprochen, von mir eingegangene Verträge nicht rückgängig 
machen. Ist es Ihr Wille, dass ich mich - das einzige, was mir in diesem 
Falle zu tun übrig bleiben würde - auf die höhere Gewalt berufe; und will 
die Regierung die volle Verantwortung (finanzieller und moralischer Natur) 
für diesen Schritt dem Ausland gegenüber tragen, oder darf ich die von 
mir getätigten Verträge einhalten? Wäre es nicht möglich, dass ich sonst 
vom Auslande zum Märtyrer gemacht würde? Und das wäre wahrhaftig 
das Letzte, was ich mit wünschte" (Furtwängler an Hitler, 4/1V/35. Quelle: 
NL Furtwängler). 

Der Künstler spielte ein Druckmittel aus, nämlich seine 
internationale Prominenz 





e 1900 





8. April 1935: 

"(...) Es steigt die Befürchtung auf, daß durch das entstandene 
Vakuum die Zukunft der Philharmoniker nicht nur künstlerisch, sondern 
auch wirtschaftlich in Frage gestellt wird, weil das Reich wohl auf die 
Dauer nicht in der Lage sein könnte, die fehlenden großen Subventionen 
aufzubringen. Es heißt, daß bereits der Propagandaminister Dr. Göbbels 
einmal mit der Summe von 30,000 Mark eingesprungen sei, um den 
bisher entstandenen Ausfall von Konzerteinnahmen einigermaßen 
wettzumachen. Man ist auch an Furtwängler herangetreten und hat 
versucht, ihn zu einem Bekenntnis zum Nationalsozialismus zu 
veranlassen. Das hat Furtwängler abgelehnt. (...)" (K.: Der 
unentschiedene Fall Furtwängler. "Basler Nachrichten" Nr. 97, 8/1V/35). 
9. April 1935, Nachricht: 

"Reichsleiter Alfred Rosenberg, der Beauftragte des Führers für die 
gesamte geistige Erziehung der Bewegung, empfing am Dienstag 
Staatsrat Dr. Dr. Furtwängler und besprach mit ihm Fragen der deutschen 
Kunst und Kultur" ("Der Führer" IX/168, Morgenblatt, 10/1V/35). 

10. April 1935, Audienz: 

"Staatsrat Dr. Furtwängler hatte vor einiger Zeit um einen Empfang 
beim Führer und Reichskanzler nachgesucht. Der Empfang fand gestern 
statt und ergab volles Einvernehmen" (Dr. Furtwängler beim Führer. 
"Berliner Lokal-Anzeiger, 11/1V/35). 

Diese Meldung, die nicht nicht einmal andeutet, was besprochen 
wurde, spiegelt die Hilflosigkeit der Presse, die seit Monaten den Namen 
des Dirigenten nicht mehr hatte drucken dürfen. 

15. April 1935, Auslandsgastspiele: 

"Staatsrat Dr. Furtwängler, der soeben mit triumphalem Erfolg ein 
Beethoven-Konzert in Wien dirigierte, hat sich nach einer Unterredung mit 
dem österreichischen Staatssekretär Perntner verpflichtet, eine Reihe von 
Aufführungen an der Wiener Staatsoper zu dirigieren und, wenn möglich, 
eine oder zwei Opern neu einzustudieren. Die Einzelabmachungen sind 
einer Vereinbarung mit Operndirektor Felix Weingartner vorbehalten. 
Außerdem wird Furtwängler auch in der nächsten Saison eine Reihe von 
Konzerten, darunter das traditionelle Nicolai-Konzert, dirigieren" 
(Furtwängler dirigiert in Wien Opern und Konzerte. Vereinbarungen mit 
Regierung. "Der Montag" Nr. 15, 15/1V/35). 

26. April 1935, Ovationen: 

"Von diesem Konzert kann man nur mit Ergriffenheit sprechen. 
Schon die Anfahrt kündet das Ereignis. Der Taxischofför berichtet im 
Bewußtsein des Außerordentlichen von dem Zulauf seit sieben Uhr. Wenige 
Minuten vor acht passiert Furtwängler die Seitenpforte in der Köthener 
Straße und nimmt die ersten Huldigungen einer Schar von Begeisterten 
entgegen. 

In den Gängen und im Saal fiebert man vor Erregung. Alle Sprachen 
Europas schwirren durcheinander. Minute um Minute vergeht. Aus der Tür 
des Künstlerzimmers kommt der Orchesterdiener, um das Pult 
fortzurücken. Nervöser Beifall begrüßt die vertraute Erscheinung. 

Dann bricht es los wie ein Donnerschlag: Furtwängler betritt das 


F 1901 





Podium. Der Beifall ist unbeschreiblich. Man klatscht in die Hände, man 
trommelt auf die Stühle, Zurufe ohne Ende. Mehrmals muß Furtwängler 
den Stab sinken lassen. Stehend feiert man den Mann, der an die Stätte 
seiner Triumphe zurückkehrt. 

(...) Die Ovationen für die Furtwänglersche Beethoventrilogie 
steigern sich von Akt zu Akt. In der Pause überreicht man ihm Blumen, 
und am Ende dröhnt es eine halbe Stunde lang durch die Philharmonie, 
ehe der Glückstrahlende entlassen wird. Unter den zahlreichen 
Anwesenden befanden sich Reichsminister Dr. Frick, Reichsleiter Alfred 
Rosenberg, Staatssekretär Dr. Funk, Oberbürgermeister Dr. Sahm, der 
französische Botschafter Francois Poncet, Herren des 
Reichspropagandaministeriums und der Reichsmusikkammer und viele 
Köpfe des Berliner Musiklebens" (Edwin von der Nüll: Das Furtwängler- 
Konzert. "B. Z. am Mittag", 26/1V/35). 

Mai 1935: 

"(...) ich bin Kapellmeister nicht für die Literaten und Feinschmecker, 
nicht für eine Richtung, einen Staat, eine Regierung, wie sie auch sei, 
sondern für das Volk. 

Wenn ich Ihnen überhaupt Rede und Antwort stehe. so deshalb, 
weil ich glaube, daß vieles von dem, was ich sage, bisher noch nicht 
gesagt wurde. Was ich sage, ist nicht gedacht und kombiniert, sondern 
lediglich schlichte direkte Erfahrung. Als solche mag es auch gewertet 
werden. Ich bin Künstler und nicht Schriftsteller" (Furtwängler: 
Aufzeichnungen 1924-1954. Hgb. von Elisabeth Furtwängler und Günter 
Birkner. Wiesbaden, 1980. S. 110). 

"(...) da die Kapellmeister längst zu politischen Symbolen geworden 
zu sein scheinen" (Quelle wie vorige) - notierte der Dirigent dies im 
Hinblick auf die Interviews mit britischen Journalisten beim 
Operngastspiel in Covent Garden, die ihm vorwerfen würden, er habe mit 
den Nazis Frieden geschlossen. 

3. Mai 1935, Wiederholung: 

"Vor dem Führer und Reichskanzler, Ministerpräsident Göring und 
Gattin, Reichsminister Dr. Goebbels und zahlreichen Persönlichkeiten des 
öffentlichen Lebens, vor einem Publikum, dem das Feuer der Begeisterung 
in den Augen glüht, wiederholt Furtwängler seinen Beethoven-Abend 
(Egmont-Ouvertüre, V. und VI. Sinfonie). Wieder lauschen mehr als 2000 
diesem Musizieren, dessen magische Gewalt alle in Bann schlägt. Wieder 
ist man Zeuge eines dramatisch-sinfonischen Geschehens, das in eine 
ideale geistige Welt entrückt. 

Und wieder lagert eine schier unglaubliche Spannung in der 
Philharmonie. Als der Führer mit seinen Ministern den Saal betritt, erhebt 
sich Orchester und Publikum von den Plätzen und grüßt freudig bewegt. 
Sofort erscheint Furtwängler. Er löst einen Taumel der Begeisterung aus, 
der sich, wie vor einer Woche, bereits in der Pause zur Siedeglut erhitzt. 

Als aber nach dem Finale der Fünften der Führer und 
Ministerpräsident Göring dem Manne vor dem Publikum die Hand zum 
Podium hinaufreichen, nimmt der Beifall einen Grad an, den dieser Saal 
noch nicht erlebt haben dürfte. Ungezählte Male muß Furtwängler 


e 1902 





zurückkommen, um zwischen Blumen und wehenden Tüchern, unter 
ohrenbetäubendem Freudenlärm den Dank von den Gesichtern seiner 
großen Gemeinde abzulesen" (v. d. N. = Edwin von der Nüll: Wiederum 
Furtwängler-Konzert. "B. Z. am Mittag", 4/V/35). 

5. Mai 1935, Verständigung: 

"Niemand, der diese Stunden miterlebt hat, kann sich dem 
überwältigenden Eindruck des zweiten Furtwängler-Konzertes 
entziehen. Tausende Arme flogen empor, und in einem Jubelruf des 
Dankes begrüßte zu Beginn die Menge den Führer und 
Reichskanzler, als er, gefolgt von Ministerpräsident General Göring 
und Gattin, Reichsminister Dr. Goebbels, Obergruppenführer 
Brückner und anderen, die Philharmonie betrat, um seinerseits der 
erfolgten Verständigung sichtbarsten Ausdruck zu verleihen. 

Als Furtwängler das Podium betrat, empfing ihn die Menge stehend, 
und minutenlang brausten ihm Beifallsrufe und Tücherschwenken 
entgegen. Dasselbe Beethoven-Programm wie bei seinem ersten 
Wiederauftreten, durchglüht und durchpulst von der Kunst dieses 
Einmaligen, rollte ab und fand seinen Höhepunkt in der Fünften, der 
Schicksals-Sinfonie, die mit einem unerhörten Brio einsetzte und grandios 
endete. Die Begeisterung steigerte sich ins Ungemessene, als Adolf Hitler 
und General Göring Furtwängler vor der Menge persönlich dankten. 
Dann feierte den Wiedergewonnenen mit Blumen und unzähligen 
Hervorrufen sein treues und dankbares Publikum" (0. S. = Otto 
Steinhagen: Der Führer beim Furtwängler-Konzert. "DAZ" Nr. 210, 
5/V/35). 

10. Mai 1935, Nachricht: 

"Die Leitung der Bayreuther Bühnen-Festspiele gibt bekannt, daß bei 
den Festspielen 1935 Wilhelm Furtwängler als Hauptdirigent mitwirkt" 
(DNB: Wilhelm Furtwängler Bayreuther Festspieldirigent. "VB" Nr. 130, 10/ 
V/35). 

1. Juni 1935, Gastspiel in Paris: 

"In der Pariser Oper dirigierte Wilhelm Furtwängler >Tristan und 
Isolde<, meisterhaft unterstützt von Sabine Kalter, Emanuel List und 
anderen deutschen Sängern. Die meisterhafte Stabführung Furtwänglers 
brachte ihm einen großen Triumph ein. Nach jedem Aktschluß wurden ihm 
Ovationen und Beifallskundgebungen bereitet. Auch der deutsche 
Botschafter Köster und zahlreiche Vertreter der Kunst und Wissenschaft 
sowie des öffentlichen Lebens wohnten der Aufführung bei. >Tristan und 
Isolde< wird am Sonntag wiederholt werden. Am Dienstag gelangt dann 
die >Walküre< zur Aufführung" (Begeisterung für Furtwängler in Paris. 
"Berliner Morgenpost" Nr. 131, 1/V1/35). 

Bei dem Applaus könnten politische Motive mitgespielt haben; das 
Pariser Publikum bemerkte natürlich, daß Furtwängler hier mit den 
Jüdischen Stars des Musiktheaters arbeitete, die im Reich boykottiert und 
daher emigriert waren. Das Berliner Blatt erwähnte die jüdischen Sänger 
namentlich und sogar als deutsche, nannte jedoch keine "arischen". 

7. Juni 1935: 
Bei den Münchner Festspielen 1935 dirigiert Furtwängler in der 


e 1903 





Ausstellungshalle ein Beethoven-Konzert des BPhO, das Hitler besucht. 
9. Juni 1935: 

Bei den Münchner Festspielen 1935 dirigiert Furtwängler in der 
Staatsoper München eine Aufführung von Wagners "Tristan", die Hitler 
besucht. 

23. Juni 1935: 

Am letzten Tag der zweiten Reichs-Theaterfestwoche in Hamburg 
leitet Furtwängler eine Aufführung der Oper "Die Meistersinger von 
Nürnberg" - in Anwesenheit von Hitler, Dr. Goebbels, Gauleiter und 
Reichsstatthalter Kaufmann und Generalfeldmarschall Mackensen. 

26. Juni 1935: 

Mit einem Konzert eröffnet Furtwängler das Nordische Musikfest in 
Lübeck. 

23. Juli 1935, Besonderheit: 

"(...) Eine Besonderheit stellt der Fall Furtwängler dar. Dr. Wilhelm 
Furtwängler wurde für den kommenden Herbst für eine Reihe von 
Gastspielen an der Wiener Staatsoper verpflichtet. Er soll dort u. a. auch 
>Tannhäuser< neu einstudieren und neuinszeniert herausbringen. Die 
Neuinszenierung wird nicht durch den ständigen Spielleiter der Wiener 
Staatsoper, den Juden Dr. Lothar Wallerstein ausgeführt, es wurde dazu 
auf Verlangen Furtwänglers ein zweiter Jude herangezogen, und zwar der 
aus Deutschland ausgewanderte Dr. Herbert Graf, dessen Vater 
Kunstkritiker der bolschewistisch-jüdischen Wiener Montagszeitung >Der 
Morgen< und der Tageszeitung >Der Tag< ist (...)" (RTK, Gauleiter A. 
Frauenfeld, an RKK, Staatssekretär Funk, 23. Juli 1935). 

Auch der nächste Bericht mit identischem Vokabular stammt aus der 
Theaterverwaltung; zwischen RTK und Abt. VI des RMVP gab es einen 
kurzen Weg. 

3. August 1935, Denunziation VII: 

"Ich erlaube mir, Sie davon in Kenntnis zu setzen, daß Herr Staatsrat 
Furtwängler in der kommenden Spielzeit an der Wiener Staatsoper eine 
Neueinstudierung von Richard Wagner's >Tannhäuser< als Dirigent leiten 
wird. Für die Inszenierung ist der Volljude Dr. Herbert Graf verpflichtet 
worden, dessen Vater als Kunstkritiker bei der bolschewistisch-jüdischen 
Montagszeitung >Der Morgen< und der Tageszeitung >Der Tag< tätig ist. 
Gegen die Verpflichtung Graf's als Regisseur wurde seitens Furtwängler's 
kein Einspruch erhoben. Es sind bereits in letzter Zeit in großer 
Aufmachung Pressenotizen in Wien erschienen, die auf dieses 
Zusammenarbeiten Furtwänglers mit Graf nachdrücklichst hinweisen 
(Siehe Anlage). Graf's politische und weltanschauliche Einstellung ist vom 
nationalsozialistischen Staat abgelehnt worden. Er ist ein Emigrant 
übelster Sorte. Die z. Zt. hier umlaufenden Gerüchte drücken das 
Befremden darüber aus, daß ein Preußischer Staatsrat an einem 
Österreichischen Kunstinstitut mit einem Volljuden zusammenarbeitet. 

Ich bitte um Mitteilung, ob in dieser Angelegenheit von hier aus 
etwas veranlaßt werden soll" (RMVP, Abt. VI, v. N. = von Niessen, an RKK, 
Hinkel, 3/V111/35. Quelle: BA Namensakte Furtwängler). 

Dieser Bericht unterschlug, daß der Dirigent seinen Inszenator 


e 1904 





selbst ausgewählt hatte, zumal da er Wallerstein nicht durch einen "Arier" 
ersetzen konnte... 
8. August 1935: 

"Anliegend übermittle ich Ihnen ein Schreiben der Sekretärin von 
Staatsrat Furtwängler. Furtwängler hat im Auftrage des Führers die 
Uraufführung der >Meistersinger< bei der Eröffnung des Reichsparteitages 
zu dirigieren" (Reichskanzlei, Hauptmann a. D. Wiedemann, an 
Personalamt des Stellv. des Führers, 8/VI11/35. Quelle: BA NS 10/ 161, 
Blatt 183). 

Wiedemann irrte in zwei Punkten. Es war natürlich keine 
Uraufführung, und sie fand auch nicht "bei der Eröffnung" des Parteitags 
statt, sondern am Vorabend der formellen Eröffnung, die auf den nächsten 
Vormittag fiel. 

22. August 1935, Absage: 

"Lieber Schaub! Bitte tragen Sie dem Führer folgendes vor: - So- 
eben war Furtwängler bei mir. Man ist an ihn herangetreten - wie es heißt 
- auf Wunsch des Führers mit der Bitte, er möge bei der Kulturtagung im 
Apollo-Theater die V. Symphonie dirigieren. Er hat nun unter äußerster 
Wahrung der Form - wie ich besonders betonen möchte - gebeten, davon 
entbunden zu werden. Seine Begründung ist: Er benötigt die vor den 
Meistersingern liegende Zeit zu gründlichen Proben für die Meistersinger. 
Die Meistersinger selbst dauern 5 Stunden und bedeuten für ihn als 
Dirigenten eine außerordentliche Anstrengung, die seine 
Leistungsfähigkeit am nächsten Tag beeinflussen (würde). Am Tage nach 
den Meistersingern soll nun die V. Symphonie gespielt werden. Nun wäre 
es dringend notwendig, vorher im Apollo-Theater selbst zu proben, damit 
das Orchester auf den Raum abgestimmt ist. Kurzum, - er erklärt, daß er 
sich der Auszeichnung, dafür ausersehen zu sein, wohl bewußt ist, daß es 
für ihn aber aus den oben angeführten Gründen nahezu unmöglich ist, der 
Bitte zu entsprechen. - Er bittet deshalb dringend, einen anderen 
Dirigenten, etwa Böhm, die V. Symphonie dirigieren zu lassen" 
(Reichskanzlei, Hauptmann a. D. Wiedemann an Brigadeführer Julius 
Schaub, 22/VI111/35. Quelle: BA NS 10/ 161. Blatt 188). 

Furtwängler mied die doppelte politische Schlinge: die Mitwirkung 
am Parteitag der NSDAP selber und die Arbeit mit dem an diesem Tag 
allein verfügbaren NSRSO. 

8. September 1935, Anfang vom Ende: 

"Heute, wo Bewußtheit und Geist so allgemein sind - das stärkste 
Unterscheidungszeichen gegen frühere Zeiten und die Voraussetzung für 
den jüdisch-bolschewistischen Erfolg - läßt sich ein Volk nicht mehr mit 
Gewalt einseitig politisieren. Die Unpolitischen für die Politik zu gewinnen - 
das ist die Aufgabe. Sie kann nicht durch Unterdrückung und Gewalt 
geschehen. Die Rassenlehre mit Gewalt durchsetzen und alle 
überrassischen Tendenzen ausrotten wollen, ist der Anfang vom Ende" 
(Notiz im Taschenkalender unter dem 8/1X/35. Quelle: WFA). 

10. September 1935, Vorabend: 

"(...) Wagen um Wagen fuhr vor. So oft einer der führenden Männer 

der Bewegung und des Staates erkannt wurde, ertönten von neuem die 


e 1905 





Heilrufe aus den Spalieren, die sich in den Straßen gebildet hatten. Kurz 
vor einhalb 8 Uhr war die Anfahrt der Gäste beendet. Alles hatte die Plätze 
bereits eingenommen. Die Türen waren noch geöffnet. Da brausten Punkt 
7.30 Uhr laute Heilrufe durch die Straßen. Der Wagen des Führers fuhr 
vor. Wie ein Sturmwind donnerte das >Heil< über den Tausenden. 

Am Eingang des Opernhauses empfing Oberbürgermeister Liebel 
und der stellv. Gauleiter Holz Adolf Hitler, in dessen Begleitung sich Julius 
Streicher befand. Durch ein Spalier von SS-Männern begab sich der Führer 
in seine Loge im 1. Rang. 

In dem Augenblick als der Führer die mit der Führerstandarte 
geschmückte Mittelloge des Theaters betrat, erhoben sich die Anwesenden 
und brachten dem Führer mit dem deutschen Gruß ihre Huldigung dar. 
Unter der meisterhaften Stabführung Wilhelm Furtwänglers und der 
Spielleitung von Johannes Maurach und mit den prächtigen Bühnenbildern 
und Kostümen von Benno von Arent fand Richard Wagners Werk eine 
ausgezeichnete Aufführung. In ihrem Mittelpunkt stand leistungsmäßig der 
Hans Sachs von Karl Kronenberg, der Veit Pogner von Joseph von 
Manowarda, der Beckmesser von Eugen Fuchs, der Walter Stolzing von 
Fritz Wolff, die Eva von Maria Müller und die Magdalena von Ruth Berglund 
(...)" (Erhebende Feierstunden. Wundervolle Meistersinger-Festaufführung 
im umgebauten Nürnberger Opernhaus. "Fränkische Tageszeitung", 
Nürnberg, 11/1X/35). 

Die organisatorische Inszenierung dieser Aufführung zielte fraglos 
darauf ab, einen festlichen Auftakt für den Parteikongreß zu schaffen. 
Furtwängler, Gast des Reichsparteitags und im Hotel >Deutsches Haus< 
untergebracht, tröstete sich mit der formell korrekten Tatsache, daß der 
Kongreß erst am Vormittag des nächsten Tages feierlich eröffnet wurde. 
17. September 1935, Denunziation VIII: 

"Streng vertraulich! 

Eine führende Persönlichkeit des Berliner Kunstlebens, die nicht 
genannt sein möchte, für die ich aber mich ganz verbürge, kam vor 
wenigen Tagen aus Wien zurück. 

Dort traf sie auf der Straße zufällig mit dem jüdischen Schriftsteller 
Franz Werfelzusammen. Werfel erkundigte sich eingehend über die 
Zustände im Kunstleben des dritten Reiches und fragte nach seinem guten 
Bekannten Wilhelm Furtwängler, der bekanntlich in Wien in diesen Kreisen 
verkehrt! 

Der Befragte gab Herrn Werfel zur Antwort, dass Furtwängler zurzeit 
beim Parteitag in Nürnberg weile, dort die >Meistersinger< dirigieren 
werde. Werfel konnte das nicht fassen und sagte immer wieder, dass dies 
ein Irrtum sein müsse. Das sei bei der Einstellung Furtwänglers ganz 
unmöglich. Nach wiederholten Beweisen des anderen Herren, der Werfel 
auch nahelegte, sich in den Radioprogrammen davon zu überzeugen, 
entgegnete der jüdische Dichter, dass Furtwängler sich in den Wiener 
Kreisen als ausgesprochener Gegner des neuen Deutschlands deklariere 
und die Zustände aufs Abfälligste kritisiere. So sagte er zu dem jüdischen 
Emigranten Schriftsteller Zuckerkandl: 

>Man müsse die Machthaber alle miteinander abschiessen 














e 1906 





(beseitigen oder umbringen = einer dieser drei Ausdrücke war es -), 
früher werde es in Deutschland nicht anders werden. < 

Da es sich um ein Gespräch Werfels mit einem ihm als vollständig 
neutral bekannten Künstler handelte, liegt kein Grund vor, diese Mitteilung 
als unwahr oder übertrieben anzunehmen. Für die Glaubwürdigkeit des 
Mittelsmannes kann ich jederzeit einstehen. 

Es handelt sich also um keine Denunziation! Sondern im Gegenteil: 
Die betreffende Persönlichkeit erzählte mir den Vorfall mit der Bitte, ihn 
nicht weiterzuerzählen. Ich halte es aber für meine Pflicht, diese 
Bemerkungen Furtwänglers in aller Form zur Anzeige zu bringen. 

Dazu würde ich mir erlauben, die Anregung zu geben, dass zum 
geeigneten Zeitpunkt der mir bekannte Künstler zu einer eidesstattlichen 
Erklärung veranlasst wird, um gegen Furtwängler einschreiten zu können, 
gegen den von Wiener Parteikreisen ohnehin immer wieder ähnliche 
Klagen und Anzeigen über sein Verhalten in Österreich einlangen. 

Zur Illustration lege ich die Abschrift eines Interviews mit dem 
jüdisch-bolschewistischen Regisseur Herbert Graf aus der verrufensten 
Kommunistenzeitung Wiens bei" (Oskar Jölli, Referent in der 
Reichssendeleitung, an Staatskommissar Hinkel, 17/1X/35. Quelle: BA 
Namensakte Furtwängler). 

Der beigelegte Auszug aus einem Interview Grafs in der 
Abendzeitung "Echo" besagte, daß Furtwängler selber ihn als Regisseur 
verpflichtet hatte. 

Informant Jöllis war laut ARR Clemens Krauß; wo Jölli stand, war 
bekannt, also auch in diesem Fall. Sogar ein Motiv bietet sich: Göring 
hatte verlauten lassen, er wolle Furtwängler an die Staatsoper 
zurückholen. 

Hinkel beachtete die Denunziation nicht. Über das Amt Rosenberg, 
das Jölli einschaltete, wurde die Geheime Staatspolizei tätig. Die Sache 
sickerte auch zu Hitler durch, der Furtwängler lange mit MißBachtung 
strafte; dieser reagierte mit Krankheit. 

30. September 1935: 

Das 1. Philharmonische Konzert Furtwänglers bietet u. a. das 
Konzert für Orchester Op. 32 von M. Trapp (UA). 

Der Dirigent reduzierte diese traditionell auf zehn Konzerte 
angesetzte Reihe auf 1, 2, 4, 5 und 10 - eine politische Verweigerung. 

1. November 1935, Ganz benommen: 

"Abends mit Magda Philharmonie, IX. Symphonie unter Furtwängler. 
Unvergleichliche Wiedergabe. Man ist im Tiefsten erschüttert. Der Führer 
auch da. Ganz benommen sind wir alle am Ende. Großer, großer 
Beethoven! Wie klein und erbärmlich dagegen die aufgeblasenen 
Neutöner! Ich übermittle mit einer kurzen Ansprache Benno Riehl die 
Goethe Medaille, die ihm der Führer verlieh. Sein Chor sang in 29 Jahren 
100 Mal die Neunte. Kleine Panne bei der Verleihung, da für Furtwängler... 
keine passende Ehrung zur Hand war" (Goebbels Tagebuch II, Eintrag vom 
1/X1/35. S. 534). 

Gemeint war das Festkonzert am 30/X/35 zur hundertsten 
Aufführung der Neunten durch den Bruno Kittelschen Chor; die 





e 1907 





Herausgeberin des Tagebuchs las Benno Riehl statt Bruno Kittel. 
5. November 1935, Echo: 

"Auch Furtwängler wird wieder als Operndirigent tätig sein, und zwar 
in beiden Berliner Häusern. Er leitet die Eröffnungsvorstellung des 
>Deutschen Opernhauses< nach dem Umbau, der Mitte November 
beendet ist, und wird bald danach in der Staatsoper eine Aufführung der 
>Walküre< dirigieren. Wie man auch über die Art seiner Rückkehr ins 
deutsche Musikleben denken mag, eins ist sicher: durch die Anerkennung 
Furtwänglers gewinnt die rein künstlerische Leistung ein Übergewicht über 
den Totalitäts-Anspruch der Kulturpolitik und, was noch wichtiger ist, über 
diejenigen, die diesen Anspruch mißbrauchen" (H. H. Stuckenschmidt: 
Musik in Berlin. "Bohemia" Nr. 257, Prag, 5/X1/35). 

Die Formulierung spiegelt die leise Enttäuschung des Kritikers über 
das scheinbare Einlenken des Dirigenten. Daß Furtwängler den Festakt zur 
Eröffnung des Deutschen Opernhauses durch "Die Meistersinger" krönen 
werde, war eine falsche Nachricht aus Interessentenkreisen. 

11. November 1935: 

"(...) wegen 15. XI. Kundgebungen noch nicht ganz vorbereitet. Ich 
setze Dampf dahinter. Furtwängler plötzlich erkrankt. Böhm an seine 
Stelle. (...)" (Goebbels Tagebuch II, Eintrag vom 13/X1/35. S. 539). 

Es ging um den Festakt zur Jahrestagung der RKK: mit einer 
Aufführung der "Meistersinger". Furtwängler wich dem offiziellen Auftritt 
aus. 

26. November 1935: 

Furtwängler führt das BPhO auf eine Gastspielreise, die bis 12. 
Dezember dauert und Hannover, Wuppertal-Elberfeld, London, Brighton, 
Birmingham, Manchester, Sheffield, Newcastle, Edinburgh, London, 
Dortmund, Bielefeld und Bremen berührt. 

Als Solisten setzte Furtwängler außer Siegfried Borries und Arthur 
Troester hier die rassisch belasteten Hugo Kolberg und Hans Bottermund 
ein. 

16. Dezember 1935: 

Das 5. Philharmonische Konzert Furtwänglers bietet u. a. als Neuheit 
H. Pfitzners Ouvertüre "Das Käthchen von Heilbronn" 

18. Dezember 1935, Denunziation IX: 

"(„..) Die Äusserungen Furtwänglers und auch seine Verpflichtung 
des Juden Herbert Graf bewiesen, dass er nicht nur nichts gelernt hat aus 
den seinerzeitigen Zwischenfällen, sondern, dass er anscheinend nur auf 
den Augenblick wartet, indem er öffentlich für eine anders gerichtete 
kulturpolitische Linie eintreten kann. 

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass der neue 
verpflichtete 1. Konzertmeister des Philharmonischen Orchesters, Hugo 
Kolberg (früher Opernhaus Frankfurt a./M.) mit einer Volljüdin verheiratet 
ist. Furtwängler sucht sich seine Leute demnach auch weiterhin so aus, 
dass wir sie nach unseren Grundsätzen nicht gutheissen können (...)" 
(ARR, Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, an Geh. Staatspolizeiamt, Abt. 11/2, 
18/X11/35. Quelle: BA NS 15/ 69). 


e 1908 





1936 

Furtwängler erzielt im Steuerjahr 1936 ein Brutto-Einkommen von 
75.945 RM. Nach Abzug der Steuerschuld von 20.196 RM verbleiben ihm 
55.749 RM. 

1. Januar 1936: 

Furtwänglers Entwurf eines Vertrags mit dem Preußischen Staat 
über seine Ernennung zum ersten Staatskapellmeister bei der Berliner 
Staatsoper ab 1/1/36 sieht die Aufführung von 30 Opern jährlich und 
60.000 RM Gehalt pro Jahr vor. 

10. Januar 1936, Resignation: 

"C...) Im Grunde beherrscht mich bei alledem eine Art dumpfer 
Resignation, nicht so sehr, was mich persönlich betrifft, als all dies so 
sichtlich vor unsern Augen zerfallenden Kulturlebens wegen... und ich 
komme mir inmitten all dessen vor, wie ein Fremder. Ich habe ein wenig 
Angst vor den Entscheidungen, die ich in Kurzem zu fällen habe (...)" 
(Furtwängler an Irme Schwab, 10/1/36. In: Briefe, Wiesbaden 41980. S. 
83). 

15. Januar 1936: 

Furtwängler führt das BPhO auf eine Gastspielreise, die bis 23. 
Januar dauert und Halle, Leipzig, Magdeburg, Frankfurt a. M., Weimar, 
Dresden, Breslau, Warschau und Posen berührt. 

Als Solisten setzte Furtwängler außer Siegfried Borries und Arthur 
Troester hier die rassisch belasteten Hugo Kolberg und Hans Bottermund 
ein. 

21. Januar 1936: 

"(...) Furtwänglers eigene Stellungnahme zur Musikpolitik des neuen 
Reiches war von der Sorge um den Fortbestand der künstlerischen 
Produktionskraft seines Landes bestimmt. Es ehrt Furtwängler, daß er mit 
dem guten Gewissen einer unantastbaren Gesinnung für seine 
künstlerische Ueberzeugung eintrat. Es ehrt alle, die ihm in dieser Sache 
entgegenstanden, es ermöglicht zu haben, daß er als eine führende Kraft 
dem geistigen Leben des Reiches erhalten blieb. Furtwängler ist und bleibt 
für uns der große Verwalter und unvergleichliche Deuter des mächtigen 
Erbes monumentaler deutscher Musik. Er war und bleibt für uns auch der 
gewissenhafte, besonnene Charakter, der die Notwendigkeit eines 
möglichst ungehinderten, den sich wandelnden Idealen, Kunstmittelkn und 
sozialen Verhältnissen entsprechenden Schaffens der Gegenwart betont, 
und wenn nötig, verteidigt. Dies in der Glaube, dies die Hoffnung, die uns 
mit dem Fünfzigjährigen dankbar verbindet (Karl Holl: Wilhelm 
Furtwängler 1936. "Frankfurter Zeitung", Reichsausgabe, 21/1/36). 

23. Januar 1936, Frech: 

"(...) Beim Führer: engl. Todesfall besprochen. Frage Furtwängler, 
der wieder frech wird. Aber doch der große Musiker. Göring auch da (...)" 
(Goebbels Tagebuch II, Eintrag vom 23/1/36. S. 567). 

In England war König Georg der Fünfte verstorben. 

Die "Frechheit" bezieht sich auf die inzwischen zu Hitler gedrungene 
Information über Furtwänglers Wiener Äußerungen zu Werfel und 
Zuckerkandl. 


e 1909 





24. Januar 1936, Laudatio: 

"(...) Das neue Deutschland anerkennt seine großen Verdienste, 
ernennt ihn zum Staatsrat und Vizepräsidenten der Reichsmusikkammer 
und stellt ihn an die höchste Spitze des musikalischen Lebens der Nation 
sowohl als Organisator und Berater als auch als Leiter der Berliner 
Staatsoper und der Berliner Philharmonie. Am 4. Dezember 1934 legt er 
seine Ämter nieder, erscheint nach Klärung des Zwischenfalls als Gast bei 
allen bedeutenden Anlässen an den Dirigentenpulten der großen Opern- 
und Konzerthäuser im In- und Auslande (...)" (k. sch. = Karl Schönewolf: 
Wilhelm Furtwängler. "Hamburger Fremdenblatt" Nr. 24, 24/1/36). 

Dies ist nahezu der einzige Geburtstagsartikel, der auf den "Fall 
Hindemith" wenigstens anspielt und klar sagt, daß der Dirigent seither nur 
als Gast konzertiert. 

26. Januar 1936, Geburtstagsgaben: 

"Der Führer und Reichskanzler hat Dr. Wilhelm 
Furtwängler zu seinem heutigen 50. Geburtstage sein in Silber 
gerahmtes Bild mit folgender Widmung zum Geschenk gemacht: 

>Herrn Wilhelm Furtwängler, dem großen deutschen Meister, zum 
50. Geburtstag in aufrichtiger Bewunderung. Adolf Hitler< 

Reichsminister Dr. Goebbels hat an Dr. Furtwängler zum 50. 
Geburtstag folgendes Schreiben gerichtet: 

>Sehr verehrter Herr Dr. Furtwängler! Zu Ihrem heutigen 50. 
Geburtstag übermittle ich Ihnen in meinem eigenen Namen sowohl wie im 
Namen aller deutschen Künstler und kunstbegeisterten Menschen meine 
herzlichsten und aufrichtigsten Glückwünsche. 

Ich verbinde damit meinen tiefen Dank für die großen Verdienste, 
die Sie sich um die Entwicklung der deutschen Musik sowie um die 
höchste Verlebendigung und Vollendung der deutschen Dirigentenkunst in 
den vielen Jahren Ihrer musikalischen Tätigkeit erworben haben. Ich bitte 
Sie, dabei auch einen persönlichen Dank entgegennehmen zu wollen für 
die vielen Stunden reinsten und edelsten Kunstgenusses, die Sie mir durch 
die unvergleichliche Wiedergabe der Meisterwerke der Tonkunst vermittelt 
haben. 

Ich bringe damit den Wunsch zum Ausdruck, daß Ihre geniale 
Begabung allen musikliebenden Menschen in Deutschland und weit über 
die Grenzen unseres Vaterlandes hinaus in der ganzen Welt noch viele 
Jahre erhalten bleiben möge. 

Mit herzlichen Grüßen und Heil Hitler! 

Ihr ergebener gez. Dr. Goebbels< 

Gleichzeitig hat Reichsminister Dr. Goebbels Herrn Wilhelm 
Furtwängler einen künstlerisch ausgestatteten Dirigentenstab aus 
Elfenbein und Gold mit Widmung überreichen lassen. 

Im Auftrage des Führers und Reichskanzlers sowie des 
Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda überbrachte heute 
Staatssekretär Funk Herrn Dr. Furtwängler in seinem Potsdamer Heim 
diese Geschenke und Schreiben und übermittelte ihm zum 50. Geburtstag 
die Glückwünsche des Führers, des Reichsministers Dr. Goebbels 
sowie der gesamten Reichsregierung in einer kurzen Ansprache, die 


F 1910 





den Gefühlen der Verehrung für den großen Meister und des Dankes für 
seine unvergleichlichen Leistungen für das deutsche Musikschaffen und die 
deutsche Kulturarbeit im In- und Auslande Ausdruck verlieh (...)" (Der 
Führer ehrt Furtwängler. "DAZ" Nr. 43, 26/1/36). 

29. Januar 1936, Quittung: 

"Dr. Wilhelm Furtwängler sind aus Anlaß seines 50. Geburtstages 
eine solche Fülle von telegraphischen und schriftlichen Glückwünschen 
zugegangen, daß er sich außerstande sieht, sie im einzelnen zu 
beantworten. Er bittet auf diesem Wege allen, die seiner in so 
warmherziger Weise gedacht haben, seinen aufrichtigsten Dank 
übermitteln zu dürfen" (Furtwängler dankt. "Berliner Tageblatt" Nr. 48, 29/ 
1/36). 

Damit ersparte sich der Künstler zudem jeglichen Dank an die NS- 
Funktionäre, die ihm Glückwünsche und Gaben überreicht hatten. 

30. Januar 1936: 

Das BPhO, von Benda, teilt der Reichskanzlei, Hptm. Wiedemann, 
nach telefonischer Rücksprache mit, daß Furtwängler in Berlin am 20., 21. 
und 23. Februar in Berlin dirigiere und daher in diesen Tagen zu einer 
Audienz tzr Verfügung stehe. 

7. Februar 1936, Unsicherheit: 

"(...) weil ich nichts Neues zu berichten hatte, d. h. also, dass die 
Dinge um Fu. hier immer noch keine Konsolidierung gefunden haben. und 
wann das geschieht werden wir positiv erst wissen, wenn die bewusste 
grosse Unterredung stattgefunden haben wird, von der Fu. alles weitere 
abhängig macht. 

Wenn mir auch der Ausgang der Unterredung kaum zweifelhaft 
erscheint und wenn auch alle zwingenden Gründe in Fus Interesse und 
nicht nur in den unsrigen dafür sprechen, dass er sich, wenn auch mit 
allen Expansionsmöglichkeiten, in Berlin bodenständig macht, so wissen 
Sie doch selbst, wie bei einem genialen Künstler zufällige oder akute 
Anlässe alles über den Haufen werfen können. Ich weiss also nicht, und 
das weiss kein Mensch, wie die Dinge nun endgültig laufen werden (...)" 
(Generalintendant Tietjen an Frau Irme Schwab, Königsberg, 7/11/36. 
Quelle: WFA). 

Fu = Furtwängler; Tietjen spielt auf die erhoffte Unterredung mit 
Hitler an, dem der Dirigent die Vertrauensfrage stellen wollte, etwas naiv 
unter den aktuellen Vorzeichen. 

12. Februar 1936, Empfehlung: 

Furtwängler richtet einen eingeschriebenen Brief an 
Staatskommissar Hinkel, RMVP, und gibt eine glänzende Empfehlung über 
die Leistungen des boykottierten Musikkritikers Stuckenschmidt ab. 

24. Februar 1936: 

Furtwängler unterschreibt einen Gastspielvertrag für zehn Abende in 
der Berliner Staatsoper in der Spielzeit 1936/37, womit der Vertrag als 
Operndirektor vom 16/1/34 als aufgehoben gilt. 

Hitler setzte diesen Vertrag jedoch bis zum Spieljahr 1937/38 
strafhalber aus. 


F 1911 





25. Februar 1936: 

Furtwängler sendet einen Empfehlungsbrief an Günter Raphael, um 
ihm beim Kampf gegen das Berufsverbot den Rücken zu stärken. 
29. Februar 1936: 

"Wie uns von der Generalintendanz der Preußischen Staatsoper 
mitgeteilt wird, sind mit Staatsrat Dr. Furtwängler vertragliche 
Abmachungen getroffen worden, wonach Dr. Furtwängler seine 
Dirigententätigkeit an der Berliner Staatsoper gastweise wieder 
aufnehmen wird" (Furtwängler wieder an der Berliner Staatsoper. 
"Berliner-Börsen-Zeitung", 29/11/36). 

5. März 1936: 

"Krikda. Erbitte objektiven Rat, wenn rechtzeitiger Rücktritt besser" 
(Kalender-Eintragung, handschriftlich, 5/111/36. Quelle: WFA). 

"Krikda" ist die verschlüsselte Bezeichnung einer Persönlichkeit in 
New York, eines Ratgebers, mit dem Furtwängler per Code 
korrespondierte. Es ging um das Gastspiel in USA. 

6. März 1936: 

Die "Jewish Times", Band 33, Nr. 26, S. 8, drucken den Leitartikel 
"Fraternizing With Nazi Culture" gegen die Verpflichtung Furtwänglers 
beim New York Philharmonic mit der unwahren Behauptung, er sei 
Beamter der Nazi-Regierung. 

7. März 1936: 

"The New York Sun" bringt unter dem Titel "Music and Musicians" 
einen Boykott-Aufruf von J. W. Henderson gegen Furtwänglers 
Verpflichtung zum New York Philharmonic und wirft ihm "Mittelmäßigkeit, 
Schematismus und Plattheit" vor. 

9. März 1936, Falschmeldung: 

"(...) Obwohl die Direktoren der (New Yorker) Philharmonie einen 
Musiker von hervorragender Fähigkeit gewählt hatten, begegnete ihre 
Ankündigung einem sofortigen und stürmischen Echo. Einige erinnerten an 
die Verlautbarung Herrn Furtwänglers in Berlin vor vier Jahren. Damals 
nannte er die US-Orchester >Schoßhündchen, die man ohne innere 
Notwendigkeit hält<. Andere beschuldigten ihn, ein Sklave des Nazismus 
zu sein und widersprachen, weil er ohne Nachdruck protestierte, als 
jüdische Musiker aus Deutschland vertrieben wurden und weil sein 
Einspruch, als er endlich vorgetragen war, entweder aufgeweicht oder 
zurückgezogen wurde. Am gleichen Tag, an dem er die Ernennung bei der 
Philharmonie bekam, wurde Furtwängler als Direktor der Preußischen 
Staatsoper wiedereingesetzt. Eine Gruppe New Yorker unter Ira A. 
Hirschmann zogen sogleich ihre Abonnements bei der Philharmonie 
zurück und drohten, einen allgemeinen Boykott zu organisieren" 
("Philharmonic's Choice. "Time", 9/111/36. S. 55. Übersetzung). 

Die Redakteure der "Time" hätten lesen können, nicht nur in der 
"Berliner Börsen-Zeitung" vom 29/II/36, sondern generell in der zentralen 
deutschen Presse, daß die Staatsoperntätigkeit gastweise war. Obwohl sie 
wissen mußten, daß der Dirigent fast als einziger im Lande gegen den 
Rassismus kämpfte, heizten sie die Boykottbewegung noch an und 
arbeiteten Hirschmann in die Hand, dem Geschäftsführer eines 


F 1912 





Kaufhauskonzerns, dessen politischer Geltungsdrang in New York bekannt 
war und der bis 1954 auch zu Nötigung von US-Musikern griff, wenn er 
damit US-Gastspiele Furtwänglers torpedieren konnte. "Time" zog am 
23/III/36, S. 51, mit dem Artikel "Nazi Stays Home" noch einmal nach. 
13. März 1936: 

In "The Commonweal", New York, erscheint eine gegen Furtwängler 
und sein Gastengagement beim New York Philharmonic gerichtete Notiz 
"What Is Nazi Propaganda". 

16. März 1936, Absage: 

"Dr. Wilhelm Furtwängler hat seine Bereitschaft, im kommenden 
Winter nach New York zu kommen und das New-Yorker Philharmonische 
Orchester in einer Reihe von Konzerten zu dirigieren, im Hinblick auf die 
gegen ihn und das nationalsozialistische Deutschland gerichteten Angriffe 
wieder zurückgezogen. 

Die Orchestergesellschaft gab diesen Entschluß Furtwänglers 
bekannt und veröffentlichte gleichzeitig das folgende Telegramm aus Luxor 
in Ägypten, wo sich der Dirigent zur Erholung aufhält: 

>Politische Kontroversen sind mir unangenehm. Ich bin kein 
Politiker, sondern ein Exponent der deutschen Musik, die ein Erbteil der 
Menschheit ist, fern aller Politik. Ich empfehle, meine Konzertreihe im 
Interesse der Sache der Musik auf eine Zeit zu verschieben, da das 
Publikum erkannt hat, daß Politik und Musik verschiedene Dinge sind. < 

Die New-Yorker Philharmonische Gesellschaft hat in einer Erklärung 
ihr Bedauern über den Verlust ausgesprochen, den das New-Yorker 
Musikleben durch den Verzicht Furtwänglers auf seine dortige 
Konzerttätigkeit in der kommenden Wintersaison erleiden werde. >Dieser 
Entschluß Furtwänglers<, so heißt es in der Erklärung, >beraubt New York 
der künstlerischen Tätigkeit eines der hervorragendsten Dirigenten der 
Welt. Die Wahl Furtwänglers zum Gastdirigenten für den nächsten Winter 
war aus keinen anderen Beweggründen als den höchsten künstlerischen 
Erwägungen des Orchesters und seiner Förderer getroffen worden<." 
(Furtwänglers Absage an USA. "Berliner Illustrierte Nachtausgabe" Nr. 64, 
16/111/36). 

Die Bekanntmachung der Philharmonischen Gesellschaft New York 
enthielt tatsächlich kein Wort davon, daß der Dirigent seine Absage mit 
"gegen das nationalsozialistische Deutschland gerichteten Angriffen" 
begründete. Dies ist propagandistische Zutat aus der Nachrichtenküche 
des Propagandaministers. 

24. März 1936: 

(1) 

Wahlwerbung: 

"GMD Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler, der als einziges Mitglied 
des Reichskultursenats den Aufruf des Reichskultursenats zur Wahl nicht 
mit unterzeichnen konnte, da er sich zurzeit auf einer Ägyptenreise 
befindet und nicht rechtzeitig zu erreichen war, hat an den 
Reichskultursenat ein Telegramm gerichtet, in dem er sich mit dem Aufruf 
des Reichskultursenats identifiziert und den Aufruf des Reichskultursenats 
zur Stimmabgabe für den Führer auch zu dem seinen macht" (Furtwängler 


F 1913 





zur Wahl. "VB" Nr. 84, 24/111/36). 

Abermals und gegen alle sonstige Gewohnheit ließ Goebbels nicht 
den originalen Text des Telegramms veröffentlichen, sondern beließ es bei 
der Meldung darüber. Es ging um die Wahl am 29. März 1936, die nur 
eine Bestätigung für Hitler vorsah, also keine Wahl im eigentlichen Sinne 
war, weil die Alternative fehlte. 

(2) 

"(...) Er hat durch sein Telegramm nach New York, dessen Wortlaut 
Sie wohl in den Zeitungen gelesen haben, sich einseitig festgelegt, denn 
die deutsche Regierung und die deutsche Öffentlichkeit fassen das 
Telegramm ganz eindeutig als ein Bekenntnis zu Deutschland und eine 
Absage an das Ausland auf. In dieser politisch hochschwangeren Zeit war 
das Telegramm in seiner ungeschickten Fassung auch nicht anders zu 
verstehen. Das sehen Sie an der sofortigen drahlichen Rückäußerung von 
New York. Während diese Stellen dort sich erst umbrachten und unseren 
Freund mit Depeschen entsprechend unter Druck setzten, ihm eine 
Zusage abzuringen, die er gegen unseren Rat dann auch gegeben hat, 
hatten sie es ebenso eilig mit der telegraphischen Lösung nach seinem 
jetzigen Telegramm. Hinzu kommt noch sein gestriges Telegramm an den 
Reichskultursenat, das von der gesamten Presse ganz groß aufgezogen 
gebracht wird mit Überschriften, die ihn bekenntnismäßig vollkommen 
festlegen. Wenn er also nicht zwischen 2 Stühle geraten soll, bleibt ihm 
gar kein anderer Weg als der, den ich in dabeiliegenden Copie ihm gestern 
geschrieben habe. Bitte, helfen Sie mir, daß er diesen Weg beschreitet und 
zwar sofort beschreitet. Ich habe in meinem Brief an ihn deutlich zum 
Ausdruck gebracht, daß dann in seinen Auslandsexpansionen keine 
Schwierigkeit bestehen wird - aber auch nur dann! -- 

Während ich diesen Brief diktiere, kommt ein neues Telegramm von 
ihm, das ich keinem Menschen zeigen darf, sonst platzt vielleicht schon 
jetzt die Bombe. Er telegraphiert mir, daß er seine weiteren 
Entschließungen von der Audienz beim Führer abhängig machen muß. Ein 
neuer verhängnisvoller Entschluß, denn das offizielle Deutschland erwartet 
jetzt von ihm: Farbe bekennen und handeln, aber nicht auf Audienzen 
warten, die vielleicht im Sommer oder im nächsten Herbst stattfinden 
können (...)" (Vertraulich! Generalintendant Tietjen an Irme Schwab, 
24/\11/36. Quelle: WFA). 

Tietjen, ganz Diplomat und Taktiker, versuchte mit Hilfe von Frau 
Schwabs Einfluß auf Furtwängler diesen für einen großen Vertrag mit der 
Staatsoper zu begeistern. 


12. April 1936: 

Die Nebenausfertigung zum Gastspielvertrag mit dem Preußischen 
Ministerpräsidenten vom 24/11/36, informiert, daß dieser durch 
Entschließung des Führers und Reichskanzlers über die Tätigkeit Dr. 
Furtwänglers und für die Spielzeit 1936/37 nicht wirksam geworden sei 
und nunmehr für die folgende Spielzeit 1937/38 in Kraft gesetzt werde. 

Dies ist ein Indiz dafür, daß Hiltler die Wiener Affäre zwar abstrafte, 
aber zugleich durch Verdopplung des Abendhonorars auf 4.000 RM das 


F 1914 





"Zuckerbrot" präsentierte. 
15. April 1936: 

"(..) Ich habe durch Hauptmann Wiedemann noch einmal um die 
Audienz gebeten, die bereits seit Monaten immer wieder verschoben 
werden mußte, und hoffe, daß es vor meiner Abreise noch dazu kommen 
wird. Von ihr resp. von Ihrer Entscheidung hängt meine gesamte Tätigkeit 
und meine Dispositionen für das nächste Jahr, die aus praktischen 
Gründen kaum mehr länger verschoben werden können, ab. 

Ich höre, daß immer wieder Leute am Werk sind, die meine 
rückhaltlose Einstellung zu Deutschland verdächtigen und bezweifeln 
wollen. Ich weiß nicht, ob und wie weit solche Stimmen auch an Ihr Ohr 
gelangt sind. Ich kann nur soviel sagen, daß es sich bei allen solchen 
Dingen um arge Mißverständnisse handelt, lediglich hervorgerufen durch 
schwierige Situationen, die nicht für jedermann gleich verständlich und 
überschaubar sind. Es ist u. a. vor allem auch das Bedürfnis, dies und 
überhaupt die Richtlinien meiner Tätigkeit Ihnen, mein Führer, klären und 
unterbreiten zu können, was für mich diese Audienz so unerhört wichtig 
macht, und so hoffe ich, daß es Ihnen noch möglich sein wird, die dafür 
nötige Zeit für mich vor meiner Reise, die mich wiederum 6 Wochen von 
Berlin fernhält, zu erübrigen" (Furtwängler an Hitler, 15/1V/36. Quelle: NL 
Furtwängler, Abschrift im AP). 

Mehr als die "rückhaltlose Einstellung zu Deutschland" rang sich 
Furtwängler nicht ab, erst recht kein Bekenntnis zum NS. Er ahnte wohl, 
daß Hitler Kenntnis hatte von seinem Ausfall in Wien. 

20. April 1936: 

Das 10. Philharmon. Konzert Furtwänglers bietet die Ouvertüre zu 
"Alceste" von Gluck, Mozarts Klavierkonzert A-dur KV 488 (Solist: der 
Dirigent) und die 3. Sinfonie von Beethoven. 

Das Konzert war nicht als Geburtstagskonzert für Hitler annonciert. 
22. April 1936: 

Furtwängler führt das BPhO auf eine Gastspielreise, die bis 8. Mai 
dauert und Düsseldorf, Essen, Köln, Frankfurt a. M., Heidelberg, 
Ludwigshafen, Wiesbaden, Karlsruhe, Baden-Baden, Saarbrücken, 
Freiburg, Stuttgart, Luzern, Basel, Zürich und München berührt. 

23. April 1936: 

"Gestern: (...) Mittags beim Führer. (...) Furtwängler will 
komponieren und der Führer ihm Möglichkeit und Freiheit dazu geben" 
(Goebbels Tagebuch II, Eintrag vom 23/1V/36 S. 604). 

24. April 1936, Hoffnung: 

"(...) Wieviel mir daran liegt, nach dieser Zeit wieder in vollem 
Ausmass in Deutschland tätig sein zu können, durfte ich Ihnen schon 
aussprechen. Ich hoffe, dass bis dahin - was ja auch Sie, mein Führer, 
erwarten - infolge der weiteren Entwicklung im Sinne Ihrer Aussenpolitik 
auch auf kulturpolitischem Gebiet allmählich jene Entspannung und 
Beruhigung eintreten wird, die uns kulturellen Arbeitern ermöglicht, 
vollwertige Arbeit zu tun" (Furtwängler an Hitler, 24/1V/36. Quelle: BA NS 
10/ 110. Blatt 78). 


F 1915 





25. April 1936: 

Furtwängler gastiert mit dem BPhO in Köln. 
3. Mai 1936, Nachricht: 

"Der Führer und Reichskanzler hat Wilhelm Furtwängler 
seinem Wunsche entsprechend für eine Zeitlang von der 
Dirigententätigkeit innerhalb Deutschlands entbunden. 

Wilhelm Furtwängler, der sich persönlichen Arbeiten widmen will, 
wird außer in den Bayreuther Festspielen im nächsten Winter 
nirgends dirigieren. Nach Ablauf kommender Spielzeit wird er seine 
Tätigkeit im In- und Auslande wieder aufnehmen" (Furtwänglers weitere 
Tätigkeit. "Berliner Börsen-Zeitung", 3/V/36). 

Die Formulierung dieser DNB-Meldung stammt von Furtwängler, der 
sie in einem Schreiben an Hitler vom 24/IV/36 vorgeschlagen hatte. 

Durch vorübergehenden Verzicht aufs Konzertpodium konnte er sich 
zunächst einmal aus der Schußlinie bringen. 

14. Juni 1936, Begegnung: 

"Wien, Hotel Imperial, Sonntag den 14. VI. 36 
Im Hotel Begegnung mit Furtwängler und Bodanski" (Thomas Mann: 
Tagebücher 1935-1936. Frankfurt a. M., 1978. S. 316). 

Der Dichter versagte sich eine Bemerkung dazu, obwohl ihm hätte 
klar sein müssen, daß ein Treffen Furtwänglers mit dem jüdischen New 
Yorker Dirigenten Artur Bodanzky in Berlin als regimefeindlicher Akt galt. 
21. Juli 1936, Kompliment: 

"Gestern: (..) Nachm. >Lohengrin<. Noch hinreißender als das erste 
Mal. Ich bin ganz beglückt. Nach der Vorstellung mit den Künstlern im 
Festspielrestaurant. Furtwängler erzählt mir von R. Strauß. Ebenfalls 
Martha Fuchs. Keiner liebt ihn. Er ist zu charakterlos. Furtwängler hat sich 
sehr geändert. Er ist jetzt ein richtig netter Mensch" (Goebbels Tagebuch 
II, Eintrag vom 22/VIl/36. S. 646). 

26. Juli 1936, Besprechung: 

"Gestern: morgens lange Besprechung mit Furtwängler im Garten 
von Wahnfried. Er trägt mir all seine Sorgen vor, vernünftig und klug. Er 
hat viel gelernt und ist ganz bei uns. Ich helfe ihm, wo ich kann. 
Besonders beim philharm. Orchester" (Goebbels Tagebuch II, Eintrag vom 
27/VI1/36. S. 648). 

Der Minister ließ sich durch Furtwänglers taktisches Verhalten 
täuschen. 

1936/37: 

Wegen seines Arbeitsurlaubs nimmt Furtwängler in dieser Saison 
keines der Philharmonischen Konzerte mit dem BPhO in Berlin wahr. 
19. Oktober 1936, Audienz: 

"Gestern: (...) Furtwängler hat einige Sorgen: Hindemith, 
Philharmonie etc. Aber nicht so schlimm. Und er ist ganz besonders 
liebenswürdig und fügsam" (Goebbels Tagebuch II, Eintrag vom 20/X/36. 
S. 701). 

Goebbels sah nicht, daß die Liebenswürdigkeit durchaus zweckhaft 
eingesetzt war und nicht ihm oder gar dem Regime galt. 


F 1916 





16. November 1936: 

Generalintendant Tietjen schreibt an Friedelind Wagner und klagt - 
u. a. wegen einer "Lohengrin"-Aufführung Furtwänglers, dieser sei 
"Parfümeur", übe "Publikumshypnose", vernachlässige Werktreue und 
mache Wagner kaputt. 

Denkschrift (zum Thema Kritikverbot, ohne Titel, Potsdam, 26/X1/36, 
mit Begleitschreiben vom gleichen Datum an Dr. Goebbels gesandt. 
Quelle: Leihgabe Andreas Furtwängler). 

Zitat: 

"(...) Wenn die Kritik der Presse für das Musikleben ausscheidet, hat 
der Hörerkreis, der sich aus Oeffentlichkeit und Publikum als Ganzes 
zusammensetzt, nur noch die Möglichkeit, durch den Beifall des Abends 
seiner Meinung Ausdruck zu verleihen. Dieser Beifall ist aber in keiner 
Weise ein Wertmesser des Erfolges oder des Urteils des Publikums, da er 
von einer Reihe von Imponderabilien abhängig ist. Wenn nach einem 
billigen Reisser wie Liszt's Prelude das Publikum tobt und nach der 3. 
Symphonie von Brahms, die pianissimo endet, in ergriffenem Schweigen 
verharrt, so bedeutet das nicht, dass das Werk von Brahms weniger Erfolg 
beim Publikum habe oder gar schlechter ist. Das Publikum trägt in solchen 
Fällen lediglich den Absichten der Werke und dem verschiedenen Niveau 
derselben Rechnung. Dieser Niveau-Unterschied als solcher kann in der 
Art des Beifalls niemals zum Ausdruck kommen, ist aber für die Scheidung 
und Feststellung des Besten von ausschlaggebender Bedeutung. Die Kritik 
der Presse ist nicht immer im einzelnen Fall der Ausdruck der Meinung des 
Publikums, braucht es auch gar nicht immer zu sein, ist aber auf die 
Dauer und im grossen gesehen für das Publikum die einzige Möglichkeit in 
der heutigen Zeit der Herrschaft der Presse und des Radios, sein Urteil zu 
kontrollieren, zu klären und sich mit dem Gehörten weiter zu 
beschäftigen. Durch diesen Prozess bildet sich dann allmählich das, was 
für den Künstler unerlässlich ist, nämlich das endgültige Urteil der Mit- 
und Nachwelt. Bei Filmen und Theaterstücken mit Serien-Aufführungen 
kann sich die Stellungnahme des Publikums im Besuch ausdrücken, nicht 
aber bei Konzerten, die nur einmal stattfinden und die wiederholt zu 
hören, das Publikum keine Gelegenheit hat. 

Wenn es nun nicht möglich ist, genügend klar dem Urteil des 
Publikums Ausdruck zu verleihen, so hat das verschiedene Folgen. 

1.) Junge >Künstler< (die entscheidende Frage für jedes Musikleben) 
werden nicht mehr die Möglichkeit haben, sich zur rechten Zeit 
durchzusetzen. 

2.) Die bereits arrivierten Künstler werden einerseits zur Bequemlichkeit 
und Nachlässigkeit verführt, andererseits fehlt für sie wiederum der 
besondere Anreiz, der in einer ernsthaften Konkurrenz liegt. 

3.) Für die Ausländer, für die in früheren Zeiten eine Kritik aus Berlin, 
des damals einstimmig anerkannten Mittelpunkts des Musiklebens der 
ganzen Welt eine besondere Bedeutung hatte, wird der Anreiz, nach 
Deutschland zu kommen, noch geringer. 

4.) Auch ist es gar nicht zu übersehen, wie sich eine so weitgehende 
Ausschaltung der persönlichen Stellungnahme der Hörer, wie es die 


F 1917 





Unterbindung der Diskussion seitens der Oeffentlichkeit notwendig mit 
sich bringt, auf den Besuch der Konzerte auswirken wird. Dieser ist heute, 
wie bekannt, sowieso schon äußerst gefährdet, und es ist zu erwarten, 
daß das allgemeine Interesse für musikalische Aufführungen dann noch 
mehr zurückgeht. 

Musik ist ja nicht, wie etwa die Lebensmittel-Versorgung, für den 
Menschen unbedingt lebensnotwendig. In der Kunst liegen die Verhältnisse 
ahnlich wie etwa beim Sport. Wenn aus beiden das Prinzip der 
Wettkämpfe, der Rekorde, der Konkurrenz im edlen Sinn - die dem 
Menschen von altersher als das selbstverständlichste und natürlichste von 
der Welt im Blute liegt - ausgeschaltet wird, so verlieren sie den größten 
Teil der Bedeutung, die sie haben. Denn nur durch das Prinzip des 
Wettkampfs ist es möglich, zu grossen Spitzenleistungen zu kommen und 
nur solche, d. h. nur wirklich grosse Künstler und Kunstwerke, sind für ein 
Volk bedeutsam und repräsentativ, nicht aber die Mittelmässigkeit. Diese 
aber ist die einzige, die aus einem Zustand der Kritiklosigkeit auf die 
Dauer Vorteil zöge. Nein - nicht weniger, sondern mehr, unendlich viel 
schärfer und vor allem wahrhaftiger muss heute kritisiert werden, um den 
unerträglichen Anspruch der Mittelmässigkeit, der sich innerhalb des 
deutschen Musiklebens in steigendem Masse bemerkbar macht, in seine 
Grenzen zu weisen". 

26. November 1936, Abweisung: 

"Ich habe mit Interesse Ihre mit Ihrem Brief vom 26. d. M. mir 
übersandten Ausführungen über öffentliche Kritik zur Kenntnis 
genommen. Leider war ich in der jetzigen Situation nicht in der Lage ihnen 
stattzugeben, aber ich bin der festen Überzeugung, daß Ihre dort 
geäußerten Besorgnisse durch die weitere Entwicklung hinfällig werden. 
Im übrigen wird ja diese Entwicklung weiterhin sehr aufmerksam von mir 
beobachtet und bei etwa auftretenden Schäden werde ich rechtzeitig 
eingreifen" (Dr. Goebbels an Furtwängler, 26/X1/36. Quelle: Leihgabe 
Andreas Furtwängler). 

1. Dezember 1936: 

"Ich erhielt Ihren Brief vom 24. November. 

An sich muss man damit Rechnen, dass sich solche Sachen immer mehr in 
die Länge ziehen. Ich werde aber versuchen, etwas in Erfahrung zu 
bringen, da ich selber bisher noch keine Antwort bekommen habe" 
(Furtwängler an Ludwig Misch, 1/XI1/36. Quelle: LBI Archives, New York, 
Bestand Ludwig Misch). 

Misch, jüdischer Musikkritiker, hatte um Fürsprache gebeten. 

2. Dezember 1936, Subversion: 

"(...) Ich sollte Ihnen auch anderes erzählen, man hat scheints 
erwartet, daß Sie sich, wie vereinbart, in der Kritiksache an den Führer 
wenden. Man hat nichts gehört, daß Sie es taten. - Der betr. Herr war 
eben bei mir. Sie haetten auch in der Reg. starke Stützen gehabt. Der 
hiesige Herr sagte, Sie haetten fest gesagt, daß Sie eintreten. Sie sollen 
sich an dieser Stelle laut neuestem authentischen Bericht alles erlauben 
können (...)" (Dr. Geißmar an Furtwängler, London, 2. Dezember 1936; 
handschriftlicher Zusatz. Quelle: NL Furtwängler). 


F 1918 





Dieser Text beweist, daß Furtwängler mit Hilfe Berta Geißmars 
Kontakte zu Emigranten und deutschen Diplomaten in England unterhielt 
und mit ihnen sogar Vereinbarungen über kulturpolitischen Widerstand 
gegen das Regime traf. 

3. Dezember 1936: 

"(...) Was Paris betrifft, so halte ich Sie im Grund von jeder 
politischen Lage unabhaengig, wenn Sie nicht von zu Hause zu sehr durch 
eine gewisse Art von Publicity benutzt werden. Ich bitte Sie dringendst 
sich in diesem Punkte Freiheit auszubedingen. Im Interesse nicht nur Ihrer 
selbst, sondern auch Ihrer Mission muss man sie dabei ganz besonders 
schonen und beruecksichtigen. Ich weiss seit gestern, dass man an 
hoechster Stelle in dieser Beziehung sehr verstaendnisvoll fuer die 
Besonderheit bei Ihnen ist. Andrerseits halte ich diesen Punkt fuer den 
einzigen, der wirklich ins Gewicht faellt. - Natuerlich, wenn ganz 
unerwartete Dinge passieren, kann niemand was machen, aber wenn es 
so ist wie eben, trotz allem, brauchen Sie sich meiner Ansicht nach keine 
Gedanken zu machen. 

(...) Dass Ihre Besprechungen nicht stattfanden bis jetzt ist dumm. 
Sie werden in den Gruessen sehen, dass hier unser netter Freund v. W. 
sehr darauf wartet, da er mit Ihnen arbeitete an einigem. Er ist so reizend 
und versteht so gut alles" (Dr. Geißmar an Furtwängler, London, 3/X11/36. 
Quelle; NL Furtwängler). 

v. W. = mutmaßlich Ernst von Weizsäcker, Leiter der Politischen 
Abt. des Auswärtigen Amts, der sich oft in London aufhielt. 

10. Dezember 1936: 

"Gestern: (...) Mit Furtwängler lange parlavert. Er steht jetzt ganz 
bei uns. Sieht die großen Leistungen ein. Hat noch kleine Wünsche, vor 
allem bezgl. Kritik und Hindemith. Sonst ist er in der Reihe. Will Konzert 
für W. H. W. dirigieren. Ich unterhalte mich gern mit ihm" (Goebbels 
Tagebuch II, Eintrag vom 11/XI1/36. S. 753). 

Solche Einschätzung durch den Minister bot dem Dirigenten gute 
Deckung für weitere Aktionen, die sofort folgten. 


1937 

Furtwängler erzielt im Steuerjahr 1937 ein Brutto-Einkommen von 
101.852 RM. Nach Abzug der Steuerschuld von 34.525, 33 RM verbleiben 
ihm 67.326, 67 RM. 

7. Januar 1937: 

"Ich hatte kürzlich Gelegenheit, den Minister persönlich an Ihre 
Sache zu erinnern und ihm meine Auffassung darüber zum Ausdruck zu 
bringen. Er sagte mir, er habe die Sache sofort weitergegeben und sie 
würde gegenwärtig geprüft. Gedulden Sie sich also noch etwas. Es gehen 
ja alle diese Dinge immer ziemlich langsam" (Furtwängler an Ludwig 
Misch, 7/1/37. Quelle: Furtwängler Briefe. Wiesbaden, 41980. S. 91). 

Der jüdische Musikkritiker L. Misch hatte sich mit einem Hilferuf an 
Furtwängler gewendet. 


F 1919 





10. Februar 1937: 

(1) 

Furtwängler dirigiert ein Konzert des BPhO zum Besten der 
Winterhilfe des Deutschen Volkes. 

Das Konzert erbrachte einen Reinertrag von 21.065, 40 RM. 

(2) 

Schauer: 

"Abends mit dem Führer und Görings Philharmonie. Einziger 
Furtwängler. Konzert dieses Winters für das W. H. W. Ganz großes 
Ereignis. Freischütz-Ouvertüre. 4. Symphonie von Brahms. Gequälte 
Musik, aber sie blüht direkt auf unter Furtwänglers Händen. Und dann die 
7. von Beethoven. Welch ein Riese. Unheimlich dieses Allegro con brio. 
Schauer von Hitze und Kälte gehen den Rücken herunter. Es ist 
unbeschreiblich. Furtwängler wird gefeiert wie ein Gott. Der Führer und 
wir alle sind hingerissen" (Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 11/11/37. 
S. 40-41). 

Mit diesem Konzert und zwei weiteren des BPhO am 21./22. Februar 
und 18./19. April erschien Furtwängler wieder vor dem Konzertpublikum. 


12. Februar 1937: 

"(...) Seit Wochen schon war keine Eintrittskarte mehr zu haben. Die 
Philharmonie hätte noch einmal so groß sein können, die starke Nachfrage 
zu befriedigen, weshalb eine zweifache Wiederholung des 
Konzertes in Aussicht genommen wurde. Seiner Bedeutung und 
Anziehungskraft lagen, wie es das Programmbuch in einem Geleitwort zum 
Ausdruck brachte, hauptsächlich drei Tatsachen zugrunde: >Es galt, dem 
Winterhilfswerk des deutschen Volkes in Erfüllung der Ehrenpflicht, 
weniger glücklichen Volksgenossen beizustehen<, ferner zu wissen, <wie 
sehr dieses Hilfswerk Herzenssache des Führers ist< und schließlich das 
Wiedererscheinen Furtwänglers nach fast einjähriger Pause. Kurz vor 
Beginn des Konzertes nahm der Führer in der Direktionsloge Platz, neben 
ihm Reichsminister Goebbels, Reichsminister Göring und Frau Emmy 
Göring. Zahlreiche andere Mitglieder der Reichsregierung, der Diplomatie, 
der Partei, des Heeres, der Marine, der Wirtschaft und Kunst waren 
außerdem anwesend (...)" (Otto Steinhagen: Furtwängler dirigiert für die 
Winterhilfe. In Anwesenheit des Führers. "DAZ", 12/11/37). 

2. März 1937: 

"Gestern: (...) Lange Unterredung mit Furtwängler: ab Herbst will er 
wieder die Philharmonie leiten. Sehr gut! 1938 will er mit ihr eine 
Weltreise machen. Auch gut. Er nimmt wieder ein paar Juden in Schutz 
und setzt sich für Hindemith ein. Da aber fahre ich auf. Werde richtig 
wütend. Das verfehlt seine Wirkung nicht. Er gibt ganz klein nach. Ich 
bleibe darin hart und unerbittlich. Und er wird das auch allmählich 
einsehen lernen" (Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 3/111/37. S. 64). 

Weder die Leitung der Philharmonie noch die Weltreise lagen 
tatsächlich in Furtwänglers Absicht; so bereitete er lediglich seine 
Hilfsersuchen vor. Auch von Nachgeben konnte keine Rede sein; 
Hilfsaktionen für Juden blieben auf seinem Programm. 


e 1920 





Goebbels ließ sich derart täuschen, daß er die Weltreise mit Hitler 
besprach, der anbot, sich an der Finanzierung zu beteiligen. 
13. März 1937: 

Furtwängler informiert Pfitzner, Dr. Goebbels habe seine Absicht 
ausgedrückt, diesem ein dauerndes Ehrenhonorar zu bewilligen, ferner 
daß er in Wien Papen sehen und ihn auf die Sache Pfitzner ansprechen 
werde. 

22. März 1937: 

Am Tage der Kündigung Hindemiths appelliert Hochschuldirektor 
Stein an Furtwängler, er möge wegen des Komponisten und vor allem 
wegen seiner Oper "Mathis" bei Hitler vorstellig werden. 

10. April 1937: 

Furtwängler dirigiert den ersten von vier Abenden mit der 
Gesamtaufführung von Wagners "Ring des Nibelungen" in der Staatsoper 
Berlin. 

12. April 1937, Vertragsergänzung: 

"Nebenausfertigung. 

Der umstehende unter dem 24. Februar 1936 abgeschlossene 
Vertrag ist durch eine Entschließung des Führers und Reichskanzlers über 
die Tätigkeit Dr. Furtwänglers und für die Spielzeit 1936/37 nicht wirksam 
geworden. 

Er wird nunmehr für die Spielzeit 1937/38 in Kraft gesetzt mit 
folgenden Änderungen: 

I. 8 2 des Vertrages erhält folgende Fassung: 

Als Honorar erhält Herr Dr. Furtwängler 4000 RM (Viertausend 
Reichsmark) für den Abend. Das Honorar wird 10 (zehn) mal garantiert 
(...)" (Vertrag zwischen dem Preußischen Ministerpräsidenten und 
Furtwängler, Nebenausfertigung. Quelle: NL Furtwängler). 

Die Verschiebung resultierte in einer Verdopplung des Honorars pro 
Abend. Dies war ein Signal. 

17. April 1937: 

Der Gauobmann der NSKG, Ortsverband Berlin, informiert 
Furtwängler brieflich, daß die Gründung einer Deutschen Hans-Pfitzner- 
Gesellschaft bevorstehe, und lädt ihn ein, deren Ehrenvorsitz zu 
übernehmen 
*18. und 19. April 1937: 

Das BPhO und der Bruno Kittelsche Chor, Dgt. Furtwängler, mit den 
Solisten Erna Berger, Gertrude Pitzinger, Walther Ludwig und Rudolf 
Watzke bieten die 9. Sinfonie von Beethoven. 

Das Konzert galt der Osterzeit und war nicht als Veranstaltung zum 
Vorabend von Hitlers Geburtstag annonciert., aber wohl von Bruno Kittel 
als solche eingeplant. und - so "Angriff", 22/IV/37 - von parteifrommen 
Musikbetrachtern auch als "Auftakt" interpretiert. 

20. April 1937: 

(1) 

Furtwängler informiert Pfitzner, daß er Abschriften von dessen 
Dokumenten an Generaloberst Göring geschickt und in der Sache noch 
einmal nachgezogen habe. 





F 1921 





(2) 

Kameradschaft: 

"Die Kameradschaft der deutschen Künstler freut sich sehr, dass Sie 
unserer kameradschaftlichen Aufforderung nachgekommen sind und 
Mitglied der KddK wurden. 

Im Auftrage des Präsidenten der KddK, Herrn Benno von Arent, 
übersende ich Ihnen beigefügt Ihre Mitgliedskarte für 1937. 

Am Mittwoch, den 21. 4. 37., findet um 21.30 Uhr die letzte 
feierliche Verpflichtung der neuen Mitglieder in dieser Spielzeit statt. Die 
Einladung hierzu füge ich bei und würde mich sehr freuen, Sie begrüssen 
zu dürfen" (Kameradschaft der deutschen Künstler e. V., Der Direktor, an 
Furtwängler, 20/1V/37). 

Am 21. April zur angegebenen Zeit befand sich der Dirigent bereits 
auf einer neuen Konzertreise mit dem BPhO und gastierte in Halle, sodaß 
ihm die feierliche Verpflichtung entging. 


21. April 1937: 

Furtwängler führt das BPhO auf eine Konzertreise, die am 2. Mai 
endet und Halle, Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Paris und London 
berührt. 

22. April 1937, Information: 

"furtwaengler liess bitten, bei presseveroeffentlichungen darauf zu 
achten, dass er seine auslandsreisen und seine gastspiele im ausland als 
freier kuenstler unternehme und nicht im rahmen der austauschkonzerte. 
nur waehrend der pariser weltausstellung werde er in paris in einem 
austauschkonzert dirigieren" (Aus der Kulturpolitischen Pressekonferenz, 
47. Ausrichtung Politik, 22/1V/37. Fernschriftlich. Quelle: BA ZSg. 102/62 
fol. 1/Sammlung Sänger). 

4. Juni 1937, Stänkereien: 

"Gestern: (...) Furtwängler trägt mir ein paar Stänkereien vor. Nichts 
von Belang. Aber einiges immerhin ganz Wichtiges, dessen ich mich 
annehmen werde" (Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 5/V1/37. S. 165, 
166). 

11. Juni 1937, Aufforderung: 

"Die Kulturtagung des Reichsparteitages ist vom Führer und 
Reichskanzler als die Veranstaltung erklärt worden, auf der künftig der 
vom Führer und Reichskanzler geschaffene deutsche Nationalpreis (Anti- 
Nobelpreis) verliehen werden soll. Damit erfährt der Charakter der 
Kulturtagung eine weitgehende Umgestaltung. Die Kulturtagung des 
diesjährigen Parteitages wird am Dienstag, dem 7. September im 
Opernhaus zu Nürnberg stattfinden. Ich bitte Sie, mit dem Berliner 
Philharmonischen Orchester die Umrahmung der Kulturrede des Führers 
und der oben beschriebenen Feier zu übernehmen. Ich bitte Sie des 
weiteren, mir möglichst bald Ihre Vorschläge für das Programm zu 
unterbreiten. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn außer einer von Ihnen zu 
bestimmenden Ouvertüre zu Beginn der Veranstaltung, als Abschluß eine 
von Ihnen zu bestimmende Symphonie von Beethoven aufgeführt werden 
könnte" (RMVP, Gutterer, an Furtwängler, 11/V1/37. Quelle: BA 


F 1922 





Namensakte Furtwängler). 

14. Juni 1937, Absage: 

"Ich teile Ihnen mit, daß ich in Nürnberg nicht dirigieren kann, da 
ich für die fragliche Zeit schon andere Verpflichtungen übernommen habe" 
(Furtwängler an RMVP, 14/V1/37. Quelle: Abschrift im AP). 

An diesem 7. September leitete der Dirigent aus Anlaß der 
Deutschen Kulturwoche bei der Weltausstellung in Paris in der Salle Pleyel 
mit dem BPhOÖ die Neunte von Beethoven. Dieses Engagement war seit 
langem bekannt. 

16. Juni 1937: 

"Mein Führer, 

ich habe schon vor Monaten und jetzt wieder versucht, eine Audienz 
bei Ihnen zu erhalten. Ich höre immer wieder - was mir ja auch vollauf 
verständlich ist - wie beschäftigt Sie sind, sodass es bis heute nicht dazu 
kommen konnte. 

Die Dinge, über die ich sprechen wollte, sind teils sachlicher, teils - 
dies vor allem - allerpersönlichster Art, und ich wäre dankbar, wenn die so 
lange verschobene Audienz während Ihres Aufenthalts in Bayreuth 
stattfinden dürfte. Ich werde mir erlauben, dort deshalb noch einmal 
vorstellig zu werden. (...)" (Furtwängler an Hitler, 16/V1/37. Quelle: 
Leihgabe Andreas Furtwängler, Abschrift im AP). 

Eines der Sachthemen war Hindemith; persönlich wollte der Dirigent 
die Folgen der Denunzierung vom Herbst 1935 endlich mildern, da sie ihm 
viel an kulturpolitischer Wirkung sperrten. 

Denkschrift ohne Titel und Adressaten zum Verbot Hindemiths 
(Typoskript, zwei Seiten, mit dem Vermerk "nicht überreicht", Juli 1937. 
Quelle: NL Furtwängler). 

Zitat: 

"Das Verbot der Werke Hindemith's, das nun seit längerer Zeit 
besteht, halte ich aus dem Grunde für verfehlt, weil die damit 
beabsichtigte Wirkung - Bekämpfung des bolschewistischen Elements in 
der modernen Musik - nicht nur nicht erreicht wird, sondern eine Stärkung 
der Stellung Hindemiths und seiner Anhänger bisher zur Folge hatte. 

Hindemith ist musikalisch und persönlich unanfechtbar. Er ist der 
anerkannte Lehrer und Meister einer ganzen Generation von Musikern 
geworden. Seine Musik ist von absolutem Ernst, höchstem Kunstverstand 
und grossem Können. Die einzige Schwäche derselben ist ihr Mangel an 
lebendiger Triebkraft und seelischen Werten. Gerade dieser Mangel aber 
wird, wenn die Musik nicht aufgeführt, und damit dem grossen Publikum 
nicht unmittelbar gegenübergestellt wird, verhüllt und verschleiert. 
Hindemith ist dadurch ein Märtyrer geworden mehr als irgend ein anderer 
Künstler unserer Zeit. Sein Einfluss und seine Schätzung haben grössere 
Kreise erfaßt als je zuvor, nicht nur in Deutschland - wenn auch da nur 
unter der Oberfläche - sondern auch im Ausland, das sich früher 
ablehnend gegen ihn verhalten hat (Österreich, England usw.) Seine 
letzterschienenen Kammermusikwerke werden enorm gekauft. Sein 
theoretisches Werk ist einer der grössten Erfolge innerhalb des 
musikalischen Schrifttums gewesen - besonders bemerkenswert 


e 1923 





angesichts des schwerverständlichen und keineswegs allgemein 
zugänglichen Inhalts. M. E. würde ein Teil der Wirkung, die heute 
Hindemiths Schaffen und seine Person ausübt, entfallen, wenn das Verbot 
gegen ihn aufgehoben würde und der Künstler Hindemith auf normale 
Weise seinem Publikum entgegentreten würde. 

Wenn das Verbot aufrechterhalten werden soll, müssten 
konsequenter Weise die Kompositionen einer ganzen Generation von 
Musikern verboten werden, die im wesentlichen mit denselben Mitteln und 
Grundanschauungen wie Hindemith arbeiten. Ja - es müsste sich das 
Verbot schon auf einen grossen Teil der Werke von Max Reger erstrecken, 
der indessen vom gegenwärtigen Deutschland sonderbarerweise zu den 
grossen deutschen Meistern der Vergangenheit gestempelt wird. 

Als Anhänger und Verfechter deutscher Musiktradition, der ich seit 
über 20 Jahren im öffentlichen Leben stehe, erfüllt mich die wachsende 
unterirdische Bolschewisierung der deutschen Öffentlichen 
Musikverhältnisse mit grösster Besorgnis. Zur Zeit der Machtübernahme 
im Jahre 1933 war der Kredit der "neuen Musik" beim musikalischen 
Publikum fast gleich null, ihre Rolle schien mehr oder weniger ausgespielt. 
Wenn sie heute in ungeahntem Maasse wieder aufgelebt ist und die Köpfe 
der Jugend usw. verwirrt, liegt der Grund wesentlich darin, dass sie nicht 
dem Publikum gegenübergestellt wird und in ihrer richtigen 
Belanglosigkeit durchschaut werden kann. In dem Verbot selber scheint 
mir schon eine Überschätzung dieser Musik zu liegen, von der sie Vorteil 
zieht, und damit also das Gegenteil erreicht wird von dem, was 
beabsichtigt ist. 

Dass auch der Musiker Hindemith sehr bedeutende Züge 
aufzuweisen hat, dass insbesondere der Mensch, der Lehrer, die 
Gesamtpersönlichkeit Hindemiths auf hohem ethischen Niveau steht, stellt 
die Ungerechtigkeit des Verbots in den Augen Vieler in um so grelleres 
Licht, und verleiht Hi einen Glorienschein von Märtyrertum. Ist dieses vom 
politischen Gesichtspunkt aus von Vorteil?" 

Es handelt sich um den Text eines von mehreren Entwürfen. Zwei 
sind datiert "Juli 37" und "Bayreuth, Juli 1937". 

Die Argumentationsweise Furtwänglers zielt auf die Unwissenheit 
der NS-Führung in Sachen Musikleben ab; dies könnte sich jedoch als irrig 
erwiesen haben. 

16. Juli 1937: 

Bei der Umbildung der Preuß. Akademie der Künste ernennt 
Reichsminister Rust u. a. Furtwängler durch Erlaß von diesem Tag zum 
ordentl. Mitglied der Akademie. 

28. Juli 1937: 

"Gestern: (...) Nachmittag >Siegfried<, Mit Lorenz, Bockelmann, 
Leider, Fuchs, Borg und unter Furtwängler. Ich bin am Ende tief 
erschüttert. Diese sphärische Musik kann mich ergreifen wie nichts. 
Furtwängler bringt das Orchester zum Rasen. In Wahnfried schimpft man 
ganz zu Unrecht auf ihn. Sollen froh sein, daß sie ihn haben. In der Pause 
Besprechung mit Furtwängler. Er will mehr ernste Musik im Rundfunk. Da 
hat er recht. Wird gemacht. Planmäßigere Sorgen für den Nachwuchs. 


F 1924 





Auch richtig. Geiger dürfen nicht im Arbeitsdienst schippen. Und Sänger 
nicht in der H. J. ihre Stimme ruinieren. Dann hat er noch ein paar 
Halbjuden. Die hat er ja immer. Aber sonst ist er ganz manierlich. Und ein 
so großer Künstler" (Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 29/V11/37. S. 
216-217). 

Der Minister weilte in Bayreuth bei den Festspielen. 

2. August 1937: 

"Gestern: (...) In der Philharmonie sind noch einige Halbjuden. Ich 
werde versuchen, sie wegzubringen. Leicht wird das nicht sein. 
Furtwängler sucht sie mit aller Macht zu halten" (Goebbels Tagebuch III, 
Eintrag vom 3/VI11/37. S. 222-223). 

Der Eintrag spiegelt den Zweck späterer Veröffentlichung; 
tatsächlich ermöglichte der Minister das Verbleiben der "Halbjuden" durch 
seine Sondergenehmigung. 

3. August 1937: 

Im Hinblick auf die Herausgeberschaft für eine geplante neue 
Zeitschrift, über die er schon mit Dr. Goebbels gesprochen hatte, 
erkundigt sich Furtwängler bei Dr. Strecker, Verlag Schotts Söhne in 
Mainz, wie weit diese die Freiheit des Urteils, also Freiheit der Kritik 
gewährleiste. Davon hänge seine Entscheidung ab. 

18. August 1937: 

Die Geschäftsführung des BPhO wendet sich ans RMVP, teilt mit, daß 
die Reise des Orchesters und des Kittelschen Chors nach Paris 30.000 RM 
koste und bittet um Überweisung der Summe. Die Auszahlungsanordnung 
datiert vom 26/V111/37 (Quelle: BAR 55/ 350. Blatt 18). 

27. August 1937: 

Furtwängler führt in Salzburg bei den Festspielen mit den Wiener 
Philharmonikern und den Solisten Rosette Anday, Ria Ginster, Herbert 
Alsen und Helge Roswaenge die 9. Sinfonie von Beethoven auf. 

6. September 1937, Konflikt: 

"Die Wiener Blätter berichten über Auseinandersetzungen zwischen 
Toscanini und Furtwängler, die damit begannen, dass Toscanini für eine 
Scheidung der Dirigententätigkeit Bayreuth-Salzburg eintrat, sich dagegen 
wandte, dass Furtwängler sowohl in Bayreuth dirigierte als auch bei den 
Festspielen ein Konzert in Salzburg leitete, und betonte, er müsse für 
Salzburg als oberstes Prinzip die Freiheit der Kunstübung, unbeeinflusst 
von Politik, verlangen. Diese Auffassung Toscaninis von der ideologischen 
Unvereinbarkeit Bayreuths mit Salzburg hat zu einem Konflikt geführt, in 
dessen Verlauf nun das Nikolaj-Konzert der Wiener Philharmoniker, das 
von Furtwängler dirigiert werden sollte, verschoben wurde. Auch der 
Termin der von Furtwängler neueinstudierten >Meistersinger<-Aufführung 
der Oper wurde von Oktober auf Ende November verlegt" (Konflikt 
Toscanini-Furtwängler. "Pariser Tageszeitung" 11/450, 6/1X/37). 

7. September 1937: 

Furtwängler gastiert mit dem BPhO und dem Bruno Kittelschen Chor 

zur Weltausstellung 1937 in Paris. 
9. September 1937: 
"Der gestrige Abend mit der Aufführung von Beethovens IX. Sinfonie 


F 1925 





unter Furtwängler, auf den wir im Morgenblatt bereits kurz hinwiesen, 
gestaltete sich künstlerisch wie gesellschaftlich zum bisherigen Höhepunkt 
der Deutschen Kulturwoche. Das Konzert, das seit langem 
ausverkauft war, erhielt eine die Bedeutung des Anlasses unterstreichende 
Note durch die Anwesenheit des französischen Staatsoberhauptes. Zur 
Begrüßung des Präsidenten Lebrun, dessen Erscheinen ein Kordon der 
Garde Republicaine im Vestibül des großen Pleyel-Saales ankündigte, 
spielten unsere Philharmoniker unter der Leitung Hans v. Bendas die 
Marseillaise und die deutschen Nationalhymnen. 

(..) Nach dem Konzert hatte der Reichskommissar für die 
Weltausstellung, Ministerialdirektor Ruppel, aus Anlaß der Deutschen 
Kulturwoche zu einem großen Empfang im Hotel >Georges V.< geladen, 
an dem außer Staatssekretär Walter Funk und den deutschen Künstlern 
der französische Außenminister Delbos und zahlreiche französische 
Minister und Politiker sowie die Mutter des amerikanischen Präsidenten 
Roosevelt und sämtliche Kommissare der Weltausstellung teilnahmen. 
Staatsekretär Funk sprach in einer kurzen Ansprache dem Botschafter 
Francois-Poncet seinen Dank für die Vorbereitungen der Deutschen 
Kulturwoche aus und überreichte ihm im Namen der deutschen Regierung 
den Faksimiledruck der IX. Sinfonie" (Robert Oboussier: Paris feiert 
Furtwängler. Staatspräsident Lebrun bei der Aufführung der IX. Sinfonie. 
"DAZ", Abendblatt, 9/1X/37). 

Oktober 1937: 

Das BPhO, Dgt. Furtwängler, spielt die Fünfte von Beethoven auf 
Schallplatten ein. 

11. Oktober 1937: 

"Gestern: (...) Unterredung Furtwängler. Toscanini hat ihm in 
Salzburg gesagt, wenn er in Bayreuth dirigiere, sei für ihn in Salzburg kein 
Platz mehr. Eine bodenlose Frechheit! Toscanini (dirigiere) nur in freien 
Ländern. Dafür sucht er sich ausgerechnet Österreich aus. Wenn die 
Wiener seinem Druck nachgeben und Furtwängler aus Salzburg 
fortgraulen, verbiete ich allen deutschen Künstlern ein weiteres Auftreten 
in Österreich. Ich lasse mir die Anmaßung dieses Emigranten nicht 
gefallen. 

Problem des Nachwuchses mit Furtwängler erörtert. Er hat einen 
guten Blick für Talente. Bei der Berliner Staatsoper steht es augenblicklich 
nicht gut" (Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 12/X/37. S. 298-299; Die 
Tagebücher von Joseph Goebbels. Hgb. von Elke Fröhlich. Teil I, Band 4 
März-November 1937. München, 2000. S. 356). 

Der Minister konnte nur drohen; Hitlers dürfte den Anlaß zu solchem 
Boykott als zu gering betrachtet haben und genehmigte ihn daher nicht. 

Derzeit sendete der Reichsrundfunk immer noch Schallplatten mit 
Toscanini. 

15. Oktober 1937: 

Aus dem Conventgarten in Hamburg sendet der RS Hamburg ein 
Brahms-Konzert des BPhO, Dgt. Furtwängler: 3. Sinfonie, Tripelkonzert 
Op. 103, Akademische Festouvertüre und Ungarische Tänze. 

Dies war eine der wenigen Direktsendungen, die der Dirigent zuließ,. 


e 1926 





Übertragungen von Furtwängler-Veranstaltungen kamen sonst nur von 
den Bayreuther Festspielen. Zusätzlich mußten Industrie-Schallplatten 
genügen. 

18. Oktober 1937, Meisterkonzert I: 

Furtwängler dirigiert ein Meisterkonzert des BPhO für die NSG "Kraft 
durch Freude" mit Werken von Brahms. Solisten: Georg Kulenkampff 
(Violine) und Enrico Mainardi (Cello). 

Der Minister nahm am Konzert teil. 

19. Oktober 1937: 

"(...) Frau Wagner hat Furtwängler für Bayreuth gekündigt. Dahinter 
kann nur Tietjen stecken. Frau Wagner ist da schlecht beraten. Gewiß ist 
Furtwängler manchmal sehr unleidlich; aber als Dirigent ist er einmalig. 

(...) Er kommt in der Pause zu mir, um den Fall Bayreuth 
vorzutragen. Ich glaube, man tut ihm da Unrecht. Aber die Frauen. (...)" 
(Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 19/X/37. S. 306, 307). 

21. Oktober 1937, Meisterkonzert II: 

"Eine so aufmerksame andächtige Hörergemeinde, wie sie am 
Dienstagabend des Saal der Philharmonie bis auf den letzten Platz füllte, 
dürfte Furtwängler selten gefunden haben. Es war die NS-Gemeinschaft 
>Kraft durch Freude<, vor der er sein erstes dieswinterliches großes 
Konzert wiederholte. Das heißt, die Tatsache der Wiederholung bestand 
zwar, aber sonst deutete nichts, aber auch gar nichts darauf hin, daß es 
nicht eine erste Huldigung für Brahms wäre, die man hier erlebte. Besteht 
doch das Geheimnis dieses großen Dirigenten darin, daß er sich stets von 
neuem fast bis zur Selbstaufgabe verschwenden darf. So war es auch 
diesmal. Man fühlte sich gebannt von seiner königlich gelassenen, Iyrisch 
herrlich ausschwingenden Wiedergabe der dritten Sinfonie und von der 
dämonisch-burschikosen Art, mit der er die akademische Festouvertüre 
anpackte. Man staunte beglückt, wie er neben den Solisten Kulenkampff 
und Mainardi das Doppelkonzert sinfonisch verlebendigte, und schließlich 
war des J ubels kein Ende, als er drei ungarische Tänze des Meisters auf 
eine unvergleichlich mißreißende Art vortrug. 

Die Hörerschaft war von Anfang an dem Zauber solchen Musizierens 
verfallen. Der Jubel nach den einzelnen Stücken nahm ständig zu. 
Dirigent, Solisten und Orchester mußten immer wieder danken. Am Schluß 
rief man Furtwängler noch nahezu ein dutzendmal auf das festlich mit 
Blumen geschmückte Podium zurück" (Erwin Kroll: Furtwängler dirigiert 
für "Kraft durch Freude". "DAZ", 21/%X/37). 

Kroll erwähnte nicht, daß Dr. Goebbels teilnahm. 

23. Oktober 1937, Bayreuth-Krach: 

"Gestern: (...) Furtwängler erzählt mir den ganzen Knatsch zwischen 
ihm, Frau Wagner und Tietjen. Frau Wagner ist da sehr schlecht beraten. 
Tietjen ist doch kein Dirigent, sondern nur ein Organisator und höchstens 
noch ein Schleicher. Ohne Furtwängler ist Bayreuth nur eine Familien- und 
Cliquenangelegenheit. Ich werde darüber auch mit dem Führer sprechen" 
(Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 23/X/37. S. 311). 

1. November 1937, Keine Audienz: 
"im Auftrage des Führers darf ich Ihnen mitteilen, daß es der Führer 


F 1927 





infolge seiner starken dienstlichen Inanspruchnahme bedauert, Sie in der 
nächsten Zeit nicht empfangen zu können" (Der Führer und Kanzler des 
Deutschen Reiches, Adjutantur, Wiedemann, 1/X1/37. Quelle: NL 
Furtwängler). 

Furtwängler hatte am 26/X/37 um eine Audienz gebeten, um die 
Querelen mit Bayreuth vorzutragen; weil Hitlers Loyalität gegenüber 
Winifred Wagner berührt war, wich dieser aus. 

3. November 1937: 

In seinem Tagebuch vermerkt Dr. Goebbels ein Gespräch mit Hitler, 
der nun doch Furtwängler für Bayreuth fallen lassen wolle. Der Minister 
erwähnt, er habe ihm alle Bedenken entgegengehalten, und es werde ein 
schwerer Verlust für Bayreuth werden. Aber Tietjen sei ein hinterlistiger 
Intrigant, der jetzt den ganzen "Ring" dirigiere. 

12. November 1937, Klavierkonzert: 

"Aber über dem Ganzen schwebt ein merkwürdiger Hauch von - 
wenn man so sagen darf - pathetischer Melancholie oder melancholischem 
Pathos; ein typisch nordischer Gefühlston, der manchmal an Brahms, 
manchmal an Pfitzner gemahnen mag und schon in der Violinsonate 
spürbar war" (Walter Abendroth in: "AMZ" LXIV, 12/X1/37. S. 677). 

Furtwängler hatte sein Symphonisches Konzert für Klavier und 
Orchester am 31. Oktober im 2. Philharmonischen Konzert erstaufgeführt; 
Solist: Edwin Fischer. 

14. und 15. November 1937: 

Das 3. Philharmon. Konzert Furtwänglers bietet - erstmals - die 
"Variationen über ein Husarenlied" von F. Schmidt. 

15. November 1937: 

"(...) Was Cosima Wagner ihren Kapellmeistern, was Ihr 
verstorbener Gatte noch einem Carl Muck zugestanden und ermöglicht 
hat, nämlich von Bayreuth aus massgebend, vorbildlich, im besten Sinne 
traditionsbildend auf die Pflege der Wagnerschen Kunst in der ganzen Welt 
einzuwirken, haben Sie mir unmöglich gemacht. Sie sind allen Ernstes der 
Anschauung, dass ein führender Musiker ersten Ranges für Bayreuth nicht 
nötig ist. Sie kennen so wenig die Rolle, die gerade der musikalische Teil, 
und damit der Dirigent, innerhalb des Gesamtkunstwerks Wagners spielt; 
Ihnen ist so wenig bewusst, wie tief gefährdet die Stellung Bayreuths in 
der heutigen Welt ist, und wie grade hier nur die Besten eingesetzt 
werden dürfen, soll Bayreuth für die Zukunft überhaupt noch 
Existenzberechtigung haben. So haben Sie auch nach meinem 
unvermeidlich gewordenen Rücktritt sich keineswegs bemüht, - wie es 
nötig gewesen wäre - ausschliesslich die Besten und Fähigsten des 
heutigen Deutschland ausfindig zu machen und mit dieser 
verantwortungsvollen Aufgabe zu betrauen. Sie vertrauen auf die 
Machtmittel des autoritären Staates. (...)" (Furtwängler an Winifred 
Wagner, 15/X1/37. Quelle: Leihgabe Andreas Furtwängler). 

Frau Wagner hatte auf Alleinherrschaft gepocht, Furtwänglers 
musikalischen Führungsanspruch bestritten und - sogar auch als Dirigent - 
Tietjen vorgezogen. 

Furtwängler sandte Kopien dieses Briefs an Hitler, Göring und 


e 1928 





Goebbels und zog sich dann auch aus der Staatsoper zurück, weil keine 
Zusammenarbeit mit Tietjen möglich schien. 
19. November 1937: 

"Gestern: (...) Furtwängler hat einen groben Brief an Frau Wagner 
geschrieben. Die wird ja nun hochgehen. Aber so ganz unrecht hat er 
nicht" (Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 20/X1/37. S. 340). 

26. November 1937: 

"(...) Winifred Wagner hat Furtwängler eine ganz scharfe Antwort 
hingehauen. Daran wird Furtwängler auch keinen Spaß haben. (...)" 
(Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 27/X1/37. S. 347) 

29. November 1937: 

Der Deutschlandsender überträgt das 4. Philharmon. Konzert 
Furtwänglers mit Werken von Händel (Concerto grosso D-dur), Kaminski 
(Orchesterkonzert mit Klavier, EA) und Tschaikowsky (6. Sinfonie). 

3. Dezember 1937: 

"(...) Es handelt dich dabei gewiss nicht darum, ob ich in Bayreuth 
dirigiere oder nicht. Ich kann ohne Bayreuth und Bayreuth kann ohne 
mich bestehen. Die Form aber, in der diese Absage geschah, hat mich als 
Mensch und Künstler auf's tiefste verletzt. Rein sachlich gesehen stellt sich 
die ganze Angelegeheit vor der Welt gradezu als eine Prämirierung der 
Mittelmässigkeit dar, wie sie ohne Beistand des autoritären Staates wohl 
kaum möglich gewesen wäre. Meine Antwort ist meiner Meinung nach das 
mindeste, was ich der Geschichte und mir schuldig bin. (...)" (Furtwängler 
an Dr. Goebbels, 3/X11/37. Fehler im Original. Quelle: Leihgabe Andreas 
Furtwängler). 

Duktus des Textes und verschriebene Wörter deuten darauf hin, wie 
erregt der Schreiber war. 

4. Dezember 1937: 

"(...) Furtwängler hat wieder mal Funk stundenlang bekniet. Er 
macht Dummnheiten in Wien und Bayreuth. Aber zum großen Teil aus 
seiner politischen Naivität heraus" (Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 5/ 
X11/37. S. 357). 

Die deutsche Presse hatte verbreitet, Furtwängler werde sich nach 
Wien verpflichten. 

6. Dezember 1937: 

"(...) Mit Funk eine Reihe von Problemen besprochen: Furtwängler 
will seine finanziellle Stellung etwas befestigen. Ich bin dafür. Aber er darf 
nicht täglich neue Forderungen stellen. (...)" (Goebbels Tagebuch III, 
Eintrag vom 7/X11/37. S. 358). 

30. Dezember 1937, Echo: 

"Die kulturelle Propaganda des Regimes, die auf die Abwürgung der 
gemeinsamen Gesittung der Völker ausgeht, ergänzt wird sie durch 
Gewalthandlungen und Spionage. Die Unzahl der politischen Agenten, mit 
denen ein einzelnes Land alle anderen überschwemmt, die Attentate, 
Verschwörungen und Bestechungen, die ihr Werk sind, das alles soll in 
geheimen Hintergründen bleiben; man ist dumm genug, sie für geheim zu 
halten. Vorn im Rampenlicht spielt ein herrliches Orchester den 
Hauptstädten der Welt die alte deutsche Musik vor, in der unfaßbaren 


e 1929 





Annahme des Regimes, sie könnten es für die Musik des Regimes halten 
und setzen auf seine Rechnung nicht die Attentate, sondern die Musik" 
(H. Mann: Ziele der Volksfront. "Neue Weltbühne", 30/X11/37. Abdruck in 
Mann: "Verteidigung der Kultur". Hamburg, 1960. S. 295-296). 


1938 

Furtwängler erzielt im Steuerjahr 1938 ein Brutto-Einkommen von 
155.960 RM. Nach Abzug der Steuerschuld von 49.302, 59 RM verbleiben 
ihm 106.647, 41 RM. 

12. Januar 1938: 

Furtwängler führt das BPhO auf eine Gastspielreise, die am 28. 
Januar endet und Breslau, Dresden, Leipzig, Weimar, Frankfurt a. M., 
Wuppertal-Elberfeld, Dortmund, Köln, London, Bristol, London, Den Haag, 
Brüssel, Düsseldorf und Bielefeld berührt. 

30. und 31. Januar 1938: 

Das 7. Philharmon. Konzert Furtwänglers bietet - erstmals - die 
Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta von Bartök. 

Die Presse erfuhr nur, daß die Absetzung und Verschiebung des 
Orchesterkonzerts von Gottfried Müller darauf beruhe, daß "die Partitur 
nicht rechtzeitig vorlag"; dies bog etwaige Spekulationen über andere - 
nämlich an diesem Datum mögliche politische - Gründe ab. 

1. Februar 1938: 

"(...) Die Vortragsfolge hatte eine Änderung erfahren müssen. Statt 
der ursprünglich vorgesehenen Aufführung des >Konzertes für Orchester< 
von Gottfried Müller wurde die bereits für November vorgesehene 
Erstaufführung der >Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und 
Celesta< von Bela Bartök gegeben. Mit diesem Werk wurde auch die 
außerordentlich umfangreiche und interessante Vortragsfolge eröffnet. 
Bela Bartök ist einer der bekanntesten und repräsentativsten ungarischen 
Komponisten, der sich bewußt seine Themen aus dem musikalischen Gut 
seines Volkes geholt hat und der diese Themen mit einer unerhörten 
Eigenwilligkeit und unbekümmert um die Gesetze der Harmonik 
verarbeitet hat. Vorherrschend und mit zwingender Logik gebaut ist der 
Rhythmus. In ihm spricht Bartök eine starke und fesselnde Sprache und in 
ihm weiß er manche volksliedhafte Weise zu eindrucksstarker Entfaltung 
zu bringen. Es ist ein Werk, das an die Grenzen des musikalischen 
Ausdrucks rührt, das Probleme aufwirft und sie zur Diskussion stellt. Es 
verrät eine ungeheuere und ungebrochene Kraft. Furtwängler setzte sich 
mit den Philharmonikern sehr temperamentvoll für das Werk ein. Es wurde 
beifällig aufgenommen (...)" (Georg Hüllen: Siebentes Philharmonisches 
Konzert. "Berliner Börsen-Zeitung", 1/11/38). 

*3, Februar 1938: 

Furtwängler dirigiert ein Meisterkonzert des BPhO für die Berliner HJ 
mit Werken von Gluck, Schubert, Richard Strauss und Beethoven. 

Daß zum Schluß die Fünfte von Beethoven zu hören war, blieb in der 
Auflistung der Philharmoniker-Konzerte bei Peter Muck: "Einhundert Jahre 
Berliner Philharmonisches Orchester", 2. Band, 1922-1982 (Tutzing, 
1982), S. 283, unerwähnt. 


e 1930 





4. Februar 1938, Meisterkonzert für die HJ: 

"Auf Veranlassung der Reichsjugendführung finden in 
den kommenden Wochen und Monaten Meisterkonzerte für die 
Hitler-Jugend statt, die von namhaften Orchestern und Solisten unter 
der Leitung deutscher Dirigenten von Weltruf bestritten werden. 

(...) Die Reihe dieser Meisterkonzerte, die in allen Teilen des Reiches 
durchgeführt wird. wurde gestern abend erlebnishaft eröffnet mit einem 
Konzert des Philharmonischen Orchesters unter der Leitung von 
Wilhelm Furtwängler (...) (Georg Hüllen: Erstes Meisterkonzert für 
die Hitler-) ugend. "Berliner Börsen-Zeitung" Nr. 58, 4/11/38). 

Dazu die redaktionelle Ergänzung: 

"Unter den zahlreichen Ehrengästen des Abends sah man u. a. 
neben dem Stellvertreter des Führers und dem 
Reichsjugendführer die Staatssekretäre Körner, Reinhardt, Dr. 
Stuckert, Willikens, Tschintsch, Posse, Krohn, Landfried 
und Alpers, ferner Generalinspektor Dr. Todt, General Keitel, 
Vizeadmiral von Trotha, SS-Obergruppenführer Krüger, die SA.- 
Obergruppenführer Litzmann und Prinz August Wilhelm, 
Stabsleiter Urban sowie weitere hohe Vertreter der Wehrmacht, des 
Reichsarbeitsdienstes und zahlreicher Partei- und Staatsdienststellen. Von 
der Reichsjugendführung und dem Gebiet Berlin der Hitler-J ugend war fast 
die gesamte höhere Führerschaft anwesend, u. a. Stabsführer 
Lauterbacher, der Führer des Gebiets Berlin, Obergebietsführer 
Axmann, und der Chef des Kulturamtes der Reichsjugendführung, 
Obergebietsführer Cerff". 

Stuckert = Wilhelm Stuckart. 

28. Februar 1938: 

Für die Dienststelle des Außerordentlichen und Bevollmächtigten 
Botschafters des Deutschen Reiches, Hauptreferat X, sendet von Wussow 
der Reichskanzlei, Hptm. Wiedemann, eine Aktennotiz, in der er fragt, ob 
es nach der Absage Toscaninis an Salzburg nicht angebracht sei, 
österreichischerseits Furtwängler die musikalische Leitung der Salzburger 
Festspiele anzutragen und ob Wiedemann nach Rücksprache mit Hitler der 
zuständigen österreichischen Stelle nicht einen entsprechenden Wink 
geben könnte (Quelle: BA NS 10/ 110. Blatt 75-76). 

März 1938: 

Das BPhO, Dgt. Furtwängler, spielt aus Wagners "Parsifal" Vorspiel 
und Karfreitagszauber auf Schallplatte ein. 
1. März 1938: 

Die Reichskanzlei, Hptm. a. D. Wiedemann, teilt Herrn von Wussow 
mit, der Führer sei gegen eine Teilnahme Furtwänglers an den Salzburger 
Festspielen (Quelle: BA NS 10/ 110. Blatt 73). 

Hitler paßte es nicht, daß Furtwängler sich in Salzburg auf Wagner 
konzentrieren wollte; er witterte ein Konkurrenzunternehmen zu 
Bayreuth. 

6. März 1938, Vorhaben: 

"Wie wir erfahren, haben die zwischen dem künstlerischen Leiter der 

Salzburger Festspiele und Direktor der Wiener Staatsoper, Dr. Kerber, mit 


F 1931 





Generalmusikdirektor Dr. Furtwängler wegen seiner Mitwirkung bei den 
Salzburger Festspielen (geführten Gespräche) zu einer grundsätzlichen 
Einigung geführt. Furtwängler hat sich bereit erklärt, bei den Salzburger 
Festspielen Opernaufführungen und Konzerte zu dirigieren; Furtwängler 
hat aber auch darauf hingewiesen, daß er noch einige in den Sommer 
fallende Verpflichtungen in Deutschland und im Auslande ordnen müsse. 
Am Sonnabend ist Furtwängler, der nach den jetzt in Wien getroffenen 
Vereinbarungen in der nächsten Spielzeit vier Konzerte der Wiener 
Philharmoniker und auch mehrere Vorstellungen in der Wiener Staatsoper 
leiten wird, nach Berlin zurückgekehrt" (Furtwängler dirigiert in Salzburg. 
"Berliner Tageblatt", 6/111/38). 

Als er erfuhr, daß Hitler gegen seine Mitwirkung in Salzburg sei, trat 
Furtwängler von den Verhandlungen zurück. 

6. April 1938, "Bekenntnis": 

"Die historische Größe der Wiedervereinigung Österreichs mit dem 
Deutschen Reiche findet immer neue Bewunderung in den Zuschriften, die 
Angehörige aller Berufe im Hinblick auf die Wahl am 10. April an den 
Berliner Lokal-Anzeiger richten. Heute schreibt uns der 
weltberühmte Dirigent Staatsrat Dr. h. c. Wilhelm Furtwängler 
folgendes Bekenntnis: 

>Seit St. Germain hatte ein selbständiges Österreich seinen Sinn 
verloren. Seine Rückkehr in das große gemeinsame Reich war zur 
Notwendigkeit, ja zur Selbstverständlichkeit geworden. Diese 
Notwendigkeit aber Wirklichkeit werden zu lassen, ist die 
unauslöschbare geschichtliche Tat Adolf Hitlers<" (Unauslöschbare 
geschichtliche Tat. "Berliner Lokal-Anzeiger", Morgenausgabe Nr. 83, 6/1V/ 
38). 

Furtwängler erfüllte nicht die Erwartung der NS-Führung, eine 
Aufforderung zur Abgabe der Stimme für Hitler anzuschließen. Er 
verzichtete auch auf ein Bekenntnis. 

16. April 1938, Nachricht: 

"Als Gala- und Festvorstellung zum Geburtstag des Führers bringt 
die Staatsoper in auserlesener Besetzung >Die Meistersinger< unter 
Leitung von Professor Furtwängler" (B-H.: Frischer Wind auf Wiener 
Bühnen. Die Spielpläne der Theater am Geburtstag des Führers. "VB" Nr. 
32, Wien, 16/1V/38). 

*20. April 1938: 

Die Wiener Staatsoper bietet - laut Programmzettel anläßlich des 
"Geburtstags des Führers" - eine Aufführung von Wagners "Die 
Meistersinger". Dgt. Furtwängler. 

22. April 1938, Festmusik: 

"Es war ein Konzert, dem man in den Annalen der Wiener 
Philharmoniker einst historische Bedeutung zuerkennen wird. Die 
Anwesenheit des Führers, des Reichsministers Dr. Goebbels und des 
Ministers Glaise-Horstenau, sowie zahlreicher anderer Vertreter der 
Reichsregierung, der Partei und der Kunst gaben ihm das besondere 
Gepräge. Furtwängler ist den Wiener Philharmonikern kein 
Unbekannter; doch wie sie diesmal im Dienste Schuberts und Bruckners 


e 1932 





zueinander fanden, das ging als künstlerische Höchstleistung über den 
Rahmen auch der erfolgreichsten Gastspiele weit hinaus. Hier ging es um 
mehr, hier waren neue, ungewöhnliche Antriebe im Spiel. Das große 
geschichtliche Geschehen der letzten Wochen, die schlagartige 
Verwirklichung des großdeutschen Gedankens steigerten die 
künstlerischen Gestaltungskräfte des Orchesters und seines genialen 
Dirigenten in unerhörtem Ausmaße (...)" (Otto Steinhagen: Die Wiener 
Philharmoniker unter Furtwängler. Ein Konzert der Höchstleistungen im 
Beisein des Führers. "Berliner Börsen-Zeitung" Nr. 188, 23/1V/38). 

Auf dem Programm dieser Einführung des Wiener Orchesters in 
Berlin: Schuberts "Unvollendete Sinfonie" und die Siebente von Bruckner, 
als Zugabe der "Kaiserwalzer"... eine Präsentation des österreichischen 
Musikpotenzials. 

26. April 1938: 

(1) 

Furtwängler führt das BPhO auf eine Gastspielreise, die am 10. Mai 
endet und Wiesbaden, Heidelberg, Freiburg im Breisgau, Rom, Florenz, 
Zürich, Basel und Paris berührt. 

(2) 

Für die Übernahme des Konzerts in Wiesbaden - Sendung am 26/1V/ 
38 - zahlt der RS Frankfurt dem Dirigenten 1000 RM. 


12. Mai 1938: 

Das BPhO teilt dem RMVP mit, daß Furtwängler mit Beginn der 
nächsten Saison sein Honorar von 2000 RM je Konzert auf 4000 RM erhöht 
haben möchte und dies vom Minister im Prinzip genehmigt sei. 

22. Juni 1938: 

"An Abt I B im Hause 

Die Angemessenheit der Forderung Dr. Furtwängler ist dadurch 
gegeben, daß er im Ausland diese Honorare ohneweiters bekommt. Daher 
ist auch ihre Notwendigkeit verständlich; denn eine geringere 
Honorarhöhe im Inlande würde ihn veranlassen, mehr im Ausland zu 
dirigieren, womit das Orch. einer zweiten Saison 35/36 entgegenginge 
(ohne F.-Konzerte = leere Säle). (...)" (RMVP, Abt. X, handschriftliche 
Aktennotiz, 22/V1/38. Quelle: BAR 55/ 247. Blatt 322 R). 

1. Juli 1938: 

"Gestern: (...) Furtwängler will nicht in Nürnberg dirigieren. Wegen 
des Anstandes. Das ist Quatsch. Er soll nicht soviel Rücksicht nehmen. Ich 
drücke auf ihn" (Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 2/V11/38. S. 470). 

"Wegen des Anstandes" = Übertragungsfehler der Herausgeberin 
der Goebbels-Tagebücher, zu korrigieren in "des Auslandes". Die 
herausgeberin hat den Fehler in der auflage 1994 behoben. 

Der Dirigent schob abermals die schädliche Wirkung eines 
politischen Auftritts beim Parteitag im Ausland vor. Der Druck des 
Ministers bewirkte nichts. 

20. August 1938, Sonderbewilligungen: 

"Im Einvernehmen mit dem ständigen Dirigenten der Wiener 

Philharmoniker, Herrn Dr. Furtwängler ersuchen wir Sie, sehr geehrter 


e 1933 





Herr Direktor, zur Aufrechterhaltung der künstlerischen Leistungsfähigkeit 
und damit des Ranges und Namens der Wiener Philharmoniker, die 
Sonderbewilligung für die in beillegender Liste verzeichneten neun 
Mitglieder unseres Orchesters an zuständiger Stelle beantragen und 
durchsetzen zu wollen. 

Gleichzeitig weisen wir darauf hin, daß außer der Pensionierung der 
neun Volljuden unsres Orchesters die jüdisch versippten Mitglieder Föderl 
(zweite Violine) und Schurig (Pauke) pensioniert wurden" (Wiener 
Philharmoniker, gez. Furtwängler, an Staatsoperndirektor Dr. Erwin Kerber, 
20/V111/38. Quelle: National Archives, Washington, RG 260-Austria, Box 
95, Folder: Music). 

Der Antrag betraf die Musiker Theodor Hess, Otto Rieger, Ernst 
Moravec, Richard Krotschak, Karl Maurer, Rudolf Jettel, Hugo Burghauser, 
Gottfried Freiberg und Josef Hadraba, die jüdische Frauen hatten oder als 
"Vierteljuden" galten. In allen Fällen wurde die Sondergenehmigung 
erteilt. Die pensionierten jüdischen Orchestermitglieder waren nicht zu 
halten, da das Gesetz gegen sie wirkte. 

Da die Wiener Philharmoniker keiner staatlichen Behörde 
zugehörten, hielt Furtwängler einen Dirigentenvertrag mit ihnen für 
angängig. 

24. August 1938: 

"Persönlich 

Minister Dr. Goebbels Reichspropagandaministerium 
halte aus künstlerischen Gründen für Meistersinger Parteitag Mitwirkung 
erstklassigen Ensembles für unerlässlich bitte daher ausser den vom 
Führer bestimmten Solisten Orchester Chor und kleine Solisten der Wiener 
Staatsoper die in Salzburg von mir genauestens einstudiert in Nürnberg 
einzusetzen stop nur dann ist eine künstlerische Aufführung dieser so 
schwierigen Ensembleoper in der kurzen Zeit die in Nürnberg zur 
Verfügung steht gewährleistet stop erbitte Zustimmung des Führers zu 
diesem Vorschlag der zugleich den oesterreichischen Anteil an der 
Aufführung dieses Parteitages betonen würde zu erwirken" (Abschrift eines 
Telegramms als Anlage zum Schreiben des Sekretäriats Furtwängler an 
Hptm. Wiedemann, 24/VI11/38. Quelle: BA NS 10/ 333. Blatt 239). 

5. September 1938: 

Am Vorabend des RPT ab 17 Uhr 30 überträgt der Reichsrundfunk 
auf allen Sendern außer Deutschlandsender aus dem Opernhaus Nürnberg 
die Aufführung von R. Wagners Oper "Die Meistersinger", Dgt. Furtwängler 
(RSdg, 5/1X/38). 

Die feierliche Eröffnung des Parteikongresses am 6. September ab 
11 Uhr 30 in der Kongreßhalle ging ebenfalls über alle Sender. 

6 September 1938, Bericht: 

"Die ganze Welt blickt wieder auf Nürnberg. Die 
nationalsozialistische Bewegung, das ganze deutsche Volk begeht in 
Nürnberg seine festlichsten Feiertage. 

Es ist eine schöne Überlieferung geworden: 

Wenn die Glocken den Parteitag eingeläutet haben, wenn der Führer 
feierlich empfangen wurde, wenn über Nürnberg, das seinen schönsten 


e 1934 





Festschmuck angelegt hat, die Wogen des J ubels und der Begeisterung 
zusammenschlagen wollen, dann gibt es für diesen immer von neuem 
wunderbaren ersten Tag nur noch eine Krönung: die großartigste Dichtung 
zu hören, die je ein Genius von deutscher Seele sang - Richard Wagners 
>Meistersinger<. 

* 

Wir haben im Nürnberger Opernhaus diesen unvergeßlichen 
Meistersingerabend wieder erlebt. 

Nie so wie an diesem Abend ist unser Opernhaus eine einzige 
lichtstrahlende, blumenbekränzte Schönheit. Nie so wie an diesem Abend 
flutet durch seine Räume eine einzige Woge der Festlichkeit und der 
stolzen Repräsentation. Wohin man blickt ein bunt strömender 
Farbenklang aus Uniformen, Frackanzügen und Abendkleidern. Was Name 
und Klang hat im deutschen Reich, ist an diesem Abend hier vereint. Dort 
über die Treppe kommt der Reichsführer SS Himmler herab, drüben vor 
einer Logentür steht der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß, draußen 
vorm Eingang raucht Dr. Goebbels eine Zigarette, im Foyer des ersten 
Stockes unterhält sich Reichsminister Dr. Frick mit 
Reichsorganisationsleiter Dr. Ley - sie alle sind da, die Führer des 
deutschen Volkes, und um sie mit ihren Frauen die höchsten Würdenträger 
von Partei und Staat, die Offiziere der Wehrmacht, die Vertreter des 
Diplomatischen Korps, und viele ausländische Gäste, unter denen vor 
allem die Vertreter des faschistischen Italiens zu sehen sind. 

* 


Nun hat der Führer seine Loge betreten. Das Haus begrüßt ihn mit 
tosendem Jubel. Zu seiner Seite lassen sich Gauleiter Julius Streicher und 
Oberbürgermeister Willy Liebel nieder. 

Als nun die Lichter verlöschen, breitet sich feierliche Stille über den 
Raum. Gespannte Erwartung füllt die letzten Sekunden, bevor die 
Aufführung beginnt. Dann tritt Meister Furtwängler ans Pult und wird von 
einer begeisterten Beifallswoge überschüttet. Sie mündet ein in die 
festfroh aufleuchtenden, breit-hinströmenden C-Dur-Klänge des herrlichen 
Vorspiels (...)" (Otto Burg: Die Meistersinger von Nürnberg. Glanzvolle 
Festaufführung in Anwesenheit des Führers im Nürnberger Opernhaus. 
"Fränkische Tageszeitung", Nürnberg, 6/1X/38). 

Der Berichterstatter unterschlägt, daß der Parteitag erst am 
Vormittag des folgenden Tages eröffnet wurde und das Nürnberger 
Opernhaus nur begrenzten Raum bot. 

(2) 

"(...) Erschienen waren das gesamte Führerkorps der NSDAP mit 
dem Stellvertreter des Führers an der Spitze, der zusammen mit 
Reichsminister Dr. Goebbels in der ersten Reihe des Parketts Platz 
genommen hatte, die Reichsleiter und die Gauleiter, die Reichsminister 
und die Ministerpräsidenten der Länder, hohe Offiziere der deutschen 
Wehrmacht, namhafte Persönlichkeiten des künstlerischen Lebens, Männer 
der Wirtschaft und bekannte Wirtschaftsführer zumeist mit ihren Damen. 
Zur Rechten der Führerloge im ersten Rang sah man die Vertreter des 
Diplomatischen Korps, und in der auf der anderen Seite unmittelbar 


e 1935 





angrenzenden Loge hatte eine Abordnung der vom Führer zum 
Reichsparteitag geladenen Vertreter der Fascistischen Partei Platz 
genommen. 

Mit dem Deutschen Gruß entbot die festliche Gästeschar dem Führer, 
der mit Gauleiter Streicher und Oberbürgermeister Liebel in der Mittelloge 
erschien, ihren ehrerbietigen Willkommensgruß (...)" (Der Führer in der 
Meistersinger-Aufführung, "Berliner Börsen-Zeitung", 6/1X/38). 


2. November 1938: 

Die "Signale für die musikalische Welt" bringen den Aufsatz von W. 
Matthes "Loben mit Geschmack... eine Kunst, die Können und Charakter 
verlangt. Er rügt - ohne Namensnennung - von der Nülls "Wunder"-Bericht 
über Karajan und stützt sich auf eine Rede von Minister Dr. Goebbels. 

3. November 1938: 

"Wir haben heute auch in kleineren Städten große, tüchtige, 
gutbesoldete Orchester und Dirigenten - aber sie bringen Jahr für Jahr 
solide, >abgelagerte< Musik, deren Komponisten >frei und tot< sind und 
deshalb allen Ruhm neidlos der >Stabführung< überlassen. Die 
Vorstellung eines lebenden, wirklich schöpferischen Komponisten ist 
beinahe schon eine groteske Angelegenheit - so sehr hat man den 
schöpferischen Künstler in den Hintergrund gedrängt, ihn förmlich hinter 
der Masse der >Nachschaffenden< versteckt. Hier ein grandioses Beispiel: 

Zu zwei Konzerten des Philharmonischen Orchesters unter 
Furtwängler, welche ausschließlich zeitgenössischer Musik gewidmet 
waren, kamen ganze 200 - in Worten: zweihundert - Zuhörer. (Jeder 


kann sich nun an seinen fünf Fingern abzählen, wie das Haus 


ausgesehen hätte, wenn an Stelle des Magneten Furtwängler keine 
>Prominenz< den Taktstock geschwungen hätte.) 


(...) es beweist somit die völlige Entfremdung der Musikfreunde vom 
heutigen Schöpferischen, und zwar allein aus dem Grunde, weil man alles 
für die Nachschaffenden tat, die Schaffenden unterschlug und somit nur 
sprunghaft dem Publikum Gelegenheit gab, Neues zu hören, ohne 
Vorbereitung und systematische Pflege; zweitens beweist dieses Ergebnis 
schlagend, daß selbst ein Spitzenorchester unter Deutschlands größtem 
Dirigenten nicht >zieht<, wenn es nicht zum Blasebalg des starken Atems 
einer großen >klassischen< Schöpfung wird. Denn trotz aller Bemühungen 
jüdischer Verdrehungen will das Volk Schöpfungen hören und nicht allein 
Ausführende sehen (...)" 

("Das Schwarze Korps" Folge 44, 3/X1/38. Nachdruck unter Titel "Wert des 
zeitgenössischen Schaffens" in: "Völkische Musikerziehung" V/2, Februar 
1939). 

Ein Programm Furtwänglers ausschließlich mit neuer Musik ist nicht 
nachweisbar, da er Mischprogramme bevorzugte. Die Folgerung des 
Artikelschreibers ist falsch, da es die Ausführenden sind, die Neues 
bringen. Das Volk freilich - und damit werden "jüdische Verdrehungen" 
Tatsache - wehrt sich gegen Neues selbst von berühmten Interpreten. 

5. November 1938: 
"Gestern: (...) Furtwängler will unbedingt in Salzburg Wagner 











e 1936 





aufführen. Daran scheitert nun wahrscheinlich das ganze Projekt, da der 
Führer das nicht zulassen wird" (Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 6/XI/ 
38. S. 531). 

Wie hier griff Hitler, der sich für einen Wagner-Fachmann hielt, 
häufiger in die Programmgestaltung von Dirigenten ein. 
5., 6. und 7. November 1938: 

Das zweite Philharmonische Konzert des BPhO, Dgt. Furtwängler, 
bietet Beethovens 4. Klavierkonzert und die 5. Sinfonie von Bruckner in 
Originalfassung. Solist: Ernst von Dohnänyi. 

8. und 9. November 1938: 

Das BPhO, Dgt. Furtwängler, gastiert mit einem der üblichen 
Reisekonzerte im Gewandhaus Leipzig und bringt den Hauptteil des 
Berliner Konzertprogramms, die Bruckner-Sinfonie, mit, ergänzt durch 
Beethovens "Leonoren"-Ouvertüre Nr. 2. 

Das Datum hat keine Beziehung zum "Gedenktag für die Gefallenen 
der Bewegung". Der Konzertbericht "Schöpferische Demut. Furtwängler 
dirigiert Bruckners Fünfte" von Julius Goetz, "Leipziger Neueste 
Nachrichten" Nr. 315, vom 11/XI/38 erwähnt zweimal, wohl um das 
normale Reisegastspiel aufzuwerten, den Ausdruck "Sonderkonzert", doch 
ohne politische Folgerung. 

14. November 1938: 

"(...) sind Sie plötzlich von Wien nach Budapest gekommen. Sie 
haben mir bevor Ihrer Abreise telegrafieren lassen und Sie kamen in so 
zerstörtem Zustand an, dass ich Sie kaum im Zuge entdecken konnte. Sie 
hatten keinen Pfennig in Ihrer Tasche und musste ich dem 
Eisenbahnkondukteur Ihr Billet bezahlen. Die Ursache war, dass Sie am 
vorigen Tage als das erste Pogrom und Synagogenbrennen in Wien 
stattfand, alles was Sie hatten wieder unter Ihre jüdischen Freunde als 
Hilfe verteilt hatten" (Andrew Schulhof, New York, an Furtwängler, 
1/X1/46). 

Schulhof, jüdischer Konzertagent, datierte die Begebenheit 
irrtümlich auf 1937 und ein unrichtiges Datum. Furtwängler kam am 14/XI 
und dirigierte zwei Tage später die Philharmonie Budapest. 

18. November 1938: 

Der Minister teillt dem RA Dr. Friedrich Werner, Wien, mit, er habe 
mit Schreiben vom gleichen Datum Furtwängler zum Präsidenten der in 
Wien zu gründenden "Deutschen Bruckner-Gesellschaft" ernannt und 
beauftragt ihn mit der deren Gründung und Eintragung ins Vereinsregister 
(Quelle: ÖStA - Allgemeines Verwaltungsarchiv, Abt. III, Signatur: 
202.360/38). 

20. November 1938, Budapest: 

"In Anwesenheit des Reichsverwesers, der Spitzen der 
hauptstädtischen Gesellschaft, des deutschen Gesandten und eines 
erlesenen Publikums führte der hier wohlbekannte Meisterdirigent die 
Budapester Philharmoniker zu glanzvoller Wiedergabe einer Anzahl von 
Standardwerken der klassischen und klassisch-romantischen Musik. Die 
Aufführung der Egmont-Ouvertüre und der Pastoral-Symphonie von 
Beethoven, des Vorspiels zu Tristan und Isolde und Isoldes Liebestod von 


e 1937 





Richard Wagner und des Don Juan von Richard Strauß erwiesen die allen 
technischen Schwierigkeiten gewachsene Reife und Ausgeglichenheit des 
hiesigen Orchesters und die bereits Begriff gewordene Interpretation und 
Stilsicherheit des Dirigenten. Sowohl bei der Zuhörerschaft als auch in den 
Betrachtungen der hauptstädtischen Presse löste die Leistung des 
deutschen Künstlers begeisterte Anerkennung aus" (K-: Furtwängler in 
Budapest. "VB" Nord Nr. 324, 20/X1/38). 

23. November 1938: 

In Wien leitet Furtwängler eine Aufführung der Matthäus-Passion 
von Bach. 

26. November 1938, Empfehlung: 

"(...) Ich habe hier ein Zeugnis beigelegt, das Sie vielleicht in 
Abschrift an Mengelberg Hutschinson usw. schicken können" (Furtwängler 
an Ludwig Misch, 26/X1/38. Quelle: LBI, Bestand Ludwig Misch). 

Hutschinson = Ernest Hutcheson. 

8. Dezember 1938: 

Furtwängler gastiert mit dem BPhO in Kiel und bietet: 1. Haydn: 
Sinfonie Nr. 101 D-dur. - 2. Strawinsky: Divertimento aus dem Ballett "Le 
Baiser de la F&e" (EA). - 3. Beethoven: Sinfonie Nr. 6. 

11. Dezember 1938: 

Das 4. Philharmon. Konzert Furtwänglers bietet - erstmals - u. a. 
das Klavierkonzert für die linke Hand von M. Ravel. Solist: Alfred Cortot. 
16. Dezember 1938: 

Furtwängler gastiert mit den Wiener Philharmonikern in Preßburg. 
19. Dezember 1938: 

Furtwängler gastiert mit den Wiener Philharmonikern in München. 
22. Dezember 1938, Beglückt: 

"Man hat im großen Kongreßsaal des Deutschen Museums in einem 
Konzert seit langem nicht mehr eine so große Zuhörerschaft gesehen, wie 
in diesem ersten und einzigen Konzert Wilhelm Furtwänglers, das nach 
einer Pause von fast acht Jahren das Wiener Philharmonische Orchester 
wieder nach München führte. 

Furtwängler begann das Konzert, dem der Stellvertreter des 
Führers, Reichsminister Rudolf Heß, Reichsstatthalter Seyß-Inquart und 
Gauleiter Wagner beiwohnten, mit der g-moll-Symphonie von Mozart. Ihr 
folgte Beethovens 2. Leonoren-Ouvertüre, die epischere Schwester der 
berühmten dritten Ouvertüre. Wie die absolute innere Gewißheit, mit der 
ein so großer Dirigent wie Furtwängler ein Werk in seiner Vorstellung 
besitzt, sich in der Form einer scheinbaren Improvisation genialsten 
Überschwanges mitteilen kann, das erlebten wir dann in der vierten 
Symphonie in e-moll von Johannes Brahms. Mit dieser Symphonie hatte 
Furtwängler wieder seine Meisterschaft einem Publikum erkennen lassen, 
das dieses Konzert als ein Fest hinnahm, für das es beglückt danken 
durfte" (Festkonzert der Wiener Philharmoniker. "VB" Nord Nr. 356, 
22/X11/38). 

Der gleiche Text unter dem gleichen Titel stand am Tage zuvor 
schon in der Berliner Ausgabe des Blattes. 

Dezember 1938, Emigration? 


e 1938 





"(...) Während der Feiertage war Furtwängler in Paris und dirigierte 
den Siegfried. 

>Sagen Sie mir<, fragte er wieder und wieder, >wie sind Sie 
herausgekommen? Wie haben Sie es fertig gebracht, einen solchen 
Entschluß zu fassen? Was soll ich tun, wie kann ich aus Deutschland 
rauskommen?< 

Jedesmal antwortete ich ihm: >Sie sind ja jetzt draußen. Werfen sie 
Ihr Retourbillett weg<. Aber ich wußte, daß er es nie tun würde. (...)" 
(Friedelind Wagner: "Nacht über Bayreuth". Bern, 1946. S. 321). 

Dieses Ereignis fand Weihnachten 1938 statt. Die plötzliche von 
oben unterstzützte Rivalität Karajans zwang Furtwängler aber, die Position 
zu halten und zu verteidigen, was vom Ausland her nicht möglich gewesen 
wäre. 


1939 

(1) 

Furtwängler erzielt im Steuerjahr 1939 ein Brutto-Einkommen von 
132.467 RM. Nach Abzug der Steuerschuld von 110.398, 06 RM verbleiben 
ihm 22.068, 94 RM. 

(2) 

"(...) Die von mir und von T. (= Tietjen) geleiteten Aufführungen des 
>Lohengrin<, die er beide gehört hatte, vergleichend äußerte seinerzeit 
der Führer zu mir (wörtlich): >Nicht in einem Atem zu nennen«<. (...). Ein 
junger begabter Kapellmeister, der indes durchaus noch Anfänger ist, wird 
bewußt und mit Anwendung aller Machhtmittel gegen mich, den ersten 
Dirigenten Deutschlands, der diese seine Stellung in über 20jähriger 
Tätigkeit aufgebaut hat, und noch heute in der Welt als Erster neben 
Toscanini genannt wird (und dem wie ich dazu bemerken möchte auch 
heute noch die Welt offen steht) ausgespielt. 

(...) Ich erlaube mir hier noch eine Anregung, die meine Tätigkeit im 
Auslande betrifft. Ich habe im Jahr drei bis vier Wagner-Gastspiele im 
Ausland. Dieselben werden überall wo ich dirigiere als Festspiele 
empfunden. Für dieselben z. B. die zwei Aufführungen der >Walküre< und 
der >Meistersinger< in Zürich und die zwei >Walküre< in Paris wurde mir 
die Mitwirkung von deutschen Sängern von T. zunächst völlig abgelehnt, 
später nur in bescheidenstem Maße durch Dazwischentreten des 
Propagandaministeriums gewährt. Ich beantrage, daß diese meine 
Aufführungen in Zukunft als reichswichtig erklärt und die Intendanten 
angewiesen werden, mir dafür die Sänger - falls sie rechtzeitig 
angefordert werden - tunlichst zur Verfügung zu stellen. Geschieht dies 
nicht, d. h. bleibt es wieder dem Ermessen des Herrn T. überlassen, ob ich 
Sänger bekomme, um Wagner im Auslande zur Aufführung zu bringen, 
sehe ich mich gezwungen, in Zukunft ausschließlich ausländische Sänger 
oder gar Emigranten zu beschäftigen, wie großenteils diesmal schon 
(übrigens nicht ohne Erfolg) in Zürich. Ich mache darauf aufmerksam, daß 
dies, neben verlorengehenden Devisen, auch propagandistisch eine nicht 
geringe Einbuße für Deutschland und deutsche Kunst bedeutet" (Entwurf 
eines Schreibens an Göring, undatiert = 1939. Quelle: Leihgabe Andreas 


e 1939 





Furtwängler). 

Dieser Entwurf mit handschriftlichen Zusätzen Furtwänglers ist in 
mindestens zwei Versionen erhalten. 

Die Ankündigung, im Ausland mit ausländischen oder emigrierten 
Künstlern arbeiten zu müssen, war für die Funktionäre höchst 
unangenehm. Die Angriffe Tietjens und die "Wunder"-Kritik, das verrät 
der Entwurf, hatten ihn zutiefst verletzt. 


3. Januar 1939, Ernennung: 

"Nachdem die Internationale Bruckner-Gesellschaft in die Deutsche 
Bruckner-Gesellschaft übergeführt worden ist und die neuen Satzungen 
vom Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda genehmigt 
worden sind, ist nunmehr das Werk Anton Bruckners in die Obhut des 
gesamten Großdeutschen Reiches genommen worden. Zum Präsidenten 
der in Wien neu gegründeten Deutschen Bruckner-Gesellschaft hat 
Reichsminister Dr. Goebbels Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler und zum 
Geschäftsführer der Gesellschaft den Wiener Rechtsanwalt Dr. Werner 
bestellt" (Präsident der Deutschen Brucknergesellschaft: Furtwängler. "VB" 
Nr. 3, 3/1/39). 

17. Januar 1939: 

Furtwängler führt das BPhO auf eine Konzertreise, die am 1. Februar 
endet und Breslau, Dresden, Berlin, Hamburg, Bielefeld, Essen, 
Düsseldorf, Köln, Duisburg, Krefeld, München-Gladbach, Wuppertal, Den 
Haag und Brüssel berührt. 

19. Januar 1939: 

Das BPhO, Dgt. Furtwängler, bietet im Berliner Sonderkonzert auf 
dieser Konzertreise dessen Sinfonisches Konzert für Klavier und Orchester 
H-moll. Solist: Edwin Fischer. Der Rundfunk fertigt einen Mitschnitt an. 
31. Januar 1939: 

"Ich habe Sie zuletzt im Haag am 31. Januar 1939 und in Brüssel 
am 1. Februar 1939 bei den Konzerten gesehen. Wie Herr von Benda mich 
entdeckt ist er zu mir gerannt und hat mich gebeten, dass ich Sie 
Ihretwegen nicht öffentlich sprechen soll und war sehr besorgt wo ich im 
Konzert sässe und wohin ich ginge. Trotzdem haben wir uns nach dem 
Konzert getroffen und ich erinnere mich, dass Sie den Empfang bei der 
deutschen Botschaft abgesagt haben und in Ihrem Hotel >Vier 
J ahreszeiten< blieben. Ich erinnere mich auch sehr genau, dass Sie in 
Brüssel am 2. Februar mittags noch vom Postamt am Bahnhof alles Geld 
was Sie auftreiben konnten Ihren Freunden im Ausland geschickt haben. 
Von Benda ist vom Zuge herausgerannt Sie zu suchen und sagte sehr 
vorwurfsvoll, dass Sie immer wieder das machten obzwar man Ihnen 
nahegelegt hatte, das zu unterlassen und erinnerte Sie, dass man Ihnen 
immer wieder gesagt hätte, dass darauf Todesstrafe steht. Der Zug 
musste durch diesen Inzident paar Minuten aufgehalten werden" (Andrew 
Schulhof an Furtwängler, 1/X1/46. Quelle: NL Furtwängler). 

Hilfeleistung für Juden war kein todeswürdiges Verbrechen; einem 
Mann wie Furtwängler ersparte man auch die minder schlimmen 
strafrechtlichen Folgen, die fällig waren, wenn jemand im Ausland 


e 1940 





verdiente Devisen verschenkte statt sie pflichtgemäß ans 
Reichsfinanzministerium abzuführen. 
Februar 1939: 

"(...) dass Dr. Wilhelm Furtwängler sein Haus in Saarow zur 
Verfügung stellte, um Werner Finck vor dem Zugriff der Gestapo während 
mehrerer Wochen im Februar des Jahres 1939 in seinem Landhause in 
Saatow zu verbergen (...)" (Friedrich Luft, Erklärung an Eides Statt, 8/XIl/ 
46). 

Das Anwesen in Bad Saarow-Pieskow war Eigentum der damals mit 
Furtwängler befreundeten Ärztin Dr. Maria Daelen. 

5. Februar 1939: 

"In der festlichen Stimmung des ersten Geburtstages der kleinen 
Prinzessin Beatrix bildete das Konzert der Berliner Philharmoniker unter 
der Leitung Furtwänglers den unübertreffbaren künstlerischen Höhepunkt. 
Der größte Konzertsaal des Haags, das Gebäude für Kunst und 
Wissenschaften, konnte die Zahl der Besucher kaum fassen. Die Spitzen 
der Haager Gesellschaft und zahlreiche diplomatische Personen waren im 
Zuschauerraum zu sehen. Als die letzten Klänge verrauscht waren, 
durchbrauste ein Beifallssturm das Haus, der einfach kein Ende nehmen 
wollte" (©. P.: Furtwängler im Haag. "VB" Nord Nr. 36, 5/11/39). 

*8. Februar 1939: 

Ein Meisterkonzert des BPhO, Dgt. Furtwängler, für NSG "Kraft 
durch Freude" und Berliner Konzertgemeinde bietet Werke von Beethoven, 
Schumann und Tschajkowskjj. 

4. April 1939, Einladung: 

"Die japanische Gesellschaft für internationale Kulturbeziehungen, 
die unter der Leitung des Fürsten Fumimaro Konoe steht, hat nach einer 
Meldung der Zeitung >Tschugai Schogio Schimpo< eine Einladung an das 
Berliner Philharmonische Orchester gerichtet, es möge unter der Leitung 
von Staatsrat Wilhelm Furtwängler 22 Konzerte in Japan geben. 

Die Einladung ist eine Frucht des deutsch-japanischen 
Kulturabkommens. Graf Hidemaro Konoe, der bekannte japanische 
Dirigent und Bruder des Fürsten Konoe, der schon mehrfach mit den 
Philharmonikern konzertiert hat und sich zurzeit in Deutschland aufhält, 
setzt sich für die Annahme der Einladung ein. Der Aufenthalt der 
Philharmoniker in Japan soll zwei Monate dauern. Während dieser Zeit 
sollen 17 Konzerte in Tokio - darunter zwei mit Rundfunkübertragung und 
zwei zugunsten verwundeter Krieger - und fünf Konzerte in Osaka - davon 
eins mit Rundfunkübertragung - gegeben werden" ("VB" Nord Nr. 94, 
4/1V/39). 

Dieses Gastspiel kam nicht zustande. 

22. April 1939: 

Das 10. Philharmon. Konzert Furtwänglers bietet Werke von 
Beethoven vor dreimal ausverkauftem Haus. Unter den Zuhörern sind die 
Reichsminister Heß und Dr. Goebbels. 

26. April 1939: 

"Nicht genug damit, daß die Sportorganisationen in Frankreich 

planmäßig zur Absage deutsch-französischer Spiele angehalten werden, 


F 194] 





und zwar offenkundig von seiten der Regierung, geht man sogar auf 
französischer Seite dazu über, auch die Künste in den Strudel der 
politischen Leidenschaft hineinzuziehen. Am 7. und 9. Mai sollten in Paris 
zwei Konzerte der Berliner Philharmoniker unter Wilhelm 
Furtwängler stattfinden. Es war schon alles aufs beste arrangiert, als 
jetzt mit einemmal die Pariser Konzertagentur auf den Plan tritt und 
Furtwängler >anheimstellt<, die beiden Veranstaltungen abzusagen und 
zur Begründung auf die- >gegenwärtigen Zeitumstände< 
hinzuweisen. Das Berliner Sekretariat Furtwänglers, dem von diesen 
>besonderen Zeitumständen< nichts bekannt ist, was die künstlerischen 
Beziehungen zwischen beiden Nationen irgendwie stören und beeinflussen 
könnte, hat die mit so merkwürdiger Begleitmusik verbundene 
Abbestellung weniger tragisch als komisch empfunden. Die Pariser 
Agentur hat nämlich unmißverständlich durchblicken lassen, daß die 
Absage >im Benehmen mit dem Innenministerium< erfolgt 
ist. Dieses Eingeständnis hat sie nicht daran gehindert, im gleichen 
Atemzuge den Wunsch auszusprechen, man möchte auf deutscher Seite 
die Angelegenheit so regeln, daß sie >keinerlei politischen Charakter 
gewinnt<. Den deutschen Meister wird solches Gehabe wenig 
beeindrucken. Der Dumme bei diesem ganzen Manöver ist kein anderer 
als das Pariser kunstbegeisterte Musikpublikum selbst, das durch solche 
Machenschaften um einen selten gebotenen Kunstgenuß geprellt wird. Das 
eine ist sicher: nicht das Volk wünscht solche sinnlosen Maßnahmen, 
sondern eine volksfremde Regierungsschicht, die um jeden Preis den 
starken Mann spielen will. So wie die Dinge nun einmal liegen, wird 
Furtwängler Paris in seinem Terminbuch streichen" (Verquickung von 
Musik und Politik. Kurzfristige Absage an Furtwängler. "Kieler Neueste 
Nachrichten", 26/1V/39). 

Die Zeitumstände, auf die man in Paris reagierte, waren in der Tat 
besondere: Hitler hatte die Wehrmacht am 15. und 16. März 1939 in die 
Tschechoslowakei einmarschieren lassen und das "Reichsprotektorat 
Böhmen und Mähren" errichtet, am 21. März an Polen die Forderung nach 
Rückgabe von Danzig gerichtet und zwei Tage später das Memelgebiet ans 
Reich angegliedert. Unbeachtet blieb, daß die deutschen Musiker daran 
keine Schuld hatten. 

27. April 1939: 

Furtwängler führt das BPhO auf eine Gastspielreise, die am 5. Mai 
endet und Weimar, Frankfurt a. M., Heidelberg, München, Stuttgart, 
Freiburg i. Br., Basel und Karlsruhe berührt. 

11. Mai 1939: 

"(...) Mittags im Hotel Bristol längere Unterredung mit Furtwängler. 
Es ist immer das alte Lied. Er hat tausend Beschwerden, z. T. berechtigt, 
z. T. aber auch maßlos übertrieben. Aber er hat recht, wenn er sich 
dagegen wehrt, daß der Dirigent Karajan mit seinen 30 Jahren ihm in der 
Presse gleich- oder gar übergestellt wird. Ich werde das auch in Zukunft 
verhindern. Furtwängler ist ein großer Musiker, sonst aber ein Kind mit 
kleinen Bosheiten (...)" (Goebbels TB, Eintrag vom 11/V/39 in: Die 
Tagebücher von Joseph Goebbels. Hgb. von Elke Fröhlich. Teil I, Band 6 


F 1942 





August 1938-J uni 1939. S. 344). 
15. Mai 1939: 

Furtwängler führt das BPhO auf eine Gastspielreise, die am 18. Mai 
endet und München und Florenz berührt. 
20. Mai 1939, Bericht aus Florenz: 

"Zu den Höhepunkten des diesjährigen Musik-Maies in Florenz zählt 
fraglos die Aufführung der Bachschen Matthäus-Passion durch 
den Bruno Kittelschen Chor, namhafte deutsche Solisten und auch 
das Philharmonische Orchester unter der Leitung von Wilhelm 
Furtwängler. Nach dem >Tristan< im vergangenen Winter hat sich 
damit jetzt ein zweites gewaltiges Meisterwerk aus dem befreundeteten 
Norden die Herzen der italienischen Kunstfreunde erobert. Das deutsch- 
italienische Kulturabkommen erhält mit diesem Ereignis eine besondere 
Unterstreichung, und schließlich verliert damit auch das alte Wort: >inter 
arma silent musae< - >Zwischen den Waffen schweigen die Musen< seine 
Bedeutung, denn das Ereignis der Matthäus-Passion auf einem 
italienischen Musikfest fand wenige Tage nach dem Abschluß des deutsch- 
italienischen Militärbündnisses statt. Es ist geradezu ein symbolischer 
Beweis dafür, daß die beiden Völker ihre Waffen sowohl zur Wahrung ihrer 
Lebensinteressen, wie zum Schutz ihrer Kultur zusammengetan haben. 

Als sich der Kittelsche Chor unter Furtwängler am Sonntag in der 
Berliner Philharmonie mit Bachs Matthäus-Passion verabschiedete, um 
nach einem Zwischengastspiel in München nach Florenz 
weiterzureisen, herrschten wohl manche Zweifel, ob ein so schweres 
kompromißloses deutsches Meisterwerk bei einem südlich heiteren 
Musikpublikum ansprechen würde. Sie erwiesen sich aber als 
unbegründet. Die aufgeschlossene Stadt am Arno, Hüterin großer 
Kunstwerke und -werte, nicht zuletzt bekannt durch 
Monumentaldenkmäler von Michel Angelo, begegnete Bachs Alterswerk 
mit großer Aufgeschlossenheit. Man ließ diese Offenbarung des tiefsten 
menschlichen Empfindens im vollen Umfang auf sich wirken. Voll Andacht 
half das Publikum, an seiner Spitze die italienische 
Kronprinzessin, das Verständnis der Tonschöpfung durch eifriges 
Mitlesen in der Textübersetzung von sich aus vergrößern" (...)" (Dr. 
Roeder = Erich Roeder: Deutsche Chormusik in Florenz. "VB" Nord Nr. 
142, 20/V/39). 

J uni 1939: 

Furtwängler übernimmt die ständige Leitung von Konzerten der 
Wiener Philharmoniker, zieht sich aber zwei Monate später, als Minister Dr. 
Goebbels ihnen die Selbstständigkeit nimmt, weitgehend aufs 
Gastdirigieren zurück. 

7. Juli 1939: 
Die "Berliner Börsen-Zeitung" bringt Hans Georg Bontes Bericht 
"Furtwängler über Bruckner". 
Ueber das Wesen Anton Bruckners ("DAZ" Nr. 337, 16/V11/39). 
25. Juli 1939, Anordnung: 
"Betrifft: Kulturtagung am Reichsparteitag. 
Der Führer hat entschieden, daß bei der Kulturtagung keiner der von 


e 1943 





Ihnen vorgeschlagenen Dirigenten, sondern Herr Staatsrat Dr. Furtwängler 
dirigieren soll, und zwar eingangs, wie von Ihnen vorgeschlagen, die 
Ouvertüre von >Iphigenie auf Aulis< und vor der Rede des Führers soll die 
>V. Sinfonie von Beethoven< gespielt werden. Auch hiervon wurde Herr 
Staatsrat Furtwängler heute fernmündlich unterichtet. Ein Klavierkonzert 
soll nicht stattfinden" (Der Stellvertreter des Führers, Stabsleiter, M. 
Bormann, an Reichsleiter Rosenberg, 25/VI1/39. Quelle: Akten der Partei- 
Kanzlei der NSDAP. Regesten. Mikrofiche 126 02115). 

Der Titel bei Gluck lautet richtig "Iphigenie in Aulis". 

Hitler, inzwischen so weit, freischaffende Künstler gar nicht mehr 
um Zustimmung zu bitten, sagte den Parteitag wegen des Krieges ab. 

28. Juli 1939: 

"(...) Sie haben von unserer neulichen Unterredung vielleicht den 
Eindruck gehabt, als ob ich recht überflüssigerweise Ihre Zeit in Anspruch 
genommen hätte. Wenn Sie mir von der grossen Arbeitslast, die auf den 
Schultern des Führers ruht, sprechen und mir in diesem Zusammenhang 
sagen, dass auch Sie selber sehr lange auf eine Besprechung warten 
mussten, so sind das natürlich Argumente, die schlagend, ja 
niederschmetternd auf mich wirken; zumal ich der letzte bin, der nicht 
wüsste, welch ungeheure Leistungen der Führer täglich vollbringen muss. 
Trotzdem muss ich nachträglich doch sagen, dass - so wie die Dinge liegen 
- die Möglichkeit für mich zu weiterer positiver und produktiver Arbeit in 
Deutschland entscheidend davon abhängt, ob mir der Führer Gelegenheit 
gibt, mit ihm zu sprechen. 

Ihr verständnisvolles Entgegenkommen, für das ich Ihnen herzlich 
dankbar bin, veranlasst mich, dies nochmals auszusprechen, um 
eventuelle Missverständnisse auszuschalten und damit Sie den Ernst, den 
die Situation für mich in sich trägt, auch ganz verstehen (...) (Furtwängler 
an einen ungenannten Reichsminister = Rudolf Heß, 28/V11/39. Quelle: 
Leihgabe Andreas Furtwängler). 

In diesem Augenblick war es Furtwänglers größte Sorge, bei einem 
Gespräch mit Hitler dessen Auftrag zum Auftreten beim Parteikongreß in 
Nürnberg zurückzugeben. Er erreichte jedoch nur dessen Stellvertreter 
Heß. 

2. August 1939: 

"(...) Ich werde bei der kommenden Unterredung, die ich mit Herrn 
Minister Dr. Goebbels haben werde, Ihren Fall zur Sprache bringen. Es ist 
ja die Instanz, die darüber zu entscheiden hat. Im Uebrigen möchte ich 
Ihnen in aller Form mitteilen, dass - falls Ihre Selbständigkeit tatsächlich 
so beschnitten würde, dass Sie die selbständige Wahl des Dirigenten 
verlören - ich persönlich von meiner Leitung von Konzerten bei Ihnen 
sofort zurücktreten würde. Es hat für mich wohl Sinn, die Wiener 
Philharmoniker, so wie sie bisher waren, zu dirigieren, nicht aber ein 
Orchester, das als solches eine Selbständigkeit und damit seinen eigenen 
Charakter nicht mehr besitzt" (Furtwängler an Otto Strasser, 2/VI11/39. 
Quelle: Wiener Philharmoniker, Historisches Archiv, Wien). 

Strasser, NSDAP-Mitglied seit 1/IV/40 auf Antrag vom 1/VII/38, war 
Geschäftsführer der Wiener Philharmoniker. 


F 1944 





11. August 1939: 

Furtwängler hat eine Audienz bei Dr. Goebbels und trägt ihm u. a. 
die Frage der Selbständigkeit der Wiener Philharmoniker vor. 
12. August 1939: 

"Kapellmeister Robert F. Denzler aus Zürich ist mit der Bitte an mich 
herangetreten, mich für ihn einzusetzen. Er hat, wie er mir sagte, in Wien 
im Theater bereits dirigiert. Ich habe von seinem Dirigieren in Zürich (im 
Theater) tatsächlich einen sehr guten Eindruck gehabt. Er hat schlesslich 
in der Schweiz eine erste Stellung; könnten Sie ihn vielleicht einmal für 
ein Gastkonzert einladen? (...). 

NB: Ich hatte gestern Gelegenheit, mit Minister Dr. G. zu sprechen. 
Er sagte, daß die freie Dirigentenwahl seitens des Orchesters gegen ein 
nationalsozialistisches Grundgesetz verstieße. Demnach muß diese 
Forderung fallen gelassen werden. Ich bedaure dies; jedoch werde ich 
trotzdem, soweit ich kann, mit meiner Person Ihnen immer beistehn" 
(Furtwängler an Otto Strasser, 12/V111/39, NB als handschriftlicher Zusatz. 
Quelle: Wiener Philharmoniker, Historisches Archiv, Wien). 

22. September 1939: 

Furtwängler dirigiert im Berliner Funkhaus ein Konzert des BPhO, 
das als RSdg übertragen wird. 

Das Ministerium hatte das Orchester ab Anfang September dem 
Reichsrundfunk für elf Konzertprogramme zur Verfügung gestellt; zwei 
davon standen unter Leitung Furtwänglers. 

24. September 1939, Bericht: 

"Während die Waffen lärmen, die Motoren der Flieger und Panzer 
dröhnen, schweigen doch die Musen nicht, und es ist das erstemal, daß sie 
in solcher kriegerischen Auseinandersetzung die Verbindung mit den 
meisten Volksgenossen aufrechterhalten können, unmittelbar durch den 
Rundfunk und seine mächtige Zentrale. Selbst der Soldat im Felde ist nicht 
mehr auf die Mundharmonika oder allenfalls auf die Klampfe angewiesen, 
soweit er nicht gerade im Kampfe steht: er wird immer wieder Gelegenheit 
haben, von der Heimat aus mit den Gaben der Muse sich erquicken zu 
lassen. 

Und die Muse der Tonkunst steht voran; denn wer wollte sich mit 
Gedanken- und Wortgebilden plagen, wenn die Musik die unmittelbarste 
Sprache aufklingen läßt! Natürlich auf der einen Seite die nüchterne 
Sachlichkeit des Politischen und Militärischen, auf der andern aber die 
innere Ordnung unseres Kulturbesitzes, dargeboten auf mannigfache 
Weise. Jeder weiß: einmal geht es um militärische Ziele in dem großen 
Kampfe mit den Waffen, dann aber geschieht dieser Kampf wiederum nur 
zur Verteidigung der deutschen Kultur als eines für die Welt, vor allem 
aber für uns selbst als Ausdruck unseres inneren Wesens unentbehrlichen 
Ordnungsgedankens. 

Das Soldatische und das Kulturelle sind dabei keine getrennten 
Gebiete, überschneiden und durchdringen sich vielmehr überall, und wir 
finden keinen Widerspruch zwischen den drei hauptsächlichen Arten 
musikalischer Darbietungen, die wir hören: Marschmusik, klassische Musik 
und Volkslied. Alle drei sind unverfälschte Selbstdarstellungen des 


F 1945 





Völkischen. Wenn der Militärmarsch den deutschen Soldaten als ewigen, 
hohen Typus deutlich macht, in seiner Zucht und straffen Männlichkeit, in 
seinem Geiste des Drauflosstürmens (als bester Form der Verteidigung) 
und der Todüberwindung, dann verleiht die hohe Musik Bachs oder 
Händels der Vorstellung von einer höchsten Harmonie Bildkraft, einer 
Harmonie freilich, die keineswegs kampflos errungen wird, die sich auch 
erst durch Anstrengungen zur Ordnung verwirklicht, während endlich das 
Volkslied in schlichter Art Leben, Lieben, Kämpfen, Not und Leiden, Klage 
und Trost prunklos ausspricht. 

Des grenzenlosen Reichtums deutscher Musik werden wir so inne, 
und wir fühlen klarer denn je, wie wenig wir irgendwelchen Anleihen in 
fremder, für uns oft falscher Währung bedürfen, womit natürlich nicht 
gesagt sein soll, daß wir auf die unserem Wesen verwandte Musik des 
Auslandes etwa verzichten wollen; aber das Nichtige, Unwürdige hat keine 
Statt. Mancher wird erst jetzt die Fülle klassischer deutscher Musik 
kennenlernen, wenn er sich der Möglichkeit genommen sieht, die 
Tanzbegleitgeräusche fremder Sender abzuhören. 

Nicht auszudenken, wie allein >der Marsch der Deutschen in Polen< 
uns alle mitreißt! Und erfreulich, daß dem Textdichter Heinrich Gutberlet 
hierbei auch endlich Recht und Ruhm werden, die ihm gebühren. Aber die 
Hauptsache machen nun Ton und Rhythmus, kräftig und (im Trio) fast 
lieblich, ohne doch ins Weichliche zu fallen. Oder der andere Marsch, aus 
friderizianischer Zeit, der dem Heeresbericht folgt, wie beschwingt er uns, 
die Zusammenhänge herstellend mit den Kriegsjahren und Taten des 
großen Preußenkönigs! Niemand wird leugnen, daß hier der Wiederholung, 
als einer starken Figur auch in der Musik, eine ganz besondere Rolle 
zufällt. Das hämmert den Riesenrhythmus der Geschichte, die eben jetzt 
geschieht, im regelhaften Ablauf der Stunden uns in Herz und Hirn, mit 
Wirkungen, wie sie im Weltkrieg noch kaum möglich waren. Hören wir 
dann wieder eine Fuge von Bach, so spüren wir auch darin einen Geist der 
Ordnung, der Strenge und Lückenlosigkeit, der Genauigkeit und Sorgfalt, 
des heiligen Hinauf, der dem Soldatischen durchaus nicht zuwiderläuft. In 
der traumhaften Musik unserer Romantiker aber kommt demgegenüber 
etwas mehr Gefühliges zum Worte, und das soll ja nicht ausgeschaltet 
sein. Vernehmen wir etwa Pfitzners wunderschöne >Käthchen<- 
Ouvertüre, dann wird und deutlich, daß dem Deutschen das ritterliche 
Ideal ganz besonders eingelebt wurde, und das ist kein anderes als das 
unserer Soldaten von heute. 

(...) Edle Musik war immer ein Balsam edler Seelen, und wenn ein 
Volk in hoher Zeit hochgestimmt sein muß, dann muß auch seine Musik 
>hochgestimmt< sein, so daß alles Mindere und Niedrige entfällt. Doch 
spricht ja die hohe Musik, zumal die Beethovens, viel mehr aus als nur 
Tröstliches oder Entsagendes: alle Leidenschaften steigern sich da zu einer 
großgearteten Pathetik des Heroischen, und wir fühlen uns unter 
Schicksalshämmern, die wir zu hören meinen, verpflichtet, hart zu 
werden. Auch diese Musik kann Menschen formen, wenn sie gut ist. 
Deshalb freuen wir uns, daß das Philharmonische Orchester beisammen 
bleibt und dem ganzen Volke durch den Rundfunk seelisch-geistige 


e 1946 





Nahrung spenden wird. Vielleicht sind die Deutschen nächst dem Soldaten 
durch nichts so miteinander verbunden wie durch ihre beste Musik. Sie 
steht dem Politischen und dem sauber Soldatischen nicht etwa feindlich 
gegenüber, das täte nur eine weichlich-weibische Schmachtmusik, und 
setzen wir dieser nicht geradezu eine lärmende Schlachtmusik entgegen, 
so doch eine geordnete und kämpferische (...) (Musik in dieser Zeit. 
"Volksfunk" IX/39, 24/1X/39. S. 4, 11). 

Der Bericht erschien anläßlich der Reichssendung mit Furtwängler 
und dem BPhO. Ein Foto zeigt Furtwängler mit von Westerman auf der 
Treppe des Funkhausportals. 

Ein ungenannter Autor macht klar, welche Wirkung der NS-Staat 
vom Mißbrauch der Musik erwartet. 

15. Oktober 1939: 

Im Großen Musikvereinssaal in Wien eröffnet Furtwängler die 80. 
Abonnementssaison der Wiener Philharmoniker. 

17. Oktober 1939: 

Furtwängler gastiert mit den Wiener Philharmonikern in München. 
25. Oktober 1939: 

"(...) Man weiß, daß Furtwängler den Pionierdienst in der Musik nicht 
auf das Neue vom Tage an sich beschränkt, sondern daß er mit seiner 
ganzen wachen Gesinnung nach dem Wertvollen und womöglich 
Zeitüberdauernden sucht. (...)" (Hans Schnoor: Pionier Furtwängler. Neue 
Musik im Konzert der Berliner Philharmonie. "Dresdner Anzeiger", 
25/X/39). 

Gemeint war die EA von Kurt Hessenbergs Concerto grosso beim 
Gastspiel in Dresden. 

8. November 1939: 

Furtwängler dirigiert erstmals das Stadtorchester Winterthur, nur 
Beethoven: 4. Sinfonie. - Ouvertüre "Coriolan". - 3. Sinfonie. 

21. November 1939: 

Furtwängler trägt Dr. Goebbels mündlich Sorgen und Beschwerden 
vor, die dieser zum Teil für sehr berechtigt hält und Abhilfe verspricht. 
9. Dezember 1939, Beauftragung: 

"Mit Wirkung vom 9. Dezember 1939 habe ich Staatsrat Dr. Wilhelm 
Furtwängler zum Bevollmächtigten für das gesamte Musikwesen der Stadt 
Wien ernannt. 

Unter der Bezeichnung >das gesamte Musikwesen der Stadt Wien< 
ist insbesondere die Förderung und Pflege der Musik zu verstehen, 
insoferne sie zu den Aufgaben sowohl der staatlichen als auch der 
Gemeindeverwaltung dieses Reichsgaues gehört. Es handelt sich demnach 
vor allem um die Einflußnahme auf das Wiener Konzertleben, die 
musikalischen Theater und die Musiklehranstalten in Wien. 

Über Antrag Dr. Furtwängler's beauftrage ich Sie, die 
Verwaltungsgeschäfte, die sich aus dieser Bevollmächtigung ergeben, zu 
besorgen. Hiezu stehen Ihnen die Abteilung IV des Ministeriums für innere 
und kulturelle Angelegenheiten und die Abteilung >Theater- und 
Gebäudeverwaltung< des Reichskommissars für die Wiedervereinigung 
Österreichs mit dem Deutschen Reich zur Verfügung. 


F 1947 





Die einheitliche Betreuung der musikalischen Belange durch meinen 
Bevollmächtigten macht es notwendig, daß auch sonstige Dienststellen im 
Reichsgau Wien, hinsichtlich Förderung und Pflege der Musik in Wien, 
Veranlassungen nur mit Kenntnis und Zustimmung meines 
Bevollmächtigten treffen und hiezu zunächst das Einvernehmen mit Ihnen 
pflegen (...)" (Der Reichskommissar für die Wiedervereinigung Österreichs 
mit dem Deutschen Reich, an Staatskommissar Dr. Friedrich Plattner, 
Wien, undatiert = Dezember 1939. Quelle: ÖStA-AdR, Allgem. 
Verwaltungsarchiv - Der Reichskommissar für die Wiedervereinigung 
Österreichs mit dem Deutschen Reich 2425/0). 

11. Dezember 1939: 

(1) 

Nachricht: 

"Gauleiter und Reichskommissar Bürckel hat mit Wirkung vom 9. 
Dezember 1939 Professor Furtwängler zum Bevollmächtigten für das 
gesamte Musikwesen der Stadt Wien ernannt" (Professor Furtwängler 
nach Wien berufen. "Neues Wiener Tagblatt" Nr. 341, 11/X11/39). 

(2) 

Echo I: 

"Wilhelm Furtwänglers Berufung zum Bevollmächtigten für das 
gesamte Musikwesen der Stadt Wien, die heute amtlich verlautbart wird, 
wird hier auf das lebhafteste begrüßt, findet doch damit die schon alte 
Beziehung zur Donaustadt ihre Krönung. 

Furtwängler hatte 1919 die Leitung des Wiener Tonkünstler- 
Orchesters übernommen und 1927 für die Dauer von drei Jahren die der 
Abonnementskonzerte der Wiener Philharmoniker, deren musikalischer 
Leiter er wiederum seit 1938 ist. Auch in der Staatsoper dirigierte er vor 
wenigen Tagen eine prächtige >Walküre<-Aufführung. Mit großer 
Begeisterung wurde er gestern, Sonntag, im ausverkauften großen 
Musikvereinssaal empfangen, da die Ernennung zum Bevollmächtigten für 
Wiens gesamtes Musikwesen bereits bekannt war. 

Furtwängler brachte das hier noch nicht gehörte Zweite Konzert für 
Orchester des anwesenden Berliner Komponisten Max Trapp, der durch 
großen Beifall ausgezeichnet wurde. Furtwängler wird seine bestehenden 
Verpflichtungen, so in Berlin, weiterhin erfüllen, aber wie es sein neuer 
Auftrag will, großzügig der Wiener Musik sowohl als beratender Künstler 
wie als Dirigent nicht nur in Konzerten die höchste Förderung angedeihen 
lassen" (Furtwängler Bevollmächtigter für Wiens Musik. "B. Z. am Mittag" 
Nr. 295, 11/X11/39). 


11. und 12. Dezember 1939: 

Furtwängler gastiert abermals mit den Wiener Philharmonikern in 
München. 

13. Dezember, Echo II: 

"Die vor kurzem in der Presse erschienene Mitteilung über die 
Ernennung des Prof. Furtwängler als Musikbeauftragter der Stadt Wien 
erregte grosses Aufsehen. Obwohl die Berufung wegen der künstlerischen 
Fähigkeiten Furtwängler's anerkannt wird, werden bereits Befürchtungen 





e 1948 





wegen seiner bekannten Einstellung laut. Man hat in Wien seine innigen 
Freundschaften noch nicht vergessen und befürchtet, dass diese Kreise 
nun wieder Einfluss bekommen werden. Insbesondere werden hier 
genannt; Sektionsrat Dlabac, früher Gesellschaft der Musikfreunde, 
Hofrat Wisoko, Eckmann und auch die Jüdin Dr. Elsa Bienenfels, mit 
der Furtwängler ein inniges Verhältnis unterhielt, das noch in aller 
Gedächtnis ist" (Der Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD in Wien 
an Gauleiter Bürckel, Inlandslagebericht, 13/X11/39. Fehler im Original. 
Quelle: BAR 58/ 375. Blatt 91). 

Die Genannten sind Dr. Friedrich Dlabac, Dr. Karl Wisoko-Maytsky, 
der Leiter der Staatstheaterverwaltung Ministerialrat Dr. Alfred Eckmann 
und die inzwischen als Jüdin entlassene Musikkritikerin Dr. Elsa 
Bienenfeld. 

20. Dezember 1939, Echo III: 

"Die Bestellung Furtwängler's als Musikbeauftragten für die Stadt 
Wien wurde bisher bloss in der Presse verlautbart und es erfolgten noch 
keine näheren Weisungen für die Arbeit Furtwängler's. Der Allgemeinheit 
wurde von einer Zurücknahme oder Einschränkung des Auftrages nichts 
bekannt und es herrscht deshalb noch immer eine gewisse Bestürzung in 
den durch diese Maßnahme betroffenen Kreisen. Z. B. soll sich 
Weissbach sofort krank gemeldet haben und Knappertsbusch war 
angeblich nur mit Mühe davon abzuhalten, Wien zu verlassen. 

Inzwischen traf der Leiter der Musikabteilung des 
Reichspropagandaministeriums, Drewes, in Wien ein und es fand eine 
Besprechung beim Gauleiter statt. Die Besprechung verlief positiv, d. h. es 
besteht jetzt die Möglichkeit, dass die Personen, die die Beauftragung 
durchsetzten, ausgeschaltet werden. Insbesondere kamen hier Schütz, 
Wisocko und Eckmann zur Sprache. (...) (Der Inspekteur der 
Sicherheitspolizei und des SD in Wien an Gauleiter Bürckel, Meldungen 
aus der Ostmark, 20/X11/39. Quelle: BAR 58/ 375. Blatt 144). 

Daß die Gestapo in der Sache Partei gegen Furtwängler war, ergibt 
sich aus Wortlaut und Tendenz ihrer Meldungen; es ging gerade nicht um 
die Position des Musikbeauftragten. 

Das Eingreifen aus Berlin zeigt, wie unsicher die Beraterfunktion 
Furtwänglers war, der Selbstverwaltung für den Wiener Musikbetrieb 
anzielte. 

21. Dezember 1939: 

Das BPhO, Dgt. Furtwängler, bietet ein Werkkonzert bei Firma R. 
Stock & Co., Berlin-Marienfelde mit Werken von Beethoven, Richard 
Strauss, Smetana und Richard Wagner. 

Stock galt, da Panzerhersteller, als absolut kriegswichtig. 








1940 
Furtwängler erzielt im Steuerjahr 1940 ein Brutto-Einkommen von 
204.282 RM. Nach Abzug der Steuerschuld von 96.168, 80 RM verbleiben 
ihm 108.113, 20 RM. 
3. Januar 1940: 
"Gestern: (...) Ärger mit Furtwängler, der für sein nächstes Konzert 


e 1949 





nur Tschechen und Finnen angesetzt hat. Ich redressiere das" (Goebbels 
Tagebuch IV, Eintrag vom 4/1/40. S. 2). 

Wie das Konzert erwies, blieb es bei dem Tschechen Dvorak und 
dem Finnen Sibelius. 
4. Januar 1940: 

Das BPhO, Dgt. Furtwängler, bietet für NSG "Kraft durch Freude" 
und Berliner Konzertgemeinde Werke von Sibelius, Dvoräk und 
Beethoven. 

5. Januar 1940: 

In der Kulturpolit. Pressekonferenz berichtigt der Referent des RMVP, 
Waldemar Rosen, eine Angabe Furtwänglers. In Deutschland gäbe es nicht 
33 000 Komponisten, sondern nur 5000. 

8. Januar 1940: 

"Gestern: (...) Furtwängler berichtet von seinen Reisen Schweiz und 
Ungarn. Er feierte überall triumphale Erfolge. Wir können ihn gut 
gebrauchen, und er ist augenblicklich auch sehr willig. Er will jetzt auch 
das Musikleben in Wien etwas mehr beaufsichtigen. Und zur Hebung 
unseres musikalischen Prestiges auch nach Prag gehen. Dort ist es 
dringend nötig" (Goebbels Tagebuch IV, Eintrag vom 9/1/40. S. 7-8). 

18. Januar 1940: 

Furtwängler führt das BPhO auf eine Gastspielreise, die am 26. 
Januar endet und Braunschweig, Bielefeld, Wuppertal-Elberfeld, Mülheim, 
Hagen, Düsseldorf, Den Haag, Köln und Hamburg berührt. 

April 1940: 

Furtwängler unterzeichnet ein Enpfehlungschreiben für den ersten 
Solocellisten des BPhO, Tibor de Machula (vgl. DMK Jg. 64, 1942). 

1. April 1940: 

Furtwängler dirigiert - erstmals in Oslo - in der Aula der Universität 
als Gast die Osloer Philharmoniker mit der D-dur-Sinfonie Nr. 88 von 
Haydn, "Tod und Verklärung" von R. Strauss, der Siebten von Beethoven 
und als Zugabe Wagners "Tannhäuser"-Ouvertüre. 

3. April 1940: 

"(...) Wie sich im übrigen auch aus den Blätterstimmen ergibt, 
wurde es vom Osloer Publikum besonders gefeiert, dass Furtwängler die 
Osloer Philharmoniker zu so hervorragenden Leistungen emporführte. Die 
Tatsache, dass er das Osloer und nicht sein Berliner Orchester dirigierte, 
hob das Ereignis als Erfolg deutscher Kunst in doppelter Richtung heraus: 
Sie betonte Furtwänglers Genie als Dirigent und war gleichzeitig 
schmeichelhaft für die Norweger, insofern als es ihr Orchester war, das zu 
solchen Leistungen gebracht werden konnte. 

Zusammenfassend darf gesagt werden, dass der Furtwängler-Abend 
einen ganz nachhaltigen positiven Eindruck in Oslo hinterlassen hat und 
im besten Sinne geeignet war, Sympathien für deutsche Kunst und für 
Deutschland zu wecken und zu beleben" (Aufzeichnung der deutschen 
Vertretung in Oslo für das Auswärtige Amt, 3/IV/40. Quelle: PAA, Bestand 
Dt. Gesandtschaft Oslo). 

Die Sympathien schlugen wenige Tage später um, als Hitler die 
Wehrmacht gegen Norwegen schickte. 


e 1950 





5. April 1940: 

Furtwängler dirigiert in Kopenhagen im Odd Fellow Palais gastweise 
die Königliche Kapelle mit der 5. und der 6. Sinfonie Beethovens. 
7. April 1940: 

"(...) Zwei Tage nach diesem Konzert, am Sonntag den 7. April hatte 
einer unserer grossen Kunst- und Musikliebhaber einen Kreis von 
Freunden zum Abendessen in seiner Wohnung in Kvsssthusgade 
versammelt. (...) An jenem Abend war Wilhelm Furtwängler der 
Ehrengast. (...) Das Gespräch war angeregt und nicht besonders leise, als 
einer der Gäste - etwa eine halbe Stunde nach Mitternacht - zum Telefon 
gerufen wurde. Niemand sah sich deswegen genötigt die Unterhaltung, die 
musikalischen Fragen und andere künstlerische Themen, die diskutiert 
wurden, zu unterbrechen, bis wir alle auf einmal plötzlich und wie aus 
Zauberei zur Tür des anstossenden Zimmers blickten: der Anruf kam aus 
Berlin. Dänemark würde spätestens innerhalb 36 Stunden von deutschen 
Truppen besetzt werden. Das bedeutete: noch vor dem Morgen des 9. 
Aprils - vielleicht früher (...) (Knudäge Riisager: En underlig aften. | 
selskab med Furtwängler 7. april 1940. "Berlingske Tidende, 7/1V/68. 
Dänisch, Übersetzung: Nils Hemmeth). 

Der Titel lautet: In Gesellschaft mit Furtwängler 7. April 1940. 

10. April 1940: 

Furtwängler sagt sein für diesen Tag mit der Königlichen Kapelle 
angesetztes zweites Konzert in Kopenhagen ab, nachdem trotz 
Nichtangriffspakt von 1939 am Vortag deutsche Kriegsflugzeuge über der 
Stadt erschienen und Bodentruppen der Wehrmacht eingerückt waren, 
deren Oberbefehlshaber General Kaupisch Quartier im Hotel d' Angleterre 
bezog, wo der Dirigent logierte. 

16. April 1940, Bericht: 

"Gestern: (...) Furtwängler berichtet. War bei der Besetzung in 
Kopenhagen. Schildert die tolle Überraschung. Unsere Soldaten hätten 
sich musterhaft betragen und damit viel zur friedlichen Erledigung des 
Falles beigetragen. Klagt gegen Drewes. Er bevorzuge nur 
Mittelmäßigkeiten. Stimmt wohl auch. Ich werde Furtwängler in Zukunft 
mehr zu Rate ziehen. Er will evtl. Raabes Nachfolger werden. Als Präsident 
der Reichsmusikkammer. Wäre gut. Sonst etwas weniger dirigieren. Er hat 
sich anscheinend zu sehr verausgabt. Mittags beim Führer (...) Ich erzähle 
ihm von Furtwängler in Kopenhagen. Das interessiert ihn sehr" (Goebbels 
Tagebuch IV, Eintrag vom 17/1V/40. S. 114-115). 

Entweder färbte der Minister oder erlag der Taktik Furtwänglers. Die 
dänischen Erinnerungen an dieses Gastspiel sagen etwas ganz anderes. 
Siehe Kai Flor: Store tonekunstnere jeg madte: Wilhelm Furtwängler 
(Kabenhavn, 1954). S. 42-43; Axel Kjerulf: Hundrede är mellem noder. 
Wilhelm Hansen, Musikforlag 1857-1957 (Kabenhavn, 1957). S. 136-137; 
Knudäge Riisager: En underlig aften. I selskab med Furtwängler 7. april 
1940. "Berlingske Tidende", 7/1V/68). Diesen Hinweis nebst Dokumenten 
lieferte freundlicherweise Nils Hemmeth in Lyngby. 

Korrekt ist die Beobachtung des anständigen Verhaltens der 
deutschen Soldaten, obwohl die Besetzung ein feindseliger Akt war. 


F 1951 





1. Mai 1940, Querelen: 

"Gauleiter 

Die Erfahrungen der letzten Zeit haben mir (von) neuem gezeigt, 
daß eine ersprießliche Tätigkeit meinerseits nicht möglich ist, ohne daß sie 
den verschiedenen Instituten und Instanzen gegenüber, insbesondere 
Herrn Bl. gegenüber, durch eine Dienstordnung in ihrem Charakter genau 
festgelegt ist. Ich bitte Sie deshalb, die Ihnen Herr G. seinerzeit 
unterbreitete als endgültig festsetzen und unterzeichnen zu wollen. Bis 
dies geschehen ist, sehe ich mich gezwungen, meine Tätigkeit zu 
unterbrechen, da sie ohne solche einmal erfolglos und daher sinnlos, dann 
aber auch für mich zu zeitraubend aufreibend ist. Es ist im Interesse aller 
Beteiligten, nicht zuletzt auch des Herrn Bl. und insbesondere dem der 
Stadt Wien, daß durch eine solche Dienstordnung die Verhältnisse geklärt 
werden. Ich verbleibe" (Furtwängler, Entwurf eines Schreibens an 
Gauleiter Bürckel, 1/V/40. Taschenkalender 1940-I1I, Blatt 21-22. Quelle: 
WFA). 

Die Wiener Interessenten hatten Furtwänglers Bevollmächtigung für 
das Wiener Musikleben mit Berliner Hilfe blockiert, allen voran Bl. = 
Ingenieur Blaschke, Vizebürgermeister von Wien. 

2. Mai 1940: 

Furtwängler führt das BPhO auf eine Gastspielreise, die am 5. Mai 
endet und Breslau, Chemnitz, Prag und Wien berührt. 
4. Mai 1940, Nachricht: 

"im Zuge des organischen Aufbaues des Prager Theaterwesens, in 
dessen Rahmen zunächst das Schauspiel voll eingesetzt worden war, 
konnte nunmehr auch die Oper eröffnet werden. Nach einem gründlichen 
Umbau der technischen Einrichtungen und vollkommenen Umgestaltung, 
die es den Anforderungen einer Opernbühne des Großdeutschen Reiches 
anpaßte, wurde das ehemalige Neue Deutsche Theater als >Deutsches 
Opernhaus< in Prag anläßlich des Sudetenland-Gaukulturmonates mit 
einem Festkonzert der Berliner Philharmoniker unter Leitung von Wihelm 
Furtwängler im Beisein des Reichsprotektors in Böhmen und Mähren, 
Freiherrn von Neurath, und des Gauleiters und Reichsstatthalters Konrad 
Henlein feierlich der Öffentlichkeit übergeben" (4. Mai 1940. "DBJ" 
L11/1941. S. 97). 

6. Mai 1940, Bericht: 

"(...) Auf dem Programm standen zwei der größten Werke der 
deutschen Symphonik: Anton Bruckners IX. Sinfonie und Beethovens V. 
Sinfonie. Die hinreißende Wiedergabe durch die Berliner Philharmoniker, 
die der bedeutendste deutsche Dirigent der Gegenwart, Wilhelm 
Furtwängler, leitete, löste nicht endenwollenden Beifall aus. Am Schluß des 
Konzertes bereiteten die Zuhörer dem berühmten Dirigenten Ovationen, 
wie sie diese traditionsreiche Stätte nur selten erlebte. 

In der Ehrenloge sah man außer dem Reichsprotektor und Freifrau 
von Neurath, Staatssekretär SS-Gruppenführer K. H. Frank mit Gattin, 
Unterstaatssekretär Dr. von Burgsdorff mit Gattin, Generalleutnant Speich 
in Vertretung des Wehrmachtbevollmächtigten beim Reichsprotektor, 
Kabinettchef Gesandten Doktor Völckers mit Gattin, den Präsidenten der 


F 1952 





Reichstheaterkammer Körner, den Befehlshaber der Ordnungspolizei, 
Generalleutnant von Kamptz, den Vertreter des Auswärtigen Amtes, 
Gesandten Dr. Ziemke, den Befehlshaber der Sicherheitspolizei SS- 
Obersturmbannführer Böhme, den Stadtkommandanten von Prag, Oberst 
von Briesen, den SS-Standortkommandanten Standartenführer Ballauf, 
den Leiter der Gruppe Kulturpolitik und Pressechef beim Reichsprotektor, 
Dr. Freiherrn von Gregory, Kreisleiter Ing. Höß und zahlreiche andere 
Ehrengäste. Von tschechischer Seite waren erschienen Ministerpräsident 
Elias und Unterrichtsminister Dr. Kapras, sowie Primator Dr. Klapka" (Der 
Reichsprotektor bei der Eröffnungsfeier. "Der neue Tag" Nr. 124, Prag, 6/V/ 
40). 

Der "Schutzstaat" hatte noch eine eigene Regierung - von Gnaden 
des Reiches. 

14. Juni 1940, Nicht im besetzten Paris: 

"Solange der Briefwechsel zwischen Deutschland und dem 
>feindlichen< Ausland noch verboten war, vermittelte ich unter meiner 
Feldpostnummer u. a. auch eine Korrespondenz zwischen Charles Münch 
und Furtwängler, die von ihrer Leipziger Gewandhaus-Zeit her befreundet 
waren. Auf Münch's Einladung, in Paris zu dirigieren, erwiderte 
Furtwängler, daß er leider grundsätzlich ablehnen müsse, aber nach dem 
Kriege sofort und gern bereit wäre. Meines Wissens hat Furtwängler nicht 
ein einziges Mal in einem besetzten Gebiet konzertiert" (Fritz Piersig an 
Fred K. Prieberg, 6/VI11/64). 

Furtwängler mied konsequent eroberte Länder, und setzte sich 
damit auch durch. 

19. Juni 1940: 

"Gestern: (...) Mit Furtwängler eine Reihe musikalischer Fragen. Er 
ist ein richtiger Chauvinist geworden. Das freut mich sehr" (Goebbels 
Tagebuch IV, Eintrag vom 20/VI/40. S. 210). 

Dieser Eindruck des Ministers lag durchaus in Furtwänglers Absicht, 
nämlich als Deckung für seine Verweigerungen. 

20. Juli 1940, Vorschlag: 

"(...) 2.) Falls eine äusserlich noch grossartigere Wirkung angestrebt 

wird, könnte anstelle der 5. Sinfonie von Beethoven auch 

das Finale der 9. Sinfonie 
aufgeführt werden. Das Chorfinale dauert nahezu 30 Minuten und bildet 
eine gross angelegte Kantate, die auch für sich allein besonderer Wirkung 
sicher sein wird. 

Die technischen Voraussetzungen zur Aufstellung eines Chores von 
mehreren hundert Sängern sind in Nürnberg vorhanden. Der Chor kann im 
Bedarfsfalle nahezu unsichtbar aufgestellt werden entweder hinter 
Blumenarrangements oder hinter transparenten Vorhängen. Dr. 
Furtwängler würde allerdings einen einzelnen Satz eines sinfonischen 
Werkes nicht dirigieren wollen. Er schlägt für diesen Fall Professor Karl 
Böhm vor" (ARR, Dr. Gerigk: Vorschläge zur Kulturtagung des 
Reichsparteitages, 20/V11/40. Quelle: Akten der Partei-Kanzlei der NSDAP. 
Regesten. Mikrofiche 126 02526). 

Am 24. Juli teilte Reichsleiter Bormann mit, der Führer habe 


e 1953 





entschieden, den Parteitag ausfallen zu lassen. 
29. Juli 1940, Rücktritt: 

"Wien! 

Wir können nicht mit einem Ministerium kämpfen. Wenn Dr. 
Amtshandlungen vornimmt, ist meiner Tätigkeit der gesetzliche Boden 
entzogen. Ich ziehe alsdann vor, mich von W. (auch als Künstler) zu lösen. 
Bis Montag mittags bitte darüber Nachricht. Ich halte Selbstverwaltung in 
Dingen der Musik für W. - das 50% musikalischer ist als alle anderen 
deutschen Städte - für absolut notwendig und gerechtfertigt" 
(Furtwängler, Entwurf eines Schreibens ohne Adressaten, 29/VI1/40. 
Taschenkalender 1940-Ill, Blatt 19. Quelle: WFA). 

Der Versuch, in W = Wien mit Hilfe der Bevollmächtigung durch 
Gauleiter Bürckel Selbstverwaltung durchzusetzen, scheiterte 
selbstredend am Machtanspruch von Reichsminister Dr. Goebbels. Dr. = 
Drewes, Leiter der MusikAbt. des RMVP. Furtwängler gab zwar nicht Wien, 
Jedoch seine Bevollmächtigung auf. 

9. September 1940: 

Furtwängler teilt Werner Reinhart, Winterthur, brieflich mit, das 
Propagandaministerium könne seinem Wunsch wegen Freigabe der 
sudetendeutschen Mitglieder des Winterthurer Orchesters aus prinzipiellen 
Erwägungen nicht entsprechen; er bedauere das sehr und versichere, er 
habe alles getan, was in seiner Macht stand (Quelle: Stadtbibliothek 
Winterthur, MA, Archiv des Musikkollegiums). 

Das Ministerium versuchte, durch Ausreisesperre für diese Musiker 
im Hinblick auf die abzuleistende Wehrpflicht, den Leiter des Winterthurer 
Orchesters, Hermann Scherchen, abzuschießen. Furtwängler vermittelte 
zugunsten der Erhaltung des Klangkörpers. 

26. September 1940: 

Dr. Goebbels vermerkt im Tagebuch, er habe die Frage Wien mit 
Schirach besprochen, der "mit uns" wunderbar zusammenarbeiten werde, 
nur "mosert" Furtwängler da etwas hinein, aber man werde ihm schon auf 
die Finger schauen (Goebbels Tagebuch IV, Eintrag vom 27/1X/40. S. 
341). 

4. Oktober 1940: 

(1) 

Musik fürs Rote Kreuz: 

"Unter der Schirmherrschaft des Reichsministers Dr. Goebbels 
veranstalteten Wilhelm Furtwängler und das Philharmonische 
Orchester gestern in der Philharmonie ein Konzert zum Besten des Roten 
Kreuzes. Kurz nach der ersten Ankündigung waren 
die Karten vergriffen, und der Saal der Philharmonie war bis auf das 
Podium hinauf ausverkauft. Mit dem Schutzherrn wohnte auch 
Reichswirtschaftsminister Funk dem Konzert bei. 

An den Anfang hatte Furtwängler eine besondere Sensation gestellt. 
Zusammen mit Wilhelm Kempff und Conrad Hansen, der für den 
ursprünglich vorgesehenen Edwin Fischer eingesprungen war, spielte er 
das d-moll-Konzert für drei Klaviere mit Begleitung des Streichorchesters 
von Johann Sebastian Bach. Die Wiedergabe durch drei solche Meister 


F 1954 





entfesselte einen Beifallsorkan, wie er selbst in den Annalen der 
Philharmonie zu den Seltenheiten gehören dürfte. Diese Musizierfreude riß 
die Zuhörer von den ersten Takten an in ihren Bann und ließ sie nicht 
wieder los bis zu dem Finale und seiner großartigen Durchdringung des 
fugierten und konzertanten Formprinzips. Welche wunderbare Klarheit 
dazwischen dem zweiten Satz, dem Siciliano, gegeben wurde, läßt sich in 
Worten nicht beschreiben. Mit universaler Beherrschung gab Furtwängler 
vom Flügel aus den Streichern die Direktiven für eine ungemein subtile 
und zugleich klanggesättigte Begleitung. 

Im weiteren Verlaufe feierte der Dirigent Furtwängler als 
unvergleichlicher Führer der Philharmoniker Triumphe mit zwei oft 
gewürdigten Leistungen: Richard Straußens Tondichtung >Tod und 
Verklärung< und nach der Pause Beethovens Fünfte. Dort eine 
Interpretation, die unter Zurückdrängung alles Deskriptiven ganz aus der 
Empfindung geboren ist, hier ein großzügiger dramatischer Aufbau und ein 
energisch betonter Wille, alles tragische Dunkel aufzuhellen und sich mit 
heroischer Kraft in lichte Sphären durchzukämpfen. In den begeisterten 
Jubel klang vernehmlich der Dank an den genialen Dirigenten und sein 
ebenbürtiges Orchester hinein für die Uneigennützigkeit, mit der sie sich 
in den Dienst des Wohltätigkeitswerkes gestellt hatten" (Franz Köppen: 
Furtwängler für das Rote Kreuz. "Berliner Börsen-Zeitung" Nr. 468, 
4/X/40). 

Dieses Konzert fand - so auch die Tagebuchnotiz von Goebbels - am 
Mittwoch, 2. Oktober 1940, statt, nicht erst am 3. 

(2) 

"Gestern: (...) Besuch von Furtwängler: er hat einige Sorgen wegen 
seiner Auslandsverpflichtungen. Ich rate von der Schweiz vorläufig ab. 
Besonders von Winterthur, wo augenblicklich sogar noch Emigranten aus 
Deutschland tätig sind. Er ist sehr bereitwillig und bietet sich auch an, bei 
meinem Besuch in Prag mit den Berliner Philharmonikern zu konzertieren. 
Dieser Besuch muß die Krönung unserer Befriedigungsarbeit sein. Ich 
werde das alles sehr geschickt aufziehen" (Goebbels Tagebuch IV, Eintrag 
vom 5/X/40. S. 352. Fehler im Original). 

Mit dem Winterthurer Orchester arbeitete Hermann Scherchen., der 
NS-Deutschland verlassen hatte. Ein Gastspiel Furtwänglers hier hätte 
wohl die Freigabe der deutschen Musiker bewirkt. Der NS wollte jedoch 
witer Druck gegen Scherchen ausüben. 


11. Oktober 1940: 

Furtwängler teilt W. Reinhart in Winterthur mit, daß sein 
Kapellmeister Scherchen als Emigrant gelte, der zudem gegen 
Deutschland hetze. Er fragt, ob es um des Orchesters willen nicht besser 
wäre, wenn sich Reinhart von Scherchen trenne und dieser sich am besten 
in Amerika einen neuen Wirkungskreis schaffe (Quelle: Stadtbibliothek 
Winterthur, MA, Archiv des Musikkollegiums). 

27. Oktober 1940: 
(1) 
Furtwängler gibt in Wien ein Konzert der Wiener Philharmoniker, 


F 1955 





dem auch Dr. Goebbels beiwohnt: die Sechste von Tschajkowski und 
Klavierkonzert von R. Schumann. Solist: Emil vom Sauer (Klavier) 

(2) 

Bei einer Besprechung mit Dr. Goebbels in Wien äußert Furtwängler, 
er möchte gerne an Raabes Stelle; der Minister ist nunmehr dagegen. 


3. November 1940, Mißbilligung: 

"Propagandaministerium hat Bedenken dass Furtwängler in 
Winterthur dirigiert im Hinblick auf die dortige Stellung des Emigranten 
Scherchen. Furtwängler ist der Auffassung das nach von ihm 
eingegangenen Verpflichtungen er nicht in Zürich allein Konzert geben 
könne. Bezüglich des Konzerts (3 Gruppen verstümmelt) bitte um 
drahtliche Stellungnahme. Gleichlautend an Zürich" (Auswärtiges Amt. 
Berlin, Twardowski, an Deutsche Gesandtschaft Bern, 3/X1/40, 
Chiffretelegramm. Fehler im Original. Quelle: PAA, Bestand Gesandtschaft 
Bern). 

5. November 1940, Unbedenklich: 

"Halte Durchführung Furtwängler Konzert in Winterthur für dringend 
erwünscht, da Konzert veranstaltendes Musikkollegium das in Schweiz 
grosses Ansehen geniesst sich in den letzten Jahren um deutsch- 
schweizerischen Musikaustausch grosse Verdienste erworben hat. Was 
Beurteilung Stellung des Emigranten Scherchen anbelangt, schliesse ich 
mich Stellungnahme Generalkonsulats Zürich an" (Deutsche 
Gesandtschaft Bern, Köcher, an Auswärtiges Amt Berlin, 5/X1/40, 
Chiffretelegramm. Quelle: PAA, Bestand Gesandtschaft Bern). 

7. November 1940: 

"Gestern: (...) Prag. (...) Abends konzertiert Furtwängler mit den 
Berliner Philharmonikern. >Moldau<, >Die Streiche des Eulenspiegels< 
und die 7. Beethoven. Eine festliche Sache mit Hacha, Neuraths und der 
ganzen tschechischen Regierung. Alles was in Prag Rang und Namen hat, 
ist vertreten. >Moldau< unbeschreiblich schön. >Eulenspiegel< 
interessant. Die VIl. ein grandioses Meisterwerk. Hinreißend gestaltet. Das 
Publikum rast. Hacha sehr nett. Kurz noch beim Empfang der deutschen 
Künstler. Viele Debatten" (Goebbels Tagebuch IV, Eintrag vom 8/XI1/40. S. 
391). 

Die "Moldau" zu der Zeit in Prag war eine politische Demonstration 
für tschechische Kultur. 

9. November 1940, Bericht: 

"Es gibt Erscheinungen, die so weit über Alltag und >Betrieb< 
unseres Musiklebens stehen, daß ihre Existenz allein uns besondere 
Maßstäbe aufnötigt. Und doch sind sie die eigentlichen, ja im Grunde die 
einzigen Träger künstlerischer Kultur; denn nur das Außerordentliche, nur 
die höchste Leistung entscheidet und gilt in geistigen Dingen. Es ist ein 
Wesensrätsel aller künstlerischen Wirkung, daß die differenzierteste 
Geistigkeit gerade mit der Volksseele in einem tiefen und magischen 
Zusammenhang steht, so sehr sie sich auch scheinbar von ihr entfernt. So 
erklärt sich die ungeheure Breitenwirkung eines Mannes wie Wilhelm 
Furtwängler. Was aber ist es, was an ihm wirkt, was uns in einen 


e 1956 





Zauberkreis zwingt, sobald er nur das Podium betritt? Man hat immer 
wieder von dem >Erlebnis< gesprochen, das seine Deutung der 
sinfonischen Musik vermittelt. So abgebraucht das Wortklischee anmutet, 
enthält es doch einen Kern von Richtigkeit. Denn unter Furtwänglers Hand 
nehmen diese sinfonischen Formen wirklich etwas Organisches, Atmendes, 
Lebendiges an; seiner Alchemie gelingt es, die Materie selbst zu wandeln 
und ihr den lebendigen Odem einzuflößen, der sein Odem ist und zugleich 
Odem des Genius, der das Werk aus sich entlassen hat. Diese Beseelung 
der Partitur, diese völlige Durchdringung der Musik mit seinem Wesen, 
seiner Geistigkeit, seinem unverwechselbaren Rhythmus ist das 
Charakteristikum von Furtwänglers Interpretation. Der Weg dahin führt 
über eine unvergleichliche Summe von Kunstmitteln. 

(...) Das Programm des Festkonzerts war ganz auf helle, tänzerische 
Musik gestellt. Als Huldigung vor dem genius loci begann es mit Friedrich 
Smetanas >Moldau<s, die Furtwängler in breitem romantischen Zeitmaß 
einherströmen läßt, hart und kantig die Klanghärten und verminderten 
Septakkorde der Stromschnellen herausholend, mit überraschenden 
kleinen Rubati und plötzlichen Pianissimi. Richard Straußens 
Eulenspiegelrondo folgt. Auch ihm setzt Furtwängler die romantischen 
Lichter seiner ureigenen Deutung auf; die Kontraste sind verschärft, die 
kühnen Farben und Stimmverflechtungen treten lebhaft hervor, in 
dionysischer Kraft federn die Tonsätze. Es ist, vom Dirigenten wie vom 
Orchester, eine Virtuosenleistung ersten Ranges, die das oft gehörte, 
prachtvoll inspirierte Stück (wer hört ihm seine 45 Jahre an?) zu 
hinreißender Wirkung bringt. 

Nach der Pause Beethovens Siebente. Sie wird der Höhepunkt des 
Abends. Es gibt wenige Dirigenten, die Beethovensche Sinfonieformen 
so überzeugend als musikalische Einheiten darzustellen wissen wie 
Furtwängler. In der Siebenten - >Apotheose des Tanzes< nannte sie 
Wagner -, deren vier Sätze keine äußeren thematischen Fäden verbinden, 
wird das besonders offenbar (...) (H. H. Stuckenschmidt: Ein Fest der 
Musik. "Der Neue Tag" Nr. 311, Prag, 9/X1/40). 

14. November 1940: 

Die "Frankfurter Zeitung" Nr. 582/583 bringt von Heinz Joachim 
"Dirigenten-Profile", einen vergleichenden Bericht - Furtwängler und 
Karajan - zum Saisonbeginn in Berlin. 

15. November 1940: 

Die "Deutsche Zeitung in den Niederlanden" Nr. 164, bringt von 
Frank Köppen "Grosser Dirigenten-Aufmarsch", einen vergleichenden 
Bericht über den Saison-Beginn in Berlin. 

14. Dezember 1940: 

"(Gestern) (...) Furtwängler beklagt sich über Karajan, der sich zu 
pompös in der Presse feiern läßt. Ich stelle das ab. Sonst benimmt sich 
Furtwängler sehr ordentlich. Und er ist nun einmal unser grösster 
Dirigent" (Goebbels Tagebuch, Eintrag vom 14/X11/40. Quelle: BA NL 
118/12). 

20. Dezember 1940, Sprachregelung: 
"Bade erwähnt die Unsitte, eine Wertskala der Dirigenten 


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aufzustellen. Jede zensurierende Vergleichung sei zu unterlassen. Das 
gelte auch für Bildhauer und Maler. Wir sollten uns freuen, daß wir so viele 
hätten" (Kulturpolitische Pressekonferenz vom 20. Dezember 1940. 
Quelle: BA ZSg. 102/62 fol. 1/Sammlung Sänger). 

Ähnlich von Lothar Band notiert - mit Nennung von Karajan und 
Furtwängler (BAR 55/ 741). 

23. Dezember 1940, Glückwunsch: 

"(„..) auch ich möchte unter den vielen Gratulanten nicht fehlen und 
Ihnen aus vollem Herzen das Allerschönste weiterhin wünschen, nicht 
zuletzt als dem ewig jungen Repräsentanten unserer deutschen Kunst. 

Bei der Gelegenheit darf ich Ihnen sagen, dass es mir ein 
wundervolles Vergnügen war, Ihr herrliches Orchester mit Schubert zu 
führen, noch dazu seitdem ich seit einem Jahr als Flieger des Weltkrieges 
wieder in Polen, Frankreich und in England draussen war und zum ersten 
Mal wieder die battuta schlagen durfte. (...)" (Schulz-Dornburg an 
Furtwängler, 23/X11/40. Quelle: DRA Potsdam-Babelsberg, Historisches 
Archiv, NL 17/1). 

24. Dezember 1940: 

(1) 

Das BPhO, Dgt. Furtwängler, bietet zur Weihnachtsnacht ein 
festliches Schubertkonzert: 1. Ouvertüre und Ballettmusik aus 
"Rosamunde". - 2. Unvollendete Sinfonie (RSdg) 

(2) 

Furtwängler erhält, obwohl nicht Kaffeetrinker, von Hitler ein Paket 
Kaffee aus einer Auslandsspende als Geschenk mit "herzlichsten 
Glückwünschen für das Weihnachtsfest und zum Neuen Jahr". 

Der mit Hitler sympathisierende Imam von Jemen hatte eine Ladung 
Kaffee durch die britische Blockade ins Reich schmuggeln können. 


1941 

Furtwängler erzielt im Steuerjahr 1941 ein Brutto-Einkommen von 
129.375 RM. Nach Abzug der Steuerschuld von 104.387, 80 RM verbleiben 
ihm 24.987, 20 RM. 

5. Januar 1941: 

Die Wochenzeitung "Das Reich", S. 20, bringt den vergleichenden 
Aufsatz "Das Berliner Konzert. Wesen und Gestalten" von Werner 
Oehlmann. 

Der Bericht über die großen Konzerte zur Jahreswende hebt 
Furtwängler heraus, erwähnt aber auch Mengelberg, Eugen Jochum, 
Böhm und Karajan. 

15. Januar 1941: 

In seinem Tagebuch vermerkt Dr. Goebbels ein Streitgespräch mit 
Furtwängler am Tage zuvor über die Freiheit der Kritik. Der Dirigent trug 
abermals seine entsprechende Forderung vor; der Minister nahm ihm die 
Argumente mit Hinweis darauf, daß er selber wiederholt um Schutz des 
Ministeriums gegen die Presse gebeten habe. 

16. Januar 1941: 
Furtwängler führt das BPhO auf eine Gastspielreise, die bis 29. 


e 1958 





Januar dauert und München, Mailand, Turin, Genua, Rom, Neapel, 
abermals Rom, Florenz, Bologna, Triest und Venedig berührt. 
21. Januar 1941, Turin: 

"(...) Der Bürgermeister von Turin überreichte Wilhelm 
Furtwängler bei einem Empfang, an dem auch die Mitglieder des 
Berliner Philharmonischen Orchesters teilnahmen, als Ehrengabe der Stadt 
eine Goldene Medaille. Das Viktor- Emanuel-Theater, in welchem das von 
der Deutsch-Italienischen Kulturgesellschaft veranstaltete Konzert 
stattfand, war bis auf den letzten Platz ausverkauft. Unter den 
Anwesenden sah man die Vertreter der politischen und Parteibehörden, 
den deutschen Generalkonsul, den Ortsgruppenleiter der NSDAP. in Turin 
u. a. Auch die deutsche Kolonie war sehr zahlreich vertreten. Ein Jubel der 
grenzenlosen Begeisterung belohnte die hervorragende künstlerische 
Leistung des großen deutschen Dirigenten und seiner Musikerschar. 
Beifallsstürme durchbrausten das Theater, und immer wieder mußte sich 
Furtwängler zeigen" (Goldene Medaille für Furtwängler. "Westfälische 
Landeszeitung", 21/1/41). 

23. Januar 1941: 

"Nach den triumphalen Erfolgen, die Wilhelm Furtwängler mit dem 
Berliner Philharmonischen Orchester auf seiner Konzertreise durch Italien 
bereits in Mailand, Turin und Genua errungen hat, fand das einzigartige 
deutsche Künstlerensemble am Mittwochabend in der italienischen 
Hauptstadt eine Aufnahme, wie sie die römischen Konzertbesucher auch 
italienischen Künstlern nur ganz selten zuteil werden lassen. Ein 
auserlesenes, nach vielen tausenden zählendes Publikum überschüttete 
die Berliner Philharmoniker und ihren Dirigenten mit einem Beifall, wie ihn 
selbst Wilhelm Furtwängler in Rom noch nie erlebt hat. 

Bei seinem Erscheinen in dem festlich geschmückten Saal wurde der 
Repräsentant des Musiklebens im verbündeten nationalsozialistischen 
Deutschland mit dem herzlichsten Beifall begrüßt. Die Nationalhymnen 
wurden stehend angehört und erweckten spontan neue Begeisterung. Das 
Programm umfaßte Werke von Wagner, Bach und Brahms, deren 
vollendeter Vortrag nicht endende stärkste Beifallskundgebungen 
hervorrief. 

Das Konzert, das einen kaum (zu) überbietenden Höhepunkt in der 
Reihe der Austauschveranstaltungen des Kultur- und Geisteslebens der 
beiden verbündeten Achsenmächte darstellt, wurde ausgezeichnet durch 
die Anwesenheit der Kronprinzessin von Italien. Neben den zahlreichen 
Vertretern von Partei und Staat, darunter Erziehungsminister Bottai, 
Unterstaatssekretär Polverelli vom Ministerium für Volksbildung, sowie 
dem italienischen Botschafter in Berlin, Alfieri, waren von deutscher Seite 
erschienen Botschafter von Mackensen und Frau, der stellvertretende 
Landesgruppenleiter Ebner, Mitglieder der beiden deutschen Botschaften, 
der deutschen wissenschaftlichen Institute und der deutschen Kolonie" 
(Triumphaler Erfolg Furtwänglers in Rom. "Westfälische Zeitung", Ausgabe 
A Nr. 19, 23/1/4]). 

5. Februar 1941: 
Furtwängler führt das BPhO auf eine Gastspielreise, die bis 12. 


e 1959 





Februar dauert und Stockholm, Uppsala, abermals Stockholm, Malmö und 
Kopenhagen berührt. 
10. Februar 1941: 

Furtwängler gastiert mit den Wiener Philharmonikern abermals in 
München. 

14. Februar 1941: 

Der "VB" bringt ein Interview mit Furtwängler (E.: Furtwängler über 
seine Konzertreise durch Italien. "VB" Nr. 45, 14/11/41). 

10. März 1941: 

Furtwängler schreibt eine Empfehlung für den Komponisten und 
Kapellmeister Heinz Schubert (Quelle: BA R 55/ 73. Blatt 69). 

28. März 1941: 

Die Auslandsstelle für Theater, Kühnly, teilt dem Teatro Communale 
in Florenz mit, daß Furtwängler "infolge Lähmung des rechten Arms 
absagen" muß und bietet Knappertsbusch zu einem Honorar von 50.000 
Lire an (Quelle: BAR 55/ 20492. Blatt. 313). 

Der Geburtstag Hitlers näherte sich und damit die 
Wahrscheinlichkeit eines offiziellen Ersuchens, das Festkonzert zu 
dirigieren; Erkrankungen waren "höhere Gewalt". 

9. April 1941: 

Ein Luftangriff auf Berlin in der Nacht vom 9. auf den 10. April 
zerstört die Berliner Staatsoper. 
19. April 1941: 

Der Leiter der MA des Departements für Volksaufklärung und Künste 
(DVK) Jan Goverts, wendet sich an Prof. Wehofsich wegen der Ausreise 
von Carl Flesch mit Anlage der Kopie eines Schreibens von Furtwängler, 
daß dieser sich in Berlin um die Ausreiseerlaubnis für den Geiger bemüht 
habe (Quelle: NIOD, Bestand DVK, Nr. 156 e). 

25. Mai 141: 

Carl Flesch wendet sich an die MA des Departements für 
Volksaufklärung und Künste, Goverts, mit Anlage eine Briefes von 
Furtwängler und der Bitte, diesen der genannten deutschen Instanz in Den 
Haag zur Kenntnis zu geben und ihm dann wieder zurückzuschicken 
(Quelle: NIOD, Bestand DVK, Nr. 156 e). 

27. Mai 1941: 

In seinem Tagebuch notiert Dr. Goebbels, er habe mit Hippler einen 
neuen Film über die Berliner Philharmoniker besprochen, und Furtwängler 
solle dabei mitwirken. 

Der Film kam erst im Dezember 1944 - ohne Furtwängler - heraus. 
4. Juni 1941: 

"(...) Der Führer teilt nicht die in Ihrem Schreiben über die 
Bruckner-Gesellschaft niedergelegte Auffassung und hat mitteilen lassen, 
dass es bei seiner bisherigen Entscheidung bezüglich St. Florian und Linz 
bleiben müsse" (Hadamowsky an Furtwängler, 4/V1/41. Quelle: BAR 55/ 
20583. Band 3, Blatt 572). 

Wegen des unzureichenden Niveaus der Bruckner-Aufführungen des 
Linzer Stadt-Orchesters - das Bruckner-Orchester bestand noch nicht - 
wehrte sich Furtwängler mit einer eher symbolischen Androhung des 


e 1960 





Rücktritts als Präsident der Bruckner-Gesellschaft dagegen, daß Hitler 
Wien als Bruckner-Zentrum absetzen wollte. 
November 1941: 

"Zu den Höhepunkten der Berliner Konzertveranstaltungen zählen 
die Philharmonischen Konzerte unter Leitung von Wilhelm Furtwängler. 
Diese Konzerte, von denen jedes dreimal stattfinden muß, sind 
ausverkauft. Und doch ist es - gemessen an den Millionenzahlen der 
deutschen Rundfunkhörer - nur ein winzig kleiner Kreis, dem es vergönnt 
ist, diese Konzerte unmittelbar zu erleben. Erst durch die 
Rundfunkübertragung erhält die breite Masse des deutschen Volkes 
Gelegenheit daran teilzunehmen und damit ein Kunsterlebnis zu genießen, 
das ihr zum großen Teil ohne den Rundfunk nie beschert wäre. 
Allsonntäglich in der Zeit von 18.10 bis 19.00 Uhr sind die Konzerte der 
Berliner Philharmoniker im Großdeutschen Rundfunk zu hören. 

(...) Ein Blick auf das Programm der diesjährigen >Philharmonischen 
Konzerte<, die mit der Sendung von Beethovens >Eroica< begann, 
verspricht erlesenste Genüsse: Im Dezember werden wir Furtwängler in 
gleichzeitiger Eigenschaft als Solist und Dirigent bei Mozarts 
Klavierkonzert in B-Dur erleben, während im zweiten Teil die vierte 
Sinfonie von Bruckner, die >romantische<, zur Aufführung gelangt. Im 
Januar hören wir die dritte Sinfonie von Brahms und das Violinkonzert von 
Dvorak mit Guila Bustabo als Solistin. Der Februar bringt uns neben 
>Sinfonischen Variationen< von Paul Höffer und Orchesterliedern von 
Richard Strauss die siebente Sinfonie von Beethoven. Das neunte 
Philharmonische Konzert, das mit einem Werk Philipp Jarnachs eingeleitet 
wird, sieht den Meisterpianisten Walter Gieseking mit dem Klavierkonzert 
in a-moll von Robert Schumann vor, und ihren Abschluß und ihre Krönung 
findet die Reihe der diesjährigen Philharmonischen Konzerte im März mit 
der Neunten Sinfonie von Ludwig van Beethoven" (Die Konzerte der 
Berliner Philharmoniker unter Leitung von Wilhelm Furtwängler im 
Großdeutschen Rundfunk. "Deutscher Kultur-Dienst", Rundfunk, o. Dat. = 
November 1941. Quelle: BAR 58/ 1090. Blatt 47). 

2. November 1941: 

"Die Musik" XXXIV/3, Dezember 1941, S. 111, veröffentlicht H. 
Killers Verriß der von Furtwängler mit dem BPhO uraufgeführten Ballade 
für Orchester Op. 10 von Th. Berger. 

11. November 1941: 

"Dr. Wilhelm Furtwängler gastiert am 11. und 16. 11. in Zürich, am 
17. und 18. November in Bern. Am 24. 11. wird er in Budapest mit den 
Wiener Philharmonikern ein Konzert geben, auch diese Veranstaltungen 
verdienen in der Presse erwähnt zu werden" (Geheim! Kulturpolit. 
Information Nr. 14. RPA Berlin, Rundspruch 173, 14/X1/41. Quelle: BA 
ZSg. 102/62 fol. 1/Sammlung Sänger). 

17. November 1941: 

"(...) Eine Rundfunk-Sendung des >Requiem< am 5. 12. 41 hat der 
Herr Minister abgelehnt" (RMVP, Abt. Repräsentation, an Leiter M, 
17/X1/41. Quelle: BAR 55/ 20585. Blatt 403). 

Es handelte sich um Furtwänglers Wiedergabe des Werks am 


F 1961 





5. Dezember in Wien. 
24. November 1941: 

Furtwängler gastiert mit den Wiener Philharmonikern in Budapest. 
27. November 1941: 

"(...) Der Minister hatte ursprünglich untersagt, dass das Requiem 
von Mozart derzeit überhaupt über den Rundfunk geht. Nach Vortrag von 
Furtwängler hat das Ministerium nunmehr angeordnet, dass das Requiem 
in Wien auf Platten geschnitten wird und der Minister sich nach der Feier 
darüber entscheidet, ob das Requiem am Sonntag vormittag von Platten 
gesendet werden darf oder nicht" (RMVP, Hadamowsky, an Leiter M, Dr. 
Drewes, 27/X1/41. Fehler im Original. Quelle: BAR 55/ 20585. Blatt 345). 

Es blieb beim Sendeverbot. Der Minister wollte aktuelle Bezüge 
vermeiden: Am 17. November hatte ohne hinreichenden Nachschub der 
Angriff in Richtung Moskau begonnen, bei dem 30 Grad Frost massenhaft 
weitere horrende Verluste verursachten. 

5. Dezember 1941: 

Zum Mozartfest in Wien dirigiert Furtwängler die Wiener 
Philharmoniker mit dem Requiem. 

16. Dezember 1941: 

Die "Frankfurter Zeitung" bringt die vergleichende Besprechung 
"Berliner Konzertleben" von Karl Holl. 

24. Dezember 1941: 

Hitler sendet eine Dankadresse mit einem Päckchen Kaffee und 
Glückwünschen zum Weihnachtsfest und für das Jahr 1942 an 
Furtwängler, der sich beim Weihnachtsempfang in der Reichskanzlei gleich 
anderen geladenen Musikern an den Flügel gesetzt hatte (Quelle: NL 
Furtwängler, Leihgabe Andreas Furtwängler. Abschrift im AP). 


1942 

Furtwängler erzielt im Steuerjahr 1942 ein Brutto-Einkommen von 
209.049 RM. Nach Abzug der Steuerschuld von 98.905, 50 RM verbleiben 
ihm 110.143, 50 RM. 

5. Februar 1942: 

Furtwängler führt das BPhO auf eine Gastspielreise, die am 12. 
Februar endet und Stockholm, Upsala, abermals Stockholm, Malmö und 
Kopenhagen berührt. 

Dänemark stand zu dieser Zeit nicht wie andere eroberte Länder 
unter Militärverwaltung der Besatzungsmacht, sondern besaß eine 
dänische Selbstverwaltung unter Aufsicht des Auswärtigen Amtes. Dieser 
rechtliche Unterschied zum Besatzungsregime war von Musik"historikern" 
nach 1945 ignoriert worden. 

26. Februar 1942: 

Das BPhO, Dgt. Furtwängler, bietet in der Firma AEG ein 
Werkkonzert mit Musik von Schubert, R. Strauss und Wagner. 

Das "Meistersinger"-Vorspiel wurde für die Ufa-Tonwoche Nr. 606 
gefilmt. Dieses Dokument befindet sich in der Filmabteilung des 
Bundesarchivs. 


e 1962 





28. Februar 1942: 

"Furtwängler macht mir einen Besuch. Er hat eine Reise durch 
Schweden und Dänemark gemacht und strotzt nur so von nationaler 
Begeisterung. Dieser Mann hat eine Wandlung durchgemacht, die mir 
außerordentlich viel Freude bereitet. Ich habe jahrelang um ihn gekämpft 
und sehe jetzt den Erfolg. Er billigt vollkommen meine Rundfunk- und 
Filmpolitik und stellt sich für alle meine Arbeiten bereitwilligst zur 
Verfügung. Sein Urteil über Karajan ist viel gereifter geworden; er beteiligt 
sich nicht an dem Öffentlichen Streit, sondern steht diesen ganzen 
publizistischen Zänkereien mit einer souveränen, reifen Sicherheit 
gegenüber. Er macht bei dieser Unterredung einen außerordentlich 
sympathischen Eindruck. Ich freue mich, ihn auch einmal von dieser Seite 
kennenzulernen" (Goebbels Tagebuch, Eintrag vom 28/11/42. Quelle: BA 
NL 118/12; Abdruck in Elke Fröhlich, Hgb: Die Tagebücher von Joseph 
Goebbels. Im Auftrag des Instituts für Zeitgeschichte und mit 
Unterstützung des Staatlichen Archivdienstes Rußlands, Teil II, Diktate 
1941-1945, Band 3, Januar - März 1942, bearb. von Elke Fröhlich. 
München, 1994. S. 387). 

Wiederum erlag der Minister der providentiellen Taktik des Musikers. 
1. bis 3. März 1942: 

In der Philharmonie Berlin dirigiert Furtwängler das BPhO mit dem 
Klavierkonzert A-moll Op. 54 von R. Schumann. Solist: W. Gieseking. Der 
Reichsrundfunk fertigt einen Konzertmitschnitt an. 

15. April 1942: 

Nach Prüfung der Einnahmen und Ausgaben des BPhO für 1938 und 
1939 teilt der Rechnungshof mit: 

"Infolge der hohen künstlerischen Leistungen des Orchesters unter 
der Leitung seines Dirigenten Dr. Furtwängler sind die Konzerteinnahmen 
im Laufe der letzten Jahre von 676 145,- RM im Jahre 1935 auf 1 053 
106,- RM im Jahre 1940 gestiegen" (Schreiben vom Rechnungshof des 
Deutschen Reiches an RMVP, 15/1V/42. Quelle: BAR 55/ 246. Blatt 
239-241). 

Dennoch ergab sich für 1941 weiterer Zuschußbedarf, sodaß das 
RMVP wegen gestiegener Personalkosten nun 1.000.000 RM zuschießen 
mußte. 

*19. April 1942: 

Furtwängler dirigiert das BPhO mit dem Bruno Kittelschen Chor in 
einer Feierstunde der NSDAP zu Hitlers Geburtstag. Die Musik umrahmte 
eine Rede von Dr. Goebbels. 

Um sich diesen Auftritt zu ersparen, hatte Furtwängler in Wien 
Termine angesetzt. Doch versagte ihm Schirach, erschreckt durch 
Drohungen von Goebbels, den notwendigen Rückhalt. 

20. April 1942: 

"(...) Die Rede des Reichsministers Dr. Goebbels fand in der 
festlichen Musik ihre Umrahmung: Wilhelm Furtwängler brachte mit seinen 
Philharmonikern eingangs die >Air< aus der D-dur-Suite von Johann 
Sebastian Bach zu Gehör, er beschloß die Feierstunde mit der IX. 
Symphonie Ludwig van Beethovens. Der Bruno Kittel'sche Chor und als 


e 1963 





Solisten Erna Berger, Gertrude Pitzinger, Helge Roswaenge, Rudolf Watzke 
wirkten mit. Das erhabenste Werk des größten Genius im Reiche der 
deutschen Musik brachte dem Führer symbolhaft zum Ausdruck, daß die 
Nation, seinem Beispiel folgend, sich über die Not der Zeit, über das 
Schicksal, so hart es auch treffen mag, erheben will. Beethovens 
hinreißendes titanenhaftes Werk erhob in dieser Feierstunde die Herzen 
der Millionen, die sich an diesem Tage mit heißen Wünschen dem Führer 
nahten, sich ihm und seinem Werke von neuem weihten" (In der 
Philharmonie. "DAZ", Berliner Ausgabe, 20/1V/42). 

3. bis 10. Mai 1942: 

In Wien veranlaßt Gauleiter und Reichsstatthalter Baldur von 
Schirach eine Woche der zeitgenöss. Musik. Die Gesamtleitung hat 
Furtwängler. 

4. Juni 1942: 

Furtwängler führt das BPhO auf eine Gastspielreise, die bis 8. Juni 
dauert und Basel, Bern, Genf, Lausanne und Zürich berührt. 

Dieses Gastspiel signalisiert, daß sich die Spannung zwischen der 
Schweiz und dem Reich seit dem Sommer 1940, als man mit einem 
Überfall der Wehrmacht auf die Eidgenossenschaft rechnen mußte, 
abgebaut hatte und man in der Schweiz wußte, wo Furtwängler politisch 
stand. 

Ein Flugblatt von "Musikfreunden" apostrophierte ihn dennoch als 
preussischen Staatsrat von Goebbels Gnaden und ließ Toscanini leben. 

9. Juni 1942, Gastspiel: 

"Das Berliner Philharmonische Orchester weilt zum erstenmal seit 
Kriegsbeginn in der Schweiz. Die Reihe der Konzerte unter Wilhelm 
Furtwängler wurde in Basel eröffnet mit Beethovens 1. Sinfonie, seiner 
großen Leonoren-Ouvertüre und der C-dur-Sinfonie von Schubert. In Bern 
hatten sich neben den musikalischen Kreisen zahlreiche Diplomaten der 
verbündeten und neutralen Länder eingefunden. Mit der elegischen vierten 
Brahmssinfonie und Beethovens 7. Sinfonie, jener Apotheose des Tanzes, 
wie sie Richard Wagner genannt hat, riß Furtwängler die Berner zur 
Begeisterung hin. Die deutschen Künstler werden in Genf, Lausanne und 
Zürich spielen" ("MNN", 9/V1/42). 

25. bis 28. Oktober 1942: 

In der Philharmonie Berlin dirigiert Furtwängler das BPhO mit dem 
Konzert A-moll für Violoncello und Orchester Op. 129 von R. Schumann 
und Bruckners 5. Sinfonie B-dur, Originalfassung. Solist: Tibor de Machula. 
Der Reichsrundfunk fertigt einen Konzertmitschnitt an. 

29. Juni 1942: 

In Potsdam dirigiert Furtwängler ein Brahmskonzert des BPhO: 1. 
"Tragische Ouvertüre". - 2. Violinkonzert. - 3. Vierte Sinfonie. Solist: 
Gerhard Taschner. 

8. bis. 11. November 1942: 

In der Philharmonie Berlin dirigiert Furtwängler das BPhO: 1. G. 
Frommel: Sinfonie E-dur Op. 13 (UA). - 2. Brahms: Klavierkonzert Nr. 2. - 
3. Wagner: Vorspiel und Liebestod aus "Tristan und Isolde". Solist: Edwin 
Fischer, dann Hans Bork. Der Reichsrundfunk schneidet mit. 


e 1964 





23. November bis 2. Dezember 1942: 

Furtwängler gastiert in Stockholm und Göteborg. 
28. November 1942: 

"(...) Dann geschah es eines Tages in Kopenhagen, daß ein paar 
Mitglieder des Orchesters über den Durst tranken und daß einer unter der 
Wirkung des Alkohols gesprächiger wurde, als den Nazi-Interessen gut tat. 

Der Vorfall ereignete sich im Oskar Davidsen-Restaurant am 
Aaboulevard, das berühmt war wegen seiner Speisekarte, der längsten in 
der Welt. 

Die dänischen Gastgeber schauten ihren deutschen Gästen belustigt 
zu, als diese ihre Mahlzeit mit vier oder fünf Gläsern Aalberg Akvavit 
begannen und mit einer Menge von dem gefährlichen Punsch beendeten, 
der den bedeutsamen Namen >Gronsteds Blaa< trägt. 

Bald war einer der Nazis so voll, daß er alle Selbstkontrolle verlor 
und von vielen Dingen plauderte, die nicht einmal für die Ohren seiner 
eigenen Landsleute geschweige denn der Dänen bestimmt waren, die 
damals neutral waren. 

Die Gastgeber spitzten die Ohren. Unter ihren Gästen waren, so 
schien es, einige Nazis, die ihre Geigenkästen als Vorwand benutzten, um 
eine Möglichkeit zu haben, mit ausländischen Künstlern in politischen 
Kontakt zu kommen. 

Die Rollen waren gemäß den Nazi-Zwecken gut verteilt. Einige 
sollten als Spione dienen, andere Mund-Propaganda für Hitler machen. 
Wieder andere sollten als >Aufseher< über ihre Kollegen im Orchester 
fungieren. 

Die Dänen notierten ein paar der Namen, die im Lauf der 
Unterhaltung fielen, und danach herrschte stets eine eisige Stille, wenn 
diese "Künstler" dabei waren. 

Die Gestapobehörden allerdings konnten nicht verstehen, warum 
zum Beispiel die Geiger Franz Leuchtenberg und Hans Boekel nicht mehr 
so erfolgreich waren wie zuvor. 

Das Geheimnis der Gestapo-Musiker wurde zunächst einem kleinen 
Kreis bekannter Musiker enthüllt, doch bald war das Philharmonische 
Orchester der Nazis als >Berliner Disharmonisches Orchester< bekannt 
(...)" (Rudolf Zorba: Violin Contraband. "ABC Weekly, 28/X1/42. 
Übersetzung). 

Das Wochenblatt der Australian Broadcasting Corporation tischte 
seinen Lesern, sogar unter Nennung Furtwänglers, diese erstaunliche 
Geschichte über Gestapo-Agenten unter den Philharmonikern auf. Welcher 
Australier wußte schon, daß die Gestapo bessere, nämlich unauffällige 
Wege wußte und die genannten Namen zwar mehrfach in der 
Zentralkartei der NSDAP und in der Liste der Berliner Haushaltungsvor- 
stände vorkommen, jedoch entweder höheren Alters oder in anderen als 
beamteten Berufen, nie als Orchestermusiker und daher auch nicht 
Mitglieder des BPhO. Es war ein dummes Propagandamärchen, sichtlich 
"aufgewärmt", da in der Zeit der dänischen Neutralität angesiedelt. 

3. Dezember 1942: 
"(...) Der Besuch des Staatsrats Dr. Wilhelm Furtwängler als 


e 1965 





Gastdirigent der Oper und des Konzerthauses in Stockholm war wiederum 
ein Ereignis grösster Bedeutung, dessen Wirkung auf die schwedische 
Einstellung auch auf politischem Gebiet stimmungsmässig nachhaltig 
beeindruckend ist. (...)" (Bericht der Deutschen Gesandtschaft Stockholm 
an das Auswärtige Amt, 3/XI1/42. Quelle: BA R 55/ 20498. Blatt 344). 

Die Berichte der Diplomaten spiegelten regelmäßig den "amtlichen" 
Irrglauben an die Überzeugungswirkung von Sympathiepropaganda durch 
musikalische Auslandsgastspiele. 

7. Dezember 1942: 

Nach dem beschleunigten Wiederaufbau der Berliner Staatsoper 
dirigiert Furtwängler am 7/XI1/42 zur Feier des zweihundertjährigen 
Bestehens des Instituts und Wiedereröffnung Wagners Oper "Die 
Meistersinger". 


1943 

Furtwängler erzielt im Steuerjahr 1943 ein Brutto-Einkommen von 
201.131 RM. Nach Abzug der Steuerschuld von 183.233, 16 RM verbleiben 
ihm 17.897, 84 RM. 

26. Januar 1943: 

Furtwängler gastiert in Bern und dirigiert das Orchester der 
Bernischen Musikgesellschaft: Werke von Beethoven und Bruckner. 

7. bis 10. Februar 1943: 

In der Philharmonie Berlin dirigiert Furtwängler das BPhO mit "En 
saga" Op. 9 von Sibelius. Der Reichsrundfunk schneidet mit. 
12. April 1943: 

Furtwängler dankt per Postkarte dem Schriftsteller Richard Fichte, 
der eine eigene Broschüre übersandt hatte und bittet, es ihm nicht zu 
verübeln, wenn er sich als praktischer Künstler an "solchen theoretischen 
Erörterungen nicht beteiligen möchte" (Quelle: WAF, Kopie im AP). 

Fichte hatte sich mit dem Titel "Die Errettung Deutschlands" 
(Freiberg, 1932) hervorgetan. 

5. Mai 1943: 

"(...) Die Presse wird gebeten, folgendes gut zu beachten: (...) Die 
Nordlandreise der Wiener Philharmoniker unter Furtwängler sowie die am 
17. 5. in Berlin unter Furtwängler stattfindenden Konzerte mit den Wiener 
Philharmonikern (...)" (RPA Berlin, Rundspruch Nr. 44/43, 5/V/43. 
Kulturpolitische Information Nr. 16/43. Quelle: BA ZSg. 115/17. Blatt 20). 
6. Mai bis 17. Mai 1943: 

Furtwängler gastiert mit den Wiener Philharmonikern in 
Skandinavien und berührt Kopenhagen, Malmö, Stockholm, Uppsala, 
abermals Stockholm. Das Schlußkonzert am 17. Mai findet in Berlin statt. 
19. Mai 1943, Einwand: 

"Staatsrat Tietjen hat mich davon unterrichtet, dass er für die 
nächste Spielzeit Herrn von Karajan eingeladen habe, 6 Konzerte der 
Staatskapelle wie bisher zu leiten. 

Wie ich höre, soll Karajan den Wunsch haben, die Konzerte von der 
Staatsoper in die Philharmonie zu verlegen. Dieser Forderung, die schon 
einmal anläßlich des Brandes der Staatsoper gestellt worden war und 


e 1966 





damals vorübergehend bewilligt wurde, stehen heute dieselben Bedenken 
gegenüber wie seinerzeit. 

(...) Es müsste doch wohl von jedem Kapellmeister - sei es, wer es 
sei - als ein Armutszeugnis betrachtet werden, wenn er Konzerte an dem 
Ort ablehnte, von dem aus andere (zZ. B. Weingartner, im idealen 
Wettkampf gegen einen Nikisch) zu Weltruhm gelangten (...)" 
(Furtwängler an Dr. Goebbels, 19/V/43. Durch freundliche Vermittlung 
von Peter Muck). 

Karajan versuchte immer wieder, sich an den angestammten Platz 
Furtwänglers, die Philharmonie, zu setzen; dies war sichtlich Ziel seiner 
beharrlichen Verdrängungstaktik. 

29. Mai 1943, Audienz beim Minister: 

"Ich habe eine ausführliche Aussprache mit Wilhelm Furtwängler. Er 
ist sehr krank gewesen und macht auch jetzt noch einen ziemlich 
leidenden Eindruck. Trotzdem kann er es nicht lassen, sich mit dem 
jungen Dirigenten Karajan an allen Ecken und Enden zu reiben. Ich werde 
versuchen, zwischen beiden eine Einigung herbeizuführen. Unter allen 
Umständen möchte ich Karajan neben Furtwängler oder hinter 
Furtwängler in Berlin halten. Allerdings kann natürlich Karajan mit 
Furtwängler als Persönlichkeit überhaupt nicht verglichen werden. 
Furtwängler teilt mir mit, daß er erneut heiraten will. Er hat eine Reihe 
von Familiensorgen. Ich werde ihm bei ihrer Überwindung behilflich sein" 
(Goebbels Tagebuch. Quelle: BA NL 118/ 55 fol. 1). 

1. Juni 1943, Konflikt mit Himmler: 

"Unter den gegebenen Umständen kann nicht verantwortet werden, 
daß die Wiedergutmachung des an Vedder begangenen Unrechts 
(Aufhebung des Ausschlusses Vedder's aus der Reichsmusikkammer und 
Wiedereinsetzung als Inhaber seiner Konzertdirektion) auf ein weiteres 
Jahr hinausgezögert wird. Eine etwaige Rücksichtnahme auf Staatsrat Dr. 
Furtwängler ist nach Ansicht des Hauptamtes SS-Gericht umso weniger 
angebracht, als dieser selbst bewiesen hat, daß er in der Verfolgung 
seines Zieles (Beseitigung und Unmöglichmachung eines ihm mißliebigen 
Konzertvermittlers) keine Rücksichtnahme kannte und bedenkenlos mit 
unbewiesenen und sogar offenkundig falschen Behauptungen nicht nur die 
Ehre eines SS-Führers angriff, sondern auch dessen Existenz zu vernichten 
trachtete" (Geheim! Hauptamt SS-Gericht an Chef des SS-Hauptamtes, 
11/V1/43. Quelle: BA Bestand SS-Führerkorps, Akte Vedder). 

Vgl. R. Vedder. 
Gedanken über Beethoven ("DAZ", 27/V1/43). 

Dieser Aufsatz wurde mehrfach nachgedruckt. 
27. bis 30. Juni 1943: 

In der Philharmonie Berlin dirigiert Furtwängler das BPhO, nur 
Beethoven: 1. Sinfonie Nr. 4 B-dur. - 2. "Coriolan"-Ouvertüre C-moll. - 3. 
Sinfonie Nr. 5. Der Reichsrundfunk schneidet mit. 

Dieser Information (Quelle: Peter Muck) widerspricht die Aufnahme 
mit gleichen Angaben zu Datum und Herkunft im DRA (Signatur: LP 
6101), welche die Große Fuge B-dur Op. 133 beinhaltet. 


e 1967 





28. Juli 1943: 

"(...) Ich halte es für richtig, wenn Du Dich mit Furtwängler selbst in 
Verbindung setzt, um ihm den Wunsch des Führers unmittelbar zur 
Kenntnis zu bringen. 

Es ist dem Führer, wie er mir damals mitteilte, aufgefallen, daß 
Furtwängler sehr wenig in München dirigiert. Der Führer würde es sehr 
begrüßen, wenn Furtwängler öfters verpflichtet werden könnte. 

Diese Konzerte müßten stets im Kongreßsaal des Deutschen 
Museums und nicht in der Tonhalle stattfinden (...)" (Generalbaurat für 
München Hermann Giesler, Architekt, an Gauleiter München-Oberbayern 
Paul Giesler, seinen Bruder, 28/VI1/43. Quelle: WFA). 

Furtwängler hatte eine Einladung der Münchener Philharmoniker 
zum 30/IX. angenommen, am 2. Juli aber eine weitere für zwei Konzerte 
in der nächsten Spielzeit zurückgehen lassen, weil er keine Termine mehr 
frei habe. 

August 1943: 

Bei den Bayreuther Kriegsfestspielen leitet Furtwängler 
FestspielOrch und Festspielchor in Wagners "Die Meistersinger von 
Nürnberg". Solisten u. a.: Jaro Prohaska, Josef Greidl, Eugen Fuchs, Max 
Lorenz, Erich Zimmermann, Maria Müller, Camilla Callab. Der Rundfunk 
schneidet mit. 

23. August 1943: 

In der Korrespondenz über Hitlers Zusage an Frau Bechstein, ihr als 
Ersatz für ihr Haus in Berchtesgaden, das sie als Gästehaus für den 
Obersalzberg abgetreten hatte, ein Haus anderswo zu verschaffen, wird 
ein Objekt aus J udenvermögen vorgeschlagen. Das Schreiben Bormanns 
wegen Stand der Sache gibt als Betreff an: Furtwängler; Landhaus 
Bechstein (Quelle: BAR 2/ 31098. Auch: Akten der Partei-Kanzlei der 
NSDAP. Regesten. Mikrofiche 103 22708-11). 

Furtwängler hatte um kein Haus gebeten und nahm auch kein 
Geschenk eines Hauses an. 

15. bis 17. Oktober 1943: 

In einem Konzert der Wiener Philharmoniker, das u. a. das 
Doppelkonzert von Brahms bietet, präsentiert Furtwängler als Solisten den 
rassisch belasteten Richard Krotschak zusammen mit Wolfgang 
Schneiderhan. 

22. Oktober 1943: 

Die Wiener Philharmoniker, Dgt. Furtwängler, bieten in einem 
Rüstungsbetrieb in Berlin ein Werkkonzert. 

31. Oktober 1943: 

Das 1. Philharmon. Konzert Furtwänglers bietet u. a. - erstmals - 
die 2. Sinfonie von Ernst Pepping. Der Reichsrundfunk schneidet mit. 
23. November bis 9. Dezember 1943: 

Furtwängler gibt als Gast eine Reihe von Konzerten in Schweden, so 
auch in Stockholm, u. a. mit der 9. Sinfonie von Beethoven. 
8. Dezember 1943, Proteste: 

"Ein geplantes Protestschreiben an den deutschen Dirigenten 
Wilhelm Furtwängler, das von einer Reihe bekannter 


e 1968 





Kulturpersönlichkeiten unterschrieben ist und für das auf Initiative von 
Akademikern in Stockholm eine weitere Sammlung von Namen in Gang 
war, wurde letzte Woche unter Umständen gestoppt, die in gewisses 
Dunkel gehüllt sind. 

Die Organisatoren des Protests beschlossen, die Aktion einzustellen, 
nachdem sie den Eindruck gewonnen hatten, daß der Wunsch danach von 
Seiten des Außenministeriums ausgedrückt worden sei, erklärte Fräulein 
Marianne Hillbom, die die Unterschriftensammlung besorgte. Indessen 
erklärte man beim Außenministerium auf Anfrage von Dagens Nyheter, 
daß irgendein Verlangen gegenüber den Vertretern der Initiative nicht 
gestellt worden sei. 

Der Vorsitzende der Stockholmer Studentenschaft, Referendar Folke 
Lyberg, am Freitagabend mitten aus der Protestversammlung gegen die 
Massenverhaftung von Studenten in Oslo ans Telefon gerufen, bekam 
dabei vom Sekretär der Stockholmer Hochschule, Allan Hellstrand, einen 
Gruß an diejenigen ausgerichtet, die den Furtwänglerprotest betrieben. 
Sekretär Hellstrand bezeichnete sich auf Anfrage von Dagens Nyheter als 
verhindert bekanntzugeben, wer ihn darum gebeten hatte, den Wunsch 
weiterzugeben, daß der Protest eingestellt werden sollte. Er betonte, daß 
er lediglich Vermittler sei und der Zeitung rate, sich an >die Zuständigen 
im Außenministerium oder der Informationsverwaltung< zu wenden. Das 
Außenministerium hatte - wie gesagt - schon erklärt, daß von seiner Seite 
kein Ansuchen bei den Initiatoren erfolgt sei. Von der 
Informationsverwaltung wird mitgeteilt, daß >sich überhaupt kein Hinweis 
findet<, diese Sache sei Gegenstand irgendeiner Maßnahme gewesen. 

Nachdem Hoffnungen auf ein positives Resultat der Demarche der 
Schwedischen Regierung anläßlich der Osloaktion durch die Antwort des 
Außenministers von Ribbentrop vom Sonnabend trügen, erachtete man es 
als sinnvoll, die Unterschriftenaktion für den Furtwänglerprotest wieder in 
Gang zu setzen, und der Brief an den Dirigenten wurde an diesem Abend 
noch nicht abgeschickt. Er lautete: 

>Mit großer Sorge glauben viele der Abonnenten und Besucher der 
Konzertvereinigung davon Abstand nehmen zu müssen, sich Ihrer Kunst 
zu erfreuen. Wir werten Sie als einen der vornehmsten Vertreter des 
deutschen Musiklebens. Aber Sie sind zugleich der Vertreter einer Nation, 
deren Politik eine tödliche Gefahr für die nordische Kultur darstellt. Wenn 
wir nun das Stockholmer Musikpublikum aufrufen, den von Ihnen 
geleiteten Konzerten nicht beizuwohnen, so geschieht das als Protest 
gegen die Übergriffe, die in jüngster Zeit von den deutschen Machthabern 
begangen wurden. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen die 
schwedisch-deutschen Kulturverbindungen aufrechtzuerhalten, ist 
mangelnde Solidarität gegenüber unserem Brudervolk<." (Protest till 
Furtwängler stoppades - men av vem? "Dagens Nyheter", 8/X11/43: 
Übersetzung). 

Der Protest war ergänzt durch einen ähnlichen im Namen der 
"Freien Deutschen Schwedens", unterzeichnet von Max Hodann, Dr. 
Schwarz, Dr. Steinitz und Maxim Stempel und von Ernst Ensheimer 
persönlich übergeben. Vgl. den Bericht im Emigrantenblatt "Politische 


e 1969 





Information" Nr. 11, 1943. 
12. bis 15. Dezember 1943: 

Das BPhO, Dgt. Furtwängler, bietet ein Brahms-Programm mit 
Haydn-Variationen, Klavierkonzert Nr. 2 und der 4. Sinfonie E-moll. Solist: 
Adran Aeschbacher. Der Rundfunk schneidet mit. 

27. Dezember 1943, SD-Bericht: 

"(...) Nach allen vorliegenden Äusserungen ist diese zwingende 
Kraft, die im gesamten Ausland die deutsche Musik zum stärksten 
kulturpolitischen Faktor macht, vor allem bei W. Furtwängler und H. v. 
Karajan vorhanden. 

(...) Als bedauerlich bezeichnet man die Feststellung, dass 
Furtwängler z. B. in den letzten Jahren nur im neutralen oder 
befreundeten Ausland, aber niemals in den besetzten Gebieten dirigiert 
habe, obwohl er gerade dort nachhaltige Wirkungen erzielt hätte. 

(...) Furtwängler, dessen Honorarforderung wesentlich höher ist, 
habe an den Konzerten auf dem Balkan kein Interesse gezeigt und 
lediglich für Istanbul und Ankara eine unverbindliche Zusage für März oder 
April des nächsten Jahres gegeben, unter der Bedingung, dass seine 
anderweitigen Verpflichtungen sowie sein Gesundheitszustand hierdurch 
nicht beeinträchtigt würden. 

(...) Das Hauptgewicht der Konzertreisen im Ausland habe sich 
heute stärker als zuvor von der rein künstlerischen auf die kulturpolitische 
Seite verlagert. Jede Veranstaltung werde damit zu einer Angelegenheit 
des Reichsinteresses. Das schliesse aber ein, dass die Vorbereitung der 
Reisen, insbesondere die Auswahl der Dirigenten nicht von persönlichen 
Wünschen und Interessen abhängig sein dürfe. Man bezeichnet es deshalb 
vielfach als erstaunlich, dass die persönlichen Verhandlungen mit den 
Dirigenten über reichswichtige Konzerte heute noch in der gleichen Weise 
verlaufen wie vor dem Kriege und hält es für unbedingt erforderlich, auch 
die Tätigkeit der großen Dirigenten unter dem Gesichtspunkt der geistigen 
Kriegsführung als Kriegseinsatz anzusehen. (...)" (Geheim! Der Chef der 
Sicherheitspolizei und des SD, 27/X11/43. SD-Berichte zu Inlandfragen. 
Quelle: BA NS 15/ 73. Das Dokument ist irrtümlich auf 1934 datiert). 

Die hier monierte Lücke in der kulturpolitischen Verfügungsmacht 
des Regimes blieb offen; bis Kriegsende gab es keine Möglichkeit, 
Dirigenten per Dienstverpflichtung einzusetzen. Mit gutem Grund: Auf 
Kommando entsteht keine künstlerische Leistung! 














1944 

Furtwängler erzielt im Steuerjahr 1944 ein Brutto-Einkommen von 
ca. 130.000 RM. Nach Abzug der Steuerschuld von 104.610, 73 RM 
verbleiben ihm 25.389, 27 RM. 

9. bis 12. Januar 1944: 

In der Philharmonie Berlin dirigiert Furtwängler das BPhO u. a. mit 
dem Violinkonzert D-dur Op. 61 von Beethoven. Solist: Erich Röhn. Der 
Reichsrundfunk schneidet mit. 

13. Januar 1944: 
Furtwängler stattet dem Minister einen Besuch ab und berichtet ihm 


e 1970 





über die politischen Angriffe gegen sein Gastspiel in Stockholm (Quelle: 
Die Tagebücher von Joseph Goebbels. Teil Il, Band 11 Januar-März 1944. 
S. 82). 

29. Januar 1944, Bericht: 

"Staatsrat Furtwängler hat mitgeteilt, daß er die Leitung von zwei 
Orchesterkonzerten in der Luzerner Festspielwoche übernommen habe, 
und zwar wird er das erste und das letzte Orchesterkonzert dirigieren. Die 
weiteren Konzerte werden dirigiert von den Dirigenten Andreä, Zürich, 
Professor Kletzki und dem führenden französischen Dirigenten Paray. Als 
Solisten werden u. a. mitwirken: Professor Edwin Fischer und Professor 
Flesch. Obwohl Staatsrat Furtwängler nicht die künstlerische Leitung der 
Luzerner Festspielwoche hat, ist das ganze Programm mit ihm besprochen 
worden. Auch Furtwängler bezeichnet die Teilnahme des französischen 
Dirigenten als wünschenswert und hat sich bereit erklärt, 
erforderlichenfalls bei den zuständigen deutschen Stellen 
Reiseschwierigkeiten zu beseitigen. Auch gegen Professor Kletzki (Pole) 
und Professor Flesch hat Staatsrat Furtwängler, da es sich um ein 
schweizerisches Unternehmen handelt, keine Einwände und wird sich auch 
in diesem Sinne in Berlin aussprechen" (Aufzeichnung der Deutschen 
Gesandtschaft Bern, Federer, 29/1/44. Quelle: PAA). 

Kletzki und Flesch waren unerwünschte Juden. 

30. Januar 1944: 

Ein Luftangriff am Abend zerstört die Philharmonie durch Feuer. Für 
die Philharmonischen Konzerte bietet Tietjen die Staatsoper an; die 
Konzerte mit Knappertsbusch werden in den Dom verlegt. Kleinere 
Konzerte nimmt die Aula der Berufsschule in Lichtenberg auf. Wegen der 
Ausfälle an Publikum beantragt der Geschäftsführer beim Ministerium als 
außerordentlichen Zuschuß 49.000 RM. 

7. bis 8. Februar 1944: 

In der Staatsoper Berlin dirigiert Furtwängler das BPhO u. a. mit 
dem Concerto grosso D-moll Op. 6 Nr. 10 von Händel und der Sinfonie Es- 
Dur KV 543 von Mozart. Der Reichsrundfunk schneidet mit. 

12. Februar 1944: 

Furtwängler dirigiert ein Sonderkonzert des BPhO im Berliner Dom 
für geladene Gäste des RMVP mit Werken von Händel und Beethoven. 

Der "VB", Berliner Ausgabe, nahm dieses Konzert nicht zur 
Kenntnis. 

14. März 1944: 

Furtwängler gastiert mit den Wiener Philharmonikern in Budapest 
und bietet die Sechste und Fünfte von Beethoven. 
16. März 1944: 

Furtwängler gastiert mit dem BPhO in Prag. 
17. März 1944, Nachricht: 

"Aus Anlaß des fünfjährigen Bestehens des Protektorates Böhmen 
und Mähren lud Reichsprotektor, Reichsminister Dr. Frick, deutsche und 
tschechische Gäste aus allen Schichten der Bevölkerung zu einem 
festlichen Konzert in den Spanischen Saal der Prager Burg. An der Spitze 
der Gäste aus Partei, Staat und Wehrmacht sah man die Gauleiter Henlein 


F 1971 





und Eigruber, den Wehrmachtbevollmächtigten beim Reichsprotektor und 
Befehlshaber im Wehrkreis Böhmen und Mähren, General der 
Panzertruppen Schaal, und die Protektoratsregierung. Als Ehrengäste 
wohnten der Veranstaltung zahlreiche Vewundete aus den Prager 
Lazaretten bei. Träger dieser kulturellen Kundgebung, bei der zwei 
Repräsentanten deutschen und tschechischen Musikschaffens durch ihre 
Meisterwerke sprachen, waren die Berliner Philharmoniker unter der 
Stabführung von Wilhelm Furtwängler. Mit der Symphonie e-moll von 
Anton Dvoräk leitete Deutschlands Meisterdirigent das Konzert ein und 
Ludwig van Beethovens 5. Symphonie in c-moll beschloß es. Der 
brausende Beifall war zugleich Huldigung und Dank für ein Erlebnis, wie es 
in solcher Tiefe nur selten vermittelt wird" (Festkonzert auf der Prager 
Burg. "Prager Abend" VI/65, 17/111/44). 

18. März 1944, Filmaufnahmen: 

"Die Aufnahmen im Dom wurden seinerzeit auf Weisung des Herrn 
Ministers nicht durchgeführt. Die kurz vor Beginn der Veranstaltung It. 
Mitteilung des Ministeramtes an die Wochenschau gegebene Erlaubnis, vor 
dem Dom Aufnahmen zu machen, konnten wegen Zeitmangels nicht mehr 
durchgeführt werden. 

Eine neue Aufnahme mit Furtwängler im Deutschen Opernhaus ist in 
Vorbereitung. Der genaue Termin der Aufnahme steht noch nicht fest; sie 
kann voraussichtlich im Laufe der nächsten Woche durchgeführt werden" 
(RMVP, Leiter F = Film an Herrn Staatssekretär, Betr.: 
Wochenschauaufnahmen Furtwängler-Konzert im Dom, 18/111/44. Fehler 
im Original. Quelle: BAR 55/ 663. Blatt 65). 

Es ging um das Sonderkonzert am 12. Februar für Diplomaten und 
andere geladene Gäste des RMVP. 

20. März 1944, Vorschlag: 

"Dem Vorschlag des Generalkonsulats Zürich, den Antrag der 
geschiedenen Ehefrau des Staatsrats Dr. W. Furtwängler auf Verlängerung 
ihres Sichtvermerks abzulehnen und ihre Abschiebung bei den 
schweizerischen Behörden zu beantragen, vermag ich nicht beizupflichten. 
Nach den hiesigen Erfahrungen würden die schweizerischen Behörden 
einem Antrag auf Abschiebung voraussichtlich nicht stattgeben, sondern 
Frau Furtwängler Toleranzbewilligung zum weiteren Aufenthalt in der 
Schweiz erteilen. Hiermit wäre insbesondere dann zu rechnen, wenn Frau 
Furtwängler, wie das nach ihren vom Generalkonsulat Zürich erwähnten 
Erklärungen für den Fall eines Abschiebungsantrags den Anschein hat, sich 
den schweizerischen Behörden gegenüber als Emigrantin ausgeben sollte. 

Vom deutschen Standpunkt aus besteht Interesse daran, alles zu 
vermeiden, was Frau Furtwängler veranlassen könnte, sich in die Stellung 
einer Emigrantin zu begeben, da ein solcher Schritt der hiesigen 
Linkspresse, die bisher schon gegen Staatsrat Furtwängler eine haßerfüllte 
Hetze betreibt, willkommenen Stoff zu weiteren Skandalberichten geben 
würde. 

Eine Rückkehr der Frau Furtwängler nach Deutschland kann m. E. 
nur durch eine Übereinkunft zwischen Staatsrat Furtwängler und seiner 
geschiedenen Frau erreicht werden. Sollte diese - in erster Linie 


F 1972 





anzustrebende - Lösung sich nicht herbeiführen lassen, so halte ich es 
unter den besonderen hier vorliegenden Umständen für besser, den 
Sichtvermerk der Frau Furtwängler zu verlängern, als durch eine 
Ablehnung die Gefahr unerquicklicher Auseinandersetzungen 
hervorzurufen, die dem wertvollen kulturpolitischen Einsatz Furtwänglers 
in der Schweiz nur höchst abträglich sein können. 

Das Generalkonsulat Zürich hat Abschrift dieses Berichts erhalten" 
(Deutsche Gesandtschaft Bern, Köcher, an Auswärtiges Amt Berlin, 20/111/ 
44. Quelle: PAA). 

20. bis 21. März 1944: 

In der Berliner Staatsoper dirigiert Furtwängler das BPhO, u. a. mit 
der 2. Suite zu "Daphnis und Chlo&" von Ravel. Der Reichsrundfunk 
schneidet mit. 

24. März 1944, Krankheit: 

"Die Deutsche Wochenschau hat mit Dr. Furtwängler erneut 
Verbindung aufgenommen. Dr. Furtwängler ist zurzeit krank und bittet, die 
Aufnahmen im Juni in Bayreuth durchführen zu lassen" (RMVP, Leiter F = 
Film an Staatssekretär, Betrifft: Wochenschauaufnahmen von Staatsrat 
Dr. Furtwängler, 24/111/44. Quelle: BA R 55/ 663. Blatt 66). 

Zuletzt hatte Furtwängler am 22. März in Potsdam dirigiert; dann 
ließ er sich von Prof. Dr. Sauerbruch eine Erkrankung attestieren, die ihn 
daran hinderte, das Geburtstagskonzert für Hitler zu übernehmen. 

26. April 1944: 

"(...) Ich habe Kenntnis erhalten von den Einzelheiten des Falles 
Richard Strauss. Für Richard Strauss mich einzusetzen, habe 
ich persönlich gewiss den allerwenigsten Grund. Abgesehen von den 
Erfahrungen, die ich selber im Laufe der Jahre mit ihm gemacht habe, 
kenne ich zu genau seinen rücksichtslos-egozentrischen Charakter. Den 
Rechtfertigungsversuchen, die mir über diesen Fall zugänglich gemacht 
wurden, kann ich ebenfalls nicht allzuviel Gewicht beimessen - wenn ich 
auch andererseits gelegentliche gereizte Äusserungen eines nervösen 
Künstlers nicht allzuschwer nehmen möchte. 

Aber auf eine andere Seite der Angelegenheit möchte ich, sehr 
verehrter Herr Minister, Ihre Aufmerksamkeit lenken. Richard Strauss ist 
für jeden ernsthaften Musiker nicht nur in Deutschland, sondern in der 
ganzen musikalischen Welt (also auch in Frankreich, England, Amerika, 
Japan usw.) heute der grösste lebende Komponist. Er ist dies so unbedingt 
und ohne jeden Zweifel, (weit mehr als Strawinsky) dass darüber kaum 
ein Wort verloren zu werden braucht. Ich selber stehe seiner Kunst 
unterschiedlich und zum Teil sehr distanziert gegenüber, was mich aber 
nicht hindert, diese allgemeine Wertung rückhaltlos anzuerkennen. Wenn 
es nun bekannt wird, dass tatsächlich infolge von Differenzen - welcher 
Art immer - Strauss in seinem Heimatland Deutschland, das sich mit Recht 
das Land der Musik nennt, boykottiert wird, wenn Strauss-Opern von 
Theatern abgesetzt werden und zu seinem 80. Geburtstag in Deutschland 
keine Feier stattfinden und er bei dieser Gelegenheit offiziell nicht 
begrüsst werden darf, so wird er dadurch in den Augen der ganzen Welt zu 
einer Art >Märtyrer< gemacht. Ich möchte glauben, dass dies nicht im 


e 1973 





Interesse der Regierung sein kann. Zumal in Feindesland wird man das 
Ganze sicher aufbauschen und vielleicht sogar in wenig angenehmer Weise 
ins Lächerliche ziehen. (...)" (Furtwängler an Dr. Goebbels 26/1V/44. 
Quelle: BAR 55/ 20574. Blatt 275-276). 

Wieder schlägt Furtwängler sein Märtyrer-Thema an und zeichnet - 
wie fast immer bei Hilfefällen - mit "Heil Hitler", 

19. Mai 1944; Krakau: 

"(...) Von Kolbenheyer ist (...) eine Absage gekommen. Gegen die 
Hinzuziehung des polnischen Symphonieorchesters äusserte der RL starke 
Bedenken. Auch wenn Furtwängler dieses Orchester dirigiere, sei dies 
nicht tragbar. RL schlug die Berliner Symphoniker unter Furtwängler vor 
(...)" (Stichwort-Protokoll der Besprechung von Pg. Hans Hagemeyer mit 
Reichsleiter Rosenberg am 19/V/44. Quelle: BA NS 8/ 132 und Akten der 
Partei-Kanzlei der NSDAP. Regesten. Mikrofiche 126 00175). 

RL = Reichsleiter. Rosenberg plante für Juni 1944 in Krakau einen 
Internationalen antijüdischen Kongreß, zu dessen musikalischer 
Umrahmung Furtwängler beitragen sollte. Hans Hagemeyer war im ARR 
Leiter des Hauptamts Überstaatliche Mächte. Wegen der Invasion der 
Alliierten sagte Hitler den Kongreß schließlich ab. 

Berliner Symphoniker = BPhO. 

21. Mai 1944, Kein Bunker: 

"(„..) Zunächst möchte ich Ihnen, mein Führer, meinen 
allerherzlichsten Dank zum Ausdruck bringen für diesen Beweis einer so 
großen Anteilnahme an meiner Person und Sicherheit, zumal in einer Zeit, 
in der eine wahrhaft ungeheure Arbeit und Verantwortung auf Ihren 
Schultern ruht. 

(...) Auch möchte ich etwas rein Persönliches in diesem 
Zusammenhang nicht verschweigen: Selbstverständlich bin ich sehr 
dankbar, wenn ich während eines feindlichen Fliegerangriffs in einer 
gefährdeten Stadt - etwa in Berlin - einen bombensicheren Unterstand 
benutzen kann. In einem Augenblick aber, wo jeder Deutsche die Pflicht 
hat, seinen Anteil am Kriege zu tragen und auch ich mich dem weder 
entziehen kann noch will, scheint mir ein so großes Bauunternehmen 
allein für mich und meine Familie doch wohl sehr anspruchsvoll, zumal 
angesichts des geringen Gefahrenmomentes hier auf dem Lande" 
(Furtwängler an Hitler, 21/V/44. Quelle: BAR 3/1578. Blatt 242-243). 

Der Dirigent lebte derzeit in Achleithen an der Krems Post Rohr, Gau 
Oberdonau. Hitler hatte angeordnet, ihm einen Luftschutzbunker zu 
bauen. Jedoch verstärkte statt dessen dann eine Berliner Baufirma den 
Keller von Furtwänglers Haus in Potsdam, Viktoriastr. 36, für 550, 52 RM, 
zahlbar aus dem LS-Führerprogramm, Sonderaktion Luftschutzraumbau. 
30. Mai 1944: 

"C...) In der Anlage übermittle ich Ihnen Fotokopie eines Schreibens 
vom 21. 5. des Herrn Generalmusikdirektors Dr. Wilhelm Furtwängler. Der 
Führer hat, wie ich Ihnen auftragsgemäss mitteile, entschieden, der Keller 
des Hauses Achleithen, das zurzeit von Dr. Furtwängler bewohnt wird, 
solle soweit wie irgend möglich gesichert und verstärkt werden. 

Der Führer bittet Sie, die entsprechenden Weisungen zu geben (...)" 


F 1974 





(Der Sekretär des Führers Reichsleiter Martin Bormann an Reichsminister 
Speer, 30/V/44. Quelle: BAR 3/ 1573. Blatt 86). 

Der Dirigent machte darauf aufmerksam, daß Achleithen gar nicht 
im luftgefährdeten Gebiet liege. 

Mai 1944, Erinnerung: 

"(...) Seine große Liebe gilt unseren Musikern. Und unter ihnen 
wieder genießt Wilhelm Furtwängler seine besondere Zuneigung und 
Verehrung. Er empfing ihn kürzlich zu einem längeren Besuch und 
berichtet voller Begeisterung davon. >Ein Künstler wie Furtwängler<, sagt 
er, >nötigt mir größte Bewunderung ab. Das ist eine Persönlichkeit aus 
einem Guß. Er ist nie Nationalsozialist gewesen. Hat auch nie ein Hehl 
daraus gemacht. Was für Juden und Emigranten Grund genug war, ihn für 
ihresgleichen und den Mittelpunkt einer sogenannten "inneren Emigration' 
zu halten. Wie haushoch er über diesem Gesindel steht, hat Furtwängler, 
dessen Einstellung sich uns gegenüber noch in keiner Weise geändert hat, 
durch seine Haltung während der Bombenangriffe auf Berlin gezeigt. Er ist 
nicht nur nicht ausgerissen wie viele andere sogenannte Künstler, sondern 
er hat in diesen schweren Wochen und Monaten seine ganze Kunst in den 
Dienst der Berliner Bombenopfer und Rüstungsarbeiter gestellt. Der 
Führer wollte ihm, einmal aus Dank für diese anständige Haltung, dann 
aber auch in echter Sorge um das Leben dieses unersetzlichen Künstlers, 
hier in Berlin einen kleinen Bunker zu seinem persönlichen Gebrauch 
bauen lassen. Furtwängler lehnte dankend ab und bat, den ihm 
zugedachten Bunker lieber in irgendeinem Arbeiterviertel für die 
bombenbedrohte Bevölkerung bauen zu lassen<." (Wilfried von Oven: 
Finale Furioso. Mit Goebbels bis zum Ende. Tübingen, 1974. S. 267-268). 

Tatsächlich hat Furtwängler in der Saison 1943/44 in Berlin 
überhaupt nur sieben Konzerte gegeben; 1944/45 waren es lediglich fünf, 
darunter gerade zwei für Rüstungsarbeiter. 

13. Juni 1944: 

"Es erforderte beinahe Taschenspielertricks, um die derzeitige 
Anschrift von Furtwängler zu erfahren. Er hat sich für einige Zeit von der 
Welt zurückgezogen. Es wird ausserordentlich schwierig sein, ihn zur 
Übernahme eines Konzertes zu bewegen. Falls für Ihren Kongress das 
örtliche Orchester nicht ausreichen sollte, empfehle ich rechtzeitige 
Verhandlungen mit den Wiener Philharmonikern, die bestimmt verfügbar 
sein werden, wenn die Verhandlungen nicht zu kurzfristig geführt werden. 

Da ich Furtwängler unmöglich einen Termin vorschlagen kann, der 
noch nicht unbedingt feststeht, halte ich es für das Richtigste, dass Sie 
ihm in Ihrer amtlichen Eigenschaft schreiben, sobald die Durchführung der 
geplanten Veranstaltung festliegt. (...)" (ARR, Amt Musik, Dr. Gerigk, an 
Dienstleiter Pg. Hagemeyer, 13/V1/44. Fehler im Original. Quelle: ACDJC, 
Document CXLV-643). 

21. Juni 1944: 

"(...) Dr. Schönicke gibt MD Fritzsche die Äusserung Furtwänglers z. 
Kts., nach der er sich bezügl. seiner Honorarwünsche direkt mit Herrn MD 
Fritzsche in Verbindung setzen würde. Herr MD Fritzsche bittet, Herrn 
Furtwängler möglichst frühzeitig auf Baden-Baden hinzuweisen. Herr Dr. 


F 1975 





von Westermann verweist darauf, dass wieder viele Schwierigkeiten 
rundfunkmässig, vertraglich usw. sich ergeben. Furtwängler hofft, dass er 
den Herrn Minister sprechen wird. (...)" (Protokoll der Programmsitzung 
am 21/VI/44. Quelle: BAR 55/ 556. Blatt 4). 

23. August 1944, Luzern: 

"Grausamer konnte die Pseudo-Internationalität, in die sich die 
>Internationalen Musikalischen Festwochen Luzern< allmählich 
hineinmanövriert haben, wohl kaum entlarvt werden, als es diesmal 
geschah, und trauriger ist das zur Verteidigung ihrer Dispositionen immer 
wieder herbeigezogene Wort, daß Politik nichts mit Kunst zu tun habe, 
wohl noch nie ad absurdum geführt worden. 

In diesem Zeichen hat man gegen mancherlei Rat, so wie im letzten 
Jahre Schuricht, diesmal, und zwar um seine Prominenz den andern 
gegenüber besonders deutlich zu betonen, gleich zweimal und ohne jeden 
Solisten, Furtwängler geholt. Daneben waren aus dem Ausland der 
Franzose Paray und unser Schweizer Landsmann Honegger angekündigt. 
Und was ist geschehen: Dank dem Reich, das die von uns gerade um der 
Internationalität der Kunst willen bei wahrhaft internationalen Festspielen 
immer abgelehnten Sendboten offiziell repräsentieren, dank der 
politischen Entscheidung des Staats, dessen Ehrentitel >Staatsrat< 
Furtwängler trägt und erträgt - nebst den dazu gehörigen 10, 000 
Reichsmark jährlichen Ehrensolds -, wird die Einreise des Schweizers 
Honegger in sein Vaterland und zu diesen Festwochen unterbunden. Daß 
der Franzose Paray nicht kommen wird, dürfte ja wohl jedem, der seit 
Jahren auf Casals und Cahuzac vergeblich gewartet hat, längst klar sein. 

Wie also kommen wir, Verfechter echter Internationalität im Reiche 
der Kunst, dazu, immer weiter und immer wieder auf all die politischen 
>Belange< einer Nationalität Rücksicht zu nehmen, die es einem 
Furtwängler nie erlauben würde, Mendelssohn zu spielen, noch mit einem 
nichtarischen Solisten zu konzertieren. Diese Künstler aus dem Dritten 
Reich wußten schließlich seit langem, auch wenn sie es nicht wissen 
wollten, daß der Staat, dessen Ehrentitel sie tragen, Mütter und Kinder in 
Gaskammern auf die grausigste Weise vom Leben zum Tode bringt, nur 
weil sie einer anderen Rasse, als der des >Herrenvolks< angehören, und 
wir sollten uns endlich weigern, Kunst von ihnen anzunehmen, in deren 
>totalem< Staat alles, aber auch alles mit Politik zu tun hat, bei denen 
keine künstlerische Äußerung ohne politischen Sinn sein kann und darf, 
bei denen man, wenn man ein Kammermusikkonzert beginnt, mit dem 
Horst-Wessel-Lied anfangen muß. Von ihnen wollen wir Beethoven, den 
Repräsentanten eines freien Menschentums, nicht gedeutet haben, aus 
ihrem Mund den Ruf >Seid umschlungen, Millionen< nicht hören. (...)" (O0. 
M. = Otto Maag: Internationale Musikalische Festwochen Luzern. 1. 
Symphoniekonzert mit Furtwängler. "National-Zeitung", Abendblatt Nr. 
392, Basel, 23/VI11/44). 

Mit diesem Artikel entfesselte Maag (1885-1960) die Boykotthetze 
gegen Furtwängler, nicht gegen den NS-Staat. Die schweizerischen Leser 
konnten die Unwahrheiten des Journalisten, eines Mannheimer Ex- 
Pfarrers, nicht durchschauen. Sie wußten nicht, daß "Staatsrat" kein 


e 1976 





Ehrentitel, sondern inhaltsleere Funktionsbezeichnung war und wegen der 
vielen Abzüge von jenen 10.000 RM - kein "Ehrensold" - nur wenig blieb. 
Er verschwieg, daß nicht Furtwängler die Ausreisegenehmigung der NS- 
Besatzungsbehörden für Honegger und Paray in die Schweiz zu bewilligen 
hatte. Der sorgfältig kaschierte NS-Völkermord war gerade eben - gegen 
den Widerstand Berns, also mit Gerichtsverfahren gegen die Presse - 
bekanntgeworden, nicht jedoch im Reich. Hier mußte kein Kammerkonzert 
mit dem Horst-Wessel-Lied begonnen werden; zwischenstaatlichen 
Festkonzerten gingen die Hymnen der beteiligten Nationen vorauf wie 
auch anderswo üblich. 

7. September 1944: 

Das BPhO, Dgt. Furtwängler, spielt die 9. Sinfonie D-moll von 
Bruckner, Originalfassung, auf Schallplatten ein. 

8. September 1944, Verdacht: 

"(...) Geheim. 

Es besteht Vermutung, dass Staatsrat Furtwängler Aufenthalt 
Schweiz ausdehnen will, da er unter anderem Nachsendung Diatköchin 
und Manuskripte erbittet. Furtwängler hatte Sichtvermerk bis 10. 
September Verlängerung bis 1. Oktober ist unter Bedingung gegeben 
worden, dass er vor Schweizer Studenten Vortrag hält. Bitte an 
Rückkehrtermin 1. Oktober festhalten, zumal Furtwängler Anfang Oktober 
zu Schallplattenaufnahmen in Berlin erwartet wird 

Auch Sorge tragen, dass er über 1. Oktober hinaus keine neuen 
Verpflichtungen dort eingeht. Zürich unterrichten" (Auswärtiges Amt 
Berlin, Six, an Deutsche Gesandtschaft, Bern, 8/1X/44, telegrafisch. 
Quelle: PAA, Bestand Gesandtschaft Bern). 

9. September 1944: 

"in der grossen Leonoren-Ouvertüre jedoch kam es 
zu einem ungeheuren Kräfteverschleiss und betäubenden 
Entladungen. Beethovens symphonisches Drama wurde durchaus ins 
Aktuelle projiziert; in Pulverdampf und Schlachtgebraus 
erstarb der letzte Gedanke an das, was diese 
Tondichtung einstmals bedeutet hatte, 
namlich die Introduktion zu einer auf rein ethischen 
Erwägungen beruhenden >Rettungsoper<. Auf- und abwogend 
ergoss sich schliesslich der feurige Strom der >Eroica< durchs Haus, und 
der Hochmeister der Pultstrategie, vom furor teutonicus 
gepackt, wusste auch diese pi&ce de r&sistance nach den neuesten 
Rüstungsmethoden zu wappnen und zu motorisieren. 
Solcher Wucht und Forschheit der Darstellung war man widerstandslos 
ausgeliefert, und so erfocht denn Furtwängler auf der Luzerner Walstatt 
mit der >Eroica< den deutsch- 
beethovenschen Endsieg" (Maag in der "Nationalzeitung", Basel, 9/ 
IX/44, so zitiert in "Die Nation", Bern, 27/1X/44). 

"Die Nation" gab Maags Erguß, ohne seinen Namen zu nennen, in 
kritischer Absicht wieder. 

Die abstruse Haßtirade schlägt deutlich das Sündenbockmotiv an. 


F 1977 





9. Oktober 1944: 

"(...) In einer Unterredung mit Leiter Kult hat Furtwängler den 
Wunsch geäussert, dass die 6 Berliner und 5 Wiener Philharmonischen 
Konzerte ähnlich der Reihe >Unsterbliche Musik< über alle deutschen 
Sender übertragen werden. Nach Aussage Furtwänglers liegt eine 
diesbezügliche Zusage des Ministers vor. Diesen Übertragungen sei eine 
bestimmte festzusetzende Zeit, etwa Freitag Abend, zuzubilligen. 

Bezüglich der Konzerte der Wiener Philharmoniker wünscht 
Furtwängler, dass alle traditionellen, also grundsätzlich genehmigten 
Konzerte, nach seinen Direktiven durchgeführt werden. Ausser ihm, der 
fünfmal dirigiert, sollen die übrigen Abende von Knappertsbusch, Böhm 
und Krauss dirigiert werden. 

Nur im Rahmen dieser traditionellen Veranstaltungen darf von dem 
>Wiener Philharmonischen Orchester< gesprochen werden, während alle 
übrigen Einsätze unter dem Namen >Orchester der Wiener Staatsoper< 
laufen müssen. Eine fernmündliche Absprache mit dem RPA Wien, Pg. 
Ernst, erfolgte bereits am 7. 10. 1944" (RMVP, Kult/M, H. W. Sachse, an 
Leiter Rundfunk, 9/X/44. Quelle: BAR 55/ 558. Blatt 29). 

11. Oktober 1944: 

"(...) Herr Dr. v. Westermann teilt mit, dass Herr Furtwängler auf 
Einladung des Herrn Reichsintendanten sich z. Zt. in St. Florian befindet, 
um sich selbst ein Urteil von dem Orchester zu bilden. Nach seiner 
Rückkehr sollen die Aufnahmen des Orchesters dann abgehört werden. 
(Voraussichtlich in der nächsten Woche!) (...)" (Protokoll der 
Programmsitzung im Haus des Rundfunks, 11/X/44. Quelle: BAR 55/ 
556. Blatt 76). 

Es ging um das neugeschaffene Reichs-Bruckner-Orchester. 

18. Oktober 1944: 

"(...) Sonder-Sendereihe Furtwängler. 

Der Herr Minister hat entschieden, dass die Aufnahmen von den 
Konzerten unter allen Umständen gemacht werden sollen. F. hat aber 
keinen Anspruch darauf, dass diese Aufnahmen in einer gesonderten 
laufenden Sendereihe gebracht werden. Sie können gebracht werden in 
der Sendereihe >Unsterbliche Musik< und den Freitagsterminen der 
Gruppe K. Herr MD Fritzsche wird Herrn Furtwängler von dieser 
Entscheidung schriftl. Kenntnis geben. (...)" (Protokoll der 
Programmsitzung im Haus des Rundfunks, 18/X/44. Quelle: BAR 55/ 556, 
Blatt 80). 

21. Oktober 1944: 

Furtwängler leitet in Potsdam ein Konzert des BPhO und bietet u. a. 
das Divertimento von Gerhart von Westerman (UA). 
22. Oktober 1944: 

Das BPhO, Dgt. Furtwängler, bietet ein Nachmittagskonzert für 
Rüstungsarbeiter in der Staatsoper mit Werken von Westerman, Mozart 
und Brahms. 

22. und 23. Oktober 1944: 

Furtwängler leitet das erste Philharmonische Konzert der Saison 

1944/45 - wegen Zerstörung der Philharmonie in der Staatsoper. Die 


e 1978 





beiden nächsten Philharmonischen Konzerte am 5. und 6. November und 
19. und 20. November übernehmen Karl Elmendorff und Clemens Krauss 
a.G. 

Hans Sachs wies den Weg. Gedanken über Kunst und Volk ("MNN" Nr. 
291, 24/X/44). 

Zitat: 

"(...) Die wirklichen, die >geborenen< Künstler - innerhalb der 
Wagnerschen Meistersinger sind das nur Walther von Stolzing und Hans 
Sachs selber - stehen der Meistersingerorganisation mehr oder weniger 
fern. Dennoch erscheint sie auf den ersten Blick durchaus 
anerkennenswert, wenn nicht gar imposant. Trotzdem: den beiden 
Belastungsproben, denen sie unterworfen wird, zeigt sie sich nicht 
gewachsen: Die Meister lehnen Sachsens Vorschlag, sich dem Urteil des 
Volkes anheimzugeben, ab, und sie lehnen Walther von Stolzing, der im 
Sinne Wagners das geborene Kunstgenie darstellt, ebenfalls ab. 
Organisation auf dem Gebiete der Kunst ist eben etwas anderes als auf 
vielen anderen Gebieten. 

In Walther von Stolzing hat Wagner ein ewig-hinreißendes Bild des 
künstlerischen Naturgenies aufgestellt. Alle wahrhaft Großen, von denen 
die Musikgeschichte weiß, sind solche Naturgenies gewesen. Daß dieses 
Genie vom Durchschnitt der Künstlerschaft schon aus reiner 
Selbsterhaltung oftmals verfolgt wird, ist geschichtlich immer wieder 
bezeugt. Kommt dazu noch eine Organisation, die die nötige Macht besitzt 
- das zeigen die Meistersinger unmißverständlich -, so wird dem Genie 
geradezu die Möglichkeit zu existieren geraubt. Man sagt wohl, das wahre 
Genie setze sich immer und überall durch. Jawohl, in Zeiten, wo es nicht 
von dem Wohlwollen rivalisierender >Kollegen< abhängig ist, wo seine 
Stimme unmittelbar dahin gelangen kann, wohin sie gerichtet ist: an die 
Allgemeinheit, an das Volk. Denn Genie und Volk - und nun wird der 
tiefere Sinn von Sachsens Appell an die Meister erst ganz klar - sind zwei 
Komponenten, die zusammengehören. Sie sind aufeinander angewiesen. 
Naturgenie und Volk in ihrer lebendigen Wechselwirkung bilden erst die 
ganze Wirklichkeit der Kunst. 

(...) Freilich: Daß auch eine Organisation, obwohl sie in diesem Fall 
durchaus als Vertretung des mittelmäßigen, des Durchschnittskünstlers 
erscheint, doch ihre Bedeutung und Funktion innerhalb der Geschichte der 
Kunst hat, weiß Wagner-Sachs, der Verstehende, Überschauende, sehr 
wohl. Ist es seine unaufhörliche Sorge, Walther Stolzing und das Volk - 
gegen die Meister und damit gegen das Mittelmaß - zusammenzubringen, 
so ruft er doch jenem zum Schluß sein >Verachtet mir die Meister nicht< 
entgegen. Nicht nur, daß nicht alle, die an einer Organisation teilnehmen, 
notwendig mittelmäßig sein müssen - das wäre ein arger Trugschluß -, 
auch die deutsche Kunst ist ohne Meister, ist ohne >Mittelmäßigkeit<, wie 
die Meistersinger zeigen, nicht denkbar. Die Meister sind es gewesen, die 
schließlich die Tradition der Kunst durch die Zeit hindurch hochgehalten 
haben. Auf sie fällt damit ein Abglanz der großen Genies, der wahren 
Meister der Vergangenheit. Und so mag auch das Genie von heute nicht 
vergessen, was es den >Meistern< schuldig ist. Auch der Größte kann auf 


e 1979 





unbebautem Boden nicht säen, nicht ernten, nicht wirken. So gesehen, 
haben auch auf dem Boden der Kunst Organisationen ihren Sinn und ihre 
Notwendigkeit. Dennoch: die Ehrenrettung der Meister geschieht erst Am 
Schluß des Werkes, nachdem das eigentliche Drama bereits vorbei ist. 
Dieses Drama - von unserem Blickpunkt aus das Zueinanderkommen von 
Genie und Volk - wäre ohne Sachsens Dazwischentreten zur Tragödie 
geworden. Machen wir uns das klar. Die Wirklichkeit der >Meistersinger< - 
das Werk eines wahrhaften Dichters - ist die Wirklichkeit schlechthin. 
Tragödie des Volkes, das nicht zu seinen Genies, der Genies, die nicht zu 
ihrem Volke kommen und deshalb nicht das werden, was sie sind, 
wiederholen sich immer von neuem. Seien wir eingedenk, daß es immer 
der mahnenden Stimme eines Hans Sachs bedarf, um sie zu verhindern". 

In dieser deutlichen, kaum verschlüsselten Darstellung der eigenen 
Situation zwischen Macht und Kunst schwingt ein kritischer Unterton mit; 
wie schon früher rügt Furtwängler Organisierung der Kunst und 
Machtstreben des Durchschnitts. 

29. Oktober 1944, Brief an den Minister: 

"Betrifft: Brief Furtwänglers vom 29. Oktober 1944. 

(...) Furtwängler beklagt in seinem Brief das Fehlen einer eigenen 
Sendereihe für ihn, und er lehnt am Schluß die Aufnahmen seiner 
Konzerte mit der Begründung eines ungeeigneten Aufnahmeraumes ab. 

Furtwängler erweckt den Anschein als ob er fünf Jahre lang eine 
eigene Reihe von Furtwängler-Sendungen im Rundfunk gehabt hat, die 
einen Welterfolg gebracht hätten, und die ihm nun weggenommen worden 
sei durch die zu gleicher Zeit eingerichtete Reihe >Unsterbliche Musik 
deutscher Meister<. 

(...) Das Geltungsbedürfnis des Herrn Furtwängler ist offenbar nur 
verletzt dadurch, dass die Reihe früher den Namen der Philharmonie trug, 
der mit seinem Namen eng verbunden war, während es sich heute um den 
Namen grosser Meister deutscher Musik handelt. 

(...) Herr Furtwängler scheint es darauf anzulegen, dem Rundfunk 
Schwierigkeiten zu machen. So hat er kürzlich unter nichtigen Vorwänden 
Aufnahmen in Wien nicht durchgeführt. Er hat darüber hinaus, die in 
Berlin im Beethovensaal angefangenen Aufnahmen für die 3. Sinfonie von 
Brahms abgebrochen mit der Begründung, die auch in seinem Brief wieder 
auftauchte, dass der Beethovensaal zu klein sei - während er kurz vorher 
die noch viel anspruchsvollere 9. Bruckner-Sinfonie in demselben Saal 
dirigiert hatte, wo er allerdings die letzten 15 Minuten nicht vollendete. 

Herr Furtwängler behandelt die Mitarbeiter des Rundfunks bis herauf 
zum Chef vom Dienst en kanaille. Er macht Herrn von Westermann, 
seinem früheren langjährigen Direktor, unserem jetzigen Leiter der Gruppe 
schwere Musik, den Vorwurf der Fahnenflucht, nur weil er sich den 
uferlosen Wünschen Furtwänglers nicht fügt. (...)" (Leiter Rundfunk, MD 
Fritzsche, an Staatssekretär, 2/X1/44. Quelle: BAR 55/ 558. Blatt 30). 

Im Auftrag des Ministers beantwortete Ministerialdirektor Fritzsche 
am 7/XI/44 das Schreiben Furtwänglers an Dr. Goebbels. 

30. November 1944, Volkssturm: 
"Betr.: Volksturmpflicht der abgeschirmten Künstler. 


e 1980 





Das Verlangen Prof. Raabes, die abgeschirmten Künstler auch von 
der Volksturmpflicht zu befreien, geht an den Erfordernissen der 
augenblicklichen Lage vorbei. Im übrigen hat der Herr Minister bereits im 
Fall Furtwängler entschieden, dass es keine Ausnahme von der 
Volkssturmpflicht gibt, so dass auch Furtwängler, der sogar auf der 
unsterblichen Liste steht, dazu heranzuziehen ist. 

Dass durch den Volkssturmdienst eine gewisse Beeinträchtigung des 
manuellen technischen Könnens der Spitzenkünstler - und zwar der 
Instrumentalisten - hervorgerufen werden kann, ist nicht von der Hand zu 
weisen. Immerhin ist der Dienst beim Volkssturm nicht so umfangreich, 
dass ernste Schädigungen zu befürchten sind. Wenn andere 
ausgezeichnete Künstler im Rahmen der Totalisierung des Krieges zur 
Wehrmacht einberufen sind oder im schweren Rüstungseinsatz stehen und 
dadurch ohne Zweifel eine erhebliche Schädigung ihres künstlerischen 
Könnens in Kauf nehmen müssen, so dürfte es nicht zuviel verlangt sein, 
wenn die abgeschirmten Künstler wenigstens ihrer Volkssturmpflicht 
genügen. Eine andere Entscheidung müsste auf die nicht abgeschirmten 
Künstler stimmungsmäßig unbedingt sehr ungünstig wirken. (...)" (RMVP, 
Abt. Kultur, Dr. Lang, an den Herrn Staatssekretär, 30/X1/44. Quelle: BAR 
55/ 20616. Blatt 81). 

6. Dezember 1944: 

"(...) Herr Dr. von Westerman macht den Vorschlag, Furtwängler 
besonders herauszustellen etwa bei der fünfzigsten Sendung 
>Unsterbliche Musik...< (Mitte Januar), zum Heldengedenktag im März 
und zum Führergeburtstag. Herr MD Fritzsche wünscht aber keine 
willkürlichen Termine! (...)" (Protokoll zur Programmsitzung, 6/X11/44, 
Leitung Ministerialdirektor Fritzsche. Quelle: BAR 55/ 556. Blatt 114). 

7. Dezember 1944: 

(1) 

Der inzwischen als "Sonderführer (Z) 02104" eingesetzte 
Musikkritiker H. H. Stuckenschmidt dankt Furtwängler für eine schon vor 
längerer Zeit gegebene Empfehlung an Reichsprotektor Frick, obwohl er 
diese gar nicht verwendete (Quelle: NL Furtwängler). 

(2) 

Bericht: 

"Das Theater in Genf ist davon unterrichtet worden, daß weder 
Kammersänger Lorenz noch eine der erbetenen Sängerinnen für das 
Gastspiel am 22. und 24. Dezember d. J. zur Verfügung stehen werden. 
Diese Entscheidung ist zwar bedauert worden, es ist aber auch verstanden 
worden, daß gerade in den Weihnachtsfeiertagen die genannten Künstler 
Aufgaben im Reich haben. 

Falls, wie dem Erlaß zu entnehmen ist, eine grundsätzliche 
Entscheidung darüber zu erwarten ist, ob unter den gegenwärtigen 
Verhältnissen deutsche Künstler noch in die Schweiz gesandt werden 
sollen, so möchte ich dazu folgendes bemerken: Von Staatsrat 
Furtwängler abgesehen sind auch in diesem Jahr alle hier gastierenden 
Künstler (Kulenkampff, Schneiderhan, Schuricht, Schlusnus etc.) mit 
großem Beifall aufgenommen worden. Auch die Presse hat sich aller 


F 1981 





feindseligen Bemerkungen aus dem Bereich der politischen Polemik 
enthalten. Das Konzert von Schuricht z. B. ist, wie aus dem Bericht des 
Konsulats Genf hervorgeht, einstimmig als ganz besonders erfolgreich 
bezeichnet worden. Wenn bei Staatsrat Furtwängler der Fall etwas anders 
liegt, so verweise ich hierfür auf die diesbezügliche Berichterstattung der 
Gesandtschaft, aus welcher hervorgeht, daß er sich beim Publikum und 
beim größeren Teil der Presse gegen alle politischen Anfeindungen 
durchgesetzt hat. Ich würde es für eine falsche Reaktion halten, wenn wir 
etwa aus >gekränktem Stolz< Furtwängler nicht mehr in der Schweiz 
gastieren lassen, und wenn darüber hinaus sogar ein grundsätzlicher 
Beschluß gefaßt werden sollte, die Schweiz künstlerisch zu boykottieren. 
Ich wäre dankbar, wenn diesem Standpunkt der Gesandtschaft bei der in 
Aussicht genommenen prinzipiellen Klärung der Frage Gehör verschafft 
werden könnte" (Deutsche Gesandtschaft Bern, Köcher, an Auswärtiges 
Amt Berlin, 7/X11/44. Quelle: PAA, Bestand Deutsche Gesandtschaft Bern). 


10. und 11. Dezember 1944, Motivation: 

"Im Anschluß an das letzte Philharmonische Konzert, das Wilhelm 
Furtwängler Mitte Dezember 1944 in Berlin gab, ließ er mich in das 
Dirigentenzimmer bitten. Mit entwaffnender Weltfremdheit fragte er mich 
geradeheraus, ob wir noch Aussichten hätten, den Krieg zu gewinnen. Als 
ich ihm entgegnete, daß das Ende unmittelbar bevorstehe, nickte 
Furtwängler zustimmend; die Antwort entsprach wohl seinen Erwartungen. 
Ich hielt ihn für gefährdet, da Bormann, Goebbels und auch Himmler 
manche seiner freimütigen Äußerungen sowie sein Eintreten für den 
verfemten Komponisten Hindemith nicht vergessen hatten. Daher riet ich 
Furtwängler, von einer bevorstehenden Schweizer Konzertreise nicht mehr 
zurückzukehren: >Aber was soll aus meinem Orchester werden? Ich bin 
dafür verantwortlich!< Ich versprach, mich in den kommenden Monaten 
um die Musiker zu kümmern" (Albert Speer: Erinnerungen, Frankfurt a. 
M./ Berlin, 1969. S. 466). 

Speer irrte sich im Datum; das letzte Philharmonische Konzert, das 
der Dirigent in Berlin gab, fand erst am 22. und 23. Januar 1945 statt. Zu 
diesem Termin fiel der Minister wegen eines Unfalls in Oberschlesien aus. 
Gemeint ist wohl eher das vorletzte, am 10. und 11. Dezember im 
Admiralspalast, dem am Tag darauf ein Konzert für Rüstungsarbeiter mit 
wenig verändertem Programm folgte. 


11. Dezember 1944: 

Furtwängler hat um 12 Uhr 15 eine Unterredung mit Dr. Goebbels. 
12. Dezember 1944: 

Das BPhO, Dgt. Furtwängler, bietet im Admiralspalast ein Konzert für 
Rüstungsarbeiter mit Werken von Schubert, Brahms und Beethoven. 
13. Dezember 1944: 

"(...) Zum Besuch Staatsrats Furtwängler beim Herrn Minister: Der 
Herr Minister habe sich an den verabredeten Fahrplan gehalten. 
Aufnahmen sämtlicher Konzerte für Archivzwecke, die also nicht ohne 
weiteres zur Sendung frei sind, sondern die er selbst begutachten kann. 


e 1982 





Furtwängler-Konzerte innerhalb der >Unsterblichen Musik...<. (...)" 
(Protokoll der Programmsitzung, 13/X11/44, Leitung: MD Fritzsche. Quelle: 
BAR 55/ 556. Blatt 118). 


1945 
22. und 23. Januar 1945, Letztes Konzert: 

"Die Weite des deutschen Musikraumes brachte Furtwängler in 
einem Konzert mit dem Berliner Philharmonischen Orchester auf die 
denkbar kürzeste Formel, indem er den süddeutschen Meister Mozart dem 
Norddeutschen Brahms gegenüberstellte. So standen die Ouvertüre der 
>Zauberflöte< und die G-moll-Symphonie der ersten in C-moll gegenüber. 
Trotz dieser Gegensätze des Temperaments, der Inhalte wie der Formen 
war die Einheitlichkeit der Vortragsfolge durch die innere Ausrichtung und 
ihren sinnvollen Aufbau gewahrt. Ernst und Würde liegt über Mozarts 
Ouvertüre, bekenntnisreiche Tiefe über seiner Symphonie: 
leidenschaftliches, sieggekröntes Ringen bestimmt den Charakter des 
Brahmsschen Werkes" (L. B. = Lothar Band in: "MNN", 26/1/45). 

Dieses Konzert fand ebenfalls im Admiralspalast statt. Zu dem für 
den 4. und 5. Februar 1945 angesetzten Philharmon. Konzert mit der 
Ouvertüre "Christelflein" und dem Cellokonzert von Pfitzner und Bruckners 
Siebenter kam es nicht mehr. 

Furtwängler hatte seine Berlinauftritte reduziert auf drei Philharmon. 
Konzerte und zwei Konzerte für die Rüstingsindustrie. 

27. bis 29. Januar 1945: 

Im letzten Konzert der Wiener Philharmoniker im Musikvereinssaal 
Wien bietet Furtwängler die D-moll-Sinfonie von Franck und die Zweite 
von Brahms. 

Die Sinfonie von Brahms, Mitschnitt des Rundfunks, ist im DRA 
archiviert (Signatur: 74 U 1393/5), jedoch mit Aufnahmedatum 25/1/45. 
31. Januar 1945: 

"DURCH STURZ AUF DEN HINTERKOPF GEHIRNERSCHUETTTERUNG 
ARZT VERORDNET FUER MEHRERE TAGE STRENGSTE BETTRUHE 
KONZERTE BERLIN LEIDER NICHT DURCHFUEHRBAR VORSCHLAGE STATT 
DESSEN KONZERT NACHZUHOLEN ANFANG APRIL = FURTWAENGLER" 
(Telegramm aus Wien ans BPhO, 30/1/45, 18 Uhr 40, angekommen am 
31/1/45, 6 Uhr. Quelle: Faksimile in Muck: Einhundert Jahre Berliner 
Philharmonisches Orchester, 2. Band. Tutzing, 1982. S. 180). 

Der Sturz nebst Gehirnerschütterung fand nicht statt; Furtwängler 
gab sie vor, um die Rückkehr nach Berlin zu vermeiden. 

2. Februar 1945: 

Auf einer in den sechziger Jahren publizierten Schallplatte von 
Melodija (M 10 46683), Moskau, unter Aufführungsdatum 2. Februar 1945 
und mit der Angabe, daß Furtwängler die Wiener Philharmoniker dirigierte, 
befindet sich das sinfonische Gedicht "Stenka Rasin" von Alexander 
Glasunow. 

Abgesehen von der vorgeblichen Gehirnerschütterung des 
Dirigenten, war die Aufführung russischer Musik wegen des strikten 
Verbots nicht möglich. Die Aufnahme kann bestenfalls mit einem anderen 


e 1983 





Dirigenten nach dem Einrücken der Roten Armee in Wien entstanden sein, 
also nach dem 12. April. 
4. und 5. Februar 1945: 

Das für diesen Tag angesetzte Konzert des BPhO unter Furtwängler 
findet nicht mehr statt. Es hätte von Pfitzner die Ouvertüre "Christelflein" 
und das Cello-Konzert, ferner die Siebente von Bruckner geboten. 

6. Februar 1945: 

"Ich hoffte, Sie beim letzten Konzert in Berlin zu sehen und mit 
Ihnen über die Dinge, die Sie in Ihrem Brief berührten, sprechen zu 
können. Leider sind Sie nicht gekommen und zum nächsten Konzert, das 
in diesen Tagen gewesen wäre konnte ich nicht kommen. Wenn ich aber 
zurück bin, melden Sie sich doch; ich möchte auch sehr gerne Ihre 
Sinfonie kennen lernen, von der mir Westermann erzählt hat. 

Das nächste Konzert ist Anfang März. Freilich, wie mag die Welt bis 
dahin aussehen!! Hoffentlich also auf Wiedersehen!" (Furtwängler an Kurt 
Rasch, aus Dornbirn, 6/11/45, handschriftlich. Durch freundliche 
Vermittlung von Lothar Seehaus). 

Dies war eine von zahlreichen Nachrichten, mit denen Furtwängler 
in den letzten Tagen in Dornbirn eine falsche Spur legte, um die Gestapo 
zu täuschen. Briefe mit fester, zum Teil auf den 28/II terminierter 
Ankündigung der Rückkehr aus der Schweiz gingen außerdem an Karl 
Straube, Irme Schwab, die Haushälterin Helene Matschenz, seine 
Schwester Märit Scheler; auch seinen Aufnahmeleiter Friedrich Schnapp, 
mit dem er Ende Januar noch in Wien zusammen war, bat er wiederholt, 
in Berlin allen auszurichten, er sei zum nächsten Konzert zurück. 

7. Februar 1945: 

Furtwängler reist in die Schweiz ein. 
16. Februar 1945, Ablenkung TI: 

"Betr. Gastspiel Staatsrat Furtwaendgler. 

Mit Draht-Erlass Nr. 38 vom 10. Februar 1945 teilt das Auswaertige 
Amt mit, dass die Moeglichkeit besteht, Herrn Staatsrat Dr. Furtwaengler 
nach Abschluss seiner Schweizer Verpflichtungen für ein Gast-Dirigieren in 
Mailand zu bekommen. 

Die Leitung der Scala ist an einem Besuch Staatsrats Dr. 
Furtwaengler ausserordentlich interessiert. Es besteht die Moeglichkeit, 
zwei Scala-Sonderkonzerte und die Auffuehrung der >Meistersinger< zu 
dirigieren. 

Es darf ergebenst gebeten werden, Herrn Staatsrat Furtwaengler 
davon zu verstaendigen und seine Reise nach hier unter allen Umstaenden 
zu ermoeglichen. Fuer Abholung in Chiasso und gute Unterbringung wird 
Sorge getragen. 

Weiterhin wird um Draht-Nachricht gebeten, wann Staatsrat Dr. 
Furtwaengler eintreffen kann und ob mit einem laengeren Aufenthalt 
gerechnet werden darf, da dann noch Konzerte in Venedig und Turin 
moeglich sind" (Deutsche Botschaft - Dienststelle Mailand des 
Reichsbevollmaechtigten in Italien an Deutsche Gesandtschaft Bern, 16/11/ 
45. Quelle: PAA, Bestand Gesandtschaft Bern). 

Es scheint deutlich, daß sich gewisse Diplomaten bemühten, den 


e 1984 





Dirigenten so lange wie möglich vom gefährlichen Berlin fernzuhalten. 

Diese Unternehmung ging aus von Dr. Alfred Domes, Deutsche 
Botschaft, Dienststelle Mailand des Reichsbevollmächtigten in Italien, der 
Furtwängler von Berlin und Dänemark her kannte. 

21. Februar 1945: 

"(...) Der Reg. Rat des Kantons Zürich hat Herrn Staatsrat 
Furtwängler verboten, die beiden für den 20. u. 25. 2. vorgesehenen 
Konzerte in der Schweiz zu dirigieren" (Protokoll der Programmsitzung, 
21/11/45, unter Leitung von MD Fritzsche. Quelle: BA R 55/ 556. Blatt 
155). 

22. Februar 1945: 

(1) 

Kommentar TI: 

"(...) Furtwängler hat die unsterblichen Werke der großen deutschen 
Meister allein durch sein Auftreten an Dutzenden von Konzerten und 
Veranstaltungen der nationalsozialistischen Propaganda dienstbar 
gemacht. Er hat sich jahrelang dazu mißbrauchen lassen, daß nach außen 
die Schreie der Opfer in den Konzentrationslagern mit feierlicher Musik 
übertönt wurden; durch sein Wirken sollten im Ausland die grausamen 
Verbrechen an unzähligen Menschen nicht gehört und nicht für möglich 
gehalten werden. (...)" (Vom Fall Furtwängler zum Fall J] aeckle. 
"Volksrecht" Nr. 45, 22/11/45). 

Mit Absicht verschwieg die Zeitung den Lesern, daß die NS-Greuel 
längst Nachricht waren, also durch nichts und erst recht durch Musik nicht 
kaschiert werden konnten. 

(2) 

Kommentar II: 

"(...) In politischer Hinsicht ist an der Angelegenheit bemerkenswert, 
daß sich die Sozialdemokratische Partei und sogar die Gewerkschaften 
unter der Führung des Exkommunisten Schütz dazu hergegeben haben, 
durch ihre Drohung, auf die Straße zu steigen, von den Behörden ein 
Verbot gegen Furtwängler zu erwirken. Man erfuhr im Gemeinderat zum 
erstenmal, daß diese Organisationen um die Bewilligung einer 
Demonstrationsversammlung >in der Nähe der Tonhalle< und im 
Zeitpunkt des Konzertes nachgesucht hatten. Die Polizei sah sich damit 
vor die Frage gestellt, ob sie die ungestörte Durchführung des Konzertes 
gewährleisten könne, und der Stadtrat mußte sich darüber schlüssig 
werden, ob er eine Bewilligung aussprechen wolle. Ganz offenkundig ist es 
nun, daß der Stadtrat nicht den Mut hatte, diese 
Demonstrationsversammlung zu verbieten oder wenigstens in ein 
geschlossenes Lokal und in einen andern Stadtteil zu verweisen. Dagegen 
gelang es ihm, vom Regierungsrat das ominöse Verbot zu erwirken" 
(Leitartikel: Politische Dissonanzen um ein Konzert. "Neue Zürcher 
Zeitung", Abendausgabe Nr. 320, 22/11/45). 


24. Februar 1945, Kommentar III: 
"(...) Sie spielten und spielen sogar Mozart, sie spielen Beethoven, 
sie spielen Schubert, sie spielen Brahms. Was haben Mozart und 


e 1985 





Beethoven, was haben Schubert und Brahms mit Politik, was haben sie vor 
allem mit nationalsozialistischer Politik und was hat diese mit der 
Interpretation durch berühmte Dirigenten, wie einen Furtwängler zu tun? 
So fragen treuherzig jene Schweizer, die nichts gelernt und alles 
vergessen haben, und sie entdecken - nichts! 

Sie sehen nicht den Rauch der Krematorien von Maidanek und 
Struthof hinter den erhobenen Armen der Dirigenten aufsteigen, der 
Zauber Mozart'scher Weisen erfüllt ihre Ohren, sodaß sie nicht die 
Millionen und Abermillionen unschuldiger Opfer in unschuldig verheerten 
Ländern zum Himmel schreien hören. Sie sind im Banne einer ewigen 
Kultur, über der sie den Jammer der heutigen Unkultur vergessen. Sie 
lassen sich berücken und einlullen, und am Ende braust die Sturmflut ihrer 
Ovationen für Mozart und Furtwängler zum Dirigentenpult empor. Das ist 
Kunst, das ist keine Politik... 

Das ist die Kunst der Politik des Nationalsozialismus! Was Goebbels 
und alle seine Mächtigen des Wortes mit Reden und Druckerschwärze nicht 
erreicht haben, weil Worte den Widerspruch wenigstens der nüchtern 
gebliebenen oder wieder nüchtern gewordenen Schweizer provozieren, 
erreicht Musik, wo die Macht des Wortes zu Ende ist. Musik, herrliche, von 
Furtwängler interpetierte Musik aus dem Reich des Nationalsozialismus, im 
Dienste des Nationalsozialismus, mit entsichertem Revolver mißbrauchte 
Kultur, damit die Krematorien im Hintergrund umso ungenierter ihre Opfer 
verschlingen, damit hinter dem Nimbus von Furtwänglers Namen umso 
sicherer geschehen kann, was das zur Freiheit erwachende Europa mit 
täglich wachsendem Entsetzen als das wahre, das für die Weltgeschichte 
endgültig entscheidende Werk des Nationalsozialismus konstatiert. 

(...) Furtwängler ist Staatsrat und daher in einem besonders engen, 
einem vollends im totalen Staate verpflichtenden Verhältnis zum 
nationalsozialistischen Reich. Furtwängler hat Beethovens >Eroica< an 
jenem Nürnberger Parteitag dirigiert, der die Rassengesetze erlassen hat 
(...)" (-r: "Wenn ich das Wort Kultur höre, entsichere ich meinen 
Revolver". "National-Zeitung", Morgenblatt Nr. 92, Basel, 24/11/45). 

Der Journalist täuschte seine Leser u. a. über die Bedeutung des 
Titels "Staatsrat" und belog sie sogar in einer einfach nachprüfbaren 
Frage; weder hat Furtwängler auf jenem Parteitag 1935 dirigiert - seine 
>Meistersinger<-Aufführung fand vor dem Parteitag statt - noch erklang 
diese Beethoven-Sinfonie überhaupt zu diesem Anlaß. 

Ein objektiver Beweis, daß das Anhören eines Furtwänglerkonzerts 
irgendwen zum NS bekehrt habe, steht nach wie vor aus. 

27. Februar 1945: 

Die Dt. Gesandtschaft in Bern teilt der Dienststelle des 
Reichsbevollmächtigten in Italien in Mailand mit, Furtwängler sei 
grundsätzlich zu einem Gastspiel mit "Die Meistersinger" in der Scala 
bereit, könne aber erst nach Konzertterminen in Berlin und Wien ab 1. 
April kommen. 

So ging die Mär von seiner sicheren Rückkehr ins Reich auch noch 
durch den diplomatischen Kanal. 


e 1986 





6. März 1945: 

(1) 

In Schreiben ans Generalkonsulat in Zürich und die Dt. 
Gesandtschaft in Bern dementiert Furtwängler eine Meldung der Zeitung 
"Volksrecht", er habe um Asyl in der Schweiz nachgesucht. 

Die Meldung war ungefähr korrekt, doch ging es darum, Berlin in die 
Irre zu führen; schließlich lag die Schweiz im Operationsbereich des SD. 

(2) 

Protest: 

"Die unterzeichneten Schweizer Musiker nehmen mit dem 
nachfolgenden Manifest zum >Fall Furtwängler< Stellung: 

Wir sind über die beschämende Tatsache, daß in unserem Lande die 
Freiheit des Geistes mißachtet und die Kunst zu Machtkämpfen politischer 
Parteien mißbraucht wird, aufs tiefste betroffen. Die Auswirkungen des 
>Falles Furtwängler< sind nicht abzusehen und erfüllen uns mit ernster 
Besorgnis. 

Es ist eine grundlegende Voraussetzung jedes Zusammenlebens im 
Staate, daß die Behörden die Ordnung aufrechterhalten und nicht 
Drohungen weichen. In der Eidgenossenschaft darf die Freiheit der Kunst 
nicht von der Politik angetastet werden. Durch solche Übergriffe verrät die 
Schweiz die Grundsätze der Demokratie. Wir erwarten daher von unseren 
Behörden, daß in Zukunft das Leben der Kunst und das für uns Schweizer 
unabdingbare Recht der geistigen Selbstbestimmung geschützt werden. 


Den 6. März 1945. 

Dr. h. c. Volkmar Andreae; Ernest Ansermet, Dr. h. c.; Edmond Appia; 
Wilhelm Arbenz; Luc Balmer; Samuel Baud-Bovy; Ernest Bauer; Jean 
Binet; Robert Blum; Joseph Bovet, Dr. h. c.; Alphonse Brun; Dr. h. c. Fritz 
Brun; Adolf Brunner; Willy Burkhard; Leopoldo Casella; Robert Denzler; 
Oskar Disler; Henri Gagnebin; Walther Geiser; Emil J aques-Dalcroze, Dr. 
h. c.; Walter Kägi; Ernst Kunz; Walter Lang; Joseph Lauber, Dr. h. c.; A.-F. 
Marescotti; Frank Martin; Karl Matthaei; Albert Moeschinger; Dr. h. c. 
Hans Münch; Othmar Nussio; Robert Oboussier; Alfred Pochon; Dr. h. c. 
Werner Reinhart: Kurt Rothenmüller; Paul Sacher; Erich Schmid; Dr. h. c. 
Othmar Schoeck; Walter Schultheß; Max Sturzenegger; Carl Vogler; Roger 
Vuataz" (Zum Fall Furtwängler. Schweizer Musiker zu den Vorkommnissen 
in Zürich. "Tages-Anzeiger" Nr. 60, Zürich, 12/111/45, auch "Neue Zürcher 
Zeitung" Nr. 433, 12/111/45, u. a.). 

Rothenmüller = Rothenbühler. 

Der von Paul Sacher organisierte Protest umfaßte alle wesentlichen 
Vertreter der schweizerischen Musik; aus irgendwelchen Gründen vergaß 
man Heinrich Sutermeister, der sich deswegen dann aufgebracht bei 
Sacher beschwerte. 

Es gab weitere Demonstrationen, aber die Konzerte Furtwänglers in 
Winterthur und anderen Städten der Schweiz wurden nicht mehr 
behindert. Die Pressekampagne gegen ihn lief jedoch weiter. 

10. März 1945, Ablenkung II: 
"Um Dispositionen für Konzertreise in Oberitalien zu treffen, erbittet 


e 1987 





Staatsrat Furtwängler möglichst baldige Unterrichtung ob mit Stattfinden 
der in Drahtbericht genannten Konzerte am 17./18. März in Berlin und am 
24./25. März in Wien gerechnet werden kann" (Dt. Gesandtschaft Bern, 
Köcher, an Auswärtiges Amt Berlin, 10/111/45. Quelle: PAA, Bestand 
Gesandtschaft Bern). 

14. März 1945, Bericht: 

"Die führenden Schweizer Komponisten und Dirigenten haben zu 
dem >Fall Furtwängler< in einer Erklärung Stellung genommen, in der das 
Verhalten des Zürcher Regierungsrats, der bekanntlich für das Verbot des 
Furtwänglerkonzerts in Zürich verantwortlich ist, überaus scharf 
angegriffen wird. Die in der hiesigen Presse veröffentlichte Erklärung wird 
anbei vorgelegt. Wie aus der Liste der Unterzeichner hervorgeht, haben 
fast alle namhaften Persönlichkeiten des Musiklebens ihren Namen unter 
die Erklärung gesetzt. Einige Persönlichkeiten, die die Erklärung 
zweifelsohne unterschrieben haben würden, sind offenbar vergessen 
worden, bezw. haben nicht erreicht werden können. Das erstere gilt für 
den Komponisten Sutermeister, der, wie er der Gesandtschaft voller 
Entrüstung mitgeteilt hat, nicht befragt worden ist. Der Pianist 
Aeschbacher, der ohne Zweifel auch für Furtwängler eingetreten wäre, ist 
zur Zeit auf Konzertreise in Portugal" (Deutsche Gesandtschaft Bern, 
Köcher, an Auswärtiges Amt Berlin, 14/111/45. Durch Kurier. Quelle: PAA, 
Bestand Gesandtschaft Bern). 

16. März 1945: 

"(...) M. E. besteht keine Notwendigkeit, dass der Herr 
Staatssekretär Herrn Staatsrat Furtwängler ein Schreiben mit dem 
vorgesehenen Inhalt zusendet. Im jetzigen Zeitpunkt hat Furtwängler 
weder Anlass noch Möglichkeit irgendwelche Angriffe gegen Vedder zu 
richten. Sollte er dies später, wenn Vedder seine Tätigkeit mit unserer 
Genehmigung wieder aufnimmt, tun, so bleibt immer noch die Möglichkeit 
hiergegen Schritte zu unternehmen" (RKK, Dr. Schrade, an Staatssekretär 
Dr. Naumann, 16/111/45. Quelle: BA Bestand SS-Führerkorps, Akte Rudolf 
Vedder). 

Dem von Dr. Goebbels - u.a. auf Betreiben Furtwänglers - mit guten 
Gründen aus der RMK ausgeschlossenen Konzertagenten Vedder hatte die 
SS-Gerichtsbarkeit Rehabilitierung verschafft. Das Ministerium kuschte 
vor Himmler. 

23. März 1945, Anordnung: 

"(...) Citissime 
Propagandaministerium wünscht schnellste Rückkehr Furtwänglers nach 
Berlin, um hier zu dirigieren. 

Reise Mailand aufschieben" (Auswärtiges Amt Berlin, Leis, an 
Deutsche Gesandtschaft Bern, 23/111/45, telegrafisch. Quelle: PAA). 

26. März 1945, Verzögerungsabsicht: 
"Citissimie 
Telegramm (F.-Schr.) 
oder Geh. Chiffr. Verf. 
1. Auswärtig Berlin 
Nr. 1094/26 


e 1988 





Auf Drahterlaß vom 
22. d. Mts. - Nr. 1168 - 


Erbitte Drahtantwort, ob die mit obigem Drahterlass übermittelte 
Weisung des Propagandaministeriums an Staatsrat Furtwängler Antwort 
darstellt auf persönliches Schreiben von Furtwängler an Reichsminister 
Goebbels, das mit Schriftbericht vom 13. März d. J. - Kult Nr. 560 - 
eingereicht worden ist. In genanntem Schreiben hat Furtwängler unter 
Berufung auf beigefügtes Gutachten hiesiger Aerzte Verlängerung des 
Sichtvermerks um 6 Wochen aus Gesundheitgründen erbeten" (Dt. 
Gesandtschaft Bern, Köcher, an Auswärtiges Amt Berlin, 26/111/45, 
telegrafisch. Quelle: PAA, Bestand Gesandtschaft Bern). 

10. April 1945: 

Furtwängler reicht dem Gesandten Federer ein Attest der Klinik La 
Prairie, Dr. Niehans, ein, das Spondylosis, Schlaflosigkeit und vegetative 
Störungen bescheinigt. 

15. April 1945, Telegramm: 

"(...) Citissime. 

Auf Drahtbericht 1094 vom 26. März 1945. 

Schriftbericht vom 13. März 560 mit persönlichem Schreiben 
Furtwänglers an Reichsminister Dr. Goebbels hier nicht eingegangen. 
Anheimstelle Abschrift genannten Schreibens nebst Gutachten dortiger 
Aerzte erneut einzusenden. 

Promi-Weisung auf Rückkehr Furtwänglers besteht weiter" 
(Auswärtiges Amt Berlin, Six, an Dt. Gesandtschaft Bern, 15/1V/45, 
telegrafisch. Quelle: PAA, Bestand Gesandtschaft Bern). 

20. April 1945, Antrag: 

"Ich verstehe, daß für das Ministerium und auch für die 
Gesandtschaft die politischen Gründe, die im Moment wünschenswert 
erscheinen lassen, daß ich nach Deutschland zurückkehre, in erster Linie 
ins Gewicht fallen. Der Herr Minister und auch Dr. Köcher wird es mir 
gewiß nicht verübeln, wenn für mich die Wiederherstellung meiner 
Gesundheit an erster Stelle steht. Ich reiche beifolgend nochmal ein 
Zeugnis ein; ich hoffe, daß es möglich sein wird, es dem Herrn Minister 
mitzuteilen. Ich bin überzeugt, daß er - zumal ich in Deutschland beruflich 
augenblicklich garnichts zu tun habe - meiner Bitte Rechnung tragen wird. 
(...)" (Furtwängler an Dt. Gesandtschaft Bern, Dr. Federer, 20/1V/45, 
handschriftlich. Quelle: PAA, Bestand Gesandtschaft Bern). 

Der Dirigent legte ein Attest von Dr. Niehans bei. Am Ende verstand 
er, daß der Gesandte Dr. Köcher und die ganze deutsche Vertretung in 
Bern durchaus auf seiner Seite war. 

23. April 1945, Lösung: 

"Leider war ich gestern nicht zu Hause, als Sie anriefen. Heute 
morgen fand ich jedoch Ihr Schreiben vor. Die schnelle Entwicklung der 
Dinge hat nun ein Problem gelöst, das uns vor die schwierige Aufgabe 
gestellt hatte, allen Seiten gerecht zu werden. Diesem Zweck diente auch 
noch, wie Sie gewiss verstanden haben, mein Schreiben vom 19. April d. 
J. Das Thema, über das ich Ihnen in diesem Schreiben eine Unterredung 


e 1989 





vorgeschlagen hatte, hat sich nunmehr unter der Macht des >Faktischen< 
verflüchtigt. Ich habe dem Herrn Gesandten heute Vortrag gehalten. Er 
hat sich damit einverstanden erklärt, dass wir Ihren und Ihrer Frau Paß 
(letzterer ist mir noch nicht zugegangen) bei Ablauf des Visums um ein 
halbes J ahr verlängern. (...)" (Dt. Gesandtschaft Bern, Gesandtschaftsrat 
Federer, an Furtwängler, 23/1V/45. Quelle: PAA, Bestand Gesandtschaft 
Bern). 

Der rasche Vorstoß der Alliierten hatte die Elbe erreicht und Berlin 
abgeschnitten; der Zugriff durch den Minister oder eine Rückkehr 
Furtwänglers in die "Reichshauptstadt" war also unmöglich. 


Geschichtsfälschung |, 1937: 

"Alfred Einstein schreibt uns und kommentiert wie folgt die 
Kontroverse Toscanini-Furtwängler: 

(...) Herr Furtwängler ist nicht bloß Furtwängler der Dirigent; er ist 
auch Staatsrat Furtwängler und muß als solcher dem Befehl der Herren 
Goering und Goebbels gehorchen. 

Herr Furtwängler hat nicht nur in Bayreuth dirigiert, sondern auch 
beim Parteikongreß in Nürnberg. Einfacher Takt sollte ihn abgehalten 
haben, außerhalb der Grenzen des 3. Reiches zu dirigieren (...)" (Toscanini 
and Furtwängler. "The Daily Telegraph, 25/1X/35. Übersetzung). 

Einstein bemerkte nicht, daß der Titel Staatsrat nicht loszuwerden 
war und völlig andere Bedeutung hatte, als man im Ausland unterstellte, 
und Auslandsgastspiele ihm ermöglichten, das Orchester und dessen 
rassisch belastete Musiker zu halten und politischer Unterstützung des 
Regimes weitgehend zu entziehen. 

Geschichtsfälschung II, 1946: 

"(...) führte im Jahre 1934 zu Furtwänglers Rücktritt von seinen 
künstlerischen Posten. Er zog sich einige Monate auf das Land zurück, 
unternahm aber sofort Versuche, sich mit Hitler in Verbindung zu setzen. 
Nach einiger Zeit wurde er von Goebbels empfangen und kam mit ihm 
überein, seine musikalische Tätigkeit wieder aufzunehmen, vorher jedoch 
eine Öffentliche Entschuldigung abzugeben. Eine derartige Erklärung gab 
Furtwängler im Jahre 1935 ab. Er erkannte damit Hitler als alleinigen 
Herrscher über die deutsche Kunst an. 

(...) Seine Opposition dem Nationalsozialismus gegenüber war zu 
Ende. Er verzichtete darauf, Musik zu spielen, die von den Herrschenden 
verboten war (...)" (P. W.: Keine Rückkehr Furtwänglers. Erklärungen 
General Robert A. McClures. "Die Neue Zeitung" Nr. 25, 22/11/46). 

1946 war in Deutschland aus Erfahrung bekannt, daß Generäle in 
der Regel dumm, machtlüstern und profilgierig sind; also durchschaute 
man auch McClures Lügengewebe. 

Tatsächlich trat Furtwängler nicht zurück, sondern wurde aller 
Funktionen entkleidet; Versuche, Hitler zu kontaktieren, gab es nicht; 
indessen versuchte Göring schon vor Weihnachten und Funk danach, den 
Kaltgestellten wiederzugewinnen, lange vergebens. Die "öffentliche 
Entschuldigung" fand nicht statt. Goebbels erweckte durch eine 
selbstformulierte Nachricht nur diesen Anschein. Der unbedarfte Militär 


e 1990 





plapperte das nach. Eine Anerkennung Hitlers als alleiniger Herrscher über 
die deutsche Kunst gab es nicht, nur die - tatsachengerechte Bestätigung, 
daß die Leitung der Reichskunstpolitik allein vom Führer und seinem 
Fachminister bestimmt werde. Daß Furtwängler damit jegliche 
Verantwortung für diese von sich wies, merkte der beschränkte Militär gar 
nicht erst, auch fehlte ihm die Intelligenz zu sehen, daß niemand Musik 
spielen konnte, die, weil jüdisch, unter Verbot stand, zumal da Vorzensur 
für Musikprogramme existierte. 

Die US-lizensierte "Neue Zeitung" war in Deutschland das Leitorgan 
der politischen Hetze gegen Furtwängler. 

Geschichtsfälschung Ill, 1946: 

"(...) Die Funktion Wilhelm Furtwänglers im Dritten Reich nennt 
Klaus Mann >eminent politisch - wie er es selbst am besten wissen dürfte. 
Man macht nicht 13 Jahre lang die wirkungsvollste Kulturpropaganda für 
ein imperialistisches Regime, ohne sich über den Charakter des eigenen 
Amtes klar zu werden. Wer so lange und so erfolgreich einer 
Räuberregierung als kulturelles Aushängeschild gedient hat, darf nachher 
nicht den Naiven spielen - das ist ja abgeschmackt!<" (Richard Strauß - 
"ein alter Egoist!". "Hessische Nachrichten" Nr. 46, 16/V/46). 

Auch Klaus Mann hatte nicht den geringsten Sachbeweis für Wirkung 
und Erfolg dieser "Kulturpropaganda". 

Geschichtsfälschung IV, 1946: 

"(...) Im März 1935 wurde eine laue Erklärung Furtwänglers durch 
die Sondermeldung des Deutschen Rundfunks verbreitet, in der er alle 
>vorangegangenen Mißverständnisse< bedauerte. (...) Hat Kunst etwas 
mit Politik zu tun? Nicht zu allen Zeiten so sinnfällig, wie es die Kunst 
Furtwänglers mit ihr zu tun bekam. Denn darum ging es unverrückbar bei 
dieser Aussöhnung über den unsichtbar gewordenen >wahrhaft 
produktiven Künstler< Paul Hindemith hinweg: um den Tribut der Kunst 
an den totalen Diktator. Ihm darf nichts die Reverenz verweigern, was 
irgendwie öffentlich ist. (...)" (Alexander Mitscherlich: Analyse des Stars. 
Ein Beitrag zum Fall Furtwängler. "Die Neue Zeitung", 8/V11/46). 

Mitscherlich, Mediziner und Psychologe, nicht etwa Historiker, 
vergaß sein wissenschaftliches Handwerkzeug, berief sich zunächst auf 
das beleidigende Geschimpf unbedarfter Linksjournalisten der Schweiz 
von 1944/45, dann auf das Buch von Berta Geissmar, das 1944 
verschwieg, was den noch im Reich lebenden Furtwängler gefährden 
konnte, ignorierte das positive Votum der ministeriellen 
Begutachtungskommission für die politische Einstellung von 
freischaffenden oder in die Bundestheater aufzunehmenden darstellenden 
Künstlern, Sängern, Musikern, Dirigenten und Regisseuren (Solisten) in 
Wien vom 9/III/46, erweckte durch falsches Zitat absichtlich den 
Eindruck, Furtwängler habe eigene Mißverständnisse bedauert, und 
verschwieg, daß es sich keineswegs um eine Erklärung Furtwänglers 
handelte, sondern um einen von Dr. Goebbels formulierten Text mit einem 
Sinngehalt, den dieser dem Dirigenten unterschieben wollte. Es gab keine 
Reverenz Furtwänglers gegenüber dem NS; dies war 1946 schon gut 
dokumentiert. Daß die amerikanisch lizensierte "Neue Zeitung" solches 


F 1991 





druckte, ist typisch für die US-Hexenjagd gegen den Künstler. 
Geschichtsfälschung V, 1947: 

"(...) Der Spruchkammer, die Furtwängler entlastet hat, ist neues 
Belastungsmaterial gegen den berühmten Dirigenten zur Verfügung 
gestellt worden. Daher ist die erste Entscheidung den alliierten Behörden 
noch nicht zur Begutachtung vorgelegt worden. Die Spruchkammer muß 
erst zu der Frage Stellung nehmen, ob ein neues Verfahren eingeleitet 
werden muß" (Der Fall Furtwängler nicht beendet. "Badische Zeitung", 
Freiburg, Nr. 11/22, 18/111/47). 

Diese Falsch-Nachricht aus Berlin, ohne Provenienz (Agentur oder 
Eigenmeldung), also nicht kontrollierbar, ist sichtlich ein Versuch, die 
Alliierten Behörden irrezumachen. Völlige Entlastung durch die deutsche 
Spruchkammer war bereits vorgelegt, fünf Wochen später befürwortete 
die Alliierte Kommandatura diese. 

Geschichtsfälschung VI, 1947: 

"(...) Als ich während des Krieges im amerikanischen Heere diente, 
wurde ich gegen Kriegsende einer Gruppe in Deutschland zugeteilt, deren 
Aufgabe es war, Dokumente der Deutschen Ministerien zu durchforschen. 
Ich hatte für einige Zeit Hitlers >Fan-Mail< zu bearbeiten. Diese 
Korrespondenz war mehr als interessant! Unter anderem fiel mir das 
nachfolgende Telegramm in die Hände. Es trägt das Datum 20. April 1937, 
Hitlers Geburtstag. 

Adolf Hitler, Berlin. An diesem Tage die herzlichsten Wünsche Ihnen 
und Ihrem Werk, Generalmusikdirektor Wilhelm Furtwängler, Preussischer 
Staatsrat" (Herbert S. Sonnenfeld: Der Fall Furtwängler. "Aufbau", New 
York, 2/V/47). 

Ein solches Telegramm ist in den nunmehr gut erschlossenen 
Archiven nie aufgetaucht und mit Gewißheit eine Fälschung, zumal da der 
Dirigent nie als GMD oder Preußischer Staatsrat unterzeichnete. 
Geschichtsfälschung VII, 1948: 

"(...) Furtwängler, der Hitler herzlichst zum Ueberfall auf Oesterreich 
gratulierte, der in Anwesenheit Hitlers und der ganzen 
Naziverbrecherbande das >Horst-Wessel-Lied< dirigierte, >Wenns 
J udenblut vom Messer spritzt...<, Furtwängler, der unter dem Naziregime 
Titel und massenhaft Geld von den Kriegsverbrechern erhalten hatte, 
wurde dann selbstverständlich vom Säuberungsgericht 
freigesprochen" (Kommentar des Tages: Frechheiten. "Basler 
Arbeiter-Zeitung", 3. März 1948). 

Der anonyme Verleumder wußte nicht einmal, daß jene Textzeile 
gar nicht im Horst-Wessel-Lied vorkommt; Furtwängler hat nie die 
Parteihymne dirigiert, Hitler nicht herzlich zur Annektion Österreichs 
gratuliert noch Titel und "massenhaft Geld" erhalten. 

Geschichtsfälschung VIII, 1948: 

"(...) Für uns bleibt es dabei, dass Furtwängler zwar in den 
Anfängen des Dritten Reiches sich tapfer für Hindemith und andere 
>untragbare< Musiker zu wehren versuchte - dass er aber dann sehr bald 
vor Goebbels zusammenklappte, zu Kreuze kroch und seine 
>niedergelegten< Staats- und Kulturämter wieder aufnahm. Es bleibt 


e 1992 





dabei, daß Furtwängler seit 1935, und vor allem in den ersten 
Kriegsjahren, dem Nazireich und seiner Expansion als weltberühmter 
Kulturexponent ungeheure Dienste geleistet hat" (Zum Fall Furtwängler: 
Es bleibt dabei. "Tagblatt der Stadt Zürich", 5/V1/48). 

Der anonyme Verleumder unterschlägt, daß der Dirigent ab 1935 
kein "Staatsamt" mehr hatte, nur noch freischaffend arbeitete und worin 
die "ungeheuren Dienste" bestanden. 

Geschichtsfälschung IX, 1948: 

"(...) Wir werden kein Furtwängler-Konzert anhören, weil uns sonst 
das Gebrüll des Nürnberger Rassegesetz-Parteitages wieder 
entgegenschallen würde, und weil durch die Klänge des schönsten Adagio 
die Schmerzensschreie der Gemarterten von Auschwitz und Buchenwalde 
vernehmbar wären. Wir werden Furtwängler nicht beklatschen, weil wir 
uns sonst erinnern müßten, wie seine >einmalige Gestalt< oft und 
ehrfürchtig vor den von Hitler und Himmler besetzten Konzertstühlen 
zusammenklappte. Und im Schatten seiner >musikalischen 
Feldherrenfigur< würden wir die braunen Bataillone in Paris, Oslo, 
Kopenhagen einmarschieren sehen, geführt von der grinsenden Fratze des 
Reichskulturministers Goebbels" (Dokumente zum Fall Furtwängler III. 
"Volksrecht", Zürich, 7/V1/48). 

Wirklich ein Dokument, das beweist, was für ein Charakter da die 
Feder führte. Er verkroch sich in Anonymität. 

Geschichtsfälschung X, 1948: 

"(...) Nach seinem unseligen Streit mit Goebbels 1933/34 gab 
Furtwängler nach - und zwar vollständig. Er unterschrieb eine 
Loyalitätserklärung an den >Führer< und diente von da ab dem Regime 
mit all seinen beträchtliche Fähigkeiten. 

(...) Daß er niemals etwas spielte, was von einem Juden oder sonst 
>Unerwünschten< komponiert war, daß er seine jüdischen Musiker 
entließ, ebenso wie jeden anderen, der von seinem Minister (Goebbels) 
mißbilligt wurde, daß er seinen Taktstock anläßlich des Geburtstages von 
Hitler auf dem Nürnberger Parteitag (1937) mißbrauchte - all dies war 
bloß die übliche Routine, und da er beschlossen hatte, im >Dritten Reich< 
zu bleiben, hätte Herr Furtwängler es kaum vermeiden können. Die 
Berliner Philharmonie war übrigens außerstande, seinen maßlosen 
Gehaltsforderungen zu entsprechen, und Goebbels selbst mußte einen 
Sonderfonds bereitstellen, um ihn bei Laune zu halten. (...) 

So leitete er die Wiener Philharmonie, als es galt, den >Anschluß< 
zu feiern. Er dirigierte in Prag, kurz nachdem jene Stadt erobert worden 
war. Er trat in Paris und im besetzten Norwegen auf, und, allgemein 
gesprochen, er gestattete dem Nazi-Reich, ihn zu seinem Kultur- 
Propagandisten Nummer eins zu machen. (...)" (Erika Mann an Walter 
Winchell, 16/X11/48. In: Erika Mann, "Briefe und Antworten". Band 1 
1922-1950, München, 1984. S. 250-251). 

Diese mit Unwahrheit genährte Haßtirade sollte den Kolumnisten 
Winchell zur Teilnahme an der Kampagne gegen Furtwängler anläßlich des 
geplanten Gastspiels in Chicago bewegen. 

Die blindwütige Journalistin Mann wußte nicht einmal, daß Hitler 


e 1993 





nicht während der Parteitage Geburtstag hatte, daß Prag nicht erobert zu 
werden brauchte, daß es weder im besetzten Paris noch im besetzten 
Norwegen Auftritte des Dirigenten gab, daß er keine jüdischen Musiker 
entlassen konnte, weil er nicht deren Dienstherr war... 

Warnung |, 1948: 

"(...) Ihr Erscheinen in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, 
insbesondere aber in Chicago, ist denkbar unerwuenscht. Das Klima in 
Chicago, einer sehr bekannten Stadt, duerfte Ihrer Gesundheit bestimmt 
unertraeglich sein und zu fatalen Abbruechen fuehren, wogegen die 
Reyerson, Kuyper, Aaron u. s. w. kein garantiertes Schutzmittel vertraglich 
geben koennen. 

Erwaegen Sie diese einzige Warnung, die ergeht" (Anonyme 
Drohung an Furtwängler, Chicago, Dezember 1948. Quelle: WFA). 

Die genannten Namen bezeichnen - zum Teil jüdische - Mitglieder 
des Managements der Orchestergesellschaft Chicago, von denen die 
Einladung ergangen war. 

Daß die Gegner im Schutz der Anonymität zu kriminellen Akten wie 
Nötigung und Bedrohung griffen, verrät die Schwäche ihrer Position. 
Warnung II, 1948: 

"RF8 NEWYORK 14 12 532P WU = 

LC FURTWAENGLER WIENER FILHARMONIKER VIENNA = 

GROSSE UEBERRASCHUNGEN ERWARTEN SIE VON CHICAGO JUDEN 


ISRAEL STERN +" (Israel Stern = 
Anonym an Furtwängler, 14/X11/48, telegrafisch. Quelle: WFA). 

Eine Reihe weiterer Protesttelegramme, nun mit Namen gezeichnet, 
von jüdischen Organisationen, gingen bei der Orchestergesellschaft 
Chicago ein. 

Nötigung, 7. Januar 1949: 

"Lily Pons, Sängerin der Metropolitan Opera, und ihr Ehemann, der 
Dirigent Andre Kostelanetz, gaben bekannt, sie würden nicht mit dem 
Chicagoer Sinfonieorchester auftreten, wenn dieses Wilhelm Furtwängler 
als Hauptdirigenten engagiere. 

Kostelanetz und seine Frau, die Sopranistin, erklärten, gegen 
Furtwängler zu sein, weil er in Deutschland während des Krieges Konzerte 
dirigiert habe, an denen Hitler und andere Nazi-Führer teilnahmen. Andere 
Künstler, die Berichten zufolge gedroht haben, die Chicagoer 
Musikorganisation zu boykottieren, wenn Furtwängler beschäftigt würde, 
sind Vladimir Horowitz, Artur Rubinstein und Alexander Brailowsky" (Pons 
to shun Furtwaengler. "Chicago Sun", 7/1/49. Übersetzung). 

Notabene: Gerade erst 16 Jahre zuvor hatte der NS seinen Boykott 
gegen die jüdische Population des Reiches ausgerufen! 
Geschichtsfälschung XI, 1953: 

"(...) Das Reichskulturamt des Herrn Rust erklärte: "Wir verwahren 
uns dagegen, daß der Angriff gegen Hindemith als politisches 
Denunziantentum bezeichnet wird. (...)" (Curt Riess: "Furtwängler. Musik 
und Politik". Bern, 1963. S. 183). 

Die harsche Reaktion auf Furtwänglers Verteidigung Hindemiths im 


e 1994 





November 1934 kam vom Amt Rosenberg, nicht vom Minister für 
Wissenschaft, Kunst und Volksbildung. Abgesehen davon ist die Arbeit von 
Riess bemerkenswert fehlerfrei und heute noch lohnend zu lesen. 
Geschichtsfälschung XII, 1954: 

"(...) Die juedischen offiziellen Stellen in Deutschland haben stets 
anerkannt, dass Furtwaengler nicht Nazi gewesen ist. Der Vorwurf, der 
gegen ihn erhoben worden ist, lautete aber dahin, dass er sich dem 
Naziregime zur Verfuegung gestellt hatte und als dessen Repraesentant in 
Deutschland aufgetreten ist. Dass dadurch dem Naziregime in moralischer 
Beziehung Verschub geleistet worden ist, steht doch wohl ausser Zweifel. 
(...) Diesen moralischen Vorwurf - und nur diesen - kann man nicht 
dadurch ausraeumen, dass Herr Furtwaengler einzelnen J uden geholfen 
hat. Der juedischen Gesamtheit hat er geschadet. (...)" (Dr. Hans Erich 
Fabian an Dr. Ludwig Misch, 10/X11/54. Quelle: Leo Baeck Institute New 
York). 

Geschichtsfälschung XIll, 1954: 

"(...) Er dirigierte mitten im Flammenmeer, das um ihn herum 
loderte und die Synagogen in Brand aufgehen ließ. Er warf den Taktstock 
nicht in die Flammen, sondern dirigierte weiter. Als 
Staatskapellmeister von Hitler, Göring und Göbbels Gnaden. Als 
preußischer Staatsrat, als Senator, als Vizepräsident der 
Reichsmusikkammer, als vergötterter Liebling eben jener Brandstifter und 
Mörder, als musikalischer Handlanger der nazistischen Blutjustiz. (...)" 
(nk.: Das war Furtwängler. "Israelitisches Wochenblatt", Zürich, 
10/X11/54. Fehler im Original). 

Geschichtsfälschung XIV, 1956: 

"(...) aber die Orchester selber litten unter dem Verlust der 
Streicher. Furtwängler in Berlin klammerte sich an die fünf seinigen noch 
lange, nachdem es verboten war, und zwar mit so abwegiger wie tapferer 
Taktik, aber selbst er gab am Ende auf. (...)" (Vincent Sheean: "First and 
Last Love". New York, 1956. S. 236. Übersetzung). 

Tatsache ist, daß die "volljüdischen" Streicher wegen Verlust der 
Kammerzugehörigkeit nicht mehr beschäftigt werden konnten, weswegen 
Furtwängler an ihrer Stelle "halbjüdische" oder "jüdisch versippte" mit 
Sondergenehmigung des Ministers einsetzte und bis zum Ende des 
Regimes behielt. 

Geschichtsfälschung XV, 1957: 

"Auch jetzt noch ließen die Nationalsozialisten nicht von ihren 
Bemühungen ab, Kreislers unerhörte Popularität für ihre Zwecke 
auszunützen. Der preußische Staatskommissar Hinkel gab drei Wochen 
später eine Erklärung heraus, in der es hieß, daß freie künstlerische 
Betätigung von Ausländern und Nicht-Nationalsozialisten in keiner Weise 
behindert sei. 

(...) Von Wilhelm Furtwängler muß gesagt werden, daß er Kreislers 
Forderung nach gleicher Behandlung aller Künstler zu erfüllen trachtete. 
Seiner Überredungskunst gelang es, im Reichskanzleramt die Bewilligung 
zu erhalten, eine Reihe von Künstlern einzuladen, unter seinem Taktstock 
zu spielen (...)" (Louis P. Lochner: Fritz Kreisler. Wien, 1957. S. 228). 


e 1995 





Lochners Zeitangabe bezieht sich auf einen Brief Kreislers an 
Furtwängler vom 1. Juli 1933. Tatsächlich jedoch stand der Konzerterlaß 
schon drei Tage zuvor, am 28/VI/33, in der Presse. Er war durch 
beharrliche Einflußnahme Furtwänglers veranlaßt, hatte mit Kreisler nicht 
das mindeste zu tun und erwähnt auch keine "Nicht-Nationalsozialisten". 
Kreisler reagierte - genau umgekehrt - erst nach Erscheinen des 
Konzerterlasses zustimmend auf die Forderung Furtwänglers. Ein 
"Reichskanzleramt" existierte nicht; der Konzerterlaß kam ausschließlich 
vom Preuß. Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, und das 
RMVP förderte ihn. 

Geschichtsfälschung XVI, 1962: 

"(...) Und dies im gleichen Augenblick, in dem Furtwängler, der 
Empfänger vieler Nazi-Ehrungen, in die Entfernung der sogenannten 
nichtarischen Musiker aus seinem Orchester in Berlin eingewilligt hatte. 
(...)" (Ira Hirschmann: "Caution to the Winds". New York, 1962. S. 95. 
Übersetzung). 

In diesem Buch beschreibt Hirschmann detailliert seinen Feldzeug 
gegen Furtwängler, als 1953 dessen Ernennung zum Leiter der New 
Yorker Philharmonie anstand. Seine weithin wörtlich übereinstimmende 
Manuskriptstudie zu diesem Bericht unter dem Titel "Obligato" befindet 
sich in der Library of the Performing Arts, Lincoln Center, New York. Es 
war eine bewußt auf Lügen gegründete Kampagne. 

Geschichtsfälschung XVII, 1970: 

"(...) Daß Beecham seinerzeit die Sekretärin Furtwänglers angestellt 
hatte, als dieser sie als Jüdin entließ, war bekannt. (...)" (Grete Busch: 
"Fritz Busch. Dirigent". Frankfurt a. M., 1970. S. 282). 

Die Behauptung ist unwahr. Grete Busch wußte genau, daß 
Furtwänglers jüdische Sekretärin Berta Geissmar mit einer 
Sondergenehmigung des Ministers arbeitete, die dieser nach dem "Fall 
Furtwängler" mit Wirkung vom 31/XII/34 widerrief, und daß ihr Chef sie 
dennoch monatelang inoffiziell - also gesetzwidrig - weiter beschäftigte. 
Geschichtsfälschung XVII, 1971: 

"(...) Als Furtwängler im Oktober 1934 in einem Konzert der Berliner 
Philharmoniker die symphonische Bearbeitung der Hindemith-Oper 
>Mathis der Maler< zur Aufführung brachte, kam es von seiten der >NS- 
Kulturgemeinde< (...) zu heftigen Angriffen gegen den Komponisten (...)" 
(Viktor Reimann: "Dr. Joseph Goebbels". Wien, 1971. S. 193). 

Weder führte Furtwängler im Oktober 1934 die Mathis-Sinfonie auf, 
noch zielten diese Angriffe der NSKG auf den Komponisten. 
Geschichtsfälschung XIX, 1974: 

"(...) Unter dem gediegenen Klang der von ihm geleiteten Orchester 
vollendete sich das ganze schreckliche Leben des dritten Reiches, und 
Furtwänglers Beethoven, Furtwänglers Wagner waren ebensolche 
charakteristischen Symbole dieser Welt wie ihre Hakenkreuze, ihre 
Trommeln, Paraden und erschöpfenden Brüllereien der >Führer<-Reden. 
(...)" (Tamara Lewaja/ Oksana Leont'ewa: Paul Hindemith. Shisn!' i 
twortschestwo. Moskwa, 1974. S. 89. Übersetzung). 


e 1996 





Geschichtsfälschung XX, 1974: 

"(...) Im Gegensatz zu Furtwängler, der seine Philharmoniker im 
okkupierten Europa abendländische Musik zelebrieren ließ, hat Gründgens 
zwölf Jahre lang kein einziges Gastspiel des Staatstheaters im Ausland 
zugelassen. (...)" (Inge von Wangenheim: Die tickende Bratpfanne, 1974. 
Zitat in: Programmtext des Fritz-Remond-Theaters, Frankfurt am Main, 
zur Aufführung von Ronald Harwoods "Der Fall Furtwängler", 12/V/99). 

Die Behauptung ist unwahr; seit 1934 war es nicht mehr "sein" 
Orchester, sondern "Reichsorchester" mit Dr. Goebbels als oberstem 
Dienstherrn. Der Minister bestimmte die Einsatzorte. Persönlich vermied 
Furtwängler die nach völkerrechtlicher Definition besetzten Länder. 
Anders als der Musiker war Gründgens an den deutschen Sprachraum 
gebunden; der Vergleich ist also dumm. 

Geschichtsfälschung XXI, 1983: 

"(...) Die Nazis erlaubten ihm, jüdische Musiker im Berliner 
Philharmonischen Orchester zu behalten und bestärkten ihn in dem 
quixotischen Versuch, ausländische Solisten zu Auftritten nach Berlin zu 
locken. (...)" (Norman Lebrecht: "Discord". New York, 1983. S. 151-152. 
Übersetzung). 

Lebrecht recherchierte so oberflächlich, daß er nicht auf 
Furtwänglers Versuch stieß, den Antisemitismus des Regimes durch 
Einladung an jüdische Solisten zu unterlaufen, obwohl die Dokumente 
längst greifbar vorlagen. 

Geschichtsfälschung XXIl, 1983: 

"(...) Furtwängler, noch weiter isoliert, geriet unter unerbittlichen 
Druck, dem neuen Deutschland seine formelle Anerkennung bezeigen zu 
müssen, indem er dessen grelle Hymnen spielte und die Führer mit 
ausgestrecktem Arm ehrte. (...)" (Lebrecht, wie XXI. S. 153. 
Übersetzung). 

Für keine dieser Tatsachenbehauptungen gibt es auch nur die Spur 
eines Beweises. Sie sind unwahr. 

Geschichtsfälschung XXIII, 1983: 

"(...) Die unbestreitbare Wahrheit ist, daß Furtwängler als Dirigent 
der Berliner Philharmoniker Hitlers antisemitischen Forderungen nachgab 
und die jüdischen Mitglieder des Orchesters feuerte. Einige von ihnen 
flohen nach Ankara, Türkei, wo ich zu jener Zeit als Mitglied des 
diplomatischen Corps der USA Dienst tat. Furtwängler blieb auf seinem 
Posten in Deutschland, während die meisten seiner Kollegen einschließlich 
Artur Schnabel, Adolf Busch und Bronislaw Hubermann das Land in einem 
öffentlichen Akt der Herausforderung verließen. In der New York Times 
wurde ein Foto veröffentlicht, das Furtwängler zeigt, wie er sich vom 
Podium der Berliner Philharmoniker herab vor Hitler und seiner Bande in 
den ersten Reihen des Parketts verbeugt. (...)" (Ira Hirschmann: Setting 
the Record Straight on Furtwängler. "New York Times", 30/1X/83. 
Übersetzung). 

Geschichtsfälschung XXIV, 1984: 

Wolfgang Porth nennt ein Konzert des BPhO unter Furtwängler in 

den Fabrikhallen von Borsig für Rüstungsarbeiter "Vergeistigung der 


e 1997 





Barbarei", ohne zu bemerken, daß so ein Konzert bei Borsig weder 1944 
noch überhaupt stattfand ("Konkret", April 1984). 
Geschichtsfälschung XXV, 1984: 

"(...) Ich war - nach Abschuß als Fernaufklärer und Amputation des 
re. Oberarmes - ab Juni 1944 Regierungs-Assessor im Personalamt des 
Reichsstatthalters für Oberdonau. Im September erhielten wir vom 
Gauleiter, der zugleich Reichsstatthalter war, den Auftrag, eine 
bestqualifizierte Sekretärin für Generalmusikdirektor Furtwängler zu 
stellen, der demnächst in St. Florian bei Linz Urlaub machen und an 
seinen Memoiren schreiben, diese diktieren solle. 

Wir wollten kein >Risiko< eingehen und stellten für diesen Zweck 
unsere eigene Sekretärin, Frl. Leopoldine Herbst (...) zur Verfügung. Frl. 
Herbst war zwar keine Parteigenossin, sondern stand früher, wie ihre 
ganze Familie, der sozialistischen Partei nahe, doch war sie ausgesprochen 
tüchtig. 

Als sie nach 14 Tagen wieder zurückkam, sagt sie mir erstaunt (ich 
war überzeugter Nationalsozialist, was sie selbstverständlich wußte, 
ebenso wie ich ihre Einstellung): 

>Stellen sie sich vor, Herr Doktor, Furtwängler ist ein Nazi.<" (Dr. 
jur. Fritz Greiner an Lothar Seehaus, 1/X11/84). 

Ein aufrichtiger Zeuge hätte begriffen, daß Furtwängler damals 
befürchten mußte, von der ihm unbekannten Sekretärin beim Gauleiter/ 
Reichsstatthalter ausgehorcht und der Gestapo denunziert zu werden; wer 
gezielt einem Spitzenfunktionär die Gewißheit vermitteln wollte, er sei 
gegen den NS, konnte nicht geschickter handeln. Aber der Jurist Greiner 
täuschte. 

Nicht nur sind keine Memoiren überliefert. Zudem erinnerte sich die 
Sekretärin Poldi Herbst (9/1/85) anders. Es sei - Zeit: Frühsommer, nicht 
September 1944 - nur um Briefe gegegangen, die sie in Achleiten, nicht 
St. Florian, ein bis zwei Nachmittage je Woche nach Diktat schrieb; 
politische Gespräche habe es nicht gegeben und seine Reise in die 
Schweiz habe ihre Tätigkeit beendet. 

Geschichtsfälschung XXVI, 1989: 

"Klemperer, Kleiber, Walter und Furtwängler: Sie alle waren 
beamtete Kapellmeister im vorendzeitlichen Berlin - und waren Rivalen. 
Drei von ihnen mußten 1933 emigrieren, so sie überleben wollten; einer 
hingegen, Furtwängler, blieb. Und machte, nachdem sich die Konkurrenz 
verflüchtigt hatte, Karriere, übernahm die Berliner Philharmoniker bis zu 
deren bitterem Ende 1944 (...)" (Werner Pfister: Aussenseiter oder 
Ausgewiesener? "Musik & Theater" Nr. 6, Juni 1989. S. 23). 

Furtwängler war weder "beamteter" Kapellmeister, noch 
"übernahm" er 1933 das BPhO, denn er war bereits seit 1922 dessen 
Chefdirigent. Daß es sich um eine Rezension von Peter Heyworths 
Klemperer-Biografie handelt, entbindet nicht von der Pflicht zu 
historischer Genauigkeit... und Pfister, Musikredakteur beim Fernsehen, 
verfügte über zuverlässige Informationsmittel! 

Geschichtsfälschung XXVIl, 1989: 
"Er hat gerade eine Reise durch Schweden und Dänemark gemacht 


e 1998 





und ist voll von hohem nationalsozialistischen Geist" (Sam H. Shirakawa: 
"The Devils’ Music Master", Manuskript 1989, 13. Kapitel, S. 29. 
Übersetzung). 

Dieses angebliche Goebbels-Zitat ist mit der Jahreszahl 1940 
vorgeblich zitiert aus NL 118, dem kaum lesbaren Goebbels-Tagebuch, 
Nachlaß im BA. In Wirklichkeit stammt der Eintrag vom 28/II/42, steht in 
BA NL 118/12 und lautet original "und strotzt nur so von nationaler 
Begeisterung". Wenn selbst einem gutwilligen Autor wie Shirakawa 
dergleichen zustößt, stellt sich allmählich die Frage nach Verläßlichkeit 
historischer Studien und ihrer Autoren generell. 

Geschichtsfälschung XXVIIl, 1989: 

"Bei allen Auslandsreisen spielten die Berliner Philharmoniker unter 
Furtwängler streng als privates Ensemble" (Shirakawa, wie oben. 18. 
Kapitel, S. 8. Übersetzung). 

Shirakawa beschreibt auf der Seite zuvor korrekt, daß das BPhO 
"schließlich" zum "Reichsorchester" erhoben wurde, ohne das Ereignis zu 
datieren und ohne den Schluß daraus zu ziehen, daß nach 1934 das RMVP 
dessen Auslandseinsätze aus politischen Erwägungen bestimmte, jedoch 
nicht den Privatmann Furtwängler in Dienst nehmen konnte. 
Geschichtsfälschung XXIX, 1989: 

"Die Sache war für das Tribunal ein Ansatzpunkt, weil Furtwängler 
wirklich Reichsangestellter war, so oft er ein Reichsorchester dirigierte, 
obwohl er nach 1934 weder Titel noch offizielle Position beim Orchester 
oder irgendeiner anderen Institution hatte" (Shirakawa, wie XXVIl. 18. 
Kapitel, S. 19. Übersetzung). 

Die Bindung an das Reich im Form des RMVP betraf nur das 
Orchester; der Dirigent war gerade kein Angestellter, weder tatsächlich 
noch formaliter. Dies war längst hinreichend bekannt. 
Geschichtsfälschung XXX, 1993: 

Mit der Inhaltsangabe "Aus den Tagebüchern: Goebbels über 
Furtwängler" und dem Titel "Er ist ein richtiger Chauvinist geworden" 
zitiert Albrecht Dümling aus den Tagebüchern des Ministers gerade nur die 
Texte, die ausweisen, daß Goebbels zeitweise glaubte, der Künstler stehe 
völlig auf Seiten des Regimes. Alle widersprüchlichen Texte fehlen - wie 
die Erläuterung, was die Meinung des Politikers bedeutete und was 
Furtwängler dazu - und zu welchem Zweck - beigetragen hatte ("Entartete 
Musik. Dokumentation und Kommentar". Düsseldorf, 31993. S. 223-225). 
Geschichtsfälschung XXXI 1993: 

"(...) er war, beiläufig, ein unangenehmer Antisemit (...)" (Bernard 
Levin: Conductor unbecoming. "Times", 7/1/93. Übersetzung). 

Der britische Starjournalist Levin nahm diese Anschuldigung in 
einem privaten Brief zurück, dementierte sich jedoch nicht im Druck, 
sodaß die Leser seine feige Verleumdung des verstorbenen Künstlers für 
erwiesene Tatsache hielten. 

Geschichtsfälschung XXXIl, 1996: 

"(...) Mit seinen gelegentlichen, gut dokumentierten, antisemitischen 
Äusserungen >schwamm (Furtwängler) im antisemitischen Fahrwasser<, 
wie eine erschreckend grosse Zahl der europäischen Intellektuellen (...)" 


e 1999 





(Chris Walton: Einleitung: "Doppelagent" oder "kläglicher Mensch". In: 
Wilhelm Furtwängler in Diskussion. Winterthur, 1996. S. 11). 

Der Schreiber, Brite des Jg. 1963, leitete die MA der 
Zentralbibliothek Zürich, was sein Minus hinsichtlich Erkenntnis von 
Musikgeschichte nur unterstreicht. Seine Quelle bietet nämlich 
vollständige und dem Niveau selbst unaufmersamer Leser angepaßte 
Information, daß es keine antisemitischen "Äußerungen" gibt, daß 
Furtwängler jedoch Antisemitismen abseits der Öffentlichkeit und gegen 
seine persönliche Ansicht nur in vertraulichen Schreiben an NS- 
Funktionäre oder in Notizen für Gespräche mit diesen allein zu dem Zweck 
einsetzte, den Boden zu ebnen für die erbetenen Konzessionen zugunsten 
von Juden und Verfolgten. Wer dies in private Meinung verfälscht, 
verleumdet oder verfügt nicht über zureichende Intelligenz oder 
Grundkenntnisse in Psychologie der NS-Machthaber. Wenn er dann noch 
einen unerfahrenen Nachwuchs-Kritiker zum Zeugen für sein Verdikt 
anruft, verspielt er alle Glaubwürdigkeit. 

Geschichtsfälschung XXXIll, 1997: 

"(...) Furtwängler zu exkulpieren, ist derzeit >in<. Darüber ist 
festzuhalten: Er war 1933 bis 1945 Chef der Berliner Philharmoniker, 
dirigierte das Festkonzert zu Hitlers Fünfzigstem, noch 1943 die 
Bayreuther >Meistersinger<, war auch international, viel mehr als Gustav 
Gründgens, die kulturelle Galionsfigur des Dritten Reichs. Wer wollte 
nachträglich mit Steinen auf den großen Dirigenten werfen? Aber ihn zur 
anima candida, gar zum geheimen Widerstandskämpfer zu stilisieren 
mutet gespenstisch an. Zumal Furtwänglers gewiß idealistische 
Kunstauffassung sich fatal ins NS-Konzept integrieren ließ: 
Weltmachtvorstellung der deutschen Musik (da berührte er sich mit dem 
Antipoden Schönberg), biologistisch unterfütterte Ablehnung der Moderne, 
tragisch-heroische Kunst-Gebärde. Furtwänglers unbestreitbare Grandeur 
war eben nicht nur zeitlos. Die Frage nach den Verstrickungen gilt nicht 
nur der Politikgeschichte, sondern auch den Kunstinhalten. Das erst macht 
sie intellektuell spannend" (Gerhard R. Koch: Böses Echo. Musik im Dritten 
Reich. "Frankfurter Allgemeine Zeitung", 23/VI1/97. Fehler im Original). 

Solche das bestens dokumentierte Gegenbild sorgsam aussparenden 
Produkte zu kurz gekommener Zeitungsschreiber beweisen nur, daß die 
Tagespresse zur Darstellung komplizierter Realität nicht taugt. Koch 
verschwieg wider sein besseres Wissen, daß Furtwängler (von den 
Musikern gewählter) "Chef" des Orchesters lediglich 1922-34 war. 
Geschichtsfälschung XXXIV, 1998: 

"Insgesamt verdiente er 1939 über 200 000 Mark (...)" (Kater Il. S. 
25): 

Der "DRPoH" war nicht fähig zu ermitteln, daß der Dirigent für 1939 
dem Finanzamt 132.467 RM vor Steuern erklärte, wovon ihm nach Abzug 
einer Steuerschuld (mit Rückständen) von 110.398.06 RM ein Gewinn 
von 22.068.94 RM verblieb. 

Geschichtsfälschung XXXV, 1998: 

"Nachdem Furtwängler seine Spitzenposition an der Berliner 

Staatsoper Ende 1934 aufgegeben hatte (...)" (Kater Il. S. 117). 


e 2000 





Der "DRPoH" verschweigt, daß der Dirigent die Position des 
Operndirektors unter politischem Druck verlor, also gerade nicht aufgab. 
Geschichtsfälschung XXXVI, 1998: 

"(...) hatte Furtwängler aufgrund seines direkten Zugangs zum 
Propagandaminister und zum Führer (...) immer die Oberhand. (...)" 
(Kater Il. S. 119-120). 

Der "DRPoH" behauptet die Unwahrheit; tatsächlich mußte der 
Dirigent korrekt um Audienz nachsuchen wie jeder andere Bittsteller; 
hielten die Funktionäre seine Themen für wichtig, empfingen sie ihn, sonst 
- Hitler jahrelang - nicht. 

Geschichtsfälschung XXXVIl, 1998: 

"(...) Furtwängler zum Beispiel nahm Anfang 1941 eine Position an 
der Preußischen Hochschule für Musik an, von der er zu Meisterklassen 
eingeladen worden war. (...)" (Kater Il. S. 295). 

Der "DRPoH" weiß nicht, daß keine "Preußische" Hochschule für 
Musik existierte, sondern eine staatliche, und daß es Meisterklassen - nur 
für Komposition - lediglich an der Akademie der Künste gab. 
Geschichtsfälschung XXXVIIl, 1998: 

"(...) Furtwängler, der sich als Komponist gründlich selber etwas 
vormachte. (...) (Kater Il. S. 359). 

Kater, der nach eigenem Eingeständnis keine Partitur lesen kann, 
besitzt nicht die Spur musikologisch-fachliche Kompetenz für solche 
arrogante Abqualifizierung. 

Geschichtsfälschung XXXIX, 1998: 

"(...) Einer von Furtwänglers glaubwürdigeren Biographen hat 
nachgezählt, daß sich der Dirigent für mindestens achtzig Menschen 
verwendet hat und vielleicht für noch viel mehr, denn Gespräche und 
Telefonanrufe wurden nicht dokumentiert. 

Eine so hohe Zahl ist jedoch an sich verdächtig. Bei näherer 
Untersuchung findet man auf dieser Liste nicht nur Juden und bekannte 
Gegner des NS-Regimes, sondern auch Antisemiten, Nazis und Musiker, 
die mit der Sache der Nazis sympathisierten (...) (Kater Il. S. 374-375). 

Der herablassende Sprachgestus des "DRPoH" kann nicht 
verschleiern, daß ihm die Intelligenz abgeht zu verstehen, warum der 
Dirigent rundum Hilfe leistete und nicht nur Juden; hätte er sich 
gegenüber Rosenberg noch deutlicher als Judenhelfer entlarven sollen? 
Geschichtsfälschung XL, 1998: 

"(...) intervenierte zugunsten der Gesangspädagogin Anna Bahr- 
Mildenburg, des Komponisten Georg Vollerthun und des Dirigenten Franz 
von Hoesslin, die alle zu dieser Zeit nationalsozialistisch gesinnt waren. 
(...)" (Kater Il. S. 375. Das Register nennt die falsche Seitenzahl). 

Der "DRPoH" übt politische Denunziation, indem er den verfolgten 
Hoesslin mit zwei angepaßten Künstlern zusammenstellt und obendrein 
seine Quelle - Prieberg, "Kraftprobe"- fälscht. Hier steht kein Wort von 
"nationalsozialistischer Gesinnung". Dieser "Historiker" scheint 
Hilfeleistung nicht von Hilfebedürftigkeit abhängig zu machen, sondern 
von "richtiger" Gesinnung - von welcher, bestimmt er als politischer 
Scharfrichter. 


F 2001 





Geschichtsfälschung XLI, 1998: 

"(...) Ertat sein möglichstes, um die Aufführung von Strauss-Opern 
in Berlin zu verhindern (...)" (Kater Il. S. 375). 

Der "DRPoH" übernimmt eine unbelegte Behauptung von Strauss, 
ohne diese am Opernrepertoire der Berliner Bühnen zu kontrollieren, und 
verschweigt, daß es künstlerische Gründe waren, die Furtwängler für 
seine allgemeine Zurückhaltung gegenüber diesem Oeuvre anführen 
konnte. 

Geschichtsfälschung XLIl, 1998: 

"(...) Gewiß scheint Furtwängler während des Dritten Reichs keine 
Kontrollposition freiwillig aufgegeben zu haben, die er sich verschafft hatte 
- Dutzende von Gremien, Kommissionen, Ämtern und Vereinsvorsitze 
(einschließlich der Ehrenpräsidentschaft in der Hans Pfitzner-Gesellschaft) 
-, um so viele Eisen wie möglich im Feuer zu haben. (...)" (Kater Il. S. 
376). 

Der "DRPoH" stellt hier seine Verleumdungstechnik bloß, indem er 
unterschlägt, daß Furtwängler keine "Kontrollposition" aufgeben konnte, 
weil er keine besaß, also sich auch keine verschafft hatte; ihm wie allen 
prominenten Künstlern wurden solche unverbindlichen Ehrungen 
massenhaft angetragen, wobei er nur die akzeptierte, die ihm keine Zeit 
abforderten. 

Geschichtsfälschung XLIIl, 1998: 

"(...) Er begrüßte nicht nur die Rückkehr zu Ruhe und Ordnung unter 
Hitler (von dem er wie andere erwartete, daß er die Schmach von 
Versailles und andere Unbill ungeschehen machen würde), sondern war 
sogar für bestimmte Aspekte des nationalsozialistischen Antisemitismus 
aufgeschlossen. (...)" (Kater Il. S. 377). 

Der ""DRPoH" wertet absichtlich Zitate Furtwänglers, die den 
Minister einem bestimmten politischen Zweck des Musikers geneigt 
machen sollten, als dessen Meinung, obwohl er eigentlich ein paar 
landläufige Kenntnisse in Psychologie haben müßte; daß der Dirigent von 
Schmach sprach und Versailles durch Hitler ungeschehen haben wollte, ist 
Quellenfälschung; dies war Sprachgebrauch der NS-Propaganda-Experten. 
Geschichtsfälschung XLIV, 1998: 

"(...) schadete Furtwängler seiner anfangs starken Position, indem 
er öffentlich und nicht der Wahrheit entsprechend behauptete, er habe 
seinen berühmten Artikel zu Hindemiths Verteidigung nur aus 
musikalischer Sicht geschrieben und bedaure allfällige politische 
Konsequenzen. (...)" (Kater Il. S. 381). 

Der "DRPoH" teilt hier eine platte Lüge mit. Für das Gespräch mit 
dem Minister am 28/11/35 unter Ausschluß jeder Öffentlichkeit existiert 
kein Dokument, kein Zeuge; die von Goebbels formulierte Pressemeldung 
gibt dessen propagandistisch gezielte Version des Gesprächsinhalts 
wieder. Furtwängler hat garnichts Öffentlich behauptet. 
Geschichtsfälschung XLV, 1998: 

"(...) drückten seiner Kunst in hohem Maß den Stempel des 
Politischen auf. Unter den ersten war ironischerweise sein Dirigat von 
Wagners Die Meistersinger von Nürnberg bei demselben Parteitag im 


e 2002 





September 1935, bei dem die Nürnberger Rassengesetze beschlossen 
wurden - eine Handlung von seiten Furtwänglers, die seinem weitherzigen 
Gelöbnis, die Juden zu retten, Hohn sprach. (...)" (Kater Il. S. 382). 

Der "DRPoH" lügt zwecks politischer Verleumdung. Daß die 
>Meistersinger<-Aufführung nicht bei dem Parteitag stattfand, sondern 
am Abend zuvor, ist exakt dokumentiert. Die Rassengesetze wurden in 
Nürnberg am 15. September vom Reichstag beschlossen, die 
Opernaufführung fand fünf Tage vorher statt, so daß der Dirigent nichts 
davon ahnen konnte. Daß Kater die Daten verschweigt, offenbart die 
Vorsätzlichkeit seiner üblen Nachrede. 

Geschichtsfälschung XLVI, 1998: 

"Nach dem Krieg nahm Furtwängler während seines 
Entnazifizierungsverfahrens nicht nur für sich in Anspruch, daß er seinen 
Dienst im Dritten Reich als >unpolitischer Künstler< fortgesetzt habe, 
sondern auch, daß er mit dem NS-Staat nie mehr in vertragliche 
Beziehung getreten sei. Außerdem sagte er, daß er den Versuchen der 
Nazis widerstanden habe, seine Talente für Propagandazwecke 
heranzuziehen. Das heute verfügbare Beweismaterial zeigt, daß der 
Dirigent in allen diesen Punkten nicht die Wahrheit gesprochen hat. 

Genauso wie früher dirigierte Furtwängler weiter im Dienst von 
Hitler, Goebbels und Göring (...) (Kater Il. S. 382). 

Der "DRPoH" bleibt bei der kriminellen Verleumdung. Es gab keinen 
"Dienst", weil es keinen Vertrag gab, der Furtwängler zu solchem 
verpflichtet hätte. Das angeblich >heute verfügbare Beweismaterial<, für 
das Kater keine Quelle anführt, ist nicht verfügbar, da nicht existent. 

Der Vorwurf der Propaganda für den NS macht keinen Sinn, so 
lange jeglicher Beweis dafür aussteht, daß effektive Propaganda durch 
Musik überhaupt möglich wäre, was immer Politiker von ihr erhoffen. 
Geschichtsfälschung XLVIl, 1998: 

"Dafür wurde Furtwängler vom Regime großzügig belohnt. (...) 
konnte er mit Rückendeckung von Hitler und Goebbels 1936 und 1937, 
und dann wieder 1943 und 1944 bei den Bayreuther Festspielen 
dirigieren" (Kater Il. S. 384). 

Der "DRPoH" unterschlägt, daß der Dirigent beim Regime im 
Frühjahr 1936 wegen des Gesprächs mit Werfel in Wien 1935 in Ungnade 
war und Hitler ihn schnitt, sodaß Furtwängler Urlaub vom Dirigieren nahm 
- außer wieder in Bayreuth, wo er bislang häufig gastiert hatte. Die 
"Rückendeckung" kommt aus Katers Märchensammlung; zudem war das 
Bayreuth-Gastspiel bereits vor seiner Absage der USA-Einladung 
vereinbart. 

Geschichtsfälschung XLVIII, 1998: 

"(...) Furtwängler und seine zweite Frau Elisabeth rühmten sich 
beide nach dem Krieg, daß sich der Dirigent nie dazu erniedrigt habe, die 
NS-Propaganda durch Auftritte in besetzten Ländern zu fördern. Dies war 
nicht nur insofern eine Lüge, als Furtwängler im Februar 1942 im 
besetzten Dänemark arbeitete, sondern ist auch unter dem Aspekt der 
breiteren Bedeutung der >Besetzung< falsch, die auch die 
Satellitenstaaten der Nazis einschließen müßte, denn Furtwängler 


e 2003 





dirigierte die Wiener Philharmoniker in Prag im Protektorat Böhmen und 
Mähren im November bei einem Einsatz, der von Goebbels ausdrücklich 
als Propaganda bezeichnet wurde, und ein weiteres Mal im März 1944. Er 
machte eine Woche, bevor Norwegen von der deutschen Wehrmacht 
angegriffen wurde, eine Tournee nach Oslo. Er sanktionierte 1940 auch 
eine Reise der Berliner Philharmoniker in die besetzten Länder Holland, 
Belgien und Frankreich, an der er allerdings nicht teilnahm. Furtwängler 
gab sowohl im den Achsenmächten verbundenen Ungarn, wie in der 
Schweiz und Schweden Konzerte, zwei neutralen Ländern, in denen seine 
bloße Präsenz ins Horn der Nazis stieß (...) " (Kater II. S. 385). 

Der "DRPoH" erweist sich hier als Meister der Verdrehung bestens 
dokumentierter Tatsachen. Das Gastspiel mit den Philharmonikern am 11. 
und 12. Februar 1942 in Kopenhagen fand auf dänische Einladung 
lediglich zur Sicherung des Auftritts in Schweden statt, mit dem der 
Dirigent seinen Kontakt zu Emigranten stärkte. Also verfälscht Kater die 
lexikographisch wie staatsrechtlich unmißverständliche Bedeutung der 
Vokabel "Besetzung" in plumpe Verallgemeinerung, sodaß er nicht nur das 
völkerrechtlich deutliche Protektorat, sondern auch einen 
Tagebucheintrag, der eine Hoffnung des Ministers spiegelte, gegen 
Furtwängler ausspielen und ihn überdies beschuldigen kann, er habe den 
geheimgehaltenen Angriff gegen Norwegen 1940 bereits Monate zuvor bei 
Vertragsabschluß voraussehen müssen. Um Recht zu behalten, erfindet er 
eine Sanktionierung der Orchestertournee in Belgien und Holland und 
unterschlägt, daß der Dirigent dazu gar kein Recht hatte, weil das 
"Reichsorchester" dem RMVP angegliedert und von diesem zu Gastspielen 
eingesetzt war, ohne ihn zu fragen. 

Furtwänglers Auftritte in neutralen Ländern konnten schon 
deswegen nicht für den NS werben, weil die dortige Presse umfassend 
über die Greuel des Regimes aufklärte. Um seine Verleumdung zu decken, 
diffamiert Kater Schweizer und Schweden nun auch noch als politisch 
dumm und blind. Mehrere der Quellen, die er für sich in Anspruch nimmt, 
dokumentieren jedoch die erweisliche Wahrheit gegen ihn, als könne er 
nicht lesen oder fehle ihm die Intelligenz, korrekte Schlüsse zu ziehen. 
Geschichtsfälschung IL, 1999: 

"(...) Im Juli verleiht ihm Goebbels den Titel >Staatsrat< (...). Im 
Dezember 1934 tritt Furtwängler vehement für den von den 
Nationalsozialisten geächteten Komponisten Paul Hindemith ein und legt 
alle öffentlichen Funktionen nieder. Sein Paß wird konfesziert. (...) Im 
Januar 1945 gibt Furtwängler für lange Zeit seine letzten Konzerte mit den 
Berliner und Wiener Philharmonikern. Am 7. Februar flüchtet Familie 
Furtwängler in die Schweiz. (...) 1946 beginnen im Februar die 
Entnazifizierungsverfahren in Wien. Im Dezember erscheint Furtwängler 
erstmals vor dem Entnazifizierungsausschuß in Berlin. Die Entscheidung 
wird vertagt, die Verhandlungen ziehen sich über Monate. Erst im Mai 
1947 wird Furtwängler als >Mitläufer< eingestuft. (...) >Taking Sides< 
heißt übersetzt >Partei ergreifen<. Die deutschsprachige Erstaufführung 
verwendete den Titel Kategorie 4 eine Anspielung auf das >Mitläufer<- 
Verdikt der Spruchkammer der deutschen Entnazifizierungsstelle. (...)" (T 


e 2004 





im Programmheft des Fritz-Remond-Theaters, Frankfurt, zur Aufführung 
von Ronald Harwoods "Der Fall Furtwängler" = "Taking Sides", 12/V/99. 
Redaktion: Angela Eder. Fehler im Original). 

Der "Staatsrat" von Goebbels ist Erfindung; nur Ministerpräsident 
Göring konnte Preuß. Staatsräte ernennen. Das prononzierte Eintreten für 
Hindemith begann bereits im Frühjahr 1933. Er legte die Ämter nicht 
nieder; sie waren ihm vielmehr strafhalber abgenommen. Nicht die 
Familie Furtwängler flüchtete am 7. Februar in die Schweiz, sondern er 
allein, da Frau und Kind schon seit Monaten dort lebten. Der Text 
unterschlägt, daß schon die Wiener Begutachtungskommission auf 
Freispruch erkannte. Die Berliner Verhandlungen - vor der 
Entnazifizierungskommission für Kunstschaffende - waren nach zwei 
Sitzungstagen mit Befürwortung zu völliger Entlastung an die Alliierte 
Kommandantur beendet, welche der Empfehlung folgte. Eine Einstufung 
als "Mitläufer" ist Unwahrheit und hinterhältige Verleumdung, die gegen 
Strafrecht verstößt. 

Geschichtsfälschung L, 2001: 

"(...) Den Kampf gegen das J udentum dort aber, wo Furtwängler 
keine große Kunst erkennt, findet er ebenso in Ordnung wie den Kampf 
gegen schlechte >germanische< Kunst. (...)" (Frank Pommer: Musik im 
Zeichen des Hakenkreuzes. "Die Rheinpfalz" Nr. 232, Ludwigshafen, 
6/X/01). 

Pommer ist Redakteur des Blattes, aber unfähig sich vorzustellen, 
wie ein Reichsminister 1933 angesprochen werden mußte, wo Wirkung 
zugunsten von Juden angezielt war. Hätte sich dieser Zeitungsschreiber 
etwa als Judenfreund (und daher Anti-Nazi) bekannt? Verleumdung ist 
immer einfacher als Stoffkenntnis und Psychologie. 

Geschichtsfälschung LI, 2001: 

"(...) ging er später ein für beide Seiten nützliches Arrangement mit 
dem Nazi-Regime ein. Furtwängler, der zum preußischen Staatsrat ernannt 
worden war und dem die Nazis mehrere andere hohe Ämter verliehen 
hatten, füngierte während des gesamten Dritten Reiches als Dirigent des 
Berliner Philharmonischen Orchesters wie auch der Berliner Staatsoper. 
(...)" (Frances Stonor Saunders: Wer die Zeche zahlt... Der CIA und die 
Kultur im Kalten Krieg. Berlin, 2001, S. 26. Fehler im 
Original). 

Geschichtsmärchen made in USA. Das "für beide Seiten nützliche 
Arrangement" ist phantasievolle Interpretation einer dokumentfernen 
Stümperin. Daß Furtwängler "während des gesamten Dritten Reiches" 
Dirigent des BPhO und der Staatsoper war, ist Unwahrheit. Der 
mitschuldige Verleger Siedler in Berlin sollte sein Lektorat auswechseln. 
Geschichtsfälschung LIl, 2002: 

"(...) Der Film (von Szabo) ist keine Dokumentation, basiert aber 
auf amerikanischen Verhörprotokollen (...). 

Auch im wirklichen Leben blieb der >Bandleader des Führers<, 
obwohl später rehabilitiert, noch Jahre nach dem Krieg umstritten: 
Furtwängler, der Antisemit, der Juden gerettet hatte. Furtwängler, der 
Karrierist, der Hitler aufspielte. Furtwängler, der Schöngeist, an dem das 


e 2005 





Blut des Mördersystems klebte. Bis zu seinem Tod 1954 blieb er in 
Amerika unerwünscht. (...) >Der Fall Furtwängler< ist eine spannende 
Geschichtsstunde über Anstand und Moral - und über den 
verhängnisvollen Hochmut des Künstlers in barbarischen Zeiten" (Gerda- 
Marie Schönfeld: Aus dem Takt gekommen. "Stern" Nr. 11, 7/111/02. S. 
193). 

Im deutschen Totschläger-Journalismus drängt sich immer stärker 
ein krimineller Typus vor, der Verstorbene, die sich nicht wehren können, 
verunglimpft und verleumdet. Der "Stern" war Helfershelfer - sonst hätte 
er mindestens einen korrigierenden Leserbrief veröffentlicht. 
Geschichtsfälschung LIII, 2003: 

"(...) macht er sich zu einem Gastspiel in Leipzig auf. (...) 
Furtwängler gibt ein >Vorkonzert<, und am 9. November, an dem man 
zum fünfzehnten Mal den >Ehrentag der Blutzeugen< begeht, findet im 
ausverkauften Gewandhaussaal das eigentliche >Sonderkonzert< statt. 
(...)" (Herbert Haffner: Furtwängler. Berlin, 2003. S. 267). 

Der "Kulturpublizist" suggeriert mit dieser Wortwahl, das Gastspiel 
habe den "Nationalen Gedenktag" würdigen sollen. Es handelte sich 
jedoch um eines der üblichen, stets wahrgenommenen "Reisekonzerte", 
manchmal auch im Verfolg einer Konzertreise; "Sonderkonzerte" in diesem 
Rahmen existierten nicht. Sie waren auf Berlin beschränkt. Die Belegung 
des bei Veranstaltern wegen der 1600 Plätze beliebten Gewandhaussaals 
schuf Terminengen, die auch fürs BPhO galten; ohne Zweifel war es 
profitabler, einen Feiertagstermin zu bekommen statt eines gewöhnlichen 
Wochentags. Konzertprogramme mehrfach anzubieten, war die Regel, 
sodaß Haffners erfundenes "Sonderkonzert" lediglich Wiederholung der 
Aufführung am Vortag war. Hätte ein Dirigent mit so dichtem Arbeitsplan 
einen Termin - welchen auch immer - auslassen und damit dem Orchester 
finanzielle Einbuße zumuten sollen? 

Geschichtsfälschung LIV, 2003: 

"(...) und im März 1947 teilt die Spruchkammer mit, ihr sei neues 
Belastungsmaterial zur Verfügung gestellt worden, daher sei die erste 
Entscheidung den alliierten Behörden noch nicht zur Begutachtung 
vorgelegt worden (...)" (Haffner, wie oben. S. 360). 

Der "Kulturpublizist" verläßt sich auf die dubiose Meldung der 
"Badischen Zeitung" in Freiburg (!), weit weg von Berlin und gerade keine 
Verlautbarung der Spruchkammer; deren recht komplette Dokumente 
erwähnen weder dies, noch eine neue Sitzung mit abweichender 
Entscheidung; kein Hinweis auch im OMGUS-Verfahren zur Bewilligung 
des für 1949 geplanten Gastspiels beim Chicago Symphony Orchester, nur 
- mit Beilage der Spruchkammerprotokolle 1946 - die Erklärung vom 
Office of the Commander-in-Chief, European Command Berlin, 18/I/49: 
"Da Dr. Furtwaengler entlastet worden ist, sieht sich die Militärregierung 
nicht in der Lage, gegen seine Reise in die Vereinigten Staaten, um als 
Gastdirigent des Chicago Symphony Orchestra zu wirken, irgendeinen 
Einwand vorzubringen (...)" (Quelle: OMGUS, AG 1949/88/3. 
Übersetzung). Dieses Dokument ist unterschriftlich genehmigt von LDC = 
General Lucius D. Clay! 


e 2006 





Geschichtsfälschung LV, 2003: 

"(...) Furtwängler wird nicht absolut entlastet, sondern der 
>Kategorie 4< zugeordnet, also als >Mitläufer< eingestuft". 
(Dazu Fußnote): 

"Dieses Urteil des deutschen Spruchkammerverfahrens ist unstrittig. 
Ronald Harwoods Stück >Taking Sides< trägt nach Auskunft des Verlages 
Hartmann & Stauffacher, Köln, sogar den offiziellen deutschen Titel 
>Furtwängler - Kategorie 4< und wird nur per Sondergenehmigung in 
Deutschland und Österreich zuweilen als >Der Fall Furtwängler< 
aufgeführt. Gleichwohl hat der Vf., in hartnäckigen Recherchen versucht, 
einen Dokumenten-Beleg für die Einstufung zu finden, doch alle 
einschlägigen Archive melden Fehlanzeige, sogar das der Familie 
Furtwängler in Clarens selbst (...)" (Haffner, wie oben. S. 360-361, 478). 

Recht hat der "Kulturpublizist": Ein dokumentarischer Beweis für die 
Einstufung als "Mitläufer" existiert nicht, auch nicht in der damaligen 
Presse Berlins, die solche Inkonsequenz heftig angegriffen hätte. Die 
Entscheidung der Spruchkammer war unstrittig, indem sie Furtwängler für 
unbelastet erklärte. Erfinder der Verleumdung "Kategorie 4" ist der 
erfolgsbesessene Theaterautor Harwood, kein Historiker. Er und sein 
Nachbeter wider besseres Wissen scheuen nicht "Verunglimpfung von 
Verstorbenen", wofür das StGB zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe 
vorsieht... nicht zu reden von Unanständigkeit und moralischem Versagen 
hinter solcher Methodik. Profitgier - das ist seit Hitler bekannt - hat von 
jeher Fälschungen produziert. 

Ein Schreiben von Ray Ashworth, OMGUS, Chef der Public Safety 
Branch, vom 27/XII/48, entlarvt die Lügner und ihre mitschuldigen 
Verlage (Hartmann & Stauffacher, Köln - Parthas, Berlin) 
unmißverständlich: "(...) Das deutsche Komitee hielt zwei ausgedehnte 
öffentliche Anhörungen am 11. und 17. Dezember 1946; bei der letzten 
beschloß man, Furtwänglers Entnazifizierungsantrag stattzugeben und 
reichte dies mit günstiger Empfehlung weiter an das Alliierte Personal- 
und-Entnazifizierungs-Komitee (Personnel and Denazification Committee) 
der Alliierten Kommandatura. 

(...) Bei seiner 31. Sitzung am 28. April 1947 untersuchte das 
Personal-und-Entnazifizierungs-Komitee der Aliierten Kommandatura den 
Fall und beschloß, das Gesuch zu unterstützen (...). Folglich wurde die 
Person gemäß der anzuwendenden Politik der Öffentlichen Sicherheit als 
"verwendbar" eingestuft (...)" (Quelle: BA, OMGUS AG 1949/88/3; 
Übersetzung). 

Dabei benutzte Haffner diese Quelle selber, ist jedoch so schamlos, 
die zitierten Dokumente zu ignorieren! 

Sein und Katers (!) Parthas-Verlag schämte sich seinerseits nicht, 
ausgerechnet aus dem "SPIEGEL" zu zitieren: "Akribisch wie keiner vor 
ihm hat der Musikexperte Herbert Haffner die Quellen durchforscht" 
(Werbetext in Kater Ill. S. nach 494). 

So war zugleich die "akribische" Ahnungslosigkeit des SPIEGEL- 
Schreibers über die Quellenlage, zudem über die Tatsache demonstriert, 
daß Haffner alles andere als ein Musikexperte ist. 


e 2007 





Geschichtsfälschung LVI, 2003: 

"Kulturpublizist" Haffner zitiert in seiner Biographie - vgl. LII - aus 
dem Tagebuch des Dr. Goebbels, hgb. von Ralph Georg Reuth (München/ 
Zürich, 1992), dazu aus der quasi amtlichen Tagebuch-Edition des IfZ, 
Hgb. Elke Fröhlich (München 1994), Erwähnungen Furtwänglers u. a. von 
S. 344, 367, 387 des Reuth-Bandes 2 mit Daten von 1939 und 1942. 

Reuths fünfbändige Edition deckt in fortlaufender übergreifender 
Paginierung mit Band 1 die Jahre 1897-1929. Band 2 (S. 441-852) 
enthält die Zeit 1930-34, aber keine der von ihm genannten Seiten. Band 
3 behandelt ab S. 1294 das Jahr 1939, Band 4 ab S. 1726 das Jahr 1942. 

Haffner leistet sich zahlreiche Zitatfehler und täuscht seine Leser mit 
unzutreffenden Seitenzahlen oder Daten, sodaß sich mehrere Zitate nicht 
auffinden lassen, und hindert die Öffentlichkeit, seine Angaben zu 
überprüfen. Daraus folgen Absurditäten; die angebliche Audienz beim 
Minister am 11/11/42 kollidiert mit der Tatsache, daß Furtwängler an 
diesem Tag noch gar nicht aus Skandinavien zurückgekehrt war. Er kam 
erst am 28. Februar zur Audienz. 

Geschichtsfälschung LVII, 2004: 

"Die Betonung der politischen Gefährdung Furtwänglers in den 
Unterstützerbriefen seiner Schweizer Freunde ist darauf zurückzuführen, 
dass Furtwängler seit seiner Vorsprache bei der Fremdenpolizei im 
September 1944 wusste, dass dies die einzige Möglichkeit war, um in der 
Schweiz Asyl zu bekommen (...)" (Alexis Schwarzenbach: Die Geborene. 
Zürich, 2004. S. 419). 

Der unbedarfte Autor - Jg. 1971 (!) - unterschlägt Fakten, so das 
Dossier gegen den Dirigenten im ARR, seine Tarnung der Ausreise, die 
Volkssturmpflicht, Gestapoverhöre von Dr. Maria Daelen: Die Angst vor 
einer direkten Gestapo-Aktion war durchaus begründet. Zudem berief sich 
Jeder Emigrant schon seit Jahren auf seine politische Gefährdung durch 
den NS. 

Geschichtsfälschung LVIII, 2004: 

"(...) Ende September 1944 sprach der Dirigent in Bern vor, bei der 
Fremdenpolizei, um für seine im achten Monat schwangere Frau und deren 
Sohn eine Verlängerung des Visums zu beantragen. Der Beamte notierte 
in seinem Protokoll, Furtwängler habe erklärt, die Rückkehr seiner Familie 
sei >unter den heutigen Umständen in Deutschland sehr untunlich<. 
Angesichts der fast täglichen Bombardierungen deutscher Städte leuchtete 
dies der Fremdenpolizei ein (...). 

Auch in Hitlers Allerheiligstem, in Bayreuth, hatte er seit einer 1936 
vom >Führer< verordneten Aussöhnung mit Winifred Wagner wieder 
regelmäßig dirigiert" (Alexis Schwarzenbach: Emigrant der allerletzten 
Stunde. "DIE ZEIT" Nr. 42, 7/X/04). 

Der Zürcher Familienhistoriker, unbeleckt von Kenntnis deutscher 
politischer Musikgeschichte, mißbraucht die Wochenzeitung zur 
Unwahrheit. 

Der ständige Wohnsitz der Furtwänglers lag in der nie luftbedrohten 
niederösterreichischen Provinz; die politischen Gegner Rosenberg und 
Himmler übten dagegen Sippenhaftung selbst im Freundeskreis 


e 2008 





Verdächtiger. 

Furtwängler gastierte nicht mehr regelmäßig in Bayreuth. Der 
Konflikt mit Winifred Wagner und Tietjen brach im Herbst 1937 aus. Die 
Aussöhnung 1936 auf Verordnung Hitlers ist erfunden, da dieser eine 
Audienz verweigerte und Goebbels im Tagebuch, 3/XI/37, festhielt, daß 
Hitler Furtwängler für Bayreuth fallenlassen wolle. Schwarzenbach stützt 
seine Verleumdungstaktik genüßlich per Zitat der Schimpfkanonade der 
Schweizer Linkspresse 1945, ignoriert alle längst öffentlichen Dokumente 
mit verbürgten Fakten und schwört auf Ignoranten wie Kater und Haffner. 
Ist die ehedem gerühmte Qualität des ZEIT-Feuilletons so weit 
heruntergekommen? 

Geschichtsfälschung LIX, 2004: 

"(...) Aber nach einem Kniefall vor Goebbels im Februar wurde er in 
sein philharmonisches Amt wieder eingesetzt (...)" (M. H. Kater: Der 
Inbegriff des wahren Deutschland. "Süddeutsche Zeitung", 29/X1/04; 
Internet: 
https: //ssl.sueddeutsche.de/kultur/artikel/832/43789/4/print.html). 

Der "DRPoH" em. ignoriert, daß kein "Kniefall" geschah und der 
Minister ihn nicht wieder ins Amt einsetzte, weil Furtwängler fortan nur 
noch freischaffend dirigierte. 

Geschichtsfälschung LX, 2004: 

"Kraft seines Prestiges im NS-Staat brauchte er keine 
Rechtsverträge, und politisch hat er Hitlers Regime unablässig allein durch 
seine Präsenz gedient. So verbrämte er den Nürnberger Parteitag der 
Rassengesetze vom September 1935 mit einem >Meistersinger<-Dirigat 
(...) (Kater, wie LIX). 

Der "DRPoH" em. plappert seine alten verleumderischen Märchen 
nach. Furtwänglers Verträge sind Archivbestand. Hitler verabscheute 
diesen "Diener durch Präsenz" von Katers "Gnaden", der bis 1945 
"nichtarische" Musiker spielen ließ. Die "Meistersinger"-Aufführung in 
Nürnberg fand statt, ehe der Parteitag am folgenden Tag begann, und vor 
ihrer Verabschiedung beim Parteitag waren die Rassengesetz unbekannt. 
Geschichtsfälschung LXI, 2004: 

"(...) Davon zeugen Überlegungen in den Tagebüchern des 
Dirigenten, die er während des ganzen Dritten Reiches und darüber hinaus 
führte. (...)" (Kater Ill. S. 56). 

Der "DRPoH" em. erfindet nichtexistente "Tagebücher", obwohl er 
sich per Fußnote auf die englische Fassung der "Aufzeichnungen" 
(Wiesbaden, 1980) mit dem Titel "Notebooks" beruft. Tatsächlich hat 
Furtwängler überhaupt keine Tagebücher hinterlassen, nur vereinzelte, 
mehr oder weniger vollständige Aufzeichnungen im Unreinen und etwa ein 
Dutzend Taschenkalender mit stichwortartigen Notizen, so Briefentwürfe. 
Geschichtsfälschung LXII, 2004: 

"1940 stellte Scherchen in Aussicht, dass Wilhelm Furtwängler eine 
von Hartmanns neueren Kompositionen dirigieren würde, da die beiden 
Männer während eines der gelegentlichen Besuche des Berliner Maestro in 
der Schweiz angeblich darüber gesprochen hatten. Zur Sicherheit fügte 
Scherchen jedoch hinzu, dass es nur dazu komme, wenn Furtwängler 


e 2009 





tatsächlich in der Lage sei, >sich mit Ihrer Musik auseinander zu setzen<. 
Ob Furtwängler sich jemals darum bemüht hat, ist nicht bekannt; auf 
jeden Fall erklang Hartmanns Musik nie auf einer Berliner Konzertbühne" 
(Kater Ill. S. 141-142). 

Da Hartmann 1940 noch nicht RMK-Mitglied war, konnte Scherchen 
nichts in Aussicht stellen und Furtwängler sich nicht bemühen. Historiker 
müßten das wissen. 

Geschichtsfälschung LXIIl, 2004: 

"(...) Obwohl Strauss aus taktischen Gründen Furtwängler selbst 
berufen hatte, war ihm der Mann ein einziges Gräuel (...)" (Kater Ill. S. 
308. Fehler im Original). 

Der "DRPoH" em. blamiert sich abermals, da er nicht mitbekommen 
hat, daß der Minister es war, der Furtwängler wie auch Strauss und alle 
weiteren Führungskräfte der Kammer ernannte. 

Geschichtsfälschung LXIV, 2004: 

"(...) Furtwängler dagegen hatte Hitler für dessen verschiedene 
Dienste am Staat eine neue Villa an einem bayrischen See überlassen 
oder ihm zumindest einen aufwendigen Bunker bauen wollen, um ihn vor 
Luftangriffen zu schützen (...)" (Kater Ill. S. 338). 

Der "DRPoH" em. hat wieder einmal nicht recherchiert. Das 
Geschenk einer neuen Villa durch Hitler ist nicht dokumentiert; es war 
1943 ein Wunsch von Dr. Goebbels, diese Gabe aus enteignetem 
Judenvermögen abzuzweigen, doch dankte Furtwängler - wie für alle 
andern staatlichen Ehrungen - noch vor der Entscheidung. Auch der 
"Bunker" verfiel der Ablehnung des Musikers, dem in Achleiten keine 
Luftangriffe drohten, sodaß es bei Verstärkung seines Kellers für 550, 92 
RM blieb. Solche Märchen sollen diesen als Profiteur und Komplizen des 
NS verleumden. 

Geschichtsfälschung LXV, 2006: 

"(...) Wegen seines Arrangements mit den Nazis verhängten die 
Alliierten nach 1945 zunächst ein Dirigierverbot über Furtwängler" 
(Kalenderblatt. "triangel" XI/1, Januar 2006. S.117). 

Die Auftrittssperre hatte mit keinem "Arrangement" zu tun, war 
daher nicht "verhängt", sondern automatische Folge der Ernennung zum 
Preußischen Staatsrat und RMK-Vizepräsidenten, Funktionen, welche die 
Alliierten zunächst politisch falsch bewerteten. Die Spruchkammer 
entlastete ihn völlig - mit Plazet von General Clay, dem Militärgouverneur 
der US-Besatzungszone in Deutschland. 

Geschichtsfälschung LXVI, 2006: 

"(...) Der Dirigent Wilhelm Furtwängler kritisiert zunächst die 
nationalsozialistische Rassepolitik und die Angriffe gegen Paul Hindemith, 
hält sich aber bald bedeckt, um weiter arbeiten zu können (...)" (Prospekt 
der Ausstellung "Das >Dritte Reich< und die Musik" in Schloß 
Neuhardenberg bei Berlin, März bis Juni 2006). 

Ohne Nennung des Verfassers dieser Oberflächlichkeit, also 
verantwortet von Funktionären der Stiftung Schloß Neuhardenberg, so 
einem Vorsitzenden des Aufsichtsrates, einem Generalbevollmächtigten 
und Geschäftsführer, der Geschäftsführerin, drei "Konservatorischen 


F 2010 





Betreuerinnen" und einer Produktionsleiterin, allesamt nicht 
musikhistorisch-zeitgeschichtlich erfahren, stellte man nach, was der 
französische Musikologe Pascal Huynh - im Prospekt auch noch falsch 
buchstabiert! - in Paris vorgemacht hatte, doch deutsch-fehlerhaft und 
prahlerisch. Schon einmal war eine ähnliche Ausstellung gescheitert - die 
über "Entartete Musik" 1938, und aus ähnlichen Gründen. Besonders 
ungeheuerlich: da spiegeln sie durch Vortrag von Szenen des Verleumders 
Ronald Harwood "wahre Geschichte" vor und betrügen das Publikum. 
Geschichtsfälschung LXVII, 2006: 

"(...) Die Auseindersetzung zwischen Propagandaminister Joseph 
Goebbels und Wilhelm Furtwängler im April 1933 zeigt, dass dem 
Dirigenten die offizielle Kunstauffassung der nationalsozialistischen 
Revolution aufgezwungen wurde (...)" (Pascal Huynh: "...dunkler die 
Geigen..." Das Dritte Reich und die Musik. In: Stiftung. S. 9). 

Der frz. Musikologe "interpretiert" eine Wunschvorstellung des 
Ministers als feststehende Tatsache. Gerade in diesem Fall - ein Beweis 
existiert nicht - bezeugt das eben kein wissenschaftliches Denken. 
Geschichtsfälschung LXVIIl, 2006: 

"(...) Dennoch war selbst das Konzert, das zu Hitlers Geburtstag am 
20. April 1937 in der Berliner Philharmonie stattfand, weniger ein Treue- 
Ritual für den "Führer" als ein künstlerisches und gesellschaftliches 
Ereignis, dem der Völkische Beobachter, das Sprachrohr der Partei, keinen 
militanten Artikel, sondern eine Rezension ohne jegliche politische 
Anspielung widmete (...)" (Esteban Buch: Beethoven und das "Dritte 
Reich". Porträt eines konservativen Titanen. In: Stiftung. S. 39). 

Hätte M. Buch nur mal in den Kalender und den Konzertplan des 
BPhO geschaut, wäre ihm klargeworden, daß Beethovens Neunte unter 
Furtwängler nicht am 20. April, sondern am 18. und 19., gerade nicht zu 
"Hitlers Geburtstag" stattfand, sondern zum christlichen Osterfest! Der 
Stoff NS-Musik scheint mit Geschwätz von Wichtigtuern eingedeckt. 
Geschichtsfälschung LXIX, 2006: 

"(...) Das Konzert von Clemens Krauss und den Berliner 
Philharmonikern im Mai 1942 in den Gnome & Rhöne Motorenwerken 
setzte die bei AEG und Siemens in Deutschland begonnene 
Veranstaltungsreihe fort. Wilhelm Furtwänglers >Concert de Recr&ation< 
war eine reine Propagandadarbietung, bestimmt von der Musik Richard 
Wagners" (Manuela Schwartz: Musikpolitik in den von Nazi-Deutschland 
besetzten Gebieten. In: Stiftung. S. 120). 

Dies ist die Bildlegende zum Plakat des genannten Paris-Gastspiels 
mit einem "Concert de recr&ation". Dirigent war C. Krauss. Furtwängler 
hat nie im besetzten Frankreich dirigiert. Die "Professorin für Historische 
Musikwissenschaft an der Hochschule Magdeburg-Stendal" arbeitet 
ahistorisch bis zur Verleumdung. 

Geschichtsfälschung LXX, 2007: 

"(...) der sich selbst als >apolitisch< bezeichnete, sich aber als 
Aushängeschild der Nazis missbrauchen ließ (...)" (Stefan Amzoll: Aus den 
Gräbern der Archive. "Neues Deutschland" LXI1/7, 9/1/2007). 

So lautet eine Bildlegende in der Rezension von Amzoll; der zweite 


F 2011 





Teil der Behauptung erfüllt, da unwahr, die Definition von StGB, 8 189, 
Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener, das dafür Freiheitsstrafe bis 
zu zwei Jahren oder Geldstrafe bestimmt. 

Geschichtsfälschung LXXI, 2007: 

"(„..) Als 1933 die Nazis an die Macht kamen, standen die Berliner 
(Philharmoniker) allerdings >kurz vor dem Bankrott<, wie Aster 
herausfand" (Joachim Kronsbein: Furtwänglers Schatten. "DER SPIEGEL" 
Nr. 21/2007. S. 172). 

In seiner Rezension über eine "Studie" noch eines kanadischen 
Historikers namens Misha Aster, trägt Kronsbein dessen Unwahrheiten 
frisch auf, ohne zu fragen, was ein 1979 geborener "Historiker" vom Stoff 
gelernt und von Zehntausenden von Dokumenten verstanden haben kann. 
Die Geschichte vom Bankrott des BPhO steht längst mit 
Detaildokumentation in Prieberg, "Kraftprobe" (1986), S. 83, 84 und 136. 
Aster hat garnichts herausgefunden. 

Geschichtsfälschung LXXII, 2007: 

"(... Sie ließen sich für Propagandazwecke einspannen (...)" 
(Kronsbein, wie oben). 

Da das BPh bald vom Ministerium finanziert und als 
"Reichsorchester" beliebig einzusetzen war, brauchte kein Musiker gefragt 
zu werden, ob er wollte oder nicht. 

Geschichtsfälschung LXXIII, 2007: 

"Zuvor hatte er sich mit Goebbels versöhnt und eine 
>Loyalitätserklärung< für Hitler abgegeben" (Kronsbein, wie oben). 

Gewisse Wochenblätter delektieren sich an gezielten Lügen. Nicht 
der Dirigent hatte sich versöhnt, sondern der Minister, der neue Defizite 
fürchtete, wollte ihn zurückgewinnen, und er, nicht Furtwängler 
formulierte jene "Erklärung" für die Presse, deren Original nie aufgetaucht 
ist. 

Geschichtsfälschung LXXIV, 2007: 

"16 bis 20 der rund 100 Musiker, schätzt Aster, seien 
Parteimitglieder gewesen" (Kronsbein, wie oben). 

Hätte Aster tatsächlich gearbeitet, wäre ihm nicht verborgen 
geblieben, daß - Stand 1938 - gerade mal acht Parteimitglieder im 
Orchester saßen, von den Quellen namentlich genannt. 

Information: DNML, DML, DDFL, FA, MM2, KDMK, RML, LdCh, SML, 
MGG. 


Füsilier sind lust'ge Brüder siehe: Musketier sind 


Fuß, Heinrich 


Musikpädagoge. Privatmusiklehrer für Klavier in Düren, Stürtzstr. 30 
(Stand 1939). 

Werke: u. a. Sinfonien; eine Oper, Libretto: Wilhelm Becker (1933); die 
Oper "Jorinde und Joringel", Libretto: Paul am Rhein (1938). 


F 2012 





Schlageterlied (T: Wilhelm Becker). MCh (1933). 
9. Dezember 1938: 

"(...) Mit tiefempfundenen Gefühlen des Dankes, der Freude und der 
Hoffnung legen Dichter und Komponist den vorliegenden Klavierauszug 
der soeben vollendeten Oper >Jorinde und Joringel< als Weihnachtsgabe 
auf Ihren Gabentisch. 

Dank für die grosse Förderung und Anteilnahme, die Sie ständig der 
deutschen Kunst und ihren Schaffenden entgegenbringen; Freude, gerade 
Ihnen als dem Schirmherrn der deutschen Kunst unser Werk überreichen 
zu dürfen, und Hoffnung, es möge einen Beitrag bilden zu Ihrer Forderung 
an das Theater, nicht nur die Bühne, sondern auch die Tribüne der Zeit zu 
sein. 

(...) >Jorinde und Joringel< will Symbol sein dieses Ringens des 
deutschen Helden (Joringel) um die deutsche Seele (Jorinde) gegen die 
Phantome marxistisch-liberalistischer Weltanschauung (König-Kanzler), 
deren Führung das weltbrandumloderte Mephistoantlitz Alljudas (Talmi) 
trägt. (...)" (Heinrich Fuß und Paul am Rhein an Dr. Goebbels, 9/X11/38. 
Quelle: BAR 55/ 20193. Blatt 163). 

6. Januar 1939: 

"Das Buch stützt sich (ohne dass die Autoren allerdings darauf 
hinweisen) auf das gleichnamige Grimm'sche Märchen, das nicht ohne 
Geschick zu einer theatergerechten Handlung ausgebaut wird. Der 
Textdichter erklärt, >Jorinde und Joringel< will Symbol sein (...). Damit 
aber wird sein Unterfangen problematisch, denn es dürfte kaum angehen 
nun jede harmlose Märchenhandlung, in der ja meist das Gute dem Bösen 
gegenübergestellt wird, auf dieser Ebene ins >Symbolische< zu erheben. 

Die Musik ist eine Sammlung von musikalischen Gemeinplätzen 
früherer Stilepochen. Von der Entwicklung der Musik in den letzten 
hundert Jahren hat kaum etwas auf die Musik abgefärbt, es sei denn die 
Liedertafelei und das Pseudo-Volkslied des 19. Jahrhunderts, in deren 
Melodiengut Fuss mit bemerkenswerter Hartnäckigkeit schwelgt (...)" 
(Gutachten der Reichsmusikprüfstelle, Mayer, 6/1/39. Quelle: BAR 55/ 
20193. Blatt 165 

Information: Nicht im DMK 1942. Wegen Kriegsverlust von Unterlagen 
in Düren (16/IX/98) keine weiteren Angaben. 


Füsser, Gerhard 
Düsseldorf, 23. Februar 1871 - ? 
Musikpädagoge und Komponist in Düsseldorf, Am Wehrhahn 95, 
Privatmusiklehrer für Theorie, Gesang und Klavier. 
Nach 1945 in Düsseldorf nicht mehr nachweisbar, daher zum 
23/X/46 von amtswegen nach Unbekannt abgemeldet. 
Werke: u. a. Frühlingszauber, Walzer. 


Regimentskameraden. Marsch (Werag, 23/V/33). 


G 


Gäbel, Christian 
Apolda, 4. Mai 1901 - Oldenburg, 28. September 1982. 
Musikpädagoge, Volksschullehrer, später Realschullehrer. Musikerzieher in 
Waltershausen bei Gotha, dann in Bad Blankenburg/ Krs. Saalfeld. 
Nach 1945 in Langwarden über Nordenham, ab 1968 in Oldenburg 
Chorleiter des GV Brüderschaft Oldenburg-Osternburg, zuletzt i. R. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.196.854. NSLB seit 1/V/33. Städtischer 
Musikbeauftragter für Waltershausen. 

Dünkirchenlied (Das Lied vom Lord Gort): Dünkirchen, ja Dünkirchen, 
das war ein heißer Strauß (T: Karl Cramer). Für Chor und Orchester/ 
Gesang und Klavier: H. Steinkopf (1941) [PP]. 

Tondokument - vom 24/1X/41 - im DRA: 1621031-24. 

Ausführende: MCh mit Orchester, Dgt. H. Steinkopf. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Lord Gort mit kühnen Recken, 
den sah man schleunigst fliehn 
zu seinen - huh - Pfeffersäcken, 
hoh - erst wollt' er nach Berlin!" 

Marschall Viscount John Vereker Gort (1886-1946) war 
Kommandeur der neun Divisionen des britischen Expeditionskorps, das 
1939 im Norden Frankreichs landete, um die frz. Verteidiger zu 
unterstützen, sich jedoch 1940 bald und unter hohen Verlusten auf die 
Insel zurückziehen mußte. 


Gabler, Richard 
Steinweg/ Regensburg, 27. Dezember 1901 - Etterzhausen, 5. 

November 1963 
Lehrersohn; Absolvent der LBA Wüzburg und Amberg, Volksschullehrer in 
Schönach, dann Hohengebraching bei Regensburg. 1941 zur Wehrmacht 
einberufen, zuletzt Unteroffizier bei der Wachkompanie z. b. V. 501, 
Grenadier-Ersatz-Btl. 455, am 9/V/45 in Wallem, Tschechoslowakei, in 
sowj. Kriegsgefangenschaft und am 7/11/47 entlassen. 

Dann (1957) in Etterzhausen, Krs. Regensburg. 
Werke: u. a. "Sommerbilder" Op. 24 für Cello und Klavier (1931), dann 
Orchester; "Castra Regina" Op. 34, sinfonische Dichtung (1939); Lieder, 
Chöre, Kirchenmusik. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. NSLB seit 1/X/33 und dessen Sachbearbeiter. 
HJ, hier Jungvolkführer. 
Op. 33. Ostmarklegenden, für Orchester (1936; Regensburg, April 
1937, MK des IR 20, Dgt. MM Maas). 
Nach 1945 hieß der Titel plötzlich "Bayerwaldlegenden". 
Information: FA (ohne Geburtsort). Die Gemeinde Pentling, zu der 


G 2014 





Hohengebraching gehört (Eingang 22/III/02), gab an, Gabler habe in den 
aus der vorliegenden Zeit noch vorhandenen Meldeunterlagen nicht 
ausfindig gemacht werden können (!). Laut Regierung der Oberpfalz 
(17/X1/03) hat ihr Archiv keine Unterlagen. 


Gabriel, Gerhard 
Einsender in Leipzig. 


Verschiedene Noten onA, im Juni 1933 dem RMVP angeboten (Quelle: BA 
R 55/ 1159). 

Information: Das Sächs. Staatsarchiv Leipzig (4/V/99) konnte Gabriel 
nicht ermitteln. 


Gabriel, Richard 
Zackenzien, Krs. Lauenburg, 3. September 1874 - Greifswald (DDR), 

20. Mai 1960. 
Lehrersohn; Musikpädagoge, Schüler von E. Humperdinck. Seit 1926 
Gymnasial-Musiklehrer und 1932 Obermusiklehrer in Stettin am Loewe- 
Konservatorium und Schiller-Realgymnasium, auch Organist, dann 
freischaffend. 

Nach 1945 in Greifswald i. R. 
Werke: u. a. für Orchester Ouvertüren, Ungarische Suite und 
Introduktion und Passacaglia; Singspiele, so "Erntekranz" Op. 26, 
Volksliederspiel; "Hymnus" (T: Klopstock) für MCh und Orchester Op. 19; 
"Nach Walhall" für Solostimmen, gemCh und Orchester Op. 20 (1926); 
Männerchöre und Lieder, Balladen, Klavier- und Orgelstücke. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. NSLB vom1/VI11/33 - 1/X1/35, sowie RLB. 
Op. 18. Den Helden der Lüfte. MCh mit Orchester (1925) [BF]. 
Deutschland über alles! Lieder der nationalen Erhebung. 
Mitherausgeber (21933). 
Silcher: Kein schönrer Tod ist auf der Welt. Kriegslied. 3stimmig: R. 
Gabriel. 
In: 
Deutschland über alles (21933). 
Marschieren stolz die braunen Heere, sie tragen Hitlers Ehrenkleid 
(eigener T). NS-Marschlied (1933) [VB]. 
Textprobe (3. Strophe): 

"Und unser Führer, der heißt Hitler, 

sein Feuergeist loht uns voran, 

des dritten Reichs gewaltger Mittler 

auf kampfbereiter Siegesbahn. 

Du brauner Sohn 

der deutschen Erde, 
zum Gruße dir die Bruderhand!" 


G 2018 





In: 
Deutschland über alles! (21933, 1933); Lieder der Arbeit (1934). 
Musikalische Bearbeitungen für Willi Schultz: Maientanz - Erntekranz. |: 
Das Maienfest. Volkstänze, Volkswettkämpfe und eine Anleitung zur 
Gestaltung des Maienfestes (erweiterte 21935). - Il. Das Erntefest. 
Volkstänze, Erntefestlieder, Sprechchöre und eine Anleitung zur 
Ausgestaltung von Erntefesten (1935) [Teubner, Leipzig]. 
Sonnenwende: Empor aus Nacht! Das Licht strömt vor (T: G. Schüler), 
2stimmig (1935) [VB]. 
In: 
Deutschland über alles! 2 (1934). 
Deutschland, du ewiges Feuer (T: G. Schumann). Kantate für Bariton, 
Chor und Orchester (UA: Stettin, 1941; 1. Preis - 1000 RM - im 
Kompositionswettbewerb des Gaues Pommern 1939). 
Weit laßt die Fahnen wehen. Ouvertüre für Orchester. 

Information: DNML, DML, FA, LdCh (ohne Todesmeldung), FA2. 


Geschichtsfälschung, 1954: 

Der unsignierte Aufsatz zum 80. Geburtstag Gabriels in "DSBZ" 
XLIII/11, November 1954, S. 259, erwähnt den Preis für eine Kantate, 
verschweigt aber deren Titel. 


Gabriel, Wilhelm 
Berlin-Charlottenburg, 8. August 1897 - Berlin, 21. April 1964. 
Zunächst Musikalienhändler, 1919 bei Breitkopf & Härtel, 1920 im Drei- 
Masken-Verlag, 1931-38 Vertriebs- und Werbeleiter beim Ufaton-Verlag in 
Berlin. U-Komponist in Groß Glienicke bei Berlin-Kladow, gründete 1938 
den MV Edition Gabriel. 

Nach 1945 in Frankfurt a. M., auf der "Schwarzen Liste" der US- 
Militärregierung. 1950 führte Gabriel erfolglos einen Plagiatsprozeß gegen 
Jupp Schmitz, Köln, wegen dessen Karnevalsschlager "Wer soll das 
bezahlen, wer hat das bestellt"; das LG Köln bewies überzeugend, daß 
sowohl der Schlager wie auch Gabriels Titel "Sie hieß Marie" auf eine 
traditionelle Volksmelodie zurückgingen. 

Werke unter Pseudonym Wiga oder Rolf Hildebrandt: u. a. Tanzmusik, 
Foxtrotts und Stimmungslieder, so der Walzer "In München steht ein 
Hofbräuhaus". 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Vereinte Fahnen. Marsch (Orag, 5/1V/33). 
Sie hieß Marie, und treu war sie: Heute ging der Hans zur Musterung 
fürs Militär (T: Klaus S. Richter). Soldatenlied und Marsch für Gesang mit 
Klavier (1935) [GL]. 

Tondokument - vom 21/111/39, 25/1/40 - im DRA: 1570015-19, 
1570015-04. 

Ausführende: 1) Mannschaftschor und gr. Blasorchester; 2) 
SoldatenCh mit RAD-ReichsMZ, Dgt. H. Niel. 


G 2016 





Textprobe (1. Strophe): 
es 
und auch Vater fühlt sich 
wieder jung, 
er freut sich sehr. 
Er erzählt aus jungen Jahren, 
wo er stolz Rekrut: 
>Die Soldatenzeit war schön, 
der stramme Dienst tat gut, 
selbst die Erinnerung 
hält mich heut noch jung<". 
In: 

Lieder unserer Zeit (1940); Soldatenlieder von Front und Heimat (1940). 
Nach der Woche kommt der Sonntag (T: Klaus S. Richter). "Kraft 
durch Freude"-Marsch. Für diverse Besetzungen: W. Kiesow (1938; RS 

Hamburg, 26/1V/38), für Akkordeon: R. Roland (1941) [GL]. 
Uns kann keiner (T: Wilhelm Krug). Marsch und Marschlied (UA: Berlin, 
31/X11/39, im Wunschkonzert, zugleich RSdg, Ausführende: RAD- 
ReichsMZ, Dgt. H. Niel). 
Tondokument - vom 25/1/40 - im DRA: 1570015-24. 
Ausführende: SoldatenCh mit RAD-ReichsMZ, Dgt. H. Niel. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Uns kann keiner, uns kann keiner, 
das soll die Parole sein, 
uns kriegt keiner, uns kriegt keiner 
auf der ganzen Erde klein. 
Und bringt uns einer erst in Zorn, 
dann singen wir nochmal von vorn: 
Uns kann die ganze Welt, 
aber erst, wenn's uns gefällt!" 
100 000mal nach England (eigener T). Fanfarenmarsch. Für LW-Musik/ 
Infanteriemusik: E. Broy (1941) [Be]. 
Information: FA. 


Gab's darum eine Hermannsschlacht und all die Türkenkriege, 
daß heute gegen J udasmacht das Deutschtum unterliege? (T: H. M. 
Heidrich, Breslau), zur Melodie "Der Gott, der Eisen wachsen ließ" 
(Methfessel). Laut Hans Bajer ("Die Musik" XXIX/4, Januar 1937. S. 267) 
sei der Verfasser unbekannt. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Das deutsche Land 
dem deutschen Sohn, 
nicht jüdischem Gelichter! 
Kein Bauer mehr in J udenfron 
und freie deutsche Richter! 
Zum Schutz und Trutz 
steh'n wir vereint 


G 2017 





und fordern uns're Rechte, 

wir wollen freie Deutsche sein 

und keine J udenknechte". 
In: 
Durch Kampf zum Sieg! (71926; nur T, 0nA); Was der Deutsche singt 
(1932; nur 3 Strophen, Variante: "fremde Macht"); Unter Hitlers Fahnen 
(1932); Deutschland erwache! (551932); S.A. Liederbuch (1933); Sieg- 
Heil! (1933); Wir singen (1934; unrichtige Angabe zur Melodie: "Heidrich- 
Breslau"); Nationalsozialistisches Volks-Liederbuch (1934). 


Gade, Niels W. 
1817 - 1890 


Nordische Sennfahrt. Lustspiel-Ouvertüre (Schles. FSt., 9/1V/33, 
Schles. Philharm., Dgt. F. Marszalek). 

Op. 37. Konzertouvertüre (Hamlet), für Orchester (Mirag, *9/X1/33). 
Ihr Wandervögel in der Luft, im Ätherglanz, im Sonnenduft (T: Otto 
Roquette). Wanderlied. 

In: 

Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934). 
Morgengesang: Im Osten geht die Sonne auf, sie färbt die goldne Wolk 
(T: onA) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB). 


Gaerte, Felix O. 
Birnbaum/ Posen, 2. Juni 1918 - ? 
Sohn des Kanzlers des dt. Konsulats in Basel; später in Potsdam. 1941 
Assessor am Kammergericht Berlin, dann zur Wehrmacht einberufen und 
bei einer Fallschirmjäger-Einheit. 

1948 Dr. jur. und ab 1950 im Auswärtigen Dienst der BRD, 1952-54 
Gesandtschaftsrat in London, 1954-57 stellv. Generalkonsul in Nairobi, 
1957-61 Legationsrat im Auswärtigen Amt Bonn, dann bis 1964 stellv. 
Generalkonsul in Bombay, 1965-72 Generalkonsul in Melbourne, 1978 
Generalkonsul in Istanbul. 


NSDAP seit 1/1X/37, Nr. 4.910.278, auf Antrag vom 1/VIIl/37. HJ. 
Kampflied der Hitlerjugend Basel: Wir schreiten fest zum Siege, bis 
Basel einst ist frei! (eigener T). Lied (1933), gesungen von Basler HJ beim 
Aufenthalt im Reich, nach Beschwerden der Basler Presse 1934 von 
Kreisleiter Böhmer verboten. 
Textprobe (1. Strophe mit Refrain): 
"Die Hitlerjugend Basel 
so werden wir genannt. 
sind tapfere Streiter Hitlers 
im braunen Kampfgewand. 
Die ganze Welt kann untergehen, 
die Hitlerjugend Basel 


G 2018 





bleibt bestehen". 

Der Kehrreim zur 3. Strophewar so eindeutig, daß keine Ausrede 
fruchtete: "Die Hitlerjugend Basel bleibt bestehen, bis einst Schweizer 
Hakenkreuze wehen". 

Information: Die NSDAP-Karteikarte nennt als Geburtstag den 
28/VI/18; dagegen "Wer ist wer?", XXVI. Ausgabe (1937) den 2/VI/18. 


Gagnebin, Henri 
1886 - 1977 
Sohn eines Pfarrers; schweizer. Musikpädagoge und Komponist, seit 1925 
Direktor des Konservatoriums Gen&ve und bis 1959 dort Leiter der 
Internat. Musikwettbewerbe. 

Die Kulturpolitiker des NS-Staats konnten - nicht zuletzt für ihre 
Aktionen gegen Juden und "Entartete" - mit Beifall von prominenten 
Sympathisanten im Ausland rechnen. Gagnebin war einer von diesen. 

1. November 1933, Musikinternationale: 

"(...) Dies alles ist zutiefst bedauerlich. Die Kunst sollte soweit wie 
möglich außerhalb der politischen und gesellschaftlichen Leidenschaften 
stehen. Aber hiernach kann man bis zu einem gewissen Punkt die 
deutsche antisemitische Bewegung verstehen, wenn man sich 
vergegenwärtigt, in welchem Ausmaß die Juden sich die Plätze und 
Straßen der Musik angeeignet haben. Ihre Aktivität, ihr Spürsinn, ihr Sinn 
für Aktualität haben sie zu Meistern gemacht, nicht allein der Mehrzahl der 
Positionen, sondern auch der Komposition, der Verlegertätigkeit, der 
Interpretation, der Kritik. Diese Inbeschlagnahme erstreckte sich weit 
über die deutschen Grenzen hinaus. Eine wahre Musikinternationale 
existierte, offen oder geschickt getarnt, mit Abzweigungen zu Amtsstuben, 
Konzertagenturen, Theatern, zu Zeitschriften. Diese keineswegs nur aus 
J uden bestehende Internationale stützt die Künstler verschiedener Rasse, 
wenn sie einer bestimmten Tendenz anhängen. Einzelnen solcher hat sie 
ein Vermögen eingebracht. 

(...) Hitlerdeutschland hat der Musikinternationale einen harten 
Streich versetzt. Die Jazzband ist hinausgeworfen. Die schönen Tage 
Schönbergs und seiner Schüler sind vorbei. Die Theorie der >Zwölf 
Töne<s, feierliche Kleinigkeitskrämerei, die niemand je begriff, ist unten 
durch. Hindemith hat seinen Lehrstuhl an der Hochschule Berlin behalten, 
aber seine Musik wird, wie die Strawinskys, merklich weniger gespielt als 
zuvor. 

Durch wen wird Nazideutschland diese ersetzen? Stimmt es, daß die 
großen Talente bis heute durch das organisierte Judentum zum Schweigen 
gebracht wurden? Dies ist die Frage des Tages. Im Augenblick stehen 
Richard Strauss, Hans Pfitzner, Paul Graener auf dem Gipfel. Aber dies 
sind die Männer von gestern. Wird uns die junge Generation nicht nur 
formale Neuheiten, sondern eine geistige Erneuerung bringen? Wird es ihr 
gelingen, an die Tradition der großen deutschen Musiker anzuknüpfen, die 
ihrem Land zur höchsten Ehre gereichen? Hoffen wir und warten wir ab" 
(Henri Gagnebin: De la situation musicale en Allemagne. "Journal de 


G 2019 





Geneve" Nr. 298, 1/X1/33. Übersetzung). 


Gah von mi, gah von mi, ick mag di nich sehn. Aus Holstein und 
Mecklenburg. 
In: 
Niederdeutschland (1936); Die Fahrt (1937). 


Gahlenbeck, Hans 
Rostock, 27. September 1896 - Eisenach (DDR), 10. Dezember 1975. 

Studium an der Universität Rostock, hier Schüler von Albert Thierfelder, 
dann an der Musikhochschule Berlin bei Egon Petri, nach 1918 zunächst 
Kapellmeister und Chordirektor an der Großen Volksoper Berlin, nach 
deren Schließung Leiter des Universitätsorchesters . Seit 1928/29 musikal. 
Oberleiter der Städt. Bühnen Kiel, gleichzeitig Leiter des Kieler 
Chorvereins, ab 1933 auch Leiter der Sinfoniekonzerte in Kiel, zugleich 
Dirigent des LGV und Oratorienvereins Kiel. 1934 städt. GMD, ab 1938/39 
musikal. Oberleiter am Staatstheater Schwerin, zum 20/1V/39 von Hitler 
zum Staatskapellmeister ernannt. 

Nach 1945 u. a. in Rostock, seit 6/1X/56 in Eisenach bis 1967 am 
Thüringer Landestheater Eisenach-Rudolstadt-Saalfeld, dann in Eisenach i. 
R. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.132.645. Städt. und Kreis-Musikbeauftragter für 
Schwerin. Leiter des Chorgaus 4 c Mecklenburg des RVgemChe 
Deutschlands. 

27. Juni 1933: 

Bei der Werbekundgebung von KfdK und Verein der Musikfreunde in 
Kiel dirigiert Gahlenbeck im Saal des Gewerkschaftshauses das Städtische 
Orchester zur Umrahmung der Reden des Gaukulturwarts und Leiters der 
Kieler Ortsgruppe des KfdK Friedrich Knolle, des ausgeschiedenen 
Vereinsvorsitenden RA Paul Jessen, der dessen Überführung an den KfdK 
betrieben hatte, und des designierten Leiters der Fachgruppe Musik des 
KfdK Kiel, Arthur Nordmann: von Wagner das "Siegfried-Idyll" und zwei 
Ouvertüren. 

Dr. iur. Arthur Nordmann (1895-1945 durch Tieffliegerangriff), der 
1930 in Erlangen über "Die Partei kraft Amtes" promoviert hatte, Pg. seit 
1929, Pianist, Musikbeauftragter für Kiel, Obermagistratsrat, bei der 
Stadtverwaltung Theaterdezernent. 

26. Oktober 1933: 

Gahlenbeck bietet mit dem Städtischen Orchester ein volkstümliches 
Sinfoniekonzert. Im Programm nur Beethoven, Sinfonie Nr. 6 und Nr. 3. 
13. November 1933: 

Im 1. Sinfoniekonzert der Saison 1933/34 biettet Gahlenbeck die 
Londoner Sinfonie in C-moll von Haydn, das Klavierkonzert C-moll KV 466 
von Mozart und die Siebente von Beethoven. Solist: Winfried Wolf 
(Klavier). 


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4. Dezember 1933: 

In Verbindung mit der Kieler Herbstwoche für Kunst und Politik 
bietet Gahlenbeck im 2. Sinfoniekonzert die Sinfonia breve Op. 96 von 
Paul Graener als EA, das Violinkonzert H-moll von H. Pfitzner und die Erste 
von Schumann. Solistin: Riele Queling (Violine). 

*5, März 1934: 

Gahlenbeck bietet - am Wahltag - die Sinfonie Cis-moll von H. 
Pfitzner. 

23. April 1934: 

Gahlenbeck bietet das Concerto Grosso von Sigfrid Walther Müller. 
12. Oktober 1934: 

Im 1. Sinfoniekonzert der Saison 1934/35 bietet Gahlenbeck 
Beethovens 2. Leonoren-Ouvertüre, das Klavierkonzert A-dur KV 488 von 
Mozart, und von R. Strauss Burleske D-moll für Klavier und Orchester und 
- zu dessen 70. Geburtstag - als EA die Symphonische Fantasie "Aus 
Italien" Op. 16. Solist: W. Gieseking (Klavier). 

1. November 1937: 

Gahlenbeck bietet u. a. Debussys Phantasie für Klavier und 
Orchester und Ravels Bolero (EA). 

21. Februar 1938: 

Gahlenbeck bietet u. a. von Karl Höller "Sinfonische Variationen über 
ein Thema von Frescobaldi Op. 20 und E. N. von Rezniceks Ouvertüre 
"Donna Diana". 

14. März 1938: 

Gahlenbeck bietet u. a. Paul Graeners Variationen über ein 
russisches Volkslied Op. 55 
13. August 1938: 

"(...) Hier in Schwerin ist eine hervorragende Wagner-Pflege, die 
meiner Neigung erfreulicherweise in höchstem Maße entspricht. Mit die 
Hauptaufgabe des musikalischen Leiters scheint mir darin zu bestehen, 
abgesehen von der menschlichen und künstlerischen Betreuung seines 
Orchesters, Ensemblekunst zu pflegen. Denn nur hierin liegt letzten Endes 
die Hauptanziehungskraft unserer Aufführungen. Unsere Regierung mit 
ihrem schöpferischen Führer hat auch auf dem Gebiete des Theaters mit 
dem Star-Unwesen aufgeräumt. Dieses Unwesen wurde so weit getrieben, 
daß oft nur eine Leistung hervorragte und das übrige Ensemble sträflich 
vernachlässigt wurde. 

(...) Unsere größten Meister wurden zu ihrer Zeit verkannt, und es 
hat oft lange gedauert, bis sie aufgeführt wurden. Eine verständige 
Leitung muß und wird Neues aufführen, selbst wenn es dem Publikum 
zunächst auch sehr unbequem ist. Auch hierin ist unsere Staatsführung 
vorbildlich. Überall werden junge Talente aufgespürt, und es wird ihnen 
Gelegenheit gegeben, gehört zu werden. Neues ist ja nicht so zu 
verstehen, daß man, wie es in der hinter uns liegenden Zeit 
vorgekommen, im Schauspiel etwa einen Lustmord auf der Bühne zeigt, 
oder den >Hamlet< im Frack spielt, oder in der Oper die Seeleute des 
>Holländers< in roten Sweatern rausstellte. Eine der allerwichtigsten 
Aufgaben ist, unsere Jugend immer und immer wieder an unser Theater 


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heranzubringen, da sie nicht nur unsere politische, sondern auch in 
unserem Berufe unsere Hörer-Zukunft ist. Auch hierin hat unser Staat 
hervorragende Einrichtungen getroffen. Unsere Aufgabe ist es nun, alles 
zu tun, und es so zu tun, daß man uns immer hören und sehen möchte. 
Nur so und nicht anders kann sich der ausübende Künstler seines ihm vom 
Schicksal verliehenen Talentes würdig erzeigen. (...)" (Gahlenbeck: Bericht 
über seine künstlerischen Pläne, 13/VI111/38. Quelle: BA R 55/ 21234). 

23. September 1938: 

"(...) teile ich mit, daß der Genannte der Partei seit dem 1. 5. 1937 
unter der Mitgl.Nr. 5 132 645 angehört. Er wird als ordentlicher und 
zuverlässiger Mensch geschildert. In politischer Hinsicht ist er als 
einwandfrei zu beurteilen. Nach unseren Feststellungen bietet er die 
Gewähr, sich jederzeit für den nationalsozialistischen Staat einzusetzen. 
(...)" (NSDAP-Gauleitung Schleswig-Holstein an das Mecklenburgische 
Staatsministerium, Abt. Kunst, 23/1X/38. Quelle: BAR 55/ 21234). 

17. Oktober 1938: 

Durch Ministervorlage informiert das RMVP Dr. Goebbels, daß das 
Mecklenburg. Staatsministerium um Bestätigung Gahlenbecks als musikal. 
Oberleiter des Staatstheaters Schwerin bittet; der Minister notiert dazu 
"Bestätigung genehmigt" (Quelle: BAR 55/ 21234). 

1. März 1939: 

Das RMVP, Dr. Schlösser, erklärt sich einverstanden, daß Gahlenbeck 
nicht in den Titelvorschlag zum 20/1V/39 aufgenommen wird. 

Trotzdem erhielt der Dirigent zu Hitlers Geburtstag den Titel 
Staatskapellmeister. 

10. Juni 1941: 

Das Mecklenburg. Staatsministerium, Abt. Kunst, begründet dem 
RMVP die Erhöhung der Bezüge des Staatskapellmeisters von 14.400 RM 
auf 18.000 RM jährlich und bittet um Genehmigung dazu (Quelle: BAR 
55/ 21234). 

8. Mai 1942: 

Im Rahmen der Woche Zeitgenössischer Musik in Wien, veranstaltet 
von der NSDAP, Reichsstatthalterei, mit Wiener Kulturvereinigung, bieten 
die Wiener Symphoniker, Dgt. Gahlenbeck, ein Kammerkonzert: 1. E. 
Kornauth: Musik für Streicher. - 2. Paul Königer: Kammerklavierkonzert. - 
3. E. L. Uray: Pastorale Abendmusik. - 4. Robert Ernst: "Das Jahr", 12 
Gesänge auf Texte von Weinheber. 

Information: FA, FA 2 (mit falschen Todesangaben). Das Ableben ist 
beurkundet beim Standesamt Eisenach Nr. 977/1975. 


Gaigg, Gustav 
Wien, 23. April 1893 - Wien, 20. Januar 1985. 
Militärmusiker in Wien, 1924-38 Kapellmeister beim österr. IR Nr. 3. Nach 
dem Anschluß von der Wehrmacht übernommen und ab 1/VI1/38 MM beim 
IR 131, ab 1/V/39 OMM, zum 1/111/41 StMM, Leiter des Musikkorps des IR 
131, nun in Nikolsburg/ Mähren. 
Nach 1945 unterstützte er - obwohl pensioniert - die 


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Neuorganisation der Militärmusik Österreichs und war 1955-60 Dirigent 
der Gardemusik in Wien. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
1944, Konzert: 

"Auf Einladung der Wehrmachtkommandantur Wien gab in 
Verbindung mit dem Reichssender Wien das Musikkorps der im Vorjahr 
aufgestellten Reichsgrenadier-Division >Hoch- und Deutschmeister< ein 
Konzert für verwundete Kameraden und deren Begleitpersonen. Es war 
das erste Konzert, das das Musikkorps der neuen >Wiener Edelknaben< in 
seiner Heimatstadt gab, und demzufolge wurden die ausgezeichneten 
Musiker schon bei ihrem Erscheinen mit Beifall überschüttet. 

Eingeleitet wurde das Konzert unter der Stabführung des 
Stabsmusikmeisters Gustav Gaigg, der seine Musikerlaufbahn bei dem k. 
u. k. Infanterie-Regt. Hoch- und Deutschmeister begonnen hatte, mit 
einer Verbeugung vor dem Wiener Liederfürsten Franz Schubert mit 
dessen Militärmarsch. Die Ouvertüre zur Operette >Wiener Frauen< von 
Franz Lehär, der Strauß-Walzer >An der schönen blauen Donau< und der 
Deutschmeister-Regimentsmarsch von Jurek gaben dem Konzert die Note 
Wien. Als wunderbarer Pianist erwies sich der Gefr. Josef Garei, der mit 
großartiger Technik den ersten Satz aus dem Klavierkonzert a-moll von 
Grieg spielte. Utffz. Franz Totzauer, der bekannte Komponist, brillierte mit 
einer eigenen Komposition und mit dem Saxophon. Sein Solostück für drei 
Trompeten brachten Utffz. Mehl, Herdlicka und Gefr. Bretschneider zu 
wunderbarer Wirkung. Sehr erfolgfreich war auch Gefr. Gerhard Schuckart 
mit zwei Xylophonsoli. Als Gäste stellten sich zur Verfügung 
Kammersänger Karl Friedrich von der Wiener Staatsoper, er sang eine Arie 
aus >Martha< und ein Lied von Franz Lehär, Hannerl Elsner, die zwei 
Strecker-Lieder zum Vortrag brachte - der Komponist dirigierte als Gast -, 
weiter Maria Andergast, die begleitet vom Komponisten, Lieder von Hans 
Lang sang, die Humoristin Iska Gery vom >Wintergarten< und die beiden 
beliebten Wiener Plauderer Wondra und Zwickl. 

Alle Darbietungen wurden mit so lebhaftem Beifall aufgenommen, 
daß wiederholt Zugaben gemacht werden mußten. Die 
Programmgestaltung besorgte verdienstvoll Emmerich Zillner und die 
Ansage, wie immer witzig und humorvoll, Paul Horn" (Hans Wogmann: 
Musikkorps der Hoch-und Deutschmeister konzertierte. "DMMZ" 
LXVI/9-10, Mai 1944. S. 56). 

Information: LdBl (dessen Autor W. Suppan Biografisches von 
1938-45 verschweigt), LÖUM. 


Gäl, Hans . 
Brunn am Gebirge/ NO, 5. August 1890 - Edinburgh (GB), 3. Oktober 
1987. 
Sohn eines prakt. Arztes; Schüler von E. Mandyczewski und G. Adler, Dr. 
phil. Wien 1911 (Die Stileigentümlichkeiten des jungen Beethoven). 
Komponist und Musikpädagoge, bis 1933 Direktor der Musikhochschule 


G 2023 





Mainz, dann am 1. April trotz eben erneuertem Dreijahresvertrag fristlos 
entlassen. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

Gäl emigrierte nach Wien und 1938 weiter nach England, hier ab 
1943 Lektor für Musik an der Universität Edinburgh. 

Juli 1933: 

"Lothar Windsperger ist an Stelle des ausscheidenden Hans Gal zum 
Direktor der Musikhochschule Mainz berufen worden" ("Die Musik" 
XXV/10, Juli 1933. S. 880). 

18. Oktober 1933: 

Der DtldS bringt ein Konzert des dt. Unterhaltungsorchesters, Dgt. 
Eugen Sonntag, u. a. mit "Serbische Weise" von H. Gäl. 

3. Juni 1938, Boykott: 

"Da die Voraussetzungen für die Aufnahme in die 
Reichsmusikkammer bei Ihnen auf Grund Ihrer Erklärung (Fragebogen) 
nicht gegeben sind, verständigen wir Sie von der Ausreihung. 

(...) Mit Einsetzung der Kulturkammern ist es Ihnen untersagt, 
arischen Schülern Unterricht zu erteilen" (Der k. Leiter der Österr. 
Musiklehrerschaft, Landesgruppe Wien, Oskar Fitz, vom 3/V1/38. Quelle: 
AP; Provenienz: H. Gäl, mit Dank). 

Information: DNML, DML, FA, MM2 ("j."), KDMK, RML, LdCh (ohne 
Hinweis auf Emigration), MGG, LdBl. 


Galante, Primo 
Este (Italien), 1. Januar 1883 - ? 
Kapellenleiter und Komponist in Berlin-Charlottenburg, Niebuhrstr. 64 
(1939), ursprünglich Italiener, seit 1927 dt. Staatsbürger. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Marsch anläßlich der Heldentat von Scapa Flow, gewidmet 
Kapitänleutnant Prien (1940), mit Bitte um Empfehlung am 27/111/40 an 
Dr. Goebbels eingesandt: 

"(...) Leider befinde ich mich in bedrängter Lage. Es ist mir daher 
nicht möglich den Marsch selbst verlegen zu lassen, weil es mir an einem 
Verleger und an den erforderlichen Mitteln fehlt. 

(...) wage ich es, sehr geehrter Herr Reichsminister, mich an Sie zu 
wenden und zu fragen, ob die Möglichkeit besteht, durch eine Fürsprache 
für mich mit einem Verleger in Verbindung zu kommen und auch die 
erforderliche Hilfe zu erhalten. Meine Komposition, welche für 15 Stimmen 
instrumentiert ist, und für welche auch der Text vorhanden ist, füge ich 
diesem Schreiben bei und stelle sie zur Begutachtung zur Verfügung. Für 
eine wohlwollende Prüfung wäre ich Ihnen sehr dankbar" (Galante an Dr. 
Goebbels, 27/111/40. Quelle: BAR 55/ 20577. Blatt 1). 

Information: Fehlt im DMK 1942. Keine Nachricht seit 1940. 


G 2024 





Gallenberg, Wenzel Robert Graf von 
1783 - 1839 


Marsch aus dem Ballett "Alfred der Große = AM I, 44 (1821). 
In: 
HM 2 (1933). 


Gambke, Fritz 
Daubitz/ Oberlausitz, 1. April 1871 - Deutsch-Evern bei Lüneburg, 11. 
Januar 1956. 
Chordirigent und Musikpädagoge, Professor, ab 1919 Leiter des LGV 
Frankfurt a. M., hier Gründer und Leiter des Motettenchors und der 
Singakademie, 1940-45 in Krossen/ Oder. 
Nach 1945 i. R. in Deutsch-Evern. 


NSDAP seit 1/VI111/32, Nr. 1.232.055. 
Zum *30. Januar. MCh (Frankfurt a. M., 1934). 
Deutschland: Immer schon haben wir eine Liebe zu dir gekannt (T: K. 
Bröger). MCh (1938). 
Information: FA, RML, LdCh. 


Gambke, Martin 
Daubitz/ Oberlausitz, 29. Juli 1872 - Neuruppin, 1. Januar 1939. 
Konzertsänger und Musikpädagoge, Studienrat, später Musiklehrer in 
Neuruppin, zuletzt i. R. 
Werke: u. a. Instrumentalmusik und Chöre. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP oder NSLB. 
Auferstanden: Durchs Fenster scheint der Maientag (T: Karl Stieler) (u. 
a. Stuttgart, *J uli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB). 
Sonnenwende. Kantate für Sprecher, S, B, Chor und Orchester (RS 
Leipzig, *21/V1/39, aus Dessau). 

Information: FA (Nachtrag), LdCh. 


Gammel, Ernst 
Bad Cannstatt, 10. März 1876 - Kornwestheim, 19. Mai 1939. 
Chorleiter und Komponist in Kornwestheim. 


Hellblauer Himmel und Sonnenschein... So will ich's haben, so muß 
es sein (T: C. Flaischlen) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäbischen 
Liederfest des DSB). 

Information: LdCh. 


G 2025 





Gammeljäger. Marsch. 
Vgl. C. Morena. 
In: 
(Sc) Tritt gefaßt! I (1934). 


Ganne, Louis Gaston 
1862 - 1923 


Der Vater des Sieges. Marsch (RS Wien, 29/X1/38). 
Lothringermarsch (Marche Lorraine) des K. u. K. (Böhmischen) 
Dragoner-Rgts. Nr. 7 "Carl Herzog von Lothringen" (1908). Ab und an im 
Rundfunk. 


Gansser, Hans 
Stuttgart, 14. Juni 1884 - Stuttgart, 2. April 1959. 

Sohn eines Schullehrers; Musikpädagoge und Konzertsänger in Stuttgart, 
Schüler in Kontrapunkt und Komposition von J. Haas; Musiklehrer, bis 
1933 an der Mädchen-Oberrealschule Cannstatt, dann Studienrat am 
Königin-Katharina-Stift, 1938 an der Musikhochschule, 1942 hier Leiter 
der Abt. Schulmusik, Professor und außerdem von Mai 1943-45 stellv. 
Hochschuldirektor. Er erhielt 1942 den Zusatzpreis zum Schwäbischen 
Komponistenpreis für "sein künstlerisches Schaffen als Vertoner von 
heißempfundenen Liedern". 

Nach 1945 weiterhin in Stuttgart, freischaffend. 


NSDAP von 1923, ab 1925 in der wiedergegründeten NSDAP Nr. 10.844, 
Gründungsmitglied der NSDAP-Ortsgruppe Stuttgart; NSLB, NSLB- 
Gausachbearbeiter für Musikerziehung Gau Württemberg; SA - Stand 
1938: Sturmführer - und SS, seit 26/1/45 Standartenführer und Ende 
1944-45 verantw. für die weltanschaul. Erziehung der SS, ab Februar 
1945 auf Hitlers Anordnung betraut mit Singeausbildung der Waffen-SS- 
Einheiten auf den Truppenübungsplätzen mit Planstelle beim SS- 
Hauptamt. 1934-36 Chorgauführer des RVgemChe Deutschlands (RMK), 
Chorgau 13 Südwestdeutschland. 


1919 
Die deutschen Farben: Einst zogen deutsche Ritter ins ferne 
Weichselland (T: Ida Klockow, Berlin-Charlottenburg, 1919). 
Vaterländisches Lied. 
Textprobe (5. und 6. Strophe): 

"Schwarz-weiß, weiß-rot, ihr Farben 

voll Kühnheit, Ruhm und Glück, 

ihr zaubert Deutschlands Größe 

mir in das Herz zurück. 


Euch Farben stolzen Deutschtums, 


G 2026 





euch Farben schwarz-weiß-rot 
will ich die Treue halten, 
die Treue bis zum Tod". 

In: 

Singkamerad (81937). 


1920 
Oktober 1920: 

Gansser übernimmt die musikal. Betreuung der Hindenburgfeier der 
Cannstadter Bürgerpartei und singt u. a. sein Lied "Die deutschen Farben". 
Bismarckflammenlied: Laut dröhne und töne das heilige Rufen (T: H. 
Gutberlet, 1912). Trutzlied. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Die Fahnen, 

Germanen, laßt wehn! 

Von den Türmen frohlocken 

die Glocken weit durch die Welt. 
Im rauschenden Wetter 

ein gewaltiger Retter: 
Alldeutschland zum Siege führt 
Bismarck, der Held!" 


1922 
Gansser besucht Hitler in München und singt ihm sein neues Lied 
"Deutschland erwache!" vor. 
Wohlauf, ihr J ungen, werdet stark und meidet weiche Hüllen (T: 
J ulius Sturm). Knabenlied. 
Textprobe (2. Strophe): 
"(...) Hängt eure Herzen nicht an Tand, 
mag er auch lockend gleißen, 
denn Männer braucht das Vaterland, 
die stark und fest wie Eisen!" 


1923 

Gansser besucht Hitler abermals in München und singt ihm 
"Deutschland, erwache" vor. 

27. April 1923: 

Gansser schreibt an Hitler und kündigt den Besuch des Stuttgarter 
Kommerzienrats Heinrich Otto in München an, der der einzige 
württembergische Großindustrielle von Bedeutung sei, auf völkischem 
Boden stehe und eine offene Hand habe, und bittet, sich diesem daher 
etwas zu widmen (Quelle: BA NL Hitler 7). 

Otto war einer der bedeutendsten Finanziers der Deutschvölkischen 
und der Nationalsozialisten in Württemberg. 

Deutschland erwache: Sturm! Sturm! Sturm! Läutet die Glocken von 
Turm zu Turm (T: D. Eckart, 1919). Kampflied, 1922 Hitler gewidmet 
(München, 26/1/23, beim 1. RPT der NSDAP zur Weihe der ersten vier 
Standarten; FSt. Berlin, 9/VII1/33, G. Hüsch mit Chor und Orchester, Dgt. 


G 2027 





F. A. Schmidt; RS Leipzig, *23/11/35) [EK]. 1935 für Chor mit Klavier/ 
Orchester, auch für Blasmusik und Marschfassung: H. Männecke, 1935 
[L&Z]. Das Lied begleitete auf Anordnung Hitlers auf jedem RPT die Weihe 
der neuen Standarten, Dgt. der Komponist. Auch auf Schallplatte 
Telefunken A 3181. 

Tondokument - vom 7/1IV/33 und Oktober 1934 - im DRA: 
1570016-23, 1870691-03. 

Ausführende: 1) G. Hüsch (Bar), MCh und Musiker des BPhO, Dgt. 
Franz Alfred Schmidt (= Tel A 3181); 2) Rudolf Bockelmann (Bar), Chor 
und Orchester der Staatsoper Berlin, Dgt. H. U. Müller. 

Die 1. Strophe - "Sturm! Sturm! Sturm! Los ist die Schlange, der 
Höllenwurm" - schien nicht sehr passend, so daß die Herausgeber sie 
zumeist wegließen. 

Textprobe (1. Strophe): 

"(...) Läutet, daß Funken zu sprühen beginnen, 

Judas erscheint, das Reih zu gewinnen. 

Läutet, daß blutig die Seile sich röten, 

rings lauter Brennen und Martern und Töten. 

Läutet Sturm, daß die Erde sich bäumt 

unter dem Donner der rettenden Rache! 

Wehe dem Volks, das heute noch träumt! 

Deutschland, erwache, erwache!" 
In: 
Durch Kampf zum Sieg! (71926; nur T, Melodie onA); Was der Deutsche 
singt (1932); Deutschland erwache! (551932; nur T, Melodie onA); Unter 
Hitlers Fahnen (1932; nur T, Melodie onA); Heil Hitler Dir! 1 (41933; nur T, 
onA); Liederbuch der NSDAP (211933; nur T, Melodie onA); Heil Hitler 
Dir! 2 (1933; nur T, Melodie onA); SA-Sturmlieder (1933; nur T, 0onA); Das 
kleine SA-Sturm-Liederbuch (1933; nur T, 0onA); Deutsche Volks- und 
Kampflieder für die HJ und das Jungvolk (1933; nur T, 0onA); Sturm- und 
Kampflieder-Buch (1933; nur T, 0nA); Schlesisches SA-Liederbuch (?1933; 
nur T, onA); Sturm-und Kampflieder-Buch (1933; nur T, onA); Lieder der 
Pommerschen SA (?1934; nur T, Melodie onA); Lieder der SS Pommerns 
(1934; nur T, Melodie onA, "Sturmlied der NSDAP"); 100 ausgewählte SA- 
Sturm- und Marschlieder (1934; nur T, onA); Das Lied im Deutschen 
Arbeitsdienst (1937; nur T, Melodie onA); Sturm-und Kampfliederbuch 
(21937; nur T); Liederbuch der SA (91938); Siehst du im Osten das 
Morgenrot (1939); Musikbuch (1941). 


1924 
Der Trommler: Trommle, Trommler, schlage das Fell (T: Kurd Schrader, 
Schliersee, 1924). NS-Kampflied, 1924 an den in der Festung Landsberg 
einsitzenden Hitler geschickt. Der Text ist diesem gewidmet. 
Textprobe (3. Strophe): 

"Trommle, Trommler, werde nicht müd, 

Wege der Freiheit zu bahnen! 

Trommle und sammle, 

was deutsch von Geblüt 


G 2028 





unter die Hakenkreuzfahnen! 
Trommle, bis Dolchstoß 
und Umsturz gerächt! 
Trommle, bis wehrhaft 
das junge Geschlecht! 
Trommle, bis nimmermehr Judas Knecht 
ehrliche stolze Germanen!" 
Das Hakenkreuz im weißen Feld auf feuerrotem Grunde (T: O. 
Kernstock, Vornau/ Steiermark). NS-Kampflied [EK] 
Textprobe (3. Strophe): 
Das Hakenkreuz im weißen Feld 
auf feuerrotem Grunde 
hat uns mit stolzem Mut beseelt; 
es schlägt in unsrer Runde 
kein Herz, das feig die Treue bricht, 
wir fürchten Tod und Teufel nicht! 
Mit uns ist Gott im Bunde". 
In: 
Siehst du im Osten das Morgenrot (1939); Musikbuch (1941). 


1925 
Freiheit: Noch ist die Freiheit nicht verloren, noch sind wir nicht so ganz 
besiegt (T: R. Prutz, 1844). NS-Kampflied (August 1925). 
Textprobe (3., von Gansser stammende Strophe): 

"Im Kampfe um die Männerehre 

stehn wir fürs deutsche Vaterland, 

voll stolzem Mut und blanker Wehre 

mit Adolf Hitler Hand in Hand, 

das ganze Deutschland zu gewinnen, 

für deutsche Arbeit, deutsche Kraft. 

In Nichts soll Sklaverei zerrinnen, 

wenn unsere Faust die Freiheit schafft". 
In: 
Deutschland erwache! (551932; nur T, onA); Was der Deutsche singt 
(1932); Die Lieder der nationalen Erhebung (1933; onA, nur T); Sturm- 
und Kampflieder-Buch (1933; nur T, 0onA); Singendes Volk 7 (1933); SA- 
Sturmlieder (1933; nur T, onA); Deutsche Wehr- und Soldatenlieder 
(1933; onA); S.A. Liederbuch (1933; Text onA); Das kleine SA-Sturm- 
Liederbuch (1933; nur T, 0onA); Vorwärts SA. (21933; nur T, onA); 100 
ausgewählte SA- Sturm- und Marschlieder (1934; nur T, 0onA); Lieder der 
SS Pommerns (1934; nur T, onA); 50 ausgewählte SA-Sturm- und 
Marschlieder (1934; nur T, 0onA); Was Deutschland singt (1936; nur T, 
onA). 


1926 
21. März 1926, Höchstes Lob: 
"Nach Stuttgart. 
(...) Ich lerne den Komponisten Hans Gansser kennen, der mir zu 


G 2029 





Hause seine Lieder vorspielt. Ganz hervorragend. >Noch ist die Freiheit 
nicht verloren!< Für unsere S.A." (Goebbels Tagebuch I. Eintrag vom 
21/111/26. S. 167). 

Goebbels kam noch einmal auf dieses Treffen zurück mit einem 
"Brief an einen Tonsetzer" unter dem Titel "Das neue Kampflied" 
("Deutsche Kultur-Wacht" I/3, 1932, S. 10-11). 

17. Mai 1926: 

"(...) Zurück nach Stuttgart. Peinliche Unterredung mit dem 
Komponisten Hans Gansser. Zum Schluß versöhnen wir uns. Ich hatte ihm 
weh getan. Ich bin so nervös" (Goebbels Tagebuch I. Eintrag vom 
17/V/26. S. 181). 


1927 
20. Juli 1927: 
Dr. Goebbels dankt Gansser brieflich für die ihm gewidmeten fünf 
Lieder (Quelle: BAR 55/ 20577. Blatt 10). 


1928 
15. August 1928, Zukunft: 

"Wo ist schon das Neue, das Gehaltene, das Verbissene, das 
Ringende? Das macht die Lieder des Hans Ganßer so wertvoll, daß in ihren 
Tönen das Neue heraus will. Daß das >Heil Dir im Siegerkranz<-Geistchen 
endlich mit ihnen totgemacht wird. Sein >Deutschland erwache< und 
>Der Trommler< künden eine Zukunft. Und man sage nichts über ihre 
Singbarkeit. Das ist eine Frage der - na, sagen wir einmal - der 
Wellenlänge. Er wird sie einmal finden" (1914. Geist und Ungeist. 
"Nationalsozialistische Briefe" IV/4, 15. August 1928. S. 59). 

Kennt ihr das Land in deutschen Gauen (T: onA). Vaterländisches 
Heimatlied. Satz: A. Häussler. 

Tondokument - vom 3/V1/37 - im DRA: 4310246-01. 

Ausführende: Bauernkapelle des RS Stuttgart, Dgt. K. Rehfeld. 

Textprobe (Refrain der 4. Strophe): 

"Ja, wackre Deutsche laßt uns sein! 
Drauf reichet euch im Geist die Hand; 
denn Schwabenland ist's nicht allein, 
das ganze Deutschland ist 
mein Heimatland!" 
Über Gräber vorwärts: Für jeden, der als Freiheitspfand sein junges 
Leben läßt (T: H. Anacker, Binz auf Rügen, 1928). 

Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 

"Die Straße dröhnt vom harten Schritt, 

dröhnt von Fanfarenschall, 

und droben ziehn unsichtbar mit 

die Toten in Walhall. 
Es wirkt das Blut wie heil'ge Saat, 
aus Gräbern wächst die Kraft zur Tat, 
zum heißen Erntefest". 


G 2030 





1929 
Kampflied: Und ist unser Banner vom Sturme zerfetzt (T: E. Limpach, 
Hanau, 1929). Fahnenlied (u. a. Südfunk, 7/1V/33, in der Sendung "Adolf 
Hitler, dem Kämpfer um das neue Deutschland"). 
Tondokument - vom 7/1V/33 - im DRA: 1820113-34. 
Ausführende: NS-MCh und MZ der SA-Standarte 119 Stuttgart, Dgt. 
Vogel. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Die Freiheit erkaufen mit irdischem Gut, 
ihr Narren, welch nutzlos Beginnen! 
Die Freiheit will Kampf, 
und die Freiheit will Blut, 
sie laßt sich mit Gold nicht gewinnen!" 
Liedtexte dieses Schlages vermochten fraglos zu Blutvergießen, 
Mord und Krieg aufzuhetzen. 


1931 
Dem Führer: Du kommst nicht aus Palästen (T: Karl Overdyck, Stuttgart 
1931). NS-Huldigungslied für Bariton und Klavier (u. a. RS Leipzig, *23/11/ 
35, RS Hamburg, *20/1V/35). 
Tondokument - vom 7/1V/33 und Oktober 1934 - im DRA: 
1820113-35, 1870691-02. 
Ausführende: 1) E. Schrempf (Bar), P. Schotte (Klavier); 2) R. 
Bockelmann (Bar), Chor und Staatskapelle Berlin, Dgt. H. U. Müller. 
Textprobe (1. und 3. Strophe): 
Mrs) 
von keines Königs Thron, 
doch bist du von den Besten, 
des Volkes treuster Sohn". 


Die für dich fielen, mahnen, 
ihr Blut ist uns Gebot, 
wir tragen deine Fahnen 
getreu bis in den Tod". 
Für Deutschland soll es sein: Es ziehen die Standarten hinaus zum 
alten Tor (T: H. Anacker, Binz auf Rügen 1930). NS-Kampflied. 
Textprobe (Refrain): 
"Laß dich noch einmal küssen, 
du blondes Mägdelein! 
Und wenn wir sterben müssen, 
für Deutschland soll es sein!" 


1932 
Lied der deutschen Mädchen: Deutschland, o Deutschland, als alle 
dich quälten (T: Oskar Wendnagel, 1932). NS-Fahnenlied. 
Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Singend binden wir Blüten an Fahnen, 
die uns beim Frührot der Freiheit erglühn. 


G 2031 





Unsere Lieder durchjubelt das Ahnen: 
Deutschland wird leben, 
Deutschland wird blühn. 
J ubelnde Hoffnung im jungen Gemüt, 
Bund deutscher Mädchen 
aus deutschem Geblüt!" 


1933 
Vier Kampflieder: 1. Allmächtiger, du hast uns den Führer gesandt. - 
2. Du kommst nicht aus Palästen. - 3. Und ist unser Banner vom 
Sturm zerfetzt. - 4. Wir gingen in Knechtschaft, wir gingen in 
Nacht (T: Elsa Bruckmann) (Südfunk, 7/1V/33, Stunde der Nation: "Adolf 
Hitler, dem Kämpfer um das neue Deutschland", Hörfolge von E. G. Erich 
Lorenz). 

Tondokument im DRA: C 7616. 

Allmächtiger, du hast uns den Führer gesandt. Huldigungslied für 
Sopran und Klavier. 

Tondokument - vom 7/1V/33 - im DRA: 1820113-36. 

Ausführende: Emma Reinhardt (S) und P. Schotte (Klavier). 

Textprobe (1. Strophe). 

een 
in Tagen tiefster Schmach. 

Du wolltest nicht, daß deutsches Blut 

dem teuflischen Treiben erlag". 
25. April 1933: 

Gansser wendet sich brieflich an Hitler mit der Bitte, ihn mit der 
Erneuerung der deutschen Schulliederbücher im nationalsozialistischen 
Sinne zu beauftragen, um "die neue Weltanschauung im deutschen Liede 
widerspiegeln zu lassen" (Quelle: BA NL Hitler 7). 

Wir tragen deine Fahnen. Im Auftrag des NS-Lehrerbundes hgb. 20 
deutsche Lieder mit Melodie und Text, 16 Seiten (1933). Ausgabe für 
Gesang mit Klavier, 32 Seiten (1934) [EK]. 

Inhalt: 
1. Deutschland, Deutschland über alles. - 2. A. Methfessel: Der Gott, der 
Eisen wachsen ließ. - 3. H. H. Pierson: O Deutschland, hoch in Ehren! - 4. 
Ch. J. Zahn: Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd. - 5. Regiment sein Straßen 
zieht. - 6. E. E. Buder, 1933: Wir haben übern Tag geschaut und auf ein 
neues Reich gebaut. - 7. 1925: Noch ist die Freiheit nicht verloren. - 
8. 1919: Die deutschen Farben. - 9. 1920: Bismarckflammenlied. - 
10. 1924: Das Hakenkreuz im weißen Feld. - 11. Dem Führer. - 12. 
Kampflied. - 13. 1931: Für Deutschland soll es sein. - 14. 1932: Lied 
der deutschen Mädchen. - 15. 1922: Wohlauf, ihr Jungen, werdet 
stark (T: J. Sturm). - 16. 1928: Über Gräber vorwärts! - 17. 1924: Der 
Trommler. - 138. 1922: Deutschland, erwache! - 19. 1928: Kennt ihr 
das Land in deutschen Gauen. - 20. Die Fahne hoch! 

Nr. 7 bis 19 stammen von Gansser. 

Aus einer Verlagsannonce: 
"(...) Diese Sammlung, die bereits in 200 000 Stücken verbreitet ist, 


G 2032 





enthält neben älteren vaterländischen Weisen 13 vom Herausgeber 
vertonte hervorragende und kraftvolle Lieder, die in der Zeit des Kampfes 
um das Dritte Reich entstanden sind und auf diesem Gebiete mitgeholfen 
haben den Aufschwung unseres Vaterlandes vorzubereiten" ("ZfM" CI1/10, 
Oktober1935, S. 1175). 


1934 
Mai 1934, Besprechung ("Wir tragen deine Fahne"): 

"(..) Erst die Kämpfer aus der Umgebung Adolf Hitlers haben das 
Erlebnis >Deutschland< wieder so neu und unbedingt gehabt, daß es 
einen solchen innerlich echten Niederschlag auch im Liede haben konnte. 
Ganssers Vertonung von Dietrich Eckarts >Deutschland erwache<, die 
1922 Adolf Hitler gewidmet ist, kann man als Ausgangspunkt einer neuen 
Ära des deutschen völkischen Kampflieds ansehen. Sie ist meines Wissens 
von Eckart selbst unter mehreren anderen Vertonungen als die beste und 
maßgebendste bezeichnet worden, wie sie auch Adolf Hitler's unbedingte 
Zustimmung gefunden hat. Dieser hat auch die Notwendigkeit der 
möglichst weiten Verbreitung von Ganssers Liedern gelegentlich ihm 
gegenüber betont, wie auch Dr. Goebbels in einem offenen Briefe, der vor 
einigen Jahren in Hinkels >Kulturwacht< abgedruckt war, auf die 
einzigartige Bedeutung dieser Lieder für die Bewegung nachdrücklich 
hingewiesen hat (...). 

Was den rein politischen Wert solcher Lieder anlangt, so erinnere 
man sich an einen Ausspruch Bismarcks: >Ich zähle das deutsche Lied zu 
den Imponderabilien, die mich in meinen Einigungsbestrebungen 
Deutschlands aufs Trefflichste unterstützt haben. Wenige mögen sich noch 
der Zeit erinnern, in der Beckers Rheinlied 'Sie sollen ihn nicht haben' 
aufkam. Das Lied war im großen Kriege für mich so wertvoll, als wenn ich 
zwei Armeekorps mehr am Rheine stehen gehabt hätte!< Auch Adolf Hitler 
weiß den Wert eines mitreißenden Liedes auf den Geist seiner Bewegung 
wohl zu schätzen. Er hat sich darüber wiederholt ausgesprochen, so in der 
Hochstimmung am Festabend des 1. Parteitags im Januar 1923 in 
München, wo er dem Komponisten von >Deutschland erwachel<, das er 
zum Sturmlied der NSDAP bestimmte, nach dem Vortrag desselben unter 
der Leitung des Komponisten diesem die Hand schüttelte mit den Worten: 
>Das kann ich Ihnen überhaupt nicht genug danken, was Sie der 
Bewegung mit diesem Lied gegeben haben!<" (Karl Hasse in: "ZfM" CI/5, 
Mai 1934. S. 525-526). 


1935 
Dem Führer! (T: D. Eckart), für Solostimmen und Chor (RS Leipzig, *23/ 
11/35). 
Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten (T: Goethe). Kantate für 
Bariton, MCh und Klavier/ Orchester, "Dem Führer und Reichskanzler Adolf 
Hitler gewidmet am Tag der Saar-Befreiung: 1. 3. 1935" (Stuttgart, 1935; 
Stuttgart, *10/V11/38, zum Schwäb. Liederfest des DSB) [L&Z]. 

1936 
Saarland, treues Land (T: K. Overdyck), für Singstimme/ einstimmigen 


G 2033 





Chor mit Klavier (1936) [L&Z]. 
5. Mai 1936, Angebot: 

"Wie mir mein Bruder vor einigen Monaten mitteilte, äusserten Sie 
die Absicht, nach der Vollendung des Erweiterungsbaus des Hauses 
>Wachenfeld< dort auch einen Flügel aufstellen zu lassen. 

Zur Weihe dieses Hauses bitte ich nun ergebenst, mir als 
demjenigen, der zuerst und lange Jahre alleine für die Bewegung in Tönen 
geschrieben hat, den musikalischen Teil übertragen zu wollen. 

Ich würde den Stuttgarter Kammersänger Max Roth einige meiner 
Lieder singen lassen. Die Texte von den Liedern, die ich in Vorschlag 
bringe, liegen bei. Darf ich Sie, mein Führer, bitten, selbst aussuchen zu 
wollen, welche Lieder Sie bei dieser Feier hören wollen? 

Die Begleitung am Flügel würde ich selbst übernehmen. 

In der frohen Hoffnung, Ihnen, mein Führer, 
wie einst wieder einmal als Liedersänger 
der Bewegung dienen zu können, und 
Ihnen damit eine Freude zu machen, grüsse 
ich Sie ehrerbietigst (...)" (Gansser an Hitler, 
5/V/36. Quelle: BA NS 10/ 203. Blatt 20). 

In gleicher Sache wandte sich der Komponist am selben Tag an 
Reichsminister Heß. 

17. Juni 1936, Absage: 

"Im Nachtrag zum Schreiben des Stellvertreters des Führers vom 
18. Mai d. Js. teile ich Ihnen mit, daß der Führer eine Einweihungsfeier 
von hier aus zunächst nicht in Aussicht genommen hat" (Der Adjutant des 
Führers, Wiedemann, 17/VI1/36. Quelle: BA NS 10/ 203. Blatt 16). 

Gansser sah sich trotzdem zu weiteren Kontaktversuchen bestärkt. 
15. August 1936: 

Gansser besucht Hitler im Berghof auf dem Obersalzberg und singt 
ihm mehrere Titel aus seiner Liedsammlung "Wir tragen deine Fahnen" 
vor. 


1937 
Kampfesmut und Treue. Vier Lieder für Gesang mit Klavier (1937) 
[Sc]. 
1. Es tagt: Wir gingen in Knechtschaft (T: Elsa Bruckmann). - 2. 
Reiterlied: Feinsliebchen, ich muß scheiden (T: E. Limpach). - 3. 
Vorwärts: Wir sehn nicht links (T: E. Limpach). - 4. Zum letzten Sturm: 
Ob Not, ob Tod (T: K. Overdyck) 


1938 
Heldische Trauermusik. Fassung ür Militärmusik: H. Männecke (1938). 
In: Schott's Blasorchester Nr. 37 [Sc]. 
Du lieber Führer du, wir Burschen und wir Mädchen (eigener T). 
Huldigungslied (1938). 
Textprobe (2. Strophe): 
"Du lieber Führer du, 
wie gut bist du uns Kleinen, 


G 2034 





drum sind wir auch die Deinen 
und bleiben's immerzu". 

Lieder für die Grundschule. Hgb. (o. J. = 1938) [MS]. 

Der Herausgeber gab hier bei Weihnachtsliedern o. ä. die originalen, 
christlich betonten Texte unverändert wieder. 

Inhalt: 

1. Gansser: Du lieber Führer du. - 2. Deutschland, Deutschland über 
alles. - 3. Die Fahne hoch. - 4. R. Schumann: (Der kleine Soldat) Ein 
scheckiges Pferd, ein blankes Gewehr. - 5. Aus Oberösterreich: Die 
Schützen kommen da. - 6. Kücken (1810-1882): Wer will unter die 
Soldaten (T: F. Güll, 1812-1879). - 7. onA (= Gansser) Ich bin Adolf 
Hitlers kleiner Soldat. - 8. Fränkisch: Winter ade! Scheiden tut weh. - 9. 
Kuckuck, Kuckuck ruft aus dem Wald. - 10. Silcher: Der Lenz ist 
angekommen. - 11. Alle Vögel sind schon da. - 12. H. Lang (1858-1919): 
Ei Veilchen, liebes Veilchen (T: A. Schults). - 13. Hei, juchhei. - 14. 
Silcher: Juchhei Blümelein. - 15. Volkstümlich: Es tönen die Lieder. Kanon 
zu 3 Stimmen. - 16. Schulz: Willkommen im Grünen. - 17. aus "Ringa, 
Ringa, Reia": Komm, Mai, komm, Mai, du wunderschöner Mai. - 19. 
Mozart: Komm, lieber Mai (T: nach A. Overbeck). - 20. Wer hat die 
Blumen nur erdacht (T: W. Hey). - 21. Volksmelodie nach L. Erk: Ward ein 
Blümchen mir geschenket. - 22. nach Chr. H. Hohmann (1811-1861): 
Sonne am Himmel, wie bist du so schön. - 23. Schäublin (1822-1901): O 
Vöglein im Hain. - 24. Schwäbisch: D'Vögele im Tannewald. - 25. Silcher: 
Vöglein im hohen Baum. - 26. Es tröpfelt, es tröpfelt. - 27. Volksmelodie: 
Im Sommer. - 28. Humperdinck: Im Grünen, im Walde. - 29. H. Lang 
(1858-1919): Ich ging im Walde so für mich hin. - 30. Silcher: Wie lieblich 
hallt durch Busch und Wald. - 31. Barner (1835-1910): Konzert ist heute 
angesagt. - 32. Ich geh durch einen grasgrünen Wald. - 33. 
Niederrheinisch: Ein Männlein steht im Walde. - 34. aus Nordböhmen: 
Jetzt fahrn wir übern See. - 35. aus Deutschböhmen: Auf, auf ihr 
Wandersleut. - 35. Flügel (1812-1900): Du frischer, froher Morgenwind. - 
36. Gansser: (Wäanderlied) Vögel singen, Blumen blühen (T: H. v. 
Fallersleben). - 37. Fröhlich: Wem Gott will rechte Gunst erweisen. -38. 
Kern (1836-1897): (Die fröhlichen Wanderburschen) Ein Ränzlein auf dem 
Rücken. - 39. Hänschen klein (T: Fritz Wiedemann, 1821-1882). - 40. 
Trara, das tönt wie Jagdgesang. Kanon zu 4 Stimmen. - 41. Weber 
(1766-1821): Mit dem Pfeil, dem Bogen. - 42. Wenn ich ein Vöglein wär. - 
43. Müller (1767-1835): Kommt a Vogele gefloge. - 44. schwäbisch: Am 
Neckar, am Neckar, dö ischt a jedes gern. - 45. Nun ade, du mein lieb 
Heimatland. - 46. Fesca: An der Saale hellem Strande. - 47. auf die 
Volksmelodie "Bald gras' ich am Neckar": Der Winter ist kommen, 
verstummt ist der Hain (T: A. Franz, 1794-1843). - 48. Schneeflöckchen, 
Weißröckchen. - 49. Morgen kommt der Weihnachtsmann. - 50. Hering 
(1766-1853): Morgen, Kinder, wird's was geben. - 51. fränkisch: Inmitten 
der Nacht, als Hirten erwacht. - 52. Widmann (1820-1910): Kling, 
Glöckchen, klingelingeling! - 53. Schulz: (Die Kinder bei der Krippe) Ihr 
Kinderlein, kommet. - 54. Gruber: Stille Nacht. - 55. aus dem Aargau: 
Kommt all herein, ihr Engelein - 56. Wacht auf. Kanon zu 2 Stimmen. - 57. 


G 2035 





(Morgenlied) Die Sterne sind erblichen. - 58. Schulz: Der Mond ist 
aufgegangen. - 59. aus dem Odenwald: Nun wollen wir singen das 
Abendlied. - 60. Reichardt (1752-1814) nach einer Volksmelodie: Schlaf, 
Kindlein, schlaf. - 62. M. Frey (geb. 1872), Op. 18: Schlaf, mein kleines 
Mäuschen. Kanon zu 4 Stimmen. - 63. Reichardt: Wer hat die schönsten 
Schäfchen? - 64. Jetzo, mein Püppelein. - 65. J. Haas: Eia popeia. - 66. 
Nordmährisch: Im Märzen der Bauer. - 67. Volksmelodie: (Loblied auf die 
Kartoffel) Herbei, herbei zu meinem Sang. - 68. Wollt ihr wissen. - 69. 
nach einer Volksmelodie: Müller, hast du nichts zu mahlen? - 70. Es 
klappert die Mühle am rauschenden Bach. - 71. Es klappert die Mühle bei 
Tag und bei Nacht. Kanon zu 2 Stimmen. - 72. Hering: C-a-f-f-e-e. - 73. 
westfälisch: Was macht der Fuhrmann? - 74. Kinderlied: Wer will fleißige 
Handwerker sehn? - 75. (Der Baumeister) Kommt herbei und sehet an. - 
76. ). Haas: Es tanzt ein Butzemann in unserm Haus herum. - 77. Taler, 
Taler, du mußt wandern. - 78. aus dem Rheinland: Trauer, Trauer über 
Trauer. - 79. Brüderchen, komm, tanz mit mir. - 80. Reinecke 
(1824-1910): Spannenlanger Hansel, nudeldicke Dirn. - 81. Mühling 
(1786-1847): Froh zu sein, bedarf es wenig. - 82. Ein Schneider fing 'ne 
Maus. - 83. aus der Mark Brandenburg: Eins zwei drei, alt ist nicht neu. - 
84. Gretel, Pastetel, was machen die Gäns?. - 85. (Die fünf Hühnerchen) 
Ich war mal auf dem Dorfe. - 86. Tanzlied aus Schwaben: Widele, wedele. 
- 87. Die Tiroler sind lustig. - 88. Lahusen: (Klein Marei)) Laßt uns auf die 
Wiese gehn. - 89. Tanzmelodie, norwegisch: Hans Spielmann hat eine 
einzige Kuh. - 90. Dornröschen war ein schönes Kind. - 91. aus dem 
Elsaß: Schwefelhölzle. - 92. Reinecke (1824-1910): Der Besen, der Besen. 
- 93. Ich bin ein Musikante und komm aus Schwabenland. - 94. Fuchs, du 
hast die Gans gestohlen. - 95. Haas: (Lustiger Rat) Vöglein, lieb Vöglein. - 
96. (Das Bienchen) Summ, summ, summ. - 97. Maikäfer, flieg. - 98. Auf 
unsrer Wiese gehet was (T: H. v. Fallersleben). - 99. aus dem Bergischen: 
Auf einem Baum ein Kuckuck saß. - 100. Ich hab ein Lämmchen weiß wie 
Schnee. - 101. Haas, aus Op. 47: Kaninchen, Karnikkelchen. - 102. Alle 
meine Entchen. - 103. Der Frosch sitzt in dem Rohre. - 104. Ein Vogel 
wollte Hochzeit machen. - 105. (Der Ziegenbock) Wo bist du denn 
gewesen? - 106. J. Haas, aus "Trali Trala" Op. 47: Ringel-Ringelreihen. 
Satz/Bearbeitung: E. Holzwarth (67), A. Morlang (5, 7, 11, 66, 93, 
99). 
Ich bin Adolf Hitlers kleiner Soldat (T: onA). Für Singstimme mit 
Geige/ Blockflöte: A. Morlang. 
Textprobe (1. Strophe mit Refrain): 
"C..) 
Er ist mein Führer, mein Kamerad. 
J uchhei, juchhei, juchhei! 
Ich trag voll Stolz ein braunes Kleid, 
bin ihm zu dienen stets bereit 
Juchhei, juchhei, juchhei, 
juchhei, juchhei! 
Froh ist der Sinn, hell klingt das Lied, 
wenn's Jungvolk durch die Lande zieht! (...)" 


G 2036 





In: 
Lieder für die Grundschule (1938). 
Ein Führer, Volk und Reich (Ja!): Nach tausendjährigen Wunden hat 
Blut zu Blut gefunden (T: G. Schumann). Bekenntnislied zum * 10/1V/38 
für einstimmigen Chor mit Begleitung eines kl. Blasorchesters/ Klaviers. 
"Dieses Lied wurde auf Wunsch des Führers vom 1.-10. April 1938 über 
Großdeutschland gesendet" (1938) [Sc]. In: "Kämpfen heißt leben". 
Textprobe (2. Strophe): 
"Wofür die Besten starben 
in Leid und Not und Narben, 
nun ist es leuchtend da! 
Nun bricht nach Schmach 
und Schmerzen 
aus Millionen Herzen 
ein Dank, ein Schwur, ein Ja!" 
Sieben Lieder für Bariton und Klavier (RS Stuttgart, 18/1X/38). 
1. Edda. - 2. Kämpfen heißt leben. - 3. Zerbrecht was schlecht. - 4. 
Dem Führer (T: D. Eckart). - 5. Seid Herren der Zeit. - 6. Vorwärts. 
- 7. Reiterlied. 
Autor der Texte 1-3, 5 = E. Limpach. 
19. März 1939: 
Die Festgabe Joseph Haas zum 60. Geburtstag bringt von Gansser 
den einstimmigen Chor mit Blasorchester/ Klavier Ein Führer, Volk und 
Reich. 


1940 

Deutsche Lieder. Mit den Kernliedern des REM. Hgb. (1940) [MS]. 

Gansser benutzte die Edition nicht nur zur Selbstdarstellung als NS- 
Komponist - von ihm stammen die Titel 8-15, 22, 46, 47, 5, 69, - 
sondern - im ersten Kriegsjahr - mit einigen Titeln von Lehrer-Kollegen, 
vor allem aber durch die Beschwörung des nationalen Erbes von 
romantischem Inhalt auch zur Herstellung des hehren Gefühls deutscher 
Identität. 

Inhalt: 
Vaterland 
1. Spitta: Heilig Vaterland. - 2. Händel: O du, mein heiß Verlangen 
(Klavierbegleitung: Gansser). - 3. von Bausznern: Deutschland, 
Deutschland, o heiliger Name. - 4. Methfessel: Stimmt an mit hellem 
hohem Klang. - 5. Kaun: Du Land meiner Väter. - 6. H. Herrmann: 
(Deutscher Feuerspruch) Schlummre, süße Heimat du! - 7. Gläser: 
Flamme empor. 
1933 - Kampf und Sieg des Führers 

8. Deutschland erwache! - 9. Dem Führer - 10. Das Hakenkreuz. - 
11. Noch ist die Freiheit nicht verloren. - 12. Trommle, Trommler. - 
13. Und ist unser Banner vom Sturme zerfetzt. - 14. Über Gräber 
vorwärts. - 15. Für Deutschland soll es sein. - 16. Baumann: Nun laßt 
die Fahnen fliegen. - 17. Spitta: Erde schafft das Neue. - 18. Decker: 
Heiliges Feuer brennt in dem Land. - 19. Napiersky: Lasset im Winde die 


G 2037 





Fahnen wehen. - 20. Buder: (Deutschland marschiert) Wir haben übern 
Tag geschaut. - 21. Sänger: (Deutsches Bruderlied) Ist diese Welt auch 
voll. - 22. Nicht betteln, nicht bitten (T: H. v. Fallersleben). - 23. 
Altendorf: Der Himmel grau und die Erde braun. 

Aus früheren Kampfzeiten 
24. bei J. Walther (1496-1570): Wach auf, wach auf, du deutsches Land. - 
25. nach einem alten Liederblatt: Wer jetzig Zeiten leben will. - 26. 
Hagemeister: Nach Ostland geht unser Ritt. - 27. 17. Jh: Ich habe Lust im 
weiten Feld. - 28. Valerius: (Berg op Zoom-Marsch 1626) Acht, wie mit 
Macht. - 29. Silcher: Kein schönrer Tod ist in der Welt. - 30. Vivat, jetzt 
gehts ins Feld. - 31. Zahn: Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd. - 32. 
Methfessel: Der Gott, der Eisen wachsen ließ. - 33. Wilhelm: Es braust ein 
Ruf wie Donnerhall. - 34. Pierson: O Deutschland, hoch in Ehren. - 35. A. 
Schmid: Will euch nach Liebe dürsten. - 36. Spitta: Wir gehen als Pflüger. 
- 37. Jung Siegfried war ein stolzer Knab. - 38. F. M. Böhme: Roland, der 
Ries' am Rathaus zu Bremen. - 39. Zelter: Es war ein König in Thule. - 40. 
Silcher: Der alte Barbarossa. - 41. aus Schwaben: Preisend mit viel 
schönen Reden. - 42. Wendelmuth: Die Glocken stürmten vom 
Bernwardsturm. - 43. 1568: Wilhelmus von Nassauen. - nur T, zur Melodie 
des Wilhelmusliedes: Wenn alle untreu werden. - 44. Volkslied, 1719: 
Prinz Eugen, der edle Ritter. - 45. von Weber: Was glänzt dort vom Walde. 
- 46. Gansser: Die deutschen Farben. - 47. Gansser, 1920: 
Bismarckflammenlied. 

Deutsche J ugend 
48. Kühlenthal: (J ungvolklied) J ungens her, Jungens ran. - 49. 
Borgmann: Vorwärts, vorwärts. - 50. Morlang: Raus ihr Mädchen, raus ihr 
Buben. - 51. Gansser, 1922: Wohlauf, ihr Jungen, werdet stark und 
meidet weiche Hüllen. - 52. Bellingroth: Es rauscht durch deutsche 
Wälder. - 53. Mozart: (Kinderspiel) Wir Kinder, wir schmecken der Freuden 
recht viel. - 54. Es waren zwei Königskinder. - 55. Reinecke: 
Schneewittchen hinter den Bergen. - 56. nach C. M. von Weber: Wir 
winden dir den J ungfernkranz. - 57. J. Haas: (Der Steckenpferdreiter) Ei, 
ei, Herr Reiter, sein Roß will ja nicht weiter. - 58. Ein Schottischer: 
Schäfersmädchen, komm mit mir. - 59. aus St. Joachimsthal: Es freit ein 
wilder Wassermann. - 60. aus Holstein: Ein Mädchen geht spazieren. - 
61. J. Haas: (Kinderreigen) So geht's auf unsre Weise, so ist es 
Kinderbrauch. - 62. Lieschen, was fällt dir ein. - 63. Dreh dich, dreh dich, 
Rädchen. - 64. aus der Schweiz: Es hatt ein Baur drei Töchter. - 65. Mall 
(geb. 1895): Sonnenstrahl, Sonnenstrahl, willst mich wohl necken? - 66. 
R. Süßmuth: Wir tanzen im Maien den lustigen Reihen. - 67. Ach, wär ich 
ein Vöglein. - 68. Kühlenthal: Die Nixen in dem Wasserfall, die spielen 
Ball. - 69. Gansser, 1932: Lied der deutschen Mädchen. - 70. Regiment 
sein Straßen zieht. - 71. Es leben die Soldaten. - 72. neueres Volkslied: 
Steh auf hohem Berge. - 73. Silcher: Steh ich im Feld. - 74. Napiersky: 
Jetzt trag die Trommel vor uns her. - 75. aus neuer Zeit: Die blauen 
Dragoner, sie reiten. - 76. Laitenberger: (Trompeter, blase) Wach auf, die 
trübe Nacht versinkt! - 77. H. Steiner: Soldat, Kamerad, faß Tritt. - 78. 
Volksmelodie, schwäbische Fassung: O Straßburg. - 79. Silcher: 


G 2038 





Morgenrot. - 80. Silcher: Es geht bei gedämpfter Trommel Klang. - 81. Zu 
Straßburg auf der Schanz. - 82. Jahn: Wir traben in die Weite. - 83. Knab: 
Still vom Sturm der Kanonaden. 

An der Arbeit 
84. aus der Wetterau und Westfalen: (Der Handwerksgesell) Steh nur auf, 
du Handwerksgesell. - 85. Grafschaft Glatz: (Bergmannslied) Glück auf! 
Glück auf, der Steiger kommt!. - 86. aus Franken: Mein Handwerk fällt mir 
schwer. - 87. aus Franken: Schneidri, schneidra, schneidrum. - 88. R. 
Schumann: Fein Rößlein, ich beschlage dich. - 89. ungarische Melodie: 
Heute an Bord. - 90. Lustiger Matrosensang. - 91. Schubert: Das Wandern 
ist des Müllers Lust. - 92. Auf, auf zum fröhlichen Jagen. - 93. aus dem 
Schwarzwald: (Der Jäger) Fruh, fruh, des Morgens fruh. - 94. Der Jäger in 
dem grünen Wald. - 95. Kühlenthal: (Der Gänsehirt) Und wenn der 
Himmel regnen will. 

Heimat 
96. in ganz Deutschland: Kein schöner Land. - 97. P. von Lindpaintner, 
1791-1856): (Württemberger Lied) Von dir, o Vaterland, zu singen. - 98. 
Gansser: Kennt ihr das Land (T: onA). - 99. Im schönsten 
Wiesengrunde. - 100. Schubert: Am Brunnen vor dem Tore. - 101. H. 
Herrmann: Mein Dörflein ruht im Abendschein. - 102. F. Glück: Dort unten 
in der Mühle saß ich in süßer Ruh. - nur T, zur Melodie von Glück: In 
einem kühlen Grunde. - 103. Silcher: Morgen muß ich fort von hier. 

In Wald und Feld 
104. Schumann: (Schön Blümelein) Ich bin hinausgegangen. - 105. Der 
Gutzgauch auf dem Zaune saß. - 106. H. Werner: Sah ein Knab ein 
Röslein stehn. - 107. Schubert: Sah ein Knab ein Röslein stehn. - 108. R. 
Schumann: Es fliegen zwei Schwalben in's Nachbar sein Haus. - 109. onA: 
Wie des Grases Blumen. Kanon zu 2 Stimmen. - 110. Mozart: Alles 
schweiget. Kanon zu 3 Stimmen. - 111. Nagler: Es fing ein Knab ein 
Vögelein. - 112. Brahms: Sitzt a schöns Vogerl auf'm Dannabaum. Kanon 
zu 4 Stimmen. - 113. nach W. Würfel, Jägerchor aus der Oper "Rübezahl": 
Wie herrlich ist's im Wald. - 114. von Holstein (1826-1878), Op. 15 Nr. 5: 
Ich hört ein Vöglein singen wohl in dem grünen Wald. - 115. in ganz 
Deutschland: So scheiden wir mit Sang und Klang. - 116. H. Herrmann: 
Rosen, ihr blendenden, Balsam versendenden. 

Wandern 
117. Wohlauf, wer baß will wandern. - 118. Auf, du junger Wandersmann. 
- 119. Zelter: Durch Feld und Buchenhallen. - 120. aus Schweden: Im 
Frühtau zu Berge. - 121. Lyra: Der Mai ist gekommen. - 122. O. Löffler: O 
Wanderlust, o Wanderlust, dein will ich nun genießen. - 123. Mit Sang und 
Klang zu schreiten. - 124. Anding (1810-1879): Mein Vater war ein 
Wandersmann. - 125. Muß i denn zum Städtele hinaus. - 126. Wohlan, die 
Zeit ist kommen. - 127. Becker: Wohlauf, die Luft geht frisch und rein. 

Tageszeiten 
128. J. A. P. Schulz: O Sonne, Königin der Welt. - 129. Ahle: Die güldne 
Sonne bringt Leben und Wonne. - 130. di Lasso: Strahlend steigt am 
Himmelsbogen. - 131. Bezler: Derweil ich schlafend lag. - 132. Baumann: 
Und die Morgenfrühe. - 133. A. Schmid: (Morgenlied) Die letzten Sterne 


G 2032 





sinken und fallen in das Nichts. - 134. von Weber: Die Sonn erwacht! - 
135. H. Herrmann: Die Sonn erregt das All. Kanon zu 3 Stimmen. - 136. 
von Weber: Der Tag hat seinen Schmuck. - 137. Zuccalmaglio: Die 
Blümelein, sie schlafen. - 138. A. Pfohl: Der Abend kommt, der Tag ist 
aus. - 139. Kühlenthal: Und die Sonne, sie machte den weiten Ritt.- 140. 
Schubert: Schlafe, schlafe, holder süßer Knabe. - 141. Brahms: Guten 
Abend, gut Nacht. - 142. J. Haas: Draußen blinket in silbernem Schein. - 
143. Mozart: Bona nox. Kanon zu 4 Stimmen. - 144. Es ist ein Schnitter. 

Jahreszeiten 
145. Nun will der Lenz uns grüßen. - 146. volkstümlich: Nicht lange mehr 
ist Winter. Kanon zu 4 Stimmen. - 147. alter Gesang beim Frühlingsfest: 
So treiben wir den Winter aus (T: neue Fassung von Johann Krepp). - 148. 
Thysius Lautenbuch, um 1600: Der Winter ist vergangen. - 149. nach 
einer Volksmelodie des 16. Jh: Grüß Gott, du schöner Maien. - 150. M. 
Hauptmann: Hell ins Fenster scheint die Sonne. - 151. Haydn: Die liebe 
Maienzeit hat Tanz und Spiel bereit. Kanon zu 4 Stimmen. - 152. 
Schubert: Der Schnee zerrinnt, der Mai beginnt. - 153. Volksmelodie: 
Lasset uns schlingen dem Frühling Blümelein zum Kranz. - 154. nach 
Mozart: Aus ihrem Schlaf erwachet von neuem die Natur. - 155. Schubert: 
Willkommen, lieber schöner Mai. - 156. A. Schmid: Genießet den Mai, er 
eilet vorbei. Kanon zu 3 Stimmen. - 157. Silcher: O sanfter, süßer Hauch! 
- 158. H. Lang, 1858-1919: Alles neu macht der Mai. - 159. Silcher: 
Saatengrün, Veilchenduft, Lerchenwirbel. - 160. Schubert: Die Luft ist 
blau, das Tal ist grün. - 161. 16. Jh: Die beste Zeit im Jahr ist mein. - 162. 
R. Schumann: So sei gegrüßt viel tausendmal. - 163. J. A. P. Schulz: Wir 
bringen mit Gesang und Tanz. - 164. J. Haas: Juchheißa, juchhei! Die Ernt' 
ist vorbei. - 165. von Weber: Feldeinwärts flog ein Vögelein. - 166. 
Volksmelodie: Bald fällt von diesen Zweigen das letzte Laub herab. - 167. 
Silcher: Die Schwälbla ziehet fort. - 168. © Tannenbaum, o Tannenbaum, 
du trägst ein' grünen Zweig. - 169. Urheber unbekannt: (Der Winter) Es 
wird wohl Winter weit und breit. - 170. Melodie nach Praetorius: Nach 
grüner Farb mein Herz verlangt (Textgestaltung: F. Jöde). - 171. onA: Ein 
sehr harter Winter ist, wenn ein Wolf den andern frißt. Kanon zu 2 
Stimmen. - 172. Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne. - 173. aus 
Schlesien: O Freude über Freude. - 174. Köln, 1623: Vom Himmel hoch, o 
Englein, kommt. - 175. Maria durch ein Dornwald ging. - 176. Laufet, ihr 
Hirten. - 177. Ihr Hirten, erwacht, seid munter und lacht!. - 178. aus 
Tirol: Auf, ihr Hirten, von dem Schlaf bei so schöner Zeiten. - 179. H. 
Sänger: Ei sieh dort am Fenster den leuchtenden Schein. Kanon zu 3 
Stimmen. - 180. altes Volkslied: Kindelein zart von guter Art. - 181. 
Melodie bei A. Quentel, Köln 1599: Es ist ein Ros' entsprungen. Satz: nach 
M. Praetorius, 1609. - 182. (Das deutsche Gloria) Wir loben, preisen. 
Satz: H. Kugelmann (t 1542). - 183. Aus Westfalen: Das alte ist 
vergangen. 

Heiteres 
184. A. Schmid: Laßt ein frohes Lied uns singen. Kanon zu 2 Stimmen. - 
185. Caldara: Was wolln wir singen? Kanon zu 3 Stimmen. - 186. 
Caldara: Kommt und springet, kommt und singt. Kanon zu 3 Stimmen. - 


G 2040 





187. Cherubini: Auf, laßt uns singen, singen im Chor. Kanon zu 3 
Stimmen. - 188. Pfohl: Wer allzeit hinterm Ofen sitzt. Kanon zu 4 
Stimmen. - 189. Haydn: Ich weile gern, wo Ernst und Scherz sich 
glücklich paart. - 190. J. Haas: Hinter der Donaubrück steht ein schön 
Häusle. Kanon zu 3 Stimmen.- 191. J ütländisches Tanzlied: Guten Abend, 
guten Abend, euch allen. - 192. Drei Gäns' im Haberstroh. Kanon zu 4 
Stimmen. - 193. aus Oberamt Leutkirch 1840 und Franken: Wie sind mir 
meine Stiefel geschwollen. - 194. 's war einer, dem's zu Herzen ging. - 
195. Hätt' i di. - 196. Ein Jäger längs dem Weiher ging. - 197. Volkstanz 
aus Schwaben: (Der Obendrauf) Bin inet a Bürschle auf der Welt?. - 198. 
aus Schwaben Ich reit auf einem Rößlein herauf vom Ungarland. - 199. 
Kühlenthal: Es rengalat, es schneialat. - 200. J. Haas: Hansel am Bach hat 
lauter gut Sach (T: "Des Knaben Wunderhorn"). Kanon zu 3 Stimmen. - 
201. Tanz, 16. Jh: Es ließ sich ein Bauer ein Faltrock schneiden. - 202. ]. 
Haas: Es tanzt ein Butzemann in unserm Haus herum. Kanon zu 3 
Stimmen. - 203. Volksmelodie, Masuren: Ging ein Weiblein Nüsse 
schütteln. - 204. aus Schwaben: Rosestock, Holderblüt'. - 205. aus 
Holstein: (Min Marie) Wenn hier en Pott mit Bohnen steiht. - 206. 
Mandyczewski: (Die Intervalle I) Die Prim, die Sekund, die Terz. Kanon zu 
3 Stimmen. - 207. Mandyczewski: (Die Intervalle II) Die Prim, die Sekund, 
die Terz. Kanon zu 3 Stimmen. - 208. Volksmelodie: Alle Leute gehn jetzt 
nach Haus. 

Sätze: H. Kocher-Klein (204), P. Kickstat (205), A. Klages (180), F. 

Kühlenthal. (25, 72, 86, 87, 120), A. Morlang (203), H. Roth (27, 115), H. 
Sänger (168), R. Süßmuth (118, 124). 
Der Frontsoldat: Und fragt ihr nach dem größten Helden (T: E. 
Limpach), für einstimmigen Chor (Massenchor) mit Begleitung des 
Klaviers. In: "Kämpfen heißt leben" (1940) [Sc]. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Vor dem, wie er gekämpft, gerungen 
und eine Welt von Feinden zwang, 
verblaßt das Lied der Nibelungen 
und Tejas letzter Waffengang". 

13. September 1940: 

Gansser wendet sich an Dr. Goebbels, klagt über Nichtbeachtung 
seit 14 Jahren und erinnert an den ehemaligen Kontakt (Quelle: BA R 55/ 
20577. Blatt 5 ff.). 

23. September 1940: 

Das RMVP teilt Gansser mit, er möge Lieder einreichen (Quelle: BAR 
55/ 20577. Blatt 13). 

9. Oktober 1940: 

Gansser dankt dem Ministerium und schickt seine Lieder "Kämpfen 
heißt leben" (Texte: E. Limpach u. a.) (Quelle: BAR 55/ 20577. Blatt 4). 
15. Oktober 1940: 

Abt. M rät dem Ministerbüro wegen kritischer Stellungnahme der 
Reichsmusikprüfstelle von besonderer Förderung Ganssers ab (Quelle: BA 
R 55/ 20577. Blatt 23). 

Die Prüfstelle ließ sich kaum durch politische Liedtexte beeinflussen. 


G 2041 





1941 
Gelöbnis an den Führer: Wir stehn wie Mauern um dich her in Treue 
und Geduld (T: G. Schumann, 1939). Chor. "Dem Führer Adolf Hitler zum 
20. April 1941 zugeeignet" (RSdg aus Wien, *20/1V/41). In: "Kämpfen 
heißt leben". 
Textprobe (2. Strophe): 
"Wir kämpfen stumm 
den heiligen Krieg, 
dem uns dein Wort geweiht. 
Wir kennen nur das eine: Sieg 
und Deutschlands Ewigkeit". 
Die letzte Zeile lautet im Original des Dichters nach Komma: "der 
Volk und Reich befreit". 


1942 
Du wirke!: Gott hält in seiner Hand die Meere und das Land (T: Ludwig 
Finckh). Für Singstimme und Klavier. "Dem Führer Adolf Hitler zum 20. 
April 1942 gewidmet. In: "Kämpfen heißt leben". 


1944 
Kämpfen heißt leben. Weihe-, Kampf- und Sturmlieder der Zeit für 
Gemeinsamkeits- und Einzelvortrag. Hitler gewidmet. Sonderdruck für 
Truppenbetreuung der Waffen-SS (1944) [Sc: B.S.S. 37021]. 

Das Original schreibt "SS" mit Siegrunen. 

Diese Anthologie ist im Fernleihdienst der deutschen Bibliotheken 
nicht greifbar und fehlt in der Deutschen Musikbibliographie für 1944. Ein 
Exemplar war jedoch in der Library of Congress, Washington D. C., zu 
lokalisieren - mit Dank an Oliver Kopf und Ulrich Blomann. 

Inhalt: 
1. Du wirke!: Gott hält in seiner Hand die Meere und das Land (T: Ludwig 
Finckh). - 2. Kämpfen heißt leben, heißt alles geben für einen Gedanken 
(T: Erich Limpach). - 3. Seid Herren der Zeit: Fühlt sie beben, die alte 
Erden (T: E. Limpach). - 4. Zerbrecht, was schlecht und fremder Art! 
(T: E. Limpach). - 5. Aufstieg und Niedergang: Ewiger Wellengang 
flüchtiger Zeit (T: E. Limpach). - 6. Edda: Aus grauer Vorzeit dringt ein 
Heldenlied (T: E. Limpach). - 7. Reichtum: Und schwand, daß Gott 
erbarme, mein bißchen Hab und Gut (T: Paul Wolf). - 8. Kampf kies ich! 
Fort von meiner Tür, du Metze Glück! (T: P. Wolf). - 9. Kamerad, die 
Schicksalsstunde schlägt, der Krieg ruft uns zu Taten (T: K. Eggers). - 
10. Gelöbnis an den Führer (T: G. Schumann). - 11. Der Frontsoldat: 
Und fragt ihr nach dem größten Helden, der unermeßlich Schweres tat (T: 
E. Limpach). - 12. Ein Lied für Prien: Über den Wassern die Sterne, 
einsam und weit ist das Meer (T: H. Anacker). - 13. Ein Führer, Volk und 
Reich (T: G. Schumann). - 14. Werkfeierlied: Tritt heran, Arbeitsmann! 
(T: H. Lersch). 
Juni 1944, Zum 60. Geburtstag: 

"Reichsleiter Bormann und Gauleiter Reichsstatthalter Murr haben 
dem Stuttgarter Prof. Gansser zu seinem 60. Geburtstag ihre herzlichsten 


G 2042 





Glückwünsche übermittelt. Aus diesem Anlaß ist auch soeben im Verlag 
Schotts Söhne ein Band mit 14 seiner Lieder (...) erschienen. Professor 
Gansser, ein gebürtiger Stuttgarter, hat schon früh mit seinen 
Kampfliedern das Ohr der Bewegung gefunden. Auch auf den 
Reichsparteitagen erklang sein Sturmlied >Deutschland erwache< (nach 
Dietrich Eckart). Als stellvertretender Direktor der Staatlichen 
Musikhochschule in Stuttgart und als Leiter ihrer Abteilung für Schulmusik 
erfüllt Professor Gansser seine musikerzieherischen Aufgaben" ("Musik im 
Kriege" I1/3-4, J uni-) uli 1944. S. 78-79). 

15. Juni 1944: 

Die "NS-Korrespondenz" Nr. 4 meldet die hohe Ehrung des 
Komponisten unter dem Titel "Führertelegramm für Hans Gansser". 

28. Juni 1944, Der Dank: 

"(...) Wie sehr hoffte ich nun, einen bescheidenen Dank (...) in Form 
der Widmung meines neuesten Liederheftes >Kämpfen heißt leben" 
umgehend abstatten zu können. Der Verlag B. Schotts Söhne in Mainz 
wollte diese Sammlung von Kampfliedern u. Hymnen auf meinen 60. 
Geburtstag herausbringen, und ich wartete von Tag zu Tag, daß ich den 
Dank für meines Führers treues Gedenken nicht mit leeren Händen 
aussprechen wollte. Nun erhielt ich vom Verlage die Nachricht, daß sich 
der Druck der 14 Lieder aus technischen Gründen noch verzögere. Und so 
kann u. darf ich mit meinem brieflichen Dank nicht länger warten. Aber 
sobald das Liederheft, dessen Gesänge zumeist während des gewaltigen 
Schicksalskampfes unsres Volkes entstanden sind, erschienen sein wird, 
werde ich es als Zeichen meiner unwandelbaren Treue, meiner 
Dankbarkeit, Liebe u. Verehrung in die Hände legen, in denen unser Aller 
Leben beschlossen ist. Mein Führer, Heil Ihnen!" (Hans Gansser an Hitler, 
handschriftlich, 28/VI1/44. Quelle: BA NS 26/ 1223). 

Kamerad, die Schicksalsstunde schlägt (Die Welt muß oft ein Wunder 
seh'n) (T: K. Eggers). Marschlied der SS, für Gesang/ einstimm. 
Soldatenchor mit Klavier. In: "Kämpfen heißt leben" (1944) [Sc]. 

Tondokument - vom 23/1X/43 - im DRA: 2965960-10. 

Die Aufnahme ist von der BBC übernommen. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Kamerad, der Führer hats gesagt: 
das Reich muß nun erstehen. 
Kein Mann, der nicht sein leben wagt, 
die neue Welt zu sehen. 
Die Welt horcht auf 
bei unsrem Schritt, 
sie weiß, woher wir kamen. 
Wir führen Recht und Freiheit mit, 
SS in Führers Namen". 


Geschichtsfälschung, 2002: 

Der Verlag Schotts Söhne, Mainz, Geschäftsleitung, ignorierte eine 
Anfrage nach Editionsnummer B.S.S. 37021 ohne Angabe des Titels (6/V/ 
02). 


G 2043 





Information: FA, LdCh. Die Dt. Bücherei Leipzig (3/X/O00), 
Referatsleiterin Bertram, war unfähig, den Titel "Kämpfen heißt leben" zu 
lokalisieren und verwies an das Sängermuseum des Fränkischen 
Sängerbundes in Feuchtwangen (!). Gleichwohl schickte die Bibliothek - 
rechtswidrig - eine Rechnung über 10 DM oder 5.10 Euro "Gebühr für 
gewünschte Auskunftsleistung". Rechtsgründe verboten die Zahlung. 


Ganz einsam und verlassen im öden Tundraland (T: unbekannter 
"Bunkerdichter"). Soldatenlied, Textparodie, zur Melodie "Ganz einsam 
und verlassen an einer Felsenwand" (Niel). 

Textprobe (1. Strophe): 

a) 

auf kalter, langer Wache 
ein Kärntner Jäger stand. 
Der kalte Wind aus Osten, 
der bläst ihm ins Gehirn, 
dieweil, weil er auf Posten, 
die Läuse exerzier'n!" 

Mitgeteilt von Kriegsberichter Ernst Erich Straßl, "Lili-Marlen an der 
Eismeerfront" ("Kehler Zeitung"; März 1941). 


Ganzer, Karl Richard 

Gunzenhausen/ Mittelfranken, 5. Mai 1909 - 1 km östlich Wyssokij 
(UdSSR), 10. November1943 (im Fronteinsatz gefallen und auf dem 
Heldenfriedhof Korotki beigesetzt). 
Dr. phil. München 1934 (Richard Wagner, der Revolutionär gegen das 19. 
Jahrhundert), Historiker, Dozent, Schriftleiter der "Münchner Neuesten 
Nachrichten"; heiratete in München Lydia Gottschewski, Autorin und 
Gründerin des Bundes Deutscher Mädchen, 1936-42 in Pasing, dann 
wieder in München. Als Leiter des Hauptreferats J udentum Mitglied des 
Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands, 1940 dessen k. 
Leiter. Auch Musikrefrent der "MNN". Später zur Wehrmacht einberufen 
und als Gefreiter der 6. Kompanie, Grenadier-Rgt 255 an der Ostfront 
eingesetzt. 
Werke: Buchpublikationen, so "Das Werden des Reiches"; "Das deutsche 
Führergesicht" (1935); "Vom Ringen Hitlers um das Reich" (1935); "9. 
November 1923" (1936). 


NSDAP seit 1/X1/29, Nr. 162.001, vorübergehend gestrichen. HJ mit 
Führerrang. 
Richard Wagner, der Revolutionär gegen das 19. Jahrhundert 
(München, 1934). 

Ganzer behauptet u. a., Wagner "hätte heute Nationalsozialist 
werden können". 
Aus der Werkstatt des Augsburger Stadtchors. Gespräch mit Prof. 
Jochum ("MNN" XC1/72, 13/111/38). 


G 2044 





Richard Wagner und das J udentum. Vortrag (Berlin, 20/1/39, fürs 
Reichsinstitut für die Geschichte des neuen Deutschlands; Nachdruck, 36 
Seiten, 1939) [HVA]. 

22. Januar 1939, Bericht: 

"(...) Als das freigelassene J udentum sich dann in die deutsche 
Literatur und die deutsche Musik einschaltet, schlägt er zum ersten Male 
mit seiner Schrift >Das J udentum in der Musik<, einem der bleibenden 
Dokumente des deutschen Antisemitismus, gegen den Fremdling los, um 
als Antwort den unerbittlichen Haß zu erleben, der jahrzehntelang in der 
ganzen Welt ein wüstes Kesseltreiben gegen ihn entfesselt hat. Während 
der Revolution von 1848 erkennt er, wie auch im politischen Raum 
ursprünglich deutsche Gefühle durch die Juden verfälscht und ausgenutzt 
werden, sie bedienten sich damals für ihre Zersetzung zum erstenmal der 
patriotischen Phrase. Als dann in den siebziger Jahren ein Rabbi sich 
rühmt, daß der >größte Teil des Christentums bewußt oder unbewußt vom 
Geiste des modernen Judentums geleitet wird<, ist die Gefahr der 
jüdischen Überfremdung, vor der Wagner seit Jahren warnt, bereits 
Wirklichkeit geworden. Und als sich dann in der Folge die Juden gar zu 
den eigentlichen Schutzherren, ja Schöpfern der deutschen Kultur 
erklären, erlebt Wagner sogar noch in den ersten Anzeichen jene maßlose, 
vor keiner Lästerung zurückscheuende jüdische Arroganz, die sich in 
unserer Zeit zu den wüstesten Ausbrüchen gesteigert hat" (et.: Richard 
Wagner und das Judentum. "VB" Nord, Nr. 22, 22/1/39). 

Daß Wagner mit dem elenden Pamphlet gegen seine jüdischen 
Konkurrenten als völlig normale Reaktion natürlichen Verhaltens selbst bei 
zivilisierten Bürgern Gegenhaß provozierte, konnte nur ein fanatischer Tor 
ignorieren. 

Richard Wagner und das J udentum. Forschungen zur J udenfrage, 
Band 3. Schriften des Reichsinstituts für die Geschichte des neuen 
Deutschlands (Hamburg, 1939) [HVA]. 


Ganzer, Kurt 
Einsender in Graz. 
Schwertleihe (eigener T), Komposition 0onA, im Sommer 1933 dem 


RMVP eingereicht. 


Ganz heimelich = Ich kann des Abends nit schlafen gehn 


Garbe, Hermann 
Groß-Dahlum, 21. Dezember 1873 - Braunschweig, 13. April 1935. 
Militärmusiker; ab 1/V/01 Stabstrompeter und MM beim Feldartillerie-Rgt 
46 in Wolfenbüttel, dann OMM, zuletzt beim 1. Ersatz-Btl./ IR 92, doch 
1919 außer Dienst gestellt. Danach Gründer und Leiter eines 


G 2045 





Konzertorchesters in Braunschweig. 


NSDAP (It. Todesannonce), jedoch kein Eintrag in ZKNSDAP. Leiter eines 
NSBO-Orchesters, 1934 MZF der SA-Standarte 78, später 92. 

Es ragt ins Meer ein Runenstein, da sitz ich mit meinen Träumen (T: 
onA). 

In: 

Kameraden singt! (1935). 

Nachruf, 1935: 

"(...) Ein Streiter unserer Bewegung, den wir in den letzten Jahren 
bei Aufmärschen, Kundgebungen oder Kameradschaftsabenden zu sehen 
gewohnt waren, ist nicht mehr. 

(...) während seines Ruhestandes, den der Verstorbene seit dem 
Jahre 1919 in unserer Stadt verlebte, trat er immer wieder als Leiter 
verschiedener Kapellen hervor, die in von ihm veranstalteten 
Sinfoniekonzerten ihr Können unter Beweis stellten. 

Hermann Garbe hatsich vor allem während der ganzen letzten 
Jahre um das Musikwesen in unserer Bewegung verdient gemacht. Seinem 
Wirken gelang es, die sich verstreut und einzeln zusammenfinden Musiker 
zu dem nachmaligen NSBO-Orchester zusammenzuschweißen, die sich 
unter seiner zielbewußten Leitung gut aufeinander einspielten und das 
Beste leisteten. Im März des vergangenen Jahres übernahm Hermann G a 
rbe dann die Führung des Musikzuges der damaligen SA.-Standarte 78, 
spater SA.-Standarte 92, bis in den letzten Monaten ein längeres 
Krankenlager den Unermüdlichen ans Bett fesselte, das er nicht mehr 
verlassen sollte. 

Das Andenken des treuen Kämpfers aber, der so oft mit seinem 
Musikzug vor unseren braunen Kolonnen marschierte, werden wir in 
treuen Ehren halten" (Obermusikmeister Garbe t. "Braunschweiger Tages- 
Zeitung" Nr. 90, 16/1V/35). 

Information: Das Stadtarchiv Braunschweig (8/IV/02) verlangte für 
die Kopie des zitierten Zeitungartikels 14,68 Euro, wobei es 10,75 Euro 
Bearbeitungsgebühr und je Kopie 0,80 Euro berechnete. Sondersteuer auf 
ungehinderte Berufsausübung ist aber verfassungswidrig und ein 
Kopierpreis über 0,50 Euro Wucher. Rechtsgründe reduzierten die Summe 
auf 2,73 Euro, Porto inklusive. 

Da die Stadt an der Gebührenordnung contra legem festhält, sei 
ausdrücklich vor Inanspruchnahme dieses Stadtarchivs gewarnt. 


Gar fröhlich zu singen so heben wir an. Was wollt ihr uns 
bringen zum neuen Jahr? (T der 2. Strophe: F. Jöde). Nach einem alten 
Neujahrsruf aus dem Burgenlande. Für 2 Chöre: F. Jöde. Titel: Vorspruch 
oder Zum neuen Jahr. 

In: 

Lobeda-Singeblatt 2 (1934); Lieder zur Weihnachtszeit (1935, 1944); 
NSLB, Unser Lied 1 (31935); RJF, Musikblätter der HJ 65 (1937); RJF, Wir 
Mädel singen (1937); Volksliedsingen im Schulfunk 19/20 II (20. 


G 2046 





Dezember 1937; nur 1 Strophe), 19/20 (22. Dezember 1938; Variante: 
"so fangen wir an"), 20/21 (Dezember 1941); RJF, Liederblatt der HJ 65 
(1938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Unsere Lieder 11 (1938); Das 
Bannorchester (1939); RJF, Unser Liederbuch (61941); Lied über 
Deutschland (?1941); DAF, Singendes Volk 6 (Januar 1942). 


Garmatter, Franz 
Schmerzke, 20. Januar 1880 - Ratzeburg, 28. Dezember 1948. 
Militärmusiker a. D.; 1908 MM beim Füsilier-Rgt 37, 1925 beim II./ IR 2, 
dann a. D. Lehrer in Seelow/ Mark, ab 31/1/34 in Tammendorf/ Krs. 
Krossen, Neumark, sowie in Stettin. 
Nach 1945 i. R., zuletzt in Ratzeburg. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.013.381. SA, MZF der SA-Standarte 2 in Stettin. 
Aufruf. Lied, onA, im Mai 1933 dem RMVP angeboten (Quelle: BAR 55/ 
1158). 
Voran die Grenadiere. Marsch (RS Hamburg, 23/1/37, 27/VII1/38, MZ 
der SA-Standarte 2 Stettin, Dgt. selbst). 

Information: Die Stadtverwaltung Seelow reichte eine Anfrage vom 7/ 
IV/98 weiter an den Seelower Heimatforscher Michael Schimmel in Berlin, 
der jedoch wenig beisteuern konnte. 


Garmo, Tilly de 
Dresden, 3. April 1888 - ? 

Opernsängerin, eigentlich Mathilde Klara geb. Jonas, verwitwete Harry de 
Garmo, dann mit Kapellmeister Fritz Zweig verheiratet; bis 1933 an der 
Staatsoper Berlin. 

Von Gerigk/Stengel als Jüdin denunziert. 

Schließlich emigrierte die Sängerin und lebte ab 1940 in den USA 
mit Wohnsitz Hollywood. 

Information: DML (ohne Geburtsdaten), KDMK (Geburtsjahr: 1896). 


Garnier, Ludwig 
Frankenthal, 14. April 1896 - Mannheim, 19. November 1975. 
Dirigent und Geiger in Mannheim; Kapellmeister und Leiter eines 
Unterhaltungsorchesters. Primarius des Melos-Trios. 
Auch nach 1945 in Mannheim, zuletzt i. R. 
Werke: u. a. "Erntefest", Rheinländer. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Blut und Boden. Marsch (RS Königsberg, 14/V11/34, *30/1/35, MZ der 
SS-Standarte 18, Dgt. Wilhelm Hering). 

Jung-Deutschland. Marsch (RS Stuttgart, 1/11/37). 

Auf Adlerschwingen. Marsch (RS Stuttgart, *15/111/38). 


G 2047 





Gärtner, ? 
Werke: u. a. Wiener Tanz (RS Leipzig, 1/V/38). 


Krieg und Sieg der Deutschen. Ein militär. Tongemälde (Mirag, 
*1/V/33, Stahlhelmkapelle Untergau-Altenburg, Dgt. Alfred Weide). 


Gärtner, Hans Martin 
Essen, 18. Dezember 1890 - Lenggries/ Oberbayern, 18. September 

1981. 
Schüler u. a, von H. Unger, zunächst Lehrer in Voerde; Musikrezensent in 
Hagen (Stand 1935), so für "Rheinisch-Westfälische Zeitung" und 
"Kölnische Zeitung", Korrespondent der "Zeitschrift für Musik". Seit 1936 
bei der Wehrmacht, zuletzt Oberstleutnant und bis 1947 in 
Kriegsgefangenschaft. 

Danach weiterhin in Essen, 1961 in Altendorf, dann i. R., ab 1972 in 
Scheffau, Lindenau, am 28/X1/78 in Gaißach, zuletzt in Lenggries. 
Werke: u. a. Liederbücher für den Wandervogel, Schulliederbücher. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Siehst du die langen Kolonnen anrücken? (T: H. G. Petermann). NS- 
Kampflied. 
Textprobe (3. und 4. Strophe): 
"Schau auf das wogende Meer von den Fahnen! 
Lacht nicht das Herz dir bei schwarz, weiß und rot? 
Starb uns auch vieles von dem, was wir liebten, 
Deutschland, das große, war nie für uns tot. 


Laßt uns marschieren für Freiheit und Größe, 
laßt von den Türmen die Glocken ergehn, 
laßt auf den Häusern, den Straßen und Plätzen 
Fahnen wie einstmals im Winde sich blähn!" 
In: 
Volk singt (1934). 


Gärtner, Karl 

Lahr, 6. Januar 1897 - Straßburg, 26. November 1944 (Kriegsfolge). 
Anfangs Lehrer, zuletzt in Meißenheim/ Krs. Lahr, am 11/111/33 als 
Kommissar z. b. V. ins Badische Ministerium des Kultus und Unterrichts in 
Karlsruhe berufen, ab 1/VI1/33 Ministerialrat und Leiter der Abt. Volks-, 
Mittel- und Fortbildungsschulwesen. 1940 in Straßburg mit Neuaufbau des 
deutschen Schulwesens im besetzten Elsaß und Umschulung - "geistiger 
Heimholung" - der elsässischen Lehrerschaft befaßt. Ehrenbürger der 
Reichsuniversität Straßburg und Ehrensenator der Universität Freiburg i. 
Br. 
Werke: kulturpolit. Publikationen, etwa "Von Arbeitern, Bauern und 


G 2048 





Soldaten", "Wege ins Reich", "Heimatatlas der Südwestmark Baden", 
"Dokumente, Reden, Berichte und Aufsätze zur Geschichte der 
Gegenwart"; Schulbücher, so "Lesebuch für die Volksschulen im Elsaß" 
(1940, 2 Bände) und "Lesestoffe für den völkischen Unterricht in den 
Berufsschulen im Elsaß" (1941); Gründer und Hgb. der Zeitschrift 
"Badische Schule", ferner der "Aufrufe, Tagesbefehle und Reden des 
Führers im Krieg 1939/41". 


NSDAP seit 1/1V/30, Nr. 231.420. Gauamtsleiter der NSDAP. Er erhielt das 
Goldene Parteiabzeichen, das KVK I und von Gauleiter und 
Reichsstatthalter Wagner den Gaukulturpreis 1943 in "Anerkennung seiner 
überragenden Verdienste um das Erziehungswerk unseres Volkes als 
Fundament der deutschen Kultur". 
Singendes Volk. Liederblätter für die badische Jugend. Im Auftrag des 
Ministeriums des Kultus und Unterrichts hgb. Folge 1-21 (1933-34), Folge 
22-32 (1935). 

Titel ohne Nummer = nur Text. 

1. Folge: Die Fahne hoch. Lieder der nationalen Erhebung. 
1. Die Fahne hoch. - 2. Pardun: (Lied der Standarte 7) Siehst du im Osten. 
- 3. zur Melodie "Feinde ringsum" (Gläser): (Dem deutschen Volke) Ehre 
sei dir! Ehre sei dir, herrliches Volk der Germanen. - auf die gleiche 
Melodie: (Beim Siegesfeuer) Flamme empor. - 4. Hensel: (Weihelied) Wir 
heben unsre Hände. - 5. zur Melodie "Wilhelmus von Nassauen": Wenn 
alle untreu werden. 

2. Folge: Wir traben in die Weite. Fahrtenlieder der J ugend. 
6. Jahn: Wir traben in die Weite. - 7. Heute wollen wir das Ränzlein 
schnüren. - 8. Büchsenschütz: Märkische Heide. - 9. JÜungeres 
Soldatenlied: Wohlan, die Zeit ist kommen. - 10. Und wenn wir 
marschieren (onA). - 11. mdl. überliefert: Ich armes welsches Teufli. - 12. 
allgemein verbreitet: Ade zur guten Nacht. 

3. Folge: Landsknechtslieder. 
13. Wir zogen in das Feld. - 14. Weit laßt die Fahnen wehen. - 15. aus 
dem Bauernkrieg 1525: Wir sind des Geyers schwarze Haufen. - 16. Der 
Wind weht über Felder. - 17. Ich habe Lust im weiten Feld. - 18. Wer jetzig 
Zeiten leben will. - 19. Das Käuzlein laß ich trauern. 

4. Folge: Auf, auf zum fröhlichen Jagen. 
20. Trara! (Kanon). - 21. aus Kärnten: Auf, auf zum fröhlichen Jagen. - 
22. (Jagdgesang) Trara, das tönt wie Jagdgesang. Kanon. - 23. Der Jäger 
in dem grünen Wald. - 24. (Jägermarsch) Es blies ein Jäger wohl in sein 
Horn. - 25. (Jägers Lust) Es lebe, was auf Erden stolziert in grüner Tracht. 

5. Folge: Es leben die Soldaten. 
26. (Die badischen Grenadiere) Grenadier seins lustge Brüder. - 27. Wenn 
wir marschieren. - 28. von 1813-1815: Es leben die Soldaten. - 29. 
Regiment sein Straßen zieht. - 30. Die Reise nach Jütland. 

6. Folge: Soldatentod. 
31. Silcher: Kein schönrer Tod. - 32. Bei Sedan wohl auf den Höhen. - 33. 
Höret, ihr Brüder, den Trompetenschall. - 34. Im Feld des Morgens früh. - 
35. Hier liegt ein junger Soldat. - 36. Die bange Nacht ist nun herum. 


G 2049 





7. Folge: Wir tragen das Banner der Freiheit. Lieder der 
nationalsozialistischen Freiheitsbewegung |. 
37. Gansser: Noch ist die Freiheit nicht verloren. - 38. Brüder in Zechen 
und Gruben. - 39. Wir tragen das Banner der Freiheit. - 40. War einst ein 
junger Sturmsoldat. - 41. Muschalla: Als die gold'ne Abendsonne. - 42. Es 
zog ein Hitlermann hinaus. 

8. Folge: Wann wir schreiten Seit' an Seit. 

Lieder der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung II. 
43. Wann wir schreiten Seit' an Seit‘. - 44. Durchs Badnerland 
marschieren wir. - 45. (Denkt dran!) Es klingt wie eine Sage. - 46. 
Hanfstängl: Kam'rad, reich mir die Hände. - 47. Methfessel: (Kampflied 
der Nationalsozialisten) Wir sind das Heer vom Hakenkreuz. 

9. bis 12. Folge: Adventslieder und dergleichen. 

13. Folge: Wach auf, du deutsches Land. 

Vaterländische Weisen |. 
48. Das Vaterland ruft mich. - 49. Ritterliches Blut und kühner Heldenmut. 
- 50. Wach auf, du deutsches Reich. - 51. (An die Deutsche Nation) Frisch 
auf, in Gottes Namen. - 52. Walter, 1552: Wach auf, du deutsches Land. 

14. Folge: An Germania. Vaterländische Weisen II, für Schulfeiern. 
53. An Germania. - 54. Ans Vaterland, ans teure. - 55. Wie mir deine 
Freuden winken. 

15. Folge: Zwei Volkslieder von Franz Philipp (1934), unserem 
Badischen Unterrichtsminister Herrn Dr. Otto Wacker zugeeignet 
56. Schlageter. - 57. Der Trommler. 

16. und 17. Folge: Fröhlich Sommerzeit etc. (Volkslieder). 

18. Folge: Erntedank. 
58. Bauernlied. - 59. Was der Bauer alles tut. - 60. Baumgartner: Kein 
Hälmlein wächst auf Erden. - 61. Reichardt: Bunt sind schon die Wälder. - 
62. ]J. A. P. Schulz: Erntelied. - 63. Ei, Bauer, was kost' dein Heu? - 64. 
Danket dem Herrn (Kanon). 

19. Folge: Lieder des neuen Reiches. 
65. Wendt, 1874-1930: (Wahlspruch) Im Lied bewahrt treu deutsche Art. 
- 66. zur Melodie "Glück auf, der Steiger kommt": Deutsch ist die Saar. - 
67. zur Melodie "Es waren drei Reiter gefangen": Was unser Führer uns 
gebracht. - 68. nach einer Volksmelodie von H. Fischer, Berlin- 
Wilmersdorf: (Hitler-Mädels) Wir sind die Mädels vom neuen Reich. - 69. 
Tucher: Die Fahnen geschwungen, die Trommel gerührt. - 70. nach M. 
Prätorius: Singt dem Herrn! 

20. Folge: Euch ist heute der Heiland geboren! 

21. Folge: etc. (Weihnachtslieder). 

22. Folge: Jugend marschiert (1935). 
71. E. Dahlke: Deutsch sei dein Geist. Kanon. - 72. mdl. überliefert: Wir 
ziehen über die Straßen mit ruhig festem Schritt. - 73. Höhne: Der Wagen 
rollt. - 74. Erdlen: Laßt uns durch die Lande schreiten. - 75. Schulz-Tegel: 
Volk will zu Volk. - 76. Volksmelodie, 15. Jh: Wohlauf, wer baß will 
wandern. 

23. Folge: Aus dem kleinen Rosengarten. Volkslieder von H. Löns, 
gesungen von F. JÖöde. 


G 2050 





24. Folge: Fridericus Rex. 

77. nach Loewe: Fridericus Rex, unser König und Herr. - 78. (Der 
Hohenfriedberger Marsch) Auf, Ansbach Dragoner. - 79. Das Regiment 
Forcarde. - 80. (Friedrichs Feldzug) Vivat! Jetzt gehts ins Feld. 

25. Folge: Kinderlieder, darin aber unter anderm 
81. die Fanfare: (Heil unserem Führer!) Vaterland, heilig Land, heil Hitler 
heil! 

26. Folge: Kinderlieder. 

27. Folge: Balladen |. 

28. Folge: Balladen II. Vier Balladen zum Singen und Spielen auf 
allerlei Instrumenten, bearbeitet von H. Münz, Waldshut. 

29. Folge: Balladen III. 

30. Folge: Es dröhnen die Trommeln durch das Land. 

82. Blumensaat: Es dröhnen Trommeln durch das Land. - 83. Hensel: So 
gelte denn wieder. - 84. P. Sturm, Heidelberg: (Schar der Zukunft) 
Millionen Hände lodern empor. - 85. H. Stephani, 1933: Der Sieg ist 
erstritten. - 86. (Freiheitslied der Braunhemden) Du bist der Held, der uns 
zur Freiheit führet. - 87. Marx, 1932: Wir sind deutsche Maid und Buben. 

31. Folge: Es dröhnen die Trommeln durch das Land II. 

88. Höhne: Hört ihr die Trommel schlagen? - 89. mdl. überliefert: Wir 
singen das Lied von der Fahne. - 90. H. Stephani Op. 64 Nr. 2: (Dem 
Führer) Nun sind die deutschen Lande nicht mehr in Nacht getan. - 91. 
Stephani, Op. 66 Nr. 3: (Sturm) Hörst du den Sturm durch die Wälder 
reiten. 

32. Folge: Lieder der Heidelberger Thingstätte - Fahnenlieder. 
Samtlich von G. Blumensaat: 

a. Lieder der Heidelberger Thingstätte (aus dem Thingspiel "Der Weg 
ins Reich"). 92. Die Arbeit braucht Soldaten. - 93. (Feuerlied) Licht und 
Flamme unserer Ehre. 

b. Fahnenlieder. 94. Wir Jungen tragen die Fahne. - 95. (Weinheimer 
Sommerlied) Die roten Fahnen brennen im Wind. - 96. (Fahnenlied) Unter 
der Fahne schreiten wir. - 97. (Abendlied) Die letzten Speere schwirren. 

Satz/Bearbeitung: H. Wöhrlin (26, 36, 50, 54). 

1944, Laudatio: 

"(...) Bald nach Kriegsende hat sich Karl Gärtner der völkischen 
Freiheitsbewegung angeschlossen. Bei dem kommunistischen Putsch in 
Lörrach im Jahr 1923 gründete er mit Gleichgesinnten eine Bauernwehr, 
deren Eingreifen es zu danken ist, daß die kommunistischen Umtriebe bald 
erstickt werden konnten. In Meissenheim sammelte er einen Kreis 
nationalsozialistisch gesinnter Bauern und Arbeiter um sich, der den Kern 
bildete für die Meissenheimer SA., die schon in der Kampfzeit in Baden zu 
den Treuesten der Bewegung zählte. 1926 gründete Karl Gärtner eine 
Volksbildungsgemeinschaft, in der das ganze Dorf den Winter über in 
Geschichte, Volks- und Rassenkunde Anleitung im völkischen Sinn erfuhr. 
Ergänzt wurde diese Arbeit durch eine Volksbücherei, die den Bauern und 
Arbeitern bestes deutsches Schriftgut vermittelte. 1929 wurde aus der 
Volksbildungsgemeinschaft die SA. und die Ortsgruppe der NSDAP. 
Meissenheim. 1930 wurde Pg. Gärtner zum Bezirksleiter (damalige 


G 2051 





Bezeichnung für Kreisleiter) für die Bezirke Offenburg und Lahr vom 
Gauleiter eingesetzt. Er wurde als Redner von glühender 
Begeisterungsfähigkeit bekannt. Damals trat schon eine seiner 
charakteristischen Eigenschaften, seine unermüdliche Arbeitsenergie 
hervor, die ihn befähigte, trotz seiner regen Parteitätigkeit seinen 
Berufspflichten in so mustergültiger Weise nachzukommen, daß die 
Schulbehörde der Systemzeit keinen Vorwand zu ernstlichem dienstlichem 
Einschreiten finden konnte. 1931 erfolgte die Betrauung mit der 
Gauleitung des Amtes für Erzieher; 1932 die Bestellung zum Stellv. Leiter 
der Abt. Volksbildung in der Gauleitung Baden der NSDAP. Der Parteiarbeit 
auf dem Gebiet der Erziehung und Volksbildung ist er von Anfang an bis 
heute aufs engste verbunden. Die außerordentliche schöpferische 
Initiative, die er in dieser Richtung entwickelt, bildet einen der 
Wesenszüge seiner Persönlichkeit. (...)" (E. D.: Gauamtsleiter Pg. Gärtner, 
Gaukulturpreisträger. "Straßburger Neueste Nachrichten", 24/X11/43). 


Gartzen, Hans 


Matrosenlied: Der Käppen, der Stürmann, der Bootsmann und ich (T: 
aus "Die schwarze Fahne der Piraten"). 

Vgl. G. Schulten. 

In: 

Kameraden singt! (1935). 


Gaßner, H. 


In einem Bunker saßen einst drei Kanoniere (T: A. Eckardt), für 
Gesang mit Klavier (1940) [aS]. 


Gast, Heinrich 


Deutsches Erwachen: Nun ist es Morgen worden. Lied im Volkston für 
MCh (1934) [Sal]. 


Gastberger, Joseph 
Edhof, 28. Juli 1906 - ? 
Maschinenschlosser, Dirigent und Chorleiter in München, Maximilianstr. 35, 
Leiter der Altgermanischen Markgenossenschaft MGV Germania, sowie des 
MGV Freundeskreis Isaria in München-Au. 1937 in Eggstädt/ Oberbayern. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.007.387. 

Sonnennacht (T: Ludwig Aechter), Weihnachtslied zum Julfest 1939, 
"dem Führer und seinem deutschen Volke gewidmet" und 1939 dem 
Lektorat der Hauptstelle Musik im ARR vorgelegt. 


G 2052 





Information: Laut Gemeinde Eggstädt (4/XI/97) ist Gastberger nicht 
in ihren Meldeunterlagen registriert und liegt auch kein Sterbefall vor. Der 
Geburtsort Edhof fehlt im postalischen Ortsverzeichnis. 

Die Identität ist unsicher. 


Gasteyger, Otto 
Renningen, 26. November 1873 - Stuttgart, 30. September 1947. 
Musikpädagoge in Stuttgart. Musiklehrer für Klavier, Harmonium, Geige 
und Theorie, auch Musikschriftsteller. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Deutsche Eintracht und Zuversicht. Lied (1915), Text onA, am 
18/X11/33 an Dr. Goebbels eingesandt. 

Information: DML (falsche Geburtsangabe: Stuttgart, 1880?), FA. 


Gastorius, Severus 
17. Jahrhundert 


Was Gott tut, das ist wohlgetan, es bleibt gerecht sein Wille. 
Kirchenlied (1675). 

In: 

Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940). 


Gätjen, Hans 
Bremen, 27. September 1898 - Freudenstadt, 6. Mai 1960. 
Kaufmann in Bremen. 
Nach 1945 zuletzt in Freudenstadt. 


NSDAP seit 1/1/31, Nr. 403.060. Stand 1933: MZF der SA-Standarte 75 in 
Bremen. 
Parademarsch der SA-Standarte 75 (Norag, 2/V11/33, 23/V11/33, MZ 
der SA-Standarte 75, Dgt. selbst). 
*2. Oktober 1933: 

Gätjen leitet zum Geburtstag von Reichspräsident Hindenburg ein 
Konzert der SA-Standarten-Kapelle 75 mit Märschen und U-Musik (Norag/ 
RSdg, *2/X/33). 


Gatter, Julius 
Rohnau-Hirschfelde/ Oberlausitz, 15. Mai 1881 - Halle (DDR), 21. 
November 1951. 
Sohn eines Kaufmanns; Schüler u. a. von H. Sitt und St. Krehl, 
Musikpädagoge, Komponist und Chordirigent in Plauen/ Vogtland. Hier ab 
1928 Studienrat an der Oberschule für Mädchen, Leiter des LGV und des 
Riedelschen Männerchors. 


G 2053 





Nach 1945 in Halle, zuletzt i. R. 
Werke, etwa 120 Titel: u. a. "Lebenswandrer, Du!", Kantate auf Texte 
von Gerrit Engelke Op. 50 (1926); Chorwerke mit Orchester, so "Dem 
Vaterland" Op. 19 (1913), und Männerchöre; Lieder und Gesänge, auch 
mit Kammermusikbegleitung; Geigenstücke und Klavierstücke. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. NSLB seit 1/VI/33 
Deutschlands Fahnenlied: Es geht eine Fahne vor uns her (T: R. 
Dehmel), 3stimmig (1934). 
In: 
Die Singlade (1934). 
Op. 76 Nr. 1. Ergriffenheit: Du Wundergut des armen Erdenseins (T: 
Albert Korn). 
In: 
Liederheft 1934. 
Op. 78. Pro patria. Chorsuite für 3 gleiche Stimmen (1934) [Eu]. 
1. Deutsches Lied. - 2. Das ewige Deutschland. - 3. Dennoch. 
Deutsches Lied: Mich drängt zu singen deutschen Geistes Kraft (T: R. 
Dehmel). MCh aus Op. 78 (u. a. Leipzig, *29/V1/35, zum 2. Sächs. 
Sängerfest). 
Textprobe (1. Strophe): 
Haar) 
Erde nimmt Himmelsschwingen, 
wenn er dich, Volk, aufrafft. 
Über den Eichenkronen 
stürmt er zugvogeldreist 
in alle Zonen, 
wenn's ihn zur Tat hinreißt". 
Das ewige Deutschland (T: Reinhold Braun). MCh aus Op. 78 (u. a. 
Leipzig, *29/VI/35, zum 2. Sächs. Sängerfest). 
Textprobe: 
"Ewig Deutschland, 
schmerzdurchläutet, 
Quellenerde, tiefes Sein, 
Rätsel du, unausgedeutet, 
große Seele, tauch' mich ein! 
Daß ich, von dir 
ganz durchglommen, 
und verwandelt heimgekommen 
in das Wesen und den Sinn. (...)" 
Dennoch!: Einstmals doch kommt sie wieder (T: Heinrich Gerland). MCh 
aus Op. 78 (u. a. Leipzig, *29/V1/35, zum 2. Sächs. Sängerfest). 
Textprobe: 
"(...) die alte versunkene Welt, 
ein einiges Volk wir Deutschen 
von den Alpen bis an den Belt. 
Keine Zwietracht mehr im Innern, 
von außen kein schnöder Verrat, 


G 2054 





einig in eisernem Wollen, 
einig zur eisernen Tat. 
Dann klingt's 
wie Trompeten und Pauken, 
wie jauchzendes Siegesgeschrei, 
dann klirrt's von zerrissenen Ketten, 
und dann sind wir frei!" 
Deutschland: Strahlender Himmel, flimmernde Glut (T: Felix Fischer). 
MCh (u. a. Leipzig, *29/V1/35, zum 2. Sächs. Sängerfest). 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 
"Wolkengebirge türmen sich auf, 
Wetternacht reitet auf schwarzen Rossen. 
Sturmwind rast. Eine Flut von Leid 
hat über deutsches Land sich ergossen. 
Doch aus dem schmutzigen 
brandenden Meer 
ragt noch ein Fels, einer Eiche Schaft, 
trotzend den Wettern, trotzend der Not: 
Deutscher Arbeit erprobte Kraft. 
Fest wie der Eichbaum im Wettergebraus 
finstern Gewalten zum Trotz bestehn! 
Hoffen und Harren! Mein Siegfriedland, 
Deutschland, du kannst nicht untergehn!" 
Op. 83. Feuerspruch: Dunkel die Nacht (T: A. Sergel). MCh mit 
Orchester (1937; Leipzig, *29/V1/35, zum 2. Sächs. Sängerfest) [Eu]. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Volk ist erwacht: 
Einer führte 
aus Dunkel und Nacht! 
Nichts mehr hemmt 
unsern Lauf! 
Kommet zu Hauf!" 
Aufgang: In die Erde, in die Herzen werfen eifernd wir die Saat (T: 
Wilhelm Lennemann). MCh (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. 
Liederfest des DSB). 
Textprobe (1. Strophe): 
Mi) 
einmal muß aus Nacht und Nöten 
wieder sich die Erde röten. 
Frisch ans Werk und auf zur Tat!" 
Op. 93. Vaterland (T: Max Steege). Suite für MCh (1941). [E]. 
1. Sonnensang: O ewige Sonne. - 2. Die Ahnen: Es steigt das Heer der 
Ahnen. - 3. Heimat: Rauschen die Quellen im Talesgrund. - 4. Volk: Volk! 
Baue dein Vaterland! 
Op. 97. Wir marschieren: Wir ziehen in langen Kolonnen (T: Max 
Steege). MCh (1940) [H&C]. 
Information: DML, FA, LdCh. 


G 2055 





Gättke (Gaettke), Walter 
Hamburg, 4. Mai 1896 - Hamburg, 30. Januar 1967 (durch Unfall). 

Sohn eines Oberzollsekretärs; Autor und Komponist in Hamburg- 
Rahlstedt, Führer in der Jugendbewegung ("Hansische J ungenschaft"), ab 
1936 Lektor am RS Hamburg. 

Nach 1945 weiterhin in Hamburg, zuletzt i. R. 
Werke: "Wandervogel", Lyriksammlung; Balladen, Lieder zur Laute, 
Novellen, Hörspiele, plattdeutsche Lieder, Bücher und Dramen; andere 
Bühnenstücke, so für das Ohnesorgtheater; J ugendlieder. 


NSDAP seit 1/VII1l/32, Nr. 1.272.197. Stand Dezember 1933: Leiter des 
Stützpunkts Rahlstedt des KfdK. 
Und wenn wir marschieren, da(nn) leuchtet ein Licht, das Dunkel und 
Wolken strahlend durchbricht (eigener T), Jugendmarschlied aus seiner 
Sammlung "Von fröhlichen Fahrten", zuerst in den "Hamburger 
Liederblättern" 1920, dann bei: Laudan, "Hamburger J ugendlieder" 
(1924), später von der HJ adaptiert (u. a. Brocken, *30/1V/33, bei der 
"Deutschen Mainacht der HJ) und des BDM"; Goslar, *30/1X/34, zum 
Erntedankfest auf dem Bückeberg). 
Tondokument - vom 30/1V/33, 30/1X/34 - im DRA: 1820112-34, 
1820111-17. 
Textprobe (3. und 4. Strophe): 
"Und wenn wir im Sturme dem Ziel uns genaht, 
dann ragt vor uns allen Neuland der Tat. 


Du Volk aus der Tiefe, du Volk in der Nacht, 

vergiß nicht das Feuer, bleib' auf der Wacht". 
In: 
Blut und Ehre (1933); Wegweiser zur Musik 2 (1933); Die Fahne hoch! 
(1933); Das Lied des Arbeitsdienstes (1933); Sturm- und Kampflieder- 
Buch (1933); Unsere Lieder (?71933; Melodie onA); Wir wollen singen 
(1933); Jung Deutschland I (1933); Deutsche Wehr- und Soldatenlieder 
(1933); Singendes Volk 2 (1933; onA); Trum, trum (21933; nur T, 0nA); 
Vorwärts SA. (21933; nur T, onA); Deutsche J ugend heraus (1. Folge, 
1933; "Volkslied", 0onA); Liederbuch der NS-Frauenschaften (Kothe) 
(1933/34); Deutsche Jugend heraus! (Kassel, 1933); Deutschland über 
alles! 2 (1934); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 
1941); HJ singt (1934); Flieger-Lieder, Flieger-Landesgruppe II (1934; nur 
T); Ähre und Spaten (1934); Mein Vaterland (1934); Liederbuch der SA- 
Marine (1934; nur T, onA); Volk singt (1934); Jungvolk-Lieder (21934); 
Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Deutsche Lieder der Nation und des 
Volkes (1934); Lieder SS Pommerns (1934; nur T, onA); Singkamerad 
(21934, 31935, 81937); Jungvolk-Lieder (1934); Stimmt an! (1934); Die 
Singstunde 67 (1934); Unsere Fahne flattert uns voran! (1934); 
Liederblätter der Deutschen Glaubensbewegung 2 (1935); Die weiße 
Trommel (21935); Deutsche Lieder für die Jugend (?1935); Lieder für 
Schulfeiern 2 (1936); Lieder der Mannschaft 5 (1936; onA zur Melodie, 
"Weise um 1920"); Jugend singt (1936); Niederdeutschland (1936); 


G 2056 





Deutschland im Lied (1936); Schlesische Lieder für Frauengruppen 5 
(1937); Lied über Deutschland (1937, >?1941); Singen (?1937); Und wenn 
wir marschieren (31937); Sturm- und Kampfliederbuch (21937); Singend 
hinaus (1938); Unsere Lieder (71938); Marschierende Jugend (21938); 
Stimmt an! I (1939); Morgen marschieren wir (1939); Siehst du im Osten 
das Morgenrot (1939; nur T); Kameradschafts-Lieder (1939; nur T, 0nA); 
SA-Liederbuch (21939); Volksliedsingen im Schulfunk 6 (Juni 1940); 
Kernlieder der NSDAP (1942). 
Die Hellebarden blinken im schönsten Sonnenschein. Werbelied, in: 
"Zehn Landsknechtsweisen" [Dreibrücken, Hamburg]. 
Textprobe (4. Strophe mit Refrain): 
"Viel alte Weiber flennen 
und jammern laut um Brot; 
laßt sie zum Teufel rennen, 
der lindert ihre Not. 
Ein Landsknecht braucht 
nicht hungern, 
hat alleweil genug; 
wenn andre gierig lungern, 
sitzt er beim vollen Krug, 
wenn andre frierend warten, 
sitzt er bei Spiel und Karten. 
Sag, Bauer, willst du mit? 
Komm her und halte Schritt!" 
In: 
HJ singt (1934); Vorwärts! Vorwärts... (1935); Das Lied im Deutschen 
Arbeitsdienst (1937; nur T). 
Wenn die Landsknecht trinken, sitzen sie in Klumpen. Aus: "Zehn 
Landsknechtsweisen". 
Textprobe (5. Strophe mit Refrain): 
"Wenn die Landsknecht sterben, 
gibts kein feiges Zagen; 
mögen sie verderben, 
niemand wird's beklagen. 
Leuchtet der Himmel im blutigen Rot, 
kündet er Sieg oder leuchtet er Tod. 
Komme, was woll', leer oder voll, 
alles auf Kaiser Ferdinands Wohl". 
In: 
Ähre und Spaten (1934); 
Jetzt wollen wir uns wenden ins Lauenburger Land (eigener T). Lied 
der Marodörebrüder, zuerst in M. Laudan, "Wanderlieder" (1. Heft der 
Hamburger J ugendlieder). 
In: 
Soldatenlieder (1934). 
Die Landsknechtstrommel: Trum, trum, terum tum tum, die 
Landsknecht ziehn im Land herum (eigener T). Nachempfundenes 
"Landsknechtslied" aus: "Zehn Landsknechtsweisen". In: Laudan, 


G 2057 





"Hamburger J ugendlieder" (1924) [Buch-Ein- und Verkaufs- 

Genossenschaft Hammerbrook, HH]. 

Textprobe (2. Strophe): 

"(...) sie wird nicht müde, sie wird nicht stumm. 
Sie dräuet dem Schweden im blutigen Krieg, 
wir hör'n sie beim Sterben, 
wir hör'n sie beim Sieg. 
Hei, hei, heißa, juchhei, 
die Wallensteiner ziehn vorbei; 
hei, hei, heißa, juchhei, 
mit Spiel und Feldgeschrei". 

In: 

Was der Deutsche singt (1932); Heil Hitler! (1933; nur T, onA); Jung 
Deutschland I (1933); Sturm- und Kampflieder-Buch (1933; nur T, 
Variante: "der Landsknecht zieht", onA); Trum, trum (21933; onA); Wir 
wollen singen (1933); Stimmt an! (1934); Uns geht die Sonne nicht unter 
(1934; "Strophe 3 bis 6 spätere Nachdichtungen", Textausgabe 1941); 
Soldatenlieder (1934); Deutschland über alles! 2 (1934); Lieder der SS 
Pommerns (1934); Singkamerad (21934, 31935, 81937); Schutz- und 
Trutz-Lieder-Buch (1934); J ungvolk-Lieder (21934; Melodie onA); 

J ungvolk-Lieder (1934); HJ singt (1934); Ähre und Spaten (1934; nur T, 
onA); Lieder des neuen Deutschland (1934; "Nach Wort und Weise von 

Walter Gättke"); Lieder der Pommerschen SA (?1934); Lieder der 
nationalen Erhebung (1934; onA); Deutsche Lieder für die Jugend 
(21935); Ruhmreiche Banner Il (1936); Sturm-und Kampfliederbuch 
(21937; nur T); Singen (?1937); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst 
(1937); SA-Liederbuch (21939). 

Die Landsknechtstrommel. Marsch, u. a. für Orchester: L. Weninger 
(1934) [Ra]. 

In: 

[Sc] Neue Marschmusik I (1934). 

Bubenlied: Blonde und braune Buben passen nicht in die Stuben 
(eigener T), aus "Von fröhlichen Fahrten". Auch in: Laudan, "Hamburger 
J ugendlieder" (1924). 

Textprobe (3. Strophe): 
"Trommelgedröhn und Tuben, 
das ist der Sang der Buben! 
Buben, die trotzen verwegen 
Wetter und Wolken und Regen. 
Buben verlangen nach 
herrischer Art 
sturmvogelgleich ihre 
fröhliche Fahrt!" 

In: 

Das Lied des Arbeitsdienstes (1933; nur T, 0onA); Trum, trum (21933; 
onA); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); 
Vorwärts! Vorwärts... (1935). 

Die Trummen, die Trummen, die Trummen schlag ich an (T: onA). 


G 2058 





Nachempfundenes "Landsknechtslied", zuerst bei Sotke, "Rüpelliederbuch" 
(Hagen, 1923). 
Textprobe (1. Strophe): 

"Mein Buhlen tät weinen, 

wenn es die Trummen hört. 

Potztausend, was mich 

solch ein Weiberplärren schert". 
In: 
Die weiße Trommel (21935; "Weise nach W. Gättke"); Lied über 
Deutschland (1937; "Weise nach W. Gättke"). 
Wenn wir marschieren (T: onA). Wechselgesang unter Benutzung einer 
Bearbeitung von Franz Willms für Kinder-, Jugend-, Männer- und gemCh. 
Satz: O. Didam (u. a. Leipzig, 27/VI/36; Neue Leipziger Singakademie, 
Dgt. O. Didam). 
Sonnenwendgesang (eigener T), für gemCh (u. a. Dresden, *27/V1/37, 
zum Gauchorfest des RVgemcChe Deutschlands). 
6. Juli 1938, Lebenslauf: 

"Am 4. Mai 1896 wurde ich als der einzige Sohn des 
Oberzollsekretärs i. R. Ernst Gättke und seiner Ehefrau Juliane, 
geb. Stefke, in Hamburg geboren. Ich besuchte die Volksschule und holte 
später das Reifezeugnis für Obersekunda der Oberrealschule nach. Von 
1911-1914 war ich in der Kaufmannslehre der Firma Technisches Büro 
Haas & Redegelt, Hamburg. Bei Kriegsausbruch stellte ich mich als 
Freiwilliger, wurde am 5. September 1914 dem Res. Inf. Rgt. Nr. 76 
einverleibt und zog am 5. Dez. 1914 als Musketier ins Feld. Von Dezember 
14 bis zum 31. Juli 1917 kämpfte ich ununterbrochen an der Westfront, 
zuletzt beim Inf. Rgt. Nr. 76. In der Sommeschlacht 1916 wurde ich leicht 
verwundet und verschüttet. In der Flandernschlacht im Juli 1917 erlitt ich 
eine schwere Gasvergiftung. Ich wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse, 
dem Hanseatenkreuz sowie dem Verwundetenabzeichen ausgezeichnet. 
1935 wurde mir das Frontkämpferkreuz des Führers verliehen. 1919 
setzte ich meine Tätigkeit in Hamburg als Kaufmann im Technischen Büro 
Haas & Redegelt fort. Vom Januar 26 bis zum November 31 arbeitete ich 
in der Importfirma Gebr. Heinemann, Hamburg. Beide Häuser hatten nur 
arische Inhaber und arisches Personal. 1925 heiratete ich Emilie 
Wiese, Tochter des Oberhüttenmeisters Ernst Wiese. Meine Frau 
schenkte mir im Jahre 1926 eine Tochter Inge sowie im Jahre 1935 
einen Sohn Helmut. Am]. August 1932 trat ich in die NSDAP ein. 
Nachdem ich Ende 1931 infolge der Wirtschaftskrise arbeitslos wurde, 
widmete ich mich ganz der Schriftstellerei, die ich bis dahin nebenberuflich 
betrieb. Seit April 1932 wirkte ich als fester Mitarbeiter auf kulturellem 
Gebiet am Hamburger Tageblatt. Ich stand damals mit in der Reihe derer, 
die um die Befreiung der deutschen Kunst vom Judentum stritten. Seit 
dem 26. April 34 wurde ich als Lektor am Reichssender Hamburg in freier, 
aber ununterbrochener Mitarbeit beschäftigt. Der Reichssender Hamburg 
brachte auch eine große Anzahl meiner Hörspiele und Hörfolgen. Mit 
Bühnenwerken wurde ich in Hamburg in der Niederdeutschen Bühne und 
am Thalia-Theater uraufgeführt. Der Quickborn-Verlag gab 1932 mein 


G 2059 





Balladenbuch >Zeiten im Dämmer< und 1938 mein Märchenspiel 
>Drosselbart< heraus. Mein Liedgut veröffentlichte der Dreibrückenverlag 
Hamburg; es wurde 1936 vom Verlag Ludwig Voggenreiter, Potsdam, 
übernommen. Ich bin u. a. Textdichter und Komponist des Liedes >Und 
wenn wir marschieren<, das im BdM., im Arbeitsdienst und in der 
Wehrmacht oft gesungen wird. Am bekanntesten wurden meine >Zehn 
Landsknechtweisen<. 

Nach der Machtübernahme war ich Geschäftsführer im 
Reichsverband deutscher Schriftsteller e. V., Nordwestgau Hamburg. Ich 
vertrat in dieser Eigenschaft auch Dr. Bruno Peyr, den jetzigen 
Landesstellenleiter der Reichsschrifttumskammer in Hamburg, der ich 
unter der Mitgliedsnummer 1410 angehöre. Zum 1. November 1936 
erhielt ich einen festen Ruf als Lektor und Sachbearbeiter an den 
Reichssender Hamburg. Damit mußte ich hauptberuflich am 8. Dezember 
36 in die Reichsrundfunkkammer eintreten. - 

Meine schriftstellerische Tätigkeit ist durch den Berufswechsel nicht 
eingeschränkt. Ich schreibe für den Rundfunk sowie verschiedene 
Zeitschriften und Tageszeitungen. Feste Referate als Kunstbetrachter habe 
ich am Völkischen Beobachter, Berlin, sowie am Hamburger Tageblatt" (W. 
Gättke, Lebenslauf, 6/V11/38. Typoskript. Quelle: BA, Namensakte 
Gättke). 

Der Störtebecker ist unser Herr, von Godeke Michel beraten (T: W. 
Gättke). "Seeräuberlied", zuerst in "Junge Menschen" (Monatshefte für 
Politik, Kunst, Literatur und Leben aus dem Geiste der jungen Generation 
VI1/3, März 1926. S. 232), auch nach mündl. Überlieferung auf dem 
Schulschiff "Gorch Fock" aufgez. bei der Marine-Unteroffizier-Lehr-Abt. | 
Friedrichsort von G. Pallmann [V]. Titel: Lied der Vitalienbrüder. 

Die "mündliche Überlieferung" vergaß den Namen des 
Musikurhebers. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Und macht unser Kahn die letzte Fahrt, 

laßt lachend als Sarg ihn versinken. 

Wir sterben nach wilder Seemannsart, 

heut morden und morgen ertrinken. 

Bei grünen Algen und weißem Sand, 

Schiffsvolk, da strand! Leben ist Tand. 

So lischt die Hölle von Helgoland". 
In: 
Liederbuch der SA-Marine (1934; nur T); Soldaten Kameraden (1936; Lied 
der Wehrmacht auf dem RPT 1935); Liederbuch der Kriegsmarine 1 
(1940); Lied über Deutschland 3 (1940); SS-Liederbuch (61940, 91941). 

Information: FA. 


Gatz, Felix Maria 
Berlin, 15. Februar 1892 - Scranton, Pa. (USA), 20. Juni 1942. 
Eigentlich Felix Goldner, Dr. phil. Berlin 1917; bis 1933 Operndirigent und 
Musiklehrer in Berlin, hier auch Professor und Dozent für Musikgeschichte 


G 2060 





an der Handelshochschule. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel (Spalte 81: "wurde ohne 
besonderes Können unter dem Protektorat des Zentrumskanzlers Marx als 
Brucknerdirigent herausgestellt") als Jude denunziert. 

Gatz emigrierte 1934 nach Pittsburgh, zuletzt in Scranton. 

26. Juli 1935, Denunziation: 

"Gatz, Felix M., Dr. (Jüdischer Bruckner-Dirigent)" (NSKG, Amt für 
Kunstpflege, Rundschreiben Nr. 6, Liste der Musik-Bolschewisten, 
26/V11/35. Quelle: BA NS 15/ 187). 

Information: DML, FA. 


Gatzmann, Kurt 
Berlin, 16. April 1905 - Gummersbach, 4. Juli 1974. 
Dirigent in Hannover; Stand 1933: Korrepetitor am Opernhaus, dann hier 
Kapellmeister und Chordirektor bis 1944. 
Nach dem Krieg in gleicher Funktion, zeitweise in Hildesheim. Seit 
10/X11/70 in Gummersbach i. R. Ehrenmitglied des Niedersächs. 
Staatstheaters Hannover. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.957.999. 1941-45 k. Landesleiter der RTK Gau 
Südhannover-Braunschweig und bis 1944 auch Gauobmann der Fachschaft 
Bühne. 


Gaubatz, Michael 
Oberroden/ Dieburg, 12. Februar 1908 - Langen/ Hessen, 23. März 

1975. 
Sohn eines Maurers; Stand 1933: Orchestermusiker in Frankfurt a. M., 
1934 mit Wohnsitz Neu-Isenburg, später Gießen, Klarinettist im 
Stadttheaterorchester (Stand 1942). Am 15/X/40 zur Wehrmacht 
einberufen. 

Nach 1945 zuletzt in Langen/ Hessen. 


NSDAP seit 1/1V/33, Nr. 1.830.162. 

Marsch der braunen Bataillone (u. a. RS Frankfurt, *30/1V/36). 
Information: Den Todesfall beurkundete das Standesamt Langen, Nr. 

134/1975. 


Gaudeamus igitur. Studentenlied unter Verwendung von Textteilen 
des Bußliedes "Scribere proposui de contemtu mundano" von 1267; 
Melodieversionen bei Sperontes, "Singende Muse an der Pleisse" (Leipzig, 
1736) und J. Ch. Günther, "Lieder für Freunde geselliger Freude" (Leipzig, 
1788). 
In: 
Wohlauf Kameraden (1934); Glück ab, Kameraden! (1935). 


G 2061 





Gaul, Ludwig 
Wolnzach, 7. September 1887 - Nürnberg, 17. August 1965. 
Militärmusiker; ab 4/11/16 MM und Leiter des Musikkorps des II./ IR 13 
Ludwigsburg, zum 1/1V/22 versetzt zum I./ IR 21 Würzburg, dann OMM, 
StMM beim IR 104 und zum 1/X/38 Leiter des Musikkorps des 
Wachbataillons Wien. 
Nach 1945 zuletzt i. R. in Nürnberg. 


15. Januar 1939: 

L. Gaul leitet ein Mittagskonzert des MK des Wach-Btl. Wien: 1. 
Rupprecht: "Aus eigener Kraft", Marsch. - 2. Suppe: Ouvertüre zur 
Operette "Banditenstreiche". - 3. Ziehrer: "Vater des Regiments", Marsch. 
- 4. Bizet: Melodien aus der Oper "Carmen". - 5. Steinbeck: 
"Regimentsgruß", Marsch. - 6. Komzak: "Badner MadIn", Walzer. - 7. 
Lübbert: "Helenen-Marsch". - 8. Schneider: "Gruß aus Wien", 
Melodienfolge. - 9. Jurek: Deutschmeister-Regimentsmarsch (RS Wien, 
15/1/39).. 

Aufzug der Burgwache. Militärisches Tonbild (1941) [KW]. 


Gauß, ? 


Deutsche Wacht. Marsch (FSt. Berlin, 30/1X/33, aus Magdeburg, MZ der 
SA-Standarte 26, Dgt. Bake). 


Gauß, Otto 
Dorfmerkingen/ Württemberg, 29. Dezember 1877 - Rottweil, 12. 

Februar 1970. 
Kath. Pfarrer und Komponist in Tigerfeld über Mürsingen. 

1958 Geistlicher Rat, bis 1969 Präses des Cäcilienvereins der 
Diözese Rottenburg. 
Werke: fast nur geistl. Musik, u. a. Weihnachtsevangelium Op. 77 
(1934), Messe zu Ehren der hl. Cäcilie Op. 81 (1934), zwei Offertorien Op. 
103, 104 (1935), Messe zu Ehren der heiligen Engel Op. 136 (1940), 
Messe zu Ehren des Heiligen Josef Op. 140 (1941); Editionen und 
Bearbeitungen. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Op. 76. Zum Deutschen Tag der Arbeit und der Ernte: 1. Salvum fac 
populum tuum (Wenn nicht der Herr das Haus). - 2. Nun preisen wir mit 
frohem Mund (T: Gaudentius Koch). Für gemischten oder MCh (1934) 
[B&S]. 

Op. 79. Deutschland, Heil! Vier vaterländische Gesänge für 4stimmigen 
gem. oder MCh (1934) [B&S]. 

1. Deutscher Chorspruch: Beschütz und segne, Gott. - 2. Gruß an 
Deutschland: Grüß Gott, mein deutsches Vaterland (T: R. Wachter). - 3. 
Deutsche Hymne: Land der ewigen Gedanken (T: H. Claudius). - 4. 


G 2062 





Deutschland: Deutschland! O heiliger Name (T: H. v. Fallersleben). 
Hymne an die Erde: Erde, du bist das Korn und die Traube (T: H. 
Claudius), für Chor (1937). 
Textprobe (1. Strophe): 
( 


Erde, du bist der Leib 

und der Geist und der Glaube, 

Erde, du bist unsrer Väter Arbeit 

und Blut. 
Deutsche Erde, wir halten treu 
deine Hut - 
Deutschland!" 
In: 
Feiernd Volk 7 (1937). 
Bannerlied: Steht zum Banner! Schwestern! Brüder! Kämpferstolz und 
J ugendkraft (T: R. Knauff). 
Textprobe (2. Strophe): 

"Haltet hoch ihn in den Händen, 

laßt das Tuch im Sturmwind wehn; 

droht Gefahr von allen Enden, 

treulich woll'n wir zu ihm stehn!" 
In: 
Feiernd Volk 6 (1937). 
O Nacht, du Sternenbronnen, ich bade Leib und Geist in deinen 
tausend Sonnen (T: Ch. Morgenstern). Kanon zu 3 Stimmen. 
In: 
Feiernd Volk 8 (1938). 
Der Tag hat sich geneiget, die Sonne ging zur Ruh (T: Margrit Kapp- 
Schwörer), für Singstimme und Violine/ Flöte. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Wie mich der Weg auch führet, 

in Glück, in Leid, in Not: 

ich will an allem wachsen, 

ein Held sein auch im Tod". 
In: 
Feiernd Volk 8 (1938). 
Op. 147. Unsern Heldensöhnen. Vier einfache Gesänge für S, A und 
Bar (1943) [Au]. 
1. Niemand kann mehr Liebe geben (T: Albert Metzler). - 2. Ihr toten 
Helden (T: Karl Weiß). - 3. Schlummre sanft im fremden Lande (T: 
onA). - 4. Unsrer Brüder denken wir (T: onA). 

Information: DML, FA, KDMK (Alle oben genannten Titel fehlen im 

Werkverzeichnis), RML, LdCh, MGG. 


G 2063 





Gautier, L. 


Soldatenmädel. Intermezzo. Für Blasorchester: H. Männecke (1938; RS 
Frankfurt, 19/VI11/38) [Sc]. 


Gebauer, Alfred 
Leobschütz/ OS., 25. März 1877 - Breslau, 21. Mai 1932. 
Sohn eines Tischlermeisters; Musikpädagoge; Studium an der Akademie 
für Kirchen- und Schulmusik Berlin, anfangs Volksschullehrer in Slawikau/ 
Krs. Ratibor, Liptin und Bauerwitz/ Krs. Leobschütz, dann Obermusiklehrer 
und 1925 Studienrat in Breslau an der Eichendorff-Oberrealschule, auch 
Chordirigent. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Op. 1. Schlesiermarsch: O du mein liebes Schlesierland. Für 
Salonorchester/ Klavier (1938) [SV]. 

Information: DML, FA, LdCh (ohne aktuelle Information). Die Witwe, 
Klavierlehrerin, führte den Selbstverlag weiter. 


Gebauer, Ferdinand (Ferry) Wilhelm 
Wien, 28. Mai 1901 - Wien, 4. Oktober 1981. 
Sohn eines Kapellmeisters; Schüler von C. M. Ziehrer, Komponist von U- 
Musik mit eigenem Verlag in Wien, auch Chorsänger an der Gaubühne 
Niederdonau (Stadttheater) Baden bei Wien. 


Werke: u. a. Operetten, Ouvertüren, Tanzmusik, Wienerlieder und 
Märsche. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Wien grüßt Berlin. Marsch (RS Wien, *12/X1/38, Rundfunk- 
Unterhaltungsorchester Wien, Dgt. M. Schönherr). 
Sudetenlandstreue. Marsch (RS Wien, 1/X11/38). 
Der Titel feiert die im Oktober erzwungene Abtretung des 
Sudetenlandes an das Reich. 
Information: LÖUM. 


Gebel, Fritz 
Berlin, 19. Februar 1885 - ? 
Orchestermusiker, Geiger und Bratschist in Berlin-Lichterfelde, 
Weißdornweg 4/5 (1942), 1. Vorsitzender des Reichsverbandes Dt. 
Orchester (Weimar), Ortsgruppe Berlin, zeitweise 2. Geiger im Theater am 
Nollendorfplatz. Bratschist und Orchestervorstand der Staatskapelle 
Berlin, Kammermusiker. 


G 2064 





NSDAP seit 1/111/33, Nr. 1.509.453. KfdK seit 1931; auch RLB, 
Reichsbund der Dt. Beamten und NSV. Im Rechnungsjahr 1938 
suventionierte die Auslandsstelle der RMK aus Mitteln des RMVP den 
Geiger und sein Trio für Gastspiele u. a. in Teplitz, auf dem Balkan - so in 
Bulgarien -, in Polen und Italien mit 11.292, 16 RM. 

Für Deutschland soll es sein: Es ziehen die Standarten hinaus zum 
alten Tor (T: H. Anacker). NS-Kampflied. Aus: "Liederbuch der NSDAP" 
[ZVNSDAP]. 

Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 
"Die großen Trommeln schlagen, 
und Trommeln tönen gut. 
Fahr wohl, du sollst nit klagen 
um unser junges Blut. 
Laß dich noch einmal küssen, 
du blondes Mägdelein. 
Und wenn wir sterben müssen, 
für Deutschland soll es sein". 
In: 
Horst-Wessel-Marschalbum I (71933); Stimmt an! (1934); Schlesische 
Jugend singt (1936). 

Information: Laut Referat für Meldeangelegenheiten, Paß- und 
Ausweiswesen beim Polizeipräsidenten in Berlin (9/IV/84) als in Berlin 
gemeldet gewesen nicht zu ermitteln. 

Das Standesamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin abzufragen, 
empfiehlt sich nicht; vgl. Baldamus. 


Gebet = Du Urquell aller Güte, du Urquell aller Macht 


Gebet für Hitler: Wir danken dir, Herr Gott (T: unbekannt), zur 
Melodie des Niederländ. Dankgebets. Eingesandt 1933 ans Bayerische 
Kultusministerium, München (Quelle: BA NS 12/ 808). 

Textprobe: 

"(...) daß Du hast gegeben 
uns Hitler, den kerndeutschen, 
tapferen Mann. 
Behüt' für uns alle sein 
kostbares Leben, 
weil er uns noch glücklich 
emporbringen kann". 


Gebhard, Curt 
Ludwigshafen/ Rhein, 7. November 1903 - Ludwigshafen, 18. März 
1959. 
Schüler von W. Gmeindl und F. Schreker, Komponist in Berlin, 1935/36 
Kapellmeister des Agnes-Straub-Theaters am Kurfürstendamm. 


G 2065 





Nach 1945 zuletzt in Ludwigshafen. 
Werke: Krippenspiel; Lieder etc. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. SA-Mann. 

Nekrolog auf Manfred von Richthofen (Berlin, 1935, Neue Flieger- 
und Volksmusik vom Reichsorchester des Dt. Luftsport-Verbandes, 
Dirigent: R. Schulz-Dornburg; RS Köln, 25/V1/37). 

23. Februar 1935, Besprechung: 

"Der >Nekrolog auf den Tod Manfred von Richthofens< von Curt 
Gebhard zeigt die starken Einflüsse des Tonfilms auf die jüngere 
Generation (...)" (Friedrich Mahling: "Neue Flieger- und Volksmusik". 
"Musik im Zeitbewußtsein" I11/8, 23/11/35. S. 9). 

Information: FA. Der Standesbeamte Veltman, Ludwigshafen 
(24/III/99), verweigerte die Nennung des Todesdatums mit Hinweis auf 
das verfälschte PStG 8 61, also grundrechtswidrig. Damit raubte er dem 
Künstler das postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt 
und betrog den Lexikographen um sein Grundrecht auf ungehinderte 
Berufsausübung. 


Gebhard, Hans 
Dinkelsbühl, 18. August 1897 - Augsburg, 2. Oktober 1974 (an den 

Folgen eines Verkehrsunfalls). 
Schüler von J. Haas, Musikpädagoge und Dirigent, 1929-36 Organist von 
St. Georg in Dinkelsbühl, auch Musiklehrer, danach in Würzburg Dozent an 
der Hochschule für Lehrerbildung, 1940-45 Städt. Musikdirektor. Zeitweise 
zur Wehrmacht einberufen, anschließend in Kriegsgefangenschaft. 

1946 Musikerzieher in Dinkelsbühl, 1949 Studienprofessor an der 
LBA Lauingen mit Wohnsitz Neusäß, dann Dozent für Musikerziehung an 
der Hochschule für Lehrerbildung in Würzburg und ab 1956 Professor an 
der PH Augsburg. Er erhielt den Bayer. Verdienstorden und 1954 den 
Kulturpreis der Stadt Nürnberg. In Neusäß bei Lauingen i. R. 
Werke: u. a. Orgelfantasie Op. 18; Ländliche Suite Op. 23 (1935); 
Sonate für Klavier Op. 26 (1936), Kleine Handwerker-Kantate Op. 28 
(1940); "Wenn alle Brünnlein fließen", Volksliederspiel Op. 29 (1940); 
Chorlieder; Sinfonien; Klavierkonzert (1936-37) und Cellokonzert (1953). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.431.214, auf Antrag vom 1/V/37. 

Zwei Männerchöre: 1. Arbeit. - 2. Nichts kann uns rauben (T: K. 
Bröger) (Nürnberg, *19/VI1/36, als Massenchöre beim Fränkischen 
Sängerfest) [B&S]. 

Arbeit: Pack zu! Pack zu! Nimm ihn in deine Faust (T: G. Zemke). Lied 
zum Tag der Arbeit für 4 gemischte Stimmen. 

In: 

DSB, Liederbuch für Männerchor (1938); Der junge Chor 2 (1940). 
Op. 14. Totengedenken. Ein Zyklus von fünf Gesängen, für 5- und 
6stimmigen gemCh (Nürnberg, 1936; UA der Sätze "Glockenspruch", 
"Opfer" und "Glaube", am *18/V11/36 beim Fränk. Sängerfest, LGV 


G 2066 





Nürnberg) [B&S]. 

1. Glockenspruch: Wir läuten die Namen derer (T: Alfred Graf). - 2. 
Tod: Und der Tod! Er ist (T: M. Claudius) und: Aber groß und heilig (T: 
Christian Lange). - 3. Opfer: Niemand hat größere Liebe (T: Johannes 
15/13). - 4. Glaube: So spricht der Herr (T: Johannes 11/25). - 5. 
Lobgesang: Jauchzet Gott alle Lande (T: Psalm 66). 

Op. 27. Lieder der Zeit . Vier Gesänge für Männerstimmen, mit 2 
Pauken und kleiner Trommel (1938) [B&S]. 

1. Wir sind das Heer: Mit hellem Schein beginnt (T: H. Anacker). Mit 2 
Pauken und kl. Trommel. - 2. Totenehrung: Fragt nicht, klagt nicht (T: K. 
Eggers). Astimmig a cappella. - 3. Spruch: Wir kommen aus Not (T: H. J. 
Nierentz). A cappella. - 4. Flieg, deutsche Fahne, flieg! (T: H. ]. 
Nierentz). Mit 2 Pauken und kl. Trommel. 

Ans Werk, ans Werk mit Herz und mit Hand (T: W. Raabe). Lied zum Tag 
der Arbeit, für 3 gleiche Stimmen. 

In: 

Der junge Chor 2 (1940). 

Deutsches Weihelied: Stimmt an mit hellem hohem Klang. Kantate 
nach Texten von M. Claudius und H. Claudius für gemCh, Jugendchor, 
Orchester und Orgel (Nürnberg, 1941) [K&S]. 

Op. 37. Lichtfeier: Die Welt wird kalt. Kantate für Sprecher, Chor, 
Kinderchor und Instrumente (1942) [DVV]. 


Rückblick, fast verläßlich, 1963: 

"Ich hatte etwa 1936/37 die Partitur des bei Schott erschienenen 
Konzertes für Klavier u. Orchester für ein Tonkünstlerfest ich glaube in 
Düsseldorf eingereicht und bekam sie mit folgendem Schreiben der 
Reichsmusikkammer zurück: >Ohne über die Qualität des Stückes etwas 
aussagen zu wollen, wird Ihnen hiermit mitgeteilt, daß derartige Musik 
nicht mehr aufgeführt wird<. Leider ist mir dieses Schriftstück beim 
großen Fliegerangriff auf Würzburg mit allem übrigen verbrannt. Als ich 
1939 zum Militär eingezogen wurde, kam aber dieses Konzert durch eine 
militärische Betreuungsstelle für eingezogene Komponisten in durch diese 
Stelle aufgezogenen Konzerten (ich erinnere mich an Liegnitz und 
München) zur Aufführung" (Hans Gebhard an Fred K. Prieberg, 3/X/63). 

Die Einreichung kann nur eine Veranstaltung betroffen haben, deren 
Programmauswahl die RMK besorgte, also kein "Tonkünstlerfest", sondern 
die politisch repräsentativen Reichsmusiktage 1938 in Düsseldorf. Die 
gleiche RMK veranstaltete im Kriege Konzerte mit Werken feldgrauer 
Komponisten, für die natürlich andere Auswahlkriterien galten. 

Information: DNML, FA (ohne Geburtsdatum), MM2, KDMK (Die oben 
genannten Titel fehlen im Werkverzeichnis), LdCh, MGG, RMLE. 


G 2067 





Gebhard, Max 
Dinkelsbühl, 28. März 1896 - Dinkelsbühl, 12. Mai 1978. 

Musikpädagoge, Organist und Pianist, Schüler u. a. von J. Haas; 1934 
Oberstudiendirektor, 1934-45 Direktor der Landesmusikschule der Stadt 
der Reichsparteitage. 

1949-61 Lehrer am Konservatorium Nürnberg, dann i. R. in 
Dinkelsbühl. Träger des Bayer. Verdienstordens. 
Werke: u.a. Geistl. Kammerkantate Op. 3; "Eine kleine Passion" Op. 18; 
Choralvorspiel über "Ein feste Burg" mit Bläsern Op. 24; Der 150. Psalm 
Op. 63. 


NSDAP seit 1/11/40, Nr. 7.495.565, auf Antrag vom 18/X/39. 1934 
Chorkreisführer Mittelfranken, Chorgau 12 Bayern, des R/gemChe 
Deutschlands (RMK). 


1934 
Op. 28. Festliche Hymne (T: Th. Körner) für gemCh, Knabenchor und 
Orchester. Auftrag der Stadt Nürnberg (UA: Nürnberg, *5/1X/34, zum 
Empfang Hitlers durch die Stadt Nürnberg beim RPT, Dgt. selbst). 
Besprechung: 

"Die imposant angelegte Vertonung Theodor Körnerscher Verse 
erweist sich in der breit ausladenden, ebenso sanglichen wie kunstreich 
polyphonen Führung der Chorstimmen, dem organisch entwickelten, 
kraftvollen orchestralen Aufbau und dem jubilanten Einsatz des 
vielstimmig umrankten Deutschlandliedes fraglos auch 
Massenaufführungen sehr zugänglich" (Karl Foesel, Nürnberg, in: "ZfM" 
Cil/l, Januar 1935. S. 93). 


1935 
Kein schöner Land in dieser Zeit. Für gemCh, Astimmig: M. Gebhard 
[K&S]. 
In: 


Der Landchor A 20 (1935); Singebuch des RVgemChe (1936). 

Das Lieben bringt groß Freud. Für gemCh (u. a. Stuttgart, *J uli 1938, 
beim Schwäb. Liederfest des DSB; hier als Komponist des Titels). 

In: 

Der Landchor A 2 (1935); Singebuch des RVgemChe (1936). 


1936 
Deutschland: Nie wird das Reich verderben (T: G. Schüler), für 
Astimmigen MCh (1936) [K&S]. 
In: 
Der Landchor D 28 (1936). 
Gräber des Krieges (T: H. Böhme), für 3stimm. MCh (1936) [K&S]. 
In: 
Der Landchor, D 26 (1936). 
Nichts kann uns rauben (T: K. Bröger), für 3stimm. MCh (1936) [K&S]. 


G 2068 





In: 

Der Landchor, D 27 (1936). 

Op. 36. Deutsches Volk: Es heischet Gehör kein haderndes Heer (T: L. 
Schrödel). Kantate für S, T, einstimm. Knaben- und FrCh, MCh mit 
Orchester und Orgel (UA: Nürnberg, *19/V11/36, beim Fränkischen 
Sängerfest) [K&S]. 


1937 
Op. 38. Ewiges Deutschland (Texte: K. Bröger, H. Böhme). Kantate für 
gemtCh, Jugendchor, Orchester und Orgel (1939; Berlin, 1937, zur Tagung 
des RVgemcChe Deutschlands mit Titel ")J ungenschwur") [K&S]. 
Besprechung: 

"(...) wählt Max Gebhard für seine Kantate >Ewiges Deutschland< 
nach Texten von K. Bröger und H. Böhme (Verlag Kistner & Siegel, 
Leipzig) eine nicht auswechselbare Fassung für gemCh, Jugendchor, 
Orchester und Orgel. Der größere Aufwand führt zu einer ausgedehnteren 
Klangentfaltung, doch bewegt sich die Vertonung in der Ausdrucksgebung 
auf der gleichen Ebene wie das Werk Lauers. Auch Gebhard hat eine 
unpathetische, in herber Diatonik wurzelnde Klangsprache. Besondere 
Wirkungen erzielt er durch einige schwer wuchtende Führungen des 
begleitenden Basses (>Wir kennen den Weg, den die Fahne führt<)" 
(Erich Schütze in: "Die Musik" XXXI/12, September 1939. S. 812). 
Arbeit, du heilig Land. MCh. 

In: 
DSB, Singendes Volk 12 (1937). 


1941 
Bekenntnis: Andere werden im Unglück klein (T: R. Börnsen), für 
3stimm. gemCh (1941) [K&S]. 


1942 
8. Dezember 1942: 
M. Gebhard schlägt die Umarbeitung von R. Schumanns Chorwerk "Das 
Paradies und die Peri" vor, weil "in der originalen Textfassung des Werkes 
der heldische Gedanke eine Zurücksetzung erfährt, die dem nationalen 
Empfinden unseres Volkes widerspricht" ("AMZ" LXIX/25-26, 18/X11/42. S. 
215). 


1944 
Du mußt an Deutschland glauben (T: H. Claudius), für 2stimm. 
J ugend- oder FrCh mit Instrumenten (1944) [K&S]. 
Information: FA, MM2, RML, LdCh. 


Gebhardi, Ludwig Ernst 
1787 - 1862 


Ehre sei Gott in der Höhe! Friede auf Erden und den Menschen ein 


G 2069 





Wohlgefallen. Amen. Kanon zu 4 Stimmen. Titel: Weihnachten. Der Text 
ist mehrfach vertont, so von Fr. Silcher. 

In: 

Liederbuch des BDM (1934); Das Männerlied (1934); Lobeda-Singeblatt 2 
(1934); Singkamerad (31935, 81937); Deutsche Lieder für die Jugend 
(21935); Lobeda-Singebuch 1 (1936). 


Gebt Raum, des Hitlers tapfre Schar naht sich in Schritt und Tritt 
(T: unbekannt). SA-Lied aus der Kampfzeit, zur Melodie "Ich schieß den 
Hirsch". 
Textprobe (2. Strophe): 
"Dem Land der Arier stets getreu, 
dem Hitler Gut und Blut, 
kühn prangt das schwarze Hakenkreuz 
voll Kraft und Heldenmut". 
Bajer u. a. zitieren hier "Land der Deutschen". 
In: 
Durch Kampf zum Sieg! (71926); Deutschland erwache! (551932); Was 
der Deutsche singt (1932; nur T, mit Abweichungen); Liederbuch der 
NSDAP (211933); Sieg-Heil! (1933); Neues Deutschland 1 (1933); Heil 
Hitler Dir! 1 (41933); Heil Hitler Dir! 2 (1933); Von Vaterland, Heimat, 
Helden und Soldaten (1933); Deutsche Kampf- und Volkslieder (1933); 
Lieder der Pommerschen SA (31934; nur T, Melodie onA); Einig Volk/ Einig 
Sang (1934; nur Melodie). 


Gebt Raum, ihr Völker, unserm Schritt (T: onA = F. Dahn). Titel: 
Gotentreue. 

In seinem historischen Roman "Ein Kampf um Rom" (1876) legte 
Felix Dahn das Lied dem Harfner Adalgoth in den Mund; dieser sang es 
552 beim Abzug der vom oströmischen Feldherrn Narses am Vesuv 
geschlagenen Ostgoten mit dem Leichnam ihres gefallenen Königs Teja. 
Die Niederlage beendete die germanische Herrschaft in Italien. Gleichwohl 
schien sie nützlich für nationalheroische Propaganda. 

Vertonungen: u. a. Hanns Albert (1927), Fred Alwers (1931), Rudolf 
Buck, Wilhelm Cleff (1931), Robert Götz (1931), Bruno Leipold, Heinrich 
Lenzen (1938), Friedrich von Pigenot (1915, 1939), Alfons Stier (1911). 
In: 

Wir traben in die Weite (1931). 


Gebt uns a Holz zum Sonnwendfeuer, 's ist heuer 's Holz net 
teuer. Aus Bayern. Titel: Der Florian. 
In: 
Das Sonnenrad (1934). 


G 2070 





Geburtstagswunsch. Kanon, mdl. überliefert. 
In: 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940). 


GEczy, Barnabas von 
Budapest, 4. März 1897 - München, 2. Juli 1971. 

Ungarischer Musiker, Schüler von Jenö Hubay, Geigenvirtuose, bis 1923 
Konzertmeister der Staatsoper Budapest. Stand 1941: in Berlin-Dahlem 
und Leiter eines eigenen Reiseorchesters für U-Musik. Von Hitler zum 
Professor ernannt. 

Nach dem Krieg in Bad Aibling, wo ihn die Spruchkammer als 
Nutznießer des NS-Regimes anklagte, doch rehabilitierte. Zuletzt in 
München i. R. 


15. November 1938: 

B. von Geczy gibt in München ein Gastspiel zugunsten der SS- 
Leibstandarte "Adolf Hitler". 

7. Februar 1939, Gutachten: 

"Um ein genaues Urteil über B. v. Gezy abzugeben, mußte ich einige 
Erkundigungen einziehen. Er ist Schüler von Hubay und kein schlechter 
Geiger. Seine Tanzweisen spielt er ausgezeichnet. Diese Art müßte 
bestimmt bei jahrelanger Tätigkeit auf klassische u. romantische Musik 
abfärben, was natürlich für den Unterricht in dem ersten Lehrinstitut sehr 
gefährlich werden kann (...)" (Gustav Havemann an Hochschule für Musik 
Berlin, Dr. Rühlmann, 7/11/39, handschriftlich. Quelle: BA Namensakte 
Havemann). 

Die Hochschule erwog derzeit, Barnabas von Geczy als Lehrkraft 
einzustellen. 

6. Mai 1942: 

"Es ist darauf zu achten, daß ein all zu häufiger Einsatz und die 
entsprechende An- bzw. Absage von Barnabas von Geczy Platten 
vermieden wird" (Protokoll der Redaktionssitzung, 6/V/42. Quelle: BAR 
55/ 695. Blatt 150). 

Information: FA. Der "Fischer Weltalmanach '72" nennt das 
Todesdatum 1/VII. 


Gedenk, Ernst (Hermann) 

Essen, 1. Mai 1902 - Essen, 16. September 1976. 
Amateurmusiker, zunächst Automechaniker, dann Fahrmeister beim 
Essener Kohlenkontor. Wohnhaft in Mülheim-Heißen. 

Nach 1945 Werkstattleiter, zuletzt i. R. in Essen. 


NSDAP seit 1/VI1/30, Nr. 267.680. SA vom 1/11/29 - 17/VI/31. SS seit 10/ 
VI1l/31; 1933 Untersturmführer, 1935 Obersturmführer, 1937 
Hauptsturmführer. MZF der SS-Standarte 25 Essen. 

Information: Der Standesbeamte Stuhldreier, Essen I (8/X/97), 


G 2071 





verweigerte mit Berufung auf das verfälschte PStG 8 61, also unter Bruch 
des Grundgesetzes, das Todesdatum. Damit raubte er dem Künstler das 
postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog den 
Lexikographen um sein Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. 
Das Stadtarchiv Mülheim ignorierte eine Anfrage vom 18/XII/97. Das 
Bürgeramt Mülheim/Ruhr (4/III/98) verlangte für die Meldeauskunft 20 
bis 30 DM an Gebühren und lehnte (20/1II/98, gez. Schneider) den Antrag 
auf Aussetzung der Gebühren ohne Begründung ab. Auf Widerspruch vom 
7/VII/98 gegen einen weiter ablehnenden Bescheid des 
Oberstadtdirektors Predeick durch Herrn Gehl entschied die 
Bezirksregierung Düsseldorf (17/IX/98), Frau Hümbs, ebenfalls negativ. 
Wwo Banausen regieren, ist Profit wichtiger als Kultur und das 
Persönlichkeitsrecht des Grundgesetzes Handelsware! Den Todesfall 
beurkundete das Standesamt Essen, Nr. 375/1976. 


Geeb, Bernhard 
Camp am Rhein, 23. Februar 1916 - Les Islettes/ Dept. Meuse 
(Frankreich), 14. Juni 1940 (im Fronteinsatz gefallen). 
Bis 1936/37 Student der Hochschule für Musik Köln, Abt. Schulmusik. Im 
Kriege zur Wehrmacht einberufen, zuletzt Leutnant und Zugführer. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Information: Ort des Ablebens ist ein Dorf im Argonnerwald. 


Gees, Hermann 
Senne Il, 1. Juni 1894 - ? 
Sänger in Berlin (lyrischer Bariton), für Konzert, Oper und Oratorium, 
beim Rundfunk angestellt, wohnhaft in Berlin-Grunewald, Humboldtstr. 19 
(1937-39). 
Nach Mai 1945 nicht mehr neu erfaßt, am 1/X/48 von amtswegen 
nach Unbekannt abgemeldet. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.472.783. 

Deutsches Herz. Lied für Singstimme und Klavier (FSt. Berlin, 7/V11/33, 
in der Sendung "Neue vaterländische Lieder", Ausführende: selbst, am 
Klavier Heinrich Steiner). 

Information: Keine Nachricht seit Kriegsende. Das Amt für 
Personenstandswesen Bielefeld-Mitte (5/XI/96), Frau Möller, verweigerte 
mit Berufung auf das verfälschte PStG 8 61, also rechtswidrig, die 
Nennung des Todesdatums. Durch Beschluß vom 4/XII/97 - 3 III 234/97 - 
zugunsten des Verweigerers bestätigte das AG Bielefeld, Richter Hölscher, 
den "Schutz der persönlichen Daten" zu Lasten der Persönlichkeitsrechte. 
Der Jurist raubte gegen seinen Amtseid dem Künstler das postum 
weiterwirkende Recht auf geistige Präsenz in der Nachwelt und betrog den 
Lexikographen um das Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. Das 
LG Bielefeld - die Richter Schulten, Maring und Haddenhorst - erklärte 


G 2072 





durch Beschluß vom 19/IV/01 - 25 T 87/01 - diesen Verfassungsbruch 
für rechtens. Oberbürgermeister David ließ mitteilen (19/XI/01), 
"Datenschutzgründe" hinderten ihn einzugreifen, womit er seine Stadt in 
kulturelle Öde stürzte. 


Gefällt dir meine braune Tracht, du Mädel mit rosigen Wangen? 
Angepaßte Textparodie auf den folgenden Titel. 
Textprobe (1. Strophe): 
os) 
Mir zeigt dein Auge, das schelmisch lacht, 
dein Herz hat Feuer gefangen. 
Ich gebe dir, was ich geben kann, 
der Liebe lachenden Lohn, 
Sieg Heil, ich bin ein SA-Mann 
vom Hitlerbataillon". 
In: 
Vorwärts SA. (21933; nur T, onA); Liederbuch Hamburgischer SA (61933). 


Gefällt dir meine grüne Tracht, du Mädchen mit rosigen Wangen? 
Soldatenlied, onA. Titel: Jäger- und Schützenlied. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Und ist der heiße Krieg entbrannt 
und flutet Well' auf Welle, 
dann schütze ich das Vaterland 
und melde mich zur Stelle. 
Und stürmten auch die Feinde an, 
wir schirmen Land und Volk. 
Für sie stirbt jeder Jägersmann 
vom Bataillon". 
In: 
Liederbuch der NSDAP (211933); Deutsche Kampf- und Volkslieder 
(1933); Heil Hitler Dir! 2 (1933; nur T); Soldatenlieder (1934); Deutsche 
Volkslieder 2 (1935; Variante: "Wie gefällt dir"). 


Gefangen in Aurischer Wüste. Volkslied aus Hessen. 
In: 
Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Gegenfurtner, ? 


Marsch des 3. Marine-Infanterie-Regiments (DtldS, *21/V/38). 


G 2073 





Gegrüßet seid uns alle hier, die ihr bei einem Glase Bier und 
einem Labskaus-Happen-Papp euch essen wollet richtig satt. Matrosenlied, 
zur Melodie "Der Papst lebt herrlich in der Welt", onA. Titel: Labskaus- 
Lied. 

In: 
Liederbuch der SA-Marine (1934; nur T). 


Gehet leise. 
In: 
Liederbuch des BDM (1934). 


Geh i auffi auf die Alma, hol ma a den letzten Gruaß. Steirisches 
Soldatenabschiedslied. Titel: Der Urlauber. 
In: 
Steirisches Liederblatt 1 (1940). 


Geh ich zum Brünnelein, trink aber nicht. Abschiedslied, Text um 
1850 von Ditfurth in Theres, Franken, aufgez., Melodie 1823 von Friedrich 
Silcher in Schwaben aufgez. 
In: 
Unser das Land (1937). 


Geh, liabs Zeisai. Aus Tirol. Titel: Zeisai, Zeisai. 
In: 
Hellau! (1942). 


Gehling, W. Josef 


Musik zu Erntedank, Feier von Josef Bauer (Berlin, 1936) 
[TheaterV Langen/ Müller, Berlin]. 


Geh mit der Dordel, tanz mit der Dordel. Titel: Der Schweinauer 
Tanz. 

Es handelt sich um den veränderten Kehrreim des schlesischen 
Volksliedes "Laßt doch der Jugend ihren Lauf". 
In: 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940). 


Gehn miar außi in Wald. Aus Tirol. Titel: Der Kuckuck. 
In: 
Hellau! (1942). 


G 2074 





Gehn wir mal in grünen Wald. Kanon. 
In: 
Werkleute singen (1936). 


Gehrauch, Karl 
Komponist und Selbstverleger in Ohrdruf/ Thüringen. 


Mit Panzerkraft voran! Marsch für Harmoniemusik (1937; z. B. RS 
Breslau, 11/1/36) [SV, 1941 GrL]. 
Panzerlied, für Soldatenchor (RS Wien, 7/VI11/39) 

Information: Laut Stadtverwaltung Ohrdruf (1996) habe man sich 
vergebens bemüht, Gehrauch bei den Meldestellen Ohrdruf und Gotha und 
in den Kirchenbüchern der Evangelisch-lutherischen Kirche zu ermitteln. 


Gehricke, F.L. 


Im Wald und auf der Heide (T: J. J. Wilhelm Bornemann). Jägerlied. 
In: 

NS-Volks-Liederbuch (21934); DSB, Singendes Volk 30 (1938); Singt alle 
mit! (1944). 


Gehse, Hansgeorg 


Korrepetitor, 1933/34: 1. Kapellmeister der Freilichtbühne auf der 
Heidecksburg bei Rudolstadt. 

Die Freilichtbühne, eröffnet am 27/V/33, war Eigentum des 
Thüringischen Staates, dem Andenken Albert Leo Schlageters geweiht und 
vom NSDAP-Ortsgruppenleiter von Rudolstadt, einem Postsekretär, als 
Vorstand verwaltet. Intendant: Egon Schmid. 


Treu dem Führer. Marsch (Schles. FSt., *28/V/33, MZ der SA-Standarte 
11 Breslau, Dgt. Fritz Feist). 


Gehst du, Flieger, über Land (T: Günter Praus). Fliegerlied, zur 
Melodie "An der Weichsel gegen Osten". Titel: Merkblatt für Überlandflüge. 
In: 

Flieger sind Sieger (31941). 


Geht heim, ihr Mädchen, der Has', der liegt im Kraute. "Kehraus" 
aus Lindenkreuz in Thüringen. 
In: 
Der Ring (1935). 


G 2075 





Gehts, Buam, trinkt's a weng. Titel: Anno 48. 
In: 
Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Geier, Hans (Georg Johannes) 
Spechtritz, 2. Februar 1913 - Stadt Wehlen (DDR), 18. März 1986. 
Musikschüler in Dresden. 
Nach 1945 weiterhin in Dresden, seit 1961 in Wehlen/ Krs. Pirna, 
hier in der Gastronomie tätig, Besitzer der Gaststätte "Gambrinus", zuletzt 
i. R. 


NSDAP ab 1/V/32, Nr. 1.130.701. 
Nicht nur Du, das ganze Volk, ganz Deutschland soll es sein 
(eigener T). Marschlied, am 27/VI1/33 dem RMVP übersandt. 
Textprobe (1. und 2. Strophe): 
less) 
Stellt Euch hinter diesen Mann, 
der Deutschland will befrei'n. 
Deshalb kämpft getreu mit Ihm, 
getreu bis in den Tod, 
unter dem Hakenkreuz, 
den Farben schwarz weiß rot. 


Deutschland, Du mein Vaterland, 
Dich müssen wir befrei'n, 

Brüder reicht Euch all' die Hand, 
wir wollen Deutsche sein. 
Deshalb kämpft getreu mit Ihm, 
getreu bis in den Tod, 

unter dem Hakenkreuz, 

den Farben schwarz weiß rot". 

Das Dankschreiben des Ministeriums, das dem zurückgesandten Lied 
beilag, benutzte der Komponist in Dresden beim ambulanten Verkauf, so 
auch im Restaurant Seetor, und erhielt deswegen eine ministerielle Rüge: 

"Aus Dresden wird mir mitgeteilt, dass Karten mit Ihrem Marschlied 
>Nicht nur Du, das ganze Volk, ganz Deutschland soll es sein< zu später 
Stunde von Hitlermädchen verkauft werden, die sich als offiziell vom 
Reichsministerium f. V. u. P. mit dem Verkauf beauftragt bezeichnen. Ich 
mache Sie darauf aufmerksam, dass mein Schreiben vom 13. Oktober Sie 
in keiner Weise dazu berechtigt und untersage Ihnen hiermit jede 
Bezugnahme auf das Reichsministerium f. V. u. P." (RMVP, Abt. VI, 
Referent Graff, an Hans Geier, 6/X1/33. Quelle: BAR 55/ 1165. Blatt 153). 


G 2076 





Geier, O. 


Thilo-Schade-Marsch (1934) [OH]. 
In: 
Marsch-Album 4 für Blasmusik. 


Geier, Oskar 
Roßleben/ Unstrut, 3. Juli 1839 - Dresden (DDR), 17. Oktober 1952. 

Kammermusiker und Viola-Virtuose in Dresden-Blasewitz, Bratschist im 
Orchester der Staatsoper Dresden, Mitglied des Striegler-Quartetts, Lehrer 
am Konservatorium. 

Nach 1945 weiterhin in Dresden. 
Werke: u. a. 5 Opern, so "Frau Holle", Märchenoper (Altenburg, 1927); 
Klarinettenkonzert, Kontrabaßkonzert und Trompetenkonzert; 
Kammermusik, so Suiten für Bratsche solo Op. 15; Lieder. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.459.426. 
Information: FA (ohne Geburtsdatum). 


Geiger, Beppo (Josef Leonhard) 
München, 25. Januar 1903 - ? 

Dirigent und Orchesterbearbeiter in Darmstadt, hier - Stand 1933/34 - 
Solorepetitor und Korrepetitor am Hessischen Staatstheater. Stand 
1937/38: Solorepetitor im Stadttheater Oberhausen, 1938/39 dort 
Chordirektor, dann ohne Engagement und am 30/1V/39 nach Aachen 
übergesiedelt (ohne Adressenangabe) 
Werke: u. a. Märsche; Theatermusik, so zus. mit R. Tants zu "Jans 
Wunderhütchen" von Erika Mann und Richard Hallgarten (Darmstadt, 
1932); "Pandurenliebe" (1935), Volksoper; Weihnachtsmärchen; U-Musik 
und Lieder. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Deutschland erwache! Marsch onA, im Juni 1933 dem RMVP angeboten 
(Quelle: BAR 55/ 1158 und 1159). 

Totenkopf und Hoheitszeichen (T: SS-Truppführer Bemeleit). SS- 
Marschlied für Gesang und Klavier (1933) [Sc]. 

Information: FA (Geburtsmonat: März). Das Amt für Statistik und 
Einwohnerwesen der Stadt Darmstadt (3/VII/80) wies darauf hin, daß das 
Melderegister bis 1944 durch Kriegswirkung zerstört sei. Das Stadtarchiv 
Darmstadt (1/XII/97) teilte mit, Geiger sei zwar in den Adreßbüchern 
1937 und 1939 in Darmstadt nachgewiesen, jedoch nicht hier geboren, 
sodaß weitere Auskünfte nicht möglich seien. Das Stadtarchiv Oberhausen 
ignorierte Anfragen vom 6/Il/98, 21/VIII/98 und 8/IV/99. Die Angabe zur 
Geburt kam vom Fachbereich Einwohnermeldewesen, Oberhausen (10/Il/ 
00). Das Ordnungsamt der Stadt Aachen, Einwohnermeldeabteilung 
(8/III/00) machte geltend, gemäß 8 11. Abs. 3 des Meldegesetzes 


G 2077 





Nordrhein-Westfalen seien die Daten eines weggezogenen oder 
verstorbenen Einwohners nach Ablauf von 50 Jahren zu löschen, weshalb 
der Gesuchte nicht mehr im Melderegister der letzten 50 Jahre geführt 
werde. Das Geburtsstandesamt München hat keinen Todesvermerk, die 
WASt (8/III/04) keine Meldung. 


Geiger, Konrad 

Stepperg bei Neuburg/ Donau, 4. August 1888 - ohne Ort und Datum 
nach Kriegswirkung vermißt (Todeserklärung 1960 zum 31/X1I1/45). 
Schauspieler und Spielleiter, genannt Erik Geijar-Geiger, auch 
Filmregisseur, zunächst stellv. Direktor des Gärtnerplatztheaters in 
München, 1929 in Berlin, bis 1933/34 gastierend; 1933 Disponent des 
Bühnennachweises und 1935-37 dessen Direktor. Zuletzt in Berlin- 
Charlottenburg. 


NSDAP seit Februar 1922, amtlich seit 1/X/30, Nr. 319.078, jedoch aus 
Berufsgründen 1931-32 ausgetreten. Gründer der "Gruppe Bühne und 
Film in der NSDAP" und ihr Leiter bis 10/X1/23. Als Teilnehmer des 
Marsches zur Feldherrnhalle 1923 Blutordensträger. Er wandte sich am 15/ 
IV/33 an Hitler und bot sich unter Hinweis auf seine frühen NS-Verdienste 
zur angemessenen Verwendung an. 1937-38 Leiter der Fachgruppe IV - 
Chorsänger - der Fachschaft Bühne (RTK), zugleich Sachbearbeiter des 
Referats VIl, Bühnennachweis und Bühnenvermittlung, der RTK. 1938-45 
Leiter der Fachschaft Artistik (RTK). 


24. Februar 1933: 

Geiger informiert Kultusminister Rust detailliert über seine 
Biographie und berufliche Laufbahn, betont seine Bekanntschaft mit Hitler 
und macht deutlich, daß er eine passende Stellung suche. 

1939, Biografie: 

"(...) Frühzeitig dehnte er seine künstlerische Tätigkeit auch auf den 
Film aus. So schrieb er im >Zauberspuk< den ersten musikalischen Film 
und focht 1921 den ersten antisemitischen Film durch. 

Bereits im Februar 1922 trat Konrad Geiger in die NSDAP. ein und 
wurde damit einer der ersten Bühnenkünstler, die sich öffentlich zum 
Führer bekannten. Er gründete die >Gruppe Bühne und Film in der 
NSDAP. < und leitete sie bis zum 10. November 1923, dem Parteiverbot in 
Bayern. 

Konrad Geiger war es auch, der das erste Bühnenstück mit 
besonderer nationalsozialistischer Richtung auf die Bühne brachte. Dieses 
Werk führte den Titel >Heiliges Land<, war von Nationalsozialisten 
geschrieben und wurde von Nationalsozialisten gespielt, zum letztenmal 
im Gärtnerplatztheater, acht Tage vor den Marsch zur Feldherrnhalle. 

(...) Nach einer Tätigkeit als stellvertretender Direktor des 
Gärtnerplatztheaters in München siedelte Geiger nach Berlin über. Er 
stellte sich auch hier wieder in den Dienst der Bewegung und und setzte 
sich erneut für die kulturellen, künstlerischen und sozialen Belange der 


G 2078 





deutschen Bühnenkünstler ein. (...)" (Ludwig Körner, Präsident der 
Reichstheaterkammer, in: "DBJ" 1939. S. 96). 

Information: Der für Stepperg zuständige Standesbeamte Rupprecht, 
Rennertshofen (14/X/98),, verweigerte das Todesdatum mit Berufung auf 
das verfälschte PStG 8 61, also grundordnungswidrig, und raubte so dem 
Kriegsopfer das Recht auf lexikographische Würdigung und betrog den 
Lexikographen um sein Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. 

Die Gemeinde Rennertshofen ignorierte Anfragen vom 19/IV/99 und 
Z/X/99 und brach damit Verwaltungsrecht. Die WASt (14/XI/03) hat keine 
Meldung. 


Geiger - Kullmann, Rosy 
Frankfurt a. M., 20. J uni 1886 - Monterey, Cal. (USA), 4. Januar 1964. 

Tochter eines Weingroßhändlers; Schülerin von Iwan Knorr und B. Sekles. 
Musikpädagogin und Komponistin in Frankfurt a. M. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jüdin denunziert. 
1935 zusammen mit Artur Holde u. a. Gründerin der Vereinigung der 
jüdischen Tonkünstler Frankfurts, auch Mitarbeiterin des Jüdischen 
Kulturbundes und Leiterin der Jüdischen Kunstlerhilfe Frankfurt 

Am 2/I1V/39 emigrierte sie nach Cuba und ging von dort 1940 in die 
USA, wo sie in New York Wohnung nahm. 
Werke: u. a. Opern auf eigene Texte, so "Tischlein, deck dich" (Basel, 
1929); Orchestervariationen; viele Lieder, auch mit Orchester; Chöre. 


4. Februar 1936: 

Im Bechstin-Saal bietet die Neue Madrigal-Vereinigung, Dgt. Ludwig 
Misch, u. a. Lieder sowie zwei jüdische Volkslieder von Rosy Geiger 
Kullmann, sämtlich in UA. 


Geschichtsfälschung, 1999: 

"(...) Unter den Emigrantinnen bzw. den Musikerinnen deren 
Schicksal bisher nicht rekonstruiert werden konnte, finden sich noch viel 
mehr: Rosy Geiger-Kullmann (...)" (Eva Weisweiler: "Ausgemerzt!" Das 
Lexikon der Juden in der Musik und seine mörderischen Folgen. Köln, 
1999. S. 383). 

Information: DML, FA. 


Geilsdorf, Paul 
Plauen/ Vogtland, 10. Juni 1890 - Karl-Marx-Stadt (DDR), 26. Januar 

1976. 
Sohn eines Stickers; Schüler von St. Krehl, K. Straube und H. Sitt, 
Kirchenmusiker in Chemnitz, hier seit 1917 Kantor der St. Pauli-Kirche, 
1935 KMD, auch Leiter des 1941 gegründeten Städt. Chors und bis 1945 
Dirigent des Bürgergesangvereins und des eigenen Frauenchors. 

Nach 1945 und bis 1947 weiterhin im nunmehrigen Karl-Marx-Stadt 
St. Pauli-Kantor, ab 1947 Kantor der Gemeinde St. Petri, 1965 i. R. 


G 2072 





Werke: Kirchenkantaten, Motetten, Männerchöre, Lieder, so 1939 für 
Haus und Gemeinde, so 1940 "Härtensdorfer Choralbüchlein". 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 3.805.258. Mitglied des Musikbeirats des DSB. 
Op. 44. Drei vaterländische Männerchöre (1934) [Eu]. 
1. Rütlischwur: Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern (T: Schiller). - 
2. Deutschland: Deutschland, o heiliger Name (T: H. v. Fallersleben). - 3. 
Junges Deutschland: Heraus, wir Jungen, Deutschland ruft (T: onA = 
Rudolf G. Binding). 
Kreuze im Osten, Kreuze im Westen! (T: Jep Andersen, Schluß der 
Inschrift auf dem Denkmal zu Rousselaere). MCh (1935, Leipzig, 
*29/V1/35, zum 2. Sächs. Sängerfest, Ausführende: Leipziger 
Schubertbund, Dgt. Max Ludwig). [Eu]. 
Textprobe: 
ae) 
von unserm Volke die Allerbesten 
ruhen im fremden Land. 
Tränen im Süden, Tränen im Norden 
um unsre Toten geweinet worden, 
fließen wohl in den Sand. 
Kreuze vermodern und 
werden zu Staub, 
Tränen versiegen, des Sandes Raub. 
Aber wo Liebe im Herzen lebt, 
Fäden von draußen zur Heimat webt, 
vergißt man euch nie! 
Gestritten, gelitten für deutsche Ehr', 
Es kennt ihre Namen Gott, unser Herr!" 
J. Walther: Wach auf, du deutsches Land. Für MCh: P. Geilsdorf (1935) 
[Eu]. 
Sankt Michael: Unüberwindlich starker Held. Für MCh: P. Geilsdorf 
(1935; u. a. Leipzig, *29/V1/35, zum 2. Sächs. Sängerfest) [Eu]. 
Sankt Raphael: Tröst die Bedrängten. Für MCh: P. Geilsdorf (1935; u. a. 
Leipzig, *29/V1/35, zum 2. Sächs. Sängerfest) [Eu]. 
Wer sich die Musik erkiest, hat ein himmlisch Gut gewonnen (T: M. 
Luther). Kanon. 
In: 
DSB, Singendes Volk 15 (1936). 
Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder (T: Johann 
Gaudenz von Salis-Seewis, 1782). MCh. 
In: 
DSB, Singendes Volk 16 (1936). 
Es schritt ein Sämann. 
In: 
DSB, Singendes Volk 16 (1936). 
Benedictus. Kanon. 
In: 
DSB, Singendes Volk 18 (1936). 


G 2080 





Husarenglaube: Es ist nichts lustiger auf der Welt und auch nicht so 
geschwind (T: aus "Des Knaben Wunderhorn"). Soldatenlied (u. a. 
Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB). 
Türmerlied: Zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt (T: Goethe) (u. 
a. Stuttgart, *J uli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB). 
Pförtners Morgenlied: Verschwunden ist die finstre Nacht; die Lerche 
schlägt, der Tag erwacht (T: Schiller) (u. a. Stuttgart, *J uli 1938, beim 
Schwäb. Liederfest des DSB). 
Op. 57. Sieben leichte Männerchöre für Feiergestaltung (1940) [K&S]. 
1. Gelöbnis: Führer, wir danken dir (T: Max Teichmann). - 2. Das Lied 
vom Reich: Wir wollen ein starkes, einiges Reich (T: H. Claudius). - 3. 
Die toten Soldaten: Still vom Sturm der Kanonaden (T: M. Barthel). - 4. 
Wir gehen dahin (T: Herbert Franck). - 5. Bauernspruch: Wir pflügen 
den Acker (T: W. Krupka), - 6. Bruder, deine Hand: Unser ist das Land 
(T: K. Bröger). - 7. Morgenlied: Leuchte, scheine, goldne Sonne (T: H. 
Lersch). 
Unsterblichkeit: Ihr Gräber und Hügel (T: M. Barthel). MCh für 
Heldenehrungen (1943) [Hl]. 

Information: DML, FA, RML, LdCh. 


Geiringer, Karl 
Wien, 26. April 1899 - Santa Barbara, Cal. (USA), 10. Januar 1989. 

Dr. phil. Berlin 1923 (Die Flankenwirbelinstrumente in der bildenden Kunst 
des 14., 15. und der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts); Musikpädagoge 
und Musikschriftsteller, Schüler von G. Adler und C. Sachs, bis 1938 
Bibliothekar und Archivar der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als J ude denunziert. 

Geiringer emigrierte, war 1938 in London Gastprofessor am Royal 
College of Music, seit 1940 in den USA zunächst Gastprofessor am 
Hamilton College in Clixbon/ New York, ab 1941 Professor für MW am 
College of Music der Boston University mit Wohnsitz Boston, 1952 Leiter 
der MA an der School of Fine and Applied Arts. Zuletzt i. R. in Santa 
Barbara. 

Information: DML, FA, MM2 ("j."), KDMK, RML, SML, MGG. 


Geisenhofer 


Ehr durch Wehr! Marsch (RS München, *8/X1/35). 

Mit einig deutschem Sinn. Marsch (RS München, *17/1/36, 14/111/38, 
*30/1V/38). 

Ein Mann - ein Wort! Marsch (RS München, *24/1/36). 


Geisenhofer, (Franz) Xaver Anton 
Regensburg, 11. September 1897 - Regensburg, 6. Juni 1960. 
Sohn eines Lokomotivheizers; zunächst Schriftsetzer, dann 


G 2081 





Konzertunternehmer, Kapellmeister der Bauernbühne "Platzl" in 
Regensburg. 1942 bei der Wehrmacht. 
Nach 1945 weiterhin in Regensburg. 


Geisler (Geissler), Willy 
Wölfelsgrund/ Habelschwerdt, Grafschaft Glatz, 2. August 1886 - 
Berlin-Charlottenburg, 7. Februar 1952. 
Sohn eines Holzbildhauers; zunächst in Wollstein, Provinz Posen, 
Seminarmusiklehrer, im Januar 1919 nach Berlin übergesiedelt, hier 
Lehrer, Musikpädagoge und freischaff. Komponist in (1937-42) Berlin W 15 
und Charlottenburg. 1943 am Metropoltheater. 

Nach 1945 zunächst freier Mitarbeiter des Berliner Rundfunks als 
Kapellmeister und Begleiter, seit 5/VI11/47 aus politischen Gründen für den 
Rundfunk der SBZ gesperrt; die Entnazifizier&ungskommission für 
Kunstschaffende in Berlin versagte ihm am 27/V11/47 die Entlastung. 
1946-48 Lehrer an der 10. Schule in Berlin-Wilmersdorf, dann wegen 
Lähmung nach Schlaganfall ausgeschieden. 

Werke: u. a. U-Musik, so Liebeslieder ohne Worte; "...so zwitschern die 
Jungen", Singspiel (1934); "Über Länder und Meere", Suite (1935); 
Festmarsch; Operetten; Bühnenmusik, so zu "Der Liebling der Welt" von 
R. Bars und Chr. Schulz-Gellen (München, 4/X11/42); Filmmusik, so Zu 
"Ehestreik" (1935). 


NSDAP seit 1/1X/32, Nr. 1.331.699. NSLB. 1932 Referent für 
Unterhaltungsmusik und Operette, Gruppe Musik, des KfdK Groß Berlin; 
1933 Vorstandsmitglied der STAGMA; 1934 Mitglied des Führerrats des 
Berufsstandes der dt. Komponisten (RMK). 

Warum nicht Saxophon? ("Deutsche Kultur-Wacht" 11/29, 21/X/33). 
Zitat: 

"(...) Seien wir doch keine Mucker; gestehen wir die faszinierende 
Wirkung des vor Jahren hier in Deutschland konzertierenden Paul 
Whitman-Orchesters ruhig ein, mit seiner Fülle neuer Klangfarben und 
seinem einnämmernden Rhythmus. Ab er: Die schlechte Gesellschaft, in 
der sich das Saxophon in der deutschen Tanzkapelle befand: blöde 
Schlagermelodien und triviale Texte, dazu die mangelhafte Spieltechnik 
und oft bewußte Verstümmelung seines Klanges haben seinem Ruf 
geschadet. Geben wir dem Saxophon wieder die schöne, breite Kantilene 
(Voraussetzung: Der gute Bläser!), dann werden seine Gegner ihr Urteil 
bald korrigieren" (S. 16). 

Geisler konnte nicht voraussehen, daß die Freisprechung des 
Saxophons nicht in der U-Musik, sondern in der Militärmusik der späteren 
Luftwaffe durchgesetzt werden würde. 

Musik zum Spielfilm Blut und Boden. Produzent: Stabsamt des 
Reichsbauernführers Reichsminister Darr& (1934). Auftrag der 
Reichsregierung. 

Der Propagandafilm besang das nunmehr nach der Not vergangener 

Zeiten glückliche deutsche Bauerntum unter der Obhut des NS-Regimes. 


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Die J ugend marschiert - Sieg Heil!: Die Jugend marschiert mit frohem 
Gesang (T: Heinz Bolten-Baeckers). Jungvolk-Marsch und Lied aus dem 
Film "Blut und Boden", für Orchester (1934; RS Königsberg, *20/1V/34). 
Für Blasmusik: Josef Sommer [SB]. 

Tondokument - vom 17/1/34 - im DRA: 1621031-09. 

Ausführende: Chor der Mittelschule Berlin-Wilmersdorf und MK der 
Leibstandarte AH. 

Textprobe (2. Strophe mit Refrain): 

"Merke dir das eine immer gut: 
die Heimat ist dein, erhalte sie rein! 
Deutscher Boden, deutsches Blut 
soll stets dir heilig sein. 
Die Jugend marschiert 
mit frohem Gesang 
bei Sonnenschein und Regen; 
die Jugend marschiert 
in sieghaftem Drang 
dem großen Ziel entgegen. 
Wir stürmen die Welt, 
nichts hemmt unsern Schritt, 
wer jung sich noch fühlt, 
zieht freudig mit: 
die Jugend marschiert, 
kein Pfad ist zu steil, 
dem Ziele entgegen, 
hurra! Sieg Heil!" 
In: 
Deutschland über alles! 2 (1934); Jungvolk-Lieder (1934); Neues 
Sanssouci 5 (1934); Schlesische J ugend singt (1936; als Texter ist 
Bolten-Bonckers genannt). 
24. März 1933: 

In der Generalversammlung der GEMA stellt u. a. Geisler den 
Antrag, die Posten der Verwaltung und der Kommissionen der neuen 
Verwertungsgesellschaft ausschließlich mit "deutschstämmigen" 
Mitgliedern zu besetzen. Der Antrag wird einstimmig angenommen. 

30. März 1933, Antrag: 

"(...) die Gema ist der Prügeljunge für die anderen 
Autorengesellschaften. Um zu beweisen, dass die Gema weiter nichts sei, 
als das grosse jüdische Musikmonopol, sagen sie etwa: Seht euch doch die 
Herren des Vorstandes, des Aufsichtsrates und der Kommissionen an: 
Nichts als Juden und Ausländer; und sitzt schon mal ein deutscher Mann 
unter ihnen, dann dient er lediglich als >Renommiergoi<, um durch ihn 
beweisen zu können, dass die Gema nicht das jüdische Profil hätte. Sie 
sagen ferner: Seht euch die Korruptionen in den Kommissionen an: alles 
bekommt der Jude und Ausländer, nichts oder wenig dagegen der 
deutsche Autor. Leider haben unsere eigenen Genossen in allen möglichen 
und unmöglichen Blättern und Blättchen die sogenannten >Fälle< 
breitgetreten und dadurch unseren Gegnern willkommenes Beweismaterial 


G 2083 





in die Hände gegeben. 

Unsere Aufgabe muss es sein, denen, die uns bekämpfen, und 
denen, von denen wir Hilfe erwarten, das Gegenteil zu beweisen. Darum 
ist die Annahme der gestellten Anträge eine Notwendigkeit, aber immer 
erst der Anfang von weiteren Massnahmen, um wirklich sagen zu können, 
dass wir eine deutsche (>deutsch< im Sinne der Regierung) 
Autorengesellschaft sind. 

Besonders geschadet haben uns die eingewanderten Oestlinge, die 
nicht nur dem deutschen Komponisten und dem deutschen Verleger das 
Brot wegnahmen, sondern auch ihren eigenen Rassegenossen ungeheuren 
Schaden zufügten. Als >) enne< kamen, war es mit dem Frieden in der 
Gema aus; diese Herren kannten keine Duldung, sie kannten nur sich und 
ihren Geldbeutel, und wenn sie den Hals nicht >vollkriegten<, dann 
schrien sie uns an und drohten: >Dann gehen wir eben zur AKM, dann 
werdet ihr ja sehen, was aus eurer Gema wird!< Das musste sich die 
Gema gefallen lassen. (...)" (Geissler an Hinkel, KfdK, 30/111/33. Quelle: 
BA Namensakte Hinkel). 

AKM = staatlich genehmigte Gesellschaft der Autoren, Komponisten 
und Musikverleger in Wien. 

19. September 1934: 

(...) Mein Librettist, Pg. Felix, erzählt mir soeben, dass er Ihnen 
unsere Volksoperette >Saison in Hintertupfing< eingereicht hat, und Sie 
ihm versprochen haben, baldigst ein Urteil abzugeben, da wir vor einem 
sehr günstigen Vertrags- und damit vor einem Bühnenabschluss an einer 
grossen Berlin Bühne stehen. (...). 

Die Autoren sind Pgg. (Felix und ich), Herr von Donop ein 
einwandtfreier deutscher Textdichter (selbstverständlich Mitglied des 
RDS), übrigens der Autor der >Dorfmusik<, ein gewandter, witziger 
Textautor. 

Nochmals, lieber Pg. Möller, wenn es Ihnen irgend möglich ist, die 
Sache zu beschleunigen, ohne dass dadurch Ihre anderen Dispositionen 
über den Haufen geworfen werden, dann bin ich Ihnen zu ganz 
besonderem Dank schuldig; nun, ich bin überzeugt, keine Fehlbitte getan 
zu haben. (...)" (Geisler an RMVP, Abt. T, E. W. Möller, 19/1X/34. Fehler im 
Original. Quelle: BAR 55/ 20170. Blatt 133-134). 

RDS = Reichsverband der deutschen Schriftsteller. 

Das Werk stieß auf keine Bedenken. 

Fanget an! Marsch (Berlin, 1937). 

Das Orchester: Die Geige, sie singet (eigener T). Instrumenten- 
Quodlibet, Scherzkanon. 

In: 

Der Kilometerstein (?1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938; 
Variante: "Die Geige beginnt"); Volksliedsingen im Schulfunk 6 (23. Juni 
1938; Variante s. 0.); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Liederbuch der 
Kriegsmarine 1 (1940). 

Niel: Heute wollen wir ein Liedlein singen (Matrosenlied). Marsch und 
Lied. Für 3stimm. Kinderchor: W. Geisler (1939) [SB]. 

Niel: Wenn ein Soldat ein Mädel liebt. Marschlied. Für MCh: W. Geisler 


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(1940) [W&C]. 

Nun erst recht: Wir schau'n hinein ins weite Land (Kameraden, 
Schwestern, Brüder) (T: Hans Bußmann). Marsch und Kriegslied für 
Gesang und Klavier. Für Blasorchester: E. Gutzeit (1940) [W&C]. 

Tondokument - vom 2/111/40, 5/11/43 - im DRA: 1870631-31, 
1611016-15. 

Ausführende: 1) Soldatenchor mit MK des Rgts. General Göring, 
Dgt. P. Haase; 2) Soldatenchor mit MK der Division Hermann Göring, Dot. 
H. Friess. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Das Meer ist wild und weiß wie Schnee, 
der Sturm hat Hochzeit heut, 
denn er führt heim die wilde See, 
hei, wie der Sturm sich freut! 
Ein deutsches U-Boot liegt auf Wacht, 
der Sturm er heult, der Alte lacht". 

In: 

Neues Sanssouci 56 (1940). 

Niel: Kamerad, wir marschieren im Westen (Frankreichlied). Für 

MCh: W. Geisler (1940) [W&C]. 

Information: DDFL, FA. 

Laut Referat für Meldeangelegenheiten, Paß- und Ausweiswesen 
beim Polizeipräsidenten in Berlin (9/IV/84) als in Berlin gemeldet gewesen 
nicht zu ermitteln (!). Das LA Berlin (5/II/01) hat in der lückenhaften 
Meldekartei 1875-1960 keinen Eintrag, die WASt (8/III/04) keine 
Meldung. Den Todesfall registrierte das Standesamt Charlottenburg von 
Berlin, Nr. 418/19352. 


Geißler, Kurt 
Einsender in Eisenach, Dr. 


Noten onA, im Juni 1933 dem RMVP angeboten (Quelle: BAR 55/ 1159). 
Information: Das Stadtarchiv Eisenach (19/VII/96) verfügt über keine 
Information zu Dr. Geißler. 


Geissmar, Berta 
Mannheim, 14. September 1892 - London, 3. November 1949. 

Dr. phil., in Berlin Sekretärin W. Furtwänglers bis 1935, dann emigriert 
und in London Sekretärin von Sir Thomas Beecham, dessen Gastspiele im 
Reich sie begleitete, ab Dezember 1936 Organisationsleiterin des London 
Philharmonic Orchestra. 
9. Februar 1933, Vorstellung: 

"Fräulein Dr. Geissmar entstammt einer hochangesehenen 
Mannheimer jüdischen Juristenfamilie. Bei dieser Familie hat Dr. 
Furtwängler als junger Künstler gewohnt oder verkehrt. Infolge dieser 


G 2085 





Bekanntschaft hat Herr Dr. Furtwängler diese Dame späterhin engagiert, 
soviel ich weiß, aus einer gewissen Dankbarkeit für die freundliche 
Aufnahme, die er während seines Aufenthaltes in Mannheim gefunden 
hatte, und aus Mitgefühl, als diese Familie infolge des Todes des Vaters 
verarmte" (Albert Osthoff, Bankdirektor, an Hilmar Weber in Bayreuth, 
9/11/33. Quelle: NL Furtwängler). 

Daß sich Frau Dr. Geissmar zur perfekten Organisationsleiterin für 
Dirigent und Orchester entwickelt hatte, war nicht besonders erwähnt, da 
dem Empfänger bekannt. 

12. Juni 1933, Bericht I: 

"Mein Reisegefährte ist hier in einer bestimmten Mission. Wie er 
sich konzentriert und sich das Gebiet absteckt, wie er die Dinge behandelt 
und in weitesten Zusammenhängen ist erstaunlich. Auch rein taktisch 
kann man lernen, letzteres gerade Sie. Nach dem was er mir so sagt, ist 
unsere Lage sehr kompliziert, nach aussen ein zurückziehen nach dem 
andern, nach innen - absolut gespannt. Ihre Stellung rein politisch 
gesehen ist auch sehr schwer, und doch notwendig. Dass Ihnen in der 
Welt etwas schaden kann, ist nicht gut möglich trotzdem müssen Sie 
darauf bedacht sein, dauernd Ihren Stdpkt. zu praezisieren. Denn das 
geistige Bild des neuen Deutschland ist ein >ungeistiges<" (Frau Dr. 
Geissmar an Furtwängler aus London, 12/V1/33. Quelle: NL Furtwängler). 

Dr. Berta Geissmar war einige Tage während des Pariser 
Furtwängler-Gastspiels als Reisesekretärin und Übersetzerin mit einem 
Sonderbeauftragten des Reiches in London, den sie als Fr. umschrieb und 
der den Auftrag hatte, bei britischen Politikern wegen der Judenpolitik 
Hitlers zu sondieren. 

12. Juni 1933, Bericht II: 

"Heute früh war ich auf der Botschaft u sprach Fries, der mir als 
erster sagte, ich sollte doch meiner Familie hier sagen, es sei nicht so 
schlimm bei uns etc. Ich sagte das hat doch gar keinen Sinn. Es ist 
schlimm und ein Furtwängler macht keinen Sommer! (...) Peggys Mann ist 
ja der Sohn von Lord Jessel, dem ersten Richter von England, und ich esse 
da morgen mit der Tochter von Baldwin. Wenn man mit diesen Leuten alle 
spricht, dann wird man ganz wild, wenn man denkt, dass ein Sellschopp 
einem geraten hat, man soll sich im Philh. Konzert nicht zu sichtbar an der 
Glastür aufhalten, um von Dr. Metzner nicht gesehen zu werden und dass 
man sich innerlich quälen muss vor Angst, einem Mann wie Ihnen zu 
schaden, weil man da ist. Es kommt einem zu Bewusstsein wie grotesk es 
ist, was bei uns vorgeht und wie nötig ein Mann wie Sie sind" (Frau Dr. 
Geissmar an Furtwängler, 12/V1/33 abends. Quelle: NL Furtwängler). 

Dr. Berta Geissmar besaß Verwandte in London; sie hatte 
Beziehungen zu Lordrichter Jessel und dem langjährigen Premierminister 
Stanley Baldwin. Der Lübecker Kaufmann Pg. Hans Sellschopp war 
Funktionär des KfdK und betrieb in Berlin die Suche nach einem 
musikpolitischen Amt; Pg. Dr. Franz Ludwig Metzner, persönlicher 
Referent des Reichsinnenministers Dr. Wilhelm Frick,war wie dieser 
fanatischer Antisemit. 


G 2086 





13. Juni 1933, Bericht III: 

"Ich habe eben lange mit der Botschaft gesprochen, nicht ruhig, 
sondern leidenschaftlich, wie ich es auch empfinde. Hier ist es schlimmer 
wie nach dem Krieg, und es hat die Leute ganz tief erfasst. Es ist von 
höherem Gesichtspunkt absolut kein Vergnügen zu hören, dass: 
Furtwängler der einzig anständige Mensch in Deutschland ist. Ich habe 
gesagt, man muss amtlich sofort dafür sorgen, dass Veröffentlichungen 
unterbleiben, die das Ausland reizen. Die Tatsache, dass die Leute es 
immer weiter tun, beweist nur dass sie keine Ahnung haben, was sie sich 
selbst erschweren. Ich werde am Donnerstag beim Lunch Köster das 
Gleiche sagen. Zu sagen: >es wird sich schon leer laufen< ist ein teurer 
Spass für das Ansehen Deutschlands in der Welt und kostet uns bares 
Geld scharf gesprochen. Was muss allein hier an Arbeit geleistet werden, 
um die führenden Leute zu beruhigen. Dabei wären sie alle geneigt das 
Heroische Hitlers anzuerkennen, wenn die Kulturpropaganda nicht so 
falsch laufen würde. Die Idee der Reinigung einer Nation von einem 
materialistischen Rassebegriff abzuleiten, wird die Welt nicht anerkennen" 
(Frau Dr. Berta Geissmar an Furtwängler, London, 13/V1/33. Quelle: NL 
Furtwängler). 

Auch Frau Geissmar ahnte nicht, was die Ideologie, per Diktatur 
durchgesetzt, an Vernunftwidrigkeiten und Unheil noch anrichten würde. 
13. Juli 1933: 

Frau Dr. Geissmar teilt Furtwängler mit, daß Huberman die 
Konzerteinladung abgesagt habe, sodaß, wenn auch Menunhin absage, der 
Plan (zur Unterwanderung des antisemitischen Systems) nicht 
durchführbar sei. 

18. Juli 1933, Bericht IV: 

"Übrigens Hi kam nicht zur Sitzung. Schm und Stein erschienen, es 
war wieder nicht abgesagt und es war hinterlassen, sie sollten die Sache 
formulieren ohne Hi!!! Stein - über den Ihnen Schm noch mündlich 
berichten wird - wollte in keinem Fall gegenzeichnen, so machte Schm als 
>Ministerialrat ohne Gehalt< die Sache fertig nach Telefonat mit dem 
Reichskartell. Nicht Arische können sowohl auftreten als auch unterrichten 
im freien Beruf. Das wäre also gemacht und an den Unterrichtsscheinen 
wird zunächst alles gelassen-" (Frau Dr. Geissmar an Furtwängler, 18/VIl/ 
33. Quelle: NL Furtwängler). 

Hi = Hinkel, Schm = Schmidtseck. Immer wieder ging es um 
humane Regelungen für jüdische Musiker, hier Solisten und 
Privatmusiklehrer. Pg. Schmidtseck wirkte im Sinne Furtwänglers. 

20. Januar 1934, Bericht V: 

"(...) Denn das, was bei unserem letzten Auslandsaufenthalt noch 
nicht consolidiert war, das ist eben jetzt consolidiert und damit auch die 
Haltung des geistigen Auslands das seine Hoffnung aufgegeben hat. Wenn 
es auch hier ein Schlagwort ist, dass zwei Dinge in Deutschland nicht 
gleichgeschaltet sind: die Reichswehr und das Furtwängler Orchester, so 
erwartet man doch auf die Dauer von Ihnen mehr, als dass Sie in ihren 
eigenen Belangen die Hand über alles halten. Ob Sie das können werden 
und vor allem, ob man auf Sie hören wird, das weiss kein Mensch. 





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(...) Die J udenfrage ist ein schwieriger Punkt, weil abgesehen von 
den sog. Emigranten es eben eine Reihe von Menschen giebt (...), die ihr 
Leben lang Gutes getan haben und die sich in Deutschland nicht dazu 
bringen in ein Konzert oder überhaupt unter Leute zu gehen, weil eben 
diese Ansichten über die Juden und ihre Minderwertigkeit sie so treffen 
und jetzt meist im Ausland leben. 

(...) Alice Ehlers war da, Rose Walter, Tochs, Melichar, Paul Hirsch. 
Wir waren nachher mit Hindemith aus, der ist ja reizend und entweicht 
allen Fragen mit Humor aus. Ich weiss jetzt nicht, ob Sie sich nicht auch 
durch einen Witz allem entziehen sollen, da die Gefahr besteht dass man 
Ihnen alles im Mund drehen wird. 

(...) Ich sehe, man könnte auf tausend Seiten helfen und die große 
Idee in Deutschland unberührt davon lassen. Wenn die 
Nebenerscheinungen nicht wären, wäre hier für Hitler die grösste 
Begeisterung" (Frau Dr. Geissmar an Furtwängler, 20/1/34. Quelle: NL 
Furtwängler). 

Die Schreiberin hielt sich zur Vorbereitung des Gastspiels des BPhO 
derzeit in London auf. Hier verkehrte sie in der Emigrantenszene, wie die 
Namen Alice Ehlers, Rose Walter, (Ernst) Toch und Paul Hirsch besagen. 

Ihr Brief verrät den verbreiteten Irrtum über Hitler; Judenverfolgung 
war gewiß keine Nebenerscheinung. In einem Schreiben an den "Daily 
Telegraph" vom gleichen Datum wies Sir Thomas Beecham darauf hin, 
daß alle Juden sich noch im Berliner Orchester befänden. 

22. Februar 1934, Verteidigung: 

"Mein Sekretariat im Zusammenhang mit dem Philharmonischen 
Orchester bearbeitet seit den 12 Jahren, die ich an der Spitze des 
Orchesters stehe, Fräulein Dr. Geissmar, die infolge ihrer persönlichen 
Kenntnis der europäischen Musikzentren (wie auch derjenigen Amerikas) 
und ihrer Sprachkenntnisse für diese Arbeit prädestiniert erscheint. Ihrer 
Mitarbeit verdankt das Orchester die reibungslose und zugleich billige 
Durchführung der Reisen im In- und Auslande, die seit dem Kriege in 
immer steigendem Ausmaße ausgedehnt wurden. Es ist durch die 
Arbeitskraft von Fräulein Dr. Geissmar seinerzeit gelungen, ohne die 
damals allerseits üblichen 5- oder gar 10%igen Zahlungen an 
Konzertdirektionen u. s. w. aus dem Nichts heraus in wenigen Jahren die 
Organisation dieser Reisen zu schaffen. Alle Angebote nach dem Kriege 
aus der Schweiz, England, Frankreich, Belgien und Italien sind ohne jede 
Vermittlung direkt durch Fräulein Dr. Geissmar an das Orchester gelangt. 
Ich halte daher ihre Mitarbeit auch fernerhin für die Durchführung unserer 
Reisen für das Gegebene" (Furtwängler, Denkschrift zum Gutachten des 
Reichssparkommissars, 22/11/34. Quelle: BAR 55/ 1148. Blatt 158). 

Der Reichssparkommissar hatte versucht, Frau Dr. Geissmar im 
Umweg über den Etat zu eliminieren. Das Ministerium weigerte sich dann 
auch, die Jüdin aus dem Etat des Reichsorchesters bezahlen zu lassen, 
sodaß Furtwängler sie auf eigene Rechnung weiterbeschäftigte. 

5. April 1934, Empfehlung: 

"Fräulein Dr Geissmar, die Sekretärin von Herrn Staatsrat Professor 

Dr. Furtwängler, reist nach Rom, um dort die Vorbereitungen für die 


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Konzerte des Herrn Professor Dr. Furtwängler zu treffen. Ich darf Fräulein 
Dr. Geissmar angelegentlich empfehlen" (Auswärtiges Amt, Stieve, an 
Deutsche Botschaft in Rom, Botschafter von Hassell, 5/1IV/34. Quelle: PAA, 
Akten der Botschaft Rom, Paket 1338 b, KW 15, Band 9). 

3. April 1935, Politik: 

"(...) Das ist die Person meiner früheren Sekretärin, Fräulein Dr. 
Geismer. Über ihre Tüchtigkeit besteht kein Zweifel. Und die Angriffe, die 
gelegentlich gegen sie gerichtet wurden, noch zuletzt solche von seiten 
der Musikkammer, bezogen sich auf Dinge, die mir belanglos und nicht 
besonders relevant erschienen. Ich habe mich aber jetzt, als ich den 
Dingen mehr nachgegangen bin, davon überzeugen müssen, dass 
tatsächlich in dem Wirken von Frl. Dr. Geismer, das ich in seinem ganzen 
Umfange bisher keineswegs übersah, einer der Hauptgründe zu dem 
herrschenden Mißtrauen gegen mich zu suchen ist. Ich möchte deshalb 
hiermit in aller Form erklären, dass ich für das, was Frl. Dr. Geismer, 
seitdem ich mit dem nationalsozialistischen Deutschland in Konflikt 
gekommen bin, hinter meinem Rücken erklärt hat, in keiner Weise 
verantwortlich gemacht werden kann. Wenn etwa bei der Besprechung 
über eine Teilnahme des Philharmonischen Orchesters unter meiner 
Leitung am letzten Parteitag in Nürnberg von meiner Seite meine 
Bereitwilligkeit zu dirigieren sofort ausgesprochen wurde, zugleich aber als 
für das künstlerische Gesamtwirken des Orchesters (Verantwortlicher) 
darauf aufmerksam machen musste - daß eine allzu große parteiamtliche 
Abstempelung des Orchesters dessen künstlerischer Mission im Ausland 
vielleicht abträglich sein könnte, worauf der Führer (wie er mir einige Zeit 
später in der Premiere des >Tannhäuser< in der Reichsoper noch einmal 
persönlich bestätigte) in liebenswürdigster Weise von einer solchen 
Mitwirkung Abstand nahm - wenn sich zu gleicher Zeit Frl. Dr. Geismer in 
telefonischen und persönlichen Bemerkungen hinter meinem Rücken 
ausserte: Ich dächte nicht entfernt daran, nur dafür zu dirigieren, und es 
wäre eine Zumutung für mich usw., so ist das ein Verhalten, für das ich 
persönlich jede Verantwortung ablehne und das geeignet ist, mich in den 
Verdacht der Unaufrichtigkeit und Doppelzüngigkeit zu bringen. In dieser 
Art aber bewegte sich, ohne dass ich es wußte, ein großer Teil ihrer 
Bemerkungen (...)" (Briefentwurf ohne Adressaten, Typoskript, 3/1V/35. 
Fehler im Original. Quelle: NL Furtwängler). 

An diesem Punkt muß Frau Geissmar die Emigration Furtwänglers 
angezielt haben; hätte sie die NS-Führung mißtrauisch machen können, 
was die Loyalität des Musikers anging, wäre dies wohl gelungen. Daher 
verbreitete sie auch die Nachricht, er habe die Absicht zu emigrieren 
geäußert. Dieses alles war keine Unwahrheit, behinderte aber die 
taktischen Schachzüge Furtwänglers. 

Daß der Text je ins Reine geschrieben wurde und den nicht zu 
ermittelnden Adressaten erreichte, ist nicht nachweisbar. 

24. Mai 1936, Denunziation: 

"Ich gebe hiermit zur Kenntnis, daß die der Geheimen Staatspolizei 
bekannte J üdin Frl. Dr. phil Berta Geißmar, wohnhaft Bin. W 35, 
Dörnbergstr. 6, nach Absolvierung einer Ende 1935 angetretenen 














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Auslandsreise beabsichtigt, demnächst wieder deutschen Boden zu 
betreten. Ihre Reiseroute war: Holland, Frankreich (Paris), England 
(London), Amerika (längerer Aufenthalt in New York), Schweiz, Paris und 
wiederum Schweiz (Zürich), wo sie sich augenblicklich aufhält und von wo 
aus die (u. a.) Eingriffe in das Wiener Musikleben erfolgt sein dürften. In 
Amerika verkehrte Frl. Geißmar u. a. "artgemäß" auch bei dem Bankjuden 
Jakob Goldschmidt und im Hause des mit ihr seit vielen Jahren 
befreundeten ausgewiesenen Emigranten Lachmann-Mosse. 

Frl. Geißmar soll jetzt einen "einflußreichen" Posten in England 
angeboten bekommen haben; es dürfte sich hierbei um die Stelle als 
Sekretärin bei dem englischen Dirigenten Thomas Beecham, der einer 
ausländischen Zeitungsmeldung zufolge auch in der kommenden Saison 
das New York Philharmonic Orchestra in New York dirigieren wird, handeln. 

Es ist zu befürchten, daß Frl. G. ihren hiesigen Aufenthalt u. a. auch 
dazu benutzen wird, sich unter Vorheuchelung ihrer "Loyalität" wieder 
Vertrauen beim Büro des Berl. Philharmonischen Orchesters zu 
erschleichen, dabei die Leute dort von der Notwendigkeit ihres 
"wohlwollenden" Einsatzes für das Berl. Philh. Orchester im Ausland zu 
überzeugen und somit Einblick in die vom Orchesterbüro geplanten Dinge 
für die kommende Saison zu gewinnen, um etwaige schon festgesetzte 
Auslandsreisen des Orchesters später nach Lust und Laune sabotieren zu 
können. 

Es dürfte Frl. G. auch nicht schwer fallen, die für ihre Zwecke 
erforderlichen Informationen zu erhalten, da sie ja im Orchesterbüro noch 
alte Anhänger hat, die ihr (G.) Schicksal bemitleiden und davon überzeugt 
sind, daß das Orchester ohne die G. einfach nicht existieren kann. 

* 

Bedauerlich und zugleich bezeichnend ist auch, daß 
Generalintendant Tietjen große Sympathien zu Frl. G. hegt. Es wird ihr 
dadurch ein Leichtes sein, auch das Solopersonal der Staatsoper durch 
von ihr vermittelte Engagements nach London, Paris, Wien, New York, in 
die Finger zu bekommen, natürlich nicht, wie vorgeschützt wird, um sich 
für die Verbreitung der deutschen Kunst im Ausland einzusetzen und 
>außenpolitisch< gesehen, günstig zu wirken, sondern 
1. um deutsche Künstler als Objekte für ihre jüdische Geschäftemacherei 
und Politik an sich zu binden; 

2. um die in die Schlinge gehenden Künstler von der Gunst des 
Weltjudentums im Auslande abhängig zu machen und 

3. die Mitwirkung deutscher Künstler bei im Ausland stattfindenden unter 
jüdischer Machenschaft stehenden Veranstaltungen zu sichern, was 

4. zugleich politisch als >Verbundenheit der Exponenten der deutschen 
Kunst mit dem J udentum< ausgewertet wird; 

5. um schließlich den Geist der sensiblen Künstler, die meist sehr 
schwachen Charakter haben, systematisch zu vergiften und damit in 
Einklang mit den Klerikalen und der Reaktion die Kulturpolitik des Führers 
zu sabotieren. 

An der Staatsoper suchte Frl. G. schon 1934 ihre Loyalität damit zu 
begründen, daß sie vorgab, für Herrn Göring im Ausland infolge ihrer 


G 2090 





persönlichen Sympathiebekundungen für ihn deutschfeindlich eingestellten 
Personen gegenüber sehr viel Gutes getan zu haben. 

Ich halte es für meine Pflicht, von Vorstehendem Kenntnis zu geben" 
(Vertraulicher Bericht von Pg. Maria Zinkler, handschriftlich, ohne 
Adressat, 25/V/36. Quelle: BA Namensakte Furtwängler). 

Frau Zinkler war derzeit Sekretärin in der Abt. Presse des RMVP. Ihr 
Dienstherr Ministerialrat Berndt reichte die Denunziation an die RKK 
weiter; Abteilungsleiter Walter Owens informierte die Gestapo. Die 
Angeberin konnte recht genaue Informationen über die Bewegungen von 
Frau Dr. Geißmar dienstlich vom SD beziehen; der Rest ist Phantasie des 
üblichen NS-Verfolgungswahns. Mit Künstlervermittlung war die 
Denunzierte nie befaßt. 

2. Dezember 1936: 

"(...) Im uebrigen koennte ich mir denken, dass Sie durch die 
neusten Verordnungen nicht gerade erleichtert in Ihren Entschluessen 
sind. Unsere Heimat begiebt sich allmaehlich aller normalen Gesetze. 
Nachdem das freie natuerliche Spiel von Angebot und Nachfrage erstickt 
ist, wird nun die oeffentliche Meinung, soweit sie überhaupt noch bestand, 
ignoriert. Jemand wie Sie hat sein Publikum, aber sonst... es wird hier 
sehr viel ueber diese Dinge gesprochen und niemand versteht, dass sich 
die grossen Leute nicht dazu aeussern. (Natürlich ist das nicht so leicht 
wie man denkt) 

Ich muss Ihnen wieder sagen, dass es fuer mich eine grosse 
Erschwerung ist, dass Sie so wenig auf alles, was ich Ihnen so mitteile, 
reagieren. Ich kann mir sehr gut denken, dass Sie vorsichtig sein wollen. 

(...) Jede Anerkennung macht mich einesteils wuetend wegen Ihnen. 
Und meine Deutschlandreise war eine Marter in dieser Hinsicht. Was Sie 
natuerlich wieder nicht verstehen wollen. Sie machen sich eben doch nicht 
klar, wieviel Demuetigungen ich seit 33 nur mit Ruecksicht auf Sie 
geschluckt habe, und wieviel sich davon so in mich gewuehlt hat. (...)" 
(Dr. Geissmar an Furtwängler, London, 2. Dezember 1936. Quelle: NL 
Furtwängler). 

Frau Dr. Geissmar arbeitete von London aus noch weiter für 
Furtwängler, lieferte ihm Informationen zum internatonalen Musikbetrieb 
und arrangierte Gastspieldetails; politisch war sie seine Kontaktperson zu 
deutschen Musikemigranten. 

15. Juni 1936, Emigrantenschicksal: 

"(...) Aber was nutzt mich das, wenn ich ahnungslos das 
Orpheusplakat haengen sehe, und erst aus dem Plakat ersehe, dass man 
da >The blue Danube< dran gehängt hat. Wegen dem russischen Ballett 
anscheinend. aber das ist doch eine wahnsinnige Geschmacklosigkeit und 
ich kriege das nicht bei Zeit zu wissen. Weil sich scheints keiner was denkt 
dabei. Das ist dann wieder mir unbegreiflich und genügt, um mich völlig 
verlassen und einsam fühlen zu lasen. Und man wird immer ein Fremdling 
bleiben. (...)" (Dr. Geissmar an Furtwängler, 15/V1/37. Fehler im Original. 
Quelle: NL Furtwängler). 

Es ging um eine Gluck-Aufführung in Covent Garden, die mit einem 
Straußwalzer gekoppelt war; diese Art Ästhetik mußte der in Deutschland 


G 2091 





üblichen Trennung der Kategorien in die Quere kommen. 


Geschichtsfälschung |, 1970: 

"(...) Daß Beecham seinerzeit die Sekretärin Furtwänglers angestellt 
hatte. als dieser sie als Jüdin entließ, war bekannt" (Grete Busch: Fritz 
Busch. Dirigent. Frankfurt a. M., 1970. S. 282). 

Es ist eine besonders widerwärtige Fälschung, dieses als bekannt 
auszugeben. Tatsächlich verlor Frau Geißmar die Mitgliedschaft der RKK; 
sie konnte also im Reich ihren Beruf nicht mehr ausüben. Mit Furtwängler 
hat das kein bißchen zu tun. 

Geschichtsfälschung II, 1985: 

"(...) Prinz August Wilhelm von Preußen, Präsident der >Deutschen 
Kunstgesellschaft<, schrieb seinem Geschäftsführer: >Endlich ist es uns 
gelungen, Furtwängler von der Juden-Sau zu befreien!<" (Berndt W. 
Wessling: Furtwängler - eine kritische Biographie. Stuttgart, 1985. S. 21. 
Zitat in Herbert Haffner: Furtwängler. Berlin, 2003. S. 204). 

Vielschreiber Wessling, schon zu Lebzeiten als hemmungsloser 
Betrüger überführt, hat Zitate oft frei erfunden; der Judensau-Ausspruch 
ziert, gegen Tucholsky gerichtet, auch seine Tucholsky-Biographie (1985), 
Quellenangabe: "Stürmer", 20. April 1936. Unter diesem Datum erschien 
keine "Stürmer"-Ausgabe! (Vgl. Tante Julchen und der "Stürmer". DER 
SPIEGEL 38/1989. S. 227). 

"Kulturpublizist" Haffner tritt eilfertig und ohne zu verifizieren die 
erfundene "Judensau" breit, sodaß den braunen Kaisersohn erst recht 
auch diese Schande noch treffe. Übrigens setzte das RMVP der Deutschen 
Kunstgesellschaft schon zum 1/VII/34 ein Ende; der Präsident nebst 
Geschäftsführer entfiel also. Paßentzug durch die Gestapo mit versuchter 
Erpressung vom 10/IIl/35 hinderte Frau Geissmar monatelang daran, 
Deutschland zu verlassen. Sie kümmerte sich - mit Genehmigung Hinkels 
- noch weiter um die Ordnung von Furtwänglers Angelegenheiten, nun 
wieder in Berlin, und arbeitete ihre Nachfolgerin ein, erhielt einen neuen 
Paß und reiste im Dezember 1935 zunächst in die USA ab. 

Information: Vgl. Berta Geissmar: Musik im Schatten der Politik 


(Zürich, *1985; Neudruck Köln, 1996). 


Geistfeld, Fritz (Friedrich Wilhelm) 

Bremen, 2. Januar 1891 - Bochum, 1. März 1956. 
Orchestermusiker in Bochum, 1. Bratschist im Städt. Orchester, auch 
Orchestervorstand. Kammermusiker, Mitglied des Häusler-Quartetts 
(Städt. Streichquartett). 

Nach 1945 weiterhin in Bochum. 


NSDAP seit 1/XI/32, Nr 1.354.057. 1934 Leiter der Ortsmusikerschaft 
Bochum der RMK; 1935 Vertrauensmann der RMK, 1936-45 zunächst 
ehrenamtl., dann hauptamtl. Landesleiter der RMK Gau XXX Westfalen- 
Süd. 


G 2092 





Geitner, Otto 
Wien, 19. Juni 1900 - Wien, 28. Februar 1972. 

Sohn eines Chor- und Orchesterleiters; Klavierhumorist in Wien, 
Alleinunterhalter in Hotels und Revuetheatern, er trat z. B. 1933 dort in 
der "Oase" auf. 

Nach 1945 weiterhin in Wien. 
Werke: Operetten; U-Musik, so Wienerlieder für Schrammelquartett; 
Tanzmusik wie der Tango "Bitte küß mich auf Russisch" (1935) oder der 
langsame Walzer "Du bist verliebt" (1940); Schlager, zumeist bei Astoria 
und Doblinger, Wien, verlegt. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Fantasie über Leo Hans Mayrhofers Kampflieder aus der Ostmark (RS 
Wien, 5/1/39). 

Information: LÖUM. 


Gelbke, Johannes 
1845 - 1903 


Op. 16 Nr. 1. Heimkehr: Horch, die alten Eichen rauschen (T: E. 
Schimpke). MCh (1934; RS Hamburg/ RSdg des Hafenkonzerts, *30/1/38, 
29/V/38) [Eu]. Für Posaunenchor: Hans Sieg (1935) [RN]. 

Eine Wiederveröffentlichung wegen politischer Aktualität. 


Gelhausen geb. Müller, Käthe (Katharina) 
Osnabrück, 6. August 1892 - Essen, 17. Februar 1981. 
Einsenderin in Essen-Bredeney, Ehefrau eines J ustizinspektors. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Schlageter-Lied, onA, im Juni 1933 dem RMVP angeboten (Quelle: BAR 
55/ 1159). 


Gell, du hast mein Sohn gere? sät die alte Schwieger. Volkslied 
aus Hatzfeld, gedruckt bei Johannes Künzig, "Volkslieder aus dem 
rumänischen Banat" (1934). 

In: 
Lieder unseres Volkes (1943). 


Geller sen., Leopold 
Gießen, 11. Mai 1863 - Groß-Gerau, 7. April 1954. 
Sohn eines Musiklehrers; Schüler von Iwan Knorr, Musikpädagoge in 
Gießen, Schulgesangslehrer und Chordirigent, auch für den Deutschen 
Arbeitersängerbund. Musik-Oberlehrer. Später i. R. in Büdingen (Hessen). 
Nach 1945 weiterhin in Büdingen, seit 2/VI/49 in Darmstadt, zuletzt 


G 2093 





ab 24/XI1/51 in Groß-Gerau. 
Werke: u. a. viele Männerchöre, so "An das Vaterland", einstimmig mit 
Orchester; Bearbeitungen. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Hitler-Marsch (Werag, *27/V/33, Funkblasorchester, Dgt. O. J. Kühn, 6/ 
V11/33, MZ der SA-Standarte 58 Essen, Dgt. MD Wintzinger). 

Information: DML, FA, KDMK (keine Todesmeldung), LdCh (weder 
Information nach 1928 noch Todesmeldung). Der Magistrat Groß-Gerau 
(26/V/98) konnte Geller im Melderegister einschließlich Altkartei angeblich 
nicht ermitteln. Den Todesfall beurkundete das Standesamt Groß-Gerau, 
Nr. 41/1954. 


Gellert, Bruno 
Breslau, 25. Mai 1878 - ? 
Kapellmeister und Bearbeiter in Berlin. 
Werke: für Orchester Sinfonietta, Suite; U-Musik. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Sieg Heil: Sieg-Heil! Mein deutsches Vaterland! Die Knechtschaft ist 
vorbei (T: A. Fr. Graf von Schulenburg). Marsch und Lied im Trio, dieses 
nach einer Melodie von F. Pacius (FSt. Berlin, 3/1X/33). 

Textprobe (2. Strophe): 

"Sieg-Heil! Mein deutsches Vaterland! 
Es grüßt vom Flaggenmast 
das Banner, das uns neu erstand, 
das nur der Neiding haßt! 
Die hehre Siegesrune, 
Vorväter Heiligtum 
mit unsrer Flagge schwarzweißrot, 
die uns geführt zum Ruhm". 

In: 

Unsre Fahne flattert uns voran (1934). 

Information: FA. Nicht (mehr) im DMK 1942. Keine Nachricht beim 
Landeseinwohneramt Berlin (März 2004). 


Gellert, Friedrich 

Heidelberg, 26. Mai 1874 - Heidelberg, 7. April 1953. 
Sohn eines Musiklehrers; Schüler von J. Rheinberger und L. Thuille, 
Komponist und Musikdirektor in Mannheim, Kirchenchorleiter an der 
Johanniskirche, Dirigent des MGV "Liederhalle", des Gesangvereins "Flora" 
und des GV "Harmonie" Lindenhof. 
Werke: mehrere Operetten, so "Liebe kleine Gret" (Mannheim, 
14/1V/42); Weihnachtsspiel; gemischte und Männerchöre. 


NSDAP seit 1/1V/40, Nr. 7.968.890, auf Antrag vom 10/111/40. 


G 2094 





Kreischorleiter des DSB Mannheim. 
Deutsches Glockenlied (T: Friedrich Hupp), für MCh, Kinderstimmen, 
Orchester, Orgel und Glocken (1934) [FM]. 
Arbeitssegen: Senke dich auf unsre Hände (T: J. Ritzel), für MCh mit 
Knaben- oder auch FrCh a cappella/ mit diversen 
Instrumentalbegleitungen (1935) [Hl]. 
Ich glaube an die deutsche Mutter (T: Paul Stölzel). MCh (1936; u. a. 
Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB) [Hl. 
Textprobe: 

a4) 

die mich geboren hat. 

Ich glaube an den deutschen Bauern, 

der die Scholle bricht für sein Volk. 

Ich glaube an den deutschen Arbeiter, 

der das Werk schafft für sein Volk. 

Ich glaube an die Toten, 

die ihr Leben gaben für ihr Volk! 

Denn mein Gott ist mein Volk! 

Ich glaube an Deutschland!" 
Anruf des Führers: Immer wenn wir zusammenstehen (T: H. Böhme), 
für MCh, Kinder- bzw. Frauenstimmen mit je 2 Trompeten, Hörnern, 
Posaunen, Tuba und Schlagzeug (1938; Mannheim, *30/1/39, *30/1/41) 
[H]. 
Reiters Morgengesang: Morgenrot, Morgenrot, leuchtest mir (T: W. 
Hauff). Volksweise. Für 4stimm. MCh mit 2 Trompeten/ 2 Hörnern: F. 
Gellert (1938) [H]. 
Deutsches Marschlied (RS Köln, 29/V/39). 

Information: DML, FA (Geburtsdatum: 6/V/74), LdCh (Geburtsdatum: 

6/V). 


Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist (T: M. 
Luther, Str. 2-7). Kirchenlied, vorreformatorisch, Wittenberg, 1524. 
In: 
Heidelberger Kurrende der Hitlerjugend 1 (1933); Das Männerlied (1934); 
Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Evangelisches 
Feldgesangbuch (1939, 1940). 


Gelöbnis = Treu bis zur letzten Stunde 
Gelöbnis an Albert Leo Schlageter = Senk die Fahnen vor 
dem Toten 


Gelöbnis an Hindenburg = Hindenburg, wir nahn 


G 2095 





Gelöbnis! Unserem Führer Adolf Hitler = Wir tragen all' das 
Hakenkreuz 


Gelobt sei der Herr Jesu Christ, der für uns am Kreuze gestorben 
ist. Volkslied aus Lothringen. 
In: 
Das Männerlied (1934). 


Gelübde = Ich hab mich ergeben 


Gelübde = Es sei mein Herz und Blut geweiht 


Genenger, Emil 
Blankenheim/ Ahr, 4. Mai 1901 - Bonn, 11. Juli 1977. 
Konzertsänger (Baßbariton) und Musikpädagoge, zunächst in Beuel; 
Lehrer am Ziskoven-Konservatorium in Bonn, Korrespondent des 
"Westdeutschen Beobachters", dann der "Düsseldorfer Nachrichten". Ab 
1940 in Aachen Lehrer an der Kirchenmusikschule Gregoriushaus. 
Nach 1945 zuletzt i. R. in Bonn. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 2.119.066. Musikreferent der NSG "Kraft durch 
Freude" Bonn; 1934 Leiter der Kreismusikerschaft Bonn-Euskirchen 
(RMK), 1935 der Ortsmusikerschaft. 


General Laudon rückt an: Mit hunderttausend Mann rückt General 
Laudon an. Scherzlied. 
In: 
RJF, Musikblätter der HJ) 31/32 (1935); RJF, Liederblatt der HJ 32 (1936); 
Die Fahrt (1937); Der Kilometerstein (?1937); Lied über Deutschland 3 
(1940); Lied über Deutschland (?1941); Im gleichen Schritt und Tritt 
(1941); RJF, Unser Liederbuch (61941); Hellau! (1942). 

Der Titel verspottet den österreichischen Feldmarschall Gideon 
Freiherr von Laudon (1717-1790), der Friedrich II. in Schlesien schwer zu 
schaffen machte und bei Kunersdorf, Landeshut und in Schweidnitz siegte. 


Genger, (August) Wilhelm 
Hannover, 16. August 1888 - Großburgwedel, 31. Mai 1967. 
Geiger, auch Pianist, seit 3/X1/25 zeitweise in Großburgwedel, dann 
weiterhin in Hannover im Niedersachsen-Orchester Hannover. 
Seit Oktober 1945 in Burgdorf, zuletzt i. R. in Großburgwedel. 


NSDAP seit 1/V/33, Nr. 3.313.144. 
Fahnen heraus! Marsch (Norag, 17/VI1/33; Rundfunkorchester 


G 2096 





Hannover, Dgt. Ebel von Sosen). 


Genschmer, Alfred 


Militärmusiker; 1935-38 an der Musikhochschule Berlin ausgebildet, Leiter 
des MK der Luftnachrichten-Lehrabteilung Greifswald, ab 1/VI11/38 MM, 
zum 1/X/42 OMM. 


Wartheland. Marsch (Westerland, 1941, Promenadenkonzert des MK 
eines Seefliegerhorstes). 


Gensel, Charlotte (Emilie Emma) 
Erfurt, 4. Februar 1900 - Berlin-Charlottenburg, 15. März 1935. 
Tochter eines Kaufmanns und Stadtrats in Erfurt. Gelegenheits- 
Komponistin. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Auf Wacht vor Narvik: Es zieht ein Geschwader Kurs Narvik hinaus (T: 
Matrose Walter Lorenzen). Kriegslied. 
Textprobe (3. Strophe): 
"Getreu unserm Eide für Führer und Reich 
entspann sich ein Kampf, 
einem Erdbeben gleich. 
Es zieht durch die Lüfte, es donnert 
und kracht, 

wir halten von Sylt bis Narvik die Wacht". 
In: 
Blaujacken-Lieder (1941). 
Wenn die Heimatwimpel wehen: Oben blaue Himmelsbreiten (T: Hans 
Waldhausen). 
In: 
Blaujacken-Lieder (1941). 
Die blaue Kluft: Blaue Jungs, blaue J ungs (T: Matrosen-Gefreiter Fritz 
Schütte). Bearbeitung nach Ch. Gensel. 
In: 
Blaujacken-Lieder (1941). 
Unsere Seemannsbräute: Wir sind die blauen Jungens (T: Matrosen- 
Gefreiter Fritz Schütte). 
In: 
Blaujacken-Lieder (1941). 
Die Trommeln: Hört ihr die Trommeln tönen, dich, Deutschland rufen sie 
(T: Fw G. Eulenberger). 
In: 
Volk in Waffen (1941). 
Morgenlied: Und wir marschieren vor Tau und Tag (T: Walter Beck). 


G 2097 





In: 
Volk in Waffen (1941). 
So will es der Marschall: Viel tausend Vögel fliegen ins weite Blau mit 
Lust (T: Fritz Helbig und Horst Siegel). 
In: 
Volk in Waffen (1941). 
Dein Bild: Ich stehe im Stahlhelm unter Gewehr (T: Rudolf Lamoller). 
In: 
Volk in Waffen (1941). 
Renate: Des Morgens, wenn ich früh aufsteh (T: G. Eulenberger). 
Kriegslied. 
Modell für das Lied war die 17jährige Renate, die in Erfurt am 20/II/ 
25 geborene Nichte von Charlotte Gensel, Tochter ihres Bruders, des 
Pianisten und Kaufmanns Walter Gensel, geb. zu Erfurt, 29/V/96. 
Textprobe (4. Strophe): 
"Und stürmen wir in dunkler Nacht, 
wenn nirgendwo ein Sternlein lacht, 
wenn dumpf Kanonendonner brüllt, 
schwebt mir voran dein liebes Bild, 
dann denk ich dein, schwarzlockig Kind, 
daß du mich liebst, Renate!" 
In: 
Landser-Lieder (1942). 

Information: Laut Stadt-und Verwaltungsarchiv Erfurt (24/IX/98) 
Verbleib unbekannt. Das Standesamt Erfurt (29/VI/99) meldete das 
Ableben von Frau Gensel 1935 in Berlin-Charlottenburg (3725/1935). Das 
spätere Oeuvre widerspricht dem. Da Rückmeldungen über das Ableben in 
Geburtseinträgen handschriftlich notiert sind, muß es sich um einen 
Schreib- oder Lesefehler handeln, falls man nicht unterstellen möchte, der 
musikalische Bruder habe in Absprache mit G. Pallmann den Namen 
seiner Schwester Charlotte postum als Pseudonym benutzt. 


Gensichen, Paul Martin 
Luckau/ Niederlausitz, 12. November 1916 - Stalingrad (UdSSR), 21. 
Januar 1943 (im Fronteinsatz vermißt; Todeserklärung vom AG Berlin- 
Schöneberg, 20/VI11/92, zum 31/X11/45). 
Sohn eines Pastors; Komponist, Organist, Chorleiter und Pianist in Berlin- 
Charlottenburg. Im Krieg zur Wehrmacht einberufen und zuletzt in 
Stalingrad eingesetzt. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Militär-Marsch 1941 (Eckart-Marsch). Für LW-Musik: E. Gutzeit (1942) 
[PB]. 

Information: Das mitgeteilte Todesdatum stammt vom Deutschen 
Roten Kreuz. 


G 2098 





Genzmer, Harald 

Blumenthal bei Bremen, 9. Februar 1909 - ? 
Sohn eines Juristen und Altgermanisten; Musikpädagoge, Schüler von H. 
Stephani und P. Hindemith, Kapellmeister und Komponist. 1934-37 
Korrepetitor am Opernhaus Breslau, 1938 in Berlin-Charlottenburg, Lehrer 
am Klindworth-Scharwenka-Konservatorium, auch mit Laienmusik an der 
Volksmusikschule Berlin-Neukölln befaßt. 1942/43 waren seine Einnahmen 
aus "ernsten Konzerten" auf 2.670,08 RM zurückgegangen; deswegen 
erhielt er 2.000 RM aus dem Staatszuschuß für E-Komponisten. 

Nach 1945 auf der "Schwarzen Liste" der US-Militärregierung. 
Anfangs und bis August 1947 auch für den Rundfunk der SBZ gesperrt. 
1946 Professor für Komposition an der Musikhochschule Freiburg i. Br., 
1957-75 an der Akademie der Tonkunst in München, dann i. R. 
Einzelmitglied des Dt. Musikrats und Mitglied von dessen Ehrenrat, seit 
1964 Mitglied der Akademie der Künste Berlin. Wohnsitz (Stand: Oktober 
2003): 81679 M, Eisensteinstr. 10. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 


1935 
Musik für Trautonium und Blasorchester (Berlin, 28/X1/35, bei der 
Reichstagung der Musikmeister des Heeres). 


1936 
Der Läufer (T: Paul Schmidtmann). Kantate für S, Bar, gr. Chor und 
Orchester (1936; Bronzemedaille im Olympia-Wettbewerb). 


1938 
Musik zu Thyl Ulenspiegel nach Charles de Coster, Szenen für den 
Rundfunk von Erwin P. Close (RS Breslau, 18/1/38). 


1939 
16. Oktober 1939: 
Das 2. Konzert des Philharmon. Staatsorchesters Hamburg, Dot. E. 
Jochum, bietet die Orchester-Suite von Genzmer (UA). 


1940 
Musik für Luftwaffenorchester (Fliegermusik) in 3 Sätzen: Aufklang - 
Heldenfeier - Stürmischer Flug. Auftrag des RLM (1940; UA: Berlin, 26/1V/ 
40, Dgt. H. F. Husadel; München, 22/X/41, Vorführung neuer 
Luftwaffenmusik, Gemeinschaftsveranstaltung von LW und NSG "Kraft 
durch Freude") [K&S]. 
7. Dezember 1940, Bericht: 

"(...) die beiden letzten Sätze aus der dreisätzigen >Fliegermusik< 
von Harald Genzmer, dessen Aufgeschlossenheit gegenüber neuen 
Klangmöglichkeiten u. a. in seinen Kompositionen für Trautonium zutage 
tritt. Der Trauermarsch der >Heldenfeier<, mit sparsamen Mitteln in 
ergreifender Verinnerlichung gestaltet, wurde hier im Sinne eines wahrhaft 


G 2092 





heldischen Ethos im Gegensatz zu üblichen >Effekten< herausgearbeitet. 
Es folgte der 3. Satz, >Stürmischer Flug<, der sich von der 
klangmalerischen Motorik eines Höffer fernhält, dafür aber den 
Husarengeist der Fliegertruppe zum Ausdruck bringt" (Georg Kandler: Eine 
Vorführung der neuen Luftwaffenmusik vor der Musikfachpresse. "DMMZ" 
LXI1/49, 7/X11/40. S. 434). 


1941 

13. März 1941: 

Der 2. zeitgenöss. Abend der Gewandhauskonzerte zu Leipzig, Dgt. 
H. Abendroth, bietet - erstmals - die Konzert-Suite für gr. Orchester von 
Genzmer. 
8. Oktober 1941: 

In der Sendereihe "Musik aus deutschen Landen" bietet das Gr. 
Berliner Rundfunkorchester, Dgt. Schulz-Dornburg, die Musik für 
Trautonium und Blasorchester von Genzmer (UA). Solist: Oskar Sala. 


1942 

8. Oktober 1942: 

Das BPhO, Dgt. Eugen Jochum, bietet u. a. - erstmals - Genzmers 
"Symphonische Musik". 
6. Dezember 1942: 

Das 3. Sinfoniekonzert der Hansestadt Danzig, Dgt. K. Tutein, bietet 
- erstmals - das Konzert für Trautonium und Orchester von Genzmer; 
Solist: O. Sala. 


1943 
Konzertsuite (Berlin, 1943, im 3. Sinfoniekonzert des StabsMK des SS- 
Führungshauptamtes, Dgt. SS-Obersturmbannführer Franz Schmidt). 
6. Mai 1943: 
Das 10. Hauptkonzert der Stadt Gelsenkirchen, Dgt. Hero Folkerts, 
bietet - erstmals - das Trautonium-Konzert von Genzmer; Solist: Oskar 
Sala. 


Rückblick, etwas geschönt, 1963: 

"20 Jahre später habe ich erfahren, daß sich ohne mein Wissen 1940 
bzw. 41 Eugen Jochum u. möglicherweise C. Schuricht eingesetzt haben; 
beide haben damals trotz der Schwierigkeiten, die es damit gab, Werke 
von mir in der Berl. Philh. aufgeführt. (auch H. Rosbaud in Straßburg) Als 
die Angriffe einmal sehr heftig wurden (38, 39) und ich buchstäblich kaum 
wußte, wovon leben, half mir - Sie werden überrascht sein! - auf eine 
sozusagen unsichtbare Art kein anderer als Willi Stech, indem er mir 
Instrumentationen (meist mit Trautonium) für die U-Abtlg. des Funks gab. 
Wer diese Zeit kennt und weiß, daß damals Presseangriffe f. den 
Betroffenen einfach eine Existenzfrage bedeuteten, kann beurteilen, was 
eine solche Hilfe für einen jungen Menschen wie mich bedeutete, zumal 
Stech genau wußte, worum es bei mir ging" (Harald Genzmer an Fred K. 
Prieberg, 23/11/63). 


G 2100 





Die Presse war auch damals nie einer Meinung; ein Verriß konnte 
daher vielleicht empfehlend wirken; zudem stand Genzmer als 
Musikpädagoge in Lohn und Brot. Der Reichsrundfunk setzte regelmäßig 
Trautoniumstücke von ihm ins Programm, da sich Dr. Goebbels für die 
"elektrische Musik" tätig interessierte. 

Information: FA (Nachtrag, ohne Geburtsdatum), MM2, KDMK (Die 
oben angegebenen Titel fehlen im Werkverzeichnis), RML, LdCh, MGG, 
LdBl. 


Georg von Frundsberg führt uns an (T: 1568 gedruckt bei Adam 
Reißner, "Historia Herrn Georgen von Frundsperg"), zur Melodie "Mein 
Fleiß und Müh" (16. Jh). 

Vgl. W. Kutschbach. 

Der Titel feiert den deutschen Landsknechtobersten Georg von 
Frundsberg (1473-1528), der für den Schwäbischen Bund gegen Herzog 
Ulrich kämpfte, dann in Diensten Kaiser Maximilians besonders in Italien - 
Schlacht bei Pavia, 1525 - gegen die Franzosen. 

In: 

Lieder der Pommerschen SA (?1934; Variante: "Görg", nur T, angeblich 
von W. Kutschbach); Wohlauf Kameraden (1934); NSLB, Unser Lied 2 
(21935); Glück ab, Kameraden! (1935; Variante: "Georg von Frundsberg 
von großer Stärk"); RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936; Variante: 
"Görg"); Singende Mannschaft (1940); SS-Liederbuch (91941; Variante 
"Jörg von Frundsberg"; Urheberangabe: Wilhelm Kutschbach); Hellau! 
(1942). 


Georgy, Paul 
Arnstadt/ Thüringen, 23. Dezember 1879 - Ludwigsburg, 4. Januar 

1960. 
Sohn eines Stadtmusikdirektors, mit sechs Brüdern, Militärmusiker; MM 
beim Feldartillerie-Rgt 63 in Frankfurt a. M.-Bockenheim, dann OMM, 1919 
noch an die Brigade-Nachrichten-Abt. 7 der Reichswehr abgegeben, 
jedoch demobilisiert; ab 1927 Kapellmeister im Palmengarten, 
Zoologischen Garten und im Variete im Zentralpalast Frankfurt a. M. 1936 
reaktiviert und StMM beim Trompeterkorps des AR 25 Ludwigsburg. 1941 
mit dem Regiment in der Sowjetunion eingesetzt, 1942 erkrankt und nicht 
mehr frontdienstfähig. Zum 31/111/43 außer Dienst gestellt. 

Nach 1945 Betreuer des Musikvereins Ludwigsburg-Oßweil, zuletzt i. 
R. 


NSDAP seit 1/1V/33, Nr. 1.794.895. 

Standartenweihe. Marsch (Mirag, 25/V111/33, MZ der SA-Standarte 71 
Sondershausen, Dgt. Karl Stork). 

Kampflieder der NSDAP. Marschfolge (RS Frankfurt, 8/VI1/34, MZ der 
RAD-Gruppe 252, Dgt. W. Blum). 

Im grauen Arbeitskleide. Marsch des RAD (RS Stuttgart, 4/V/37). 


G 2101 





Arbeitsdienst am Rhein. Marsch (RS Frankfurt, 15/VI1/37; RS 
Stuttgart, 6/V/38). 
4. Mai 1938: 
Das TrK des AR 25, Dgt. Georgy, bietet im Rundfunk den Marsch 
"Rheinwacht" von F. Henrich (RS Stuttgart, 4/V/38). 
Information: DML. 


Gerber, Rudolf 

Flehingen/ Baden, 15. April 1899 - Göttingen, 6. Mai 1957. 
Dr. phil. Leipzig 1922 (Die Arie in den Opern Adolf Hasses). Habilitation 
Gießen 1928. Musikwissenschaftler, Schüler von H. Abert, zunächst 
Assistent am Musikhistor. Seminar der Universität Berlin, 1928 
Privatdozent an der Universität Gießen, 1932 außerplanmäßiger a. 0. 
Professor, 1933-35 an der Universität Frankfurt a. M., 1938-43 hier auch 
Dozent für Kirchenmusik an der Musikhochschule; 1937-43 planmäßiger 
a.o. Professor für MW an der Universität Gießen, 1943 o. Professor und 
Direktor des Musikwissenschaftlichen Seminars der Universität Göttingen. 
Musikreferent von "Deutsche Literaturzeitung" und "Die Musik". 
Werke: z. B. Biografien über Brahms (Potsdam, 1938) und Gluck 
(Potsdam, 1941). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.863.193, auf Antrag vom 17/X/37. Lektor für 
Musik im ARR; für 1940 und Oktober/November 1942 als wissensch. 
Mitarbeiter der NSDAP-Reichsleitung, Einsatzstab Rosenberg, ins besetzte 
Paris entsandt. 

Die Aufgaben der Musikwissenschaft im Dritten Reich ("ZfM" CI1/5, 
Mai 1935. S. 497-501) (Teilabdruck: Wulf, S. 162-163). 

Gerber spricht sich gegen "wertfreie, autonome" Wissenschaft aus 
und wirbt dafür, daß der "neue Geist" in die Wissenschaft Eingang finde. 
Volkstum und Rasse in der Persönlichkeit und Kunst von Johannes 
Brahms. Beitrag zur Mw. Tagung der Dt. Gesellschaft für 
Musikwissenschaft (Düsseldorf, *26/V/38, zu den Reichsmusiktagen). 
Die Musik der Ostmark ("Zeitschrift für deutsche Geisteswissenschaft" 
2, 1939/40. S. 77-78). 

Zitat: 

"(...) Eine andere Generation bekam am Ende des vergangenen 
Jahrhunderts das Heft in die Hand, deren Wortführer nicht mehr Menschen 
der Ostmark waren, sondern das internationale Judentum, dessen erster 
Hauptvertreter, der tschechische Ghetto-J ude Gustav Mahler, eine Ära des 
außeren und inneren Zerfalls einleitete. (...)". 

3. März 1940: 

Auf Anfrage Dr. Gerigks wegen seines Lexikonprojekts für die Hohe 
Schule der NSDAP teilt Gerber mit, er könne die gesamte evangelische 
Kirchenmusik von Luther bis Bach, die italienische Oper im 18. Jh, das 15. 
Jh ganz und eventuell die gesamte mehrstimmige Musik des Mittelalters 
bearbeiten (Quelle: BA NS 15/ 25). 

Die deutsche Wesensform bei Händel und Gluck ("Deutsche 


G 2102 





Musikkultur" VI/4, Oktober-November 1941). 
16. Dezember 1942: 

Dr. Gerigk teilt dem Aufbauamt der Hohen Schule der NSDAP mit, 
daß Gerber im Auftrag der Hohen Schule Ende Oktober bis Anfang 
November in Paris weilte, um Material zu sammeln für eine umfangreiche 
Untersuchung über den Einfluß deutscher Musiker auf die Musikkultur 
Frankreichs (Quelle: BA NS 15/ 25). 

Information: DML, FA, MM2, KDMK, RML, SML, MGG. 


Gerdes, Curt (Kurt) 

Varel/ Oldenburg, 3. März 1886 - Bremen, 26. September 1944 (durch 
Luftangriff). 
Dr., Schauspieler und Komponist, Intendant des Stadttheaters Altona, dort 
im Januar 1934 "wegen Verletzung seiner Amtspflichten" vom 
Oberbürgermeister seines Amtes enthoben, 1936/37 Intendant des 
Stadttheaters Oberhausen, 1937/38 in Wilhelmshorst Post Michendorf 
freischaffend als Konzertpianist, zuletzt in Bremen Intendant des Bremer 
Staatstheaters. 
Werke: u. a. "Ein Fest auf Haderslevhus", Ballett (Krefeld, 17/X/37); 
"Rama", Oper (Krefeld, 1939); die Burleske "Friede" von Lion 
Feuchtwanger nach Aristophanes . 


NSDAP seit 1/XI1/31, Nr. 797.838. Im Januar 1934 ausgeschlossen, aber 
nach Rehabilitierung wieder aufgenommen. 

Potsdamer Platz: |. B. heute neu! (eigener T). Liedszene, Doppelkanon 
zu je 2 Stimmen [V]. 

In: 

Singend wollen wir marschieren (21936); SS-Liederbuch (1940, 91941). 

Gerdes vertonte Straßenausrufe; die Aufnahme des Stücks in die 
genannten Anthologien erklärt sich daraus, daß sowohl die RAD-Zeitschrift 
"Der Arbeitsmann" wie die SS-Zeitung "Das Schwarze Korps" mit 
ausgerufen werden. 

9. Mai 1939, Bericht: 

"Mit der Bezeichnung der Oper >Rama< als musikalisches Epos 
sucht Kurt Gerdes von vornherein gewisse Einwände gegen sein Werk zu 
entkräften, die sich gegen die breit ausgesponnene Zustandsschilderung 
richten. Ein Führer-und Heldenschicksal, wie es dem Dichterkomponisten 
vorschwebt, entspricht kaum dem dramatischen Gesetz, das Kampf, Sieg 
oder Untergang des handelnden Menschen fordert. 

Nur Rama, seine Frau Sita, sein Bruder und der Chor singen, alle 
anderen Rollen werden von Schauspielern gesprochen. Die Musik ist von 
einer gewollten Primitivität im Harmonischen, Rhythmischen und 
Instrumentalen, die dem Laienspiel auffallend nah erscheint. Kurt Gerdes 
ist ohne Zweifel ein ideal strebender Musiker, aber er hat sich in eine 
Konstruktion verloren, die wirklichkeits- und theaterfremd zugleich ist. 
(...)" (Friedrich W. Herzog: Kurt Gerdes: "Rama". Opernuraufführung in 
Krefeld. "VB" Nord, Nr. 129, 9/V/39). 


G 2103 





11. Mai 1938, Information: 

"in krefeld sei die oper >rahma< aufgefuehrt worden, es sei 
behauptet worden, der komponist habe ganz besonders den kultischen 
charakter des nationalsozialismus getroffen. der ausdruck >kultisch< darf 
in zusammenhang mit nationalsozialismus nicht gebraucht werden. die 
oper sei ausserdem schlecht und soll nicht besprochen werden" (89. 
Ausrichtung aus der Kulturpressekonferenz, 11/V/38, fernschriftlich. 
Quelle: BA ZSg. 102/62 fol. 1/Sammlung Sänger). 

Festliche Musik für Staats- und Parteifeierlichkeiten. Auftrag von Dr. 
Goebbels (April 1939). 


Gerhard (Pseudonym) = Gerhard Schwarz 


Gerhard, Fritz Christian 
Wuppertal, 2. November 1911 - Wuppertal, 26. Juni 1993. 

Kapellmeister und Musikpädagoge zunächst Ballettrepetitor in Wuppertal, 
dann Solorepetitor in Darmstadt am Hess. Landestheater, zugleich 1. 
Kapellmeister der Freilichtbühne Schloß Buddenburg bei Lünen; 1942 zur 
Wehrmacht einberufen. 

Nach 1945 in Wuppertal, hier seit 1948 Lehrer an der Rudolf- 
Steiner-Schule. Er erhielt 1952 den Wuppertaler Kulturpreis. Seit 1976 i. 
R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne. Jullied. Satz: F. Ch. Gerhard. 
In: 
Tut auf das Tor (1939). 
Müller: Die Flocken wirbeln um und um. Jullied. Satz: F. Ch. Gerhard. 
In: 
Tut auf das Tor (1939). 
Napiersky: In dieser klaren Sternennacht. Jullied. 3stimmig: F. Ch. 
Gerhard. 
In: 
Tut auf das Tor (1939). 
Baumann: Wind vom Acker, Wind vom Korn. Satz: F. Ch. Gerhard. 
In: 
Tut auf das Tor (1939). 
Napiersky: Wir zünden an den Lichterkranz. Jullied. Satz: F. Ch. 
Gerhard. 
In: 
Tut auf das Tor (1939). 
Information: LdCh. 


G 2104 





Gerhardt, Carl (Karl) 

Straßburg, 1. April 1900 - Berlin, 29. April 1945 (durch Kriegsfolge). 
Dr. phil. Kiel 1942 (Die Torgauer Walter-Handschriften). Schüler von H. 
Pfitzner, Musikpädagoge, 1925-26 Chordirektor am Stadttheater 
Würzburg, dann Musiklehrer in Schorndorf, später an den Hermann-Lietz- 
Schulen in Buchenau und auf Spiekeroog. 1934 Organist und Chordirigent 
der Ernst-Moritz-Arndt-Kirche in Berlin-Zehlendorf, bis 1945 auch Lehrer 
an der Kirchenmusikschule Berlin-Spandau. 

Werke: u. a. Bühnenmusik; Orchesterstücke; Kammermusik; Lieder und 
Chöre; geistl. Kantaten. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP und NSLB. 
Valerius: Wir treten zum Beten. Klaviersatz: C. Gerhardt. 
In: 
Kameraden, wir marschieren (1935). 
Bei dem Donner der Kartaunen. Klaviersatz: C. Gerhardt. 
In: 
Kameraden, wir marschieren (1935). 
Pallmann: Frisch auf, edles Soldatenblut. Klaviersatz: C. Gerhardt. 
In: 
Kameraden, wir marschieren (1935). 
Ein schwarzbraunes Mädchen hat ein' Feldjäger lieb. Klaviersatz: C. 
Gerhardt. 
In: 
Kameraden, wir marschieren (1935). 
Flammenlied. Für einen Vokal- und zwei Instrumentalchöre in starker 
Besetzung (1937) [HVA]. 
In: 
Lobeda-Spielblätter 1. 
Flitsch, Flatsch, Flederwisch (T: alter Kinderreim). 
In: 
Der Weihnachtsmann (21940). 
Der Esel, der Esel, wo kommt der Esel her (T: R. Dehme!). 
In: 
Der Weihnachtsmann (21940). 
Der Tod fürs Vaterland: Du kömmst, o Schlacht (T: F. Hölderlin). 
Hymne für zwei Astimmige Chöre (1942; Frankfurt a. M., 6/V/42) [B]. 
s. Jöde, Ruätz. 
Information: FA (ohne Geburtsort), RML, LdCh, MGG. "Die Deutsche 
Jugendmusikbewegung in Dokumenten" (Wolfenbüttel, 1980), S. 1010, 
nennt den Geburtstag 21/IV. 


Gerhardt, Friedrich-Franz Wilhelm 
Penzlin/ Krs. Waren, 10. April 1905 - Rockenhausen/ Ortsteil 
Marienthal, 1. Juni 1996. 
Musikpädagoge, Musikreferent, Organist und Chorleiter in Görlitz, dann in 
Berlin, seit 15/V/40 in Berlin-Charlottenburg. 


G 2105 





Nach 1945 zuletzt in Rockenhausen/ Rheinpfalz 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 4.744.356, auf Antrag vom 7/V1/37. 1939 vom 
Kulturpolit. Archiv als Musiksachbearbeiter des Dt. Volksbildungswerks 
Gau Schlesien vorgeschlagen. 
Dezember 1939: 

Ein Werkkonzert im Rüstungswerk Alkett in Berlin-Borsigwalde, Dgt. 
F. F. Gerhardt, bietet u.a. Bresgens "Festlichen Ruf". 

Information: Nicht im DMK 1942. Das Standesamt Görlitz (25/V/98) 
teilte mit, zu Gerhardt fehle Information in den Personenstandsbüchern, 
doch stände er im Adreßbuch 1934-1939. Das Ratsarchiv Görlitz (31/VIII/ 
99) wie das Bischöfliche Ordinariat Görlitz (27/IX/99) haben keine 
biographischen Daten. 


Gerhardt, Paul 
1607 - 1676 


Geh aus, mein Herz, und suche Freud!' in dieser lieben Sommerzeit (T: 
P. Gerhardt, 1607-1676). Mehrere Vertonungen, so: Augustin Harder 
(1775-1813), W. Hensel. 

In: 

Das Lied des Arbeitsdienstes (1933; nur T, 0onA); Das Lied im Deutschen 
Arbeitsdienst (1937; nur T). 


Gerhardt, Paul 

Leipzig, 10. November 1867 - Zwickau-Oberhohndorf (SBZ), 23. 
September 1946. 
Sohn eines Kaufmanns; Schüler von P Homeyer und S. Jadassohn, 
Kirchenmusiker in Zwickau, 1917 KMD, Komponist und Konzertorganist, 
auch Orgelsachverständiger, wohnhaft in Bockwa, seit 1898 und bis 1933 
Organist der Marienkirche in Zwickau, dann i. R. in Oberhohndorf. 
Werke: vorwiegend geistl. Musik, vor allem für Orgel. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Heldenfeier und Totenklage. Dem gefallenen Helmut Bräutigam 
gewidmet (UA: Zwickau, *14/111/43). 

Information: DNML, DML, FA, MM2, RML, LdCh, MGG. 


Gerheuser, Ludwig 
Ebersberg/ Oberbayern, 6. Februar 1901 - an der Mosel, März 1945 (im 
Fronteinsatz vermißt; Todeserklärung vom AG Bernkastel-Kues zum 
31/X11/45). 
Sohn eines Amtsgerichtsrats; Dr. phil. München 1925 (Jacob Scheiffelhut 
und seine Instrumentalwerke). Schüler von G. Rüdinger und A. 
Sandberger, Musikpädagoge in München, 1925 Lehrer, auch Musikkritiker - 


G 2106 





so ab 1927 der "Bayerischen Radio-Zeitung" - und Musikschriftsteller, 
1929-35 Mitarbeiter des Münchner Senders, wohnhaft in Dachau, danach 
in Nürnberg. 1939-42 bei der Wehrmacht als Reserveoffizier, 
Oberleutnant, erhielt 1940 das EK Il, wegen Kriegsverwundung - 
Erfrierungen - entlassen. 1944 in Traben-Trarbach. 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.027.003. 1919-20 beim Freikorps Schwaben-Epp 
u. a. zu den Spartakistenkämpfen in München, dann im Ruhrgebiet, 
1921-24 bei der Brigade Ehrhard. 1933-35 SA, ferner - als 
Schulungsleiter - beim Sturmbann III der SS-Standarte 34; 1935 
Oberscharführer und Referent im RSHA, 1937 Untersturmführer, 1943 
Hauptsturmführer. 1936/37 Musikreferent der NSKG Gau München- 
Oberbayern. In Himmlers persönlichem Auftrag unterichtete er die SS- 
Lagermannschaft Dachau im Volksliedsingen. 1944 Gauschulungsleiter 
und Leiter der Gauschule der NSDAP des Amtes für Beamte in Traben- 
Trarbach/ Mosel. 

31. März 1933: 

Gerheuser kommentiert die Hausmusikstunde mit Musik für Geige 
und Bratsche (BR, 31/111/33). 

24. Mai 1935: 

Eine Hausmusikstunde des RS München, Leitung Gerheuser, bietet 
leichte Tanzweisen von L. Boccherini für 2 Geigen, Bratsche und 2 Celli 
("Kniegeigen"). Ausführende: Marie von Stubenrauch-Kraus und Regina 
Engelschalk (Violinen), Giacinta della Rocca (Viola), Jelena Pacic-Reichel 
und Leo Pabst (Celli). 

18. September 1935: 

L. Gerheuser überreicht mit Schreiben vom 18/1X/35 dem 
Reichsführer-SS Himmler den ersten Entwurf des von ihm 
zusammengestellten SS-Liederbuchs. 

Wir stehen fest: Nachdem den Sieg wir heimgebracht (T: Edgar Maria 
Mong). SS-Kampflied, ohne Datum, eingesandt an Reichsführer-SS 
Himmler (Quelle: BA NS 19/ 1804). 

Information: DML. 


Gericke, Hermann Peter 
Magdeburg, 3. Juli 1902 - Kassel, 30. Juli 1973. 
Kirchenmusiker, Musikpädagoge, Stand 1932: in Halberstadt, hier Leiter 
des Collegium Musicum, Kantor und Organist an der Martinskirche, 1939 
in Berlin W 35, 1943 in Schwerin. 
Nach 1945 in Kassel, zuletzt i. R. 
Werke: u. a. Hgb. von Volkstanzweisen (1943). 


NSDAP seit 1/V/37, Nr. 5.723.115, auf Antrag vom 15/X11/37. 1935 
Vertrauensmann des Arbeitskreises für Hausmusik für die 
auslandsdeutsche Musikpflege; Musikstellenleiter des VDA Berlin 
(Zweigstelle der Auslandsorganisation der NSDAP), Sachbearbeiter der 
RMK. 


G 2107 





Wir tragen die Wende. Neue Männerchöre, hgb. zus. mit W Rein für die 
Musikstelle des VDA (1938) [T]. 

Inhalt: 
1. W. Rein: Wir tragen die Wende. - 2. Knab: Kameraden, ihr seid Träger. - 
3. von Knorr: Nie war es unsere tiefste Not. - 4. Stürmer: Laß uns nicht 
müde werden. - 5. Wolters: Das Gottesland, das reine. - 6. Hermann 
Simon: Ich weiß, daß alle. - 7. von Knorr: Wir wandern alle weit zerstreut. 
- 8. W. Rein: Fern vom Land der Ahnen. - 9. Hermann Simon: Den Riegel 
zurück. - 10. Spitta: Wir gehen als Pflüger. - 11. Knab: Als Säer wir 
kamen. - 12. Sendt: Tauch an und pflüge. - 13. W. Rein: Wir tragen ein 
Licht. 
Lieder unseres Volkes. Hgb. zus. mit H. Moser und A. Quellmalz. 
Geleitwort von Maria Kahle. Melodien ein- und zweistimmig mit Text 
(1938). Dazu 1940 und 1943 (Reichsdeutsche Ausgabe, 107.- 186. Tsd.) 
nicht als Neuauflage gekennzeichnete Editionen mit einer von Fritz 
Dietrich notierten 2. Stimme. Ergänzend dazu zwei Liedblätter "Neue 
Lieder unseres Volkes", Folge 1 und 2 (1942) = Nr. 30 und 31 der "Lieder 
für Alle" [B]. 

Neben der reichsdeutschen Ausgabe exidstierte noch eine politisch 
entschärfte für das Ausland. 

Aus dem Vorwort von Maria Kahle: 

"Dies Volkstum, aus dem heraus sie geboren wurden und werden, ist 
der tiefe Urgrund, in dem alle wurzeln, Deutsche im Mutterland und 
Deutsche jenseits der Grenzen; aus ihm wachsen ihre Lebensgesetze, aus 
ihm steigen die Kräfte auf, die in hoher Kulturblüte gipfeln. Durch Rasse 
und Stammesart, Sprache und Sitten sind sie ihm verhaftet. 

(...) ganz bewußt wird dieser Wille Wort und Klang in den Liedern 
der Gegenwart, die in Form und Inhalt von der neu erwachten Kraft des 
deutschen Volkstums zeugen: in feierlichen Hymnen voll verhaltener Glut, 
in der strengen Einfachheit eines Gelöbnisses oder im knappen harten Takt 
des Marschliedes". 

Titel ohne Nummer = nur Text. 

Inhalt (1943): 
1. Melodie von 1545: So treiben wir den Winter aus. - 2. Melodie aus 
Salzburg 1865: Heut ist ein freudenreicher Tag. - 3. Hahn, blan, jetzt geht 
die Fasnacht an! - 4. Im Märzen der Bauer. - 5. aus der Pfalz: Trariro, der 
Sommer, der ist do. - 6. aus Schwaben: Jetzt fängt das schöne Frühjahr 
an. - 7. zu einer Reigenmelodie des 17. (?) Jh: Nun will der Lenz uns 
grüßen. - 8. Der Winter ist vergangen. - 9. zur Melodie einer Courante, 
1619: Wie schön blüht uns der Maien. - 10. Im Maien, im Maien die 
Vögelein singen. - 11. aus der Schweiz: Der Maien ist kommen und das ist 
ja wahr. - 12. aus Lothringen: Jetzt kommt die fröhliche Sommerzeit. - 13. 
nach einer elsässischen Sonnenwendweise bearb. von Fritz Stein: Nun 
kommen wir gegangen mit Spießen und mit Stangen. - 14. aus Gottschee: 
Von hohen Bergen im Rosengarten. - 15. Melodie aus Nörmigers 
Tabulaturbuch 1598: Viel Freuden mit sich bringet die schöne Sommerzeit. 
- 16. Kommt, ihr Gspielen. - 17. Hensel: Geh aus, mein Herz, und suche 
Freud. - 18. Fassung von Hensel: Auf, du junger Wandersmann. - 19. von 


G 2108 





der Wischauer Sprachinsel: Wohlauf, ihr Wandersleut. - 20. Wach auf, du 
Handwerksgesell. - 21. Im Frühtau zu Berge wir gehn, fallera. - 22. aus 
dem Schönhengstgau: Jetzt kommt die Zeit, daß ich wandern muß. - 23. 
Wohlan, die Zeit ist kommen. - 24. Hensel: Jetzt geht es in die Welt. - 25. 
Trara, das tönt wie Jagdgesang. Kanon zu 4 Stimmen. - 26. A. Spieß: Es 
tönen die Lieder, der Frühling kehrt wieder. Kanon zu 3 Stimmen. - 27. Ich 
armes welsches Teuflein. Kanon zu 3 Stimmen. - 28. Es, es, es und es. - 
29. Muß i denn, muß i denn zum Städtele naus. - 30. aus Sathmar: Nun 
leb wohl, du schöne Stadt. - 31. Nun ade, du mein lieb Heimatland. - auf 
eine Variante der Melodie "Drei Lilien": Im schönsten Wiesengrunde. - 32. 
aus Obersteiermark: Der Summer is außi. - 33. aus Lothringen: Den 
Ackermann soll man loben. - 34. Mit lautem Jubel bringen wir die schöne 
Erntekron. - 35. aus Oberbayern: Ei-jo-u-he, Kirchta, bleib do! - 36. Uns 
kommt ein Schiff gefahren. - 37. Es ist ein Ros entsprungen. - 38. Wach, 
Nachtigall, wach auf! - 39. Baumann: Neamd hat gwacht. - 40. Vom 
Himmel hoch, o Englein, kommt. - 41. O Freude über Freude, ihr 
Nachbarn. - 42. Es kam die gnadenvolle Nacht. - 43. Baumann: Hohe 
Nacht der klaren Sterne. - 44. salzburgisch: Jodel sing, Maxel spring! - 45. 
Mittelpolen: (Monatslied) Nun hasset die Sorgen und jaget sie gar. - 46. 
Hensel: Wohlauf, wohlan, der Tag hebt an. Kanon zu 3 Stimmen. - 47. 
Gneist: Es tagt, der Sonne Morgenstrahl weckt alle Kreatur. - 48. Ebeling, 
1666: Die güldne Sonne voll Freud und Wonne. - 49. Es taget vor dem 
Walde. - 50. Reichardt: Wach auf, meins Herzens Schöne. - 51. auf eine 
Melodie aus der Bauernkantate von J. S. Bach: Ach, wir haben Hunger 
sehr. - 52. von Knorr: Nun stecket eure Löffel zsammen. Kanon. - 53. aus 
Kärnten: Sind wir alle aufgestanden. - 54. Hering: C-a-f-f-e-e. Kanon. - 
55. F. Dietrich: Du guter, lieber, alter Freund. Kanon. - 56. aus dem 
Burgenland: Herzig schöns Röselein. - 57. Kein Feuer, keine Kohle. - 58. 
Wenn alle Brünnlein fließen. - Rahlfs: Auf der Lüneburger Heide. - 59. Das 
Lieben bringt groß Freud. - 60. aus Bern: Es Burebüebli mahn i nid. - 61. 
aus dem Schönhengstgau: Ich wollt, wenn's Kohlen schneit. - 62. aus 
Kärnten und Oberbayern: Bei der Lindn bin i's gsessn. - 63. Gutn Abend, 
gutn Abend, euch allen hier beisamm! - 64. südslawisches Banat: Dart 
driwe in dr Kleeheislergaß. - 65. Schwäbisch: Wo e kleins Hüttle steht. - 
66. Elsaß: Heißa Kathreinerle. - 67. Mecklenburg: Mudder Wittsch. - 68. 
Elsaß: Hopp, Mariannele. - 69. aus dem Lubliner Land: J ungfer Lieschen 
heiß ich. - 70. aus dem Buchenland: Vo durt bin i kemma. - 71. 
rumänisches Banat: Gell, du hast mein Sohn gere. - 72. Kuhländchen: Die 
Pferd han rota Riema. - 73. Lahusen: Singt ein Hoch dem jungen Paare! 
Kanon zu 4 Stimmen. - 74. Schlesisch: Ein Vogel wollte Hochzeit machen. 
- 75. aus Vordernberg: Fein sein, beieinander bleibn. - 76. aus Gottschee: 
Wo hast du hin das Ringerle. - 77. aus der Steiermark: Und hiaz geh ma 
zum Bründl. - 78. hessisch: Schätzchen, sag, was fehlt denn dir. - 79. aus 
Mähren: Blüh nur, blüh, mein Sommerkorn. - 80. aus Galizien: I hun e 
schens Schätzche. - 81. aus Schlesien: Es blies ein Jäger wohl in sein 
Horn. - 82. aus Kärnten: Auf, auf, zum fröhlichen Jagen (T: G. B. Hanke, 
1724). - 83. aus Hessen: Ein Jäger aus Kurpfalz. - 84. Schönhengstgau: 
Mein Büchslein am Arm. - 85. Der Jäger in dem grünen Wald. - 86. Es 


G 2109 





wollt ein Jägerlein jagen. - 87. siebenbürgisch: Ich wollt, daß ich ein Jäger 
wär. - 88. aus Westfalen und Hessen: Der Jäger längs dem Weiher ging. - 
89. aus Galizien: Es wollt ein Reiter jagen. - 90. aus Sathmar: Ich reit auf 
einem Rößlein. - 91. aus Polen: Wenn ich einmal ein Meister wär. - 92. aus 
dem Egerland: Wenn ich einmal ein Bauer werd. - 93. Ich hab mir mein 
Weizen am Berg gesät. - 94. aus Schwaben: Ei Baur, was kost dei Heu. - 
95. F. Dietrich: Der Müller tut mahlen. Kanon. - 96. Fränkisch: Schäfer 
sag, wo tust du weiden. - 97. Ei wie so töricht ist, wenn man's betrachtet. 
- 98. aus Lothringen: Was wollen wir singen und fangen an. - 99. aus dem 
Schönhengstgau: Es wollt ein Fuhrmann fahren. - 100. Hab mein Wage 
voll gelade. - 101. aus dem Burgenland: I fahr. - 102. Wer will mit uns 
nach Island gehn. - 103. Glück auf, glück auf! Der Steiger kommt. - 104. 
aus dem Harz: Ich wollt ein Bäumlein steigen. - 105. aus Bayern: Als wir 
jüngst in Regensburg waren. - 106. Jan Hinnerk. - 107. schwäbisch: 
Widele, wedele. - 108. Wenn die Bettelleute tanzen. - 109. aus dem 
rumänischen Banat: Drunten in der grünen Au. - 110. aus Sathmar: Eins, 
zwei, drei. - 111. aus dem Elsaß: 's isch wohr.- 112. aus Franken: Wie sind 
mir meine Stiefel geschwolln. - 113. J etzt fahrn wir übern See. - 114. aus 
dem Bergischen: Auf einem Baum ein Kuckuck saß. - 115. Die Gedanken 
sind frei. - 116. aus Ostpreußen: Es dunkelt schon in der Heide. - 117. 
niederdeutsch: Nu laet uns singn dat Avendl&idd. - 118. Schulz, 1790: Der 
Mond ist aufgegangen. - 119. Ade zur guten Nacht. - 120. Zuccalmaglio: 
Kein schöner Land in dieser Zeit. - 121. aus dem Elsaß: Dr Kehrüs, dr 
Kehrüs. - 122. All mein Gedanken, die ich hab. - 123. H. Albert: Du mein 
einzig Licht. - 124. Ach Elslein, liebes Elselein. - 125. Weiß mir ein 
Blümlein blaue. - 126. Drei Laub auf einer Linden. - 127. Silcher, 1825: 
Ännchen von Tharau. - 128. Wenn ich ein Vöglein wär. - 129. Dat du min 
Leevsten büst. - 130. Dort niedn in jenem Holze. - 131. Feinsliebchen, du 
sollst mir nicht barfuß gehn. - 132. Lothringen: Ach Schatz, wenn du über 
die Gasse gehst. - 133. Da droben auf jenem Berge. - 134. Siebenbürgen: 
Es saß ein klein wild Vögelein. - 135. Siebenbürgen: Zu Kronstadt. - 136. 
Siebenbürgen: Herzlieb, ich hab vernommen. - 137. Ich hab die Nacht 
geträumet. - 138. nach A. Wagner, 1860: Die Erde braucht Regen. - 139. 
Ich hört ein Sichelin rauschen. - 140. aus Schlesien: Und in dem 
Schneegebirge. - 141. aus Sathmar: Ich geh zum Brünnelein. - 142. aus 
Kärnten: Wann du durchgehst durchs Tal. - 143. wohl H. Isaac: Innsbruck, 
ich muß dich lassen. - 144. Wollt ihr hören nun mein Lied. - 145. Ich will 
zu Land ausreiten. - 146. aus Gottschee: Wie früh ist auf die Meererin. - 
147. Es waren zwei Königskinder. - 148. Es freit ein wilder Wassermann. - 
149. Es zogen drei Sänger wohl über den Rhein. - 150. Es liegt ein Schloß 
in Österreich. - 151. Es steht eine Lind in jenem Tal. - 152. aus dem 
Kuhländchen: Ei du edler Tannenbaum. - 153. Hört, ihr Herrn, und laßt 
euch sagen. - 154. aus Westfalen: Es ist nit allewege Festabend. - 155. 
Der grimmig Tod mit seinem Pfeil. - 156. Es ist ein Schnitter, heißt der 
Tod. - 157. Sterben ist ein harte Buß. - 158. N. Hermann, 1560: Steht auf, 
ihr lieben Kinderlein. - 159. Jetzt steigt Hampelmann. - 160. aus dem 
Schönhengstgau: Wenn ich morgens früh aufsteh. - 161. aus dem 
Egerland: Unser Hans hat Hosen an. - 162. Eia popeia, das Breile ist gut. - 


G 2110 





163. Wer will fleißige Handwerker sehn. - 164. Wir sind zwei Musikanten 
und komm!'n aus Schwabenland. - 165. Brüderchen, komm, tanz mit mir. - 
166. Ringlein, Ringlein, du mußt wandern. - 167. 's ist ein Mann in'n 
Brunnen gefallen. - 168. So geht es in Schnützelputz Häusel. - 169. aus 
Lothringen: Da kommt die Maus von allen Mäusen her. - 170. aus 
Nordmähren: Heio sauso! - 171. aus Nordmähren: Wenn ich schon ein 
Huhn hab. - 172. aus der Oberlausitz: Was scharrt die alte Henne. - 173. 
aus Schlesien: Es saß ein Käfer aufm Bäumel, summ, summ! - 174. Suse, 
liebe Suse. - 175. Wer die Gans gestohlen hat. - 176. Bim bam, d Katz ist 
krank. - 177. Wir wolln einmal spazieren gehn. - 178. Goldne, goldne 
Brücke. - 179. Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann. - 180. aus der Schweiz: Es 
kam ein Herr zum Schlößli. - 181. Es wohnt ein Kaiser an dem Rhein. - 
182. Dornröschen war ein schönes Kind. - 183. Hänsel und Gretel 
verliefen sich im Wald. - 184. Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne. 
- 185. H. Baumann: Trimpele, willst unter die Soldaten gehn. - 186. aus 
Mähren: Ich hab mein Kindelein schlafen gelegt. - 187. aus Mähren: 
Kindlein mein, schlaf nur ein. - 188. aus dem Elsaß: Schlaf, Bübele, schlaf. 
- 189. Nun schlaf, mein liebes Kindelein. - 190. Schlaf, Kindlein, balde. - 
191. aus Nordböhmen: Eia, peia, Wiegenstroh. - 192. Wir zogen in das 
Feld. - 193. Unser liebe Fraue vom kalten Bronnen. - 194. Schulten: Weit 
laßt die Fahnen wehen. - 195. nach Wendelmuth: Die Glocken stürmten 
vom Bernwardsturm. - 196. Wer jetzig Zeiten leben will. - 197. Prinz 
Eugen, der edle Ritter. - 198. Ich habe Lust im weiten Feld. - 199. Frisch 
auf, Kameraden, wann kriegen wir denn Geld? - 200. Baumann: Und die 
Morgenfrühe. - 201. Baumann: Der helle Tag ist aufgewacht. - 202. Auf, 
auf, Kameraden, brav Soldaten. Kanon. - 203. nach E. Schemmann, 1915: 
Nun laßt die Rosse traben. - 204. Volker, 1915: Wir reiten frisch durchs 
Morgenrot. - 205. Lyra, 1843: Die bange Nacht ist nun herum. - von 
Gordon: Die blauen Dragoner. - 206. Es reiten itzt die ungrischen Husaren. 
- 207. Drei Regimenter Soldaten. - 208. Es zog ein Regiment vom 
Ungarland herauf. - 209. nach Koch: Heiß ist die Liebe, kalt ist der Schnee 
. - 210. Hensel: Die Trommeln und die Pfeifen. - 211. Es leben die 
Soldaten. - zur Melodie "Es leben die Soldaten": Des Morgens zwischen 
drein und vieren. - 212. Regiment sein Straßen zieht. - 213. Musketier 
sein lustge Brüder. - 214. Ein Schifflein sah ich fahren. - 215. aus 
Schwaben: Ein schwarzbraunes Mädchen. - 216. Drei Lilien. - 217. 
Buchenland: Ein Fähndrich zog zum Kriege. - 218. Schönhengstgau: Ein 
Knab von achtzehn Jahren. - 219. Ich bin ein jung Soldat. - 220. nach 
Silcher: Kein schönrer Tod ist in der Welt. - 221. nach einem 
niederländischen Soldatenlied, 1648: Kein schönrer Tod. - 222. Silcher: 
Ich hatt einen Kameraden. - 223. Baumann: Gute Nacht, Kameraden. - 
224. Lahusen: Ja, wir sind eines Herzens. Kanon. - 225. Baumann: Eh daß 
der Bauer untreu wird. - 226. Kiefner: Wir wollen frei bewahren den 
Boden. - 227. Baumann: Wo wir stehen, steht die Treue. - 228. W. Rein: 
Fern vom Land der Ahnen. - 229. Benoit, 1934: O Danzig, halt dich feste. 
- zur Melodie "Wenn alle untreu werden": O heilig Herzland Böhmen. - 
230. Czikeli: Sachs, halte Wacht. - 231. Rummel: Wir hüten die Herde. - 
232. R. Schmid: An den Händen harten Schwielen. - 233. von Knorr: Wir 


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Werkleute all. Kanon. - 234. Baumann: Morgen marschieren wir. - 235. 
von Knorr: Nun hebt ein neu Marschieren an. - 236. Metzner: Wenn wir 
singend marschieren. - 237. Hensel: Wir stehn zu dir in Glück und Leid. - 
238. Müller-Mediasch: Wer unser Banner vergißt. - 239. Sotke: Auf, hebt 
unsre Fahnen. - 240. Tucher: Die Fahnen geschwungen. - 241. Baumann: 
Was glänzt so weit über Moor und Sand. - 242. Napiersky: Es dröhnet der 
Marsch der Kolonne. - 243. Sedlatschek: Hört ihr der Kolonnen Schritt . - 
244. Baumann: Soldaten tragen Gewehre. - 245. Baumann: Nun laßt die 
Fahnen fliegen. - 246. Methfessel: Der Gott, der Eisen wachsen ließ . - 
247. Ch. Praetorius: Flamme empor. Kanon. - 248. Gläser: Flamme 
empor! - 249. Schwarz: Arbeiter, Bürger und Bauern. - 250. Spitta: Lang 
war die Nacht. - 251. Gneist. Wir haben ein Grab gegraben. - 252. W. 
Rein: Fallen müssen viele. Kanon. - 253. mdl. überliefert: Die ihr Blut und 
Leib und Leben. - 254. Hensel: Wir heben unsre Hände. - 255. Schwarz: 
Heute, Kameraden, heute treiben die Wolken noch grau. - 256. Zahn: 
Wohlauf, Kameraden. - 257. Baumann: Nur der Freiheit gehört unser 
Leben. - 258. Marx, 1938: Land der ewigen Gedanken. - Spitta: Heilig 
Vaterland. - 259. Spitta, 1933: Erde schafft das Neue. - 260. zur Melodie 
des Wilhelmusliedes: Wenn alle untreu werden. - zur Melodie des 
Wilhelmusliedes: Uns ward das Los gegeben. - Borgmann: Vorwärts! 
Vorwärts! - 261. Die Fahne hoch. - 262. Deutschland, Deutschland über 
alles. - 263. Von einem Sudetendeutschen, 1938: Ein Volk, ein Reich, ein 
Führer! Kanon zu 4 Stimmen. 
Wir schaffen und werken. Männerchöre, hgb. zus. mit W. Rein. 
Chorsammlung für volksdeutsche Chöre im Ausland (1939) [T]. 

Inhalt: 
1. Butz, Op. 32 Nr. 2: Tritt heran, Arbeitsmann. - 2. Wolters: Ich trete und 
treibe zur Eile. - 3. Ich sah den Baum im Garten blühn. - 4. von Knorr: 
Mein Handwerk fällt mir schwer. - 5. W. Rein: Es ritten drei Reiter wohl 
über den Rhein. Volksmelodie. - 6. Bresgen: Schneidri, schneidra, 
schneidrum. Volksmelodie. - 7. Clemens: Und wenn das Glöcklein fünfmal 
schlägt. Volksmelodie. - 8. W. Rein: Fein Rößlein, ich beschlage dich. - 9. 
H. Simon: Es gibt kein schönres Leben. Volksmelodie. - 10. Hans G. Lang: 
Bin ein lustger Jägersknecht. Volksmelodie. - 11. Waldmann: Freut euch, 
ihr Schäfersleut. Volksmelodie. - 12. W. Rein: Das Werk ist aus. 
Vom Volkstumserlebnis in Musik und Lied (Potsdam, 1940) [V]. 
Gesamtdeutsche Musikbewegung ("Mi)J uV" IV/4, April 1941. S. 
99-100). 
Zitat: 

"(...) Obgleich fast alle Staaten, in denen Volksdeutsche leben, sich 
allmählich von der Sinnlosigkeit einer Hinderung der deutschen 
Kulturarbeit überzeugt haben, ist es für die Volksgruppen nicht leicht, mit 
der Entwicklung im Reiche Schritt zu halten. Das gilt auch für die Musik. 
Ausgehend von der Jugend hat ja nach 1933 eine Musikbewegung von 
großer Breitenwirkung und Durchschlagskraft eingesetzt, die in ihren 
Auswirkungen nicht nur das letzte Dorf im Reiche erfaßt, sondern vielleicht 
in noch stärkerem Maße bei den Deutschen jenseits der Grenzen bis in die 
kleinsten Siedlungen hinein spürbar ist. Das Singen und Musizieren, früher 


G 2112 





oft von den Vertretern der politischen Belange gering geachtet, hat sich 
dadurch im Fluge die Bewertung >volkspolitisch wichtig< erworben. 
Musikbesprechungen sind darum mehr als fachliche Angelegenheiten" (S. 
99). 

Die Musikkultur im Dritten Reich. Vortrag (Seis, April 1941, zur 
musikalischen Schulungswoche des "Ahnenerbe". 

3. bis 8. April 1941: 

Gericke, Musikreferent des VDA, leitet in Seis am Schlern ein 
Musiklager, auf dem u. a. Alfred Quellmalz über die Volksmusik Südtirols 
berichtet und Tonaufnahmen vorführt. 

Der Anteil der volksdeutschen Musikarbeit am gesamtdeutschen 
Werden (Potsdam, 1942) [V]. 
Information: DML, FA2. 


Gericke, Walther 
Kiel, 2. August 1903 - Eutin/ Holstein, 6. Juli 1967. 
Dirigent; Dirigent des Kieler Männerchors von 1883, 1933 Korrepetitor, 
1935-44 Kapellmeister am Stadttheater Kiel, 1936 auch bei den 
Nationalfestspielen des Bergwaldtheaters Weißenburg in Bayern. 1944 in 
Gleschendorf über Timmendorfer Strand. 
Nach 1945 zuletzt in Eutin. 


NSDAP (It. BDC-Auskunft 1984), jedoch kein Eintrag in ZKNSDAP. 
Potsdamer Marsch, zum Gedenken des *21. März 1933 (1938; RS 
Hamburg, 10/111/38; Kiel, März 1940) [GrL]. 


Gerigk, Herbert 

Mannheim, 2. März 1905 - Dortmund, 20. Juni 1996. 
Dr. phil. Königsberg 1928 (Musikgeschichte der Stadt Elbing). Habilitation 
Münster 1936. Musikwissenschaftler, 1931 in Berlin, hier 
Musikkorrespondent der "Rheinisch-Westfälischen Zeitung" (Dortmund), 
ab 1/111/33-34 stellv. Leiter der MA und 1. Programm-Referent beim 
Ostmarken-Rundfunk/ RS Königsberg, zeitweise k. Leiter der 
Unterhaltungsabteilung, 1934-35 Kulturreferent der Abt. Volksbildung, 
Wissenschaft, Kunst und Kirchenwesen beim Senat der Freien Stadt 
Danzig und Direktor der Landeskulturkammer; 1935-44 in Berlin- 
Halensee, u. a. 1. Musikkritiker des "VB" und Herausgeber von "Die 
Musik", 1943-44 Hauptschriftleiter der Gemeinschaftszeitschrift "Musik im 
Kriege"; Anfang 1944 mit der Dienststelle nach Langenau/ Krs. 
Löwenberg, Niederschlesien, evakuiert. 

Nach 1945 auf der "Schwarzen Liste" der US-Militärregierung. Dann 
Musikkritiker, ab 1948 Redakteur der "Ruhrnachrichten" in Dortmund; er 
veranstaltete ab 1953 an den Städt. Bühnen Oberhausen musikal. 
Morgenfeiern. Am 11. Dezember 1953 teilte die "Süddeutsche Zeitung" 
mit, Gerigk sei von der Stadt Bochum als Kulturdezernent vorgesehen; 
CDU und FDP unterstützten seine Kandidatur, obwohl sich Gerigk 


G 2113 





ausdrücklich auf seine "Erfahrung in der Kulturverwaltung" vor 1945 
berief, doch Proteste der musikalischen Öffentlichkeit und der 
"Allgemeinen Wochenzeitung der Juden in Deutschland" durchkreuzten ein 
Comeback. 

Werke: u. a. Textbearbeitung und Funkeinrichtung der Oper "Der 
Heiratsvertrag" von Rossini (Orag, 20/V11/33). 


NSDAP seit 15/11/32, Nr. 1.096.433. SA von Juni 1933- Mai 1935, 
zeitweise betraut mit Sonderaufgaben im Stab der Brigade 4; SS ab Mai 
1935, 1944 Hauptsturmführer. Ab 1/1/35 Leiter des Kulturpolit. Archivs 
beim Amt für Kunstpflege (ARR), stellv. Leiter der MA der NSKG, 1937 
Leiter der Hauptstelle Musik im ARR, ab 1941 mit deren Aufstufung zum 
Reichsamt der NSDAP Reichsamtsleiter; hier auch Hauptlektor für Musik 
im Hauptamt für Schrifttumspflege. Ab 17/VI11/40 Leiter des Sonderstabs 
Musik im ERR, Hauptarbeitsgruppe Frankreich, und befaßt mit Aufspüren 
und Beschlagnahme von Musikalien aus jüdischem Eigentum. Erhielt 1941 
das KVK II ohne Schwerter, 1944 das KVK |. 


1933 
14. Juni 1933: 

In der Bücherstunde des Ostmarkenrundfunks stellt Dr. H. Gerigk 
folgende Neuerscheinungen vor: Alfred von Ehrmann, Johannes Brahms. 
Weg, Werk und Welt. - Kurt Stephenson, Johannes Brahms. 
Heimatbekenntnis. - Joseph Müller-Blattau, Johannes Brahms. - Kurt 
Arnold Findeisen, Lied des Schicksals. Roman um Johannes Brahms. - 
Ernst Borkowsky, Die Musikerfamilie Bach. - Walther Hensel, Spinnerin 
Lobunddank. 

Die Unterhaltungsmusik im Rundfunkprogramm ("Die Musik" XXVI/ 
1, Oktober 1933). 


1934 
Mai 1934: 

"Dr. Herbert Gerigk, der in den Jahren 1931 bis 1933 Berliner 
Musikreferent der RWZ. war, ist vom Danziger Senat zum Kulturreferenten 
der Abt. Volksbildung, Wissenschaft, Kunst und Kirchenwesen und zum 
geschäftsführenden Direktor der landeskulturkammer berufen worden" 
("Die Musik" XXVI/8, Mai 1934. S. 637). 

Keine "Restauration der Greise" ("Volksparole", Düsseldorf, 20/V1/34. 
Nachdruck: "Die Musik", XXV1/10, Juli 1934. S. 792). 
Zitat: 

"(...) Es ist richtig, daß mit dem, was vor dem Kriege nach einer 
einmaligen Aufführung beiseite getan wurde, heute noch weniger als 
damals Eindruck zu machen ist. Wer sich mangels Leistung vernachlässigt 
glaubte, wird auch jetzt unweigerlich als Märtyrer der deutschen Sache 
gelten wollen. Der Nationalsozialismus will keine >Restauration der 
Greise<. Allerdings gibt es auch ganz ausgezeichnete Musiker, denen die 
Gegenwart nur bedingt und die Zukunft schon gar nicht gehört. Man wird 
Meister wie Vollerthun, Hausegger, Grimm, Kaun und viele andere 


G 2114 





dazuzählen müssen. Die Kunst kennt keinen Stillstand. Ihre Formen 
wechseln beständig. Nicht alles, was verwegen und auf den ersten Blick 
nicht eingängig und verständlich ist, weil es erworben, errungen sein will, 
muß deshalb Kunstbolschewismus sein. Der Kenner der Geschichte findet 
dieselben zeitgenössischen Argumente gegen Beethoven, Wagner oder 
Bruckner, wie gegen alles Originale in der Gegenwart. Ein mutiger Neuerer 
ist aber mehr wert als alle die zusammen, die sich altertümelnd in Stilen 
betätigen, die Bach, Beethoven oder Brahms besser beherrschten". 

Gerigks allmählicher Zugewinn politischen Einflusses korrumpierte 
sichtlich seine Haltung gegenüber avancierten Kompositionsstilen. 

Das Heroische bei Verdi ("Die Musik" XXVI/11, August 1934. S. 
890-893). 

Rückblick auf die Komponisten-Tagung in Venedig. Bedeutsame 
Internationale Beschlüsse ("VB" Nr. 265, 22/1X/34). 

Gerigk berichtet zustimmend über die von Strauss durchgesetzte 
Praxis nach deutschem Muster im Ständigen Rat für die internationale 
Zusammenarbeit der Komponisten. 

Eine Lanze für Schönberg ("Die Musik" XXVIl/2, November 1934. S. 
87-91). 
Zitat: 

"Die wahre Gefahr droht der Kunst nie von seiten der Schaffenden. 
Da sondert die Zeit schon unfehlbar (staats-und volksfeindliche 
Tendenzwerke müssen bei einer Betrachtung der Kunst ausgenommen 
werden). Die Gefahr droht von der Angst vor Auseinandersetzung und 
Diskussion. So richtig das Führerprinzip für Politik und allgemeine 
weltanschauliche Richtung innerhalb eines Staatswesens ist, kann auf dem 
Gebiet der Kunst erst die Nachwelt, die Zeit endgültig klären, wer nun 
eigentlich Führer und wer ein falscher Prophet gewesen ist. 

(...) Wenn hier gegen Schönberg gesprochen wird, so richtet sich 
das nicht unbesehen gegen alles, das nicht restlos den Regeln der 
Harmonielehre entspricht. Auch aus der sogenannten Atonalität kann eine 
wertvolle Kunst herauswachsen, wenn nur der Mensch blutmäßig und 
charakterlich einwandfrei und schöpferisch ist, der dahinter steht" (S. 89). 

Gerigk war so umsichtig, sich einen Ausweg offenzuhalten. Erst 
später schwor er aufs Führerprinzip, auf eigenes Urteil und schloß das der 
Nachwelt aus. 

Wege zum echten Musikhören ("Danziger Neueste Nachrichten", 
30/V11/34). 
Zitat: 

"Die Passivität des Hörens, die durch Theater und Konzert 
herausgefordert wurde, erhält ihre Verschärfung durch die mechanische 
Musik, besser: durch die auf mechanischem Wege übertragene Musik, also 
durch Rundfunk und Schallplatte. Der Hörer sieht nichts mehr von der 
Ausführung, ein Vorzug, wenn er sich restlos konzentrieren wollte. Aber er 
läßt sich im allgemeinen nur gehen, weil keine persönliche Rücksicht mehr 
auf Umwelt, Stimmung usw. zu nehmen ist. Die innere Disziplinlosigkeit 
ist auf dem Gebiet der Kunst eine der ernstesten Gefahren, weil dadurch 
vom Hörer eine Auflösung der Kunst selbst ausgehen kann. Bis der Hörer 


G 2115 





wirklich einmal von der Musik ganz festgehalten wird, muß sie seinen 
persönlichen Neigungen so entsprechen, daß dadurch ein unglücklicher 
kunstfeindlicher Individualismus gefördert wird, denn die Mehrzahl wird 
bei Schmachtmelodie oder bei reiner Rausch- und Rhythmusmusik hängen 
bleiben, wobei die eigentlichen Werte der Musik zu kurz kommen" 

Der Musikberichter konnte natürlich nicht akzeptieren, daß das Gros 
der Musikhörer unterhalten und von den Problemen des Tages abgelenkt 
sein möchte; wer Musik politisch einsetzen will, muß diese Wirkung des 
"passiven Hörens" wegleugnen. 

Musikfestdämmerung ("Die Musik" XXVIl/1, Oktober 1934. S. 45 f.). 

Gerigk verreißt das Programm des Internationalen Musikfests in 
Venedig mit typischem NS-Vokabular und beklagt die Auswahl der 
Programme durch "volksfremde Elemente" . 

Rückblick auf das Musikfest in Venedig. Wandlung des 
internationalen Musiklebens? ("Musik im Zeitbewußtsein" 11/40, Oktober 
1934. S. 14 f.). 

Gerigk betont, der Präsident des Ständigen Rats für die 
internationale Zusammenarbeit der Komponisten, R. Strauss, habe die 
letzte Entscheidung über die Musikfestprogramme des Rats in der Hand 
und eine "Revolutionierung des künstlerischen Denkens in der Welt 
eingeleitet", und nun bräche unter der Führung von Strauss in der 
völkerverbindenden Musik eine neue Zeit an. 


1935 

Nordische Musik ("NS-Monatshefte" VI/1935. S. 559). 
Januar 1935: 

(1) 

Gerigk wird zum Leiter der Hauptstelle Musik im ARR ernannt. 

(2) 

Wegen der Huldigungen von "Juden und J udengenossen" für Leo 
Blech bei dessen Aufführung von "Ernani" nimmt Dr. Gerigk die 
"provozierten" deutschen Theaterbesucher in Schutz und kündigt deren 
Selbsthilfe an ("Die Musik" XXVIl/4, Januar 1935. S. 266). 


Auslandspresse und deutsche Musikpolitik ("Die Musik" XXVI1/4, 
Januar 1935. S. 248-250). 
Zitat: 

"(...) Hindemith, der blutmäßig zu uns gehört, hat - wahrscheinlich 
auf Grund seiner jüdischen Infizierung - den Weg zu der Weltanschauung 
des neuen Deutschlands nicht gefunden. Daher ist er für uns nicht tragbar. 

Die Reinigung der deutschen Kunst steht erst am Anfang. Das 
deutsche Musikleben ist so reich an starken Begabungen, daß der Ausfall 
einer Reihe von sogenannten internationalen Namen auf den Gesamtstand 
unserer Musikkultur keinen Einfluß haben kann. Es ist sogar zu hoffen, 
daß dadurch das für die Kunst höchst ungesunde Starsystem ernsthaft 
erschüttert wird. Der ausübende Musiker soll wieder Diener der Kunst 
werden, während es in den letzten Jahrzehnten umgekehrt war: Das 
Kunstwerk schien nur den Hintergrund für die Glorifizierung der 


G 2116 





Ausübenden zu bilden. Selbst wenn das deutsche Musikleben in einigen 
Großstädten durch die Ausmerzung nicht tragbarer Künstler 
vorübergehend eine Einbuße erleiden würde, so ist darin kein Nachteil zu 
erblicken, weil der Nationalsozialismus hier wie überall auf lange Sicht 
arbeitet. Für uns handelt es sich nicht um das deutsche Kulturleben von 
heute oder morgen, sondern um die restlose Tilgung der schädlichen 
Einflüsse von Jahrhunderten, damit der Weg für die nach uns kommenden 
Geschlechter frei ist. 

(...) Das Ausland wird bald schon nicht mehr aufnahmerfähig sein für 
Emigranten aus Deutschland, denn kein Land der Erde besitzt auch nur 
annähernd so viele Kunststädte und Kunststätten wie das Deutsche Reich. 
Mit der Ausweisung bzw. dem Auszug aus unserem Vaterlande ist im 
allgemeinen gleichzeitig eine Entzauberung des Nimbus der Betreffenden 
verbunden. Diese Erkenntnis hat sich längst außerhalb der Reichsgrenzen 
durchgesetzt. Sie allein muß als die Triebfeder jener gönnerhaften 
Besorgnis um das deutsche Kulturleben angesehen werden" (S. 250). 

Der rassistische Verzicht auf künstlerisches Personal hatte objektive 
Folgen, weil die verbleibenden Künstler nicht ausreichten, sodaß Goebbels 
- bis 1945 - um Sondergenehmigungen für "Halbjuden" oder "nichtarisch 
Versippte" in großer Zahl nicht herumkam. Der denkfaule Gerigk 
unterschätzte das Aufnahmevermögen des "antifaschistischen" Auslands 
für Flüchtlinge aus dem Reich. 

Clemens Krauss in Berlin ("Die Musik" XXVI1/5, Februar 1935. S. 361). 

Eine lobende Besprechung der von Krauß in der Staatsoper 
geleiteten Neueinstudierung der "Meistersänger". 

18. Mai 1935, Rassenhetze I: 

Das Kulturpolit. Archiv, Dr Gerigk, laßt die NSKG, Ortsverband 
Karlsruhe, wissen, die NSKG lehne Hindemith weiterhin ab, da er jüdisch 
versippt sei (Quelle: BA NS 15/ 97). 

28. August 1935, Rassenhetze II: 

"(...) Eduard Künnecke ist mit einer JÜüdin verheiratet. Wir 
machten diese Mitteilung bereits in dem Rundschreiben Nr. 1 des Archivs. 

Curt Goetz wurde vor etwa 4 Wochen im >Schwarzen Korps< als 
J ude gekennzeichnet und diese Mitteilung ist unwidersprochen geblieben. 
Es wird also ratsam sein, seine Stücke bis zur Klärung dieser Frage 
zurückzustellen. 

Vor etwa zwei Tagen war Generalmusikdirektor von den Hoff bei 
uns und hat uns die Namen der vorgesehenen Solisten gezeigt. Frida 
Leider ist Jüdin. Die Pianistin Poldi Mildner kann eingesetzt werden. 
Das Lustspiel >Krach im Hinterhaus< ist einwandfrei, ebenso die Oper 
>Boris Godunow< von Mussorgski. Auch der böhmische Komponist 
Janacek gilt als arisch und für uns tragbar. Leider stammt die deutsche 
Textfassung der Oper >) enufa< von dem Juden Max Brod. 

Die Operetten von Götze sind für uns tragbar, sofern keine 
jüdischen Textautoren daran beteiligt sind, Eine Aufstellung der jüdischen 
Librettisten hat das Archiv im Rundschreiben Nr. 4 gegeben. 

Über die beiden genannten Weihnachtsmärchen liegt bei uns kein 
Material vor" (NSKG, Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, an NSKG, Ortsverband 


G 2117 





Halle, 28/VI11/35. Quelle: ACDJC, Document CXLV-603). 
5. September 1935, Rassenhetze III: 

"Der Jude Silberstein befindet sich nach wie vor im Klingler- 
Quartett. Uns ist nichts davon bekannt, dass er ausscheiden soll. Wir 
werden aber in dieser Angelegenheit noch eine Anfrage an die 
Reichsmusikkammer richten. (...)." (NSKG, Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, 
an NSKG, Ortsverband Halle, 6/1X/35. Quelle: ACDJC, Document 
CXLV-603). 

Von Rauschebärten, vom ADMV und deutscher Musikpolitik ("Die 
Musik" XXVIll/2. November 1935. S. 126-128). 
Zitat: 

"(...) Der Vorwurf der >angeblich fehlenden weltanschaulichen 
Haltung< kann von solchen Leuten nicht verstanden werden, die erst von 
einer Parteidienststelle darauf aufmerksam gemacht werden müssen, daß 
Aufsätze von Juden und J udengenossen in einer >Allgemeinen 
Musikzeitung< heute keinen Platz mehr haben dürfen. Die jüdischen 
Inserate sind gerade eben erst abgebremst worden. (...) Der ADMV. und 
viele seiner Vorstandsmitglieder haben die Musikbolschewisten und 
Musikjuden nicht nur stets ausführlich in den Festprogrammen 
berücksichtigt, sondern sich auch - wie peinlich! - mit ihnen gemeinsam 
photographieren lassen. (...)" (S. 126-127). 

13. November 1935: 

"(...) Auf Grund verschiedener Vorfälle sind wir mit einer 
Untersuchung der Vorgänge beschäftigt, die 1933 dazu führten, daß Prof. 
Dr. Fritz Stein von der Kieler Studentenschaft auf die schwarze Liste 
gesetzt wurde. Das wichtigste Material wird auch heute noch auf der 
Universität liegen. Wir bitten Sie daher, uns einen Bericht des Universitäts- 
Rektors (...) zu beschaffen" (Vertraulich! Kulturpolitisches Archiv, Dr. 
Gerigk, an Gauleitung Schleswig Holstein, Altona, 13/X1/35. Quelle: BA NS 
15/ 126. Blatt 6). 

11. Dezember 1935, Rassenhetze IV: 

Bei der Gestapo Berlin denunziert Dr. Gerigk, Kulturpolit. Archiv, 
den jüdischen Chorleiter Rosebery d'Arguto mit Nachgang am 21. 
Dezember und unter Hinweis, daß sich um ihn vielleicht staatsfeindliche 
Kreise, getarnt als Gesangsgemeinschaften, zusammenfinden (Quelle: BA 
NS 15/ 69). 

18. Dezember 1935, Rassenhetze V: 

Das Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, denunziert beim Geheimen 
Staatspolizeiamt Berlin Furtwängler wegen seines Wiener Gesprächs mit 
Franz Werfel, der Verpflichtung des jüdischen Regisseurs Herbert Graf in 
Wien und des "jüdisch versippten" Konzertmeisters Hugo Kolberg für die 
BPhO. Eine weitere Denunziation trifft Heinz Tietjen (Quelle: BA NS 15/ 
69). 


1936 
Die leichte Musik und der Rassegedanke ("NS-Monatshefte" VI1/70, 
Januar 1936). 
Gerigk stellt fest, daß es immer noch Werke leichter Musik mit 


G 2118 





Jüdischen Textdichtern auf deutschen Bühnen gebe, so alle Operetten von 
Lehär (Teilabdruck: Wulf, S. 325-326). 
11. Februar 1936: 

Dr. Gerigk zeichnet ein Schreiben des Kulturpolit. Archivs an das 
Geheime Staatspolizeiamt ab, in dem er diesem Material gegen Prof. Dr. 
Eugen Bieder anbietet und anregt, die gesamten Akten zum Fall Bieder im 
Kultusministerium beschlagnahmen zu lassen (Qelle: BA NS 15/ 69). 
Musik und Rasse. Ein Sonderheft der NS-Kulturgemeinde ("VB" Nr. 79, 
19/111/36). 

Eine empfehlende Besprechung des Sonderhefts von "Die Musik”, 
Märzheft 1936, mit dieser Thematik. 

23. März 1936: 

Das Kulturpolit. Archiv der NSKG, Dr. Gerigk, teilt dem Ortsverband 
Karlsruhe der NSKG mit, "an sich" bestünden keine Bedenken gegen 
Aufführungen Hindemiths, vorbehaltlich der Auswahl des Werks und der 
Deutung, die "unsere Gegner" der Aufführung beimessen. Ferner sei 
Strawinsky arisch und werde "von uns" künstlerisch nicht abgelehnt 
(Quelle: BA NS 15/ 97). 

5. Mai 1936: 

Das Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, erstellt ein Gutachten über H. ]. 
Moser, das diesen wegen polit. Unzuverlässigkeit strikt ablehnt (Quelle: BA 
NS 15/ 81a. Blatt 1). 

Um die neue Musik ("VB", Berlin, 28/V1/36). 

Gerigk betont, daß es auf Gesinnung ankäme und Schönbergs Musik 
"verbrecherischer Irrsinn" sei. 

30. Juni 1936: 

Die Parteiamtliche Prüfungskommission zum Schutze des NS- 
Schrifttums bittet Gerigk um Beurteilung des jüdischen Musikgelehrten 
Guido Adler, der in sämtlichen bisherigen Nachschlagewerken positiv 
dargestellt sei (Quelle: BA NS 15/ 38). 

31. August 1936: 

"Auf Grund einer Vereinbarung mit der Reichsstelle für 
Sippenforschung vom 1. 11. 1935 hat sich das Kulturpol. Archiv bereit 
erklärt, die entstehenden Kosten für die Nachprüfung der Abstammung 
des französischen Komponisten Georges Bizet zu übernehmen. Die 
Klärung dieser Frage ist für das deutsche Musikleben von grösster 
Bedeutung, weil Bizet an fast allen Theatern sehr hohe Aufführungzsziffern 
erreicht. 

Die Nachforschungen sind soeben abgeschlossen; die arische 
Abstammung von Bizet, der an vielen Stellen als J ude geführt wurde, 
konnte einwandfrei festgestellt werden. Die Kosten betragen 

50.-- RM. 

Wir bitten, den Betrag laut beiliegender Originalrechnung, die von 
dem Beauftragten der Reichsstelle an diesen adressiert worden ist, an Dr. 
Hans Macco zu zahlen" (Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, an Abt. 
Verwaltung, 31/VI11/36. Quelle: BA NS 15/ 84). 

11. September 1936: 
Das Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, informiert den Ortsverband 





G 2119 





Heidelberg der NSKG, Operetten von Lehär - vielleicht ausgenommen "Die 
lustige Witwe" - sollten nach Möglichkeit nicht in deren Spielplan 
aufgenommen werden (Quelle: BA NS 15/ 97). 
30. September 1936: 

Gerigk wird Hauptschriftleiter von "Die Musik". 
14. Oktober 1936, Befürwortung: 

"Das Buch >J uden und Musik mit dem ABC jüdischer und 
nichtarischer Musikbeflissener< von Hans Brückner scheint in der 
zweiten Auflage sorgfältiger bearbeitet zu sein als in der ersten, die wir 
schärfstens ablehnen müssen. Die erste Auflage wimmelte von 
Unrichtigkeiten, sodass unserer Sache ein sehr schlechter Dienst mit der 
Veröffentlichung des Buches erwiesen wurde. Die Anschaffung der neuen 
Auflage können wir befürworten" (NSKG, Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, an 
NSKG, Gaudienstelle Halle-Merseburg, 14/X/36. Quelle: BA NS 15/ 96). 
10. Dezember 1936: 

"Der übersandte Beitrag >Die Musik der Gegenwart< von Prof. 
Robert Lach für das Sammelwerk >Kultur und Gegenwart< ist eine 
negativistische Studie, die nur durch völlige Unkenntnis der behandelten 
Materie erklärt aber nicht entschuldigt werden kann. Die J udenfrage ist 
Prof. Lach offensichtlich noch wenig bekannt. So werden anonyme 
>Entwicklungskräfte< als Realitäten im scholastischen Sinne für die 
Klärung des Verfalls herangezogen, obwohl die Rolle des Juden gerade 
hierfür längst wissenschaftlich erwiesen ist. Lach stützt sich in seinen 
Ausführungen zugegebener Weise auf einen unzuverlässigen 
Kunsthistoriker (Hamann) und auf eine alte Schrift Scherings, die 1920 
erschienen ist. Völlig abwegig ist die Zurückführung der 
Zersetzungserscheinungen auf den späten Beethoven, eine Methode, die 
ebenfalls auf jüdische Historiker zurückgeht. Schliesslich nimmt Lach eine 
These des Juden Ernst Kurth auf, in dem er Richard Wagner >immer 
intensivere Verwendung der Chromatik und der Dissonanz< zuweist, >die 
dann in allmählicher Steigerung zu jenem Kultus der Disharmonie führte, 
die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts die Herrschaft errang und in der 
modernen Musik seinen Gipfel erreichen sollte<. Damit wäre Richard 
Wagner als der Vorbereiter Schönbergs gekennzeichnet. Diese wenigen 
Bespiele mögen genügen um die völlige Unbrauchbarkeit der vorliegenden 
Arbeit darzulegen, wofür man in sämtlichen Abschnitten der Studie 
weiteres Belegmaterial finden kann" (Dr. Gerigk an Parteiamtliche 
Prüfungskommission zu Schutze des NS-Schrifttums, 10/X11/36. Quelle: 
BA NS 15/ 38, unpaginiert). 

19. Dezember 1936: 

"Wir bitten um Auskunft, ob der Schriftsteller Reinhold Conrad 
Muschler dort bekannt ist (geb. am 9. 8. 1882). Es handelt sich um die 
Feststellung der weltanschaulichen Linie, die in den Schriften Muschlers 
zum Ausdruck kommt, besonders auch um die Beurteilung seiner Bücher 
über Musik. Muschler, der seit September 1932 Parteigenosse ist, war 
früher mit einer Jüdin verheiratet. Aus diesem Grunde standen ihm einige 
Dienststellen ablehnend gegenüber. J etzt soll Muschler in der 
Schulungsarbeit gegebenenfalls Verwendung finden" (Dr. Gerigk an 


G 2120 





Parteiamtliche Prüfungskommission, 19/XI11/36. Quelle: BA NS 15/ 38, 
unpaginiert). 


1937 
5. Januar 1937: 

Die Parteiamtl. Prüfungskommission zum Schutze des NS- 
Schrifttums schickt den Artikel "Dirigieren" für Meyers Lexikon zur 
Überprüfung an Dr. Gerigk. 

13. Januar 1937: 

Das Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, wendet sich vertraulich an die 
Gaudienststelle Halle-Merseburg der NSKG, Dr. Grahmann, und bietet 
wegen bevorstehender Abberufung des "nichtarisch versippten" GMD 
Bruno Vondenhoff Information aus dem Archiv an, damit Kandidaten für 
die Nachfolge gefunden werden können (Quelle: BA NS 15/ 96). 

Das Kulturpolitische Archiv war ab 1936 vorübergehend der NSKG 
zugeordnet. 

19. Januar 1937: 

Das Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, teilt der Gaudienststelle Halle- 
Merseburg der NSKG, Dr. Grahmann, streng vertraulich mit, daß der 
Kapellmeister Eugen Bodart als Nachfolger Vondenhoffs kaum in Frage 
komme, da er dirigiertechnisch schwach sei und zudem Gerüchte über 
homosexuelle Neigung umgingen (Quelle: BA NS 15/ 96). 

Gerüchte und moralische Anwürfe waren beliebte Technik der 
kulturpolitischen Attacke. 

Musikpresse und Musikbetrachtung. Vortrag (Berlin, 1937, vor der 
Studentenschaft zum Schluß des Wintersemesters). 
11. Februar 1937: 

Der Veranstaltungsdienst der NSKG ersucht das Kulturpolit. Archiv 
um Auskunft, ob man Furtwängler zu einem Vortrag verpflichten könne. 

Deutsches Musikleben ("NS-Monatshefte" VI11/83, Februar 1937. S. 
185-187). 
Zitat: 

"C...) Um so verwunderlicher ist es, daß die Schallplatte bis zum 
heutigen Tage das einzige (und wohl auch das letzte) Einfallstor für Juden 
und Emigranten geblieben ist. Man traut seinen Augen nicht, wenn man in 
den neuesten Verzeichnissen von Electrola den jüdischen Geiger Yehudi 
Menuhin mit einem ungarischen Tanz von Brahms in einer Einrichtung des 
J uden Joachim serviert bekommt, oder aber wenn die Jüdin Wanda 
Landowska auf Schallplatten Cembalo spielt, die in Deutschland gehandelt 
werden. Selbst im März 1937 gelangt auf Columbia noch Musik von 
Offenbach zur Ausgabe. In den Verlagskatalogen wird der Emigrant Adolf 
Busch heute noch genau so geführt wie die im öffentlichen Musikleben 
längst abgetanen Juden Otto Klemperer, Alexander Kipnis, Karl Aldin, 
Friedrich Schorr, Dobrowen, Kreisler und viele andere. Ebenso kritiklos 
geht es bei den Firmen hinsichtlich der Auswahl der Komponisten zu. 
Niemand denkt daran, Namen wie Meyerbeer, A. Levy, Goldmark, Saint- 
Sans oder selbst Korngold endgültig aus den Verzeichnissen zu 
entfernen. Wir haben dafür nicht das geringste Verständnis, und zwar um 


G 2121 





so weniger dann, wenn offizielle Stellen sich um eine Steigerung der 
Bedeutung der Musikplatte bemühen. Bedarf es wirklich immer erst 
durchgreifender Maßnahmen des Staates, um das Eindringen jüdischer 
Zersetzung unmöglich zu machen? Es ist zu hoffen, daß auf diesem Gebiet 
recht bald ein grundlegender Wandel eintritt: denn der Schallplatten 
kaufende Volksgenosse wird leider oft genug aus Unwissenheit auf 
artfremde Kunst und Künstler hereinfallen" (S. 368). 

Aldin ist verdruckt und Alwin zu lesen; des Denunzianten Übereifer 
traf auch noch den Arier Camille Saint-Saöns. 

Im übrigen kostete die Gleichschaltung der weithin international 
verflochtenen Schallplattenindustrie noch viel Zeit und gelang eigentlich 
erst nach September 1939, als ausländisches Eigentum plötzlich als 
Feindvermögen beschlagnahmt werden konnte. Mit Titel "Schallplatte - 
Jüdischer Einfluß noch nicht beseitigt" gab "Völkische Musikerziehung" III/ 
5, Mai 1937, S. 249, die Essenz von Gerigks Hetzartikel wieder und 
übernahm dabei auch den Druckfehler Aldin. 

Das schwarze Korps" Nr. 47 vom 25/X1/37 griff das Thema unter 
dem Titel "Musischer Saustall" noch detaillierter wieder auf und verriet 
den Lesern, daß es durchaus eine Nachfrage nach jüdischen Schlagern 
gebe. 

9. April 1937: 

Für die Parteiamtl. Prüfungskommission zum Schutze des NS- 
Schrifttums gutachtet Gerigk über den Artikel "Deutsche Musik" in der 
Neuauflage von Meyers Konversationslexikon und streicht Namen 
jüdischer und "kulturbolschewistischer" Komponisten (Quelle: BA NS 15/ 
38). 

16. April 1937: 

Für die Parteiamtl. Prüfungskommission zum Schutze des NS- 
Schrifttums gutachtet Gerigk über den Artikel "Dirigieren" in Meyers 
Konversationslexikon und streicht jüdische Namen und solche von 
"arischen" Emigranten. Er schließt die Empfehlung zur Aufnahme 
folgender Musiker an: Herbert Albert, Hugo Balzer, Dr. Wilhelm 
Buschkötter, Franz Konwitschny, Eugen Papst, Dr. Peter Raabe, Erich 
Seidler, Wilhelm Sieben und Hans Weisbach (Quelle: BA NS 15/ 38) 

16. April 1937: 

Die NSKG, Abt. Musik, Dr. Gerigk, gibt dem Ortsverband Berlin, 
Gauobmann Dransmann, die Anweisung von Reichsleiter Rosenberg 
weiter, daß das Schaffen von Franz Dannehl unbedingt zu fördern sei, u. a. 
auch weil dieser zu den ersten tausend Mitgliedern der NSDAP gehöre 
(Quelle: BA NS 15/ 92). 

19. April 1937: 

Das Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, informiert den Ortsverband Halle 
der NSKG, das Libretto von d'Alberts Oper "Tiefland" stamme zwar von 
einem Juden, jedoch habe Minister Dr. Goebbels entschieden, daß 
wertvolle Werke der deutschen Musik deswegen nicht ausgeschaltet 
werden sollten (Quelle: ACDJC, Document CXLV-603). 

25. Mai 1937: 
Der Veranstaltungsdienst der NSKG fragt beim Kulturpolit. Archiv 


G 2122 





abermals an, ob man Furtwängler zu einem Vortrag verpflichten könne. 
Eindrücke aus Florenz und Cremona ("Die Musik" XXIX/9, Juni 1937). 
Zitat: 

"(...) Da gab es Alfred Casellas Opernmysterium >Die Erschließung 
der Wüste<, ein Mittelding zwischen Oper und Oratorium, das die 
Ereignisse in Abessinien künstlerisch zu gestalten versucht. Darin singen 
die Felsen, die Blumen, die Natur. Eine Schar Flieger erobert im Kampf mit 
den Eingeborenen das Land und nach dem Sieg schaffen sie zusammen 
mit den friedlichen Bewohnern eine neue Gemeinschaft, die den Anfang 
einer neuen Kultur bildet. Casella ist ein Meister in allem Handwerklichen, 
aber seine Musik legt sich auf eine intellektuelle Haltung fest, die einem 
naiven Hörer nicht nur durch die klanglichen Härten den Zugang versperrt. 
Die Italiener entscheiden das Schicksal der Uraufführung durch 
erbarmungsloses Pfeifen (...)" (S. 643). 

Gerigk verschweigt wohlweislich, daß es sich um einen 
völkerrechtswidrigen Kolonialkrieg handelte, den Mussolini von Zaun 
brach; die durch Terror niedergehaltenen Besiegten waren weder friedlich 
noch für eine "neue Gemeinschaft" mit den Faschisten zu gewinnen. 

7. Juni 1937: 

Gerigk bescheidet den Veranstaltungsdienst der NSKG, als Redner 
"für uns" komme Furtwängler nicht in Frage. 

1. Juli 1937: 

Gerigk übernimmt das Amt Musik des ARR (Quelle: BA NS 15/ 131). 

Gerigk war seit 1935 bereits Hauptstellenleiter Musik; jetzt stufte 
Rosenberg die Hauptstelle zum Amt hoch. 

8. Juli 1937: 

Das Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, warnt die NSKG Halle vor dem 
"jüdisch versippten" Sänger Max Lorenz (Quelle: ACDJC, Paris, Document 
CXLV-603). 

3. August 1937: 

Das Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, bittet die Auslandsorganisation 
der NSDAP um Hilfe bei der Feststellung, ob der MV UE in Wien noch als 
jüdisches Unternehmen angesehen werden müsse (Quelle: BA NS 15/ 
135). 

"Tobias Wunderlich", eine Volksoper? ("VB", 27/X1/37). 

Es handelt sich um eine politisch motivierte strikte Ablehnung der 
Oper von Joseph Haas als "klerikale Verfälschung" des deutschen 
Volkstums. 

Ballett-Uraufführung von Wagner-Regeny "Der zerbrochene Krug" 
("Die Musik" XXX/2, November 1937. S. 105). 

"Tobias Wunderlich", eine Volksoper? ("Die Musik" XXX/3, Dezember 
1937. S. 206). 

Kaminski im Furtwängler-Konzert ("VB", 1/X11/37). 

Obwohl er die rassistische Belastung des Komponisten kannte, 
verfaßte Gerigk eine behutsam lobende Besprechung ohne Anspielung 
darauf. 


G 2123 





1938 
Die Wirtin von Pinsk. Mohaupt-Uraufführung in der Dresdner 
Staatsoper ("Die Musik" XXX/6, März 1938. S. 420). 
Musikpolitische Rundschau ("NS-Monatshefte" IX/95, Februar 1938. S. 
182-186). 
Zitat: 

"Es bedarf eigentlich gar nicht der Erwähnung, daß manche 
Vokalkomposition unbeschadet ihrer sonstigen Aufführbarkeit nicht für alle 
Anlässe geeignet ist. Bei einer nationalsozialistischen Feier kann auch die 
hochstehendste Musik über einen Text zur Verherrlichung J udas nicht 
hinwegsehen lassen. Da gibt es Bezirke, die nur als Fragen des Taktes von 
Fall zu Fall eine Lösung finden können. Das hat nichts mit Wertung zu tun 
und liegt auf derselben Ebene wie die musikgeschichtliche Tatsache, daß 
die einzelnen musikalischen Gattungen in ihren Anwendungsbereichen 
meist recht streng voneinander geschieden waren. 

(...) Ganz anders liegt es beim Gegenwartsschaffen. Wer heute noch 
Texte nichtarischer Herkunft oder undurchsichtiger weltanschaulicher 
Haltung vertont, spricht zugleich das Urteil über sich selbst. Auch das ist 
eine Selbstverständlichkeit, wenn es gilt, allem Artgemäßen in unserer 
Kunst zur günstigsten Entfaltung zu verhelfen und allen artfremden Einfluß 
zu brechen. Es ist oft genug ausgesprochen worden, daß als 
Beurteilungsgrundlage auch beim Kunstwerk an erster Stelle die 
Gesinnung steht, aus der heraus es geschaffen wurde. (...)" (S. 182, 
183). 

Was ist mit der J azzmusik? ("Die Musik" XXX/10, Juli 1938. S. 686). 
Zitat: 

"(...) Abgelehnt wurde zunächst einmal der neue Rhythmus. 
Abgelehnt wurden: die sinnlose Anwendung der Synkope und vor allem 
der jüdische industrialisierte J ahrmarktskram, der aufgepropft wurde. Der 
Neger hat etwas, dessen Wurzel im Abendland (bei den Angelsachsen) lag, 
mit Hilfe des J uden in einem tollen Dressurakt assimiliert. Es wurde zum 
Zerrbild, zur Fratze des Ursprünglichen. Abgelehnt wurde und wird 
schließlich alles, was einmal mit den typischen Kapellen negroider Haltung 
zusammenhing: das Saxophon, die gestopften Blasinstrumente, die 
Gliederverrenkungen der Spieler, der heisere, bellende Refraingesang 
usw." 

13. Juli 1938: 

Per Gutachten für die Parteiamtl. Prüfungskommission über die 
"Kleine deutsche Musikgeschichte" von Hans Joachim Moser befindet 
Gerigk, hier sei sichtbare Gegnerschaft zur Kulturpolitik den Dritten 
Reiches dokumentiert (Quelle: BA NS 15/ 38). 

Der Schreiber buchstabierte den Namen Erwin Lendvai durchweg 
"Lendray". 

14. Juli 1938: 

Dr. Gerigk fragt bei der Parteiamtl. Prüfungskommission, ob eine 
neue Schrift von Joseph Müller-Blattau wirklich im Rahmen einer SS- 
Schriftenreihe erscheinen könne, da trotz seiner Parteizugehörigkeit die 
Notwendigkeit einer Distanzierung gegeben sei. 


G 2124 





16. Juli 1938: 

Mit Gutachten für Reichsleiter Rosenberg begründet Gerigk seine 
Vorschläge zum Deutschen Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft, die 
darauf hinauslaufen, Hitler die Wahl zwischen Strauss und Pfitzner 
nahezulegen (Quelle: ACDJC, Document CXLII-231). 

August 1938: 

"Die Musik" XXX/11, S. 766-767, bringt Dr. Gerigks Rezension über 
Hans Joachim Mosers Buch "Das Deutsche Lied".. 

8. August 1938, Adolf Busch: 

"Betr Adolf Busch, Basel 

Der bekannte Geiger Adolf Busch hat sich nach seiner Emigrierung in 
die Schweiz durch besonders deutsch-feindliche Äusserungen hervorgetan. 
Der tschechische Jude Rudolf Serkin ist sein Schwiegersohn. Am 
bekanntesten ist Adolf Buschs Zurückweisung des deutschen Grusses 
geworden, den er einem Briefschreiber gegenüber als persönliche 
Beleidigung bezeichnete. 

Da B. neuerdings wieder in verstärkten Masse auf Electrola- 
Schallplatten auch in Deutschland in den Handel gebracht wird, haben wir 
ein Interesse daran, verschiedene Punkte klarzustellen. 

1.) Trifft es zu, dass Adolf Busch steuersteckbrieflich gesucht wird, 
weil er mehrere hunderttausend Mark entweder in die Schweiz verschoben 
haben oder dem Deutschen Reich an Steuern schuldig geblieben sein soll? 

2.) Ist Adolf Busch ausgebürgert worden? Er hat Anfang 1935 die 
schweizerische Staatsangehörigkeit erworben. 

3.) Gehört er zu den neuernannten Ehrenbürgern von Tel-Awiw? Er 
hat wiederholt in Palästina mit dem jüdischen Orchester konzertiert. 

In jedem Falle bitten wir um Mitteilung, ob das belastende Material 
über Adolf Busch als ausreichend betrachtet wird, um den Vertrieb seiner 
Schallplatten, bei denen er anteilig am Verkaufspreis beteiligt ist, im 
Reichsgebiet zu unterbinden" (Hauptstelle Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, 
an Gestapoamt Berlin, 8/VI11/38. Quelle: BA NS 15/ 69). 

20. Oktober 1938: 

Dr. Gerigk empfiehlt der Hauptgeschäftsführung des 
Reichsüberwachungsamts (=ARR), Hermann Killer für das Kulturpolit. 
Archiv zu gewinnen (Quelle: BA NS 15/ 25). 

Griechisches Austauschkonzert ("VB" Nr. 434, 9/X11/38). 
Zitat: 

"Die ständig wachsende Zahl der Austauschkonzerte mit den 
meisten Kulturstaaten ist einer der vielen Beweise für die zunehmende 
Annäherung der Völker auf der Grundlage des gegenseitigen 
Kennenlernens. Dem Ständigen Rat für die Internationale 
Zusammenarbeit der Komponisten ist diese fruchtbare Arbeit auf 
musikalischem Gebiet in erster Linie zu verdanken. Das 
Reichspropagandaministerium unterstützt die Tätigkeit wirksam. Unter 
dem Protektorat des königlich griechischen Gesandten fand nun 
ein Konzert mit zeitgenössischer Musik in der Singakademie statt. 
Ger 





G 2125 





16. Dezember 1938: 

Dr. Gerigk verfaßt einen Bericht über Musik im Jahre 1938 in drei 
Abschnitten: Die Musik im Jahre 1938 - Bericht über Schallplatten - Musik 
und Weltanschauung; darin nimmt er Stellung zum Betreff: 
Mozartübersetzungen, um die Fassungen Anheißers gegen ablehnende 
Bestrebungen des RMVP zu retten, und ausführlich gegen Joseph Haas 
und "Tobias Wunderlich" (Quelle: BA NS 8/ 243. Blatt 4-6). 


1939 

Das Amt Musik, Dr. Gerigk, liefert dem Hauptamt Wissenschaft, Amt 
Wissenschaftsbeobachtung und -wertung folgende politischen Gutachten 
(Quelle jeweils: IfZ, Signatur wie angegeben): 

(1) 

Hans Rosbaud, Münster, Generalmusikdirektor, wegen Lehrauftrag 
für Musikästhetik an der Universität Münster (MA 116/14). 

(2) 

"Wir beabsichtigen, Dr. phil. E. Jammers, Radebeul, Zillerstr. 11, der 
uns als ausgezeichneter Wissenschaftler bekannt ist, zur Mitarbeit für 
bestimmte Aufgaben der Hohen Schule der Partei heranzuziehen. Bevor 
wir uns mit Dr. Jammers in Verbindung setzen, bitten wir Sie um eine 
möglichst baldige Auskunft über seine politische Vergangenheit und um 
eine Mitteilung, ob sich in Ihren Akten belastendes Material über ihn 
befindet" (Gerigk an Gestapoamt Berlin, undatiert = 1939. Quelle: BA NS 
15/ 26). 

Ewald Jammers (1897-1981) war Landesbibiothekar und Leiter der 
MA der Sächsischen Landesbibliothek Dresden. 

Musikpolitische Umschau ("NS-Monatshefte" X/106, Januar 1939). 

Über die Uraufführung von Egks Oper "Peer Gynt" formuliert Gerigk 
kulturpolitische Vorbehalte, doch läge es nicht im Interesse "unserer" 
Kulturpolitik, dagegen vorzugehen, da das Experiment nicht ausgeschaltet 
werden dürfe. Strawinsky habe sich politisch stets klar gegen den 
Kommunismus und auch gegen den Liberalismus ausgesprochen. Er sei 
zudem erfüllt von Erfurcht vor den großen Leistungen unserer Musik" (S. 
86). 

12. Januar 1939: 

Die Hauptstelle Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, bittet das Gestapoamt 
um denunziatorische Auskünfte über H. J. Moser und C. Clewing. Die 
eingeholte Auskunft datiert vom 16/111/39 und geht zugleich ans RMVP, 
Hinkel (Quelle: BA NS 15/ 69). 

"Die Bürger von Calais'. Wagner-Regeny-Uraufführung in der Berliner 
Staatsoper ("VB" Nr. 31, Wien, 31/1/39). 
16. März 1939: 

Die Hauptstelle Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, richtet eine Anfrage 
an das Gestapoamt Berlin wegen der früheren politischen Betätigung des 
Schriftleiters E. von der Nüll und "ob er sich in irgend einer Hinsicht in 
Widerspruch zu der Weltanschauung des Nationalsozialismus befunden 
hat" (Quelle: BA NS 15/ 69). 


G 2126 





21. März 1939: 

In einem Gutachten für das Amt Rosenberg über H. S. Zieglers 
Schrift "Entartete Musik" empfiehlt Gerigk das Werk trotz milden 
Vorbehalts für Schulungszwecke (Quelle: BA NS 15/ 101). 

5. April 1939: 

Die Hauptstelle Musik, Dr. Gerigk, bittet die AD der NSDAP um 
erschöpfende Beurteilung des eben aus Freiburg/Schweiz nach Köln 
berufenen Musikwissenschaftlers Prof. Dr. K. G. Fellerer, zumal im Hinblick 
auf die geplante Zusammenarbeit mit ihm (Quelle: BA NS 15/ 135). 

6. April 1939, Bericht: 

"(...) Pg. Gerigk unternahm den Versuch, mit Hilfe von Schallplatten 
auf experimentellem Wege Aussagen über Musikwerke, die den Hörern 
nicht bekannt waren, festzustellen. Daraus ergaben sich praktische 
Möglichkeiten zur Schärfung des Ohres für eine Erkenntnis und 
Beurteilung der Beziehungen zwischen Musik und Rasse. Die 
Ergebnisse der planvoll durchgeführten Versuchsreihe werden 
Ausgangspunkt für weitere fruchtbare Arbeiten in dieser Richtung sein" 
(Musikfragen der Gegenwart. Arbeitstagung der Musikstudentenführer der 
Musikhoch- und Fachschulen. "VB" Nord, Nr. 96, 6/1V/39). 

Hans Pfitzner, ein deutscher Meister ("VB" Nord, Nr. 125, 5/V/39). 
In dieser Geburtstagshuldigung betonte Gerigk die politischen 
Verdienste Pfitzners und seinen Kampf gegen den "Kulturbolschewismus" 

und Internationalismus. 
Ein Leben im Dienste der deutschen Musik ("VB" Nord, Nr. 162, 
11/VI/39). 

In dieser Geburtstagshuldigung betonte Gerigk die Verdienste von 
Richard Strauss um die Weltgeltung der deutschen Musik. 

14. August 1939, Lexikonplan: 

"(...) Inzwischen habe ich die Vorarbeiten für das grosse Lexikon 
soweit fertig gestellt, dass die Verteilung der einzelnen Gebiete 
vorgenommen werden kann. Spätestens unmittelbar nach dem Parteitag 
kann ich Reichsleiter Rosenberg den Gesamtplan vorlegen und ich werde 
dann auch noch mit ihm darüber sprechen, wie weit ich gegebenenfalls 
mit Ihnen als dem Herausgeber arbeiten kann. Auf jeden Fall glaube ich 
durchzusetzen, dass ein kleiner Kreis von Fachvertretern von denen jeder 
die persönliche fachliche Verantwortung für ein Spezialgebiet übernimmt, 
für die aufgewendete Zeit und Mühe angemessen honoriert wird. (...)" 
(Gerigk an Prof. Fellerer, 14/VI11/39. Quelle: ACDJC, Document 
CXLIII-347). 

Gerigk bereitete derzeit ein umfangreiches Musiklexikon im Rahmen 
der Hohen Schule der NSDAP vor, für das er Mitarbeiter wie Friedrich 
Blume, Werner Danckert, Erich Schenk, Rudolf Gerber, Helmuth Osthoff, 
Erich Schumann, Wolfgang Boetticher und Rudolf Sonner eingeplant 
hatte; wichtigere Arbeiten wie das Judenlexikon und der Musikraub in den 
besetzten Ländern erhielten dann Vorrang. 

Mitte August 1939, Zusage: 

"Ich stehe Ihnen nach Kräften für das Musiklexikon als Mitarbeiter 

zur Verfügung (...) Zu meinem besonderen Arbeitsgebieten gehört vor 


G 2127 





allem die Geschichte der deutschen Musik im 15. und 16. Jahrhundert, 
sowie italienische Musik bzw. Musik in Italien im Zeitalter der 
Renaissance. Interessieren würden mich weiter: deutsches Lied, Oper, 
Instrumentalmusik bis 1800, Frühromantik in Deutschland, Bach und sein 
Zeitalter. (...)" (Dr. Helmuth Osthoff an Dr. Gerigk, undatiert = ca. 16. 
August 1939. Quelle: BA NS 15/ 26). 

6. Oktober 1939: 

Die Hauptstelle Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, fragt beim RSHA an, 
ob dort Erkenntnisse über den Wiener Musikwissenschaftler Alfred Orel 
vorliegen oder Material zu beschaffen sei, nachdem dieser sich exponiert 
zum Nationalsozialismus bekenne (Quelle: BA NS 15/ 35). 

9. Oktober 1939: 

"(...) Jüdische Doktoranden des Prager Musikwissenschaftlichen 
Instituts aus den letzten Jahren sind sowohl der von Ihnen genannte M. 
Kolinsky, als auch Heinz Gradenwitz, Günther Adler und ein gewisser 
Spitzer, dessen Vornamen ich noch erkunden muss. Kolinsky und 
Gradenwitz haben Publikationen im Rohrer Verlag veröffentlicht; von Adler 
und Spitzer liegt mir nichts vor (...)" (Gaupropagandaamt Reichenberg, 
Dr. Eduard Frank, an Gerigk, 9/X/1939. Quelle: BA NS 15/ 219). 

Der Funktionär meinte Peter Gradenwitz. 

25. Oktober 1939: 

Die Hauptstelle Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, fragt beim RSHA an, 
ob es Erkenntnisse habe über konfessionell katholische Tendenzen des 
Musikwissenschaftlers Dr. Marius Schneider, Leiter des Phonogramm- 
Archivs beim Museum für Völkerkunde Berlin (Quelle: BA NS 15/ 35. Blatt 
179). 

Pfitzners "Kleine Symphonie" uraufgeführt ("VB" Nr. 326, 22/X1/39). 

Gerigk benutzte die Uraufführungs-Besprechung zu einem Angriff 
gegen die "Modernen". 

Herbst 1939: 

Dr. Gerigk verschafft sich gleich nach der Besetzung Polens einen 
Überblick über deutsche Musikalien in polnischen Bibliotheken und 
Archiven. 

2. November 1939: 

"Das Propagandaministerium nimmt hinsichtlich der Genehmigung 
von französischen Komponisten für Oper und Konzertaufführungen eine 
wenig grosszügige Haltung ein. Man will sogar Berlioz als Franzosen von 
dem Konzertprogramm streichen. 

Im Gegensatz dazu hat Generalfeldmarschall Göring bestimmt, dass 
die Opern Carmen und Mignon schon in den nächsten Wochen wieder in 
den Spielplan der Berliner Staatsoper aufgenommen werden. 

Durch diese gegensätzliche Behandlung der französischen Musik 
werden die Künstler unsicher gemacht und eine einheitliche Regelung 
scheint dringend notwendig. Angesichts der eindeutigen Erklärung des 
Führers, dass wir von freundschaftlichen Gefühlen für das französische 
Volk beseelt sind, wäre es sicher politisch wertvoll, wenn wir uns 
mindestens den bereits verstorbenen französischen Komponisten 
gegenüber ganz grosszügig verhielten. Da aber auch Urheberrechtsanteile 


G 2128 





wahrscheinlich während der Dauer des Krieges nicht an kriegführende 
Länder gezahlt werden, könnte man vielleicht sogar die bereits 
verstorbenen aber noch urheberrechtlich geschützten Komponisten 
freigeben. Es handelt sich im wesentlichen um Debussy und Ravel. Beides 
Meister, die in unseren Konzertsälen unbestrittete Anerkennung gefunden 
haben. 

Die Herbeiführung einer schnellen Entscheidung ist auch wichtig für 
unsere Zeitschrift >Die Musik<, die in manchen Fällen um eine Erwähnung 
und Behandlung französischer Komponisten nicht herumkommt" (Dr. 
Gerigk zum Betreff Unsere Stellung zu französischen Komponisten 
während des Krieges, 2/X1/39. Quelle: BA NS 15/ 99. Blatt 42-43). 

2. Dezember 1939: 

Dr. Gerigk fragt beim Oberbürgermeister der Stadt Landshut nach 
den Personalien des jüdischen Kapellmeisters Charles Adler, der 1912-13 
am dortigen Stadttheater engagiert war (Quelle: BA NS 15/ 21a). 

Adler (1889-1959) war inzwischen nach München umgesiedelt, wo 
jedoch keine Anmeldung vorlag war, sodaß Gerigk nicht weiterkam. 
Gottfried Müllers "Konzert für großes Orchester". Furtwängler- 
Konzert in der Philharmonie. ("VB", 21/X11/39). 

1939, Aktennotiz: 
"Hauptstelle Musik. 
1. Sichtung und Wertung des neuen Musikschaffens, auch auf dem Gebiet 
der Oper. 
2. Ständige Beobachtung der kulturpolitischen Beeinflussung des 
Musiklebens. 
3. Beratung und Führung der Musikarbeit des Deutschen 
Volksbildungswerkes. 
4. Zusammenarbeit mit der Reichsmusikkammer und der Fachschaft 
Komponisten. 
. Künstlerberatung und Künstlerauslese. 
. Aufstellung von Veranstaltungsplänen. 
. Hauptlektorat Musik beim Amt Schrifttumspflege. 
. Beobachtung der Musikarbeit in Film und Rundfunk. 
. Verbindung zur Musikwissenschaft, Fühlungsnahme mit den führenden 
Musikerpersönlichkeiten. 
10. Herausgabe des amtlichen Organs >Die Musik<. 
Stelle >Musikwertung und Überwachung«<. 
1. Prüfung und Auswertung von Musikwerken. 
2. Überwachung des Musiklebens im Hinblick auf beanstandete und zu 
beanstandende Fälle. 
3. Mitarbeit an den Aufgaben des Leiters der Hauptstelle. 
>Verbindungsstelle< (Stelle). 
1. Beratung und Zielsetzung für die Musikarbeit der Partei, ihren 
Gliederungen und angeschlossenen Verbänden. 
2. Mitbearbeitung in Fragen der Feiergestaltung sowie der Volks- und 
Laienmusik. 
Stelle: Schriftleitung >Die Musik<. 
1. Schriftleitungsarbeiten an der Zeitschrift >Die Musik<, Organ der 


vo oa U 





G 2129 





Hauptstelle Musik beim Beauftragten des Führers für die Überwachung der 
gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der 
NSDAP. 

2. Sichtung, Überprüfung und gutachtliche Wertung des Musikschrifttums 
auf Weisung des Hauptstellenleiters in seiner Eigenschaft als Hauptlektor 
für Musik beim Amt Schrifttumspflege. 

3. Begutachtung und Auswertung der Tages- und musikalischen 
Fachpresse" (Aktennotiz, vermutlich von Gerigk, 1939. Quelle: ACDJC, 
Document XLII-207). 

Deutlich ist, daß Gerigk schon 1939 an einer singulären Basis für 
persönliche Macht arbeitete - ohne Rücksicht darauf, daß mehrere der 
aufgelisteten Aufgaben durchaus im Arbeitsbereich des RMVP, Abt. M, 
lagen. 


1940 
3. Januar 1940: 

"(...) teile ich mit, daß für die Wiederaufnahme der Oper >Carmen< 
eine besondere Genehmigung ausgesprochen worden ist. Im Übrigen 
sollen während des Krieges keine französischen oder englischen Opern 
und Operetten auf deutschen Bühnen aufgeführt werden. 

Auf dem Gebiete des Konzertwesens können Werke derjenigen 
älteren Meister von Weltgeltung aufgeführt werden, deren Schaffen noch 
einen wesentlichen Bestandteil des öffentlichen Musiklebens bildet, z. B. 
Chopin. Vor allem haben Aufführungen solcher Werke zu unterbleiben, die 
von geschützten Komponisten des feindlichen Auslandes stammen, z. B. 
Debussy, Ravel, Strawinsky." (RMVP, Dr. Drewes, an Hauptstelle Musik, 
3/1/40. Quelle. BA NS 15/ 99. Blatt 44). 

28. Februar 1940: 

"(...) Im August vorigen Jahres schrieb ich Ihnen von unseren 
wissenschaftlichen Vorarbeiten für die Hohe Schule der Partei. Diese 
Arbeiten ruhten bisher, weil wir annahmen, daß derartige 
Unternehmungen, die auf lange Sicht aufgebaut sind, zurückzutreten 
haben. Nun hat der Führer befohlen, daß auch in der Kriegszeit namentlich 
die Forschungsarbeit weitergeführt werden soll. Es wäre nun wichtig und 
eilig, daß ich von Ihnen nochmals genau umrissene Angaben bekommen 
könnte, welche Teilgebiete Sie für das geplante umfassende Musiklexikon 
(...) übernehmen wollen. (...)" (Dr. Gerigk an Prof. Dr. Gerber, 28/11/40. 
Quelle: BA NS 15/ 25). 

Zu dieser Zeit existierten aus einer Grundkartei herausgezogene 
Listen von rund 20 000 Stichwörtern, die sich an den Lexika Alfred 
Einsteins, Hugo Riemanns und Hans-Joachim Mosers orientierten; Lily 
Vietig-Michaelis arbeitete daran mit Schere und Klebstoff. Musikhistorische 
Recherchen standen noch aus. Mehr kam unter den sich verschärfenden 
Bedingungen des Krieges nicht zustande. Das große Lexikon fehlt daher in 
der Liste der Aufgaben des Amts Musik vom 3/II/43. Gerigk war voll 
ausgelastet. Das Material blieb zunächst im Amt Musik, bis man es nach 
Schlesien auslagerte. Hier verschwand es bei der Besetzung durch die 
Rote Armee spurlos. 


G 2130 





Die spätere Behauptung, Gerigks Material habe die Vorbereitung der 
Nachkriegs-Enzyklopädie "Musik in Geschichte und Gegenwart" gedient, 
ist freie Erfindung und lediglich durch unfundierte Konstruktionen und 
ganze oder teilweise Weglassung von Archivdokumenten ermöglicht 
worden (Vgl. Eva Weissweiler: "Ausgemerzt!". Das Lexikon der Juden in 
der Musik und seine mörderischen Folgen. Köln, 1999. Vorwort, S. 50-60). 
29. März 1940: 

"(...) Pg. Dr. Wolfgang Boetticher ist seit 1. 12 1937 als Referent in 
der Hauptstelle Musik tätig und er hat sich in dieser Zeit stets als ein 
ausgezeichneter Sachkenner und instinktsicherer Nationalsozialist 
bewährt. Außerdem ist Boetticher noch Sachbearbeiter für 
Musikwissenschaft in der Reichsstudentenführung. Wie mir berichtet 
worden ist, hat Boetticher den gesamten Umkreis der Robert-Schumann- 
Forschung unter Berücksichtigung unserer weltanschaulichen Haltung 
durchgearbeitet, und er ist auf Grund umfangreichen neuen Materials zu 
wertvollen Ergebnissen gelangt, die das Schumannbild in manchen 
Punkten neu gestalten (...)" (nur als Durchschlag überliefertes Schreiben 
an den Oberbürgermeister von Zwickau, 29/111/41. Quelle: NS 8/ 136. 
Blatt 65). 

Das Dokument hat weder Absender noch Unterschrift; ausweislich 
der Signatur entstammt es der Kanzlei Rosenberg. Die Stadt Chemnitz 
wollte Boettichers Dissertation über Schumann fördern. 

Der Schreiber ignorierte, daß Forschung unter weltanschaulichen 
Prämissen nur Lügen gebiert; das Mittelalter hätte da abschreckend 
wirken können. 

30. April 1940: 

Karl Blessinger wendet sich an Dr. Gerigk, äußert sich zum eben 
ausgelieferten "Lexikon der J uden in der Musik", macht u. a. darauf 
aufmerksam, daß der hier verzeichnete Sänger Leopold Demuth 
(1861-1910) anderswo als Arier dargestellt sei, und fragt, ob Ralph 
Benatzky wirklich arischer Abstammung sei. Weiter denunziert er Arthur 
Piechler, Augsburg, den Cellisten van Leyden und Walther Harburger 
(Quelle: BA NS 15/ 21, unpaginiert). 

Daß Dr. Goebbels die Frage Benatzky per Anweisung längst positiv 
entschieden hatte, blieb außer Betracht. 

Ich bin Realist und Russe. Zum 100. Geburtstag Peter Tschaikowskys 
("VB" Nr. 128, 7/V/40). 
Zitat: 

"Das Werk Peter Tschaikowskys gleicht einem Prisma, in dem sich 
die russische Seele in ihrer Eigenart spiegelt, in ihrer Abhängigkeit und in 
ihrer Selbständigkeit. Der slawische Mensch verfügt über ein ausgeprägtes 
Rassegefühl, aber er ist dabei Einflüssen und Stimmungen besonders stark 
unterworfen. Das wirkt sich naturgemäß am sichtbarsten bei einer 
sensiblen Künstlernatur aus, und Tschaikowsky bildet geradezu ein 
Schulbeispiel für die Zerrissenheit wie für das Glück, die sich aus dieser 
Seelenlage ergeben. 

(...) Bei uns ist der ungewöhnliche Widerhall der Musik 
Tschaikowskys manchem lebenden Tonsetzer ein Rätsel, und man trifft 


G 2181 





daher dem sonst fanatisch verehrten Meister gegenüber nicht selten auf 
eine überhebliche Ablehnung. Wer sein eigenes Volk und dazu die übrige 
Kulturwelt in solchem Maße und unverändert im Wandel der Jahrzehnte so 
beherrscht, der muß als Künstler über besondere Eigenschaften verfügen, 
die das nicht nur verständlich machen, sondern nur rechtfertigen. 

(...) Wir wissen, daß Tschaikowsky namentlich von der Kunst 
Mozarts, Schumanns und Berlioz' entscheidende Anregungen erhalten hat. 
Wichtiger für seinen Personalstil blieb jedoch alles das, was sich aus der 
russischen Rassenseele ergab. Verhältnismäßig selten griff Tschaikowsky 
auf bodenständige Volksmelodik zurück, aber die eigene Erfindung färbte 
er meist in deren Sinne ein. Besitzt die slawische Melodiebildung im 
allgemeinen schon eine starke Wirkungsfähigkeit auf jeden musikoffenen 
Menschen, so kommt bei Tschaikowsky noch eine Rhythmik und eine 
Kunst der Instrumentierung hinzu, die man in besonders 
charakteristischen Fällen mit Recht als asiatisch bezeichnet hat". 

Gerigk redete den Unsinn von "Rassenseele" nach, weil er nicht 
wagen konnte zu untersuchen, ob die schöpferisch wirksame Krisenlage 
des Komponisten in erster Linie nicht etwa durch seine latente 
Homosexualität bedingt gewesen sein könnte statt durch "Rasse" oder 
sonstigen Fiktionen. 

In der Zeit des deutsch-sowjetischen Pakts liebäugelten Schreiber 
des öfteren mit Themen, die bislang aus kulturpolitischen Gründen eher 
ausgespart geblieben waren. Das Jubiläum Tschaikowskys signalisierte bis 
zum Beginn des "Östfeldzugs" eine Aufweichung der bisherigen Fronten. 
So etwa konnte der Verlag Breitkopf & Härtel in der Musikpresse - etwa 
"AMZ" LXVII/1940, S. 108 - Orchestermusik russischer Komponisten 
annoncieren, nämlich Chatschaturjan (schon damals falsch transliteriert 
als "Khatchatourian") mit der Sinfonie, Mjaskowskij mit der 16. Sinfonie, 
Schostakowitsch mit der Fünften und Prokofjew mit der 1. Suite aus 
"Romeo und Julia", ohne daß Aufführungen überliefert sind. 

Betreff: Hauptstelle Musik - Aufgaben und Arbeiten laut Schreiben 
des Reichsleiters vom 14. 5. 1940 (Quelle: BA NS 15/ 189). 
Zitat: 

"(...) Das Ziel dieser Arbeiten ist, möglichst bald schon eines im 
Sinne unserrer Weltanschauung neu gestaltetes umfangreiches 
Musiklexikon zu veröffentlichen, das wiederum den Ausgangspunkt für die 
kommende enzyklopädische Zusammenfassung des Stoffgebiets bilden 
soll. Die Durchführung dieser Arbeiten ist vordringlich (...)" 

Enthält Hinweise auf Mitarbeit der Musikwissenschaftler Danckert, 
Fellerer, Gerber, Schenk, H. Schole und Erich Schumann an der Planung 
der Hohen Schule der NSDAP und erwähnt das Lexikonprojekt Gerigks. 

3. bis 11. Juni und Juli 1940: 

Dr. Gerigk unternimmt eine zweite Reise nach Polen und forscht mit 
Hilfe W. Boettichers in Krakau und Warschau nach deutschen oder für 
Deutschland zu requirierenden Musikalien. Mit Ermächtigung des 
Generalgouverneurs beschlagnahmen die beiden aus dem Bestand der 
Staatsbibliothek und zweier anderer Bibliotheken Warschaus u. a. 
Handschriften von Chopins Lehrer Joseph Elsner und lassen zwei Koffer 


G 2132 





Material aus dem Chopin-Institut mitgehen. 
23. Juni 1940: 

Dr. Hermann Seeliger, Bad Salzbrunn, fragt Dr. Gerigk nach dem 
"Lexikon der Juden in der Musik" und weist ihn auf die suspekten Fälle 
Camille Saint-Sa&ns und Ruggiero Leoncavallo hin; dieser sei schon wegen 
des Namens "Löwenpferd" verdächtig (Quelle: BA NS 15/ 21, unpaginiert). 

Seeliger hatte Gerigk einen Artikel gegen Moser angeboten, in dem 
er die jüdischen Namen in dessen Musiklexikon rügte. Er empfahl sich als 
Autor des Artikels "Der jüdische Haßfeldzug gegen Richard Wagner" 
("Deutschlands Erneuerung" XVII/7, Juli 1933, S. 400-411, und XVII/8, 
August 1933, S. 483-490), für den er zehn Jahre Material gesammelt 
habe. 

13. Juli 1940: 

Dr. Gerigk schreibt an den bei der Wehrmacht in Belgien stehenden 
Leutnant Helmut Osthoff, um Einzelheiten über Bibliotheken in Krakau und 
Brüssel zu erfahren (Quelle: BA NS 30/ 65). 

15. Juli 1940, Teilung der Beute: 

"(...) zu Ihrem Brief vom 12. Juli möchte ich Ihnen Folgendes 
mitteilen. Die meisten Beethoven-Handschriften in französischem Besitz 
befinden sich in der Bibliothek des Conservatoire Nationale de Musique in 
Paris. Wir haben sie sämtlich photographisch aufgenommen und besitzen 
auch die Platten. Es handelt sich hier um eine sehr schöne umfangreiche 
Sammlung. Einzelne zum Teil sehr schöne Manuskripte besitzen der 
deutsch gesinnte Pianist Alfred Cortot in Paris, ferner Edouard Herriot, 
sowie das Musee Ingres in Montauban. Auch Louis Barthou hatte 
Manuskripte. Auch von diesen Stücken haben wir Photos. Manuskripte 
könnten auch noch sein in der Bibliothek der großen Oper in Paris, wo der 
unserer deutschen Musikwissenschaft nicht immer gut gesinnte Herr 
Prod’'homme haust. 

Beethoven-Manuskripte in Belgien finden sich vor allem bei Herrn 
Emile Grisar in Antwerpen und Herrn Heinemann (Heimann?) in Brüssel. 
Letzterer soll ein Jude sein. Kleinigkeiten besitzt auch die Bibliothek des 
Conservatoire Royal in Brüssel, wo der sehr deutschgesinnte Professor van 
den Borren tätig ist. 

Falls Sie in Frankreich noch Privatsammler entdecken können, die 
Beethoven-Manuskripte besitzen, so wäre ich Ihnen für eine Mitteilung 
sehr dankbar. 

Und nun erlauben Sie mir noch eine Bemerkung: Falls durch den 
kommenden Friedensvertrag Beethoven-Manuskripte nach Deutschland 
kommen sollten, so hielte ich es objektiv für angebracht und zweckmäßig, 
daß sie dem Bonner Beethoven-Haus überwiesen werden. Wenn Sie 
hierfür eintreten könnten und würden, wäre ich Ihnen sehr verbunden" 
(Vertraulich! Der Direktor des Beethoven-Archivs Bonn, Prof. Dr. L. 
Schiedermair, an ARR, Dr. Gerigk, 15/V1I1/40. Quelle: BA NS 30/ 64). 

Louis Barthou (1862-1934) = französischer Politiker, Edouard 
Herriot (1872-1952) = Radikalsozialist und Präsident der 
Abgeordnetenkammer bis 1940; Alfred Cortot (1877-1962) = 
bedeutender Klaviervirtuose, Jacques Prod'homme = fruchtbarer 


G 2133 





Musikschriftsteller. Der Zugriff auf französisches Privateigentum bereitete 
Gerigk keine Gewissensbisse. 
20. Juli 1940: 

Dr. Gerigk macht Reichsleiter Rosenberg Vorschläge zur musikal. 
Ausgestaltung der Kulturtagung beim kommenden RPT, indem er seine 
letztjährigen Vorschläge übernimmt, jedoch eine großartigere Wirkung 
durch Aufführung des Chorfinales der Neunten Beethovens statt der 
Fünften voraussagt; Furtwängler jedoch wolle keinen Einzelsatz dirigieren, 
weswegen Gerigk dafür Karl Böhm vorschlägt (Quelle: Akten der Partei- 
Kanzlei der NSDAP. Regesten. Mikrofiche 126 02526-02527). 

28. Juli 1940: 

Zwei Waggons geraubter Musikinstrumente gehen von Paris an das 
Amt Musik in Berlin ab. 

August 1940: 

Dr. Gerigk beschlagnahmt in Paris bei den Firmen Path&-Marconi und 
Ode&on Schallplattenbestände von jüdischen Komponisten und Interpreten. 
Damit provoziert er Widerstand bei der Militärverwaltung, Abt. 
Feindvermögen, die diese Aktion als unrechtmäßig ansieht. 

10. August 1940, Was der Einsatzstab zu tun hat: 

"Um dem Zugriff anderer an den Beständen interessierter 
Dienststellen zuvorzukommen, ist die möglichst baldige Besichtigung der 
führenden Schallplattenfabriken und Schallplatten-Verteilungslager 
erforderlich. Die Produktion erfolgt im wesentlichen in Pariser Vororten. Es 
ist anzunehmen, daß uns dabei große Bestände jüdischer und atonaler 
Musik in die Hände fallen, die als Vorführ-Material an der Hohen Schule in 
späterer Zeit wertvoll sein können. Da es sich fast ausschließlich um 
Firmen handelt, die in englischem Privatbesitz sind, steht einer 
Beschlagnahme nichts entgegen. Der Umfang des für uns verwertbaren 
Materials kann naturgemäß nur an Ort und Stelle ermittelt werden. Es 
muß aber mit mindestens 10 - 20000 Schallplatten gerechnet werden. 

(...) In Paris müßte nach dem Verbleib deutscher Emigranten 
gefahndet werden, die zum Teil wertvolle Bibliotheken besessen haben. An 
erster Stelle wird hierbei an den früheren Berliner Professor Dr. Curt Sachs 
gedacht. Es ist wahrscheinlich, daß aus solchem Besitz interessantes und 
wertvolles Material sichergestellt werden kann. Auch die jüdischen 
Musikverlage und Schriftleitungen von Fachzeitschriften müssen 
wenigstens besichtigt werden. Es ist wahrscheinlich, daß sich auch dort 
Material findet, das für unsere Zwecke wichtig ist. 

Auch die großen Musikbibliotheken, die wertvolle Handschriften 
deutscher Herkunft enthalten, müssen aufgesucht werden, bzw. es ist 
erforderlich, mit den Verwaltern dieser Sammlungen Beziehungen 
aufzunehmen, soweit es sich um Material handelt, das auch in Zukunft in 
französischem Besitz bleiben soll, kann die Fotokopie der für uns 
wertvollen Bestände in die Wege geleitet werden" (Dr. Gerigk zum Betreff 
"Vordringliche Arbeiten auf dem Gebiet der Musik in Frankreich", 
10/V111/40. Quelle: ACDJC, Document CXLIV-392). 

Gerigk war nicht nur Leiter der Aktion, sondern auch persönlich an 
der Bearbeitung des Raubgutes beteiligt, u. a. ließ er im Juni 1941 sechs 


G 2134 





Kisten mit Eigentum der Mme. Louise B. M. Dyer, der Gründerin der 
Edition L'Oiseau Lyre, versandfertig machen; diese enthielten außer 
Schallplatten auch Notenausgaben, so von Francois Couperin, John Byrd, 
Bela Bartök und 3 Bände des Codex Montpellier. 

17. August 1940: 

Hauptstellenleiter Dr. Gerigk eröffnet im Hotel Commodore das 
Pariser Büro des Sonderstabes Musik. 

9. September 1940: 

Dr. Gerigk sendet dem RMVP den ersten Überblick über die bereits 
vorgenommenen Beschlagnahmen von Musikalien (Quelle: BA NS 30/ 64). 
12. September 1940: 

Reichsleiter Rosenberg vermerkt in seinem Tagebuch, daß Dr. Gerigk 
ihm über Listen der in Frankreich befindlichen deutschen Musikliteratur, 
Urkunden und dergleichen berichtet habe. 

19. September 1940, Der Kontrolleur: 

"(...) Pg. Lucht möchte zum Einsatz in Frankreich besonders 
diejenigen französischen Künstler vorschlagen bzw. verlangen, die als 
deutschfreundlich bekannt sind. Gegen die Sängerin Germaine Lubin wird 
anscheinend Widerstand organisiert, weil sie zuletzt von der Berliner 
Staatsoper verpflichtet war. Die deutschen Behörden müssen jetzt auf 
ihrer Herausstellung bestehen. Pg. Lucht wurde von uns eine kurze 
Aufstellung der wenigen französischen Künstler zugesagt, die vor dem 
Kriege im deutschen Musikleben eine besondere Rolle spielten. 

Bezüglich der zu genehmigenden deutschen Opernwerke schlug ich 
Pg. Lucht vor, die Zulassung von dem Eindruck der Generalprobe abhängig 
zu machen, die dann allerdings von deutschen Sachverständigen besucht 
werden muss. Für den Fall, dass Dr. Killer oder ich selbst an einem solchen 
Tage in Paris sein werden, wollen wir uns bei rechtzeitiger 
Benachrichtigung für die Generalprobe frei machen" (Aktennotiz von Dr. 
Gerigk, Paris, 19/1X/40. Quelle: BA NS 30/ 65). 

Lucht, Sonderführer der Wehrmacht und Leiter der Kulturabteilung 
der Propagandastaffel, stand einer militärischen Dienststelle vor. Gerigks 
Dienststelle beim Amt Rosenberg nannte sich zu der Zeit noch zwecks 
Tarnung "Sonderstab Musikforschung". 

Germaine Lubin (1890-1979) = Sopranistin an der Opera Paris, 
gefeierte Isolde, die als erste Französin in Bayreuth auftrat; sie galt als 
Kollaborateurin. 

30. September 1940: 

Dr. Gerigk verfaßt einen Arbeitsbericht, der alle bisherigen 
Feststellungen über Standorte und Signaturen der in Pariser Bibliotheken 
aufbewahrten Musik-Autographen von deutschen Komponisten enthält 
(Quelle: BA NS 30/ 65). 

2. Oktober 1940, Auftrag zum Kunstraub: 

"(...) Dr. Goebbels sprach den Wunsch aus, dass ich mit meinen 
Mitarbeitern nicht nur Feststellungen der bisherigen Art treffen soll, 
sondern dass für das Reich besonders wichtige und wertvolle Stücke sofort 
sicherzustellen seien. Das könne in Paris geschehen, noch besser aber in 
Berlin. Namentlich die Manuskripte Richard Wagners, seinen Briefwechsel 


G 2133 





mit dem Juden Schlesinger, die Autographe von Gluck sowie die im Besitz 
der Grossen Oper befindlichen zeitgenössischen Dirigierpartituren der 
Werke von Gluck und vieles andere. Bei Gluck ist unser Rechtsanspruch 
ohne weiteres klar, weil der Nachlass Glucks seinerzeit in Wien von den 
Franzosen vernichtet worden ist, sodass im Reich nur ganz wenig Gluck- 
Handschriften sich befinden. Ich machte Dr. Goebbels auf die für uns 
geltende klare Führerweisung aufmerksam, dass staatlicher Besitz nicht 
angerührt werden darf. Dr. Goebbels erklärte, dass die ihm vom Führer 
erteilten Vollmachten weit genug reichen, damit er selbst mir diesen 
Auftrag erteilen kann, was er hiermit tue. Sollten sich beim Chef der 
Militärverwaltung oder an anderer Stelle Schwierigkeiten herausstellen, so 
soll ich mich unverzüglich bei ihm selbst melden, und er wird die 
entstandenen Schwierigkeiten auf der Stelle aus dem Wege räumen und 
nötigenfalls sich vom Führer neue Vollmachten geben lassen. Dr. Goebbels 
empfahl vor allem den möglichst umgehenden Besuch des Schlosses an 
der Loire, in dem die geflüchteten Musikhandschriften angeblich unter 
fachmännischer Leitung aufbewahrt werden. Er stellt mir anheim, mich als 
Privatgelehrten dort einzuführen und empfiehlt erst bei dem Auftreten von 
Schwierigkeiten in amtlicher Eigenschaft vorzugehen. Die für uns 
besonders wertvollen Autographe müsste ich dann unter entsprechend 
sicherer Bewachung sofort selbst abtransportieren 

Ich wies den Minister dann darauf hin, dass ich die bevorstehenden 
Arbeiten mit meinem kleinen Mitarbeiterstab nur innerhalb eines längeren 
Zeitraumes leisten könne, und dass eine rasche Erledigung nur bei 
Heranziehung zusätzlicher Fachkräfte gewährleistet werden kann. Hierfür 
sind Geldmittel erforderlich. Dr. Goebbels fragte, in welcher Höhe Mittel 
benötigt werden, worauf ich ihm erklärte, dass ich zunächst mit etwa 20 
000 RM zurecht kommen würde. Er fragte Herrn Dr. Müller aus welchem 
Fonds diese Gelder disponiert werden. Es handelt sich um einen eigens 
vom Führer zur Verfügung gestellten Kriegsfonds. Dr. Goebbels wies 
seinen Ministerialdirigenten Dr. Müller an, mir zunächst Geldmittel in Höhe 
bis zu RM. 20 000.-- auf Abruf zur Verfügung zu stellen und erklärte mir 
weiter, dass ich mich an ihn persönlich wenden soll, falls diese Summe 
aufgebraucht ist. Er wird mir dann weitere Mittel bewilligen. 

Dr. Goebbels erkundigte sich dann auch noch danach, in welchem 
Umfange Feststellungen für die älteste Zeit, die nicht unter seinen Auftrag 
fallt, gewonnen werden konnten. Ich machte ihm einige Angaben und wies 
besonders auf die Ermittlung der sogenannten Wormser Liederhandschrift 
aus dem 9. Jahrhundert in Neumennotation hin, die sich in der Arsenal- 
Bibliothek in Paris befindet. Der Minister war von diesen kurzen Angaben 
denkbar beeindruckt und äußerte, dass aufgrund solcher Funde sich ein 
völlig neues Geschichtsbild ergeben müsse. Ich erwiderte, dass ich im 
Rahmen meines Fachgebietes aufgrund der mir von Reichsleiter Rosenberg 
für die Hohe Schule der Partei übertragenen Aufgaben an der Klärung der 
dokumentarischen Grundlagen für dieses neue Geschichtsbild bereits seit 
längerer Zeit intensiv arbeite" (Dr. Gerigk: Bericht über meinen Besuch bei 
Reichsminister Dr. Goebbels am 2. 10. 1940 vom 3/X/40. Quelle: BA NS 
8/ 243. Blatt 15-18). 


G 2136 





Die Feigheit der Funktionäre stand hinter dem Rat, als Privatmann 
aufzutreten. 

7. Oktober 1940: 

()) 

Dr. Gerigk stellt eine Bestätigung für Pg. Dr. Wolfgang Boetticher 
aus, daß dieser im Auftrag "unserer Dienststelle" nach Warschau reise, um 
das dort von Generalgouverneur Frank für die Dienststelle Rosenberg 
freigegebene Material zu verpacken und abzutransportieren (Quelle: BA 
NS 15/ 6). 

(2) 

In einer zweiten Bescheinigung gleichen Datums detailliert Gerigk 
den Arbeitsauftrag für Dr. Boetticher, nämlich Durchsicht der Lager der 
polnischen Zweigfirmen von "Columbia" und "His Master's Voice" auf 
jüdische und zersetzende Schallplatten und deren Beschlagnahme (Quelle: 
BA NS 15/ 6). 


12. Oktober 1940: 

Der Militärbefehlshaber für Belgien und Nordfrankreich erteilt Dr. 
Gerigk zunächst Erlaubnis zur Beschlagnahme der Schallplattenfirma S. 
A. Pathe& Belgique in Brüssel, und zwar nach dessen Behauptung: "Es 
handelt sich um Schallplatten mit jüdischer, exotischer und zersetzender 
Musik sowie solchen Aufnahmen, die für die Hohe Schule der NSDAP 
besondere Bedeutung besitzen" (Quelle: Archives Jacques Lust, Gent). 
15. Oktober 1940, Schwund: 

"Vor meiner Abreise nach Berlin, am 29. 9. 40. hatte ich Pg. Busse 
und Frl. Kuhn davon verständigt, dass die im Hause der Wanda Landowska 
verpackten historischen Instrumente bis zu meiner Rückkehr in den 
versiegelten Räumen stehen bleiben sollten. Allenfalls durfte die 
Überführung der Kisten in den für uns im Louvre freizumachenden 
Lagerraum erfolgen. Am 10. 10. 40 traf ich wieder in Paris ein und wurde 
mit der Nachricht überrascht, dass Pg. Heil die historischen Instrumente 
am 7. 10. mit einem Lastwagen nach Berlin geschafft hat. In wessen 
Auftrag das geschehen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Der Abtransport 
ist entgegen unseren amtlichen Vereinbarungen mit der Militärverwaltung 
Frankreich erfolgt. Frl. Kuhn hat vor der Abholung der Instrumente Po. 
Busse nochmals auf die von mir hinterlassene Weisung aufmerksam 
gemacht" (Sonderstab Musik, Dr. Gerigk, Aktennotiz vom 15/X/40. Quelle: 
ACDJC, Document CXL-83). 

Fritz Busse war Mitglied des Einsatzstabes; SS-Sturmbannführer 
Heil stand in Dienste der Organisation Todt. Nach dem Krieg konnten die 
Alliierten nur wenig aus dem Raubgut wiederaufspüren; darunter das 
Klavier Chopins aus seinem Haus in Valdemosa auf Mallorca, das in Frau 
Landowskas Sammlung war. 

Lexikon der J uden in der Musik. Mit einem Titelverzeichnis jüdischer 

Werke. Gemeinsam mit Theophil Stengel im Auftrag der Reichsleitung der 
NSDAP zusammengestellt (Berlin, 1940; 21941; 12.-14. Tsd. *1943) 
[Bernhard Hahnefeld]. 

Der Verlag Hahnefeld war spezialisiert auf nationale und 


G 2137 





antisemitische Literatur; er publizierte daher u.a. alle Veröffentlichungen 
des Instituts der NSDAP zur Erforschung der Judenfrage. 
Vorwort (Gerigk): 

"(...) Es kann nirgends eine wirkliche Verbindung zwischen 
deutschem und jüdischem Geist geben. Diese Erkenntnis veranlaßt uns zu 
einer denkbar reinlichen Scheidung, umsomehr, als die hinter uns 
liegenden Jahre gezeigt haben, welchen Weg die Entwicklung nimmt, 
sobald jüdische Elemente geduldet oder gar mit Führungsvollmachten 
ausgestattet werden. Die außerdeutsche Welt hat das erst zum geringsten 
Teil begriffen, und meist will man es gar nicht begreifen. Man will nicht 
sehen, daß es uns nirgends - weder in der Musik noch an einer anderen 
Stelle - um die Beurteilung eines einzelnen Juden geht, sondern 
daß die J udenfrage für uns ein unteilbares Ganzes bildet. Deshalb ist die 
gelegentlich auftauchende Fragestellung nach Wert oder Unwert im 
Hinblick auf Einzelleistungen von vornherein falsch, weil sie am Kern der 
Sache vorbeigeht. Wir messen mit den Maßstäben unserer Rasse, 
und dann kommen wir allerdings zu dem Ergebnis, daß der Jude 
unschöpferisch ist und daß er auf dem Gebiet der Musik lediglich 
nachahmend zu einer gewissen handwerklichen Fähigkeit vordringen 
kann. Sein Einfühlungsvermögen befähigt ihn als Virtuosen zu 
verblüffenden Leistungen, die sich aber bei näherem Zusehen auch als 
inhaltsleer herausstellen, zumal sein orientalisches Empfinden den Gehalt 
einer abendländischen Tonschöpfung stets umfälschen muß. 

(...) Die Hauptarbeit an dem Werk wurde von Dr. Theo Stengel 
geleistet. Ohne die ausgedehnte Mithilfe der Reichsstelle für 
Sippenforschung wäre das Werk in der vorliegenden Gestalt jedoch nicht 
möglich geworden. Auch den Standesämtern und Verwaltungsstellen, die 
bereitwilligst Auskünfte und Urkunden übersandt haben, sei an dieser 
Stelle gedankt. Wertvolle Mitarbeit haben die Angehörigen der Dienststelle 
des Reichsleiters Rosenberg - Dr. Lily Vietig-Michaelis, Dr. Wolfgang 
Boetticher und Dr. Hermann Killer - geleistet" (S. 9). 

Gerigk täuscht hier ganz absichtlich. Natürlich ging es gegen den 
einzelnen jüdischen Musiker, denn das Lexikon denunziert 
konsequent und namentlich einzelne jüdische Künstler. 

Dennoch war Gerigk trotz aller Zuträger völlig überfordert, da die 
Recherche ausuferte und an Vollständigkeit nicht zu denken war. Der Titel 
des Lexikons ist Täuschung, da weite Bereiche des internationalen 
Musikbetriebs draußen blieben. 

26. Oktober 1940: 

Die "DMMZ" LXI1/43, S. 373, bringt unter dem Titel "Lexikon der 
J uden in der Musik. Der Stengel-Gerigk soeben erschienen!" eine 
Besprechung von Georg Kandler, der das Buch wegen der Verbindung von 
praktischer Information und weltanschaulicher Schulung für sehr 
empfehlenswert erklärt. 

3. November 1940: 

W. Meyer in Frohburg bei Leipzig lobt das "Lexikon der Juden in der 
Musik" und weist auf offene Fälle hin, so Alfred Szendrei; Gerigk stellt 
fest, er habe diesen als Juden benannt, doch müsse Stengel ihn aus den 


G 2138 





Fahnen genommen haben (Quelle: BA NS 15/ 21, unpaginiert). 
21. November 1940: 

Die Reichsleitung der NSDAP, Amt Rosenberg, bescheinigt dem Pg. 
Dr. Wolfgang Boetticher, daß er am 21. November 1939 in dienstlichem 
Auftrag für längere Zeit nach Belgien und Holland reise (Quelle: BA NS 15/ 
6). 
22. November 1940: 

Der holländische Dirigent J. Richard Heukeroth teilt Dr. Gerigk mit, 
daß er ein Exemplar des Lexikons der Juden in der Musik erhalten habe 
(Quelle: ACDJC, Paris, Document CXXXIx-39). 

5. Dezember 1940, Protest: 

"Mitteilung an Herrn Oberst Otzen. 

Die deutschen Behörden haben in St-Leu-la For&t (Seine et Oise) auf 
dem Besitz der Pianistin Wanda Landowska ihre ganze Sammlung alter 
Musikinstrumente beschlagnahmt. Diese Sammlung enthält insbesondere 
das Klavier Chopins und ca. 20 Musikinstrumente, deren Verlust für den 
französischen Kunstbesitz absolut unersetzbar wäre. 

Ausserdem wurden die Noten, deren Studien Wanda Landowska ihr 
Leben gewidmet und die sie mit Anmerkungen und der Bezeichnung des 
Fingersatzes versehen hatte, ebenfalls beschlagnahmt. Alle diese 
Gegenstände sind gegenwärtig im Louvre hinterlegt. 

Zahlreiche Gründe moralischer und künstlerischer Art lassen die 
Rückstellung der Musikinstrumente und Noten an Wanda Landowska 
wünschenswert erscheinen. Die Delegation der französischen Regierung im 
besetzten Gebiet wäre der Deutschen Militärverwaltung sehr verbunden, 
wenn sie die Möglichkeit einer solchen wohlwollenden Maßnahme prüfen 
würde" (Delegation Generale du Gouvernement Francais dans les 
Territoires occup&es an den Militärbefehlshaber Frankreich, z. Hd.von 
Oberst Otzen, 5/XI1/40. Übersetzung durch das Amt des Adressaten. 
Quelle: ACDJ C, Document CCXXXI-22). 

Der höfliche französische Protest bei der Militärverwaltung prallte 
ab, weil diese sich am Ende auf ein Gutachten von Wolfgang Boetticher, 
Sonderstab Musik des Einsatzstabes Reichsleiter Rosenberg, unter dem 
13/I/41 berief, in dem "bewiesen" war, daß es sich nicht um 
französisches, sondern um "herrenloses" jüdisches Eigentum einer Feindin 
des Reiches handele. 

14. Dezember 1940: 

Der Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg, Arbeitsgruppe Belgien, gibt 
dem Militärbefehlshaber Belgien und Nordfrankreich einen Bericht der 
Brüsseler Treuhandgesellschaft zurück, der informiert, daß die S. A. Pathe& 
Belgique nicht britisches, also Feindvermögen sei, sondern die 
Aktienmehrheit sich in belgischer Hand befinde (Quelle: Archives Jacques 
Lust, Gent). 

Dieser formelle Grund stand einer Beschlagnahme entgegen. 

18. Dezember 1940, Musikalische Judenköpfe: 

"(...) das erste wirklich stichhaltige jüdische Musiklexikon 
herausgegeben worden ist. Nach Inhalt und Preiswürdigkeit ist es 
unentbehrlich für jeden Deutschen, dem die Dinge der Musik am Herzen 


G 2139 





liegen. Denn dieses Lexikon überzeugt nicht durch seine sachliche 
Strenge, sondern es liest sich wie ein spannender Roman, da die bis vor 
kurzem tonangebenden Vertreter der jüdischen Rasse mit besonderer 
Ausführlichkeit abgehandelt und dem Schluß des Lexikons ein fesselndes 
Titelverzeichnis jüdischer Werke beigegeben worden ist. Auch diejenigen 
musikalischen J udenköpfe, bei denen mancher unbefangene Volksgenosse 
heute vielleicht noch geneigt ist, eine unangebrachte Toleranz geltend zu 
machen, werden durch stichhaltiges Material in ihrer nichtarischen 
Denkungsart entlarvt (etwa der jüdische Geigenpädagoge Flesch). Falls 
die Unterlagen nicht stichhaltig waren, hat man auf eine Aufnahme früher 
der jüdischen Rassenangehörigkeit verdächtigter und in den bisherigen 
Lexika angeführter Namen verzichtet (etwa auf den bekannten Brahms- 
Biographen Max Kalbeck). Manche Ueberraschung gibt es auch im Hinblick 
auf einige halbjüdische und in ihrer musikalischen Wirksamkeit 
überwachten Vertreter dieser Rasse (etwa bei einem bekannten 
Opernstatistiker und Herausgeber eines Tonkünstlerlexikons). - Wer dieses 
Lexikon nicht besitzt, der darf heute nicht mitreden, wo es gilt, die Werte 
und den Fortschritt der Musik zielbewußt zu verteidigen" (Heinz 
Fuhrmann: Musik in Gefahr. "Hamburger Tageblatt", 18/X11/40). 

Der Rezensent übte Milde und verschwieg den Namen des 
denunzierten "halbjüdischen" Opernstatistikers und Lexikonautors Wilhelm 
Altmann. 


1941 

Das Amt Musik, Dr. Gerigk, liefert dem Hauptamt Wissenschaft, Amt 
Wissenschaftsbeobachtung und -wertung folgende politischen Gutachten 
(Quelle jeweils: IfZ, Signatur wie angegeben): 

(1) 

Vasa Prihoda, Brandeis/Elbe, Geiger, wegen Professur an einer 
deutschen Musikhochschule und - 1942 - Verleihung des Professor-Titels 
(MA 116/13). 

(2) 

Johannes Roeder, Dirigent am RS Hamburg, wegen Beurteilung (MA 
116/14). 

(3) 

Ilse Wiedmann, Salzburg, künstlerische Lehrerin, wegen 
Verpflichtung als Lehrerin an die Reichshochschule für Musik Salzburg (MA 
116/18). 


Musik in Paris ("Die Musik" XXXI11/4, Januar 1941. S. 150. Gerigk 
zeichnete mit seinem Kürzel H. G.). 
Zitat: 

"In Paris ist neben den bodenständigen Musikveranstaltungen ein 
umfassendes deutsches Konzert- und Theaterleben erstanden. Die beiden 
französischen Staatsopern spielen bereits seit September wieder. Die 
französischen Orchester und die französischen Künstler führen Konzerte in 
großer Zahl durch, und die außerordentliche Anteilnahme der deutschen 
Soldaten auch an diesen Darbietungen ist an den zahlreichen Uniformen in 


G 2140 





den französischen Theatern und Konzertsälen ersichtlich. Das 
Schwergewicht ruht jedoch bei den Veranstaltungen von deutschen 
Künstlern für deutsche Soldaten, die sämtlich im Rahmen (...) der 
kulturellen Truppenbetreuung durch die NS-Gemeinschaft >Kraft durch 
Freude< in Zusammenarbeit mit dem Reichsministerium für 
Volksaufklärung und Propaganda durchgeführt werden. 

Um die Weihnachtszeit besuchte Reichsleiter Dr. Ley eins der großen 
Konzerte im Trocadero, und zwar die Aufführung von J. S. Bachs Hoher 
Messe vor 3500 deutschen Soldaten. Die Ausführenden waren das 
Aachener Städtische Orchester und der Aachener städtische Chor unter 
der Leitung von Herbert von Karajan. Einige Tage später wurde das 
Bachsche Werk von denselben Künstlern für französische Besucher 
dargeboten. Karajan und seine Künstlerschar rissen die Franzosen zu 
anhaltenden Begeisterungskundgebungen hin. Die Wiedergabe war der 
besten deutschen Überlieferung würdig. Das Soloquartett wurde von 
Walter Ludwig, Wilhelm Schirp, Tilla Briem und Lore Fischer gestellt. - 
Ebenfalls in dem Riesensaal des Trocadero gab Paul van Kempen mit dem 
Dresdner Philharmonischen Orchester ein Weihnachtskonzert, das in allen 
Teilen ungemein beifällig aufgenommen wurde. Friedel Beckmann sang in 
diesem Rahmen u. a. die Weihnachtslieder von Peter Cornelius, die von 
Ernst Schliepe für diese Aufführung meisterhaft instrumentiert worden 
sind. Das Dresdner Orchester und die Sängerin konzertierten anschließend 
zwei Wochen in Frankreich und Belgien vor unseren Soldaten. 

Ein besonderes Ereignis bildete ein Liederabend, den Maria Müller 
auf Veranlassung des Leiters der Propaganda-Staffel Paris, Wächter, in der 
Großen Oper gab. Als überragende Gestalterin von Liedern und Arien 
erntete sie ungeheuren Beifall. Im Empire-Theater gastierte 14 Tage 
hindurch die Kammeroper Glettenberg mit Mozart >Bastien und 
Bastienne< sowie dem >Schauspieldirektor<. Kapellmeister Breuer 
musizierte dazwischen die >Kleine Nachtmusik< (...). 

Die Kölner Oper spielte in Paris Mozarts >Figaro< unter der 
Gesamtleitung von Generalintendant Alexander Spring mit Karl Dammer 
am Pult. In bunter Folge wechseln die Darbietungen musikalischer Art, die 
in vorbildlicher Weise alle Bereiche der Musik berücksichtigen". 

Gerigk strich den Auftritt seiner Frau Friedel Beckmann gehörig 
heraus. 

8. Januar 1941, Bericht: 

"Die Ermittelungen haben folgenden Sachverhalt ergeben: 

Die im September 1940 erfolgte Beschlagnahme wurde von dem 
Einsatzstab des Reichsleiters Rosenberg unter Leitung des 
Reichsstellenleiters Dr. Gerigk mit seinem Sonderstab (Musik) auf Grund 
eines klaren Führerbefehls durchgeführt. 

Bei dem Kunstbesitz der jüdischen polnischen Staatsangehörigen 
Pianistin Wanda Landowska, geb. 1879 in Warschau, handelt es sich 
nicht um französischen Kunstbesitz, sondern ist im Sinne des 
Führerbefehls vom 5. 7. 1940 (...) als herrenlosen jüdisches Gut zu 
betrachten und sicherzustellen. 

Der polnische Pass der vor Einzug der deutschen Truppen 


G 214] 





geflüchteten Jüdin Landowska wurde ebenfalls sichergestellt und befindet 
sich in Verwahrung beim Einsatzstab Rosenberg: >Hotel Commodore< 
Boulevard Haussmann. 

Die JÜüdin Landowska hat in einer Reihe von Fällen Juden 
massgeblich unterstützt, die in der ganzen Oeffentlichkeit als Feinde 
Deutschlands sehr bekannt waren. 

(...) Das in dem Brief erwähnte Klavier Chopins wurde bereits 
gelegentlich einer anderen Aktion in der Biblioteka Polska vergeblich 
gesucht, obwohl es dortselbst inventarisiert war. Durch Zufall wurde dann 
dieses Instrument merkwürdigerweise in dem Hause der Landowska 
vorgefunden. 

Ein bereits erfolgter Antrag der Delegation generale auf Rückgabe 
dieses Instruments wurde aus den bereits angegebenen Gründen 
abgelehnt. 

Mit dem Generalgouverneur für Polen ist diesbez. beraten worden. 

Ausser den bereits erwähnten Musikinstrumenten sind wichtiges 
Material wie: 

Bücher, Noten, Manuskripte, Bilder u. Schallplatten beschlagnahmt 
worden. 

Das gesamte Material wurde in 53 Kisten verpackt und ist bereits 
nach Berlin abtransportiert. (...)" (Gruppe Geheime Feldpolizei 610, 
Betreff: Beschlagnahme der Sammlung alter Musikinstrumente der 
polnischen J üdin Wanda Landowska, 8/1/41. Quelle: ACDJC, Document 
CCXXXI-22). 

Die Delegation generale der französischen Regierung hatte beim 
Militärbefehlshaber Frankreich gegen die Beschlagnahme Einspruch 
erhoben... natürlich vergebens. 

11. Januar 1941: 

"Ihr Verlagswerk: >Lexikon der Juden in der Musik" v. Dr. Stengel u. 
Dr. Gerigk ist von uns durchgesehen worden, und wir können Ihnen 
mitteilen, dass das genannte Buch uns für den Gau- und 
Kreisschulungsleiter wichtig erscheint. Ausgezeichnet verwendbar ist z. B. 
Spalte 86-88 der Abschnitt über Goldmann Curt, in dem die 30 
Pseudonyme des Juden angeführt werden und vor allem die erheiternde 
Wandlungsfähigkeit des Geschäftsmannes. Gelten die bei Eichenauer bzw. 
im Handbuch von Fritsch genannten Musikwissenschaftler Pfordten und 
Gurlitt nun als Arier, weil sie bei Stengel-Gerigk nicht genannt sind? Die im 
Semikürschner oder in den Fachschriften zu unrecht Verdächtigten sollten 
im Vorwort oder in einem Anhang eigens genannt werden. Es fehlen: 
Posa, Oskar C., Kapellmeister, Komponist, (zum Teil gedruckte Werke) 
lebte lange in Graz. Fischer, Wilhelm, Musikwissenschaftler, Wien, 
Innsbruck. Flesch, Ella, Opernsängerin, Graz, Wien. Harriet Henders, 
Opernsängerin, Graz, Prag. Ernster Deseö, Bass, Opernsänger Graz, 
Budapest. neben vielen unbedeutenden. Als Nachschlagewerk ist das 
vorliegende Buch unentbehrlich und wird deshalb einem weiteren 
Leserkreis enpfohlen werden" (NSDAP-Reichsleitung, Hauptschulungsamt, 
Amt Lehrwesen, Hauptstelle Schulungspraktische Schrifttumsauswertung, 
Bury, an Verlag Hahnefeld, 11/1/41. Quelle: BA NS 15/ 21, unpaginiert). 


G 2142 





14. Januar 1941: 

Hermann Seeliger wendet sich an Dr. Gerigk und teilt Anstände und 
Nachträge mit (Quelle: BA NS 15/ 21, unpaginiert). 

17. Januar 1941, Der geistliche Denunziant: 

"(...) Sodann bitte ich zu prüfen, ob für das Musikjuden-Lexikon 
etwa folgende Ergänzungen in Betracht kommen: 

1. In London lebte Lion (auch Leoni) Meyer, Verwandter und 
Lehrer des in Sp. 38 genannten Braham John. Lion war 
Synagogenchorleiter und Opernsänger. 

2. Im Auftrag der Berliner Gesellschaft zur Beförderung des 
Christentums unter den Juden taufte Pastor Kunze u. a. 

den Musiker Julius James Lomnitz 1831, 

den Musiker Franz Heinrich Wilhelm Ritter aus Teschen 1833, 

den Musiker Ludwig Karl Landsberg aus Glogau 1838. 

Seit mehr als 10 Jahren untersuche ich den Einfluß der Juden auf die 
deutsche Theologie und ihr Eindringen in den Theologenstand. Dabei 
begegneten mir auch viele Musikjuden, ohne daß ich sonderlich darauf 
achtete. Wenn es erwünscht ist, werde ich aber in Zukunft alle Namen 
jüdischer Musiker, die im Lexikon noch nicht enthalten sind, sofort nach 
dort mitteilen, wenn ich darauf stoße" (Pfarrer Mahlert, Waldniel/ 
Niederrhein, an Hauptstelle Musik, 17/1/41. Quelle: ACDJC, Document 
CXXXIX-38, und BA NS 15/ 21a). 

23. Januar 1941, Denunziation: 

"(...) Dieser Tischnachbar war Herr Krüss. Pg. Wächter berichtete 
weiter, dass nach längeren Ausführungen dieser Art über mich Herr Krüss 
ihn bitten wollte, sich für den nach der Besetzung von Paris entlassenen 
Generaldirektor der französischen Staatsbibliotheken 
Cain zu verwenden, dem durch behördliches Eingreifen seine 
Privatbibliothek beschlagnahmt worden sei. Cain ist Jude und 
Hochgradfreimaurer und wird von französischer Seite als ein Haupt der 
Zersetzung in Frankreich angesehen. Krüss erklärte, diesen Mann seit 
vielen Jahren bestens zu kennen und man müsse ihm die Möglichkeit zu 
wissenschaftlicher Arbeit wieder schaffen. Erst nachdem Wächter Krüss 
bedeutet hatte, dass er mit einem alten Nationalsozialisten spräche, liess 
Krüss von weiteren Bemühungen in dieser Richtung ab. 

(...) Da Krüss als Generaldirektor der Preussischen Staatsbibliothek 
im Bibliothekswesen des Grossdeutschen Reiches eine Schlüsselstellung 
einnimmt und da die von ihm verfolgte Anschaffungspolitik für die 
wissenschaftliche Arbeit auch in weltanschaulicher Hinsicht von 
weittragender Bedeutung ist, muss auch der Verwendung von Krüss für 
einen aus triftigen Gründen amtsenthobenen jüdischen Kollegen in 
Feindesland besondere Bedeutung seitens der Partei beigemessen werden" 
(Hauptstelle Musik, Gerigk, an Stabsleiter Urban, 23/1/41. Quelle: BA NS 
30/ 65). 

Hugo Krüss war Mitglied der Deutschen Kulturdirektion in Paris, als 
solcher am Kunstraub beteiligt. Wächter, Funktionär der 
Reichspropagandaverwaltung, informierte jedoch nicht die zuständige 
Behörde über den "Judenfreund" Krüss. Auch Gerigks Denunziation lief ins 


G 2143 





Leere; er mußte weiterhin mit Krüss zusammenarbeiten. 
30. Januar 1941: 

"(...) In dem soeben erschienenen >Lexikon der Juden in der 
Musik< fehlt der Jude Anton J. Benjamin, letzter Inhaber John Benjamin, 
Musikverleger im Hamburg und Leipzig, Täubchenweg. 

Der jetzige Inhaber des Musikverlages ist: Dr. Hans Sikorski. 

Benjamin war Inhaber der Verlage: Anton J. Benjamin, D. Rahter, N. 
Simrock und City-Verlag. Genaue Geburts- und Sterbedaten werden Sie 
vom jetzigen Inhaber des Verlages bekommen können. (...)" (Johannes 
Hümpel, Inhaber des Musikhauses Schmidt in Hamburg, an Amt Musik, 
ohne Datum, eingegangen 30/1/41. Quelle: BANS 15/ 21 a). 

31. Januar 1941: 

Per Zuschrift an Amt Musik, Dr. Gerigk, beklagt sich Pfarrer Mahlert 
aus Lobberich am Niederrhein, daß der Reichsender Breslau kürzlich den 
"alten Judenschlager" von Paul Bendix "Trink, trink, Brüderlein trink" mit 
umgedichtetem Text gesendet habe (Quelle. NS 15/ 21a). 

Der Briefkopf der ev. Gemeinde Lobberich ist durchgestrichen und 
durch die Privatadresse in Waldniel ersetzt. 

5. März 1941: 

Der holländ. Dirigent Richard Heuckeroth, Nieuw Milligen, wendet 
sich an Dr. Gerigk und bietet ihm seine Dienste bei der Ermittlung von 
"Musikjuden" in Holland an (Quelle: BA NS 15/ 21, unpaginiert). 

21. März 1941: 

Gerigk wendet sich an Erich Schenk wegen der rassischen 
Zuordnung von Promoventen in Musikwissenschaft an der Universität Wien 
(Quelle: BA NS 15/ 21). 

31. März 1941: 

Auf Anfrage teilt E. Schenk der Hauptstelle Musik, Dr. Gerigk, mit, 
was er zur rassischen Zuordnung von Promoventen in MW an der 
Universität Wien aussagen kann (Quelle: BA NS 15/ 21) 

23. April 1941, Zuträger I: 

"(...) Da erscheint zum Beispiel im Verlage Schott's Söhne, Mainz, 
ein Textheft zum Mitsingen, >Das frohe Rheinlieder-Buch<, und darinnen 
finden wir zwischen den neuesten Rheinliedern - die Loreley! Allerdings 
steht der Name des jüdischen Dichters, Heine, nicht dabei, aber immerhin 
wird dadurch gesorgt, dass dieses Lied nicht in die Vergessenheit 
zurückgedrängt wird. Oder: als ich auf Weihnachtsurlaub in Wien weilte, 
lief in den dortigen Kinos der Film >Schwarzwaldmädel<. Es hiess im 
Filmtitel: >Nach der Operette von August Neidhardt<. Und weiter: >Musik 
von Fritz Wenneis<. In Wirklichkeit war keine Achtelnote von diesem 
besagten Komponisten, denn ich hatte >Schwarzwaldmädel< seinerzeit 
als Operette, wie auch als Film über ein Dutzend Male gesehen und kenne 
aus der Partitur fast jeden Ton. Daher weiss ich auch, dass der Komponist 
Leon J essel heisst und - wie mir obenerwähntes Lexikon mitteilte - Jude 
ist. (...)" (Gefreiter Johann Racek, Frankenthal, 23/1V/41. Quelle: ACDJC, 
Document CXXXIX-40). 

29. April 1941, Zuträger II: 
"(...) Ich hatte persönlich Gelegenheit, vor längeren Jahren einen 





G 2144 





sogenannten jüdischen 11 jährigen Wunderknaben zu prüfen und war 
entsetzt über die ursprünglich jüdische Art des Vortrags. Von einer 
>Prädisposition für den Klang< als Klangproblem auf der Geige war bei 
ihm nichts vorhanden. 

Was der J ude Hanslick über Joachim schreibt, ist eben jüdisch, denn 
ich erinnere mich, eine Aussage seines Lehrers Böhm gelesen zu haben, 
die wesentlich anders lautete. Ich möchte sie nicht aus dem Gedächtnis 
wiedergeben und schicke sie Ihnen, sobald ich diese Quelle 
wiedergefunden habe. (Wissen Sie etwas Bestimmtes über einen Sohn 
Joachims? Ich habe s. Z. dunkle Gerüchte gehört, die charakteristisch sind 
für diese Rasse.) 

Ich sage das nur in Bezug auf das Klangproblem von Flesch, denn es 
argert mich nur, wenn heute noch junge Geiger aus reiner Dummheit die 
Flesch-Schule als das allein selig machende Werk benutzen, oder wenn 
ältere Geiger mir erklären: man kann mir nicht verbieten, dass ich mir das 
Mendelssohn-Konzert zu Hause vorspiele. Gewiss nicht, aber diese Herren 
können eben das Jüdische dieser Musik nicht fühlen. Marteau hat mir zur 
Warnung das Mendelssohn einmal typisch jüdisch vorgespielt, ich konnte 
seitdem dieses Konzert nicht wieder spielen. (...)" (Paul Krüger, Dresden, 
an Dr. Gerigk, 29/1V/41. Quelle: ACDJC, Document CXXXIxX-36). 

Der Geiger Krüger machte Gerigk in diesem Brief darauf 
aufmerksam, daß immer noch in Geigenkonzerten der Klassiker Kadenzen 
von Juden, so Joseph Joachim, gespielt werden; auch diese Frage 
versuchte der fanatische Judenverfolger auf seine Art zu lösen: 

10. Mai 1941: 

Dr. Gerigk stellt dem holländ. Kollaborateur Heukeroth eine Liste mit 
den Namen gesuchter jüdischer Musiker zur Verfügung (Quelle: BA NS 15/ 
21; vgl. ACDJC, Paris, Document CXXXIxX-39). 

19. Mai 1941, Zuträger III: 

"(...) habe darauf sofort die S. D. Amsterdam und darauf Rotterdam 
angerufen. (...) Sie möge sich fürderhin sofort an den BDS (Befehlshaber 
der Sicherheits-Polizei Aussenstelle) Binnenhof 's Gravenhage zu Händen 
des SS Sturmbannführer Noot (wo ich gleichfalls bekannt bin) wenden. 
(2): 

Die Entjudung der Niederl. Orchester ist nun trotz vielen 
Gegensträubungen im Gange. Falls Ihnen hierüber Besonderheiten 
interessiren erfahre ich dies gerne; ich bin hierüber im Bilde und kenne 
das J udenaufgebot in den Orchestern Hollands seit langen Jahren. (...)" 
(Heukeroth an Dr. Gerigk, 19/V/41. Fehler im Original. Quelle: BA NS 15/ 
21). 

Der holländische Helfer bei der Judenverfolgung war unermüdlich. 
Zentrale Beeinflussung der europäischen Musikforschung durch 
die NSDAP (Denkschrift, 4 Maschinenseiten, ohne Adressaten, 26/V/41. 
Quelle: BA NS 8/ 243. Blatt 29-32). 

Zitat: 

"Die Hohe Schule der Partei hat in mehrjährigen Vorarbeiten bereits 
die Grundlage für eine Musikabteilung geschaffen, die unter anderem auch 
die vorstehend gekennzeichneten Aufgaben einbezieht. Das bisherige 








G 2145 





Wirken in der Stille hat zur Folge, dass selbst die engeren Parteikreise 
nichts davon wissen und dass auch dem Führer das Vorhandensein einer 
solchen Abteilung nicht bekannt ist. 

(...) Noch eine weitere Überlegung ist notwendig: Im neuen Europa 
wird das Reich auch geistig eindeutig die Führung in die Hand nehmen. 
Das wird bei den sogenannten Geisteswissenschaften wahrscheinlich 
organisatorisch so erfolgen müssen, dass zunächst internationale 
Fachgesellschaften unter deutscher Führung entstehen werden und dass 
von da aus die Aufgabenstellung durch uns erfolgt. Auf dem Gebiet der 
Musik gibt es zur Zeit keine tragbare Gesellschaft, die von uns anerkannt 
werden könnte. Es muss also eine neue gegründet werden. Die beiden 
einzigen Länder, die neben uns auf dem Gebiet der Musikforschung 
ernsthaft infrage kommen, sind Frankreich und Italien. Beide haben so 
versagt - jedes aus anderen Gründen -, dass wir ohne grosse Mühe unsere 
Absichten durchsetzen werden, ja, dass unsere Vormachtstellung von 
Anbeginn selbstverständlich ist. Wir werden mit grosser Geste die 
Betreuer des kulturellen Besitzes auch dieser Länder werden müssen. Das 
betri